Hari Live Stream 29.04.20



15:25 MEZ - ZH2

Der Markt läuft in Schüben weiter hoch und setzt die positive Entwicklung fort, die Anfang der Woche schon zu erahnen war. "Nach Oben" ist derzeit der Weg des maximalen Schmerzes, weil sich das niemand so richtig vorstellen kann.

Heute kam gegen 14:30 Uhr ein markanter Pop, zu dem Zeitpunkt kam das US BIP und die Meldung über den erfolgreichen Studienabschluss von Gilead Sciences (GILD) herein.

Bei der Meldung von GILD geht es im Falle Covid natürlich nicht nur um das Unternehmen, sondern um die Hoffnung generell, dass das Virus bald beherrscht werden kann - insofern kann das wirklich generell marktbewegend sein. Aber auch beim BIP ist das nicht undenkbar, weil dass die Zahl mies würde, war ja bekannt, aber hat der Markt vielleicht noch Schlimmeres erwartet?

Aber wie auch immer, der Grund ist letztlich "wurscht", der Markt macht, was ich Anfang der Woche mit Präferenz auf der Rechnung hatte und nur das zählt:

15:40 MEZ - ZH1

Heute wieder alles tiefgrün und Google sogar 9% im Plus:

Sie erinnern sich ja, dass ich gestern im Intraday-Reversal entspannt geblieben bin und geschrieben habe, dass das mit Wahrscheinlichkeit eher kurze Gewinnmitnahmen sind, die durchaus nur eine Eintagesfliege sein können. Genau so ist es ja nun auch.

Woher habe ich das "gewusst"?

Ich habe es natürlich *nicht* gewusst, so eine Einschätzung mit Wahrscheinlichkeit ist aber das Ergebnis von einer Menge Erfahrung, Übung und "Auge". Wenn Sie mich jetzt fragen würden, woran ich das konkret festgemacht habe, während ich an anderen Tagen vielleicht eher Alarm läute, müsste ich selber lange überlegen und hätte keine einfache Antwort im Sinne nur eines Indikators dafür.

Das ist doch aber nichts Ungewöhnliches, jeder Profi in irgendeiner Profession die auch mit Beobachtung zu tun hat, "sieht" instinktiv in wenigen Sekunden mehr, als ein Anfänger der keinen geübten Blick hat. Das ist ganz normal und das Ergebnis von Übung, Übung, Übung und sonst nichts.

Es gibt dazu auch nicht das einzelne Buch oder die Handvoll Regeln die man nur auswendig lernen muss, um den Markt einschätzen zu können, das ist alles Illusion - es braucht Zeit und Übung. Ein guter Jäger beobachtet das Wild das er jagt doch auch so lange, bis er intensiv seine Marotten und Routinen kennt. Dann schlägt er zu. Und diese Art des Schwimmens lernt man eben nicht theoretisch, sondern nur im Wasser - unter Anleitung.

15:55 MEZ - ZH3

Boeing (BA) ist heute -> mit den Zahlen raus <- und steigt 5%. Wie wir schon bei vielen anderen Firmen gesehen haben, sind die Zahlen mies, aber nicht ganz so mies wie befürchtet.

Auf den aktuellen Niveaus wirklich kursbewegend sind aber nicht marginale Unterschied bei sowieso zusammenbrechenden Umsätzen. Es ist die große Kernfrage, ob BA den Sturm alleine überstehen kann, oder unter einen Schutzschirm des Staates springen muss, der für die Alt-Aktionäre sicher schmerzhaft würde.

Was das angeht, verschaffen die Zahlen leise Hoffnung auf eigenes Durchhalten, ich rate gerade in so Situationen aber vor allem auf die Charts zu schauen, denn die bündeln die gesamten Erwartungen aller.

Und das Daily von BA ist unverändert unentschieden und offen, die 5% Plus sind also nett, wie auch das Zahlenwerk, beantworten aber die existenziellen Fragen für den Markt bisher nicht.

16:00 MEZ - ZH3

Der Energie-Sektor, hier dargestellt durch den ETF XLE, ist nun endlich eindeutig im Rebound.

Wir sehen den Ausbruch über die Nackenlinie, den Ausbruch über die 50-Tage-Linie und ein Gap-Fill voraus:

16:15 MEZ - ZH3

Ein weiterer kleiner Indikator, der darauf hindeutet, dass diese Woche gerade eine grundlegende Entscheidung bringt, ist auch die Korrelation der ETFs IWM zu SPY, also von den kleinen Aktien des Russell2000 zum S&P500.

Diese zeigt eine klare "Bodenbildung" und in den letzten drei Tagen dieser Woche einen bedeutenden "Ausbruch".

Ich setze die Worte "Bodenbildung" und "Ausbruch" ausdrücklich in Anführungszeichen, weil wir uns immer bewusst machen müssen, dass das nicht das Gleiche wie ein echtes Chart echter Kurse ist und Markttechnik mehr ist, als ein paar bunte Linie zu malen.

Man muss immer den Kontext verstehen und Markttechnik funktioniert ja gerade, weil zum Beispiel bei der Nackenlinie einer Widerstandszone *echte Käufer* auf *echten Kursniveaus* wiederum *echtes Geld* in Bewegung setzen. Die menschliche Psychologie sorgt dann für die typischen Muster, überlagert und verschmiert ala Schrödingers Katze von der Reflexivität.

Hier aber ist einfach eine mathematische Korrelation, es gibt an der Nackenlinie keine echten Käufe, weswegen es genau genommen auch keine ist. Das Volumen unten bezieht sich *nur* auf den IWM.

Trotzdem visualisiert das Bild, dass sich hier ein Richtungswechsel anbahnt und genau den wollen wir sehen, wenn der Markt das Risiko eines erneuten Zusammenbruchs hinter sich lässt.

Insofern sind die Charts schon wichtig, man sollte sie aber nicht mit echten Kursbewegungen verwechseln und immer begreifen *warum* Markttechnik sinnvolle Aussagen macht.

Es besteht eben ein Unterschied zwischen einer bunten Linie und bspw einer echten Distributionszone. Das versuche ich Ihnen ja auch immer beim Thema subjektive Trendlinie versus objektive, horizontale Begrenzung klarzumachen.

16:30 MEZ - ZH1

Der Spaß muss jetzt im Nachgang zum -> Vormittagsartikel <- sein.

Ich wollte doch mal schauen, wofür die ganzen deutschen "Buffett-Investoren" und "Super-Trader" sich jetzt am Nachmittag mit Präferenz interessieren. Seit meinem Artikel sind ja mehr als 6 Stunden vergangen, also selektiere ich mal die letzten 6 Stunden.

Ausserdem haben wir doch nun die FED vor uns, diverse wichtige Zahlen von Topwerten wie GOOGL und vielen anderen Bluechips und einen Markt, der massiv nach oben schiebt.

Das wird doch bestimmt auf breites Klick-Interesse stossen, oder?

Hier ist die Auflösung. Loriot würde dazu "Ach was!" sagen. 😛

17:00 MEZ - ZH5

GlaxoSmithKline (GSK) hat heute -> überzeugend geliefert <-, diese markante Langfriststruktur bleibt im Rennen:

Auch AstraZeneca (AZN) -> überzeugt <-, die markante Ausbruchsstruktur wird bestätigt:

17:20 MEZ

Ein paar Worte zu Finviz.

Ich arbeite damit ja gerne, wie man leicht merkt. Nicht weil Finviz prinzipiell Exklusives anbietet, das man woanders nicht finden würde, sondern wegen der Einfachheit und Eleganz des Umgangs damit.

Auch die Kombination von Charts, Fundamentaldaten und Nachrichten auf einen Blick an einer Stelle, ist für mich sehr hilfreich, weil ich in der Tagesroutine Massen an Charts durchsehe und ich es dann nicht gebrauchen kann, mir diese Elemente aus unterschiedlichen Plattformen oder mit mehreren Klicks zusammensuchen zu müssen.

Finviz hat also keine besondere Tiefe und keine besondere Exklusivität, es ist aber das *KISS*-Prinzip, das ich so mag und im Tool gelebt wird.

Die bessere Konfigurierbarkeit beim Einblenden von Zusatzinformationen, ist auch das was ich mir bei Tradingview am Stärksten wünsche. Tradingview ist von der Chartseite her um Klassen besser und überlegen, aber lange nicht so einfach und schnell wie Finviz, um mit einem Klick einen Überblick zu bekommen.

Hauptärgernis bei Finviz sind für mich zwei Dinge:
(1) Dass die Charts keine exponentielle Darstellung haben
(2) Dass bei manchen ETFs "proforma" Kurse mit inkludierten Dividenden berechnet werden, so dass die Charts nicht mehr die echten, historischen Kurse darstellen.

Letzteres macht eine langfristige Chartanalyse damit für mich unbrauchbar, nur Tendenzen kann man so schnell visualisieren.

Blöd ist auch, dass es auf US-Werte begrenzt ist, damit kann ich aber leben, auch wenn mir mehrere Weltmärkte lieber wären.

Trotzdem habe ich schon bisher immer gerne die Jahresgebühr von 300$ für *Elite* gezahlt, weil ich das Tool eben im täglichen Ablauf schätze und dann auch nicht knickerig sein will, wenn mir jemand wirklich hilft. So bin ich auch ohne Werbung und habe noch ein paar Konfigurationsmöglichkeiten und vor allem auch Realtime-Kurse!

Jetzt haben sie bei den Charts noch die Darstellung zu einer XL Version erweitert, so dass man nun einen perfekten Überblick mit einem Klick bekommt.

Ich stelle mal ein Beispielbild für eine Aktie (hier EXAS) ein, das können Sie unten anklicken wenn Sie mögen, dann wissen Sie, wie das in "Elite" real aussieht. Die Indikatoren sind konfigurierbar.

Ich mache für Finviz damit keine Werbung, ich bekomme dafür nichts und habe keinen Kontakt zu denen, ich beschreibe nur, warum ich es gerne nutze.

