FED und EZB haben fertig!

Oder wäre im Sinne von Trapattonis berühmter Wutrede, vielleicht "Was erlauben Mario?" der bessere Titel gewesen? 😉

Ernsthaft, wenn man es vom medialen Standpunkt der Wiederholung und Neuigkeit betrachtet, ist das "Notenbank-Bashing" ja eigentlich langweilig, weil es wurde fast alles schon so oft gesagt.

Wir leben ja aber nicht nur in einer medialen, virtuellen Welt, sondern auch in einer ganz realen, in der es um unseren Wohlstand, unser Land, unsere Kultur, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder geht.

Und dafür lohnt es sich zu kämpfen und deshalb müssen wir in dieser realen Welt, so lange penetrant auf etwas herum reiten, bis es sich unter der Last der tausend Nadelstiche und des öffentlichen Drucks, dann doch ändert.

Und deswegen schreibe ich schon wieder zu den Notenbanken, denn die haben mir in den letzten beiden Tagen bewiesen, dass sie "fertig haben" und am Ende ihrer "Alchemie" angekommen sind.

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Noch mehr Taube



Das -> FOMC Statement <- war wie erwartet eher taubenhaft. Die Reaktion der Dollars, der sofort deutlich zu fallen begann, legt von dieser Interpretation dess Marktes Zeugnis ab:

Dollar Index 15.06.16

Aber eigentlich was das Statement noch taubenhafter, als es der Markt erwartet hatte, denn im Statement wurde jeder Hinweis auf eine kurz bevor stehende Zins-Erhöhung gelöscht!

Ich finde das ziemlich bemerkenswert und halte das für den Offenbarungseid der FED. Denn noch einmal, machen wir uns klar, was hier passiert:

Die FED behauptet, aufgrund Ihrer guten Sicht auf die ökonomischen Rahmenbedingen, Zinsentscheidungen diskretionär "nach Datenlage" sinnvoll vornehmen zu können. Noch vor gut 2 Wochen, hat die FED - Janet Yellen - voran, den Markt deutlichst auf eine kurz bevor stehende Zinserhöhung eingestimmt.

Dann kamen die überraschenden US Arbeitsmarktdaten, die auch durchaus eine Anomalie aufgrund der Streiks im Zeitraum sein könnten. Ansonsten ist rein gar nichts Überraschendes passiert, den Brexit sollte ja selbst "Joe Sixpack" auf dem Radar gehabt haben. Und nun, 2 Wochen später, sind Zinserhöhungen in der nahen Zukunft scheinbar vom Tisch. Eine 180 Grad Kehrtwende in der Kommunikation zum Markt.

Hallo?

Das kann doch nur bedeuten, dass:

entweder die FED mit all ihren schönen Daten so blind ist, dass sie so einen Umschwung beim Arbeitsmarkt im Vorfeld nicht hat kommen sehen. Das würde die Frage aufwerfen, ob die FED in ihrem Datenwust, überhaupt weiss, was sie tut.

oder die FED lässt sich von einzelnen Daten, die sogar eine Anomalie sein können, sofort in Panik versetzen und vom Kurs abbringen. Das würde die Frage aufwerfen, ob die Handelnden überhaupt einen klaren Kurs haben oder nur herum eiern.

Entscheiden Sie, was hier wahr ist. Zwischen den beiden Alternativen, bleibt nach meiner Ansicht nicht viel.

Die Pressekonferenz scheint wie erwartet auch nicht viel Erleuchtung zu bringen, in einem Liveblog habe ich als perfekte Zusammenfassung diesen sarkastischen und treffenden Kommentar gefunden:

Yellen says the Fed is being cautious in raising interest rates. Thanks for that insight! It changes everything!

LOL!

An ihrer taubenhaften Weltsicht, lässt Yellen auf jeden Fall keinen Zweifel, selbst Helikoptergeld wird als Möglichkeit erneut nicht ausgeschlossen.

Was heisst das auf den ersten Blick für den Markt?

Erstens, das die FED noch taubenhafter ist, als man erwartet hatte.

Zweitens und sehr bemerkenswert, dass der Markt das aber nicht mehr richtig goutiert, in früheren Jahren wäre er nach so einem Statement nach oben geschossen. Es könnte sein, dass die Zweifel die ich oben formuliere in den Markt kriechen, ob die FED überhaupt einen Plan hat, der den Namen wert ist. Und das würde die Lage gefährlich machen. Denn wie ich schon oft sagte: Zwingende Bedingung für einen Crash ist in diesem Environment, dass der Markt den Glauben an die Allmacht der Notenbanken verliert.

Drittens, dass der Markt sich nach kurzer Aufwallung wieder den Sorgen um den Brexit zuwenden wird, ohne das kurzfristig viel passiert ist. Das entspricht den Erwartungen.

Viertens, dass das alles, Brexit wie fallender Dollar, Helikoptergeld und schwankende FED, für Gold *gut* ist. Bei 1.292 USD sind wir nun schon wieder. Sie wissen, dass ich seit Anfang Juni wieder auf der Käuferseite bin. Das kurzfristige Risiko für Gold ist, dass der Brexit nicht kommt, dann geht es sicher deutlich runter. Mittelfristig stehen die Signal auf Grün.

Bis Morgen,

Ihr Hari

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Geschnatter, Sorge und Spekulation


Ja, der Freitag mit den Arbeitsmarktdaten, war ein wilder Tag. Aber aus Sicht des S&P500 .... schauen Sie selbst:

-> DShort Market Snapshot <-

Trotz eines starken Einbruchs direkt nach den Arbeitsmarktdaten, ist die ganze Woche schlicht nichts passiert!

