Zwei umfangreiche Interviews

Heute habe ich statt des gewohnt langen Textes, zwei umfangreiche Interviews für Sie. Das erste in einem Magazin, das zweite als Video.

Letzten Sommer hat das Traders´ Magazin mit mir ein langes Interview geführt, das im Magazin volle 9 Seiten ausmacht und einen Bogen über alle Aspekte meiner Markt-Erfahrungen herstellt.

Ich bin nun in der Lage, Ihnen dieses Interview als Auszug zur Verfügung zu stellen, bitte lesen Sie im PDF:

-> Interview Michael Schulte Traders´ Magazin 08-2018 <-

Letzte Woche war ich dann mal wieder bei Jens Rabe von -> Optionsstrategien.com <- zu Gast.

Während es im Interview oben mit dem Magazin primär um Anlage- und Handelsthemen ging, haben Jens Rabe und ich frei über "Gott und die Welt" gesprochen und bewusst mal direkte Anlagethemen nur am Rande betrachtet.

Wir haben wie bei jedem unserer Gespräche frei geplaudert, ohne dass mir die Fragen vorher bekannt waren. Ich lege darauf Wert, weil nur so ein Interview authentisch wird - der Versprecher gehört wie das Ringen nach Worten halt dazu. Vorher überlegte, einstudierte Antworten, braucht in Interviews wirklich niemand.

Theman waren unter anderem: Fundamentalanalyse, IBM, General Electric, Trump, der Handelskonflikt, die Autoindustrie, Autonomes Fahren, das Finanzsystem usw und so fort.

Nun viel Spaß beim Anschauen!

Ihr Hari

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Hangout Interview mit Jens Rabe



So liebe Mitglieder,

hier ist nun das Interview mit Jens Rabe, Länge ca 16 Minuten. Ich zeige es nur hier im Mitglieder-Bereich, Jens Rabe wird es heute Nachmittag in seinem Stream auch der Aussenwelt zeigen, da lasse ich ihm aber den Vortritt.

Inhaltlich dürfte für Sie nicht viel Neues dabei sein. Ich war auch nicht so gut drauf, dazu habe ich ja heute früh geschrieben, meine Laune war schon mal besser. Gleich trinke ich in Ruhe einen Kaffee mit meiner geliebten Diva, dann wird es mir schon besser gehen. 😉

Wir sind nun diesen Sommer 20 Jahre zusammen und 19 Jahre verheiratet und wie bei einem guten Bordeaux wird es mit der Zeit immer besser. Ich bin mir voll bewusst, dass das ein Geschenk und eine Ausnahme ist, in der Regel funktioniert es bei Paaren leider oft anders herum. Insofern sollte ich keine schlechte Laune mehr haben, ich führe wirklich ein gesegnetes Leben. Das führe ich aber nicht, weil mir was geschenkt wurde - wenn mir etwas geschenkt wurde, dann die Erziehung durch meine Eltern - sondern weil ich mir das alles erarbeitet habe. Auch eine glückliche, dauerhafte Beziehung will erarbeitet sein und kann - neben etwas Glück das man haben muss - nur funktionieren, wenn beide diese Haltung haben.

Ein Problem im Video habe ich zu spät gemerkt, dass nämlich auf meinem grossen Bildschirm das Bild von Jens und die Kameralinse zu weit auseinander liegen, daher sieht man an der Augenrichtung sehr stark wenn ich in das Eine oder Andere schaue. Jens dagegen hatte nur ein kleines Notebook, wodurch es so wirkt, als ob er direkt mit dem Bildschirm redet. Nächstes Mal nutze ich auch ein Notebook.

