Hari Live Stream 29.05.20



14:45 MEZ - ZH2

Dieser Stream ist der letzte Artikel von meiner Seite für 2 Wochen Pfingstferien. Näheres dazu habe ich heute schon im Dies&Das geschrieben.

Er dauert bis ca. 17 Uhr und vereint einen groben Ausblick auf die kommenden Woche mit ein paar Aktualitäten.

Das Ereignis des heutigen Tages wird wohl Trumps angekündigte Pressekonferenz zu China sein, die der Markt mit einer leichten Vorsicht erwartet. Eine genaue Uhrzeit ist mir zum Zeitpunkt dieser Zeilen noch nicht bekannt.

Der Markt selber hat in den Futures erneut aus dem bärischen Aufschlag nichts machen können, ein Umstand den wir zuletzt ja oft gesehen haben. Ich habe daher schon heute früh davor gewarnt, hier sofort bärisch zu werden, lassen wir den Markt erst einmal zeigen dass er wirklich nach unten will, bevor wir Schlüsse ziehen:

15:00 MEZ - ZH3 - Die kommende KW 23 und 24

Wenn wir auf die kommende KW23 & KW24 schauen, ist zunächst einmal wichtig sich bewusst zu machen, dass am Pfingstmontag hier bei uns Börsenfeiertag ist, an der Wallstreet aber normal gehandelt wird!

Berücksichtigen sie das unbedingt bei ihren Planungen, es ist keine schöne Sache wenn man hier in aggressiven Positionen stecken sollte, vielleicht ohne Zugang zu IB und Co. handlungsunfähig ist und die Wallstreet zur großen Bewegung ansetzt.

Grundsätzlich ist die Price-Action des SPX bis jetzt 15 Uhr MEZ aber noch klar bullisch, ein kleiner Rücksetzer und Retest der 200-Tage-Linie wäre aber trotzdem nun keine Überraschung.

Der bullische Druck ist aber immens und der Pfad nach oben daher weiter der Wahrscheinliche, die "Wall of Worry" im Markt ist gewaltig und treibt die Kurse.

Trotzdem - und das ist kein Widerspruch - steigen nun auch die Risiken eines schärferen Rücksetzers, wenn jetzt ein paar Dinge gleichzeitig schief gehen sollten, eine Eskalation mit China, ein paar schlechte Nachrichten zum Virus, dann würde dieser Rebound plötzlich enden und würde dann eher scharf nach unten korrigieren und potentiell vielleicht noch einmal die 50-Tage-Linie anlaufen.

Es gibt ruhige Phasen, in denen muss man eigentlich in keine Richtung eine scharfe Bewegung erwarten, das ist aktuell aber eher nicht der Fall. Aktuell sehe ich es zwar so, dass der dominante Pfad weiter nach oben ist, aber *falls* der Markt nach unten rollen sollte - Konjunktiv - dann dürfte das wahrscheinlich sehr schnell und sehr hart passieren.

Ich versuche das mal zu visualisieren:

Grün wäre die Fortsetzung des aktuellen Aufwärtsschiebens.

Orange wäre ein längerer Kampf um die 200-Tage-Linie mit bald bevorstehendem erneuten Test.

Rot wäre ein nun bald einsetzende scharfe Korrektur, die an der 50-Tage-Linie wieder nach oben abprallt.

Wie gehen Sie damit nun in den kommenden 2 Wochen um?

Grundsätzlich bleibt es dabei, wir sind nach oben dabei und sichern nach unten ab, so macht man das in so Aufwärtstrends wie seit März und das funktioniert auch ganz hervorragend.

Wenn sie in den kommenden beiden Wochen weiter voll aktiv am Markt bleiben wollen, gibt es auch keinen Grund für Änderung, der Markt ist bisher weiter bullisch. Und dann werden sie schon sehen, falls der Markt ihre Marken triggert und dann erst agieren sie.

Wenn sie aber - wie ich - mal ein wenig Abstand nehmen wollen, ist das in meinen Augen nicht mehr der ideale Zeitpunkt um überdurchschnittliches Exposure unbeobachtet zu lassen.

Dann sollten sie - und ich habe das getan bzw tue es heute - ihr Risikoprofil ein wenig senken und sich ein paar automatisierte Sicherungsmechanismen überlegen, die auch ohne ihre Aufmerksamkeit einigermassen Sinn machen. Nicht weil ich mittelfristig grundlegend bärisch bin, nein das bin ich nicht, sondern nach dem Motto "Vorsicht ist die Mutter der Prozellankiste". Und ja, ich habe am Donnerstag vom Zeitpunkt her durchaus bewusst über -> Teilmitnahmen <- geschrieben.

Denn wie oben gesagt, halte ich das Risikoprofil des Marktes nun für etwas erhöht und *falls* es zur Korrektur kommen sollte, dürfte die dann sehr schnell und sehr hart ablaufen. Damit es aber keine Missverständnisse gibt, ich rede hier als Möglichkeit nur über eine Korrektur im bullischen Aufwärtstrend, nicht über eine Trendwende.

15:20 MEZ - ZH4 - Blick in den Sommer

Wenn das jetzt ein normales Börsenjahr wäre, würde ich ihnen nun mit großer Überzeugung so eine Sommerzone einzeichnen wie unten geschehen.

Letztlich bedeutet die, dass wir nach dieser massiven Rally nun über den Sommer nach oben nicht mehr viel zu erwarten haben und uns auf eine Schaukelphase einstellen sollten, die von hier eher mal weiter nach unten ausschlägt, als nach oben. Also faktisch eine dauerhafte Weiterführung des roten Szenarios von oben:

Es ist aber kein normales Börsenjahr, wir sind in einer historisch einmaligen Situation mit Pandemie und historisch einmaligem Stimulus. Und deshalb habe ich den grünen Pfad auch eingezeichnet, der symbolisieren soll was passiert, wenn das Virus nun doch langsam verschwinden sollte und die Wirtschaft mit dem Stimulus im Rücken im 3. Quartal wieder richtig zu brummen beginnt.

Denn dann gehen wir durch die Hochs Richtung S&P 4.000 und Trump wird dann auch wiedergewählt, egal was für Fehler er jetzt macht. Dieses Szenario ist real und gar nicht mal besonders unwahrscheinlich!

Natürlich gibt es auch einen roten Pfad, in dem der Rebound brutal abknickt. Dafür würden aber in meinen Augen nicht mal neue Streitereien mit China reichen und von der Wahl geht auch keine große Gefahr mehr aus, da Biden moderat ist.

Dieser nicht eingezeichnete rote Pfad würde wohl nur dann zuschlagen, wenn eine reale zweite Epidemiewelle diesen Sommer durch die westliche Welt gehen würde. Da ist zwar nicht unmöglich, davon ist aber derzeit nichts zu sehen, weswegen ich diesen Pfad oben aktuell auch noch nicht eingezeichnet habe.

15:40 MEZ - ZH4

Der Euro unternimmt einen erneuten Versuch diesen seit 2018 bestehenden, fallenden Trendkanal zu verlassen, mehr als eine erneute Chance ist es aber noch nicht.

Man kann jetzt länglich darüber grübeln, woran das liegen könnte, ist es echte Euro-Stärke, weil mit den riesigen Umverteilungsprogrammen die Gefahr eines "Italexit" und folgenden Zerfalls der Eurozone sinkt?

Kann durchaus sein und ist von allen mögliche Erklärungen auch vom Timing der Bewegung her für mich noch die logischte Variante. Aber letztlich weiss man es nicht, die Wege des Devisenmarktes sind unergründlich und es überlagern sich immer unzählige Faktoren, wie auch das erneute Aufflackern des US-China Konfliktes. Und am Ende ist es auch egal, das Chart wird uns zeigen, wenn die Wende wirklich real wird:

15:55 MEZ - ZH3

Die Momentum-Aktien schütteln die Effekte der 2-Tages-Korrektur schon wieder ab, schauen Sie hier beispielsweise Docusign (DOCU):

16:10 MEZ - ZH3

Es gibt immer noch Quartalszahlen und gestern Abend sogar bei 5 Aktien besonders positive Reaktionen, die ich hier ohne weiteren Kommentar dokumentiere.

