Hari Live Stream 10.05.19



15:10 MEZ - ZH2

Am Vormittag, hatte sich nach dem netten Reversal gestern etwas Hoffnung Bahn gebrochen, dass doch noch ein Deal zustand kommt. Eim Tweetstorm heute -> über seinen Account <-, scheint aber das Ziel zu haben, die Botschaft unters Volk zu bringen, dass sich auch mit Zöllen gut leben lässt.

Auf gut Deutsch, es wird keinen schnellen Deal geben, womit eine Phase des Nichtstun, eine Phase des "kein Deal" aber gleichzeitig auch keiner weiteren Eskalation mit lockeren Gesprächen, in den Fokus gerät.

Die Frage ist, ob der Markt das schon ausreichend eingepreist hat. Das ist schwer zu sagen, ich würde instinktiv sagen: Nein, noch nicht ausreichend, bei 5% Korrektur wäre ich mir sicherer.

Die Kursentwicklung nach den Tweets ist eher negativ, das scheint auch die Interpretation des Marktes zu sein:

15:22 MEZ - ZH3

Hier der SPY im Daily, der langfristige, lila Seitwärtskeil ist Geschichte, die Korrektur ist dafür zu intensiv.

Nun kämpft der SPY mit der 50-Tage-Linie und die wichtige Unterstützung um 2.800 kommt in den Fokus, die in jedem Fall für einen Bounce gut sein sollte, selbst wenn es am Ende nach unten weitergeht:

15:26 MEZ - ZH3

Für den DAX hatte ich ja einen Taucher bis auf die Unterstützung zwischen 11.800 und 11.900 in Aussicht gestellt. Da fehlt noch etwas, unter 12.000 war er aber schon.

Auch hier sollte die Zone für einen besseren Rebound gut sein:

15:45 MEZ - ZH3

So sieht das aus, wenn wie hier bei Thyssen Krupp (TKA), ein völlig überdehntes Gummiband plötzlich zurückschnappt. Auslöser ist -> das hier <-, ein Ende des endlosen Wartens auf einen Stahl-Deal, der nie kommen will.

Von meiner Seite gibt es dazu nicht mehr zu sagen, das macht TKA nicht zu einem attraktiven Investment. Was wir sehen, ist einfach ein scnappendes Gummiband und nicht mehr. Eine überzeugende Strategie und gute Perspektive, ist damit aber noch nicht da. Aber TKA ist nun so verprügelt, dass alleine das "Schnappen" noch weiteres Upside generieren kann:

16:00 MEZ - ZH3 - ZH4

Heute habe ich mal wieder einen Neuzugang für unser Universum, ein spannendes, mittelgroßes Technologieunternehmen, das hier - so weit ich das überblicke - noch nie irgendwo Thema war.

Es heisst ZScaler (ZS) und war deshalb hier noch kein Thema, weil es erst 2018 seinen IPO gemacht hat.

Die Marktkapitalisierung ist schon bei 8 Milliarden USD, der Umsatz bei 250 Millionen USD. Wie immer ist bei so Werten schon einiges an Zukunft eingepreist, das muss aber nichts Negatives bedeuten, falls diese positive Zukunft tatsachlich auch entsteht. Die Kursentwicklung von Amazon über 20 Jahre, sollte jedem Warnung sein der glaubt, so etwas sei schon zwingend "zu weit gelaufen".

Das Geschäft ist definitiv zukunftsträchtig, es geht nämlich um -> Cloud based Enterprise Security <- und hat eine Struktur im Daily, die attraktiv und aussichtsreich aussieht:

Wir sollten uns mal etwas mehr mit diesem Unternehmen beschäftigen, es sei hiermit in die Community eingeführt!

17:00 MEZ - ZH1

Nein, das sieht *gar nicht gut aus*!

Es scheint zu passieren, was ich Eingangs vermutet habe. Der Markt erkennt, dass kein Deal kommt und Trump das wohl durch die Blume gesagt hat und er reagiert verschnupft, weil das mit knapp 3% Minus eben noch nicht in den Kursen ist.

17:08 MEZ - ZH3

Wir sollten uns gedanklich darauf einrichten, dass wir vom fiesen Markt ziemlich genau auf der 2.800er Unterstützung in das Wochenende geschickt werden.

Dann kann über das Wochenende ganz viel Angst verbreitet werden, dass das vielleicht doch der Beginn einer neuen Phase wie im Dezember ist.

Und wie ich schon heute argumentiert habe, kann das sehr wohl sein, es macht aber keinen Sinn uns von Angst treiben zu lassen, weil es nach wie vor nicht das wahrscheinlichste Szenario ist und alles was im Bereich 5-8% Korrektur verbleibt, völlig normal und völlig gesund wäre.

17:26 MEZ - ZH3

Solaredge (SEDG) hat nach seinem gewaltigen Schub nach Zahlen nur marginal konsolidiert und schiebt im schwachen Markt nun schon wieder hoch:

Das ist ein recht zuverlässiges Signal dafür, dass der Aufwärtsdruck noch nicht am Ende ist. Zuverlässig natürlich nur auf Basis des im Markt schon vorhandenen Wissens.

Jederzeit kann eine völlig neue Nachricht ala Trump letzten Sonntag den Markt deutlich verändern und diese Struktur abwürgen. Aber auf Basis des heutigen Wissens und wenn nun keine Überraschung kommt, sieht so eine Struktur nach weiterem Aufwärtsdruck aus.

17:40 MEZ - ZH3

Der ganze Semiconductor-Sektor, fällt im Zuge der Korrektur aus Keilen oder Trendkanälen heraus, die seit Dezember Bestand hatten. Bei starken Zyklikern wie Micron (MU) im DRAM-Bereich, ist das besonders gut zu sehen:

Wie Sie es in dem Fall mit der Skalierung Ihrer Position halten, kann Ihnen nur Ihre Strategie vorgeben. Wer schon hoch investiert war, hätte diese Brüche zum teilweisen Abbau nutzen können, wer noch nicht viel im Sektor hat, kann entspannter sein.

Wahrscheinlich ist aber, dass diese Korrektur dann oberhalb der Dezember-Tiefs eine wunderbare Einstiegs-Gelegenheit schafft, die ich persönlich fest auf dem Radar habe und nutzen will.

Wie ich generell zum Sektor stehe, habe ich ja mehrfach geschrieben. Chips sind -> die Fördetürme des 21. Jahrhunderts <-

18:02 MEZ - ZH1

Gestern hatten wir im mittleren Handel eine Wendeformation, die dann zum Rebound geführt hat. Heute könnte das zu einem ähnlichen Verlauf führen, wobei es potentiell schwieriger ist, weil sich vor dem Wochenende weniger positionieren wollen.

Aber es fehlt nur ein konkret-positiver Tweet zu den Handelsgesprächen und wir fliegen hier ab, auch das ist klar:

Ich bin jetzt aber raus, ich handele das auch nicht mehr wie gestern, ich mache jetzt Wochenende!

Dieses Wochenende kann viel passieren und kann es viele Nachrichten geben die kursbewegend sind, Vorhersagen sind völlig sinnlos. Wenn ich es vom globalen Standpunkt betrachte, haben positive Nachrichten aber wohl eine leicht höhere Chance, weil ein katastrophales Scheitern im Streit eher unwahrscheinlich ist und eine fortdauernde Verhandlung nun schon zumindest teilweise eingepreist ist.

Aber wie auch immer, wir lesen uns hier zum Wochenausblick, ob ich den wieder am Sonntag mache, muss ich noch überlegen. Weil wenn Trump in dieser Sache am Sonntag Abend wieder das Richtige oder Falsche tweetet, wird das wieder sehr marktbewegend sein. Handel *ist* nun einmal marktbewegend!

Machen Sie es gut, ich wünsche ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW51


Hinweis der Woche

Vor uns liegt die KW51, das Jahr 2018 ist fast herum und die KW51 ist auch die letzte aktive Woche hier im Blog vor den Feiertagen. Daher ein paar Hinweise in eigener Sache:

Von Samstag 22.12.18 bis Sonntag 06.01.19 befindet sich der Blog wie jedes Jahr im Ferienmodus.

Regelmässige Artikel gibt es dann nicht und nur ab und zu mal ein Lebenszeichen meinerseits nach Lust und Laune. Rechnen Sie mit einem Lebenszeichen am 27. oder 28.12. vor dem Jahreswechsel und einem am 02. oder 03.01. zum Beginn des neuen Jahres, mehr wird an Artikeln eher nicht stattfinden.

Ins Forum schaue ich aber immer mal wieder, die Zeit um den Jahreswechsel ist auch die Zeit für das Grundsätzliche und schon in der Vergangenheit hatten wir da manchmal interessante und tiefgehende Diskussionen.