Trotzdem viel Spass beim Anschauen, das links bei mir im Büro ist übrigens ein 65 Zöller mit einem Sessel und speziell angefertigter Ablage für die Maus daneben, so dass ich da auch ganz entspannt mit hoch gelegten Beinen arbeiten kann. Mein Bildschirm mit dem ich spreche, ist für die die es interessiert ein -> 38 Zoll Dell U3818DW <-

Ihr Hari

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Jens Rabe trifft Michael Schulte



Jens Rabe von -> Optionsstrategien.com <- - der auch hier bei Mr-Market Mitglied ist - hat mit mir Ende Juli in Zwickau ein Interview geführt.

2 Teile davon konnten Sie schon in seinem -> Youtube-Kanal <- sehen.

Nun ist hier das komplette Video am Stück, inklusive neuer Teile, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Darin unter anderem eine Darstellung, wie ich 2008 den Lehman-Crash erlebt habe, ein Gespräch über unsere Emotionen und unser "Affenhirn", sowie eine ausführliche Sicht auf Tesla und warum ich denke, dass die Bullen und Bären da aneinander vorbei reden.

Wichtig ist noch der Hinweis, dass wir das Video ohne jegliche inhaltliche Vorbereitung einfach adhoc abgedreht haben. Nichts war abgesprochen und ich wusste nicht, was Jens Rabe mich konkret fragen würden. Sie hören hier also "O-Ton frei Schnauze", so wie ich halt rede, wenn man mich fragt. 😉

Ich danke Dir Jens für einen schönen Tag in Zwickau und Ihnen wünsche ich viel Spass beim Anschauen!

Ihr Hari

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Aufregende Woche



Guten Morgen liebe Mitglieder!

Eine sehr aufregende Woche liegt vor uns und vor mir liegt eine sehr geschäftige Woche. Es ist die letzte Woche vor meinem Ferienmodus im August, aber dieses Mal wird es eher wie die Zeit vor Weihnachten werden. Kein langsamen Reingleiten sondern "Warp Speed" bis Freitag Nachmittag.

Dass es eine besonders aufregende Börsenwoche wird, sehen Sie auch daran, dass ich in der -> Lageampel KW30 <- den Alarmindikator auf "Alarmstufe Rot" gesetzt habe. Warum das?

Erstens läuft die Berichtssaison nun richtig heisst. Hier ist noch einmal der Plan für diese Woche. Mehr muss man wohl nicht sagen um klar zu machen, was da diese Woche auf dem Spiel steht. Ich werde unmöglich alle Zahlen kommentieren können und mir nur einzelne Aktien heraus picken.

Montag: Alphabet (GOOGL), Anadarko Petroleum (APC), Arconic (ARNC), Celanese (CE), Christian Dior (DIOR), Cryolife (CRY), Halliburton (HAL), Hasbro (HAS), Hexcel (HXL), Julius Bär, Logitech, Mobileye (MBLY), Philips, Reckitt Benckiser (RB), Reynolds (RAI), Ryanair (RYA), Syngenta, Unibail Rodamco

Dienstag: 3M (MMM), AK Steel (AKS), AMD (AMD), AT&T (T), Akamai (AKAM), Amgen (AMGN), Biogen (BIIB), Caterpillar (CAT), Chipotle MExican Grill (CMG), Dassault Systems (DAST), Dolby Labs (DLB), DuPont (DD), Exact Sciences (EXAS), Eli Lilly (LLY), Express Scripts (ESRX), Freeport McMoran (FCX), General Motors (GM), Juniper (JNPR), Kimberly-Clark (KMB), LG Display (LPL), Lindt & Sprüngli, Mc Donalds (MCD), Michelin (MICP), Mondelez (MDLZ), Newmont Mining (NEM), Norsk Hydro, Pentair (PNR), Pulte Group (PHM), Seagate (STX), Telekom Austria, Texas Instruments (TXN), US Steel (X), United Technologies (UTX), iRobot (IRBT)

