Armes England

Ein Land im Chaos: Der Brexit-Wirrwarr. Die Terror-Anschläge. Die Wahl. Und jetzt dieses furchtbare Feuer. Es ernüchtert schrecklich nach dem immer frivoler kommentierten Taumeln der noch ungebildeten Regierung.

Aber vielleicht wird, was letzteres angeht, ja alles gar nicht so schlimm. Ein neues Datum für die von der Königin vorgetragene indirekte Regierungserklärung zur Eröffnung der neuen Unterhaus-Legislaturperiode ist gefunden (21.6.), die Probleme mit dem Ziegenhautpergament konnten wohl geklärt werden. Dagegen ist der Tolerierungspakt mit der nordirischen DUP immer noch in der Schwebe. Es ist aber vielleicht sowieso wünschenswert, daß dieses „Confidence and Supply“ Agreement nicht zustande kommt. Es beinhaltet ja DUP-Unterstützung bei Haushalt und Vertrauensfrage im Austausch gegen Einzelzugeständnisse an die Unionisten in Nordirland. Darin sehen viele einen Verstoß gegen die Neutralität Großbritanniens im nordirischen Friedensprozeß. Bizarr, daß die Tories, die Jeremy Corbyn seine Positionen zur IRA in schrillen Tönen vorgehalten hatten, jetzt selbst eine Fast-Koalition mit einer Partei verhandeln, die ebenfalls historisch mit einem Bein im Terror steht.

Eine echte Minderheitsregierung der Tories wäre ja ebenfalls denkbar. Zumal, wenn sie sich über Parteigrenzen hinweg um einen neuen Brexitansatz bemühten. Damit würde dieses zentrale politische Thema, das im Wahlkampf kaum ernstzunehmend debattiert wurde, endlich die gebührende Aufmerksamkeit erhalten. Witzbolde haben schon gefordert, man solle Lord Buckethead als Chefunterhändler nach Brüssel schicken, den Scherzkandidaten aus Mays Wahlkreis. Stattdessen könnte es noch besser eine inoffizielle GroKo in UK regeln. Einigte man sich politisch querbeet auf einen Brexit light, auf einen Status im Stil von Norwegen oder Schweiz, dann wäre die Sache ruckzuck in trockenen Tüchern. Ein Entgegenkommen der Tories ist sogar realistisch und zeigt sich schon in ersten Statements für einen Soft Brexit aus ihren Reihen. Denn die ebenfalls durchaus möglichen Neuwahlen wollen die Tories um jeden Preis vermeiden. Sie müßten eine Niederlage befürchten.

Das ist offensichtlich das Fazit dieser Tage. Die politische Stimmung hat sich grundlegend und nachhaltig verändert. Corbyn ist plötzlich „wählbar“ geworden. Und das schreckliche Feuer im schlampig betriebenen, unsauber renovierten Sozialblock paßt auf grimmige Weise zu dieser tiefgreifenden Wandlung der öffentlichen Wahrnehmung. Denn die Katastrophe wird allgemein der herrschenden Sparpolitik angelastet. Der Kampf gegen „red tape“, gegen Regulierungen und Sicherheitsregeln ganz buchstäblich auch im Wohnungs- und Mietwesen, die Verunglimpfung der staatlichen Schutzfunktion als „Nanny state“, Schrumpfung des öffentlichen Handelns, Privatisierung: Das klingt pötzlich alles sehr hohl. Der Brand wird stillschweigend als eine tragische Bestätigung des Corbynschen Moments aufgefaßt. Die Tories und die Brexiteers haben einen Schuß vor den Bug bekommen, UKIP ist erledigt, New Labour ist Geschichte. Wie es sich nun auch immer konkret weiterentwickeln und -verheddern mag, der Ruf der „austerity“-Poliutik ist schwer beschädigt, vielleicht unwiderruflich.

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Steuern auf Licht und Luft

Marchmont Street Steuern sind was Wunderbares! Andererseits darf man bei der Planung neuer fiskalischer Folterinstrumente nicht unterschätzen, welche drastischen Manöver die Besteuerten zur Steuervermeidung teils zu unternehmen bereit sind. Ein absurdes Beispiel kam mir am Wochenende bei einem Gang durch Bloomsbury in London aufs Neue vor Augen (siehe Foto). Ich bitte um Verzeihung, falls das Thema schon allgemein bekannt sein sollte. Ich selbst war seinerzeit jedenfalls einfach baff, als man mir den Sachverhalt erklärt hat. Bei etlichen schönen alten Häusern in London sind eine Anzahl von Fenstern zugemauert. Der Grund: die Window Tax!