Das ist genau genommen eine starke Vorstellung nach der sehr positiven Vorwoche, ein Markt der zusammen brechen will, sieht anders aus.

Trotzdem sollte man von der kommenden Woche nicht zu viel erwarten, denn vor uns liegt eine Übergangswoche, leicht an Wirtschaftsdaten, ohne Quartalsergebnisse, aber voll an Spekulation um das was danach kommt: die FED-Sitzung und der "Brexit".

Zum Brexit können Sie von mir später am heutigen Tag eine ausführliche Einordnung lesen, so wie Sie sich das gewünscht haben. Dazu hier also kein Wort.

Was die FED angeht, haben die Arbeitsmarktdaten am Freitag aber ein riesiges Fragezeichen generiert. Auch Janet Yellen dürfte "not amused" sein, denn sie hatte mit ihren Kollegen den Markt eigentlich fest auf eine Zinserhöhung im Zeitraum Juni-September vorbereitet. Und dann das!

Wobei die Daten wirklich zweifelhaft sind. Keiner weiss genau, wie stark sich die diversen Streiks ausgewirkt haben und die Arbeitslosenquote selber ist ja gesunken. Yellen könnte im Juni diese "Anomalie" des Juni also durchaus ignorieren, dazu bräuchte es aber Mut und durch die Bereitschaft Risiken einzugehen, hat sich Yellen bisher nicht ausgezeichnet.

Es gab ja sowieso unter dem Argument der "Risikovermeidung" die Diskussion, ob die FED eine Woche vor einem potentiellen Brexit die Zinsem erhöhen sollte. Mit klar guten Zahlen vom Arbeitsmarkt, wäre das wohl machbar gewesen. Aber nun? Eher zweifelhaft im Juni, der Markt glaubt auf jeden Fall nicht mehr daran.

Dumm ist nur, dass sich die FED auch nicht in die US Präsidentenwahl Anfang November einmischen will und so bleibt nun nur noch ein kleines Fenster der Juli und September-Sitzung, um wenigstens noch eine Erhöhung dieses Jahr durchzuziehen. Die FED wird also hoffen, dass die Arbeitsmarktdaten von Juli viel besser sind, um das zu rechtfertigen. Am ersten Freitag des Juli, wird der Markt also hektisch wieder auf die Arbeitsmarktdaten schauen und wenn die den Juni dann zu einer "Anomalie" machen, wird der Markt massiv die Zinserhöhung einpreisen.

Aber auf jeden Fall schade, dass diese Pirouette nun wieder nötig ist, denn eigentlich hatte der Markt seinen Frieden mit der Erhöhung im Juni schon längst gemacht, wie wir ja die letzten beiden Wochen gesehen haben.

Heute Abend um 18:30 Uhr redet Janet Yellen übrigens noch einmal kurz vor der Quiet-Period. Diese Rede wird aufgrund der oben beschriebenen Situation nun ganz besonders "beäugt" werden, richten wir uns dort also auf Volatilität ein!

Aber selbst Yellen wird die Unsicherheit, die der Arbeitsmarktbericht geschaffen hat, nicht ganz lösen können, das Morning Briefing von DowJones bringt das Dilemma auf den Punkt:

Im Fokus stehen nun Einschätzungen zu weiteren US-Zinserhöhungen. Hier wird vor allem auf Aussagen von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen am Abend geachtet. Sollte sie trotz des schwachen US-Arbeitsmarktberichts weiter auf Zinserhöhungen setzen, wäre das negativ, meinen einige Händler. Andere sind jedoch der Ansicht, dass gerade der Verzicht auf eine Zinserhöhung schlecht wäre. "Die US-Märkte sehen Zinserhöhungen jetzt als Zeichen einer starken Wirtschaft", so ein Händler: "Sollte Yellen darauf verzichten oder sie verschieben, würde sie bestätigen, dass der Arbeitsmarkt ein strukturelles statt nur einem temporären Problem hat".

Was von der kommenden Woche voller Spekulation ansonsten zu halten ist, hat Jeff Miller auf den Punkt gebracht:

It is a very light calendar. Like nature, pundits abhor a vacuum! There are pages to paint with pixels and airtime to fill with opinion. The space available is always about the same, even if the need is reduced.

😉

Also jede Menge Hin- und Her, aber ansonsten nicht viel! Ein Verbleib des S&P500 in dieser Bandbreite unterhalb der Allzeithochs, wäre für mich also keine Überraschung:

S&P500 06.06.16

Der DAX war am Freitag Sklave des Dollar und insofern wird es sehr darauf ankommen, welche Signale von der Währungsseite kommen und dabei wird eben die Rede von Yellen eine grosse Rolle spielen, denn der Markt braucht nun mehr Input um die Implikationen des verwirrenden Freitag richtig einsortieren zu können.

Insofern ist der DAX wieder für wildere Swings gut, ein Rebound aus dieser Zone, ist aber zumindest vorstellbar, zu mehr will ich mich im DAX nicht festlegen, der derzeit wie eine Nussschale auf dem Meer, hin und her geworfen wird:

DAX 06.06.16

So viel zum Start dieser Woche, bei der ich uns dazu rate, uns nicht zu stark in das Hin- und Her einsaugen zu lassen, sondern etwas gedanklichen Abstand und das grosse Bild im Auge zu behalten. Diese Woche wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Entscheidung für das Schicksal des Marktes im Sommer bringen. Die beiden folgenden Juni-Wochen dagegen schon eher.