Mittwoch: Agenus (AGEN), Agnico Eagle Mines (AEM), Amphenol (APH), Baker Hughes (BHGE), Barrick Gold (ABX), Baxter (BAX), Boeing (BA), Cemex, Coca-Cola (KO), Couer Mining (CDE), Corning (GLW), Daimler, Deutsche Börse, Edwards Lifesciences (EW), FLIR Systems (FLIR), Facebook (FB), Ford (F), Fortinet (FTNT), GEA Group, General Dynamics (GD), Gilead (GILD), GlaxoSmithKline (GSK), Goldcorp (GG), Hess (HES), Klöckner, Lafarge Holcim (LHN), Louis Vitton (LVMH), Netgear (NTGR), New Gold (NGD), Northrop Grumman (NOC), Paypal (PYPL), Peugeot, Pixelworks (PXLW), Puma, Rockwell Automation (ROK), ST Micro (STM), Stora Enso, Subsea 7, Suncor Energy (SU), Teradyne (TER), Thales (TCFP), Thermo Fisher Scientific (TMO), Tullow Oil (TLW), Vertex Pharamceuticals (VRTX), Vossloh, Whole Foods Market (WFM), Xilinx (XLNX)

Donnerstag: A10 Network (ATEN), Acacia Healthcare (ACHC), Airbus (AIR), Alexion (ALXN), Altria (MO), Amazon (AMZN), Ambev (ABEV), Anglo American (AAL), Anheuser Busch (BUD), Accelor Mittal (MT), AstraZeneca (AZN), BASF, Baidu (BIDU), Bayer, Bristol Myers Squibb (BMY), British American Tobacco (BATS), Cameco (CCJ), Cap Gemini, Celgene (CELG), Cerner (CERN), Clariant, Cliffs Natural Resources (CLF), Conoco Philips (COP), Cypress (CY), Danone, Deutsche Bank, Diageo (DGE), Dow Chemical (DOW), Drägerwerk, Electronic Arts (EA), Ellie Mae (ELLI), Expedia (EXPE), First Solar (FSLR), Flex (FLEX), Intel (INTC), Invesco (IVZ), Johnson Controls (JCI), L3 Tech (LLL), Lazard (LBJ), Lloyds (LLOY), LOreal (OREP), MGM (MGM), Marathon Petroleum (MPC), Mastercard (MA), Nestle, NewYorkTimes (NYT), NuVasive (NUVA), Oaktree (OAK), Orange, Osram, Potash (POT), Praxair (PX), Procter &Gamble (PG), Qiagen, Raytheon (RTN), Roche, Royal Dutch Shell, Sky, Saint Gobain, Schneider Electric (SCHN), Sika, Starbucks (SBUX), Statoil, Suez, Sulzer, Teradata (TDC), Total, Twitter (TWTR), UPS (UPS), Vale (VALE), Valero Energy (VLO), Verbund, Verisign (VRSN), Verizon (VZ), Volkswagen, Weatherford (WFT), Western Digital (WDC), Xerox (XRX), Yamana Gold (AUY)

Freitag: AbbVie (ABBV), Air France, Air Liquide (AIRP), American Airlines (AAL), BNP Paribas (BNPP), BT Group (BT), Barclays (BARC), Bombardier (BDRBF), CGG Veritas, Chevron (CVX), Credit Suisse, ENI, Embraer, Essilor (ESSI), Exxon Mobile (XOM), Hitachi, Komatsu, Kyocera, Linde, MAN, MTU Aero Engines, Normura, Renault, Rockwell Collins (COL), Safran, Santander, Sharp, Goodyear (GT), UBS, Ventas (VTR), Vinci, Wacker Chemie, Weyerhaeuser (WY), Wolters Kluwer, Yandey (YNDX)

Zweitens haben wir es mit einem Markt zu tun, der in Europa wie im DAX schon eine klare Korrektur begonnen hat, aber noch eine Menge Potential nach unten besitzt:

Drittens haben wir passend dazu einen Euro, der weiter mit dem grossen Ausbruch oder dem Fakeout flirtet. Beides ist möglich und beides hat massive Konsequenzen für die Märkte. Und diese Woche wird spätestens mit der FED am Mittwoch zu dem Thema wohl eine Entscheidung bringen:

Wenn der Euro hier nun nicht sofort zurückfällt, sondern einen echten Ausbruch generiert, dann wird der DAX massiv - zumindest in den Bereich mit einer 11 vorne - abschmieren, davon ist auszugehen. Wenn der Euro hier aber einen Fakeout generiert, haben wir den Tiefpunkt beim DAX wohl letzte Woche schon gesehen!

