Hari Live Stream 05.11.20

Wie angekündigt ist der Stream in den KW45 noch verkürzt und dreht sich primär nur um die Marktlage.

Das fette FOMO-W ZH2 ZH3

Puh, die Bullen lassen nicht locker.

In Sachen Wahlausgang gibt es nicht viel Neues. Es sieht weiter nach einem knappen Sieg Bidens im Sinne "LDB" aus, aber man kann auch davon ausgehen, dass darum noch lange gerichtlich gestritten wird. Trump dürfte ohne jede Rücksicht jeden möglichen Winkelzug probieren, um im Amt zu bleiben.

Das erzeugt hinter der Rally des Marktes immer noch ein Fragezeichen, denn das juristische Restrisiko kann das Bild auch in den kommenden Wochen kippen lassen, für den Moment gibt es im Markt aber nur FOMO, die massive Angst erneut eine Rally wie 2016 zu verpassen.

Im Hourly des Futures sieht das so aus, bullischer geht es kaum:

Wenn Sie sich erinnern, hatte ich die Schwäche der letzten Woche als "Angst in der Nacht vor der Hochzeit" charakterisiert und bin weiter optimistisch zum Jahresende geblieben.

Jetzt im Nachhinein wurde das bestätigt und wir haben einfach nur ein klassisches Fehlsignal in die Gegenrichtung erlebt, wie das der Markt gerne am Ende von Konsolidierungen und vor wichtigen Richtungsänderungen vollzieht.

Erinnern wir uns, auch 2016 war das im Vorfeld der Wahl so und initial sind die Kurse sogar gefallen, als Trumps Sieg klar wurde, dann begann aber eine Rally, die das ganze Jahr 2017 angedauert hat.

Es ist diese Erfahrung, die nun auf alle Unterinvestierten so massiven Druck macht und im Daily zu einem klaren "W" führt, das mit seinem Measured Move in die Region 3.800-4.000 beim SPX weist:

Also, "the Game is afoot" und wir haben eine klar bullische Ausgangslage zum Jahresende.

Das Fragezeichen, die Wall of Worry die der Markt nun klettern muss, ist die berechtigte Sorge, dass es noch diverse jursitische Volten gibt und sich doch noch Unruhen im Land entwickeln, wenn Trump seine Wähler weiter mit völlig substanzlosen Vorwürfen von Betrug in die Radikalisierung treibt. Den Mullahs -> gefällt das Gerede schon <-, "well done Donald". Aber den Tag, an dem Trump staatspolitische Erwägungen über seinen eigenen Vorteol stellt, den werde ich wohl nicht mehr erleben.

Wie auch immer, der Bulle ist los. Und Vieles deutet darauf hin, dass er zum Jahresende nicht mehr weg geht und weiter schnauben wird. Zu viele Institutionelle müssen nun nachhechten und können sich Abwarten nicht erlauben.

Kurzfristig würde ich nun bald von einer Pause ausgehen, spätestens am Montag kommender Woche. Wie der Markt über das Wochenende seine Stimmung um 180 Grad drehen kann, haben wir ja gerade die letzten beiden Wochen erlebt.

Die FED heute Abend

Heute Abend kommt ja die FED mit Statement und Pressekonferenz. Ich hatte im Vorfeld überlegt, diesen Stream deswegen in den Abend zu verlegen, bin nach dem Wahlergebnis aber davon abgekommen.

Bedingt durch das formal noch offene Wahlergebnis, wird sich Jerome Powell so bedeckt wie nur möglich halten, auch weil er gar nicht weiss, ob er bei einem Präsidenten Biden noch lange im Amt sein wird. 2022 steht seine Verlängerung an, aber wenn ein neuer Präsident es wirklich will, gibt es auch informelle Wege diesen Wechsel zu forcieren.

Auch was die ökonomischen Rahmenbedingungen angeht, müsste die FED nun auch Basis eines "moving Targets" entscheiden und das wird der notorisch vorsichtige Powell kaum tun.

Ich rechne daher heute mit keinen formalen Änderungen, aber vielen warmen Worten, dass die FED "alle Tools" nutzen wird und die Politik ihren Stimulus auf die Reihe bekommen muss. That´s it. Powell wird kaum diese Rally abwürgen.

Strukturell Pleite ZH4

Ich weiss nicht ob jemand von ihnen noch die Lufthansa im Depot hat oder meint - ähnlich wie weiland bei der -> Honigfalle Commerzbank <- - diese sei nun billig und könne dank Staat ja nicht Pleite gehen.

Ich warne davor so zu denken, konzentrieren sie sich lieber auf starke Firmen und starke Geschäftsmodelle. Wenn sie sich -> die neuen, desaströsen Zahlen <- anschauen, dann verbrennt die Lufthansa pro Quartal eine Milliarde und mehr.

Und sagen sie mir mal, warum sich das im Q4 2020 und im Q1 2021 ändern soll? Never ever! Alles darüber hinaus ist aber reine Hoffnung, ich gehe fest davon aus, dass auch im Sommer 2021 viele noch präferiert mit eigenem Auto/Caravan fahren werden und Flüge aufgrund der der damit verbundenen Unwägbarkeiten vermeiden.

Ohne die Staatsbeteiligung wäre die Lufthansa jetzt auf jeden Fall Pleite und ich weiss auch nicht was der Staat machen wird, wenn die Pandemie sich länger hinzieht und auch 2021 jedes Quartal eine Milliarde verbrannt wird. Das Geld kann schnell wieder knapp werden.

Dass die LH dank des Staates nicht mehr Pleite geht, ist wohl wahr, aber was hat die identische Ausage einem Commerzbank-Aktionär genützt? Denn weiter abwärts bröseln, kann dieser Kurs fraglos noch lange:

Die Frage die sich jeder Anleger stellen muss ist, warum er seine Zeit mit so einer Aktie vergeuden sollte, wenn es so viele starke, wachsende Unternehmen gibt?

Der einzige Grund ist diese Bauchgefühl, dass die LH nun "billig" sei und das ist genau die Honigfalle, in die bei der Commerzbank so viele getappt sind.

Aktien des Tages ZH3

Eigentlich will ich in diesem Halb-Ferienmodus nicht viel über Einzelaktien reden, aber um zu verdeutlichen, was im Markt so abgeht, will ich heute doch mal ein paar herausgreifen:

Qualcomm (QCOM)

Nach -> Zahlen und optimistischem Ausblick <- das:

Linde (LIN)

Auch -> nach guten Zahlen <- zeigt Linde das. Zur einheitlichen Darstellung ausnahmsweise in Dollar:

Palantir (PLTR)

Der frische IPO kommt in Schwung:

Enphase Energy (ENPH)

Der Markt lässt die Wahlunsicherheit um Clean Energy hinter sich:

Pan American Silver (PAAS)

Gold, Silber und die Minen springen markant an:

Fazit

Das sind nur 5 Beispiele, es gibt aktuell viele andere Aktien und Situationen. Aber wenn sie sich diese Schübe bei großen Aktien anschauen, wer braucht dann Lufthansa und ähnliche Werte? Ich zumindest nicht, meine Zeit und Aufmerksamkeit richte ich auf Stärke und fahre seit Jahrzehnten gut damit.

FIN

So liebe Mitglieder, jetzt versuche ich mal noch einen Hauch von Erholungs-Gefühl zu bekommen, in den 2 Wochen war das Dank des Marktes und seiner Pirouetten nie so richtig da. Aber das hole ich über Weihnachten und Neujahr dann nach - Inschallah! 😉

Ich habe heute noch die Pressekonferenz des Trump Teams abgewartet, die wenig überraschend verlautbarte, dass sie gegen alles klagen werden, was bei 3 nicht auf dem Baum ist. 😛

Den Markt irritiert das keineswegs, der geht davon aus, dass es das Ergebnis nicht stoppen kann bzw dass es völlig egal ist, wer mit minimaler Mehrheit ein schwacher Präsident im Amt sein wird.