300$ sind viel Geld und die Leistung ist sicher viel weniger, als Sie hier bei Mr-Market für das gleiche Geld bekommen. Es wird also nicht für jeden in Frage kommen und das kann ich gut verstehen. Wer Finviz aber sowieso extensiv nutzt, kann mal darüber nachdenken:

17:45 MEZ - ZH3

Auch ein guter Indikator dafür, dass die Märkte nun ins Bullische wechseln ist, dass Ausbruchstrades wieder markant funktionieren und nicht sofort wieder abverkauft werden. Das tun sie nämlich nur in einem bullischen Marktenvironment.

Ein ideales Beispiel weil ich es Ihnen gestern im Stream gezeigt habe ist Enphase Energy (ENPH). Gestern im Stream mit 42,39 den Ausbruch gezeigt, heute bei 48,10 13% höher. Das läuft so nur in Bullenmärkten.

18:10 MEZ - ZH3

Der Markt ist nun im vollen Bullenmodus, das 62er Retracement ist faktisch erreicht, die 200-Tage-Linie nicht mehr weit.

Es war am Wochenanfang zu riechen, sie haben ja bestimmt bemerkt, wie ich die Tonlage im Wochenausblick ins Positive geschoben habe.

Natürlich schafft das auch Risiken, das ist immer so und heute Abend kommt eine FED, die zwar nichts Neues beschliessen wird, aber Powell kann sich ja durchaus "verplappern", das hatten wir ja schon.

Heute nach Börsenschluss kommt auch noch Microsoft (MSFT), Facebook (FB), Tesla (TSLA) und Qualcomm (QCOM), für "Unterhaltung" und Katalysatoren ist also gesorgt. Und morgen steht die EZB und Apple (AAPL) wie Amazon (AMZN) an.

Solche Risiken sind aber bei so Bewegungen normal und wer jetzt hier schon länger ist und die ganzen bullischen Jahre wie 2017 und 2019 mitgemacht hat weiss, dass es sich nicht lohnt blind gegen das Momentum auf eine Wende zu spekulieren, ohne dass diese sich in den Kursen abzeichnet.

Momentum schafft eben neues Momentum und viele sind unterinvestiert und sehen nun den fahrenden Zug den Bahnhof verlassen und werden hektisch werden. Ohne schlechte Nachrichten zum Virus sehe ich derzeit dieses Momentum klar im Vorteil - und die werden selbst im schlimmsten Fall wohl noch dauern, weil sie erst Wochen nach einer Öffnung kommen können.

Ich wünsche damit viel Erfolg heute Abend, ich schaue auch auf den Markt und ins Forum, schliesse jetzt aber diesen Stream. Morgen kommt ein Gastartikel eines Mitglieds zum Thema DGI und am Nachmittag ganz normal der Stream.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Die Fördertürme des 21. Jahrhunderts und die Illusion der Sicherheit

Normale Anleger sind Sicherheitssucher. In der idealen Welt würde man gerne 6% Rendite ohne Verlustrisiko kassieren und wenn einem so eine Verheißung dann als "Mittelstandsanleihe" daher kommt, ist man Feuer und Flamme.

Nur ist das natürlich eine Illusion, wie viele Anleger solcher Anleihen schmerzhaft lernen mussten. Denn Chance und Risiko bilden immer eine Einheit und wer ihnen Chancen ohne Risiko verkaufen will, der lügt und optimiert primär die eigene Brieftasche.

Klügere Anleger, suchen die Sicherheit dann bei soliden Firmen und Geschäftsmodellen, die schon Generationen überdauert haben. Kein grundlegender falscher Ansatz, aber auch keine Garantie für irgendetwas, wie uns gerade der große US Einzelhändler -> Sears <- mit seiner Pleite vormacht. Wer oft in Amerika war oder ist, wird die großen Kaufhäuser noch kennen, die nun den Weg allen Irdischen gehen.

Sears (SHLD) ist das Opfer von technologischen Umbrüchen geworden, die man sich vor 20 Jahren noch nicht vorstellen konnte und unter anderem den Namen Amazon (AMZN) tragen:

Das nennt man Disruption und machen wir uns nichts vor, *nichts* ist am Ende davor gefeit, auch keine 100 Jahre alten Geschäftsmodelle. Läden braucht man immer ... ja, ja ... 😉

Deswegen macht es immer noch Sinn, nach stabilen, bewährten Geschäftsmodellen Ausschau zu halten, nur kann man auch die nicht 40 Jahre einfach liegen lassen, weil der sich weiter beschleunigende Wandel, noch vieles auf den Kopf stellen wird, was wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Wo kann man denn dann "Sicherheit" finden?

Absolute Sicherheit gibt es nicht, sie ist eine gerne kostenpflichtig verkaufte Illusion, um die Seelen von uns Nußschalen auf dem Strom des Schicksals zu beruhigen. Denn am Ende steht immer der Tod, im Leben, in der Wirtschaft und im ganzen Univerum.

Aber relative Sicherheit kann man finden, denn es gibt Themen, die in den nächsten Jahrzehnten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Boom erleben werden.

Daten seien das Öl des 21. Jahrhunderts, kann man derzeit allenthalben lesen und jederman der weitsichtig und als "Innovations-Experte" erscheinen will, nimmt das gerne in den Mund.

Nun gut, das kann sein und einen wahren Kern hat es bestimmt, ich bin aber trotzdem noch nicht vollständig überzeugt. Nicht nur weil mir zu viele gewichtig darüber reden, von denen einige im wahrsten Sinne des Wortes "von Tuten und Blasen keine Ahnung haben". Sondern auch weil das Bild hakt, denn bei Öl hat schon sehr schnell auch Otto Normalverbraucher begriffen, wie wertvoll Öl ist - ältere Semester denken dabei an James Dean und "Giganten".

Bei den Daten ist diese Erkenntnis aber noch nicht gereift, Otto Normalverbraucher gibt immer noch sein Wertvollstes für ein paar Likes und bunte Pixel-Herzchen her, wenn sich das aber ändert, werden auch viele "Geschäftsmodelle" wieder sterben, die heute die Welt zu dominieren scheinen. Wer dabei unter anderem an Google und Facebook denkt, liegt nicht ganz falsch.

Aber egal ob Daten nun das Öl des 21. Jahrhunderts sind oder nicht, es gibt "Fördertürme", die auch für Daten benötigt werden, die aber auch alles andere fördern können, was das 21. Jahrhundert braucht. Und diese "Fördertürme" sind Chips!

Ja Chips und die damit verbundene Chipindustrie, es wird praktisch nichts mehr ohne Chips darin geben. Herzschrittmacher? Kühlschränke? Lampen? Fortbewegungsmittel? Sie könne nehmen was Sie wollen, ja selbst die Verpackungen die auch in der langsam verendenden Sears in den Grabbeltischen lagen, haben schon Chips, auch RFID genannt. Und das wird nicht weniger werden, sondern mehr.

Die Chipindustrie hat die wahren Fördertürme des 21. Jahrhunderts in der Hand und ohne Fördertürme kein Öl, auch das hat schon James Dean gewusst.

Nun hatte die Chipindustrie in der Vergangenheit eine unschöne Eigenschaft, sie wurde von Boom&Bust Zyklen getrieben, weil es durch den langen Vorlauf beim Aufbau von Produktionsanlagen, zu einem beständigen Wechsel von Unter- und Überkapazitäten kam.

Das zeichnete aber vor allem Massenschips wie DRAM (Arbeitsspeicher) aus und die Frage ist berechtigt, ob in einer Welt in der Spezialchips immer mehr Lebensbereiche durchdringen, diese Zyklen noch so tief und ausgeprägt sein werden, wie in der Vergangenheit - ich glaube eher Nein!

Aber selbst wenn die Zyklen doch so bleiben, eine Einzelfirma in der Chipindustrie kann immer mal auf eine falsche Technologie setzen und vom Markt verschwinden. "Sicher", ist daran rein gar nichts.

An diese Stelle lohnt es sich, sich erneut an das Prinzip der -> Schaufeln für den Boom <- zu erinnern. Beim Goldrausch in Kalifornien, wurden wie wir wissen nicht die sicher reich, die nach Gold gruben, sondern die, die die Schaufeln dafür verkauft haben!

Im übertragenen Sinne sind das für die Chipindustrie die Chipausrüster, die die Produktionslinien der Chiphersteller mit Technologie ausrüsten. Ich will Ihnen hier mal Charts der eher bekannten Applied Materials (AMAT) und der niederländischen ASML Holding, aber auch der etwas weniger bekannten Lam Research (LRCX) zeigen:

Wir sehen überall klare Trendbrüche, die erfahrenen Anlegern schon vor Monaten ein sauberes Ausstiegssignal gegeben haben. Im seit Jahren boomenden Sektor, hat also ein neuer Abwärtsyzklus schon längst eingesetzt - Boom&Bust aus dem Lehrbuch eben!

Egal wie positiv die Zukunft der Chipindustrie aussieht - denn wenn sich die Menschheit nicht ausradiert, werden Chips immer mehr und immer dominanter werden - ich kann nur dringend davon abraten, hier nun sofort und nur auf Verdacht herein zu greifen. Denn man nennt das zu Recht ein "fallendes Messer" und in das greift man nicht, wenn einem die eigenen Finger etwas wert sind!

Das hier noch eine Menge theoretisches Potential nach unten ist, will ich Ihnen anhand der letzten 30 Jahre von Lam Research (LRCX) in logarithmischer Darstellung zeigen:

Von aktuell 145$, im schlimmsten realistisch vorstellbaren Fall noch auf vielleicht 60$ herunter, das wäre noch ein schmerzhafter Weg! Vorsicht also, kluge Anleger warten ab, bis so ein Abwärtszyklus ausgelaufen ist und das kann - muss nicht, kann - möglicherweise noch dauern!