Wenn das nicht genug Grund ist, nun diese Woche aufrecht und aufmerksam im Stuhl zu sitzen un auf den Schirm zu schauen, weiss ich nicht mehr was dann Grund für Aufmerksamkeit wäre.

Fünftens sind die US Indizes im Gegensatz zu Europa immer noch klar bullisch und haben gerade erst wieder neue Allzeithochs generiert, weswegen ich in der Lageampel den Trendindikator auch auf "Grün" belassen habe. Sie sind nun aber auch überkauft und für einen Rücksetzer anfällig:

Was aber wenn die nun auch mal Schwäche zeigen sollten, was passiert dann mit dem DAX? Sie wissen schon, das Thema Schwanz und Hund und so. 😉

Sechstens kommt am Mittwoch eine FED Sitzung. Zwar ohne Pressekonferenz und daher wahrscheinlich ohne Änderung beim Zinsentscheid. Aber die EURUSD Thematik wird massiv von den Feinheiten des FOMC Statements bewegt werden und ist dieses Mal für einige Aufregung gut.

Siebtens habe ich gerade diese Woche eine Reihe von Terminen abseits der Märkte, weil ich die Woche eigentlich als ruhigen Ausklang in den Ferienmodus geplant habe. Besuche bei uns zu Hause, dann Lehrergespräche zu den Zeugnissen, Handwerker, Planer, alles was halt so anfällt und man vor den Ferien unbedingt erledigen will.

Und dann bin ich Mittwoch auf Donnerstag noch auf Achse zu einem länger geplanten Treffen verbunden mit einem Interview, das dann über Youtube in die Welt hinaus gehen wird. Davon erzähle ich nach dem Treffen mehr, spätestens wenn das Interview in die Welt geht natürlich.

Die regelmässigen Updates werden trotz dieser Einflüsse zuverlässig wie immer kommen, man kann auch unterwegs schreiben und auf die Börse schauen. 😉 Aber die Uhrzeiten werden sich immer mal wieder nach den Gegebenheiten verschieben, wundern Sie sich also nicht, wenn diese Woche der Rhythmus etwas "holperig" ist, was die Zeiten angeht.

Achtens hat diese Woche aufgrund des Sentiments und einiger anderer Marktdaten wie den Put/Call Ratios deutliches Potential für starke Bewegungen.

Der Boden ist also bereitet, die Musikinstrumente stehen bereit, jetzt muss die Kapelle nur noch spielen!

Genau das ist die KW30 die vor uns liegt. Begonnen hat sie heute früh mit skeptischen Signalen, die Indizes sind weiter leicht im Minus.

EURUSD hatte einen Versuch bis fast 1,17 in der Nacht, ist aber zurück gefallen und dreht seit 08:00 Uhr MEZ ins Negative. Das *könnte* die Wende zum Fakeout einleiten, was dann den DAX massiv entlasten würde. Noch ist das Stand 08:25 MEZ aber reiner Konjunktiv:

Wir müssen uns einfach darauf einrichten, dass diese Woche in beide Richtung massiv überraschend kann. Und dass EURUSD dafür ein zentraler Katalysator sein werden.

Ein zweiter Katalysator wird natürlich das Drama um die deutschen Autobauer sein. Vorbörslich werden diese Titel erneut 3% tiefer notiert und das Chart von Daimler sieht beispielsweise nun aus wie etwas, das richtig katastrophal abzuschmieren beginnt:

Auch hier gilt also wie beim EURUSD, fataler Einbruch bzw Durchbruch (beim Euro) oder Normalisierung und Zurück-Schnappen?

