K+S und die Signale des Marktes

Der folgenden Beitrag erschien Montag 16.03.15 17:10 in Hari Live

Erinnert sich noch jemand an das Uralkali Desaster des Sommers 2013, das bei einem Kurs von 25€ bei K+S zu einem schlimmen Einbruch führte?

Und erinnern Sie sich, wie ich K+S dann für Monate auf der "Igitt-Liste" hatte und mich immer wieder über die gierigen Anleger mokiert habe, die ohne Hintergrundinformationen permanent auf den sofortigen Rebound wetten wollten, weil "Fallen Angels" leider auf unsere Hirne so eine klebrige und ungesunde Anziehungskraft entfalten?

Nein, egal ob bei K+S, oder Öl, oder oder, nach solchen massiven und fundamental begründeten Einbrüchen, braucht der Markt fast immer Zeit sich einzuschwingen und wer zu früh zugreifen will, liegt von kurzen Gegenbewegungen abgesehen, meistens falsch. Eine grundlegende Wende aus solchen Einbrüchen braucht Zeit.

Ende 2013 habe ich dann K+S von der "Igitt-Liste" runter genommen und wieder neutral betrachtet, aber einen Grund sich damit als Aktie zu beschäftigen, gab es in ganz 2014 trotzdem weiterhin nicht. Und ich bin auch heute nicht drin und habe es auch nicht vor, einfach weil meine Augen woanders hin gerichtet sind und ich der Wettbewerbsfähigkeit von K+S weiter nicht traue.

Denn die aktuelle Stärke ist zu einem guten Teil ummittelbare Folge des Eurokurses. Denn so wird der Nachteil von K+S, dass die Produktionsstätten in einem Hochlohnland mit höheren Kosten liegen, auf dem Weltmarkt zu einem Vorteil und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich gegenüber den Mitbewerbern. Dann hat sich der Kalipreis in Dollar noch etwas erholt und die Kosteneinsparungen im operativen Geschäft haben ihre Wirkung, so dass in Summe nun eine Menge positiver Faktoren zusammen kommen.

Trotzdem ist K+S als Aktie derzeit für mich primär eine Wette auf einen schwachen Euro und den Euro kann ich direkt auch anders handeln. Und unklar ist mir, wie sich der Euro-Absturz auf das Legacy Projekt in Kanada auswirkt, denn hier sollte der eigentlich alles teurer machen.

Aber alle diese Überlegungen sind letztlich irrelevant und tragen nichts zum Markterfolg bei. Denn am Beispiel K+S kann man in Perfektion vorführen, dass das Chart die entscheidenden Informationen hatte und man nur den Mustern des Charts hätte folgen müssen:

K+S 16.03.15

Wir sehen nämlich, wie sich Mitte Januar, mit dem abzeichnenden QE der EZB, ein sehr wichtiges Signal ergab.

Erstens hatten wir bei K+S eine deutliche iSKS mit Nackenlinie fast genau bei der ominösen 25€ Linie. Und zweitens kam da auch noch die langfristige Abwärtstrendlinie runter.

Es war also im Chart ganz eindeutig zu sehen, dass ein Ausbruch darüber hohe Bedeutung haben würde. Ich habe das damals auch gesehen und die Mitglieder im Post von Donnerstag 22.01.15 16:25 in Hari Live auf die sich entwickelnde Situation hingewiesen.

Aber ich habe mein Augenmerk in den folgenden Tagen dann auf andere Aktien und Sektoren gelegt, denn ganz viele Titel sahen ja identisch aus und sind seit dem hervorragend gelaufen. Denn wie gesagt, der Euro und das QE der EZB ist hier die dominante Kraft, das kann man im Chart klar sehen. Mit den positiven Erwartungen an die EZB kam der Schub. Andere Erwägungen, wie eine Preisstabilisierung im ganzen Sektor, waren für diesen massiven Schub wohl eher zweitrangig.

Fazit:

Wie der DAX, hat K+S den Measured Move der iSKS schon lange überschritten und ist überreif für eine Korrektur. Trotzdem ist das ein klar bullisches Chart und wer sich für die Aktie interessiert, kann den nächsten Dip wohl kaufen. Im Klaren sollte man sich aber darüber sein, dass das in hohem Masse eine Wette auf einen weiter schwachen Euro ist und dass die grundsätzliche Problematik, der hohen Abhängigkeit von einem zentralen Marktpreis, nach wie vor bei K+S gegeben ist.

Was aber das Chart von K+S auf jeden Fall ist, ist eindrucksvoller Ausdruck der Stärke des "Folge dem Markt" Prinzips. Das Chart hat uns alle relevanten Informationen schneller geliefert, als jede Analyse der fundamentalen Lage.

Und das Chart sagte bis Ende 2014, dass K+S als Aktie nicht interessant war. Mitte Januar kam dann aber das deutliche Signal, dass man nicht übersehen durfte, wenn man sich für diese Aktie interessierte.

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Neubewertung bei First Solar

Der folgende Beitrag erschien schon Mittwoch 25.02.15 16:30 in Hari Live

Noch so ein Volltreffer der letzten Wochen ist ja First Solar (A0LEKM, FSLR). Ich hatte hier in Hari Live aufgrund der Wendeformation im Chart am Montag 02.02.15 15:45 - also vor drei Wochen - einen Einstieg indiziert.

Bitte schauen Sie unten noch einmal, wie ich das Chart damals dargestellt hatte, denn es ist ein Musterbeispiel aus dem Lehrbuch, wie solche Wenden ablaufen können und vor allem bis wann wir warten, um bewusst einzusteigen.

Nun hatte First Solar ja gestern durchschnittliche Zahlen und hat trotzdem nichts von den massiven Gewinnen abgegeben. Und legt aktuell noch einmal 6% nach.