Da viele neue Mitglieder da sind, will ich heute auch noch einmal bewährte, lesenswerte Quellen in Erinnerung rufen, die Sie auch bei den "Hilfreichen Links" im Blog finden können:

Einen ausgezeichneter Überblick über die vergangene Woche und Ausblick auf die kommende, findet sich wie immer hier bei Jeff Miller: -> Weigthing the week ahead <-

Einen lesenswerter Überblick über die Weltmärkte liefert ShortSideofLong: -> Asset Returns and the global Economy <-

Urab Carmel von "The fat Pitch" sagt in der -> Weekly Market Summary <-:

Some short-term measures of sentiment may show excessive bullishness. The seasonal pattern is also a slight headwind. Taken together, it's not hard to imagine upside being limited in the near term.

But longer-term measures of sentiment, especially fund flows, suggest that further gains are still ahead. This means that any short term weakness is a set up for higher prices into summer.

Wenn Sie "Short Time" auf die Zeit bis zur FED und zum "Brexit" übersetzen und als "Long Term" den Spätsommer und Frühherbst verstehen, dann ist seine Sicht deckungsgleich mit dem Marktbild, das sich auch bei mir in den letzten Wochen in den Vordergrund gedrängt hat.

Hier ein lesenswerter Kommentar der FuW zu ETFs. Wir hier wissen spätestens seit dem 24.08.2015, das sich hier eine Fehlentwicklung aufbaut. Der Artikel beleuchtet einen weiteren Aspekt: -> Wo die Gefahren der grossen ETF Anbieter liegen <-

Und Marketanthropology zeigt das -> Risiko bei den langlaufenden US Staatsanleihen <-

Soviel zum Start der Woche, die hektisch, aber eher nicht wegweisend sein dürfte.

Machen wir das Beste daraus!

Ihr Hari

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Hike Another Day



Faszinierend oder, was unsere Janet Yellen da gestern wieder abgeliefert hat? Es war eine verflucht gute Idee, diesen Termin im Auge zu haben.

Der Markt war vorher seit Tagen in richtungsloser Stasis und es gab eine endlose Liste von Dingen, die den Markt *nicht* interessiert haben. Aber dann kamen die betörenden Lippen von Janet Yellen und der Markt erblühte sofort in inniger Liebe und Zuwendung. Oder ist es doch nur simple Drogensucht? 😉

Wie auch immer, heute hat es L.A. Little auf den Punkt gebracht:

The market appears to have defied the sideways to down weekly signals (although the week isn't quite done yet) with another big boost from the Fed head herself as Yellen reiterates in no uncertain terms that any rate hikes to come depend not only on the U.S. but the rest of the world.

It used to be that this monetary easing was dependent on employment. Then that number got manipulated. Then we added the inflation component/target. Now we are saying the rest of the world. Why in the world doesn't the Fed just say it "cannot raise" rates or it will cause a recession - or at least that's what it thinks. A script writer couldn't have written a more twisted script than this one.

"Hike Another Day" ist also mal wieder das Motto, es gibt immer einen Grund es nicht zu tun.

Und für diesen Bullenmarkt gilt daher im Sinne James Bond: Die Another Day!

Wir sehen heute, dass der Schub auch am Tag danach nachwirkt und auch die ADP Arbeitsmarktdaten, die gerade um 14:15 Uhr herein gekommen sind, sind gut aber nicht *zu* gut, gerade richtig also, dass diese Drogen-Rally weiter gehen kann.

Zerbrechlich wie das Eis im Film, ist dieser Bulle nun aber auch geworden. Denn nun ist die überverkaufte Lage des Januar und Februar vorbei und die Erwartung an Zinserhöhungen wird gerade völlig ausgepreist.

Und dann im April? Was dann?

Das ist die grosse Frage, bei der ich - wie Sie wissen - einige Skepsis habe.

Bisher sind wir also immer noch in dem groben Modell, das ich seit Februar verfolge und eine Notenbank-induzierte Rally bis in den April hinein erwartete. Und dann wird es schwierig.

Wettten wir nun aber auch nicht zu schnell gegen das Momentum, das sich da nun entfaltet. Im Forum gestern habe ich einen klugen Link von James DePorre verteilt, der unter -> Don´t rush to fade the FED <- gleich den richtigen Tenor getroffen hat.

Can we keep running higher on this news, or will there ever be a point when it's been fully discounted by the market?

The answer to that second question seems to be: "No." The cheap money that central bankers are creating and protecting has no other place to go but stocks. The bulls seem like they're chronically underinvested, so the underlying bids appear to be endless.

It's really tempting to bet on some sort of reversal. But if you've paid attention to market responses at all, you know that "Sell the News" just doesn't work well on dovish Fed comments -- even when they're very well anticipated.

We're hitting the session's highs as I write this, with the same old pattern of endless buying developing. My advice: If you really want to try to fade this strength, don't be in a rush.

Fazit: Es läuft bisher alles wie erwartet. Die Woche sieht vorbehaltlich brauchbarer Arbeitsmarktdaten am Freitag gut aus, das Erreichen des Measured Moves bei 2.080 im S&P500 ist auch zu erwarten. Auch in den April hinein, kann sich diese Stärke durchaus noch ziehen.

Dann wird es aber schwierig, denn selbst wenn der Markt nicht einbricht, woher soll der nächste, grosse Schub dann noch kommen? Nur plötzlich wieder steigende Unternehmensgewinne und Ausblicke in der kommenden Quartals-Saison, könnten wohl so ein Katalysator sein, aber das sehe ich noch nicht.

Aber selbst wenn, sind wie gesagt vielleicht 2.400 im S&P500 drin, dann ist aber wohl endgültig der Deckel darauf, denn zu weit hat sich der Markt von der realen Gewinnsituation der Unternehmen entfernt.