Ich habe in den zwei Wochen aber auch allerlei Administratives zu erledigen, so stehen zwei grundlegende und potentiell disruptive Updates bei WordPress (auf Version 5.0) und beim Forum (auf Version 6.0) im Raum, die beide grundlegende Änderungen vornehmen und ich daher bisher vor mir hergeschoben habe.

In den 2 Wochen werde ich diese angehen und das kann durchaus mit Auszeiten des Blogs oder Fehlern einhergehen. Seien Sie sich dessen bewusst, Sie müssen also in den 2 Wochen keine Schnappatmung bekommen, wenn der Blog mal nicht erreichbar ist oder es im Forum kleinere Fehler gibt. Ich arbeite an den Umstellung und der ideale Zeitpunkt mir Fehler zu melden ist dann, wenn ich hier "Vollzug melde" und wir auf den neuen Versionen sind. Dann erst geht es an das Finetuning.

Ganz grundsätzlich werde ich diesen Jahreswechsel am Format nichts ändern, Wochenausblick wie Video der Woche haben sich in meinen Augen bewährt und werden in 2019 weitergeführt, wenn Sie das anders sehen, lassen Sie mich das wissen.

An den Gebühren ändert sich auch nichts, wie versprochen werden die Verlängerungsgebühren nun voraussichtlich wieder für mehrere Jahre gleichbleiben, auch für 2019/2020 habe ich das aus heutiger Sicht fest vor. Bei den Gebühren für die Erstanmeldung werde ich eher mal eine Änderung machen, ich habe das zum Thema Bärenmarkt beschrieben. Auch das ist aber nur eine theoretische Option und kein Plan und abgesehen davon, betrifft es Sie ja nicht.

In dieser letzten Woche vor Weihnachten gibt es übrigens kein Video mehr, das Hauptthema abseits der Aktualität sind die Mitglieder-Depots, zu denen im Nachgang zu diesem Wochausblick am Montag dann auch die Anleitungen zur Abstimmung kommen.

Davon abgesehen läuft die kommende Woche noch ganz normal, am Mittwoch, dem Abend der FED, werde ich den Stream wohl bis 22 Uhr ausdehnen und am Freitag vor Weihnachten wird es dagegen nur noch ein gemütliches Ausklingen in die Feiertage sein. Da viele am Freitag von Vorbereitungen auf die Feiertage betroffen sein werden, werde ich da sowieso nur wenige Leser haben. 😉

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche ist die FED-Sitzung am Mittwoch.

Eigentlich ist das formale Ergebnis schon klar, die FED wird die Zinsen zum 4. Mal in 2018 erhöhen, weil sie nach all den Ankündigungen nun *muss*. Ein plötzlicher Verzicht darauf, würde im Markt nur mehr Sorgen erzeugen, weil man dann vermutet, dass die FED bisher unbekannte Daten kennt, die konjunkturell massiv nach unten zeigen. Keine Erhöhung, wäre also eher ein Alarmsignal und die FED dürfte klug genug sein, das zu unterlassen.

Gleichzeitig wird die FED aber einen taubenhaften Ton für 2019 finden, mit viel "data dependent" und Würdigung der Risiken und genau das braucht der Markt, um nicht die Angst zu entwickeln dass die FED überzieht.

Das wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit so kommen und trotzdem wird es spannend, denn die Frage ist, was der Markt davor und danach daraus macht. Der Markt liebt es die FED zu lieben und darin liegt auch eine Chance, dazu aber weiter unten bei den Chancen und Risiken der Woche mehr.

Ansonsten ist die Woche dick gepackt mit ökonomischen Daten, mit Inflationsdaten aus Europa am Montag, dem Ifo aus Deutschland und US Baugenehmigungen am Dienstag, Verbraucherpreisen aus UK und Kanada sowie US Häuserdaten am Mittwoch, der Bank of Japan (BoJ) und der Bank of England (BoE) sowies dem Philly Fed Index am Donnerstag und US Auftragseingängen und dem BIP am Freitag.

Chance und Risiko der Woche

Chart/Grafik der Woche

Index der Woche

Letzte Woche habe ich die Marktlage mit ihren Risiken ausführlich gewürdigt und ich müsste vieles nur wiederholen. Sie sollten sich den -> Wochenausblick KW50 <- vielleicht noch einmal anschauen, denn da sind einige sehr grundsätzliche Themen darin, die ich nun wiederholen könnte und vielleicht sogar sollte.

Statt das zu tun, bitte ich aber alle, die letzte Woche nicht gelesen haben, da noch einmal herein zu schauen.

Denn objektiv ist in der letzten Woche nicht viel passiert, was uns die Übersicht in -> Advisoryperspectives <- schnell zeigt:

Der SPY hat sich vom Montags-Tief gelöst und ist dann wieder zurück gefallen, ohne völlig unten heraus zu fallen - so einfach war das letzte Woche, eine Woche die man hätte abhaken können, was ich auch weitgehend getan habe. Bis auf ein paar Trades war ich völlig passiv in Deckung.

Auch das große Bild der Drawdowns ist unverändert und vermittelt nach wie vor eine gute Perspektive.

Da fragt man sich doch, ob es in der kommenden Woche etwas Besonderes zu antizipieren gibt?

Ich denke erstaunlicherweise ja. Denn der Markt balanciert nun auf der Rasierkante zwischen Absturz und Rally:

Ich habe wirklich keine Meinung dazu wie das ausgeht. Die Markttechnik ist absolut gruselig, das kann nun jeder sehen und sieht auch jeder. Die Menge der Warnungen um uns herum schwillt an und das ist sehr gerechtfertigt. Die Schwäche der letzten Woche impliziert weiteres Downside, die Risiken nach unten sind erheblich!

Wie schon letzte Woche, rate ich allen mit mittelfristigem Horizont hier weiter höchste Vorsicht walten zu lassen und am Besten schon in voller Deckung zu sein! Nur weil viele warnen, muss das nicht perse falsch sein.

Ich sehe die massiven Risiken auch, dass wir schnell noch einmal um 10% im S&P500 abstürzen und das dann zur schärfsten und härtesten Korrektur seit dem Lehman-Desaster machen!

Aber ... die Stimmung ist nun richtig mies, die Jahresendrally auf die viele lange gewartet haben, düften nun langsam allgemein abgeschrieben werden. Und gleichzeitig haben wir nicht nur einen in Form der FED wahrscheinlich positiven Katalysator vor uns, sondern wir dürften auch große Adressen im Markt haben, die ein weiteres Absacken bis Ende 2018 verhindern wollen, um den Jahresabschluss einigermassen zu retten.

Das alles zusammen, schafft die abstrakte Chance für eine massive Rally aus dem Nichts, die nun jederzeit ganz plötzlich einsetzen kann. Gerade jetzt, wo sich das niemand mehr vorstellen kann und keiner mehr damit rechnet, ist die Chance real. Jeff Miller stellt das in seinem "Weighing the week ahead" gut dar, in dem er fragt: -> What might go right? <-. Schauen Sie sich da mal die diversen Grafiken an.

Ich betone, dass diese Chance derzeit *nur* ein Thema für Trader ist, alle andere warten erst einmal ab, ob diese Rally überhaupt kommt. Und es ist völlig klar, dass das Risiko nach unten nicht kleiner ist, sondern nun größer als diese Chance. Und selbst wenn die FED-Rally kommt, spricht immer noch viel dafür, dass wir die Range dieses Jahr dann nicht mehr nach oben verlassen.

Wir haben aktuell einfach mal wieder so ein Gummiband-Szenario vor uns und wissen nicht ob es schnappt oder reisst. Diese Szenarien können für Trader hoch attraktiv sein und lassen sich gut absichern. Für alle anderen gibt es nichts zu tun, die sollten in Deckung bleiben und die Bullen erst mal etwas beweisen lassen, zumal selbst wenn die Rally kommt, es potentiell nur ein weihnachtliches Strohfeuer ist.

Thema der Woche

Zum Thema der Woche habe ich letzte Woche die Psychologie in schweren Marktphasen gemacht, heute will ich mich der Frage nähern, wie 2019 beginnt.

Denn da verschiebt sich meine Wahrnehmung unter bestimmten Voraussetzungen nun etwas mehr ins Positive.

Und das hat damit zu tun, dass der Markt schwächer ist, als ich noch Anfang November zum Jahresende erwartet habe. Erst der massive Absturz in der KW49, als der Markt trotz FED und trotz "Waffenstillstand" im Handel am Dienstag vor 2 Wochen massiv nach unten rollte, hat die objektive Lage schwer verdüstert und den bis dahin gut denkbaren Doppelboden samt Jahresendrally, wohl endgültig aus dem Spiel genommen. Ich habe im letzten Wochenausblick ausführlich darüber geschrieben.

