Goldminen – GDX – Grosse Wendeformation im Aufbau ?

Im Premium-Bereich haben wir uns in den letzten Wochen, seit dem bedeutenden Tief vom 26. Juni, intensiv mit den Gold- und Silberminen und den Edelmetallen Gold und Silber beschäftigt. Und haben dabei schöne Gewinne eingefahren, weil wir den neuen Aufwärtstrend frühzeitig erkannt haben.

Nun möchte ich auch den Lesern im freien Bereich einmal die aktuelle Lage aufzeigen, um etwas Ordnung in die typischerweise zwischen Angst und Gier schwankenden Gedanken zu bringen.

Ich zeige Ihnen daher nun, anhand des grossen US Goldminen ETFs GDX, ein mögliches Szenario für den weiteren Ablauf. Der GDX ist das Vehikel, in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln.

Während es meinen treuen Lesern längst bekannt ist, muss ich hier im freien Bereich immer wieder betonen, dass ein Szenario keinerlei Weissagung oder Prognose ist, sondern eben nur ein mögliches Szenario unter anderen. Niemand hat eine Glaskugel, auch ich nicht. Und die, die permanent mit Bugwelle Prognosen produzieren schon gar nicht. Aber aufgrund ähnlicher Bewegungen in der Vergangenheit, so beim GDX der Rebound 2008/2009 oder auch der Rebound letzten Sommer, kann man sinnvolle Schlussfolgerungen über typische Marktstrukturen ziehen. Und damit die Wahrscheinlichkeiten ganz leicht - sozusagen von 50 auf 55% - zu seinen Gunsten verschieben.

Und aufgrund dieser typischen Strukturen hat der folgende Ablauf nun eine realistische Chance. Aber auch wenn eine Chance keine Sicherheit bedeutet und solche Szenarien höchst selten genau exakt so eintreten, alleine diese Struktur im Auge zu haben, verschafft einen grossen Vorteil gegenüber einer Lage, in der man ohne Massstab emotional zwischen Angst und Gier hin und her geworfen wird. Mit dieser Struktur als Vorlage, hat man wenigstens einen Massstab, an dem man Abweichungen erkennen und daraus rational Schlussfolgerungen und Handlungen ableiten kann, statt nur dem Bauch zu folgen.

GDX 22.08.13

Dieses Chart mit Tageskerzen zeigt:

(1) Das der GDX seit dem Tief von Ende Juni einen neuen Aufwärtstrend aufgenommen hat, der durch höhere Tiefs Anfang Juli und Anfang August definiert wurde.

(2) Das der GDX zunächst von der Nackenlinie der Umkehrformation abgeprallt ist, die nach oben auch durch mehrere, grosse Gaps aus Mitte April definiert wird.

(3) Das sich der GDX erst oberhalb dieser Gaps, also oberhalb 35 USD nachhaltig freigeschwommen hat.

(4) Das kurzfristig die Chancen für ein weiteres Trendtief unter der nun ansteigenden 20-Tage-Linie bei ca. 27 USD - aber über der 50-Tage-Linie - vorhanden sind.

(5) Das sich dann entweder erweist, dass der Trend schon am Ende ist und der GDX wieder wegkippt, weswegen zwingend Stops unter dem Tief von Anfang August liegen müssen. Denn wenn mit der Wendeformation alles in Ordnung ist, dürften wir dieses Tief auf keinen Fall mehr sehen.

(6) Oder das dieser Dip bis ca. 27 USD der ideale Zeitpunkt ist, um im Sinne "Buy the Dip" erneut in den GDX hinein zu springen, um den nächsten Schub nach oben nicht zu verpassen.

Ich wiederhole, das ist ein mögliches Szenario, um Ihnen Orientierung im Schlachtengetümmel des Tages zu verschaffen. Es ist keine Prognose, Prognosen sind Unfug, niemand kennt die Zukunft. Und natürlich hängt der GDX letztlich vom Goldpreis ab, der einfach mitspielen muss, wenn es zu dieser Umkehrformation kommen soll.

Im Premium-Bereich verfolgen wir die weitere Entwicklung des Sektors jeden Tag und leiten daraus sinnvolle Handlungen ab.

Ihr Hari

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Gold und Silber: We have lift off ! – Von Gold-Bugs und Gold-Hassern

Es gibt wohl kaum einen Sektor, der so emotional betrachtet wird wie die Edelmetalle.

Da gibt es auf der einen Seite die "Gold Bugs", die egal was passiert, immer von Gold 5000 USD und mehr faseln und hinter jedem Rückgang zwanghaft eine Manipulation vermuten. Weil Ihr geliebtes Metall kann ja vermeintlich nur hoch gehen.

Und da gibt es auf der anderen Seite die "Gold Hasser", die von einer "geplatzen Blase" faseln und mit Vorliebe zitieren, dass Gold ja totes Material ohne Nutzen wäre. Natürlich wieder mit dem armen Warren als Testimonial, der muss auch wirklich für fast alles herhalten.

Beide Seiten haben einen massiven, störrischen Bias bei der Betrachtung der Edelmetalle. Und beide Seiten werden so am Ende nur Geld verlieren. Die "Gold Hasser", weil Ihnen ihr Bias den Blick auf die reale Kraft des Bullen verstellt und sie so schon die gigantischen Gewinne des letzten Jahrzehnts hat verpassen lassen. Irgendwann bekommt man bestimmt mal Recht, dumm wenn es mehr als 10 Jahre dauert. 😉 Und die "Gold Bugs", weil die Liebe zu "ihrem" Metall es Ihnen unmöglich machen wird, das wirkliche Ende des Bullen zu sehen und auszusteigen. Auch dann, auf dem wirklichen Top, wird die Liebe zum Edelmetall es ihnen unmöglich machen, die Party zu verlassen.

Leider bestimmen beide Seite mit ihrem Bias massiv die Medien. Und die Medien folgen immer der vorherrschenden Meinung, also der Herde. Im Moment sind das (noch) die "Gold ist tot" Geschichten. Heraus kommt dann ein Crescendo, das dem Anleger jeden klaren Blick unmöglich macht. So kann man am Markt nicht erfolgreich sein. Schalten Sie diese Geräusche also bitte aus. Und wenn der Nächste mit Prognosen zu Gold 5000 oder Gold 500 um die Ecke kommt, klicken Sie schnell weiter.