Ich kann also immer nur wieder dieses Chart zeigen, das sind die beiden Alternativen, mit denen wir es wohl in den kommenden Monaten zu tun haben und Alternative (2) ist seit der Charakteränderung des Marktes zum 01.03. wahrscheinlicher geworden:

S&P500 18.03.16 2

Und auch für den DAX kann ich nur ein Chart von vor einer Woche zeigen, auch das ist immer noch gut denkbar. Die genannte Zone wurde vielleicht ein paar Tage nach hinten verschoben und wird vielleicht erst zum Anfang des April erreicht, der prinzipielle Ablauf ist aber immer noch gut vorstellbar, zumal der DAX einiges an Nachholpotential aufgebaut hat:

DAX 23.03.16

Und bei Gold?

Im idealen bullischen Fall, geht es nun direkt nach oben durch. Das Risiko, dass wir hier die eher negative Entwicklung der schwarzen Linie nehmen und eine grosse Topbildung ausformen, ist aber da:

Gold 23.03.16

Und es ist so lange da, wie das Edelmetall nicht bei 1.300 USD neue Hochs generiert und solange bleibe ich zwar mittelfristig optimistisch, kurzfristig aber vorsichtig und nicht zu überzeugt.

So weit zur heutigen Einordnung des Geschehens. Machen wir was daraus, dass die Lebensdauer dieser Rally durch Yellen noch weiter in die Zukunft verschoben wurde. Die another day!

Wir sehen erneut: alles Andere ist unwichtig, wenn Yellen oder Draghi die Lippen bewegen. Ich mag diese Notenbank-dominierte Anlagewelt überhaupt nicht, ich habe aber leider kein alternatives Universum, in das ich mich flüchten könnte. 😉

Ach wäre das schön, ein Paralleluniversum, das auch mein Altersanlagevermögen nicht entwertet und nicht breite Altersarmut in der Gesellschaft befördert. Aber ich bin wahrscheinlich einfach nur zu altmodisch und kann schlicht nicht den unmesslichen Ratschluss unserer geldpolitischen Führer durchdringen. Die sind einfach zu klug und weitblickend für mich. Zinsen - pftt - wer braucht so was denn in der schönen neuen Welt? 😉

Machen Sie es gut, bis demnächst.

Ihr Hari

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Zwei Seelen in der Brust – 2008 oder Rally?



Guten Morgen!

Der Karneval dauert an, auf den Strassen, wie auch an der Börse. Und für uns dauert der Flug auf Sicht an. Denn wer derzeit mehr als 24 Stunden nach vorne schauen will, macht sich etwas vor - zu labil ist die Börsenwetterlage.

Und in meiner Brust sind zwei Seelen, die ungefähr so aussehen. Auf der einen Seite die Sorge vor etwas Gruseligem:

S&P500 07.02.16 1

S&P500 07.02.16 2

Das grosse Bild des Marktes ist ohne jeden Zweifel hoch riskant, technisch *und* fundamental. Warum fundamental, brauche ich wohl nicht mehr zu begründen, die Strukturprobleme verfolgen uns ja seit Jahren und keines wurde - entgegen anders lautenden Politik-Gebrabbels - wirklich gelöst.

Alle wurden letztlich nur schlimmer und wie William White der ehemalige Chefökonom der "Notenbank der Notenbanken", der Baseler -> Bank für internationalen Zahlungsausgleich <-schreibt, sind wir im Jahr 2016 wohl noch verwundbarer, als in 2007: -> Was die Komplexität lehrt <-

Und trotzdem glaube ich nicht, dass das so einfach wird und der Markt nun einfach ala 2008 duchfällt. Gerade jetzt, am Anfang dieser 6. Woche des Jahres, ist die Stimmung so gruselig und die Absicherungsquoten der Anleger so hoch, dass der "Weg des maximalen Schmerzes" für mich kurzfristig eher nach oben zeigt. Den Pfad nach unten erwarten dagegen nun aktuell fast alle.

The Fat Pitch zeigt in seiner -> Weekly Market Summary <- auch eindrücklich, warum viel nun für eine Rally spricht, genau da, wo man sie kaum mehr erwartet. Im idealen Fall, um maximalen Schmerz hervor zu rufen, ist also das durchaus möglich:

S&P500 07.02.16 3

Wobei es dafür wohl irgend einen Katalysator braucht, der das grosse Geld davon überzeugt, den Test der Tiefs zu kaufen. Realistisch kann der nur von der FED kommen. Und dafür bietet diese Woche am Mittwoch und Donnerstag durch ein Testimonial von Janet Yellen Gelegenheit.

Sollte der S&P500 diese Pirouette vollziehen, würde der DAX unter 9.000 schauen und von da dann zurück kommen.

Das sind die zwei Seelen in meiner Brust. Auf der einen Seite der erfahrene Anleger, der das grosse Bild im Auge hat und all die strukturellen Risiken sieht, die schlicht und einfach massiv sind und auf einen "Lender of the last Resort" treffen - die Notenbanken - der sein Pulver weitgehend verschossen hat.

Auf der anderen Seite aber der Trader, der den massiven Negativismus sieht, der über dem Markt liegt und der dann am Gierigsten wird, wenn alle anderen den Blues haben - und das ist jetzt!

Beide Seelen in der Brust könnten dann wieder vereint werden, wenn beide Recht haben und nur der Zeithorizont den Unterschied macht. Im Lauf der Woche also die 5-8% Rally, auf die wir schon seit 2 Wochen warten. Dann aber keine neuen Hochs, nur eine tiefere Schulter und dann der endgültige Absturz. Das wäre die Vereinigung beider Sichten. Ob es so kommt, steht aber in den Sternen.

