Dies & Das 31.01.20


Ein Wort zum gestrigen Kursverlauf im späten Handel

"Von der Schippe gesprungen" - so kann man das nennen, denn der Markt war wirklich kurz davor nach unten wegzuknicken. Nach oben ging es nicht mehr vorwärts und wenn die Tiefs vom Montag gefallen wären, wäre die zweite Abwärtsphase da gewesen.

Aber so leicht macht es uns ein bärenstarker Markt nicht, die Algos haben die WHO-Meldung genutzt, um durch den Weg des geringsten Widerstands zu pressen und damit viele auf dem falschen Fuß zu erwischen. Vielleicht ist aber auch schon etws von den sensationellen Amazon-Zahlen gesickert, wer weiss, wer weiss.... denn wie kann man nach so sensationellen Zahlen des Handelsriesen noch pessimistisch sein?

Am größeren Bild hat das nach meiner Meinung nichts geändert, wir wissen weiter nicht genug, um die Auswirkungen des Virus wirklich einzuschätzen und die Korrektur steht weiter theoretisch auf der Agenda, auch über das Wochenende. Ob sie denn kommt, steht weiter in den Sternen, gut für den Markt wäre es, aber zu viele warten nun wohl darauf und der Markt ist einfach bärenstark und schüttelt - mit der FED im Rücken - alles ab.

Die Nachricht des Tages

Nein, nicht die sensationellen Zahlen von Amazon, für mich die Nachricht, dass in meiner alten IBM, endlich Rometty geht und von -> Arvind Krishna <-, dem bisherigen Chef der Cloud und Cognitive-Software Division abgelöst wird!

Ich habe schon oft gesagt, dass es erst einen Abgang von Rometty braucht, bevor IBM so richtig in Bewegung kommen kann, sie ist zu sehr in den Strukturen verwurzelt. Nun ist der Wechsel da und der Markt feierte gestern nachbörslich schon mit 4% Plus:

Ich kann zu Krishna nichts sagen, außer dass er ein IBM Eigengewächs ist und mir wäre einer von Außen lieber gewesen, der wie Gerstner frischen Wind herein bringt.

Aber ich habe den Verdacht, dass ich Arvind Krishna von früher kenne im Sinne, dass ich ihn schon einmal vor Ort gesehen habe. Er stammt aus der IBM Software Division und IBM Research, da wo ich mich auch herum getrieben habe. Vom Alter her, müsste er meine Generation sein, damals wie ich also im unteren/mittleren Management.

Ich muss mal alte Unterlagen durchforsten, irgend etwas klingt da an, auch das Bild kommt vertraut vor.
Hier ist sein -> IBM Profil <-.

Aber wirklich kennen im Sinne mit ihm im engeren Kontakt gewesen zu sein, tue ich ihn definitiv nicht, daran würde ich mich erinnern. Ein oder zwei gemeinsame Meetings sind aber vorstellbar. Ich durchforste mal meine staubigen Erinnerungen.

Aber wie auch immer, ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Glück und ein gutes Händchen, vielleicht ist das ja ein Startschuss wie bei Nadella, nachdem Ballmer endlich weg war. Ein Technologe aus dem Bilderbuch ist er auf jeden Fall.

Der Markt wird diese Hoffnung schon jetzt teilweise einpreisen. Ein Bruch des langen Abwärtstrends erscheint denkbar, der auch jetzt nach den Zahlen unter Rometty wieder misslungen ist.

Der Markt hatte mit dem Reversal von der Trendlinie nach guten Zahlen ein starkes Signal des Misstrauens geliefert, nun hat es das Board endlich erhört:

Quartalszahlen des Vorabends

Amazon (AMZN)

AMZN lässt es -> immens krachen <- im positiven Sinne.

Die Zahlen sind sensationell und die lange Seitwärtsphase damit Geschichte. 12% Plus und Allzeithochs wurden nachbörslich aufgerufen und das bei einem Wert mit der Marktkapitalisierung, was 100 Milliarden Wertzuwachs in den Büchern der Anleger bedeutet. Wahnsinn!

Visa (V)

liefert gerade mal -> Inline <- und bleibt nachbörslich trotzdem stabil und nur minimal im Minus.

Das Chart zeigt, wie bärenstark der Markt ist, der nach dieser parabolischen Bewegung nur diesen kleinen Dip abgeben wollte und den schon wieder gekauft hat.

Angst sieht anders aus, mit der FED im Rücken, lässt sich gut auf dicken Max machen. 😉

Electronic Arts (EA)

Die Spieleriesen sind in so einem spannenden Geschäft und kommen nicht in die Pötte. Sie kennen meine Skepsis deren ganzem Geschäftsprinzip gegenüber, die Spiele-Industrie ist ein Boom-Markt, aber EA & Co nicht notwendigerweise diejenigen, die ihn dominieren werden.

Die Zahlen sind -> in Ordnung <-, die Begeisterung des Marktes hält sich mit einem Prozent Minus trotzdem im Rahmen.