Ich will deshalb mit diesem Post versuchen, Ihnen ein rationaleres Bild zum Thema zu vermitteln:

1. Ist eine Blase geplatzt ?

Die Frage lässt sich leicht beantworten. Schauen Sie einfach auf das Langfrist-Chart von Gold in USD seit 2002, leider fehlen mir im System die Daten bis 1999, aber das Bild ist auch so klar.

XAUUSD langfrist

Und nun frage ich Sie: sieht man hier zwangsweise eine geplatze Blase ? Natürlich kann der Kurs theoretisch weiter abkippen und dann wäre der Bulle am Ende. Das wäre der Fall, wenn die obere Trendlinie den Kurs wieder nach unten abprallen lässt. Er ist aber im Moment noch nicht abgeprallt und nichts in diesem Chart zeigt jetzt schon eine Blase, die sich aufgelöst hat.

Man muss sich wirklich fragen, in welchem Parallel-Universum die Leute leben, die hier jetzt schon von einer geplatzen Blase reden. Wie gesagt, alles ist möglich in der Zukunft. Aber heute - auf Basis der vorhandenen Daten - von einer geplatzten Blase zu reden ist für mich schlicht unseriös.

Dieses Chart sagt uns eher, dass sich möglicherweise gerade eine neue, bullische Phase 5 zusammen braut. Auch das ist nicht sicher, aber objektiv aufgrund des Charts ein wahrscheinliches Szenario.

2. Ist Gold wertlos und nutzlos ?

Gähn ! Das ist alles was mir dazu einfällt. Wie wertvoll ist denn bitte ein bedruckter Lappen Baumwolle minderer Qualität, auf dem sich irgendwelche Gestalten der Vergangenheit tummeln ? Welchen produktiven Nutzen hat dieser Lappen ?

Eben - der Punkt ist: Der Lappen hat den Wert, den ihm die Menschen beimessen. Nicht mehr und nicht weniger. Punkt ! Und solange die Menschen an den Wert des Papiergeldes glauben, hat der Lappen den Wert der drauf steht. Und solange die Menschen an den Wert des Goldes glauben, hat Gold Wert. So einfach ist das.

Nun ist es aber so, dass Menschen den Wert von Gold seit tausenden von Jahren schätzen, eigentlich so lange, wie wir zivilisatorisch zurück schauen können. Während die Baumwoll-Lappen gerne mal gegen andere Lappen ausgetauscht werden. Ist es also rational anzunehmen, dass die Menschen nach tausenden von Jahren genau in diesem Jahr 2013 ihren Glauben an Gold verlieren ? Möglich ist alles, die Welt ist voller Überraschungen. Aber rational und Grundlage sinnvoller Anlagestrategie ? Wohl kaum, oder ?

Die Geschichten von der Nutzlosigkeit dieses "toten" Metalls sind also ziemlich am Thema vorbei. Richtig, Gold wirft nichts ab und erzeugt keine Wertschöpfung. Es ist ohne funktionale Bedeutung für unser Leben. Das stimmt alles und sagt doch nichts.

Denn Gold ist Geld. Das älteste Geld der Welt. Und Geld hat solange Wert, wie die Menschen an den Wert glauben. Und der Glaube an Gold wächst in Phasen, in denen die "Baumwoll-Währungen" wanken oder in denen der Wert der "Baumwoll-Währungen" stark sinkt, landläufig auch Inflation genannt.

In genau diesen beiden Phasen, wird Gold relativ besonders geliebt werden. In allen anderen Phasen kann man es getrost ignorieren. Insofern hat der gute Warren natürlich Recht. Er spricht darüber, dass man mit der Anlage in Gold keine dauerhaften, langfristigen Erträge erzielen und auch keinen Wohlstand schaffen kann. Natürlich stimmt das. Was die "Gold-Hasser" dann aber aus seinen Aussagen machen, hat er nie gesagt. Denn über die Ausnahmephasen, in denen Gold seine Rolle als "ultimatives Alternativgeld" wieder erlangt, redet er gar nicht. Jede Regel hat Phasen der Ausnahme, Ausnahmen die jemand der 1930 geboren wurde nicht nur kennt, sondern auch erlebt hat.

Gold zu haben bedeutet einfach, sich Geld unter das gedankliche "Kopfkissen" zu legen, statt es arbeiten zu lassen. Und es gibt Zeiten in denen das Sinn macht. Und Jahrzehnte, in denen das keinerlei Sinn hat. Gold wirft nichts ab. Das stimmt, ist aber nicht der Punkt. Es gibt halt Zeiten, wo es schon reicht etwas zu bewahren.

3. "Muss" Gold bis 5000 USD steigen ?

Für die "Gold-Bugs" scheint das Faktum zu sein. Diese Phase 5, die man im Chart als Möglichkeit erkennen kann, "muss" vermeintlich in einem euphorischen Top enden, während gleichzeitig unser "Baumwoll"-Geldsystem zusammen bricht. So das Mantra dieser Fraktion.

Auch das ist natürlich Unsinn. Die Zukunft ist unbestimmt. Das Szenario ist ohne Frage eine sehr reale Möglichkeit, mit der sich jeder mal gedanklich beschäftigen sollte. Aber es ist nur eine Möglichkeit des Ausgangs der Zukunft.

Auch wenn ein Chart wie oben nun einen sehr bullischen Schub indiziert, darf man nie vergessen, dass es politische Entscheidungen von Staaten und Notenbanken sind, die letztlich die Entscheidung über den weiteren Verlauf treffen werden. Es gibt keinen Automatismus, der sich aus Charts ableiten lässt. Charts sind nur das ungeschminkte Abbild der handelnden Teilnehmer am Markt. Das ist aber schon mal mehr, als all die sinnlosen Prognosen und Spekulationen, mit denen sich viele gerne beschäftigen.

Gold "muss" also gar nichts. Das Vertrauen in Gold ist direkt invers zum Vertrauen in unser "Fiat-Money" korreliert. Die Entscheidung über den weiteren Kursverlauf treffen letztlich die Notenbanken und die Politik. Und die Politik ist unberechenbar, das sollten "Gold-Bugs" ebenso wie "Gold-Hasser" eigentlich wissen.

