Wochenausblick KW20 2019



Heute liebe Mitglieder am Sonntag Abend, machen wir den Wochenausblick mal ein wenig anders.

Letztes Wochenende hat Donald Trump mit seinem Tweet am Sonntag Abend ja alles auf den Kopf gestellt und es entstand die schwächste Woche und stärkste Korrektur des Jahres 2019.

Nun stehen wir vor der Frage, ob diese 4,2% Korrektur im S&P500 schon ausreicht die sich als Differenz zwischen dem Hochpunkt am 01.05. und dem Tiefpunkt am letzten Freitag 10.05 ergibt.

Ich hatte Ihnen ja eine 5% Korrektur ab Mai über den Sommer hinweg angekündigt, wenn diese aber gleich am Anfang kommt, warum nicht?

Am Freitag wurden wir Zeuge einer Fortsetzung der Verhandlungen, haben aber gleichzeitig den Eindruck bekommen, dass das weniger konkrete, neue Verhandlungspfade, sondern mehr ein "Offenlassen" bis auf Weiteres ist - eine Art Patt-Situation. Trump signalisiert stark, dass er sich mit den laufenden Zöllen wohl fühlt, der Markt hat damit die Chance, sich mit dem Status Quo zu arrangieren.

Kurzfristig kann der Markt die neue Lage nun also einpreisen, mittelfristig wird er aber mit Argusaugen auf die Wirtschaftsdaten schauen, die sich in Folge der neuen Zölle entwickeln. Wenn sich hier wieder eine Abschwächung der Weltwirtschaft zeigt, wird der Markt erneut negativ reagieren.

Denn ein offenes Handelsgeplänkel ist weitgehend in den Kursen, eine weltweite Rezession definitiv nicht!

Ich gehe mit Ihnen daher heute durch eine große Menge Charts und danach versuchen wir mal gemeinsam ein Fazit zu ziehen, ob kommende Woche die Bullen den Dip schon wieder kaufen können, oder der Markt nun eher erst richtig nach unten in Bewegung kommt.

Bevor wir das tun sei aber noch gesagt, dass die kommende Woche an Wirtschaftsdaten eher überdurchschnittlich ist, wir haben jede Menge FED-Mitglieder vor den Mikrofonen und unter anderem am Díenstag den ZEW, am Mittwoch früh wichtige Daten aus China und die US Einzelhandelsumsätze, am Donnerstag den US Philly Fed Index und am Freitag EU-Verbraucherpreise sowie allgemein eine OpEx.

Kommende Woche beginnt die Quartalssaison zunehmend abzuflauen, wir haben aber noch einige interessante Quartalszahlen wie folgt:

Montag: Rosneft, Bridgestone, E.ON, Hochtief, Prysmian

Dienstag: Allianz, Merck KGaA, Vodafone (VOD), Nissan, Agilent (A), Innogy, Deutsche Wohnen, Ralph Lauren (RL), ThyssenKrupp, Amdocs (DOX), Scout24, Cyberark (CYBR), Lanxess, Stroer, K+S, Evotec

Mittwoch: Tencent, Alibaba (BABA), Cisco (CSCO), Lafarge Holcim (LHN), RWE, UbiSoft (UBIP), United Internet, Drillisch, Tui

Donnerstag: Walmart (WMT), IQIYI (IQ), NVidia (NVDA), Baidu (BIDU), Applied Materials (AMAT), National Grid (NG), Generali, Pinterest (PINS), Bouygues (BOUY), Burberry (BURBY), Aegon (AEGN), RTL Group, Südzucker, Wienerberger, KWS Saat, Patrizia Immobilien

Freitag: Deere (DE), Richemont (CFR), Gazprom, Porsche, Sage (SGE), DrReddys Lab (RDY), Dürr,

Nun aber zur Lage und den Charts:

Die letzte Woche brachte im SPX die ganze Woche Abwärtsdruck, Trumps Tweet und der plötzlich Bruch in den vermeintlich gut laufenden Handelsgesprächen, hat also seinen Tribut gefordert.

Wir sehen in Lila auch die Trendlinie, unter der es abwärts ging, diese wurde am Freitag Abend aber nach oben gebrochen:

Der S&P500 im Daily zeigt, dass die 5% Korrektur und die 2.800er Unterstützungszone fast erreicht wurde. Wenn es hier drehen sollte, wäre das durchaus logisch:

Ich betone aber noch einmal, dass selbst wenn hier die Obergenze als Linie gezeichnet ist, es sich nach unten um eine Unterstützungszone um 2.800 im SPX handelt, die 200-Tage-Linie bei derzeit ca. 2.780 gehört noch dazu.

Der Russell2000 der kleinen Aktien hat die 200-Tage-Linie *nicht* verloren und zweimal verteidigt. Das Setup nach oben ist immer noch vorhanden und hier lässt sich ein Long-Setup nach unten hervorragend absichern:

Der DAX hat noch ein wenig Luft nach unten, vielleicht wird das ja gleich am Wochenanfang abgefackelt. Dann sollte diese gezeigte Zone aber für eine Gegenbewegung gut sein:

Der deutsche Markt aus Sicht der US Anleger in Form des ETFs EWG hat die 200-Tage-Linie verteidigt, steht vor einem "Golden Cross" des 50er durch den 200er SMA und hat das Reversal am Freitag unter erhöhtem Volumen vollzogen.

Das ist ein gutes Omen für den DAX, denn ohne institutionelle US-Zuflüsse, bleibt der DAX ein schlaffer Sack:

Die Emerging Markets inklusive China, hier im ETF EEM, leiden wenig überraschend weit stärker unter dem Konflikt und Trumps Drohungen. Hier wird nun schon um die 200-Tage-Linie gekämpft:

Fear & Greed hat den überkauften Zustand völlig abgebaut:

Sentix hat ->hier <- eine Übersicht, wie stark die Stimmung gefallen ist. Das betrifft nur deutsche Anleger, ist aber bezeichnend und konträr, also bullisch, zu lesen:

Die Volatilität in Form des US VIX hatte ihren Höhepunkt letzten Donnerstag und hat damit den Spike vielleicht schon hinter sich:

Gold sendet in Dollar überhaupt keine Krisensignale und mäandriert in einem zulaufenden Keil abwärts:

Die 10-jährigen US T-Bonds in Form des ETFs IEF haben unter mässigen Volumen nicht einmal das Niveau von Ende März erreicht. Im Dezember letzten Jahres, sah das noch anders aus.

Von Umschichtungen des großen Geldes von Aktien in Bonds kann also überhaupt keine Rede sein:

Und die US High Yield (Junk) Bonds in Form des ETFs JNK haben nur geordnet konsolidiert und senden auch keine Krisensignale:

So ... und was schließen wir daraus?

Völlig klar ist, dass das Thema Handel weiter alles bestimmen wird, außer im Nahen Osten bricht ein Krieg aus.

Jederzeit kann also ein völliges Scheitern der Verhandlungen einen schmerzhaften Abgabeprozess in Gang setzen, der dann durchaus für 10+% gut ist, da sollten wir uns keiner Illusion hingeben.

Jederzeit kann aber eine positive Wende auch den Markt stark nach oben katapultieren.

Wenn wir diese unberechenbaren Variaten mal beiseite lassen, zeigen die Charts oben in meinen Augen eine sehr gute Ausgangslage, mit der man sehr schön operieren kann.

Wir haben nämlich diverse Indizes, die auf oder nahe wichtigen Widerstandszonen notieren, gleichzeitig ist das Sentiment nicht mehr überkauft und die besagte 5% Korrektur ist fast vollendet.

Das ist eine Ausgangslage, in der man nach oben etwas wagen kann und gleichzeitig eng und sinnvoll nach unten absichern, weil die Unterstützungszonen bzw, die Tiefs von Freitag sinnvolle Marker generieren.

Das ist wieder so ein spannender Moment, wo Rally und Korrektur nah beinander liegen und die richtige Aufstellung eine Menge Chancen generiert.

Das ist in meinen Augen auch eine Situation, bei der man nicht unbedingt lange abwarten muss, wohin sich die Dinge entwickeln, sondern sich für eine Seite entscheiden kann und die Gegenseite sinnvoll und eng absichern - und dann entscheidet das Schicksal. Wer also daran glaubt, dass der Bullenmarkt weiter geht, weiss was zu tun ist.

Wenn Sie mich fragen, hat die Aufwärtsbewegung kommende Woche tatsächlich die besseren Karten, so es keine neuen Nachrichten gibt. Die obigen Charts sprechen eher diese Sprache mit mir.

Aber es wird nicht einfach werden, gerade weil viele so wie oben denken werden. Rechnen wir also mit einigen Swings sowie fiesen "Abfischern" nach unten, auch die 200-Tage-Linie bei ca. 2780 kann noch ins Spiel kommen, ohne dass sich bei dann 6% Korrektur das generelle Bild dadurch ändern würde.

Was jeweils im Sinne Risikomanagement eine "gehaltene Unterstützung" bedeutet, will also gut und im Zweifel mit etwas mehr Luft zum Atmen definiert sein. Auch hier gibt die Strategie vor, wie eng wir agieren, im Wissen dass enge Stops auch mehr Fehltrigger generieren.

Ich persönlich bleibe aus Investmentsicht in meiner Pi-mal-Daumen 70% Long Aufstellung, habe aber kommende Woche vor, im obigen Sinne auf der Trading-Seite mal mehr zu wagen als die letzten Wochen.

Mit dem Blick auf Chancen und positiv aktiviert, gehe ich also in diese spannende Woche. Und die Absicherung nach unten ist glasklar und hart, was die Sache gelassen angehen lässt.

