Erwachen der Edelmetalle?

Lange haben wir uns hier auf Mr-Market um die Edelmetalle nicht gekümmert und das war auch richtig so. Wenn ein Markt so bullisch ist, wie der Aktienmarkt seit Trumps Sieg letzten November, wird das Geld woanders verdient, als beim verliebten Starren auf glänzende Oberflächen.

Auch die seit der Finanzkrise wie ein Mantra herum getragene Glaubensformel der "Gold-Bugs", dass ja nur und alleine im "Gelben" das "Wahre" liege - weil alles andere ja "unsicher" sei - ist natürlich grober Unfug und dient an einigen Stellen auch schlicht kaum verhüllten Vertriebsinteressen. Um so tragischer, dass es Anleger gibt, die nun 8 Jahre stark steigende Märkte verpasst haben, weil sie dieses süsse Gift der Scheinsicherheit in ihre Adern haben träufeln lassen.

Zu den Edelmetallen im Grundsätzlichen habe ich letzten Dezember bei Tichy mal einen ausführlichen, differenzierten Artikel geschrieben. Insofern muss ich das hier nicht wiederholen. Schauen Sie doch da mal rein:

-> Das Wort für Gold ist Geld <-

Sie werden schnell sehen, dass ich keineswegs gegen die Edelmetalle als Wertspeicher bin, im Gegenteil. Ich habe aber ein differenziertes Bild auf das was Gold ist (Geld) und das was es eben nicht ist (ein Investment).

Aber auch wenn die Edelmetalle keineswegs die Lösung aller Anlageprobleme sind, gibt es Zeiten diese im Auge zu behalten und Zeiten diese zu ignorieren.

Ignoriert haben wir die Edelmetalle nun lange, nun wird es wohl spannend und das im Besonderen bei den Gold und Silberminen.

Bei Gold selber wird medial gerade das grosse Dreieck herum gereicht, das ungefähr so aussieht:

Nunja, ganz nett, ich halte aber nicht so furchbar viel von Trendlinien, die Löcher von mehreren Jahren haben. Wir dürfen halt nicht vergessen *warum* Chartstrukturen Bedeutung haben - unter anderem eben auch, weil da Menschen sind, die sich an ihren alten Aktionen orientieren. So entstehen Widerstände und Unterstützungen, genau an den Stellen wo man damals gekauft oder verkauft hat und nun ins Plus oder Minus rutscht.

Wie viele haben aber eine solche Beziehung zum Kurs, wenn da Lücken von Jahren dazwischen liegen, in denen der Kurs ganz anderes gemacht hat? Hat es wirklich einen Wert eine Linie an 2 oder 3 Punkten anzudocken, die dazwischen 6,7 oder 8 Jahre liegen haben? Und vor allem welchen Wert haben Trendlinien über viele Jahre, die völlig gedankenlos in lineare (nicht logarithmische wie oben) Charts gezeichnet werden, wie ich das zuletzt immer wieder gesehen habe?

Ich will nicht pauschal "Nein" und "Nichts" sagen, aber sicher ist, dass die Bedeutung solcher Linien eher gering ist. Ganz anders eine Unterstützung, die in den zurück liegenden Monaten x-mal getestet wurde. Diese Niveaus *haben* für die aktiven Marktteilnehmer hohe Relevanz, sie müssen dafür nur in ihr Depot schauen.

Spannender finde ich daher, was bei den Minen passiert. Denn unten sehen Sie die Struktur diesen Jahres. Der GDX hat in der traditionell schwachen Phase des ersten Halbjahres, in einem noch dazu massiven Bullenmarkt, kaum abgegeben. Das ist eher stark und nun steht die traditionell starke Phase der Edelmetalle bevor:

Ich habe diesen Sektor ja nun über Monate ignoriert und das war auch gut so. Nun erscheint Zeit zu sein, sich diesem Sektor wieder zuzuwenden.

Sicher ist nie etwas am Markt, es geht immer nur um das Verhältnis von Chancen und Risiken. Hier bei den Edelmetall-Minen, könnten nun nach einer Pause von über einem Jahr, zum Jahreswechsel hin mal wieder die Chancen überwiegen.

Ihr Hari

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Gold ein Jahr später – die Monstranz der Sicherheit

Vor einem Jahr, im Juli 2014 habe ich hier einen grundlegenden Artikel zu Gold und den Goldminen geschrieben, den ich nun zwölf Monate später genau so wieder schreiben könnte.