Aber immerhin robbt sich EA nun langsam hoch und die Zahlen stehen der Fortsetzung nicht im Wege:

Amgen (AMGN)

Es ist immer der Ausblick der entscheidet, das zeigt uns auch wieder AMGN, die -> gute Zahlen liefern <-, aber einen schwachen Ausblick und sich 3% tiefer wiederfinden.

Man sieht am Daily-Chart, dass es der Markt offensichtlich schon geahnt hat:

Western Digital (WDC)

Formal hat WDC nur -> Inline geliefert <-, was dem Markt aber gefällt ist der optimistische Forecast und so wird die schon vorher sichtbare Wendeformation mit 5% Plus bestätigt:

Vertex (VRTX) und Edwards Lifesciences (EW) überzeugen beide, werden nachbröslich 3-5% hochgekauft und können ihre jeweiligen Aufwärtstrends fortsetzen:

Desinfektions-Chance

Abseits von den aktuellen Zahlen noch eine Chance. Wir haben ja bei Atemschutzmasken schon anhand irrer Charts gesehen, was plötzliche Nachfrage bedeuten kann.

Bei Desinfektionsmitteln ist derzeit ein ähnlicher Run im Gange, hier sind die Läden schon leer, Webasto ist ja auch nicht so weit.

Und dann haben wir da Sagrotan, kennt jeder, eine der bekanntesten Desinfektionsmarken. Und wozu gehören die? -> Zu Reckitt Benckiser <-

Hmmm, nun hat RB uns zuletzt enttäuscht und und enttäuscht und die langfristige Chartstruktur ist indifferent und kann man je nach Bias bullisch oder bärisch werten, vor allem kann das schnell in beide Richtungen umschlagen:

Aber, der Kurs war zuletzt stark und klopft nun mit einer Art Hammer an die obere Begrenzung. Und wenn sich das Virus weltweit ausbreitet, wird Sagrotan fraglos kaum mit der Neuproduktion nachkommen. Die Earnings kommen bei RB nach den Daten erst Ende Februar.

Gut Sagrotan ist nur eine Marke bei RB und insofern wird der Effekt begrenzt sein. Aber immerhin, ein Effekt wird da sein und das ist ja vor allem auch ein Teaser für die generelle Frage.

Denn die Frage an die Runde ist, welche anderen, börsennotierten Hersteller von Desinfektionsmitteln es gibt? Bei den hier bekannten Sterillium und Vibasept ist es einerseits die nicht börsennotierte Hartmann-Gruppe und bei Vibasept mir unklar.

Also, was sind die wichtigsten Hersteller von Desinfektionsmitteln in der Welt?

Ein wichtiger Wechsel der Tonlage

Im Trubel um den Corona-Virus ist diese Meldung etwas untergegangen: -> IWF warnt vor lockerer Notenbankpolitik <-

Für mich ist das aber ein wichtiges Signal, ein Wechsel der Tonlage, den man ganz dezent sogar aus der EZB schon gehört hat.

Es ist völlig klar, dass wir in diesem System nicht mehr zu normalen Zinsen zurückkehren können, weil die völlig überschuldeteten Staaten, die nun endgültig von Niedrigzinsen abhängig sind, das nicht mehr können.

Das hat uns die Riege der "Draghisten" eingebrockt, die dafür nun Bundesverdienstkreuze und demnächst sicher auch Karlspreise bekommt.

Echte Zinsen sind erst wieder nach systemwidrigen "kreativen Maßnahmen" möglich, in denen die Notenbanken zum Beispiel die Staatsschulden aufkaufen und dann abschreiben und vernichten, für die dann negativen Bilanzen wird sich sicher auch eine "kreative" Lösung finden. 😉

Aber schon eine leise Änderung der Tonlage, die in Europa wieder zu Leitzinsen im marginal positiven Bereich führen würde, wäre ja hochwillkommen und würde den Druck gerade auf die Lebensversicherer verringern.

Wir sollten diese Tonlage also im Auge behalten, die EZB arbeitet nun an einer neuen Strategie und Lagarde hat schon signalisiert, dass sie die Interessen in der Eurozone mehr ausgleichen will, statt einfach die italienischen Interessen durchzuziehen - was faktisch eine leise Aufwertung der deutschen Position bedeutet.

Dumb Home

Sie wissen ja, dass ich ein "Techie" bin, immer das Neueste, Schnellste, Schönste, den ersten Computer vor nun 40 Jahren, lange bevor andere überhaupt Commodore 64 buchstabieren konnten - siehe auch -> hier die ersten Absätze des Artikels <-.

Trotzdem glaube ich mir einen Sinn dafür bewahrt zu haben, was echte Vorteile verschafft und was einfach nur Spielerei oder sogar schlimmer - Schwachsinn ist. Und in 40 Jahren ist auch ein Sinn entstanden, dass mit neuen Lösungen auch immer neue Probleme kommen und der Saldo nicht immer positiv ist.

