Hari Live Stream 05.05.21

Follow Through or not? ZH2

Die große Frage nach dem gestrigen Tag ist, ob der Markt insbesondere im NASDAQ nun ein "Follow Through", also eine Fortsetzung der Schwäche hinlegen kann.

Ich bin völlig mit James DePorre einer Meinung wenn er hier argumentiert:
-> The Market Needs Broader Selling in Order to Return to Health <-.

Es wäre eigentlich wünschenswert, wenn wir jetzt eine klare Bereinigung im NASDAQ bekommen und gerade weil das so ist, befürchte ich dass es eher ein fortgesetztes Gewürge wird.

Im S&P500 Future wird es nun interessant, denn der Index ist nach dem gestrigen Einbruch sofort wieder über die Unterstützung gehüpft und hängt damit an einer für den weiteren Verlauf wichtigen Stelle.

Wenn von hier die Kurse wieder darunter rutschen, dann sind die Chancen für eine Fortsetzung gut, wenn nicht, wars das schon wieder mit der Schwäche:

Ebenso interessant ist das Geschehen im Daily des NASDAQ100. Kann der sofort wieder in die Box zurück?

Wenn nein, wenn diese unvermeidliche Gegenbewegung heute ausläuft und wieder nach unten drehen sollte, dann kann man recht fest von deutlich tieferen Kursen voraus ausgehen:

Also, was heute nach diesem erwartbaren, ersten Rebound passiert, wird Signalcharakter haben. Dass der Rebound kam war zu erwarten, das ist fast ein Reflex eines starken Marktes nach so Einbrüchen.

Was aber nun danach kommt, das ist die richtungsweisende Frage. Schauen wir da besonders aufmerksam hin!

DAX am Scheideweg ZH3

Die exakt gleiche Frage stellt sich wenig überraschend im DAX. Schauen sie auf die Unterstützung die gestern durchschlagen wurde und wo der DAX nun steht. Hop oder Flop?

Wenn ich raten müsste, würde ich beim DAX eher "Hop" sagen, das wars vielleicht schon. Beim NASDAQ bin ich mir da weit weniger sicher.

Indikator ARKK ZH4

Der perfekte Indikator für kleinere Momentum-Aktien dürfte der Cathie Wood ETF ARKK sein, der "ARK Innovation ETF".

Schauen wir mal auf das Weekly und fragen uns, ob das hier fast präzise auf dem 38er Fibo-Retracement ein Boden werden kann?

Hmmm, halten wir zunächst mal fest, dass es derzeit *kein* Boden *ist*.

Halten wir weiter fest, dass die Struktur einen leichten Überhang ins Bärische hat, das riecht danach als ob der Kurs bald eine Etage tiefer will.

Richtig ist aber auch, dass jetzt ein paar wenige Tage von der Unterstützung weg genügen würden, um es zu einem potentiellen Boden zu machen.

Also ja, es ist nicht undenkbar dass der ARKK und damit auch der NASDAQ hier dreht. Und die fallenden Volumina der Abgaben sind eigentlich ein Zeichen der Hoffnung.

Aber zwingend oder naheliegend ist das aktuell noch nicht, die Risiken nach unten sind weiter hoch.

Opfer des gespaltenen Marktes

Ein Opfer des derzeit sehr gespaltenen Marktes mit einem Bärenmarkt bei kleineren Tech-Aktien und einem Bullenmarkt bei Zyklikern sind marktweite Sentiment-Indikatoren.

Schauen sie mal wo -> der bekannte Fear & Greed Index <- nun schwebt, völlig im Neutralen:

Und noch schlimmer, das ganze Jahre 2021 ist das eigentlich schon so und schnurrt nun immer mehr um die Mittelstellung zusammen:

Der Grund ist leicht zu verstehen, es ist diese Spreizung, die sich im Saldo wieder "nettet". Wenn wir einen Fear & Greed Index für Momentumaktien und Zykliker hätten, würde uns der wieder sinnvolle Signale liefern, wobei wir auch so schon wissen, was der aktuell anzeigen würde. 😛

Aktien des Tages ZH3

Conoco Philips (COP)

COP hatte ich im Video von Montag schon als Chance, nach den Zahlen gestern kommt es jetzt wohl genau so:

Activision Blizzard (ATVI)

ATVI ist gestern mit dem NASDAQ weggekippt, dann kamen aber nachbörslich -> gute Zahlen und angehobener Ausblick <- und nun riecht es nach Fakeout:

Das ist auf jeden Fall ein schwieriges und widersprüchliches Chartbild, bei dem man besser Abstand gehalten hätte. Denn egal wie man aufgestellt war, Schmerz hätte man hier fast immer erlitten. Insofern ist das Chart typisch für das Geschehen dieser Tage.