Was wir hier erleben ist also eine Neubewertung des Marktes einer Aktie, die er bisher im Vergleich zu den Retail-Spezialisten des Sektors nicht so gerne mochte. Aber die Kombination des Apple-Deals und der Auslagerung unattraktiver Assets in eine "Yield-Co", generiert nun Phantasie und damit eine Überarbeitung der Erwartungen des Marktes.

Das Ergebnis sehen wir nun im Chart, der eindrucksvolle Volumenschub unterstützt dabei die Sicht einer Neubewertung. Ich habe hier den 02.02. markiert, den Zeitpunkt des Einstiegs:

FSLR 25.02.15

Wir sehen hier ein Beispiel, wie ein Bewegungsziel (Measured Move) bei gut 50 USD erreicht wurde, dann aber durch die überraschende Nachricht zur "Yield-Co" massiv überschritten wurde. Alle Formen der Markttechnik, können natürlich nur das vorhandene Wissen reflektieren - Überraschungen sind eben Überraschungen.

Wir sehen nun aber auch, dass es Sinn macht davon auszugehen, dass die Aktie nun bald bei ca. 60 USD auch wieder erst einmal zum Halten kommt. Stellen wir uns nun vor, dass das grosse Gap noch geschlossen würde, dann hätten wir eine übergeordnete, gewaltige inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS) mit einem Measured Move über 80 USD! Stellen wir uns alternativ vor, dass das Gap nicht geschlossen würde, hätten wir ein massiv bullisches "Island Reversal" vor uns. Wenn die Aktie nun nicht sofort wieder einbricht, sieht die technische Lage also ausgezeichnet aus.

Bei einer neuen, grossen iSKS mit Nackenlinie 60 USD sind wir aber noch nicht und eine Aktie die einer Neubewertung unterzogen wird, kann auch durchaus ohne Halten weiter hoch laufen. Aber trotzdem ist das nicht das wahrscheinliche Szenario und ein baldiges Retracement ab ca. 60 USD, ist einfach realistisch anzunehmen.

Wie tief das dann geht und ob es das Gap überhaupt schliesst und die 50 USD noch einmal sieht, ist im Moment nicht vorher zu sehen, das Chartbild ist nur ein Szenario.

Wie geht man nun damit um, wenn man wie ich aktuell in der Aktie mit mittel- bis langfristigem Horizont investiert ist?

Da ich die Aussichten in diesem mittel- bis langfristigen Zeithorizont immer noch für gut halte, habe ich keinen Grund nun zu verkaufen und werde die Aktie weiter halten. Da nun aber ein Retracement hoch wahrscheinlich wird und auch durch die hohen Gewinne die Position gewachsen ist, werde ich diese - beginnend mit Heute - von der Positionsgrösse her reduzieren. Und wenn das Retracement tatsächlich kommt, werde ich dann wieder zu tieferen Kursen aufstocken.

Das ist mein klassischer Weg, mit solchen Situationen umzugehen. Dieser Weg ist nicht 1-zu-1 auf Sie zu übertragen, weil wie jedes Risikomanagement, macht er nur in einem Gesamtkontext Sinn, der mit Grösse und Kapitalisierung des Depots sowieso Zeithorizont und individueller Risikotoleranz zu tun hat.

Trotzdem wollte ich Sie Teil haben lassen, wie ich in so Situationen agiere. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, der sich nun fragt, wie er nun mit den herrlichen Gewinnen umgehen will. 😀

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Marktlage Update S&P500 – Die Macht der Muster

Vor genau einer Woche, habe ich hier im freien Bereich zuletzt einen Blick auf die allgemeine Marktlage gerichtet und Ihnen im Artikel -> Die grosse Marktlage am Beispiel des Leitindex S&P500 <- drei Charts des Leitindex S&P500 gezeigt mit dem Hinweis, dass diese Charts Ihnen ein aussagekräftiges und objektives Bild der Lage vermitteln.

Was ist dann in der letzten Woche nicht alles passiert, denken wir nur an die zumindest übertriebene Meldung am Freitag zu direkten Kampfhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, die den DAX hat über 200 Punkte abstürzen lassen.

Und trotzdem, alles was Sie wissen mussten, war in diesen drei Charts und heute, eine Woche später, ist es exakt so gekommen, wie die Charts indiziert haben. Mehr musste niemand wissen, um die Marktlage richtig einzuordnen.

Denn um zu rekapitulieren, sahen wir da einen etablierten Aufwärtstrend mit der guten Chance auf der Trendlinie nach oben zu drehen. Wir sahen die entscheidenden Unterstützungs- und Widerstands-Strukturen, die einen Rebound von einer echten Korrektur trennen und wir sahen die im Aufbau befindliche, potentielle inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS), bei der damals noch nicht einmal die rechte Schulter Realität war.

Eine Woche später ist die iSKS fast vollendet. Und wer die rechte Schulter zum Einstieg nutzte, nach dem klar wurde, dass es eine rechte Schulter und kein Absturz wird, sitzt nun auf schönen Gewinnen:

S&P500 19.08.14 2

Wer dagegen versuchte, rein aus dem Chart des DAX viel Honig zu ziehen, sitzt nun in einem rechten "Chaos" zwischen Bärenflagge mit erneutem Absturz unterhalb 9400 und doch einem vollen Rebound. Der Grund für das Chaos ist zweierlei. Erstens ist der DAX weit stärker durch die geopolitischen Ereignisse in der Ukraine beeinflusst. Zweitens aber, ist und bleibt der DAX ein "Nebenindex" im weltweiten Massstab - sozusagen ein "Hündchen", dass an der langen Leine der Wallstreet liegt und eben von ausländischen Kapitalströmen massgeblich beeinflusst wird.

