Hari Live Stream 19.01.21

Finally! ZH2

Finally! Der letzte volle Tag mit Donald Trump im Präsidentenamt ist angebrochen, ab Morgen Abend ist er Geschichte, die Macht fällt dann wie ein Mantel von ihm ab und "der Knopf", auch "Nuclear Football" genannt, wird hinter jemand anderem hergetragen.

Aber trotz aller nun laufenden Sicherheitsvorkehrungen, bleibt uns das Thema erhalten und morgen bei der Amtseinführung Bidens genügt ein einziger Irrer in Polizei oder Armee, der von der -> QAnon Ideologie <- das Gehirn vernebelt bekommen hat, um das Land doch noch ins Chaos zu stürzen.

Der wird dann im festen Glauben agieren, damit Gutes zu tun und die Welt zu retten, das Böse kleidet sich eben gerne in den Mantel der guten Absicht und der moralischen Selbsterhöhung.

Wer ernsthaft daran glaubt, dass in Washingtons Politbetrieb eine satanistische Elite systematisch Kinder schändet um ihr Blut zu trinken und dann auch noch glaubt, der gute "Donald" sei sozusagen der gesegnete Erlöser der diese bekämpft, dem ist alles zuzutrauen, auch eine Wiederholung des Kennedy-Traumas mit einem Attentat.

Das ist mit einem Augenzwinkern schon deshalb Unsinn, weil es "the One" schon gibt und ganz ehrlich da hat selbst die Theorie von der Simulation, der Matrix in der wir leben, weit höhere Lögik und Wahrscheinlichkeit, als dieser grenzdebile QAnon-Quatsch frisch aus dem Mittelalter.

Aber ernsthaft, morgen beginnt eine neue Phase. Mit Biden wird keineswegs alles gut, nicht einmal die Sachpolitik wird zwingend besser als unter Trump, aber einen Unterschied gibt es schon, den ich doch beruhigend finde. Ich weiss ab jetzt wieder jemanden mit Ratio und Empathie für Mitmenschen im Oval Office. Und das ist doch ein Anfang.

Der Markt hat über das lange Wochenende meine Erwartung bestätigt, die ich am Freitag in die Schwäche hinein schon formuliert hatte. Die Schwäche war einfach die Kombination eines Sell-the-News Effektes aus Bidens Stimulus, verknüpft mit dem langen Wochenende und der daraus resultierenden geringeren Bereitschaft Risiken zu gehen.

Heute ist aber schon wieder alles anders und der Freitag bisher nur ein unbedeutender Blip in einer Seitwärtskonsolidierung.

Insofern: Alles wie gehabt, weitermachen. 😀

Fund Manager Survey Januar 2021

Der monatliche BofA Fund Manager Survey ist wieder draußen, geben sie "Fund Manager Survey" einfach bei Twitter ein und sie finden praktisch alle Charts, so auch -> hier <- die Zusammenfassung:

Auch dieser Survey bestätigt das von mir im Wochenausblick kommunizierte Bild, dass es zwar noch Wochen weitergehen kann, die Risiken für eine harte Entladung nun aber zunehmend steigen und von uns mit Planung und Durchdenken beantwortet werden müssen. Ignorieren kann man das nicht mehr!

Denn die -> Cash Level sind niedrig wie lange nicht <-

Bitcoin auf Null?!

Sie wissen was ich von "Experten" halte die medial so genannt werden, -> hier warnen "Experten" <- davor, dass Bitcoin auf Null gehen könnte. Und wenn Banken solche Aussagen machen, steht auch immer die Frage des wirtschaftlichen Interesses im Raum.

Lustig ist aber auch, dass ich sofort die Verteidigungsreaktion der Cypto-Fans kenne, die sich dann gegenseitig ihres Optimismus versichern, so wie wenn man sich im dunklen Wald an den Händen fasst, um sich sicherer zu fühlen.

Es macht aber keinen Sinn solche Warnungen absolutistisch im Sinne 100% wahr oder falsch zu lesen, sondern man muss sie als Möglichkeit betrachten und dann gibt es plötzlich keinen Grund für Verteidigung.

Denn "die Experten" der UBS oder der britischen FCA sagen:

"Es gibt aus unserer Sicht wenig, was verhindern könnte, dass der Preis einer Kryptowährung auf Null geht, wenn eine besser ausgestaltete Version auf den Markt kommt oder wenn regulatorische Veränderungen die Stimmung dämpfen"

"Netscape und Myspace sind gute Beispiele für Netzwerkanwendungen, die sich großer Beliebtheit erfreuten, aber schließlich doch von der Bildfläche verschwanden"

Und wissen sie was, ich teile diese Sicht im Kern, auch wenn ich das Beispiel mit Netscape hier für verfehlt halte, die Cryptos sind mehr als nur eine Vorliebe. Aber man darf das eben nicht Schwarz/Weiss betrachten, die Risiken sind einfach eine Möglichkeit. Es ist eine reale Möglichkeit, dass Bitcoin durch Konkurrenz oder Regulierung irgendwann weitgehend den Wert verliert. Das war schon immer meine Argumentation.

Und ich gehe sogar noch weiter, es ist klar wahrscheinlicher, dass Bitcoin in 10 Jahren wertlos ist, als dass die Aktien von Johnson & Johnson dann wertlos sind. Auch hinter diese Aussage stelle ich mich persönlich, was aber keine Ankündigung ist, sondern nur eine Wertung von geringen Wahrscheinlichkeiten. Die eine ist extrem gering, die andere weniger gering, aber immer noch gering.

Aber das werden manche Bitcoin-Fans auch wieder absolut lesen, dabei habe ich das nicht gesagt. Ich weiss nicht, ob die heutigen Cryptos irgendwann wertlos sind, ich glaube es nicht einmal, wenn ich Geld nur auf Schwarz oder Weiss setzen müsste. Ich rechne eher mit anderen Lösungen und vielleicht bereitet die kommende Regulierung sogar den Boden für eine Institutionalisierung der heutigen Cryptos und dann werde alle die nun schon drin sind, ein fettes Grinsen im Gesicht haben.

Ich weiss es einfach nicht, aber ich kann Risiken einschätzen. Und die Risiken dass bei den Cryptos noch Dinge passieren, die sich heute niemand vorstellen kann, sind weit höher als manche wahrhaben wollen.

Wenn man das weiss, wenn man sich dessen bewusst ist, dann spricht absolut *Nichts* dagegen heute auch in den Cryptos zu spekulieren. Aber man darf sich die Dinge auch nicht schönreden und der Beruhigungs-Argumentation verfallen, dass ein Wertverlust ja gar nicht möglich wäre.

Es ist vieles möglich, das wir uns heute nicht vorstellen können, die Geschichte hat das immer wieder bewiesen. Es ist deswegen aber noch lange nicht das wahrscheinlichste Szenario und zwischen 100% sicher und garantiertem Untergang gibt es eben jede Menge Grautöne, die man auch Realität nennt. 😉

Carl Zeiss Meditec (AFX) ZH4

Es funktioniert keineswegs immer, nichts ist sicher am Markt, aber dass der Blick auf aussichtsreiche Muster in der Markttechnik einen Mehrwert generiert, hat auch AFX uns wieder gezeigt.

-> Hier gestern in der Feiertagslage Thema <-, heute *Schwupps* 😀

Der entscheidende Punkt ist bei diesen Marktstrukturen ähnlich wie oben bei Bitcoin auch wieder nicht das Schwarz/Weiße, es gibt nie eine Garantie für eine Bewegung, da auch jederzeit neue Einflussfaktoren das Bild verändern können. -> Bei OHB ist zB heute das passiert <-, so ist das halt, das gehört dazu.

Es geht nur darum die Wahrscheinlichkeiten von 50/50 - vom reinen Raten - auf 55/45 oder 60/40 zu den eigenen Gunsten zu heben und wenn man das schafft, ist man im Geschäft. 😉

Aktien des Tages ZH3

Taiwan Semiconductor (TSM)

Bei TSM "steigt die Steigung". Gut ist das nicht, TSM ist weltweit gesehen nun eindeutig "systemrelevant" und damit natürlich auch das Ziel unguter Begehrlichkeiten.

Gilead Sciences (GILD)

Bei GILD ist es ein -> günstiges Urteil <- das zu diesem Pop geführt hat. Diese Aktien haben aber seit Jahren alle Schübe wieder abgegeben, da müsste viel mehr passieren als so etwas, bevor mich die Aktie ernsthaft wieder interessiert:

Maxar Technologies (MAXR), OHB und die EU

Viele Aerospace-Aktien die mit dem ARKX Schub nach oben katapultiert wurden, setzen die Bewegung nach Zwischenkonsolidierung nun fort. Als Beispiel sei MAXR gezeigt, sie fnden das aber auch bei LORL, AVAV etc.

Nur OHB nicht, was mit der schon oben erwähnten -> Galileo Vergabe <- zu tun hat, die 5% Minus sind dabei noch erstaunlich gering, ein gutes Zeichen der Stärke.

Ich erlaube mir jetzt mal ein Vorurteil, aber mit einem Franzosen als Entscheider bei der Vergabe, bzw einer von ihm eingesetzten "Jury" aus der von Frankreich beherrschten ESA, glaube ich kein Wort dass das fair zugegangen ist, zu stark ist der "Zusammenhalt" der Elite-Schüler und das Kaderdenken bei den großen französischen Konzernen.

Ja das ist ein Vorurteil, das im Einzelfall auch ungerecht sein kann, aber es hat mMn einen wahren Kern. Den gleichen wahren Kern, wie dass die Betonung der Gemeinsamkeiten der EU in Frankreich, Italien und Griechenland immer nur dann laut im Munde geführt werden, wenn es dem eigenen Vorteil dient und man damit Deutschland zum Zahlmeister machen will.

Diese Länder wollen kulturell gar keinen gemeinsamen Staat, sie nutzen die EU für eigene Interessen und würden nie ihre nationale Identität aufgeben wollen. Never ever!

Nur die "dummen Deutschen", die vor ihrer eigenen kulturellen Identität in den europäischen Superstaat flüchten wollen, wollen immer "europäischer als der Papst" und fairer Musterschüler sein.

Erneut, ich weiss Vorurteil, ich weiss im Einzelfall ungerecht. Ja, es gibt auch Franzosen die faire Vergabeprozesse fahren und tatsächlich Europa im Blick haben und nicht nur die "Grande Nation". Aber trotzdem ist ein wahrer Kern vorhanden, das ist meine Überzeugung und Erfahrung aus vielen Jahrzehnten.

Zurück zum Angebot. Im Wissen um das Auftragsgebahren von Konzernen wie Airbus und Thales und im Wissen um die kompetente und raumfahrtverrückte Familie Fuchs bei OHB, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die bei so einem bedeutenden Folgeauftrag ein substantiell schlechteres Angebot als Thales und Airbus haben, wenn da alles mit rechten Dingen zugeht und die Angebote sauber gerechnet sind.

Ich gehe fest von politischem Willen und konzerninterner Quersubvention bei Airbus und Thales aus. Und das sind die Dinge, die ich am Brüsseler Biotop und solchen Konzernen wie Airbus so "liebe", die Doppelzüngigkeit und "Pflege der Landschaft".

Etsy (ETSY)

Habe ich schon ein paar Mal erwähnt, da ist einfach Druck drauf!

Ich habe da auch schon Sachen bestellt, funktioniert gut, auch von Australien nach Europa und die schaffen es wirklich, sich neben Amazon sozusagen als "Manufactum Online" zu positionieren, also die etwas individuelleren Produkte anzubieten.

Philips 66 (PSX)

Auch Öl&Gas drückt weiter hoch, die PSX als Beispiel. Schauen sie wie der Kurs nun wie an der Schnur hochschiebt, kaum Abgaben. Und man hat eher den Eindruck, das könnte sich nun nach oben beschleunigen:

Yellen und der Dollar ZH4

Die Frage im Chart unten steht beim Dollar immer noch im Raum.

Dabei ist der neue Zungenschlag auch wichtig, der mit Yellen wieder ins Finanzministerium kommt. Trump wollte den Dollar ja immer herunterreden, für Yellen gilt:

-> Yellen to Make Clear U.S. Doesn’t Seek Weak Dollar <-

Das Ausschlagen der Gegenbewegung

Mal ganz was anderes, das Thema Emanzipation. Da gibt es ja in der Gegenwart ein paar Entwicklungen, die man durchaus zu Recht als Übertreibung und identitären Geschlechterkampf betrachten kann, das Gegenteil davon dass die Geschlechter keine große Rolle mehr spielen, so wie es eigentlich bei echter Gleichberechtigung sein sollte.

Man darf aber auch nicht vergessen wo wir herkommen und dazu leistet die NZZ -> hier den positiven Dienst <- uns daran zu erinnern, wie die Welt noch vor 100 und sogar 50 Jahren ausgesehen hat, nicht nur in der Schweiz, auch wenn es da noch etwas extremer als im damals moderneren Deutschland war, insbesondere in Appenzell und Co.

Solche widerlich demagogischen und zutiefst frauenverachtenden Plakate wurden damals noch geklebt und es gab genügend, die dafür noch gestimmt haben. Heute unfassbar und wie von einem anderen Planeten.

Das dürfen wir nicht vergessen und sollten nachsichtig sein, wenn heute manchmal etwas ins andere Extrem überschossen wird, so wie das bei Gegenbewegungen oft der Fall ist. Von solchen Plakaten über Männer sind wir aber noch weit entfernt, auch wenn die Gedankenstrukturen mancher Extremistinnen nicht weit weg sind im Sinne "Männer sind Schweine". Aber das ist ja was die Extreme immer auszeichnet, ich bin ein Fan der Hufeisentheorie, je extremer sich Links und Rechts entfernen wollen, desto ähnlicher werden sie sich wieder in ihrer Intoleranz und ihren Methoden.

Solche Plakate erinnern uns daran, dass sich unsere Gesellschaft positiv weiterentwickelt hat und manchen peinlichen Machismo hinter sich gelassen hat. Und das ist gut so und sollte auch nicht wieder freudig importiert werden, mit dem Wort "divers" wird Steinzeitdenken nicht tolerierbarer. es bleibt verachtenswert und gehört nicht in unsere Gesellschaft.

Schön wäre, wenn wir nun einen Weg der Mitte und Normalität finden, in dem Gleichberechtigung so selbstverständlich ist, dass wir uns darauf konzentrieren können immer die Besten für eine Aufgabe auszuwählen, egal welches Geschlecht oder Hautfarbe diese haben.

Aber davon sind wir leider in manchen Köpfen immer noch entfernt. Ich bin davon überzeugt, dass Quoten auf allen Ebenen das genaue Gegenteil bewirken und die Identitäten und ihre Abgrenzung nur wieder vertiefen. Das Ergebnis ist dann der "Ständestaat", oder noch besser der "Kastenstaat", in dem die Zugehörigkeit zur richtigen "Kaste" massgeblich am eigenen Fortkommen beteiligt ist. Ich will den definitiv nicht, er ist ein Rückschritt und kein Fortschritt.