Passend dazu möchte ich mit einem Zitat aus -> diesem Artikel <- schließen:

Der Optimist hingegen weiß, dass er gegen den Strom schwimmt. Er benötigt gute Gründe für Optimismus und eine innere Robustheit, um im Ringen mit dem Zeitgeist nicht weggerissen zu werden. Das ist nicht immer leicht. Aber zugleich macht es glücklicher und zufriedener. Wahrscheinlich gibt es in unseren Zeiten kaum etwas Aufmüpfigeres, als optimistisch zu sein. Optimisten leben in einer schöneren Welt – nicht, weil sie Hässlichkeit ausblenden, sondern weil sie im Jetzt den Beginn einer womöglich besseren Zukunft sehen und sich dafür einsetzen und darauf freuen können. Genießen Sie diese Freude und entdecken Sie, wie schön es ist, im Gegenwind nach oben zu steigen.

Ich bitte dieses Zitat aber nicht nur auf die kommende Woche zu beziehen, denn ich wiederhole, dass wenn der Handelskonflikt nun in einem Patt endet, in dem man sich mit gegenseitigen Zöllen überzieht, das früher oder später zu schlechteren Wirtschaftsdaten und fallenden Kursen sorgen wird. Erneut, freier Handel ist immens wichtig!

Die Frage ist aber, wie wir an die Zukunft heran gehen, ob das Glas halbvoll oder halbleer für uns ist. Die Menschen, die es halbvoll sehen, sind damit erfolgreicher und sind in der Regel auch die, die die Welt voran bringen.

Sinnvoll auf schlechte Nachrichten vorbereiten, sollten sich aber auch Optimisten, damit sie keine Traumtänzer, sondern auch Realisten sind. Denn:

Wir hoffen auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor!

Ich wünsche uns allen viel Erfolg!

Ihr Hari

PS: Damit das nicht missverstanden wird, ich spreche oben über die kommende Woche, also den kürzeren Zeithorizont (Hourly und Daily). Im mittleren Zeithorizont (Weekly) hat eine Seitwärtsrange zwischen Hochs und 200-Tage-Linie über den Sommer immer noch gute Chancen und ist unverändert mein präferiertes Szenario, bevor es dann zum Jahresende wieder hoch gehen kann und das starke Jahr 2019 vielleicht stark abschließt. Zu diesem mittelfristigen Szenario passt meine derzeitige "70% Aufstellung".

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Investmentplan 2.0

Vor einem halben Jahr, hat uns Pasolini sein Investmentkonzept vorgestellt.

Heute hat er eine Weiterentwicklung für uns, ich danke Pasolini und wünsche viel Spaß beim Lesen:

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Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle in dem Beitrag -> "Mein Investmentkonzept" <- meine Vorstellung vom längerfristigen Anlegen ausgeführt, die in zwei Jahren der Teilnahme an diesem Blog entstanden war. Inzwischen habe ich die Strategie weiterentwickelt und stärker fokussiert. Die zugrunde liegende Idee wurde beibehalten, die Qualifikationskriterien für die Aufnahme von Werten jedoch präziser und leichter nachvollziehbar gefasst.

Die Struktur enthält wie zuvor drei Abteilungen/Sektionen, deren Ausrichtung nun jedoch klaren Vorgaben in Form von Zahlenwerten (siehe Tabelle) folgt.

Sektion A (Pos. 1 ‒ 8): High Yield (Hohe Dividende)
Sektion B (Pos. 9 ‒ 20): High Yield Growth (Hohes Dividendenwachstum)
Sektion C (Pos. 21 ‒ 35): High Growth (Hohes Kurswachstum)

Hohe Dividende steht für eine Dividende von mindestens 3%, wobei der Wert nach einem stärkeren Kursanstieg auch mal unter diese Kennzahl fallen kann. Entscheidend ist nicht der momentane Stand, sondern der Durchschnittswert über eine längeren Zeitraum von drei bis fünf Jahren.

Hohes Dividendenwachstum (DGR 5) wird durch einen Zuwachs von mindestens 10% p.a über die letzten fünf Jahre definiert, und hohes Kurswachstum (IRR 5) steht für eine Kursentwicklung von mindestens 20% p.a. über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Tabelle enthält 35 Positionen, aber 50 Werte. Die Differenz rührt daher, dass zu 15 der Positionen Alternativen aufgeführt werden, die je nach Marktlage, Kursentwicklung oder persönlichen Vorlieben als Ersatz oder Ergänzung gewählt werden können.

Das Credit Rating stammt von Standard & Poors, alternativ von Gurufocus, die zwei Zehnerskalen verwenden, wobei die erste für Financial Stability steht und die zweite für Profitability & Growth.

Die Marktkapitalisierung wird bei US‒Aktien sowie bei chinesischen (außer Tencent) und taiwanesischen ADRs in USD, bei europäischen und japanischen Werten in EUR angegeben.

Die Spalten mit den bestimmenden Aufnahmekriterien der 3 Sektionen sind grau eingefärbt, positive/starke Zahlenwerte erscheinen in blauer Schriftfarbe, durchschnittlichen in schwarz und schwache/problematische Zahlen in roter Farbe, wobei letztere nur wenig vertreten sind, da es sich hier ja um eine Positivauswahl handelt.

Die 50 Aktien verteilen sich auf acht Sektoren, wobei Technologie am stärksten vertreten ist (11x). Wenig überraschend ist die Sektion A das Sammelbecken defensiver Werte, während die Sektionen B und C von offensiven Sektoren/Branchen dominiert werden. In einigen Fällen variiert die Zuordnung je nach Analyseunternehmen, z.B. bei DIS und WYNN, was aber für unsere Zusammenstellung ohne Bedeutung ist.

Bei den Ländern entfällt der Löwenanteil auf die USA (32 Werte), die übrigen 18 verteilen sich auf D (6x), GB (6x), CN (3x), JP (1x), RU (1x) und RC (1x).

[Die folgende Tabelle ist eine Ausschnittskopie aus einer größeren Google Drive Tabelle. Bei der Übertragung in Word wurden die einzelnen Reihen und Spalten stark gestaucht, was sich wenig vorteilhaft auf das optische Erscheinungsbild auswirkt. Ich bitte die Beeinträchtigung nachzusehen.]

Der Plan 2.0 sieht vor, aus den drei Sektionen jeweils 5 ‒ 8 Werte auszuwählen und in das Investmentdepot aufzunehmen. Das führt zu einer überschaubaren, für mich handhabbaren Depotgröße von 15 ‒ 24 Positionen. Diesem Ziel bin seit Januar 2019 schon ziemlich nahe gekommen.

Eine weitere Planvorgabe besteht darin, die Aktien der Sektion A als Daueranlagen zu führen und die in B und C mit einer Positionsgrößenstrategie zu managen. Soweit die graue Theorie. In der Praxis kommt aber eine realistischere Variante zum Einsatz. Dabei werden, wenn eine Finanz- oder andere schwere Krise dräut, auch Werte aus der Sektion A verkauft, und zwar diejenigen mit geringer Gewinnstabilität. Also Asset Manager und Rohstoffunternehmen, da bei ihnen Kursrückgänge von 90% zu besorgen sind. Die übrigen Werte der Sektion werden weiter gehalten, da diese Unternehmen Bedürfnisse des täglichen Lebens bedienen, auf die Menschen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaum verzichten (sich allenfalls einschränken). Aber selbst hier sind Rückgänge von 20% ‒ 50% zu erwarten (Zahlen aus 2007 / 2008).

Realistisch ist auch, die Positionsgrößenstrategie nicht uneingeschränkt auf alle Werte der Sektionen B und C anzuwenden, denn hier finden sich ein paar Werte wie z.B. Align (das sind die mit den unsichtbaren Zahnspangen), Wynn (Casino‒Platzhirsch in Macao), Yaskawa (Weltmarktführer bei Industrierobotern und Erfinder des Begriffs Mechatronic) und natürlich Nvidia, deren Kurse stärker schwanken als die der übrigen Sektionsmitglieder. Bei ihnen gibt es nur einen Einstieg und einen Ausstieg.

Da stellt sich doch die Frage, warum diese Aktien überhaupt im Investmentdepot auftauchen. Die Antwort ist ebenso einfach wie naheliegend: sie leisten einen nicht ganz kleinen Beitrag zur Wertsteigerung. Und da ihre Kursverläufe sich durch besonders langwellige Schwingung auszeichnen, sind sie charttechnisch gut zu analysieren und anlagetechnisch gut zu managen.

Natürlich ist die Liste kein statisches Dokument, sondern eine dynamische Vorlage, die auf wirtschaftliche und technische Veränderungen reagiert. Und natürlich gibt es noch mindestens 50 weitere Werte, die auch die Qualifikationskriterien erfüllen. Die ich aber nicht brauche, weil mir schon die ersten 50 reichen, um erfolgreich zu sein.

Die Ausführungen zum Monitoring, die ich in dem früheren Artikel gemacht habe, gelten ohne Abstriche weiter und können dort nachgelesen werden (siehe Link am Anfang dieses Beitrags).

Auch das Fazit bleibt unverändert bestehen, wird aber hier wiederholt, da es einige grundlegende Aussagen enthält.

Fazit

  • Das Handeln auf der Grundlage eines eigenen Konzepts verleiht dem Investmentprozess Struktur und Sicherheit.
  • Ein solches Konzept ist niemals statisch, sondern immer dynamisch, denn der Markt selbst ist ein dynamisches Gebilde, das ständig in Bewegung ist. Daher sollte das Konzept so angelegt werden, dass sein Rahmen robust genug ist, um über einen längeren Zeitraum Bestand zu haben, zugleich aber so elastisch, dass notwendige Anpassungen in Form von Feinjustierungen jederzeit vorgenommen werden können.
  • Ein solches Konzept entsteht aus der Synthese eigener Erfahrungen am Markt und vieler Anregungen von außen und bedarf einer längeren Inkubationszeit.
  • Die wohl wichtigste Erkenntnis: eigene Erfahrungen können nicht durch fremde ersetzt werden. Daher können meine Ausführungen immer nur als Anregung dienen, niemals als Blaupause.