Wenn man für die Lage der Weltmärkte die besten und verlässlichsten Signale will, ist einfach der S&P500 der Ort der Wahl. Schauen Sie nur, wie die Falschmeldung von Freitag im S&P500 nur der (erfolgreiche) Retest der Nackenlinie der iSKS war. Schon das indizierte die Stärke, die wir nun seit Anfang der Woche wieder sehen.

Jetzt werden mich einige der freien Leser bestimmt wieder fragen wollen, wie es nun weitergeht. Meine Antwort wird Ihnen nicht gefallen, denn die lautet: "Tut mir leid, Sie stellen erneut die falsche Frage!"

Wie es weiter geht, weiss niemand. Die Zukunft ist offen. Und die, die gerne darüber fabulieren, wissen es schon gar nicht. Vielleicht kommt Morgen wieder eine Nachricht aus der Ukraine und alles ist anders. Vielleicht wird der S&P500 - nachdem die iSKS ihr Bewegungsziel oberhalb 1980 erreichte - nun ein niedrigeres Hoch generieren und in ein Top übergehen. Vielleicht werden aber auch die 2000 im S&P500 bald fallen und der Aufwärtstrend weiter gehen. Hören Sie einfach auf, Ihre wertvolle Lebenszeit und Energie mit Spekulationen zu Dingen zu vergeuden, die Sie sowieso nie vorher sehen werden!

Tun Sie besser etwas anderes. Denn obwohl wir die Zukunft nicht kennen, wissen wir aber eine ganze Menge bei den Dingen, die wir wirklich in der Realität des "Hier und Jetzt" beobachten können. Und die sollten wir nicht übersehen:

(1) Wir wissen, dass ein Erreichen des Bewegungsziels im S&P500 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat. Und alle, die die iSKS erkennen konnten, hatten die Chance einen guten Teil dieser Stärke der letzten Tage mitzunehmen. Wir in der Mr-Market Community haben das mit grosser Freude getan.

(2) Wir wissen, dass die US Märkte in einem nicht gebrochenen, sehr starken Aufwärtstrend sind. Und dass es keine weltweite Baisse gibt, ohne dass auch US Indizes Schwäche zeigen.

(3) Wir sehen, dass ein Markt,der im Zuge all der geopolitische Krisen so nahe der historischen Höchststände navigiert, grosse innere Stärke hat. Und dabei verarbeitet der Markt sogar die Annahme, dass die FED die Zinsen irgendwann in 2015 anzieht.

(4) Wir wissen, dass uns der Markt mit neuen Mustern schon bald zeigen wird, ob er zu neuen Hochs aufbricht oder hier nun "stallt" und ein Top ausbildet. Wir müssen nur akzeptieren, dass wir ein Top nie zum exakten Zeitpunkt und nie "vorher" erkennen können, wie sollte das denn auch gehen, das wäre sinnloses Raten? Aber wenn sich die Muster zeigen, ein gutes Stück unter dem Top, werden wir sie erkennen, wie wir auch diese Wendeformation vor einer Woche erkennen konnten. Und so können wir immer noch einem Grossteil der Bewegung aus dem Weg gehen und stehen weit besser da als alle, die nur den Stimmungen hinterher rennen.

In Summe ist es also die völlig falsche Frage zu fragen, wie die Kurse morgen sein werden. Wer sich von diesem Ratespiel nicht lösen kann, wird nie auf einen grünen Zweig kommen, denn die Zukunft ist und bleibt unbestimmt. Dass eine ganze Industrie existiert, die Ihnen etwas anderes vorgaukeln will: geschenkt. 🙂

Richtig und sinnvoll ist es aber, die ganze Energie darauf zu verwenden um zu erkennen, was der Markt gerade jetzt in der Realität tut - und dann seine Aufstellung an dieser Realität zu adjustieren. Wenn Sie das schaffen und das mediale Rauschen ausschalten lernen, dann kennen Sie die Kurse von morgen immer noch nicht. Sie sind dann aber so sinnvoll aufgestellt, dass Sie die unbestimmte Zukunft gelassen kommen lassen können.

Zum klassisch prozyklischen Markt-Geplapper der Massen-Medien, hat übrigens Josh Brown gerade einen kurzen, witzigen Beitrag. Das ist wirklich -> LOL <- und so typisch! 😉 Und übersehen Sie bitte nicht seinen zynisch, sarkastischen Kommentar "Keep playing, let me know how this works out for you." am Ende des Posts. Da kann ich wirklich nur belustigt grinsen. 🙂

Ihr Hari

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Der keineswegs so überraschende Short-Squeeze bei Gold und Goldminen

Wenn man wie ich, jeden Tag für seine Leser 5-10 Artikel im Premium Bereich schreibt, hat das einen schönen bzw unschönen Nebeneffekt - je nachdem, wie man es betrachtet.

Denn jederzeit können die Leser so im Nachhinein den Abgleich mit der realen Entwicklung vornehmen. Dagegen ist hinterher zu "klugschnacken" immer einfach, nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Deswegen machen es so viele auch so gerne. 😉 Die Kunst ist aber, mitten im Getümmel schon ein halbwegs zutreffendes Bild von der Lage zu haben. Perfekt trifft man die Lage sowieso nie, aber ein halbwegs zutreffendes Bild von Chancen und Risiken, ist schon eine Menge wert.

Nun hatten wir ja gestern einen gewaltigen Short-Squeeze im Gold- und Silber-Sektor, der bei den Edelmetallen selber, wie bei den Minen deutlich zu spüren war. Und ja, es war ein Short-Squeeze und sonst erst einmal nichts. Die Short Positionen und Absicherungen der Bären wurden schlicht überrannt und aus der Notwendigkeit der Bären zu covern, ergab sich dann die massive Bewegung nach oben. Und das oberhalb der 1270/1280er Zone und dann wieder oberhalb 1300 solche Stops der "Shorties" liegen würden, war vorher klar.