Wenn ich -> das hier zu "smarten" Türöffnern sehe <-, dann bleibt mir rätselhaft, wie man sich überhaupt dafür interessieren kann.

Meine Haustür von der Software einen Anbieters abhängig machen? Die Daten dazu in einer "Cloud" speichern? *NEVER, EVER!*

Ich brauche auch keine sprechenden Kühlschränke, aber das ist ja noch harmlos gegen die Schnappsidee, seine Haustür von Software abhängig zu machen, die dann auch nicht mal vollständig lokal abläuft.

Wie kann man das ernsthaft in Erwägung ziehen? Bei der Sicherheit in der IT kommen wir zu Recht langsam wieder weg von rein software-basierten Lösungen wie Passwörtern. Eine Authentifizierung mit einem physikalischen "Key" oder "Dongle" oder "Tan-Leser" ist immer noch sicherer, als jede reine Software-Lösung, weil etwas was man bei sich trägt und nicht mit dem Web verbunden ist, auch nicht gehackt werden kann.

Aber bei unseren Eingangstüren sehen wir das ganz locker? Da unterhalten wir uns gerne mit technischen Hotlines? Und was ist, wenn der Strom mal weg ist? Man fasst es nicht. 😉

Ihr Hari

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Es könnte so schön sein



Wenn die Welt mit ihren Konflikten um uns herum nicht wäre, könnte dieser Sommer aktuell so schön sein.

Die Sonne strahlt hier in Südbayern von einem wolkenlosen Himmel und ähnlich wolkenlos präsentiert sich die Börse, die selbst in so Konsolidierungs-Situationen wie heute, keinen wirklichen Abgabedruck zusammen bekommt.

Schauen Sie, was der S&P500 hier nach diesem Anstieg seit Tagen macht, das ist sehr, sehr konstruktiv:

S&P500 19.07.16

Sicher kann die Korrektur immer noch kommen, aber das ist Spekulation. Vor unserer Nase, haben wir aber einen Markt, der nicht viel fallen will und deshalb vielleicht noch die Kraft für einen weiteren Schub Richtung 2.200 besitzt, bevor er wirklich korrekturreif ist.

Ich denke, Sie merken auch schon das Gefühl des Sommers, die Bewegungen werden ruhiger und im August sind dann auch Notenbanken und Politik - ebenso wie ich - im Ferienmodus und dann legt sich hoffentlich eine wohlige Trägheit über das Land - bis der nächste Anschlag kommt.

Was soll ich heute auch gross zur Börse schreiben, das ich nicht schon geschrieben habe? Die Lage in den Indizes ist eben unverändert und so mache ich es mir heute einfach und schaue primär nur auf die Quartalszahlen.

Denn auch der sehr schlechte ZEW Index ist nach dem Brexit für mich keine wirkliche Überraschung, eine genauere Schlussfolgerung kann man nur ziehen, wenn man exakt wüsste, wann die Daten erhoben wurden. Denn vor oder nach der überraschenden Klarheit für die neue Premierministerin, dürfte einen Unterschied machen. Für die Börse war es einer und deshalb bestimmt auch für die Akteure im ZEW.

Unter die Kategorie "Geschwätz", fallen für mich eher die Aussagen der -> IWF Ökonomen<-, die jetzt schon auf die Kommastelle wissen wollen, dass der Brexit Deutschland im kommenden Jahr ein halbes Prozent Wachstum kosten wird.

Denn jedem halbwegs intelligenten Menschen dürfte klar sein, dass "Brexit" heute noch einfach nur ein Wort ist. Was das Wort im kommenden Jahr dann real bedeutet, hängt ganz entscheidend erst von den Verhandlungen und Entscheidungen ab, die überhaupt erst einmal begonnen werden müssen.

Wer aber gar nicht konkret weiss, ob und was für Konsequenzen überhaupt vereinbart werden, welche Handelsabkommen neu geschlossen werden und wie lange Grossbritannien noch dem Binnenmarkt angehört, kann auch keine seriöse Prognosen erstellen. Alles nur Schall, Rauch und Wichtigtuerei, die aber garantiert jede Menge Geld kostet.

Meine Kurzform der ökonomischen Brexit-Realität, die ich in 2 Minuten erkennen kann und für die ich keine Anstellung beim IWF brauche lautet:

Erstens, dass der Brexit ein Menge Unsicherheit erzeugt und damit die Konjunktur in den betroffenen Staaten belastet. Das ist wohl von der ersten Sekunde an offensichtlich.

Zweitens, wie hoch diese Belastung dann konkret ausfällt, ist eine Zukunft die noch nicht geschrieben ist, weil die Parameter dafür überhaupt erst ausgehandelt werden. Jedwede konkrete 2017er Zahl mit Kommastellen, ist heute daher unseriös und ohne Fundierung.