Pasolini

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Hari Live Stream 09.01.19



15:15 MEZ

Was eine Schneemenge hier unten. Meinen Unfall von Montag haben Sie ja mitbekommen. Heute früh habe ich schon wieder eine Stunde geschippt, weil in kürzester Zeit gute 15cm herunter gekommen sind.

Und gerade eben erreicht uns der Anruf aus dem Internat: Schulfrei in Starnberg bis zum Wochenende. Meine Frau holt gerade unseren Sohn.

Mehrere Hallen in Starnberg sind wegen Einsturzgefahr gesperrt und ein geregelter Schulbetrieb nicht mehr möglich. Der ganze Landkreis hat schulfrei, hier die -> Übersicht <-

Und jetzt frage ich, warum schreibt eigentlich jetzt keiner über die Klimakatastrophe? Anders als im Sommer, als wir endlich mal einen heissen, trockenen Sommer hatten.

Ja ich weiss, Wetter ist nicht Klima. Ich weiss das. Ob das andere auch wissen, das ist aber die Frage. 😛

15:25 MEZ

Was den Markt angeht, werden wir wohl wieder mit einem Gap-Up eröffnen, obwohl wir nun wirklich überkauft sind.

Das ist dieses Manische, das mit dem Maschinen gekommen ist. Wir haben das im Dezember erlebt, als nur verkauft wurde und der Heiligabend zum Kursdesaster wurde. Und wir erleben es jetzt wieder nach oben.

Dadurch entsteht natürlich FOMO-Druck und James DePorre beschreibt es in -> Even the Bulls want a pullback now <- sehr gut.

Sie sehen daran aber auch diese Charakteränderung des Marktes, die ich schon letzte Woche gespürt habe und die mich optimitischer gemacht hat. Sicher werden wir demnächst eine Delle bekommen, aber das "V" ist denkbarer als es die Mehrheit glaubt und die Wahrscheinlichkeit, dass das Tief vom 24.12. hält, steigt auch.

Der Markt scheint seinen Mojo wieder zu finden, das endlose Warten auf einen Pullback kennen wir ja aus 2017, es war aber seit Oktober 18 wie verschwunden.

Trotzdem, der Pullback kommt, die Frage ist nur wann und wie tief. Sollte es aber nun eine echte Einigung zwischen China und US geben, wäre nicht mal mehr der Pullback sicher.

15:40 MEZ

Zu einem Markt der seinen Mojo wiederfindet, gehört natürlich auch, dass heißes Geld wieder in ebenso heiße Spekulationen fliesst.

Auch das können wir wieder beobachten, die Canabis Aktie Canopy Growth (CGC) scheint wieder nach oben abzuheben:

15:46 MEZ

Auch so eine Aktie, die potentiell "weit genug" korrigiert hat, ist Continental (CON).

Die Abwärtstrendlinie ist nun endlich gebrochen, als nächstes steht der Beweis eines höheren Verlaufshochs an. Danach könnte man von einer Wende sprechen:

16:20 MEZ

Na das ist mal ein "V" hier bei Chesapeake (CHK):

Dahinter verbirgt sich aber ein weiteres Positivum für den Markt. Denn CHK ist deshalb so abgeschmiert, weil das Unternehmen so überschuldet ist, Debt/Equity ist Negativ.

Nun befinden sich aber seit dem 26.12. gerade auch die Junk-Bonds in einem massiven "V", gleichbedeutend damit, dass der Stress auf das Kreditsystem nachlässt. Und das ist mal eine gute Nachricht für den ganzen Markt:

16:22 MEZ

Auch bei General Electric (GE) ist dieser Effekt zu merken.

Dass die Aktie seit November noch einmal so brutal abverkauft wurde, hatte gar nichts mit nochmal schlechteren Geschäftszahlen zu tun.

Das war weit überwiegend das Ergebnis davon, dass die Pleite der mit einem Debt/Equtiy von über 3 auch hoch verschuldeten GE vom Markt gespielt wurde.

In dem Maße, wie die Renditen der High Yielder wieder sinken (und der Kurs von JNK damit steigt) lässt dieser Druck auch auf GE nach und der Kurs steigt.

16:28 MEZ

-> Dieser Tweet <- musste einfach sein. Ich habe mich über diese Selbstgerechtigkeit und Larmoyanz richtig geärgert.

Ich finde hier ja oft für Trump und andere harte Worte, jetzt ist es bei Habeck nötig. Mein charakterliches Bild von Habeck war so schlecht bisher nicht, das hat sich nun deutlich geändert.

Es gibt unzählige Menschen, die Twitter zu einem bereichernden Ort des Austausches und der Unterhaltung machen. Gerade in der Finanzcommunity, überwiegt das Positive klar die fraglos vorhandenen negativen Elemente. Praktisch jeden Tag finde ich lesenswerte Tweets Dritter, die ich teilweise verlinke.

Außerdem liegt es an jedem selber, ob er sich an Eskalation beteiligt oder sich raushält. Wenn Habeck das nicht kann, ist es sein persönliches Problem und nicht das von Twitter generell.

Mich erinnert das an die Geschichte -> vom Fuchs und den Trauben <-. Daraus Zitat:

Die Fabel karikiert den unehrlichen Umgang mit einer Niederlage: Um sich nicht eingestehen zu müssen, dass er die Trauben nicht erreichen kann, behauptet der Fuchs, sie gar nicht erreichen zu wollen.

Ich hoffe dass auch die Mitglieder die den Grünen nahestehen das sehen können. Denn es geht hier nicht um Rechts oder Links, es geht einfach um ehrliche Reue vs inszenierte Reue und damit um individuellen Charakter - und sonst nichts.

16:52 MEZ

Setzt jetzt endlich der Rücksetzer ein?

Wir hatten -> Handelsnachrichten <-, kommt nun das erwartete "Sell the News"?

17:25 MEZ

Paypal (PYPL) zieht raus. Ein starkes Statement! Die Aktie ist eigentlich deutlich überkauft und hat Gaps gerissen, der Schub will aber nicht aufhören:

17:40 MEZ

Wer mal wissen will, wie es hier bei uns aussieht:

Sohn ist zu Hause, wir mummeln uns nun bis Sonntag ein. Allerdings sind für Sonntag auf Montag weitere Schneefälle angesagt, so dass ich am Montag früh wohl wieder mit Risiko unterwegs bin.

Wenn ich mich kommenden Montag Vormittag also nicht mit dem Wochenausblick melde, brauche ich gar keine Meidung einstellen, Sie wissen dann schon wo ich bin: Wieder mit dem Auto in der Schneewehe. 😉

Und übrigens, das ganze Gerede von "Katastrophe" ist in meinen Augen Blödsinn, es hat sich eingebürgert jedes Wetter gleich zur Katastrophe zu machen. Wir Menschen vergessen halt schnell und das Schlimmste ist immer das, was wir gerade erleben.

Das sind einfach starke Schneefälle, wie es sie hier nicht jedes Jahr, aber vor den Alpen doch immer mal wieder gibt. Das nennt man Winter und ua deswegen fährt man hier gerne SUV, weil der bessere Bodenfreiheit hat.

Ich erinnere mich an den März 2006, wo wir im *März!* durch Schneemassen gewatet sind und die Wände unserer Hofeinfahrt 1,5 Meter hoch aus Schnee waren.

Das ist ein Bild von damals (nicht mein jetziger Wohnort, aber Alpenvorland) - meine Frau versucht gerade was im weissen Meer zu retten. Sie hat Schneeschuhe an, die haben aber auch nichts mehr genutzt ;):

17:52 MEZ

So viel zur "Sell the News" Reaktion:

Ich denke Sie sehen jetzt, warumn ich eine Charkteränderung des Marktes wahrnehme. Das ist nicht mehr nur ein paar Tage Gegenbewegung die dann zusammenfällt, das ist 2017er BTFD Verhalten.

Ich mache jetzt Pause und melde mich dann nach 20 Uhr hier wieder.

20:04 MEZ

Wen es interessiert, hier sind die -> FOMC Minutes der "berühmten" Sitzung vor Weihnachten <-, nach der Jerome Powell die Kommunikation so verbockt und den Markt in den weihnachtlichen Ausverkauf geschickt hat.

Die Reaktion des Marktes ist gelassen, mittlerweile hat er die Tonlage ja um 180 Grad gedreht:

20:08 MEZ

Ich muss gestehen, bei mir beginnt jetzt wieder so ein 2017er Gefühl einzusetzen, wo man endlos auf ein Retracement wartete, das einfach nicht kommen wollte.

Der Start ins neue Jahr war superb, aber nun mache ich auf der Long-Seite nichts Neues mehr, ziehe dagegen Stops heran, verkaufe hier und da und lege meine Hedges bereit.

Ich drehe also Däumchen und weiss aber auch, dass dieser Markt gerne nach oben überschiesst und wir auch problemlos bis 2.630 im SPX laufen können, bevor das Retracement einsetzt.

Trotzdem lohnt sich für mich bei neuen kurzfristigen Positionen nun das Chance/Risiko Verhältnis auf der Long-Seite nicht mehr, weswegen ich nur noch die "ausquetsche", die schon laufen.

Lieber wäre mir - und wahrscheinlich vielen - nun ein schöner Rücksetzer. Genau deshalb kommt er wohl so schnell nicht, FOMO drückt nun ganz langsam einen nach dem anderen in den Markt.

20:15 MEZ

Ich hatte ja heute den Artikel zu den -> neuen Gewinnern <-, in denen betont wurde, dass nichts für ewig ist und schon in 20 Jahren das Aktienuniversum ganz andere Vorreiter haben kann als heute.