Daraus aber nun sofort zwingend einen neuen Bullenmarkt abzuleiten, ist verfehlt und seit Wochen gehe ich schon davon aus und habe darüber geschrieben, dass bei Gold nach einem vermeintlichen Dreifachboden erst einmal ein Schub nach oben bevor steht, der alle Goldbullen elektrisieren wird. Diesen Schub erleben wir gerade. Und das dieser Schub trotzdem im grösseren Bild nur das Präludium zu einem endgültigen Absturz Richtung 1000 sein könnte.

Aber einen Bias über die zukünftige Entwicklung zu haben wie ich, ist das eine und der Bias ist auch nichts wert, ausser als theoretisches Szenario, das man locker im Hinterkopf behält. Denn handeln sollte man nicht nach seinem Bias, die Zukunft ist und bleibt prinzipiell unbestimmt. Handeln sollte man nur nach dem, was der Markt real macht. Und wenn man Augen hat zu sehen, zeigt der Markt einem in der Regel schon die Tendenz, in die er letztlich will.

Und dazu hatte ich im Premium Bereich mehrfach geschrieben, zuletzt am 11.06. zu den grossen Goldminen in Form des ETFs GDX und am Folgetag zu den stärker hebelnden Junior Goldminern in Form des ETFs GDXJ. Denn die potentielle Wendeformation in Form einer möglichen iSKS war ja überdeutlich und diese Möglichkeit deutete sich schon seit Wochen an. Lesen Sie mal den O-Ton von vor 8 Tagen:

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Donnerstag 12.06. 11:00 - Junior Goldminer GDXJ

Im Nachgang zu meinem gestrigen, ausführlichen Kommentar zur potentiellen iSKS im Goldminen-Sektor, will ich Ihnen heute das Chart des etwas aggressiver laufenden ETFs GDXJ zeigen, der als kleiner Bruder des GDX die "Juniors" vereint, also Minen die eher noch in Exploration oder Produktionsaufbau sind.

Es liegt in der Natur der Sache, dass dieser ETF stärker auf den Goldpreis hebelt, da diese Minen schneller Pleite sind, aber auch die Gewinne prozentual stärker steigern können:

GDXJ 12.06.14

Wir sehen hier, dass der Trade von gestern nun klar Fahrt aufgenommen hat. Auch das Volumen passt nun wunderbar - wir haben ein Kapitulationsvolumen (rot), dann eine kurse Phase der Unsicherheit und nun wieder gutes Volumen im Anstieg (grün).

Wie ich gestern schon schrieb, den Trade kann man machen. Und dabei kann man auch vergessen, ob es sich nun um Goldminen oder Kühlschränke am Nordpol handelt, die Price-Action ist auf der kurzfristigen Zeitebene positiv und spricht dafür, dass die 200-Tage-Linie nun auch fällt - vielleicht nach einem kurzen Rücksetzer vorher. Achten Sie auf den Ablauf in der linken Schulter, ein zweites höheres Tief ist ganz typisch und könnte auch hier Thema sein. Passend zur Einschätzung ist auch, dass das Geplapper um Gold in den bekannten bunten Medien noch nicht wieder begonnen hat. Das kommt dann wieder etwas höher. 😉

Merken Sie sich also unbedingt diese Wahrheit, die ich gestern zu vermitteln versucht habe: unser Bias hat keinen Wert für das unmittelbare Handeln. Handeln wir nicht nach unserem Bias, sondern nach dem, was die Märkte real tun. Unser Bias kann uns aber helfen, verschiedene mögliche Szenarien zu identifizieren.

Ob mein Bias für Gold Recht behält, wird also die Zukunft zeigen und muss uns heute nicht interessieren. Mein Bias glaubt, dass die Goldbugs noch einmal richtig demoralisiert werden müssen, bevor es dann wirklich - vielleicht schon im Herbst, vielleicht auch erst 2015 - hoch gehen kann. Und das deshalb diese potentielle iSKS nie triggern wird, sondern irgendwann weiter höher wieder wegkippt.

Aber um die richtigen Handlungen an den Märkten zu vollziehen, müssen wir diese Zukunft gar nicht kennen. Uns reicht die Price-Action der Gegenwart und die zeigt kurzfristig für den Sektor ein brauchbares Setup. Und die Stops nach unten dürften auch sonnenklar sein.

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So weit meine Worte vor 8 Tagen. Den Trade konnte man wirklich machen, auch wenn man im grossen Bild skeptisch zur Lage der Edelmetalle war. Und der GDXJ war dann gestern zum Schlusskurs rund 15% höher als bei obigem Beitrag. Daraus jetzt aber sofort mit Bestimmtheit einen neuen Bullenmarkt abzuleiten und den "grossen Boden" für Gold und Silber auszurufen, sind irrelevante Schwarz/Weiss Darstellungen, die weder unsere Zeit, noch unsere Aufmerksamkeit wert sind. Es ist möglich, dass der grosse Boden hinter uns liegt, es gibt aber auch andere, relevante Szenarien. Die Welt ist nie schwarz/weiss - an den Börsen schon gar nicht.

Denn erst jetzt - wo der gestrige Short-Squeeze abgelaufen ist und viele Shortpositionen im Sektor aufgelöst wurden - erst jetzt wird sich zeigen, ob wirkliches, ernst zu nehmendes Kaufinteresse in den Sektor kommt. Jetzt müssen die Markt-Elefanten ins Rennen einsteigen und wenn diese den Goldpreis nun über die alten Verlaufshochs Richtung 1400 USD und darüber treiben, dann ist der Abwärtstrend wirklich gebrochen und wir haben wohl eine bedeutende Wende gesehen.