Beachten Sie also, dass wir den Wendepunkt nicht kennen. Der kann erst in einem Jahr kommen, aber auch schon diese Woche, denn der Sektor zeigt kurzfristig aktuell erste Anzeichen einer Bodenbildung.

Wir müssen den Wendepunkt aber auch nicht kennen, den exakten Boden trifft man sowieso nie. Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir die ersten paar Prozent einer Wende verpassen - unsere Aufgabe ist nicht im Vorfeld herumzuraten, sondern dann beherzt zuzupacken, wenn die Wende real da ist! Und dann ist noch mehr als genug Potential vorhanden, in der nächsten Aufwärtsphase kann sich der Sektor kurstechnisch problemlos wieder verdoppeln.

Klar ist also, dass dieser aktuelle Abwärtszyklus massive Chancen generiert, denn eines ist so klar, wie etwas in einer sich immer schneller wandelnden Welt nur klar sein kann:

Den Chips gehört die Zukunft und die wenigen Ausrüster, die der Chipindustrie ihre "Schaufeln" zur Verfügung stellen, werden noch lange, lange stark wachsen, auch wenn dieses Wachstum - wie in den letzten 30 Jahren von Lam Research (LRCX) zu sehen - immer in großen Aufwärtswellen vonstatten geht.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück, der Charakter jedes aufwärts strebenden Marktes. Die Chipausrüster machen gerade einen Schritt zurück, danach dürften hier erhebliche Chancen liegen.

Das wollte ich auch mal mit Ihnen im freien Bereich teilen, in der Community ist das schon länger Thema.

Ihr Michael Schulte (Hari)

PS: Übernächste Woche bin ich übrigens im Ferienmodus. Der nächste Artikel im freien Bereich kommt also erst in 2 Wochen.

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Wallstreet Stream 09.10.18



15:02 MEZ

Der Markt steht heute wieder vor der gleichen Frage wie gestern: Ist es Zeit für einen Bounce?

Kann sein, kann nicht sein, mein Eindruck ist, dass die Chancen heute aber besser als gestern sind, dass dieser kommt und ernst zu nehmen ist.

Statt zu raten, schauen wir lieber auf den Markt und der hat im E-Mini Future eine Struktur, aus der was werden *könnte* - Konjunktiv!

15:08 MEZ

Was bei Alphabet (GOOGL) passiert ist bemerkenswert: -> Google schaltet Google+ ab <-.

Es ist bemerkenswert, weil es zeigt wie sich die Wahrnehmung verschoben hat und wie Sicherheitabspekte plötzlich höchst relevant sind, nachdem die Oberkrake Facebook (FB) genau deswegen langsam abschmiert:

Wirtschaftlicher Schaden, das ist was arrogante Großkonzerne in Wallung bringt, der Rest sind Petitessen. Und bei Google baut sich da ein noch größeres Risiko auf, das auch mit dem Konkurrenten Amazon zu tun hat, lesen Sie dazu:
-> Maybe Amazon will just put Google out of business now, because why not? <-

Der Artikel ist vielleicht etwas übertrieben wie vieles dort, er hat aber einen Punkt. Die Zeiten für alle die mit Daten der Kunden Geschäft machen werden härter und auch Google ist nicht unangreifbar. Und das ist gut so.

Bei Alphabet würde ich deswegen einen Trendbruch sehr kritisch auf dem Radar haben, wenn er denn stattfindet:

15:15 MEZ

Auch die nach oben ausbrechenden Renditen der lang laufenden US T-Bonds, sehen so aus, als ob diese mal eine Pause - einen Durchschnaufer - brauchen.

Auch das deutet in Richtung der Chance, dass heute der Tag einer Gegenbewegung ist. Früher war das immer der berühmte "Turnaround Tuesday", dieses Muster ist aber in den letzten 2 Jahren kaum noch aufgetreten:

15:30 MEZ

Schauen Sie mal der MDAX in den letzten Tagen. Das hat schon fast den Charakter eines Crash und schreit nun nach einem "Snapper":

15:48 MEZ

Wie schwer es uns der Markt mitunter macht und wie leicht man doch manchmal damit umgehen kann, zeigt uns aktuell Intuitive Surgical (ISRG).

Dieser Marktführer für roboterbasierte Operationen, ist so eine Aktie, die man schon immer haben wollte, einem aber nie einen leichten Einstieg erlaubt hat.

Und nun? Ist er nun da, der Einstieg?

Langfristig schwer zu sagen, nach so einem Einbruch kommt gerne trotz Rebound noch was nach und wir haben hier noch keine Wendeformation. Aber kurzfristig, ist so etwas eher eine Chance, wenn eine so begehrte Aktie so überverkauft ist. Und selbst langfristig kann man das diskutieren, wenn man auf das Chart dazu schaut:

Und nun kommt etwas, womit ich mich schwer tue das zu kommunizieren, weil es das Verhalten eines "Ritters" ist und in unerfahrenen Händen zu Verlusten führen wird.

Ich predige ja immer, dass man einen Plan haben muss und den Zeithorizont im Blick. Das stimmt, das muss man lernen und vor allem muss man lernen, sich daran zu halten.

Wenn man diese Stufe aber erreicht hat, wirklich erreicht hat, kann man wieder lockerer werden und bei so einer Aktie nun bewusst als Trade einsteigen, dabei aber auch ein Investitionspotential im Auge haben.

Sprich man kann als Trade einsteigen und absichern und definitiv wieder aussteigen, wenn die Aktie unter den nahen Stop fällt. Wenn das aber nicht passiert und hier tatsächlich ein Trendtief war, bleibt man drin und macht es zu einem Investment.

Wenn man so will ist es also ein kombinierter Plan, eine Kombinations-Strategie. Als Trade setzt man darauf, dass eine starke Aktie einen Rebound vollzieht, verschafft sich damit aber auch die Chance für einen Einstieg in eine längerfristige Position.

Natürlich vermischt man damit zwei Zeitebenen, der entscheidende Punkt ist aber, dass man das schon vorher bewusst so gemacht hat und nicht erst hinterher - wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist - einen Verlusttrade zum Investment umwidmet.

Und der Unterschied ist eben auch, dass ein Gewinntrade dann zum Investment wird, einen Verlusttrade schneidet man dagegen weiter gnadenlos ab.

Solche kombinierten Vorgehensweisen sind nicht nur legitim, sondern ganz offen, ich operiere oft so. Es sind einfach Kombinations-Strategien und auch das sind legitime Strategien, wenn man sie offen und von Anfang an verfolgt.

Bevor man sich aber an so etwas heran wagt, müssen die Basics sitzen, muss man zum "Knappen" gereift sein. Denn wenn die Basics nicht sitzen, dann garantiere ich, dass man sich bei so komplexeren Strategien am Ende selber betrügen wird.

16:10 MEZ

Na, na, na, das sieht doch immer mehr nach iSKS aus, oder?

Die Marktstruktur hat uns hier wieder den Weg gewiesen, man muss nur hinschauen und geduldig warten, bis es soweit ist.

16:44 MEZ

Auch Du mein Sohn Russell hast nun eine Chance:

Wir sehen überall das Grün sprießen, das ist nun ein viel ernst zu nehmender Versuch als gestern. Heute agiere ich aktiv - so ich im Zug kann - gestern habe ich nichts gemacht und gewartet.

Nun würden Sie natürlich gerne von mir wissen, ob das schon das Ende der "Korrektur" ist oder nur eine Gegenbewegung, bevor es wieder runter geht.

Sie kennen die Antwort, ich weiss es auch nicht. Aber noch schlimmer, eines weiss ich mit Bestimmtheit: Solange Sie diese Frage in sich noch stellen, solange sind Sie noch nicht da, wo sie hin müssen. Denn diese Frage ist nie zu beantworten.

Die viel intelligentere Frage zu stellen ist, wie geht man mit einer Situation um, die eine Wende werden könnte, aber auch nur der Vorbote weiteren Ungemachs sein kann?

Meine persönliche Antwort - nur für mich gültig, weil ich ich und nicht sie bin - habe ich Ihnen ganz bewusst schon bei Intuitive Surgical gegeben. Ich wage in so Situationen etwas, ich kaufe also. Ich bin aber bereit und bin da ganz konsequent, diese Käufe sofort wieder abzustoßen, wenn sich das mit der Wende doch nicht realisiert.

Wenn man so will, "erprobe" ich den Markt, in dem ich mich in ihn begebe. Den Ausgang entscheidet auch der Markt und das weiss ich und grübele nicht und ängstige mich nicht.

Stellen Sie also auch für sich und Ihre Psychologie die richtigen Fragen. Nicht "wo steht der Markt" morgen, sondern "wie gehe ich mit der Unsicherheit der Situation am besten um?"

17:04 MEZ

Biomarin Pharmaceuticals (BMRN) hatte ich Ihnen ja im -> Stream von Freitag <- wegen seiner relativen Stärke gezeigt.

Erneut wurde bewiesen, dass relative Stärke oft indikatv ist, denn diese hat sich fortgesetzt:

17:10 MEZ

Und wenn wir schon bei relativer Stärke sind, muss ich erneut an ThyssenKrupp (TKA) erinnern, zuletzt -> letzten Donnrstag <- hier Thema.

Nachdem die Zerschlagung öffentlich ist, ist relative Stärke in der Aktie. Die Aktie hat einen guten Teil des Pops wieder abgegeben, so wie das üblich ist, hat die Schwäche des DAX aber *nicht* mehr mitgemacht und das ist schon sehr bemerkenswert:

17:22 MEZ

Auch das hier bei Danaher (DHR) ist für Investoren ein ganz interessanter Moment, oder? Wenn wir mehr so Charts bei Bluechips finden, ist die Chance auf einen Boden hier sehr real.