Ich kann Ihnen daher die Entscheidung nicht abnehmen, wie Sie sich positionieren, zumal nicht in meiner Ferienwoche. Nein. die müssen Sie schon selber für sich treffen.

Ich glaube aber nicht, dass wir noch lange warten müssen bis wir mehr Klarheit bekommen und vermute, schon am Donnerstag fallen wir entweder in einem 2008er Szenario nach unten durch, oder die Rally hat eingesetzt, die sich da unter der Decke vielleicht zusammen braut.

Klar ist aber, dass im grossen, übergeordneten Bild die Logik gedreht hat. Im Aufwärtstrend, rechnet man mit weiter steigenden Kursen und sichert sich gegen überraschende Einbrüche ab. Im Aufwärtstrend kauft man den "verdammten" Dip.

Im Abwärtstrend, rechnet man mit weiter fallenden Kursen und sichert sich gegen überraschende Rallys ab. Im Abwärtstrend verkauft man den "verdammten" Bounce.

Letzteres nennt man "Bärenmarkt" und kommt der Realität dieser Wochen näher, als Ersteres. Und selbst wenn der dritte Fall mit dem Undercut eintritt und der Markt bald zum "Short-Squeeze" ansetzt, wäre die grosse, massive Topformation immer noch da und vielleicht generiert das dann nur die letzte kleine Schulter, bevor die Formation endgültig triggert.

Nein, im grossen Bild sieht die Lage wirklich bedenklich aus, aber das wissen wir ja seit Jahresanfang und eigentlich auch schon vorher.

Und was Gold angeht, ist bei dieser Chartstruktur ein Retracement nun fast zwangsläufig. Im idealen, bullischen Fall, sieht das dann so aus und formt damit eine "Cup´n Handle" Struktur, die dann jede Menge Potential für weitere Gewinne in sich trägt:

XAUUSD 08.02.16

Sie sehen, dass selbst ein Rückgang zur 200-Tage-Linie bei ca. 1.130, immer noch einer bullischen Struktur entspräche. Nur viel tiefer darf Gold nicht mehr fallen, dann war es wohl doch eher eine Bärenmarktrally und keine Wende, die wir gerade erlebt haben.

Was haben wir sonst noch am Anfang dieser Woche?

Die -> Devisenreserven Chinas <- sind (offiziell) um 99,5 Milliarden gefallen:

Um das zu werten, muss man die Erwartungen verstehen und die reichten bis zu dick dreistelligen Katastrophenwerten und lagen im Mittel bei ca. 120 und höher als im Vormonat.

Insofern halte ich diese Zahlen für im Rahmen der Erwartungen und diese haben sogar Potential, eine minimale Erleichterungsreaktion auszulösen, weil sie nicht noch schlimmer sind.

Der "Höhepunkt" der Woche sind zwei Testimonials von Janet Yellen for dem Kongress, die das Potential für hohe Wellen an den Märkten haben, denn nach FED Dudleys Aufschlag, werden nun alle kritisch schauen, was die FED Chefin dazu zu sagen hat. Wer EURUSD handelt, kann also schon mal wieder die Gurte enger ziehen, es wird nötig sein, um nicht aus dem Sitz zu fallen. 😉

Die Quartalssaison geht natürlich weiter und nun rücken in den US immer mehr die Unternehmen der zweiten Reihe in den Vordergrund, während sie hier in Europa erst so richtig Fahrt aufnimmt. An Wirtschaftsdaten ist die Woche leicht, erst am Freitag kommen allerlei relevante Daten von BIP Deutschlands bis Einzelhandelsumsätze der US.

Alle Augen werden sich also auf die FED richten und Mitte der Woche wird es sehr spannend, bis dahin kann sich der Markt noch im Elend suhlen, wenn er denn mag.

Denken Sie bitte daran, dieses ist mein einziger Bericht am heutigen Tag, wir lesen uns morgen im Laufe des Tages wieder.

Ihr Hari

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Biotech Sektor in fortdauernder Konsolidierung

Der folgende kurze Hinweis, erschien Mittwoch 16.07.14 16:55 in Hari Live.

Zum Thema Biotech wissen Sie ja, dass ich schon länger etwas skeptisch bin, ob die Gegenbewegung nach der Korrektur von März/April diesen Jahres, nun wirklich zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends führt.

Nun sieht es fast so aus, als ob meine Zweifel berechtigt waren, denn wir scheinen nun ein niedrigeres Hoch im Sektor ETF IBB zu haben. Und heute ist der IBB trotz eines starken Gesamtmarktes wieder im Minus. Auch das ein Signal.

Zu allem Überfluss hat ja die gute Janet Yellen gestern ganz konkret Überbewertungen in dem Sektor angemahnt, auch das zieht natürlich Gewinnmitnahmen nach sich.

Schaut man auf das Chart des IBB, muss das nun aber nicht zwingend zu einer zweiten, massiven Korrektur führen. Eher noch wahrscheinlicher finde ich eine fortdauernde Konsolidierung des Sektors, wie ich sie hier im Chart andeute:

IBB 16.07.14

Auf jeden Fall sollten wir im Sektor nun nicht zu optimistisch sein und müssen uns wohl auf einige schwierigere Wochen und Monate einrichten. An der langfristig grundlegend positiven Perspektive, ändert das nach meiner Ansicht aber gar nichts.

