Quartalszahlen Review KW42 2021



Die Quartalssaison geht in die heisse Phase und ich behandele im Schnelldurchgang in bewährter Manier 47 Unternehmen in gut 16 Minuten in folgender Reihenfolge:

NFLX, ASML, IBM, LRCX, INTC, ABT, DHR, JNJ, RO, ISRG, SRT, BIIB, ERF, VZ, T, ERIC_B, SNAP, AXP, TRV, DB1, IBKR, HON, DG, ABBN, CSX, UNP, AI, KNIN, WSO, ROP, SIKA, HXL, PG, NESN, UNA, PM, BN, RMS, TSLA, POOL, NEE, HAL, KMI, BHP, FCX, KWS, NUE

Viel Spaß!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 14.10.21

FOMO voraus?

Love is in the air. Nach langem Zögern scheinen die Bullen es jetzt wissen zu wollen. Auch sehr hohe Inflationsdaten auf Unternehmensseite (Erzeugerpreisindex EPI) konnten die Futures heute um 14:30 MEZ nicht stoppen:

Auf Ebene ZH3 im SPX kann man nun die sich aufbauende Chance einer Art iSKS erkennen, der "Dreifachboden" der letzten Woche stellt in dieser übergeordneten Struktur dann den Kopf der Wendeformation dar.

Vollendet wäre diese, wenn der lila Stern oberhalb der 50-Tage-Linie erreicht würde:

Rein von der Saisonalität her passt das hervorragend, genau *jetzt* - Mitte Oktober - dreht die Saisonalität deutlich ins Positive.

Trotzdem dürfen wir den Tag nicht vor dem Abend loben, noch ist es nur ein vorbörsliches Gap-Up und wenn das jetzt heute im Handel gleich wieder abverkauft würde, wäre auch das eine Nachricht über die Kraftverhältnisse - in dem Fall mit Vorteil bei den Bären.

Allerdings gilt das auch andersherum. Falls das Gap heute bestehenbleibt, sich ein positiver Trendtag anschliesst und wir mit Stärke schliessen sollten, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit "the bottom is in" verlautbaren und wird sich auch FOMO wieder zuverlässig in Gang setzen.

Also, der Boden ist bereitet, das Orchester engagiert, jetzt müssen die Bullen zeigen, ob sie tanzen können. 🙂

Die Zeichen an der Wand

Heute habe ich ihnen ja eine -> Reise ins Paralleluniversum <- ermöglicht.

Im Forum war dann eine Frage, die ich hier beantworten will, weil die Antwort auch auf andere Fälle zu übertragen ist.

Mal im Ernst konntest du in deiner Zeit schon einige "red flags" im Unternehmen erkennen, bzw. kannst sie im Rückblick sehen?

Zunächst einmal war IBM Research & Development mein erster Arbeitgeber nach dem Studium und hat daher mein Bild davon wie ein "Unternehmen sein sollte" sehr stark geprägt. Das lag auch daran, dass es wirklich eine motivierende Arbeitsumgebung war, wie ich schon im Forum sagte, waren bei IBM R&D damals die Besten der Besten, ich war ja auch dabei. 😛

Ernsthaft, nie wieder habe ich in einem Unternehmen so viel geballte intellektuelle Kapazität erlebt wie in meinen ersten Jahren bei IBM.

Wie sollte ich also damals in den ersten Jahren erkennen, dass da etwas schief läuft, wenn ich gar keinen Vergleichsmaßstab hatte?

Das wandelte sich dann ein paar Jahre später, als ich ins Management kam und es wandelte sich stark, als ich dann als Assistent des deutschen R&D Chefs für eine "Executive Management" Laufbahn vorbereitet wurde.

Ich zitiere mal aus -> Mein Weg in die Freiheit <-, wo ich das ausführlich beschrieben habe:

Dort kam ich auch in das "Executive Management Programm", in dem junge, vielversprechende Talente, auf höhere Aufgaben ganz oben im Management vorbereitet werden.

Teil dieses Programms ist immer auch eine Zeit als Assistent eines Topmanagers, in der man sozusagen in diese Welt eingeführt wird und auch viele Leute kennen lernt. Bei mir war das damals der deutsche Direktor für Research & Development. Danach hatte ich meinen "Ritterschlag", übernahm noch eine ganz andere Abteilung in der Hardware (Prozessorentwicklung) um meinen Horizont zu erweitern, und war dann mit Anfang 30 bereit Hauptabteilungsleiter zu werden und dann mein Assignment in den USA anzutreten, der letzte Schritt, bevor man in das echte Topmanagement wechselt, wenn man dann immer noch den "Ritterschlag" hat.

Und in dieser Rolle erlebte ich das Spiel zwischen der IBM Zentrale in Armonk und den lokalen Niederlassungen hautnah, Armonk war ein behäbiger Bremsklotz der Beharrung, bei vielen Dingen die wir ändern wollten, stiessen wir auf Granit. Insbesondere konnte ich als "Nerd" schon den Weg ahnen, den die damaligen PCs nehmen würden und was das für die Mainframes bedeuten würde, Gespräche über IBMs Versäumnisse führten aber zu nichts, der Berg Armonk kreiste und wir Mäuse waren eben Mäuse.

Da hatte ich also schon eine Ahnung davon, was IBM in den Niedergang treiben würde, aber auch da galt: Woher sollte ich denn da wissen, dass das nicht in allen Unternehmen so ist? Das als zwingenden Faktor für den Niedergang einzuordnen, war einfach noch ein zu weiter Schritt für mich.

Viel konkreter wurde es dann aber in meinen beiden letzten IBM-Jahren Mitte der 90er Jahre. Ich war da schon sehr fit im PC-Business und arbeitet daher als Nebenaufgabe zeitweise mit dem deutschen (und später europäischen) OS/2 Chef Richard Seibt zusammen. OS/2 3.0 "Warp" war noch einmal eine riesige Chance für IBM, die wachsende Dominanz von Microsoft zu stoppen. Es war klar das bessere Betriebssystem, um Längen besser als Windows 3.1 und auch immer noch besser als Windows 2000. Und ich habe es auch privat sehr gemocht.

Und OS/2 hatte schon viele loyale Kunden, "Evangelisten" würde man das heute nennen, die wenn es damals soziale Medien gegeben hätte, dem Betriebssystem starke Unterstützung gegeben hätten.

All das wurde aber in Armonk nicht wirklich gesehen, es wurde halbherzig agiert und Seibt in seinem Tatendrang immer wieder eingebremst - es war zum Verzweifeln!

Die Wikipedia beschreibt -> hier <- das Problem korrekt:

Eines der größten Probleme war, dass IBM nun versuchen musste, das Betriebssystem selber zu vermarkten. Als ein typisches Großunternehmen vermarktete IBM seine Produkte zu einem großen Teil an andere Unternehmen und wusste so im B2B-Bereich zu bestehen. IBM hatte jedoch keinerlei Erfahrung damit, Produkte an Endanwender zu verkaufen, und beging dadurch zahlreiche große Fehler.

Mit OS/2 Warp versuchte sich IBM an einer neuen Marketingkampagne. Schon zuvor nutzte das Unternehmen intern Begriffe aus dem Star-Trek-Universum als Codenamen und so wollte IBM das Betriebssystem mithilfe von Darstellern aus der Serie offiziell veröffentlichen. Jedoch vergaß das Unternehmen dabei, sich die notwendigen Rechte von Paramount Pictures zu sichern. Paramount drohte mit einer Klage und so musste IBM die geplante Werbekampagne fallen lassen.

Der endgültige Schlag traf OS/2, als Lou Gerstner, der CEO von IBM, in einem Interview bekanntgab, dass OS/2 seinen letzten Kampf führe und dass es zu spät für IBM sei. Dies interpretierten viele Entwickler dahingehend, dass IBM das Betriebssystem OS/2 aufgeben würde.

Letztlich fehlte es also an konsistenter Unterstützung und echter Strategie, weil niemand ganz oben in Armonk die riesige Chance sah und was das für IBM (und auch den Aktienkurs) bedeuten würde. Mit der richtigen Strategie wäre es damals noch möglich gewesen, dass die heutige Microsoft IBM heisst.

Indem Lou Gerstner zur Rettung des Unternehmens sowieso den Pfad in Richtung Beratung priorisierte, war auch vielen "Hot Shots" im Technologiebereich klar, dass die goldenen Tage von IBM als technologische Speerspitze vorbei sind. Und so setzte auch ein Exodus guter Köpfe ein.

Auch ich war daher offen für andere Angebote und so bin ich dann wie oben im Link beschrieben zu Siemens Nixdorf gewechselt:

Was habe ich gemacht? Mit grossen Bauchschmerzen, aber doch aus Überzeugung, habe ich IBM "unter Tränen" verlassen und bin dem Ruf eines Headhunters zu Siemens - damals Siemens-Nixdorf - gefolgt und habe direkt unter dem damaligen Vorstand für Anwendungssoftware, die Bankensoftware übernommen.

