Wochenausblick KW20 2019



Heute liebe Mitglieder am Sonntag Abend, machen wir den Wochenausblick mal ein wenig anders.

Letztes Wochenende hat Donald Trump mit seinem Tweet am Sonntag Abend ja alles auf den Kopf gestellt und es entstand die schwächste Woche und stärkste Korrektur des Jahres 2019.

Nun stehen wir vor der Frage, ob diese 4,2% Korrektur im S&P500 schon ausreicht die sich als Differenz zwischen dem Hochpunkt am 01.05. und dem Tiefpunkt am letzten Freitag 10.05 ergibt.

Ich hatte Ihnen ja eine 5% Korrektur ab Mai über den Sommer hinweg angekündigt, wenn diese aber gleich am Anfang kommt, warum nicht?

Am Freitag wurden wir Zeuge einer Fortsetzung der Verhandlungen, haben aber gleichzeitig den Eindruck bekommen, dass das weniger konkrete, neue Verhandlungspfade, sondern mehr ein "Offenlassen" bis auf Weiteres ist - eine Art Patt-Situation. Trump signalisiert stark, dass er sich mit den laufenden Zöllen wohl fühlt, der Markt hat damit die Chance, sich mit dem Status Quo zu arrangieren.

Kurzfristig kann der Markt die neue Lage nun also einpreisen, mittelfristig wird er aber mit Argusaugen auf die Wirtschaftsdaten schauen, die sich in Folge der neuen Zölle entwickeln. Wenn sich hier wieder eine Abschwächung der Weltwirtschaft zeigt, wird der Markt erneut negativ reagieren.

Denn ein offenes Handelsgeplänkel ist weitgehend in den Kursen, eine weltweite Rezession definitiv nicht!

Ich gehe mit Ihnen daher heute durch eine große Menge Charts und danach versuchen wir mal gemeinsam ein Fazit zu ziehen, ob kommende Woche die Bullen den Dip schon wieder kaufen können, oder der Markt nun eher erst richtig nach unten in Bewegung kommt.

Bevor wir das tun sei aber noch gesagt, dass die kommende Woche an Wirtschaftsdaten eher überdurchschnittlich ist, wir haben jede Menge FED-Mitglieder vor den Mikrofonen und unter anderem am Díenstag den ZEW, am Mittwoch früh wichtige Daten aus China und die US Einzelhandelsumsätze, am Donnerstag den US Philly Fed Index und am Freitag EU-Verbraucherpreise sowie allgemein eine OpEx.

Kommende Woche beginnt die Quartalssaison zunehmend abzuflauen, wir haben aber noch einige interessante Quartalszahlen wie folgt:

Montag: Rosneft, Bridgestone, E.ON, Hochtief, Prysmian

Dienstag: Allianz, Merck KGaA, Vodafone (VOD), Nissan, Agilent (A), Innogy, Deutsche Wohnen, Ralph Lauren (RL), ThyssenKrupp, Amdocs (DOX), Scout24, Cyberark (CYBR), Lanxess, Stroer, K+S, Evotec

Mittwoch: Tencent, Alibaba (BABA), Cisco (CSCO), Lafarge Holcim (LHN), RWE, UbiSoft (UBIP), United Internet, Drillisch, Tui

Donnerstag: Walmart (WMT), IQIYI (IQ), NVidia (NVDA), Baidu (BIDU), Applied Materials (AMAT), National Grid (NG), Generali, Pinterest (PINS), Bouygues (BOUY), Burberry (BURBY), Aegon (AEGN), RTL Group, Südzucker, Wienerberger, KWS Saat, Patrizia Immobilien

Freitag: Deere (DE), Richemont (CFR), Gazprom, Porsche, Sage (SGE), DrReddys Lab (RDY), Dürr,

Nun aber zur Lage und den Charts:

Die letzte Woche brachte im SPX die ganze Woche Abwärtsdruck, Trumps Tweet und der plötzlich Bruch in den vermeintlich gut laufenden Handelsgesprächen, hat also seinen Tribut gefordert.

Wir sehen in Lila auch die Trendlinie, unter der es abwärts ging, diese wurde am Freitag Abend aber nach oben gebrochen:

Der S&P500 im Daily zeigt, dass die 5% Korrektur und die 2.800er Unterstützungszone fast erreicht wurde. Wenn es hier drehen sollte, wäre das durchaus logisch:

Ich betone aber noch einmal, dass selbst wenn hier die Obergenze als Linie gezeichnet ist, es sich nach unten um eine Unterstützungszone um 2.800 im SPX handelt, die 200-Tage-Linie bei derzeit ca. 2.780 gehört noch dazu.

Der Russell2000 der kleinen Aktien hat die 200-Tage-Linie *nicht* verloren und zweimal verteidigt. Das Setup nach oben ist immer noch vorhanden und hier lässt sich ein Long-Setup nach unten hervorragend absichern:

Der DAX hat noch ein wenig Luft nach unten, vielleicht wird das ja gleich am Wochenanfang abgefackelt. Dann sollte diese gezeigte Zone aber für eine Gegenbewegung gut sein:

Der deutsche Markt aus Sicht der US Anleger in Form des ETFs EWG hat die 200-Tage-Linie verteidigt, steht vor einem "Golden Cross" des 50er durch den 200er SMA und hat das Reversal am Freitag unter erhöhtem Volumen vollzogen.

Das ist ein gutes Omen für den DAX, denn ohne institutionelle US-Zuflüsse, bleibt der DAX ein schlaffer Sack:

Die Emerging Markets inklusive China, hier im ETF EEM, leiden wenig überraschend weit stärker unter dem Konflikt und Trumps Drohungen. Hier wird nun schon um die 200-Tage-Linie gekämpft:

Fear & Greed hat den überkauften Zustand völlig abgebaut:

Sentix hat ->hier <- eine Übersicht, wie stark die Stimmung gefallen ist. Das betrifft nur deutsche Anleger, ist aber bezeichnend und konträr, also bullisch, zu lesen:

Die Volatilität in Form des US VIX hatte ihren Höhepunkt letzten Donnerstag und hat damit den Spike vielleicht schon hinter sich:

Gold sendet in Dollar überhaupt keine Krisensignale und mäandriert in einem zulaufenden Keil abwärts:

Die 10-jährigen US T-Bonds in Form des ETFs IEF haben unter mässigen Volumen nicht einmal das Niveau von Ende März erreicht. Im Dezember letzten Jahres, sah das noch anders aus.

Von Umschichtungen des großen Geldes von Aktien in Bonds kann also überhaupt keine Rede sein:

Und die US High Yield (Junk) Bonds in Form des ETFs JNK haben nur geordnet konsolidiert und senden auch keine Krisensignale:

So ... und was schließen wir daraus?

Völlig klar ist, dass das Thema Handel weiter alles bestimmen wird, außer im Nahen Osten bricht ein Krieg aus.

Jederzeit kann also ein völliges Scheitern der Verhandlungen einen schmerzhaften Abgabeprozess in Gang setzen, der dann durchaus für 10+% gut ist, da sollten wir uns keiner Illusion hingeben.

Jederzeit kann aber eine positive Wende auch den Markt stark nach oben katapultieren.

Wenn wir diese unberechenbaren Variaten mal beiseite lassen, zeigen die Charts oben in meinen Augen eine sehr gute Ausgangslage, mit der man sehr schön operieren kann.

Wir haben nämlich diverse Indizes, die auf oder nahe wichtigen Widerstandszonen notieren, gleichzeitig ist das Sentiment nicht mehr überkauft und die besagte 5% Korrektur ist fast vollendet.

Das ist eine Ausgangslage, in der man nach oben etwas wagen kann und gleichzeitig eng und sinnvoll nach unten absichern, weil die Unterstützungszonen bzw, die Tiefs von Freitag sinnvolle Marker generieren.

Das ist wieder so ein spannender Moment, wo Rally und Korrektur nah beinander liegen und die richtige Aufstellung eine Menge Chancen generiert.

Das ist in meinen Augen auch eine Situation, bei der man nicht unbedingt lange abwarten muss, wohin sich die Dinge entwickeln, sondern sich für eine Seite entscheiden kann und die Gegenseite sinnvoll und eng absichern - und dann entscheidet das Schicksal. Wer also daran glaubt, dass der Bullenmarkt weiter geht, weiss was zu tun ist.

Wenn Sie mich fragen, hat die Aufwärtsbewegung kommende Woche tatsächlich die besseren Karten, so es keine neuen Nachrichten gibt. Die obigen Charts sprechen eher diese Sprache mit mir.

Aber es wird nicht einfach werden, gerade weil viele so wie oben denken werden. Rechnen wir also mit einigen Swings sowie fiesen "Abfischern" nach unten, auch die 200-Tage-Linie bei ca. 2780 kann noch ins Spiel kommen, ohne dass sich bei dann 6% Korrektur das generelle Bild dadurch ändern würde.

Was jeweils im Sinne Risikomanagement eine "gehaltene Unterstützung" bedeutet, will also gut und im Zweifel mit etwas mehr Luft zum Atmen definiert sein. Auch hier gibt die Strategie vor, wie eng wir agieren, im Wissen dass enge Stops auch mehr Fehltrigger generieren.

Ich persönlich bleibe aus Investmentsicht in meiner Pi-mal-Daumen 70% Long Aufstellung, habe aber kommende Woche vor, im obigen Sinne auf der Trading-Seite mal mehr zu wagen als die letzten Wochen.

Mit dem Blick auf Chancen und positiv aktiviert, gehe ich also in diese spannende Woche. Und die Absicherung nach unten ist glasklar und hart, was die Sache gelassen angehen lässt.