Heutige Quartalszahlen / Logitech / ZH3

Was die heutigen Quartalszahlen angeht, gibt es zu BAC, GS und SCHW nicht viel zu berichten, schauen sie selber auf die Charts.

Aber Logitech (LOGN) -> hat den Vogel abgeschossen <- und die hohen Erwartungen locker übertroffen.

Man sieht daran, wie massiv Covid die Welt verändert, ohne "Stay at Home" und den Boom des Homeoffice, hätte es diesen Boom an Webcams, Mäusen und Tastaturen so wohl kaum gegeben.

Extrem spannend ist aber auch was der Markt daraus macht, er zeigt eine massive "Sell-the-News" Reaktion, die sich gewaschen hat. Die Marktteilnehmer haben offensichtlich diese Zahlen als "Peak" als "besser wirds nicht mehr" betrachtet.

Eine derartige Reaktion macht noch keine generelle Wende des Marktes, aber wenn wir das in der kommenden Quartalssaison bei vielen Momentum-Aktien so sehen sollten, wäre das wie eine Warnlampe und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende dann noch weiter:

Ruhige Oberfläche ZH1

Der SPY scheint intraday sehr ruhig, kaschiert damit aber wie eine ruhige Wasseroberfläche die massiven Bewegungen in den Tiefen des Marktes. Wenn im Ozean ein Pottwal in 500 Meter Tiefe eine Riesenkrake verspeist, kräuselt sich die Oberfläche deswegen auch nicht, ein Kampf der Titanen ist es trotzdem.

Wir haben unter der ruhigen Oberfläche weiter starke Bewegungen, es ist weiter ein Stockpicker-Markt und kein Index-Market - ich habe nichts dagegen und begrüsse das sogar. Wegen mir kann das noch lange so weitergehen, es erlaubt mir "Alpha" zu den Indizes aufzubauen.

Ich schliesse damit, morgen früh kommt ein Artikel in dem ich ein wenig in die Zukunft schaue und am Nachmittag der Stream. Dazwischen bin ich unterwegs, das sollte aber den Anfang des Streams nicht gefährden.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 08.10.20

Kein Ende?

Die Stärke scheint in dieser Woche kein Ende finden zu wollen, nach drei starken Tagen aus dem "Trump-Covid-Dip" heraus, wäre aber nun mal wieder ein schwacher Konsolidierungstag fällig:

Der SPY als Abbild des S&P500 ist nun genau an der "Nackenlinie" einer Wendeformation angekommen, die wenn getriggert, zu neuen Allzeithochs führen würde.

Idealerweise kommt hier noch ein kleiner "Henkel", dann wäre der Index zum Ausbruch nach oben bereit:

Im Hourly des Futures sieht man auch, dass es bei allem leichten Geschaukel eigentlich nur eine dominante Richtung gibt: nach oben!

Gilead Sciences (GILD) und Regeneron (REGN) Leichte Gewinne mit Covid?

Nun -> bestellt auch die EU-Kommission 500.000 Dosen Remdesivir <-, Sollte man die Aktien die Trump "gesund gemacht haben" dann nicht deswegen kaufen?

Dass es so einfach nicht ist und der Markt sehr klug unterscheidet, welchen Profit man mit einer Sache machen kann, sieht man an beiden Charts:

Bei GILD ist nach der COVID-Begeisterung des Frühjahrs "tote Hose" und bestenfalls kann man nun auf eine Trendwende hoffen:

Bei Regeneron (REGN) sieht es etwas besser aus, Euphorie ist das aber nicht. Ist ja auch kein Wunder, Trump hat die Antikörper "kostenlos für alle" versprochen, was man halt so im Wahlkampf sagt. Aber nach großen Gewinnen sieht das eher nicht aus. 😉

Vergessen wir also nie, wir sind *nicht* klüger als der Markt und der bewertet die aktuellen Chancen bei GILD und REGN weit intelligenter, als wir es je mit 30 Minuten Studium könnten.

Weswegen ich auch auf der taktischen Ebene herzlich wenig von fundamentalen Erwägungen halte, die kann man sich gleich sparen, weil die sind schon in den Kursen.

Fundamentale Erwägungen machen bei der Grundsatzfrage Sinn, welche Aktien man überhaupt langfristig im Depot haben will. Bei mittelfristigen Timingfragen sind sie aber irrelevant und es gibt nur eine Wahrheit - die auf dem Platz!

Aktien des Tages ZH3 ZH4

IBM (IBM)

Die gute alte IBM zuckt am Defibrillator, weil der "-> Service der Legacy Infrastruktur <-" verkauft wird, was man etwas böse als "den Dienst am ganzen alten, verrosteten Hardware-Krempel" übersetzen könnte.

Man kann das als ein "All In" in Richtung Cloud verstehen, was ja durchaus zum neuen CEO passen würde. So kommt plötzlich Phantasie in die Aktie und wir haben hier etwas, das technisch durchaus als "erster Volumenschub" qualifizieren würde:

Ich sehe das mit Interesse aber noch leiser Skepsis, denn in der Cloud sind die Weidegebiete schon gut verteilt - IBM ist da zu spät dran - und einem Unternehmen einen Teil seines bisherigen Herzens herauszureissen, generiert oft eigene Risiken und Friktionen.

Aber wir werden sehen, IBM hat sich ja schon einmal neu erfunden, vielleicht gelingt es ja noch einmal.

Ich denke was der Markt hier neben den brauchbaren Zahlen so liebt ist gar nicht mal der Verkauf der Einheit selber, sondern der damit gezeigte Wille zur grundlegenden Änderung. Und die ist bei IBM allerhöchste Eisenbahn!

DTE Energy (DTE)

Hier beim Versorger DTE ist es auch -> ein Spinoff <-, den der Markt liebt, weil er eine Fokussierung auf das Kerngeschäft impliziert:

ON Semiconductor Corp (ON)

Zögern, Luft holen und dann abfliegen, ein nicht so seltenes Ablauf-Muster:

Exxon (XOM)

Heute ist der Tag der Gurken. Nach langem Siechtum, zuckt Exxon zum ersten Mal wieder, eine Trendwende ist im Bereich des Möglichen:

Jazz Pharmaceuticals (JAZZ)

Wie fast immer bei so Aktien sind es Studiendaten, die den Schub auslösen:

Taktische Chance Ölaktien? ZH3 ZH4

Nicht nur Exxon (XOM), zusammen mit Öl Futures, die vielleicht (Konjunktiv) einen Doppelboden ausbilden ....

... zeigen auch in Europa die verprügelten Öl-Aktien erste Lebenszeichen, hier beispielhaft Shell im Daily:

Und hier der ETF EXH1 der europäischen Ölaktien im Weekly mit seiner Chance:

Sie wissen was ich von Investitionen in den Sektor halte: Null, Nichts! Gehen sie nicht in die Falle, nur weil diese "Gurken" so weit gefallen sind, diese für "billig" zu halten. So etwas hat seine Gründe.

Aber jede Abwärtsbewegung endet irgendwann und diese Bewegung ist tief und weit genug gelaufen. Es könnte gut sein, dass von hier nun eine mehrmonatige Erholungsbewegung einsetzt, die aber nichts an der übergeordneten, langfristigen Problematik ändert, dass den Unternehmen das Geschäftsmodell abhanden kommt.

Aber auch Gegenbewgeungen kann man spielen wenn man will und ja, Öl wird auch noch morgen und übermorgen gebraucht. Kurz- und mittelfristig sind hier vielleicht Chancen, langfristig wäre ein Anstieg wohl eher Gelegenheit zu besseren Kursen Adieu zu sagen.

Zeit für Teilmitnahmen? ZH3

Das Prinzip von Teilmitnahmen habe ich ihnen in -> diesem Artikel <- erklärt.

Auch wenn die Grundregel "Gewinne laufen lassen" heisst, bedeutet diese doch nicht, dass wir unsere Augen völlig vor dem Rhythmus des Marktes verschliessen sollten, der nach 2 Schritten vor, eben auch gerne einen Schritt zurück geht.

Das probate Mittel für so Fälle, wo erfolgreiche Positionen weit genug gelaufen sind, sehr groß geworden sind und man nun ein Retracement erwarten kann, ist eben die Teilmitnahme, ein Kompromiss, bei dem man weiter dabei ist, aber doch die Hälfte der Gewinne schon "eingesackt" hat.

Theoretisch ist das klar, aber praktisch kann ich ihnen nun auch zwei Beispiele geben. Hier bei Enphase Energy (ENPH) und SolarEdge (SEDG) ist der Gedanke an Teilmitnahmen nun legitim, auch für mich.

Denn die Aktien sind vom Rhythmus her weit genug gelaufen und ein Retracement wird zunehmend wahrscheinlich, gleichzeitig muss die Rally aber mittelfristig keineswegs schon vorbei sein. Die Lösung? Eine Teilmitnahme!

Paradigma Shift

Zum Thema Exxon (XOM), NextEra Energy (NEE), Big Oil und Solar, hier ein schöner Artikel von Bloomberg:

-> NextEra Now More Valuable Than Exxon as Clean Power Eclipses Oil <-

ich zitiere, weil es passt:

The shift reflects a global energy transition that’s embracing clean energy and rejecting fossil fuels. NextEra has emerged as the world’s most valuable utility, largely by betting big on renewables, especially wind. Exxon has seen its fortunes shift in the other direction as electric vehicles become more widespread and the fight against climate change takes on more urgency.

Unser Job ist *nicht* solche Entwicklungen besser verstehen zu wollen als der Markt, welche Hybris, wenn man nicht gerade zu den herausragenden Experten des Planeten gehört.

Unser Job ist, solche grundlegenden Trendwenden zu identifizieren und zu "spielen", dabei ist es auch egal, ob wir Solar oder Öl mögen, alleine der Trend zählt, denn der verspricht Ertrag.

Trump zieht zurück?

Interessant, -> diesen Rückzieher <- habe ich nicht erwartet und ich verstehe die Logik dahinter nicht.

Die Logik des Artikels kaufe ich nicht so recht, vor realen "kleinen" Menschen im Studio, könnte Trump seine Rabauken-Rolle erst recht nicht spielen, dabei würde er extrem schlecht aussehen. Wer Wähler öffentlich nicht ernst nimmt, egal wie idiotisch die Fragen sind, sieht im Studio immer schlecht aus.

Insofern sehe ich nicht, was das Online-Format daran ändert, Trump wäre so oder so gezwungen gewesen, mal wirklich zu argumentieren und nicht nur den fetten Pavian heraushängen zu lassen.

Ich verstehe es aber nicht, weil ich glaube dass es ihm nichts nützt und eher schadet. Ich hätte eher erwartet, dass er sich als "Bezwinger des Virus" über den "ängstlichen Biden" lustig macht, dieser Weg ist ihm da nun verbaut.

Auch -> Politico hat erst mal keine Antwort. <- Merkwürdige Sache, doch die Krankheit?

Wochenabschluss

So liebe Mitglieder, die Uhr tickt gnadenlos, bis zur US Wahl sind es nicht einmal mehr 4 Wochen.

Bei uns gehen die Covid-Zahlen nun auch hoch, eine Jahrgangsstufe ist in der Schule schon in Quarantäne und ich glaube nicht dass es noch lange dauert, bis wir wieder in ein echtes Problem laufen. In den Hotspots in Berlin werden nun wohl auch die Intensv-Betten langsam knapp, wir wissen ja, dass das einen Nachlaufeffekt zu den Zahlen von ca. 2 Wochen hat.

Dass das jetzt passiert und im Juli nicht, ist egal was Studien sagen nur mit einem Faktor wirklich zu erklären - geschlossene Räume und Aerosole. Draussen kann man recht unbesorgt sein, jetzt in der kälteren Jahreszeit geht das Problem los.

Die Kraft zu diszipliniertem Verhalten hat das Land wohl nicht mehr, zu viel Unsinn geistert durch die Kanäle, vor uns liegt also sehr unerfreuliches Gewürge.

Was den Markt angeht, ist der weiter bullisch, hat nun aber eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Dip, für ein Retracement wie schon Eingangs gezeigt:

Damit schliesse ich meine Schreibaktivitäten für diese Woche, wir lesen uns hier am Sonntag wieder zum Wochenausblick.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 14.09.20

Kleine Pirouetten

Wir werden in dieser Korrektur noch viele Pirouetten erleben, da bin ich sicher. Wie ich schon im Wochenausblick sagte, hat dieser Markt einfach die Fähigkeit, die Anleger emotional in eine Richtung zu bewegen und dann wenn diese sich damit arrangieren, genau das Gegenteil zu machen.

Das muss sogar so sein, es ist eine Folge der Reflexivität. In den letzten Jahren ist bei mir aber zunehmend der Eindruck entstanden, dass die Algos damit auch bewusst spielen.

So sah es ja am Freitag wieder recht kritisch aus und ich kann verstehen, wenn man da nervös werden konnte und eher nach unten geschaut hat. Und heute? Sie sehen es, es geht wieder hoch:

Nun kann man argumentieren, dass die diversen Übernahmen des Wochenendes dazu beigetragen haben, zu denen ich zum Teil heute noch komme. Vielleicht auch ein bischen, aber bestenfalls teilweise. Was ich hier am Werk sehe ist vor allem die Spielerei eines Marktes, der eben *nicht* pauschal bärisch ist, sondern nur einen Exzess bei den Techwerten abbaut.

Ein Blick auf das obigen Stunden-Chart zeigt uns schnell, dass wir noch kein höheres Verlaufshoch haben und insofern der Abwärtstrend intakt bleibt. Insofern gibt es hier auch keine großen Dinge in die heutige Stärke hineinzugeheimnissen, betrachten wir es einfach als erneute Bestätigung, dass wir eben besser gelassen bleiben und *reagieren* sollten, statt permanent proaktiv zu raten.

Bahn und Flug

Übrigens, mal ganz etwas Anderes. -> Dieser Artikel <- gibt gut wieder, wie ich derzeit über Bahn und Flug denke. Und wer dann noch nicht genug hat, kann sich -> das <- mal anschauen und dann frage ich zynisch, ob sie sich schon auf den nächsten Flug freuen? 😛

Erst am Wochenende hat mir meine Frau dann noch den Live-Bericht von jemandem gezeigt (finde den Link gerade nicht), der schon im Bahnhof 2 Stunden im überfüllten Zug feststeckte, weil wegen eines Covidfalles die Türen nicht geöffnet werden durften und erst die Personalien aufgenommen werden mussten. Ich glaube ich hätte ob dieser Idiotie angefangen das Fenster mit dem Nothammer einzuschlagen, weil es ist so unfassbar dämlich, überhaupt erst durch enges Stehen an den Ausgängen für Hunderte die Rsiken zu erhöhen, weil man das Umfeld von Einem meint aufnehmen zu müssen.

Eigentlich bin ich ein Freund der Bahn, habe erst mit 25 überhaupt einen Führerschein gemacht (ich Öko ich) und kannte damals das dicke Kursbuch faktisch auswendig. Und das ist keine Übertreibung, es hat mir Spaß gemacht das Kursbuch "zu lesen" und mir vorzustellen, wo ich wie überall hinfahren kann. Ich liebe ruhige Züge, ich mag den Charme alter Bahnhöfe, ich geniesse das Rattern und die vorbeigleitende Landschaft.