Warum das? Weil mir bei IBM klar geworden war, dass ich zwar recht sicher statt 20 später 200 und danach 2000 Mitarbeiter haben würde, dass ich aber als Deutscher, immer mehr oder weniger "People Manager" bleiben würde und letztlich immer das Gleiche machen würde, wenn auch mit mehr Gehalt, mehr Status und mehr "Ehre". Es war also für mich voller Tatendrang, eher ein goldenes Gefängnis. Sehr golden ohne Frage und sehr gemütlich und einladend, für mich aber ein Gefängnis, ich sah mich sozusagen schon 30 Jahre später "mit Strickjacke" vor mir. 😉 Und das sollte mein Berufsleben gewesen sein?

Ich wusste, wenn ich da bleibe, würde ich nie eine echte Geschäftsverantwortung haben und würde nie da mitmischen, wo die echten Grundsatzentscheidungen fallen, in Armonk/NY eben, dem Hauptsitz von IBM.

Konnte ich also intern die Probleme sehen? Ja!

Konnte ich sehen dass IBM nie wieder die alte Größe erlangen würde? Nein, dafür fehlte es mir an alternativen Erfahrungen.

Meine Trauer um die vergebenen Chancen wurde aber größer als ich bei Siemens Nixdorf dann ein Unternehmen erlebt habe, das in jeder Hinsicht mindestens eine Liga unter IBM R&D spielte und sich selbst zerlegte. IBM hatte immer noch alle Chancen, es ist eher an sich selber, an den Beharrungskräften des "Alten" gescheitert, die eben träge machen.

Von aussen gesehen konnte man die Probleme von IBM schon ahnen und daher skeptisch werden, eindeutige Schlußfolgerungen waren daraus aber nicht möglich. Weil es wäre ein "Fingerschnippen" gewesen, wenn Lou Gerstner eine Ahnung von der Entwicklung hin zur Cloud gehabt hätte und gesehen hätte, welche Stellung man sich dadurch verschafft, der defacto Monopolist im PC Business zu sein.

Microsoft zu zerlegen wäre die zwingende strategische Herausforderung gewesen und mit OS2 hatte man das Vehikel dafür. Es hat an wenigen Menschen gehangen, dass das nicht in aller Konsequenz erkannt wurde. Das Schicksal hängt eben manchmal an Zufällen.

Auch für Apple gilt das doch gleichermaßen. Apple hatte Ende der 80er Jahre seine besten Jahre tatsächlich schon hinter sich und wäre Steve Jobs nicht mit Glück und Zufall durch die Next-Übernahme wieder zu Apple zurückgekommen, würde Apple heute in einer Reihe mit Sinclair und Commodore stehen und weitgehend vergessen sein. Denn die Firma Apple die heute so dominiert, ist faktisch eine Art "Neugründung" der späten 90er Jahre über mobile Devices wie das iPod, das alte Geschäft mit Macs ist doch nur noch ein Nebenthema.

Der beste Signalgeber um zu erkennen wenn Konzerne falsch abbiegen, ist für uns also weiter der Kurs. Einen Besseren haben wir nicht.

Wenn man sich in einer Branche gut auskennt, kann man mit Erfahrung solche Entwicklungen auch schon vorher von außen antizipieren. Schauen sie was ich alles zuletzt zu Intel geschrieben habe, weil ich eben Pat Gelsinger und wie er denkt schon lange kenne. Aber auch in solchen Fällen, muss der Kurs immer die Annahme erst bestätigen.

Stilfragen

Wir hatten in den letzten Wochen ja eine nervige Phase mit wenig Bewegung aber großer Unsicherheit. Im Nachhinein war das vielleicht einfach eine Bodenbildung, hinterher ist man immer klüger. Wir werden sehen.

Was es wirklich war, darum geht es mir nun aber nicht, es geht mir um die individuelle Stilfrage, wie man damit umgeht.

Sie haben in den letzten Wochen erlebt, dass ich eher positiv war und von einer kaufbaren Korrektur ausgegangen bin. Mein Umgang damit war, dass ich mich in Teilen in der Bodenbíldung schon exponiere und einfach hart nach unten absichere. Ich sehe den heutigen Tag also mit besonderem "Wohlgefallen". 😉

Umgedreht haben sie bei Minervini wieder seinen Spruch vom "Hard Penny Market" gelesen, den ich in dieser Pauschalität für falsch und vor allem irreführend halte. Er bezieht das sicher auf seine Art Setups und darauf bezogen ist das auch sicher richtig.

Nur muss man das für Außenseiter dann auch dazu sagen, weil es gab andere Setups und Sektoren wie zB Energie, die schon seit Wochen wunderbar laufen und hohe Gewinne ermöglicht haben - nichts mit "Hard Penny". Irgendwo ist halt immer ein Bullenmarkt und pauschale Aussagen zum Markt selten pauschal gültig.

Wie ich die Gesamtheit des Marktes eher sehe, hat heute unser "Jonkers" -> hier in #34 zum Stream des Vortages <- schön auf den Punkt gebracht:

Ich habe nochmal die Zeit seit 5.10.21 revue passieren lassen:

Die Early Birds die den Markt gedreht haben sind ab 4-5.10.21 in den Markt geströmt.
Diese Rallies stehen jetzt größtenteils schon weit über +15% im Plus. Beispiele: Hydrogen, Cyber Security, Defense, viele Digitalisierungsaktien.
Ich denke als (Long-)Trader hätte man sich ab spätestens Ende 5.10.21 wieder erstmalig dem Markt zuwenden sollen.

Und als Investor war glaube ich gestern EoD der ideale Einstiegszeitpunkt. Gestern zum Market close ist die Wahrscheinlichkeit eines höheren Tiefs massiv gestiegen. Man sieht's auch heute an den vielen Gap ups. Jetzt noch ein höheres Hoch und viele schauen wieder 5-10% zu spät hin. Kommt natürlich drauf an wie viel "Slack" man toleriert, aber das erscheint mir relativ optimal.

Ich halte das für eine viel treffendere Gesamtsicht als "Hard Penny", will aber damit nicht sagen dass Minervini falsch liegt - das ist mir völlig egal - sondern darauf hinweisen, dass man bei Marktaussagen immer den *Kontext* betrachten muss! Minervini weiss was er tut und für seine Setups war das sicher "Hard Penny", eine Beschreibung der Gesamtlage ist das aber eher nicht - das muss man als Leser unbedingt alleine erkennen!

Womit wir wieder bei Stilfragen sind.

Wenn ich persönlich an so Wegscheiden völlig agnostisch bin und keinen klaren Edge in eine Richtung sehe, dann halte ich mich auch völlig raus und warte erst ab, was der Markt für Signale gibt.

Wenn ich aber wie in dieser Korrektur doch einen klaren Edge in eine Richtung sehe - seit Anfang Oktober war das nach oben, weil ich von da an einen Boden für realistisch hielt - dann positioniere ich mich auch schon einmal im Vorfeld und sichere nach unten hart ab.

Falls ich damit nun richtig liege und wir von hier stark steigen, bin ich von Anfang an dabei. Liege ich falsch, habe ich definierte und begrenzte Verluste bis zum Punkt meiner Reißleine.

Dieses Prinzip habe ich ihnen in den letzten Tagen immer wieder zu vermitteln gesucht. Ich hätte ja auch sagen können "Halten sie sich raus!". Habe ich aber nicht.

Wir wissen nie was der Markt macht, Sicherheit gibt es nicht. Aber wir können uns so aufstellen, dass wir einen Edge abschöpfen können und in beide Richtungen mit dem Ergebnis leben.

Das ist weder richtig noch falsch, das ist einfach eine Stilfrage. Und diese Entscheidung muss jeder selber treffen, den Aussagen medialer "Gurus" nachzuhandeln war schon immer Quatsch und wird es immer sein.

Denn die kennen die Zukunft auch nicht. Wenn sie gut sind haben sie aber die Fähigkeit, sich in Unsicherheit profitabel zu bewegen und nur darauf kommt es an!

FOMO in the air!

Jetzt scheint FOMO aufzukommen:

Die große Frage ist nun, ob Aragorn Recht hat. Wenn ja, werden die Bären in Panik geraten:

Der NASDAQ Future hat im Daily die Linie der Wahrheit schon erreicht:

Hier stehen die Bären mit ihren aufgebauten Hedges und inversen ETFs schon vor der entscheidenden Frage:

Aktien des Tages ZH3

Twilio (TWLO)

Freeport McMoran (FCX)

Qualtrics (XM)

United Health (UNH)

Nach Zahlen heute:

Sixt Stämme (SIX2)

Hohe Marktbreite

Auffällig ist heute die hohe Markbreite und das ist sehr positiv zu werten. Es gibt kaum Ausreißer, alles steigt solide, was dann als Muster entsteht, wenn frisches Geld in Breite in den Markt strömt und alle Wunden zudeckt.