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Hari Live – Archiv 04.05.14 – 10.05.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 04.05.14 - 10.05.14

Freitag 09.05. 18:15 - Vietnam

Einen kurzen Hinweis habe ich doch noch, weil er mir gerade ins Auge springt. Wir hatten im Forum ja schon vor Wochen das Thema Vietnam. Der Aktienmarkt ist im ersten Quartal hervorragend gelaufen und die langfristigen Aussichten der Volkswirtschaft sind positiv.

Dann wurde der vietnamesische Aktienmarkt aber in den letzten Wochen geschlachtet, wobei die Sorge um eine kriegerische Auseinandersetzung mit China, gestern zu einem massiven Ausverkauf geführt hat. Heute zieht der Markt in Form eines Reversals wieder stark an, womit der ETF der Deutschen Bank nun im Wochenchart einen grossen, massiven Hammer unter großem Volumen zu formen scheint. Eine interessante Struktur, die das Potential für einen finalen SwingLow hat und einen Blick wert ist:

Vietnam 09.05.14 2

Freitag 09.05. 16:40 - Märkte

Heute steht an der Wallstreet wieder eine grosse FED Buy Operation an, die bald einsetzen sollte. Insofern kann man nun Intraday mit temporärer Stärke rechnen. Wenn diese durchgelaufen ist, spricht aber viel dafür, dass es zum Handelsschluss hin wieder zu bröseln anfängt, am Ende auf den ganzen Tag gesehen, aber nicht viel passieren wird.

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Schaukelbörse bei DAX, S&P500 und Co. – Und täglich grüsst das Murmeltier

Dieser Filmtitel ist wirklich passend für das, was uns der Markt derzeit bietet. Wir erleben eine richtungslose Schaukelbörse, die jeden zerreibt, der nicht das tut, was wir hier im Premium-Bereich seit Wochen besprochen haben:

Mehr Cash aufbauen, Risiken abbauen, eher weniger statt mehr am Markt machen und Geduld haben. Und gelassen auf die kommenden Chancen warten.

Neben unserem monetären Kapital, ist unser psychisches, emotionales Kapital mindestens ebenso wichtig und auch das muss man in so Phasen bewahren und schützen. Erfolg an der Börse hat eben nichts mit Entertainment zu tun, sondern ist harte Arbeit. Und wenn der Markt selber nicht weiss, was er will, haben wir daher in ihm auch nichts verloren, wir reiben uns ansonsten nur psychisch auf.

Auf jeden Fall hatte der Markt diese Woche zwei! perfekte Gelegenheiten für einen Ausbruch. Yellens Rede am Dienstag einerseits und Draghis Rede am Donnerstag andererseits.

Und in beiden Fällen hatte der Markt im Vorfeld perfekt alles zurecht gelegt und sich in die Startlöcher begeben, um den Ausbruch vollziehen zu können. Und in beiden Fällen haben die Notenbanker dann sogar geliefert, in dem sie Sätze sagten, die der Markt liebt.

Besonders lustig war diese Abhängigkeit des Marktes von den Lippenbewegungen der Notenbanker, gestern während Draghis Rede zu bewundern. Da können die Notenbank-Gläubigen zwischen 14:30 Uhr und 14:50 Uhr nur sagen: "Der Draghi hats genommen, der Draghi hats gegeben, gelobt sei der Draghi" 😉

DAX Future 08.05.14

Und in beiden Fällen, trotz freundlicher Worte von FED Chefin Janet Yellen wie EZB Chef Mario Draghi, scheiterte trotzdem der Ausbruch, den die Märkte sich schon zurecht gelegt hatten.

Was sagt uns das, wenn selbst die Lippen der Notenbanker, den Markt nicht mehr nach oben treiben können ?

Im S&P500 können wir den Verlauf der aktuellen Woche mit all seinen sinnlosen Zuckungen bewundern. Wir bleiben weiter, wo wir seit Wochen sind: in einer engen Tradingrange gefangen.

S&P500 09.05.14

Umgedreht aber - und das ist sehr bemerkenswert - ist aber Abgabedruck nach unten, in den grossen Indizes wie S&P500 oder DAX nahezu nicht existent und das liegt daran, dass zwar jede Menge Geld aus heiss gelaufenene Momentum-Aktien abfliesst, dieses Kapital aber sofort wieder in defensivere Bluechips hinein fliesst. So bewegen sich die Indizes kaum und der Markt bleibt in einer sehr engen, frustrierenden Trading-Range.

Dabei hatten wir in den letzten Wochen wirklich genügend Katalysatoren, die für eine Korrektur gut gewesen wären. Eine FED, die die monetären Zügel anzieht. Eine EZB, die tatenlos einem zu teuren Euro zuschaut. Ein China, das miese Wirtschaftsdaten liefert. Eine Währungskrise in den Emerging Markets und last but not least, geopolitische Risiken in der "South China Sea" im Pazifik und natürlich die Geschehnisse rund um die Ukraine.

Und all das hat der Markt nahe der Höchststände verdaut, ohne zu einer ernsthaften Korrektur anzusetzen. Auch das sollte uns unbedingt etwas sagen.

Festzuhalten ist daher, dass die aktuelle Distribution des Kapitals von Momentum-Titeln in solide Aktien erneut beweist, dass Aktien in der "schönen neuen Welt" der finanziellen Repression einfach alternativlos sind. Gäbe es eine attraktive Anlage-Alternative, wäre das derzeit aus den Momentum-Titeln abfliessende Kapital dort hin geflossen und nicht in andere Bereiche des Aktienmärkte. Und dann hätten wir schon längst die Korrektur gehabt, die in Anbetracht der Gesamtlage, inklusive der geopolitischen Risiken, schon seit März auf der Agenda stand.