Bitte lesen Sie den unbedingt noch einmal, er ist immer noch hoch aktuell und die Aussagen sind immer noch sehr richtig und wichtig und ich werde darauf Bezug nehmen. Und selbst das Chart ist im Kern noch gültig, es dauert offensichtlich nur länger, bis die 1000 USD mal touchiert werden:

-> Gold und Goldminen, zwischen Mythen, Crash, Eurokrise und Propaganda <-

Ich weiss, ich mache mir bei echten "Gold-Bugs" mit den folgenden Worten keine Freunde, aber falls Sie zu den Gold-Liebhabern gehören, fragen Sie sich bitte mal, *warum* Sie von Gold so angezogen werden und vielleicht auch diese vielen Seiten so attraktiv finden, auf denen es permanent nur um "Crashs", Verschwörungen und den nahenden Weltuntergang oder zumindest Währungscrash geht.

Ich gebe Ihnen die Antwort: weil Sie (zu) sehr an Sicherheit interessiert sind! Daran ist ja erst einmal auch nichts Schlimmes und die Vermeidung unnötiger Risiken, macht jede Menge Sinn. Man muss aber wie bei allem im Leben das richtige Mass finden und darf es nicht übertreiben mit der Sicherheit und dabei das Leben nicht vergessen. Das gilt auch und gerade für die Geldanlage!

In den US gibt es beispielsweise Menschen, die so vom Untergang der Welt überzeugt sind, dass sie sich tief in der Provinz schon in ihren eigenen Bunker zurück gezogen haben, das Gewehr neben sich stehend und die Regale voller Konserven, um lange auszuhalten.

Und so sitzen die da und warten. Und warten. Jahre, Jahrzehnte. Sie sitzen ganz "sicher" und geschützt. Dummerweise haben die dabei vergessen zu leben, denn auch sie werden älter. Und irgendwann sterben sie, ohne vieles getan und erlebt zu haben, was das Leben lebenswert macht. Sie waren dabei aber immer sicher. 😉

Nun sind das Extremfälle, aber ich denke Sie wissen, worauf ich hinaus will. Das Leben ist halt nicht sicher, es ist bunt und lebenswert, voller Risiken aber auch Chancen. Nur eines ist wirklich sicher, dass wir am Ende bildlich gesprochen in der Holzkiste landen! Vielleicht sollten wir uns das auch mal so klar machen, wie das Risiko des nächsten Crashs.

Und wenn wir uns die jahrelange Rally am Aktienmarkt anschauen, die hinter uns liegt, dann ist es doch vielen zu sicherheitsbewussten Anlegern auch ganz ähnlich gegangen:

Sie waren unsicher und ihnen wurde 2010 erklärt, dass der Crash kommt. Also warteten sie. Dann wurde Ihnen 2011 erzählt, dass der Crash kommt. Also warteten sie. Und warteten. Bis heute. Und kommt heute der Crash? Vielleicht, aber schauen Sie mal, wie Gold auf das Thema Griechenland reagiert hat. Gar nicht, oder? Kommt nun also der Crash? Vielleicht. 😉

Manipuliert! werden jetzt einige zum Goldpreis sagen. Kann sein, kann auch nicht sein, ist aber völlig "wurscht". Denn der Preis der da steht, ist der zu dem Sie nun und auch in Zukunft beim Händler Ihrer Wahl kaufen oder verkaufen können. Zu keinem anderen. Und wenn einige Goldhändler ihre eigenen werbenden Worte ernst nehmen würden, müssten sie ja ihren Kunden aktuell mehr für den Ankauf von Gold zahlen, weil der Gold-Preis ja so manipuliert ist. 😉

Komischerweise orientieren aber auch die Händler sich am "manipulierten" Preis. Selbst wenn er "manipuliert" sein sollte, was ist es also wert, das zu wissen? Nichts! Um aus meinem obigen Artikel von vor einem Jahr zu zitieren:

Und nehmen wir doch mal theoretisch an, es gäbe diese konzertierte Manipulation, an der Staaten, Notenbanken und Grossbanken mitwirken. Was verleitet jemanden dann zu der völlig naiven Vorstellung, dass dieses Kartell dann in Kürze aufbrechen würde? Im Gegenteil, wenn das Kartell Realität wäre, könnte es auch noch Jahre und vielleicht Jahrzehnte weiter machen.

Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass es klüger war in 2010 Aktien zu kaufen, als jetzt in 2015 noch in den Aktienmarkt einzusteigen. Das ist ja offensichtlich, vielleicht sollten Sie im Moment also tatsächlich warten. Diese Unsicherheit gibt es aber *immer*, wenn Sie auf Sicherheit beim Einstieg warten, werden Sie bis zu Ihrem Tode warten.