Preis ist der ultimative Richter

Nach dem ich nun versucht habe, Ihnen mit rationalem Blick zu zeigen, was Gold ist und was es eben nicht ist, möchte ich Ihnen auch die in meinen Augen einzige sinnvolle Art aufzeigen damit umzugehen. Und die hat nichts mit Prognosen und Hass oder Liebe zu Gold zu tun, sondern lautet schlicht: "Preis ist der ultimative Richter".

Und diesen Preis finden wir in Charts. Charts die den Wert von Gold im Vergleich zu anderen Assets und anderen Währungen wie dem USD darstellen. Charts die im Moment den Schluss nahelegen, dass Gold und Silber am Beginn eines neuen Aufwärtstrends stehen. Charts die damit das Szenario der langfristigen Phase 5 (von oben) unterstützen. Schauen Sie selber, Ausbrüche quer durch den Sektor:

Silber 16.08.13

Gold 16.08.13

GDX 16.08.13

Wie lange werden diese neuen Trends andauern ? Werden die Minen die Reversal-Struktur vollenden ? Die Zukunft wird es zeigen, ein Trend ist ein Trend bis er bricht. Und jede Spekulation darum wie lange er läuft, ist per definitionem sinnlos.

Schaut man auf die langfristigen Charts des Goldbullen wie ich es oben getan habe, spricht einiges dafür, dass nun die Phase 5 begonnen hat. Die letzte Phase des Bullen, der seit 1999 andauert. Eine Phase die typischerweise 2-3 Jahre andauern wird und in einem finalen, euphorischen Top endet, weit über dem, was wir heute auf dem Radar haben. Einem Top, das mit der finalen Krise unserer überdehnten Währungssysteme korreliert, sozusagen der Moment der Wahrheit für die Politik der Notenbanken, die derzeit ein hoch riskantes Spiel ohne historische Vorlage spielen. Nach diesem Top ist das Thema Edelmetalle dann wieder für ein paar Jahrzehnte tot und ein neuer Zyklus beginnt. Das ist ein vorstellbares Szenario, aber eben nur ein mögliches Szenario, vergessen Sie das nie !

Und jetzt kommt wieder der entscheidende Punkt. Was helfen Ihnen solche Voraussagen ? Sie ahnen es: Null und Nichts ! Wichtig ist den Trend zu beachten. Und der ist so lange aktiv, wie er aktiv ist. Und demütig den Preisen zu folgen, die uns irgendwo hin führen. Und die Preise sagen uns im Moment, dass wir mit guter Wahrscheinlichkeit einen bedeutenden Wendepunkt im Sektor hinter uns haben und der Trend nun erst einmal wieder nach oben zeigt. All die Gold Bugs und Gold Hasser lassen Sie während dessen fröhlich weiter plappern. Reich werden die mit so einem massiven Bias nicht, aber das muss nicht Ihr Problem sein.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg !

Ihr Hari

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Charts des Sommers – Gezeitenwende an den Märkten

Als FED Chef Ben Bernanke am Abend des 10. Juli seine Rede hielt, mit der er das Inflationsziel wieder in den Vordergrund hob, war mir aufgrund der Reaktionen des Marktes am Folgetag sofort klar, dass die Märkte nun potentiell zur Zeitenwende und Sektor-Rotation ansetzen und der Inflationstrade einsetzen würde.

In den Artikeln -> Wohin treiben inflationäre Erwartungen DAX und S&P500 - Parallele zu 2011 ? <- und -> Von Inflation und der Gezeitenwende an den Märkten <- haben wir das hier auf Mr-Market frühzeitig thematisiert. Und auch die -> Gezeitenwende am Bondmarkt <- erkannt.

Und im Premium Bereich haben wir jede Menge konkreter Szenarien und Setups besprochen und von dieser Entwicklung frühzeitig profitiert, so mit einem Trade auf Rio Tinto (WKN: 852147).

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Gezeitenwende an den Märkten offensichtlich wird und langsam auch die breitere Medienlandschaft aufspringt und bemerkt, dass da etwas im Gange ist. Und der Zeitpunkt ist gekommen, an dem auch das "Big Money" nun sehr aufmerksam wird und sich die Finanzströme in den Sektoren verändern. Viele dieser Sektoren aus dem Bereich Grundstoffe, die nun nach oben ziehen, sind intensiv von Shorties belagert, so insbesondere der Gold und Silber Sektor. Und in den letzten Tagen war nun für jeden spürbar, wie sich die Machtverhältnisse ändern und nun erneut Blut in den Strassen zu fliessen beginnt. Dieses Mal aber das Blut der Bären und Shorties. Das heisse Geld scheint nun Witterung aufgenommen zu haben und ich würde nun nicht mehr mit einer stark gehebelten Short-Position in diesen Segmenten sitzen wollen.

Kurzfristig sind alle diese Märkte aber nun technisch überkauft und ein erneuter Dip kann jederzeit um die Ecke kommen. Insofern macht es vielleicht Sinn, mit dem Einstieg nun noch etwas zu warten. Die Märkte des Inflationstrades sehen nun aber alle so aus, als ob in Zukunft ein Dip gekauft werden sollte und nicht mehr jede Stärke sofort verkauft ! Gezeitenwende an den Märkten eben. Und natürlich kann alles immer ganz anders kommen. Aber wer die Märkte schlagen will, muss bei den wenigen grossen Chancen beherzt zupacken, die sich im Jahr bieten. Ist das ohne Risiko ? Nein bestimmt nicht - keine grosse Chance kommt je ohne grosses Risiko daher. Aber dafür gibt es Stops und man kann sich vorher überlegen, welches Risiko man im Falle des Falles noch tragen kann.

Aber lassen wir doch einfach ein paar Charts sprechen. Wenn Sie in Zukunft frühzeitig bei solchen Bewegungen dabei sein wollen, mehr über die Märkte lernen wollen und konkrete Trades, Tips und Tricks in diesem Zusammenhang besprechen wollen, dann stossen Sie doch zur Mr-Market Community hinzu, mit vielen hunderten aktiver Leser !