Aber bis Covid vorbei ist, bekommt mich keiner in so einen Zug, von dem ich nicht weiss wie überfüllt er ist und nicht weiss, wer da neben mir keucht und röchelt. Ein Zug, bei dem ich nicht weiss, ob ich wieder heraus komme, wenn irgendjemand so idiotisch ist seinen positiven Covid-Status dem Schaffner anzuzeigen.

Schon bisher ist mir ja im Fernverkehr die 1. Klasse viel zu eng und zu unkomfortabel. Ich kann im Fernverkehr für lächerliche zweistellige Summen 600km in einer "1. Klasse" fahren, die alles mögliche ist, nur nicht erstklassig.

Gerne würde ich statt 69€ dann 269€ für die gleiche Fahrt zahlen, dafür einen komfortablen Sessel mit Tisch und vor allem um mich herum *nur* Reservierungen, sprich ich weiss vorher wie voll es ist und ob jemand neben mir sitzt. Das würde ich ohne zu zögern machen und wäre es auch wert, das Auto ist nicht billiger, aber nerviger.

Aber diese Sardinenbüchsen, bei denen ich nie weiss ob sich nicht gleich eine riesige laut lärmende Reisegruppe um mich herum quetscht, die können mir nun gestohlen bleiben. Es ist schlimm genug wenn einem das ohne Covid passiert, mit ist es untragbar.

Der Artikel hat völlig recht, Flieger wie Bahn versauen sich die zahlungskräftige Kundschaft, die für Abstand und Sicherheit auch bereit wäre Geld auf den Tisch zu legen. Dann kann man auch gleich der "Linken" folgen und die "böse" 1. Klasse gleich abschaffen, so dass "alle" dann in der volkseigenen Röhre verschoben werden.

Was dabei übersehen wird ist, dass alle die es sich leisten können dann andere Verkehrsmittel wählen werden. Und genau das passiert gerade auch, solange mit dem Thema Covid so idiotisch umgegangen wird.

Aktien der Lufthansa werde ich weiter nicht anfassen. Wer so mit seinen besten Kunden umgeht, wie auch beim Thema Erstattung, hat keine Zukunft.

Zwei Übernahmen NVidia und ARM ZH3

Vier Übernahmen wurden am Wochenende bekannt. Zwei im Biotech-Bereich bespreche ich nachfolgend.

Dann haben wir Oracle (ORCL) die TikTok übernehmen, zu diesem politischen Vorgang habe ich keine Meinung.

Nvidia (NVDA) soll aber den Chipproduzenten ARM übernehmen, ein -> strategischer Schachzug <- mit allerlei Implikationen, der NVDA aus der Ecke des reinen Grafikspezialisten heraus bewegt.

Bedenken sie zum Beispiel, dass Apple jetzt weg von Intel komplett auf die ARM Architektur umsteigt! Ich gehe davon aus, dass Intel diesen Schachzug mit einer hochgezogenen Augenbraue betrachtet.

Der Markt liebt es und das wundert nicht, es entsteht dadurch große neue Phantasie rund um NVDA, die deswegen die Korrektur mit einem Doppelboden wohl schon hinter sich haben:

Nochmal zwei Übernahmen und ein Katalysator für Biotech? ZH3

Richtig spannend sind aber auch im Biotech-Bereich der Einstieg von Merck (MRK) bei Seattle Genetics (SGEN), sowie die Übernahme von Immunomedics (IMMU) durch Gilead Sciences (GILD).

Sie erinnern sich sicher, dass ich -> im Stream vom 08.09,20 hier <- schon auf die Chance bei Biotech hingewiesen habe, diese M&A Deals könnten nun Katalysator für neue Phantasie im Sektor sein.

Der ETF XBI ist auch schon fast 5% im Plus wie folgt:

Die beiden übernommenen Unternehmen sehen wie folgt aus:

Also Augen auf bei Biotech, das Geschehen könnte ein Weckruf sein für einen Sektor der "lange genug" korrigiert hat!

Aktien des Tages ZH3

Natürlich sind die oben genannten Übernahmeziele heute "Aktien des Tages", abseits davon fallen aber noch die folgenden Bewegungen auf:

Micron (MU)

Micron ist kurz davor den Abwärtstrend zu sprengen:

Agnico Eagle Mines (AEM)

AEM bricht aus der Konsolidierung nach oben aus:

Synchrony Financial (SYF)

Ich kenne dieses Unternehmen überhaupt nicht, es geht wohl um eine Art Kreditvermittler. Aber ich mag dieses Chart mit seiner Basis, die nun vielleicht nach oben aufgelöst wird:

Staar Surgical (STAA)

Die Aktie war Teil des Community Projektes und scheint nun die Korrektur abzuschliessen:

International Paper (IP)

Der Zykliker und Papier-Riese IP setzt sich in Bewegung. Das passt zur Rotation:

Wirtschaftspolitisches Elend

Es ist nicht zum Aushalten! Jetzt kommt auch noch -> der Söder <- wieder mit Kaufprämien für Autos daher, wenn auch die CDU nun dem Interventionismus fröhnt, dann ist es zappenduster!

Von der SPD kennt man das ja, die kann gar nicht anders. Von den Grünen auch, solange das "Gefördete" der richtigen Ideologie entspricht. Der AfD ist wichtig mit der Linken zusammen Putins Desinformation zu stützen und so die Hufeisentheorie wieder zu bestätigen. Zumindest in wirtschaftlichen Fragen sind alle die vom "Volk" als Masse reden gleich. Und Altmaier denkt planwirtschaftlich und ist der unfähigste Wirtschaftsminister, den wir je hatten.

Und die FDP? Zu der sagt der Juli Benedikt Brechtken -> hier <- genau das Richtige:

Ich ertrage diese langweilige, eingeschlafene, konformistische FDP in ständiger Entschuldigungshaltung kaum noch. Jeder, der schon mal Reden von Persönlichkeiten wie Milton Friedman oder Thomas Sowell gehört hat, weiß, wie inspirierend und überzeugend liberale Ideen sein können. Voraussetzung ist, dass sich ihre Verfechter nicht in Rechtfertigungspositionen drängen lassen, sondern selbstbewusst auftreten, sich nicht von Themen treiben lassen, sondern die Themen selbst setzen.

Man sollte alle gesetzten Funktionäre der FDP rauswerfen und die wilden Julis mal machen lassen. Das würde hoch hergehen, würde zu diversen Aufregern führen und wie ein Grünen-Parteitag von 1980 aussehen, aber damit würde endlich wieder Energie und Hoffnung für die Freiheit kommen.

Deutschland hat zunehmend fertig, weil es vergessen hat, worauf Wohlstand beruht. Zum mitschreiben:

* So * werden * wir * unseren * Wohlstand * nicht * erhalten * können *

Nicht mit Kaufprämien für die Autoindustrie, nicht mit Korporatismus und schon gar nicht mit dirigistisch, planwirtschaftlichem Denken.

Das Fiese an der Sache ist, dass die Rechnung mit großer Verzögerung präsentiert wird. Was hier passiert, wird man in seinen Folgen in 10+ Jahren bemerken.

Was wir bräuchten wäre mehr Mut, mehr Innovation, mehr Selbstverantwortung. Mehr Freiheit. Auch die Freiheit Fehler zu machen und sich wieder aufzurappeln.

Wo ist bitte die Partei, die ich dafür wählen kann? Es ist zum Heulen!

Livent Corp (LTHM)

Eine weitere Aktie des Tages und spannender Wert ist der noch kleine Spezial-Chemiker LTHM, der sich in diversen Brnachen und insbesondere im Bereich "Lithium-Power-Systems" tummelt.

Ich wollte über die Aktie schon mal schreiben und wurde heute durch eine Erwähnung bei einer meiner Quellen daran erinnert.

Die relative Stärke von Chemie hatte ich ihnen schon gezeigt und es bestehen gute Chancen, dass sich dieser Aufholprozess im Zuge der Rotation fortsetzt.

Hier ist das Chart, das sieht so aus als ob die Aktie nach oben will:

FED, US T-Bonds und GLD ZH3

Keinerlei Bewegung bei den 10jährigen US-Staatsanleihen vor der FED:

Der Markt erwartet zu den Zinsen nichts. Dafür aber umso mehr Argumentation zur neuen Inflations-Politik der FED. Und das während die Inflationsdaten in den US anziehen.

Gold wird es nicht schaden, der Sektor sieht weiter nach bullischer Fortsetzung aus:

Ein grüner Tag

Wir erleben einen sehr "grünen" Tag an der Wallstreet:

Jetzt könnte man meinen, dass damit die Korrektur zu Ende ist. Das erscheint mir aber vorschnell. Schauen wir mal auf den NASDAQ und da sehen wir nicht mehr als Geschaukel, was zu einer Bodenbildung führen *könnte*, aber eben nur Konkunktiv:

In meinen Augen sagt der Tag heute nichts Neues, er bestätigt nur die Sicht, die ich auch im Wochenausblick wieder mit ihnen geteilt habe:

Erstens, wir sollten nicht sofort ängstlich werden, nur weil der Markt mal wieder an der Klippe entlang eiert. Der Markt liebt es uns zu verarschen. 😉

Zweitens, die Gegenbewegung bei den Techwerten ist nicht so stark, dass man bisher viel hinein interpretieren muss.

Drittens, die Stärke des Marktes zeigt aber, dass die Rotation weiter im Gange ist und das ist positiv. Und wir haben auch gute Setups außerhalb Tech.

Fazit:

Die dominante Interpretation besteht weiter fort. Wir haben eine Entladung bei Tech, eine Bereinigung bei zu weit zu hoch gelaufenen Aktien. Wir haben aber keine echte Marktschwäche, wir haben auch Rotation, weswegen das Geschehen weiter als gesund betrachtet werden kann.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 29.04.20



15:25 MEZ - ZH2

Der Markt läuft in Schüben weiter hoch und setzt die positive Entwicklung fort, die Anfang der Woche schon zu erahnen war. "Nach Oben" ist derzeit der Weg des maximalen Schmerzes, weil sich das niemand so richtig vorstellen kann.

Heute kam gegen 14:30 Uhr ein markanter Pop, zu dem Zeitpunkt kam das US BIP und die Meldung über den erfolgreichen Studienabschluss von Gilead Sciences (GILD) herein.

Bei der Meldung von GILD geht es im Falle Covid natürlich nicht nur um das Unternehmen, sondern um die Hoffnung generell, dass das Virus bald beherrscht werden kann - insofern kann das wirklich generell marktbewegend sein. Aber auch beim BIP ist das nicht undenkbar, weil dass die Zahl mies würde, war ja bekannt, aber hat der Markt vielleicht noch Schlimmeres erwartet?

Aber wie auch immer, der Grund ist letztlich "wurscht", der Markt macht, was ich Anfang der Woche mit Präferenz auf der Rechnung hatte und nur das zählt:

15:40 MEZ - ZH1

Heute wieder alles tiefgrün und Google sogar 9% im Plus:

Sie erinnern sich ja, dass ich gestern im Intraday-Reversal entspannt geblieben bin und geschrieben habe, dass das mit Wahrscheinlichkeit eher kurze Gewinnmitnahmen sind, die durchaus nur eine Eintagesfliege sein können. Genau so ist es ja nun auch.

Woher habe ich das "gewusst"?

Ich habe es natürlich *nicht* gewusst, so eine Einschätzung mit Wahrscheinlichkeit ist aber das Ergebnis von einer Menge Erfahrung, Übung und "Auge". Wenn Sie mich jetzt fragen würden, woran ich das konkret festgemacht habe, während ich an anderen Tagen vielleicht eher Alarm läute, müsste ich selber lange überlegen und hätte keine einfache Antwort im Sinne nur eines Indikators dafür.

Das ist doch aber nichts Ungewöhnliches, jeder Profi in irgendeiner Profession die auch mit Beobachtung zu tun hat, "sieht" instinktiv in wenigen Sekunden mehr, als ein Anfänger der keinen geübten Blick hat. Das ist ganz normal und das Ergebnis von Übung, Übung, Übung und sonst nichts.

Es gibt dazu auch nicht das einzelne Buch oder die Handvoll Regeln die man nur auswendig lernen muss, um den Markt einschätzen zu können, das ist alles Illusion - es braucht Zeit und Übung. Ein guter Jäger beobachtet das Wild das er jagt doch auch so lange, bis er intensiv seine Marotten und Routinen kennt. Dann schlägt er zu. Und diese Art des Schwimmens lernt man eben nicht theoretisch, sondern nur im Wasser - unter Anleitung.

15:55 MEZ - ZH3

Boeing (BA) ist heute -> mit den Zahlen raus <- und steigt 5%. Wie wir schon bei vielen anderen Firmen gesehen haben, sind die Zahlen mies, aber nicht ganz so mies wie befürchtet.

Auf den aktuellen Niveaus wirklich kursbewegend sind aber nicht marginale Unterschied bei sowieso zusammenbrechenden Umsätzen. Es ist die große Kernfrage, ob BA den Sturm alleine überstehen kann, oder unter einen Schutzschirm des Staates springen muss, der für die Alt-Aktionäre sicher schmerzhaft würde.

Was das angeht, verschaffen die Zahlen leise Hoffnung auf eigenes Durchhalten, ich rate gerade in so Situationen aber vor allem auf die Charts zu schauen, denn die bündeln die gesamten Erwartungen aller.

Und das Daily von BA ist unverändert unentschieden und offen, die 5% Plus sind also nett, wie auch das Zahlenwerk, beantworten aber die existenziellen Fragen für den Markt bisher nicht.

16:00 MEZ - ZH3

Der Energie-Sektor, hier dargestellt durch den ETF XLE, ist nun endlich eindeutig im Rebound.

Wir sehen den Ausbruch über die Nackenlinie, den Ausbruch über die 50-Tage-Linie und ein Gap-Fill voraus:

16:15 MEZ - ZH3

Ein weiterer kleiner Indikator, der darauf hindeutet, dass diese Woche gerade eine grundlegende Entscheidung bringt, ist auch die Korrelation der ETFs IWM zu SPY, also von den kleinen Aktien des Russell2000 zum S&P500.

Diese zeigt eine klare "Bodenbildung" und in den letzten drei Tagen dieser Woche einen bedeutenden "Ausbruch".

Ich setze die Worte "Bodenbildung" und "Ausbruch" ausdrücklich in Anführungszeichen, weil wir uns immer bewusst machen müssen, dass das nicht das Gleiche wie ein echtes Chart echter Kurse ist und Markttechnik mehr ist, als ein paar bunte Linie zu malen.

Man muss immer den Kontext verstehen und Markttechnik funktioniert ja gerade, weil zum Beispiel bei der Nackenlinie einer Widerstandszone *echte Käufer* auf *echten Kursniveaus* wiederum *echtes Geld* in Bewegung setzen. Die menschliche Psychologie sorgt dann für die typischen Muster, überlagert und verschmiert ala Schrödingers Katze von der Reflexivität.