Wir hatten diese Korrektur aber nicht und auch wenn sie immer noch im Mai oder Juni kommen kann, muss man im grossen Bild doch konstatieren, dass gute Chancen für die Märkte bestehen, nach dieser Konsolidierung bzw Korrektur weiter nach oben zu laufen.

Schaut man auf die Positionierungen vieler Profis, wie Sie sich zum Beispiel in der -> Marktstimmung an der deutschen Börse <- zeigen, wird offensichtlich, dass viele sich schon für eine Korrektur ausreichend positioniert haben. Wie übrigens auch wir hier im Premium-Bereich, nun eine weit defensivere und abwartendere Aufstellung haben, als noch 2013. Und das ist gut so !

Aber weil viele auf die Korrektur warten - und auch ich fände es toll, bestimmte Aktien 20% tiefer einsammeln zu können, denn auch ich habe nun freien Cash - ist es fraglich, ob sie noch kommt. Am Ende werden die Märkte nämlich in der aktuellen Phase dominant von Liquidität bewegt und nicht von Wirtschaftsdaten. Die ganzen guten Wirtschaftsdaten nutzen nichts, wenn die Liquidität austrocknet und damit kein Geld da ist, um zu investieren. Umgedreht verhindern schlechte Wirtschaftsdaten keine steigenden Kurse, wenn der Liquiditätsdruck so hoch ist, dass das Geld einfach irgendwo hin muss.

Wirtschaftsdaten sind dann der dominante Faktor an den Aktien-Märkten, wenn die Liquidität halbwegs gleichbleibend ist und es für das Kapital rentable Alternativen zu Aktien gibt. Im Normalfall also, treiben Wirtschaftsdaten die Märkte. Dann wird nur gekauft, was wirklich "gut" ist. Wenn es aber keine Alternativen gibt und das Geld unbedingt investiert werden muss, weil es ansonsten auf dem Konto sicher an Wert verliert - und das ist derzeit die durch die Notenbanken erzwungene Lage - dann geht es nicht mehr darum, zu kaufen was "gut" ist, sondern nur noch darum das zu kaufen, was von allen teuren Aktien noch am wenigsten teuer ist. Und das ist ein erheblicher Unterschied.

Das ist nach meinem Eindruck das, was derzeit an den Märkten passiert. Weswegen es sich durchaus lohnen kann, nun nach Nachzüglern und zurück gebliebenen Sektoren Ausschau zu halten. Und weswegen es nach dieser aktuellen Konsolidierung - oder vielleicht sogar noch Korrektur - in der zweiten Jahreshälfte durchaus gute Chancen für weiter steigende Kurse gibt.

Zumindest solange, wie die Notenbanken die aktuelle Politik der finanziellen Repression nicht beenden. Und das werden die Notenbanken schon aus einem ebenso einfachen, wie überzeugenden Grund nicht tun können: mit einem "normalen", höheren Zinsniveau, würde die westliche Welt - inklusive Deutschland - schnell unter der Zinslast zusammen brechen.

Bis dahin, bis die Märkte wieder eine klare Tendenz zeigen, sollten wir aber unsere physisches wie emotionales Kapital bewahren und eher weniger als mehr am Markt machen und den mal alleine vor sich hin zucken lassen.

Glauben Sie mir, der Markt ist auch in ein paar Wochen oder Monaten noch da, der läuft nicht weg. Und wenn wir ein paar spastische Zuckungen von Mr. Market mal zu ignorieren lernen, schadet das unseren Depots auch nicht. Die besten Anleger und Trader zeichnet gerade aus zu wissen, wann sie an die Seitenlinie gehören, um dem Spiel nur zuzuschauen. Und wann sie wieder Risiken eingehen können, weil es sich im Verhältnis von Chance zu Risiko lohnt. Diese Fähigkeit müssen Sie sich unbedingt erwerben, wenn Sie dauerhaft an den Märkten Erfolg haben wollen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 09.03.14 – 22.03.14

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Hari Live - Archiv 09.03.14 - 22.03.14

Freitag 21.03.14 17:40 – Märkte - James Montier GMO

-> Die Aktienmärkte sind überbewertet <-

James Montier von GMO findet die Aktienmärkte überbewertet. Recht hat er wohl, auf jeden Fall ist Montier ein ernst zu nehmender Mann und ein "Schwergewicht" in der Szene.

Nur was nützt es, denn wir alles wissen, dass das was überbewertet ist, noch überbewerteter werden kann. Und in Anbetracht realer Alternativen, kann es theoretisch auch noch 2 Jahre so weiter gehen.

Will jemand so lange an der Seite stehen ? Da erscheint mir mitgehen und nach unten absichern als die bessere Alternative.

Freitag 21.03.14 17:00 – S&P500

Der S&P500 hat durch seinen Schub über 1880, das was eine SKS hätte werden können, zu einer iSKS umgeformt, die massive bullische Implikationen bis weit über 1900 hinaus hat.

S&P500 21.03.14

Die Bullen haben im S&P500 nach wie vor die Hoheit und jeder Dip ist eine Kaufgelegenheit. Es wird langsam etwas ermüdend, aber so ist es.

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Wird der DAX langsam müde ? Der Krim-Krimi und die Folgen

Wird der DAX langsam müde ? Der Krim-Krimi und die Folgen

Ein Gastkommentar von Tokay

Die letzten Tage und Wochen waren auf den Aktienmärkten von großer Unruhe geprägt, insbesondere der deutsche Aktienmarkt, insbesondere der DAX. Das war natürlich zu einem guten Teil bedingt durch die Großwetterlage im Osten, auf der Krim, in Russland, in der Ukraine. Die dortigen Entwicklungen ließen Befürchtungen hochkommen bezüglich eines neuen kalten Krieges.