Der Punkt ist, solange der Markt solche Reaktionen an den Tag legt, lebt der Bulle auch. Sehen Sie Dell (DELL), Marvell Technology (MRVL), Pure Storage (PSTG), VM Ware (VMW) und ZScaler (ZS):

16:35 MEZ - ZH4

Bei den Edelmetallen und den Minen ist ja weiter eine Menge geboten, der Druck nach oben hält an.

Hier mit Pan American Silver (PAAS) und Yamana Gold (AUY) zwei Aktien im Weekly, die seit März besonders stark gewesen sind und immer noch eine starke Price-Action besitzen:

Und mit Iamgold (IAG) ein Nachzügler, der nun ganz faszinierend an einer seit 2 Jahren bestehenden Widerstandszone hängt:

17:00 MEZ

So liebe Mitglieder, es ist Zeit für Captains Holiday 😀

Trumps Press Conference hat nach allem was ich sehe immer noch keine bestätigte Uhrzeit, der Markt korrigiert aber schon leicht aus Vorsicht. 2PM ET, also 20 Uhr MEZ - ist aber ein sinnvolles, umlaufendes Gerücht.

Wie das ausgeht weiss ich nicht, Dinge um die sich der Markt im Vorfeld sorgt, sind aber selten der Grund für echte Einbrüche. Und auch hier darf man nie vergessen, dass Trump vor allem eine Wahl gewinnen will, viel Rhetorik gibt es also bestimmt, aber etwas Substantielles? Wir werden sehen.

Wie sie die kommenden 2 Wochen ohne mich aus meiner Warte angehen sollten, habe ich ihnen oben ausführlich geschrieben. Wenn sie auch ein wenig Ferien machen wollen, schadet es sicher nicht, hier und da mal bei einer überdehnten Momentum-Aktie Teilgewinne zu vollziehen. Ich habe mein Risiko und Exposure für die Ferien etwas reduziert, bin aber immer noch Long mit abgestuften Sicherungs-Niveaus nach unten.

Und so kann ich nun ganz entspannt auf "Risa" Urlaub machen und Bücher lesen, wobei wenn mich dann "Vash" davon abhält, werde ich der Versuchung des Abenteuers wohl nicht widerstehen können. 😉

Morgen Abend werde ich mit meinem Sohn wieder vor dem Fernseher sitzen um zu schauen, ob es Falcon & Dragon dieses Mal ins Weltall schaffen und das Wetter mitspielt.

In diesem Sinne machen sie es gut, halten sie die Ohren steif, im Forum bin ich immer mal wieder aktiv.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 03.09.19



16:05 MEZ - ZH3

So liebe Mitglieder, da ist er, der erste Stream des Herbst. Etwas später als sonst, aber wie gesagt, alles etwas langsam bei mir diese Woche. 🙂

Mir geht es übrigens wieder ein bischen besser als gestern, immer schön Schritt für Schritt aufwärts.

Der Markt nach Labor Day hat einen negativen Ton und will wohl wieder den unteren Rand der Range anlaufen. Das war schon gestern im Laufe des Tages zu ahnen, als Nachrichten kamen, dass es immer noch keinen rechten Verhandlungstermin mit China gibt.

Ich glaube allerdings, dass der Markt problemlos einen anderen Grund gefunden hätte, von der oberen Grenze nach unten zu laufen, wenn er diesen nicht gefunden hätte. 😀

Auch die ökonomischen Daten heute (ISM) waren nicht so dolle und tragen zur initalen Schwäche bei.

Wirklich etwas Sagen und Schlussfolgerungen ziehen, kann man heute aber frühestens am Handelsschluss, wenn man sieht, was die Schwergewichte im Laufe des Handels getan haben.

16:20 MEZ - ZH3

Richtig eingebrochen in den letzten Tagen ist der Euro. Das liegt an hohen Erwartungen an ein neues Quantitative Easing (QE) der EZB bei Draghis Abschiedssitzung:

Erst heute besteht die Chance auf eine Gegenbewegung, ob die trägt halte ich aber für fraglich.

Die Erwartungen sind deshalb berechtigt, weil die Machtverhältnisse im Rat eindeutig zu Gunsten der Tauben ist. -> Hier von Pictet <- wurde das schön übersichtlich dargestellt:

16:30 MEZ

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass heute jemand aus China - ich meine es war der Chef der chinesischen Handelskammer oder etwas Ähnliches - indirekt zugegeben hat, dass China im Frühjahr den eigentlich schon weitgehend abgeschlossenen Deal in die Luft geblasen, also wieder aufgeschnürt hat. Sie erinnern sich sicher an diese plötzliche Eskalation im Mai.

Verzeihen Sie mir, dass ich gerade die Quelle nicht mehr finde - wie gesagt bin etwas langsam im Moment 😉 - es war aber ein der "klassischen" Quellen also Bloomberg, Reuters etc.

Dass Trump da so wütend mit Zolldrohungen reagiert hat, war also keine Schau, sondern hatte Fundament. Nicht Trumo war das erratisch, die Chinesen haben den Verhandlungsstand aufgekündigt.

16:45 MEZ - ZH5

Zitat aus -> diesem Artikel <-:

Dramatisches Fazit einer neuen Studie des renommierten United States Studies Centre der australischen Universität Sydney: China ist mittlerweile militärisch so stark, dass Peking die Amerikaner und ihre dortigen Verbündeten wie Australien oder Südkorea im indopazifischen Raum in kurzer Zeit überrollen könnte.

Dies wiederum kann sich auch auf die Nato auswirken, die den Amerikanern in Asien militärisch beistehen müssten. „Die Chinesen werden immer imperialistischer“, kommentierte ein EU-Spitzendiplomat am Montag die neuen Entwicklungen.

Auch die Nato ist alarmiert. Nachdem das Bündnis das Thema China ein wenig verschlafen hatte, arbeiten die Militärexperten nun mit Hochdruck an einer strategischen Antwort auf die neuen militärischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.

Man kann dazu stehen, wie man will. Man kann es für wahr, aber auch für Propaganda des militärisch-industriellen Komplexes halten, der Aufträge und Einfluss begehrt. Die Wahrheit ist wohl in der Mitte, es ist einerseits wahr, dass China massiv aufrüstet und auch die amerikanischen Interessen im Pazifik damit bedroht, es ist aber auch wahr, dass jede Organisation - auch die NATO - ein positives Interesse an allen Nachrichten hat, die die eigene Existenz besonders notwendig machen. Bei jeder Behörde ist das auch so.

Als Anleger kann uns das egal sein, weil egal was der Grund ist, die Richtung ist eindeutig. Der ganze Aeropspace&Defense Sektor läuft auch seit Wochen wieder und scheint seine 2-jährige Konsolidierungsphase eindeutig hinter sich zu haben:

17:10 MEZ - ZH3

Aus dem Sektor weiter sehr stark und vor allem auch kaum beeinflusst von "Liebe-Drama-Wahnsinn" im August ist die isrealische Elbit Systems (ESLT):

17:20 MEZ - ZH3 - ZH4

Wenn man sich Gold im Chart anschaut, schreit das ja nach einer Pause bzw Konsolidierung. Ich habe darüber geschrieben.

Wenn man sich so einige Charts von Minen anschaut, sagen die aber durchaus: Da geht noch was!

Hier sind zwei Beispiele:

Und eine ganze Reihe der sehr starken Werte, scheint einfach eine kurze Konsolidierung hinter sich zu haben und weiter nach oben zu streben. Zwei weitere Beispiele:

17:30 MEZ - ZH3 - ZH5

Deutliche relative Stärke der Chip-Schaufelaktie Lam Research (LRCX) im August. Erstens gegenüber dem Mitbewerb (AMAT), zweitens gegenüber dem Markt:

17:40 MEZ - ZH5

Kann es wirklich sein, dass die jahrelang so träge und richtungslose GlaxoSmithKline (GSK), nun endlich mal richtig und durchschlagend nach oben in Bewegung gerät?

Eine -> Flucht vor Draghi Aktie <- ist es eindeutig, es ist so eine Aktie, die sich zögerliche Neueinsteiger in den Aktienmarkt auf Suche nach der letzten Rendite, dann zutrauen dürften mal auch ins Depot zu legen.