Passend dazu möchte ich mit einem Zitat aus -> diesem Artikel <- schließen:

Der Optimist hingegen weiß, dass er gegen den Strom schwimmt. Er benötigt gute Gründe für Optimismus und eine innere Robustheit, um im Ringen mit dem Zeitgeist nicht weggerissen zu werden. Das ist nicht immer leicht. Aber zugleich macht es glücklicher und zufriedener. Wahrscheinlich gibt es in unseren Zeiten kaum etwas Aufmüpfigeres, als optimistisch zu sein. Optimisten leben in einer schöneren Welt – nicht, weil sie Hässlichkeit ausblenden, sondern weil sie im Jetzt den Beginn einer womöglich besseren Zukunft sehen und sich dafür einsetzen und darauf freuen können. Genießen Sie diese Freude und entdecken Sie, wie schön es ist, im Gegenwind nach oben zu steigen.

Ich bitte dieses Zitat aber nicht nur auf die kommende Woche zu beziehen, denn ich wiederhole, dass wenn der Handelskonflikt nun in einem Patt endet, in dem man sich mit gegenseitigen Zöllen überzieht, das früher oder später zu schlechteren Wirtschaftsdaten und fallenden Kursen sorgen wird. Erneut, freier Handel ist immens wichtig!

Die Frage ist aber, wie wir an die Zukunft heran gehen, ob das Glas halbvoll oder halbleer für uns ist. Die Menschen, die es halbvoll sehen, sind damit erfolgreicher und sind in der Regel auch die, die die Welt voran bringen.

Sinnvoll auf schlechte Nachrichten vorbereiten, sollten sich aber auch Optimisten, damit sie keine Traumtänzer, sondern auch Realisten sind. Denn:

Wir hoffen auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor!

Ich wünsche uns allen viel Erfolg!

Ihr Hari

PS: Damit das nicht missverstanden wird, ich spreche oben über die kommende Woche, also den kürzeren Zeithorizont (Hourly und Daily). Im mittleren Zeithorizont (Weekly) hat eine Seitwärtsrange zwischen Hochs und 200-Tage-Linie über den Sommer immer noch gute Chancen und ist unverändert mein präferiertes Szenario, bevor es dann zum Jahresende wieder hoch gehen kann und das starke Jahr 2019 vielleicht stark abschließt. Zu diesem mittelfristigen Szenario passt meine derzeitige "70% Aufstellung".

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Hari Live Stream 02.04.19



15:30 MEZ - ZH2

20 Grad draußen, herrlicher Sonnenschein, mein Rat an Sie ist - lassen Sie Börse bleiben und gehen Sie lieber in die Sonne. 😀

Ich werde mich nicht daran halten, obwohl ich heute Mittag mit allerlei nervigem, administrativem und buchhalterischem Kram nicht dazu gekommen bin, die Sonne zu geniessen. Aber ich bin zu pflichtbewusst, einfach Verpflichtungen wie den Stream zu ignorieren. Das ist Stärke, manchmal aber auch Last, denn wenn ich es tun würde, würde ich mich nicht einmal wohl dabei fühlen. 😉 Aber eine Pflicht ist es schon, wenn es draußen so lacht.

Auch die Futures bieten keinen Anlaß den Tag vor dem Schirm zu verbringen, denn die machen bisher weiter im Text und zeigen leichte Stärke, was in Anbetracht des extrem starken Tages gestern, schon eine Leistung ist.

Denn wenn der Markt heute eine Seitwärtskonsolidierung hinlegt und nicht korrigiert, ist das erneut als sehr stark zu werten.

15:45 MEZ - ZH5

Wer ein Bild davon gewinnen will, was in den letzten Monaten im Markt passiert ist, tut gut daran auch die Struktur der High Yield "Risiko-Bonds" des ETFs JNK im Auge zu behalten, die besonders scharf auf Zinserhöhungen und Konjunkturrisiken reagieren, da die Schuldner eher "wackelig" sind.

Ein Blick auf den JNK offenbart einen scharfen Rebound seit Dezember, der eindeutig ohne Zentralbank-Intervention nicht möglich gewesen wäre. Auch in der Korrektur Anfang 2016, haben die Notenbanken aufs Gaspedal getreten und zu dieser Struktur beigetragen.

"The FED has your back", in diesem Satz liegt ebenso Wahrheit wie in "Don´t fight the Fed!".

15:55 MEZ - ZH3

Ich habe zuletzt ein paar Mal darüber geschrieben und es ging nicht sofort hoch, sondern eher hin und her und formte die Struktur weiter aus.

Aber es spricht weiter viel dafür, dass das hier bei Continental (CON) eine sich entwickelnde Wendestruktur ist:

16:10 MEZ - ZH3 - ZH5

Am 22.01.19, habe ich Ihnen als -> Neuzugang für das "Wachstumsdepot" <-, die bis dahin hier kaum bekannte Roper Technologies (ROP) vorgestellt.

Mein Eindruck ist, dass das bei Ihnen nicht so richtig angekommen ist, denn die Aktie ist danach kaum mehr Thema geworden. Deshalb will ich das in Erinnerung rufen, denn eine Aktie mit so einem Kurzfrist- und Langfristverlauf, sollte immer etwas Zeit wert sein.

Schauen Sie sich die Aktie doch einfach mal an, ein Musterbeispiel für Stärke gebiert Stärke!

16:50 MEZ - ZH3

Mein Wunsch auf einen Absturz bei Facebook (FB) wird wohl nicht erhört, aber ich rechne auch nicht damit, dass meine Wünsche vom Markt erhört werden und wette daher auch nicht darauf.

Aber Zuckerberg reist ja gerade wieder durch Deutschland und wird von -> Staatsfunk <- über -> Politik <- bis -> Springer <- hofiert wie ein Staatsgast. Da steigt bei mir wieder der Pegel, besonders in Anbetracht der -> verlogenen Nachdenklichkeit <-. 😛

Aber gut, das mit dem Hofieren passiert ja nicht nur bei Zuckerberg, der wenigstens ein Weltunternehmen hoch gezogen hat und daher durchaus zu Recht Aufmerksamkeit bekommt. Es passiert ja auch bei vom Hintergrund gesteuerten, 16-jährigen Pippi-Langstrumpf Verschnitten, die in spätpubertärer Allmachtsphantasie glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und das medial hochzujazzen, ist ja noch viel infantiler, insofern ziehe ich meine Bedenken zu Zuckerbergs "Staatsgast-Auftritt" hiermit zurück.

Denn eines ist der gute Mark definitiv nicht: Dumm. Und er ist auch kein Träumer und Phantast. Was er macht, hat eine roboterhafte Gnadenlosigkeit und auch wenn man das inhaltlich verabscheut, muss man doch die Professionalität und Zielorientierung dabei bewundern. Meinen Respekt hat Zuckerberg, meine Wertschätzung nicht. Pippi Langstrumpf fehlt beides.

Trotzdem sehe ich dieses Chart mit einem Bedauern, Sie wissen ja, bei einer einzigen Aktie erlaube ich mir ausdrücklich destruktive Emotion, weswegen ich diese auch mangels Objektivität nicht handele. Und das ist Facebook.

17:25 MEZ

Natürlich ist das -> keine freundschaftliche Strategie Chinas <-, natürlich nicht!

Der Ansatz ist auf Hegemonie angelegt und dürfte erfolgreich sein. Mit einem langfristigen Plan, wird gnadenlos die Schwäche des westlichen Quartalsdenkens ausgenutzt, das angestellte Manager dazu verleitet, um kurzfristige Gewinne und Boni zu erlangen, langfristiges KnowHow abfliessen zu lassen.

Die Achillesferse China ist allerdings der riesige Nacholbedarf im Binnenmarkt. Würde nun die westliche Welt ihren Fehler erkennen und die Schotten dichter machen und auf Reziprokität pochen, bekäme China ein innenpolitisches Problem, weil der Wohlstandsaufstieg der eigenen Massen, eben nur mit dieser hegemonialen Expansions-Strategie ohne Verwerfungen zu bewerkstelligen ist.

Trumps Leute haben das wohl erkannt, allerdings kommt auch ihnen der westliche Wahlrhythmus in die Quere, der nun wohl zu faulen Kompromissen zwingen wird.

Klar ist für mich, dass insbesondere wir hier in Deutschland gerade dabei sind, die Grundlagen usneres Wohlstands zu verspielen. Und diese Grundlagen haben nur vordergründig mit Autoindustrie und Co. zu tun, das sind nur Symptome.

Sie haben mit Bildung, gesellschaftlicher Stabilität, Leistungsbereitschaft, Mut, Disziplin, Forschergeist und der Akzeptanz der wissenschaftlichen Methode zu tun. Vieles davon wurde als "Sekundärtugenden" verunglimpft und ist gleichzeitig der Ast, auf dem wir sitzen.

Und vieles davon läuft nun gesellschaftlich schief. Vom neuen mittelalterlichen Wunderglauben, über calvinistische Moralhysteriker, hypersensible "Schneeflöckchen", bis zur Dominanz der Gefühle über Fakten, ist all das auf dem Vormarsch, was wir mit der Aufklärung dachten abgeschüttelt zu haben.

Wichtig ist nicht mehr wie Dinge objektiv sind, sondern wie sie sich "anfühlen" und ob sie vor der heiligen Inquisition Bestand haben dürfen. Dass man so nicht erfolgreich in eine technologische Zukunft schreiten kann, dürfte offensichtlich sein.

Katalysatoren dabei sind übrigens auch die Erregungszyklen der sozialen Netze, womit wir wieder bei Zuckerberg wären. Aber auch das Versagen der "Eliten", die eben keine sind, weil Selektionsmechanismen der Berufswahl, eine Subkultur in Medien und Politik generiert haben, die nicht mehr repräsentativ für die Bevölkerung ist.

Wir tanzen in einem Wolkenkuckucksheim und glauben die Welt "retten" zu können, während das Gebälk für offene Augen schon sichtbar kracht. Man müsste Deutschland eine schnelle, harte Krise wünschen, damit einiges wieder vom Kopf auf die Füsse gestellt wird. Genau das verhindert aber die EZB mit ihrer Nullzinspolitik und schafft damit langfristig viel größere, strukturelle Probleme.