Sicher wird man es erst im Nachhinein wissen, aber die Chance ist gut, dass man in ein paar Wochen im Rückblick sagen kann: Der 14.10.21 war der Tag an dem die Jahresendrally ihren Startpunkt hatte.

Nicht nur Aktien steigen, selbst Bonds:

aber auch Bitcoin und auch Gold, bei dem man sich langsam auch wieder nach oben orientieren kann. Ich zeige dazu hier mal das Weekly:

Eine Chartstruktur

Ich habe heute zum Thema Ideen noch zwei Beispiele für eine interessante Chartstruktur.

Diese hat keinen speziellen Namen, man kann es eine Korrektur nennen, ein Dreieck, einen potentiellen Dreifachboden - be my guest, Namen sind Schall und Rauch.

Das Spezielle ist hier, dass wir mit Exact Sciences (EXAS) und Invitae (NVTA) zwei innovative Unternehmen aus dem Healthcare-Bereich vor uns haben, die von ihren Zukunftsaussichten her beide voller Potential sind.

Beide haben um rund 50% scharf korrigiert und haben nun eine Struktur, die ein Dreifachboden sein könnte. Könnte! Konjunktiv!

Das Interessante hier sind die Unternehmen selber und die durch den definierten, potentiellen Dreifachboden klar zu erkennende, nahe Stopzone unter den Tiefs.

Andersherum aber, wenn beide wieder nach oben ins Laufen kommen sollten, reden wir hier über hohes Potential.

Das Attraktive entsteht hier also nicht daraus dass wir wissen was die Aktien hier machen, sagen wir mal das ist 50 zu 50. Es entsteht aus der Divergenz des Umfangs von Chance und Risiko, wenn man nun gnadenlos diesen "Dreifachboden" zur Absicherung nutzt.

Schauen sie mal hin was ich meine. Entweder es geht mit geringen Verlusten schief, oder man hat vielleicht einen fetten Gewinner im Depot. Absicherung direkt unter den drei Tiefs. Chance 50/50 dass es klappt.

Auch das ist rein opportunistisch und einfach nur zur Demonstration. Das ist mal ein Setup, in dem man nicht den ersten Schub abwartet, sondern sich schon vorher positioniert, weil die Absicherung so nahe sein kann.

Man kann beides machen, man kann auch hier erst auf den ersten Schub warten, wahrscheinlich ist das auch hier die bessere Alternative und zu präferieren.

Das ist aber ein Beispiel, wo man aufgrund der speziellen Struktur auch mal darauf verzichten könnte und sich dem Schicksal ausliefern.

Alles eine Stilfrage. Solche Beispiele sollen zeigen dass es immer viele Wege nach Rom gibt, die stark auch von eigenen Vorlieben abhängen. Alle müssen aber auf Strukturen basieren, die einen Vorteil (Edge) verschaffen. Und alle brauchen ein klar definiertes Risikomanagement. Hier sind es die 3 Tiefs:

Bear Killer? ZH2

James DePorre hat die richtige Headline, die die Lage beschreibt:

-> Another Strong Close Could Be a Bear Killer <-

Die Marktbreite ist weiter hoch, man sieht das auch wenn man die Sektoren am heutigen Tag mit der abgelaufenen Woche vergleicht.

Waren es die ganze Woche vor allem Rohstoffe und Energie die den Markt gezogen haben, springen nun heute alle Sektoren positiv an:

Und nach einem halben Handelstag geben die Bullen keinen Millimeter Boden ab, der Schub ist bisher gnadenlos, wie eine Dampfwalze.

Das war genau was ich vorgestern schon gefühlt habe, meine Worte waren da in -> Ich bereue die Schere im Kopf <-:

Und so wie ich oben "All Hands Battlestations" geschrieben habe, habe ich mich auch gefühlt und fühle ich mich heute wenn ich die diversen starken Charts in meiner Watchlist sehe. Da geht was! Da sind Dinge in Bewegung, die ganzen Charts oben künden davon.

Für mich fühlt sich das heute wie ein Markt an, der kurz davor ist eine massive Bewegung hinzulegen, ich glaube sozusagen durch die Deckplatten die Vibration des anlaufenden Warp-Antriebs zu spüren. Vielleicht bilde ich es mir aber auch nur ein, das Gefühl ist aber da!

Wenn sie den Clip heute noch einmal schauen, macht der plötzlich jede Menge Sinn. Die Morgenröte ist wohl da! Und wir sind vorbereitet.

Ich verabschiede mich damit in meinen freien Tag. Ich habe sozusagen meinen "Job" getan, habe unsere Seelen in Unsicherheit (hoffentlich) emotional stabilisiert und nun können sie vielleicht den Profit davon aufsammeln, ruhig geblieben zu sein und sind schon drin, während andere jetzt an den Fingern kauen, ob sie sich jetzt trauen sollen. 😛

Ein starkes Closing heute wäre schon mehr als die halbe Miete, eine zurückeroberte 50-Tage-Linie im SPX und ein Schub darüber wohl der endgültige Front-Durchbruch für die Bullen:

Wer jetzt ganz auf Nummer sicher gehen will, kann Stops nun übrigens unter die Tiefs des gestrigen Mittwoch, also unter die "rechte Schulter" nachziehen.

Wenn das jetzt der Beginn der Jahresendrally sein sollte, werden wir da nicht mehr darunter fallen. Und wenn wir es doch tun, dann stimmt etwas grundlegend mit der Theorie nicht und wir tun gut daran, dann schnell abzusichern.

Vergessen sie also bei aller Freude über den heutigen Tag das Risikomanagement nicht, Mr. Market kann ein fieser Geselle sein.

Aber der heutige Schub erlaubt die Absicherungen so weit hochzuziehen, dass man im Falle des Falles mit den dann minimalen Verlusten keinen Schmerz mehr erleiden muss.

Und insofern wünsche ich nun eine gute Reise, geniessen sie es! Und wenn nicht, dann halt nicht, besonders wehtun kann das dann nicht mehr.

Wir lesen uns am Sonntag zum Wochenausblick wieder.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 20.07.21

Wars das schon? ZH2

Der erste Rebound gestern konnte ab 18 Uhr keine Fahrt aufnehmen, nach unten ging es aber auch nicht richtig weiter, so hat der Markt den gestrigen Tag damit verbracht die 50-Tage-Linie auszuloten und auch mal darunter zu schauen.

Am Ende war es aber ein Positivum, dass der Abwärtsdruck nachliess und so kam heute was kommen musste, der Rebound als "V". Zumindest sieht es wieder danach aus:

Man muss klar sagen, dass in früheren Tagen, in Tagen als die "Dow Theory" - sie ruhe selig - und der Transportation Index noch Bedeutung hatten, eine derartige Gemengelage wie aktuell ziemlich sicher zu weiteren Abgaben geführt hätte.

Alleine die extrem negative Marktbreite ist alarmierend, es sind nur wenige große Aktien die den Markt seit Wochen tragen, ich habe darüber mehrfach geschrieben.

Wir haben aber heute und nicht gestern und heute ist extrem viel Liquidität und Anlagedruck im Markt, ist ja auch nicht zu verdenken wenn es keine Alternativen zu Aktien gibt.

Es ist übrigens ganz typisch dass solche alten Argumentationen medial nacherzählt werden ohne das zu relativieren wie ich das tue, weil eben die Mehrzahl der Autoren den Markt nicht lebt, sondern einfach nacherzählt, was sie mal gehört haben. Wer den Markt lebt, hat schon am eigenen Leib bemerkt, dass das mit der Marktbreite als Korrekturindikator in den letzten Jahren nicht mehr so richtig funktioniert hat und mit der "Dow-Theory" oder "Dr. Copper" schon gar nicht.

Das ist der feine Unterschied, den Einsteiger aber gar nicht bemerken können, weil sich auch das Gerede der Dünnbrettbohrer immer so "wissend" anhört und alte Weisheiten nachplappert. Der Markt wandelt sich aber beständig, nur wer wirklich das Ohr an ihm hat kommt ernsthaft als mediale Quelle in Frage. In Deutschland sind diese Leute - es ist traurig das sagen zu müssen - in den Medien eher dünn gesät.

Und so kann es nun gut sein, dass es das schon wieder war und die 50-Tage-Linie erneut für einen Abpraller im S&P500 sorgt. "Scheiss" auf die Marktbreite, alles graue Theorie ... 😛

Meine Shorts, die ich gestern an der 50-Tage-Linie gecovered habe, haben mir nun nettes Alpha verschafft, trotzdem wäre es mir lieber, wir würden nun eine ausgedehntere, bereinigende Korrektur sehen wie letzten September. Aber Wünsche werden vom Markt äußerst selten erfüllt, stattdessen sieht es mal wieder nach BTFD aus.