Über Jahre, sah die langfristige Struktur nicht mehr so überzeugend aus wie jetzt. Bisher endete es immer mit Enttäuschungen, wenn Hoffnung auf mehr als die Dividende aufkam. Ich bin mal gespannt:

17:55 MEZ - ZH1

So ... das reicht auch schon für den Anfang, ich merke wie ich beim Schreiben, im Sitzen!!, ins Schwitzen komme, weil es anstrengt. So muss es sich wohl anfühlen 90 zu sein. 😉

Aber wie gesagt, mir gehts besser als gestern und morgen wird es noch besser sein, alles wird gut.

Der Markt weiss nicht so recht und das ist verständlich:

Ich rate zu Gelassenheit und dazu abzuwarten, was am Handelsende passiert. Grundsätzlich ist auch ein sehr schwacher ISM kein Grund von fallenden Kursen auszugehen, siehe -> dieser Tweet von Sentimentrader <-:

"The ISM Manufacturing survey showed contraction for the first time in years, suggestion a recession ahead."
This has happened 9 other times since 1948. The S&P 500's one-year return averaged +12.0% and was positive 8 times, with risk of -4.7% compared to reward of +12.7%.

Das Problem das die Bären haben, ist die FED. Denn genau weil der ISM war, wie er war, steigt die Wahrscheinlichkeit einer starken Zinssenkung und genau das mag der Markt.

Nun kann man argumentieren, dass der ganze Markt aufgeblasen ist und nur noch durch die Geldpolitik der Notenbanken zusammengehalten wird. Vielleicht ist das auch so.

Aber was folgt daraus füs uns? Gar nichts! Denn die FED ist auch morgen noch da und warum sollte sie ihr Verhalten morgen ändern?

Das irgendwann mal das Armageddon kommt, ist kein Faktor, der heute Einfluß auf unser Anlageverhalten haben darf. Nur Idioten gehen heute nicht zur Tür heraus, weil sie irgendwann in vielen Jahren da mal von einem Auto angefahren werden.

Ich wünsche einen schönen Abend, bis Morgen in besserer Frisch meinerseits.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 03.07.18



16:05 MEZ

Der Markt verhält sich wie erwartet und eröffnet leicht positiv. Nun sieht es nach dem üblichen Gapfill zum Start aus:

Viel sollten wir in diesen verkürzten Handelstag nicht hinein interpretieren. Vielleicht gibt es noch ein paar gute Trades, aber Gründe grundlegende Investment-Entscheidungen zu treffen, kann ich nicht sehen.

16:15 MEZ

Nette Konsolidierung bei Twitter (TWTR)

16:25 MEZ

Wer es immer noch nicht lassen kann mit den Gold- und Silberminen 😉 - Iamgold (IAG) sieht mal wieder taktisch ganz gut aus:

Die von "Munstermac" hier mal eingeführte Fortuna Silver Mines (FSM) übrigens auch:

16:55 MEZ

Kraft Heinz (KHC) könnte in seinem Rebound übrigens auch eine Flagge sein, hier würde ich - wenn noch nicht drin - aber noch etwas abwarten, ganz klar ist das nicht:

17:05 MEZ

Sie erinnern sich an den -> ROKU Trade vom 11.06. <- ?

Nun sieht das so aus und riecht nach erfolgreichem Retest:

17:30 MEZ

Also man kann jetzt schon sagen, dass es keinen Grund gibt, hier zwingend bis 19 Uhr dabei zu sein, das plätschert nun fröhlich vor sich hin:

Was der Markt aber in meinen Augen macht ist immer deutlicher die Grundlage für so eine Bewegung über 2.740 hinweg zu legen. Das sieht nun recht gut für Donnerstag aus, wenn Trump nicht wieder wild twittert:

17:58 MEZ

Ein verrücktes, hier noch nicht besprochenes Ding, das Sie sich bei Gelegenheit mal anschauen können wenn Sie wollen, ist Century Link (CTL), ein Telecom-Service-Provider aus den US.

Verrückt daran ist, dass es mit einem Yield von 11,6% das Unternehmen im S&P500 mit der höchsten Dividenden-Rendite ist. Ja, es stimmt, es sind über 11% und das ist keine Einmalzahlung!

Es gibt aber natürlich auch einen Haken, das Unternehmen ist durch die Übernahme von Level 3 Communications hoch verschuldet, Finviz weist ein Debt/Equity Verhältnis von 1,6 aus.

Das muss uns aber alles nicht interessieren, denn zumindest ich bin nicht an einem Investment interessiert. Es sei nur als Anekdote erwähnt.

Aber die Chartstruktur, die sieht auch interessant aus, das könnte nun was in Bewegung geraten, oder auch nicht:

Mein Rat: mal im Augen behalten, weil lustiges Ding. Aber erst handeln, wenn Ausbruch in Gang kommt, das sieht mir noch zu unklar aus, ob es nicht doch nach unten weggeht.

18:15 MEZ

Der Markt dreht nun ins Negative und es gibt ein paar Abgaben vor dem Feiertag, das bewegt sich aber noch im Bereich unter 0,1%, also bisher nicht der Rede wert, selbst wenn es ein wenig mehr wird.

Morgen sind wir ohne Wallstreet und wir wissen ja, dass der Markt in Deutschland da wenig zu bieten hat. Einen Stream gibt es mangels Wallstreet dann nicht, ich werde aber neben dem Morgenbericht gegen 17 Uhr vor Handelsschluss in Deutschland noch ein ganz kurzes Lebenszeichen geben und kommentieren, falls es was zu kommentieren gibt.

Ansonsten sollten wir von einem morgigen, eher entspannten Börsentag ausgehen.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Der letzte Stolperstein



Guten Morgen!

Mit der heutigen EZB kommte der letzte, vor dem Jahresende mit festem Termin absehbare Stolperstein für die Märkte auf den Radar. In der kommenden Woche verbleibt dann nur der Abschluss der US Steuerreform, bei der es aber ganz gut aussieht. Die FAZ hat hier -> einen lesenswerten Überblick <-, ein Konsens scheint gefunden, es verbleiben nur Restrisiken bei der Abstimmung.

Was die EZB angeht habe ich schon gesagt, dass ich vom heutigen Tag eher wenig erwarte, obwohl in Anbetracht der anziehenden Konjunktur in Europa, die in Deutschland in der Phase der Überhitzung ist, ein schnelleres Ende des Stimulus nun wahrlich angesagt wäre. Diese Erwartung hat natürlich mit der Person Draghi und seinen Motivationen zu tun und auch mit dem Wissen, dass der EZB Rat von den Vertretern der Länder dominiert wird, die von Niedrigzinsen gar nicht genug bekommen können. Aber vielleicht geschehen ja Zeichen und Wunder und es gibt doch einen Ruck im Gremium, der Verzerrung der Zinsen ein schnelleres Ende zu machen, alleine mir fehlt der Glaube.

Sollten diese Zeichen und Wunder aber passieren, werden Euro und DAX das machen, was Sie aus Gründen des schwächeren Dollars nach der FED schon gestern begonnen haben - der Euro wird steigen und DAX und MDAX fallen.

Insofern ist die EZB Sitzung heute objektiv riskanter als die FED Sitzung gestern. Erstens ist die Unsicherheit etwas höher, so klar wie bei der FED ist das Geschehen heute nicht vorher zu sehen. Und Zweitens besteht das Überraschungspotential wohl nach unten, falls die EZB wider Erwarten doch falkenhafte Zuckungen entwickelt.

Ich melde mich während Draghis Pressekonferenz gegen 15:30 Uhr mit einem Kommentar zur EZB und den Marktreaktionen, danach bin ich heute für den Rest des Tages weg, weil ich mit meinem Sohn einem alternden Jedi dabei zuschaue, wie er sich noch einmal aufrafft, bevor er vermutlich wohl in Ehren abtreten darf.