Ich empfehle in dem Zusammenhang übrigens auch -> Aufstieg und Fall der großen Mächte <-, das Buch ist aus den 90er Jahren und insofern nicht aktuell, aber wir befinden uns eindeutig im Fall, begleitet vom Tanz der lärmenden Idioten.

17:55 MEZ

Amazon, der Wahnsinn: -> "The end is near "<-

18:20 MEZ - ZH3

Da ich ja gerade das Video von Amazons "Drohnen-Mutterschiff" hatte - you will be assimilated, resistance is futile - hier noch ein Blick auf das Chart, das ja lange dubios aussah:

Das hat sich nun klar auf die positive Seite entwickelt, trotzdem ist es so richtig überzeugend nicht, wenn man es mit anderen Teilen des Marktes vergleicht.

Nach wie vor ist die einzige Erklärung, die ich für das Zögern habe, das "Bezos-Scheidungs-Fragezeichen". Etwas anderes sehe ich nicht, die Aussichten insbesondere im Bereich AWS, sind weiter gut.

18:40 MEZ

Übrigens, die -> Frequenz-Auktion läuft immer noch <-, was eher negativ für die Aktionäre der Telekom-Unternehmen ist. Je höher der Preis, desto schlechter für die Aktien.

Wobei die Milliarden für die Frequenzen, ja nur ein kleiner Teil im Vergleich zu den gigantischen Investitionen in die 5G-Infrastruktur sind.

Ich kann nur wiederholen, dass ich den staatlichen Ansatz Frequenzen zu versteigern, die Infrastruktur im Internet privaten Firmen zu überlassen und dann über Netzabdeckung zu jammern und Gemeinden Steuermittel zuzuwenden, die wieder an die Konzerne fliessen, für groben Schwachsinn halte.

Die IT-Infrastruktur eines Landes wird im 5G Zeitalter ebenso wichtig wie Straßen sein, genau genommen noch wichtiger, denn ohne wird alles lahmgelegt, auch die Politik. Die Ängste rund um Huawei exististieren ja nicht völlig grundlos, sie existieren, weil die Hoheit über die eigenen Netze *die* staatliche Überlebens- und Machtfrage im aufkommenden Netzzeitalter sein wird.

Die Internet Infrastruktur gehört wie die Autobahnen in die Hand einer neutralen, staatlichen Infrastrukturgesellschaft. Von der können freie Unternehmen dann Lizenzen für ihre Dienste kaufen, aber die Infrastruktur wird zentral verwaltet.

Mir ist rätselhaft, warum in der Politik dieser offensichtlich notwendige Schritt nicht diskutiert wird. Das ist 10x wichtiger für die Zukunft des Standorts, als Altmeiers Planwirtschaftsphantasien.

18:50 MEZ

So, der Tag ist ebenso träge geworden, wie ich das vermutet habe. Weswegen ich heute ja auch ein paar grundsätzliche Themen und "Fässer" aufgemacht habe, vielleicht mögen Sie das ja noch im Forum diskutieren.

Bis jetzt sehen wir die erhoffte Seitwärtsbewegung im SPY, was wie gesagt nach dem gestrigen Tag eher bullisch zu werten ist:

Ich schließe damit und wünsche einen schönen Abend. Wir lesen uns im Forum.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 09.01.19



15:15 MEZ

Was eine Schneemenge hier unten. Meinen Unfall von Montag haben Sie ja mitbekommen. Heute früh habe ich schon wieder eine Stunde geschippt, weil in kürzester Zeit gute 15cm herunter gekommen sind.

Und gerade eben erreicht uns der Anruf aus dem Internat: Schulfrei in Starnberg bis zum Wochenende. Meine Frau holt gerade unseren Sohn.

Mehrere Hallen in Starnberg sind wegen Einsturzgefahr gesperrt und ein geregelter Schulbetrieb nicht mehr möglich. Der ganze Landkreis hat schulfrei, hier die -> Übersicht <-

Und jetzt frage ich, warum schreibt eigentlich jetzt keiner über die Klimakatastrophe? Anders als im Sommer, als wir endlich mal einen heissen, trockenen Sommer hatten.

Ja ich weiss, Wetter ist nicht Klima. Ich weiss das. Ob das andere auch wissen, das ist aber die Frage. 😛

15:25 MEZ

Was den Markt angeht, werden wir wohl wieder mit einem Gap-Up eröffnen, obwohl wir nun wirklich überkauft sind.

Das ist dieses Manische, das mit dem Maschinen gekommen ist. Wir haben das im Dezember erlebt, als nur verkauft wurde und der Heiligabend zum Kursdesaster wurde. Und wir erleben es jetzt wieder nach oben.

Dadurch entsteht natürlich FOMO-Druck und James DePorre beschreibt es in -> Even the Bulls want a pullback now <- sehr gut.

Sie sehen daran aber auch diese Charakteränderung des Marktes, die ich schon letzte Woche gespürt habe und die mich optimitischer gemacht hat. Sicher werden wir demnächst eine Delle bekommen, aber das "V" ist denkbarer als es die Mehrheit glaubt und die Wahrscheinlichkeit, dass das Tief vom 24.12. hält, steigt auch.

Der Markt scheint seinen Mojo wieder zu finden, das endlose Warten auf einen Pullback kennen wir ja aus 2017, es war aber seit Oktober 18 wie verschwunden.

Trotzdem, der Pullback kommt, die Frage ist nur wann und wie tief. Sollte es aber nun eine echte Einigung zwischen China und US geben, wäre nicht mal mehr der Pullback sicher.

15:40 MEZ

Zu einem Markt der seinen Mojo wiederfindet, gehört natürlich auch, dass heißes Geld wieder in ebenso heiße Spekulationen fliesst.

Auch das können wir wieder beobachten, die Canabis Aktie Canopy Growth (CGC) scheint wieder nach oben abzuheben:

15:46 MEZ

Auch so eine Aktie, die potentiell "weit genug" korrigiert hat, ist Continental (CON).

Die Abwärtstrendlinie ist nun endlich gebrochen, als nächstes steht der Beweis eines höheren Verlaufshochs an. Danach könnte man von einer Wende sprechen:

16:20 MEZ

Na das ist mal ein "V" hier bei Chesapeake (CHK):

Dahinter verbirgt sich aber ein weiteres Positivum für den Markt. Denn CHK ist deshalb so abgeschmiert, weil das Unternehmen so überschuldet ist, Debt/Equity ist Negativ.

Nun befinden sich aber seit dem 26.12. gerade auch die Junk-Bonds in einem massiven "V", gleichbedeutend damit, dass der Stress auf das Kreditsystem nachlässt. Und das ist mal eine gute Nachricht für den ganzen Markt:

16:22 MEZ

Auch bei General Electric (GE) ist dieser Effekt zu merken.

Dass die Aktie seit November noch einmal so brutal abverkauft wurde, hatte gar nichts mit nochmal schlechteren Geschäftszahlen zu tun.

Das war weit überwiegend das Ergebnis davon, dass die Pleite der mit einem Debt/Equtiy von über 3 auch hoch verschuldeten GE vom Markt gespielt wurde.

In dem Maße, wie die Renditen der High Yielder wieder sinken (und der Kurs von JNK damit steigt) lässt dieser Druck auch auf GE nach und der Kurs steigt.

16:28 MEZ

-> Dieser Tweet <- musste einfach sein. Ich habe mich über diese Selbstgerechtigkeit und Larmoyanz richtig geärgert.

Ich finde hier ja oft für Trump und andere harte Worte, jetzt ist es bei Habeck nötig. Mein charakterliches Bild von Habeck war so schlecht bisher nicht, das hat sich nun deutlich geändert.

Es gibt unzählige Menschen, die Twitter zu einem bereichernden Ort des Austausches und der Unterhaltung machen. Gerade in der Finanzcommunity, überwiegt das Positive klar die fraglos vorhandenen negativen Elemente. Praktisch jeden Tag finde ich lesenswerte Tweets Dritter, die ich teilweise verlinke.

Außerdem liegt es an jedem selber, ob er sich an Eskalation beteiligt oder sich raushält. Wenn Habeck das nicht kann, ist es sein persönliches Problem und nicht das von Twitter generell.

Mich erinnert das an die Geschichte -> vom Fuchs und den Trauben <-. Daraus Zitat:

Die Fabel karikiert den unehrlichen Umgang mit einer Niederlage: Um sich nicht eingestehen zu müssen, dass er die Trauben nicht erreichen kann, behauptet der Fuchs, sie gar nicht erreichen zu wollen.

Ich hoffe dass auch die Mitglieder die den Grünen nahestehen das sehen können. Denn es geht hier nicht um Rechts oder Links, es geht einfach um ehrliche Reue vs inszenierte Reue und damit um individuellen Charakter - und sonst nichts.

16:52 MEZ

Setzt jetzt endlich der Rücksetzer ein?

Wir hatten -> Handelsnachrichten <-, kommt nun das erwartete "Sell the News"?

17:25 MEZ

Paypal (PYPL) zieht raus. Ein starkes Statement! Die Aktie ist eigentlich deutlich überkauft und hat Gaps gerissen, der Schub will aber nicht aufhören:

17:40 MEZ

Wer mal wissen will, wie es hier bei uns aussieht:

Sohn ist zu Hause, wir mummeln uns nun bis Sonntag ein. Allerdings sind für Sonntag auf Montag weitere Schneefälle angesagt, so dass ich am Montag früh wohl wieder mit Risiko unterwegs bin.

Wenn ich mich kommenden Montag Vormittag also nicht mit dem Wochenausblick melde, brauche ich gar keine Meidung einstellen, Sie wissen dann schon wo ich bin: Wieder mit dem Auto in der Schneewehe. 😉

Und übrigens, das ganze Gerede von "Katastrophe" ist in meinen Augen Blödsinn, es hat sich eingebürgert jedes Wetter gleich zur Katastrophe zu machen. Wir Menschen vergessen halt schnell und das Schlimmste ist immer das, was wir gerade erleben.