Und woran erkennen Sie eigentlich, dass Sie aufhören sollten zu warten? Und glauben Sie eigentlich, dass Sie nach dem nächsten Crash dann kaufen werden? Und wenn ja, warum konnten Sie es 2009 dann nicht?

Fragen über Fragen, die Sie sich mal unbedingt selber stellen sollten, wenn Ihnen Sicherheit bei der Geldanlage so wichtig ist, dass es Sie bei sinnvollen Entscheidungen blockiert und Sie den massiven Anstieg der letzten Jahre daher verpasst haben.

Denken Sie an den Mann, der im Bunker auf den kommenden Weltuntergang wartet. Hat der ein schönes Leben? Und was ist zu viel Sicherheit überhaupt wert, wenn unser Leben sowieso endlich ist?

Ich kann auch eine Metapher aus dem Fussball benutzen. Defensive und Angriff sind kein Gegensatz, man braucht immer beides, um ein Fussballspiel zu gewinnen. Wer sich nur im eigenen Strafraum verkriecht, kann vielleicht ein 0:0 halten, kann aber nicht gewinnen. Und wer ohne Rücksicht auf die Abwehr stürmt, schiesst vielleicht 3 Tore, bekommt aber auch vielleicht 5 hinten rein!

Beide Extreme sind eindeutig ungeeignet, beim Fussball zum Erfolg zu führen und das versteht jeder. Bei der Geldanlage ist es nicht anders, warum verstehen es dann so viele nicht? Warum also, denken Sie permanent über den nächsten Crash nach und nicht mal über das nächste Tor, das Sie schiessen wollen?

Faktum ist:

Auch ich halte Gold für einen sinnvollen Teil einer durchdachten Vermögens-Diversifizierung. Ich weiss, dass Gold das älteste und bewährteste Geld der Welt ist und vor allem nicht beliebig vermehrt werden kann. Und ich bin überzeugt davon, dass es Sinn macht, ein derartiges "Ersatzgeld" für den "Fall des Falles" vorrätig zu haben.

Abgesehen davon handele ich den Goldpreis oder Goldminen auch manchmal und schreibe hier im Blog darüber. Handeln kann man aber alles. Das ist aber eine ganz andere Thematik, als die prinzipielle Anlagesystematik, die ich in diesem Beitrag adressiere. Und wenn man die Edelmetalle gewinnorientiert handeln will, hat das Gerede um Manipulation erst recht keinen Sinn, dann zählt sowieso nur der Preis, der an der Börse aufgerufen wird und sonst nichts!

Ich bin also bestimmt kein Gegner der Edelmetalle. Aber ich mache aus Ihnen auch nicht, was sie nicht sind.

Gold ist kein Investment, sondern einfach nur ein langfristiges Wertaufbewahrungsmittel, Geld eben. Und weil es kein Investment ist, kann man mit ihm von kurzfristigen Kursschwankungen abgesehen, auch keinen langfristigen Ertrag erzielen, sondern nur langfristigen Vermögenserhalt.

Goldbarren sind totes Metall, sie werfen nichts ab und erfinden auch nichts. Sie haben keine Wertschöpfung und generieren keinen Ertrag. Sie sind einfach Geld, ein langfristig stabiles Wertaufbewahrungsmittel. Das ist ja auch schon was und hat seine Bedeutung, gerade in einer Welt, in der die Notenbanken wie wahnsinnig die Geldmenge aufblähen. Aber mehr als das ist es auch nicht.

Und die Edelmetalle bieten auch keine universelle Sicherheit. Sie bieten einen Sicherheitsschirm für nur einen einzigen Risikobereich des Lebens, die Entwertung der Papierwährungen und eine Währungskrise. Und deshalb haben sie eine Berechtigung. Aber man kann Edelmetalle weder essen noch trinken und ob man sie im Falle des Falles überhaupt verkaufen und tauschen kann und das dann nicht unter Strafe steht, ist auch noch fraglich.

Beste Sicherheit bietet bei der Geldanlage nur ein diversifiziertes, weltweit aufgestelltes Portfolio! Zu dem können und sollten Edelmetalle im angemessenen Rahmen gehören, aber zwingend gehören dort vor allem Beteiligungen hinein, die dauerhaften Ertrag abwerfen, wie Aktien zum Beispiel!

Gehen Sie also nicht immer wieder all den Seiten auf den Leim, die Sie mit Crash-Szenarien zum Kauf der Edelmetalle treiben wollen. Machen Sie sich klar, wie stark Ihr Sicherheitsbedürfnis ist.