Ach ja, noch ein Hinweis. Die Premium Mitglieder treffen sich auch real. So entwickeln sich in grossen Städten derzeit Stammtische. Und den Stammtisch in Frankfurt werde ich Morgen Abend besuchen, nach meinem Auftritt beim -> Medienmittwoch <-. Insofern auch an dieser Stelle die Einladung an alle aktiven Mitglieder der Mr-Market Community !

Ihr Hari

Basic Resources A0F5UK 13.08.13

Dr. Copper 13.08.13

GDX 13.08.13

Hang Seng 13.08.13

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Goldminen, Silberminen, GDX, SIL, Barrick Gold – Die grosse Chance ?

Für Positionstrader - und das sind die meisten von uns - gibt es nur wenige Momente im Jahr, an denen man die Chance hat, den Beginn einer grundlegenden Bewegung eines ganzen Sektors mitzunehmen. Und dann über Monate den Trend zu geniessen.

Den Unterschied zwischen langfristigem Erfolg und Misserfolg macht dabei, frühzeitig zu erkennen wie sich die Ströme der Gezeiten ändern und dann konsequent, wenn auch das "Big Money" auf diese Wende setzt, ohne falsche Furcht einzusteigen. Natürlich gut nach unten abgesichert, aber trotzdem mit gesunder Aggressivität. Denn wenn man eine klare Chance vor sich hat, muss man auch beherzt zupacken.

Sie wissen ja, dass ich für das Trading gerne die Metapher des Jägers und Fährtenlesers benutze und wenn das Wild, nachdem man die ganze Nacht gewartet hat, dann endlich vor einem aus den Büschen bricht, genau dann ist der Zeitpunkt zum Handeln gekommen !

Der letzte derartige Punkt war der 17.11.12, genau der Zeitpunkt an dem ab 14.11. die Liquidität der FED aus QE3 endlich den Markt erreichte. Und was war in den Medien vorher alles an prozyklischem Text produziert worden, das die Massnahmen der FED keine Wirkung mehr hätten. Alles nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde.

Wie treue Leser wissen, hatte ich das Thema des 14.11.12 hier explizit und im deutschen Sprachraum nahezu exklusiv schon vorher thematisiert und ich empfehle noch einmal, sich diesen rückblickenden Artikel -> Dont fight the Fed <- anzuschauen. Denn im nachhinein muss man sich ja die Frage stellen, warum hat man selber diesen Punkt nicht gesehen und ist nicht aggressiv in die Märkte eingestiegen ? Was darauf nun 6 Monate lang folgte, haben wir ja alle erlebt. Und nur wenn man daraus lernt, kann man es das nächste Mal besser machen.

So eine grundlegende Chance könnte nun erneut - und zwar bei den Gold- und Silberminen - vor uns liegen.

Ich habe ja zum Sektor einiges geschrieben und schon vor 10 Tagen hier gegen den Mediendruck auch den potentiellen -> Doppelboden bei Gold <- thematisiert. Für die extrem verprügelten Minen war die Zeit aber bisher nie reif. Alle Gegenbewegungen waren von schwächlicher Natur und wurden eindeutig nicht von "Big Money" getragen.

Sicher, man konnte die extreme Überdehnung nach unten sehen und wir haben das hier auch besprochen. Aber Zeit für den Einstieg ist erst, wenn auch "Big Money" mitzieht. Und dieser Punkt könnte endlich gestern erreicht worden sein.

Warum und woran man das erkennt ? Dieses und auch welche Chancen und Risiken in diesem Trade liegen, das will ich Ihnen im Folgenden im Detail zeigen und erklären.

Schauen wir als erstes mal auf den 10-Minuten-Chart der letzten Woche im grossen Goldminen-ETF GDX, dem ETF in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln:

GDX 31.05.13 kurz

Das Chart dürfte weitgehend selbsterklärend sein. Es zeigt Ihnen exemplarisch, wie sich am Vortag sichtbares Momentum aufbaut, das sich auch in einem starken Closing zeigt. Dann am Folgetag der Gap-Up kommt und die Kurse nie mehr zurück schauen. Mitten im Tag dann eine klassische Konsolidierung als Bullenflagge, die zum Handelsschluss erneut gekauft wird und damit weitere Stärke indiziert. Und das alles mit einem brutalen Aufwärtsvolumen.

Jetzt macht eine Schwalbe ja noch keinen Sommer und ein Aufwärtstag noch keinen Trend. Das stimmt. Die Kunst ist aber, abseits der reinen Prozentzahlen die "besonderen" Tage zu erkennen. Und das dieser Tag auch im grossen Kontext "besonders" war, zeigt Ihnen höchst eindrucksvoll der Blick auf das Volumen im Tageschart, das hier einen Zeitraum von einem guten Jahr umfasst:

GDX 31.05.13 lang

Beeindruckend oder ? Sie erkennen im roten Kreis im April eindeutig das Kapitulationsvolumen. Klarer geht eine Kapitulation nicht mehr. Und Sie haben zur Referenz den Volumenschub, der vor einem Jahr die dreimonatige Aufwärtsbewegung des Sektors bis in den September hinein ankündigte. Und nun schauen Sie auf dieses aussergewöhnliche "Monster-Volumen" und wie es sich aufgebaut hat. Gestern war etwas Besonderes. Dieses Bild macht es deutlich.

Was schliessen wir daraus ?

Ganz einfach, dass "Big Money" nun in den Sektor einsteigt und die beiden letzten Tage die erste Welle neuen Momentums sind. Und glauben Sie nicht, dass diese Bewegungen den Algos verborgen bleiben. Momentum zieht Momentum nach sich, in Zeiten der Algos sowieso. Und sollte der Markt nun zur Gezeitenwende ansetzen erst recht. Denn das Geld, das aus den bisherigen Favoriten dann heraus fliesst, muss ja irgendwo hin. Und dieses "heisse Geld" wird auf der Suche nach dem nächsten Momentum-Trade sein.