Hier noch ein schneller Blick auf den DAX, wir sehen dass gar nichts passiert ist, der DAX bröselt leicht innerhalb der Range und falls Draghi heute nicht mit einer Überraschung aufwartet, wird die morgige OpEx wohl dafür sorgen, dass der DAX da auch noch morgen unter 13.200 herum eiert, ohne Fahrt aufzunehmen:

Wir sehen, dass der DAX nun genau auf die 50-Tage-Linie gebröselt ist, mit etwas Glück und Draghis Unterstützung, könnte das heute Nachmittag ein nettes Sprungbrett sein.

Wenn ich die gestrige Stärke bei Gold und Silber betrachte, sehe ich noch nicht viel, was der Worte wert wäre, denn diese ist Folge des Dollarkurses. Und auch wenn ich mir diverse Aktien der Minengesellschaften anschaue, sehe ich da nur wenig, was von der Struktur her halbwegs einladend aussehen würde.

Solche Strukturen wie bei Hecla Mining (HL) sind es übrigens nicht. Das ist erst mal weiter ein fallendes Messer und hier gibt es nichts, was eine Wendestruktur schon anbietet. Hecla hat sich sehr lange sehr gut gehalten und eine durchaus aussichtsreiche Struktur ausgebildet, dann kam der harte Bruch nach unten. Die Nachrichten die das ausgelöst haben sind bekannt, für diese Diskussion aber irrelevant, entscheidend ist auf der mittelfristigen Zeitebene der Bruch. Und dieses Chart zeigt uns wieder, warum wir solche Brüche respektieren müssen:

Ganz typisch für uns Affenhirne ist bei Aktien die man lange verfolgt hat und in die man emotionale Energie gesteckt hat, dass man dann nicht loslassen kann. Genau da schlägt dann die Droge Hopium zu und man fängt an sich einzureden, dass so eine solide Aktie doch schon bald wieder steigt und man beginnt in jede kleine Zuckung gleich die grosse Wende herein zu interpretieren.

Irgendwann wird auch Hecla wieder drehen, vielleicht auch plötzlich, weil es beim Absturz letztlich ganz dediziert um konkrete Probleme in konkreten Minen geht. Der Punkt hier ist aber: davon ist im Chart noch nichts zu sehen und deswegen ist Hecla derzeit auf der mittelfristigen Zeitebene weiter zu ignorieren.

Traden kann man natürlich jeden Titel und dass Hecla hier eine Gegenbewegung zeigt, ist aus mehreren Gründen naheliegend. Aber für mehr als eine Gegenbewegung, gibt es auf der mittelfristigen Zeitebene derzeit keine objektive Indikation und unser Hopium sollten wir nicht zum Masstab unseres Handelns machen. Das kann sich natürlich ändern, aber aktuell ist es das, was uns im Chart anschaut.

Wenn wir im Sektor aktuell überhaupt brauchbare mittel- und langfristige Strukturen haben, dann derzeit bei den "Streamer", so zum Beispiel bei der alten Silver Wheaton, die nun Wheaton Precious Metals (WPM) heisst. Das ist zwar auch noch nicht berauschend, aber doch eine akzeptable Ausgangslage:

Aber auch die beiden Goldstreamer Franco Nevada (FNV) und Royal Gold (RGLD) sehen ganz brauchbar aus, weil sie durch ihre langfristigen Verträge nicht so von den Schwankungen des Goldpreises abhängig sind:

Ganz brauchbar ist bei den echten Minern auch noch Iamgold (IAG):

Danach wird es aber schon dünn. Ganz grundsätzlich sehe ich keinen vernünftigen Grund, sich aktuell zu sehr mit dem Sektor zu beschäftigen, es gibt viel aussichtsreichere Szenarien.

Ausserdem hat die lange Goldhausse des letzten Jahrzehnts bei einigen wohl einen unguten Bias erzeugt und vergessen lassen, dass Gold langfristig keinen Mehrwert generiert, sondern nur den Wert erhält. Letzteres ist für ein Alternativgeld schon eine Menge wert, es bedeutet aber für die Minenaktien dass sie langfristig zyklisch schwanken, aber keinen wirklich Fortschritt generieren, wie es produktive Unternehmen können, die sich von der Garage zum Weltunternehmen aufschwingen können.

Schauen wir doch mal auf unseren fundamentalen Favoriten bei den "Majors", Newmont Mining (NEM). Tradingview hat lange historische Daten und hier ist NEM seit 1969. Ich denke Sie sehen meinen Punkt, kein Fortschritt, reine Zyklizität:

Also, falls da noch welche unter den Mitgliedern sind, die gedanklich noch nicht von der abgelaufenen Goldhausse lassen können - diese ist vorbei. Ob sie wiederkommt ist völlig offen. Aber selbst wenn sie wiederkommt, ist bei den Minen langfristig nicht viel zu holen als Investment, das sind Zykliker wie andere Rohstoffwerte auch.

"Viel zu holen" ist dagegen bei wachsenden Unternehmen die Werte schaffen, die Charts solcher Beispiele lege ich jetzt besser nicht über dieses Chart von NEM darüber, es wäre zu peinlich für die Gold-Majors.

Behalten wir also Gold und Silber weiter physisch als Notgeld, interessieren wir uns auch taktisch für die Minen, wenn der Sektor mal wieder in Bewegung gerät, aber fokussieren wir als Investoren unsere Energie auf das, was wirklich wächst und gedeiht.

Zum Thema UK Aktien zum Abschluss noch ein Blick auf den grössten europäischen Rüstungskonzern BAE Systems. Der sitzt im Londoner Chart nun auf einer langfristigen Trendlinie, die aus 2012 datiert, auch das ist mal wieder einen aufmerksamen Blick wert:

Natürlich leidet BAE unter dem Brexit und unter Annahmen, bei europäischen Rüstungsvergaben nun schlechtere Karten zu haben. Ich sehe das eher nicht so kritisch, Europas Rüstungsindustrie ist zu klein und zu zersplittert, um alles selber zu können und ein Interesse daran, dass die zweite europäische Atommacht Teil einer Verteidigungskooperation bleibt, werden die Staaten Europas auch haben, wenn sie nicht völlig mit dem Klammerbeutel gepudert sind.

Deutschland und Europa wird entgegen anders lautender Legenden eben nicht am Hindukusch und nicht in Mali verteidigt, sondern hier vor Ort, wo Europas Bürger leben.

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Von Opportunismus und Handelssetups

Heute teile ich mit Ihnen im freien Bereich einen Artikel, den ich am 09.02.17 für den Premium Bereich geschrieben habe.

Es geht darin um etwas sehr Grundsätzliches und sehr Wichtiges, die Trennung opportunistischen Handelns von langfristigen Investmentgedanken.

Und darum, wie absolut entscheidend gnadenloser, chancenorientierte Opportunismus für die ist, die als Trader mit Markttiming einen Gewinn erzielen wollen.

Was wir glauben und wünschen ist dabei völlig egal, alleine was der Preis uns sagt zählt. Die Wahrheit des Traders liegt eben auf dem Platz (im Chart).

Ich bin sicher, die Mehrheit von Ihnen, die Sie das hier nun lesen, verstösst gegen diese klare Trennung von Investment und opportunistischem Handeln. Um so wichtiger ist, sich das bewusst zu machen!

Ich wünsche gute Erkenntnisse!

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Wir haben in den letzten Wochen im Premium Bereich einiges über Investments besprochen. Heute möchte ich den Blick mal wieder auf den kurz- und mittelfristigen, opportunistischen Handel richten.

Voraus schicken möchte ich aber erneut eine Warnung, diese beiden Dinge nicht miteinander zu vermischen!

Ich weiss, diese Warnung wird trotzdem teilweise unverstanden verhallen, denn wenn ich die Argumentation vieler Anleger "da draussen" in Foren lese, warum sie gerade jetzt eine Aktie kaufen oder verkaufen wollen, ist es zu oft eine wirre und intellektuell gruselige Mischung von langfristigem, fundamentalen "Hopium", verbunden mit dem kurzfristigen aber fehlgeleiteten Versuch, den Markt durch Herumraten zu Timen.