CRH (CRH)

Der Baumaterialien-Konzern CRH zeigt uns wieder, wo derzeit die einfachen und profitablen Charts zu finden sind. Nicht im ARK Innovation ETF, sondern bei den Zyklikern:

Under Armour (UA)

Auch der Sportbekleidungs-Anbieter UA reiht sich in die vielen Retail-Aktien ein, die im Zuge der Rückkehr des normalen Lebens mit guten Zahlen glänzen.

Auch Sport hat natürlich unter Covid gelitten und wird jetzt einen Boom erleben, das Chart kündet davon:

Covestro (COV1)

Auch in Europa dampfen die Zykliker mit voller Kraft voraus, Covestro mit aussichtsreicher Ausgangslage nach Korrektur:

Novo Nordisk (NOVO_B)

Auch Novo Nordisk -> wird optimistischer <-, nun wird sich im Weekly zeígen, ob der Ausbruch gelingen kann:

Deutsche Post (DPW)

Zur Deutschen Post hatte ich im Video argumentiert, dass ein Markt der sich im Vorfeld so eindeutig sicher ist, sich höchst selten dann hinsichtlich der Quartalszahlen irrt - dafür hätte das Management den Markt schon mit zurückgehaltenen Informationen "hinters Licht" führen müssen.

So ist es bei der Deutschen Post gekommen, -> die Prognose wird angehoben <- und die Vorfreude weicht nahtlos der Begeisterung danach:

Welcher Index wofür?

Im Forum war gerade eine Frage, deren Antwort wahrscheinlich für einige Mitglieder interessant sein dürfte. Es geht um die Frage, warum ich manchmal Indizes, manchmal große ETFs wie den SPX und manchmal die Futures benutze.

Hier die Frage:

Gestern hattest du ja erwähnt, daß es sich anbietet mit ETFs auf den S&P500 (ETF SPY) zu arbeiten, weil diese ein Volumen im Gegensatz zum Index S&P500 anzeigen. So weit, so gut.

Teilweise verwendest Du zum Visualisieren aber auch den Future des S&P500 sowie die Micro E-Mini Futures auf den S&P500.

Hat das einen besonderen Hintergrund? Warum verwendest Du nicht immer den ETF SPY?

Die Frage bezieht sich auf meine gestrige Argumentation im Stream, warum ich den SPY in Darstellungen oft dem Index selber vorziehe, siehe -> hier <-:

Man nehme also ein Tool wie Tradingview und wähle den ETF SPY als den größten S&P500 ETF aus, weil man via ETF verlässlichere Volumendaten bekommt, als bei den Indizes, wo die Broker das "irgendwie" berechnen - mit der Betonung auf "irgendwie", weil ein Index ja gar nicht wirklich gehandelt wird und daher formal auch kein Volumen hat.

Daraus ergibt sich dann die obige Frage. Die Antwort ist einfach, wie immer: "it depends". 😛

Denn der Future hat andere Vorteile, er zeigt die Kurse über 23 Stunden und zeigt uns damit auch die vor- und nachbörslichen Kurse und stellt nicht alles als Gap dar. Der SPY und Index ist dagegen nur von 15:30 bis 22:00 MEZ relevant.

Außerdem hat der Future selber "echtes" Volumen, das aber nicht so verlässlich wie das Volumen der Indizes ist, denn es sind andere Marktteilnehmer die mit Präferenz im Future handeln. Wenn die Markt-Elefanten abladen - und das wollen wir ja sehen wenn es passiert - dann müssen die über den echten Markt abladen, soweit sie sich nicht durch Darkpools verbergen können.

Also "it depends" bedeutet:

  • Wenn es primär darum geht den Index in Präzision im Kursverlauf darzustellen, nehme ich den Index selber.
  • Wenn es primär darum geht, das Volumen sauber herauszuarbeiten, greife ich zum liquidesten S&P500 ETF dem SPY.

  • Wenn es primär darum geht, einen kontinuierlichen Kursverlauf darzustellen, greife ich zum Future.
  • Und wenn es darum geht, vor- oder nachbörsliche Kurse darzustellen, habe ich gar keine andere Wahl als zum Future zu greifen.

Alles klar?