Es ist aber nach wie vor sehr gut denkbar, dass das nur eine Falle ist und die Kurse nun bald wieder zurück fallen und zu neuen Tiefs abtauchen. Ein brutaler Short-Squeeze ist als Gegenbewegung in einem Bärenmarkt keineswegs untypisch. Niemand kann Ihnen mit Gewissheit sagen, ob das nun die Wende oder nur eine Falle ist. Und ob Gold nun über oder unter der alten 1270/1280 Widerstands- bzw Unterstützung-Zone liegt, ist dabei bestenfalls ein Faktor unter anderen. Daraus aber den gesamten Marktzustand abzuleiten, springt deutlich zu kurz.

Stellt sich die Frage, wann man denn im Sektor Geld verdienen konnte, wenn jetzt schon wieder alles offen ist. Die Antwort zeigt Ihnen mein Beitrag im Premium-Bereich oben von vor 8 Tagen. Zu dem Zeitpunkt lies sich mit einem klaren Setup Geld verdienen und das ohne über die Zukunft zu spekulieren, nur aufgrund der Marktstrukturen - also als noch kaum jemand darüber geschrieben hat. Und insofern war die Bewegung der letzten Tage für sehende Augen auch wenig überraschend. Nun aber, nach dem Short-Squeeze, ist die Lage erst einmal wieder offen und das ist nicht der ideale Zeitpunkt, um sich blind auf eine Richtung festzulegen.

Wenn der Sektor aber - nach einer nun fast zwangsläufigen anstehenden Konsolidierung - doch wieder beginnen sollte, nach oben zu laufen, dann wird dann wieder ein guter Punkt sein, um Geld im Sektor zu verdienen. Aber erst dann und erst falls das passiert. Und die Art, wie diese Konsolidierung bzw das Retracement nach dem gestrigen Schub nun abläuft, wird uns viel darüber sagen, mit welchem Szenario wird es hier mit Wahrscheinlichkeit zu tun haben. Dafür müssen wir aber genau hinschauen und auch wissen, wo wir hinschauen sollten.

Das genau bedeutet das Prinzip: "Folge dem Markt". Und dieses Prinzip funktioniert. Herum zu raten, wie eine prinzipiell unbestimmte Zukunft aussehen wird, funktioniert nicht.

Wenn Sie es nicht glauben, lesen Sie mal, was sogenannte "Zukunftsforscher" in den 70er und 80er Jahren über unsere heutige Gegenwart geschrieben haben und amüsieren Sie sich. 🙂

Ihr Hari

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DAX & S&P500 – Das grosse Bild der Märkte – Börsenjahr 2014 mit erhöhten Risiken

Seit dem Start des neuen Börsenjahres sind nun ca. 3 Wochen vergangen und man kann schon heute erste Indikatoren feststellen, die auf einen anderen Verlauf in 2014 als im Vorjahr hindeuten.

So scheint zum Beispiel alles wo "Mine" darauf steht, seit Jahresanfang neue Liebhaber zu finden. Deutlich zu sehen natürlich bei den Gold- und Silberminen, die nun klare Geldzuflüsse verzeichnen und zumindest kurzfristig eine positive Price-Action verzeichnen. Die gestrige Stärke von GDX, GDXJ, SIL und Co. in Anbetracht fallender Preise bei den Metallen selber, war schon beeindruckend und verfolgen wir hier im Premium-Bereich genau.

Aber auch in anderen Bereichen, von Kupfer bis Uran, sind klare Lebenszeichen zu verzeichen. Schauen Sie zum Beispiel mal, was die Kursentwicklung beim Uran Weltmarktführer Cameco (WKN: 882017, CCJ) gerade macht ... beeindruckend! Aber darüber will ich heute nicht schreiben, das tun wir in der Community täglich im Premium-Bereich.

Ich führe diese Fälle nur an, um zu zeigen, dass sich mit dem Jahreswechsel etwas an den Märkten zu verändert haben scheint und die Liquiditätsströme scheinbar neue Flussbette suchen. Gleichzeitig sind die alten Trends und Reflexe aber noch da und keineswegs ausser Kraft gesetzt.

Wunderschön kann man das im Chart mit Stundenkerzen des weltweiten Leitindex S&P500 sehen, der seit Jahresanfang 2014 nicht vom Fleck gekommen ist:

S&P500 22.01.14

Jetzt ist es durchaus möglich, dass das nur eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub ist und ich habe eine angedeutete iSKS Wendeformation eingezeichnet, die man mit etwas Phantasie dort erkennen kann. Aber trotzdem ist das eine Veränderung der Situation gegenüber 2013. Trotz guter Gelegenheiten, fehlt den Bullen 3 Wochen lang die Kraft zum Ausbruch - das sollten wir uns in unseren Notizbüchern deutlich markieren.

Im grösseren Bild bis 2012 zurück zeigt uns der S&P500 dann, dass bisher nichts passiert ist. Insofern hat der Aufwärtstrend weiter unser Vertrauen verdient und es wäre töricht, sich dem nun einfach so entgegen zu stellen. Aber klar ist auch, dass wir unbedingt genau definierte Ausstiegspunkte brauchen, um uns schnell mit dem Fallschirm vom Geschehen abzusetzen. Denn wenn der Markt dann mal beliebt nach unten zu laufen, kann das nach so einer Bewegung sehr schnell sehr übel werden.

S&P500 22.01.14 Tag

Besondere Bedeutung räume ich dabei dem Stop 2 im Chart ein, der mit den Tiefpunkten des Kampfes kurz vor Weihnachten 2013 korreliert, bevor der S&P500 dann zur Jahresendrally ansetzte. Wenn diese Zone fallen sollte, werde ich sehr vorsichtig werden !