Legen Sie sich eine angemessene Menge Edelmetalle zur Diversifizierung physisch ins Depot und dann vergessen Sie das Thema und leben Sie mit positiven Gedanken!

Und konzentrieren Sie sich auf die Themen, bei denen man wirklich Rendite und Vermögensaufbau erreichen kann und nicht nur das Kapital erhalten.

Abwehr und Angriff! Anders kann man ein Spiel nicht gewinnen!

Ihr Hari

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Prognosiritis – eine das Ego pflegende, ansteckende Krankheit

An einem langen Wochenende wie nun über Ostern, haben wir ja Gelegenheit, uns mal ein paar grundsätzliche Gedanken zu machen. Auch zu unserem Verhalten als Marktteilnehmer und zu den Gründen, warum sich der Börsenerfolg bei einigen von uns vielleicht nicht so einstellt, wie diese sich das wünschen.

Dabei gibt es doch ein paar Standardfallen, in die unsere Gehirne besonders gerne gehen. Und eine davon ist die von mir etwas hämisch so genannte "Prognosiritis", eine ansteckende Krankheit, die mit Selbstüberschätzung einher geht und in der wir uns einbilden, die Zukunft vorher sehen zu können. Typischerweise sogar noch besser als der Markt, hinter dem letztlich die geballte Intelligenz vieler anderer Marktteilnehmer steht.

Die Krankheit ist deshalb so ansteckend, weil sie unser Ego pflegt. Es fühlt sich einfach gut an, sich selber zu den "Wissenden" zu zählen, weil man alle anderen damit herab setzen kann. Man muss nur in die Foren der grossen Medien schauen, da findet man sie alle, diese von "Prognosiritis" heimgesuchten Selbstdarsteller, die alle ganz genau wissen, warum die Zukunft so oder so sein "muss" und diesen Glauben mit entsprechender Bugwelle vor sich her tragen.

Dummerweise "muss" die Zukunft gar nichts und unser Hirn hat einen so massiven -> Referenzeffekt <-, dass wir uns die Zukunft letztlich immer nur als Fortschreibung schon bekannter Entwicklungen vorstellen können. Das ist ja auch kein Wunder, wie soll man sich denn etwas vorstellen, was man sich noch nicht vorstellen kann?

Und deshalb machen diese ganzen Zukunfts-Prognosen selbst ernannter "Experten" eher blind für die Realität, denn wenn wir uns einmal gedanklich mit einer Prognose identifiziert haben, suchen wir nur noch selektiv nach Nachrichten, die diesen unseren Bias bestätigen.

Genau das ist der Grund, warum es Marktteilnehmer gibt, die 2009 angefangen haben gegen den Markt zu wetten, weil sie dem Anstieg nicht trauen und damit bis heute nur dann aufgehört haben, wenn sie ihr Depot endgültig geschrottet haben.

Futter für das Ego sind dabei die diversen "Crash-Gurus", die immer dann dem Bias wieder neue Nahrung geben, wenn der Anleger endlich mal angefangen hat, sich mit der Realität der steigenden Märkte zu befassen.

Auch die Community der Anhänger des gelben Gottes (auch "Gold-Bugs" genannt) unterliegt diesem Mechanismus. Praktisch jeden Monat seit Jahren, kann man in den diversen Quellen lesen, dass Gold ja nun "bald" zum "grossen Anstieg" ansetzen wird und man den auf keinen Fall verpassen darf.

Irgendwann wird das auch mal eintreffen, nur hat man dummerweise vorher jahrelang die wahren Gewinne verpasst. Und das nur, weil das Ego es nicht zulassen wollte, von dem einmal gefassten Glauben abzuweichen.

Die Wahrheit ist aber, Prognosiritis ist eine Krankheit und schädlich für das Depot. Und niemand kennt die Zukunft, die sogenannten "Experten" schon gar nicht. Es gibt für diese Wahrheit auch einen wissenschaftlichen Unterbau, man darf die Welt nur nicht mehr als Menge simpler Kausalbeziehungen begreifen.

Leider sind unsere Gehirne aber evolutionär auf solche Kausalbeziehungen trainiert, das Verständnis für einen reflexiven Markt und für komplexe, selbstreferenzielle Systeme, müssen wir uns dagegen erst mühsam und gegen unsere eigenen Instinkte erarbeiten. Genau deshalb ist Börsenerfolg auch für uns so schwierig.