Entscheidung gefallen? ZH2

So liebe Mitglieder, nach dieser langen Lunte die sofort wieder gekauft wurde und faktisch das Gapfill aus Intraday-Sicht darstellte, könnte die Richtungsentscheidung für den Tag gefallen sein:

Zumindest der SPX will also heute kein unmittelbares "Follow Through" zeigen und damit sind wir vielleicht wieder im weit schwierigeren Szenario eines kleinen "V" und eines gestrigen Fakeouts. Im NASDAQ ist die Lage dagegen weiter diffus und keineswegs klar.

Es bleibt weiter schwierig, lassen wir uns also vom Markt zu nichts zwingen und warten mal ab was jetzt weiter passiert. Ich rechne durchaus mit weiteren Überraschungen in den kommenden Tagen, es ist derzeit fast unmöglich marktübergreifend eine klare Richtungsaussage zu machen, was ich ja oben auch mit dem Fear & Greed Index gezeigt habe. Auf Ebene der Sektoren dagegen, gibt es viel eher klare Botschaften.

Damit schliesse ich für heute, morgen Vormittag kommt wieder ein Artikel und am Nachmittag der Stream.

Wenn sie wissen wollen, was ich derzeit am Markt mache, ist die Antwort: *wenig*. Ich lasse mich vom Markt zu nichts zwingen, darüber bin ich lange hinaus, das ist das was ich "abgezockt" nenne. Und ich weiss auch ganz genau, dass der Markt auch noch morgen da ist und jede Woche neue Chancen entstehen, ich habe also keinen Grund zu glauben, dass ich irgendetwas verpassen würde.

In diesem Sinne bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Von Dow 20.000 und obskuren Indizes



Guten Morgen!

Für die neuen Mitglieder unter Ihnen, die nicht wissen, warum wir hier immer nur über den marktbreiten S&P500 reden und nie über den Dow Jones Index (DOW), sei erneut erklärt warum.

Der DOW ist ein Anachronismus, ein obskurer Index ohne eigene Aussagekraft. Seine Bedeutung, hat er alleine aus historischen Gründen, also seiner langen Existenz seit 1896.

Das Problem des DOW besteht aus zwei Teilen:

Erstens der Tatsache, dass er nur aus 30 Aktien wie der DAX besteht. Das ist einfach nicht breit genug, um ernsthaft den breiten Markt zu repräsentieren, der S&P500 mit seinen 500 grössten US Aktien, ist dagegen eine sinnvolle Repräsentierung des US Aktienmarktes.

Dieses Problem hat der DAX offensichtlich auch und wenn wir seinen Verlauf mit dem des MDAX vergleichen, sehen wir auch schnell, dass der DAX keine valide Repräsentierung des deutschen Aktienmarktes ist. Genau genommen ist auch der DAX als Index fragwürdig, zumal er als "Performance Index", der Dividenden inkludiert, sowie die grosse Ausnahme ist und daher vom Verlauf her immer besser aussieht, als er relativ zu den anderen Indizes tatsächlich war.

Wir haben aber in Deutschland keine Alternative wie den S&P500. Sicher gibt es breitere Indizes, wie zum Beispiel den CDAX, der das ganze deutsche Aktienuniversum abdeckt. Bei Indizes gilt aber die Regel, dass nur relevant ist, was auch beobachtet wird. Denn nur Indizes, die die Anleger vor Augen haben und auf die es viele Derivate und ETFs gibt, haben auch Aussagekraft im Sinne der Marktmuster. Insofern müssen wir hier weiter mit dem DAX leben, auch wenn er "obskur" ist.

Zweitens hat der DOW aber noch ein zusätzliches Problem. Er ist nicht nur ein Kursindex, das wäre nicht schlimm, das sind fast alle Indizes ausser dem DAX. Er ist auch ein sehr obskurer Kursindex, weil er preisgewichtet ist, also die Gewichtung im Index nicht über die Marktkapitalisierung erfolgt, wie das alle brauchbaren Indizes tun, sondern rein über den Kurs.

Heisst konkret: Stellen wir uns theoretisch vor, eine kleine Aktie mit nur 2 Milliarden Marktkapitalisierung, hat eine Kurszahl von 20.000, weil dort nie Splits gemacht wurden oder weil die Aktie von Anfang an so angelegt war.

Wir als nicht völlig Ahnungslose wissen, dass diese Kurszahl völlig irrelevant ist, es könnten auch 2 Millionen USD oder 2 USD als Kurs sein und würde keinen Unterschied machen. Entscheidend ist immer die Marktkapitalisierung, ob sich diese dann als 100.000 Aktien je 20.000 USD oder als 1.000.000.000 Aktien je 2 USD darstellt, macht keinen Unterschied, das Unternehmen ist immer noch das Gleiche.