Wir scheinen uns an einem Scheideweg der internationalen Politik zu befinden, wofür die Krim schon einmal der historische Ort war. Auch befinden wir uns im historischen Jahr 2014, in welchem sich der Erste Weltkrieg zum hundertsten Male jährt. Dass es zu einem solchen kommen würde, hatten die Zeitgenossen zwar befürchtet, aber nicht im Ernst für möglich gehalten . Auch dass Russland so ohne weiteres die Krim annektieren würde, hat man nicht für möglich gehalten. Man sollte die Parallelen nicht zu weit treiben, doch sieht man nur zu deutlich, dass eine nicht ausbalancierte Ausgangslage in der internationalen Politik eine hohe Dynamik in sich birgt. Wohin gehört die Ukraine? Zur EU ? Zu Russland? Es ist die Aufgabe kluger Politik, diese Dynamik entweichen zu lassen. Das wird allerdings nicht von heute auf morgen geschehen können.

Heftig hat der DAX auf die Ereignisse reagiert: Er brach in Folge der Krim-Krise kräftig ein, konnte sich zwischenzeitlich jedoch wieder etwas fangen. Doch hat in Folge der Krise die Nervosität auf dem Markt zugenommen.

Betrachten wir die Entwicklung des DAX seit 2009:

DAX 01.02.2009 bis heute

Die Krim-Krise hat letztlich dafür gesorgt, daß der langfristige Aufwärtstrend ABC des DAX ramponiert wurde. Ist er damit beendet? Es ist noch zu früh, das zu beurteilen. Denn nachhaltig wurde die Trendlinie bisher ja nicht gebrochen. Sollte es dynamisch unter die Aufwärtstrendlinie ABC gehen, oder gar unter die „innere Linie“(fein gestrichelt) dann wäre dies eindeutig der Fall. Soweit ist es aber vorerst noch nicht.

Wichtiger ist die Frage ob die obere Begrenzungslinie DEF touchiert oder überschritten werden kann. Wenn ja, könnte man die Abwärtsszenarien ad acta legen. Aber wehe, ein allfälliger Aufwärtstrend prallte an dieser Linie ab – dann könnte sich eine erhebliche Abwärtsdynamik entfalten, die erst eine „Etage“ tiefer zum Stillstand kommen könnte.

Man wundert sich natürlich etwas, weshalb so „ein bisschen“ Krim einen derartigen Einfluss ausüben kann. Die fundamentalen Bestimmungsfaktoren sind ja weiterhin nicht ungünstig. Und auf den Gang der Finanzmärkte hat Janet Yellen bestimmt erheblich mehr Einfluss als Wladimir Putin. In seiner ersten Sitzung unter Yellen hat das oberste Fed-Gremium beschlossen, die Anleihekäufe weiter wie geplant zurückzufahren. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn mit anziehender Konjunktur ist eine monetäre Alimentierung der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr erforderlich, zumal ja einige Fehlanreize gesetzt werden. Auch dokumentiert dies die Stetigkeit der Fed-Politik. Allerdings muss die Gewinnentwicklung dann halten, was die Gewinnerwartungen heute einpreisen, denn sonst stünde die Hausseentwicklung ernsthaft zur Disposition.

Wir wissen, dass für die Entwicklung der europäischen Indizes und damit auch des DAX die US-Börsen ein wesentlicher Bestimmungsfaktor sind. Wie sieht es hier also aus? Beginnen wir mit dem großen Leitindex, dem S&P 500:

SuP 500 2009 bis heute

Wir erkennen hier eine beeindruckende Aufwärtsentwicklung entlang der Linie ABC. Diese Linie ist in 2013 praktisch nie ernsthaft getestet worden. Schwächephasen wurden immer energisch gekauft. Die höher verlaufende „innere Linie“(fein gestrichelt, sie entspricht der exponentiellen Trendfunktion, also dem mittleren Trend) ist flacher, sie wird bei Fortschreibung der jetzigen Entwicklung die ABC-Linie gegen Ende 2014 schneiden(Punkt P). Ein baldiges Ende der Hausse ist also per heute nicht zu erkennen.

Und was macht die Hightechbörse NASDAQ, die im Ruf steht, empfindlicher zu reagieren, als der Marktdurchschnitt?

Nasdaq Composite 2009 bis heute

Hier ist der Aufwärtstrend noch weniger in Gefahr. Seit Beginn 2009 hat sich das Kursniveau fast verdreifacht und die heutigen Kurse kommen nicht auch nur ansatzweise in die Nähe der unteren Begrenzungslinie ABC. Erst bei einem Unterschreiten eines Kurslevels von 3870 Punkten wäre Gefahr im Verzug. Die untere Begrenzungslinie verläuft jedoch praktisch parallel zur „inneren Linie“; ein Unterschreiten der Untergrenze des Aufwärtstrend geschähe aus quasi heiterem Himmel.

Trotz alledem hinterlässt die Analyse den Betrachter mit gemischten Gefühlen. Die Aufwärtsentwicklung am deutschen Markt dauerte lange und sie war sehr dynamisch. Es ist nahezu zwangsläufig, dass eine solche Entwicklung nicht ewig dauern kann. Die internationalen Anleger sehen das auch so, sie wenden sich vermehrt anderen europäischen Märkten zu, wie die Kursverläufe im Zuge der Krim-Krise deutlich aufgezeigt haben. Der DAX wird also langsam müde, der Anleger indes sollte hellwach bleiben!

Tokay

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