Das sind einfach starke Schneefälle, wie es sie hier nicht jedes Jahr, aber vor den Alpen doch immer mal wieder gibt. Das nennt man Winter und ua deswegen fährt man hier gerne SUV, weil der bessere Bodenfreiheit hat.

Ich erinnere mich an den März 2006, wo wir im *März!* durch Schneemassen gewatet sind und die Wände unserer Hofeinfahrt 1,5 Meter hoch aus Schnee waren.

Das ist ein Bild von damals (nicht mein jetziger Wohnort, aber Alpenvorland) - meine Frau versucht gerade was im weissen Meer zu retten. Sie hat Schneeschuhe an, die haben aber auch nichts mehr genutzt ;):

17:52 MEZ

So viel zur "Sell the News" Reaktion:

Ich denke Sie sehen jetzt, warumn ich eine Charkteränderung des Marktes wahrnehme. Das ist nicht mehr nur ein paar Tage Gegenbewegung die dann zusammenfällt, das ist 2017er BTFD Verhalten.

Ich mache jetzt Pause und melde mich dann nach 20 Uhr hier wieder.

20:04 MEZ

Wen es interessiert, hier sind die -> FOMC Minutes der "berühmten" Sitzung vor Weihnachten <-, nach der Jerome Powell die Kommunikation so verbockt und den Markt in den weihnachtlichen Ausverkauf geschickt hat.

Die Reaktion des Marktes ist gelassen, mittlerweile hat er die Tonlage ja um 180 Grad gedreht:

20:08 MEZ

Ich muss gestehen, bei mir beginnt jetzt wieder so ein 2017er Gefühl einzusetzen, wo man endlos auf ein Retracement wartete, das einfach nicht kommen wollte.

Der Start ins neue Jahr war superb, aber nun mache ich auf der Long-Seite nichts Neues mehr, ziehe dagegen Stops heran, verkaufe hier und da und lege meine Hedges bereit.

Ich drehe also Däumchen und weiss aber auch, dass dieser Markt gerne nach oben überschiesst und wir auch problemlos bis 2.630 im SPX laufen können, bevor das Retracement einsetzt.

Trotzdem lohnt sich für mich bei neuen kurzfristigen Positionen nun das Chance/Risiko Verhältnis auf der Long-Seite nicht mehr, weswegen ich nur noch die "ausquetsche", die schon laufen.

Lieber wäre mir - und wahrscheinlich vielen - nun ein schöner Rücksetzer. Genau deshalb kommt er wohl so schnell nicht, FOMO drückt nun ganz langsam einen nach dem anderen in den Markt.

20:15 MEZ

Ich hatte ja heute den Artikel zu den -> neuen Gewinnern <-, in denen betont wurde, dass nichts für ewig ist und schon in 20 Jahren das Aktienuniversum ganz andere Vorreiter haben kann als heute.

Passend dazu gibt hier so eine Schwachsinns-Überschrift von Motley Fool wie ich es "liebe": 3 Growth Stocks to Buy and Hold for the Next 50 Years.

Amazon (AMZN), Mastercard (MA), NextEra Energy Partners (NEP), alles gute Aktien, die heute uneingeschränkt als Investment geeignet sind. Aber 50 Jahre Buy and Hold? Schwachsinn!

Wer Lust hat, kann ja mal 50 Jahre zurück gehen ins Jahr 1969, sich den S&P500 von damals vorknöpfen und sich die am stärksten wachsenden Aktien von damals raussuchen. Und dann schauen, ob alle eine gute Wahl waren.

Jeff Bezos ist ein kluger Mann, er würde nie behaupten, dass Amazon in 50 Jahren noch da ist und noch wächst. Das weiss niemand, nicht einmal Bezos. Der Wandel ist stärker als wir alle ahnen. Amazon *ist* das Produkt dieses brutalen Wandels.

Diese Art Artikel sind eine Honigfalle. Sie bedienen die große Sehnsucht vieler Anleger, große langfristige Gewinne ohne diesen "ganzen Stress" zu bekommen, dem man sich an der Börse aussetzt. Einfach die Gewinner in 50 Jahren jetzt kaufen und halten. Hach!

Ich sage dazu nur "Träumt weiter!". Eine Honigfalle ist klebrig, wenn man der süssen Versuchung folgt, hat man schon verloren.

Es tut mir leid der Überbringer der schlechten Nachricht zu sein aber klar und deutlich:

Es gibt keine Sicherheit über 50 Jahre und es gibt auch keine Wachstumsaktien, von denen man ausgehen kann, dass sie in 50 Jahre noch da sind. Punkt - kein aber!

20:50 MEZ

Für Technik-Nerds zum Thema Grafikkarten: -> das ist gut für AMD <-

Es ist deshalb gut, weil es den Eindruck verstärkt, dass AMD auch im HighEnd wieder stärker an die lange unangefochtene NVidia heranrückt.

Das ist gut für die Kunden, weil Wettbewerb die Preise senkt.

Es ist nicht gut für NVidia (NVDA), die lange die doppelte Sonderkonjunktur eines Quasi-Monopols im HighEnd sowie des Crypto-Wahns hatten. Crypto ist schon Geschichte und das Quasi-Monopol nun langsam auch.

Gut ist es aber vielleicht für AMD, das Chart sieht in Sachen Wende aussichtsreicher aus, als das von NVDA:

Ich meine damit nicht absolut gesehen aussichtsreich, sondern relativ aussichtsreicher. Preisdruck durch Wettbewerb ist nie gut für Gewinne, aber NVDA kommt von höherem Niveau und ist deshalb anfälliger.

21:35 MEZ

Meine Vermutung vom Jahresanfang, dass der Euro zum Dollar eher Stärke zeigen wird, scheint sich zu bewahrheiten:

Sie sehen, dass wir ein schönes Volumenprofil für die Long-Seite hatten, aber heute hat vor allem die FED mitgeholfen.

Nicht nur dass die Minutes zeigen, dass schon im Dezember die Stimmung weit differenzierter war, als es Powell dann kommunikativ vermittelt hat, nein Raphael Bostic von der FED Atlanta, hat sogar das Wort einer Zinssenkung im Falle des Falles in den Mund genommen.

Klar dass dann der Dollar fällt und auch das ist ein Grund, warum der Markt seinen Mojo wieder findet - der FED Put ist wieder da im neuen Gewand!

Hier der -> Tweet zum Thema <-. 😉

22:02 MEZ

Handelsschluss, keine wirkliche Schwäche:

Daran hat diese Woche massiv die FED mitgewirkt, die den FED-Put wieder installiert hat. Insofern besteht aus Sicht derer, die nun auf den Pullback warten das Risiko, dass dieser nur flach und kurz ausfallen wird.

Trotzdem, für neue Risiken ist mir die Lage nun zu riskant, was ich im Markt habe ist abgesichert. Die schönen Gewinne aus dem Loch heraus, muss man ja nicht unbedingt abgeben. Ich will jetzt einen Pullback sehen, zumindest einen flachen.

Nächste Woche geht dann die Quartalsaison los und ich reche mit einigen Enttäuschungen und abgeflachtem Ausblick. Die Frage ist halt individuell, was davon schon in den Kursen ist.

Am 24.12. habe ich mir darum keine Sorgen gemacht, 20% Korrektur scheinen ausreichend um das Risiko einzupreisen. Nun sind wir seit dem Tief im SPX schon wieder um 10% nach oben gelaufen, jetzt rechne ich auch mit Enttäuschungen.

Bis Morgen zum Stream, schlafen Sie gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW47



Der Wochenausblick ist heute ausnahmsweise mal wieder früher fertig. Geniessen Sie ihn schon im ausklingenden Wochenende.

Am morgigen Montag kommt dann in der Frühe nichts, um die Mittagszeit voraussichtlich ein Video und am Nachmittag der Stream ganz regulär.

Ereignis der Woche

5 Wochen noch bis Weihnachten, der helle Wahnsinn, das Jahr ist praktisch herum. Gerade eben waren doch erst die Sommerferien zu Ende, oder nicht?

Bei uns in Bayern fühlt sich das im Herbst immer so an, weil die Schulferien spät beginnen und erst Mitte September enden. Und mit dem guten, warmen Wetter dieses Jahr - es gab hier wirklich keinen Grund darüber zu schimpfen, auch Wasser ist gerade richtig herunter gekommen - hat sich der Sommer gefühlt bis in den Oktober verlängert. Dann kommt Weihnachten eben schnell. Das Frühjahr wird dagegen ewig lang, schon Ende Januar hofft man auf Frühling, der kommt aber erst im April - so auch letztes Jahr.

Am 27. September sah es hier so aus, der Turm im linken Bildteil ist das Kloster Andechs, ein paar Miglieder kennen es seit dem Frühjahr aus der Nähe. 😉

Und am 01. November sah es noch so aus, das im Vordergrund ist mein Sohn und unten liegt der Ammersee bei Breitbrunn. Da lässt sich doch leben, oder?

Tja und nun liegt schon die Thanksgiving-Woche vor uns, in der viele Truthähne ihr Leben lassen und am Donnerstag die US Trader einen zu vollen Bauch haben, um zu handeln, weswegen der Donnerstag auch ein US-Börsenfeiertag ist.

Am Freitag stürzt man sich dann in das Getümmel des "Black Friday" in den Malls oder man tippt hektisch auf Tablets, um die neuesten Online-Schnäppchen zu erhaschen. Und damit die Händler da mitmachen können, endet die Wallstreet am Freitag schon früher, bisher war es um 19 Uhr MEZ.

Tja und weil das noch nicht genug der Feiertage sind, haben wir am Mittwoch Buß- und Bettag und mein Sohn hat keine Schule. Damit ich mit ihm so Wanderungen machen kann wie oben, mache ich am Mittwoch frei, es gibt keinen Morgenbericht und keinen Stream. Dafür gibt es einen Grundlagenartikel zu Bärenmärkten, den ich schon vorbereite.