Extreme Fear?

Nicht nur Anlagetheorien wie die "Dow Theory" gehen im sich beständig wandelnden Markt den Weg alles Irdischen, auch Indikatoren - insbesondere wenn sie von zu vielen beobachtet werden.

Nachdem der Fear & Greed Index nun seit Monaten nicht richtig in den bullischen Bereich kommt, sollen wir nun "Extreme Fear" haben?

Sorry, kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich sehe ich die objektiven Daten aus denen er berechnet wird, das ist aber offensichtlich kein hinreichendes Gesamtbild des Marktes mehr.

Ich könnte es auch anders sagen: Wenn das jetzt "Extreme Fear" ist, was haben wir dann, wenn wir jetzt in einem Crash zwei Wochen lang 30% abgeben? Minus-Fear? Würde ja zur Notenbankpolitik passen. 😛

Auch das ist Reflexivität. Alles muss sich wandeln, denn kein allgemein beachteter Indikator kann dauerhaft gute Signale liefern, die Reflexivität verschmiert ihn zuverlässig.

Peak Konjunktur? ZH3

Letzte Woche hatte ich die Reise bei den 10-jährigen Anleihen noch als offen betrachtet, diese Woche hat eine klare und zum Rest des Marktes passende Antwort geliert. Es ist das "Peak Konjunktur" Spiel.

Denn wenn die Konjunktur ihren Höhepunkt hat, muss die FED nicht gegen die Inflation tun und die Erwartung kann aus den Renditen, was die Anleihen wie hier die 10-jährigen im ETF IEF wieder steigen lässt:

Ich persönlich glaube übrigens eher weniger an "Peak Konjunktur", ich halte die jetzigen Ängste für eine Zwischenphase bis man (hoffentlich) merkt, dass mit Delta zwar wieder Inzidenzen kommen aber nicht mehr so viele schwere Erkrankungen, weil die Impfungen wirken.

Ich rechne eher damit, dass die jetzt gedämpfte Inflationsangst noch einmal ihr Haupt erhebt, bevor sie dann wirklich abflauen kann.

NASDAQ - da kommt noch was ZH2

Der NASDAQ hinkt heute im Rebound etwas hinterher, das Chart impliziert aber, dass da noch was auf Ebene ZH2 kommt:

Aktien des Tages ZH3

In einem breit steigenden Markt konzentriere ich mich auf Kursbewegungen, die mehr als einen reinen Rebound nach dem Einbruch vorher darstellen.

Philip Morris (PM)

Nachdem die Aufwärtsbewegung schon Kraft verlor, kommt nun auch eine -> wenig überzeugende Guidance <-.

Das könnte hier jetzt schon zur Trendwende auf Ebene ZH3 werden:

Albemarle (ALB)

Retest und Abflug?

Pfizer (PFE)

Nein, MRNA zeige ich heute nicht noch einmal ;), aber auch PFE hat den "Delta-Effekt" im Chart:

Docusign (DOCU)

IBM (IBM) ZH5

Heute Abend kommen noch eine Reihe von Quartalszahlen, IBM hat gestern Abend schon geliefert und endlich mal -> überzeugendes Umsatz-Wachstum gezeigt <-.

Die große Frage ist, ob das reicht um den langjährigen Abwärtstrend auch in linearer Darstellung zu beenden.

Wie ich schon im Video sagte, stehen die Chancen dafür nun gut. Wenn ich wetten müsste würde ich sagen ja, der Abwärtstrend wird jetzt beendet werden:

V for Victory? ZH2

Der Rebound sieht bisher überzeugend aus, viel spricht dafür, dass wir erneut mit einem "V" leben müssen:

Ob es dann wirklich so kommt ist jetzt nicht zu erraten, mehr als eine Tendenz ist derzeit nicht möglich und die spricht für das "V":

Beobachten sie also genau wie es weítergeht, oder machen sie es sich ganz einfach. Nehmen sie die 50-Tage-Linie des SPX als Risiko-Trigger, denn wenn der Markt die nun noch einmal sieht, dann ist das "V" negiert und weitere Abgaben hochwahrscheinlich.

Wir lesen uns hier morgen Nachmittag wieder, machen sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Quartalszahlen Review KW29 2021



Die Quartalssaison des Sommers beginnt in der KW29 heisszulaufen, es berichtet eine große Zahl von Bluechips.

Das Video besteht in bewährter Manier aus einem 23-minütigen Review von 37 Aktien die in der KW29 berichten wie folgt. Enjoy:

IBM, INTC, ASML, TXN, SAP, SNAP, NFLX, TWTR, JNJ, ABT, DHR, NOVN, RO, ISRG, SRT, ABBN, HON, ROP, ASSA_B, KNIN, DAI, IBE, NEE, FCX, CSX, PM, KMB, LVS, KO, UNA, CDI, CMD, UBSG, AXP, T, VZ, NEM

Ihr Hari

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Hari Live Stream 20.10.20

Abpraller oder nicht? ZH2 ZH3

Der Markt hat gestern im SPX wunderbar auf der Nackenlinie aufgesetzt und heute steht damit die Frage im Raum, ob er von hier wieder zu Stärke finden und Abprallen kann:

Erst wenn das nicht gelingt, der Markt zur Schwäche neigt *und* in Folge die beiden 20er und 50er gleitenden Durchschnitte wieder verliert, werte ich das im Sinne einer bärischen Charakteränderung.

Im Hourly des Futures sieht das nach wenigen Handelsminuten nun so aus:

Cloud im All

Interessant: -> Microsoft und SpaceX machen Amazons Cloudsparte im Weltraum Konkurrenz <-

Im Gegensatz zu LTE auf dem Mond - Stichwort Nokia - das in den kommenden 10 Jahren keine wirtschaftliche Relevanz haben wird, reden wir hier über eine "Satelliten-Cloud" überall auf der Welt und Space-X schafft mit seinem -> Starlink-Netzwerk <- dafür gerade die technischen Grundlagen.

In voller Ausbau-Stufe und noch 20 Jahre in die Zukunft gedacht mit noch leistungsfähigeren Sendemethoden, dürfte das ein disruptiver Angriff auf die Telekom- und Kabel-Konzerne und ihre verbuddelten Milliarden werden.

Hier geht es um ein Billionen-Geschäft und insofern sollte man das im Auge haben.

Quartalszahlen des Tages ZH3

IBM (IBM)

Ich habe es gestern im Forum schon gesagt, die Zahlen sind -> dürftig wie immer <- und das Gebrösel geht weiter, bei Umsatz wie Kursen.

Schauen sie auf die langfristige Entwicklung seit 2013, so sieht eine "Value-Falle" aus. Was wurde nicht alles über die Dividende und die Chancen geschrieben, Berge an Text, am Ende entscheidet aber das Spiel auf dem Platz und solange es hier keinen klaren Trendbruch gibt, ist IBM völlig uninteressant und *Dead Money*, Dividende hin oder her:

Mein Hauptproblem an der Strategie von IBM ist, dass IBM in meinen Augen im Cloud-Geschäft zu spät dran ist, die Platzhirsche Amazon, Microsoft und Google haben den Kuchen schon im Griff und wie wir oben gerade lesen, verlagert sich der Wettbewerb jetzt sogar ins All.

Vor 5 Jahren wäre das bei IBM also eine durchschlagende Strategie gewesen, da hat man unter Rometty aber noch geschlafen. Jetzt ist es eher "Me too" und ich sehe derzeit nicht, wie IBM damit wieder seine Stellung erlangen kann.

Procter & Gamble (PG)

Das extrem starke Chart hat die Erwartung des Marktes offenbart und er hatte damit recht, PG -> hat überzeugend geliefert <-.

Stärke gebiert Stärke:

Philip Morris (PM)

Auch bei PM hatte der Markt recht, wenn sie sich an das Video erinnern, habe ich die wenig überzeugende Struktur kommentiert, während PG und andere im Vorfeld der Zahlen klar bullisch waren.

Die Zahlen sind so wie das Chart: -> durchwachsen <- und ohne klare, langfristige Perspektive:

Lockheed Martin (LMT)

Bei LMT haben wir -> trotz guter Zahlen und gehobener Guidance <- eine Fortdauer der engen Seitwärtsbewegung.

Ich vermute dass hier wie im ganzen Sektor die Wahl-Unsicherheit massiv eine Rolle spielt. Wachgeküsst wird der Sektor wohl so oder so erst nach der Wahl, wenn durch die neue Administration grundlegende Weichen gestellt worden sind. Der Sektor ist halt stark vom Pentagon abhängig:

Reckitt Benckiser (RB.)