Ich meine, sich über mögliche Auswirkungen in Szenarien Gedanken zu machen, ist ja sinnvoll und nicht zu kritisieren. Dann müsste da aber ein Satz stehen der ungefähr lautet: "Selbst unter der Annahme, dass sich vertraglich in 2017 noch nichts für die britischen Unternehmen ändert, sollte die reine Unsicherheit zu einer Dämpfung des Wachstums in der Grössenordnung von 0,5 - 1 Prozentpunkte führen" Das wäre eine seriöse Aussage, für die man aber keine grossen Studien braucht.

Aber das zu sagen, würde ja die Jobs von Leuten ad absurdum führen, die permanent solche Prognosen erstellen und von der Illusion der Präzision leben. Also tut man so, als wüsste man was und schützt mathematische Präzision vor, die im Sinne "Annahme rein -> Annahme raus" gar nicht gegeben sein kann. Ob man das eher als belustigend oder ärgerlich empfindet, hängt primär davon ab, ob man dieses Geschehen indirekt finanzieren muss oder nicht.

Kommen wir also endlich zur Berichssaison, die bei zwei uns gut bekannten Aktien unter der positiven Überschrift "steady as she goes" steht:

Johnson & Johnson (JNJ), das Sinnbild einer soliden Aktie, produziert wieder -> gute Zahlen <- und steigt weiter ohne jedes Zeichen des Zweifels:

JNJ 19.07.16

Lockheed Martin (LMT), das Sinnbild eines profitablen Rüstungskonzerns, produziert wieder ->> gute Zahlen <- und steigt weiter ohne jedes Zeichen des Zweifels:

LMT 19.07.16

Übrigens zum gleichen Thema, mein Favorit Northrop Grumman (NOC) will scheinbar keinen mehr rein lassen, denn es kommt einfach kein Dip, um mal sinnvoll erhöhen zu können. Denn meine Positionsgrösse ist mir da noch etwas zu klein und ich erhöhe solche Aktien konsequent nur im Dip:

NOC 19.07.16

Wer nicht sofort wenige Stunden nach dem Brexit zugegriffen hatte (und das habe ich bei NOC verpasst), schaut wie schon seit März wieder nur hinterher und genau das ist Zeichen einer starken Aktie. Nun ruhen meine "Hoffnungen" auf einen Dip nach den Zahlen in einer Woche am 27.08., ich "befürchte" aber, das läuft wie bei LMT ab. Nun gut, eine mittelgrosse Position ist ja auch ok. 🙂

Weiter hatten wir heute eine kleine Enttäuschung bei Philipp Morris, und ein solides, neutrales Zahlenwerk bei Goldman Sachs und United Health.

In Summe kein schlechter Beginn der Quartalssaison, aber das hatten wir ja so erwartet.

Erwähnen sollte man auch, dass Apple vielleicht langsam, still und leise wieder in Bewegung kommt. Die Zahlen in genau einer Woche, könnten Katalysator nach oben werden:

AAPL 19.07.16 2

Viel mehr, fällt mir heute nicht ein, schauen wir, was Morgen bringt.

Morgen kommen dann vor Handelsstart in den US Abbott Labs (ABT), Halliburton (HAL) und Morgan Stanley (MS). Danach American Express (AXP), Intel (INTC), Newmont Mining (NEM), Qualcomm (QCOM) und eBay (EBAY).

Machen Sie es gut!

Ihr Hari
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Kein Arsch in der Hose



Ja ich weiss, diese Überschrift ist etwas *derb*, aber es sind die Gedanken die mir durch den Kopf gehen, wenn ich das Einknicken des Bundesverfassungsgerichts sehe.

Ich hatte das ja erwartet, warum steht in einem alten Artikel von 2012, den Sie wirklich noch einmal lesen sollten, weil er so aktuell ist:
-> Ja aber, oder wie man sich selber abschafft <-

Und was auch aus meiner Sicht von dem Urteil zu halten ist, lesen Sie -> hier <-.

Warum eigentlich, fühlt sich das dem Grundgesetz verpflichtete Verfassungsgericht, zwingend an die Rechtsprechung eines europäischen Gerichts gebunden? Es darf sie ja berücksichtigen, aber daran gebunden? Ist es die Aufgabe des Verfassungsgerichts, staatspolitische Erwägungen zu treffen und die Europa-Politik der Regierung als verlängerte Regierungsinstitution abzusichern, oder ist es nicht einfach nur seine Aufgabe, die eigene Verfassung zu interpretieren?

Haben die Bürger Deutschlands, von denen laut Verfassung alle Gewalt ausgehen soll, jemals dieser Übertragung von Kompetenzen und Nivellierung der eigenen Verfassung auf europäische Ebene zugestimmt? Gibt es eigentlich irgendwo ein Verfassungsgericht, vor das ich die Mitglieder dieses "Verfassungsgerichts" wegen Pflichtverletzung stellen kann?