Ich habe den Hintergrund im grundlegenden Artikel -> Reflexivität - die wichtigste abstrakte Börsenerkenntnis überhaupt <- dargestellt und ich kann Ihnen nur *dringend* empfehlen, diese Artikel intensiv zu lesen.

Denn wenn Sie begriffen haben, was die Reflexivität bedeutet und warum der Markt sich unter der Beobachtung von uns allen zwangsläufig selbstreferenziell verändert, können Sie über einfache Ursache->Wirkung Prognosen zum Markt nur noch herzlich lachen.

Und Erfolg am Markt hat entgegen der landläufigen Meinung absolut *nichts* damit zu tun, über die Zukunft das grosse Ratespiel zu betreiben. Erfolg hat viel mehr mit Beobachtung der Realität zu tun und damit ernst zu nehmen und intensiv zu verfolgen, was real ist.

Ich schreibe meinen Lesern daher die folgenden Zeilen immer und immer wieder und das bringt es auf den Punkt:

Wir sollen handeln, was wir real im Marktgeschehen sehen und nicht das, was wir gerne sehen würden.

Nun wollte ich zum Thema heute eigentlich gar keinen langen Artikel schreiben, auch wenn es schon wieder einige Worte geworden sind. Ich wollte vielmehr zumindest teilweise auf Texte zurück greifen, die ich schon in Hari Live mit den Mitgliedern geteilt habe. Und wurde unter anderem bei einem Artikel vom Mittwoch 09.07.14 09:40 fündig, den ich damals einen Tag nach dem sensationellen 7:1 Sieg der deutschen Fussball Nationalmannschaft gegen Brasilien geschrieben habe.

Lesen Sie also vom Tag nach dem 7:1 Sieg und von Zukunftsprognosen, die vor 25 Jahren erstellt wurden:

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Das was gestern in Belo Horizonte passiert ist, war so etwas wie ein "schwarzer Schwan". Ein Ereignis, das sich schlicht niemand vorstellen kann. Mich würde mal interessieren, ob irgendein Spassvogel dieses Ergebnis bei den Londoner Buchmachern konkret getippt hat. Wobei das 7:1 dem Ereignis ja gar nicht gerecht wird, 5:0 nach 30 Minuten gegen den Rekordweltmeister trifft den "schwarzen Schwan" weit präziser. Und hätte die deutsche Mannschaft da nicht aufgehört und in der zweiten Hälfte nicht nur noch locker gekickt, hätte es auch zweistellig werden können.

Gerade gestern habe ich auch einen weiteren Artikel gefunden, der wunderbar zum Thema Prognosen passt. Sie wissen vielleicht, dass ich mich schon in der Vergangenheit über die vergangenen Prognosen sogenannter "Zukunftsforscher" lustig gemacht habe. Und selbst echte Fachleute, die wissen worüber sie reden, sollten besser keine konkreten Zukunftsprognosen machen. Denn wie sagte der IBM Chef Thomas Watson 1943 so schön : "I think there is a world market for maybe five computers." 😉

Nun haben Sie es hier im Artikel -> Was das WSJ 1989 von der Welt in 25 Jahren erwartete <- noch einmal schwarz auf weiss.

Lesen Sie das unbedingt mal, es ist lustig und interessant. Und der wichtigste Punkt wird am Ende erwähnt: "Damit verfolgten sie die in den 1980er Jahren etablierten Denkmuster weiter."

Genau das ist das Problem. Mit Zukunftsprognosen, können wir Menschen die etablierten Denkmuster und Weisheiten in die Zukunft linear fortschreiben. So wurde aus der erfolgten Mondlandung halt die zwangsläufige Marslandung und ähnliches. Wir sind aber völlig blind, was die grossen Umbrüche, Überraschungen und neuen Entwicklungen angeht. Die aber bestimmen letztlich die Zukunft. So wäre die Welt ohne den Fall des eisernen Vorhangs ohne Frage heute eine andere. Und wer wollte den vorhersagen ?

Wenn Sie also mal wieder von jemandem lesen, wo der DAX 2015 oder 2018 stehen wird, blättern sie weiter. Und fühlen Sie sich auch bei den vermeintlich sicheren Anlagen, nie völlig sicher. Die Solarthematik ist bei mir aktuell so ein Thema. Ich bin völlig von der guten Zukunft des Sektors überzeugt und trotzdem macht mich gerade das aufmerksam und ich werde nicht nachlässig werden, diese Weltsicht immer wieder auf den Prüfstand zu stellen.