Hier aber ist einfach eine mathematische Korrelation, es gibt an der Nackenlinie keine echten Käufe, weswegen es genau genommen auch keine ist. Das Volumen unten bezieht sich *nur* auf den IWM.

Trotzdem visualisiert das Bild, dass sich hier ein Richtungswechsel anbahnt und genau den wollen wir sehen, wenn der Markt das Risiko eines erneuten Zusammenbruchs hinter sich lässt.

Insofern sind die Charts schon wichtig, man sollte sie aber nicht mit echten Kursbewegungen verwechseln und immer begreifen *warum* Markttechnik sinnvolle Aussagen macht.

Es besteht eben ein Unterschied zwischen einer bunten Linie und bspw einer echten Distributionszone. Das versuche ich Ihnen ja auch immer beim Thema subjektive Trendlinie versus objektive, horizontale Begrenzung klarzumachen.

16:30 MEZ - ZH1

Der Spaß muss jetzt im Nachgang zum -> Vormittagsartikel <- sein.

Ich wollte doch mal schauen, wofür die ganzen deutschen "Buffett-Investoren" und "Super-Trader" sich jetzt am Nachmittag mit Präferenz interessieren. Seit meinem Artikel sind ja mehr als 6 Stunden vergangen, also selektiere ich mal die letzten 6 Stunden.

Ausserdem haben wir doch nun die FED vor uns, diverse wichtige Zahlen von Topwerten wie GOOGL und vielen anderen Bluechips und einen Markt, der massiv nach oben schiebt.

Das wird doch bestimmt auf breites Klick-Interesse stossen, oder?

Hier ist die Auflösung. Loriot würde dazu "Ach was!" sagen. 😛

17:00 MEZ - ZH5

GlaxoSmithKline (GSK) hat heute -> überzeugend geliefert <-, diese markante Langfriststruktur bleibt im Rennen:

Auch AstraZeneca (AZN) -> überzeugt <-, die markante Ausbruchsstruktur wird bestätigt:

17:20 MEZ

Ein paar Worte zu Finviz.

Ich arbeite damit ja gerne, wie man leicht merkt. Nicht weil Finviz prinzipiell Exklusives anbietet, das man woanders nicht finden würde, sondern wegen der Einfachheit und Eleganz des Umgangs damit.

Auch die Kombination von Charts, Fundamentaldaten und Nachrichten auf einen Blick an einer Stelle, ist für mich sehr hilfreich, weil ich in der Tagesroutine Massen an Charts durchsehe und ich es dann nicht gebrauchen kann, mir diese Elemente aus unterschiedlichen Plattformen oder mit mehreren Klicks zusammensuchen zu müssen.

Finviz hat also keine besondere Tiefe und keine besondere Exklusivität, es ist aber das *KISS*-Prinzip, das ich so mag und im Tool gelebt wird.

Die bessere Konfigurierbarkeit beim Einblenden von Zusatzinformationen, ist auch das was ich mir bei Tradingview am Stärksten wünsche. Tradingview ist von der Chartseite her um Klassen besser und überlegen, aber lange nicht so einfach und schnell wie Finviz, um mit einem Klick einen Überblick zu bekommen.

Hauptärgernis bei Finviz sind für mich zwei Dinge:
(1) Dass die Charts keine exponentielle Darstellung haben
(2) Dass bei manchen ETFs "proforma" Kurse mit inkludierten Dividenden berechnet werden, so dass die Charts nicht mehr die echten, historischen Kurse darstellen.

Letzteres macht eine langfristige Chartanalyse damit für mich unbrauchbar, nur Tendenzen kann man so schnell visualisieren.

Blöd ist auch, dass es auf US-Werte begrenzt ist, damit kann ich aber leben, auch wenn mir mehrere Weltmärkte lieber wären.

Trotzdem habe ich schon bisher immer gerne die Jahresgebühr von 300$ für *Elite* gezahlt, weil ich das Tool eben im täglichen Ablauf schätze und dann auch nicht knickerig sein will, wenn mir jemand wirklich hilft. So bin ich auch ohne Werbung und habe noch ein paar Konfigurationsmöglichkeiten und vor allem auch Realtime-Kurse!

Jetzt haben sie bei den Charts noch die Darstellung zu einer XL Version erweitert, so dass man nun einen perfekten Überblick mit einem Klick bekommt.

Ich stelle mal ein Beispielbild für eine Aktie (hier EXAS) ein, das können Sie unten anklicken wenn Sie mögen, dann wissen Sie, wie das in "Elite" real aussieht. Die Indikatoren sind konfigurierbar.

Ich mache für Finviz damit keine Werbung, ich bekomme dafür nichts und habe keinen Kontakt zu denen, ich beschreibe nur, warum ich es gerne nutze.

300$ sind viel Geld und die Leistung ist sicher viel weniger, als Sie hier bei Mr-Market für das gleiche Geld bekommen. Es wird also nicht für jeden in Frage kommen und das kann ich gut verstehen. Wer Finviz aber sowieso extensiv nutzt, kann mal darüber nachdenken:

17:45 MEZ - ZH3

Auch ein guter Indikator dafür, dass die Märkte nun ins Bullische wechseln ist, dass Ausbruchstrades wieder markant funktionieren und nicht sofort wieder abverkauft werden. Das tun sie nämlich nur in einem bullischen Marktenvironment.

Ein ideales Beispiel weil ich es Ihnen gestern im Stream gezeigt habe ist Enphase Energy (ENPH). Gestern im Stream mit 42,39 den Ausbruch gezeigt, heute bei 48,10 13% höher. Das läuft so nur in Bullenmärkten.

18:10 MEZ - ZH3

Der Markt ist nun im vollen Bullenmodus, das 62er Retracement ist faktisch erreicht, die 200-Tage-Linie nicht mehr weit.

Es war am Wochenanfang zu riechen, sie haben ja bestimmt bemerkt, wie ich die Tonlage im Wochenausblick ins Positive geschoben habe.

Natürlich schafft das auch Risiken, das ist immer so und heute Abend kommt eine FED, die zwar nichts Neues beschliessen wird, aber Powell kann sich ja durchaus "verplappern", das hatten wir ja schon.

Heute nach Börsenschluss kommt auch noch Microsoft (MSFT), Facebook (FB), Tesla (TSLA) und Qualcomm (QCOM), für "Unterhaltung" und Katalysatoren ist also gesorgt. Und morgen steht die EZB und Apple (AAPL) wie Amazon (AMZN) an.

Solche Risiken sind aber bei so Bewegungen normal und wer jetzt hier schon länger ist und die ganzen bullischen Jahre wie 2017 und 2019 mitgemacht hat weiss, dass es sich nicht lohnt blind gegen das Momentum auf eine Wende zu spekulieren, ohne dass diese sich in den Kursen abzeichnet.

Momentum schafft eben neues Momentum und viele sind unterinvestiert und sehen nun den fahrenden Zug den Bahnhof verlassen und werden hektisch werden. Ohne schlechte Nachrichten zum Virus sehe ich derzeit dieses Momentum klar im Vorteil - und die werden selbst im schlimmsten Fall wohl noch dauern, weil sie erst Wochen nach einer Öffnung kommen können.

Ich wünsche damit viel Erfolg heute Abend, ich schaue auch auf den Markt und ins Forum, schliesse jetzt aber diesen Stream. Morgen kommt ein Gastartikel eines Mitglieds zum Thema DGI und am Nachmittag ganz normal der Stream.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 06.02.20



15:25 MEZ

Soeben hat mir auf Twitter ein Account "Fohrbach", der Mitglied sein muss weil er den Artikel zum "Turmbau zu Babel" lesen konnte, das Folgende geschrieben:

"zusammen kommen" oder zusammenkommen?
Lieber Hari, Ihre Zusammen- und Getrenntschreibung ist eine Katastrophe, es wimmelt von Fehlern. Es ist so schade um Ihre klugen und hilfreichen Texte.

Das ist eine gute Gelegenheit, das Thema mal grundsätzlich aus meiner Warte zu adressieren.

Zunächst einmal völlig richtig, das sagt meine Diva die eine Dolmetscher-Ausbildung hat, auch immer zu mir. 😉 Es gibt mehrere Bereiche in der Rechtschreibung, wo ich nicht ganz sattelfest bin, das Zusammenschreiben ist einer, die Kommasetzung auch.

Will ich das ändern? Nein. Es ist für mich irrelevant und das schon seit der Schulzeit. Spätestens nachdem die Rechtschreibreform kam, habe ich gesagt "Ihr könnt mich mal, ich habe Wichtigeres zu tun".

Sprache ist für mich etwas Lebendes, Dynamisches und ich benutze ja sowieso viele Anglizismen, die in keinem Wörterbuch stehen und kreiere dazu noch kreative Kunstwörter und Wortspielereien. Die Denkweise mich an statischen Regeln zu verbeissen, ist mir völlig fremd, ich lehne das ganze hinter fixen Rechtschreiberegeln stehende Prinzip sogar aus grundsätzlichen Erwägungen ab.

Gute Sprache ist in geschriebener und gesprochener Form für mich die, die differenziert und komplex ist und dabei gut verstanden wird. Regeln sind bestenfalls temporäre Bestandsaufnahmen eines Status Quo der im Fluß ist. Als solche akzeptiere ich sie und versuche ihnen zu folgen, ohne mir dabei aber ein Bein auszureissen.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass das den Texten schadet, man lese nur mal wie Texte vor 100 Jahren in Deutsch geschrieben wurden, die wären nach heutigen Maßstäben auch "falsch", aber das waren sie nicht, Sprache ist eben etwas Lebendes und immer in Bewegung. Das Wort "Hopium" steht auch nicht im Duden, vielleicht wird es das aber mal, weil ich es kreiert habe und es Kreise zieht.

Aber das dürfen Sie natürlich völlig anders sehen und wer findet, dass meine Texte weniger wert sind, weil sie durch meine Schwächen diese Art Rechtschreibefehler haben, dem kann ich nicht helfen, das ist dann halt so. Schade, aber nicht änderlich.

Nicht änderlich ist das vor allem auch, weil ich bei der Menge der Texte die ich produziere, gar keine Zeit habe das X-Mal zu redigieren. Die Dinge müssen beim ersten Eintippen sitzen und fertig. Lieber viel gut lesbar und unterhaltend schreiben, als nur die Hälfte und das dann ohne Rechtschreibefehler.

Nun könnte man ja meinen, dass mir die Fehler völlig egal seien. Nein, ich überlege schon kurz, wenn mir Unsicherheit überhaupt beim Tippen auffällt. Aber ich habe eben weder Zeit noch Lust auf Forschungen und werden meine Energie auch nicht auf die neuen Rechtschreiberegeln und ihre Varianten richten. Eine reine Prioritätenentscheidung in meinem zu kurzen Leben, die aber eindeutig ist.

Also, ich entschuldige mich pauschal für mein Rechtschreibe-Schwächen, ich mache das nicht absichtlich, ich werde daran aber auch nichts mehr ändern und mit Sprache weiter sehr locker, unformal und kreativ umgehen. "Fehler" laut Duden inklusive, der interessiert mich nicht sehr. Deal with it. 😀

15:45 MEZ - ZH2

Und wir hatten neue Allzeithochs. "Mission Accomplished" kann man da nur zu den Bullen sagen.

Zur Lage gibt es keine Neuigkeiten, meine Äuserungen und Positionierungen von Gestern und Vorgestern gelten weiterhin.

Auch zum Virus gibt es keine Neuigkeiten, ein Ende der Ausbreitung ist nicht zu erkennen und ich sehe mit einer gewissen Sorge, dass auch in Japan nun ganz langsam die Fallzahlen zu steigen beginnen.

Für den Markt gilt aber weiterhin: "It doesn´t matter until it matters".

16:10 MEZ

Zum Thema China gibt es ja auch eine "Grey Swan" Thematik, die zu wenig gesehen wird. Nur "Grey" und nicht "Black Swan", weil ich ja darüber rede und ein paar andere auch, völlig "Black" ist das Thema also nicht, aber eben nicht ausreichend gewürdigt.

Denn das vermeintlich so starke China steht durch den Virus durchaus vor dem abstrakten Risiko eines kompletten Systemkollaps. Und das hätte massive Folgen für die Welt.

Und das liegt einerseits an den hierarchischen Strukturen hoch zur Parteispitze, die "Jasager" und "Duckmäuser" fördern und die verschiedenen Stufen der Funktionärshierarchie mit solchen Leuten besetzt haben. Das ist ein ganz typischer Effekt zentral gesteuerter Systeme, die "Ossis" unter uns erinnern sich sicher noch an so manche wandelnde Parteisoldaten in Funktionärsfunktion, die ihr Hirn auch bei der Parteidisziplin abgegeben hatten.

Der zweite Faktor abseits menschlicher Schwächen, sind aber auch die zu langen Befehlsketten, die Entscheidungen ineffektiv machen. Hinzu kommt die Angst einen Fehler zu machen, der eher zum Nichtstun und Kopfeinziehen und in Krisensituationen zu fatalen Fehlentscheidungen führt.

Und drittens kommt dann noch die in China sowieso kulturell fest verankerte Unart dazu, dass Gesichtswahrung (der Schein also) oft wichtiger als eine substantielle Lösung ist.

All das verquirlt führt zu einer gefährlichen Mischung, die bei einer fortgesetzten Ausbreitung des Virus durchaus zu einem Systemkollaps mit Unruhen führen kann.

Weit resilienter in so Krisen sind föderale Systeme, bei denen die unteren Körperschaften wie bei uns die Bürgermeister, durchaus die Freiheit und den Einfluß haben, lokal angemessene Entscheidungen zu treffen, ohne dabei auf Freigabe "von oben" warten zu müssen.

Sehr schön kann man das auch an der Militärgeschichte belegen und zwar unter anderem an dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion 1941. Machen wir jetzt mal, was heutzutage schwer fällt und lassen den ganzen politischen Komplex beiseite und betrachten nur das militärtaktische Geschehen.

Die massive Überlegenheit und die anfänglichen Erfolge der Wehrmacht beruhten dabei keineswegs auf zahlenmässiger Überlegenheit und auch nicht der Überlegenheit der Waffen an sich. Sie beruhte zentral auf dem Prinzip der *Auftragstaktik*, die den lokalen Führern ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit zubilligte. Solange die Aktionen im Sinne des Gesamtziels zu rechtfertigen waren, konnte und sollte eine Unterführer die Mittel und Taktik frei wählen, die er für angemessen und zielführend befand.

Das gab der Wehrmacht eine hohe Elastizität und Flexibilität vor Ort, die sich in hohe Durchschlagskraft bei unterdurchschnittlichen Verlusten übersetzte. Trotz zahlenmässiger Unterlegenheit, konnte so Dominanz im Kampfgeschehen aufgebaut werden, die Sowjets reagierten im ersten Jahr nur und das zu langsam.