Nun trägt der Markt aber Elemente einer negativen Feedback-Schleife in sich, denn die konjunkturelle Realität ist trotz ein paar Warnzeichen objektiv lange nicht so negativ, wie dieser Markt sich nun anfühlt. So wie der Markt 2017 jedes Risiko ignoriert hat, ignoriert er nun alle positiven Signale und suhlt sich nur im Negativen.

Was ich nun sage, schliesst auch nicht aus, dass wir jetzt durchfallen und einfach noch einmal 10% auf dann 20% Korrekturhöhe abgeben, einfach weil der Markt es jetzt so will. Eine negative Wahrnehmung der Wirklichkeit reicht dafür völlig aus und letztlich wird damit ja nur die Übertreibung nach oben aus 2017 korrigiert. In Anbetracht der eklatanten Schwäche, ist ein "Durchfallen" nun sogar realistisch und kein exotisches Szenario mehr.

Trotzdem würde gerade in dem sofortigen Durchfallen vielleicht eine positive Nachricht liegen und darüber will ich nun reflektieren. Denn alles was potentiell in 2019 passiert, hat ja nun auch damit zu tun, was vorher in 2018 passiert ist und ich habe Ihnen ja mehrfach diese Analogien wie 2007/2008 oder hier 2015/2016 gezeigt:

Die Logik dahinter war, dass der Markt in 2018 noch zusammengehalten wird und erst nach dem Jahreswechsel sich dann die Schwäche Bahn bricht.

Diese Logik ist auch mehr als reines Raten, dahinter stehen Anlagemechanismen zum Jahresende und Jahresanfang und gerade dieses Jahr wissen wir ja, dass es im Herbst sehr viele Hedgefonds zerlegt hat, die dann nach dem Jahresende aufgegeben werden dürften. All das dürfte für die Kurse zum Jahresanfang ein Problem sein und generiert da obiges Risiko.

Der Grund warum ich dieses Bild nun um eine Chance erweitere ist nicht, dass das Bild falsch ist, sondern dass es sein könnte, dass 2018 die Voraussetzungen nicht schafft. Denn die Stimmung ist jetzt schon richtig mies und wenn wir uns vorstellen, dass der Markt nun diese Woche sofort durchfallen sollte, könnte das Problem zum Jahresanfang nur zeitlich begrenzt sein und sich dann bald schon wieder Hoffnung Bahn brechen. Denn falls wir nun noch einmal 10% fallen, ist der Markt klar nach unten überdehnt und übertreibt Risiken, die sich überhaupt erst einmal realisieren müssen.

Falls wir also kommende Woche nach unten durchfallen, ist auch so ein Verlauf sehr naheliegend:

Was ich Ihnen also vermitteln will ist, dass wir 2019 im Kontext von 2018 betrachten sollten. Denn ich kann nach wie vor keine belastbaren Daten sehen, nach denen wir vor einer neuen 2008er Krise stehen, auch wenn das immer eine abstrakt-thoeretische Möglichkeit ist.

Sollte also diese Woche Stärke einsetzen und wir eine verspätete, aber dafür vielleicht umso radikalere Weihnachtsrally bekommen, ist diese zum Jahreswechsel tendentiell zu "faden", weil die beschriebenen Risiken im neuen Jahr objektiv da sind und die Bereinigung diverser gescheiterter Hedge-Fonds-Modelle erst einmal stattfinden muss.

Sollten wir diese Woche aber doch deutlich durchfallen, gehe ich in 2019 aus heutiger Sicht nur noch von einer kurzen Schwächephase im Januar aus, nach der eine potentiell attraktive Long-Chance vor uns liegen könnte.

Ich selber lasse mich von diesem Markt auf jeden Fall nichts ins Negative treiben. Ich sehe die miese Marktmechanik und ich sehe die Risiken und bin daher schon längst in Deckung. Und ich nehme mir Auszeiten, wenn der Markt weiter so unattraktiv ist und lasse mich von ihm nicht zerreiben.

Gerade weil das so ist, bin ich aber nicht defätistisch sondern absolut bereit, sofort Chancen zu ergreifen und diese wie diese Woche schon im Vorfeld zu erschnuppern. Ich halte eben mein emotionales Kapital trocken und lasse mich nicht von Doom & Gloom anstecken. Und das sollten auch Sie!

Die Wahrheit ist nach wie vor, dass erstens Märkte 70% der Zeit steigen, dass zweitens der Markt zwar mal einen Schritt zurück, aber dann wieder zwei Schritte vor macht und drittens, dass diese Korrektur des Jahres 2018 nach wie vor überfällig war und selbst bei einer 20% Korrektur bis 2.400 im SPX, der langfristige Bullenmarkt voll intakt ist.

Womit wir zu Viertens und zum Entscheidenden kommen. Die großen Gewinne, werden nicht durch viel Mühe in einem miesen Marktumfeld gemacht, nicht durch "Grind", wenn der Markt nicht viel zu bieten hat. Das ist vielmehr die Zeit, wo kluge Anleger sich in ihre Bärenhöhle zurück ziehen und den Markt mal einfach vor sich hin schwingen lassen.

Die großen Gewinne, die dann über Jahre tragen und ein sonniges Grinsen ins Gesicht zaubern, wie weiland bei mir 2009, werden aus üblen Korrekturen geboren, ja ohne diese, würde es sie nicht geben, weswegen wir Korrekturen als etwas Gesundes und Positives begrüssen müssen, das zur Börse, wie zum Leben einfach dazu gehört.

Unsere Aufgabe ist deshalb unser monetäres *und* emotionales Kapital zusammen zu halten und uns nicht zu verausgaben, wenn nichts zu holen ist. Damit wir dann ausgeruht und beherzt zupacken können, wenn dieser Markt die Korrekturphase verlässt und das wird er, die Frage ist nur wann.

Mein guter Rat der Woche

Ich wünsche eine möglichst stressfreie Woche vor den Feiertagen. Mein ganz persönlicher Rat:

Überfrachten Sie die Feiertage nicht, machen Sie nicht zu viele Pläne und wehren Sie sich gegen Sozialdruck.

Verwenden Sie Ihre Energie lieber darauf, sich diese Woche den Freiraum zu erarbeiten, der Ihnen dann echte Erholung im engen Kreis Ihrer Lieben erlaubt.

Wir alle brauchen Phasen der inneren Erholung und des Abstands und nichts kann dafür besser sein, als die Tage des Jahreswechsels - wenn man sie dafür zu nutzen weiss und nicht nahtlos Berufsstress durch Sozialstress tauscht.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Der Gummiband-Trade



Wenn es ans Trading geht, dann habe ich hier wie eine Gebetsmühle immer wieder das -> Prinzip des Setups <- betont.

Dieses ist auch zentral, um Anleger vom prozyklischen Herumspielen, hin zu einem geordneten, kontrollierten Tradingansatz zu bringen. Bevor wir unser Geld in Bewegung setzen, sollten wir eben wissen, warum das gerade jetzt ein guter Zeitpunkt zum Einstieg ist, was wir von dem Trade erwarten und wo wir ihn absichern und beenden. Und wenn der Trade abgeschlossen ist, sollten wir ihn dokumentieren und reviewen, damit wir daraus etwas lernen können.

Nur so bekommen wir Systematik und Konsistenz in unser Verhalten und ohne Systematik werden unsere Ansätze immer Stückwerk bleiben. Punkt.

Gleichzeitig wissen Sie auch, weil ich das mehrfach geschrieben habe, dass ich meinen systematischen, täglichen Trading-Ansatz zu Gunsten des Blogs eingestellt habe. Der Grund ist ganz simpel Zeit, ich kann nicht so viel schreiben und weiter einen systematischen Ansatz verfolgen, der mich weit stärker an den Bildschirm bindet. Damit nehme ich ein paar wirtschaftliche Nachteile in Kauf - diese Trades "fehlen" - was aber durch die Mitgliedschaftsgebühren zunehmend ausgeglichen wird.

Letztlich muss es ein Kompromiss sein, wenn man so aktiv für andere schreibt wie ich und trotzdem immer noch selber aktiv im Markt unterwegs sein will. Mein Kompromiss ist eben, dass ich mich auf mein Investmentdepot konzentriere und auf der Tradingseite nur noch rein opportunistisch unterwegs bin, wenn ich mal Zeit dazu habe und sich eine attraktive Gelegenheit bietet.