RB -> wächst wieder <- und hat die Chance im Daily ein höheres Tief zu bilden. Die Grundstruktur bleibt aber etwas dubios und unklar:

UBS (UBS)

UBS liefert ein -> Glanzergebnis <-.

Da es das Abgangswerk des alten CEOs Ermotti ist, der damit an seinem Denkmal bastelt und man nirgendwo so schön die Milliarden hin und herschieben kann wie in Bankbilanzen, betrachte ich das mit einer gesunden Skepsis. Ein neuer CEO, der erst einmal aufräumen und eine Grundlage schaffen will, dürfte anderes abliefern.

Aber wie auch immer, die Aktie steigt und hat die Chance, bald einen Ausbruch zu den Vor-Covid-Hochs zu vollziehen:

Langfristig ist das aber nur ein kleiner Blip in einem kurstechnischen Jammertal, wie bei praktisch allen europäischen Banken:

Sartorius (SRT3)

Der ganze Sektor der Laborausrüstung boomt, nicht nur seit Covid, aber mit Covid erst recht. Sartorius ist dabei der "Bluechip", wenn man den Sektor im deutschen Aktienmarkt kaufen will, während es in den US ja unzählige derartige Aktien gibt.

Die Aktie liefert schon lange eine superbe Performance ab und mit den -> ausgezeichneten Zahlen <- wird erneut bewiesen, dass Stärke eben Stärke gebiert und wir uns als Investoren besser an starken Aktien orientieren sollten, denn an gefallenen Engeln und vermeintlich "billigen" Gurken.

Hier die liquideren Vorzüge im Daily:

Und im "Stärke gebiert Stärke" Monthly, achten sie auf die wunderbare Begrenzung durch die 20-Monats-Linie, die übrigens auch 2008/2009 in der Lehman-Krise einen profitablen Aus- und Wiedereinstieg indiziert hat:

Aktien des Tages ZH3

So weit die Quartalszahlen des Tages, was die größeren Unternehmen angeht. Nun noch die Aktien des Tages mit besonderen Bewegungen, teilweise auch durch Zahlen induziert:

Logitech (LOGI)

Homeoffice pusht Logitech, eine Entwicklung für die man auch kein Raketen-Wissenschaftler sein musste, um diese prinzipiell zu antizipieren, denn was braucht man im Homeoffice? Genau, Tastaturen, Mäuse, Kameras etc.

Was aber überrascht ist, wie stark der Markt trotzdem noch die Zahlen unterschätzt hat, denn die sind was den Gewinn angeht -> sensationell <- und so hebt das Chart zur Aktie des Tages ab wie eine Falcon von der Startplattform:

Corsair Gaming (CRSR)

Corsair ist IT Nerds wie mir wegen seiner Computer-Peripherie schon lange, lange ein Begriff, agiert aber in einem sehr umkämpften Markt, in dem es locker 10 ähnliche Unternehmen gibt, die ähnliche Produkte haben. Einen "Burggraben" sehe ich da gar nicht.

Aber Corsair profitiert natürlich auch von Covid im Sinne "stay-at-home" und insofern ist die Stärke dann nicht so überraschend und dass man sich in diesem idealen Environment noch schnell via IPO Geld geholt hat, macht dann auch Sinn.

Langfristig hören sie aus meinen Worten nicht unbedingt die Bereitschaft heraus, das als Investment zu betrachten, aber kurzfristig ist hier richtig Druck und Phantasie drauf:

Plantronics (PLT)

Ein weiterer Profiteur des "stay-at-home" Trends sind natürlich die Hersteller von Kopf- und Ohrhörern wie Plantronics (PLT).

Auch das ist eine Aktie die mich langfristig nicht so recht interessiert, weil der Wettbewerb intensiv ist und der Einstieg von Markt-Elefanten wie Apple in dem Geschäft den Druck noch weiter erhöht hat. Auch deshalb ging das Chart von PLT seit 2018 beständig abwärts.

Was mich aber nicht davon abhält, dieses Daily als das zu erkennen was es ist: bullisch.

Crown Holdings (CCK)

Auch Verpackungen sind ein Wachstumsmarkt, wenn sie neu gedacht werden. Es ist immer wieder spannend zu sehen, welches Wachstum auch kleine Verbesserungen und Innovationen in bestehenden Märkten auslösen können:

JinkoSolar (JKS)

Und mit einem fetten LOL muss ich auch JKS erneut in die Aktien des Tages aufnehmen.

Man kann bei so Flugbahnen zwei Dinge tun. Man kann mit einem ausreichend weiten Trailing-Stop einfach mitgehen. Oder man kann mal einen Teilgewinn mitnehmen und dann die andere Hälfte ganz entspannt laufen lassen, weil man den Einstand ja schon locker mit dem Teilgewinn eingesackt hat.

Was man aber nicht glauben sollte ist zu wissen, wann so eine Flugbahn endet, das weiss man erst hinterher und jeder Gedanke daran vorher, ist ziemlich sinnlos:

Altmaier der Nanny-Wirtschaftler

Ich habe mich ja schon oft über den Korporatisten Altmaier ereifert, der im Wirtschaftsministerium keine geringere Fehlbesetzung ist, als Scholz im Finanzministerium.

Wenn ich dann so etwas lese, rollen sich mir die Fußnägel hoch:

-> Altmaier will mit Modernisierungswelle Innenstädte retten <-

Das Prinzip des Nanny-Staates wird nun auch auf die Wirtschaft übertragen und deren windelweiche und opportunistische Vertreter applaudieren dazu, weil sie so an Steuer-Töpfe kommen.

Es ist verdammt noch einmal die Aufgabe von freien Unternehmern, sich um die Digitalisierung zu kümmern und wer das immer noch nicht auf dem Radar hat, geht völlig zu Recht unter.

Ich habe durchaus Sympathie dafür, die Wirtschaft bei Themen wie einem Lockdown zu stützen, der wie ein Gottesurteil plötzlich über die Unternehmen kommt und wofür sie nichts können.

Aber die Digitalisierung zu befördern und sich überhaupt die Frage zu stellen, ob ein Ladengeschäft noch profitabel zu betreiben ist und wenn ja, was es dafür braucht, ist alleinige Aufgabe eines Unternehmers. Und wenn er dabei versagt, ist es gut und richtig dass er Pleite geht, weil dafür andere, bessere Unternehmen mehr Raum bekommen sich zum Wohle aller zu entfalten.

Und abgesehen davon, warum sind diese öden Fußgängerzonen mit ihren immer gleichen, völlig uninteressanten H&Ms eigentlich "schützenswert"? Weil sie nun mal da sind ala Merkel? Ich kann mir da als Zentrum der Städte weit Schöneres vorstellen.

Dann lesen wir weiter im Artikel und ahnen schon, wie Altmaiers und des HDEs Präferenzen aussehen und lesen von:

Mit den Mitteln könnten sowohl Digitalisierungscoaches genutzt als auch das bestehende Kompetenzzentrum Handel 4.0 gestärkt werden, um die Händler über die Online-Möglichkeiten aufzuklären. "Die Unternehmen, die eine oder mehrere der von den Coaches empfohlenen Maßnahmen umsetzen möchten, sollten dafür entsprechende finanzielle Förderungen bekommen", forderte Genth.

Staatsfinanzierte "Coaches" und "Kompetenzzentren Handel". Das ist nicht "Handel 4.0", da reicht nicht einmal mehr "Facepalm", das ist eher "DDR 2.0". Aber mit unserem Steuergeld kann man es ja machen.

MTU Aero Engines (MTX) ZH3

Augen auf bei MTU! Ich habe ihnen die Aktie schon einmal -> im September <- so gezeigt, da konnte sie aber noch nicht die Nackenlinie nach oben triggern, weil dann die September-Schwäche folgte. Und die Aussichten im Sektor sind ja auch weiter sehr trübe und das wohl über 2021 hinaus.

Das ist aber alles bekannt und in den Kursen und ich habe -> hier <- ein interessantes Interview mit MTU-Chef Winkler gelesen, das allerdings nicht frei zu lesen ist.

Bei allen Fragezeichen um die Zukunft der Luftfahrt, erscheint MTU auf den aktuellen Niveaus stabil, aber mit hohen Chancen nach oben, wenn sich die Lage irgendwann ändert. Also ein Fall für Investoren, die eine starke, aber noch verprügelte Aktie suchen.

Und technisch gesehen würde eine Bewegung zum lila Pfeil einen Trigger für eine Aufwärtsbewegung darstellen:

Noch unklar ZH3

Ob der Markt die Unterstützung halten und abprallen kann, ist noch unklar - ein Abpraller ist da, der ist aber Stand 18:00 MEZ bisher nicht so stark, wie er ideal sein sollte.