Der Markt ist eben primär ein "Market of Stocks" und kein "Stock Market":

17:30 MEZ

Der Markt kämpft und kann sich nicht entscheiden. Wir sollten nicht versuchen klüger als dieser zu sein, wir wissen es auch nicht und ich sehe keine klaren Signale, die das Eine oder Andere klar präferieren würden:

Wenn Sie sich an dieses Szenario einer theoretisch denkbaren SKS im SPX vom Sonntag im Ausblick erinnern, war ein Bounce sowieso ganz logisch, was danach kommt ist trotzdem offen:

Ich verlasse Würzburg nach Norden und komme gleich in die grandiose, verbindungslose Neubaustrecke - verbindungslos seit dem Bau vor 20 Jahren.

Ich melde mich dann noch einmal in Fulda, wenn ich dem "geliebten" Management voin K+S zuwinken kann. 😉

18:00 MEZ

So, meine letzte Meldung im Stream. Das sieht ganz gut aus, der Bounce bekommt Boden unter den Füßen, hat aber noch *nicht* richtig getriggert:

Hier ist also kurzfristig alles noch möglich, wiewohl die sehr klare Struktur eher auf Ausbruch deutet.

Wenn und falls der Ausbruch kommen sollte, steht dann Ende der Woche die Frage der SKS im Raum, also ob dieser Rebound mit niedrigerem Hoch wieder verkauft wird.

Das wäre - wenn es passiert - ein Moment an dem man dann ein wenig nervös werden darf. 😉

Aber da sind wir noch nicht, wir navigieren wie immer Tag für Tag.

Ich bin am späten Abend noch einmal Online im Forum. Ansonsten wünsche ich einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 18.07.18



15:20 MEZ

Der Markt ist indifferent, zeigt aber keine echte Schwäche. Es wirkt wie klassischer Sommerhandel, aber mit einem positiven Ton.

Einen Bias oder eine Antizipation zum heutigen Tage habe ich nicht:

15:30 MEZ

Es gibt einen Thread aus letztem Sommer, den ich sehr mag und von dem ich weiter hoffe, dass sich mehr beteiligen. Insofern will ich das Thema wieder in Erinnerung rufen, denn es geht um -> Die schönsten Plätze der Heimat <-

Im letzten Jahr sind einige neue Mitglieder zu uns gestoßen, so dass ich davon ausgehe, dass viele diesen Thread gar nicht kennen. Dann wird es sicher spannend sein zu schauen, was andere - mich eingeschloßen - da schon eingestellt haben.

Und vielleicht machen Sie diesen Sommer auch der Community eine Freude und beteiligen sind.

Ich bitte auf jeden Fall meinen ersten Post zum Thread vollständig zu lesen, denn der beschreibt worum es geht und worum gerade nicht.

PS: Bei zwei Mitgliedern sind die Bilder "verschwunden", weil die Abspeicherung auf einem Server offensichtlich nur temporär war. Das ist schade, wenn Sie mir neue Links zur Verfügung stellen, ändere ich das und reaktiviere die Bilder wieder.

15:45 MEZ

Morgan Stanley (MS) überzeugt auf der ganzen Linie und kann wie schon Bank of America vorher den skeptischen Bias überwinden:

15:52 MEZ

Abbott Labs (ABT) hat heute Zahlen geliefert. Treue Leser wissen, dass die Aktie fest zu meinem Investment-Universum gehört und ich ihr eine hohe Qualität zubillige. Auch im Video am Montag habe ich mich positiv geäussert.

Und was passiert? ABT liefert -> ausgezeichnete Zahlen und hebt den Ausblick <- - mal wieder. Gutes bleibt eben Gutes. 😉

Und was soll man noch groß zu so einem Chart sagen?

16:00 MEZ

Schwieriger ist die Einschätzung beim Luftfahrt-Mischkonzern Textron (TXT). Eigentlich war das ein -> "Beat" <-, der Markt scheint aber nicht ganz happy und es sieht so aus, als ob die Aktie abschmieren wollte - warum ist mit derzeit nicht ganz klar:

Textron hat aber - wie ich schon im Video sagte - bei Zahlen eine Tradition zu wilden Swings, insofern nehmen wir es erst einmal gelassen.

16:05 MEZ

Valmont (VMI) wurden übrigens auf den 23. verschoben. Heute Abend folgen dann:

Alcoa (AA), American Express (AXP), eBay (EBAY), IBM (IBM) und Kinder Morgan (KMI)

16:10 MEZ

Die für jeden unbedingt lesenswerte Analyse von Urban Carmel der -> Fund Manager current asset allocation <- ist wieder da. Pflichtlektüre für jeden.

Mittelfristig sind diese Daten eher konträr zu lesen, so waren die Fundmanager das ganze letzte Jahr übergewichtet bei europäischen Aktien und untergewichtet in den US. Wir haben ja auch unzählige, vertrieblich motivierte Interviews dieser Art gesehen, in denen völlig sinnlos mit der "Bewertung" argumentiert wurde, als ob diese die Kurse in den kommenden Monaten bewegen würde.

Was in den letzten 12 Monaten wirklich passiert ist, ist für uns wenig überraschend das genaue Gegenteil gewesen, die US Märkte haben Europa klar outperformed.

Um so wichtiger und bedeutender ist der Umschwung, der sich da nun in den Daten abzeichnet. Und wichtig ist auch zu erkennen, dass die Daten eher bullisch sind, weil die Skepsis hoch ist.

16:25 MEZ

Knallige 4% plus generiert heute Buffetts Berkshire Hathaway (BRK.B), etwas was man bei der Aktie selten sieht. Auslöser ist, dass ein -> Cap bei Share-Buybacks <- weggenommen wurde, Financial Engineering also - der Markt liebt es trotzdem.

Man könnte also sagen, dass Berkshire zu viel Cash hat und nicht weiss, was es damit anstellen soll - strukturell wirklich keine besonders tolle Nachricht, aber der Markt hat immer Recht:

16:35 MEZ

Die Fund Manager Asset Allocation berichtet ja weiter oben davon, wie ungeliebt nun Emerging-Market Anlagen sind. Da schauen wir doch mal, was der ETF EEM macht, der auch China beinhaltet.

Dabei bedenken wir, dass diese Asset Allocation nie ein sofortiger Timing-Indikator ist, sondern nur ein mittel- bis langfristiger im Sinne einer inversen Interpretation:

Das Chart mit dem Dreieck überzeugt mich noch nicht davon, hier von sofort steigenden Kursen auszugehen. Sollte von hier aber noch eine Abwärtsbewegung Richtung 40 USD starten, *dann* bin ich in der Nähe von 40 voraussichtlich sehr interessiert.

17:05 MEZ

Faszinierend auch zu sehen, wie wenig sich der Markt für 5 Milliarden Strafe bei Alphabet (GOOGL) interessiert. Gut, die Hälfte war schon bekannt und was sind 2 Milliarden für einen Konzern mit 26 Milliarden Gewinn jedes Jahr?

Nicht viel, aber etwas schon, insofern darf man diese Reaktion als Beweis der Stärke und Bestätigung des Ausbruchs werten:

17:25 MEZ

Während der DAX an der Wegscheide zwischen SKS und bullischer Entwicklung hängt - ein durchaus denkbares Dreieck als Struktur wäre auch bullisch zu werten - zeigen viele schwer verprügelte deutsche Maschinenbauer und Autozulieferer Wendestrukturen von ganz tiefen Niveaus.

Ich zeige hier mal beispielhaft Duerr (DUE), Leoni (LEO) und Gea Group (G1A).

In allen drei Fällen ist noch nicht klar, dass das eine Wende wird, es kann ebenso eine Bärenmarktrally im Abwärtstrend sein. Aber zumindest sehr bemerkenswert sind diese Lebenszeichen und die Chance dass hier nun etwas zu holen ist, ist gut:

17:30 MEZ

Für den MDAX, in dem solche Werte wie oben oft enthalten sind, hatte ich die aktuelle "Konsolidierungsbox", die seit letzten Herbst schon andauert, ja schon gezeigt. Wenn man diese Wenden in den Charts sieht und dann auch noch sieht, dass die Euro-Aktien nun nicht mehr übergewichtet bei den Fundmanagern sind, kann man eine Auflösung nach oben nun auf den Radar nehmen:

Der MDAX gehört also nun - nach Monaten des Ignorierens und Wasser tretens - vermehrt wieder auf unseren Radar!

Die Erweiterung um die 10 größten TecDax-Unternehmen, wird den Index im Herbst dann sowieso zu meinem Liebling als deutschen Aktienindex machen.

18:08 MEZ

Bei Corning (GLW) habe ich letzten Dienstag im -> Stream vom 09.07. <- bei damals 28,75 USD die Frage gestellt, ob sich da nicht ein Boden entwickelt. Nun sieht das noch mehr danach aus, die Entscheidung fällt dann bei 30 USD:

18:12 MEZ

Der SPY schiebt weiter ruhig hoch, die Signale bleiben auf Grün:

Ich verabschiede mich damit in den Feierabend, heute nach Handelsschluß berichtet dann noch die Obergurke IBM. Ich hoffe auf die Meldung, dass Rometty endlich geht, dann gibt es ein Feuerwerk. Einen strukturellen Wandel sehe ich bis dahin eher nicht.

Der Markt drückt seine ganze "Begeisterung" derzeit so aus:

Das einzig Positive das man sagen kann ist, dass hier jedwede positive Erwartung entwichen ist. Es genügt also schon eine positive Kleinigkeit, um die Kurse zu stützen. Nur ist selbst diese Kleinigkeit bisher nicht zu sehen - heute Abend wissen wir mehr.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Buchstabensuppe



Guten Morgen!

Reuters hat den Zahlen von Alphabet (GOOGL) gestern, in einem schönen Wortspiel die richtige Überschrift gegeben: -> Googles Owner starts to look like Alphabet-Soup <-.

Oberflächlich betrachtet, waren die Zahlen gut, wenn man einfach auf Gewinn und Umsatz schaut. Aber was sind diese Zahlen noch wert?