Ich bin also als Trader zum "faulen Sack" geworden. Ich "grinde" keinen täglichen Ertrag mehr mit Fleiss und Konzentration aus dem Markt, sondern schneide die tief hängenden Trauben ab wenn sie reif sind und gut ist es. Und wenn keine tiefhängenden Trauben da sind oder ich keine Zeit habe diese zu pflücken, dann ist es auch OK.

Und genau darüber will ich heute schreiben und Ihnen klar machen, wie simpel ich da vorgehe und was das mit dem Prinzip der Setups zu tun hat. Und gleichzeitig werden Sie erkennen, dass es vielleicht doch nicht so simpel ist, weil es vor allem Erfahrung braucht den richtigen Moment zu erkennen und Disziplin das auch wirklich nur dann zu tun, wenn der Wind des Marktes einem sowieso in den Rücken weht.

Ich habe dabei verschiedene Beuteschemata, eines nenne ich den Gummiband-Trade. Denn der ist so opportunistisch, wie man nur opportunistisch sein kann. 😉

Was braucht es dazu?

Es braucht eine Ausgangslage, wo ein Markt oder eine Aktie gerade dreht, ideal auf einer wichtigen Unterstützung. Nicht "vielleicht dreht", sondern wirklich "gerade nach oben dreht". Ganz wichtig!

Es braucht einen klar nach unten überdehnten Marktzustand, den man als gedehntes Gummiband bezeichnet.

Es braucht einen Markt der in dem Moment nach oben läuft. Der Sinn ist, den Stop schon kurz danach ins Grüne ziehen zu können, wenn die aktuelle Bewegung nur wenige Minuten so weiter geht wie bisher.

Wenn ich so eine Situation vorfinde und Intraday sehe, steige ich ohne zu Zögern sofort ein, setze den Stop unter die Tiefs die dann noch nahe sind und dann gilt einfach "schaun mer mal"!

Ich teste damit den Markt, man könnte sagen, ich stecke einen Zeh herein. Der Trade ist der Zeh.

Wenn dann der Markt noch ein wenig höher gestiegen ist, was sehr wahrscheinlich ist, weil man in eine schon laufende Bewegung hinein kauft, wird sofort der Stop marginal ins Grüne gezogen.

Und dann lehnt man sich zurück und es bleibt nur die Frage, ob es ein minimaler Gewinn oder ein großer Gewinn wird.

Realistisch kommt der Kurs in ca. 80% der Fälle noch einmal zurück und man wird wieder mehr oder weniger neutral abgeworfen. Die daraus resultierenden Gewinne, sind zu vernachlässigen, weil marginal.

Aber in vielleicht 20% der Fälle trifft man ziemlich exakt einen Boden und hat danach große Gewinne! Und das macht diese opportunistische Logik attraktiv.

Wenn man so will, identifiziere ich einen potentiellen Boden, gehe intraday schnell in eine Aufwärtsbewegung rein, sichere ab, ziehe den Stop nach ..... und der Rest ist "schaun mer mal". Die entscheidenden Handlungen am Anfang, laufen dann in wenigen Minuten ohne großes Zögern ab. Wie beim Jäger in der Steinzeit, das Wild bricht aus dem Gestrüp, the game is afoot, der Speer wird geworfen und dann sieht man schon, ob er getroffen hat.

Diese Art "Gummiband-Trade" ist bei mir zunächst also immer als reiner Intraday-Trade angelegt und wird auch in den meisten Fällen schon im Laufe des Tages geschlossen. Wenn es aber richtig gut läuft, stelle ich mir vor Handelsschluss doch die Frage, ob ich den Trade nicht über Nacht und potentiell länger offen halten soll. Und manchmal, wenn die Rahmenbedingungen passen, mache ich das und widme den Trade dann zu einem mehrtägigen Positionstrade um. Und selbstverständlich kann das Prinzip auch auf höhere Zeitebenen wie Tageskerzen ubertragen werden.

So "einfach" geht das und so "opportunistisch" mache ich das. Was das für ein Index oder vielleicht auch Aktie ist, ist völlig egal, Hauptsache es hat ein nach unten überdehntes Gummiband und ich komme Intraday nach einem potentiellen Boden herein und kann mich in steigende Kurse einkaufen, die mir schnell erlauben den Stop nachzuziehen.

Diese Situationen zeigen sich oft dann im Nachhinein als Kerze mit langem Docht auf der Unterseite, nur ich warte gar nicht den Docht auf den übergeordneten Zeitebenen ab, sondern wenn ein Markt den ich beobachte, an einer wichtigen Stelle aus einem überverkauften Zustand heraus dreht, dann kaufe ich mich schon Intraday ein, also da wo am Ende des Tages potentiell erst der lange Docht sein wird.

Hört sich einfach an? Ja hört sich so an, ist es aber nicht. Denn es braucht zwei zentrale Voraussetzungen.

Erstens braucht es den Blick so eine bedeutende Wende zu sehen, wenn sie da ist. Man darf sich dabei nicht vom "Noise" verrückt machen lassen, sondern muss einfach Intraday sehen, wie der Markt plötzlich nach oben dreht und die Tiefs abschüttelt. Dafür muss man vor dem Schirm sitzen, um es zu erkennen, das ist immer eine "Live-Erkenntnis".

Zweitens braucht es die Disziplin nicht zu raten, sondern es *nur dann* zu tun, wenn da wirklich eine Überdehnung ist. Und wenn monatelange keine derartige Situation da ist, dann ist es halt so!

Ich denke gerade am zweiten Kriterium werden viele scheitern. Wenn man sich vornimmmt, solche Wenden zu erwischen, fängt man an vorher herum zu raten im Sinne "das könnte jetzt eine sein". Und genau das ist grottenfalsch, man geht zu früh rein und es kommt doch anders.

Nein, der Opportunist will gar nichts, der beobachtet einfach den Markt und wenn sein Beuteschema nicht da ist, dann ist es halt nicht da. Triggert so ein Beuteschema aber, sieht man plötzlich Kraftentfaltung von wichtiger Unterstützungen hinweg nach oben, dann fackelt man nicht lange, dann gilt es wie oben: Nase zuhalten -> rein -> absichern -> Stop ins Grüne ziehen oder sofort abgeworfen werden -> Trade entspannt laufen lassen.

Besonders die "Nase zuhalten" Trades sind dabei die Besten. Ein Asset das niemand mehr haben will, aber auf schlechten Nachrichten dreht und zur Rally wechselt, ist so ein Kandidat. Wenn man da schnell genug reagiert und nicht zu lange wartet, kann man fast sicher kurz danach den Stop ins Grüne ziehen.

Beispiele gewünscht? Ganz klar die großen Tiefs dieses Jahres, da war ich oft dabei, oft haben Sie es erlebt, weil ich Abends im Stream natürlich darüber geschrieben habe.

Bedenken Sie bitte, diesen erfolgreichen Trades steht aber eine Mehrzahl entgegen, die mehr oder weniger neutral enden, weil der Kurs wieder zurück kommt und ein paar wenige gehen auch schlecht aus und werden beim initialen Stops ausgestoppt, weil die vermeintliche Aufwärtsbewegung sofort wieder dreht. Das ist aber selten, wenn man dafür ein Händchen hat.

Profitabel machen es die vielleicht 20%, in denen man frühzeitig eine Bewegung erkennt und aufsattelt, wie eben der 09.02. Abends:

Ich weiss gar nicht mehr wann ich exakt zu welcher Uhrzeit was gemacht habe, diese Fleissaufgabe das nachträglich heraus zu suchen, erspare ich mir aber, weil es für die Grundaussage egal ist, ob es um 20:08 oder um 21:04 MEZ war. Sie können in den alten Forenposts meine Kommentare nachvollziehen, als die Wende kam, war ich "elektrisiert". 😉

Aber nehmen Sie doch auch den letzten Mittwoch vor einer Woche, wo ich frei gemacht habe. Genau da hatte ich nämlich mal wieder Zeit zum Handel, eben weil ich nicht geschrieben habe.

Ich habe da schon deutlich vor Handelsstart im Forum -> The game´s afoot <- geschrieben und die Botschaft ist ja klar: The Game (das Wild) kommt aus dem Gebüsch!

So sah das aus. Ich habe direkt danach damals einen Screenshot gemacht, weil ich da die Absicht entwickelt habe, aus diesem Thema mal einen Artikel zu machen. Der Screenshot ist von 21.11. 16:45 MEZ:

Oder aber am selben Tag die von mir beobachtete Deere (DE). DE hatte da vor einer Woche Zahlen und die wurden sofort gekauft, das war schnell zu sehen. Also, weil ich Zeit hatte und es sah, habe ich ohne zu Zögern meinen Zeh herein gestellt:

In beiden Fällen habe ich den Trade dann am Mittwoch Abend mit mässigen Gewinnen geschlossen, weil ich beide nicht über das lange Thanksgiving-Wochenende offen lassen wollte. Und das war auch gut so, wir wissen ja wie das dann wieder abwärts gebröselt hat.