Das Irre dabei ist, diese Anleger fühlen sich dabei subjektiv auch noch als "Investoren", während sie in Gedanken permanent herum rätseln, ob der Kurs nun Morgen hoch oder runter geht. "Trader", die opportunistisch einen Edge identifizieren, sind sie aber auch nicht, eher Schafe, die von Angst und Gier getrieben dem Markt hinterher laufen. "Investoren", sind sie aber auch nicht, denn das bedeutet fachlich weit mehr, als sich von Hopium erfüllt eine schöne Zukunft auszumalen oder ein paar Indikatoren der Vergangenheit wie KGV und KBV abzulesen. Letzteres war ja in den letzten Wochen klar Thema hier.

Faktisch ist es so, dass eine Aktie problemlos ein gutes langfristiges Investment sein kann und trotzdem kurzfristig ein klarer, taktischer Short. Oder eine Aktie kann gute Chancen auf schnelle 20% Gewinn bieten, gleichzeitig sich aber auf einem endlosen "tiefer geht immer" Pfad in den Orkus befinden, der zuverlässig mit der Insolvenz enden wird. Werfen wir kurz- und mittelfristige Handelserwägungen also auf keinen Fall gedanklich mit Investmentfragen in einen Topf. Die beiden Dinge haben *nichts* miteinander zu tun. Nichts! Punkt!

Wer einen klaren Kopf hat, dem sollte klar sein, dass mit diesem gedanklichen Wirrwarr kein Blumentopf abseits von Zufallserfolgen zu gewinnen ist. Und ich kenne auch keinen der so agierenden Anleger, der wirklich am Markt Erfolg hat, weder als Trader noch als Investor.

Nein, wenn wir handeln, müssen wir wissen *warum* wir handeln, auf welcher *Zeitebene* wir agieren und *wo* unser Vorteil (Edge) konkret gegenüber dem Markt liegt. Denn der Markt ist klug und hat alles was man auf einfache Art und Weise wissen kann, sowieso schon in den Kursen eingebacken, so dass sich kein leichter Edge ergeben kann.

Was es bedeutet wirklich Investor zu sein, darüber habe ich zuletzt geschrieben. Heute geht es darum, was es bedeutet ein Trader zu sein, der auf einen Differenzgewinn aus ist.

Und dabei steht ein Wort im Mittelpunkt: Opportunismus. Purer, gnadenloser Opportunismus, der die harte Wahrheit der Kurse, nicht mit Hoffnungen und Überzeugungen vermischt.

Und in diesem Stil will ich Ihnen heute beispielhaft zwei typische Situationen zeigen, die taktisch oft aussichtsreich sind. Nicht weil uns die Unternehmen interessieren und auch nicht, weil wir zu deren fundamentaler Entwicklung eine Meinung haben, sondern alleine aus der Price-Action abgeleitet, die durch bestimmte Muster mit Tendenz in eine bestimmte Richtung weist:

Flaggenstruktur am Beispiel Tesla (TSLA):

Der Klassiker ist die gegenläufige Flagge im bestehenden Trend. Damit diese ideal ist, muss das Abwärtsvolumen in der Flagge abflauen und dann mit dem Ausbruch nach oben wieder ansteigen. Gerne gibt es am Ende von Flaggen auch einen Fakeout in die Gegenrichtung, trotzdem generiert eine lange genug gelaufene Flagge oft einen guten Einstiegspunkt - wie hier bei Tesla:

Wie weit jetzt der aktuelle Schub geht, kann ich Ihnen nicht sagen, wenn man drin ist, kann man mit "Trailing Stops" arbeiten. Und man kann mit dem "Prinzip des measured Moves" ein grobes Gefühl für das Bewegungspotential entwickeln. Diese Themen wurden alle ausführlich hier im Premium Bereich behandelt.

Weiterlesen ...

Fortgesetztes Geschiebe



Guten Abend!

Ich fasse mich heute Abend kürzer, denn in den Indizes geht das Geschiebe weiter. Morgen ist der letzte Handelstag des September und damit auch des ganzen Quartals. Es spricht wenig dafür, dass sich morgen am Bild viel ändert.

Schauen wir direkt auf wenige, einzelne Opportunitäten.

Spannend geht es nun bei Tesla (TSLA) zu. Warum sagt Ihnen schnell das Chart:

Wir sehen, die Aufwärtstrendlinie ist gebrochen oder droht zu brechen, denn man kann die Linie auch so zeichnen wie ich das getan habe. Aber wo auch immer die Linie ist, es wirkt so, als ob Tesla wegkippt. Was ist da los?

Nun die Furcht vor -> Dysons Elektroauto <- kann es eher nicht sein, ich habe eine ganze starke Vermutung.

Denn in der kommenden Woche sollen Produktionszahlen zum Model 3 kommen. Und das ist *****DIE***** Nachricht von Tesla. Davon hängt wirklich alles ab.

Wenn Tesla den Sprung zum Massenproduzenten schafft, dann ist die Aktie aktuell *viel zu billig*! Sie haben richtig gehört, viel zu billig! Wenn also richtig gute Produktionsdaten kommen, die glaubhaft machen, dass Tesla den Produktionsanlauf gestemmt bekommt, dann werden wir den Kurs zur Decke durchschiessen sehen. Wenn da aber Probleme erkennbar werden und Tesla den Produktionsanlauf scheinbar nicht gestemmt bekommt, dann ist noch ganz viel Luft nach unten.

Dieser Frage, der Produktionsanlauf des Model 3, entscheidet faktisch über die Zukunft des Unternehmens. Wenn Tesla zum Massenhersteller geworden ist, sind sie nicht mehr aufzuhalten. Noch können sie es aber verbocken und die Massenproduktion des Model 3 ist der entscheidende Schritt.

Ausnahmsweise gebe ich hier mal nicht so viel auf die Markttechnik, wobei ganz abschreiben darf man sie nicht, denn wir wissen nicht, wer hier alles schon etwas weiss und Tesla ist ja vom Markt extrem gut beobachtet. Aber wir bekommen nächste Woche hier wohl ein Event, das die Aktie massiv in Bewegung setzen wird. Darüber sollten wir uns im Klaren sein. Zur Positionierung nach oben oder unten, sollte sich jeder selber befragen, das ist ja bei einigen zur Glaubensfrage geworden.

Impinj (PI) scheint zum Gapfill anzusetzen, zumindest ist die Trading-Chance da:

Bei den Goldminen scheint Iamgold (IAG) trotz der Schwäche des Edelmetalls weiter relative Stärke zu zeigen und dreht von der Trendlinie weg nach oben:

Die uns allen gut bekannte Interactive Brokers (IBKR), zeigt eine extrem starke Performance und nähert sich den Hochs. Kurzes Retracement wahrscheinlich, dann aber Ausbruchsschance:

Um eine Pleite unserer Depotbank, müssen wir uns also derzeit keine Sorgen machen - der Vorteil der Transparenz eines börsennotierten Unternehmens.

Wie das aber auch ablaufen kann, können wir bei der hier wohlbekannten und oft besprochenen Abbott Labs (ABT) bewundern. Für neue Mitglieder, das ist neben Thermo Fisher Scientific (TMO) eine meiner Investment-Favoriten im Healthcare/Biotech-Segment - Stichwort Schaufeln für den Boom verkaufen - eine Aktie, bei der ich bei Schwäche gelassen nachkaufe - 2016 hat es sich mal wieder gelohnt:

Die hier auch schon bekannte, kleine Simulation Plus (SLP) setzt sich aus einem schönen, bullischen Dreieck gerade nach oben in Bewegung:

Cameco (CCJ) leistet sich weiter einen absolut nervenaufreibenden Kriechgang an der Trendlinie. Wenn das Ding mal in Bewegung kommt .... wenn ....

Und wer gerne Trendwechsel handelt, kann nun bei Opko Health (OPK) mal hinschauen:

Wir sehen scheinbar einen finalen Ausverkauf Mitte September unter sehr hohem Volumen, der wahrscheinlich das Ende des Abwärtstrends markierte. Seit dem geht es unter erhöhtem Volumen hoch, das sieht nicht schlecht aus.

So weit für heute. Bis Morgen!

Ihr Hari

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US Markt zerrt



Nun ist die Wallstreet auch wieder am Werkeln und sie zieht den nach oben strebenden DAX heute wieder nach unten.