1696 wurde sie in England eingeführt, weil die Idee einer Einkommenssteuer damals noch nicht durchsetzbar war. Der Staat sollte das Recht haben, in den Einkommensverhältnisssen der Bürger herumzuschnüffeln? Nicht mit Engländern! Also behalf man sich mit einer Steuer, die auch von außen taxiert und erhoben werden konnte. Für jedes Haus wurden zwei Schilling pauschal fällig sowie vier Schilling für Häuser mit zehn bis zwanzig Fenstern. Bei mehr als zwanzig Fenstern waren weitere acht Schilling zu berappen. Ähnliche Regelungen gab es in Schottland und Frankreich (Impôt sur les portes et fenêtres).

Manche Steueropfer sahen keinen anderen Ausweg, als die entsprechende Zahl von Fenstern zuzumauern. Im Fall des abgebildeten Hauses in der Marchmont Street war es gar eine ganze Fassade. Kein Wunder, daß die Steuer nicht eben populär war, als eine Steuer auf „Licht und Luft“ attackiert wurde. Auch wenn bestimmte gemeinnützige Einrichtungen ausgenommen waren, insbesondere „Molkereien, Käsereien und Milchhäuser“. 1851 wurde die Steuer abgeschafft, in Frankreich anscheinend erst 1926.

Schließt sich gleich die Frage an, warum die Fenster denn danach nicht wieder geöffnet wurden. Hier versagt der kontinentale Menschenverstand. Die Leute hier mögen ihre Traditionen, im guten wie im schlechten. Irgendwie charming.

PS: Labour hat vor kurzem sein Wahlprogramm inklusive ->Steuererhöhungen<- vorgestellt.

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Mal Hinschauen!



Ostern liegt hinter uns. Wer nicht in fernen Ländern war, wurde über die Feiertage mit Kälte und Regen "beschenkt" und diese Woche wird es Nachts hier bei uns in Sichtweite der Alpen wieder Bodenfrost geben.

Da können wir wohl fest davon ausgehen, dass es nicht das Wetter in Mitteleuropa ist, das so viele junge, körperlich starke, dunkelhäutige Männer sich von Libyen aus ins Mittelmeer stürzen lässt, in der berechtigten Hoffnung in internationalen Gewässern dann aufgelesen und ins gelobte Land verfrachtet zu werden.

Während wir hier über Ostern eingemummelt sassen und viel gelesen haben, drückte sich die Welt durch alle medialen und realen Ritzen in unsere Hirne. Ohne jetzt hier auf die einzelnen Verrücktheiten eingehen zu wollen, muss ich gestehen, dass die Irrationalität und Ideologisierung, die aus so vielen medialen Zeilen und Politikeraussagen spricht und die Köpfe der Menschen füllt, mich schlicht "verrückt" macht.

Zu ganz vielen dieser Themen, von Anatolien über Istanbul nach Tripolis, weiter nach Marxloh und dann nach Brüssel und erneut weiter nach Paris und London sozusagen, gibt es ganz klare und offensichtliche Wahrheiten, die für jeden mit sehenden Augen und halbwegs klarem Verstand offen liegen. Man braucht kein Raketenwissenschaftler zu sein um diese zu erkennen und anerkannte Fachleute - wirkliche Fachleute, keine Fensterredner - wiederholen diese Wahrheiten auch immer wieder und immer wieder. Und trotzdem hat das keine Wirkung, obwohl die Dinge so offensichtlich sind und die Lösung so klar. Wie in einem Paralleluniversum, bewegt sich der politisch Diskurs in einer Scheinwelt, die kaum mehr zu ertragen ist und Änderung ist in keinster Weise in Sicht, aus absolut keiner Richtung.

Dabei müsste man nur mal unvoreingenommen *Hinschauen*. Hinschauen!

Aber schon das ist wohl zu viel verlangt. Es ist schon bemerkenswert, dass die Diskussion um "Fake-News" - die es unter dem Namen "Desinformation" schon seit der Steinzeit gegeben hat - gerade jetzt aus der Politik heraus geschürt wird, wo sich die Politik scheinbar in einer Berliner Filterblase befindet, die man eher als "Fake-Universum" beschreiben könnte. Ob da wohl ein Zusammenhang existiert? 😉

Damals beim Wechsel von Bonn nach Berlin, haben kluge Köpfe genau vor dieser Abschottung gewarnt, die im kleinen, beschaulichen Bonn nicht möglich war, das dem Land als Bundeshauptstadt gut zu Gesicht gestanden hat. Nun haben wir den Salat, aber auch das waren eben kluge Fachleute, die nicht gehört wurden - wieder mal. Insofern kann man eine direkte Linie von Kohls Kanzleramtsbau zu Erdogans Sultanspalast ziehen. In beiden Fällen geht es um Abschottung, Machtprojektion und Abgehobenheit, auch wenn Erdogans peinlicher Schnörkelbunker sicher noch zwei Nummern schlimmer ist, als Kohls Kanzleramt. Einer gesunden Demokratie, in der die Interessen des Volkes wirklich von echten Abgeordneten vertreten werden, sind diese Abschottungen auf jeden Fall zutiefst abträglich.