Das Ergebnis war also im Gegensatz zum 09.02. keine große Sache, eher so ein typischer Fall der 80%, in denen der Markt dann doch nicht tut, worauf man setzt. Aber die Trades waren immerhin positiv, weil sie in eine bestehende Aufwärtsbewegung eingegangen wurden. Und ich erwähne es hier nur, um das Prinzip zu zeigen und die Momente beispielhaft zu zeigen, an denen ich dann opportunistisch aktiv werde.

Fazit:

Das hört sich alle so einfach an, ist es aber in Realiter nicht. Die Kunst ist erstens diese Momente zu erkennen und zweitens so diszipliniert zu sein, es wirklich nur dann zu machen, wenn das Wild schon über die Lichtung rennt!

Und ist das ein Widerspruch zum Prinzip des Setups? Kein bischen!

Das *ist* genau ein Setup. Ich weiss was mein Beuteschema ist, ich weiss wann ich einsteige, ich weiss wo ich absichere und ich habe eine Vorstellung davon, wie ich damit weiter verfahre.

Das ist ein Setup. 🙂 Ein "Gummiband-Setup", das man gedanklich im Blick hat, so dass man im richtigen Moment, wenn man dann vor dem Schirm sitzt, einfach nur den Speer schmeisst und das Wild erlegt.

Ich habe noch andere Beuteschemata. Aber das ist ein schönes Beispiel, was ich mit "tiefhängenden Trauben" und "opportunistischen Trades" meine.

Und ich mache diese Trade ganz ohne Stress *nur* wenn es passt und ich Zeit habe. Das ist möglich, weil ich das Trading eben nicht mehr systematisch betreibe und eben keine besondere Rendite-Erwartung mehr habe, sondern einfach nur noch hier und da mal ein Sahnehäubchen zum Investmentdepot mitnehmen will.

Vielleicht hilft diese Darstellung ja dem Einen oder Anderen ein wenig.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 08.03.15 – 14.03.15

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Hari Live - Archiv 08.03.15 - 14.03.15

Freitag 13.03.15 17:25 - SKS an der Wegscheide und Wochenabschluss

Der Markt will scheinbar schnell eine Entscheidung hinsichtlich der heute morgen gezeigten SKS erzwingen. So sieht das Bild aktuell aus. Dazu kann man nur OHA! sagen:

S&P500 13.03.15

Faszinierend oder, wie diese Formation sich exakt so zu entwickeln scheint, wie ich das seit Mittwoch antizipiert habe. Ich habe schon oft erklärt, dass der gerade der S&P500 da besonders zuverlässig ist, eben weil dort die Algos schon eine hohe Dominanz haben.

Im Moment sorgt der Aufstieg der Maschinen noch nicht für unerklärliche Bewegungen, sondern eher dafür, dass schon bekannte Formationen und Bewegungen noch deutlicher ausgeschöpft werden.

Denken wir aber bitte bei aller Symmetrie im Chart daran, dass eine SKS erst dann existiert, wenn diese erstens getriggert wurde und zweitens im Retest bestätigt. Denn mein Instinkt flüstert mir immer noch ein, dass der Markt sich vor der FED noch nicht wirklich entscheiden will, sondern lieber noch ein paar Pirouetten hinlegt.

Wenn man allerdings der Theorie folgt, die unser Mitglied "Tibesti" im Forum indirekt angedeutet hat - nach der "die grossen Jungs" rund um Goldman und JPM sich hier den Markt bewusst für einen "No-Rate-Hike-Still-Patient-Snapper" am kommenden Mittwoch zurecht legen - dann hätten diese durchaus das Interesse, den Markt nun erst einmal durchfallen zu lassen - ums so schöner ist dann das "V for Victory".

Aber das ist alles Spekulation und ich kann nicht dazu raten, nach solcher Spekulation zu handeln, auch wenn sie durchaus vorstellbar ist. Wir sollten uns an den Markt halten und wenn die SKS triggert und bestätigt wird, zeigt das erst einmal nach unten im S&P500.

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Hari Live – Archiv 05.10.14 – 11.10.14

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Hari Live - Archiv 05.10.14 - 11.10.14

Samstag 11.10.14 10:30 - DAX aus US Sicht

Normalerweise produziert Rocco Gräfe nichts, was ich besonders erwähnenswert finde. Aber dieser Beitrag ist bemerkenswert:
-> DAX aus US Sicht <-

Denn er hat mit dem DAX Chart aus US Sicht Recht. Normalerweise ist es sinnlos, sich einen Hauptmarkt, wie hier den DAX, aus anderen Währungen anzuschauen, denn die belastbaren Marktstrukturen ergeben sich immer nur in der Hauptwährung und das ist in aller Regel die Landeswährung.

Deshalb schauen wir ja bei US Titeln nicht auf das in Euro dargestellte Chart, denn diese Muster wären sinnlos und ohne Aussagekraft.

Beim DAX aber haben wir eine extrem unterentwickelte inländische Börsenkultur und wissen daher auch, dass US Investoren genau so viel Feuerkraft aufbringen, wie die inländischen Investoren, die ihre Depots in Euro führen. Und deshalb ist die Sicht die Rocco Gräfe da aufmacht, nicht nur valide, sondern ein richtig guter Punkt!

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Hari Live – Archiv 28.09.14 – 04.10.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 28.09.14 - 04.10.14

Freitag 03.10.14 16:00 - S&P500 Rebound

Der Rebound im S&P500 läuft mit Macht. Und wir können mal wieder der beeindruckenden Kraft einer iSKS zuschauen, genau der mit Nackenlinie 1950, die ich Ihnen gestern Abend 20:25 Uhr noch skizziert habe.

Alle wesentlichen Infos zur kurzfristigen Lage, kann man dem Chart entnehmen:

S&P500 03.10.14

Übrigens, der Eurostoxx geht verhalten mit und ist auch jetzt knapp 1% im Plus. Die US Börsen ziehen also Europa mit nach oben, das aber trotzdem im Vergleich klare Unterperformance zeigt.

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DAX Korrektur – Erste Warnung und sonst: Nichts !

Der DAX hat die schärfste Korrektur seit August diesen Jahres gestartet, über die Ursachen habe ich gestern geschrieben. Die Schärfe der Korrektur hat dabei direkt mit dem langen, gnadenlosen Anstieg vorher zu tun. Das ist die Theorie des Gummibandes - je weiter man es dehnt, desto stärker schnappt es zurück.

Heute will ich mich daher mit der Frage beschäftigen, wie wir mit so einer Korrektur umgehen sollten. Denn ich kann sozusagen durch die Internetleitung spüren ;-), wie nun ganz viele grübelnd vor dem Schirm sitzen und sich diese Schwarz/Weiss Fragen stellen, die da lauten:

- Kommt nun der grosse Crash ?

- Soll ich jetzt mit allem raus aus dem Markt ?

Diese ganze, digitale Fragestellung im Sinne rein/raus ist aber völlig falsch und verfehlt !

So zu denken ist unproduktiv und macht uns nur nervös. Der Markt ist nie schwarz/weiss, er ist jederzeit eine Menge von Wahrscheinlichkeiten, die sich verschieben. Und die Zukunft ist und bleibt unbestimmt !

Was wir statt dessen tun sollten, ist unser Risiko zu managen. Was bedeutet Stück für Stück und Schritt für Schritt vorsichtiger zu werden, je stärker das Risiko steigt. Und in diesem Sinne langsam und Stück für Stück Gewinne mitzunehmen, falls die Korrektur voran schreitet.

Denn das Risiko eines Crashs - vor dem wir so Angst haben - ist eben nicht nahe am Höhepunkt am grössten. Das Risiko erreicht seinen Höhepunkt erst später, falls der Markt keinen Boden mehr findet und bröselt und bröselt.

Und das will ich Ihnen am Musterbeispiel des Crashs 2008 zeigen, der perfekt abgelaufen ist:

DAX 2008 Crash

Sie sehen die erste Phase, die Topbildung, in der der Markt keine signifikanten Höchststände mehr generieren kann. Vielleicht sind wir in dieser Phase, sicher ist das aber noch nicht !

Sie sehen dann den ersten Einschlag, das erste Warnzeichen sozusagen. Vielleicht haben wir das gerade erlebt. Bestenfalls dort, bei (2) befinden wir uns aktuell, wenn man nun einen Crash erwartet.

Auf (2) folgt aber in der Mehrzahl der Fälle erst einmal eine Phase, in der der Markt immer mehr Leben verliert und langsam vor sich hin bröselt. In dieser Phase (3) steigt das Risiko für einen Crash massiv, denn irgendwann verlieren die Marktteilnehmer die Geduld und wollen alle gleichzeitig zum Ausgang.

Worauf sich mit (4) dann der echte Crash anschliesst. Und dann in (5) eine Phase des Nachschwingens folgt, bevor der Markt in (6) den Tiefpunkt findet, der typischerweise nach einem Crash eine Übertreibung nach unten ist.

So weit der typische Ablauf. Diese Struktur ist universell und können Sie auch oft auf kleineren Zeitebenen finden, es muss nicht immer der grosse Crash sein. Und eigentlich will ich Ihnen damit klar machen, dass bisher im DAX noch nichts passiert ist und erst weiteres Abwärts-Bröseln die Risiken stark erhöht.

Jetzt weiss ich aber auch um die Macht der Bilder und mir ist klar, dass Sie bei Betrachten des obigen Charts nun emotional denken: "Oh Gott, schnell raus, wenn das danach kommt und wir erst bei (2) sind !"

Deswegen will ich Ihnen als "Cooldown" unbedingt auch noch den aktuellen Chart des S&P500 in diesem Jahr zeigen.

S&P500 05.12.13

Und da sehen Sie, wie oft wir schon ein "(2) Erste Warnung" hatten. Und jedes Mal hat der Markt dieses Jahr wieder V-förmig nach oben gedreht. Daran waren die Notenbanken ja nicht unschuldig und gerade deshalb sei die Frage erlaubt: Warum muss das dieses Mal unbedingt anders sein ?

Der Crashablauf von 2008 ist nämlich die Ausnahme und nicht die Regel. Und ein Warnzeichen ist erst einmal nur ein Warnzeichen und kein Grund schon in Panik zu verfallen.

Was ich Ihnen damit klar machen will ist:

(1) Bisher ist nichts Relevantes passiert und die Aufwärtstrends in den Indizes sind voll intakt. Es wird erst jetzt interessant, wenn und falls wir erleben sollten, dass der Markt nun keinen Boden findet und die Dip-Käufer ausbleiben.

(2) Wenn aber nun bald das Reversal kommt, wird der Trend dadurch nur bestätigt und die Korrektur war extrem gesund und legt dann die Grundlage für die Fortdauer der Hausse.

(3) Nur wenn der Markt nun weiter abgeben sollte und erste, wichtige Marken reisst, dann wird es wirklich riskant. Denn viele werden Stops unter markanten Strukturen haben und werden dann alle gleichzeitig zum Ausgang wollen. Das wäre das Ende von Phase (3). Lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal den Artikel vom Montag zum Rising Wedge im S&P500, um diese Marken zu erkennen.

Was heisst das für uns ?

Wir brauchen unbedingt gedankliche Stops unter markanten Marken, mit denen wir unser Markt-Exposure Stück für Stück abbauen, falls - und nur falls - der Markt weiter nach unten bröselt.

Heute dagegen über diese "schwarz/weiss" Frage im Sinne rein oder raus zu grübeln, ist vergeudete Liebesmüh ! Und wenn Sie nun Artikel lesen, in denen Ihnen jemand erzählt, dass der Markt nun dieses oder jenes machen wird, ignorieren Sie das. Keiner kennt die Zukunft und was wir als Individuen glauben, hat keine Bedeutung, ausser im Sinne einer Massenpsychologie.

Es zählt alleine was der Markt tut. Und da ist eben wichtig zu verstehen, dass nach solchen Höchstständen ein langsames Abwärtsbröseln das Risiko erhöht. Und dieses Risiko müssen wir managen, in dem wir unser Exposure zum Markt entsprechend anpassen.

Machen Sie sich also einen Plan, wie Sie - falls der Markt weiter fällt - sukzessive Ihr Risiko verringern. Stück für Stück, im Einklang mit dem Markt. Von dem Gedanken perfekt am Top komplett auszusteigen, müssen Sie sich sowieso verabschieden. Das ist - von einem einmaligen Glücksschuss abgesehen - selbst für den besten Trader der Welt unmöglich.

Also: keine Panik und kein Herumraten. Managen Sie Stück für Stück Ihr Risiko !

Vergessen Sie den Gedanken daran, was morgen sein wird - Sie werden es sowieso erst morgen erfahren. Konzentrieren Sie sich statt dessen darauf, die Risiken der Gegenwart in Ihrem Portfolio entsprechend abzubilden.

Ihr Hari

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DAX und Gold: Der wichtige Unterschied zwischen Vorsicht und Handeln am Markt.

Sie wissen ja, das ich mir auf die Fahnen geschrieben habe, die Börsenkultur in Deutschland ein wenig zu heben und grundlegende Zusammenhänge zu vermitteln, nach denen der Finanzmarkt funktioniert.

Ein wichtiges Thema hatte ich zuletzt unter dem Titel -> Vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <- angesprochen.

Ich hoffe es ist mir damit gelungen Ihnen klar zu machen, dass Erfolg an den Märkten nicht von irgendwelchen Zukunftsprognosen kommt, sondern auf der rationalen Analyse der Gegenwart beruht.

Auch der schlechte Ruf der Charttechnik bei vielen Laien, beruht ja zu einem guten Teil auf diesem Missverständnis. Viele Menschen glauben, sie müssten erraten können was morgen sein wird, um am Aktienmarkt Geld zu verdienen. Und springen deshalb natürlich auch auf die unzähligen Angebote im grossen Meer der Informationen an, die ihnen in bekömmlicher Aufmachung eine mögliche Zukunft verkaufen. Und gerade weil die Menschen nach diesen "Weissagungen" suchen und sich Orientierung erhoffen, werden sie medial auch angeboten, denn sie verschaffen Klickzahlen. Davon leben dann auch die sogenannten "Gurus", in dem sie tiefliegende Bedürfnisse der Leser bedienen. Und defacto besteht die Mehrzahl der Artikel im deutschen Sprachraum aus solchen irrelevanten Weissagungen. Erschwerend kommt hinzu, dass ja auch ein Affe ein Chart malen kann und ein paar bunte Linien einfügen. Und mit einem richtig formatierten Chart kann man fast alles beweisen, wenn man will - Menschen sehen ja auch Gesichter in Wolken.

Die Schwierigkeit vor der jeder Leser steht ist, die ernst zu nehmenden Beiträge von all dem medialen Zuckerguss zu unterscheiden, dessen Zweck mediale Klickzahlen sind, den man aber getrost vergessen kann, wenn es um Erfolg an den Märkten geht. Ein Indiz wie man Qualität erkennen kann ist dabei, wenn das Augenmerk des Artikels auf der Analyse der Gegenwart liegt und diese in ihren verschiedenen Implikationen beleuchtet wird. Und wenn die Zukunft als eine Menge von Möglichkeiten mit Wahrscheinlichkeiten betrachtet wird und nicht nur eine mögliche Zukunft verkauft wird.

Wenn man als Autor aber solche Artikel schreibt, merkt man schnell, wie schwer sich einige Menschen damit tun, klare Analyse und daraus resultierende Vorsicht, von sofortigem Handeln zu trennen. Viele Leser suchen ja nach einfachen Handlungsanweisungen und werden genau deswegen nie erfolgreich sein. Und über diesen Unterschied zwischen Vorsicht und Handeln will ich heute schreiben.

Bewusst geworden ist mir das zuletzt wieder an dem Geschehen bei Gold. Gold hat am Montag ein erstaunliches Reversal hingelegt, das erst einmal objektiv Aufmerksamkeit verdient hat. Notwendige Aufmerksamkeit ist aber kein Handeln. Denn Gold ist in einem klaren Abwärtstrend gefangen und es gibt Stand heute nichts, was diesen Abwärtstrend in Frage stellt.

Aber jeder Trend endet mal und es ist deshalb wichtig immer aufmerksam zu bleiben. Handeln sollte man aber erst, wenn die Trendwende wirklich bestätigt ist. Gold hatte nun gestern und vorgestern zwei Versuche, die zu einem dynamischen Schub hätten führen können. In beiden Fällen ist der Kurs aber wieder blutarm unter 1250 USD gefallen. Und damit wurde der Abwärtstrend bestätigt.

Ich benutze ja gerne die Metapher des urzeitlichen, menschlichen Jägers, der sich sein Nahrung noch mit eigenen Händen erjagen musste. Wenn der auf der Lauer liegt, achtet er völlig zu Recht auch auf jedes "Knacksen" im Gebüsch. Es könnte ja ein Rentier aus dem Gebüsch brechen und vor seinen Speer geraten. Er würde aber nie - nur wegen des Knacksens - seinen wichtigen Speer einfach blind in das Gebüsch schleudern. Der Speer wird erst geschleudert, wenn das Rentier wirklich vor ihm läuft. Wenn er aber umgedreht nicht aufmerksam wäre und jeden "Knacks" beachten würde, würde er noch schnarchend vor sich hin dämmern, während das Wild schon einen Meter vor ihm steht.