Mehr will ich dazu lieber nicht sagen. Ich hatte es ja erwartet und bin Null überrascht. Ich zitiere wieder, was ich 2012 zum ESM-Urteil sagte:

Ich wünsche uns allen viel Glück in diesem neuen Staat der sich nun entwickelt, wie immer er ausgestaltet sein wird. Bundesbank und Bundesverfassungsgericht - und damit die Bundesrepublik Deutschland - haben aber mit dem heutigen Tag den Rubicon überschritten. Was danach kommt, wird Teil der Geschichtsbücher sein.

Kommen wir zum Markt.

Der hat die Rabulistik des BVG natürlich gemocht und sich um die Spitzfindkeiten des "Einhegens" auch nicht geschert und die Sache auf den Kern reduziert. Was den DAX angeht heisst das Freude, denn damit wurde ein weiteres Stück Unsicherheit aufgelöst. Der DAX steht über 10.000 und aus London kommt mal nichts Neues. Das "Remain" Upside ist damit vielleicht noch ein paar wenige hundert Punkte im DAX hoch, danach geht der Markt aber schon wieder in die Normalität über. Kommt nun doch ein "Brexit", sind dagegen eher schnelle 600-1.000 Punkte nach unten drin, was einem "Crash-Tag" im DAX entspricht.

Gold hat die gestern gezeigte Linie nun doch nach unten gebrochen und damit Raum für eine Abwärtsbewegung bis 1.250 USD geschaffen:

Gold 21.06.16

Trotzdem rate ich davon ab diese Struktur zu handeln und wenn sie noch so überzeugend aussieht. Denn letztlich hängt auch Gold nun von den Umfragen und dem Referendum ab und wenn das Edelmetall deswegen ausschlägt, wird es sich um diese Struktur nicht scheren, zu gross ist dann die Gewalt.

Achja, wo wir schon bei sich selbst ermächtigenden Institutionen sind. Mich hat die letzten Tage irritiert, dass der Yen die "Risk Off" Rally seit Donnerstag Abend nicht mitgemacht hat und sich damit von den Weltmärkten entkoppelt hat. Denn eigentlich hätte der Yen fallen müssen und nicht bis zum wichtigen Widerstand steigen:

JPYUSD 21.06.16

Ich meine technisch ist die Struktur ja ein Traum, hätte man da nicht schön Geld verdienen können, zumal wir diese Struktur immer wieder vor Augen hatten?

Aber mir geht es hier um die Frage, ob die Bank of Japan vielleicht die erste Notenbank ist, die die Kontrolle über ihre Währung verloren hat? Auf jeden Fall kann das dem BoJ Chef Kuroda nicht gefallen, der gestern als erster Notenbanker das Scheitern der Politik die Inflation zu erhöhen eingestanden hat. Und der IWF ist auch -> alles andere als positiv <-:

Under current policies, the high nominal growth goal, the inflation target, and the primary budget surplus objective all remain out of reach within the timeframe set by the authorities.

Ouch. Ist das der erste dicke Ziegelstein, der aus der Mauer der Notenbanken heraus bricht? Japan war ja immer der heisseste Kandidat für eine veritable Währungskrise und was bleibt Kuroda nun? Der erste echte Einsatz von "Helikopter Money"? Ich bin sicher, bevor Armageddon kommt, wird auch das noch probiert werden. Und erst wenn das auch scheitert, heisst es anschnallen und Rübensamen kaufen. 😉

Der Biotech Sektor hat bald mal wieder sein "Do or Die". Wir wissen ja schon lange, dass er durchaus bis zu Präsidentenwahl noch eine "Stufe" nach unten kippen kann, bevor das dann wohl der Boden sein dürfte.

IBB 21.06.16

Es lohnt sich aber nicht, da jetzt darüber zu spekulieren, weil wir wissen es nicht. Und dass der Sektor nun ein paar Tage schwach war sagt gar nichts, weil er kann dieses Mal genau so wieder unten drehen, wie mehrfach vorher. Oder eben nicht und das muss man schlicht abwarten.

Das am Freitag in -> Luft schnappen <- gezeigte Handelssetup bei Micron läuft übrigens. Wir sind 5% höher und kommen zum letzten Test vor dem endgültigen Ausbruch:

MU 21.06.16

Ansonsten werde ich bis Donnerstag immer das Gleiche sagen müssen. Einzelne, markttechnisch getriebene Trades, stehen unter dem Brexit-Vorbehalt und es bestehen Zweifel an der Sinnhaftigkeit. Denn wenn der grosse Scheibenwischer der Volatilität wieder kommen sollte, verschmiert er jede Struktur.