Am Stärksten und Stabilsten sieht noch der Russell200 via ETF IWM aus und das ist eigentlich ein Positivum:

Damit schliesse ich den Stream für heute. Morgen kommt vormittags ein Artikel und dann der Stream ganz normal.

Denken sie daran, dass ich von einem seitwärts-aufwärts Geschaukel bis zur Wahl ausgegangen bin, das durchaus noch einmal bis zur 50-Tage-Linie fallen kann. Hier ist das Chart aus dem Wochenausblick mit den alten Markierungen und es spricht derzeit weiter nichts gegen so einen Verlauf:

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Quartalszahlen Review KW43 2020



Die Quartalssaison erreicht mit dieser und der kommenden Woche ihren Höhepunkt, die Hauptmenge der bekannten Unternehmen berichtet in der KW43 + KW44

Ich habe das Video von Dienstag auf Montag vorgezogen, am Dienstag kommt dann kein weiterer Artikel.

Das Video besteht aus einem Review von 38 Aktien dieser Woche wie folgt:

IBM, MSFT, TXN, NFLX, INTC, LRCX, ERIC_B, AMZN, LMT, NOC, HXL, PG, NESN, UNA, RB., KO, PM, ABT, TMO, DHR, EW, BIIB, GILD, CERN, UBSG, IBKR, AXP, NEE, FSLR, VZ, T, UNP, KMI, FCX, TSLA, DAI, ITW, ABBN

Ich habe sehr schnell und kompakt gesprochen und schaffe es daher diese 38 Aktien in 18 Minuten zu besprechen. 😀

Ihr Hari

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Hari Live Stream 08.10.20

Kein Ende?

Die Stärke scheint in dieser Woche kein Ende finden zu wollen, nach drei starken Tagen aus dem "Trump-Covid-Dip" heraus, wäre aber nun mal wieder ein schwacher Konsolidierungstag fällig:

Der SPY als Abbild des S&P500 ist nun genau an der "Nackenlinie" einer Wendeformation angekommen, die wenn getriggert, zu neuen Allzeithochs führen würde.

Idealerweise kommt hier noch ein kleiner "Henkel", dann wäre der Index zum Ausbruch nach oben bereit:

Im Hourly des Futures sieht man auch, dass es bei allem leichten Geschaukel eigentlich nur eine dominante Richtung gibt: nach oben!

Gilead Sciences (GILD) und Regeneron (REGN) Leichte Gewinne mit Covid?

Nun -> bestellt auch die EU-Kommission 500.000 Dosen Remdesivir <-, Sollte man die Aktien die Trump "gesund gemacht haben" dann nicht deswegen kaufen?

Dass es so einfach nicht ist und der Markt sehr klug unterscheidet, welchen Profit man mit einer Sache machen kann, sieht man an beiden Charts:

Bei GILD ist nach der COVID-Begeisterung des Frühjahrs "tote Hose" und bestenfalls kann man nun auf eine Trendwende hoffen:

Bei Regeneron (REGN) sieht es etwas besser aus, Euphorie ist das aber nicht. Ist ja auch kein Wunder, Trump hat die Antikörper "kostenlos für alle" versprochen, was man halt so im Wahlkampf sagt. Aber nach großen Gewinnen sieht das eher nicht aus. 😉

Vergessen wir also nie, wir sind *nicht* klüger als der Markt und der bewertet die aktuellen Chancen bei GILD und REGN weit intelligenter, als wir es je mit 30 Minuten Studium könnten.

Weswegen ich auch auf der taktischen Ebene herzlich wenig von fundamentalen Erwägungen halte, die kann man sich gleich sparen, weil die sind schon in den Kursen.

Fundamentale Erwägungen machen bei der Grundsatzfrage Sinn, welche Aktien man überhaupt langfristig im Depot haben will. Bei mittelfristigen Timingfragen sind sie aber irrelevant und es gibt nur eine Wahrheit - die auf dem Platz!

Aktien des Tages ZH3 ZH4

IBM (IBM)

Die gute alte IBM zuckt am Defibrillator, weil der "-> Service der Legacy Infrastruktur <-" verkauft wird, was man etwas böse als "den Dienst am ganzen alten, verrosteten Hardware-Krempel" übersetzen könnte.

Man kann das als ein "All In" in Richtung Cloud verstehen, was ja durchaus zum neuen CEO passen würde. So kommt plötzlich Phantasie in die Aktie und wir haben hier etwas, das technisch durchaus als "erster Volumenschub" qualifizieren würde:

Ich sehe das mit Interesse aber noch leiser Skepsis, denn in der Cloud sind die Weidegebiete schon gut verteilt - IBM ist da zu spät dran - und einem Unternehmen einen Teil seines bisherigen Herzens herauszureissen, generiert oft eigene Risiken und Friktionen.

Aber wir werden sehen, IBM hat sich ja schon einmal neu erfunden, vielleicht gelingt es ja noch einmal.

Ich denke was der Markt hier neben den brauchbaren Zahlen so liebt ist gar nicht mal der Verkauf der Einheit selber, sondern der damit gezeigte Wille zur grundlegenden Änderung. Und die ist bei IBM allerhöchste Eisenbahn!

DTE Energy (DTE)

Hier beim Versorger DTE ist es auch -> ein Spinoff <-, den der Markt liebt, weil er eine Fokussierung auf das Kerngeschäft impliziert:

ON Semiconductor Corp (ON)

Zögern, Luft holen und dann abfliegen, ein nicht so seltenes Ablauf-Muster:

Exxon (XOM)

Heute ist der Tag der Gurken. Nach langem Siechtum, zuckt Exxon zum ersten Mal wieder, eine Trendwende ist im Bereich des Möglichen:

Jazz Pharmaceuticals (JAZZ)

Wie fast immer bei so Aktien sind es Studiendaten, die den Schub auslösen:

Taktische Chance Ölaktien? ZH3 ZH4

Nicht nur Exxon (XOM), zusammen mit Öl Futures, die vielleicht (Konjunktiv) einen Doppelboden ausbilden ....

... zeigen auch in Europa die verprügelten Öl-Aktien erste Lebenszeichen, hier beispielhaft Shell im Daily:

Und hier der ETF EXH1 der europäischen Ölaktien im Weekly mit seiner Chance:

Sie wissen was ich von Investitionen in den Sektor halte: Null, Nichts! Gehen sie nicht in die Falle, nur weil diese "Gurken" so weit gefallen sind, diese für "billig" zu halten. So etwas hat seine Gründe.

Aber jede Abwärtsbewegung endet irgendwann und diese Bewegung ist tief und weit genug gelaufen. Es könnte gut sein, dass von hier nun eine mehrmonatige Erholungsbewegung einsetzt, die aber nichts an der übergeordneten, langfristigen Problematik ändert, dass den Unternehmen das Geschäftsmodell abhanden kommt.

Aber auch Gegenbewgeungen kann man spielen wenn man will und ja, Öl wird auch noch morgen und übermorgen gebraucht. Kurz- und mittelfristig sind hier vielleicht Chancen, langfristig wäre ein Anstieg wohl eher Gelegenheit zu besseren Kursen Adieu zu sagen.

Zeit für Teilmitnahmen? ZH3

Das Prinzip von Teilmitnahmen habe ich ihnen in -> diesem Artikel <- erklärt.

Auch wenn die Grundregel "Gewinne laufen lassen" heisst, bedeutet diese doch nicht, dass wir unsere Augen völlig vor dem Rhythmus des Marktes verschliessen sollten, der nach 2 Schritten vor, eben auch gerne einen Schritt zurück geht.

Das probate Mittel für so Fälle, wo erfolgreiche Positionen weit genug gelaufen sind, sehr groß geworden sind und man nun ein Retracement erwarten kann, ist eben die Teilmitnahme, ein Kompromiss, bei dem man weiter dabei ist, aber doch die Hälfte der Gewinne schon "eingesackt" hat.

Theoretisch ist das klar, aber praktisch kann ich ihnen nun auch zwei Beispiele geben. Hier bei Enphase Energy (ENPH) und SolarEdge (SEDG) ist der Gedanke an Teilmitnahmen nun legitim, auch für mich.

Denn die Aktien sind vom Rhythmus her weit genug gelaufen und ein Retracement wird zunehmend wahrscheinlich, gleichzeitig muss die Rally aber mittelfristig keineswegs schon vorbei sein. Die Lösung? Eine Teilmitnahme!

Paradigma Shift

Zum Thema Exxon (XOM), NextEra Energy (NEE), Big Oil und Solar, hier ein schöner Artikel von Bloomberg:

-> NextEra Now More Valuable Than Exxon as Clean Power Eclipses Oil <-

ich zitiere, weil es passt:

The shift reflects a global energy transition that’s embracing clean energy and rejecting fossil fuels. NextEra has emerged as the world’s most valuable utility, largely by betting big on renewables, especially wind. Exxon has seen its fortunes shift in the other direction as electric vehicles become more widespread and the fight against climate change takes on more urgency.