Denn Alphabet hat nun auch weitere Umstellungen in der Rechnungslegung vorgenommen, die mit IFRS und dem "Mark to Market Prinzip" einher gehen. So wird der Wert von Beteiligungen - wie zum Beispiel Uber bei Alphabet - nun mit seinen Veränderungen direkt im Gewinn ausgewiesen und das jedes Quartal!

Ganz offen, ich persönlich halte diese Logik für *Schwachsinn*, wie ich überhaupt den "Mark to Market" Weg der modernen Rechnungslegung für völlig verfehlt halte. Und Alphabets Zahlen sind nun wirklich nur noch "Buchstabensuppe - Alphabet-Soup".

Machen wir uns mal konkret klar, was das bedeutet. Stellen wir uns vor, ein Unternehmen ist völlig stabil und hat keinerlei Änderungen bei Umsatz und Gewinn, im operativen Geschäfts passiert also gar nichts. Dann hat dieses Unternehmen eine Beteiligung an einem Unternehmen und auch diese Beteiligung ist völlig stabil. Nichts im realen Geschäft gibt also Anlaß, den Gewinn oder Firmenwert anders zu bewerten als im Quartal vorher. Dummerweise gibt es an der Börse aber gerade einen großen Boom oder Crash ganz nach Wahl, in dessen Folge die Multiples die Unternehmen gewährt werden, sich stark verändern. Das hat alles nichts mit dem Geschäft der Beteiligung zu tun, wirkt sich aber auf deren "Bewertung" aus.

Die Konsequenz wäre, dass die Muttergesellschaft nun einen grossen Gewinn oder Verlust ausweisen wird, obwohl sich im echten Geschäft Null-komma-Null verändert hat! Ich finde das *Schwachsinn*.

Und klar, natürlich macht es Sinn, diese Bewertungs-Effekte bei Beteiligungen im Zahlenwerk auszuweisen, daran gibt es doch keinen Zweifel. Aber ein Zahlenwerk ist primär dazu da, ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Leistungskraft eines Unternehmens zu zeigen, darauf beruht ja auch Besteuerung. Und dieses realistische Bild ist nicht mehr gegeben, wenn unberechenbare Kursschwünge bei Beteiligungen sich jedes Quartal direkt in die Gewinnberechnung der Muttergesellschaft herein fressen.

Faktisch wirkt diese Methodik extremst prozyklisch. Wenn Kurs sowieso steigen, weil die Wirtschaft boomt, werden die Gewinne der Unternehmen nach oben überzeichnet. Und in der Krise, müssen im Kern solide Unternehmen dann massivste Verluste ausweisen, nur weil die Kurse ihrer Beteiligungen einbrechen. Am Ende ist das eine Feedback-Schleife, die in beide Richtungen verstärkend wirkt. Nach oben wie nach unten, werden die Bewegungen überzeichnet. Wehe also, wenn dieser Markt mal zu fallen beginnt. Dann lösen die Kursrückgänge massive Verluste bei den Unternehmen aus, die wiederum neue Kursrückgänge auslösen.

Sie sehen, ich halte da gar nichts davon und weine im internationalen Maßstab den Prinzipien des schönen HGBs nach. Aber es gibt eben starke Kräfte die das anders wollen, ich habe das schon vor Jahren in -> vom Irrsinn des IFRS und einem wertlosen Buchwert <- zum Thema gemacht. Lesen Sie diesen Artikel mal, das ist wichtig zu verstehen, dann ist man vom Glauben kuriert, dass der Buchwert noch ein sinnvoller Maßstab zur Bewertung ist.

Tja und dann gab es bei Alphabet noch den Effekt der US-Steuerreform, der die Steuerquote aufs Jahr gesehen von 20 auf 11% drückte und zu allem Überfluß wurde dann auch noch die Berechnung von Erfolg im Online-Geschäft von "Klicks" auf "Impressions" umgestellt, natürlich bestimmt nicht, weil die Zahlen mit "Klicks" weiter positiv gewesen wären. 😉 Letzteres ist Spielerei, die nach dem Motto funktioniert, das man nur der Statistik trauen sollte, die man selber gefälscht hat.

In Summe ist das Zahlenwerk von Alphabet damit ein riesiger Pudding, den man nicht an die Wand nageln kann und damit einer Bank-Bilanz nicht unähnlich. Hat jetzt Alphabet also wirklich gute Zahlen geliefert und läuft das Geschäft wirklich rund? Ich habe keine Ahnung, ich traue dem nicht mehr.

Und der Markt, der in diesen Dingen ziemlich klug ist, wohl auch nicht - nachbörslich eierte Alphabet trotz der vordergründigen Beat-Fanfare um die Nulllinie.

Hexcel (HXL) hat gestern auch -> solide Zahlen <- geliefert, eine starke Marktreaktion ist nachbörslich nicht auszumachen:

Und Barrick Gold (ABX) -> liefert weiter Absichtserklärungen <-, die den Markt aber nicht überzeugen, nachbörslich kommt mehr als 1% Minus zusammen. Die Aktie muss man weiter nicht haben, auch nicht wenn man unbedingt Goldminen haben will, dann gibt es attraktivere Kandidaten:

Heute kommen vor US Handelsstart mit Quartalszahlen:

3M (MMM), Akzo Nobel, Biogen (BIIB), Caterpillar (CAT), Coca-Cola (KO), Comdirect, Corning (GLW), Eli Lilly (ELI), Freeport McMoran (FCX), Harley-Davidson (HOG), Kuehne & Nagel, Lockheed Martin (LMT), NextEra Energy (NEE), PulteGroup (PHM), Puma, SAP, Santander, Sartorius, Seagate (STX), Telekom Austria, Telenor, Verizon (VZ), Weatherford (WFT), Xerox (XRX)

SAP hat schon -> gute Zahlen geliefert <-, die vom Markt positiv aufgenommen werden.

Das Langfristchart ist trotzdem noch nichts, das mich zu einem Engagement motiviert, sondern eher indifferent und die Volumensignatur wenig überzeugend:

EURUSD hat nun minimal aus der Range heraus geschaut, wenn das Währungspaar nun weiter fällt, dürfte das für den DAX einen positiven Schub über 12.600 generieren. Und wenn nicht, dann nicht:

So weit an diesem Morgen, der Ruhe vor dem ersten großen "Sturm" der Quartalszahlen. An Wirtschaftsdaten haben wir gleich um 10 Uhr den Ifo-Index und am Nachmittag das US Verbrauchervertrauen und die Hausverkäufe bei Neubauten.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Blockchain & Cryptos: Entlang falscher Linien



Guten Abend!

Nein, der Bitcoin-Welle kann man sich offensichtlich nicht entziehen, auch wenn uns diese hier im Blog nur am Rande interessiert. Aber es ist schon faszinierend was da abgeht und man erlebt ja auch immer wieder diese eher sinnlossen "ist das jetzt ein Blase oder nicht" Diskussionen, bei denen man entweder schmunzeln oder sich nur verzweifelt die Ohren zuhalten muss, weil diese oft entlang völlig falscher Linien diskutiert und mit persönlichen Fragen ob man Bitcoin mag oder nicht vermischt werden.

Ich will daher hier doch noch einmal ein paar Worte verlieren und das Thema ein bischen differenzierter ausbreiten.

Zunächst einmal, gibt es gar keinen Zweifel, es kann als gesichert betrachtet werden, dass wir im Crypto-Hype gerade eine massive Blase erleben, -> Irrational Exuberance <- hat das der alte FED-Chef Alan Greenspan mal Ende der 90er Jahre genannt und damit die Internet-Blase gemeint.

Und genau das passiert gerade eindeutig wieder, heute gibt es dazu ein richtig lustiges Beispiel.

Da gibt es ein Unternehmen in den USA, das heisst Long Island Iced Tea Corp (LTEA) und das macht das was man erwarten würde, -> Eistee und Limonade <-. Hmm lecker, aber ziemlich langweilig.

Das Unternehmen hat sensationelle 18 Mitarbeiter und 5 Millionen Umsatz im Jahr, wir haben hier also vergleichbar einen etwas grösseren Handwerksbetrieb, wie es ihn in Deutschland in jeder Kleinstadt mehrfach gibt. Und das Ding ist an der Börse, auch in Deutschland kennen wir so Mikrocaps, ich sage mit Augenzwinkern nur "Jost AG", die haben nur eine gute Million Umsatz, ohne jede Wachstums-Perspektive.

Alles in allem ist LTEA also ein "schlechter Witz" als Aktie, aber nun kommt es besser. Denn die geben heute bekannt, dass Sie sich in -> Long Blockchain <- umbenennen werden. Lächerlich, aber was macht der Markt? Das:

So etwas ist so eindeutig das Zeichen einer Blase, wie nur irgend etwas Zeichen einer Blase sein kann. Es ist das absolut exakte Gegenstück zu "Endemann geh Du voran" aus dem Jahr 2000, was ich im Artikel -> Wie die Endemann-Ebbe alle Boote senkt <- habe anklingen lassen. Auch damals wurden reine Fassaden ohne Substanz zu Millionenwerten aufgeblasen, nur weil "Internet" im Namen stand und auch damals hatte der Markt als diese Phase erreicht war, durchaus noch Luft für einige Monate, bis zu einem Jahr, bevor dann das unvermeidliche Ende kam.

Also klar und deutlich, was wir da gerade rund um die Blockchain und Cryptos sehen, ist ganz eindeutig und unzweideutig eine Blase, ein irrationales Gebaren voller Gier, das jeden Massstab verloren hat. Darüber überhaupt diskutieren zu müssen tut weh, deswegen tue ich es auch nicht.