Sie reagierten deshalb nur, weil Stalin das genaue Gegenteil etablierte hatte. Eine von Angst zusammengehaltene Kadaver-Disziplin, bei der Befehle ohne Nachdenken auszuführen waren und die durch Polit-Kommissare noch verstärkt wurde, die in die Armee eingeflochten wurden und disziplinarisch bis zum Todesurteil tätig werden konnten.

Das hat die Sowjets gelähmt, weil Unterführer bevor sie etwas taten, lieber auf die Freigabe von oben warteten und die wieder auch, was einen massiven Befehlsstau hervor rief. Wenn man so will, haben die Sowjets sich selbst gelähmt und wenn "General Winter" nicht eingegriffen hätte, ist unklar ob es mit dem Fall Moskaus nicht zum Kollaps gekommen wäre. Später hat Stalin den Fehler erkannt und den Generälen mehr Freiheit gegeben.

Mit dem kleinen Ausflug in die Militär-Geschichte will ich das Problem beschreiben, vor dem China steht. Noch ist der Virus nicht weit genug verbreitet, aber was wenn es Millionen haben und in ganz China die Ordnung wackelt?

Das Tückische an so zentral gelenkten Systemen ist, dass sie wie ein morscher Baum lange sehr stabil aussehen und dann vergleichweise schnell umkippen können, weil man die Fäulnis nicht sehen konnte.

Ich sage nicht, dass das in China passiert. Ich sage nur, dass das ein unterschätztes Risiko ist, dass wenn es sich doch realisiert, wie ein "Schwarzer Schwan" über die Wirtschaftswelt kommen und die Lieferketten in Frage stellen wird.

Auch das wäre kein Weltuntergang, es wäre aber einschneidend. Derzeit ist es noch nicht realistisch, je nachdem wie es mit dem Virus weitergeht, könnte das Risiko aber steigen.

Die KP *muss* den Virus jetzt stoppen, auch weil es um die Existenz des Systems geht. Genau diese Haltung dürfte das Problem der Hierarchien aber verstärken, man kann nicht Parteisoldaten erziehen und dann erwarten, dass diese eigenständig und kreativ nach lokalen Lösungen suchen.

In solchen Krisensituationen sind föderale und im Lokalen verwurzelte Systeme klar überlegen. Auftragstaktik statt Zentralsteuerung eben.

16:40 MEZ - ZH4

Sehr verunsichert ist der Markt von den -> Zahlen <- von Xylem (XYL).

XYL hatte im Vorfeld einen schönen Ausbruch, der Markt war also optimistisch und ist sich nun sehr unsicher und eher enttäuscht. Wir haben heute einen Einbruch der aber wieder gekauft wird und im Weekly nun eine Unsicherheits-Kerze und da kann man nichts machen, da muss man nun abwarten, in welche Richtung der Markt sich am Ende entscheidet.

17:05 MEZ - ZH4

Bei Gilead Sciences (GILD) setzt sich die Hoffnung fest, dass das Medikament beim Corona-Virus hilfreich sein könnte. Nun noch ein Stups und dann ist der Ausbruch da:

17:10 MEZ

Lagarde sendet Signale, die derzeit etwas untergehen, aber ich höre sie:

-> Fähigkeit der EZB zur Lockerung gesenkt <-

Ich sehe diverse leise Signale die in eine Richtung deuten, die ein Ende der Negativzinsen bedeuten würden und eine Rückkehr zu zwar sehr niedrigen, aber doch marginal positiven Zinsen.

Der Markt sieht das noch nicht so richtig, es ist aber noch zu früh und reine Spekulation und im Moment sowieso durch größere Aufreger überdeckt.

17:45 MEZ - ZH4

Bei der Deutschen Bank habe ich ja -> im Stream vom 30.01.20 um 17:22 MEZ <- auf die sich aufbauende Trading-Chance aufmerksam gemacht.

Diese hat sich nun im Zuge des -> neuen Großaktionärs <- eindrucksvoll realisiert:

Nach wie vor ist es aber nicht mehr als das, ein taktischer Trade mit einem Measured Move bei vielleicht 11€, ich habe die Zielzone mal gelb eingezeichnet.

Damit es mehr wird und die Deutsche Bank den langfristigen Abwärtstrend verlässt, braucht es ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell. Das sehe ich noch nicht, leicht steigende Zinsen der EZB würden aber sicher ein wenig helfen - wie allen Banken.

18:05 MEZ

Ich mache jetzt mal eine Prognose;

Wir werden die wunderbare Scholzsteuer bekommen, die sich als "Finanztransaktionssteuer" verkleidet und keine ist. Und zwar als rein nationale Steuer nur in Deutschland.

Und es wird keine Änderung am neuen Gesetz geben, das den Handel mit Futures und Optionen für Privatpersonen ab 2021 faktisch unmöglich macht.

Warum bin ich da nun sicher?

Weil ich die einzelnen Schachzüge von Scholz sehe, die Positionierung der CDU sehe und erkenne, wie da alles auf einen Kuhhandel hinaus läuft.

Scholz will seine Scholz-Steuer, weil er die Grundrente proforma finanzieren will und weil er offensichtlich auf einem Kreuzzug gegen aktive Anleger ist, die für ihn "Zocker" sind.

Die CDU hat schon *Nein* gesagt, will aber unbedingt Steuersenkungen. Das ist die Grundlage eines absehbaren Kuhhandels.

Denn heute kommen zwei Meldungen die ich deutlich bemerke:

-> Scholz will Kleinsparer entlasten <-

-> Scholz plant Erleichterungen für Personengesellschaften <-

Beides sind so wie Scholz es vorschlägt Placebo-Aktionen, die aber zeigen, dass er die obigen Gesetze *unbedingt will* und dafür auch taktisch auf die CDU zugeht.

Die Botschaft dieser Placebo-Vorschläge ist also, dass Scholz wichtig ist, seine Gesetze oben umzusetzen.

Wir können also fest davon ausgehen, dass die Gesetze so kommen bzw bleiben. Eine Änderung wäre wohl nur mit einer neuen Regierung möglich, aber die ist weit entfernt.

Die Scholz-Steuer tangiert mich dabei nicht, dann handele ich eben keine deutschen Konzerne mehr, es gibt wahrlich Bedeutenderes.

Die Unmöglichkeit mit Futures oder Optionen aber noch Absicherungsgeschäfte zu betreiben, ist ein harter Schlag und bedeutet, dass ich meine Strategie in 2021 umstellen muss.

18:25 MEZ - ZH3

Der Wechsel machts! Nachdem die letzten Tage im Stream die Charts dominiert haben, habe ich heute mal ein paar längere Themen mit Texten im Stream adressiert.

Das war heute aber auch gut so, weil wir haben einen zerrissenen, richtungslosen Tag, in der Market-Map gut zu sehen:

An der Lage hat sich nichts geändert, meine Dissonanz ist auch unverändert da, der Markt tut so, als ob es aus China keine Risiken gäbe bzw die alle durch Notenbank-Liquidität beherrschbar wären und ich bin mir da nicht so sicher.

Bei diesem Chart des SPX mache ich auf jeden Fall jetzt keine großen Aktionen, lasse meine gefundene Aufstellung bestehen und gut ist es!

Morgen vormittag kommt ein Dies&Das, das wieder von den Quartalszahlen des heutigen Abends geprägt ist, dann wieder ein verkürzter Stream und dann ist die KW06 auch schon vorbei.

In der KW09 ist dann übrigens wieder eine Woche Ferienmodus, weil hier in Bayern die sogenannten "Winterferien" sind, die man auch "Faschingsferien" nennen könnte.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Zahlen & Europa 05.02.20



Ich habe zwar mittlerweile einige Grundsatzartikel in Planung, auch zur 2050er Serie, aber die Menge der Quartalszahlen, verbunden mit dem volatilen Marktgeschehen, der Politik und dem Virus ist so intensiv, dass man kaum nachkommt.

Gerade Europa ist dabei zuletzt ein wenig zu kurz gekommen und daher mache ich heute eine Art "Chartsturm" ähnlich des Streams, in dem ich mich den Zahlen von gestern Abend, aber auch einigen Charts von Einzelaktien in Europa kurz widme.

US Quartalszahlen von gestern Abend:

Disney (DIS)

Disney -> hat überzeugend geliefert <-.

Es sieht so aus, als ob die Korrektur damit zu Ende geht:


Ford (F)

Ford nachbörslich 10% Minus nach -> ganz miesen Zahlen <-.

So sieht Perspektivlosigkeit aus - so sind Charts, wenn der Markt ein "weiter so" bewerten soll. Da helfen keine Bewertungen und keine Dividenden, wo keine Zukunft ist, sind auch keine Käufer. Man halte mal das Chart von Tesla daneben. 😛

Das ist, was ich als Bild nun auch bei den Ölaktien in den nächsten Jahren befürchte:

Conoco Philips (COP)

Passend zu Ford, sagt COP -> Coronavirus slows down Demand <-

Und Autsch:

Gilead Sciences (GILD)

GILD muss nach Zahlen kämpfen und gibt seinen "Virus-Pop" wieder ab. -> Hier <- ist die Earnings Presentation zum Anschauen.

Ich hatte es sinngemäß ja schon so gesagt, ein einzelner Pop macht noch keine Aufwärtstrend:

Heutige Quartalszahlen europäischer Aktien:

Novo Nordisk (NOVO_B)

Novo Nordisk -> bestätigt mit Zahlen <- die aussichtsreiche Entwicklung im Chart, die seit Monaten sichtbar ist.

Es geht weiter hoch:

Siemens (SIE)

Siemens -> ist schwach <- und dabei in einem Boot mit anderen Industriekonzernen wie ABB. Allerdings halten die sich etwas besser, siehe unten.

Im Daily Chart wird die kleine Topformation damit bestätigt, die Kurse sind heute deutlich im Minus:

ABB (ABBN)

Bei ABB -> fehlt weiter Wachstum <-, dafür sind aber die Kosten im Griff.

Der Markt ist damit zufrieden, aber auch nicht übermässig begeistert, es geht einfach nicht voran bei ABB. Im Daily steht aber weiter der Ausbruch aus einer Konsolidierungsflagge auf der Agenda:

Infineon (IFX)

Infineon -> liefert und bestätigt den Ausblick <-.

Die Marktreaktion ist positiv und im Daily wird der Einbruch gerade negiert:

Spannende Charts deutscher Aktien ohne heutige Zahlen:

Jenoptik (JEN)

Siltronic (WAF)

Steico (ST5)

Carl Zeiss Meditec (AFX)

SMA Solar (SMA)

Ihr Hari

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Hari Live Stream 03.02.20



15:10 MEZ - ZH2

Ich hatte ja im skizzierten Verlaufsszenario des gestrigen Wochenausblicks schon einen kleinen Rebound für den Anfang der Woche indiziert, danach aber eben den Lauf zu neuen Tiefs.

Den kleinen Rebound haben wir, er war schon in der Nacht da und beruhte vermutlich darauf, dass das Minus in China nicht über die schon erwartete Größenordnung hinaus geht.

Ob das in Anbetracht gewaltiger Liquiditätsspritzen und verbotener Leerverkäufe wirklich so aussagekräftig ist, wage ich bezweifeln.

Wir werden es im Verlauf der Woche sehen, ob der Freitag wirklich schon das Tief war. Ich persönlich habe da meine Zweifel und wette auch nicht darauf, es ist aber nicht völlig unmöglich.

15:35 MEZ - ZH4

Als eines der wenigen Unternehmen, hat der israelische Security-Software Anbieter Checkpoint Software (CHKP) - -> heute schon geliefert <- und das eigentlich gut.

Der Markt reagiert negativ, weil mal wieder der Ausblick nicht gefällt. Viel ist noch nicht passiert, aber viel sollte die Aktie nun auch besser nicht mehr fallen:

15:45 MEZ - ZH4

Der Virus ist endgültig auch bei Einzelaktien angekommen, wenn man das Plus bei Gilead Sciences (GILD) sieht, nur weil ein experimentelles Medikament nun in China getestet wird.

Am durchwachsenen, größeren Bild der Aktie ändert das aber erst einmal nichts:

15:52 MEZ - ZH1

Die ersten Handelsminuten zeigen uns sehr schön, dass der BTFD Reflex des Marktes ungebrochen ist:

Ich rate zu Gelassenheit und dazu, sich nicht vom Markt treiben zu lassen, der selber unsicher ist. Sie haben hoffentlich eine Aufstellung, die zu Ihrer Risikobereitschaft passt und die ist dann genau so gut, unabhängig von so Schüben, die in einem volatilen Markt auch wieder zusammenfallen können.

Die wirklich wichtige Frage ist nun, was mit diesem Rebound passiert. Denn wenn der wieder zusammenfallen sollte, wird das langsam aber sicher den Markt davon überzeugen, dass ein Dip eben nicht mehr reflexartig zu kaufen ist. Und dann geht die Korrektur erst richtig los.

Natürlich ist auch möglich, dass wir am Freitag schon die Tiefs gesehen haben, ich habe das mehrfach geschrieben. Ich setze aber wie geschrieben nicht darauf und bin weiter nur noch verhalten (60-70%) Long investiert und habe den Finger immer am Abzug der Hedges, wie schon letzte Woche.

Sollten das wirklich die Tiefs gewesen sein, dann ist es halt so. Dass ich mit meiner Aufstellung dann sehr viel nach oben verpasse, kann ich mir in der Gesamtgemengelage nur sehr schwer vorstellen.

16:10 MEZ - ZH3

Das ist bei Tesla (TSLA) nun eine klar parabolische Entwicklung. Eine Entwicklung, die meine "Fun-Position" zwar begrüsst - die langsam so groß geworden ist, dass es eigentlich schon mehr als das ist und relevant wird - die ich aber so nicht erwartet habe. Bis ca. 500 USD war ich innerlich gut dabei, jetzt wird es mir "zu viel Euphorie" sozusagen.

Der Markt scheint vom irrationalen Tesla-Bashing nun ansatzlos in die irrationale Tesla-Begierde gewechselt zu sein. Die umlaufenden Argumentationen - zB warum Tesla vielleicht mal viele tausende Dollar als Kurswert haben wird, weil der Vergleich eher eine Apple denn eine General Motors ist - sind gar nicht mal so falsch, waren aber auch vor einem Jahr nicht viel weniger realistisch als heute.

Der Unterschied sind nicht diese alten Szenarien, sondern dass der Markt damals irrational nur die von den Shorties herbeifabulierten Risiken einer Pleite gesehen hat, die größten Großmäuler zum Thema sind bei Twitter da nun auch ganz leise. Heute sieht der Markt dagegen nur noch die fraglos immensen Chancen, denn Tesla ist eben weit mehr als ein Autohersteller, nur das alleine zu sehen ist aber auch irrational, weil da eben auch Risiken sind.

Wenn Sie mich fragen, würde ich darauf tippen, dass diese Bewegung nicht Bestand haben kann und früher oder später in eine schmerzhafte Entladung der 30% Kategorie laufen wird, die Tesla wieder in den 500er Bereich bringt.

Von da aus, sind die Chancen aber wirklich gut, dass die große Erfolgsgeschichte aus dem Rückblick des Jahres 2030 jetzt gerade erst so richtig zu rollen beginnt. Für die deutschen Autobauer, sind das natürlich nur begrenzt gute Nachrichten.