Ich kann es Ihnen nicht sagen, die FED wird sicher ein Wörtchen mitreden. Ich denke aber ich konnte klar machen, warum der Alarmindikator der Lageampel so weit im Roten ist, es ist eine Woche mit erheblichem Bewegungspotential in alle Richtungen.

Was unsere Aufstellung angeht, erfordert das Vorsicht aber erneut keine klare bärische Haltung die sich gegen den Markt stellt. Denn solange die US Indizes nicht wegknicken, ist das alles nur Sommergezappel und währungsinduzierte Schwäche der europäischen Aktienmärkte - aber eben (noch) *keine* globale Korrektur.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden, deshalb sitzen wir nun aufrecht im Sessel vor dem Schirm. 😉

Klatschen wir also in die Hände und packen wir die Woche an!

Ihr Hari

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Optionen, der „Hexensabbat“ und die „Stillhalter“ erklärt



Heute möchte ich auch im freien Bereich mal wieder eine grundsätzliche Erklärung mit Ihnen teilen. Denn auch das gehört zum Kern von Mr-Market, die grundsätzlichen Erklärungen des Marktverhaltens und das in einer Sprache, die von praktischer Kenntnis und nicht nur von angelesenem, theoretischem Wissen zeugt.

Unter dem dramatischen Titel "Hexensabbat", wird ja gerne der gleichzeitige Verfall der Optionen auf Aktien, sowie der Optionen und Futures auf Indizes an den Terminbörsen zusammen gefasst - auch kurz "Options Expiration" oder hier noch kürzer "OpEx" genannt.

Und es ist manchmal medial beliebt, daraus ein grosses, "raunendes" Geheimnis zu machen - man kann sich dann als "Eingeweihter" und "Profi" gerieren, der die wirklich wichtigen Dinge an der Börse verstehen würde und sich so von der vermeintlichen "Masse" abheben.

Nur gut, dass immer mehr sich darum bemühen, die Prinzipien des Options-Handels für jedermann zu erklären und den Schleier des "Geheimnisvollen" zu zerschlagen. Dieser Artikel ist von mir ein kurzer Beitrag zum Thema im freien Bereich. Einen Blick wert sind aber gerade auch die umfangreichen Dienste von Jens Rabe, die Sie unter -> Optionsstrategien für die Praxis <- finden.

Mit dem medialen Geraune um die OpEx, ist dann gerne auch eine Überbewertung dieses Geschehens verbunden, so als ob Bewegungen schon Wochen vorher wesentlich auf die kommende OpEx zurück zu führen seien. Es ist ja medial wichtig immer "Gründe" für Marktbewegungen zu benennen, weil man damit Kompetenz vorschützen kann. Dass sich der weise Mann gerade dadurch auszeichnet, dass er weiss, was er nicht weiss, ist für medialen Erfolg eher hinderlich. 😉

Dummerweise ist schon seit längerer Zeit der "Hexensabbat" auch nicht mehr, was er mal war und mit dem dramatischen Titel ausgedrückt wurde. Ich kann mich in den letzten Jahren nicht mehr an viele Termine erinnern, zu denen "Triple-Witching" die berühmten "wilden Ritte" gezeigt hat und auch Ende März war es vor Kurzem wieder so, der "Hexensabbat" löste nur ein bei mir erwartetes, lauwarmes Gähnen aus.

Man kann natürlich nur spekulieren, warum sich das geändert hat und die OpEx "ruhiger" wurde und die Gründe dürften vielfältig sein. Aber zumindest eine qualifizierte Spekulation kann man begründet machen, dafür muss man aber verstehen, worum es bei der OpEx geht und vor allem was die sogenannten "Stillhalter" sind.