Verbunden mit der fundamentalen Überdehnung, hoher Short-Quote und dem negativen Sentiment zum Sektor - alles Dinge die wir hier, insbesondere im Premium-Bereich, regelmässig besprechen - haben wir hier also ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Das ist natürlich keine Garantie, dass dieser Trade funktionieren wird, absolute Garantien gibt es im Markt nicht. Wer hier einsteigen will, muss also unbedingt mit Stops operieren, spätestens wenn die alten Tiefs im GDX vom 20.05. bei 26,25 USD nachhaltig gebrochen werden, muss man raus.

Das Schöne ist aber, diese Tiefs sind nicht sehr weit weg, was das Verlustrisiko einer Long-Position damit doch sehr minimiert. Auf jeden Fall ist das Potential nach oben erheblich grösser und eine klareres Setup für eine Wende als derzeit, bietet der Markt selten. Ein Restrisiko bleibt immer.

Wie es nun weiter geht ? Dafür ist vielleicht eine gute Lehre, wie das damals vor einem Jahr im GDX war, sehen Sie selbst:

GDX 2012

Sie sehen diesen ganz typischen Moment, in dem eine neue Bewegung noch einmal getestet wird. Und erst wenn dieser Test erfolgreich ist und aggressiv gekauft wird, dann ist nach oben "Feuer frei". Dann hätten wir im aktuellen Chart des GDX auch eine klassische Umkehrformation in Form einer inversen Schulter-Kopf Formation.

Insofern haben wir auch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass es diesen erneuten Test in den kommenden Tagen noch geben wird und der GDX dabei auch wieder in Richtung der Tiefs gedrückt wird. Und dann eine iSKS Formation ausbildet.

Wer nun also in den Sektor einsteigen will, sollte sich schon im Vorfeld klar machen, wie er damit umgehen wird, um dann nicht zu den "Dummen" zu gehören, die genau in diesem Moment das Falsche tun. Wer dagegen mit seinem Einstieg auf diesen erneuten Test warten will, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass dieser Test zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher ist. Und das Volumen, dass nun in den Sektor fliesst, ist aktuell so gross, dass auch ein "Gap and Go" keineswegs unmöglich ist, sprich die Kurse vielleicht nie mehr zurück schauen.

Fazit:

Der Sektor der Gold- und Silberminen scheint eine attraktive Chance zu bieten, wie sie in dieser Klarheit nur selten im Jahr auftaucht. Eine Garantie ist das nicht, Garantien gibt es nicht. Wer hier also einsteigen will, muss unbedingt auch wissen wo und wann die Reissleine gezogen wird. Und bei aller Überdehnung der Minen nach unten, wenn Gold und Silber erneut einbrechen und die Tiefs durchschlagen, werden auch die Minen erneut einbrechen, das ist sicher. Die bullischen Szenarien oben basieren also alle zwingend auf einem zumindest stabilen Preis des Basismetalls.

Natürlich kann man auch die einzelnen Unternehmen wie Barrick Gold traden, Barrick ist gestern alleine über 7% gestiegen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Wenigsten unter uns in der Lage sind, wirkliches Wissen über diese Unternehmen aufzubauen, das dann auch einen Edge generiert. Und wenn man keinen Edge hat, weil man das Unternehmen besonders gut versteht, gibt es auch keinen Grund sich dem erhöhten Einzelrisiko auszusetzen. Und denken Sie daran, einen Artikel in einem Magazin zu einem Unternehmen gelesen zu haben, ist *kein* Edge, im Gegenteil. 😉

Für die Meisten sind Sektor-ETFs dafür also die bessere Wahl. Wer Zugang zur Wallstreet hat wählt GDX, GDXJ oder den SIL für die Silberminen. Das sind die hoch liquiden und massiv kapitalisierten ETFs, in denen sich auch das "Big Money" tummelt. Anleger mit deutschen Direktbanken können dagegen beispielsweise die ETFs WKN:ETF091 von Comstage und WKN: A1JS9D von iShares benutzen.

Ich wünsche gute Entscheidungen ! Ach ja, und "For the Record": Ich selber bin nun im Sektor voll Long investiert. Genau nach den oben beschriebenen Prinzipien. Und im Premium-Bereich werden wir die Entwicklung des Sektors nun intensiv verfolgen.

Ihr Hari

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Zeitenwende an den Märkten ? Von steigendem Gold und fallenden Bonds und Bluechips

Monatelang haben sich die Märkte - befeuert durch die Liquidität der Notenbanken - immer weiter nach oben bewegt. Der Trade war immer der gleiche, Long weltweite Bluechips insbesondere Nahrung und Healthcare, Long Nikkei, Short Gold.

Nun passieren aber seit einigen Tagen bemerkenswerte Dinge unter der Oberfläche der Märkte. Wir haben steigende Bondrenditen, in Japan wie in den USA. Gerade die langlaufenden US Bonds haben nun Chartstrukturen, die dazu verleiten den Hinterkopf zu kratzen und sich zu fragen, ob die "Great Rotation" nicht schon längst begonnen hat.

Und wir hatten nun erste Einbrüche bei den oben genannten Bluechips. Coca-Cola oder Procter & Gamble waren gestern über 2% im Minus. Das passiert nicht alle Tage und das der S&P500 sich trotzdem gut hielt, verbirgt nur hinter einer Fassade, dass unter der Oberfläche massive Umschichtungen im Gange sind.

Aber auch der Nikkei hat erste Einbrüche erlebt und der Rebound wurde an den beiden letzten Handelstagen wieder verkauft, was für eine grössere Topbildung spricht.

Passend dazu haben die Gold- und Silberminen gestern eine gewaltige Rally hingelegt. Hecla Mining (WKN: 854693) stieg alleine 11%, der GDX um 4,6%. Und Gold zieht heute in der Frühe nach, über Nacht wurde die hart umkämpfte 1400 USD Marke geknackt, über die ich hier so viel geschrieben habe.

All das sind Indizien, dass eine Zeitenwende an den Märkten bevor stehen könnte. Zeit dafür wäre es ja allemal ! Man beachte dabei aber auch bitte den Konjunktiv. 😉

Denn ich warne davor, zu schnell und zu überzeugt auf den Zug der Wende aufzuspringen. Ein derart starker Bulle wie wir ihn nun hatten stirbt nicht einfach mal "so eben". Das ist eher ein langwieriger, quälender Prozess der immer wieder von Gegenbewegungen unterbrochen wird. Solange aber die tieferen Hochs von Vorgestern nicht nach oben geknackt werden, bleibt die Topformation auf der Agenda und der Markt nervös. Anders herum ist aber nicht wirklich etwas passiert, solange der Leitindex S&P500 die 1600er Marke nicht nachhaltig nach unten durchschlägt. Ich hatte das ja -> hier <- ausführlich dargestellt warum und wieso.