Im DOW macht es aber einen Unterschied. Würde diese Aktie in den DOW aufgenommen, würde diese den DOW völlig dominieren und weit höhere Anteile als alle die Schwergewichte darin haben, weil der DOW bei der Gewichtung nur auf den Kurswert und nicht auf die Marktkapitalisierung geht.

Das ist übrigens auch der Grund, warum -> Apple solange nicht im DOW war <- und warum heute auch eine Google oder eine Berkshire Hathaway nicht enthalten sind. Die reine Zahl auf der Kurstafel ist zu hoch. Ein Split wie bei Apple, würde das beheben, dann würden auch diese Aktien dabei sein.

Wenn wir uns hier die -> konkrete Gewichtung der DOW Aktien <- anschauen, sehen wir auch welche absurden Konsequenzen das hat.

Der höchst gewichtete Wert ist nun Goldman Sachs, mit 98 Milliarden Marktkapitalisierung. General Electric aber, mit 287 Milliarden Marktkapitalisierung dreimal so gross und viel repräsentativer, hat nur einen Bruchteil der Bedeutung im DOW. Warum? Erneut, nur weil die Zahl auf dem Kurszettel kleiner ist.

Absurd? Ja das ist es und deshalb ist der DOW "obskur" und völlig unbrauchbar als Index. Den vergessen wir einfach. Fast .....

Denn dummerweise wird er immer noch beobachtet. Gerade für die Mainstream-Presse, also die Berichte die ausserhalb der Börsen-Community gelesen werden, ist der DOW immer noch *der* zentrale Index und es gibt nach wie vor eine Reihe von Derivaten und ETFs auf ihn.

Und deshalb hat er weiter Bedeutung, eben weil er beobachtet wird. Und dieser DOW ist nun ganz knapp unter 20.000, der grossen runden Zahl:

Und damit haben wir hier eine klassische Situation, in der der Markt nun die glatte Zahl einfach sehen will. Erst jetzt, wenn es - vielleicht heute - *PLING* macht, ist der Markt wieder frei zur Korrektur anzusetzen.

Und dass diese überfällig ist, wissen wir. Ein Blick auf den Measured Move der Bewegung beim DOW zeigt übrigens, dass die Chance für ein ganz typisches Überschiessen besteht und dann ist eine Korrektur fast unvermeidlich, die sich nach dem aktuellen Verlauf ideal in die Woche nach Weihnachten und vor dem Jahreswechsel einordnen würde.

Heisst konkret: Erwarten wir nun nach DOW 20.000 den kleinen, gesunden Dip - gute Chancen hat er vom 27. - 30.12. diesen Jahres.

Dieser wäre sehr positiv zu sehen und würde den Jahresanfang noch aussichtsreicher machen. Ich rechne 2017 sowieso weniger mit einem Einbruch zum Beginn des Jahres, sondern eher mit einem normalen Verlauf. Und historisch "normal" ist Stärke in der ersten Januarhälfte, erst danach wird es wieder kitzeliger.

So weit zur Einordnung der Lage, der Rally sollten nun also langsam die Luft ausgehen, auch im DAX. Richtig bärisch, muss man deswegen aber nicht werden, die Chancen auf einen positiven Jahresbeginn 2017, sind im Gegensatz zum letzten Jahr vorhanden.

Was haben wir sonst noch am heutigen Morgen?

Nicht viel, der Markt wird immer ruhiger, so wie sich das vor Weihnachten gehört und das Volumen sinkt. Wie ich gestern schon sagte, ist das nun nicht mehr die Zeit, um aggressiv einzelne Trades zu fahren, das ist die Zeit des Nachdenkens und bald kommt die Zeit der grossen Repositionierung für 2017.

Eine positive Chartstruktur hat übrigens weiterhin die Deutsche Bank. Idealtypisch wäre nun das unter (1), denn das würde dann weiter zu (2) führen:

Sollte aber nun vor Weihnachten noch die Meldung der Einigung mit der US Administration kommen und die Strafe im begrenzten Rahmen bleiben, dann geht die Aktie wohl direkt nach oben durch. Zu sicher, würde ich auf diese "Schulter" also nicht wetten wollen.

So weit heute früh, ich komme immer mehr in "Weihnachtsstimmung" und freue mich darauf, mal gar nichts in Sachen Börse zu machen, nur zu lesen, zu schauen, zu laufen und meine Lieben zu drücken.

Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wat is ene Hedge?



Immer wieder werden im Premium-Bereich auch Grundlagen und Techniken besprochen. Hier stelle ich einen Artikel dem freien Bereich zur Verfügung, der Anfängern den Begriff des "Hedgings" näher bringen soll.