An Wirtschaftsdaten ist die Woche normal bis spärlich ausgestattet, kein Wunder bei den Feiertagen, besondere Notenbanktermine stehen auch nicht an und die Quartalssaison ist vorbei.

Die Thanksgiving-Woche hat aber statistisch einen guten Ruf als starke Börsenwoche. Woran das liegt weiss ich nicht, vielleicht stimmen volle Bäuche und volle Malls ja milder und lassen die US Wirtschaft subjektiv in einem besseren Licht erstrahlen. 😉

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko liegen wenig überraschend immer noch eng beeinander.

Die letzte Woche hat wie erwartet eine Fortsetzung des Retracements von 2.800 herab gebracht, was für uns den Erwartungen entsprach.

Tiefe und Stärke des Retracements war aber stärker, als für ein optimal bullisches Setup ins Jahresende gut ist. Die "rechte Schulter" im S&P500 hängt mir nun zu sehr, eine iSKS nach Lehrbuch war es nie, aber jetzt ist sie in meinen Augen eher invalidiert:

Sicher, das ist immer noch eine potentielle Wendeformation, wenn jetzt nach oben etwas passiert, aber als echte iSKS kann das nicht mehr durchgehen. Ich bin auch skeptisch, ob wir hier einen sauberen Trigger bekommen und rechne selbst im besten Fall eher mit einem Herauslaufen seitwärts nach oben.

Sie haben gemerkt, wie ich aufgrund der Tiefe und Stärke des Retracement im Laufe der letzten Woche negativer wurde und nun betone ich erneut, dass die Bullen etwas zu beweisen haben und wir ihnen hier *nicht* mehr einfach vertrauen sollten, so wie wir das im Sinne BTFD nun mehr als 2 Jahre konnten.

Sie sehen da zwei Pfeile und das sind die beiden Beweise die ich sehen will. Erst wenn der SPX in der kommenden Woche überzeugend die 200-Tage-Linie und damit ca. 2.760 im SPX nimmt, das ist ca. 1% vom Schlußkurs von Freitag entfernt, bin ich bereit das Ganze als Wendeformation ernst zu nehmen. Und damit man sich wirklich hinter neue Höchststände noch in diesem Jahr stellen kann, müsste er nun zügig die 2.800 wieder nehmen, das will ich erst einmal sehen!

Die Chance dazu ist in dieser Thanksgiving-Woche fraglos da, das Marktverhalten von Donnerstag und Freitag letzte Woche deutet eher auf fortgesetzte Stärke in dieser Woche und ich schaue die nächsten Tage auch eher nach oben. Aber trotzdem haben die Bullen nun erst einmal etwas zu beweisen, einen Vertauensvorschuss haben sie letzte Woche verbraucht.

Thema der Woche

Von der FED kommt in der kommenden Woche nicht viel, das Hauptthema ist und bleibt neben den Zinsen der Handelskonflikt, der mit dem Treffen Trump-Xi im Rahmen des G20 Gipfels in Buenos Aires vom 30.11. - 01.12. einen wichtigen Meilenstein erleben wird.

Die Hoffnung des Marktes ist, dass man dort den Weg zu einer Einigung finden wird. Diese Hoffnung wurde durch einige Aussagen der letzten Woche befeuert, die wiederum bei dem Bounce am Ende der Woche mitgeholfen haben.

Aber ist das wirklich so?

Ich bin da mittlerweile skeptisch. Auch -> das aktuelle Geschehen beim APEC-Gipfel <- spricht dagegen.

Außerdem dachte ich Trump macht das zum Wahlkampf-Schlager, nachdem das nun aber nicht passiert ist, spricht mehr für ein langes Ringen. Und ich habe wenig gehört oder gesehen, das zu der Annahme einer Einigung beim G20 Gipfel passt und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass die Chinesen nachgeben werden und überhaupt können. Ich habe das Thema der Gesichtswahrung schon mehrfach angesprochen, das dort kulturell sehr wichtig ist und auch für den Machterhalt wichtig ist.

Denn dass Trump einen Erpressungskurs fährt, ist offensichlich und dass diese Erpressung teilweise auch berechtigt ist, weil China seinen Aufstieg auf eine sehr unfaire Handelspolitik basiert, wird natürlich in China nicht thematisiert. Ein Nachgeben kann sich Xi trotz seiner Macht also nur schwer erlauben.

Die Chinesen sind eher für ihren langen Atem bekannt und Trump ist durch die letzte Wahl in den US nicht stärker geworden. Werden die Chinesen jetzt nachgeben? Ich kann es mir nur schwer vorstellen, muss aber festhalten, dass ich auch kein gesteigertes Wissen um die Internas habe, lassen wir uns also überraschen.

Wir haben hier also eine potentielle Buy the Rumor - Sell the News Situation. In der kommenden Thanksgiving-Woche kann die Hoffnung auf eine Einigung beim Gipfel gespielt werden. Dann kommt vielleicht die große Enttäuschung und das wars dann mit dem starken Jahresende.

Ein bärisches Szenario, das gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, sieht nun also so aus:

Das ist nur ein Szenario und wenn die Bullen nun den Beweis antreten, kann das auch schnell invalidiert werden. Sie sehen aber an den doch weit bärischeren Szenarien, die ich Ihnen in den letzten Wochen zunehmend zeige, dass sich meine Sicht auf den Markt verdüstert hat, weil die Marktmechanik nicht mehr durchweg positiv ist.

Übrigens falls Sie denken, dass das nur prozyklische Sorge in der Korrektur sei, erinnern Sie sich bitte an meine Szenarien im Frühjahr in der ähnlich tiefen Korrektur. Da war ich gelassen und optimistisch, da habe ich solche Top-Szenarien nicht gezeigt.

Erneut, das heisst nicht dass diese nun zwingend so kommen müssen, die Bullen können es immer noch herausreissen. Aber das müssen sie eben tun und bis sie das tun, bin ich skeptischer und vorsichtiger, als ich im Frühjahr war.

Sollten wir in dieser Thanksgiving-Woche also verhaltene Stärke sehen, sollten Sie an das obige "Buy the Rumor" Szenario denken, die Stärke zwar mitnehmen, aber nach unten ein rigoroses Risikomanagement betreiben, denn "Sell the Fact" ist dann ein reales Risiko.

Sollte eine Einigung zwischen China und den US aber tatsächlich kommen, dann wird immens viel vom Markt abfallen und wir wohl massiv nach oben schiessen. Und ich meine *massiv*, also schnelle 10% Plus in den Indizes. Auch das ist wahr und eine reale Chance!

Aber Wetten auf politische Ausgänge sollte man besser nicht machen, halten wir uns lieber an die Marktmechanik und die ist aus Bullensicht nun immer noch nicht überzeugend. Lassen wir die Bullen erst etwas beweisen.

Hinweis der Woche

Oben zeige ich Ihnen ja wieder ein eher bärisches Szenario, wie schon einige seit Mitte Oktober. Das dokumentiert eine doch wesentlich erhöhte Vorsicht die ich nun habe - ein große Topbidlung in den Indizes ist nun real vorstellbar.

Eine Prognose ist das nicht, aber bisher war eine Topbildung unrealistisch, nun ist sie das nicht mehr und das ist schon ein bemerkenswerter Unterschied!

Es gibt aber ein Positivum und das ist, dass ich ja nicht der Einzige mit dieser erhöhten Vorsicht ist. Genau genommen bin ich Teil der Herde, denn das erscheint derzeit überwiegend Konsens unter den Pros im Markt zu sein, bei den Fondsmanagern hat uns das ja vor Kurzem auch Urban Carmel wieder gezeigt.

Um das zu unterstreichen, habe ich heute ein Chart aus diesem lesenswerten Artikel von Horan Capital Advisors für Sie: -> Investors more bearish on equities <-

Die Herde wird negativer, auch wenn wir noch keine Panik haben, die dann ein klarer Kontraindikator wäre. Aber diese negative Stimmung sorgt für Absicherungsgeschäfte und die machen wiederum stark fallende Kurse nicht wahrscheinlicher.

Übrigens, wenn ein Anfänger oder Neueinsteiger diese vermeintlich widerstreitenden Aussagen liest - kurzfristig Chancen, durchaus große Chancen zum Jahresende, falls die Handelsthematik gelöst wird, aber auch Risiken und erstmal ernsthafte Gedanken an eine Topbildung - dann denkt dieser Anfänger vermutlich "ja was denn nun?".

Dieser Gedanke ist - ich muss das so deutlich sagen - Ausdruck des eigenen Balkens vor dem Kopf. Denn widersprüchlich ist das nur, wenn man von jemanden erwartet, dass er einem sagt wie die Zukunft zuverlässig wird. Klar, das ist die Methode mit der Klicks generiert werden, es ist aber schlicht und einfach Unfug!

Die Realität ist aber immer voller Zukunfts-Szenarien mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten und man braucht keine fixe Meinung zu einer bestimmten Richtung, um sich richtig aufzustellen. Denn diese Kombination von kurzfristigen Chancen und deutlichen Risiken einer größeren Richtungsänderung, ist geradezu prädestiniert dazu, sich nun kurzfristig für Chancen in der Thanksgiving-Woche zu positionieren und gleichzeitig wie oben gesagt, nach unten trotzdem ein sehr rigides Risikomanagement zu fahren.

Ich kann nur mein Mantra der letzten Wochen wiederholen, man kann sehr wohl Beides machen! Man kann auf das Beste hoffen und sich auf das Schlimmste vorbereiten.