Witzig ist in dem Zusammenhang zu beobachten, dass wenn solche Dispute im Web ablaufen, man manchmal nur ein Gefühl für das Alter der Diskutanten braucht, um die Rollen zu kennen. Die um die 30, die die Internet-Blase nicht erlebt haben weil sie da noch Kinder waren, sagen oft, dass die anderen ja "das Neue", das "Disruptive" nur nicht verstehen würden. Dieses Mal ist eben alles anders. 😉 Und die ab 50, die das alles schon gesehen haben, verdrehen die Augen und denken, dass sich Geschichte eben doch reimt, machen es sich damit aber auch zu leicht.

Was ich hier vermitteln will ist, dass diese blödsinnigen Diskussionen nur deshalb ablaufen, weil bei der Diskussion verschiedene Dinge vermischt werden, die zu trennen sind. Insbesondere wird von den Crypto-Fans eine Aussage dass das eine Blase sei, sofort als Angriff interpretiert, als ein generelles Negieren dieser neuen Technologie. Und von den Crypto-Skeptikern wird jemand, der sagt dass das keine Blase sei, sofort als Idiot eingeordnet, der die Übertreibung nicht sehen kann. Beides ist aber falsch und zu kurz gesprungen.

Diese emotionale Einordnungen, machen solche Diskussionen dann schnell zu Rechthabe-Schlachten, die völlig sinnlos sind und kein intelligenter Mensch braucht. Ich will Ihnen daher mal aufdröseln, wie die Dinge in meinen Augen sind.

Erstens, wie schon gesagt, das Gebaren rund um die Cryptos aktuell, hat wie im Lehrbuch alle Zeichen einer Blase, besser geht es gar nicht, absolut perfekte Deckung.

Zweitens, eine "Blase" ist aber keine negative Aussage, denn richtige Blasen bilden sich in der Regel erst dann, wenn darunter etwas mit grosser Substanz und Bedeutung ist. 2000 war es das Internet und heute ist es die Blockchain-Technologie. Erst die Substanz, die verständige Leute erspüren können, macht den Markt dann so "wuschig" und lässt ihn nach oben massiv überschiessen.

Drittens, wenn eine "Blase" in dieser Phase ist die wir gerade erleben, hat sie ihren parabolischen Schlussanstieg durchaus noch vor sich. Wie schon vor Wochen gesagt, gehe ich davon aus, dass sich Bitcoin und Co. in den nächsten Monaten noch einmal vervielfachen werden, bevor es richtig rappelt und der Wurm sich dreht, weil alle zum Ausgang wollen. Auf gut Deutsch, das Ding steigt wohl erst mal weiter, eine Blase ist es trotzdem.

Viertens, eine "Blase" ist aber nur der übertriebene Überschwang, der sich rund um die Blockchain nun bildet, siehe der Ice-Tea oben. Die Substanz des Themas ist eindeutig da und wie das Internet, wird auch die Blockchain ihren Weg machen und auf die eine oder andere Art und Weise die Finanzwelt disruptiv verändern.

Fünftens, von allen Unternehmen und "Crypto-Währungen", die nun hochgejubelt werden, wird nur ein kleine Minderheit die nächste, wirklich profitable Phase erreichen. Wer in der Lage ist, diese neuen "Googles" zu finden, der wird wirklich reich werden und das ganz ohne Zocken. Alle anderen "Endemanns" werden mit einem Wimmern untergehen und der "Crypto-Eistee" auch.

Sechstens, auch hier wirkt ganz eindeutig dieser Zyklus. Da beim blauen Kreis habe ich vor ein paar Wochen das Thema gesehen:

Fazit:

Eine rationale, intelligente Sicht auf das Thema sieht klar den Blasencharakter des aktuellen Geschehens und gibt sich da keinen Illusionen hin - was ja nicht heisst nicht noch ein wenig mitzuzocken, denn wie gesagt steigen die Dinger vielleicht erst einmal weiter und das erheblich.

Eine rationale, intelligente Sicht auf das Thema sieht aber auch die grosse Substanz und disruptive Energie die im Thema liegt und richtet die eigene Energie daher darauf, so gut wie möglich die Themen und Konzepte zu identifizieren, die wie Google dann am Ende den Durchbruch schaffen. Alle anderen Ideen und Firmen werden im zwangsläufig kommenden, schmerzhaften Zusammenbruch dieser Manie, ebenso untergehen wie die Endemanns des Jahres 2000.

Und in nochmal 20 Jahren wird es wieder eine Manie geben und die heutigen "jungen Kerle" die heute so etwas zum ersten Mal erleben, werden dann über die dann "jungen Kerle" wieder die Augen verdrehen, die dann wieder sagen werden: "Ey Alter, Du checkst das nicht". Geschichte reimt sich also doch. 😉

Mein Fazit ist, dass man die Blase der Crypto-Manie sehen kann und trotzdem extrem positiv gegenüber den langfristigen Aussichten der Technologie sein kann. Und wer zu dieser Differenzierung fähig ist, der braucht auch diese Rechthabe-Diskussionen nicht.

Natürlich ist das eine Blase, aber das ist doch gar nicht der Punkt und auch keine Entschuldigung sich einfach zurück zu lehnen. Denn wer das Thema unterschätzt, macht ebenso einen Fehler, wie Buffett weiland 2000 mit dem Internet.

Wenn Sie mich jetzt Fragen, wer aktuell den grösseren Fehler macht?

Ich glaube die "alten Knacker", die das Thema einfach ignorieren, weil es so eindeutig in einer Blase ist. Denn hier ist etwas in Gang gekommen, das erhebliche Auswirkungen haben wird, das Problem ist nur, es ist derzeit fast unmöglich die neuen "Googles" zu identifizieren, es ist einfach zu früh dafür. Man braucht also Geduld, darf das Thema aber nicht unterschätzen.

Die "jungen Kerle" werden ihre Depots irgendwann ganz grauenvoll in den Boden rammen, weil sie zur dann verrammelten, viel zu engen Ausgangstür nicht heraus kommen werden. Das wird ein Blutbad, es wird aber auch lehrreich, das ist etwas das man erleben muss, Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Am Ende haben die "jungen Kerle" die im Sinne "anything goes" denken, dann etwas mitgenommen, Erfahrung eben.

Die "alten Knacker" aber, verpassen durch den offensichtlichen Charakter der Blase den Blick auf die Substanz dahinter. Und das wird langfristig viel schmerzhafter. Auch Buffett hat es als -> seinen grössten Fehler <- bezeichnet, die Googles in ihrer Macht nicht rechtzeitig ernst genommen zu haben.

Amen. 🙂

Kommen wir nach dieser Predigt noch kurz zum Markt und einigen Einzelwerten:

Nach den eher schwachen Tagen, geht es heute wieder leicht hoch, diese Hin- und Her ist das ganze Jahr absolut berechenbar und warum soll das zum Jahresende anders werden? Wenn dieser Markt noch ein oder zwei schwache Tage hinlegt, dann Ende nächster Woche kurz vor dem Jahreswechsel, wenn einige Bücher schon zu sind oder "Tax Selling" ein Thema ist.

Auch der DAX hebt sich wieder leicht nach oben, weitere Schlüsse kann man daraus aber nicht ziehen. Schauen wir sofort auf ein paar Einzelwerte:

Sie erinnern sich an Kion vorgestern in -> vorweihnachtliche Diskrepanz? <-

"Gottcha!", viel besser geht es nimmer. Da hat man das Gefühl, wie der Imperator mit der Macht, die Aktie als Puppenspieler zu bewegen. 😉 Das ist natürlich in dieser Interpretation nur eine Illusion, aber die Markttechnik kann einem manchmal wirklich so Kräfte bei der Markterkenntnis verschaffen, Sie haben das ja hier immer wieder erlebt.

Der vom Potential her gesehen "Megatrade" Valeant (VRX), macht genau was ich vor drei Tagen in -> Wurst vor der Nase <- beschrieben und empfohlen habe.

Damals schrieb ich:

Und heute passiert das, was Bullen sehen wollen, die Aktie schiebt wieder massiv hoch. Damit haben wir als Trader nun eine perfekte Referenz für das Risikomanagement. Es ist das Tief von Freitag oder wahlweise das Ausbruchsniveau. Mit einem (gedanklichen) Stop darunter, kann man nun ganz entspannt abwarten was passiert. Nach oben ist ja nur der Himmel die Grenze, wie uns dieses Chart zeigt:

Statt ewig lange zu grübeln ob das nun ein "Megatrade" wird oder nicht, geht man im richtigen Moment einfach ganz gelassen rein und sichert ebenso gelassen an einer sinnvollen Stelle ab. Dem Rest der Aufgeregtheiten entzieht man sich und nun wird der Trader der glücklich drin ist, gelassen abwarten, ob die weitere Entwicklung diese Formation vollendet und dabei immer wieder den Stop nachziehen. Und wenn nicht, dann halt nicht, was soll denn jetzt schon noch passieren, ausser dem immer vorhandenen Restrisiko eines riesigen Overnight-Gaps?

Auch die ins Mean Reversion Depot 2018 gerutschte Sunpower (SPWR), die für mich persönlich eher den Charakter eines aggressiven Trades hat als etwas, was ich ein Jahr einfach halte ohne es anzufassen, hat ein ähnliches Bild, wenn auch nicht ganz so perfekt wie bei VRX:

Auch hier lässt man sich nun nicht verrückt machen, ist einfach dabei und dann sieht man schon. Meine Sicht darauf ist, dass zu 70% diese schwarzen Stops bald noch einmal gezogen werden und der Trade wieder mehr oder weniger neutral geschlossen werden muss. Wer das Ding also eher im Sinne "Investment" halten will, sollte den gedanklichen Stop eher unter der blauen Linie bei 7 USD haben und nicht so weit oben wie in Schwarz.

Mit einer 30% Chance aber, beginnt das Ding nun richtig zu laufen, schaut nicht mehr zurück und dann zeigt auch dieses Chart, dass das am Ende ein "Mega-Trade" werden könnte.