Wir können das schön im Chart beobachten, der DAX nahm zunächst klar den erwarteten Weg nach oben, wurde dann aber mit dem ersten Abwärtsschwung der Wallstreet auch endgültig nach unten gezerrt:

Der Grundtenor bleibt aber bestehen, ich habe den Eindruck als ob die Zeit der Unterperformance des DAX vorbei ist - einer schwachen Wallstreet kann er sich natürlich als "Schwanz" des "Hundes" trotzdem nicht entziehen.

Die US Börsen müssen heute offensichtlich erst mal den Kim-Trade ausschwitzen, etwas was die europäischen Märkte ja schon getan haben. Und Nachrichten von einer sich zum Startplatz bewegenden ICBM, sind auch nicht wirklich beruhigend und werden uns wohl die kommenden Tage begleiten.

Trotzdem, auch ohne Kim war der US-Markt sowieso für einen leichten Dip gut, besonders gut war das im NASDAQ zu sehen, wie heute früh schon gezeigt. Hier scheint ein Gapfill auf der Tagesordnung zu stehen, ob es aber darüber hinaus nach unten geht, würde ich nicht beschwören wollen:

Gold und Silber schaden diese latente Sorgen natürlich nicht und die Minen haben in Form ihrer ETFs nun veritable Ausbrüche hingelegt - ein schöner Trade der für uns ja auch nicht ganz überraschend kommt. 😉

Ich erinnere in dem Zusammenhang auch noch einmal an den Iamgold (IAG) - Trade, den ich Ihnen im Urlaubsmodus zum Beispiel am 21.08. in -> US Charts <- gezeigt hatte.

Aus einem kleinen "Herauslugen" der Aktie wurde nun das, nicht so schlecht: 🙂

Wenn wir uns weitere Charts aus diesem Artikel vom 21.08. anschauen, finden wir auch interessante Entwicklungen.

So hat Sucampo Pharmaceuticals (SCMP) tatsächlich zum Ausbruch angesetzt:

Und der Solarsektor ETF TAN hat erfreulicherweise die angedeutete SKS *nicht* bestätigt und konsolidiert seitwärts, was im weiteren Verlauf als bullisch zu werten ist:

Ansonsten gefällt mir das Chart von Universal Display (OLED), was die machen ergibt sich aus dem Kürzel und korreliert direkt mit dem Hype um Apples neues iPhone mit OLED-Display:

Und Tesla (TSLA)? Diese Aktie die permanent von den tausend Weisen aus dem Morgenland nach unten geschrieben wird, weil sie wie eine Hummel sowieso nicht fliegen kann?

Die bleibt recht stabil und bildet nun ein zulaufendes Dreieck. In einem Aufwärtstrend weist so etwas eher nach oben, aber das kann nicht sein, weil ja unzählige, fundamentale Argumente dem entgegen stehen. 😉

Alles in allem haben wir also trotz des Minus der Wallstreet immer noch eine recht konstruktive Price-Action, vor allem wenn man die vor dem Hintergrund verschobener Wasserstoffbomben und Warnungen vor Weltkatastrophen (Putin) betrachtet. Das kann sich natürlich änderen, wenn der Abwärtsdruck nun Fahrt aufnimmt, in den letzten Monaten hat es sich aber nicht gelohnt, darauf zu wetten.

Passend dazu hat auch die gestern in den -> interessante Euro-Aktien <- gezeigte Merck KGaA heute "dienstbeflissen" nach oben gedreht, so wie das befohlen wurde. 😉 Ursache waren Gerüchte um die -> Abspaltung des Pharma-Sektors mit den rezeptfreien Medikamenten <-, aber was interessieren uns Gründe, Hauptsache die Aktien machen was wir wollen. 😉

Bleiben wir also gelassen, wohl wissend wie Majestix, dass uns der Himmel jederzeit auf den Kopf fallen kann. Dieses zumal der September nicht den besten Ruf hat und eine grössere Korrektur immer noch aussteht.

Das sollte uns aber nicht vom Leben, Tanzen und Chancen ergreifen abhalten, wir haben nämlich nur das Eine und jeder Tag ist endgültig vorbei und vergangen.

Ihr Hari

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US Charts



Morgen kommt wahrscheinlich kein Artikel, da ich über Tag unterwegs bin. Dafür heute mal wieder ein paar kurz kommentierte Charts, dieses Mal aus US Sicht.

An der grundlegenden Lage hat sich nichts geändert, der heutige Montag schreibt das Ende der letzten Woche fort. Dass trotz des negativen Sentiments kein BTFD mehr zusammen kommt, ist eine Erwähnung wert - dieser Markt ist angeschlagen, aber noch nicht niedergeschlagen.

Am Wochenende ist dann mal wieder -> Notenbankertagung in Jackson Hole <-, vielleicht geht daraus ja ein Katalysator hervor. Klar ist, dass Draghi ein Euro nicht schmecken dürfte, der sich nun über 1,15 zum Dollar etabliert hat und eher Gefahr läuft, weiter zu steigen.

Schaut man auf das Chart von EURUSD muss man sich fragen, ob hier die avisierte Flagge nicht gerade schon nach oben aufgelöst wird:

Die Edelmetalle ziehen mit und entsprechend sehen die Charts einiger Einzelwerte nun ganz interessant aus. Schauen Sie mal, die schon erwähnte Iamgold (IAG) "lugt" nun oben raus:

Und der GDX knappert an der oberen Grenze des Kanals, ohne sich aber bisher überzeugend entschieden zu haben:

Bei General Electric (GE) kommt das mehrfach kommunizierte Zugriffsniveau von 24 nun in Reichweite:

Der Energie-Sektor in Form des ETFs XLE hat einen gnadenlosen Fehlausbruch generiert, ich habe die alte Linie in Blau noch einmal eingezeichnet:

Das sah wirklich gut aus und dann so etwas. Da kann man nur den Kopf schütteln und schaudern. Grottig!

Der Solarsektor in Form des ETFs TAN sieht nun auch gefährlich aus. Wenn die blaue Linie fallen sollte, haben wir wohl eine temporäre Topformation mi Potential bis 20, bis zur schwarzen Linie:

IBM stinkt weiter und zwar nach 120:

Interessante Ausbrüche und Momentum-Setups gibt es wenige, aber wenigstens Sucampo Pharmaceuticals (SCMP) hat so einen zu bieten:

Alles in allem ist da aber trotzdem wenig, weswegen man unbedingt im Markt sein muss. Ich kann Ihnen das auch nur wieder raten, laden Sie Ihre Batterien auf und heben Sie Ihr Engagement für die Phasen auf, in denen der Markt etwas zu bieten hat, sei es nach oben oder unten.

Im Moment ist es aber weiter Zeit zum "Fischen gehen" und das werde ich auch tun, genauer gesagt morgen mit meinem Sohn auf den Berg.

Ihr Hari

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Von Opportunismus und Handelssetups



Wir haben in den letzten Wochen einiges über Investments besprochen. Heute möchte ich den Blick mal wieder auf den kurz- und mittelfristigen, opportunistischen Handel richten.

Voraus schicken möchte ich aber erneut eine Warnung, diese beiden Dinge nicht miteinander zu vermischen!

Ich weiss, diese Warnung wird trotzdem teilweise unverstanden verhallen, denn wenn ich die Argumentation vieler Anleger "da draussen" in Foren lese, warum sie gerade jetzt eine Aktie kaufen oder verkaufen wollen, ist es zu oft eine wirre und intellektuell gruselige Mischung von langfristigem, fundamentalen "Hopium", verbunden mit dem kurzfristigen aber fehlgeleiteten Versuch, den Markt durch Herumraten zu Timen.

Das Irre dabei ist, diese Anleger fühlen sich dabei subjektiv auch noch als "Investoren", während sie in Gedanken permanent herum rätseln, ob der Kurs nun Morgen hoch oder runter geht. "Trader", die opportunistisch einen Edge identifizieren, sind sie aber auch nicht, eher Schafe, die von Angst und Gier getrieben dem Markt hinterher laufen. "Investoren", sind sie aber auch nicht, denn das bedeutet fachlich weit mehr, als sich von Hopium erfüllt eine schöne Zukunft auszumalen oder ein paar Indikatoren der Vergangenheit wie KGV und KBV abzulesen. Letzteres war ja in den letzten Wochen klar Thema hier.