Auch Markt- und Charttechnisch gibt es eine Reihe von Indikatoren, die zur Vorsicht mahnen. So wird im Moment im Markt viel über das "Island Reversal" geredet, das Vorgestern auftrat und das oft einen Top indiziert. Aber eben nur oft und wir wissen ja, wieviel diese technischen Parameter in den letzten 6 Monaten im Lichte der Steroide der Notenbanken wert waren: wenig bis nichts ! Hierzu gibt es im amerikanischen ein Sprichwort, das es gut trifft: "It doesn´t matter, until it matters." 😉

Auch hier lassen Sie sich also nicht von den ganzen Meinungsverkäufern mit Glaskugeln ins Boxhorn jagen, die vermeintliche Sicherheit in eine Richtung verbreiten. Das ist eine opportunistische Masche und die wissen es selber nicht und sind auch nur hinterher mit klugen Sätzen da. Mitten im Schlachtengetümmel ist da nur das grosse Schweigen.

Tatsache ist, dass die Märkte Signale senden die eine Zeitenwende nun möglich erscheinen lassen und zur Vorsicht mahnen. Tatsache ist aber auch, dass diese Zeitenwende erst vollzogen ist, wenn sie vollzogen ist. Und dafür braucht es mehr als ein gehyptes Island Reversal und ein paar Tage an denen die alten Trends in die Gegenrichtung laufen.

Denn Tatsache ist auch, dass die Notenbanken weiter drucken und dass der Markt voll ist mit Marktteilnehmern, die diese Rally verpasst haben und nur deshalb nun bärische Weissagungen produzieren, weil sie sich nichts sehnlicher wünschen, als das die Kurse Ihnen noch einmal einen Einstieg ermöglichen. Genau aus dieser Ecke kommt dann aber auch das Futter, dass jeden Dip kaufen lässt und so jede Korrektur sehr flach hält. Deutlich wird das erneut von den Erhebungen von -> Cognitrend <- unterstrichen, denn das Bärenlager ist erstaunlich gross und der Markt damit weit von einer euphorischen Überdehnung entfernt.

Die Zeitenwende ist also erst dann vollzogen, wenn dieses "Buy the Dip" aufhört. Im Moment ist das nicht der Fall, wie erst gestern erneut der S&P500 gezeigt hat. Und wie wir wissen, zählt im Markt das was ist und nicht das, was man sich wünscht oder erwartet.

Im Moment ist es also primär unsere Aufgabe wachsam und neutral zu sein. Statt uns von "Gurus" einen Bias in die eine oder andere Richtung aufdrücken zu lassen, müssen wir unsere Energie darauf verwenden zu beobachten. Was macht der Markt, kommt "Buy the Dip" wieder und wann ist die Wende vollzogen ?

Was wichtige Marken und Indikatoren sind, um die Lage bei S&P500, DAX, Bonds, Gold und Goldminen zu beurteilen, will ich im Folgenden mit den Premium-Mitglieder besprechen.

Und als Folge der neuen Lage auch Änderungen im Setup-Monitor vornehmen und zwei neue, erfolgsversprechende Setups aufnehmen:

Weiterlesen ...

Doppelboden bei Gold ? Arbeiten die Edelmetalle an der Wende ?

Am gestrigen Pfingstmontag sind im Segment Gold und Silber dramatische Dinge passiert, aber niemand scheint es so richtig zu registrieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in den grossen Medien immer noch die Geschichte vom schlimmen Absturz erzählt wird (Metall des Teufels), während Silber gestern Abend um 18:15 Uhr Intraday schon fast 15% gestiegen war und eine sensationelle Wende hinlegte. Nicht bemerkt wurde auch, dass der Abverkauf unter geringem Volumen stattfand, während das Volumen im Rebound anzog.

Aber auch Gold hat gestern eine bedeutende Wende hingelegt, schauen Sie mit mir auf das Tageschart von XAUUSD mit Stand heute Morgen 09:00 Uhr :

XAUUSD 21.05.13

Sie sehen den potentiellen Doppelboden, bei dem das zweite Tief über dem ersten liegt. Wenn dieser Doppelboden bestätigt wird, ist das eine bullische Struktur mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Wende !

Entscheidend ist also die Bestätigung und die müsste in den folgenden 3 Tagen - also bis Donnerstag - durch eine starke Bewegung über 1400 USD kommen. Bis dahin ist heute zunächst mit leichtem Bröseln nach unten zu rechnen, nach dem gestrigen Tag kein Wunder. Kurzfristig stellt die 1400er Marke einen starken Widerstand dar.

Morgen gilt es dann, denn am morgigen Mittwoch spricht um 16 Uhr FED Chef Ben Bernanke und um 20 Uhr kommt das FOMC Sitzungsprotokoll in den Markt, dass in der Vergangenheit von den Bären gerne benutzt wurde, um den Sektor nach unten zu prügeln.

Was aber für einen Doppelboden spricht, sind mehrere Faktoren:

Erstens haben wir nun ein extrem negatives Sentiment in Sachen Gold und Silber, die Edelmetalle sind im Moment die am meisten verachtete Anlageklasse. Man kann es auch wunderbar an der typischerweise prozyklischen Presse beobachten. Überall, egal wo man hinschaut, wird vom Ende des Gold-Bullen geredet, Kursziele unter 1000 USD - ja bis zu 500 USD - werden herum gereicht und was findet man dagegen überhaupt nicht mehr ? Eben: Artikel, die eine bevorstehende Rally indizieren. Niemand traut sich mehr mit so einer Meinung heraus, zu gross ist die Angst, wieder auf dem falschen Fuss erwischt und mit Häme bedacht zu werden. Was aber selbst der dümmste Trader und Anleger schon mitbekommen hat, hat keine prognostizierende Wirkung im Markt mehr. Das Herdendenken ist schon wieder in voller Blüte zu bewundern !