Übertragen auf den DAX, sieht das Bild natürlich ähnlich aus. Da der DAX in der Mehrzahl von angelsächsischen Investoren dominiert wird, ist er im grossen Bild ein Abbild seines Herrchens, des S&P500. Allerdings läuft er mal etwas vor und bleibt manchmal etwas zurück. Und zuletzt ist der DAX vorgelaufen, wie man eindrucksvoll am langfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht:

DAX 22.01.14 Woche

Wir sehen zwei! Trendbeschleunigungen im Anstieg seit 2011 und auch wenn auch hier der Trend unser Freund ist, ist doch auch klar, dass es mit dieser Beschleunigung nicht ewig so weiter gehen kann und die Risiken langsam steigen.

Insofern sollte man auch im DAX dabei bleiben und den Aufwärtstrend respektieren, aber auch hier müssen klare Ausstiegs-Marken her, an die man sich dann auch hält. Das Chart mit Tageskerzen zeigt dabei, wo es ernst werden könnte.

DAX 22.01.14 Tag

Als erstes leichtes Warnsignal betrachte ich, falls die 9700 kurzfristig unterschritten werden. Richtig ernst wird es aber erst in der Zone bei Stop 1 und die bullische Aufwärtsbewegung kommt erst in der Zone bei Stop 2 ernsthaft in Gefahr.

In diesem Sinne bedeuten die Charts nun nicht, dass man nun einfach blind aussteigen muss, nur weil die Märkte schon weit gelaufen sind. Machen Sie sich klar, dass der DAX problemlos über 10.000 und selbst etwas darüber hinaus steigen kann. Und das Trends gerne länger laufen, als wir uns vorstellen können. Oder konnten Sie sich im Herbst 2011 - als diese Bewegung bei 5000 Punkten begann - den Verlauf bis heute im DAX vorstellen ?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Laufe von 2014 aber die scharfe Korrektur erleben, die in 2013 fehlte, ist verdammt hoch. So hoch, dass man damit rechnen sollte und dafür immer klar wissen sollte, an welchen Stellen man konsequent seinen Fallschirm auspackt und mit einem Lächeln, das dann trudelnde Flugzeug seinem Schicksal überlässt.

Und das muss gar nicht mal bedeuten, dass der übergeordnete Bullenmarkt schon am Ende ist, so eine Korrektur kann einfach nur mal wieder der frische Wind sein, der nötig ist, um die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Aber auch ein Minus von 20% fühlt sich ziemlich übel an, wenn man ungeschützt mitten drin steckt und das können und sollten wir uns ersparen, wenn wir einfach nur schauen, was uns der Markt mit seinen Bewegungen sagt.

Mitnehmen was der Markt hergibt und dabei trotzdem aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, ist kein Widerspruch. Es zeichnet vielmehr den erfolgreichen Anleger und Trader aus !

Ihr Hari

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Klöckner (WKN: KC0100) und der Stahlsektor vor der Wende ?

Dass der europäische Stahlsektor Lebenszeichen sendet und an einer potentiellen Wende aus einem jahrelangen Jammertal arbeitet, ist offensichtlich und will ich hier nicht erneut darstellen.

Allerdings darf man dabei nicht übersehen, dass der Abbau der Überkapazitäten immer noch sehr langsam von statten geht, was die Geschwindigkeit einer möglichen Wende begrenzt. Nur eine überraschend starke Konjunktur- und damit Nachfrage-Entwicklung in Europa, könnte dieses Problem sehr schnell und ohne weitere Schmerzen beseitigen. Davon ist aber in Europa, bei allen positiven Zeichen, noch nichts zu sehen.

Aufgrund dieses Fragezeichens scheint aus dem Sektor aber gerade der Stahlhändler Klöckner nun wieder interessant, der sich nicht mit unprofitablen Produktionsstätten herum schlagen muss.

Besonders helfen dabei Klöckner seine grossen Aktivitäten in den USA, denn der wirtschaftliche Aufschwung der Schwerindustrie ist in den USA schon weit deutlicher zu bemerken, als hier in Europa. Die Kursentwicklung einer AKSteel (WKN: 890363, AKS) ist dafür Indiz.

Was aber bei Klöckner vor allem ins Auge springt, ist der Aufbau einer sehr grossen, jahrelangen inversen Schulter-Kopf-Schulter Umkehrformation, die ich Ihnen hier im Chart mit Wochenkerzen nahe bringen will.

Klöckner 15.01.14

Beachten Sie bitte dabei, dass diese Formation erstens nicht idealtypisch ist und die Bestätigung durch das Volumen noch fehlt. Zweitens ist die gezeichnete Nackenlinie nur eine Annäherung, endgültig und im Detail präzise, ist die Nackenlinie immer erst dann zu benennen, wenn die Formation ausgelöst wurde. Und drittens vergessen Sie bitte nicht, dass eine SKS oder iSKS Formation erst dann gute statistische Wahrscheinlichkeiten für eine Fortsetzung generiert, wenn die Formation auch ausgelöst wurde. Und das ist hier noch nicht geschehen, weil der Kurs noch nicht über die Nackenlinie hinweg gestiegen ist. Im Moment ist das nur eine "mögliche" iSKS und damit noch ohne Prognosekraft !

Dieses alles einschränkend voraus geschickt, legt diese Formation aber trotzdem beredtes Zeugnis von einer Wendeformation und damit einer Kursentwicklung ab, in der mit etwas Geduld erhebliche Chancen nach oben liegen. Ein harter Stop sollte dabei unter die rechte Schulter, die nicht mehr unterschritten werden darf. Danach sieht es aber im Moment wirklich nicht aus.

Wer den möglichen Rebound des Stahlsektors spielen will, finden nach Jahren des Trauerspiels nun bei Klöckner vielleicht ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis vor.

Übrigens noch ein Hinweis in eigener Sache: Falls Sie sowieso bald Mitglied im Premium-Bereich werden wollten und es sich nur noch um die Frage "wann" dreht, sollten Sie wissen, dass es ab dem 01. Februar auf Mr-Market.de eine -> veränderte Preisstruktur für Neumitglieder <- gibt !