Viel Spass damit und gute Erkenntnisse!

Ihr Hari

------------------

Es gibt ja Begriffe, die lösen geheimnisvolles Geraune unter Aussenstehenden aus. Und wenn jemand auf einer Party so ganz lässig nebenbei erwähnt, dass er seine Finanzanlagen im Angesicht der Risiken nun "gehedged" hätte, ist ihm die Aufmerksamkeit der Teilnehmer sicher.

Denn das "muss" dann ja ein Finanzprofi sein - Gordon Gekko ist wieder auferstanden! Ganz instinktiv schaut man dann zum Fenster heraus, ob man dessen Aston Martin nicht vielleicht irgendwo sehen kann. 😉

Merken Sie sich also, wenn Sie wichtig, reich und klug erscheinen wollen, nehmen Sie das Wort "Hedge" in den Mund. Denken Sie dann aber auch daran, die Haare gegelt nach hinten zu kämmen! 😛

An meinem Sarkasmus erkennen Sie schon, dass sich hinter dem Begriff etwas weit Profaneres verbirgt, man muss es nur verstehen. Wissen ist und bleibt halt Macht!

Vielleicht liegt das "Geheimnisvolle" ja auch daran, dass das "Hedging" in seiner Urform von den Rohstoffmärkten kommt, wo sich zum Beispiel Produzenten den aktuellen Preis über die Saison mit einem Hedge sichern. Da Otto Normalanleger aber eher selten direkt mit "Schweinehälften" und "Mais" handelt, ist das "Hedging" dort eher unbekannt, obwohl es auch bei normalen Anlegern mit grossen Depots, seinen Sinn haben kann.

Das ist damit doch mal wieder ein Fall für Lehrer Bömmel, der heute die berechtigte Frage stellt: "Wat is ene Hedge?"

Zunächst einmal fragen wir uns, was das Wort eigentlich bedeutet. Es bedeutet "Hecke" und wird daher verwendet um zu beschreiben, dass man sich gegen etwas "schützt" oder "absichert".

Und genau das ist ein Hedge, es ist letztlich ein Absicherungsgeschäft, in dem man ein Asset mit einer gegenläufigen Position im Depot neutralisiert, den aktuell erreichten Kurs also sozusagen "zementiert".

Und damit sind wir auch schon beim Kern, denn nun könnte jeder sofort aus der Hüfte fragen, was das denn bringen soll? Denn Eins minus Eins, ist halt wieder Null!

Die Kunst beim guten "Hedging" ist aber, das Absicherungsgeschäft so zu machen, dass die Kursschwankungen zwar begrenzt werden, im Saldo aber ein Plus heraus kommt.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel.

Weiterlesen ...

Wat is ene Hedge?



Es gibt ja Begriffe, die lösen geheimnisvolles Geraune unter Aussenstehenden aus. Und wenn jemand auf einer Party so ganz lässig nebenbei erwähnt, dass er seine Finanzanlagen im Angesicht der Risiken nun "gehedged" hätte, ist ihm die Aufmerksamkeit der Teilnehmer sicher.

Denn das "muss" dann ja ein Finanzprofi sein - Gordon Gekko ist wieder auferstanden! Ganz instinktiv schaut man dann zum Fenster heraus, ob man dessen Aston Martin nicht vielleicht irgendwo sehen kann. 😉

Merken Sie sich also, wenn Sie wichtig, reich und klug erscheinen wollen, nehmen Sie das Wort "Hedge" in den Mund. Denken Sie dann aber auch daran, die Haare gegelt nach hinten zu kämmen! 😛

An meinem Sarkasmus erkennen Sie schon, dass sich hinter dem Begriff etwas weit Profaneres verbirgt, man muss es nur verstehen. Wissen ist und bleibt halt Macht!

Das ist damit doch mal wieder ein Fall für Lehrer Bömmel, der heute die berechtigte Frage stellt: "Wat is ene Hedge?"

Zunächst einmal fragen wir uns, was das Wort eigentlich bedeutet. Es bedeutet "Hecke" und wird daher verwendet um zu beschreiben, dass man sich gegen etwas "schützt" oder "absichert".

Und genau das ist ein Hedge, es ist letztlich ein Absicherungsgeschäft, in dem man ein Asset mit einer gegenläufigen Position im Depot neutralisiert.

Und damit sind wir auch schon beim Kern, denn nun könnte jeder sofort aus der Hüfte fragen, was das denn bringen soll? Denn Eins minus Eins, ist halt wieder Null!