Apropos Volatilität. Nach dem der VIX seit Donnerstag gut die Hälfte des Anstiegs wieder abgegeben hat, werden wir am Freitag wissen, ob das nur das Luft holen vor dem Sprung oder tatsächlich schon ein Doppeltop war:

VIX 21.06.16

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Warum Deutsche Bank und Commerzbank so steigen und von der Sucht, eine Ursache zu finden

Gestern haben Deutsche Bank mit gut 9% Plus und Commerzbank mit gut 7% Plus, eine gewaltige Rally hingelegt. Schaut man auf die langfristigen Charts, ist das aber nur eine sehr, sehr kleine Entschädigung für einen jahrelangen, sehr gruseligen Abstieg.

Wenn Aktien sich so gewaltig bewegen, entsteht sofort ein Reflex, den die Medien glauben bedienen zu müssen. Es ist die Frage "Warum". Was ist also der Grund für diese Rally, die gestern den ganzen europäischen Bankensektor erfasste?

Weiterlesen ...

Morbus Ursachus

Der folgende Artikel basiert auf Beiträgen, die ich in Hari Live am Donnerstag 16.04.15 14:50 und Freitag 17.04.15 19:05 veröffentlicht habe, wurde aber für die Lesbarkeit im freien Bereich angepasst und neu strukturiert.

Heute habe ich habe etwas zum Schmunzeln für Sie. Es geht um den medialen Reflex, unbedingt immer einen einzelnen, singulären Grund für eine Marktbewegung finden zu wollen.

Wir haben ja alle den scharfen Einbruch Ende letzter Woche im DAX erlebt. Dass ein Korrektur überfällig war, war ja offensichtlich. Dass diese aber direkt nach dem Ausbruch bis 12.400 kam und vor allem in welcher Schärfe sie in 2 Tagen bis fast 11.600 herab gelaufen ist, war vom exakten Zeitpunkt und von der Intensität her, nicht präzise vorher zu sehen - auch nicht für mich.

Wer die Medien und diversen Kommentatoren letzte Woche verfolg hat, wurde dann Zeuge eines Schwalls an vermeintlichen "Ursachen", mit denen sich die Artikel beschäftigt haben - sozusagen reziprok zur gefühlten Unsicherheit.

Die einen liebten das Offensichtliche und stellten "Griechenland" oder "China" in den Vordergrund. Die anderen raunten vom kleinen Verfallstag, der ja wie der "schwarze Mann" immer gerne dazu genutzt wird, bei Laien Eindruck zu machen. Dabei hat es schon lange keinen Verfallstag mehr gegeben, der so völlig an den grossen Positionen an der Eurex vorbei gelaufen ist, wie letzten Freitag.

Ich habe mal versucht zu sammeln und nach den von mir gelesenen Medien, hatten wir als "Gründe":

1) Technische Überdehnung
2) Verfallstag (OpEx)
3) China
4) Draghi
5) Griechenland
6) Schäuble

Ich bitte um Nachsicht, falls ich etwas vergessen habe. 🙂

Dann kam am Freitag noch ein vermeintlicher siebter "Grund" dazu. Lesen Sie hier auf Reuters zum Bloomberg-Desaster:
-> Bloomberg Ausfall sorgt für Aufregung an den Märkten <-.

Ich zitiere:

Händlern zufolge war die Panne einer der Gründe für einen rasanten Rutsch an den europäischen Börsen

Aha! Ich weiss zwar nicht so recht, warum Kurse von Geisterhand fallen, wenn Händler nicht mehr an ihre Terminals kommen und dann auch nur in Europa fallen, nicht aber in den US - aber "you never know". 😉 Folgerichtig hatten wir dann also als weitere "Ursache":

7) Bloomberg

Ich finde diese Liste vermeintlicher "Gründe" ebenso lustig wie bezeichnend. Denn wissen Sie, was die Wahrheit ist?

Es wird um so stärker und hektischer nach einer "Ursache" gesucht, je überraschender und unerklärlicher für die Menschen eine Bewegung ist. Und der -> reflexive <- Markt funktioniert gerade *nicht*, nach trivialen, zweidimensionalen Ursache-Wirkung Mustern.

Insofern können wir fest davon ausgehen, dass ganz viele Marktteilnehmer von der Bewegung Ende letzten Woche überrascht wurden. Nur warum kann man das nicht offen zugeben?

Es gibt im reflexiven Markt nicht nur keinen simplen "Grund", es braucht auch keinen, denn alleine die Tatsache, dass nach dem Schub auf 12.400 die Anschlusskäufe ausblieben, reichte bei der aktuellen Flughöhe des DAX aus, um eine gewisse Vorsicht ins System zu indizieren, die dann zu Bröseln führt und am Ende des Bröselns auch zu einem Einbruch, wenn alle das Gleiche denken.

Natürlich ist es wahr, dass viele der oben genannten Gründe, in irgend einer Form eine Rolle bei den Anpassungen der Erwartungen der Markteilnehmer spielten und damit das Marktverhalten veränderten. Dass zum Beispiel die sich Griechenland nähernde Wand, an die der Markt Ende letzter Woche durch Schäuble und den IMF erinnert wurde, hier eine Rolle gespielt hat, ist nicht von der Hand zu weisen, weil die Effekte nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch in anderen Assets zu erkennen waren. Und der Markt neigt durchaus dazu, Dinge die er prinzipiell kennt, doch aus dem Radar zu verlieren, um dann irgendwann wieder erschreckt aufzuwachen.