Unser Job ist *nicht* solche Entwicklungen besser verstehen zu wollen als der Markt, welche Hybris, wenn man nicht gerade zu den herausragenden Experten des Planeten gehört.

Unser Job ist, solche grundlegenden Trendwenden zu identifizieren und zu "spielen", dabei ist es auch egal, ob wir Solar oder Öl mögen, alleine der Trend zählt, denn der verspricht Ertrag.

Trump zieht zurück?

Interessant, -> diesen Rückzieher <- habe ich nicht erwartet und ich verstehe die Logik dahinter nicht.

Die Logik des Artikels kaufe ich nicht so recht, vor realen "kleinen" Menschen im Studio, könnte Trump seine Rabauken-Rolle erst recht nicht spielen, dabei würde er extrem schlecht aussehen. Wer Wähler öffentlich nicht ernst nimmt, egal wie idiotisch die Fragen sind, sieht im Studio immer schlecht aus.

Insofern sehe ich nicht, was das Online-Format daran ändert, Trump wäre so oder so gezwungen gewesen, mal wirklich zu argumentieren und nicht nur den fetten Pavian heraushängen zu lassen.

Ich verstehe es aber nicht, weil ich glaube dass es ihm nichts nützt und eher schadet. Ich hätte eher erwartet, dass er sich als "Bezwinger des Virus" über den "ängstlichen Biden" lustig macht, dieser Weg ist ihm da nun verbaut.

Auch -> Politico hat erst mal keine Antwort. <- Merkwürdige Sache, doch die Krankheit?

Wochenabschluss

So liebe Mitglieder, die Uhr tickt gnadenlos, bis zur US Wahl sind es nicht einmal mehr 4 Wochen.

Bei uns gehen die Covid-Zahlen nun auch hoch, eine Jahrgangsstufe ist in der Schule schon in Quarantäne und ich glaube nicht dass es noch lange dauert, bis wir wieder in ein echtes Problem laufen. In den Hotspots in Berlin werden nun wohl auch die Intensv-Betten langsam knapp, wir wissen ja, dass das einen Nachlaufeffekt zu den Zahlen von ca. 2 Wochen hat.

Dass das jetzt passiert und im Juli nicht, ist egal was Studien sagen nur mit einem Faktor wirklich zu erklären - geschlossene Räume und Aerosole. Draussen kann man recht unbesorgt sein, jetzt in der kälteren Jahreszeit geht das Problem los.

Die Kraft zu diszipliniertem Verhalten hat das Land wohl nicht mehr, zu viel Unsinn geistert durch die Kanäle, vor uns liegt also sehr unerfreuliches Gewürge.

Was den Markt angeht, ist der weiter bullisch, hat nun aber eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Dip, für ein Retracement wie schon Eingangs gezeigt:

Damit schliesse ich meine Schreibaktivitäten für diese Woche, wir lesen uns hier am Sonntag wieder zum Wochenausblick.

Ihr Hari

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Der Paradigma-Wechsel oder warum auch ein „Burggraben“ wertlos werden kann

Diesen Artikel habe ich im Premium-Bereich vor einem Jahr, im September 2019 geschrieben. Er ist aber unverändert gültig, nein noch viel mehr, die Covid-Krise hat die Wahrheit so richtig offenbar gemacht.

Damals vor einem Jahr, zum Jubiläum von Windows 1995, wurde ich daran erinnert, wie idiotisch - es gibt kein anderes Wort dafür - die IBM in den 90ern mit ihren riesigen Chancen umgegangen ist:

Erinnern wir uns, IBM beherrschte noch in den frühen 80er Jahren die Computerwelt mit seinen Großrechnern. Ich erinnere mich an Wirtschaftsmagazine mit Covern, die fragten, ob IBM bald die ganze Welt beherrschen würde.

Gleichzeitig gab ein "kleines Würstchen" namens Steve Jobs damals zum Besten, dass IBM "arrogant und kurzsichtig" sei und bald "gedemütigt" würde. Wahre, prophetische Worte, die aber 10 Jahre brauchten, bis das Ergebnis so richtig durchschlagend zu sehen war.

Wir alle kennen die Geschichte, wie IBM Anfang der 80er Jahre eben genau "arrogant und kurzsichtig" das "Bröselgeschäft" mit den kleinen Computern so unbekannten Firmen wie Intel und Microsoft überlassen hat, ja sogar denen geholfen, auf die Beine zu kommen.

Aber große, zu erfolgreiche Organisationen machen eben solche Fehler, das ist aber kein Grund für das, was dann 10 Jahre später wieder in Sachen Windows passiert ist und das soll hier Thema sein. Und auch, was das generell für uns bedeutet.

Denn zu dieser Zeit war IBM 1994 in seiner schwersten Krise und nicht weit vom Exitus entfernt, den Lou Gerstner mit einer radikalen Kehrtwendung abwenden konnte. Gleichzeitig war der Stern von Microsoft schon steigend und mit Windows 3.0 bzw 3.1 gab es eine Klick-Oberfläche für DOS, die sich zunehmender Beliebtheit erfreute, technisch gesehen aber ein ziemliches Stückwerk war.

IBM sollte seinen Fehler von Anfang der 80er also nun grundlegend verstanden haben und hatte eine gewaltige Chance vor sich. Denn DOS und damit auch Windows 3.x waren noch antiquierte 16-Bit Betriebssysteme, die mit ihrem mickerigen Adressraum zukünftig nur noch "Mickey-Maus-Computer" unterstützen konnten.

Wer sich nun also mit einem 32-Bit Betriebssystem für die neue Gattung der x86 Personal Computer durchsetzen konnte und die Marktführerschaft erringen, dem war diese Dominanz nicht mehr zu nehmen. Und IBM hatte alle Voraussetzungen und die riesige Chance, damit die Scharte von Anfang der 80er Jahre wieder auszuwetzen.

Denn innerhalb IBMs gab es viele gute 32-Bit Betriebssysteme und so viel Knowhow zur Betriebssystem-Entwicklung, wie mit Abstand in keiner anderen Firma des Planeten. Ich selber war damals als Abteilungsleiter an der Entwicklung des Großrechner-Betriebsystems MVS beteiligt und hatte einige Kontakte zur OS/2 Fraktion.

Genau, OS/2 - denn damit hatte IBM schon das perfekte 32-Bit PC-Betriebssystem, das spätestens mit OS/2 3.0 genannt "Warp" ein rundum gelungenes Produkt und technisch um Welten besser, als das erst später erscheinende, noch voller technischer Krücken steckende Windows 95 war.

Schon 1996 war es aber mit OS/2 faktisch zu Ende, Windows 1995 dominierte alles und IBM stellte seine Versuche ein, damit Marktanteile zu gewinnen. Sie können an andere Stelle die vielen Fehler nachlesen, die da gemacht wurden und die sich im Nachgang teilweise als absurd darstellen.

So konnte sich IBM zum Beispiel nie dafür entscheiden, das Betriebssystem wirklich für die Massen, also auch für Spieler und Kids anzubieten, weil die "Blauhemden-Manager" dazu schlicht keinen Zugang hatten. Die Folge war, dass wichtige Unterstützung für populäre Anwendungen der Zeit fehlte, die teilweise noch auf 16-Bit fussten.

Sie können diese vielen Details des Durcheinanders und der teilweise lächerlichen Fehlentscheidungen woanders nachlesen, die -> Wikipedia hat hier <- eine ganz brauchbare Zusammenfassung dafür:

... Eines der größten Probleme war, dass IBM nun versuchen musste, das Betriebssystem selber zu vermarkten. Als ein typisches Großunternehmen vermarktete IBM seine Produkte zu einem großen Teil an andere Unternehmen und wusste so im B2B-Bereich zu bestehen. IBM hatte jedoch keinerlei Erfahrung damit, Produkte an Endanwender zu verkaufen, und beging dadurch zahlreiche große Fehler ....

... Mit OS/2 Warp versuchte sich IBM an einer neuen Marketingkampagne. Schon zuvor nutzte das Unternehmen intern Begriffe aus dem Star-Trek-Universum als Codenamen und so wollte IBM das Betriebssystem mithilfe von Darstellern aus der Serie offiziell veröffentlichen. Jedoch vergaß das Unternehmen dabei, sich die notwendigen Rechte von Paramount Pictures zu sichern. Paramount drohte mit einer Klage und so musste IBM die geplante Werbekampagne fallen lassen....