Passend dazu gibt hier so eine Schwachsinns-Überschrift von Motley Fool wie ich es "liebe": 3 Growth Stocks to Buy and Hold for the Next 50 Years.

Amazon (AMZN), Mastercard (MA), NextEra Energy Partners (NEP), alles gute Aktien, die heute uneingeschränkt als Investment geeignet sind. Aber 50 Jahre Buy and Hold? Schwachsinn!

Wer Lust hat, kann ja mal 50 Jahre zurück gehen ins Jahr 1969, sich den S&P500 von damals vorknöpfen und sich die am stärksten wachsenden Aktien von damals raussuchen. Und dann schauen, ob alle eine gute Wahl waren.

Jeff Bezos ist ein kluger Mann, er würde nie behaupten, dass Amazon in 50 Jahren noch da ist und noch wächst. Das weiss niemand, nicht einmal Bezos. Der Wandel ist stärker als wir alle ahnen. Amazon *ist* das Produkt dieses brutalen Wandels.

Diese Art Artikel sind eine Honigfalle. Sie bedienen die große Sehnsucht vieler Anleger, große langfristige Gewinne ohne diesen "ganzen Stress" zu bekommen, dem man sich an der Börse aussetzt. Einfach die Gewinner in 50 Jahren jetzt kaufen und halten. Hach!

Ich sage dazu nur "Träumt weiter!". Eine Honigfalle ist klebrig, wenn man der süssen Versuchung folgt, hat man schon verloren.

Es tut mir leid der Überbringer der schlechten Nachricht zu sein aber klar und deutlich:

Es gibt keine Sicherheit über 50 Jahre und es gibt auch keine Wachstumsaktien, von denen man ausgehen kann, dass sie in 50 Jahre noch da sind. Punkt - kein aber!

20:50 MEZ

Für Technik-Nerds zum Thema Grafikkarten: -> das ist gut für AMD <-

Es ist deshalb gut, weil es den Eindruck verstärkt, dass AMD auch im HighEnd wieder stärker an die lange unangefochtene NVidia heranrückt.

Das ist gut für die Kunden, weil Wettbewerb die Preise senkt.

Es ist nicht gut für NVidia (NVDA), die lange die doppelte Sonderkonjunktur eines Quasi-Monopols im HighEnd sowie des Crypto-Wahns hatten. Crypto ist schon Geschichte und das Quasi-Monopol nun langsam auch.

Gut ist es aber vielleicht für AMD, das Chart sieht in Sachen Wende aussichtsreicher aus, als das von NVDA:

Ich meine damit nicht absolut gesehen aussichtsreich, sondern relativ aussichtsreicher. Preisdruck durch Wettbewerb ist nie gut für Gewinne, aber NVDA kommt von höherem Niveau und ist deshalb anfälliger.

21:35 MEZ

Meine Vermutung vom Jahresanfang, dass der Euro zum Dollar eher Stärke zeigen wird, scheint sich zu bewahrheiten:

Sie sehen, dass wir ein schönes Volumenprofil für die Long-Seite hatten, aber heute hat vor allem die FED mitgeholfen.

Nicht nur dass die Minutes zeigen, dass schon im Dezember die Stimmung weit differenzierter war, als es Powell dann kommunikativ vermittelt hat, nein Raphael Bostic von der FED Atlanta, hat sogar das Wort einer Zinssenkung im Falle des Falles in den Mund genommen.

Klar dass dann der Dollar fällt und auch das ist ein Grund, warum der Markt seinen Mojo wieder findet - der FED Put ist wieder da im neuen Gewand!

Hier der -> Tweet zum Thema <-. 😉

22:02 MEZ

Handelsschluss, keine wirkliche Schwäche:

Daran hat diese Woche massiv die FED mitgewirkt, die den FED-Put wieder installiert hat. Insofern besteht aus Sicht derer, die nun auf den Pullback warten das Risiko, dass dieser nur flach und kurz ausfallen wird.

Trotzdem, für neue Risiken ist mir die Lage nun zu riskant, was ich im Markt habe ist abgesichert. Die schönen Gewinne aus dem Loch heraus, muss man ja nicht unbedingt abgeben. Ich will jetzt einen Pullback sehen, zumindest einen flachen.

Nächste Woche geht dann die Quartalsaison los und ich reche mit einigen Enttäuschungen und abgeflachtem Ausblick. Die Frage ist halt individuell, was davon schon in den Kursen ist.

Am 24.12. habe ich mir darum keine Sorgen gemacht, 20% Korrektur scheinen ausreichend um das Risiko einzupreisen. Nun sind wir seit dem Tief im SPX schon wieder um 10% nach oben gelaufen, jetzt rechne ich auch mit Enttäuschungen.

Bis Morgen zum Stream, schlafen Sie gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW47



Der Wochenausblick ist heute ausnahmsweise mal wieder früher fertig. Geniessen Sie ihn schon im ausklingenden Wochenende.

Am morgigen Montag kommt dann in der Frühe nichts, um die Mittagszeit voraussichtlich ein Video und am Nachmittag der Stream ganz regulär.

Ereignis der Woche

5 Wochen noch bis Weihnachten, der helle Wahnsinn, das Jahr ist praktisch herum. Gerade eben waren doch erst die Sommerferien zu Ende, oder nicht?

Bei uns in Bayern fühlt sich das im Herbst immer so an, weil die Schulferien spät beginnen und erst Mitte September enden. Und mit dem guten, warmen Wetter dieses Jahr - es gab hier wirklich keinen Grund darüber zu schimpfen, auch Wasser ist gerade richtig herunter gekommen - hat sich der Sommer gefühlt bis in den Oktober verlängert. Dann kommt Weihnachten eben schnell. Das Frühjahr wird dagegen ewig lang, schon Ende Januar hofft man auf Frühling, der kommt aber erst im April - so auch letztes Jahr.

Am 27. September sah es hier so aus, der Turm im linken Bildteil ist das Kloster Andechs, ein paar Miglieder kennen es seit dem Frühjahr aus der Nähe. 😉

Und am 01. November sah es noch so aus, das im Vordergrund ist mein Sohn und unten liegt der Ammersee bei Breitbrunn. Da lässt sich doch leben, oder?

Tja und nun liegt schon die Thanksgiving-Woche vor uns, in der viele Truthähne ihr Leben lassen und am Donnerstag die US Trader einen zu vollen Bauch haben, um zu handeln, weswegen der Donnerstag auch ein US-Börsenfeiertag ist.

Am Freitag stürzt man sich dann in das Getümmel des "Black Friday" in den Malls oder man tippt hektisch auf Tablets, um die neuesten Online-Schnäppchen zu erhaschen. Und damit die Händler da mitmachen können, endet die Wallstreet am Freitag schon früher, bisher war es um 19 Uhr MEZ.

Tja und weil das noch nicht genug der Feiertage sind, haben wir am Mittwoch Buß- und Bettag und mein Sohn hat keine Schule. Damit ich mit ihm so Wanderungen machen kann wie oben, mache ich am Mittwoch frei, es gibt keinen Morgenbericht und keinen Stream. Dafür gibt es einen Grundlagenartikel zu Bärenmärkten, den ich schon vorbereite.

An Wirtschaftsdaten ist die Woche normal bis spärlich ausgestattet, kein Wunder bei den Feiertagen, besondere Notenbanktermine stehen auch nicht an und die Quartalssaison ist vorbei.

Die Thanksgiving-Woche hat aber statistisch einen guten Ruf als starke Börsenwoche. Woran das liegt weiss ich nicht, vielleicht stimmen volle Bäuche und volle Malls ja milder und lassen die US Wirtschaft subjektiv in einem besseren Licht erstrahlen. 😉

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko liegen wenig überraschend immer noch eng beeinander.

Die letzte Woche hat wie erwartet eine Fortsetzung des Retracements von 2.800 herab gebracht, was für uns den Erwartungen entsprach.

Tiefe und Stärke des Retracements war aber stärker, als für ein optimal bullisches Setup ins Jahresende gut ist. Die "rechte Schulter" im S&P500 hängt mir nun zu sehr, eine iSKS nach Lehrbuch war es nie, aber jetzt ist sie in meinen Augen eher invalidiert:

Sicher, das ist immer noch eine potentielle Wendeformation, wenn jetzt nach oben etwas passiert, aber als echte iSKS kann das nicht mehr durchgehen. Ich bin auch skeptisch, ob wir hier einen sauberen Trigger bekommen und rechne selbst im besten Fall eher mit einem Herauslaufen seitwärts nach oben.

Sie haben gemerkt, wie ich aufgrund der Tiefe und Stärke des Retracement im Laufe der letzten Woche negativer wurde und nun betone ich erneut, dass die Bullen etwas zu beweisen haben und wir ihnen hier *nicht* mehr einfach vertrauen sollten, so wie wir das im Sinne BTFD nun mehr als 2 Jahre konnten.

Sie sehen da zwei Pfeile und das sind die beiden Beweise die ich sehen will. Erst wenn der SPX in der kommenden Woche überzeugend die 200-Tage-Linie und damit ca. 2.760 im SPX nimmt, das ist ca. 1% vom Schlußkurs von Freitag entfernt, bin ich bereit das Ganze als Wendeformation ernst zu nehmen. Und damit man sich wirklich hinter neue Höchststände noch in diesem Jahr stellen kann, müsste er nun zügig die 2.800 wieder nehmen, das will ich erst einmal sehen!

Die Chance dazu ist in dieser Thanksgiving-Woche fraglos da, das Marktverhalten von Donnerstag und Freitag letzte Woche deutet eher auf fortgesetzte Stärke in dieser Woche und ich schaue die nächsten Tage auch eher nach oben. Aber trotzdem haben die Bullen nun erst einmal etwas zu beweisen, einen Vertauensvorschuss haben sie letzte Woche verbraucht.