Die Kunst beim guten "Hedging" ist aber, das Absicherungsgeschäft so zu machen, dass die Kursschwankungen zwar begrenzt werden, im Saldo aber ein Plus heraus kommt.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Nehmen wir an, Sie hätten ein Depot mit einer grossen Position des S&P500 und Sie wollten das mit einem Hedge absichern. Dann wären Sie in diesem Jahr hervorragend damit gefahren, neben die Long-Position des S&P500, eine Long-Position auf Gold zu stellen.

Denn immer wenn in 2016 wegen systemischen Ängsten der S&P500 fiel, ist Gold deutlich gestiegen und hat damit den Verlust des Depots gedämpft. Wenn der S&P500 aber wieder stieg, ist Gold nicht mehr im gleichen Masse gefallen.

Am Ende hatten Sie so also ein Depot, das recht wenige Schwankungen hatte und Sie gelassen einfach vor sich hin laufen lassen konnten, wo andere in Hektik geraten sind. Ein Depot, das aber trotzdem ein dickes Plus im Saldo generiert hat. Das wäre ein idealer "Hedge", die beste aller Welten sozusagen!

Dieses Prinzip kann man ausdehnen, sich intensiv mit Korrelationen zwischen Asset-Klassen beschäftigen und so komplexe Hedges aufbauen. Das soll hier aber nicht Thema sein. Denn jedes einfache Prinzip, kann man auch "aufbohren" und für komplexe Szenarien nutzen.

Hier bei Lehrer Bömmel, will ich Ihnen aber die einfachste Art und Weise nahe bringen zu "hedgen", die auch für normale Anleger mit grösseren Depots Sinn machen kann.

Schon die Aufstellung mit S&P500 und Gold oben ist etwas komplexer, weil man sich mit Korrelationen auseinander setzen muss. Es geht aber noch viel einfacher, ein Hedge kann eine ganz simple Absicherung eines grösseren Depots sein.

Nehmen wir mal an, Sie haben ein Depot aus US Aktien und weil Sie der Meinung sind, dass in Kürze eine scharfe Korrektur beginnt und dieser "Hari" so skeptisch und kritisch zur Marktlage schreibt, wollen Sie temporär aus dem Markt aussteigen, um die Korrektur zu umgehen.

Im ersten Szenario, haben Sie nur eine Aktie im Depot. Welchen Vorteil sollte es hier haben, eine gleich grosse Short-Position im S&P500 aufzubauen? Keine. Das wäre völliger Quatsch.

Denn mit dem Hedge sind ja Opportunitätskosten verbunden. Was Sie hier also in Vorbereitung der Korrektur tun ist, einfach Ihre Aktie zu verkaufen oder zumindest die Position zu verringern. Fertig.

Im zweiten Szenario, haben Sie nun fünf Aktien im Depot. Macht hier eine Gegenposition als "Hedge" Sinn? Hmmm, hmmm. Schwerlich, sicher mehr als im ersten Szenario, aber die Opportunitätskosten des Hedge dürften immer noch die geringe Handarbeit überwiegen, halt 5 Aktien direkt zu verkaufen oder verringern.

Ein Problem beim Hedge ist ja immer auch, dass er sich eben nicht so exakt wie die Aktien verhält. Wenn Sie 5 Aktien Long sind und mit einem Short auf den S&P500 "hedgen", kann es Ihnen im schlimmsten Fall passieren, dass die Aktien fallen und der S&P500 steigt und somit Ihr Short auf den S&P500 als Hedge auch nicht funktioniert. Denn ein Index ist ein Index und die einzelne Aktie muss nicht perfekt zum Index korreliert sein.

Im dritten Szenario, haben Sie aber 20 oder mehr, wohl ausgewählte und diversifizierte Aktien im Depot, von denen Sie fundamental überzeugt sind. Hier macht es jetzt Sinn, statt all diese Aktien einzeln anzufassen, einfach eine zentrale Short-Position im S&P500 als Gegenposition aufzubauen.

Es macht Sinn, weil es schneller geht, weil es billiger ist und weil Sie so agiler auf die Marktbewegungen reagieren können.

Und es ermöglicht etwas ganz Zentrales. Es ermöglicht, die fundamentale Entscheidung für eine Aktie, vom notwendigen Markttiming zu trennen, mit dem man grossen Einbrüchen aus dem Weg gehen kann.

Sie können die Entscheidung für die Aktien also einmal treffen und dann lange nichts daran ändern. Aus Sicht der Aktien, machen Sie also "Buy and Hold". Die Marktmechanismen bilden Sie statt dessen invers in Ihrem Hedge ab, ohne die Aktien je wieder anzufassen.