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Favoriten für 2014 ? Chinas Aktienmarkt mit Umkehrformation

Das Jahresende nähert sich. Ein Jahr das börsentechnisch und theoretisch ganz einfach gewesen wäre, wenn man alles ignoriert hätte und einfach blind und taub DAX und S&P500 gekauft hätte. Und den ganzen Rest des Anlageuniversums konsequent einfach vergessen hätte.

Aber das wird kaum einer der institutionellen Anleger mit breit aufgestellten Depots gemacht haben, weswegen dieses Jahr auch viele der Anleger mit grossen, defensiven Depots hinter dem Markt hinterher hinken dürften.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der US Aktienmarkt seine Überperformance zum Rest der Welt in 2014 aber einfach fortsetzt, ist nicht sehr gross, denn er ist relativ schon nicht mehr wirklich billig. Mit dem Jahreswechsel bestehen daher auch gute Chancen, dass sich neue Trends heraus bilden und sich auch neue Favoriten für 2014 heraus kristallisieren. Ich will Ihnen daher nun in loser Folge zum Jahresende ein paar Sektoren und Charts vorstellen, die das Potential haben, zu den "Favoriten 2014" zu gehören.

Ein klassisches Selektionskriterium dafür ist, wenn der Sektor aus einer längeren Phase der schwachen Entwicklung kommt, die Nachrichtenlage sich aber schon aufhellt und sich in den Charts erste Boden- und Umkehrformationen zeigen, die aber noch nicht zum grossen bullischen Ausbruch geführt haben. Man könnte auch flapsig sagen, wenn der Sektor schon "mit den Hufen scharrt".

Sektoren, die diesen Kriterien entsprechen, verdienen Anfang 2014 Aufmerksamkeit. Nicht alle dieser Sektoren werden anspringen, einige aber schon. Und die, die tatsächlich anspringen, werden schnell grosse Chancen für die Anleger generieren.

Als ersten dieser Sektoren, will ich Sie daher auf den chinesischen Aktienmarkt, der grossen in Hongkong notierenden Bluechips hinweisen. Einzelaktien aus China zu handeln, dürfte für die meisten deutschen Anleger eher Selbstüberschätzung sein, denn ohne kulturellen und sprachlichen Bezug funktioniert ja noch nicht einmal eine vernünftige Nachrichtenversorgung, von einem Eindruck vom Handeln des Managements ganz zu schweigen. Wenn ich hier in Deutschland manchmal Kommentare von Laien zu den Bilanzen von chinesischen Aktien lese, muss ich immer wieder schmunzeln. Aber der ganze chinesische Markt als ETF ist durchaus interessant und auch für deutsche Anlager vernünftig zu verfolgen. Weswegen ich mich auch auf die grossen ETFs der Bluechips konzentriere.

Nun sind mir die ganzen Artikel und Meinungen zu den offensichtlichen Struktur-Problemen in China natürlich bekannt und viele haben sicher einen Punkt. Die Transition Chinas in die Moderne ist eine Herkulesaufgabe und man muss - bei allen Problemen und allen Repressalien - im Nachhinein schon erstaunt sein, wie gut diese bisher gelungen zu sein scheint. Es kann also durchaus sein, dass China auf eine Banken- und Kredit-Krise hin steuert. Der Punkt ist, wir wissen es nicht und schaffen keinen Mehrwert, in dem wir hier von Deutschland aus darüber spekulieren. Der Markt versteht diese Lage in Summe viel besser als wir. Und wenn der Markt das Signal gibt, dass er nach oben will und damit der Entwicklung in China Vertrauen schenkt, ist das ein viel relevanteres Signal, als jeder Versuch von uns, uns zu China-Kennern aufzuschwingen, die wir nicht sind.

Mit der neuen chinesischen Führung und einigen Reformen, kam auf jeden Fall Hoffnung auf ein Ende der schwachen Entwicklung in Chinas Aktienmarkt. Im grossen in Dollar notierenden US ETF -> FXI <- kann man diese Entwicklung wunderbar verfolgen. Aber auch in Deutschland und in Euro gibt es brauchbare Angebote, so den ähnlichen ETF WKN A0F5UE, deren Charts durch den Euro natürlich anders aussehen. Ich benutze aber gerne den ETF FXI, da er der Grösste und Liquideste und damit der ETF ist, bei dem Chartstrukturen die höchste Aussagekraft haben. Das ich damit zur Hälfte Chinas Banken kaufe, ist mir bewusst.

Schauen wir auf das Chart des FXI mit Tageskerzen, sehen wir eine beeindruckende Umkehrformation in Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS):

FXI 11.12.13

Wir sehen auch, wie der Kurs nach dem Schub über die Nackenlinie nun oberhalb dieser bullisch seitwärts konsolidiert. Eine Fortsetzung nach oben hat hier Chancen und könnte zeitlich sehr gut zum Jahresanfang 2014 passen. Nach Jahren der Seitwärtsbewegung sind chinesische Aktien auf jeden Fall reif für eine neue bullische Bewegung, selbst wenn man aufgrund der rechtlichen und bilanziellen Fragezeichen immer einen 10%igen Sicherheitsabschlag auf alle berichteten Bilanzzahlen annehmen würde.

Nach unten ist die rechte Schulter die relevante Stopzone. Wenn sich die positive Entwicklung fortsetzt, darf diese nicht mehr unterschritten werden.

Chinas Aktienmarkt ist auf jeden Fall ein Kandidat für einen Favoritenwechsel in 2014. Ob es wirklich so kommt, wird uns keine Spekulation zeigen, sondern die reale Kursentwicklung und die damit verbundenen Geldströme Anfang 2014. Eine Beobachtung ist China für mich aber schon jetzt wert.

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Silber und Hecla Mining – kann man diesem Braten trauen ?