PS - Noch ein persönliches Statement dazu:

Ich freue mich aber ganz persönlich darüber, dass ein derartig aussergewöhnlicher Macher wie Elon Musk nun die Belohnung für all seinen Energieaufwand einkassieren und den aus der Deckung schiessenden Verächtern die Zunge heraus strecken kann. Und ich freue mich für die vielen, vielen klugen jungen Leute bei Tesla, die auch aus Deutschland ins Risiko gegangen sind und zu Tesla gewechselt sind - "Rocket Scientists" im Herzen, die nach der Zukunft streben und sich dafür ins Zeug legen.

Tesla (und SpaceX) sind unterhalb des öffentlichen Bashings schon länger ein Sehnsuchtsort mancher junger Ingenieure gerade auch aus Deutschland, die in einer Welt leben wollen, wo man Dinge anpackt und möglich macht, statt sie zu zerreden und von Controllern behindern zu lassen.

Die Menschheit braucht viel mehr so Leute und viel weniger Klugschnacker, Behinderer und Bedenkenträger, die immer ganz genau wissen, was alles *nicht* geht. Die Manierismen und Ticks solcher außergewöhnlichen Leute, nehme ich dann viel lieber in Kauf, als die bräsige Durchschnittlichkeit der Bedenkenträger mit Ärmelschonern. Brillianz kann eben nicht mit den Maßstäben der Etikette gemessen werden, Brillianz war schon immer unangepasst und eckig - ich könnte viele Beispiele berühmter Wissenschaftler, Entdecker oder Künstler der Geschichte nennen, die menschlich schwierig, aber in ihrem Fach brilliant waren.

Gerade in unserer Gesellschaft in Deutschland, wird aber jeder der aus der Menge herausragt gleich Ziel von Häme und Neid, was viel über uns aussagt und auch unsere größte Schwäche ist.

Der Individualismus war in Deutschland historisch nie sehr stark, das miefig-warme Gefühle der "Volksgemeinschaft" immer stärker, in die sich jeder einordnen muss. Die Worte für diese Mechanismen haben sich mittlerweile geändert, das Prinzip ist aber unverändert, die alte "Volksgemeinschaft" wurde nur mit neuem Lack bemalt und ist in Form von Konformítätszwang in vielen Varianten längst wieder da.

Auch das ein Grund, warum ein Elon Musk so polarisiert, dabei sollten einfach nur seine fachlichen Taten sprechen und die sind ganz eindeutig außergewöhnlich. Ob ich ihn als Mensch mögen würde weiss ich nicht, das ist aber eine völlig irrelevante Kategorie hier.

16:55 MEZ - ZH3

Was auffällt, ist das heute chinesische Internet-Firmen sehr stark sind. Und dabei vor allem Online-Learning und -Training.

Die Vermutung ist naheliegend, dass dem eine Überlegung zugrunde liegt, dass wer abwartend in seiner Wohnung sitzt, besonders viel im Internet unterwegs ist und dort auch besonders viel ausgibt oder die Zeit sinnvoll für Schulung/Training nutzen kann.

Der Virus verstärkt also eher die sowieso schon laufenden Effekte des Online-Handels, die Ladengeschäfte, Glückspielhöhlen, aber auch zentrale Schulungsunternehmen unter Druck setzen und deren Geschäfte ins Internet verlagern, sozusagen alles vom Wohnzimmersessel aus:

17:15 MEZ - ZH3

Bei Öl geht es unangespitzt in den Boden, schauen Sie mal wie gruselig das Jahr 2020 bisher für Öl abgelaufen ist, was natürlich zu den schrecklichen Chartbildern der Ölaktien beiträgt:

Was hier passiert ist vom Markt aber gänzlich rational, denn wenn Massen an Menschen zu Hause sitzen statt zur Arbeit zu fahren und Flugzeuge und Reisen konsequent meiden, senkt das den Ölverbrauch. Firmen und Industrien, die ihre Ferien verlängern, verstärken dann den Effekt. Profiteure sind wie oben gezeigt die Online-Dienste und Dienstleister, die Menschen nicht in großen Gruppen an kleine Orte zusammenpressen, wie Flughäfen als abschreckendes Beispiel das eben tun.

Würde es heute schon "Beam-Stationen" ala Startrek geben, nur halt extrem teuer, würden die nun auch einen extremen Boom erleben, weil man damit um die Welt reisen kann, ohne mit Fremden in einen engen Raum eingesperrt zu werden. Die Pandemie würde für den Durchbruch sorgen.

Das ist ja wie Sie wissen auch ein Grund, warum ich so sehnsüchtig auf autonomes Fahren warte, endlich kann ich mich dann in meinen eigenen 4 Wänden fahren lassen, ohne dafür in überfüllten S-Bahnen, auf dreckigen Bahnhöfen und endlosen Schlangen an der Sicherheitskontrolle wie "Vieh" zu warten und abgefertig zu werden. Eine Pandemie stellt nämlich auch das in Frage, was wir heute ÖPNV nennen, den Individualverkehr dagegen nicht.

17:35 MEZ - ZH3

Passend zu dem oben Gesagten, gibt es auch eine Reihe von Software-Aktien, die von der Korrektur der letzten Woche fast völlig unbeeindruckt sind. Everbridge (EVBG) und Docusign (DOCU) seien hier nur zwei Beispiele, die ich beide für langfristig interessant und nicht nur Eintagesfliegen halte.

Wenn Sie sich das oben Gesagte vergegenwärtigen und sich klar machen warum der Markt korrigiert, ist diese Stabilität auch nicht verwunderlich.

Würde die FED jetzt umgedreht ihre Geldschleusen schliessen, würden es so Aktien dagegen stark in den Kursen merken, weil in so Werten eben auch viel "heisses Geld" ist und nicht nur starke Hände mit langfristigem Horizont.

Aber davon ist die FED ja nun weit, weit entfernt, eher passiert das Gegenteil und die Flutung der Märkte wie jetzt wieder von der People´s Bank of China (PBOC).

17:48 MEZ - ZH3

Bei IBM geht es nach dem Wechsel von Rometty zu Krishna mit dem Aufwärtsschub weiter, wie das zu erwarten war.

Der Markt hat bei IBM unter Rometty langsam alle Hoffnung fahren lassen und diese Hoffnung wird nun langsam wieder eingepreist, was länger als ein paar Tage dauern wird und dann natürlich auch früher oder später den Realitätscheck bestehen muss.

Passend zur Erwartung des Marktes ist -> hier bei Bloomberg <- ein längerer Artikel erschienen, der Krishna als "Mastermind hinter der Cloud-Strategie" beschreibt und eine Parallelität zu Nadella bei Microsoft zieht.

Ob diese Parallelität real ist, werden wir frühstens in 6 Monaten ernsthaft ahnen können, die Hoffnung und Erwartung geht aber sofort in den Kurs, der deshalb in einem normalen Marktumfeld nun in ein ausgedehnteres "Hochrobben" übergehen könnte.

Wie sagte ich etwas flapsig direkt nach der Meldung des Abgangs von Rometty: Buy, Buy, Buy! 😛

Den Gedanken werden viele haben und wenn viele kaufen wollen, steigen Kurse. Ob Krishna dann wirklich IBM drehen kann, ist eine ganz andere Frage und da er ein "Hausgewächs" ist und keine Perspektive von außerhalb mitbringt, auch nicht sicher, sondern nur denkbar und wünschenswert.

PS:

Meine Grübeleien haben zu keinem Ergebnis geführt, ich erinnere mich an ein Meeting in White Plains in den 90ern, wo ich mir einbilde dass eine jüngere Version von ihm dabei war, kann es aber nicht mehr richtig fassen und der Name "Krishna" ist sowieso eher wie "Müller" und "Meier" bei uns.

Also ich weiss es nicht, es ist aber auch egal. Bill Gates habe ich ja objektiv mal die Hände im Meeting geschüttelt, an mich erinnern wird er sich aber eher nicht und insofern ist es irrelevant.

18:00 MEZ - ZH3

So .... was sagt uns dieser Bounce von heute nun? Ich benutze dafür das Daily aus dem Wochenausblick, mit dem Szenario der Abwärtsphase (5), wir wären dann gerade in der Gegenbewegung (4).

Sie sehen, es gibt keine Neuigkeiten. Das heutige Geschehen könnte durchaus gut ins Bild passen.

Gehen Sie aber auch nicht in die Falle, dass jetzt so für gegeben zu halten, nur weil ich es als Szenario nach vorne stelle und ich zuletzt oft richtig gelegen habe. Auch wenn ich in 4/5 Fällen richtig läge - was nicht der Realität entspricht, meine Quote ist schlechter - würde trotzdem immer wieder auch das Gegenteil eintreten.

Alles was ich Ihnen zeige - und mehr kann man nicht sagen - ist was ich für das derzeit wahrscheinlichste Szenario halte. Und das wahrscheinlichste Szenario sollten wir auf keinen Fall einfach ignorieren.

Nicht mehr und nicht weniger ist dieses Szenario. Bedenken wir das immer.

Bis Morgen zum Stream, ein Morgenartikel kommt wg Sonntag nicht.

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 12.09.18



15:10 MEZ

Die Indizes gaukeln uns vorbörslich wieder kaum Bewegung vor, aber in meinen Watchlisten zeigen die vorbörslichen Kurse einzelner Aktien doch an einigen Stellen interessante Bewegung.

Der wichtige Erzeugerpreisindex PPI ist aber um 14:30 Uhr etwas *schwächer* als erwartet herein gekommen. Das ist ein positiver Faktor und erhöht die Chancen, dass wir heute einen positiven Tag erleben werden:

15:15 MEZ

Schönes Stück hier bei TraderFox: -> Deutsche Aktien plötzlich teurer als US Aktien <-.

Es zeigt wieder beispielhaft, was zum Zwecke des Timings vom Gerede über Über- oder Unterbewertung ganzer Märkte aufgrund fundamentaler Daten zu halten ist: Nichts!

Erstens hat IFRS dafür gesorgt, dass der ausgewiesene Gewinn bestenfalls noch teilweise mit der wahren Gewinnkraft eines Unternehmens zu tun hat. Leider gilt das aus verschiedenen Gründen mittlerweile auch für den Cashflow, der zwar schwerer durch kreative CFOs zu beeinflussen ist, aber auch nicht mehr ist, was er mal war.

Zweitens aber selbst *wenn* diese Daten noch belastbar zur Bewertung geeignet wären, bringen sie trotzdem nicht weiter. Denn diese Daten sind in die Vergangenheit gerichtet, während der Markt in die Zukunft schaut und zwar ca. 1 Jahr weit recht präzise.

Es gibt einfach keinen besseren Bewertungsindikator als die Kurse selber und wenn die Kurse fallen, hat das fast immer einen guten Grund, der sich in den Bilanzen und Kennzahlen dann erst in der Zukunft zeigen wird.

Auch beim DAX hat der Markt schon früh Risiken geahnt, die sich nun in den Kennzahlen niederschlagen und diese verschlechtern. Für die Zukunft sagt aber auch das wieder nichts aus, weil vielleicht sind ja gerade Faktoren am Werk, die die Gewinnerwartungen wieder nach oben bringen.

Es ist also ganz einfach, ein guter Index ist einer der steigt. Und zwar so lange, bis er es nicht mehr tut. Das ist einfach eine andere Formulierung für "The Trend is your friend".

15:25 MEZ

Alles Family-Business: -> Erdogan macht sich selber zum Verwalter des Staatsschatzes <-

Falls das hier jetzt jemand komisch findet, kann man das leicht erklären: Große Männer können halt einfach alles. 😛

Wir wissen ja auch aus großen, einflußreichen Familien gerade im Mittelmeerraum, dass es sowieso besser ist, alles als "Family Business" zu machen.

Dass wir solchen Leuten auch noch Teppiche ausrollen, statt einen Staatsbesuch auf kleinster diplomatischer Flamme zu halten, dient natürlich dem deutschen Interesse. Schon klar, ich bin echt überzeugt. 😛

15:45 MEZ

Achtung jetzt bei Bausch Health (BHC), wohinter sich die alte Valeant (VRX) verbirgt. Das Chart zeigt schnell, dass wir so einen Schub schon ein paar mal gesehen haben und was dann folge:

15:50 MEZ

Kurz zur Info, für die die es interessiert. Bei Tichys Einblick mache ich erst einmal eine temporäre Schreibpause, bis ich in Ruhe bei einem Bier mit Tichy über das Thema gesprochen habe. Telefoniert haben wir schon, aber das reicht nicht. Dieses Gespräch wird irgendwann September/Oktober sein, je nachdem wann wir einen gemeinsamen Termin finden.

Bedingt durch die extreme Polarisierung der Gesellschaft, die ich fatal finde und an der ich mich auch nicht beteiligen will - siehe auch -> Differenzierung, die verlorene Kunst <- - dominiert natürlich auch bei TE massiv die politische Thematik und das sprachliche "Breitschwert" statt des "Floretts" und das drückt andere Themen eher an den Rand und selektiert natürlich auch die Interessen der Leser.

Das Ganze hat mittlerweile so eine Dynamik, dass ich mit meinen Themen dabei gefühlt nicht mehr wahrgenommen werde bzw untergehe. Die Gründe warum ich dort schreibe, die natürlich auch mit einer höheren Reichweite zu tun haben, werden so konterkariert.

Damit es keine Mißverständnisse gibt, damit ist keinerlei inhaltliche Distanzierung verbunden. Ich habe noch nie alles gut gefunden was da geschrieben wurde, oft passt mir der "Empörungs-Sound" persönlich nicht so recht. Das ist ja aber auch nicht nötig, dass ich alles gut finde und ist sowieso bei keinem Medium der Fall. Auch die "Welt" wird zunehmend pluralistisch und die NZZ war es schon immer und auch da gibt es Artikel die ich toll finde und andere, die ich als "neben der Spur" empfinde. Bei TE ist es nicht anders und das ist kein Problem, sondern zeichnet Pluralismus gerade aus.

TE steht aber fest mit beiden Beinen in der demokratischen Gesellschaft und ist eben eine wichtige Stimme im Sinne notwendiger Pluralität. Und Tichy ist als Person mMn genau der Gleiche geblieben, der er schon als Chefredakteur der Wirtschaftswoche war. Politisch gefühlt konservativ, wie es jahrzehntelang in der CDU die Menge der Mitglieder war und wirtschaftlich nach meinem Eindruck eher liberal. Was sich in den letzten Jahren geändert hat, ist die CDU unter Merkel und der Grundton der Medien, aber das Thema hatten wir ja schon zu Genüge und müssen wir hier nicht erneut durch den Wolf drehen und das dreht sich in den Medien erst jetzt wieder ganz langsam.

Insofern sind politisch gesehen diese Stimmen wie TE wichtig, die wieder mehr Pluralität in die mediale Meinung gebracht haben. Wenn sich der Diskurs dort aber dominierend nur noch um Politik dreht, ist es für andere Themen auf der Plattform schwierig, vor allem für solche wie meine, der ich ja ohne Bezahlung und nur für den Bekanntheitseffekt dort Artikel verfasse.