Es schadet überhaupt nicht, über die Zukunft nachzudenken. Im Gegenteil, sich verschiedene Szenarien zurecht zu legen, ist sinnvoll und macht das Leben später leichter. Der Fehler liegt aber im Unterschied zwischen einem Szenario und einer Prognose. Im ersten Fall ist es eine Möglichkeit unter vielen. Man hat sie im Auge, mehr aber auch nicht. Und wenn es anders kommt, dann ist es auch ok. Im anderen Fall ist es aber eine Festlegung, hinter die man typischerweise sein Ego und manchmal sogar seine Reputation stellt. Eine Festlegung, die einen daher dann auf fatale psychologische Art und Weise bindet.

Bleiben Sie also locker opportunistisch im besten Sinne des Wortes und akzeptieren Sie die Überraschungen des Marktes gelassen als eine Selbstverständlichkeit und als Chance. Dann wird es Ihnen leichter fallen, dem Markt profitabel zu folgen.

Ihr Hari

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Gold an der Wegscheide – Vom gelben Gott und dem Weg des maximalen Schmerzes

Der Goldpreis - hier dargestellt über XAUUSD - steht vor einer bedeutenden Wegscheide. Zum ersten Mal nach langer, langer Zeit, finden wir wieder ein halbwegs überzeugendes Setup auf der Long Seite vor.

Das Chart mit Tageskerzen, offenbart schnell worum es hier geht:

Gold 24.01.14

Erstens hat der Goldpreis nun eine deutlich sichtbare Wendeformation geformt und liegt im aktuellen Bereich um die 1260 USD knapp unter der Ausbruchszone. Diese Nackenlinie oder Ausbruchszone reicht bis ca. 1268 USD, wo der Goldpreis am 10.12.13 sein Hoch hatte.

Zweitens liegt der Goldpreis damit nur noch sehr knapp unter der mittelfristigen Abwärtstrendlinie, die auch mit der Ausbruchszone korreliert.

Und Drittens scheinen wir nun einen Doppelboden zu haben, bei dem das zweite Tief - passenderweise am 31. Dezember letzten Jahres - minimal höher als das vorherigen Tief vom 28.06.13 war.

In Summe ist damit der Ausbruch noch nicht vollzogen, aber der Goldpreis steht kurz davor. Und sollte er diese Zone verlassen können, hat eine schnelle Bewegung bis über 1300 USD hohe Wahrscheinlichkeit.

Umgedreht ist es aber weiter denkbar, dass der Goldpreis hier abprallt und im mittelfristigen Abwärtstrend verbleibt. Die sichtbare Price-Action indiziert hier aber zum ersten Mal seit vielen Monaten, einen kleinen Vorteil für die Bullen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die grossen Einschläge im frühen Handel an der Comex, mehr und mehr durch ebenso starke Schübe abgelöst werden, die auch im frühen Handel nach oben weisen. Die Hedgefonds scheinen hier also langsam die Richtung zu wechseln.

Lustig ist in diesem Zusammenhang ja auch zu beobachten, dass die Gläubigen der "Kirche des goldenen Gottes" - auch "Gold Bugs" genannt, die bei jedem Einschlag an der Comex gleich "Foul" gerufen haben - bei den identischen Gegenbewegungen nach oben nun so still sind. Weil es ist ja klar, nach oben "muss" der Goldpreis ja steigen, nach unten wäre das aber gegen die göttliche Ordnung. 😉

Ich weiss, diese sarkastischen Zeilen werden einigen nicht gefallen, aber Glauben hat an der Börse nichts verloren. Und es ist für mich Faktum, dass der Goldpreis in den letzten Monaten insofern "manipuliert" war, als das grosse Marktadressen mit überdimensionierten Orders den Markt in die gewünschte Richtung gepresst haben. Wer das nicht wahr haben will, hat nicht hingeschaut, was da passiert ist. Nur hat das eher nichts mit "bösen Mächten" zu tun, die den "ehrlichen" Goldpreis nach unten pressen wollen, sondern da hat schlicht "Big Money" herrliche Gewinne generiert, in dem es den Gold Bugs die Hosen runter gezogen hat. Gewinne gehen aber in beide Richtungen und wenn sich nun die Schussrichtung der grossen Marktorders an der Comex ändert, sollten wir das nicht übersehen !

Wenn Sie mich jetzt fragen, wie es denn über diese Wegscheide hinaus beim Goldpreis weiter geht, kann ich Ihnen natürlich auch nur sagen, dass ich keine Glaskugel habe. Das Weissagen der Zukunft, muss man den Wahrsagern überlassen.

Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass der Markt diese wunderbare Eigenschaft hat, Bullen wie Bären gleichermassen zu frustrieren und einen Weg zu gehen, der allen am wenigsten gefällt - den Weg des maximalen Schmerzes.

Wenn man sich nun vor Augen führt, dass den Gold Bullen mit ihrer schönen Erzählung von den zwangsweise immer steigenden Preisen, ja in den letzten zwei Jahren gehörig Demut eingebläut wurde, wären jetzt die Goldhasser mal an der Reihe.

Denn deren Mantra, nach dem Gold ja nur ein "barbarisches Relikt" sei, das nur tot und sinnlos rumläge, ist zwar gar nicht mal falsch, geht aber doch völlig am Thema vorbei. Denn es gibt ja einen guten Grund dafür, dass Gold - neben seiner Funktion als Schmuck - seit tausenden von Jahren als Wertaufbewahrung und Ersatzwährung dient und in dieser ganzen Zeit seine Kaufkraft erhalten hat.

Und dieser Grund hat damit zu tun, dass alle anderen Formen von "Geld" beliebig vermehrt, entwertet und missbraucht werden können. Währungsreformen, inflationäre Schübe und Staats- und Währungskrisen kommen und gehen auf der langfristigen Zeitachse. Gold bleibt. Und zwar noch so lange, bis die Menschheit wie auf der Enterprise, in einem Replikator beliebige Atomstrukturen auf Knopfdruck herstellen kann und somit der Traum der Alchimisten des Mittelalters doch noch wahr wird. Dann hat Gold keinen Wert mehr. Aber erst dann.

All diese schönen Überlegungen und Glaubensbekenntnisse beantworten aber nicht die Frage, ob Gold im Verhältnis zur Weltleitwährung US Dollar, in einem Monat zu 1000 oder 1500 USD gehandelt wird. Genau genommen ist das Denken in diesen Überlegungen dafür auch nicht hilfreich.

Wenn der Goldpreis nun also mit Macht über diese Ausbruchszone hinweg nach oben schiessen sollte, kommt die Zeit, in der die Goldhasser mal wieder Demut lernen werden und ihre Shorts ihnen in der Hand explodieren. Wenn Gold dann schnell bis 1500 USD nach oben schiesst, werden die Goldbugs ihr Jubelgeschrei starten und sich nur noch um die Frage streiten, ob Gold nun bis 3.000 oder 5.000 USD steigen wird.

Genau das wäre dann der ideale Zeitpunkt für den fiesen Mr. Market, um erneut die Richtung zu ändern und den seit 2011 bestehenden übergeordneten Abwärtstrend bei Gold wieder aufzunehmen. Das wäre wohl der Weg des maximalen Schmerzes, erst die Shorties zu zerstören und dann die Goldbugs in einem massive Falle laufen zu lassen.

Natürlich ist das reine Spekulation und ich habe keine Ahnung, ob das so kommt. Ich kenne aber die Fähigkeit von Mr. Market, genau diesen Weg des maximalen Schmerzes zu gehen. Und deswegen bin ich weder ein Anhänger der Kirche des gelben Gottes, noch verdränge ich die unzweifelhaft vorhandene Funktion von Gold als dauerhaft werterhaltende Aufbewahrung von Vermögen. Deswegen richte ich mich nach dem, was mir die Kurse sagen.

Und die sagen im Moment: zum ersten Mal nach langer Zeit, haben die Bullen mal wieder brauchbare Chancen.

Diese Kursbewegungen zwischen 1000 und 1500 USD haben aber nichts mit der Frage zu tun, ob man als Bürger sinnvoller Weise eine definierte Menge physischen Goldes besitzt. Diese Frage hängt nicht vom unmittelbaren Goldpreis in USD ab, sondern nur davon, dass Gold eben seit tausenden von Jahren in schwierigen Phasen die ideale Ersatzwährung ist und wohl auch absehbar bleiben wird.

Ihr Hari

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Starker Dollar, schwacher Euro – Gold mit Blick zur 1000 USD Marke

Wie erwartet, haben die gestrigen FOMC Minutes - die Protokolle der letzten FED Sitzung von Ende Oktober - als Katalysator gewirkt und Bewegungen in Gang gesetzt, die das Potential haben, über den Tag hinaus Trends zu begründen.

Während in den breiten Indizes das Urteil noch aussteht und es gut vorstellbar ist, dass die Märkte auch die erneuten Sorgen um ein Tapering verdauen und Anfang Dezember noch einmal zur Jahresendrally antreten, ist die Lage bei der Weltleitwährung Dollar, sowie damit in Korrelation stehenden Assets wie Gold und Öl, viel klarer.