Faktisch ist es so, dass eine Aktie problemlos ein gutes langfristiges Investment sein kann und trotzdem kurzfristig ein klarer, taktischer Short. Oder eine Aktie kann gute Chancen auf schnelle 20% Gewinn bieten, gleichzeitig sich aber auf einem endlosen "tiefer geht immer" Pfad in den Orkus befinden, der zuverlässig mit der Insolvenz enden wird. Werfen wir kurz- und mittelfristige Handelserwägungen also auf keinen Fall gedanklich mit Investmentfragen in einen Topf. Die beiden Dinge haben *nichts* miteinander zu tun. Nichts! Punkt!

Wer einen klaren Kopf hat, dem sollte klar sein, dass mit diesem gedanklichen Wirrwarr kein Blumentopf abseits von Zufallserfolgen zu gewinnen ist. Und ich kenne auch keinen der so agierenden Anleger, der wirklich am Markt Erfolg hat, weder als Trader noch als Investor.

Nein, wenn wir handeln, müssen wir wissen *warum* wir handeln, auf welcher *Zeitebene* wir agieren und *wo* unser Vorteil (Edge) konkret gegenüber dem Markt liegt. Denn der Markt ist klug und hat alles was man auf einfache Art und Weise wissen kann, sowieso schon in den Kursen eingebacken, so dass sich kein leichter Edge ergeben kann.

Was es bedeutet wirklich Investor zu sein, darüber habe ich zuletzt geschrieben. Heute geht es darum, was es bedeutet ein Trader zu sein, der auf einen Differenzgewinn aus ist.

Und dabei steht ein Wort im Mittelpunkt: Opportunismus. Purer, gnadenloser Opportunismus, der die harte Wahrheit der Kurse, nicht mit Hoffnungen und Überzeugungen vermischt.

Und in diesem Stil will ich Ihnen heute beispielhaft drei typische Situationen zeigen, die taktisch oft aussichtsreich sind. Nicht weil uns die Unternehmen interessieren und auch nicht, weil wir zu deren fundamentaler Entwicklung eine Meinung haben, sondern alleine aus der Price-Action abgeleitet, die durch bestimmte Muster mit Tendenz in eine bestimmte Richtung weist:

Flaggenstruktur am Beispiel Tesla (TSLA):

Der Klassiker ist die gegenläufige Flagge im bestehenden Trend. Damit diese ideal ist, muss das Abwärtsvolumen in der Flagge abflauen und dann mit dem Ausbruch nach oben wieder ansteigen. Gerne gibt es am Ende von Flaggen auch einen Fakeout in die Gegenrichtung, trotzdem generiert eine lange genug gelaufene Flagge oft einen guten Einstiegspunkt - wie hier bei Tesla:

Wie weit jetzt der aktuelle Schub geht, kann ich Ihnen nicht sagen, wenn man drin ist, kann man mit -> Trailing Stops <- arbeiten. Und man kann mit dem -> Prinzip des measured Moves <- ein grobes Gefühl für das Bewegungspotential entwickeln.

Das trendbestätigende, zulaufende Dreieck am Beispiel Iamgold (IAG)

Wenn sich nach einem ersten Schub, eine Dreiecks-Struktur bildet, die unten von steigenden Tiefs und oben von fallenden Hochs geprägt ist, zeugt das vom Kampf von Bullen und Bären, die sich zeitweilig egalisieren und um die Richtung ringen. Der Kurs schwingt sich sozusagen aus.

Wenn dann gleichzeitig trotz des voran gegangenen Schubs unten die Tiefs langsam steigen und gleichzeitig das Volumen austrocknet, zeugt das davon, dass den Bären jede Kraft fehlt, dem Kurs eine Wende zu geben.

Wenn nun nicht von irgendwoher eine überraschende, die Erwartungen verändernde Nachricht kommt, ist am Ende des Dreiecks die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der Aufwärtstrend wieder Bahn bricht und das dann besonders aggressiv, weil er wieder Kraft schöpfen konnte. Bestätigend darf man dann ein im Ausbruch stark steigendes Volumen werten:

Der plötzliche Trendbruch am Beispiel Cameco (CCJ)

Trendlinien sind oft subjektiv, aber je mehr Schnittpunkte mit dem Kurs sie haben, desto bedeutender und "realer" werden sie. Wenn wir einen stabilen Abwärtstrend haben mit vielen Aufliegepunkten der Trendlinie und wenn diese Abwärtstrendlinie mit Volumen und Karacho plötzlich nach oben gebrochen wird, dann lohnt es sich sehr oft dieser Richtung zu folgen, da kommt dann weit öfter noch mehr nach, als das Gegenteil:

In diesem Stil gibt es unzählige Muster, auf die man sich spezialisieren könnte. Beliebt bei mir ist auch die grosse, langfristige Basis (Bodenbildung) aus der ein Ausbruch erfolgt oder bekannte Muster wie SKS oder Cup´n Handle. Letztich ist aber weniger wichtig *welches* Muster Sie wählen, als dass Sie sich *überhaupt* ernsthaft fokussieren und so ein Muster dann auch mal im Detail trainieren.

Mein Rat, wenn Sie ernsthaft handeln wollen: Konzentrieren Sie sich zunächst auf eine bis maximal 3 derartige Strukturen, die Ihnen persönlich zusagen und mit denen Sie emotional gut klar kommen. Dann scannen Sie den Markt gezielt nach solchen Setups, die in ihr neues Beuteschema passen, überlegen sich eine Absicherungsstrategie dafür und dann beginnen sie diese zu Handeln.

Perfekter Erfolg wird sich auch mit guten Setups nicht sofort einstellen, weil viel hat auch mit der "Execution" also der Ausführung im Detail zu tun. Das müssen Sie aber als einen inkrementellen Verbesserungsprozess verstehen und auch so agieren und das können Sie auch nicht theoretisch lernen, sondern müssen Sie real immer wieder mit echtem Geld erfahren. Trading kann eben nur durch Trading und nicht theoretisch gelernt werden.

Sie analysieren Ihre Trades also *alle* im Nachhinein und stellen sich immer die Frage, ob Sie Ihre Setups und das Risikomanagement adjustieren sollten. Am Ende wird dann eine Taktik stehen, die ihnen einen kleinen statistischen Edge generiert und dieser folgen Sie so lange, bis dieser Edge verschwindet - und das wird er, im reflexiven Markt ist nichts von Ewigkeit.

Konzentrieren Sie sich dabei auf den optimalen Prozess und optimale Entscheidungen und versuchen Sie Freude und Ärger über Gewinn und Verlust auszublenden. Wenn Sie sich auf einen guten Prozess konzentrieren, der zwingend ein gutes Risikomanagement beinhaltet, kommt der Erfolg im Laufe der Zeit statistisch von alleine.

Das ist das "harte Brot" des Traders. Wer aber glaubt ernst zu nehmendes Investieren wäre einfacher und weniger aufwändig, macht sich was vor. Jedwede Methode, die versucht aus dem Markt mehr heraus zu holen, als er von alleine zu geben bereit ist, ist mit Anstrengung verbunden, geschenkt wird einem im Leben eben nichts, auch nicht am Markt.

Was aber in keinem Fall funktioniert, weder als Trader noch als Investor, ist fröhlich als Bienchen ziellos herum zu summen und überall mal zu kosten, was einem gefällt, ohne dabei einer klaren, beschreibbaren Strategie zu folgen.

Ihr Hari

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Alle Augen auf „The Donald“



Es ist schon erstaunlich, wie der Markt weiter impulsarm vor sich hin mäandriert, obwohl das neue Jahr ja begonnen hat und alle sich nun neu positionieren müssten.

Aber ich denke, dafür gibt es einen Grund und das ist wieder mal "The Donald". Denn dessen Amtseinführung rückt näher und näher und die grosse Frage, die alle - wirklich alle im Markt, die 2 und 2 zusammen zählen können - nun umtreibt ist, ob diese Amtseinführung im Sinne der "vollendeten Tatsache" zu verkaufen ist und was Trump denn nun konkret plant, abseits von Twitter-Ausfällen und dunklen Andeutungen.

Nicht nur der Markt fragt sich das, die ganze Welt. Merkel rätselt ebenso, was dieser Mann nun wirklich vor hat, wie Putin, der sich fragen wird, ob er hier wirklich auf die richtige Karte gesetzt hat. Und diese Frage steht nur dann nicht im Raum, wenn die Bindung von Trump zu Putin noch tiefer wäre, als wir ahnen. Was ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann. Dann wäre er schon sehr lange eine Art "Doppelagent", denn "The Donald" und "you are fired" ist ja nun eine Marke, die uns schon seit Jahrzehnten beglückt.

Nein, das ganze Verhalten, auch das Wegwischen jeder ernsthaften Erwägung, ob hier im Namen Putins nicht gefingert wurde, lässt sich ganz leicht aus dem Charakter Trumps erklären und das wird es wohl auch sein. Manchmal braucht es keine doppeldeutigen Erklärungen und die Wahrheit liegt vor unserer Nase. Und wenn Putin ein Bild von diesem Charakter hat, dann ist ihm auch klar, wie schnell die Sympathie in Ablehnung kippen kann. Putin ist aber wohl intelligent und zynisch genug, um Eitelkeiten Dritter zu pflegen und innerlich darüber zu grinsen, insofern dürfte er diese Klippen wohl umschiffen können.

Aber wie auch immer und was auch immer Trump nun tun wird, alle Welt fragt sich, was von dem Mann nun kommt. Und die Börse auch, die jede Menge Vorschusslorbeeren verteilt hat, fragt sich das ganz besonders.

Denn wenn an der Börse plötzlich die Parole umgehen sollte, dass doch alles ganz anders wird, dann - *DANN* - sehen wir hier mal richtig heftige Bewegung am Markt.

Insofern ist das aktuell eine Ruhe vor dem Sturm, die sich auch daraus speist, dass Morgen am 11.01. die erste, grosse Pressekonferenz stattfinden soll. Und Trump selber, schürt die Erwartungen: ->Trump promises answers <-.

Die Financial Times gibt hier eine -> gute Vorausschau <-. Womit nur die Frage übrig bleibt: Wann findet dieses verdammte Ding denn statt?

Nun, wir leben in den Zeiten von "The Donald" und mächtige Männer ohne preussischen Habitus, scheinen es nicht für nötig zu befinden, sich an Termine zu halten. Vielmehr scheinen sie das als Ausdruck ihrer Macht zu inszenieren. Von Putins lächerlichem Macho-Gehabe, durften wir -> hier <- ja lesen und wenn das auch nur ansatzweise stimmt, kann ich mir über Merkel nur erneut wieder gegen die Stirn klatschen.

Ganz offen, ich wäre nach einer Stunde schon wieder in den Bundeswehr-Jet gestiegen und hätte den Eklat bewusst öffentlich inszeniert, um die damit verbundene, disziplinierende Wirkung in Gang zu setzen. Die Frage ist doch, wer braucht wen mehr, das ist die wahre Machtfrage, die durch das Warten des einen auf den anderen ausgedrückt wird. Es ist exakt dieses Spiel aus der Kindergartenstube der Machtsymbolik, das da gespielt wird.

Auch schlechte Chefs mit übergrossem Ego, nutzen das gerne, um ihren Status gegenüber den Mitarbeitern zu zeigen. Das Wort "vorgelassen werden", drückt dabei die ganze, feudalistische Grundhaltung aus. Ich persönlich, habe immer grossen Wert darauf gelegt und tue das immer noch, dass ich *jeden* Termin respektiere und respektiert habe, auch mit dem unwichtigsten Akten-Abhefter oder Lagerarbeiter des Unternehmers. Ich musste den Termin ja nicht eingehen, wenn ich es aber tat, war es ein Gebot des Respekts, sich daran zu halten. Und wenn es sich dann doch mal verzögert hat, bin ich raus und habe mich persönlich entschuldigt.

Aber ich bin halt ein "Preusse", Kultur macht halt den Unterschied und mit Preussen, hätten es diese Leute weit weniger leicht. Der im Sinne der inneren Haltung letzte echte Preusse als Bundeskanzler, war Helmut Schmidt. Interessanterweise, würde übrigens genau deshalb die Achtung steigen, denn ganz so unwichtig und einflusslos ist Deutschland nun wahrlich nicht, dass man es sich nun unbedingt völlig mit dem Kanzler verscherzen will, auch nicht als Obama, Xi oder Putin. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und noch etwas, Trump wird ganz sicher nicht warten müssen. Denn es ist völlig klar, welche Reaktion das auslösen würde. In diesem Fall die gleiche wie bei mir: Abreise und Eklat. Interessante Parallelität, sind wir nicht alle ein bischen Trump? 😉

Aber nach diesem "angepissten" Abstecher - denn ich kann diese Typologie die solche Mittel nutzt, so gar nicht leiden - zurück zu Trump. Denn dessen Termin für die Pressekonferenz, kenne ich Stand 17:00 Uhr MEZ nicht und ich vermute, niemand kennt ihn bis jetzt und wenn ihn jemand kennt, kann ihn Trump auch wieder per Twitter umwerfen.

Insofern wissen wir nun:

Morgen findet etwas *sehr Wichtiges* für den Markt statt, dass das Potential hat, diesen massiv in Bewegung zu versetzen. Die genau Uhrzeit kennen wir aber nicht, es wird aber sicher nicht vor 15 Uhr MEZ sein. Hoffen wir mal, dass wir morgen früh klüger sind.

Und daher warten wir nun. Nicht im Vorzimmer, sonst würde nun schon mein Pegel steigen. Sondern gemütlich zu Hause und da Trump mit uns ja nichts ausgemacht hat, ist das auch sein gutes Recht. Morgen früh wissen wir mehr.

Im auch wartenden Markt, tue ich mich daher schwer, abseits von taktischen Beobachtungen, wichtige Dinge zu identifizieren. Denn wir sind nun wirklich in der Situation, dass wir einen neuen Impuls brauchen und auch bekommen werden. Und der wird vielleicht wieder einen neuen Trend begründen, so wie das auch vor 2 Monaten nach der Wahl von Trump der Fall war.

Es macht einfach keinen Sinn, das nun erraten zu wollen, denn wir stecken nicht in Trumps Hirn, niemand tut das.

Was habe ich also heute als taktische Beobachtungen zu bieten?

Natürlich Gold und die Minen. Die Stärke setzt sich fort und heute hat Gold auch eine echte Überperformance zum Dollar. Die Evidenz steigt, dass hier etwas im Gange ist und im Chart nähert sich Gold nun der Zone um 1.200 USD, die vorher Unterstützung und nun Widerstand war/ist und deren überzeugende Überwindung, wohl endgültig den Hebel auf Grün umlegen würde:

Eine Reihe von Minen, sieht weiter im Chart interessant aus, ich zeige heute mal mit McEwen (MUX) und Iamgold (IAG) nur zwei Beispiele:

Cameco (CCJ), der Uran-Weltmarkführer, bestätigt mal wieder, dass technische Strukturen sehr wohl wichtige Signale geben. Vielleicht erinnern Sie sich ja an -> Uran to go <- im Forum letzten Donnerstag.

Nun sieht das so aus:

Auch der alte Bekannte Cerner (CERN), zeigt nach seinem grossen Einbruch nun interessante Lebenszeichen:

Hier haben wir aber noch kein klares Kaufsignal, wenn sich an den heutigen Tag aber weitere Stärke anschliessen sollte und die 50-Tage-Linie fällt, dann ist es vielleicht da.

Zur Vorsicht gemahnt hier aber immer noch dieses grosse Bild:

Man kann CERN also rein taktisch machen, aber nur mit einem Stop, der einen bei dieser SKS sehr frühzeitig auf die Seitenlinie bringt. Auch bei CERN hängt im Healthcare Information Markt natürlich viel von Trump ab. Es dürfte aber gerade diese Unsicherheit sein, die bisher Investitionen zurück gehalten und damit Cerners Pipeline belastet hat. Insofern steckt darin auch Chance.

So weit für heute Abend. Denken Sie mir an das Server-Update heute Nacht. Also keine "Krise" bekommen, wenn morgen etwas nicht funktioniert, ich habe diese Krise dann schon. 😉

Ihr Hari

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