Das ist recht einfach. Wenn Sie als Anleger eine Put-Option auf den DAX kaufen wollen, heisst dass ja, dass Sie das Anrecht erwerben zu einem Zeitpunkt X den DAX zu einem Preis Y zu verkaufen. Das ist die "Option", das Recht genau das zu tun und dieses Recht hat einen Preis, den Preis der Option. So einfach ist das zunächst.

Wenn Sie nun ein bischen weiter denken, stellt sich sofort die Frage, von wem Sie diese Option denn kaufen, denn Sie brauchen ja eine Gegenpartei. Bei den bei kleineren Privatanlegern bekannteren "Optionsscheinen" - die sozusagen Derivate echter Optionen sind - ist das klar, das ist die Emissionsbank, die den Optionsschein begibt und die Preise stellt.

Und genau diese Gegenpartei ist der "Stillhalter". Es ist die Partei, die diese oben beispielhaft genannte Put-Option auf den DAX "schreibt". Der Unterschied in der Begrifflichkeit - schreiben vs emittieren - kommt daher, dass Optionen völlig standardisiert sind, während bei Optionsscheinen sich der Emittent die Parameter frei nach Gusto - und damit in der Regel zu seinem Vorteil - auswählt. "Schreiben" heisst also, dass man in einer fest definierten, standardisierten Option - zB eben DAX Put 12.000 - die Rolle des Stillhalters einnimmt, der die Option begibt. Diese Rolle ist zum Emittenten des Optionsscheins ähnlich, aber nicht identisch, weil die Menge der Freiheiten was man "begibt", bei echten Optionen eben wesentlich geringer ist.

Diese Partei, der Stillhalter, hat zwangsläufig das gegenläufige Interesse zu Ihnen als Käufer der Put Option auf den DAX. Während Sie in dem Beispiel als Käufer der Option den DAX abwärts wünschen, hat der Stillhalter - die Gegenpartei - im gleichen Volumen das Interesse, den DAX oben zu halten. Und da es bei Optionen um fixe Marken geht die den Unterschied machen, kommt es dabei sehr digital auf den Kampf an, ob der DAX am Ende oberhalb oder unterhalb der für die Option relevanten Marke schliesst.

Wir halten also fest, bei klassischen Optionen zählt die fixe Marke im Sinne Hopp oder Flop am Ende, es sind alle Ausstattungsmerkmale der Option standardisiert und darüber hinaus wird der Preis der Option nicht vom Emittenten (Stillhalter) gestellt, sondern ergibt sich im freien Spiel der Marktkräfte an dafür spezialisierten Handelsplätzen (Terminbörsen), zum Beispiel der Eurex.

Wenn wir uns das vor Augen halten, wird noch unklarer, was das Geraune über die geheimnisvollen, mächtigen "Stillhalter" soll, denn am Ende stehen sich doch zwangsläufig völlig identische Volumina gegenüber. Für eine bestimmte Marke im DAX wie zum Beispiel 12.000, muss doch das Volumen das auf einen Kurs über 12.000 hofft identisch zu dem sein, das auf einen Kurs unter 12.000 hofft. Und das ist auch so, das Volumen ist identisch.

Der Unterschied entsteht dadurch, dass in der Vergangenheit natürlich die Stillhalter vor allem Grossadressen wie Banken waren, die also Optionen in grossen Volumina begeben haben, denen aber viele kleine (unerfahrenere) Optionskäufer entgegen standen.

Und aus diesem Ungleichgewicht entstand Macht. Denn nun stellen Sie sich mal vor, der DAX steht knapp unter 12.000, es ist noch 30 Minuten Zeit bis zum Verfall der Option und der Stillhalter (eine Grossbank mit hohen Volumina in dieser Option) hat das Interesse dass der DAX knapp über 12.000 schliesst, damit die Option verfällt. Es ist klar was passiert, die Grossbank gibt dem DAX mit ihrer "Feuerkraft" einen "Stups" und freut sich über einen Abschluss über 12.000.

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