Zweitens sind auch alle mir bekannten technischen Indikatoren im extrem überverkauften Niveau. Das gilt insbesondere auch für die COT Daten, in denen man sehen kann, wie professionelle Akteure aufgestellt sind.

Drittens gibt es mittlerweile eine hohe Short-Quote, denn ein Short auf Gold und Silber scheint ein "Sure-Play" zu sein. Diese Shorties werden covern, wenn Gold wieder über 1400 USD steigt und damit den Doppelboden bestätigt. Das erzeugt einen erheblichen Schub unter den Kursen.

Viertens sind entgegen der öffentlichen Rhetorik alle fundamentalen Argumente pro Gold gültiger denn je. Und ja, wir haben schon jetzt erhebliche Inflation, sie steckt halt in den Assetmärkten, wie man unschwerlich an den Indizes erkennen kann. Ich meine, es muss ja auch alles OK sein und Gold wird nicht mehr benötigt, denn Goldman Chef Blankfein hat ja nun die -> Bankenregulierung gelobt <- und glaubt an den -> Fortbestand des Euro <-. Damit wäre ja dann alles geklärt. Wer hier Sarkasmus findet, darf ihn behalten. 😉

Fünftens beobachte ich nicht nur eine Stabilisierung bei Gold und Silber, sondern auch andere verprügelte Rohstoffaktien wie Kohle oder Kupfer zeigen Lebenszeichen. Eine Sektor-Rotation wäre in dieser Phase der Rally nur typisch, denn das heisse Geld sucht nun - nachdem einige Sektoren nun extrem gut gelaufen sind - händeringend nach neuen Gelegenheiten. Am Ende hebt die Flut halt alle Boote, das war schon immer so.

Fazit:

Es gibt viele gute Argumente dafür, dass Gold nun einen Doppelboden gefunden hat. Dagegen steht einfach die Stärke des Abwärtstrends und der ist ja noch nicht gebrochen. In Anbetracht all dieser Faktoren sehe ich die Chancen für den Doppelboden aber oberhalb 50%. Natürlich kann alles wie immer ganz anders kommen, ein weiterer Absturz unter das Tief vom 16.04.13 ist in meinen Augen nun aber nicht mehr die wahrscheinlichere Wette. Und mit dem potentiellen Doppelboden haben wir nun ein hervorragendes Stopniveau, um potentielle Positionen nach unten abzusichern.

Wer ganz sicher gehen will wartet ab, bis Gold das Hoch vom 03.05.14 überschritten und damit dann nicht nur die 1500 USD, sondern auch die 50-Tage-Linie zurück erobert hat. Wenn das passiert ist, gibt es ein starkes Kaufsignal in Form eines dicken, fetten "W" im Chart. Nur dann kann das auch wieder jeder sehen.

Zu einer ähnlichen Sicht - vorsichtig, aber latent bullish - kommt ein Artikel zur gestrigen Bewegung in den Minen -> hier <-, die grossen ETFs wie der GDX stiegen gestern um 6%.

Summa Summarum ist es also zu früh, die Wende bei den Edelmetallen endgültig auszurufen. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind die Chancen für eine Wende hier aber keineswegs schlecht.

Ihr Hari

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Gold und Goldminen (ETF GDX) – Phönix aus der Asche ? – 07.03.13

Oh je Goldminen und der GDX. Die Gurken des letzten halben Jahres !

Ja, gerade bei Gurken sollte man mal schauen, ob sie dann nicht doch zur Ernte reif sind. 😉 Denn es gibt zwei Arten von schlecht laufenden Aktien oder Sektoren:

Die einen sind die, denen das Geschäftsmodell wegbricht. So wie zuletzt dem Solarsektor in Deutschland. Bei diesen Aktien gilt einfach nur "Finger weg". Gegen ein fundamental kaputtes Geschäftsmodell hilft auch keine Markttechnik und keine Zyklen. Ganz anders aber bei Aktien und Sektoren, die sich in einem zyklischen Tief befinden und ansonsten aber ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell haben. So unter anderem bei den Gold- und Silberminen.

Schon vor 6 Wochen hatte ich ja in -> diesem <- Artikel mal geschaut, ob sich da die Zeit der Ernte anbahnt. Das war aber noch zu früh, die Gurken waren noch nicht richtig grün und das Dreieck wurde schmerzhaft nach unten aufgelöst.

Nun zeigt der Markt aber weitere Signale, die eine mögliche Wende indizieren. Wir haben:

  • Einen Goldpreis, den die Bären scheinbar nicht mehr so richtig nach unten bringen, obwohl im Markt "Risk On" Modus herrscht. Bei Gold besteht die Chance eines Doppelboden.
  • Zum ersten Mal seit Herbst 2012 klare "Buying on Weakness" Käufe für den GLD.
  • Ein Management der Goldminen, das nun den Hebel zu mehr Profitabilität statt maximalem Output umgelegt hat und rigoros unprofitable Projekte zusammen streicht. Und damit in den kommenden Jahren die Profitabilität und Kostenstruktur deutlich verbessern wird, bei gleichzeitiger Verknappung des Angebotes.
  • Gestern den grössten Hub im GDX seit Oktober 2012 - und niemand nimmt davon Notiz !
  • Einen Hub im GDX, ohne dass sich der Goldpreis relevant bewegte.
  • Zuletzt deutlich höheres Volumen im GDX an den starken Tagen als umgekehrt.
  • Ein extrem negatives Sentiment, unter anderem sichtbar in einem Blees Rating (abgleitet aus dem COT Report) von 100.
  • Eine Minen/Gold Ratio auf historisch niedrigen Extremen !

Und von all dem will nun niemand mehr so richtig Notiz nehmen. Zu oft und schmerzhaft wurde reine Hoffnung in den letzten Monaten enttäuscht. Dieses Verhalten ist ganz typisch und in der menschlichen Psychologie begründet. Wenn ein Sektor so viel Schmerzen verursacht hat, dass es keiner mehr aushalten kann, beginnen sich die Menschen abzuwenden und nicht mehr hinzuschauen. Und bemerken dann nicht mehr, wenn die Wende doch einsetzt. Ein Rally stirbt in der Euphorie, sie beginnt aber in der Ignoranz und Ablehnung !