Der Dollar scheint eine Phase neuer Stärke einzuläuten, die man in diversen Charts schon vorher antizipieren konnte und wir haben diese Entwicklung im Premium-Bereich auch schon gestern vorweg genommen. Zum Beispiel im Verhältnis Euro zu Dollar sieht man schön, wie der Euro aus einer deutlich sichtbaren Bärenflagge nun nach unten weggebrochen ist:

EURUSD 21.11.13

Diese Bewegung hat das Potential, den Ton der Märkte bis zum Jahresende zu bestimmen. Das ist ja auch kein Wunder, während die FED über ein Tapering - also eine Rückführung des Stimulus - zumindest nachdenkt, hat die EZB eine Verschärfung der geldpolitischen Massnahmen im Blick, wie zum Beispiel Negativzinsen. Ich sehe die Disparität zwischen einer EZB mit geldpolitischem Nachholbedarf und einer FED, die zumindest über eine Abbremsung diskutiert, eher nicht kurzfristig verschwinden. Weswegen eine Short-Position auf EURUSD, über den Tag hinaus Chancen beinhalten könnte. Gleiches gilt für eine Shortposition auf JPYUSD, also den japanischen Yen versus den Dollar.

Wichtiges passierte in Folge der FOMC Minutes gestern auch bei Gold. Auch diese Entwicklung haben wir schon gestern im Premium-Bereich vorweg genommen, denn die anämische Schwäche von Gold war offensichtlich. Und auch gestern gab es wieder einen -> Trading Halt an der Comex <-, weil eine zu grosse Position auf einen Schlag abgeladen wurde. Die Versuche grosser Marktteilnehmer, den Kurs nach unten zu pressen, dauern also eindeutig an.

In dem Gold gestern das Tief vom 15.10. bei 1251 USD hinter sich gelassen hat, weist die Tendenz nun unzweideutig nach unten. Eine Chance besteht noch, dass das bedeutende Tief vom 28.06. bei 1180 USD hält, allerdings muss man mehr und mehr den Eindruck bekommen, dass Gold noch "unfinished Business" nach unten hat.

Gold 21.11.13

So lange der spekulative Druck an der Comex von grossen Marktteilnehmern erhalten bleibt, sind alle Gegenbewegungen im Sinne Trendfolge zu verkaufen, der übergeordnete Abwärtstrend ist voll intakt. Und genau hier kommt die runde Marke 1000 USD ins Spiel. Es wird zunehmend wahrscheinlich, dass der Markt diese Marke einfach sehen will, die wahrscheinlich auch für die Shorties dann Katalysator wäre zu covern, und den aggressiven Druck auf den Goldpreis einzustellen.

Ich kann auch an dieser Stelle wieder nur gebetsmühlenartig wiederholen: was Sie persönlich glauben oder für fundamental richtig halten, ist ohne Belang für den Markt. Vergessen Sie das nie ! Alles was zählt sind die Kurse die aufgerufen werden, nur die bewegen Ihr Depot.

Vielleicht haben die Gold-Bugs sogar Recht und irgendwann - wenn die Gross-Banken anfangen, die aufgestaute Liquidität in die Realwirtschaft als Kredite auszugeben - wird nicht nur die Asset-Inflation (die schon da ist), sondern auch die Inflation der Warenkörbe massiv anziehen. Die Renditen am Anleihenmarkt werden dann trotz Interventionen der Notenbanken weiter steigen. Als Folge können die Staaten ihre aufgeblasenen Schuldenberge nicht mehr bedienen und der grosse Knall mit dem grossen Reset des Währungssystems kommt, mit Goldpreisen oberhalb 3000 USD - falls ein freie Kursstellung bei Gold dann überhaupt noch zugelassen wird, denn auch den Verbot des privaten Besitzes von Gold hatten wir historisch schon.

Vielleicht ist das irgendwann mal so. Vielleicht auch nicht. Aber Gold kann trotzdem vorher noch unter 1000 USD fallen. Es wäre sogar typisch für den fiesen Mr. Market, genau das zu tun und alle noch abzuschütteln, bevor die grosse Rally kommt. Denken Sie also unbedingt an das "Hier und Jetzt", nur das ist real, nicht die Spekulationen, Wünsche und Prognosen. Und im "Hier und Jetzt" zeigt der Trend bei Gold unzweideutig nach unten. Und das sollte man im Depot respektieren. Der Rest sind feuchte Träume.

Ihr Hari

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