Zur FED habe ich mich geäussert, zur Lage auch, ich rate dazu diese Stärke nicht zu bekämpfen, die sich jetzt mit dem klassischen Druck der Jahresend-Rally zu verbinden scheint. Denken Sie an 2016 und versuchen sie hier nicht klüger zu sein und sich "heldenhaft" vor eine Dampfwalze zu werfen.

Sicher kann das durch böse Überraschungen noch böse kippen, darauf aber blind zu setzen wäre arg viel Raten und kann ich nicht empfehlen. Wenn es passiert, dann reagieren wir halt, hat doch in der letzten Woche auch geklappt.

Dass Covid derzeit nicht so Thema ist, überrascht mich kein bischen. Sie wissen ich habe auch letzte Woche immer deutlich betont, dass Covid in den US nicht das Hauptthema des Marktes ist und die Wahl alles dominiert. Außerdem gibt es derzeit keine großen neuen Erkenntnisse und der Markt hat seit März gelernt auf die Unternehmen zu setzen. für die Covid kein Problem ist. Und das sollten wir auch.

Ich wünsche damit weiter viel Erfolg, am Sonntag kommt wieder ein voller Wochenausblick und dann geht es mit Macht Richtung Weihnachten.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 11.05.20



15:30 MEZ - ZH2

Die Woche beginnt mit leichter Schwäche, was aber noch keine Aussage erlaubt, wie wir ja erst Anfang letzter Woche wieder gesehen haben.

Ob diese Schwäche die Folge wieder leicht steigender Zahlen in Südkorea und Deutschland ist, werden wir nie wissen, ein Zusammenhang ist aber möglich, weil ich das für *den* zentralen Faktor halte, der diese Rally abwürgen könnte.

Ansonsten bleibt alles wie gehabt, wir erleben eine extreme Spreizung der Sektoren, die einen im Bullenmarkt, die anderen noch in der Depression und die Indizes als grauer Durchschnitt dieser Extreme:

15:45 MEZ

Eine kleine Anekdote zur Erstattung von Reisen in Covid-Zeiten will ich noch mit ihnen teilen, vielleicht hilft das Wissen ja dem Einen oder Anderen unten ihnen, die eigenen Ansprüche durchzusetzen.

Wir hatten ja über Ostern ein recht teueres Ferienhaus über einen schweizer Ferienhausvermittler gebucht und schon vor Beginn von Covid vollständig bezahlt.

Bedingt durch Covid, mussten wir das im März stornieren und bekamen vertragsgemäß die 40% wieder, die noch nicht verbindlich angefallen waren.

Ich habe mir dann die diversen Bedingungen der Reiserücktrittversicherungen angesehen, insbesondere die, die in meiner Kreditkarte (Amex Platinum) enthalten ist und von der AXA abgewickelt wird.

Die Formulierungen in den Versicherungsbedingungen waren diffus und interpretationsfähig, höhere Gewalt war natürlich ausgeschlossen, aber ist eine Flugannulierung höhere Gewalt? Und hat die LH wg der Reisewarnungen oder aufgrund eigener Erwägungen annuliert?

Diese Unsicherheit hat mich interessiert und ich habe daher testweise die 60% über die Amex bei der AXA eingereicht. Selbst wenn es nichts wird, wollte ich wissen, wie die rechtlich argumentieren.

Zunächst hatte ich einen Sachbearbeiter der AXA dran, der offensichtlich für den Kundenumgang geschult, mir das im wohlwollenden Ton aus der Position der Überlegenheit heraus ausreden wollte. Da fielen hinter der jovialen Fassade Worte wie "das könnte ich hier gleich ablehnen" um mich davon abzubringen und von der Aussichtslosigkeit zu überzeugen.

Da ich so etwas gar nicht goutiere, habe ich für ihn überraschend plötzlich den Chef heraushängen lassen, eine schneidend-ruhig-präzise Art zu reden, die bei bestimmten Leuten viel Eindruck machen kann - er hat dann bildlich gesprochen die Hacken zusammengeschlagen, "Jawoll Herr Kaleu" gerufen und plötzlich war er sich doch nicht mehr sicher, ob er das nun einfach ablehnen könne. 😛

Dann habe ich den Antrag schriftlich eingereicht und aufgrund der rechtlichen Unsicherheit argumentativ mit der Schrotflinte geschossen, also die Annullierung der Lufthansa, wie die Reisebeschränkung der Regierung in die Waagschale geworfen.

Innerhalb 2 Wochen bekam ich Rückfragen von den Sachbearbeitern, die zeigten dass richtig daran gearbeitet wurde, letzte Woche kam eine abschliessende Rückfrage und heute ist das Geld auf dem Konto.

Erstaunlich, ich hatte nicht damit gerechnet, weil ich einen privatrechtlichen Vertrag nach Schweizer Recht geschlossen hatte, der eben nur noch 40% Erstattung zuliess. Und weil das Argument der höheren Gewalt ja nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Ich hatte mit viel mehr Widerstand und Blocken gerechnet.

Die Art wie ich dem Sachbearbeiter Demut eingepflanzt habe, war hier nur anekdotisch um die Geschichte zu schmücken und sicher nicht maßgeblich. Ich schliesse daraus viel eher, dass die Versicherungen vielleicht intern eine Art Handlungsanleitung ausgegeben haben, die ungefähr so lauten könnte:

"Nach außen Abblocken und Ausreden. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt und Ärger und Aufwand machen könnte, den schnell und schlank abwickeln. "

Wirtschaftlich macht so eine Verfahrensanweisung in rechtlicher Unsicherheit absolut Sinn, wenn das so wäre, ist es aber etwas das sie für ihre eigenen Rückforderungen wissen sollten. Und deshalb erzähle ich diese Anekdote.

16:20 MEZ - ZH1

Das nun hinlänglich bekannte Bild setzt sich auch diesen Montag fort. Big Tech stark, Healthcare stark, Consumer Defensives stark und ansonsten eher schwach:

Je nachdem was man im Depot hat, kann man diese Krise also *völlig unterschiedlich* erleben.

16:30 MEZ - ZH3

Und innerhalb des Tech/Healthcare Umfeldes sind es weiter die Software-Unternehmen der zweiten Reihe, die teilweise besonders deutlich im Bullenmarkt sind.

Beispielhaft seien hier die Dauerbrenner Twilio (TWLO), Docusign (DOCU), Everbridge (EVBG) und Teladoc (TDOC) erneut gezeigt:

16:40 MEZ - ZH3

Hier ist ein Artikel der New York Times zu Fluggesellschaften, den ich im Tenor für richtig halte:
-> The Airline Business Is Terrible. It Will Probably Get Even Worse. <-.

Warren Buffett hat wie Sie wissen alle Fluggesellschaften mit Verlust rausgehauen. Und ich sehe das ähnlich.

Stellen Sie sich mal vor, wir wüssten jetzt sicher, dass es keinen Lockdown mehr geben wird und theoretisch Reisen wieder normal laufen können. Gleichzeitig bleibt das Virus aber und die damit verbundenen Einschränkungen an Masken, Abstand etc.

Wer glaubt dann ernsthaft, dass der Flugbedarf schnell wieder in die Nähe der alten Zahlen kommt?

Ich würde sagen: Träumt weiter, wenn es 50% der alten Niveaus werden, können die Fluggesellschaften froh sein. Viele werden dankbar sein nicht mehr fliegen zu müssen, zumal wenn man dann 4! Stunden Vorlauf an den Flughäfen erleben darf, die schon vor Covid nur nervig waren.

In meinen Augen ist die Krise für die Fluggesellschaften dauerhaft bis die Covid-Krise wirklich vorbei ist und darüber hinaus, also mindestens 1-2 Jahre.

Es gibt mMn für keinen Anleger derzeit einen überzeugenden Grund, in diese "Gefallenen Engel" zu greifen.

Wenn sie unbedingt eine Turnaround-Spekulation machen wollen, dann suchen sie sich starke und breite Industriekonzerne, die auch schwer getroffen sind, aber in einem Aufschwung sicher deutlich profitieren werden. Fluggesellschaften werden wohl die Letzten sein die zur Normalistät zurückkehren können und wie viele dann noch existieren, ist sehr fraglich.

17:00 MEZ - ZH3

Passend zur Problematik aller Fluggesellschaften auch diese Meldung:

-> Branson Weighs Paring Virgin Galactic Stake to Aid Ailing Empire <-

Ein Viertel seiner Beteiligung an Virgin Galactic (SPCE) im Wert von 500 Millionen soll er zu Geld machen wollen, um seine Fluggesellschaft zu stützen.

Erstaunlich daran ist nur, dass es den Kurs von SPCE nur marginal tangiert und hier immer noch eine Menge Hoffnung eingepreist ist.

Wie sehen daran auch, dass der Markt ganz eindeutig Geschäftsmodelle selektiert, die Zukunft haben. Alles wo das Label "Zukunft" darauf geklebt werden kann, scheint in der Krise relative Stärke zu zeigen:

17:10 MEZ - ZH3

Zum Thema vorher und meinem Rat bei "Turnaround-Begierde" lieber auf starke Industrieaktien denn auf Fluggesellschaften zu setzen sind hier drei Beispiele.

Linde (LIN), Illinois Tool Works (ITW) und Honeywell (HON), das kann man mMn machen, wenn man unbedingt jetzt schon auf einen konjunkturellen Rebound setzen will - was in meinen Augen akzeptabel, aber noch nicht zwingend ist.

Wenn die Konjunktur wieder kommt, werden diese Aktien aber dabei sein, bei Fluggesellschaften dürfte es möglicherweise länger dauern:

17:40 MEZ - ZH3

Enphase Energy (ENPH) ist nach Zahlen am 05.05. extrem stark.

Das ist nun eine Ausgangslage zum Kopfkratzen, die Stärke spricht für weitere Gewinne und einen Ausbruch, aber statistisch gesehen nicht sofort.

Wenn ich mich von Erfahrungen leiten lasse, würde ich hier jetzt eher mit einem "Henkel" und *dann erst* mit einem Ausbruch nach oben rechnen. Ideal nach einem kurzen Fakeout zu neuen Hochs der dann in Abgaben läuft.

Wie jede derartige Antizipation ist das aber keine fixe Prognose, sondern einfach nur ein realistisches Szenario in Unsicherheit. Diese Szenarien zu durchdenken hilft uns, uns dann schnell auf eine neue Situation einzustellen.

Gleichzeitig müssen wir so Szenarien aber *sofort* und ohne zu zögern fallenlassen, wenn der Kurs hier zB sofort nach oben durchschieben sollte. Price is king - always!

17:55 MEZ - ZH4

Übrigens, für alle Raytheon (RTX) Aktionäre die sich fragen, warum die Aktie so vergleichsweise schwach ist:

Die Antwort ist ganz einfach, es ist die Fusion mit United Technologies zum (für RTN Aktionäre) dümmstmöglichen Zeitpunkt. Denn während die alte RTN fast ein reines Rüstungsunternehmen war und in der Krise daher sehr stabil sein sollte, war die alte United Technologies (UTX) intensiv im privaten Flugzeugbau engagiert und insbesondere mit Boeing (BA) und Airbus (AIR) verbandelt. So gehörte der Triebwerkbauer Pratt & Whitney zb zu OTX.

Deshalb - wegen Boeings Schwäche - war UTX auch schon vor Covid nur durchwachsen und deshalb hat RTN dann auch relativ gesehen geschwächelt, als die Fusion klar war. Und deshalb ist Covid nun so desaströs für den Verbund und während die alten Aktionäre von UTX dankbar sein können, dass sie nun vom Rüstungsgeschäft stabilisiert werden, leiden die alten Aktionäre von RTN nun unter der "Dreingabe" des zivilen Geschäfts.

Ob sie weiter Aktionär der neuen RTX sein wollen müssen sie selber wissen, die Kombination ist sicher machtvoll und nicht perse eine schlechte Idee.

Aber der klare "Tech-Defense-Play" der RTN früher war ist es nicht mehr, wer das mit Schwerpunkt Luftfahrt im Depot haben will, muss bei den großen Namen auf Lockheed Martin (LMT) oder Northrop Grumman (NOC) schauen, die sich beide auch schon viel stärker erholt haben:

18:10 MEZ - ZH1

Der Markt macht weiter wie bisher, die Schwäche des Starts wird gekauft und insofern sehen wir das gleiche Verhalten wie letzten Montag.

Damit gibt es auch nichts Neues zu kommentieren, das ist ja das erwartete Marktverhalten.

Ich wünsche einen schönen Abend, morgen vormittag kommt ein Lauf durch die großen Weltindizes per Video und am Nachmittag der Stream ganz normal.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Starker Aufschlag



Guten Morgen!

viel ist naturgemäß zwischen Sonntag Mittag und heute früh nicht passiert, ich fasse mich daher zu den Indizes kurz und konzentriere mich auf Einzelaktien.

Die Woche beginnt mit einem starken Aufschlag am deutschen Markt, so wie das nach dem starken Closing der Wallstreet von Freitag auch zu erwarten war. Die Gefahr besteht, dass sich im Laufe des heutigen Tages erst einmal Schwäche anschliesst, die die Gaps schliesst und beim NASDAQ einen Retest des Ausbruchs durchführt, die Aussichten für die Woche sind aber trotzdem nicht schlecht.

Wir sehen eine wunderbare, rhythmische Aufwärtsbewegung im DAX, die durchaus noch Potential bis 12.600 hat. Von da an wird es aber schwierig und diverser Widerstand lauert oberhalb.

Gleichzeitig haben wir am Freitag große OpEx, also Hexensabbat und so wie ich die Aufstellung zum Verfallstag interpretiere, wird durch diese ein wenig sensationelles Closing am Freitag zwischen 12.000 und 12.600 unterstützt. Was bedeutet, dass man dem DAX diese Woche nicht viel mehr als 12.600 zuzutrauen braucht.

Die Aktie der Woche RWE schiesst heute um 11% auf ca. 20€ nach oben. Technisch gesehen wäre das für mich bei 20€ ein Grund die Aktie nun zu verkaufen, wenn ich da zu niedrigeren Kursen eingestiegen wäre:

Damit ist nicht gesagt dass es nicht noch viel höher gehen kann, es ist nur die Feststellung, dass kein Edge mehr besteht und es nun reine Lotterie ist. Denn dieser Deal ist hochkomplex, es liegen lange nicht alle Teile auf dem Tisch und der Deal kann im komplexen Gesellschaftergeflecht gerade bei RWE auch noch scheitern. Da ist also nach oben wie nach unten vieles möglich, das mit Markttechnik dann wenig zu tun hat und ich halte mich aus solchen Roulette-Situationen persönlich immer gerne raus. Aber auch rein von der Markttechnik liegt jetzt natürlich ein Gap-Close in der Luft.

Der heutige Schub hat doch einen netten, taktischen Gewinn generiert, den nimmt man mit und fertig. Als langfristiges Investment sind diese Versorger in meinen Augen sowieso ungeeignet, weil ihr Geschäftsmodell in Frage steht.

Zu neuen Hochs könnte sich vielleicht auch Linde aufschwingen, es ist auffällig zu welch geringem Volumen die Korrektur in 2018 eingesetzt hat, die letztlich doch nur ein höheres Tief generierte:

Auf jeden Fall sehen wir im Volumenprofil leicht, dass es nun nach oben wenig Widerstand gibt, um zu neuen Hochs durchzuziehen.

In den US boomt der "Sektor der Woche" die Chipaktien weiter, da kann man doch mal schauen, wie zwei deutsche Vertreter im Chart aussehen.

Elmos Semiconductor dürfte seinen Anstieg zunächst weiter fortsetzen, das Volumenprofil spricht dafür. Allerdings gemahnt der zulaufenden Keil zu etwas Vorsicht, der kann sich nämlich in ein paar Wochen auch nach unten auflösen:

Infineon hatte nach langer Rally seine Trendlinie in etwas verloren, das nach wie vor auch zur Topbildung werden könnte. Nun will der Kurs die Trendlinie wieder erobern, das Gesamtbild ist mir aber zu indifferent, als das ich mich hier festlegen wollte:

Ach ja und zum Schluß noch der Hinweis, dass bei der Dauergurke GlaxoSmithKline nun zumindest die Chance besteht, dass ein Tief gefunden wurde und es wieder aufwärts geht:

Wir sehen das zweimalige Ausverkaufsvolumen, noch dazu am 05.02. im Zuge der Februar-Korrektur mit markantem "Hammer". Und wir sehen die Chance auf einen Doppelboden, der genau auf dem Niveau auftritt, auf dem auch 2015 schon mit der Abwärtsbewegung Schluss war.

Die Chance für eine Aufwärtsbewegung ist nun da.

So weit heute früh, bis später.

Ihr Hari

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Monsterbeats



Guten Morgen!

Die prägnante Beschreibung des Quartalszahlen-Geschehens gestern nach Handelsschluss, hat unser "Scapaflow" geliefert: 😉

Alter Verwalter!

Monsterbeats von Google, Amazon, Intel und Microsoft!

Outstanding!

So ist es, hier finden Sie die 4 Charts, die Sterne und Werte in Blau beziehen sich jeweils auf die nachbörsliche Reaktion, die nicht immer völlig zuverlässig, aber doch indikativ ist. Die dazugehörigen Presse-Artikel zu diesen Bluechips, finden Sie sicher leicht selber:

Eine beeindruckende Performance auf jeden Fall, die einen Markt der wackelig zu werden schien, wahrscheinlich retten wird.

Und übrigens, nach Bill Ackman mit seinen diversen grandiosen Wetten wie Chipotle, nun David Einhorn der -> wohl immer noch Short Amazon ist <-. Dafür war er aber Long SunEdison - cool. 😉

Nun redet er davon, dass "Value Investing" vielleicht am Ende wäre, den passenden Kommentar dazu habe ich getweetet:

Mittlerweile beginne ich nicht mehr Spott, sondern Mitleid zu empfinden. Sie wissen ja, Neid muss man sich verdienen, Mitleid bekommt man umsonst. 😉 Soviel zu den "grossen Gurus" der Anlagewelt.

Im SP500 sehen wir, wie der Markt gestern zum Handelsschluss trotz Feuerunterstützung aus Europa nicht mehr vom Fleck kam:

Wir sehen sehr deutlich immer tiefere Hochs seit Montag, den Beginn eines Abwärtstrends und vor allem den Rebound aus dem vorgestrigen Einbruch, der aber gestern in einen irritierend aussehenden "Rollover" überging und keine Kraft für neue Hochs mehr hatte.

Dieses Bild ist es, das mich gestern dazu veranlasst hat, einen ersten vorsichtigen Finger zu heben. Mit den Zahlen von gestern Abend könnte das heute weggespült werden und sich in Luft auflösen.

Umgedreht wird aber auch ein Schuh daraus, wenn diese wirklich ausgezeichneten "Monsterbeats" bei den ganz grossen Bluechips *nicht* dazu führen, dass der Markt neue Hochs erreicht, dann ist das auch ein klares Warnsignal, das deutlichste dann bisher. Denn ein Markt der nach solchen Zahlen bei hochkapitalisierten Werten nicht mehr nach oben kann, muss fast zwingend erst einmal nach unten.

Heute wird in dieser Hinsicht also sehr wichtig, die Bullen müssen jetzt zeigen, ob Sie solche Zahlen nutzen können. Können sie nicht, ist es ein Grund temporär ein paar Chips vom Tisch zu nehmen.

Ganz anders sieht die Lage im DAX aus, das habe ich aber wie Sie wissen genau so erwartet. Ich wiederhole mal ganz grundsätzliche Worte vom 18.10. aus -> Vom Finger ruhig halten <-:

Was habe ich in den letzten Tagen alles an "klugen" Artikeln gelesen, warum der DAX nun fallen wird, warum den Bullen die Zeit wegläuft, warum warum warum. Alles Schall und Rauch.

.....

Dieser Markt ist sehr, sehr stark und will nach oben. Das Überraschungspotential liegt hier auf der Oberseite, einen Einbruch nach unten kann sich jeder vorstellen, die DAX 15.000 im ersten Halbjahr 2018, die ich vor einer Woche in -> Der Loch Ness Markt <- als Möglichkeit thematisiert habe, aber nur wenige und gerade deshalb sind sie immer noch auf meinem Radar als reale Möglichkeit.

Und dass Draghi gestern den Markt hoch reden würde, war ja nun wirklich nicht überraschend, das konnte man mit viel Sarkasmus schon vorher wissen. Nun sieht der DAX so aus:

Sie sehen, ich habe die verschiedenen Phasen seit Anfang September eingezeichnet, sehr bullisch das ganze Bild. Erneut lernen wir, dass wir erst bärisch werden sollten, wenn die Kurse real fallen und nicht vorher, weil unser Affenhirn Höhenangst bekommt. Ich bleibe übrigens bei meinen 15.000 für das erste Halbjahr 2018 als gute Möglichkeit.

Kurzfristig bin ich aber noch unsicher, ob der Markt nicht doch noch einmal zur 13.000 zurück kommt, bevor er wirklich nach oben wegdreht. Am Faktum, dass der DAX gut unterstützt ist, ändert das nichts.

Kommen wir zu weiteren Aktien.

Denn wir haben noch einen interessanten Trade in der guten alten First Solar (FSLR), den ich Ihnen schon am Montag in -> Mischung aus Faszination und aufgestellten Nackenhaaren <- mit seinen Begrenzungen bei 45 und 50-52 nahe gebracht hatte.

Auch das wurde gestern Abend nach -> guten Zahlen <- nämlich ein "Monsterbeat", der die Aktie genau in die Ausbruchszone katapultiert, in der es jetzt ganz spannend wird:

Gab es denn gestern auch "Monsterfails"? Ja, einige, so zum Beispiel das Spielwaren-Figuren-Unternehmen Mattel (MAT), das mir leider erst jetzt als schon lange laufender, wunderbarer Short auffällt - tiefer geht immer!

Aber auch Expedia (EXPE), Fortinet (FTNT), Baidu (BIDU) und Cerner (CERN) mit markanten Einbrüchen, aus nach wie vor intakten Strukturen heraus:

Dann bleibt mir heute früh nur noch die Aufstellung der Quartalszahlen des Tages, die alle Vormittags/Mittags hereinkommen werden, Quartalszahlen am Freitag nach Handelsschluss gibt es so gut wie nie:

AbbVie (ABBV), Cameco (CCJ), Chevron (CVX), Colgate-Palmolive (CL), ENI, Exxon Mobile (XOM), Fuchs Petroclub, Goodyear (GT), Grenke, Hitachi, Kuka, Komatsu, Lafarge Holcim, Linde, Merck&Co (MRK), Nemetschek, Novo Nordisk, Philips66 (PSX), Rockwell Collins (COL), Royal Bank of Scotland (RBS), Sharp, Shire, Suez, Total, UBS, Ventas (VTR), Volkswagen, Weyerhaeuser (WY), Wisdom Tree (WETF),

Schon geliefert und -> gut unterwegs <- zur Fusion ist Linde. Für mich durch die Fusion aber keine Aktie mehr, in der ich aktiv unterwegs bin. Die unberechenbaren Einflüsse sind mir in so M&A Phasen in der Regel zu gross, ausser ich wäre Insider, was ich nicht bin.

Das Chart ist wie Sie sehen klar bullisch und das was gestern mit einem inverted Hammer noch hätte eine gefährliche Wende werden können, wird sich heute nach diesen Zahlen wohl nach oben in Wohlgefallen auflösen.

So weit an diesem Morgen. Jetzt geht es gleich zum Augenarzt. Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Mit halbem Ferienauge



Beim zögerlichen Schielen mit einem halben Ferienauge auf einen trägen Sommerhandel, sind mir die folgenden Charts ins Gesichtsfeld gesprungen, die interessante, mittelfristige Ausgangslagen bieten.

Ich beschränke mich dabei heute auf den europäischen Markt, an einem der nächsten Tage mache ich das auch für den US Markt.

Ich teile diese Charts mit Ihnen ohne weitere Worte. Dabei reagiere ich *nur* auf die Chartstrukturen und habe mich wirklich *Null* mit den dazu gehörigen Nachrichten und Hintergründen beschäftigt.

Eine mögliche Bewegung habe ich jeweils in Lila eingezeichnet, insofern ist das Chart selbsterklärend.

Ihr Hari

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Die Angst der Fondsmanager



Guten Morgen!

Heute ist "OPEC Tag". Die Blicke der Märkte sind nach Wien gerichtet, gestern schon haben wir gesehen, wie die Angst in den Markt kroch, dass es zu keiner substantiellen Einigung kommen wird. Heute früh, geht es wieder etwas hoch, die Unsicherheit ist gross. Um 10 Uhr MEZ geht es in Wien los.

Ich persönlich rechne mit einem gesichtswahrenden Formelkompromiss ohne echte Substanz. Wenn so massive Interessengegensätze aufeinander treffen, denen teilweise auch eine kulturell-religiöse Abneigung zugrunde liegt wie zwischen Saudi-Arabien und Iran und gleichzeitig der Einigungsdruck aber so hoch ist, dann ist der gesichtswahrenden Formelkompromiss der typische politische Ausweg.

Insofern bin ich nicht sicher, ob der Ölpreis nach der OPEC eine klare Fahrt nach oben nimmt - das wäre wohl nur mit einer klaren, glaubwürdigen Drosselungsvereinbarung denkbar. Die Seitwärtsphase, die ich zuletzt thematisiert habe, erscheint immer noch naheliegend - aber wir werden sehen.

Der DAX dagegen wird interessant. Das Referendum in Italien rückt näher und auch wenn Mark Dittli -> hier <- wieder den warnenden Finger ob der strukturellen, mittelfristigen Konsequenzen hebt, bestätigt er indirekt gleichzeitig meine Erwartung für das kurzfristige Marktgeschehen.

Denn der Markt erwartet ja eine Ablehung des Referendums, sprich diese ist längst in den Kursen. Es ist also eher davon auszugehen, dass viele sich dafür positioniert haben, einen kleinen Einbruch nach der Ablehnung am Montag dann für einen Kauf zu nutzen. Zu nah und zu eindrucksvoll ist eben die Erinnerung an Brexit und Trump-Wahl und was so gut funktioniert hat, ist doch zu verlockend.

Und es gibt einen weiteren, massiven Faktor, der in diese Richtung deutet.

Sie wissen, ich habe schon vor 2 Wochen im Artikel -> Jahresendrally oder davon die Wirklichkeit anzunehmen <-, unter anderem mit dem in diesem Jahr massiven Performance-Druck der institutionellen Anleger argumentiert. Zitat:

Und es gibt dieses Jahr besonders massiven Performance Druck auf die institutionellen Anleger. Denn viele Fondsmanager und Hedgefonds hängen in diesem schwierigen Jahr den Indizes hinterher. Da dürften nun einige Angst um ihre Jobs haben und müssen nun um jeden Preis eine potentielle Jahresendrally mitnehmen. Und gerade weil das so ist, hat die Rally besonders gute Chancen zu kommen, ganz typisch im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeihung im selbstreferentiellen Markt.

Diese Sicht wird heute in einem Artikel bei FiNews bestätigt, lesen Sie -> Vermögensverwalter in Torschlusspanik <-

Für viele institutionelle Anleger, war das Jahr 2016 bisher sehr schwierig und sie hängen dem Markt deutlich hinterher. Auch die zuletzt schlechte Performance bei Flossbach war ja -> hier im Forum <- bei uns zuletzt Thema.

Grund dafür waren sicher einige harte Swings ala Brexit und Trump, denen man eben nur mit opportunistischer Flexibilität und schnellem Kurswechsel begegnen kann und nicht mit lange durchdachten Makro-Strategien, die durch die Events dann auf den Kopf gestellt werden.

Nun dreht man einen grossen Fonds ja aber auch nicht so schnell, wie wir unsere Depots, insofern haben diese Institutionellen ja auch keinen leichten Job. Aber die Kunden erwarten eben völlig zu Recht, dass dem Markt nicht hinterher gehangen wird, sonst könnte man sich die teuren Fondsmanager gleich sparen und ein passives Produkt wie einen ETF wählen.

Auf jeden Fall macht diese Unterperformance, die man auch bei vielen Hedgefonds dieses Jahr beobachtet, eine Menge Druck auf die Verantwortlichen, die um ihre Jobs oder zumindest ihre Umsätze fürchten. Und das sorgt für einen besonders intensiven BTFD-Reflex zum Jahresende, der eine Jahresendrally daher präferiert.

Ich persönlich glaube übrigens, dass durch den Vormarsch der Algos, das Geschäft der aktiven Fondsmanager und Vermögensverwalter noch schwieriger werden wird, weil die Reaktionsgeschwindigkeit des Marktes immer gnadenloser wird.

Viele dieser institutionellen Anleger sind weit besser als ihr Ruf und als es ihre durchschnittliche Performance vermuten lässt. Und mit einem eigenen, flexiblen Depot, würden sie auch wohl bessere Ergebnisse als mit ihren Fonds erwirtschaften.

Das liegt einerseits natürlich an dem ganzen Regulierungs-Irrsinn, der immense Lasten und Kosten verursacht. Es liegt auch an dem ganzen administrativen Apparat, der für so einen Publikums-Fonds nötig ist. Es liegt aber eben auch daran, dass solche Fonds-Dickschiffe nicht so leicht zu bewegen sind, wie ein eigenes Depot und noch dazu oft Begrenzungen eingebaut haben, so dürfen viele Fonds zB gar nicht in signifikantem Umfang in Cash gehen wie ich.

Die schlechte Performance vieler dieser Angebote beruht also in meinen Augen zu einem guten Teil nicht auf mangelnder Kompetenz der Verantwortlichen - die ist weitgehend da, obwohl es da sicher auch Aufschneider und Unfähige gibt wie überall - sondern vor allem an den Umständen. Und die Umstände sind bei so Fonds eben struktureller Natur, weswegen die Anlageform als Solche, wohl immer mehr unter Druck kommen wird.

Die Methode der ruhigen Akkumulation ist diesen Fonds ja auch verwehrt, denn die kann man nur fahren wenn man akzeptiert, dass es Jahre gibt, in denen man dem Markt hinterher hängt. Auch das ist diesen Fonds aber nicht möglich, da der Vergleich zum Index jedes Jahr zu hart bei den Fondszuflüssen bemerkbar ist.

Die Fonds sind also einerseits zu träge, um sich so schnell adaptieren zu können, wie das nach Events wie Brexit oder Trump nötig ist. Sie sind aber andererseits auch nicht gelassen genug, mal Dellen auszusitzen, weil man das gegenüber den Kunden nicht argumentiert bekommt. In Summe eine schwierige Ausgangslage, die diesen Fonds wohl strukturell immanent ist.

In anderen Worten - wenn ich jetzt theoretisch versuchen würde, einen Fonds aufzulegen, in den Sie investieren können und in dem ich meine Methodik abbilde, würde ich damit wohl deutlich schlechter abschneiden, als in meinem eigenen Depot. Kostenstrukturen, administrative Aufwände, Handlungsbegrenzungen und Dokumentations- und Rechtfertigungspflichten würden einen hohen Preis erzwingen. Und der permanten Rechtfertigungsdruck Ihnen gegenüber, wäre wohl die schlimmste Last und würde das, womit ich erfolgreich bin, immens erschweren.

Die einzige Methode die wohl funktionieren könnte, wäre die alte Methode Buffett, der in der Phase seines Wachstum nur dann Geld angenommen hat, wenn die Anleger akzeptiert haben, dass sie das ganze Jahr rein gar nichts hören und auch keine Aussagen zur Performance bekommen - nur einmal im Jahr bekamen sie einen ausführlichen Brief von Buffett.

Diese Methode, die dem Fondsmanager Ruhe und Gelassenheit schenkt, um im Sinne der Klienten tätig zu sein, wäre aber nach meiner Vermutung hier und heute regulativ gar nicht zulässig, sie wissen schon: Transparenz und so. Und Transparenz ist ja immer gut. 😉 Von wegen, nicht immer. Transparenz kann vielleicht einen Madoff verhindern, sie verhindert aber auch die Ruhe, die ein Buffett braucht.

Wer also die gedankliche Reife und das Verständnis hat, selber an den Märkten unterwegs zu sein, tut in meinen Augen gut daran und dieser Effekt wird mit dem Aufstieg der Algos nicht kleiner, sondern grösser, weil die Marktbewegungen härter werden und mehr Flexibilität erfordern.

Aber zurück zum Markt, aus den oben genannten Gründen, haben DAX & Co. gute Chancen, nach dem Referendum in Italien doch zur Rally anzusetzen und der DAX den Deckel bei 10.800 wegzuhauen. Das Chart dazu, habe ich schon gestern gezeigt:

dax-29-11-16

Ob der Einbruch vorher noch so tief wird, ist heute fragwürdiger, der Markt scheint jetzt schon Fahrt aufnehmen zu wollen. Aber die Grundstruktur ist weiter gültig.

Besonders bemerkenswert sind heute natürlich die -> erneuten Fusionsgerüchte um Praxair und Linde <-.

Linde vollzieht damit heute den Ausbruch, den der DAX noch vor sich hat:

linde-30-11-16

Allerdings ist schwer einzuschätzen, welche Chancen dieser Vorstoss nun hat. Instinktiv würde ich sagen wenige, denn gescheitert ist der Deal wohl an internen Widerständen bei Linde und da der erneute Vorstoss von Praxair kommt, dürften deren Interessen damit optimiert werden.

Aber wir werden sehen. Auf jeden Fall steht der doch starke Schub von intial massiven 6% unter dem deutlichen Risiko, wieder zurück zu kommen. Von der Chartstruktur her, sind die Signale aber auf Grün.

So weit heute Morgen. Achten wir nun also auf DAX und Co., die könnten nun nach oben in Bewegung geraten, das Referendum könnte dafür die Wegscheide sein.

Passend dazu hat der Dollar im US Dollar Index, nach der Trump-Rally nun eine Struktur geformt, die eine SKS sein könnte und von einer Trendwende künden könnte - ich betone den Konjunktiv, wir sollten das aber im Auge behalten:

us-dollar-index-30-11-16

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Ich habe da ein ganz mieses Gefühl ….



.... sagte wie Sie wissen, schon Han Solo vor langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxis. Und eigentlich, könnte ich ja heute früh wieder nur den "Disclaimer" setzen, denn passiert ist noch nicht viel. Aber schon gestern Nachmittag sagte ich:

In Summe zeigt der Markt trotz eher guter Zahlen aber kein besonders bullisches Verhalten. Im Gegenteil, gute Zahlen werden belohnt, schlechte Zahlen hart abgestraft. Heisst, hier ist ein negativer Bias, der Stärke zu Gewinnmitnahmen nutzt.

Das Gefühl, dass wir hier erst noch einen Einbruch nach unten sehen müssen, bevor es nach oben weiter gehen kann, baut sich weiter auf.

Wenn sich morgen und am Wochenende nichts Grundlegendes ändert, werde ich im Wetterbericht von kommenden Montag vielleicht erneut das Long-Exposure leicht reduzieren. Denn der S&P500 "sollte" bei den eher guten Zahlen nun zur Rally ansetzen. Dass er das nicht tut, ist auch ein Signal und das Fenster für die Herbstrally schliesst sich.

Im Übrigen ist am 08.11. US Präsidentschaftswahl mit zwei negativen Überraschungsszenarien. Erstens, dass Trump doch gewinnt und zweitens, dass auch das Repräsentantenhaus an die Demokraten fällt.

Dieses Gefühl von drohendem Unheil baut sich weiter auf. Das Marktverhalten des S&P500 sieht nicht gut aus.

Ich weiss, ich habe James DePorre - der wie ich ein "alter Börsenhase" ist - nun oft genug promoted (und bekomme nichts dafür, er weiss es nicht einmal ;)), aber es ist berechtigt, denn er hat einfach ein Gespür für das, was im Markt tagtäglich passiert und bekommt das schreiberisch auf die Strasse.

Und ganz oft, finde ich mich in ihm wieder - sprich das was ich geschrieben habe, lese ich später bei ihm oder umgedreht, er schreibt und ich habe den gleichen Gedanken. Das ist kein Abschreiben, sondern einfach nur "Zwei Seelen, ein Gedanke".

Und deshalb beschreibt er gestern Abend auch die Situation absolut zutreffend. Lesen Sie: -> No shortage of market negatives <- und danach -> The way the market is now, why buy? <-. Wenn es nicht sichtbar ist, einfach Browser-Cache leeren. 😉

Nun wissen wir alle, dass wenn die Markt-Teilnehmer ein schlechtes Gefühl bekommen, es problemlos in die Gegenrichtung gehen kann. Deshalb warne ich davor, rein aus diesem Gefühl zu agieren und will uns alle motivieren, uns hart an die Range selber zu halten und solange der S&P500 darin verbleibt, uns solange vorschneller Festlegungen über die Richtung zu entsagen.

Aber sein Vergleich mit letzten Dezember ist berechtigt. Da *war* die Price-Action ähnlich, ich hatte auch ein mieses Gefühl und es *war* im Nachhinein berechtigt und die gezeigte Vorsicht, hat mein Depot und hoffentlich auch Sie, davor bewahrt, im Januar in den Absturz zu geraten.

Insofern sollten wir uns zwar nicht von der Richtung her festlegen. Aber etwas Risiko heraus zu nehmen, noch während der S&P500 in der Range ist, scheint eine rational akzeptable Strategie zu sein.

Kommen wir erneut zum "Zahlengeschehen", denn das passt zu obigen Worten "wie die Faust aufs Auge":

Amazon (AMZN)

Amazon enttäuscht deutlich. Nachdem der Markt sich freudig an (endlich!) Gewinne gewohnt hat, ist das was Amazon liefert, -> viel zu wenig <-

Nachbörslich fällt der Kurs um ca. 5%, dem S&P500 wird das nicht so gut tun und AMZN eröffnet heute ca. beim blauen Stern und fällt aus dem Aufwärtstrend seit Jahresanfang heraus. Nicht gut!

amzn-28-10-16

Auch langfristig ist das riskant, ich zeige mal den ersten, naheliegenden Zielbereich:

amzn-28-10-16-2

Alphabet (GOOGL)

Das ganz oben beschriebene Ungleichgewicht zwischen negativer und positiver Reaktion auf Zahlen, ist im Vergleich zu Amazon bei Google zu sehen. Google -> steigert Umsatz und Gewinn deutlich und klar über den Erwartungen <-, der Markt gähnt und gewährt ein Prozent nachbörslich.

Dieses Marktverhalten lässt mich eine Augebraue heben, wie weiland Leonard Nimoy (er ruhe selig!) als Mr. Spock: Fascinating!

Im Chart sollte dieser Ausbruchsversuch nun besser halten, sonst wäre auch das ein negatives Signal nicht nur für Google, sondern auch für den Markt. Denn Sie wissen ja, was es sagt, wenn Aktien bei guten Nachrichten nicht mehr steigen können:

googl-28-10-16

Amgen (AMGN)

Ein ähnliches Bild beim Biotech-Schwergewicht Amgen. AMGN -> schlägt beim Gewinn die Erwartungen und erhöht den Gewinnausblick durch Kosteneinsparungen <-. Aber alleine die Tatsache, dass der Umsatzausblick gleich bleibt - nicht gesenkt wird, sondern gleich bleibt - sorgt für ein nachbörsliches Minus von 1-2%.

Dabei ist der Kurs keineswegs nach oben überdehnt, sondern hat gerade eine Korrektur hinter sich. Nicht gut also, dieses Marktverhalten!

amgn-28-10-16

Und Twitter (TWTR)?

Ganz einfach: -> Twitter tops on earnings, but stock gains quickly fade <-. Ugh!

Sie sehen das Muster? Sie sehen, warum ich da "ein ganz mieses Gefühl habe", wenn ich diese Price-Action sehe? Vier namhafte Aktien mit Quartalszahlen. Viermal negative Tendenz bei der Interpretation.

Und um das Ganze abzurunden, was macht ein kleiner Momentum-Wert wie A10 Network (ATEN), wenn die Zahlen mal nicht so perfekt sind?

Fällt wie ein Stein nachbörslich um 10%:

aten-28-10-16

Nun hat die Price-Action das ja klar angedeutet und insofern ist das nicht so überraschend. Wenn man so kleine Momentum-Werte mitnehmen will, darf man nicht im Sinne "Buy & Hold" denken, sondern eher im Sinne "Hit & Run". 😉

Sprich wenn das Momentum ausläuft, nimmt man konsequent Gewinne mit und geht auf die Seitenlinie. Aber auch hier ist das Muster des Marktverhaltens zu sehen. Harte Verluste nach unten, begrenzte Gewinne nach oben, die schnell wieder bröckeln.

Ich rufe hier und heute also hoch offiziell *Alarmstufe Gelb* für den S&P500 aus. 😉 Der US Markt wirkt wackelig und angreifbar.

Der europäische Markt und der DAX, sieht dagegen besser aus. Eine Illusion, dass diese sich halten können, falls der S&P500 einbricht, sollten wir aber nicht haben.

UBS

Heute hat UBS ->brauchbare Zahlen <-, im Kurs macht das nicht viel aus.

Die schon vor zwei Wochen bei -> Chancen im Gezerre <- genannte Chance, könnte sich aber realisieren. Das sieht im Chart nicht so schlecht aus:

ubs-28-10-16

BNP Paribas und Banken generell

Auch die Mutter von Consors, die französische Grossbank BNP Paribas, liefert ganz -> gute Zahlen <-, der Markt hat es wohl vorher schon gewusst, denn das ist eine saubere Wendeformation:

bnp-28-10-16

Ganz grundsätzlich könnten die Banken taktisch gesehen, nun sehr wohl Chancen bereit halten, denn diese sollten von einer leichte Normalisierung des nicht vorhandenen Zinsniveaus, am meisten profitieren.

Äusserungen von EZB Direktoriumsmitglied Yves Mersch deuten in diese Richtung und helfen dem Sektor: -> Wir müssen wachsam sein <-

Linde

Bei Linde muss nach der gescheiterten Fusion mit Praxair nun-> alles im Sinne Krisenmodus auf den Prüfstand <-.

Dem Kurs scheint es aber nicht zu schaden. Ich hatte nach der Praxair Verwirrung gleich den Eindruck, dass die Aktie nicht mehr weiter fallen will und so scheint es auch zu sein, Linde wird heute ca. 2% im Plus bei ca. 150 eröffnen:

linde-28-10-16

Leoni

Unabhängig von Quartalszahlen, die kommen erst am 16.11. - sei heute auch an Leoni erinnert. Die waren auch Teil der -> Chancen im Gezerre <- von vor zwei Wochen und nun sieht das Chart so aus:

leoni-28-10-16

Heute Mittag vor US Handelsstart, bekommen wir an Zahlen noch:

AB Inbev (BUD), AbbVie (ABBV), Chevron (CVX), Exxon (XOM), Mastercard (MA), Novo Nordisk (NVO), Philips 66 (PSX), Stillwater Mining (SWC), Goodyear (GT), Ventas (VTR)

Erinnern möchte ich auch noch einmal daran, dass heute mein letzter voller Arbeitstag, vor dem einwöchigen Ferienmodus kommende Woche ist.

Wie immer schreibe ich im Ferienmodus ca. einmal am Tag, aber das ohne festen Rhythmus, wann immer es mir passt. Sehen Sie es positiv: mein Ferienmodus ist für den Markt vielleicht genug Grund, mal zu korrigieren und die Range zu verlassen. 😛

Halten sie die Ohren steif, bis heute Nachmittag. Ich widme mich nun Backups des Servers und ähnlich Administrativem - auch das muss gemacht werden, damit der Blog weiter so stabil läuft, wie er das nun seit Jahren tut.

Ihr Hari

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Bullenflagge? Merck, BASF und Linde



Wenn man sieht, wie sich der DAX heute entwickelt, wird die im heutigen ersten Artikel genannte Bullenflagge immer wahrscheinlicher. Und damit sieht es auch mehr und mehr so aus, als ob das Long-Szenario doch noch zum Tragen kommt.

Nur der liebe DAX, beliebte gestern halt mal wieder erst einmal durchzudrehen und wild nach unten zu zucken. Warum? Fragen Sie ihn. Ich kann da nur den Kopf schütteln.

Ich will an dieser Stelle daher mal auf kurzfristige Charts im DAX schauen und ein paar identifizieren, die als mehrtägiger Trade ganz brauchbare Ausgangslagen haben:

Merck KGaA

Wie sehr der DAX gestern durchgedreht hat, zeigt wunderschön die Aktie von Merck KGaA. Schauen Sie auf *diesen* Docht:

merck-kgaa-28-09-16

Was sollte das? Aber wie auch immer, damit scheint die Lage nach unten erst einmal bereinigt, wir haben eine Art "W" und Chancen nach oben in den kommenden Tagen.

BASF

Oder auch BASF. Das ist ein Island-Reversal, das ist ein Volumen-Ausverkauf wo er sein sollte und das ist eine Art bullische Flagge, die nun nach oben aufgelöst wird:

basf-28-09-16

Der Ausverkauf hat also klar das Potential, einen temporären Boden zu markieren.

Linde

Oder auch Linde, die nach der Praxair Deal-Verwirrung nun wohl doch weiter steigen wollen, was ich nach dem Einbruch schon vermutet hatte:

linde-28-09-16

In dem Stil geht es weiter, schauen Sie selber auf die Charts.

Also:

Das Setup von Gestern scheint vielleicht doch zu funktionieren, mein Instinkt und meine Markterwartung war also doch nicht "neben der Spur"

Nur leider mit der massiven Erschwerniss, dass der DAX uns gestern Vormittag vorher noch eine eher idiotische Pirouette zwischen die Beine geworfen hat.

Der S&P500 dagegen, verhält sich bisher regelkonform und wie erwartet, wenn auch etwas gedämpft.

Ihr Hari

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Tunnelblick



An einem wie erwartet sehr ruhigen Tag, an dem sich seit der Eröffnung in Europa um 9 Uhr fast nichts getan hat, muss man sich wirklich fragen, ob der Markt nun eine Art Tunnelblick nur auf die FED hat.

Denn während der Markt seitwärts und in "freudiger Erwartung" leicht nach oben läuft, braut sich um China scheinbar wieder etwas zusammen. Lesen Sie: -> Das Stress-Signal aus Hongkong leuchtet wieder auf <-.

Hmmm. Das gibt es tatsächlich schon mal, dass der Markt eine temporäre Wahrnehmungsstörung hat, in der wichtige Signale durch die Fixierung auf noch Wichtigeres überlagert werden. Insofern durchaus möglich, dass das Thema irgendwann plötzlich "entdeckt" wird, obwohl es im Moment schon da ist.

Ich kann zu meinem Bedauern nur sagen, ich kann das Thema nur zur Kenntnis nehmen, ohne es inhaltlich kompetent werten zu können. Für mich ist China in Sachen Börse weitgehend ein Buch mit sieben Siegeln und wird es wohl auch bleiben. Die Sprache und das Fehlen authentischer Kommentierung, wie wir sie aus den US Blogs kennen, ist ein harter Selektor.

Schauen wir also mangels relevanter Bewegungen der Indizes auf einzelne Aktien und Opportunitäten.

Denn da hat sich eine Menge getan, auch im deutschen Markt, der heute einige interessante Bewegungen hat. Die Indizes kaschieren diese Bewegung mal wieder recht stark.

Von Linde kommt ein überraschendes Statement des Vertrauens. Der scheidende CEO Wolfgang Büchele hat in die Schwäche nach der Absage der Fusion hinein, -> 60.000€ für Linde-Aktien ausgegeben <-.

Das ist wirklich bemerkenswert, denn scheidende Chefs tun so etwas normalerweise nicht und sind auch bestimmt nicht dazu verpflichtet. Das darf man also wirklich als Vertrauenssignal werten.

Das Chart zeigt zwar ein Island-Reversal um die Fusionsgerüchte herum. Ich bin hier aber nicht sicher, ob das so relevant ist und was wir hier sehen, sieht mir fast eher als Retest des Ausbruches aus und das On-Balance-Volumen ist eher bestätigend:

linde-19-09-16

Indus Holding schiebt auch markant hoch, das ist ein Struktur, die bald einen Ausbruch produzieren könnte:

indus-19-09-16

Und ThyssenKrupp hat eine deutliche Wendestruktur. Ganz idealtypisch ist das nicht und die Nackenlinie nur schwer und mehrdeutig zu zeichnen. Die Botschaft "das will eher nach oben", ist aber doch deutlicher zu vernehmen, als das Gegenteil:

tk-19-09-16

Und KWS Saat sieht auch gut aus und könnte hier einen veritablen Ausbruch generieren:

kws-19-09-16

Am US Markt sieht der heute im freien Bereich wieder erwähnte ETF ITA der Aerospace & Defense Aktien verflixt danach aus, als wollte er gerade jetzt seine Korrektur abschliessen und wieder nach oben drehen:

ita-19-09-16

Neben Bluebird Bio (BLUE), die ich zuletzt ja zweimal erwähnt habe, gerät nun auch Cara Therapeutics (Cara) richtig in Bewegung. Das Chart sieht vielversprechend aus:

cara-19-09-16

Auch das Biotech Schwergewicht Regeneron (REGN) sieht nun aussichtsreich aus, das sieht nach einer grossen Flagge aus, die nun nach oben aufgelöst wird:

regn-19-09-16

Rohstoffe und Edelmetalle sind auch recht stark, hier dürfte aber die Erwartung auf das Ausbleiben einer Zinserhöhung der FED eine Rolle spielen, insofern macht hier etwas Geduld mehr Sinn. Wie ich heute morgen schon schrieb, teile ich die Erwartung zwar im Kern, bin aber nicht sicher, ob der Markt das Rest-Risiko einer Erhöhung aus reiner Selbstbehauptung nun nicht unterschätzt. Die dazu nötigen ökonomischen Daten werden sich sicher finden lassen. 😉

Und der Dollar? Der weiss vor der FED auch nicht so recht, was er soll. Hier ist ebenso Geduld notwendig:

usd-19-09-16

Zum Abschluss noch eine kleine Umfrage in eigener Sache.

Sie haben vielleicht bemerkt, dass ich seit ein paar Monaten bei den Nachmittags-Berichten mehr und mehr einen Überblick diverser Opportunitäten und Auffälligkeiten zeige.

Das ermöglicht mir, Ihnen in Breite interessante Situationen zu zeigen. Dafür verzichte ich natürlich auf Tiefe und streife die Themen nur, so dass Sie da selber tiefer einsteigen können bzw müssen.

Ich kann das natürlich auch anders herum machen und nur wenige Themen besprechen, vieles ignorieren und dafür die besprochenen Themen tiefer betrachten.

Sagen Sie mir mal Ihre Präferenz:

Ihre Präferenz zum Nachmittags-Bericht

  • Lieber - wie aktuell - grosse Breite auf Kosten von Tiefe (76%, 150 Votes)
  • Lieber ein oder zwei Themen, die aber tiefer betrachtet und kommentiert (24%, 47 Votes)

Total Voters: 197

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Bis Morgen!

Ihr Hari

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Das sieht gut aus



Ohne viele Worte, das sieht gut aus:

DAX 30.08.16

Man traut sich gar nicht, das zu sagen, aber das könnte nun was werden:

DB 30.08.16

Auch diese Konsolidierung sieht gut aus:

Daimler 30.08.16

Und auch das sieht gut aus, der Measured Move würde theoretisch hier in den 90er Bereich weisen:

SAP 30.08.16

Und hier ist Druck drauf. Riesiges Island-Reversal und nun eine zulaufendes Dreieck mit Druck von unten:

Linde 30.08.16

In Summe sind im DAX derzeit einige Chancen sichtbar. Seien wir nicht zu negativ!

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