Das ist eine sehr elegante Methode, die auch hilft fundamentale Selektion von Markt-Timing zu trennen.

Nur Eines muss klar sein. Die prinzipielle Timing-Entscheidung, wann es Zeit ist "raus" zu gehen, müssen Sie im Hedge genau so treffen, wie in der Aktie selber. Nur halt invers und zentral an einer Stelle für alle Positionen im Depot. Nur darin liegt der Vorteil!

"Hedging" ist also eigentlich ganz einfach. Es ist weder das Zeichen eines Gordon Gekko, noch ist es der heilige Gral, der Ihnen sichere Gewinne verschafft. Wenn Sie eine Position hedgen, wird Ihnen auch die Timing-Entscheidung nicht abgenommen. Statt im Asset selber, müssen Sie die Timing-Entscheidung jetzt halt im Hedge invers treffen.

Der grosse Vorteil ist, dass Sie ein komplexes Depot mit einer einzigen Transaktion und damit sozusagen "mit einem Fingerschnippen", neutralisieren können, wenn es die Marktlage erfordert. Und wenn die Signale wieder auf Grün drehen, lösen Sie den Hedge mit einem weiteren Fingerschnippen auf.

Diese Technik nutze ich in meinem Investment-Depot selber intensiv. In der Regel nutze ich dafür Index-CFDs, mit denen ich leicht und schnell Short gehen und eine Gegenposition aufbauen kann. Das heisst aber nicht, dass Index-CFDs nun die "beste" oder "einzige" Wahl wären. Jede Methode, mit der man elegant auf einen ganzen Markt oder Sektor Short gehen kann, tut es auch.

Ich hoffe, diese Worte haben geholfen, etwas die Luft aus dem "grossen Geheimnis" zu lassen.

Ihr Hari

[Nachtrag 2019: Nun nutze ich statt Index-CFDs primär die Micro E-Mini Futures zum Hedging]
-> CME Micro E-Mini Futures <-

[Nachtrag 2020: Durch die von Scholz forcierten Gesetzesänderungen ist Hedging für Privatanleger ab 2021 praktisch tot]

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Raptoren im DAX

Der folgende Beitrag ist ein kleiner Auszug aus Hari Live von gestern Dienstag 06.01.15 14:30

Ich weiss nicht, ob Sie es bemerkt haben, aber wir hatten heute im DAX wieder so einen massiven Fakeout - ohne Sinn und Verstand sozusagen.

Derartiges Geschehen beobachte ich nun zunehmend im DAX und denke, dass dahinter wahrscheinlich aggressive Raubtier-Algorithmen stehen, sozusagen die "Raptoren des DAX Handels".

Schauen Sie mit mir mal auf das Intraday Chart des DAX Futures:

DAX 06.01.15

Sie sehen eine perfekte Wende, die sich da andeutete. Ich hatte diese heute früh angekündigt und sie ist ja nun auch gekommen, wir sind im DAX nun Stand 14:30 Uhr unter 9600 und damit genau da, wo ich die Gegenbewegung vermutet hatte.

Nur um ziemlich genau 09:38 Uhr brach der DAX "ohne Sinn und Verstand" massiv ein. Einfach aus dem Nichts, ich kann dafür keinen Auslöser verorten. Der S&P500 hat diesen Einbruch auch nicht bestätigt und sich im Zeitraum kaum bewegt, da war also nichts Relevantes. In anderen europäischen Märkten sieht man auch solche Effekte, wenn auch oft schwächer, das können aber "Schatten" der DAX Bewegung sein, denn die Märkte sind durch automatische Handelssysteme miteinander verknüpft.

Auffällig ist einfach, dass damit eine ganz logische Erholungsbewegung noch einmal abgeschossen wurde und alle frühen Bullen vernichtet wurden, obwohl die Bewegung danach doch wie geplant und als ob nichts passiert wäre, abgelaufen ist.

Ich erinnere mich besonders an den denkwürdigen 16.10.14, als der DAX auf der wichtigen Unterstützung von 8500 sass und ganz klar für einen deutlichen Rebound reif war. Auch an dem Tag kam am Vormittag dann noch ein massiver Einbruch "ohne Sinn und Verstand", der alle frühen Bullen zerstörte und danach, am Nachmittag begann dann - initiiert durch die Wallstreet - doch die V-förmige Bewegung, die den DAX in kurzer Zeit von 8.354 bis über 10.000 Punkte brachte.