Aber selbst das Thema alleine und schon gar nicht die anderen, eher weiter hergeholten Erklärungen, reichen als singulärer "Grund" aus. So erleben wir hier wieder, womit sich die Anlegercommunity gerne beschäftigt. Aber bringt das irgend etwas für den Erfolg? Eher nein.

Wichtig ist etwas ganz Anderes. Die aktuelle Price-Action erzeugt ein Fragezeichen. Ein Fragezeichen, dass wir einfach akzeptieren sollten und nicht versuchen, krampfhaft mit etwas auszufüllen, das wir von weit her holen.

Das Fragezeichen bedeutet, dass wir eine gewisse Vorsicht an den Tag legen. Und es bedeutet, dass wir beobachten und den Zustand der "aufmerksamen Gelassenheit" erreichen sollten, der die Wirklichkeit ergeben und demütig so nimmt, wie sie kommt.

Warum ist es so schwer, diese Offenheit und Ehrlichkeit an den Tag zu legen? Warum werden Seiten über Seiten mit Behauptungen gefüllt, die nur dazu dienen, eine Kontrollillusion aufrecht zu erhalten? Fragen über Fragen.

Aber wer auf diese Fragen eine Antwort hat, nähert sich damit auch der Wahrheit, warum am Aktienmarkt so viele scheitern und gleichzeitig aber so viele glauben, den Markt kontrollieren zu können.

Auf jeden Fall muss ich wohl neben der Prognosiritis, noch die Existenz einer neuen, ansteckenden Krankheit konstatieren:
Morbus Ursachus ! 😀

Ihr Hari

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Marktupdate – 23.07.12 – Die Rückkehr der alten Dämonen

08:20 Uhr - Vor Handelsstart

Pünktlich zum Beginn der ersten Korrektur der Aufwärtsbewegung am Freitag, kamen am Wochenende auch wieder Meldungen in den Markt, die die alten Dämonen - namentlich Griechenland, IWF & Co. - beschworen.

Ohne diese Nachrichtenlage wäre die Wahrscheinlichkeit heute sehr hoch gewesen, dass der DAX oberhalb 6600 schon wieder nach oben dreht.

Nun müssen wir aber abwarten, wie weit die neuen-alten Ängste erneut eskalieren. Das optimale Szenario, das die Bullen heute hinlegen könnten wäre, wenn die Abwärtsbewegung schon bei 6550 (dem 50er Fibo-RT) ausläuft und ab ca. 10 Uhr gleich wieder gekauft würde um den DAX wieder deutlich über 6600 zu drücken. Das wäre ein sehr bullisches Signal, das keiner übersehen sollte !

Passiert das nicht, muss man mit einer Bewegung bis in die Zone um 6400 (dem 38er Fibo-RT) rechnen. Dort aber besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse wieder nach oben drehen. Denn nichts an den erneuten Ängsten ist neu oder überraschend und das hier zuletzt diskutierte negative Sentiment im Markt gibt starken Abwärtsbewegungen wenig Raum.

Insofern halte ich es nach wie vor für das wahrscheinlichere Szenario, das aktuelle Geschehen als eine potentielle Kaufgelegenheit in einer andauernden Sommerrally zu betrachten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !
Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 20.04.12 – Wochenabschluss – Kurzbericht

22 Uhr - Handelsschluss

(1)
Nichts was heute in den breiten Indizes passiert ist, hatte Bedeutung über den Moment hinaus. Insofern abhaken und das Wochenende mit IWF und G20 Treffen abwarten.

(2)
Schaut man auf die Erwartung des Marktes an das IWF und G20 Treffen, geht dieser fest davon aus, das wir wieder jede Menge warme Worte und nettes Gerede nach dem Motto "alles wird gut und alles im Griff" haben werden. Insofern wird zur Schau gestellte Einigkeit keinen mehr überraschen. Positiv wäre es wohl, wenn tatsächlich neue konkrete Abreden getroffen würden. Negativ wäre es für die Kurse am Montag, wenn man sich im IWF zwischen Europa und den aufstrebenden Mächten (BRIC) nicht einigen könnte.

(3)
Faszinierend ist für mich zu sehen, wie Krones (WKN 633500) exakt das Szenario abarbeitet, das ich -> hier <- am 30.03.12 dargestellt habe. Die Aktie hat nun oberhalb 35€ gedreht und legt heute eine Rally mit 5,6% Plus hin. Schauen Sie noch einmal in den alten Beitrag und auf den aktuellen Kursverlauf.