... Als IBM bemerkte, dass erste Entwickler Spiele für das Betriebssystem entwickelten und diese eine große Resonanz entwickelten, fasste das Unternehmen den Beschluss, Warp für jugendliche Computerfreaks zu bewerben. Damit stand IBM jedoch im Konflikt zu den bisherigen Kunden des Betriebssystems, die größtenteils Unternehmen waren und ganz andere Anforderungen an das Betriebssystem stellten. Dazu kamen die vor allem in den USA ausgestrahlten und von allen Seiten stark kritisierten Werbevideos, die die Stärken des Betriebssystems überhaupt nicht darstellten, dazu zählte etwa ein Werbevideo, das Nonnen in einem tschechischen Kloster zeigt ...

Ich habe das frustrierende Chaos damals hautnah erlebt, weil ich damals Kontakt zum damaligen OS/2 Chef Richard Seibt hatte, an dem das Scheitern wirklich nicht gelegen hat, sondern an den übergeordneten Strukturen.

Warum ich Ihnen das hier aber erzähle ist, weil die ganzen Fehlentscheidungen in meinen Augen gar nicht ursächlich für das Scheitern waren. Diese Fehlentscheidungen waren nur Symptome des wahren Metaproblems und wenn es diese Fehlentscheidungen nicht gegeben hätte, wären andere gemacht worden.

Das Metaproblem war schlicht, dass IBM von seiner Organisation, seiner Kultur und seinen Menschen her, unfähig war, diese neue Welt zu verstehen, die sich da entwickelte.

Überall sassen ergraute Manager, fraglos immens fähig, wenn es darum ging, Firmen eine perfekte und "state-of-the-art" Infrastruktur hinzustellen, die aber völlig blind dafür waren, wie sie von der kleinen wuseligen Welt der PCs und ganz neuen Marketing-Methoden überrannt wurden.

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Hari Live Stream 21.07.20



15:20 MEZ - ZH2 - ZH3

Im Wochenausblick war ich für meine Verhältnisse ja schon ziemlich deutlich gewesen, was die bullische Richtung angeht. Ein eindeutiges Schwarz/Weiss bietet der Markt ja nie, es kann immer anders kommen, aber die Price-Action deutete doch stark nach oben.

Und genau das passiert diese Woche, egal ob nun die Industrials ziehen oder Tech wie gestern, die Indizes steigen deutlich:

Im Daily sehen wir, dass der SPY nun aus der vermeintlichen Range ausgebrochen ist und neue Verlaufshochs erreicht hat. Die Range ist damit so hinfällig und werde ich in Zukunft nicht mehr zeigen, es war doch mehr eine ausgedehnte Konsolidierung im Aufwärtstrend.

Trotzdem hat dieses Szenario über Woche gute Dienste geleistet, denn es hat uns agnostisch und abwartend gelassen, statt zu stark in eine Richtung zu schauen. Aber seit 2-3 Wochen ist der nun vollzogene Ausbruch nach oben ja schon zu antizipieren und ich habe darüber geschrieben. Die lila Projektion habe ich übrigens unverändert gelassen:

Theoretisch könnte der Markt hier natürlich sofort zurückfallen und das zu einem Fakeout machen. Aber viel wahrscheinlicher erscheint, dass nun die Allzeithochs attackiert werden. Die Dinge sind eben nie Schwarz/Weiss, aber derzeit weiter recht deutlich in Richtung der Bullen verschoben.

Unser Job ist dabeu recht einfach, so wie er das schon seit März ist und lange im 4. Quartal 2019 war. Auf mittelfristiger Ebene ziehen wir unsere Stops unter den letzten Trendtiefs mit nach oben und sind ansonsten bei der "Party" dabei. So einfach.

15:35 MEZ

Es sind die Feinheiten der Botschaften, die die Absicht ausdrücken. Und andienerische "Regierungspresse" titelt solche Überschriften:
-> Merkel sichert Deutschland zusätzliche Milliarde <-.

Sehr witzig, Merkel sagt erst rund 100 Milliarden der deutschen Steuerzahler (im Rahmen der 500) für Programme primär im mediteranen Raum zu und wird dann dafür gefeiert, dass es ein Milliarde weniger wird. Meine Heldin! 😛

Ich will Sinn oder Unsinn dieser EU Maßnahme gar nicht diskutieren, sie ahnen meine Sicht. In einem vereinten Europa mit gemeinsamen demokratischen Institutionen und einheitlicher Steuer- und Wirtschaftspolitik wäre es sinnvoll und hätte meine Unterstützung, in diesem Europa ist es eine Frechheit und letztlich ein erneuter Bruch der bisherigen Verträge.

Aber wie auch immer, solche Schlagzeilen entstehen nicht aus Zufall und sie erzeugen beim durchklickenden Leser auch einen beabsichtigten Eindruck - die Merkel hat es mal wieder "gewuppt" - NOT!

15:45 MEZ - ZH4

Aus IBMs großem Schub sind nun im Handel gerade mal 2.x% Plus geworden. Die Zahlen waren eben nicht absolut durchschlagend, sondern nur relativ besser als die gesenkten Erwartungen.

Wie im Video gesagt, solange IBM nicht diese langfristige, fallende Trendlinie überzeugend nach oben reisst, bin ich weiter nicht interessiert und selbst dann sollten erst einmal die Hochs von Februar fallen, um den Abwärtstrend wirklich zu beenden:

15:55 MEZ - ZH4

Novartis (NOVN) hat ebenso -> indifferent geliefert <-, wie das Chart auch schon vorher aussah. Von meiner Seite kein Handlungsbedarf hier, bestehende Positionen halten und gut ist es:

Und UBS? Nunja, -> ganz nett <- aber nach wie vor für mich kein Grund, die Aktie als Investment in Erwägung zu ziehen:

16.00 MEZ - ZH3

Givaudan (GIVN) hat die hoch gesteckten Erwartungen -> überzeugend erfüllt <-, der Markt war ja auch im Vorfeld sehr überzeugt und irrt sich dann recht selten.

Trotzdem steht natürlich nun eine Konsolidierung im Raum, zu weit war der Kurs wohl schon vorgelaufen:

16:10 MEZ - ZH3

Coca-Cola (KO) und Philipp Morris (PM) kommen nach den Zahlen jeweils positiv in Bewegung. Auch hier muss aber noch einiges mehr passieren, bevor das als grundlegende Richtunhsänderung und Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung eingeordnet werden kann.

Aber es ist immerhin ein Anfang und PM sieht eigentlich so aus, als ob dieser Ausbruch auch bald Realität werden könnte - kurz: "kann man machen". 😉

16:20 MEZ - ZH3

Die Zahlen bei Lockheed Martin (LMT) waren in meinen Augen -> richtig gut <-, der Forecast wird angehoben, wer mach das schon in diesen Tagen?

Demgegenüber ist die Marktreaktion verhalten und das Chart weiter nicht weniger indifferent als oben bei KO und PM.

Ich vermute dass sich hier schon die "Biden-Skepsis" gegenüber dem Sektor zeigt und die hat nicht mit Biden, sondern dem Einfluß des linken Flügels der Demokraten zu tun. Investoren in diesem Sektor sollten sich wie schon gesagt damit arrangieren, dass hier je nach Verlauf der Umfragen vielleicht erst einmal wenig geht:

16:30 MEZ - ZH3

Aktien des Tages sind heute mal wieder BioNTech (BNTX) und Virgin Galactic (SPCE) und dann Opko Health (OPK), First Majestic Silver (AG) und Sonos (SONO)

16:38 MEZ - ZH3

Sektor des Tages ist heute Öl und Gas, praktisch alle Aktien steigen signifikant und im Sektor-ETF XLE sieht man eine kleine, aber nette Wendeformation, die noch die 50-Tage-Linie erobern muss, um formal zu triggern und sich in Gang zu setzen.

Zum ersten Mal seit Juni, traue ich hier dem Sektor eine stärkere Aufwärtsbewegung zu und es könnten sich hier auch kurzfristige Trades ergeben:

16:50 MEZ - ZH1

Ganz lustig wie heute das exakte Gegenteil zu gestern gespielt wird. Big Tech rot, Industrials und Zykliker Grün!

Solange die Indizes im Mittel steigen, dürfte es den Bullen aber recht sein. 😉

17:05 MEZ

Der "Daily Shot" des WSJ hat hier eine nette Übersicht über den Einfluss der "zero fee" Trader bei Robinhood und Co.:

18:00 MEZ - ZH1

Im Nasdaq könnte es heute zu einem Abwärtstrendtag kommen, solange das Minus und Volumen deutlich geringer als gestern bleibt, kein Problem:

Im Russell2000 ist dagegen Erholung angesagt, 1,5% Plus stehen immer noch auf der Tafel:

In Summe keine große Änderung zum Handelstart und einfach eine Sektorrotation auf Tagesbasis, was durchaus zu einem Sommerhandel passt.

Heute Abend kommen noch Texas Instruments (TXN), Intuitive Surgical (ISRG), Snap (SNAP), Interactive Brokers (IBKR) und iRobot (IRBT) mit Zahlen.

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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