Thema der Woche

Von der FED kommt in der kommenden Woche nicht viel, das Hauptthema ist und bleibt neben den Zinsen der Handelskonflikt, der mit dem Treffen Trump-Xi im Rahmen des G20 Gipfels in Buenos Aires vom 30.11. - 01.12. einen wichtigen Meilenstein erleben wird.

Die Hoffnung des Marktes ist, dass man dort den Weg zu einer Einigung finden wird. Diese Hoffnung wurde durch einige Aussagen der letzten Woche befeuert, die wiederum bei dem Bounce am Ende der Woche mitgeholfen haben.

Aber ist das wirklich so?

Ich bin da mittlerweile skeptisch. Auch -> das aktuelle Geschehen beim APEC-Gipfel <- spricht dagegen.

Außerdem dachte ich Trump macht das zum Wahlkampf-Schlager, nachdem das nun aber nicht passiert ist, spricht mehr für ein langes Ringen. Und ich habe wenig gehört oder gesehen, das zu der Annahme einer Einigung beim G20 Gipfel passt und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass die Chinesen nachgeben werden und überhaupt können. Ich habe das Thema der Gesichtswahrung schon mehrfach angesprochen, das dort kulturell sehr wichtig ist und auch für den Machterhalt wichtig ist.

Denn dass Trump einen Erpressungskurs fährt, ist offensichlich und dass diese Erpressung teilweise auch berechtigt ist, weil China seinen Aufstieg auf eine sehr unfaire Handelspolitik basiert, wird natürlich in China nicht thematisiert. Ein Nachgeben kann sich Xi trotz seiner Macht also nur schwer erlauben.

Die Chinesen sind eher für ihren langen Atem bekannt und Trump ist durch die letzte Wahl in den US nicht stärker geworden. Werden die Chinesen jetzt nachgeben? Ich kann es mir nur schwer vorstellen, muss aber festhalten, dass ich auch kein gesteigertes Wissen um die Internas habe, lassen wir uns also überraschen.

Wir haben hier also eine potentielle Buy the Rumor - Sell the News Situation. In der kommenden Thanksgiving-Woche kann die Hoffnung auf eine Einigung beim Gipfel gespielt werden. Dann kommt vielleicht die große Enttäuschung und das wars dann mit dem starken Jahresende.

Ein bärisches Szenario, das gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, sieht nun also so aus:

Das ist nur ein Szenario und wenn die Bullen nun den Beweis antreten, kann das auch schnell invalidiert werden. Sie sehen aber an den doch weit bärischeren Szenarien, die ich Ihnen in den letzten Wochen zunehmend zeige, dass sich meine Sicht auf den Markt verdüstert hat, weil die Marktmechanik nicht mehr durchweg positiv ist.

Übrigens falls Sie denken, dass das nur prozyklische Sorge in der Korrektur sei, erinnern Sie sich bitte an meine Szenarien im Frühjahr in der ähnlich tiefen Korrektur. Da war ich gelassen und optimistisch, da habe ich solche Top-Szenarien nicht gezeigt.

Erneut, das heisst nicht dass diese nun zwingend so kommen müssen, die Bullen können es immer noch herausreissen. Aber das müssen sie eben tun und bis sie das tun, bin ich skeptischer und vorsichtiger, als ich im Frühjahr war.

Sollten wir in dieser Thanksgiving-Woche also verhaltene Stärke sehen, sollten Sie an das obige "Buy the Rumor" Szenario denken, die Stärke zwar mitnehmen, aber nach unten ein rigoroses Risikomanagement betreiben, denn "Sell the Fact" ist dann ein reales Risiko.

Sollte eine Einigung zwischen China und den US aber tatsächlich kommen, dann wird immens viel vom Markt abfallen und wir wohl massiv nach oben schiessen. Und ich meine *massiv*, also schnelle 10% Plus in den Indizes. Auch das ist wahr und eine reale Chance!

Aber Wetten auf politische Ausgänge sollte man besser nicht machen, halten wir uns lieber an die Marktmechanik und die ist aus Bullensicht nun immer noch nicht überzeugend. Lassen wir die Bullen erst etwas beweisen.

Hinweis der Woche

Oben zeige ich Ihnen ja wieder ein eher bärisches Szenario, wie schon einige seit Mitte Oktober. Das dokumentiert eine doch wesentlich erhöhte Vorsicht die ich nun habe - ein große Topbidlung in den Indizes ist nun real vorstellbar.

Eine Prognose ist das nicht, aber bisher war eine Topbildung unrealistisch, nun ist sie das nicht mehr und das ist schon ein bemerkenswerter Unterschied!

Es gibt aber ein Positivum und das ist, dass ich ja nicht der Einzige mit dieser erhöhten Vorsicht ist. Genau genommen bin ich Teil der Herde, denn das erscheint derzeit überwiegend Konsens unter den Pros im Markt zu sein, bei den Fondsmanagern hat uns das ja vor Kurzem auch Urban Carmel wieder gezeigt.

Um das zu unterstreichen, habe ich heute ein Chart aus diesem lesenswerten Artikel von Horan Capital Advisors für Sie: -> Investors more bearish on equities <-

Die Herde wird negativer, auch wenn wir noch keine Panik haben, die dann ein klarer Kontraindikator wäre. Aber diese negative Stimmung sorgt für Absicherungsgeschäfte und die machen wiederum stark fallende Kurse nicht wahrscheinlicher.

Übrigens, wenn ein Anfänger oder Neueinsteiger diese vermeintlich widerstreitenden Aussagen liest - kurzfristig Chancen, durchaus große Chancen zum Jahresende, falls die Handelsthematik gelöst wird, aber auch Risiken und erstmal ernsthafte Gedanken an eine Topbildung - dann denkt dieser Anfänger vermutlich "ja was denn nun?".

Dieser Gedanke ist - ich muss das so deutlich sagen - Ausdruck des eigenen Balkens vor dem Kopf. Denn widersprüchlich ist das nur, wenn man von jemanden erwartet, dass er einem sagt wie die Zukunft zuverlässig wird. Klar, das ist die Methode mit der Klicks generiert werden, es ist aber schlicht und einfach Unfug!

Die Realität ist aber immer voller Zukunfts-Szenarien mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten und man braucht keine fixe Meinung zu einer bestimmten Richtung, um sich richtig aufzustellen. Denn diese Kombination von kurzfristigen Chancen und deutlichen Risiken einer größeren Richtungsänderung, ist geradezu prädestiniert dazu, sich nun kurzfristig für Chancen in der Thanksgiving-Woche zu positionieren und gleichzeitig wie oben gesagt, nach unten trotzdem ein sehr rigides Risikomanagement zu fahren.

Ich kann nur mein Mantra der letzten Wochen wiederholen, man kann sehr wohl Beides machen! Man kann auf das Beste hoffen und sich auf das Schlimmste vorbereiten.

Chart/Grafik der Woche

Ich habe es schon mehrfach gesagt, eine Rally in den Emerging Markets braucht einen schwächeren Dollar. Vor dem Hintergrund würde ich nun genau hinschauen, was nun in EURUSD passiert und das Währungspaar Richtung 1,18 steigen und damit eine echte Wende signalisieren kann:

Direkt davon abhängig ist natülich auch Gold in Dollar notierend. Hier sehen wir einen erneuten, ernst zu nehmenden Versuch, den Deckel der Widerstandszone um die 1.240 USD (in lila) wegzusprengen:

Wenn das gelingen würde, wäre es ein bullisches Signal. Damit das möglich wird, bräuchte es aber wohl auch einen fallenden Dollar, sonst dürfte es scheitern.

Index der Woche

Falls Sie noch mehr Charts mit Warnsignalen wollen, habe ich zum Thema Anleihen noch etwas. Schauen wir mal auf die US High Yielder, auch "Junk" genannt. Unternehmens-Anleihen also, die unter höherer Gefahr stehen in einen Default zu laufen und daher bei Rezessionssorgen als Erstes zu fallen beginnen:

Das sieht nicht wirklich vertrauenerweckend aus, oder? Aber es ist auch kein Anlaß zur Panik, denn schauen Sie zur Einordnung hier:

Das Fazit lautet also erneut:

Das sind Warnsignale, die sich durchaus zu Größerem auswachsen können. Wir sind aber noch *nicht* in einem 2016er Szenario, weder im Sentiment noch bei den Ängsten um eine Kreditkrise. Und 2016 war am Ende doch der Beginn einer massiven Rally, die uns bis in den Herbst 2018 getragen hat.

Wir haben also Grund zur Vorsicht, mehr als im Frühjahr, aber wir haben noch keinen Grund für Panik und eine generell düstere Zukunftssicht. Und genau diese Haltung versuche ich Ihnen hier ja wieder in allen Facetten zu vermitteln.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Bärenfalle oder Kreditkrise?



Achtung, das IST sozusagen der Morgenbericht für den kommenden Montag mit Ausblick auf die kommende Woche.

In Anbetracht der Bedeutung der Situation, habe ich Ihn auf Sonntag vorgezogen. Am morgigen Montag kommt dann kein Morgenbericht mehr, ich melde mich dann im Laufe des Tages zum ersten Mal.

Guten Abend am Sonntag!

die letzte Woche vor Weihnachten steht vor uns, die gleichzeitig wahrscheinlich die erste Zinserhöhung der FED seit über 10 Jahren bringen wird und am Ende auch noch den grossen "Hexxensabbat" (OpEx) hat - nur um für so richtig Hektik kurz vor Weihnachten zu sorgen. Uff!

Welcher Teufel die FED geritten hat, so eine wichtige Entscheidung in die sowieso viel zu hektische Vorweihnachtszeit zu legen, in der der Markt auch noch von grundlegenden Repositionierungen zum Jahreswechsel geprägt ist, möchte ich mal gerne wissen. Ich finde es völlig idiotisch und auch das ist Folge der durch die FED "vergeigten" Chance von September.

Aber das ist, was vor uns liegt, nehmen wir es also an. Vor der Notwendigkeit, diese Wegscheide richtig zu treffen, verblassen auch alle anderen Erwägungen und auch das Betrachten von einzelnen Aktien.

Ich werde mich die kommende Woche daher auch ganz bewusst fast ausschliesslich auf die grosse Wetterlage und Sektorensicht konzentrieren und Detailthemen einzelner Aktien, sowie erklärerische Beiträge der Reihe "Lehrer Bömmel" ganz sein lassen.

Dazu trägt auch die - auch bei mir - herab gesetzte Aufnahmefähigkeit in der hektischen Vorweihnachtszeit bei, unser Stockpix hat ja in -> Advent, Advent <- sehr schön darüber geschrieben, wie in diesen Wochen alle verrückt spielen, weil sie noch erledigen wollen, was zu lange liegen geblieben ist.

Und auch mich trifft das, ich habe diverse Termine, muss x Arztbesuche machen, weil ich viele gesundheitliche Dinge mit mir herum schleppe, die ich über die Feiertage endlich mal auskurieren will und muss. Das Jahr war lang und hart und irgend wann ist es mal gut. Bringen wir die FED und diese Woche hinter uns und dann ist erst mal Finito 2015!

Also: Ich will uns diese Woche gut durch die grossen Trends und Entscheidungen führen, alles andere, muss diese Woche dem gegenüber mal zurück stehen!

Damit stellt sich die Frage: Wo stehen wir nun?

Der Freitag war mit seinem Abgabedruck ja bemerkenswert und mit dem Freitag haben die Indizes die erwartete Seitwärtsbewegung auch nach unten verlassen.

Dafür gibt es aber einen klar zu definierenden Grund, denn ansonsten haben die Indizes sich geradezu fühlbar an den Fahrplan der Seitwärtsbewegung halten wollen, den ich ja hier vor einer Woche skizziert habe.

Der Faktor, den aber niemand in diesem Ausmass auf der Rechnung hatte, war der brutal einbrechende Ölpreis. Und der wäre für sich ja gar nicht so dramatisch, er löst aber Ängste vor einer Kreditkrise aus. Und zwar nicht nur bei der US Fracking-Industrie, sondern auch in den Rohstoff-Lastigen Emerging Markets generell!

Die Angst vor einer Kreditkrise überträgt sich dann auf die Banken und Hedge Fonds - auch das haben wir schon letzte Woche gesehen - und erfasst über diesen Transmissionsriemen dann die ganze Wirtschaft und führt zu Rezessions-Ängsten. Und da die Börse der Realität voraus läuft, reagieren die Kurse schon jetzt mit Macht.

Worum es hier geht, kann man wiederum an zwei Chart sehen, dem ETF JNK für die High Yield Anleihen und den Emerging Markets hier mit dem ETF EEM:

JNK 13.12.15

EEM 13.12.15

Was da los ist, kann man schön auch in diesem Bloomberg Artikel sehen, den unser Mitglied EQTrader neben anderen interessanten Artikeln am Sonntag -> hier im Forum <- verlinkt hat: -> Barrells of Oil vanish in a puff of accounting smoke <-

Sagen wir es klipp und klar: das Ding ist durchaus gefährlich! Wenn die Situation hier ausser Kontrolle gerät und die Angst vor einer Kreditkrise sich ausbreitet - und das wird sie wohl, wenn der Ölpreis zu schnell und hart wie im Crash weiter fällt - dann haben wir ein Problem.

Das ist das, was letzte Woche die Indizes aus der ansonsten ganz eindeutigen Seitwärtsbewegung nach unten gedrückt hat. Lange haben sich S&P500 und selbst der DAX mit seiner 10.500er Zone dagegen gewehrt, aber spätestens am Freitag, wurde diese erdrückende Last zu viel.

So stieg die Volatilität am Freitag drastisch und die Quote der Absicherungen auf High Yield Anleihen schoss durch die Decke.

Ganz hervorragend, wird das auch diese Woche mal wieder bei -> The Fat Pitch <- dargestellt, diese wöchentliche Betrachtung ist einfach ein "Must Read" jedes Wochenende. Darin wird auch das folgende Bloomberg Chart gezeigt, das die Dramatik vom Freitag eindrucksvoll verdeutlicht:

panic in HY

Und so sieht der S&P500 nun in Folge aus:

S&P500 13.12.15 W

Und das ist doch noch aller Ehren Wert! Aus Jahressicht ist eigentlich noch gar nichts passiert. Das zeigt erneut, wie stark der Index ist und dass eine Seitwärtsbewegung ohne diese sich anbahnende Kreditkrise fast sicher gewesen wäre.

Aber in der kürzeren Betrachtung mit Tageskerzen sieht man, dass der Index am brutalen Freitag die Seitwärtsbewegung fast verlassen hat und ein niedrigeres Tief generiert hat:

S&P500 13.12.15 T

Das ist durchaus gefährlich. Hier braucht es also nun ein schnelles Reversal. Aber selbst jetzt, ist eigentlich noch nichts passiert, wenn der Index nun schnell wieder dreht und das zur Bärenfalle macht.

Womit sich die für uns entscheidende Frage stellt, wird das wirklich eine Bärenfalle? Haben wir gerade eine geniale Kaufgelegenheit in die FED und Jahresendrally hinein vor uns?

Die verrückte Antwort ist: Die Chance auf taktische, kurfristige Gewinne auf der Long Seite, ist kommende Woche wahrscheinlich so gross, wie seit dem 24.08. und 02.10. diesen Jahres nicht mehr! Den ganzen November hindurch bis Anfang Dezember, war ich eher skeptisch und nur mässig am Markt interessiert, Sie wissen ja, wie oft ich zum Beispiel zum DAX gesagt habe, dass ich dem eigentlich nicht mehr so furchtbar viel zutraue.

Aber nun bin ich hellwach, denn nun laufen wir wieder auf so einen Punkt zu, an dem Chancen und Risiken sehr hoch sind. Dass es am 24.08. und 02.10. jedes Mal zur Auflösung nach oben gelangt hat, heisst aber nicht, dass dieses Mal das Gummiband nicht doch reissen kann.

Doch, irgendwann wird das Gummiband mal reissen und alle Bullen dumm aus der Wäsche schauen. Wir stehen jedes Mal an so wichtigen Punkten wieder vor dieser quälenden Frage.

Und nie - wirklich nie - sind am Markt grosse Chancen ohne grosse Risiken zu haben. Auch dieses Mal nicht.

Was spricht also konkret für eine Bärenfalle und damit für eine Rally nach der FED?

  • Die Saisonalität. Schwäche in der ersten Dezember-Hälfte ist durchaus normal, auch in diesem Umfang. Nun kommt die zweite, typischerweise starke Hälfte.
  • Die FED. Die wird alles tun, um den Dollar herunter zu reden und nicht noch Öl ins Feuer zu giessen.
  • Das Sentiment, das nun sehr sauer geworden ist.
  • Das massive Hedging, das zum Beispiel oben im Chart von Bloomberg zu sehen ist. Wer abgesichert ist, verkauft nicht mehr, womit der Abwärtsdruck abflaut.
  • Am Wochenende kamen -> Hoffnungszeichen aus China <-, die den Indizes und speziell dem DAX helfen werden.

Die Wildcard ist der Ölpreis. Der darf nicht brutal weiter fallen, sondern muss nun Halt machen. Und das Risiko einzelner Pleitemeldungen aus dem Fracking-High-Yield Bereich, die dann eine Panik-Welle auslösen.

Und noch eine Wildcard, die in meinen Augen eine Katastrophe wäre: Wenn die FED doch wieder kalte Füsse bekommen sollte. Denn wenn sie nun wieder zurück zuckt, wird das als Eingeständnis grosser Probleme verstanden werden und nach kurzer Freude, wohl zu massiver Verunsicherung der Märkte führen. Aber ich rechne nicht damit, dass Yellen den Fehler von September noch einmal macht. Sie muss jetzt erhöhen UND sofort ganz viel weisse Salbe verstreichen, um zu beruhigen. Diesen Weg halte ich nun für "alternativlos", um dieses bescheuerte und missbrauchte Wort auch mal zu verwenden.

Jetzt wollen Sie natürlich von mir wissen, was von den beiden Alternativen uns zum Jahresende bevor steht. Bärenfalle oder Kreditkrise?

Und natürlich kann ich es Ihnen nicht mit Bestimmtheit sagen. Denn ich weiss nicht, was der Ölpreis macht. Und ich weiss nicht, ob nicht am Montag schon Pleiten durch die Presse laufen, die Angst und Schrecken und Margin Calls verbreiten. Auch hier verweise ich auf einen guten Artikel, den EQTrader schon gestern verlinkt hat: -> A junk bond fund freezes out investors <-.

Aber ich kann Ihnen ein grobes Gefühl geben, wie ich am Anfang dieser wichtigen Woche unter Würdigung aller Umstände die Wahrscheinlichkeiten einschätze und das ist ganz ähnlich, wie ich es vor dem 24.08. empfunden habe.

Ich würde Stand Heute, Sonntag Abend, sagen: 60-70% für die Bärenfalle und eine Rally, die um die FED herum einsetzt. 30-40% für die Kreditkrise, die gerade los geht und sich ausbreitet.