Es gibt zwei Wege wie sich das lösen kann. Einerseits kommt das Land vielleicht wieder zur Besinnung, so daß man mal auch über andere Themen breit diskutieren kann. Ich befürchte aber dafür muss erst einmal Merkel zurücktreten und das sehe ich noch nicht. Andererseits kann man die wirtschaftlichen und finanziellen Themen vielleicht besser bündeln und damit hervorheben und darüber wird zu reden sein.

16:20 MEZ

Nach positiven Studien-Daten für "Filgotinib" macht Gilead Sciences (GILD) heute einen Freudensatz nach oben.

Ob das aber reicht das Seitwärtsgezappel zu beenden, ist offen und weiter fraglich. Auch das Chart liefert trotz sichtbarer Chance noch kein klares Signal:

16:28 MEZ

Gestern hatte ich ja anhand von Applied Materials (AMAT) die Lage bei den Chipwerten thematisiert, die sich im "fallenden Messer" befinden. Bisher waren vor allem die Hersteller von Massenchips betroffen, jetzt erreicht der Zyklus auch die Spezialchip-Hersteller wie Infineon (IFX).

Schauen Sie mal wie brutal diese Woche dort die Range nach unten verlassen wurde. Das sind Signale, die kluge Anleger ernst nehmen und die in der Regel zu weiterem Schmerz führen:

Ich wiederhole zum Sektor., Hier bauen sich nun tolle Chancen auf, denn der Sektor ist offensichtlich nun in die Phase des freien Falls eingetreten und an den zukünftigen Aussichten gibt es in der Welt des 21. Jahrhunderts gar keinen Zweifel.

Aber es ist bei allen Aussichten nun ein fallendes Messer und kluge Anleger greifen da nicht rein. Wir beobachten und werden schon merken, wenn die Chance sich langsam aufbaut, weil der Abwärtsdruck nachlässt. Dieser Tag ist aber nicht heute.

16:38 MEZ

Wer heute Abend ab 19 Uhr Live selber sehen will, wofür er bald viel Geld ausgibt, kann das -> hier direkt bei Apple <- tun.

Die Aktie hat sich durch das Retracement und Geschaukel der letzten Tage in eine absolut neutrale Position gebracht, ich habe im Vorfeld keine Meinung zu unmittelbaren Kursreaktionen.

16:54 MEZ

Ist das hier eine sich anbahnende iSKS bei AT&T (T)?

Nicht idealtypisch, aber wie auch immer wir das Baby nennen wollen, eine Wendeformation die Aufmerksamkeit wert ist, ist es sehr wohl:

17:20 MEZ

Louisisana-Pacific Corp (LPX) hatte ich vorgestern genau wegen des bevorstehenden Ausbruchs. Nun ist er wohl im Gange, die kommenden Stürme werden schon eingepreist:

-> Hier ein Überblick <- über weitere, davon beeinflusste Aktien.

17:25 MEZ

Spannung nun bei Boeing (BA):

17:32 MEZ

Wie schon gesagt, das sieht stark danach aus, als ob der Weltmarktführer für Landmaschinen Deere (DE) nach oben raus will:

17:35 MEZ

Nach oben raus will offensichtlich nun auch der SPY, da hat jemand um 17:12 MEZ kräftig *Anblasen* gerufen:

Jawoll Herr Kaleu!

Auslöser ist das was ich schon länger als positiven Katalysator auf dem Radar habe, -> die Hoffnung einer Einigung mit China <-.

Wenn sich das bewahrheitet, kann das erhebliches Potential freisetzen, da ist einige Sorge eingebacken.

18:00 MEZ

Und schon wieder weg, Wasserbombe hat getroffen, U-Boot abgesoffen. 😉

Wie auch immer, es bleibt dabei. Die Handelsthematik drückt massiv auf China, auf Deutschland, auf die halbe Welt, nur nicht auf die US-Märkte. Und mit den kommenden US-Zwischenwahlen, steigen die Chancen auf einen Kompromiss.

Wenn so ein echter Kompromiss kommt und Trump den als "Sieg" vorweisen kann, setzt das in den Märkten einiges frei, weil Sorgen ausgepreist werden. Das größere Steigungspotential haben dann natürlich die, die bisher stark gefallen sind, also China, Deutschland und Co.

Ich schließe damit für heute und gehe um 19 Uhr mit einem Auge bei Apple zu schauen, während ich mit dem anderen Auge noch ein paar administrative Dinge mache.

Ihnen wünsche ich einen schönen Abend!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW27


Thema der Woche

Das erste Halbjahr liegt hinter uns, der Blick richtet sich schon auf den Herbst und das Jahresende. Nach den volatilen Wochen der ersten sechs Monate, könnte man ja meinen, dass der Markt eine schwere Korrekturphase hinter sich hat.

Was ist nicht alles auf den Markt eingestürzt. Es begann Anfang Februar mit marktinternen Verwerfungen rund um den Short-Vola-Trade, wir hatten Handelssorgen, Korea, Italien, den Euro, schwache konjunkturelle Vorlaufindikatoren außerhalb der US und viele andere Seuchen, die von den Spin-Doktoren genutzt werden konnten, um Angst zu verbreiten.

Und was hat der Markt gemacht? Schauen Sie selbst:

Das in Lila ist die Nulllinie des SPY seit Jahresanfang. Faszinierend oder? Passt dieses Bild mit der gefühlten Lage zusammen?

Ich würde sagen nein, die Lage wurde von vielen kritischer gesehen als sie war, am Ende ist nämlich praktisch nichts passiert und genau die volatile Seitwärtsrange eingetreten, die ich seit Anfang Februar als Modell für das erste Halbjahr bis in den Sommer hinein hatte!

Erinnern wir uns auch, dass ich nur ein einziges Mal in diesem Halbjahr einen "roten Alarm" als Ausdruck hohen Risikos ausgerufen habe, das war Anfang Februar und der war dann auch schon wenige Stunden danach wieder vorbei. Ansonsten waren ein paar "gelbe Alarme" vorhanden, gleichbedeutend mit Situationen, die im negativen Fall hätten kritisch werden können, dazu ist es aber nie gekommen, auch letzte Woche nicht.

Ich denke also, die Marktwahrnehmung hier war im ersten Halbjahr genau goldrichtig, die Seitwärtsbewegung, das leichte Gepäck und eine gewisse Gelassenheit, war genau der richtige Ansatz.

Die Stimmung "da draußen" ist aber negativer und eher voller Szenarien eines drohenden neuen Bärenmarktes und das ist etwas Positives und bedeutet, dass nach wie vor die Chancen gut sind, dass wir im Herbst S&P500 3.000 sehen - exakt das seit Februar hier kommunizierte Bild des Jahres.

Und was kann das alles ins Negative kippen lassen? Zwei Themen.

Einerseits eine echte Eskalation der Handelsscharmützel. Das ist denkbar, aber immer noch nicht sehr wahrscheinlich.

Andererseits aber eine Eskalation in Italien mit Eurokrise und allem was dazu gehört. Das ist völlig unberechenbar und insofern tatsächlich das größte Risiko, weil politisch gar nicht einzuschätzen.

Zu diesem Komplex gehört natürlich auch die politische Unsicherheit in Deutschland, die - wenn sie sich fortsetzt - schon auf die europäischen Kursen schlagen und das wackelige Gefüge des Euros durcheinander bringen kann.

Ich gehe aber nach dem Chaos der letzten Nacht eher davon aus, dass Merkel sich damit wieder durchgesetzt hat, weil sie schlicht die skrupellosere Machtpolitikerin ist als der wankende Drehhofer und sie mit Leuten wie dem nach dem EU-Parlamentsvorsitz strebenden Weber, faktische U-Boote in der CSU hat, während sie selber wieder die Reihen der Lämmer in der CDU schließen konnte.

Ich werde das politische Thema hier nicht weiter kommentieren, weil es wären böse und bittere Worte über die politische Klasse und eine Machtpolitikerin, die sich für rein gar nichts interessiert - nicht einmal für Land oder Partei - wenn es nur dem eigenen Machterhalt dient. Wir steuern auf eine veritable Staatskrise zu, für die das Chaos in der CSU nur die leisen Vorboten sind. Zur taktischen Sicht auf das Geschehen, äussere ich mich weiter unten in "Chance und Risiko der Woche".

Übrigens, da wir schon bei Europa sind. Hier ist der DAX mit lila Jahresanfangslinie, schon deutlich schwächer:

Aber der DAX ist ja nur begrenzt als Indikator sinnvoll, der MDAX ist besser und wird im Herbst mit Aufnahme der 10 größten TecDax Werte noch besser werden und der sieht so aus:

Eigentlich auch nur eine volatile Seitwärtsrange bisher, oder?

Fazit:

Das erste Halbjahr war besser als sein Ruf. Es wirkt nur deshalb schwach, weil alle von den Höchstständen Ende Januar als Referenz ausgehen und nicht von Anfang Januar. Dass diese Gewinne im Januar aber auf einer übertriebenen Steigung beruhten und so nicht dauerhaft zu halten waren, war schon Ende Januar zu sehen und hier auch Thema.

Wie gut die Märkte sich trotz aller Sorgenthemen gehalten haben, ist weiter eher ein Zeichen von Stärke. Die Chance auf eine starke zweite Jahreshälfte, ist damit nicht kleiner geworden, in den US auf jeden Fall. Für den Sommer gehe ich trotzdem erst einmal von einer Fortsetzung des Geschiebes aus.

Chart/Grafik der Woche

Passend zum Thema der Woche und meinem nach wie vor nicht pessimistischen Ausblick auf die kommenden Börsenmonate, will ich Ihnen den folgenden Artikel empfehlen: -> Large Swing to Bearishness <-

Er zeigt insbesondere in zwei Grafiken die auf dem AAII Investor Sentiment beruhen, dass im Markt nun eine Skepsis steckt, die für eine positive Überraschung gut ist. Insofern stützt das das oben beschriebene Bild von Chancen vor uns.

Das erste Chart zeigt das absolute Niveau das nun im Bereich der Tiefs ist. Das zweite Chart die Dynamik der Änderung:

Ereignis der Woche

Die kommende Woche steckt voller wichtiger Wirtschaftsdaten, ist aber auch von besonderem Charakter. Denn in den US ist am Mittwoch "Independence Day" und daher Börsenfeiertag, was dazu führen dürfte, dass viele die ganze Woche für einen Kurzurlaub nutzen.

Überhaupt können wir nun festhalten, dass der Börsensommer über uns ist und bis Ende August andauert, der von geringeren Volumina geprägt ist. Richtig ruhig wird es dann aber erst im August, in dem ich auch im Ferienmodus bin, in dem die Politiker und Notenbanker typischerweise auch in Ferien sind und der Politbetrieb zur Ruhe kommt und in dem dann die nun anlaufende Quartalssaison ihren Höhepunkt schon hinter sich hat.

Gerade weil die Volumina so gering sind, hat aber gerade der August auch eine Historie für wilde Swing, ich erinnere nur an den ETF-Flash-Crash am 24.08.15.

Diese Woche haben wir als Höhepunkte am Montag den Tankan-Index aus Japan und Einkaufsmanagerindizes aus China, Deutschland, UK und US! Am Donnerstag die ADP Arbeitsmarktdaten, die US ISM Indizes und das FOMC Protokoll der letzten Sitzung. Und am Freitag die großen uS Arbeitsmarktdaten.

Chance und Risiko der Woche

Die große Bewegung des heutigen Morgens geht wieder vom DAX aus und dürfte unmittelbar mit dem Chaos in München und Berlin zusammenhängen. Dass die US Futures auch fallen, kann man noch ignorieren, denn um diese Zeit (3 Uhr Nachts in New York) haben die noch kein Eigenleben und bilden nur die Schwäche ab, die von Deutschland ausgeht.

Wie das weitergeht, hängt natürlich von den politischen Entwicklungen ab, wobei der Markt - wie ich schon oft erklärt habe - da ja unpolitisch ist und sich dafür nicht interessiert. Der Markt hasst einfach Unsicherheit was die Unternehmensausblicke angeht und wenn die Unsicherheit steigt, diskontiert er diese in den Kursen wie heute morgen.

Deshalb können Marktteilnehmer in Mehrheit sehr wohl Merkel politisch gesehen eine einzige Katastrophe finden und trotzdem auf ihre weitere Kanzlerschaft setzen, weil das vordergründig erst einmal ein "weiter so" ermöglicht. Der Markt bewertet eben keine Politik, sondern erwartete Unternehmensgewinne und für die Großkonzerne von DAX und MDAX, ist ein "weiter so" bei Euro, EU und Regierung fraglos positiver, als strukturelle Änderungen. In diesem Sinne äußern sich ja auch immer Groß-Philosophen wie dieser Herr Käser, Sie wissen ja, was ich davon halte.

Wie oben gesagt gehe ich eher davon aus, dass der unmittelbare Konflikt entschieden ist und sich die CSU nun selber zerlegt. Merkel wird weitermachen und erst später bei einem anderen Thema kippen, zu einem Erosionsprozess trägt das Geschehen aber fraglos bei.

Insofern ist taktisch gesehen die Chance da, dass der DAX das heute gerissene Down-Gap bald schliesst, denn solange Merkel weitermacht und die Regierung formal stabil bleibt, hat der Markt kein Problem:

Die große SKS steht aber weiter im Raum, das Chaos in Deutschland ist nicht kleiner geworden und Merkel ist ihrer inhaltsleeren, rein opportunistischen Art die völlige falsche Person, um ein schlingerndes Staats-Schiff durch Unwetter und Stürme zu steuern. Dafür braucht es einen Kapitän der weiß wo er hin will und das Ziel aus dem Wohl der gesamten Mannschaft ableitet und nicht nur jemand der sich nur darum sorgt, dass ihn jemand von der Brücke vertreiben könnte.

Auch wenn es nun also weitergeht, wird die politische Spannung im Land weiter wachsen und der DAX hat gute Chancen, diese SKS zu triggern:

Hinweis der Woche

Gilead Sciences (GILD), das ist, wenn man so will, nun eine "Aktie der Woche", doch aber eher ein "Hinweis der Woche".

Warum?

Ganz einfach, weil es uns zeigt, dass Marktmuster immer nur Wahrscheinlichkeiten indizieren und es manchmal Situationen gibt, in denen man ein markantes Muster völlig gegenläufig interpretieren kann und es somit keine direktionale Tendenz signalisiert.

So ein Beispiel ist GILD - schauen Sie selber:

Was ist das jetzt, bullisch oder bärisch? Ganz ehrlich, trotz des markanten Musters, gibt es die Price-Action für mich nicht her. Auch das Volumen ist nicht eindeutig.

In so einem Moment macht es Sinn, sich eine Struktur aus übergeordneter Perspektive noch einmal anzuschauen. Hier ist das Bild:

Hilft uns das? Nicht wirklich. Wir sehen eher, dass da doch noch eine Menge Fallhöhe ist, wenn GILD nun durchfällt, aber auch nach oben noch einige Luft existiert, wenn GILD hier jetzt nach oben abprallt. Aber für unsere Entscheidung hilft uns das nicht.