Chart/Grafik der Woche

Ich habe es schon mehrfach gesagt, eine Rally in den Emerging Markets braucht einen schwächeren Dollar. Vor dem Hintergrund würde ich nun genau hinschauen, was nun in EURUSD passiert und das Währungspaar Richtung 1,18 steigen und damit eine echte Wende signalisieren kann:

Direkt davon abhängig ist natülich auch Gold in Dollar notierend. Hier sehen wir einen erneuten, ernst zu nehmenden Versuch, den Deckel der Widerstandszone um die 1.240 USD (in lila) wegzusprengen:

Wenn das gelingen würde, wäre es ein bullisches Signal. Damit das möglich wird, bräuchte es aber wohl auch einen fallenden Dollar, sonst dürfte es scheitern.

Index der Woche

Falls Sie noch mehr Charts mit Warnsignalen wollen, habe ich zum Thema Anleihen noch etwas. Schauen wir mal auf die US High Yielder, auch "Junk" genannt. Unternehmens-Anleihen also, die unter höherer Gefahr stehen in einen Default zu laufen und daher bei Rezessionssorgen als Erstes zu fallen beginnen:

Das sieht nicht wirklich vertrauenerweckend aus, oder? Aber es ist auch kein Anlaß zur Panik, denn schauen Sie zur Einordnung hier:

Das Fazit lautet also erneut:

Das sind Warnsignale, die sich durchaus zu Größerem auswachsen können. Wir sind aber noch *nicht* in einem 2016er Szenario, weder im Sentiment noch bei den Ängsten um eine Kreditkrise. Und 2016 war am Ende doch der Beginn einer massiven Rally, die uns bis in den Herbst 2018 getragen hat.

Wir haben also Grund zur Vorsicht, mehr als im Frühjahr, aber wir haben noch keinen Grund für Panik und eine generell düstere Zukunftssicht. Und genau diese Haltung versuche ich Ihnen hier ja wieder in allen Facetten zu vermitteln.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Die Bringschuld der Teddybären und was das mit Smaug zu tun hat



Guten Morgen!

Der gestrige Tag hat an der Wallstreet dann doch wieder den bekannten und beliebten BTFD Rebound gebracht, die Bären sind nach wie vor einfach nicht in der Lage, aus einer guten Chance etwas zu machen.

Im Intraday Chart des SP500 sehen wir wunderbar den gestrigen Ablauf, der zu einer Wendeformation geführt hat:

Grosse Panik des Marktes sieht erst einmal anders aus. Wenn wir dieses Bild auf Stundenkerzen expandieren, erkennen wir unschwer das BTFD-Muster, das der Markt da zeigt:

Gap-Down bzw Einbruch, Reversal noch am selben Tag, dann neue Hochs. So sieht das Muster aus, wird es dieses Mal anders sein?

Natürlich "kann" es anders sein, niemand weiss das, aber wir tun einfach gut daran, vom Muster auszugehen, bis uns das Gegenteil bewiesen wurde.

An dieser Stelle wirkt auch ein psychologisches Problem auf uns, dem wir nur durch Reflektion begegnen können. Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich mit meinen 30 Jahren Markterfahrung dazu sagen würde, würde ich Ihnen wie aus der Pistole sagen: "das wars noch nicht", das ist der Beginn einer willkommenen 3-5% Korrektur. Da haben Sie mein Urteil. 🙂

Denn zu viele Parameter deuten darauf hin. Nur - und hier kommt die Reflexion ins Spiel - in diesem Jahr habe ich das schon mehrfach gedacht und der Markt hat trotzdem wieder nach oben gezogen. "This time is different" war bei diesem Thema in 2017 tatsächliche eine wahre Aussage, so gefährlich dieser Satz auch ist.

Wenn ich also reflektiere muss ich erkennen, dass meine sehr bestimmte Wahrnehmung im Sinne "das wars noch nicht" einfach auf den in 30 Jahren eingefahrenen Mustern und Erfahrungen beruht. Gleichzeitig funktioniert das Börsenjahr 2017 aber anders. Und wenn ich mir das bewusst mache, dann schiesse ich schon nicht mehr so schnell mit der 3-5% Korrektur, akzeptiere dass das Muster von gestern immer wieder zu neuen Hochs geführt hat und sage eher im bayrischen Sinne "schaun mer mal".

Ich spreche oft über Demut dem Markt über, genau diese Haltung ist sie. Ich will dem Markt nichts beweisen und ihm auch nicht meine Meinung aufzwingen. Ich erkenne ganz trocken, dass das aktuelle Muster anders funktioniert und berücksichtige das bei meiner Einschätzung.

Und aus rechthaberischen Grabenkämpfen, ob das nun dauerhaft so sein wird oder nur eine temporäre Verzerrung des Marktes ist, halte ich mich völlig heraus, damit sollen andere ihre Zeit vergeuden. Womit wir wieder bei denen sind, die über den Markt schreiben gegenüber denen, die in ihm handeln. 😉

Mir genügt es zu wissen, dass der Markt im Hier und Jetzt so funktioniert und daran orientiere ich mich im Sinne der Trendfolge. Und weil das so ist, müssen mir erst mal die Bären etwas beweisen. Ich wäre ja glücklich sie könnten es, eine 5% Korrektur wäre genau jetzt wunderbar und perfekt. Alleine darauf wetten werde ich nicht, ihr Bären zeigt erstmal ob ihr mehr als Teddybären seid, ihr habt nun eine Bringschuld.

So .... nach dieser Einordnung im Sinne schaun mer mal, will ich jetzt doch aber ein paar Dinge zeigen, die zumindest zu denken geben sollten und auch die Risiken ein wenig aufzeigen, die wir haben.

Denn wenn wir uns mal fragen, wo hier der Auslöser war, dann hat Japan und eine Enttäuschung über die Bank of Japan daran sicher mitgewirkt. Es gab auch andere Faktoren wie die Diskussion um die US Steuerreform, aber mitgewirkt hat Japan. Nun schauen wir mal auf den Nikkei:

Diese Kerze von gestern sollte einem schon ein nachdenkliches "Hmmm" heraus quetschen, das sieht sehr fragwürdig aus. Im Chart mit Wochenkerzen wird es klarer:

Das riecht danach, als ob die 21.000 noch einmal kommen, das wären 10% Minus. Ein dickes "Hmmm". Und ich habe noch etwas Nachdenkliches.

Sie erinnern sich vielleicht an den -> Junk Indikator <-, bei dem es um die hochverzinsten Anleihen wackeliger Unternehmen geht - "Müll" eben.

Dieser hat seine eigenen Defizite, denn die Kurse werden natürlich auch durch die Notenbanken verzerrt, insofern kann man die Kurse nicht so recht mit denen vor 2008 vergleichen. Aber trotzdem, dieses Chart mit seinem hohen Abwärtsvolumen löst zumindest ein deutliches "Hmmm" bei mir aus:

Tja und dann kommt die langfristige Sicht und da denke ich nur noch "Hmmm, Hmmm":

Am Ende des letzten grossen "Rounded Tops" stand die 2016er Korrektur zum Jahresanfang. Hmmm, Hmmm.

Was will ich Ihnen damit sagen?

Etwas Wichtiges. Und etwas schwer Umzusetzendes. Wir müssen beides tun. Wir müssen den Bullen und diesem Markt weiter das Vertrauen schenken. Die Bären haben dieses Vertrauen derzeit nicht verdient, die müssen erst einmal liefern.

Wir müssen aber gleichzeitig ein waches Aufgabe auf die Entwicklungen haben und dürfen uns nicht zu sehr und zu wohlgefällig in Sicherheit wiegen. Denn einige Dinge in diesem Markt, sehen ziemlich wackelig und merkwürdig aus.

Der Eindruck eines schlafenden Drachen drängst sich auf, ich hatte Smaugs Auge Anfang 2017 schon einmal, da hat es sich dann doch nicht realisiert und dieses verrückte, korrekturlose Börsenjahr begann.

Hier ist es aber wieder, machen Sie bitte den Ton laut an, damit Sie wissen was dieser Markt wirklich ist und warum wir wachsam sein müssen. Denn Drachen können lange, lange schlafen. Dann aber geht das Auge auf:

Mehr will ich heute früh gar nicht zeigen und auch nichts zu Einzelaktien sagen. Wir müssen diesen Markt erfassen, ein Goldschatz der uns zum Jahresende noch schöne Gewinne generieren kann. Darunter liegt aber ein Drache und atmet rasselnd, bleiben wir also demütig und schauen ob diese Korrektur sich nun doch fortsetzt.

Es wäre zu wünschen, es braucht ein frisches Unwetter mit Regen, um die drückende Schwüle eines heissen Sommertags zu vertreiben. Der nächste Morgen nach so einem Sommergewitter ist oft wunderschön. Und das ist die Chance, die wir nun idealerweise haben.

Ihr Hari

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Bärenfalle oder Kreditkrise?



Achtung, das IST sozusagen der Morgenbericht für den kommenden Montag mit Ausblick auf die kommende Woche.

In Anbetracht der Bedeutung der Situation, habe ich Ihn auf Sonntag vorgezogen. Am morgigen Montag kommt dann kein Morgenbericht mehr, ich melde mich dann im Laufe des Tages zum ersten Mal.

Guten Abend am Sonntag!

die letzte Woche vor Weihnachten steht vor uns, die gleichzeitig wahrscheinlich die erste Zinserhöhung der FED seit über 10 Jahren bringen wird und am Ende auch noch den grossen "Hexxensabbat" (OpEx) hat - nur um für so richtig Hektik kurz vor Weihnachten zu sorgen. Uff!

Welcher Teufel die FED geritten hat, so eine wichtige Entscheidung in die sowieso viel zu hektische Vorweihnachtszeit zu legen, in der der Markt auch noch von grundlegenden Repositionierungen zum Jahreswechsel geprägt ist, möchte ich mal gerne wissen. Ich finde es völlig idiotisch und auch das ist Folge der durch die FED "vergeigten" Chance von September.

Aber das ist, was vor uns liegt, nehmen wir es also an. Vor der Notwendigkeit, diese Wegscheide richtig zu treffen, verblassen auch alle anderen Erwägungen und auch das Betrachten von einzelnen Aktien.