Genau so aufmerksam, aber kontrolliert handelnd, müssen wir uns am Markt verhalten. Leider passiert zu oft etwas ganz anderes und wenn Sie Ihre eigenen Verhaltensweisen mal Revue passieren lassen, können Sie sich bestimmt an solche Fälle erinnern. Da haben Sie eine interessante Analyse gelesen, die Ihnen die Idee in den Kopf pflanzt, das eine bestimmte Entwicklung eintreten könnte. Diese Argumentation spricht Sie an und in genau diesem Moment meldet sich mit Macht Ihr Bauch. Der Bauch hat Angst, etwas zu verpassen. Für den Bauch ist die Möglichkeit schon zur Gewissheit geworden und er will diese Chance auf keinen Fall verpassen. Und der emotionale Druck des Bauches ist so gross, dass Sie handeln.

Im Bild des Jägers, haben Sie nun also Ihren Speer auf Verdacht ins Gebüsch geworfen. Dumm nur, das genau in diesem Moment auf der anderen Seite wirklich ein Rentier auftaucht. Nur haben Sie Ihren Speer nun nicht mehr. Verflixt.

Und auch an den Märkten sind diese emotionalen Bauchentscheidungen, ohne dass es schon eine objektive Bestätigung gibt, fast immer negativ. Es gibt viele Börsenregeln die sich damit befassen, so zum Beispiel "Greife nie in ein fallendes Messer". Am Ende geht es aber immer darum, sich nicht gegen den Markt zu stellen. Sich nicht gegen den Markt zu stellen bedeutet aber keinesfalls, das man nun unaufmerksam werden dürfte und ein "Knacksen" einfach ignorieren kann, weil es ja vermeintlich sowieso immer gleich weiter geht.

Auch in der Gegenrichtung haben wir doch aktuell so einen Fall. Den DAX und die meisten Indizes generell. Der DAX befindet sich in einem gewaltigen, bullischen Schub, einer Trendbeschleungigung oder auch "Runaway-Move" genannt.

Jochen Steffens hat diese aktuell unter der Überschrift -> Trendbeschleunigung beim DAX <- richtig dargestellt. Und auch die Konsequenzen richtig dargestellt. Wir müssen mit dem Trend mitgehen und dabei bleiben, so lange er dauert. Das ist unser Handeln. Und wir müssen trotzdem sehr aufmerksam sein und darauf achten, ob der Trend bricht. Denn wenn so ein "Runaway-Move" mal endet, tut er das oft mit Karacho und einem üblen Einbruch, der typischerweise am Ende einer Überdehnung steht. Das ist unsere Vorsicht.

Ich verwende hier auch gerne die Metapher des Gummibandes, die das Prinzip anschaulich macht. Je stärker man ein Gummiband in eine Richtung dehnt, desto stärker und aggressiver schnappt es irgendwann zurück. Das ist die "Mean Reversion". So funktioniert der Markt. Nur wissen wir nie, wann das Gummiband schnappt und es lässt sich oft stärker dehnen, als wir uns alle vorstellen können.

Lassen Sie uns also mit dem Trend handeln, aber jederzeit mit Aufmerksamkeit ein Ende des Trends als Möglichkeit erachten. Lassen Sie uns handeln und gleichzeitig vorsichtig sein. Das ist der richtige Weg.

Wir sollten lernen zu erkennen, wenn uns unser Bauch - wieder aus Angst etwas zu verpassen - ein Handeln aufzwingen will, das objektiv noch gar keine Grundlage hat.

Und wir sollten deshalb einen weiten Bogen um alle medialen Ergüsse machen, die uns mit grosser Bugwelle irgendwelche Prognosen verkaufen wollen, wie die Zukunft sein wird. Keiner kennt die Zukunft, selbst die Deutsche Bank nicht. 😉 Der Unterscheid zwischen Erfolg und Misserfolg entsteht in der Fähigkeit, die Gegenwart und ihre Implikationen rational zu analysieren.

Wir sollten also dem Aufwärtstrend im DAX weiter folgen, solange er dauert. Und dabei höchst vorsichtig aufpassen, ob wir irgendwo ein "Knacks" im Gebüsch hören. Dann aber nur horchen und abwarten, ob wirklich etwas passiert. Und erst wenn der Trend tatsächlich bricht, wirklich aktiv werden.

Und wir sollten bei Gold das Gegenteil tun. Den Abwärtstrend respektieren, denn der kann das Metall auch noch unter 1.000 USD treiben. Und trotzdem hoch aufmerksam auf jeden "Knacks" im Gebüsch achten. Denn wenn dieser Abwärtstrend mal dreht, wird auch das mit "Karacho" sein und schnell grosse Gewinne generieren.

Vorsicht und Handeln sind nicht das Gleiche ! Denken Sie immer daran ! Und wenn Sie lernen wollen, wie man einen Trendbruch dann auch wirklich erkennt, dann stossen Sie zur Mr-Market Community dazu.

Ihr Hari

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Der DAX, sein Momentum und der 200er Durchschnitt

Will man den ganzen Wald sehen, muss man aus ihm heraus treten und ihn von einem nahe gelegenen Hügel betrachten. Andernfalls würde man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

Will man den Charakter eines Marktes verstehen, helfen viele bunte Linien und Details eher wenig. Das grosse Bild erschliesst sich eher aus der Ferne und in der Beschränkung auf das Wesentliche.

Schauen wir auf das grosse Bild des DAX im Chart seit 2009 mit Wochenkerzen, sehen wir einige klare Aussagen:

DAX 30.10.13

1.

Das Momentum ist gewaltig und hat historische Ausmasse angenommen. Das diese Entwicklung mit den Notenbanken zusammen hängt, ist für Marktbeobachter offensichtlich und kann man auch nachweisen, wenn man die Effekte der Notenbankpolitik im Detail analysiert.

Wir sind Zeitzeugen eines historisch einmaligen Experiments. Und offensichtlich ist, dass in den Asset-Märkten - im Gegensatz zu den Waren-Märkten - die Inflation schon längst angekommen ist.

2.

Der DAX hat sich nun so weit vom 200-Wochen-Durchschnitt entfernt, wie nie in den letzten Jahren. Damit steigen auch die Risiken immer weiter. Aber - ein Markt auf Steroiden kann das Gummiband noch viel weiter dehnen, als wir uns alle vorstellen können und unser Depot aushält, wenn wir auf der falschen Seite des Marktes stehen.

Vielmehr ist es so, dass derartiges Momentum immer wieder neue Käuferscharen anzieht, die wiederum die Kurse treiben. Dieser Feedback-Zyklus geht so lange, bis der letzte potentielle Käufer eingestiegen ist und dann gibt es ein böses Erwachen.

Aber nichts in diesem Chart gibt das zwingende Signal, das dieser Zeitpunkt nun da ist. Nein, der DAX kann durchaus zum Jahresende/Jahresanfang 2014 bis 10.000 steigen. Das ist nicht sicher und ungesichert darauf zu wetten, ist keine gute Idee. Aber es ist auch keineswegs unmöglich.

3.

Da das Risiko immer weiter steigt, gleichzeitig aber die Tendenz des Marktes klar nach oben zeigt, bleibt uns als Anleger keine Wahl. Wir müssen auf dieser Party tanzen, um mit der Performance der Indizes mitzuhalten. Wir müssen aber gleichzeitig den Notausgang jederzeit im Blick haben. Denn wenn die Wende kommt, wird sie schnell und schmerzhaft sein.

Nehmen Sie sich den Verlauf im August 2011 als warnendes Vorbild. Da ist der Markt im wahrsten Sinne des Wortes "über die Klippe" gegangen. Nur weiss niemand, ob dieser Tag schon heute, morgen oder erst in 2014 oder noch später kommt.

4.

Ein Markt auf Steroiden geht und geht und geht und geht ....... bis er plötzlich mit Herzinfarkt umkippt. Normale Mechanismen von Angebot und Nachfrage wirken hier nicht mehr, wie man es gewohnt ist. Weswegen normale Analysemethoden auch falsche Signale generieren. Schauen Sie im Chart alleine mal, wo sich der RSI seit einem Jahr bewegt. Das ist beeindruckende Stärke, während die reale Welt-Wirtschaft bestenfalls so "lala" vor sich hin dümpelt.

So weit zum grossen Bild des Waldes.