Womit wir bei einer wichtigen Fähigkeit für Investoren wie Trader sind, nämlich der Fähigkeit eine Entscheidung nicht erzwingen zu wollen, wenn sich keine konkret anbietet.

Üben wir uns also in Geduld, der unterschätzten Fähigkeit überhaupt. Wenn der Markt seine Karten nach oben oder unten aufgedeckt hat, wird unsere Chance kommen. Vorher haben wir Geduld.

Index der Woche

Die Frage, ob es im Juli nun wieder aufwärts geht, oder wir weiter unter Abwärtsrisiko bleiben, wird uns nach meiner Erwartung der NASDAQ100 beantworten. Dort sind nämlich mit Amazon, Google, Facebook und Co. die Marktführer versammelt, die diesen Markt seit Jahren treiben.

Und dieser Index sitzt nicht nur auf der auf der 50-Tage-Linie, sondern auch auf einer veritablen Unterstützung, die das Ausbruchniveau markiert:

Wenn der NASDAQ100 von hier nach oben zieht, wird in den US Märkten nichts wirklich dramatisches passieren, egal wie chaotisch es in Deutschland abgeht. Wenn der NASDAQ100 diese wichtige Unterstützung nun aber nicht halten kann, neigt sich die Waage zu den Bären und wir sollten uns dann auch in den US mit dem Gedanken an eine ausgeprägtere Korrekturbewegung anfreunden.

Sektor und Aktie der Woche

Entfallen im neuen montäglichen Kombiformat aus bisherigem "Wochenausblick" und "Überblick zum Start". Am Montag sind wir schon mitten im "Getümmel" und es werden spätestens am Nachmittag im Stream genügend einzelne Aktien und Sektoren angesprochen.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Chartanalyse mit Vierteljahreskerzen – Teil II

Hier der zweite Teil des Doppelartikels unseres Mitglieds Pasolini. Danke an Pasolini!

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Wie bereits im ersten Teil des Beitrags erwähnt, gibt es auch außerhalb des Konsumsektors Werte, bei denen die Betrachtung mit Vierteljahreskerzen zu neuen Erkenntnissen führt. Für die Fortsetzung wähle ich dafür Beispiele aus dem Gesundheits- und dem Finanzsektor.

Fresenius (FRE)

Fresenius ist ein DAX‒Konzern aus dem Gesundheitssektor, der in den Geschäftsfeldern Dialysebehandlungen, Krankenhausverwaltung und -engineering und klinische Perfusion und Ernährung tätig ist. Sowohl Umsatz als auch Marktkapitalisierung liegen bei 37,5 Mrd EURO.

Auf den ersten Blick zu erkennen sind die starken Kursrückgänge von 80% und 50% in den beiden Baissen während der ersten Dekade und die nachfolgenden gleichmäßigen Anstiege. Anfang 2017 hat eine neue Korrektur begonnen, und das Quartalschart signalisiert noch keinen Handlungsbedarf für einen möglichen (Neu-)Einstieg.

Gilead Sciences (GILD)

Gilead ist ein großes amerikanisches Biotechunternehmen, das häufig im Forum besprochen wird. Zudem befindet es sich im aktuellen Mean Reversion Depot. Der Umsatz bewegt sich um 21 Mrd USD, die MKAP liegt bei 87 Mrd USD.

GILD ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass hohe Einnahmen aus einzelnen Blockbustern (im Englischen prägnant als "one hit wonder " oder "one and done" bezeichnet) zu einem zweischneidigen Schwert werden können. Warum? Der Zeitraum für die Entwicklung eines neuen Medikaments (drug development cycle) — also die Zeit von der Entdeckung eines neuen Wirkstoffs bis zur Zulassung des fertigen Medikaments durch die FDA — beträgt im Schnitt 12 ‒ 15 Jahre, während der Patentschutz für 20 Jahre gewährt wird. D.h., dass hohe Einnahmen nur für einen eher kurzen, überschaubaren Zeitraum generiert werden. Wenn dann keine neuen Blockbuster bereitstehen und Biosimilars von der Leine gelassen werden, führt das zu einer zunächst langsamen, aber stetig fortschreitenden Erosion von Umsätzen und Gewinnen.

Das Chart spiegelt die beschriebene Entwicklung exemplarisch wider. Aufschlussreich ist hier das Zusammenspiel zwischen Quartalskerzen und SMA 12. Wer darauf achtet, erkennt, wann Handlungsbedarf besteht und wann nicht.

United Health Group (UNH)

UNH ist ein großes amerikanisches Unternehmen aus dem Gesundheitssektor mit dem Schwerpunkt Gesundheitspflege‒Dienstleistungen, seit 2012 Mitglied des Dow Jones (DJIA). Dazu zählen neben Versicherungen auch Software sowie die Erhebung, Analyse und Bereit-stellung von Daten aus dem Gesundheitswesen für Regierung, Unternehmen, Verbraucher. Konkret geht es dabei um eine bessere Koordinierung der Patientenfürsorge, die Erschwinglichkeit medizinischer Leistungen, die Analyse von Kostentrends, Medikamentenzuschüsse und deren Verteilung, eine größere Effektivität bei der Zusammenarbeit mit Pflegediensten usw. Übergeordnetes Ziel ist es, das komplexe System der Gesundheitsdienstleistungen für Verbraucher einfacher zu gestalten und die hohe Ineffektivität des amerikanischen Gesund-heitswesens ein wenig zurückzuführen, in dem aktuell etwa 25% aller aufgewendeten Mittel verschwendet werden.

Ein bestechend klares Chart, bei dem sich der SMA 10 als Signalgeber aufdrängt.

Vom Gesundheits- zum Finanzsektor, der mit zwei europäischen und zwei amerikanischen Titeln hier vertreten ist.

Hannover Rückversicherung (HNR)

HNR ist der weltweit drittgrößte Rückversicherer, nach der Münchener Rückversicherung und Swiss Re, und ist Mitglied des MDAX.

Entgegen häufig gestreuten Gerüchten ist Rückversicherung kein Verlustgeschäft, sondern eine gewinnbringende Unternehmung. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen ver-fügen die schon lange am Markt tätigen Spieler über ein Heer von Risikobewertungsexperten, auf deren Expertise sie ihre Kalkulationen gründen. Zum anderen werden die Prämien jedes Jahr neu verhandelt. So gab die Münchener Rück vor einigen Tagen in einer Pressemitteilung bekannt, dass bei den Vertragserneuerungen zum 1.6./1.7. die Prämien schadenbehafteter Verträge in diesem Jahr um 10 ‒ 12% und die für schadenfreie im unteren einstelligen Prozentbereich steigen werden.

Dazu kommt ein weiterer Umstand, der den etablierten Unternehmen der Branche in die Hände spielt: in der letzten Dekade waren eine Reihe von Hedgefonds in das Geschäft mit Rückversicherungen eingestiegen, wohl in der Annahme, hier eine schnelle Mark machen zu können. Daraus wurde nichts. Warum? Weil ihnen genau das fehlt, was die alten Hasen auszeichnet, nämlich die jahrzehntelange Erfahrung in der Risikobewertung, einfach gesagt die Kernkompetenz. In der Folge ziehen sie sich nun sukzessive und unter Verlusten wieder aus dem Geschäft zurück. Ist aber alles halb so schlimm, denn verloren wurde ja nur das Geld von Großanlegern. Für die am Markt etablierten Branchenvertreter bedeutet das, dass ihre Einnahmen nicht nur durch Prämienerhöhungen, sondern auch durch Ausweitung des Geschäftsvolumens steigen werden.

Das Chart zeigt den für (fast) alle Werte des Finanzsektors typischen starken Kursrückgang im Zuge der Finanzkrise während der ersten Dekade (der allerdings auf Quartalsbasis 'nur' etwa 34% betrug) und die folgende Aufwärtsbewegung, bei der sich Anstiegsphasen immer wieder mit 3 ‒ 9-monatigen Korrekturbewegungen abwechseln, die jedoch alle oberhalb des SMA 12 enden. Auslöser der meisten Rückgänge ist in der Regel die Angst vor den Folgen von Naturereignissen, die das Ergebnis des Unternehmens belasten könnten. Für Anleger, die sich intensiv mit der Branche beschäftigen, sind das Kaufgelegenheiten. Sie übernehmen dankbar die Anteile derjenigen, die schon beim Auftreten einer stärkeren Brise ihre Aktien auf den Markt werfen. Aktuell gibt es wieder so ein Szenario. Auslöser dürfte das Auftreten von Albert in Florida sein.

Hannover Rück ist mein Favorit bei den Versicherungsaktien. Seit dem Tief 2008 hat der Titel fast 400 % (auf Quartalsbasis!) zugelegt, dazu kommt eine mitwachsende Dividende in einer Bandbreite von 4 ‒ 5%, so dass wir hier eine IRR in der Größenordnung von 20% erreichen ― nicht schlecht für einen braven und wenig glamourösen Nebenwert.

Auch die Schweiz hat einen TOP‒Finanzwert zu bieten, es handelt sich um die

Partners Group Holding AG (P2H)

Partners ist ein auf alternative Vermögensverwaltung spezialisierter Asset Manager mit Sitz in Zug, der in verschiedenen Segmenten des Kapitalmarkts tätig ist und dabei ein breites Spektrum von Fonds, strukturierten Produkten und maßgeschneiderten Kundenportfolios für vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren auflegt und verwaltet. Die AuM bewegen sich in der Größenordnung von 75 Mrd CHF, der Umsatz liegt bei etwa 1,2 Mrd und die MKap bei 19 Mrd CHF.

Das Unternehmen ist an der Börse in Zürich kotiert, Mitglied des SMI Midcap Index (SMIM) und Bestandteil des MSCI Switzerland.

1996 gegründet, wird Partners Group erst seit 2006 öffentlich gehandelt. Daher reicht das Chart nur 12 Jahre zurück.
Was für ein klar strukturiertes Chartbild! Und wieder besticht das Zusammenspiel zwischen Quartalskerzen und dem SMA 10. Wer es erkennt, weiß, wann er was zu tun hat.

Nicht nur unter den europäischen, sondern auch unter den amerikanischen Finanzwerten gibt es Spitzenkandidaten. Zu ihnen zählt

American Tower Corporation (AMT)

AMT gehört zur Gruppe der Real Estate Investment Trusts (REIT), die seit geraumer Zeit einen eigenen Sektor im S&P 500 bilden. Davor wurden sie zu den Finanzwerten gezählt, und für meine Darstellung belasse ich es auch bei dieser Einstufung.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht darin, spezielle Liegenschaften zu erwerben und zu betreiben, auf denen Funktürme für den Mobilfunkverkehr und andere Sendeanlagen errichtet werden. Trotz des patriotisch klingenden Namens ist American Tower international aufgestellt und betreibt seine Anlagen auf vier Kontinenten. Aktuell verfügt es über mehr als 160.000 Liegenschaften.

Da für die nächsten Jahre eine weitere Zunahme der mobilen Kommunikation erwartet wird, wird auch das Geschäft von AMT weiter wachsen. Zu beachten ist, dass das Unternehmen wie alle REITs mit einem hohen Verschuldungsgrad operiert und daher zinssensibel ist, Zinskurve und Kursentwicklung sollten daher immer parallel betrachtet werden.

Ein Traum von einem Chartbild — ein ganz starker Auftritt, der einen starken Charakter widerspiegelt.

Ähnlich sieht das Bild bei Mastercard (MA) aus.

Als eine der weltweit größten Kreditkartenfirmen genießt sie hohe Bekanntheit und braucht nicht weiter kommentiert zu werden.

Hohe Kapitalisierung und hohe Bewertung spiegeln hohe Wachstumserwartungen auch für die nächsten Jahre wieder.

Und noch ein Traumchart mit Parallelen zu dem von American Tower.

Und ganz zum Schluss die Auflösung: wie bin ich dazu gekommen, mich so ausdauernd mit Quartalscharts zu beschäftigen?

Es war meine größte Fehlleistung der zurückliegenden zwölf Monate, und ich kann sie an einem Chart festmachen: dem von Sartorius (SRT). Ich hatte den Wert im Zuge der Korrektur im Herbst 2017 bei etwa 77 EUR gekauft, und dann nach einigen Wochen, als sich der Kurs kaum von der Stelle bewegte, bei etwa 81 wieder verkauft. Danach stieg er bis auf fast 140 EUR.

Ich hatte Sartorius nur im Tageschart angesehen und als Tradingkandidaten behandelt. Als ich dann einige Zeit später im Rahmen meiner Versuche mit Quartalskerzen ein 3‒Monats‒ Chart betrachtete, wurde mir mein Fehler sofort bewusst: mir war sowohl die Investmentqualität des Titels als auch die übergeordnete Chartsituation, die durch eine Annäherung von Kurs und SMA 10 auf das möglicherweise bevorstehende Ende der Konsolidierung hinwies, entgangen. Beides ist mit einem einzigen Blick auf das Vierteljahreschart zu erkennen.

Natürlich gibt es auch in den Sektoren, die im Blog öfter im Blickpunkt stehen, Kandidaten, die für eine Analyse mit Quartalskerzen prädestiniert sind. Dazu zählen im Industriebereich Amphenol (APH), Ecolab (ECO), Raytheon (RTN) ebenso wie Sherwin-Williams (SHW), im Technologiesektor sind es Apple (AAPL), Accenture (ACN), Amazon (AMZN), ASML, Salesforce (CRM), Google (GOOG), Netflix (NFLX), Red Hat (RHT) und die jüngst von Johann vorgestellte Constellation Software (CSU); dazu kommen die TecDAX‒Werte Nemetschek (NEM), Wirecard (WDI) und United Internet (UTDI).

Fazit

In den zwei Beiträgen wurden die Kursverläufe von 15 Titeln mit Quartalskerzen dargestellt, um Erkenntnisse über ihre Eignung als Investmentkandidaten zu gewinnen. Dabei wurde deutlich, dass die Methodik gute Dienste beim Identifizieren solcher Werte leistet, indem sie Ihren Charakter auf den ersten Blick sichtbar werden lässt. Beim Timing kann sie dagegen nur Hinweise auf bevorstehenden Handlungsbedarf geben, Entscheidungen sollten aber auf einer tieferen Zeitebene getroffen werden.

Von den 15 Werten stammen 7 aus den USA, 5 aus D, 2 aus GB und 1 aus CH. Auf 15 weitere aus den Sektoren Industrie und Technologie wurde hingewiesen. Zusammen sind das 2½ Dutzend Titel.

Weitere Spitzenkandidaten mit Investmentqualität, die hier nicht erwähnt wurden, finden sich in Haris Beiträgen -> Warum "Solid Growth" als Investment alles schlägt <-, -> Solides, beständiges Wachstum <- und -> Wachsende Investmentkandidaten der zweiten Reihe <-.

Zusammen bilden sie einen Schwarm von Edelfischen, der in einem großen Teich schwimmt, in dem Anleger ihre Angeln auswerfen können.

Pasolini

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