Am 24.04.12 kommen die Zahlen, es könnte sein, da weiss schon jemand was, denn die Bewegung heute war ohne für mich sichtbare Nachricht. Das die Kurszielerhöhung der UBS auf 40€ Ursache für ein solche Feuerwerk ist, wage ich mal stark zu bezweifeln. Wenn ich jetzt noch nicht drin wäre, würde ich nun vielleicht die Zahlen abwarten, selbst wenn das ein paar Prozent kostet. Denn nach dem heutigen Tag wären auch kleine Gewinnmitnahmen am Montag nur normal. Da ich aber schon drin bin, kann ich nun weiter Long bleiben. Falls die Zahlen halten was ich davon erwarte, hat Krones noch gutes Potential nach oben, bei sehr beschränktem Risiko - das Unternehmen ist in meinen Augen grundsolide und ebenso grundsolide finanziert.

(4)
Passend zu Krones, weil im selben Artikel dargestellt und erst vor drei Tagen erneut mit Chart dargestellt, Cameco (WKN 882017) fliegt nun ab, heute fast 5% Plus !

(5)
Faszinierend ist auch, was der Markt bei Microsoft (WKN 870747) macht. Die hervorragenden Verkäufe von Windows 7 und Office kurz vor der Veröffentlichung von Windows 8 werden mit fast 5% Plus gefeiert. Dabei ist für mich offensichtlich, dass diese Verkäufe gerade deswegen zustande kommen, weil sich viele Kunden schon gegen Windows 8 entschieden haben und sich nun noch mit Windows 7 Lizenzen eindecken.

Warum feiert der Markt dann diese Zahlen so, insbesondere im Hinblick auf das Nokia-Desaster, dass sich ja direkt auf Microsofts Windows-Mobile Bemühungen auswirkt ? Ehrlich, ich weiss es nicht ! Und der Markt hat ja meistens recht, aber eben nicht immer. Und hier denke ich ganz arrogant, das der Markt möglicherweise falsch liegt. Grund ist wohl, das fast alle Analysten noch das Hohelied der tollen Windows 8 Strategie singen. Theoretisch ist die Idee ja auch gut, nur praktisch mangelt es bei Windows 8 nach meiner Einschätzung an der Umsetzung. Und diese positive Stimmungsmache wird sicher noch Monate so weiter gehen, bis gegen Ende des Jahres die ersten echten Verkaufszahlen kommen.

Für mich sind die aktuellen Zahlen aber Bestätigung meiner negativen Sicht auf Windows 8 und nichts zu feiern. Fragen Sie sich doch einmal selbst: wenn Sie sich auf Windows 8 für Ihr Unternehmen freuen, kaufen Sie dann ein paar Monate vor Launch noch im grossen Umfang die alten Versionen ? Und ja ich weiss, die meisten Grosskunden haben langlaufende Lizenzverträge und Serviceverträge, die unabhängig von Einzelversionen sind. An dem grundlegenden Mechanismus ändert das aber nichts.

Insofern kann Microsoft nun über den Sommer im Lichte der allgemeinen Analysten-Begeisterung durchaus noch weiter steigen, selbst 38 USD halte ich nicht für unmöglich. Aber ich bin überzeugt, das dicke Ende kommt gegen Ende des Jahres. Falls Sie ihn nicht gesehen haben, lesen Sie -> hier <- meinen Artikel zum Thema vom 30.03.12.

(6)
Mein erst gestern Mittag skizziertes Bild von Nokia (WKN 870737) als der Titanic, war wohl scheinbar nicht ganz falsch. Seit dem Peak auf 3.1€ nach den Zahlen - der meinen Artikel auslöste - ist der Kurs um sage und schreibe 10% gefallen ! Tendenz weiter fallend ins Nirwana. Irgendwann wird Nokia dann vielleicht von Microsoft aufgekauft, ob das für die Aktionäre aber dann noch ein Spass ist, wage ich mal zu bezweifeln. Denn warum soll Microsoft heute einen Kurs von 3€ und damit 10 Milliarden MarketCap zahlen ? Durch die Abhängigkeit zu Windows Mobile kann wohl sowieso kein anderer der grossen Konkurrenten bei Nokia zugreifen. Im Falle eines weiteren Absturzes fällt Nokia nach meiner Einschätzung in die Hände von Microsoft.

(7)
Apple (WKN 865985) fällt weiter - Völker hört die Signale ! 😉 Apple sitzt nun fast auf dem 50er Moving Average, der für ein vorläufigen Stop der Abwärtsbewegung gut sein könnte. Kommenden Dienstag nach Handelsschluss kommen dann die Zahlen. Was da raus kommt kann jeder selber raten, ich habe keine Ahnung. Bisher hat Apple aber immer positiv überrascht, und es ist in meinen Augen eher wahrscheinlich, dass das erneut passiert. Dann ist Apple für schnelle 10% nach oben gut. Sollte aber der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Apple das erste Mal seit Jahren negativ überrascht, dann wird das aber heftig nach unten rauschen, das wird ein Spektakel, das dann die Indizes mitzieht. Sehr spannend das Ganze !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari