Hari Live Stream 14.12.20

Weiter berechenbar ZH2

Der Markt verhält sich am Anfang dieser Woche weiter berechenbar. Ein Ende der Konsolidierung war anzunehmen und genau das haben wir heute bisher bekommen:

Es gibt keinen Grund in einen Markt, der so berechenbar agiert, irgendetwas hinein zu interpretieren. Geniessen wir es vielmehr, an dem Tag an dem uns der Markt nach unten wirklich überrascht, an dem Tag werden wir aufwachen und das ist dann auch rechtzeitig.

Auch die Marktbreite stimmt weiter

Siehe -> hier <-:

How strong is market breadth? Nasdaq & NYSE composites have both achieved extreme levels of participation. What happens next? Further strength, if history is any guide.

IPO Boom 2020

In Ergänzung zu meinen Worten im Wochenausblick auch noch -> dieses Chart <- veröffentlicht im Daily Shot:

Wir sehen den starken Anstieg, sind aber weit unter 2000er Niveau und gleichzeitig haben die IPOs weit mehr Substanz. Spekulative Übertreibung Ja, grundlegendes Problem Nein!

Aktien des Tages ZH3

Zillow Group (ZG)

ZG war -> hier letzten Mittwoch <- dabei, als die Aktie gerade nach oben ausbrach. Das hat sich überzeugend fortgesetzt:

Alexion Pharmaceuticals (ALXN)

Schub nach Übernahmeplan durch AstraZeneca:

Paypal (PYPL)

Ausbruch voraus?

ArgenX (ARGX)

Diverse Biotech-Werte werden durch den Alexion-Deal heute beflügelt, hier ein Beispiel:

Cameco (CCJ)

Die Wiederentdeckung von Uran sollte nicht unbemerkt bleiben:

Biotech Rally ZH5

Ganz generell sollte auch die Biotech-Rally nicht unbemerkt bleiben, die bei den beiden ETFs IBB und XBI zu markanten Ausbrüchen geführt hat.

Covid wirkt auch hier als Beschleuniger, so hat zB der Erfolg der RNA-Impfungen gleich einen Vertrauensschub auch für andere innovative Methoden zur Folge. Die Pandemie zeigt den Anlegern, dass der Fortschritt im Sektor echten Mehrwert für die Menschheit liefert.

Ganz generell entstehen Kurse ja immer aus einer Mischung von Erwartungen rund um die Einzelaktien, Erwartungen an den Markt als Ganzes und eben auch Erwartungen an den Sektor generell. Die Pandemie sorgt dafür, dass die Erwartungen an den Biotech-Sektor und seine langfristigen Chancen ganz generell bei den Anlegern steigen. Covid hebt hier sozusagen die Stimmung. 😉

Der 2021 Emerging Market Trade ZH4

Üblich und normal ist, dass die Emerging Markets in einer Krise schwächer sind als die entwickelten Märkte, inbesondere als die US Märkte. Das hat neben in den Währungen liegenden Gründen auch mit der "Repatriierung" von Geldern in der Krise zu tun und die Gelder der Wallstreet dominieren eben nachwievor die Märkte. Wenn sozusagen die "Kacke zu dampfen beginnt", werden Positionen irgendwo in der Welt schneller aufgelöst, als die Basispositionen bei AAPL und PG. Das ist halt so.

Insofern - unter der Annahme dass das Virus im Verlauf des Jahres 2021 langsam weniger wichtig wird - erscheint ein relativer Aufholeffekt der Emerging Markets naheliegend für 2021. Und auch die Korrelation EEM/SPY steht klar "vor dem Sprung".

Das Gegenargument ist, dass dieser "Trade" bei vielen Fondsmanagern schon angekommen ist, also schon Mainstream ist. Aber ist er deswegen wirklich schon voll durchgelaufen? Ich glaube nicht:

Triple Plus Plays ZH3

Es gibt viele Wege die Aktien zu selektieren, mit denen man handeln möchte. Eine der naheliegendsten und besten Möglichkeiten ist aber der Kauf von "Stärke" - das habe ich ja hier schon gebetsmühlenartig wiederholt.

Nur was ist "Stärke"?

Auch das kann man vielfältig interpretieren, eine Möglichkeit für Trader sind aber die "Triple Plus Plays", also Aktien, die gleichzeitig:

  1. nach Zahlen ihre Gewinnschätzungen erhöht haben
  2. starke Price Action (also Charts) haben
  3. und eine starke fundamentale Untermauerung bzw Story besitzen

Der ideale Zeitpunkt solche Aktien auf der Long-Seite zu spielen ist nachdem sie frische Quartalszahlen geliefert haben, die den Kriterien entsprechen. Denn dann beginnt etwas, was ich schon oft als "Post Earnings Drift" beschrieben habe.

Auch das ist natürlich keine Garantie, aber es erhöht die Chancen für weitere relative Stärke ungemein.

Hier sind mit Teradyne (TER) und II-VI Incorprated (IIVI) zwei weniger bekannte Aktien als reine Beispiele, die Quartalszahlen sind markiert:

Heterogen aber gesund ZH1

Der Markt gibt die Anfangsgewinne ein wenig ab, echter Abwärtsdruck ist aber nicht zu sehen:

Im Gesamtbild ist der Markt heute heterogen und differenziert, was positiv ist und die Tür für weitere Gewinne offenhält:

Ich schliesse damit, morgen vormittag kommt doch ein Artikel zu einem gesellschaftlichen Thema, der als kürzerer Kommentar zu einem Artikel begonnen wurde, mir dann aber so "aus der Feder geflossen" ist und zum vollwertigen Artikel wurde.

Wie im -> Weihnachtsgequassel <- gesagt, kommt dann am Mittwoch eine Leseliste von nun 8 Artikeln, teilweise von mir kommentiert und am Donnerstag eine Art Kurzausblick bis Weihnachten und zum Jahreswechsel.

Und dann bin ich mal 2 Wochen weg und schaue nicht auf die Märkte. Das Jahr 2020 war hochprofitabel für mich, ein dickes zweistelliges Plus steht im Gesamtsaldo zu Buche und da brauche ich nicht noch auf die 1-3% schielen, die vielleicht noch bis Jahresende zu holen sind.

Auszeiten sind auch wichtig, weil sie die Grundlage dafür generieren, dass man danach wieder *beherzt zupacken" kann und das habe ich in 2021 vor. Auch der Energiehaushalt will gepflegt werden und wann wenn nicht über Weihnachten, will man mal richtig abschalten?

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Große Gewinne mit kleinen Aktien



Sie kennen mein Basismodell für den weiteren Verlauf diesen Jahres, ich habe es erst letzten Donnerstag in -> Wir werden alle sterben! <- wieder dargelegt:

Begrenztes Korrekturrisiko jetzt, gefolgt von höheren Kursen und einer Fortsetzung im 2. Halbjahr.

Das ist das Grundmodell, mit dem ich persönlich operiere, bis mich der Markt von einer anderen Sicht überzeugt.

Die Trumpsche Überraschung von Sonntag und die beeindruckende Stärke, mit der der Markt gestern darauf reagiert hat, unterstreicht auch, dass das Korrekturrisiko begrenzt erscheint und höhere Kurse im Jahresverlauf wohl vor uns liegen.

Sicher, der Markt ist weiter korrekturreif und der Handelskonflikt ist für Volatilität und eine tiefere Korrektur gut. Aber selbst eine 5-8% Korrektur wäre nichts Schlimmes und im Gesamtbild nach dem Anstieg seit Weihnachten noch ziemlich normal.

Bewusst habe ich in obigem Artikel auch einen Post von -> Mark Minervini <- verlinkt, denn da steckte noch eine andere Botschaft darin, die heute Thema sein soll:

In the short-term, sentiment is a bit overheated and the market indexes need to cool off. However, the best buying opportunity for individual names has yet to occur; we are likely to see the small and mid-cap area come to life. A pullback in the S&P should be contained to 5-8%.

Minervini redete also einer kommenden Rally der mittleren und kleinen Werte das Wort und das ist typischerweise tatsächlich so in einem Zyklus.

Um das zu visualisieren, habe ich weder Kosten noch Mühen gescheut 😉 und Ihnen eine Darstellung gebaut, die für Sie als Tradingview-Nutzer vielleicht auch Neuland ist.

Sie können nämlich bei Tradingview einfach zwei Assets nehmen und die mit einem Slash beispielsweise als DAX/SPY eingeben. Dann bekommen Sie das Chart des Quotienten (der Korrelation) aus DAX durch den SPY, der Kursverlauf dieses Quotienten ist also dann oben, wenn der DAX relativ stärker ist und unten, wenn der DAX relativ schwächer ist, als der SPY.

Nun habe ich mich ja lange über den gruseligen DAX beklagt, habe aber zuletzt besondere Aufholchancen bei ihm kommuniziert. Da wollen wir doch mal schauen, ob diese Darstellungsmethode das tatsächlich richtig darstellt und meine Einordnung bestätigt:

Wir sehen, wie richtig diese negative Sicht auf den DAX in den letzten Jahren war, obwohl der DAX noch den Bonus der inkludierten Dividenden besitzt, befand er sich seit 2015 zum SPY im Abwärtstrend, der seit einem Zwischenhoch 2017 gnadenlos nur abwärts führt. Nun aber, besteht die Chance auf einen Doppelboden und die Wende.

Sie sehen, die Darstellung ist sehr aussagekräftig. Und nun schauen wir mal auf den IWM, den ETF des Russell2000 im Verhältnis zum SPY, dem ETF des S&P500.

Das ist also die Darstellung die aufzeigt, wann die großen und wann die kleinen Aktien historisch besser gelaufen sind. Hier ist das eindrucksvolle Ergebnis:

Die lila Pfeile markieren jeweils markante Tiefs im Markt, Sie können an jedem der Pfeile im S&P500 einen Boden finden. Und die lila Geraden zeigen die Überperformance der SmallCaps danach.

Das heisst, es ist ganz typisch, dass in einer Krise die kleinen Aktien besonders verprügelt werden. Und es ist auch typisch, dass diese erst in der zweiten Phase einer Rally so richtig zur Form auflaufen.

Nun kann man sagen, dass die aktuelle Entwicklung des Jahres 2019 komisch sei, weil der Russell2000 nicht sofort aufholt. Das hatten wir aber auch 2011-2012 schon, wenn Sie genau hinschauen und selbst 2009 war das ansatzweise der Fall.

Mark Minervini hat also Recht und einen Punkt. Wenn dieser Markt den Bullenmarkt fortsetzen sollte, kommt die Zeit der besonderen Gewinne in den kleinen und mittleren Aktien ernst noch! Da können wir uns also die Hände reiben und eine Korrektur vorher, wäre fast ein Geschenk.

Und auch wenn wir uns einfach das Chart des IWM im Weekly anschauen, springt uns die Chance ins Auge. Das habe ich Ihnen schon gestern gezeigt:

Vergessen wir diese Chance also nicht und abgesehen von dieser Erkenntnis, spielen Sie doch mal selber mit so Korrelationen zwischen zwei Assets herum - da gibt es ganz interessante Erkenntnisse.

Ihr Hari

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Investmentgrundlagen – Vom Hedging



Ich möchte heute an die -> Investieren ist so einfach <- Thematik des Doppelartikels anschliessen.

Vielleicht haben Sie diese Artikel ja zum Anlass genommen, sich nun ein ähnliches Depot zurecht zu legen, haben bewusst Aktien ausgewählt, zu denen Sie eine dauerhafte "Investment-Beziehung" aufbauen wollen und stehen nun vor der Frage, ob Sie das einfach im Sinne "Buy and Hold" laufen lassen sollen, oder aber vielleicht doch mit einer einfachen Methodik automatisch absichern wollen, wie ich sie zum Beispiel anhand der gleitenden Durchschnitte in -> Investmentgrundlagen - Vom Dabeibleiben <- beschrieben habe.

Aber da gibt es ja noch eine Methodik, von der Sie bei mir immer wieder zwischen den Zeilen lesen, dem "Hedgen". Das hört sich ja eigentlich wie der heilige Gral an, nach oben ist man ruhig im Sinne "Buy and Hold" dabei und wenn es mal ruppig wird, profitiert man sogar durch gegenläufige Shorts. Ach wäre das schön. 😉

Zunächst einmal werden viele neue Mitglieder sich aber auch fragen, was dieses "Hedgen" denn überhaupt ist und dann kann ich Sie nur dringend bitten, den Artikel -> Wat is ene Hedge <- aus dem Sommer letzte Jahres noch einmal intensiv zu lesen, denn da steht alles drin, was Sie als Grundlage verstehen müssen.

Wie ich überhaupt an dieser Stelle noch einmal eindringlich daran erinnern will, dass eine Unmenge wichtiger Erklärungen und Hintergründe hier schon zu vielen Themen geschrieben wurden und man nicht alles x-mal wiederholen kann. Bitte lesen Sie sich mal durch den Bereich Wissenswertes durch, der -> hier <- als zentrale Referenz zusammen gefasst ist.

"Eigentlich" habe ich das Thema "Hedging" also schon ausreichend erklärt, aber "eigentlich" heisst eben nicht, dass alle auch wirklich die gedankliche Verknüpfung zum Investmentthema schon hergestellt haben. Manchmal liest man Dinge auch einfach, ohne die Konsequenzen zu durchdringen und es bedarf des Beispiels. Und deswegen will ich das heute am Beispiel dieses 10er Depots mit 10 Aktien mal ganz konkret tun.

Nehmen wir also an, Sie haben sich so ein 10er Investment-Depot zusammengestellt, wie im Artikel "Investieren ist so einfach" dargestellt.

Und nun wollen Sie nicht mit automatischem Rein und Raus über eine fixe Logik operieren, sondern Sie wollen das Depot laufen lassen, aber wenn es ala Lehman 2008 mal wieder ganz "dicke" kommt, ihre Risiken im Depot neutralisieren, ohne das Depot aber durch Verkauf der Einzelpositionen zu verkleinern oder aufzulösen. Prinzipiell geht das, dann sind Sie im Geschäft des Hedgings.

Denn im einfachsten Fall bilden Sie nun kurz vor Lehmann eine ebensogrosse Gegenposition gegen Ihr Depot, die ihr Depot damit im Saldo neutralisiert und schützt.

Was könnte diese Gegenposition sein?

Praktisch alles, mit dem Sie Short gehen können.

Es macht ja keinen Sinn, jede einzelne Aktien nun Short ins Depot zu tun, dann könnten Sie Ihre 10 Aktien auch direkt verkaufen. Sinn macht Hedging, weil sie ein grosses Depot aus Einzelwerten nur mit *einer* Gegenposition absichern.

Diese Gegenposition kann sich natürlich nie völlig identisch zu Ihren 10 Aktien entwickeln, aber sie kann näherungsweise invers laufen. Was dabei die ideale Basis ist, kann man nicht pauschal beantworten, sondern hängt vom Depotinhalt ab. Aber nehmen wir mal an, Sie hätten viele US Bluechips im Depot, dann wäre der DOW oder der S&P500 sicher eine sinnvolle Gegenposition.

Sie könnten also einen CFD auf den S&P500 als Gegenposition wählen, in dem Sie Short gehen. Das wäre (nach dem direkten Short auf einen ETF wie den SPY) die zu präferierende Wahl, weil CFDs sehr kostentransparent sind, einfach zu handhaben sind und keine unsichtbaren, intransparenten Zeitverluste kennen wie Short-ETFs oder Optionsscheine. Sichtbar sind bei CFDs die Finanzierungskosten, die aber eben separiert als Kosten ausgewiesen werden und daher gut zu überblicken sind.

Sie könnten aber auch einen Short ETF auf den S&P500 kaufen, müssen aber beachten, dass der im Jahresverlauf durch die inneren Finanzierungskosten einen erheblichen Zeitwertverlust hat.

Sie könnten aber auch einen klassischen Optionsschein auf den S&P500 kaufen, auch der hat aber einen markanten Zeitwertverlust während der Laufzeit, der Optionsscheine für längere Zeiträume - zb über fast ein Jahr während der Lehman-Krise - eher unbrauchbar machen.

Und Sie könnten direkt auf einen ETF wie den SPY Short gehen, wenn Sie einen Broker wie IB haben, der das auch erlaubt, Sie könnten des weiteren echte Optionen schreiben, Sie könnten Zertifikate nutzen, Sie könnten im Future Short gehen usw.

Es gibt viele Möglichkeiten um Short auf einen Index zu gehen, für das Beispiel hier, will ich mich auf etwas konzentrieren, das der normale Anleger in Deutschland mit einer Direktbank kennt: CFDs, ETFs und Optionsscheine.

Ich betone erneut, dass ich persönlich von Optionsscheinen und Short-ETFs eher die Finger lassen würde, oben habe ich angedeutet warum, das im Detail zu begründen ist aber ein anderer Artikel und war im Übrigen auch schon Thema im Blog.

Und fortgeschrittene Anleger nutzen sowie richtig gehandelte Termin-Kontrakte wie Optionen oder Futures, die lasse ich hier aber auch mal beiseite, weil diese dem normalen "Direktbank-Anleger" nicht bekannt sind.

-> Siehe Ergänzung 2020 am Ende des Artikels

Was heisst dabei "ebensogross"

Ganz einfach, Sie wollen Ihr Depot ja neutralisieren. Nehmen wir mal an, Ihr Depot ist in Summe 100.000USD schwer. Dann muss Ihre Gegenposition ungehebelt auch 100.000USD schwer sein. So einfach.

Heisst konkret beim CFD, da der S&P500 derzeit bei 2.325 steht, dass Sie mit 43 Konktrakten auf den S&P500 Short gehen. Ganze einfach weil 43*2.325 = ca. 100.000 ist. Je nach Margin müssen Sie dafür nur einen Bruchteil tatsächlich in die Hand nehmen und da Sie hier ja eine gegenläufige Position bilden, ist das Margin Risiko auch nicht so gross wie es aussieht, denn in dem Masse wie Ihr CFD fällt, wird ja Ihr Depot steigen.

Heisst konkret beim Short-ETF, dass Sie noch einmal 100.000USD in die Hand nehmen müssen, um in der Höhe Short zu gehen. Der Nachteil ist offensichtlich und das macht selten Sinn. Bei einem 2x Short ETF sind es dann halt "nur" 50.000USD

Heisst konkret beim Put Optionsschein, dass nun der "effektive Hebel", das "Omega" wichtig wird. Nehmen wir an, Ihr Schein hat ein Omega von 5, dann müssten Sie also 20.000 in einen Put-Optionsschein stecken, um das Depot zu 100% abzusichern.

Und wann löse ich den Hedge wieder auf?

Na theoretisch ganz einfach, wenn "Lehman" wieder vorbei ist.

Wenn wir uns vorstellen, dass Ihr Depot von dem Moment an, wo Sie den Hedge eingeführt haben, durch das Lehman Desaster noch einmal um 30% gefallen ist, dann sollte Ihr Hedge in der gleichen Zeit - abzüglich ein paar Finanzierungskosten - um näherungsweise 30% gestiegen sein.

Im Saldo haben Sie also das Gleiche erreicht, wie wenn Sie alle Aktien vor Lehmann verkauft hätten, nur mit dem grossen, positiven Unterschied, dass Sie eben unzählige wohl selektierte Einzelaktien nicht einzeln verkaufen mussten, sondern mit "einem Fingerschnippen" Ihre Absicherung temporär scharf geschaltet haben und nach dem Problem wieder aufgelöst haben. Für grosse, diversifizierte Depots, ist das Hedging also eine geniale und unverzichtbare Methodik, um Markttiming und Absicherungsgeschäfte handhabbar zu machen.

Die Verheissung hört sich doch also toll an. Nach oben voll dabei und dann mit einem "Fingerschnippen" neutralisiert sein und Lehman gelassen zu sehen. Idealerweise in beide Richtung verdienen. Wunderbar!

Sie ahnen schon, was nun kommt, denn was sich zu einfach anhört, kann am Markt nicht wahr sein.

Warum ich Ihnen trotzdem davon abrate zu "hedgen", ausser Sie sind ein sehr erfahrener "Markttimer"

Ganz einfach. Was ist dieser Vorgang des "Hedgings" denn? Sie bauen eine grosse, direktionale Marktposition auf, die vom Timing her sitzen sollte. Punkt.

Und nun sagen Sie mir mal, was der Unterschied dazu ist, nun mit einem S&P500 ETF über 100.000USD Long zu gehen und dann mit Gewinn auszusteigen? Eben - keiner.

Nein, noch schlimmmer, einen Short gut zu treffen ist *schwieriger* als einen Long-Trade, weil es abwärts eben schneller und abrupter geht.

Und viele sind dann auch mit der Größe der Position überfordert, die dann vielleicht ins Minus läuft und Ängste auslöst. Viele Gehirne sind dann damit überfordert, dieses "Minus" mit dem "Plus" der Aktien aufzusaldieren und gelassen zu bleiben.

Heisst konkret und das schreiben Sie sich bitte "hinter die Ohren":

Nur wer auf der Long-Seite grosse Positionen zuverlässig Timen kann, kann Hedges sinnvoll einsetzen.

Denn ein Hedge ist eben nichts anderes als eine grosse, direktionale Position mit Timing.

Und können Sie zuverlässig grosse Positionen auf der Long-Seite timen? Wenn nein, lassen Sie bitte die Finger vom Hedging, das gehört zu den "Stufe 2" Tools derer, die sozusagen mindestens -> Knappe sind und nicht noch Jüngling <-.

Nutzen Sie statt dessen erst einmal automatische Techniken, wie beispielsweise die genannten gleitenden Durchschnitte, die Ihnen die diskretionäre Timing-Entscheidung zuverlässig abnehmen.

Fakt ist: Das Hedging macht die Timing-Entscheidung nicht leichter.

Entscheidend ist nach wie vor die Frage, ob man den Punkt erkennt, an dem man handeln muss. Ob man an diesem Punkt dann seine Positionen komplett verkauft oder eine Gegenposition zum Neutralisieren kauft, ist eine rein technische Abwicklungsfrage.

Der Wert des Hedgings liegt auch primär in dieser technischen Thematik. Es ist eben einfacher und eleganter, bei einem grossen, diversifizierten Depot mit nur *einer* Gegenposition agieren zu können, statt das ganze Depot bewegen zu müssen. Es löst aber das Timing-Problem kein bischen.

So....

Und zum Abschluss sei noch erwähnt, dass man in einer weiteren Stufe natürlich noch viel intelligenter hedgen kann, als einfach 1zu1 gegenläufig wie oben beschrieben. Man könnte zwei Assets mit schwachen Korrelation nutzen, um zwar nicht voll abzusichern, aber doch für eine ausgewogenere Kursentwicklung der Summe zu sorgen. Man könnte komplexe Options-Techniken einsetzen. Und so weiter.

Das sind aber alles fortgeschrittene Themen und dazu muss man mehr über Korrelationen verstehen, dazu ist von Ihnen bisher wenig gekommen, lassen Sie uns also erst mal beim Verständnis der Grundlagen weiter machen.

Sie wissen schon Jüngling->Knappe->Ritter. 😉

Ihr Hari

Wichtige Ergänzung Januar 2020

Die Zeit vergeht und bitte beachten Sie die folgenden Ergänzungen.

Die Chance die großen US ETFs direkt zu Shorten, wurde uns leider durch Mifid-II verbaut, zu unserem Schutz heisst es, weil wir zu "doof" sind. 😛

Ich habe oben bewusst auch keine Optionen und Futures erwähnt, da diese eher fortgeschrittenen Anlegern vorbehalten sind und die brauchen dann keine Erklärung wie ein Hedge funktioniert.

Mittlerweile gibt es mit den -> CME Micro E-Mini Futures <- aber ein Vehikel, das Futures auch zum Normalanleger bringt und in meinen Augen *allen oben genannten Alternativen überlegen ist*, auch CFDs.

Bisher waren die Einzelgrössen selbst bei den E-Mini-Futures für Normalanleger zu groß weil schon sechstellig, mit den Micro-Futures hat man nun ein ideales Medium, das 23 Stunden am Tag echte Börsekursen stellt.

Wenn Sie ernsthaft über Hedging im oben beschriebenen Sinne nachdenken, informieren Sie sich bitte über diese Möglíchkeit.

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Vom Scheffeln und komplexen Korrelationen


Der Markt ist verwirrt, auf den Nenner muss man es wohl bringen. Die Arbeitsmarktdaten sind sehr gut, die Löhne steigen aber nicht, wie sie sollen. Das Eine indiziert weitere Zinserhöhungen, das Andere das Gegenteil. Ja was denn nun?

Diese Unsicherheit lässt sich gut am S&P500 sehen, der eine wilde Bewegung vollzogen hat und nun wieder bei der Nulllinie steht (Nachdem ich eine knappe Stunde später unten mit dem Artikel fertig bin, schon wieder weit darüber ;-= ) :

S&P500 04.03.16 2

Nicht viel passiert, ausser dass Unmengen an Stops zerfetzt wurden, so ist das manchmal an so Tagen, weswegen vor so Terminen enge Stops kein geeignetes Risikomanagement sind. Wenn man sich nicht sicher ist, die Swings auszuhalten, dann lieber vorher raus.

Viel klüger sind wir nun auch nicht, aber interessant ist das Zusammenspiel von Dollar und Gold.

Denn der Dollar ist vom Grunsatz her ein wichtiger Faktor, der invers auf den Goldpreis wirkt. Wir können im kurzfristigen Chart sehr schön sehen, wie EURUSD und XAUUSD parallel die Verwirrung nach den Arbeitsmarktdaten vollzogen haben.

Gold-EURUSD 04.03.16 1

Erst überwog der Eindruck der "zu guten" Daten, die die FED wieder auf den "Kriegspfad" bringen würden und das ist schlecht für Gold und gut für den Dollar, also schlecht für EURUSD.

Dann aber hat wohl der kritische Blick auf die Lohnentwicklung überwogen und die gegenläufige Bewegung ausgelöst, ein Blick auf -> Kommentare <- zum Thema zeigt, wie kontrovers die Interpretation wohl ist.

Nun könnte man ja meinen, dass Gold und Dollar immer invers schwingen, das ist aber nicht so. Der Dollar ist ein wichtiger Einflussfaktor auf Gold, aber nur einer. Schön zu sehen ist das im identischen Chart mit grösserem Massstab bis letzten Sommer zurück:

Gold-EURUSD 04.03.16 2

Wir sehen eine monatelange, langweilige Korrelation und dann, um Ende Januar herum, hat irgendetwas *Schnapp* gemacht, der Markt hat eine Charakteränderung vollzogen und seit dem geht das Gap massiv auf. Ich vermute den Gedanken der Negativzinsen hinter dieser Charakteränderung, der um diese Zeit durch Äusserungen von FED Mitgliedern, auch in den US angekommen ist. Aber letztlich ist das nur Spekulation.

Was aber keine Spekulation ist, ist der klare Blick darauf, was eine "Charakteränderung" des Marktes bedeuten kann. Merken wir uns das und unterschätzen die Gewalten nicht, die sich jetzt in Bewegung gesetzt haben.

Zu einzelnen Sektoren und Aktien ist stichpunktartig zu vermelden:

Viele der besprochenen Setups laufen und generieren erhebliche Gewinne.

Zu den Gold- und Silberminen, muss man ja wohl nicht mehr viel sagen. Besonders "heiss" erscheinen nun die bisher gegenüber den grossen Werten leicht zurück gebliebenen kleineren Miner & Explorer, die im GDXJ zusammen gefasst sind:

GDXJ 04.03.16

Die geraten nun so richtig in Bewegung. Aber Vorsicht, auch wenn man damit in den letzten Tagen jedes Mal überrannt wurde, irgendwann in den kommenden Tagen kommt hier eine ganz scharfe, schnelle Korrektur!

Der Zeitpunkt ist nicht vorher zu sagen und vorher kann es noch erheblich weiter hoch gehen. Ein gangbarer Weg, das notwendige Risikomanagement und den Willen dabei zu bleiben, bei so einer Bewegung unter einen Hut zu bringen, ist der Trailing-Stop mit genügend Abstand, der jeden Tag unter das letzte Bewegungstief nachgezogen wird.

Wenn man vermeiden will, hier ungesichert in eine 20% Korrektur zu geraten, muss man bereit sein, fest auf ca. 5-10% der Bewegung zu verzichten, weil man entsprechend einen Trailing-Stop mitschiebt. Und selbst das ist riskant, wenn die Korrektur mit einem Overnight-Gap einsetzt.

Aber so ist das halt, sonst wäre es ja zu einfach. Im Nachhinein ist immer gut schnacken und jeder denkt bei so einer Bewegung hinterher: "das war doch leicht, da Geld zu scheffeln!". Blödsinn, dummes Gerede von Ahnungslosen ist das! Es ist *verflucht schwer", dabei zu bleiben, wenn jeden Moment die Guillotine kommen kann. Verflucht schwer!

Und ohne ein bewährtes Risikomanagement, schafft man das nicht. Denn nur das Risikomanagement gibt dann die Ruhe dabei bleiben zu können.

Wenn Sie wissen wollen, wie ich das aktuell mache, ich habe hier keine Stops. Ich arbeite primär mit Positionsgrössen und die sind so gewählt, dass ich die 20% Guillotine zur Not ertragen könnte. Dazu kommt mein in Jahren aufgebautes Vertrauen in meine Fähigkeit, so rechtzeitig auf den Exit-Knopf zu drücken, dass die vom Hoch verlorenen Prozent auch nicht mehr sind als das, was ein Trailing-Stop erzeugen würde. Aber viele von Ihnen haben nicht die Präsenz wie ich und nicht die Erfahrung im täglichen Handel. Für die, ist der Trailing-Stop vielleicht das kleinere Übel.

So weit zum wilden Ritt im Gold- und Silbersektor.

Schauen wir auch mal auf die erst gestern erneut besprochenen Agrarwerte Bunge, Archer Daniels Midland, Deere oder Mosaic, das sieht doch richtig gut aus, die legen alle im bisher neutralen Markt weiter kräftig zu:

adm 04.03.16

bg 04.03.16

DE 04.03.16

MOS 04.03.16

Und was macht der XME, also "Metals & Mining"? Steigt wie erwartet weiter ;-). Hat aber nun auch den Measured Move der iSKS bald erreicht und dann sollte es "normalerweise" mal gut sein - aber was ist hier schon "normal"?

XME 04.03.16

Ich erinnere in dem Zusammenhang an meine Erklärung zur -> Handelsstrategie Stärke kaufen <- und warum direkt nach dem ersten markanten, charakterverändernden Schub einzusteigen, zu einer der profitabelsten Strategien gehört.

Und zum Abschluss noch ein Blick auf die Semiconductors Skyworks und Micron, auch da geht was!

SWKS 04.03.16

MU 04.03.16

Das "Scheffeln" in den hier vielfach besprochenen Sektoren und Aktien geht also weiter. Geniessen wir es, rechnen aber damit, dass das nächste Woche zur EZB hin erst einmal abflaut.

So ...

Damit beende ich meine Schreibaktivitäten hier in Hari Live am Ende dieser ereignisreichen, spannenden, wegweisenden und aufzehrenden Woche.

Mit dem 01.03.16 09:10 haben wir wohl einen bedeutenden Moment der Charakteränderung des Marktes hinter uns, ein Charakter der mit den Notenbanken zu tun hat und nur durch sie wohl schnell wieder verändert werden kann.

Vor uns liegt die Woche der EZB Sitzung am 10.03., die nun vordergründig durchaus einiges -> Enttäuschungspotential <- haben könnte.

Alleine, ich bin nicht so überzeugt, denn der Markt wird den Fehler von Anfang Dezember nicht noch einmal machen wollen und auch -> Draghi wird nicht noch einmal enttäuschen wollen <-

Richten wir uns auf eher nervöses Warten von Montag bis Mittwoch ein, das am Dienstag Morgen von chinesischen Daten unterbrochen wird. Und dann am Donnerstag wird es volatil, der heftige Absturz bei der letzten Sitzung, dürfte allen noch in den Knochen stecken.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Lehrer Bömmel und die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen



Im Foren-Thread -> Lehrer Bömmel bittet um Fragen <- war einer der Wünsche, dass das Zusammenspiel zwischen Aktien und Anleihen beschrieben und aufgezeigt wird, wie es sich zeitlich verhält, wenn die Zinsen steigen oder fallen und was das dann für die Anleihen bedeutet.

Das will ich gerne tun, aber wie immer bei Fragen an Lehrer Bömmel, muss der davon ausgehen, dass es Mitglieder gibt, bei denen er sozusagen bei "Adam und Eva" anfangen sollte.

Und deshalb stelle mer uns janz dumm und fragen zunächst: Was ist überhaupt eine Anleihe?

Das ist ganz einfach, wenn man keine formal präzise, sondern bildhafte Beschreibung verwendet, so wie das Lehrer Bömmel besonders gut kann:

Eine Anleihe ist eine Form von "Darlehen", das in eine formale Form (Schuldverschreibung/Anleihe) gegossen wird, die erlaubt das "Darlehen" an Börsen zu handeln.

Konkret, Sie geben beispielsweise der Bundesrepublik Deutschland Geld (ein "Darlehen") und bekommen dafür ein Blatt Papier (die Schuldverschreibung), auf dem exakt steht, wie viel Zinsen Sie für das Darlehen erhalten und wann Sie das Geld von der Bundesrepublik Deutschland zurück erhalten werden.

Stimmt so natürlich nicht ganz, weil nicht Sie entscheiden Geld zu verleihen, sondern die Bundesrepublik Deutschland konstruiert den Inhalt des Blattes Papiers (der Anleihe) und "emittiert" diese dann, was nicht anderes bedeutet, als dass Sie nun diese Anleihe kaufen können.

Wenn Sie diese Anleihe aus der Emission kaufen, setzen Sie Ihr Geld ein, um das Blatt Papier zu bekommen. Ihr Geld fliesst dann zur Bundesrepublik Deutschland. Deutschland wird dann (hoffentlich ;)) Ihr Blatt Papier (die Anleihe) bedienen, in dem es Zinsen zahlt und am Ende ihr Geld zurück zahlt.

Das genau ist ein Anleihe, wenn die Schuldverschreibung an der Börse handelbar ist, wobei Sie Bundesrepublik Deutschland auch gegen andere Staaten oder Firmen ersetzen könnnen. Und da Sie ja nun über das Blatt Papier Ansprüche auf Zins und Rückzahlung an die Bundesrepublik Deutschland haben, können Sie dieses Blatt Papier (die Anleihe), auch an Dritte verkaufen und zwar idealerweise über die Börse.

So weit so hoffentlich klar. Jetzt stellt sich aber gleich die nächste Frage:

Wie hoch ist denn dann der "Preis" (an der Börse der Kurs) für diesen Verkauf und wie entwickelt der Preis sich im Laufe der Zeit?

Machen wir es an einem einfachen Beispiel fest.

Sie haben Deutschland im Jahr 2010 via Staatsanleihe 10.000€ geliehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Zinssatz von 3%.

Wenn Sie nichts machen, kann Ihnen die Kursentwicklung der Anleihe völlig "schnuppe" sein, denn Sie bekommen Ihre 3% pa und im Jahr 2020 Ihre 10.000€ zurück. Fertig!

Nun haben Sie aber schon heute - in 2016 - Kapitalbedarf und wollen Ihre Anleihe über die Börse verkaufen. Sie warten also nicht das Ende der Laufzeit ab, um Ihre 10.000€ zurück zu bekommen.

Sie schauen auf die Kurse und - was ist das? - Sie sehen, dass der Kurs der Anleihe nicht bei 100 wie am Start, sondern zum Beispiel bei 108 steht. Wenn Sie die Anleihe heute verkaufen, bekommen Sie also 10.800€ über die Börse dafür.

Toller Deal, sofort machen! Ist das ein "Free Lunch" und die anderen nur zu doof?

Nein, Pustekuchen, denn der Wert Ihrer Anleihe im Jahr 2016 besteht ja nicht nur aus dem Anspruch 10.000€ zurück zubekommen, sondern zusätzlich noch aus dem Recht, genau 4 Jahre lang bis 2020, 3% Zinsen zu erhalten!

Nur gibt es im Moment eben keine Bundesrepublik Deutschland mehr, die einem 3% Zinsen für geliehenes Geld bietet. Aktuell bietet Deutschland nur noch 0% Zinsen. Und diese jährliche Differenz ist bares Geld wert, dessen Wert über den Kurs dargestellt wird.

Heisst konkret: Wenn Sie eine Anleihe im Depot haben, die Sie zum Kurs 100 gekauft haben und ...

(1) die Marktzinsen fallen in der folgenden Zeit, wird die Anleihe mehr wert und der Kurs steigt.
(2) die Marktzinsen steigen in der folgenden Zeit, wird die Anleihe weniger wert und der Kurs fällt.

Aber..... je näher die Laufzeit dem Ende der Anleihe entgegen strebt, desto mehr nähert sich der Kurs wieder 100 an. Denn die Differenz zu 100 kommt ja über die Zinsdifferenz in der Restlaufzeit und wenn die Restlaufzeit gegen Null geht, geht auch die Differenz gegen Null!

Womit wir wieder beim Statement des Anfangs sind: Wenn Sie eine Anleihe von der Emission bis zum Laufzeitende halten, muss Sie das alles nicht interessieren.

Ach ja und warum notieren dann Anleihen von Griechenland manchmal bei 40%?

Ganz einfach, weil die Aussagen oben nur richtig sind, wenn die Rückzahlungswahrscheinlichkeit immer nahe 100% ist. Wenn es aber plötzlich fraglich wird, ob Sie in 2020 Ihr Geld überhaupt zurück bekommen, sinkt der Wert der Anleihe stark und könnte selbst wenige Monate vor Rückzahlung theoretisch immer noch deutlich unter 100 liegen.

So funktionieren Anleihen. Wir merken uns also:

Wenn die Zinsen steigen, sinken die Kurse der bestehenden Anleihen. Wenn die Zinsen sinken, steigen die Kurse der bestehenden Anleihen. Bei Rückzahlung, ist der Kurs aber wieder am Ausgangspunkt - sozusagen 100.

Und wie korreliert das nun mit steigenden oder fallenden Aktienmärkten?

Die vielleicht erstaunliche Antwort ist: direkt eher gar nicht! Beide Dinge haben direkt nicht viel miteinander zu tun.

Aber indirekt gibt es doch eine Korrelation und die rührt unter anderem daher, dass ja beide Anlageformen um den gleichen Euro konkurrieren, der angelegt werden soll. Ein Euro kann eben nur in einer Aktie *oder* einer Anleihe *oder* einer Immobilien *oder* Gold *oder* *oder* angelegt werden. Auch wirken Finanzierungskonditionen ja wieder auf die Gewinne der Unternehmen, womit die Dinge am Ende eben doch miteinander verwoben sind.

Wenn zum Beispiel eine Anlageform besonders attraktiv ist, leidet die andere Anlageform indirekt darunter. Wobei es durchaus sein kann, dass beide Anlageformen gleichzeitig steigen, wenn nämlich so viel Anlagegeld in den Markt "strömt", dass es für alle reicht. Und damit sind wir wieder bei den Notenbanken, der Geldmenge und der Flutung der Märkte mit Liquidität.

Denn theoretisch, in der idealen Welt normaler Konjunkturzyklen ohne aufgeblähte Geldmengen, gibt es eine Korrelation zwischen Anleihen und Aktien und die kann auch invers sein.

Und diese Korrelation hat mit einem sauberen Konjunkturzyklus zu tun und Notenbanken, die diesen Konjunkturzyklus ideal begleiten. Und das geht so:

Die Konjunktur zieht nach der letzten Krise langsam an, die Aktien beginnen zu steigen, weil die Gewinnaussichten besser werden. Gleichzeitig erhöht die Notenbank die Zinsen von den stimulierenden Niveaus der Krise und diese steigenden Zinsen drücken die Anleihenkurse.

Wir haben also die inverse Korrelation steigender Aktienkurse und fallender Anleihenkurse.

Am Höhepunkt ist die Konjunktur so stark, dass die Notenbank eine Überhitzung vermeiden muss und daher die Zinsen weiter erhöht. Kurz vor dieser Überhitzungsphase, erreichen die Aktienkurse ihren Hochpunkt und die Anleihenkurse ihren Tiefpunkt.

Dann beginnt der Wirtschaftszyklus zu fallen. Die Aktienkurse fallen, weil die Gewinnerwartungen sinken. Die Notenbank erkennt das und beginnt gegen zu steuern und die Zinsen zu senken. Und die Anleihenkurse steigen wieder. So geht es weiter bis zum Tiefpunkt, an dem hoch verzinste Anleihen sehr viel wert sind und Aktienkurse am Boden liegen.

Und der nächste Zyklus beginnt. Rinse & Repeat.

Jetzt ist das wiederum eine stark vereinfachende Darstellung, denn sie berücksichtigt nicht den Zeitverzug bei den Handlungen der Notenbanken und den Verlauf der Aktienkurse. Faktisch führt das dazu, dass es auch im normalen Konjunkturzyklus lange Phasen der Parallelität geben kann, eben zum Beispiel wenn die Notenbank die Zinsen noch senkt, weil die Konjunktur noch mies aussieht, die Kurse aber schon zu steigen beginnen, weil der Aktienmarkt die Wende in ein paar Monaten schon riecht.

Aber wie oben mehrfach gesagt, muss ich stark vereinfachen, um das Prinzip zu verdeutlichen. Also um es präzise zu sagen: auch im normalen Konjunkturzyklus, gibt es lange Phasen der Parallelität zwischen Aktien und Anleihenkursen.

In der idealen Welt, wäre aber eine inverse Beziehung immer wieder existent. Wir haben diesen Effekt wie im Brennglas 2007-2009 sehen können.

Die Zinsen waren oben, die Aktienkurse begannen abzustürzen. Die FED hat mit massiven Zinssenkungen in kurzer Zeit gegengesteuert und das wurde noch durch einen massiven "Flight to Safety" Trade überlagert, da die Staatsanleihen die letzte Rettung waren.

Wir hatten also in 2008 - einer Phase einer extrem schnellen Konjunkturabkühlung und sehr harten Reaktionen der Notenbanken - die oben beschriebene inverse Korrelation zwischen Aktien und Anleihen. In ruhigeren Marktphasen dagegen, kann auch eine Parallelität sehr lange andauern.

Aktuell leben wir aber nicht in der idealen Welt und unzählige andere Parameter wirken auch auf Anleihen und Aktien ein. Auch Regulierung gehört dazu, grosse Versicherer können zum Beispiel gar nicht frei zwischen Aktien und Anleihen wählen. Und die Menge der Liquidität, die angelegt werden muss, ist natürlich auch ein Faktor, ebenso wie die Zinspolitik der Notenbanken.

Und die FED hat eben seit 2009 *nicht* die Zinsen erhöht, während die Konjunktur langsam in Fahrt kam, sondern das Zinsniveau durch diverse QE Programme faktisch weiter verringert.

Als Folge sind seit 2009 Anleihenkurse *und* Aktienkurse gestiegen, eine Folge der Notenbankpolitik, die den oben beschriebenen Zyklus eben nicht mehr so begleitet und damit ein historisches Experiment begonnen hat.

Wir hatten also zuletzt ein paar Jahre der Besten beider Welten mit dem "Bernanke/Yellen/Draghi Put" im Markt, in denen sich gleichzeitig manche Menschen von "Gold-Bugs" haben dazu verleiten lassen, ihr ganzes Kapital in eines der wenigen Assets zu stecken, die in dieser Phase nicht gestiegen sind: Gold. Manipulationsgerüchte brauchte es nicht, um das zu erklären. Wozu in so einer Phase Gold kaufen, wenn der Bernanke/Yellen/Draghi Put im Markt ist?

Das heisst aber umgedreht fatalerweise auch, dass wenn mal die Zinsen steigen sollten, Anleihenkurse *und* Aktienkurse wohl gleichzeitig fallen würden. Auch eine Notenbank kann ein Gummiband halt nicht beliebig dehnen und auf ewig verhindern, dass es auch mal zurück schnappen muss.

Die Notenbanken, haben uns nun in diese Ecke gebracht und versuchen, diesen parallelen Wertvernichtungs-Effekt so lange wie möglich zu vermeiden. Und zwar, in dem sie das Gummiband mit Negativzinsen noch weiter spannen.

Wohin das irgendwann führt, kann sich jeder selber ausrechnen, nur das *wann* und *wie schlimm* erscheint offen.

Fazit:

Es gibt keine direkte und fixe Korrelation zwischen Aktien- und Anleihenkursen. Aber es gibt eine indirekte Abhängigkeit aus vielen Faktoren, unter anderem auch, weil beide Anlageformen um das gleiche Anlagegeld konkurrieren.

In der idealen Welt der normalen Konjunkturzyklen, wäre die Korrelation beider Anlageklassen wechselnd, aber durchaus auch invers.

Nur leben wir in keiner idealen Welt mehr und es ist zu befürchten, dass wir eine Phase erleben werden, in der beide Anlageklassen gleichzeitig fallen. Das wird dann nicht lustig.

Soweit der Versuch, einen komplexen Sachverhalt einfach und verständlich zu erklären. Wie immer leidet darunter natürlich die Präzision und formale Korrektheit der Erklärung, aber man kann nicht Beides haben. Lehrer Bömmel braucht einfach grobe Vereinfachungen und Bilder, um die Funktionsweise einer Dampfmaschine zu vermitteln. 😉

Ihr Hari

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US Transportation Index, Dow Theorie und US Konjunktur

Der folgende Beitrag erschien schon Freitag 22.05.15 14:40 in Hari Live

Einer der Indikatoren, der gerne benutzt wird, um den Zustand der US Konjunktur einzuschätzen, ist der US Transportation Index.

Ich habe darüber zuletzt im Mai letzten Jahres im Artikel -> US Transportation Index als Wirtschaftsindikator <- geschrieben und damals signalisierte der Index eine stabile Konjunktur, was sich ja im Nachhinein auch nicht als falsch heraus gestellt hat.

Die Grundidee hinter diesem Indikator ist ebenso einfach wie logisch, denn wirtschaftliche Aktivität zeigt sich in Form von mehr Lieferungen und Rohgütern, die zur Produktion angeliefert werden. Und insofern besteht ein Zusammenhang zur generellen Konjunkturlage und bis zu einem gewissen Grad, kann der Transportation Index auch ein Vorlaufindikator sein.

Auch im Rahmen der -> Dow Theorie <- ist die "Non-Confirmation" des Transport-Sektors ein zentraler Faktor. Kurz gesagt, darf der Transportsektor nicht hinter dem Dow hinterher hinken und wenn der Dow neue Hochs erreicht, sollte es der Transportation Sektor auch, sonst haben wie ein Warnsignal in Form einer "Non-Confirmation". So weit die Theorie.

Das Dumme ist, wir haben aktuell dieses Warnsignal und das schon seit einigen Monaten, schon im Februar und März wurde es herum gereicht und es ist immer noch aktiv und die Divergenz ist seit dem noch weiter aufgegangen: -> Dow Theory Non-Confirmation <-

Müssen wir uns nun also Sorgen machen?

Meine kurze aber klare Antwort darauf ist: Keine Panik auf der Titanic! 😉

Zumindest nicht alleine aufgrund dieses Indikators. Eine Topbildung in den US Indizes ist derzeit durchaus vorstellbar, aber eben nicht schwarz/weiss nur, weil der Transportation Index eine Divergenz zeigt.

Denn es ist so eine Sache mit so uralten Korrelationen, man sollte schon ein bisschen verstehen, worauf diese beruhen und dann unter die Haube schauen und überprüfen, ob die Grundannahmen noch identisch und noch gültig sind.

Ich hatte es schon im Artikel von letztem Mai erwähnt, dass der Transportation Index eine Sonderkonjunktur durch den Aufstieg des Online-Versands zeigt, der die Aktien von FedEx, UPS und Co. pusht, ohne damit zwangsläufig eine Aussage über die industrielle Produktion zu machen.

Als die Dow Theory kreiert wurde, gab es aber kein Internet und auch keinen relevanten Warenversand an Privatpersonen. Dafür ging man in Läden. Damals bestand also eine glasklare Korrelation zwischen Transportaktivität und Konjunktur, die heute nicht mehr so simpel ist.

Weiterhin gibt es aktuell wieder Sonderthemen bei den US Luftfahrtunternehmen, die auch alle Probleme haben - das kennen wir ja von der Lufthansa. Diese Probleme haben aber auch nichts mit dem Warenaufkommen zu tun, sondern viel mehr mit massivem Wettbewerbsdruck durch Globalisierung und andere (subventionierte) Airlines.

Und drittens gibt es bei der Eisenbahn eine Sonderthematik zur Ablösung von Kohle als Schmiermittel für die Energieerzeugung. Kohle war immer sehr "transportintensiv", während Gas im Land selber durch eine Pipeline gepumpt wird und deshalb in der Regel am Transportation Index vorbei geht, solange es nicht als Flüssiggas verschifft wird. Und Solarenergie und andere dezentrale Energieformen, müssen überhaupt nicht in Autos, Bahnen und Flugzeugen transportiert werden.