Wobei es gut möglich ist, dass die Angst am Montag und vielleicht auch am Dienstag noch ihre Urstände feiert. Aber je stärker der Markt sich nun vor der FED nach unten überdehnt, desto grösser wird letztlich die Chance des zurück schnappenden Gummibandes.

So sehe ich die Lage, mit der wir in diese wichtige Woche hinein gehen.

Ach ja, Mario Draghi redet am Montag mal wieder um 12 Uhr. Vielleicht kommt ein erneuter Versuch, dem Euro doch noch die Richtung nach unten zu geben. Und am Dienstag ist bei uns der ZEW mal wieder dran. Am Donnerstag haben wir dann hier den IFO und den Philly Fed in den US. Und am Freitag eben OpEx.

Ansonsten sind alle Augen auf die FED und die Entwicklung einer möglichen Kreditkrise gerichtet. Auch unsere.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

PS: Als Vorankündigung:

Wie die meisten von Ihnen, wird auch dieser Blog über die Feiertage für zwei Wochen in den Ferienmodus gehen und zwar konkret vom Montag 21.12.15 bis Sonntag 03.01.16. Das bedeutet dieses Mal, dass es keine Artikel gibt, auch keine Marktberichte. Wobei, ein paar Artikel gibt es vielleicht schon, die aber nach "Lust und Laune" zwischendurch zu grundsätzlichen Themen, ohne dass Sie da fest mit etwas rechnen sollten.

Die tägliche Aktualität, muss in den zwei Wochen aber mal ruhen. "Normal" passiert an diesen Tagen des Jahresendes aber auch nichts mehr an den Börsen, ausser dass der Markt ruhig hoch schiebt. Weswegen man auch gut mal Abstand halten kann. Aber was ist im Moment am Markt schon noch normal? 😉

Ab 04.01.16 geht es hier dann - hoffentlich gesund, erholt und voller Tatkraft - wieder los.

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Trade with Carl II – Short Junk Update



Wir hatten ja zuletzt zwei "Trade with Carl" Szenarien. Bei Freeport McMoran muss "Carl" nach sehr gutem Beginn noch etwas üben. 😉
Immerhin kontrolliert er nun aber auch 2 Sitze im Board.

Fairerweise muss man aber auch feststellen, dass wenn der Basispreis so radikal fällt wie Kupfer in Dollar, auch das beste Management mit den besten Absichten und Ideen ein massives Problem hat.

Carl Icahn kann als aktiver Investor dafür sorgen, dass Unternehmen ihr Geld nicht verprassen, nicht als Boni vergeuden und sich wieder auf das Wohl der Aktionäre konzentrieren. Aber den Kupferpreis am Weltmarkt, kann auch er nicht hochbeten.

Wir hatten aber einen zweiten "Trade with Carl", der genau genommen der erste war. Den habe ich im Sommer in der "Idee des Tages" vom Mittwoch 29.07.15 10:10 vorgestellt und bei dem dreht es sich um einen Short auf die Junk-Bonds, den Carl Icahn damals zu Recht als "No Brainer" bezeichnete.

Und das war er bisher auch, der Trade wurde ein Erfolg, schauen Sie selber mal:

JNK 18.11.15

Wirklich bemerkenswert finde ich aber noch etwas anderes und das ist der Grund dieses Posts. Denn der "Junk-Indikator" hat ja in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, um Stress im Finanzsystem über Probleme im Kreditmarkt zu indizieren.

Denn wenn Kredite nicht mehr so gerne vergeben werden und Pleiten drohen, merkt man das an den Renditen der Wackelkandidaten am schnellsten.

Und was das langfristige Chart des JNK hier indiziert, muss einfach nachdenklich machen:

JNK 18.11.15 2

Nun kann man argumentieren, dass der Indikator nicht mehr richtig funktioniert, weil durch den abschmierenden Ölpreis hier vor allem die Fracking-Industrie Probleme hat und sich in diesem Indikator zeigt. Und weil man daher keine Schlussfolgerungen für das generelle Geschäftsklima mehr daraus ziehen kann.

Da ist was dran, denn die Fracking Unternehmen sind teilweise Teil des JNK ETFs. Trotzdem hinterlässt dieses Chart bei mir einen sehr faden Nachgeschmack.

Irgend etwas ist nicht in Ordnung im Staate Dänemark, das zumindest, signalisiert dieses Chart. Und Carl Icahn hatte recht, das war ein "No Brainer".

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High Yield Anleihen signalisieren Risiko

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 29.09.15 17:10 in Hari Live und reiht sich in eine Kette von Beobachtungen zum Thema ein.

Aber auch im freien Bereich habe ich den Indikator schon 2013 im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- eingeführt und davon abgeleitet, dass damals noch keinerlei Gefahr für die strukturelle Rally bestand - was dann ja auch eintrat.

Nun, im Herbst 2015 ist die Lage aber anders. Lesen Sie hier:

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Ich habe schon oft über die High Yield Anleihen als Indikator dafür geschrieben, ob wir ein ernst zu nehmendes Problem haben, oder nur eine "Garden Variety" (Feld- Wald und Wiesen) Korrektur vor uns, die man schnell abhaken und deren Dip man mit guten Chancen kaufen kann.

Am Mittwoch 29.07.15 hatte ich vor der Urlaubsphase im Premium Bereich unter dem Titel "Trade with Carl - Short Junk" einen Beitrag, der sich mit dem Shorten des ETFs JNK befasste, der die US High Yielder umfasst und dabei besonders die bedrängten Energie-Unternehmen im Fracking-Bereich im Fokus hat.

Dieser Trade war sehr erfolgreich, wie wir dem folgenden Chart entnehmen können:

JNK 29.09.15

Wir hatten eine perfekte, bärische Gegenbewegung nach dem 24.08., die es aber nicht bis zum Widerstand geschafft hat und dann ging es wie erwartet wieder runter.

Und nun hat der JNK im Gegensatz zum S&P500 schon neue Tiefs erreicht, was unterstreicht, dass wir es aktuell im Markt mit einer ernst zu nehmenden Korrektur zu tun haben, hinter der substantielle Sorgen stehen.

Dass der JNK nun so viel Boden verloren hat und schon zu neuen Tiefs aufgebrochen ist, sollten wir als deutliches Warnsignal nehmen, dass wir in keinem gefahrlosen Bullenmarkt mehr sind, in dem früher oder später jeder Dip zu kaufen ist.

Und dass das in einer Phase passiert, in der die Notenbanken einen guten Teil ihres Pulvers ohne nennenswerte Effekte auf die Realwirtschaft schon verschossen haben, sollte uns im langfristigen Bild nur noch vorsichtiger machen, auch wenn es kurzfristig stark nach Rebound riecht.

Auch die FuW, hat das im -> Chart des Tages <- zum Thema gemacht und wenn wir da von gestiegenen CDS Prämien hören, kommen alten Hasen schnell ungute Erinnerungen an 2007 hoch.

Ich will aber noch einen darauf setzen und die aktuelle Korrektur über den JNK mal in die grössere Perspektive stellen:

JNK 29.09.15 2

Sie sehen eindeutig, dass es nun - im Gegensatz zum Oktober 2014 - "ernst" ist. Wir haben bei den High Yieldern schon heute einen Einbruch, der sich nur noch mit der Lage 2010 zum "Flash Crash" bzw der "Griechenland 1.0 Krise" und mit der Lage 2011 zur Eurokrise vergleichen lässt.

Bei aller berechtigten Erwartung an eine denkbare Wende und ein bald bevorstehendes "Undercut & Rebound" Szenario an den Aktienmärkten, das dann zu einer Jahresendrally führt, sollte uns das vorsichtig genug machen um zu verhindern, dass wir zu gierig jedem Bounce gleich nachlaufen.

Die langsame und stufenweise Erweiterung des Depots mit Qualitätsaktien, lässt sich sicher auch heute rechtfertigen. Dafür sind die Kurse tief genug.

Um aber aus Überzeugung nun Kaufkurse auszurufen, wie das viele Mainstream-Medien in Deutschland schon letztes Wochenende getan haben, ist es nach meiner Einschätzung noch zu früh.

Das endgültige Urteil über diese Korrektur steht noch aus und wir wissen noch nicht, welchen Namen wir beim Fragezeichen mal in der Zukunft hinschreiben werden.

Das nur zur Einordnung für alle, die nun zu gierig nur nach oben schauen. Man kann zur Lage auch kurz und knapp sagen:

Kurz- und Mittelfristige Chancen? Ja!

Es spricht nun viel für eine Jahresendrally, die sich bald (im Oktober) in Bewegung setzen könnte. Und auch ein potentieller Doppelboden entsprechend der -> 2011er Analogie <- hat nun gute Chancen. Der JNK dürfte also kurzfristig auch wieder steigen und eine Gegenbewegung einleiten.

Generelles Feuer frei? Nein!

Auch wenn wir nun eine Jahresendrally sehen sollten und der JNK eine Gegenbewegung vollzieht, kann diese im grossen Bild immer noch nur die rechte Schulter eine Topbildung sein. Auch 2007 kamen die Märkte zum Jahresende noch einmal in die Nähe der Höchststände, bevor es dann 2008 richtig abwärts ging.

Der "Junk Indikator" signalisiert ganz klar strukturelle Gefahr und das sollten wir nicht einfach ignorieren.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 27.09.15 – 03.10.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 27.09.15 - 03.10.15

Freitag 02.10.15 21:30 - Krokus im Schnee

Nun kommt doch noch ein längerer Artikel am späten Freitag Abend. Weil es kann nun sein, dass das heute ein wichtiger Tag war, das "Geschmäckle" eines Wendepunktes liegt nun in der Luft.