Sie sehen, auch ohne Blockchain gibt es Chancen auf Vervielfachung, unterschätzen und ignorieren, sollten wir das Blockchain-Thema aber nicht.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Quartalssaison mit Enttäuschungen



Einen verspäteten guten Morgen!

Immer noch kann sich der Markt nicht entscheiden, das verwundert aber auch nicht, wie gesagt wird wohl erst die FED den Knoten in EURUSD lösen.

Dafür wird es nun aber im NASDAQ interessant. Der ist nämlich erst einmal klar überkauft, weil auf die Korrektur Juni/Anfang Juli eine schier endlose Kette positiver Tage folgte, die zu neuen Hochs führte:

Nun hat Alphabet (GOOGL) aber gestern wegen höherer Kosten und sinkender Margen eher -> enttäuscht <- und wird heute ca. 3% tiefer eröffnen:

Im NASDAQ Future merkt man das heute schon, damit dieser aber wirklich zu Korrektur ansetzt, bräuchte es am morgigen Mittwoch auch noch schlechte Zahlen von Facebook. Sollte das eintreffen, wird der NASDAQ wohl nachhaltig zurück fallen, logisch wäre als Minimum dann ein schneller Test des Ausbruchsniveaus wie oben eingezeichnet.

Von diesem Fragezeichen des NASDAQ abgesehen, bewegt sich der Markt heute aber auch in DAX und Co. auf zögerlichen Erholungskurs. Viel hinein geheimnissen muss man in diese Bewegung aber noch nicht, zumal ein sehr guter IFO dazu beigetragen hat.

Die technische Lage im DAX ist eindeutig angeschlagen mit einem tieferen Hoch und tieferen Tief und wäre auch dann noch angeschlagen, wenn der DAX nun wieder bis 12.400 hoch kommt, so wie ich das hier als bärisches Szenario eingezeichnet habe:

Natürlich kann das auch positiver ausgehen und eine 1-2-3 Korrekturstruktur schon abgeschlossen sein. Den Unterschied wird aber wohl wie nun mehrfach gesagt der Euro ausmachen und der wird sich vielleicht erst nach der FED richtig entscheiden. Interpretieren wir also nicht zuviel in das aktuelle, langsame Hochkriechen hinein.

Zahlen hat gestern Abend auch die -> Batman-Aktie <- Hexcel (HXL) geliefert und auch die haben -> leicht enttäuscht <- und liefern nachbörslich ein mildes Minus. Bei diesen mittelgrossen Werten sind die nachbörslichen Indikationen aber nicht besonders zuverlässig.

Im Chart droht nun ein "Triple-Top", auch wenn langfristig der positive Trend immer noch sehr eindrucksvoll ist:

Ganz grundsätzlich fällt auf, dass die Quartalssaison einige negative Überraschungen parat hat und dass das bei den ersten Quartalszahlen schon passiert, die traditionell stärker sind, wirft ein Fragezeichen auf das was noch kommt.

Sollten die Enttäuschungen auch bei namhaften Bluechips so weitergehen, werden sich auch die US Märkte nicht mehr ewig gegen den Korrekturbedarf stemmen können. Mit der Annahme einer erneuten August-Schwäche, haben wir das ja schon auf dem Radar.

Gleich heute Mittag werden wir mit Zahlen so namhafter Bluechips wie 3M oder Caterpillar oder McDonalds dann weiteres Anschauungsmaterial zum Charakter dieser Quartalssaison bekommen.

Bis heute Nachmittag/Abend!

Ihr Hari

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Orte der Kaufgelegenheit



Vor einer Stunde habe ich Ihnen in -> Korrekturhoffnungen <- den Verlauf des aktuellen Korrekturansatzes gezeigt, so wie ich ihn nun mit Präferenz auf dem Radar habe. Ich wiederhole, dass selbstverständlich auch ein anderer Ausgang gut möglich ist, ich habe immer noch keine Glaskugel. Wir reden am Markt immer nur über Wahrscheinlichkeiten und ich beschreibe, was ich für das aktuell wahrscheinlichste Szenario halte und irre mich dabei in (fast) der Hälfte der Fälle. Das "fast" macht den Unterschied, nicht mehr und nicht weniger. 😉

Nun nehmen wir für diesen Post mal an, es käme so, nach einer kleinen Gegenbewegung in den kommenden 3 Tagen des Quartalsendes bekämen wir dann im Juli endlich die 5-10% Korrektur, auf die wir so lange warten.

Und nehmen wir mal weiter an, meine Aussage wäre richtig, dass diese Korrektur dann eine Kaufgelegenheit zum Jahresende generiert, weil wir immer noch in einem massiven Bullenmarkt sind.

Wenn man Beides annimmt, kann und sollte man sich ja nun mal die Frage stellen, wo man sich bei den Indizes und bei attraktiven Werten die man schon immer haben wollte "auf die Lauer" legen sollte, um diese dann zu günstigeren Kursen einzusammeln.

Hier sind nun drei selbsterklärende Charts und Szenarien zum Thema und zwar konkret zu Alphabet (GOOGL), NVidia (NVDA) und Abbott Labs (ABT). Nehmen Sie das als Aufforderung, für *ihre* Werte, für die Aktien die *Sie* gerne haben würden, ähnliche Überlegungen im Vorfeld anzustellen und vielleicht sogar eine Order zum "Abfischen" einzustellen.

Ihr Hari

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FAAMG und das Blasengefasel

Das Gefasel über "Blasen" ist ja in den letzten Jahren zur Manie der Medien geworden. Jeder der glaubt, etwas zum Markt verzapfen zu müssen, hüllt sich in gewichtiges Raunen und identifiziert irgendwo eine neue "Blase" und natürlich den bald folgenden Crash gleich mit dazu.

Damit ist ihm das wohlgefällige Kopfnicken aller sicher, die schon immer wussten, dass Börsen nur Zockerbuden sind und Aktien viel zu riskant. Man kann sich damit auch den Habitus des erfahrenen Marktbeobachters geben, wer von 2000 reden kann, muss ja scheinbar schon einige Erfahrung haben, auch wenn man damals in Realität noch die Schulbank drückte und Amazon für einen neuen Ego-Shooter hielt.

Natürlich sind nicht alle Gedanken zu "Blasen" völliger Unfug, natürlich gibt es in einigen Bereichen bedenkliche Entwicklungen, die zu thematisieren sind. So zum Beispiel zu den -> Wachsenden Gefahren des Indexierens <-, die ich auch schon mehrfach, so auch bei Tichy in -> Algos, ETFs, Robo Adviser und ein Truthahn-Leben <- thematisiert habe.

Aber die Penetranz und Persistenz des aktuellen Blasen-Geredes, offenbart den medialen Zweck des wohligen, den Click befördernden Schauders, der auch bei Horrorfilmen das Publikum in die Kinos lockt.

Und es offenbart eine gedankliche Fixierung auf die Vergangenheit, die mal wieder den Blick auf die Möglichkeiten der Zukunft verstellt. Wer diesem Gerede folgt und sich davon anfixen lässt, hat garantiert seit 2009 keinen Erfolg im Markt.

Besonders schön sichtbar wurde das Muster die letzten Wochen, als vermehrt wieder Vergleiche des NASDAQ mit dem Jahr 2000 laut wurden und die grossen Bluechips, die man als FAAMG (Facebook, Amazon, Apple, Microsoft, Google) zusammen fassen kann, neue Kurshöhen erklommen.

Um es ganz deutlich zu sagen, diese Vergleiche der FAAMG Kurse mit der 2000er New Economy/Internet Blase sind grober Unfug. Und wer sich davon beeinflussen lässt, ist selber schuld und sollte dringend seine Medienwahl hinterfragen.

Ich will Ihnen das ganz unzweideutig beweisen. Hier ist das Chart des NASDAQ Composite über 20 Jahre, von 1997 bis 2017. Sie können das Chart anklicken und vergrössern, wenn Sie wollen:

Wir sehen die 2000er Internet-Blase. Und wir sehen, dass der NASDAQ 15 Jahre brauchte, bis er diese Niveaus wieder erreichte, dann 2 Jahre konsolidierte und zögerte und nun nach 17 Jahren nach oben über die alten Niveaus hinwegzieht.

Nun muss man wissen, dass die gross kapitalisierten FAAMG Aktien einen erklecklichen Teil der NASDAQ Kapitalisierung ausmachen. Schauen wir doch also mal, wie die sich entwickelt haben am Beispiel Apple und Google. Sie können aber auch gerne die anderen Namen nehmen und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Wir sehen schnell, dass diese Unternehmen ihre Umsätze und Gewinne um zwei und dreistellige Faktoren erhöht haben. Waren diese Unternehmen in 2000 noch jenseits von Gut und Böse bewertet und nahmen viel zu viel Zukunft vorweg, sind sie nun sauber in die Bewertungen hinein gewachsen.

Sie können auch andere Indikatoren der Gegenwart nehmen und werden schnell erkennen, dass die FAAMG Aktien bezogen auf ihre Gewinnqualität und ihr weiteres Wachstum im Vergleich zu anderen Bluechips derzeit zwar hoch, aber noch angemessen bewertet sind.

Der ganze Markt hat eben derzeit ein erhöhtes Bewertungsniveau, nicht nur FAAMG, das hat aber in Breite mit der Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu tun und rein gar nichts mit einer "Tech-Blase".

Und die FAAMG Aktien waren in den letzten Monaten auch etwas zu schnell zu weit gelaufen, wie ich Ihnen das ja vor 3 Wochen in -> Liebesaffäre mit Big Tech <- hier geschrieben habe. Die Korrektur der vorletzten Woche war also logisch und erwartbar und es kann auch sein, dass noch einmal 5-10% Korrektur über den Sommer drin sind. Und auch eine schärfere Korrektur ist theoretisch immer drin, dann aber aus anderen Faktoren die wir heute noch nicht kennen.