Ich werde mich die kommende Woche daher auch ganz bewusst fast ausschliesslich auf die grosse Wetterlage und Sektorensicht konzentrieren und Detailthemen einzelner Aktien, sowie erklärerische Beiträge der Reihe "Lehrer Bömmel" ganz sein lassen.

Dazu trägt auch die - auch bei mir - herab gesetzte Aufnahmefähigkeit in der hektischen Vorweihnachtszeit bei, unser Stockpix hat ja in -> Advent, Advent <- sehr schön darüber geschrieben, wie in diesen Wochen alle verrückt spielen, weil sie noch erledigen wollen, was zu lange liegen geblieben ist.

Und auch mich trifft das, ich habe diverse Termine, muss x Arztbesuche machen, weil ich viele gesundheitliche Dinge mit mir herum schleppe, die ich über die Feiertage endlich mal auskurieren will und muss. Das Jahr war lang und hart und irgend wann ist es mal gut. Bringen wir die FED und diese Woche hinter uns und dann ist erst mal Finito 2015!

Also: Ich will uns diese Woche gut durch die grossen Trends und Entscheidungen führen, alles andere, muss diese Woche dem gegenüber mal zurück stehen!

Damit stellt sich die Frage: Wo stehen wir nun?

Der Freitag war mit seinem Abgabedruck ja bemerkenswert und mit dem Freitag haben die Indizes die erwartete Seitwärtsbewegung auch nach unten verlassen.

Dafür gibt es aber einen klar zu definierenden Grund, denn ansonsten haben die Indizes sich geradezu fühlbar an den Fahrplan der Seitwärtsbewegung halten wollen, den ich ja hier vor einer Woche skizziert habe.

Der Faktor, den aber niemand in diesem Ausmass auf der Rechnung hatte, war der brutal einbrechende Ölpreis. Und der wäre für sich ja gar nicht so dramatisch, er löst aber Ängste vor einer Kreditkrise aus. Und zwar nicht nur bei der US Fracking-Industrie, sondern auch in den Rohstoff-Lastigen Emerging Markets generell!

Die Angst vor einer Kreditkrise überträgt sich dann auf die Banken und Hedge Fonds - auch das haben wir schon letzte Woche gesehen - und erfasst über diesen Transmissionsriemen dann die ganze Wirtschaft und führt zu Rezessions-Ängsten. Und da die Börse der Realität voraus läuft, reagieren die Kurse schon jetzt mit Macht.

Worum es hier geht, kann man wiederum an zwei Chart sehen, dem ETF JNK für die High Yield Anleihen und den Emerging Markets hier mit dem ETF EEM:

JNK 13.12.15

EEM 13.12.15

Was da los ist, kann man schön auch in diesem Bloomberg Artikel sehen, den unser Mitglied EQTrader neben anderen interessanten Artikeln am Sonntag -> hier im Forum <- verlinkt hat: -> Barrells of Oil vanish in a puff of accounting smoke <-

Sagen wir es klipp und klar: das Ding ist durchaus gefährlich! Wenn die Situation hier ausser Kontrolle gerät und die Angst vor einer Kreditkrise sich ausbreitet - und das wird sie wohl, wenn der Ölpreis zu schnell und hart wie im Crash weiter fällt - dann haben wir ein Problem.

Das ist das, was letzte Woche die Indizes aus der ansonsten ganz eindeutigen Seitwärtsbewegung nach unten gedrückt hat. Lange haben sich S&P500 und selbst der DAX mit seiner 10.500er Zone dagegen gewehrt, aber spätestens am Freitag, wurde diese erdrückende Last zu viel.

So stieg die Volatilität am Freitag drastisch und die Quote der Absicherungen auf High Yield Anleihen schoss durch die Decke.

Ganz hervorragend, wird das auch diese Woche mal wieder bei -> The Fat Pitch <- dargestellt, diese wöchentliche Betrachtung ist einfach ein "Must Read" jedes Wochenende. Darin wird auch das folgende Bloomberg Chart gezeigt, das die Dramatik vom Freitag eindrucksvoll verdeutlicht:

panic in HY

Und so sieht der S&P500 nun in Folge aus:

S&P500 13.12.15 W

Und das ist doch noch aller Ehren Wert! Aus Jahressicht ist eigentlich noch gar nichts passiert. Das zeigt erneut, wie stark der Index ist und dass eine Seitwärtsbewegung ohne diese sich anbahnende Kreditkrise fast sicher gewesen wäre.

Aber in der kürzeren Betrachtung mit Tageskerzen sieht man, dass der Index am brutalen Freitag die Seitwärtsbewegung fast verlassen hat und ein niedrigeres Tief generiert hat:

S&P500 13.12.15 T

Das ist durchaus gefährlich. Hier braucht es also nun ein schnelles Reversal. Aber selbst jetzt, ist eigentlich noch nichts passiert, wenn der Index nun schnell wieder dreht und das zur Bärenfalle macht.

Womit sich die für uns entscheidende Frage stellt, wird das wirklich eine Bärenfalle? Haben wir gerade eine geniale Kaufgelegenheit in die FED und Jahresendrally hinein vor uns?

Die verrückte Antwort ist: Die Chance auf taktische, kurfristige Gewinne auf der Long Seite, ist kommende Woche wahrscheinlich so gross, wie seit dem 24.08. und 02.10. diesen Jahres nicht mehr! Den ganzen November hindurch bis Anfang Dezember, war ich eher skeptisch und nur mässig am Markt interessiert, Sie wissen ja, wie oft ich zum Beispiel zum DAX gesagt habe, dass ich dem eigentlich nicht mehr so furchtbar viel zutraue.

Aber nun bin ich hellwach, denn nun laufen wir wieder auf so einen Punkt zu, an dem Chancen und Risiken sehr hoch sind. Dass es am 24.08. und 02.10. jedes Mal zur Auflösung nach oben gelangt hat, heisst aber nicht, dass dieses Mal das Gummiband nicht doch reissen kann.

Doch, irgendwann wird das Gummiband mal reissen und alle Bullen dumm aus der Wäsche schauen. Wir stehen jedes Mal an so wichtigen Punkten wieder vor dieser quälenden Frage.

Und nie - wirklich nie - sind am Markt grosse Chancen ohne grosse Risiken zu haben. Auch dieses Mal nicht.

Was spricht also konkret für eine Bärenfalle und damit für eine Rally nach der FED?

  • Die Saisonalität. Schwäche in der ersten Dezember-Hälfte ist durchaus normal, auch in diesem Umfang. Nun kommt die zweite, typischerweise starke Hälfte.
  • Die FED. Die wird alles tun, um den Dollar herunter zu reden und nicht noch Öl ins Feuer zu giessen.
  • Das Sentiment, das nun sehr sauer geworden ist.
  • Das massive Hedging, das zum Beispiel oben im Chart von Bloomberg zu sehen ist. Wer abgesichert ist, verkauft nicht mehr, womit der Abwärtsdruck abflaut.
  • Am Wochenende kamen -> Hoffnungszeichen aus China <-, die den Indizes und speziell dem DAX helfen werden.

Die Wildcard ist der Ölpreis. Der darf nicht brutal weiter fallen, sondern muss nun Halt machen. Und das Risiko einzelner Pleitemeldungen aus dem Fracking-High-Yield Bereich, die dann eine Panik-Welle auslösen.

Und noch eine Wildcard, die in meinen Augen eine Katastrophe wäre: Wenn die FED doch wieder kalte Füsse bekommen sollte. Denn wenn sie nun wieder zurück zuckt, wird das als Eingeständnis grosser Probleme verstanden werden und nach kurzer Freude, wohl zu massiver Verunsicherung der Märkte führen. Aber ich rechne nicht damit, dass Yellen den Fehler von September noch einmal macht. Sie muss jetzt erhöhen UND sofort ganz viel weisse Salbe verstreichen, um zu beruhigen. Diesen Weg halte ich nun für "alternativlos", um dieses bescheuerte und missbrauchte Wort auch mal zu verwenden.

Jetzt wollen Sie natürlich von mir wissen, was von den beiden Alternativen uns zum Jahresende bevor steht. Bärenfalle oder Kreditkrise?

Und natürlich kann ich es Ihnen nicht mit Bestimmtheit sagen. Denn ich weiss nicht, was der Ölpreis macht. Und ich weiss nicht, ob nicht am Montag schon Pleiten durch die Presse laufen, die Angst und Schrecken und Margin Calls verbreiten. Auch hier verweise ich auf einen guten Artikel, den EQTrader schon gestern verlinkt hat: -> A junk bond fund freezes out investors <-.

Aber ich kann Ihnen ein grobes Gefühl geben, wie ich am Anfang dieser wichtigen Woche unter Würdigung aller Umstände die Wahrscheinlichkeiten einschätze und das ist ganz ähnlich, wie ich es vor dem 24.08. empfunden habe.

Ich würde Stand Heute, Sonntag Abend, sagen: 60-70% für die Bärenfalle und eine Rally, die um die FED herum einsetzt. 30-40% für die Kreditkrise, die gerade los geht und sich ausbreitet.

Wobei es gut möglich ist, dass die Angst am Montag und vielleicht auch am Dienstag noch ihre Urstände feiert. Aber je stärker der Markt sich nun vor der FED nach unten überdehnt, desto grösser wird letztlich die Chance des zurück schnappenden Gummibandes.

So sehe ich die Lage, mit der wir in diese wichtige Woche hinein gehen.

Ach ja, Mario Draghi redet am Montag mal wieder um 12 Uhr. Vielleicht kommt ein erneuter Versuch, dem Euro doch noch die Richtung nach unten zu geben. Und am Dienstag ist bei uns der ZEW mal wieder dran. Am Donnerstag haben wir dann hier den IFO und den Philly Fed in den US. Und am Freitag eben OpEx.