Eine gewaltige Rally also, bei der alle besonders gekniffen waren, die eigentlich richtig positioniert waren und dann aber durch diesen plötzlichen Einbruch rausgekegelt wurden und den Einstieg nicht mehr schafften. Aber auch in den folgenden Wochen, habe ich im kleineren Massstab im DAX immer wieder solche Fakeouts am Vormittag erlebt, bevor dann eine echte Erholungsbewegung einsetzte.

Es ist mir unmöglich die Quelle dieser Bewegungen genau zu verorten, ganz klar ist aber für mich, dass das kein normales Marktgeschehen ist, sondern hier grosse Kräfte ihr Spiel mit den Anlegern treiben. So viel gehört im vormittäglichen Handel im DAX gar nicht dazu, der DAX ist halt einfach nur ein Index der zweiten Reihe mit beschränktem Volumen und ein Algo, der gut getimed und mit genügend Feuerkraft, den Index an der richtigen Stelle über die Klippe schiebt und dabei vielleicht noch Zugriff auf die Order- und Stopdaten hat, kann schnell eine Kaskade der Verkäufe in Gang setzen und davon selber profitieren, weil er unten - nach der Kaskade - wieder covered und die Gewinne einstreicht.

Für uns bedeutet das Geschehen ein weiteres klares Indiz dafür, dass wir uns bei mittelfristigen Trades von im System liegenden und Intraday scharf geschalteten Stops mehr und mehr verabschieden müssen. Nur bei echtem Intraday-Handel kann man darauf trotz dieser Einflüsse nicht verzichten.

Ich selber traue mich mit Stops im System eigentlich nur noch an die sehr liquiden S&P500 und NASDAQ heran, die noch am verlässlichsten und ruhigsten agieren. Im DAX und bei Einzelaktien, stelle ich bei mittelfristigen Anlagen aber zunehmend auf Stops auf Basis von Tagesschlusskursen um, die ich händisch kurz vor Handelsschluss in die Wege leite. Diese Technik ist mit mehr Disziplin und Zeitaufwand verbunden, schützt aber dagegen, durch solche Spielereien wie heute permanent rasiert zu werden.

Denn es gibt fast nichts Schlimmeres, als den Markt auf den Punkt exakt antizipiert zu haben und dann durch solche Eingriffe doch heraus geworfen zu werfen, bevor genau das passiert, was man sowieso erwartet hatte. Der Begriff "Raptoren" ist für diese Art Algos völlig zutreffend.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

US Transportation Sektor als Wirtschaftsindikator

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 28.05. auf Hari Live

Wissen Sie, was ein starker Indikator dafür ist, dass wir es in den US mit einem echten Aufschwung zu tun haben und nicht nur mit einer FED induzierten Rally ? Und wissen Sie, dass dieser Indikator in den letzten Wochen des Seitwärtsmarktes beständig nach oben gezogen ist und damit eigentlich den jetzigen Ausbruch vorweg nahm ?

Es ist der US Transportation Sektor, hier dargestellt anhand des -> iShares Transportation Average ETF (IYT) <-, in dem sich FedEx und Co. tummeln. Dieser ETF bildet den -> Dow Jones Transportation Average Index <- nach, der 1884! kreiert wurde und damit sogar noch älter als der "Dow Jones Industrial Average" (DOW) ist.

Dieser Transportation Index ist deshalb ein guter Indikator, weil man von der Menge der transportierten Güter, sinnvolle Schlüsse auf die wirtschaftliche Aktivität ziehen kann.

Jetzt wird dieser Index in seiner absoluten Höhe, natürlich auch vom generellen Trend hin zu mehr Versand und Paketen bestimmt, von dem auch eine Deutsche Post profitiert. Insofern braucht man aus dem gegenüber 2007 deutlich höheren IYT nicht zu schliessen, dass die wirtschaftliche Aktivität aktuell viel höher als 2007 sei.

Aber abseits von absoluten Werten, lässt sich relativ eine klare Aussage ableiten. Der ETF hat klar signalisiert, dass die Wirtschaft in den US keine wirkliche Delle erfahren hat und das hat Crash-Szenarien noch unwahrscheinlicher gemacht, als sie sowieso schon waren.

Schauen Sie auf die Stabilität und bullische Struktur des IYT im Tageschart, während die Indizes ihr Zick-Zack der letzten Wochen vollzogen:

IYT 28.05.14

Und auf den beeindruckenden Langfrist-Trend im Wochenchart:

IYT 28.05.14 w

Die Botschaft ist klar, die US Wirtschaft befindet sich auf einem positiven Weg.

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***