Schauen wir doch mal auf das grosse Bild, den GDX im Wochenchart seit 2008:

GDX Wochenchart 07.03.13

  • Sie sehen die gigantische Top-Formation in Form eines "rounded Top".
  • Sie sehen die gigantische Schulter-Mehrfachkopf-Schulter Formation mit einer Nackenlinie die nun durchschlagen wurde und ein Kursziel bei den historischen Tiefstständen bei 20 USD von 2008 impliziert.
  • Sie sehen auch den perfekten Doppelboden von letztem Sommer, der ein wunscherschönes Umkehr-W produzierte und die Vermutung einer Bullenflagge im Herbst 2012 sehr wahrscheinlich machte, was dann ja übel negiert wurde.
  • Sie sehen aber auch, dass wir nun extrem nach unten überdehnt sind und so überverkauft, wie zuletzt 2008 !
  • Sie sehen, dass wir nun auf dem Niveau der Nackenlinie der Umkehrformation von 2008 notieren.
  • Und sie sehen, dass wir die Nackenlinie der gigantischen SKS zwar durchschlagen haben, aber noch nicht so weit entfernt sind, dass ein Fehlsignal unmöglich wäre. Im Gegenteil, aus der grösseren Perspektive ist das gerade der perfekte Punkt, um den Big Money einen Titel gerne unter wesentliche Marken treibt um alle Stops abzufischen und dann sehr böse zu drehen.

Was ist also nun richtig ? Fundamental hatte ich schon im letzten Artikel darauf hingewiesen, dass die im Moment überall wiederholte Geschichte von den immer weiter überproportional steigenden Förderkosten der Minen Unfug ist, weil viel zu statisch gedacht. Ich zitiere:

--> "Dort wird mit zweidimensionaler Primitiv-Logik einfach die Vergangenheit in die Zukunft fortgeschrieben. Nicht verstanden wird, dass die Förderkosten vor allem deshalb im Schnitt stiegen, weil die Minen immer mehr Projekte um jeden Preis eröffneten, auch eher unprofitable mit geringem Goldgehalt oder schwierigen geologischen Verhältnissen. Die Förderkosten der bestehenden Minen steigen zwar auch, aber lange nicht in dem Umfang wie das dargestellt wird. Der Mix über alle Projekte hinweg ist aber stark gestiegen, weil eben immer mehr unprofitable Projekte begonnen wurden.

Das ist das typische Verhalten eines zyklischen Sektors im Schweinezyklus und hat seinen Höhepunkt schon überschritten. CEOs wurden entlassen, Projekte wurden und werden eingemottet. Die Minen schwenken von einem Fokus auf Output um jeden Preis, hin zu einem Fokus auf Profitabilität. Und das wird zwei wichtige Dinge bewirken:

Erstens werden damit die Förderkosten wieder sinken oder sich zumindest normalisieren, weil der Mix der Projekte wieder stimmt. Zweitens wird aber damit der Output an Gold sinken. Und das bewirkt eine Verknappung beim Edelmetall. Die Folge davon ist ein höherer Goldpreis und davon die Folge sind weit höhere Gewinne bei den Minen. Dieser Mechnismus ist auch wieder typisch für den Schweinezyklus, nur dieses mal in die aufsteigende Richtung." <-- Fundamental spricht also viel dafür, dass eine Wende nahe ist. Schauen wir daher nun mal auf das kürzerfristige Stundenchart des GDX seit Jahresanfang, vielleicht macht uns das ja klüger: GDX Stundechart 07.03.13

Sie sehen, dass wir gestern den grössten Hub des betrachteten Zeitraumes hatten. Genau genommen war es sogar der grösste Hub seit Oktober 2012. Viel wichtiger ist aber zu sehen, wie sich der Charakter des Marktes geändert hat. Die grossen Volumina kommen nun an den Tagen, an denen der GDX steigt. Das ist klares Signal für Distribution und typisches Anzeichen einer bevorstehenden Wende.

Alles in allem genügend rational vernünftige Argument, um da nun ganz genau hinzuschauen.

Steige ich nun sofort wieder voll in den Sektor ein ? Nein bestimmt nicht und das ist auch nicht zu raten. Eine Trendwende ist noch nicht vollzogen und ich habe hier oft genug gepredigt, dass man nicht gegen einen Trend spekulieren sollte, sondern abwarten, bis er wirklich gedreht hat. Auch Gold und der GDX können durchaus erneut die Signale für eine Wende missachten und erneut nach unten wegbrechen. Ein Trend ist mächtig und der Abwärtstrend ist voll intakt. Und die durchbrochene Nackenlinie indiziert eine relevante Wahrscheinlichkeit dafür, dass es nun massiv weiter nach unten geht und wir die Ziel-Zone der SKS um 20USD herum noch erreichen.

Im übrigen habe ich ja oft genug gesagt, wie wichtig eine Bestätigung ist. Der gestrige Tag ist vielversprechend. Aber erst wenn sich heute erneut ein starker, positiver Tag im GDX anschliesst, kann man beginnen einen "Change of Character" im Sektor zu konstantieren.

Mit diesem Artikel will ich Sie aber aufmerksam machen. Wenden Sie den Blick nicht ab, sondern beobachten Sie nun genau. Denn wenn dieses Baby tatsächlich nach oben dreht, dann können wir uns auf ein Feuerwerk gefasst machen. Phönix aus der Asche eben. Und wenn Sie nun genau hinschauen, haben Sie dann die Chance mit dem Phönix mitzufliegen, bevor die bekannten Magazine dann auch wieder dafür trommeln und ein gutes Stück des Kuchens schon verfrühstückt wurde.

Ein gewichtiger Indikator den ich ernst nehme wird sein, wenn der GDX die Nackenlinie der riesigen SKS wieder von unten durchschlagen sollte. Dann dürfte das "Abfisch-Szenario" für jedermann sichtbar werden und sich eine dynamische Bewegung nach oben anschliessen.

Aufmerksamkeit und Wachsamkeit ist nun in meinen Augen angesagt. Für Handlungen ist es (noch) zu früh.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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