Der Edelmetallsektor befindet sich aktuell im Ungewissen. Einerseits deutlich über den Tiefs von Ende Juni und grosser Abwärtsdruck ist aktuell nicht mehr zu verspüren. Andererseits aber ohne sichtbare Kraft nach oben. Wenn man so will, hängen die Edelmetalle derzeit schlaff in den Seilen. Man könnte auch sagen, zwischen "Baum und Borke". 😉

Gleichzeitig ist für den aufmerksamen Beobachter offensichtlich, dass bei den Edelmetallen grosse Markt-Adressen ihre Spielchen treiben. Anders sind die teilweise aberwitzigen Ordergrössen nicht zu erklären, die den Markt dann mal eben nach unten pressen.

Mit gesunder Preisfindung zwischen Angebot und Nachfrage, hat das insbesondere im Goldpreis nicht mehr viel zu tun. Die reale Nachfrage nach physischem Gold - insbesondere aus Asien - und die Preise an der Comex, scheinen aktuell aus zwei getrennten Welten zu kommen.

All das spricht für Privatanleger dafür, aktuell die Finger von den Edelmetallen zu lassen, soweit es um Trading und kurzfristige Spekulation geht. In so einer Situation ist man eher Fischfutter für die grossen Haie im Markt, die den Preis mal eben von rechts nach links schieben können. Man wartet dann besser ab, bis der Markt wieder eine klare Richtung zeigt, die auch vom "Big Money" unterstützt wird. Mit dem Kauf von physischem Gold hat diese Aussage natürlich nichts zu tun, das macht man auch aus ganz anderen Motivationen heraus, als die kurzfristige Spekulation auf den Goldpreis an der Comex. Aber aus spekulativer Sicht, sind die Edelmetalle aktuell eher indifferent und daher uninteressant.

Wenn, ja wenn, da nicht Silber wäre. Silber ist so etwas wie ein Zwitter. Einerseits Ersatzwährung wie Gold, Grundlage für Münzen und Schmuck und insofern in enger Korrelation zu Gold. Andererseits aber auch Industriemetall mit echtem Verbrauch. Während das Gold der Welt so gut wie nicht verbraucht wird, besitzt Silber echten "Verbrauch" aus den industriellen Anwendungen heraus.

Und so wird auch der Preis aus zwei Einflusssphären heraus hin und her geworfen. Einerseits schwingt Silber mit Gold und hat daher seit 2011 eine Phase der Schwäche. Anderseits scheint die industrielle Konjunktur weltweit wieder anzuziehen, was man auch an den Lebenszeichen anderer Rohstoffe erkennen kann. Und wenn die industrielle Konjunktur wieder ans Laufen kommt, dürfte das den Silberpreis deutlich stützen.

Schauen wir auf das Chart von Silber in US Dollar mit Tageskerzen (XAGUSD), sehen wir eine interessante Strukur, aus der eine Wende werden könnte. Nicht muss, aber könnte:

Silber 21.10.13

Ich habe bewusst auf der linken Seite keine Schulter eingezeichnet, weil das wäre etwas weit hergeholt. Eine Umkehrformation, die dem Charakter einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation gegenüber Ähnlichkeiten hat, deutet sich aber an. Und zuletzt hat Silber oberhalb 20 USD immer wieder Unterstützung gefunden.

Wichtig ist hier wieder die angedeutete Nackenlinie, die wohl - je nachdem wie man sie zeichnet und sich der Silberpreis weiter entwickelt - im Bereich 24-25 USD liegen wird. Wenn diese Nackenlinie erreicht und durchschlagen würde, würde sich das Bild weit positiver darstellen und dann müsste man Silber auch wieder intensiv auf den Radar nehmen. Ein Durschlagen der Nackenlinie würde im übrigen bei Silber auch die 200-Tage-Linie zurück erobern.

Treue Leser wissen ja, dass im Edelmetallbereich die Minen gerne mal ein paar Tage dem Edelmetall selber voraus laufen und insofern frühzeitige Signale senden. Schauen wir daher doch mal auf meinen - aus Substanzgründen - langfristigen Favoriten im Sektor der Silberminen: Hecla Mining (WKN: 854693, HL). Hier zeige ich Ihnen das langfristige Chart mit Wochenkerzen seit 2010:

Hecla 21.10.13

Auch bei Hecla sehen wir einen bestätigten Abwärtstrend der respektiert werden will. Und dieser Abwärtstrend ist nicht gebrochen, für übergrosse Euphorie gibt es also keinen Anlass.

Aber ... auf der Habenseite sehen wir eine mustergültig abgelaufene Korrektur mit 1-2-3 Struktur. Und wir sehen, weit deutlicher als bei Silber selber, eine potentielle, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation.

Aber auch diese ist nicht mehr als eine potentielle Struktur. Eine Möglichkeit. Relevant und aktiv würde sie erst, wenn die Nackenlinie aktiviert würde, die hier bei ca. 4 USD liegen dürfte.

Fazit:

Es könnte sein, dass Silber sich in einer Bodenbildung befindet. Die weltweiten konjunkturellen Pflänzchen unterstützen diese Möglichkeit ebenso, wie die Chartstrukturen, die eine Umkehrformation in den Bereich des Möglichen bringen.

Aber es ist noch zu früh, eine Wende auszurufen und "es könnte sein", ist nicht mehr als eine Möglichkeit und noch keine vollzogene Wende. Noch dominiert klar der übergeordnete Abwärtstrend. Die angedeuteten Nackenlinie der möglichen Umkehrformationen kann man aber trotzdem im Auge behalten. Sollten diese ausgelöst werden, ist Silber dann wirklich einen Blick wert und in allen Charts dürfte dann eine klare Umkehrstruktur sichtbar sein.

Bis dahin lautet das Motto aber eher: abwarten und beobachten. Insbesondere auch den Dollarkurs, denn der hat auf Gold und Silber grosse Auswirkungen.

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