Der Punkt ist, die Welt hat sich gewandelt, seit die Dow Theorie kreiert wurde. Ich würde den Zusammenhang trotzdem nicht völlig vom Tisch wischen, er ist ohne Frage immer noch da und auch der Indikator hat immer noch seine Berechtigung. Aber man kann solche Parameter nicht wie ein Roboter über 100 Jahre fortschreiben, stur anwenden und dabei sein Hirn ausschalten.

Schauen wir doch mal selber auf den -> iShare Transportation Index ETF IYT <-, der den Dow Transportation Index abbildet:

IYT 22.05.15

Was wir sehen, ist ohne Frage schwach und hängt seit Jahresanfang 2015 hinter Dow und S&P500 und Co. hinterher. Aber es ist auch keine klare Topbildung und auch nicht so schwach, dass es unbedingt mehr als einfach eine Konsolidierung nach einer davorliegenden Überperformance sein muss.

Und auch im sehr langfristigen Bild mit Monatskerzen, sieht man bisher nicht mehr als eine notwendige Konsolidierung, nach dem der IYT gegen Ende 2014 stark nach oben überdehnt war:

IYT 22.05.15 2

Aus einer anderen Richtung, aber mit ähnlichem Ergebnis, argumentiert -> Chris Ciovacco <- in seinem letzten Blogeintrag. Auch den sollten sie mal lesen.

Das Fazit lautet also für mich: Keine Panik auf der Titanic.

Die Schwäche im Transportation Index *könnte* sehr wohl der Beginn eines echten Konjunkturproblems in den US sein und ist es deshalb wert, beobachtet zu werden. So weit sind wir aber noch nicht und ein Indikator ist immer noch nur ein Indikator und erst in der Summe vieler Indikatoren, entsteht ein belastbares Bild.

Es ist es also wert, immer mal wieder kritisch auf den Transportation Index zu schauen, aber die Abweichung ist nicht so gross, dass sie nicht problemlos durch die genannten Sondereffekte und Änderungen der Wirtschaftswelt erklärt werden könnte.

Wenn man Indikatoren betrachtet, muss man halt sein Hirn einschalten. Einen vor über hundert Jahren, unter ganz anderen Rahmenbedingungen kreierten Indikator, einfach blind und 1zu1 zum heiligen Gral im Jahr 2015 hoch zu jubeln, ist schlicht: Geschwätz.

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Last des Euro und Widerstand des DAX

Wohin bewegt sich der DAX? Haben wir den Boden der Korrektur schon mit den zwei markanten Tiefs vom 07. und 14. Mai gesehen? Oder taucht der Index noch unter 11.000?

Das ist die Frage, die uns nach den wilden Swings der letzten zwei Wochen, nun alle umtreibt. Eine definitive Antwort wird Ihnen aber keiner geben können und wer das Gegenteil behauptet, ist schlicht ein Scharlatan.

Aber wenn man den Markt liest, gibt es Indikationen, die einem wichtige Hinweise geben können. Ein bischen so wie früher ein Indianer, der sein Ohr auf den Boden gelegt hat und schon von Ferne hören konnte, dass da ein "Eisernes Pferd" heran schnaufte. 😉

Hinweise sind keine Garantien und Sicherheiten, aber klare Hinweise sind auch mehr, als reines Raten und deshalb sehr wichtig. Und wer wissen will, wie es im DAX weiter geht, darf dabei den Euro nicht vergessen.

Denn seit einiger Zeit besteht eine klare inverse Korrelation zwischen Euro (hier ausgedrückt im EURUSD Währungspaar) und dem Verlauf des DAX. Und diese Korrelation will ich Ihnen mit diesem eindrucksvollen Chart zeigen, welches die inverse Entwicklung zwischen DAX und Euro seit letztem Jahr darstellt.

Diese inverse Korrelation hat übrigens eine Menge mit der Tatsache zu tun, dass es nicht deutsche Anleger, sondern US Anleger sind, die den Verlauf DAX mit ihren Volumina dominieren. Und aus der Sicht eines institutionellen Anlegers im Dollarraum, stellt sich die Lage des DAX eben ganz anders dar als für uns, die wir hier im Euro als Währung sitzen. Das aber nur am Rande, diese Thematik besprechen wir immer wieder im Detail im Premium-Bereich.

Zurück zum Euro und zum DAX. Schauen wir auf das Chart:

DAXEUR 19.05.15

Was wir sehen ist eindrucksvoll und erklärt sich von alleine. Es hat also lange genügt, auf den Euro zu schauen, um zu wissen, wohin der DAX geht. Wer sich mit der Chartstruktur des Euros befasst sieht schnell, dass sich hier eine veritable Wendeformation aufzubauen scheint, die EURUSD durchaus über 1,15 bis zum Beispiel 1,20 bringen könnte. Ich gehe zwar davon aus, dass wir früher oder später die Parität sehen, aber vorher kann der Euro durchaus noch einen stärkeren Rebound hinlegen, als wir uns im Moment vorstellen.

Würde der Euro weiter steigen, wäre das für den DAX nach der aktuellen Korrelation fatal. Aber es naht vielleicht Rettung!

Denn wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie im grünen Bereich im rechten Teil des Charts, wie sich der DAX zunehmend vom steigenden Euro abkoppelt. Wir beobachten das im Premium-Bereich schon seit Wochen und ziehen unsere Schlüsse daraus. Immer wieder gab es zuletzt Tage, in denen der DAX trotz starkem Euro auch steigen konnte. Dazwischen waren dann aber auch wieder Rückfälle in die Zeit der inversen Korrelation.

Was kann man aus dem zunehmenden Widerstand des DAX ableiten?

In meinen Augen, dass der DAX stärker ist, als er ausschaut und die Chancen für eine positive Entwicklung im weiteren Jahresverlauf gar nicht schlecht sind - selbst wenn der Euro noch weiter steigen sollte. Solche Korrelationen zwischen Währung und Index sind auch nicht in Stein gegossen, sondern ändern sich. Und diese Änderungen markieren oft wichtige Wendepunkte im Marktgeschehen, aber auch das ist ein anderes Thema, ich kann hier in einem kurzen Artikel im freien Bereich nicht alles adressieren.

Umgedreht hat der Leitindex S&P500 zwar gerade einen kleinen Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen, das aber derart zäh und unter geringem Volumen, dass man befürchten muss, dass hier nicht mehr all zu viel Upside existiert. Der S&P500 ist also in meinen Augen schwächer als er aussieht.

Sicherheit über den weiteren Verlauf des DAX in diesem Jahr verschafft uns das natürlich nicht. Aber wer in den Märkten oder bei "Gurus" Sicherheit sucht, ist sowieso noch völlig auf dem falschen Dampfer und hat keine Chance auf dauerhaften Erfolg.

Unsere Aufgabe als erfolgreiche Anleger ist viel mehr, mit der Unsicherheit umzugehen und kleine Signale und Indizien für uns zu nutzen, in dem wir konsequent auf Wahrscheinlichkeiten setzen.

Und in diesem Sinne sagt uns der zunehmende Widerstand des DAX gegen den starken Euro, dass man die DAX-Bullen wohl noch nicht so einfach abschreiben sollte!

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