Erinnern wir uns, heute früh um 08:50 Uhr habe ich das gestrige Reversal im S&P500 wohlwollend wie folgt kommentiert:

Wenn wir das auf den gestrigen Tag anwenden, können wir erfreulicherweise eine leichte Verbesserung der Marktlage feststellen! Der S&P500 hätte gestern wegkippen können und er hat mitten im gestrigen Handel dazu auch Anstalten gemacht. Hat er dann aber nicht und hat auf Tageshöchstständen geschlossen!

Das ist ein kleines, aber positives Indiz, dass da Kaufinteresse ist und sich der Druck nach unten abbaut. Für sich alleine noch nicht sehr bedeutend, aber die Summe der Wellen und Täler macht es dann und wenn sich das wiederholt, dass Rückgänge wieder gekauft werden, würde sich eine Wende zum Besseren (zur Flut) damit andeuten.

Und heute hatten wir nach den schlechten US Arbeitsmarktdaten dann noch ein weit beeindruckenderes Reversal, das wir Live und in Perfektion verfolgen konnten und erkannt haben. Schauen Sie auf das Chart des S&P500 und die beiden Reversals:

S&P500 02.10.15 3

Unter der Annahme, dass sich da in der letzten halben Stunde des Handels nichts Negatives mehr am Bild ändert, ist Ihnen nun hoffentlich klar, was das bedeutet, wenn ein angeschlagener Markt bei sehr schlechten Nachrichten, diese völlig abschüttelt und mit Macht ins Plus dreht: Das ist sehr, sehr positiv!

Und weil damit das gestrige Reversal bestätigt wurde, ist es doppelt positiv! Es dringen sozusagen die ersten Krokusse durch den Schnee der Angst und diese Änderung des Tons des Marktes, sollten wir nicht übersehen.

Weiterlesen ...

Der Junk Indikator und die Korrektur in DAX und S&P500

Treue Leser des freien Teils von Mr-Market erinnern sich sicher, dass ich Ihnen Ende letzten Jahres im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- einen Indikator vorgestellt habe um zu schauen, ob es sich bei einer Korrektur um eine ernst zu nehmende Korrektur handelt, in der es systemische Ängste gibt, oder nur um eine rein technische Verschnaufpause im Aufwärtstrend.

Bitte lesen Sie diesen obigen Artikel noch einmal, denn ich werde hier nicht erneut erklären, worum es bei dem Junk-Indikator geht. Ich werde nun mit Ihnen aber mal im Lichte der laufenden Korrektur schauen, ob sich dieser bewährt hat.

Nun, deutlich vor der Korrektur, am 18.07., konnte ich mit den Premium-Mitgliedern in Hari Live den folgenden Kommentar teilen:

Freitag 18.07.14 11:05 - Junk Indikator sendet erstes Warnsignal

Treue Leser kennen meinen Artikel vom "Junk-Indikator" von Ende letzten Jahres. Und wenn Sie den Artikel nicht kennen, sollten Sie ihn nun unbedingt lesen: -> Die Märkte und der Junk-Indikator <-

Dieser Indikator beruht auf dem US ETF "JNK" (-> SPDR Barcleys High Yield Bond ETF <-), der hochprozentige Hochrisiko-Anleihen in sich vereint. Die Logik dahinter vermittelt der obige Beitrag.

Dieser Indikator hat das ganze erste Halbjahr nie ein Warnsignal gesendet und der ETF JNK befand sich in einer beständigen Aufwärtsbewegung. Das war ja auch die richtige Sicht auf die Märkte, die nun in der Nähe historischer Höchststände stehen.

Leider hat sich das nun seit Anfang Juli geändert:

JNK 18.07.14

Der Einbruch ist deutlich sichtbar. Im grösseren Bild ist da immer noch nichts Weltbewegendes passiert, aber es ist eben ein erstes kleines Warnsignal, dass sich die Grosswetterlage ändern könnte und Risiken wieder mehr in den Fokus des Marktes geraten. Erneut, eine Schneeflocke macht noch keinen Börsenwinter, aber übersehen sollten wir die ersten Schneeflocken auch nicht.

Sie sehen, der Indikator hat rechtzeitig angeschlagen und gezeigt, dass sich hier nun Sorgen im Sinne "Risk Off" im System breit machen. Kein Wunder, denn das wovor sich der Markt letzten Juni/Juli gefürchtet hat, ist nun Realität geworden. Das Tapering läuft und der Stimulus der FED ist bald Geschichte.

Nun richtet sich der Blick des Marktes auf die Zinserwartungen, die gerade im Junk Indikator ihren Niederschlag finden. Und alles schaut ängstlich, ob und wann die FED die Leitzinsen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder erhöhen wird.

Nun haben wir also die Korrektur und wir haben eine massive Unterperformance des DAX, die in hohem Masse mit Abflüssen von institutionellem US Kapital aus dem Euro und damit auch dem DAX zu tun haben dürfte. Und das ist doch ein Grund, mal wieder zu schauen, was uns der Junk Indikator sagt. Gestern Abend habe ich das wieder in Hari Live getan und hier ist das Ergebnis:

Montag 04.08.14 19:15 - Junk Indikator

Ich habe ja schon oft über den "Junk Indikator" geschrieben, mit dem man einen Blick auf die hochriskanten High Yield Anlagen nimmt um zu erkennen, ob eine Korrektur des Marktes "systemisch" ist, sprich es grundlegende Ängste und Umschichtungen gibt, oder ob es sich nur um eine unkritische, rein technisch bedingte Konsolidierung im Aufwärtstrend handelt.

Nun, die Aussage des Charts ist eindeutig:

JNK 04.08.14 2

Erstens einmal, ist das der erste ernst zu nehmende Einschlag, seit dem Juni letzten Sommers. Und damals hatte Ben Bernanke die falschen Sachen gesagt und den Markt in Unsicherheit um die zukünftige FED Politik gestürzt. Schnell im Juli hat Big Ben das dann damals wieder eingeholt und danach normalisierte sich alles. Alle kleinen Rücksetzer seit dem Sommer 2013, signalisierten im JNK keine Gefahr und waren am Ende auch keine Gefahr. Nun haben wir eindeutig wieder ein Gefahrensignal.

Zweitens, zeigt der Vergleich mit dem Einbruch letzten Juni, wo wir potentiell in der Entwicklung stehen. Die beiden blauen Rechtecke könnten an der gleichen Stelle der Entwicklung sein.

In Summe sagt der Indikator also ganz klar, dass diese Korrektur sehr ernst zu nehmen ist und das eine zweite Absturzphase nach einer temporären Stabilisierung eine gute Eintrittswahrscheinlichkeit hat.

Bleiben wir also in unserer "Komfortposition" in unseren Depots und strecken nicht zu früh die Köpfe heraus, nicht dass diese dann sofort wie Champignons abgeschnitten werden .... 😉

Dem ist wohl nicht viel hinzu zu führen. Nun ist auch der Junk Indikator kein Allheilmittel, er reagiert halt sehr schnell auf systemischen Stress, der zu einer "Risk Off" Haltung führt. Denn dann werden solche wackeligen Junk-Bonds als erstes abgestossen.

Der Junk Indikator hat aber natürlich ebenso keine Glaskugel, wie alle anderen Indikatoren auch und er kann schon gar keine exogenen Events wie Kriege usw vorher sehen. Und wenn die FED theoretisch morgen ihren Richtung ändern würde, kann auch das der Indikator nicht erahnen, wie denn auch?

Er kann uns aber sagen, wie sehr sich der Markt um diese Themen sorgt und das alleine ist eine wichtige Botschaft, die uns bei der Analyse von Bewegungen sehr helfen kann.

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Charts des Sommers – Zeitenwende am Bondmarkt ?

Von privaten Anlegern wird dem Bondmarkt viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl ja eine direkte Beziehung zu den Aktienmärkten existiert, denn ein Investitions-Euro oder Dollar kann ja nur einmal ausgegeben werden.

Jahrelang musste man auch nicht besonders auf den Bondmarkt schauen, denn der hatte nur eine Richtung: Dank der Notenbanken fielen die Renditen und die Kurse stiegen.

Nun aber könnte seit Anfang 2013 eine bedeutende Zeitenwende am Bondmarkt im Gange zu sein. Und das trotz der Notenbanken, die nach wie vor dagegen halten. Man kann dazu diverse Charts zeigen, ich möchte Sie hier aber überhaupt einmal auf die Geschehnisse aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.

Mit dem heutigen Tag beginnt damit hier auf Mr-Market.de auch eine Serie der "Charts des Sommers", in denen ich Sie ohne viele Worte auf bestimmte, wichtige Entwicklungen aufmerksam machen möchte. Entwicklungen die unter der Dauerberieselung mit Spekulationen zu Commerzbank, Solarworld und Co. leider medial viel zu kurz kommen, obwohl sie eine viele höhere Bedeutung für uns alle haben.

Der erste Chart zeigt in Tagessicht den ETF iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C8QT) seit 2010. Darin sind Unternehmensanleihen von Unternehmen unterhalb des "Investmentgrade" enthalten, also von so "Erfolgsunternehmen" wie Commerzbank, Thyssenkrupp, RBS oder Fiat. Siehe -> hier <-.

Der Chart spricht für sich selbst:

EUNW A1C8QT 15.07.13

Und nun das umgedrehte Bild. Sie sehen einen der wenigen in Deutschland verfügbaren Short-ETFs auf Staatsanleihen, hier den ETF db X-Trackers Short Sovereigns Eurozone (WKN: DBX0AW) seit 2011. Darin sind europäische Staatsanleihen enthalten, primär also aus Italien, Frankreich, Deutschland. Siehe -> hier <-.

Auch dieser Chart spricht für sich selbst:

DBX0AW 15.07.13

Im Premium-Bereich besprechen wir diese Entwicklungen und ihre Bedeutungen auch im Detail und betrachten, welche Konsequenzen daraus erwachsen und wie man diese Entwicklungen traden kann.

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