Ansonsten sind alle Augen auf die FED und die Entwicklung einer möglichen Kreditkrise gerichtet. Auch unsere.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

PS: Als Vorankündigung:

Wie die meisten von Ihnen, wird auch dieser Blog über die Feiertage für zwei Wochen in den Ferienmodus gehen und zwar konkret vom Montag 21.12.15 bis Sonntag 03.01.16. Das bedeutet dieses Mal, dass es keine Artikel gibt, auch keine Marktberichte. Wobei, ein paar Artikel gibt es vielleicht schon, die aber nach "Lust und Laune" zwischendurch zu grundsätzlichen Themen, ohne dass Sie da fest mit etwas rechnen sollten.

Die tägliche Aktualität, muss in den zwei Wochen aber mal ruhen. "Normal" passiert an diesen Tagen des Jahresendes aber auch nichts mehr an den Börsen, ausser dass der Markt ruhig hoch schiebt. Weswegen man auch gut mal Abstand halten kann. Aber was ist im Moment am Markt schon noch normal? 😉

Ab 04.01.16 geht es hier dann - hoffentlich gesund, erholt und voller Tatkraft - wieder los.

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Trade with Carl II – Short Junk Update



Wir hatten ja zuletzt zwei "Trade with Carl" Szenarien. Bei Freeport McMoran muss "Carl" nach sehr gutem Beginn noch etwas üben. 😉
Immerhin kontrolliert er nun aber auch 2 Sitze im Board.

Fairerweise muss man aber auch feststellen, dass wenn der Basispreis so radikal fällt wie Kupfer in Dollar, auch das beste Management mit den besten Absichten und Ideen ein massives Problem hat.

Carl Icahn kann als aktiver Investor dafür sorgen, dass Unternehmen ihr Geld nicht verprassen, nicht als Boni vergeuden und sich wieder auf das Wohl der Aktionäre konzentrieren. Aber den Kupferpreis am Weltmarkt, kann auch er nicht hochbeten.

Wir hatten aber einen zweiten "Trade with Carl", der genau genommen der erste war. Den habe ich im Sommer in der "Idee des Tages" vom Mittwoch 29.07.15 10:10 vorgestellt und bei dem dreht es sich um einen Short auf die Junk-Bonds, den Carl Icahn damals zu Recht als "No Brainer" bezeichnete.

Und das war er bisher auch, der Trade wurde ein Erfolg, schauen Sie selber mal:

JNK 18.11.15

Wirklich bemerkenswert finde ich aber noch etwas anderes und das ist der Grund dieses Posts. Denn der "Junk-Indikator" hat ja in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, um Stress im Finanzsystem über Probleme im Kreditmarkt zu indizieren.

Denn wenn Kredite nicht mehr so gerne vergeben werden und Pleiten drohen, merkt man das an den Renditen der Wackelkandidaten am schnellsten.

Und was das langfristige Chart des JNK hier indiziert, muss einfach nachdenklich machen:

JNK 18.11.15 2

Nun kann man argumentieren, dass der Indikator nicht mehr richtig funktioniert, weil durch den abschmierenden Ölpreis hier vor allem die Fracking-Industrie Probleme hat und sich in diesem Indikator zeigt. Und weil man daher keine Schlussfolgerungen für das generelle Geschäftsklima mehr daraus ziehen kann.

Da ist was dran, denn die Fracking Unternehmen sind teilweise Teil des JNK ETFs. Trotzdem hinterlässt dieses Chart bei mir einen sehr faden Nachgeschmack.

Irgend etwas ist nicht in Ordnung im Staate Dänemark, das zumindest, signalisiert dieses Chart. Und Carl Icahn hatte recht, das war ein "No Brainer".

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Hari Live – Archiv 22.02.15 – 28.02.15

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Hari Live - Archiv 22.02.15 - 28.02.15

Freitag 27.02.15 16:40 - S&P500 Marktlage und Wochenabschluss

Vor dem Wochenende, werfe ich mit Ihnen noch einen kurzen Blick auf das Chart des S&P500 mit Stundenkerzen:

S&P500 27.02.15

Und nichts in diesem Chart, wirklich nichts, deutet hier bisher darauf hin, dass wir hier etwas anderes sehen, als eine klassische bullische Konsolidierung, vor dem nächsten Schub.

Die 2140, die sich in der Sicht mit Tageskerzen als logisches Bewegungsziel ergeben, bleiben also für Anfang März weiter fest auf dem Radar. Und erst danach, während die FED Sitzung näher kommt, wird sich der Markt wohl die Frage beantworten, ob er hier mal etwas deutlicher konsolidieren will oder wieder nicht. Reif für eine Korrektur ist der Markt nun allemal, aber das muss nichts heissen und deswegen bleiben wir auch dabei - abgesichert und ohne übergrosses Risiko zwar, aber dabei.

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Hari Live – Archiv 25.01.15 – 31.01.15

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Hari Live - Archiv 25.01.15 - 31.01.15

Freitag 30.01.15 21:20 - Nachtrag 2: Öl Squeeze

Dieser wahnsinnige Markt lässt einem auch Freitags Abends keine Ruhe. Da ist er, der gewaltige Short-Squeeze bei Öl, auf den man Monate gewartet hat. Gegen 19:40 Uhr setzte er ein. So weit ich das überblicken kann, ist das mit aktuell 7% das stärkste Plus seit dem Sommer.

WTI 30.01.15 2

Auslöser? Ich kann gerade keinen sehen, will aber nun auch nicht mehr forschen. So ein Squeeze hat auch oft keine fundamentale Logik, er ist einfach fällig, wenn der Markt zu überdehnt ist. Und dann reicht ein Funken, um das Feuerwerk in Gang zu setzen.

Ob das über den Tag hinaus Bedeutung hat, wird uns das Retracement sagen. Warten wir also Anfang kommender Woche ab.

Von der Aussage, dass hier eine volatile Seitwärtsphase viel wahrscheinlicher ist, als ein schneller Rebound in alte Kurshöhen des Sommers, bin ich nach wie vor überzeugt.

Jetzt aber wirklich: Schönes Wochenende!

Freitag 30.01.15 18:30 - Nachtrag

Es ist keine Stunde vergangen, da geistert das durch die Presse: -> Bundesregierung bereit zu 20 Milliarden Hilfspaket für Griechenland <-.

Meine Skepsis, was die Standfestigkeit unserer Politik angeht, war mehr als gerechtfertigt.

Da bleibe ich auf jeden Fall völlig sprachlos zurück. Die Botschaft, die damit in die Eurozone gesendet wird lautet: man kann uns beschimpfen, bespucken und anklagen, wir zahlen trotzdem. Der Markt mag es natürlich, das ist klar.

Wenn etwas den Euro und am Ende Europa zerstört, dann in meinen Augen so eine Politik. Es ist bei Ländern und gesellschaftlichen Gruppen, wie bei hyperaggressiven Kindern: wenn man bei allem Verständnis und Entgegenkommen, keine Grenzen zieht und es keine Konsequenzen gibt, wird alles immer schlimmer!

Ich wende mich mit Grausen ab.....

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Hari Live – Archiv 10.08.14 – 16.08.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 10.08.14 - 16.08.14

Freitag 15.08.14 20:50 - Apple, Markt & Ukraine

Ein kurzer Hinweis doch noch, an so Tagen werden ich dann durch die Ereignisse doch wieder stärker in den Markt gezogen, als ich eigentlich will.

Ich habe heute einen riesig grossen (500M) Buying-On-Weakness Print für Apple bemerkt, solange die Aktie noch im Minus war. Danach war er mangels "Weakness" dann verschwunden.

Das grosse Geld scheint also weiter jeden Dip bei Apple zum Akkumulieren zu nutzen.

Und der S&P500 arbeitet seine Verlust nach dem Einschlag wieder auf und steht schon wieder bei 1953 und damit nicht mal ein Prozent unter dem Stand vor dem Einschlag. Der DAX Future dagegen steht weiter 200 Punkte tiefer in Schockstarre.

Im Nachhinein ist diese Nachricht aus der Ukraine auch einfach nur merkwürdig, vor allem weil sie sich auf Ereignisse in der letzten Nacht bezieht. Warum kommt die also am Freitag Nachmittag um 16:40 Uhr in den Markt und dann so, als ob offener Kampf zwischen russischen und ukrainischen Einheiten ablaufen würde? Da wird von beiden Seiten ein übles Spiel mit der Wahrheit gespielt.

Die russischen Behauptungen, dass das alles nur Phantasterei sei, sind in meinen Augen ebenso unglaubwürdig, wie einiges was ich hier im Westen lesen muss. Denn ganz klar und offensichtlich ist bei gesundem Menschenverstand, dass die Separatisten ohne Unterstützung von russischer Seite nie diese Stärke, Ausrüstung und militärische Ordnung in kürzester Zeit hätten aufbauen können. Ich brauche also keine Bilder von fahrenden russischen Panzer um mit hoher Wahrscheinlichkeit zu wissen, dass da Unterstützung und Nachschub läuft und die Behauptungen der Separatisten, man habe nur ukrainische Depots geplündert sind wenig glaubwürdig, zumal die meisten Anführer Russen sind bzw waren und ihre Verbindungen ins russische Militär und russische Geheimdienste haben.

Von wem genau diese Unterstützung kommt und ob Sie von "ganz oben" exakt geplant oder nur toleriert wird, ist unklar. Aber anzunehmen, dass sich so eine militärische Schlagkraft von alleine "mal eben" organisiert, ist für mich ebenso surreal, wie der Glaube, dass wir es in der Kiewer Regierung nur mit "lupenreinen Demokraten" zu tun hätten.

Für mich wird hier also von allen Schlafwandlern auf allen Seiten mit mehr oder weniger gezinkten Karten gespielt und die russische Unterstützung der Separatisten auf ukrainischem! Staatsterritorium ist ebenso offensichtlich, wie die dummdreiste Eskalation der Lage, an der westliche Politik ihren Anteil hat.

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