Heute Abend um 19 Uhr kommt das FED Statement. Und der Markt geht ganz fest davon aus, dass ein "Tapering" in 2013 nicht mehr stattfinden wird. Davon abweichende Aussagen könnten ein Katalysator für eine Wende sein. Und "FED-Days" haben sowieso einen Trackrecord, für bedeutende Marktwenden gut zu sein.

Darauf wetten würde ich aber nicht. Die FED ist in Ihrer eigenen Politik gefangen und auch ich rechne nicht damit, dass wir so bald eine Reduktion des Stimulus erleben, wenn überhaupt.

Aber - "you never know" - und deshalb kann es sicher nicht schaden, rund um das FED Statement etwas mehr Vorsicht walten zu lassen. Zu enge Stops machen heute auf jeden Fall keinen Sinn, denn die Volatilität dürfte heute Abend wieder hoch sein.

Ansonsten denken Sie bitte daran, dass es keinen Sinn macht, sich mit seinem Depot vor eine Dampfwalze zu stellen. Man wird platt gewalzt. Und ja, ich kenne all die Argumente genau, die dafür sprechen, dass mit einer baldigen Korrektur zu rechnen ist.

Aber diese Argumente sind offensichtlich und das Offensichtliche macht Mr. Market ungern. Und selbst wenn die Korrektur genau heute kommen sollte, ist es früh genug auf die andere Seite des Marktes zu wechseln, wenn die ersten Einschläge sichtbar werden. Jetzt aber blind gegen einen Markt mit so einem Aufwärts-Momentum zu wetten, macht eher keinen Sinn. Geld kann man nur mit dem Markt verdienen und nicht gegen ihn. Und schon gar nicht, in dem man sich einbildet, klüger als all die anderen Marktteilnehmer zu sein.

Ihr Hari

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S&P500 mit Indecision Doji – Korrektur oder Runaway Move ? – 25.01.13

S&P500 auf Steroiden. Das wäre wohl eine korrekte Beschreibung der aktuellen Situation, denn eigentlich hätte schon lange eine kleine Korrektur laufen müssen. Es sieht fast so aus, als befinden wir uns in einem sogenannten "Runaway Move".

Es erscheint mir also dringend nötig die Geschehnisse im Leitindex S&P500 in ein grösseres Bild zu rücken. Ansonsten läuft man Gefahr sich in Details zu verlieren und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen.

Schauen wir doch mal auf das Tageschart des S&P500 seit Anfang 2012:

S&P500 25.01.13

Das erste was man sofort sieht ist, wie überkauft dieser Markt nun ist und wie sehr er nach einer Korrektur schreit. Beachten Sie dazu die beiden roten Kreise. Nachdem der S&P500 gestern die runde Marke von 1500 erreicht hatte, bildete der Markt einen sogenannten "Indecision Doji" aus. Dieser tritt vermehrt bei bedeutenden Richtungsänderungen des Marktes auf. Beachten Sie auch wie hoch der RSI nun gelaufen ist. Auf diesem Niveau kommt es fast immer schon bald zu Gewinnmitnahmen. "Fast" immer, es gibt eine Ausnahme und das ist der Runaway Move, dazu aber später mehr.

Nun sollten Sie sich aber auch den Charakter der Aufwärtsbewegung seit November 2012 anschauen. Und vergleichen Sie diese Bewegung bitte mit dem bullischen Trend von Juni bis September 2012.

Man muss ganz klar sagen, die Bewegung von Juni bis September war eine gesunde Aufwärtsbewegung, die ganz typisch wellenartig in einem Trendkanal aufwärts führte. Starke Anstiege und technische Überdehnung wurden immer mit einer Gegenbewegung beantwortet. Das ist der Charakter eines gesunden Marktes, das "Gummiband" funktioniert.

Ganz anders dagegen die Bewegung seit November 2012. Diese Bewegung ist auf "Steroiden". Es gibt keinerlei Erholungsphasen. Die Korrektur zum Jahresende kann man ignorieren, dass war ein singulärer Event getrieben durch die "Fiscal Cliff" Ängste. Sobald diese Ängste verschwanden, nahm der S&P500 wieder seinen Anstieg auf als ob nichts passiert wäre.

Dieser Anstieg ohne jemals Luft zu holen, hat ganz eindeutig mit den Multimilliarden zu tun, die die FED nun jeden Tag in den Markt kippt, ohne diese wieder abzuschöpfen. Erinnern Sie sich bitte, dass genau zum Start dieser Bewegung im November 2012 die Liquidität aus QE3 den Markt erreichte und dann die FED sogar noch ein QE4 oben drauf gesetzt hat. So gibt es in diesem Januar jeden Tag Buy Operationen der FED, auch heute ist wieder eine grosse POMO Buy Operation.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an meinen Artikel von vor 2 Wochen -> Ein kurzer Rückblick auf QE3 <-, in dem ich die Mechanismen dargestellt habe.

Das Ergebnis kann man in der Gnadenlosigkeit der aktuellen Aufwärtsbewegung erkennen. Jeden Tag fliesst frische Liquidität in den Markt und das ist ein Treibsatz wie eine Rakete. Wahrlich ein Markt auf Steroiden !

Wie geht es nun weiter ?

Erstens bleiben die Liquiditätsinjektionen der FED dauerhaft erhalten, der Treibsatz ist weiter da und stützt die Kurse.

Zweitens macht eine solche Bewegung fast nie auf dem Fuss kehrt. In einem gesunden Markt eigentlich nie. Wie eine normale Topbildung aussieht, kann man im Chart im September/Oktober 2012 beobachten: mehrere fallende Hochs, bevor es dann richtig abwärts ging. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass der Markt von dem aktuellen Niveau aus einfach massiv nach unten dreht. Auch hier wäre der Runaway Move aber wieder die bösartige Ausnahme von der Regel.

Drittens ist auch das AAII Sentiment in den US nun auf dem höchsten (bullischen) Level seit 2 Jahren. Das ist nicht perse negativ, indiziert aber auch einigen Raum für einen "Durchschnaufer" des Marktes.

Viertens sind wir nun technisch so überkauft und der Indecision Doji so eindeutig, dass sehr viel für eine kurzfristige Korrektur spricht. Diese wird aber wohl von kurzer Dauer sein und nur die überkaufte Markttechnik bereinigen.

Summa Summarum sieht mein wahrscheinlichstes Szenario für den S&P500 also so aus:

In Kürze einsetzende Gewinnmitnahmen, die für geringe Schwäche in den kommenden Tagen führen. Dann ein erneuter Schub nach oben im S&P500. Der DAX dürfte so die untere Begrenzung des gestern skizzierten fallenden Keils testen, bevor auch er sich zu einem erneuten Anstieg aufschwingt.

Das wäre das Verhalten eines normalen, gesunden Marktes.

Leider gibt es ein Alternativszenario, das weniger positiv ist. Es kann sein, dass der Liquiditätsdruck zu stark ist, um überhaupt eine Korrektur zuzulassen. Wenn der S&P500 selbst hier unter 1500 nun nicht in den Korrektur-Modus wechselt, haben wir eindeutig einen Runaway-Move.

Ein Runaway-Move in dieser Situation ist aber keine gute Nachricht. Denn die Risiken der Bewegung steigen dann immens und erlauben eigentlich nicht mehr, die Bewegung beruhigt mitzugehen. Wie böse ein Runaway Move oft ausgeht, habe ich in einem Artikel zur -> Technik eines Runaway Moves <- ausführlich dargestellt.

Auf wenn es sich etwas verdreht anhört, es wäre jetzt sehr wünschenswert, dass der Leitindex S&P500 nun zu einer kleinen Korrektur ansetzt. Das wäre Zeichen eines gesunden Marktes. Läuft der Index von hier aber weiter hoch, steigen die Risiken auf ein kaum tragbares Niveau und ein kleiner Funke kann zu einem gewaltigen Rutsch führen.

Sie müssen den Markt immer mit einem Gummiband vergleichen. Ein gesunder Markt schnappt zurück, wenn das Gummiband zu sehr gedehnt ist. In seltenen Fällen dehnt sich das Gummiband aber ohne Pause immer weiter. Das Ergebnis ist dann ein plötzliches Reissen des Gummibandes - ohne jede Vorwarnung. Und aufgrund dieses Risikos ist es immens schwer, am Ende eines Runaway Moves als Trader wirklich Geld zu verdienen. Denn Stops sind dann aufgrund des immensen Overnight-Risikos weitgehend wertlos.

In diesem Sinne wünsche ich uns nun eine kleine, gesunde Korrektur und Ihnen gute Entscheidungen ! Mr. Market interessiert sich aber nicht für meine Wünsche, vergessen Sie das nie !

Ihr Hari

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