Ein grundlegende "Blase" bei den Bewertungen dieser FAAMG Aktien aber, ist schlicht dummes Zeug - man muss sich fragen was die, die davon reden, eigentlich geraucht haben.

Richtig ist etwas ganz Anderes, das wir im Premium-Bereich schon letzten Sommer unter ->Apple, Google und Co - Die neuen Nestles? <- thematisiert haben:

Diese grossen Techkonzerne sind die Wegbereiter eines grundlegenden Wandels der Art wie wir wirtschaften, es sind die neuen Dominatoren und sie haben eine Dominanz erreicht, wie sie IBM Anfang der 80er Jahre hatte.

Sicher kann man sich fragen, ob diese Dominanz lange zu halten ist, bei IBM war das damals nicht der Fall. Aber eine Blase? Ich bitte Sie, das ist als Argument derzeit nicht mal satisfaktionsfähig.

Man kann dem Markt viel vorwerfen, auch Verzerrungen, Überbewertungen und Schieflagen. Aber in einer Blase sind FAAMG nicht, die sind so gut und gewinnstark, wie es die Kurse ausdrücken.

Und wenn man der Markttechnik folgt, ist dieser Ausbruch von 2017 über die alten Hochs im NASDAQ eher der Beginn einer grösseren Bewegung, als eine Überdehnung am Ende. Zu den disruptiven Veränderungen unserer Welt, unter anderem durch die Digitalisierung, würde es passen.

Wenn man so will, war der Markt in 2000 übertrieben visionär, es wird erst jetzt das Realität, was damals in die Kurse hineingeträumt wurde.

Und Blasen werden sich an der Börse auch wieder bilden oder haben sich schon gebildet, aber genau da, wo niemand darüber fabuliert. Eine medial beackerte Blase ist, bevor diese geplatzt ist, eigentlich ein Widerspruch in sich.

Ihr Hari

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Das Motto des Sommers: Disruption



Guten Morgen!

Ich hatte einen schönen, sehr erholsamen Urlaub. Der aber mit 2 Wochen natürlich zu kurz war, es ist ja allgemein bekannt, dass erst nach 1-2 Wochen überhaupt die innere Entspannung einsetzt.

Dass ich mich entspannt habe und 2 weitere Wochen nicht geschadet hätten, kann ich neben einem Körper ohne vom Sitzen kommende Rückenprobleme und ohne bildschirmtypische trockene Augen auch an einem einfachen Umstand erkennen: Ich habe heute keine Lust wieder anzufangen und schaue lieber nach draussen in den strahlenden Sonnenschein. 😉

Das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass ich mich wirklich aus dem täglichen Rhythmus lösen konnte und Abstand gewinnen. Gleichzeitig zeigt es eben auch, dass es noch zu kurz war.

Das ist aber kein grosses Problem, denn vor uns liegen nun börsentechnisch ruhigere Sommerwochen bis Ende Juli, in denen ich mich sowieso mehr auf Grundsätzliches konzentrieren will, dazu unten mehr. Und dann im August habe ich wieder den jährlichen Sommer-Ferienmodus über 5 Wochen, in denen ich zwar regelmässig schreibe, aber mit deutlich geringerer Frequenz als normal.

Die nun abgelaufenen 2 Wochen haben also den Beginn einer erholsameren Sommerphase markiert und das ist gut so, denn ab September wird es dann bis ins späte Frühjahr 2018 wieder Schlag auf Schlag gehen und volle Aufmerksamkeit fordern.

Was meine Marktsicht angeht, habe ich diese in der -> Lageampel KW25 <- schon ausgeführt. Das grosse Bild ist weiter klar bullisch, es spricht nach wie vor viel dafür, dass wir mitten in einem massiven Bullenmarkt sind, der mindestens noch bis 2018, wahrscheinlich aber noch länger andauern wird.

Gleichzeitig sind die Chancen auf die seit November 2016 fehlende 5-10% Korrektur aber so gut wie selten, ich habe das in der Lageampel mit 30-50% Pi-mal-Daumen quantifiziert. Wir wissen natürlich auch, dass dieser von Algos dominierte Markt genau das nicht zu machen beliebt, was logisch wäre. Insofern passt aber auch das ins Bild, denn diese Korrektur haben aktuell nicht viele auf der Rechnung, die Grundstimmung erscheint mir eher gelassen, man hat sich daran gewöhnt, dass dieser Markt immer nur steigt und jeder Dip zu kaufen ist.

Ich kann trotzdem erneut nur dringend davon abraten, sich jetzt gegen den Markt zu stellen, nur weil die Korrekturchance mal wieder gut ist. 30-50% sind eben nicht 100% und auch das ist ja nur eine subjektive Schätzung.

Aber ich will damit unterstreichen, dass ich über den Sommer nach heutiger Sicht zwei Dinge sinnvoll finde:

Erstens *jetzt* einen etwas höheren Cashbestand zu haben bzw die Positionen etwas abzusichern.

Zweitens *falls* und *sobald* diese 5% Korrektur gekommen ist, den Cash sinnvoll wieder an die Arbeit zu schicken, denn das ist ein Bullenmarkt!

Ideal wäre es daher natürlich, dass die Korrektur nun zügig im Juni käme, dann könnte man über den Sommer ruhig laufen lassen. Wir wissen ja aber, wie gerne der Markt genau das Gegenteil von dem tut, das "ideal" wäre, insofern richten wir uns lieber auf fortgesetzes Gewürge und dann einen plötzlichen, überraschenden Einbruch irgendwann im Juli ein.

Was die Charts der grossen Indizes angeht, kann ich am Start dieser Woche teilweise nur die Bilder wiederholen, die ich schon in -> Zwei Charts nach der FED <- zeigte:

EURUSD sieht gefährlich nach einer Trendwende aus, die weitere Dollarstärke einleitet:

Der DAX versucht sich nach Macrons Sieg wieder aus dem zulaufenden Keil heraus zu bewegen, ob es etwas wird, ist aber noch offen und sehr wichtig. Denn wenn das ein Fakeout wird, ist die Chance sehr hoch, dass der DAX in Folge nach unten rausfällt:

Der SP500 hat eine sehr indifferente Struktur, die alles mögliche sein kann. Der NASDAQ zeigt wie in der Lageampel abgebildet eher, worum es hier geht. Die Kernfrage ist, ob FAAMG noch einen zweiten Schub nach unten bekommt:

Ich will in den kommenden Sommerwochen aber nicht jeden Tag herumraten, ob die fehlende Korrektur nun endlich kommt oder erneut ausbleibt. Ich werde den Umfang meiner Marktbetrachtungen daher etwas herunter fahren und mich dazu nur äussern, wenn auch etwas passiert, das der Worte wert ist.

Statt dessen will ich mich mehr grundsätzlichen Themen widmen und dabei insbesondere diesen Sommer 2017 unter das Motto des Wortes "Disruption" stellen und das aus verschiedenen Winkeln betrachten.

Denn wir brauchten nicht die überraschende Übernahme von Whole Foods (WFM) durch Amazon (AMZN) um zu begreifen, wie grundlegend der Wandel ist, der uns bevor steht. Unter Stichworten wie "künstliche Intelligenz" oder "autonomes Fahren" haben wir Teilaspekte immer wieder thematisiert und wir waren uns auch darüber im Klaren, dass die grossen Techriesen, die neuen Dominatoren der Welt sind, die Bluechips also, die man haben muss: -> Apple. Google und Co., die neuen Nestles? <-

Ich bin aber fest davon überzeugt, dass der uns bevorstehende Wandel noch viel Grundlegender ist, dass er alles in den Schatten stellt, was wir in unserem Leben bisher erlebt haben und bestenfalls mit der industriellen Revolution zu vergleichen ist, die auch die Welt massivst umgewälzt hat. Ich habe das zum Beispiel schon in -> Die richtigen Investments in der neuen industriellen Revolution <- anklingen lassen.

Natürlich ziehen solche fudamental disruptiven Sichten sofort die Gegenargumente an, die nach dem immer gleichen Muster des "wird schon nicht so extrem kommen" ablaufen. Dahinter stehen ja auch emotionale Weltanschauungen, ich bin nun einmal jemand, der Zukunft und Wandel mag und sich schon frühzeitig darauf einzustellen versucht, während andere so lange wie möglich "bewahren" wollen.

Ich bin also das genaue Gegenteil von "konservativ" im eigentlichen "strukturkonservativen" Sinne des Wortes und eher "progressiv" und der Zukunft und dem Wandel positiv zugewandt. Dass ich mich trotzdem politisch derzeit eher in "konservativen" Argumentationsketten wohl fühle, wenn es um unsere deutsche Gesellschaft geht, zeigt daher nur, wie abgedreht und ideologisch verblendet diese Diskussion mittlerweile geführt wird.

Wenn wir aber die deutsche Gesellschaft mal beiseite lassen und die Welt als Ganzes betrachten, leben wir in meinen Augen am Ende einer langen, vergleichsweise stabilen und ruhigen Phase, die mit dem Ende des zweiten Weltkriegs begann. Vor uns liegt massiver Wandel, massivste Disruption und eine grundsätzliche Veränderung des "Mensch-Seins", auch getrieben durch Technologie.

Für uns als Anleger sind das aber goldene Zeiten. Denn die grossen Gewinne, die grossen Erfolgsstories für das eigene Depot wie Tesla, erzielt man dann, wenn man den Wandel schneller begreift als andere und darauf frühzeitig setzt. Bei Tesla ist mir das gelungen wie Sie seit 2012 wissen, ich war aber nicht so klug, Google, Amazon und Apple direkt beim Börsengang zu kaufen. Das soll sich ändern und deshalb will ich diesen Sommer als übergreifendes Thema zum "Sommer der Disruption" machen, lassen Sie uns mal hinaus greifen und langfristige Opportunitäten und Entwicklungslinien skizzieren und diskutieren, wie wir diese optimal für uns nutzbar machen.

So weit zum Start in diese Woche. Bis später!

Ihr Hari

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