Ich erinnere daran, dass im Weissen Haus nicht nur gelebt wird, sondern die Amerikaner grossen Wert darauf legen, dass ihr(e) Anführer(in) Familien mit Kindern haben. Denn Kinder machen demütig, motivieren uns, uns für ihre gute Zukunft zu engagieren und zwingen uns immer wieder, uns der Realität zu stellen, statt uns in eine Scheinwelt zurück zu ziehen. Nein, im Weissen Haus sitzt auch die Presse in eigenen Räumen und wenn man zum Oval Office über den Rasen läuft, kann man spielenden Kindern begegnen - wenn auch immer mit einem Herrn vom Secret Serivce mit kritischem Blick in der Nähe, aber das muss wohl sein, die Welt besteht eben nicht nur aus Engeln.

Es wird aber vieles dafür getan, das weisse Haus nicht nur zu einem abgehobenen Regierungsbunker, sondern zu einem Ort des Lebens zu machen, der in die reale Welt eingebettet ist. Es zeichnet gute demokratische Systeme eben aus, dass ihre Anführer mitten im Leben stehen und auch dass sie eigene Berufe und Fähigkeiten haben, die über das politische Dasein hinaus gehen. Denn wenn man selber noch im Leben steht, reicht es oft einfach mal *Hinzuschauen* und man braucht dann keine Einflüsterer und Demoskopen mehr, um eine Scheinwelt der Bürger zu zeichnen, man spürt selber in den Knochen, was wirklich los ist.

Aber "Hinschauen" wurde im von den Parteien deformierten politischen System Deutschlands scheinbar verlernt. Und ich kann es nicht ändern, auch wenn ich gerne würde. Und deshalb sollten wir uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können, so zum Beispiel was wir im Depot haben und was nicht.

Und dabei gibt es ja auch das Problem des *Hinschauens*, denn unverändert wird herum spekuliert, wie es nun mit den Börsen weiter geht. Damit lassen sich ja auch so schöne Klicks generieren und die grossen Schwadronierer mit den lautstarken Prognosen sind medial immer erfolgreicher, als der differenziert argumentierende und sich seiner eigenen Begrenzungen bewusste, echte Börsen-Fachmann.

Wir sollten unsere Zeit aber nicht damit verbringen, was andere glauben, wie der Markt sich weiter entwickeln wird. Denn den Markt interessiert das herzlich wenig und im Zeitalter der Algos, werden die Erwartungen der menschlichen Herde sogar ganz gezielt abgeschöpft.

Wir schauen einfach ganz rational auf das was ist. Wir pflegen eben das *Hinschauen*. Und das liefert uns ganz erstaunliche und klare Aussagen.

Denn wenn wir den Leitindex S&P500 betrachten, sind zwei Aussagen wahr:

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Liegt da Geld auf der Straße?

Spaziert man über die High Street eines beliebigen Wohnviertels in London, springt einem sofort eines ins Auge: Es gibt an diesen typischen Ansammlungen von Ladengeschäften häufig mehr Makler als Supermärkte, Pubs, Friseure, Optiker und Nagelstudios zusammen. Die Briten haben eine Obsession nicht nur mit dem Immobilienbesitz, sondern mit dem Erwerb, dem Kauf, dem Verkauf, dem erneuten und nochmaligen, dann endgültigen, dann aber nach dem Auszug der Kinder doch noch einmal erneut notwendigen, schließlich auch noch für das Feriendomizil in Frankreich anfallenden Kauf.

Die eigene Immobilie ist in einem Land ohne ein üppiges Rentensystem wie etwa in Deutschland das Unterpfand auf einen geregelten Ruhestand. Das Leben eines Briten wird daher als ständiger Aufstieg auf einer imaginären Immobilienleiter gesehen, der „poperty ladder“. Bezeichnend vielleicht auch, daß im Englischen der Begriff „Eigentum“, property, synonym mit „Immobilie“ ist (während der Begriff im Deutschen interessanterweise privativ, eigentlich negativ ist: das Unbewegliche). Dem Außenstehenden kommt die property ladder abei allerdings teils eher wie ein Hamsterrad vor.

Daß die Lebensplanung der Briten zu einem viel größeren Teil aus dem Kauf und Verkauf von Immobilien besteht, merkt man auch auf einer beliebigen Dinner Party. Selten dauert es lang, bis die Gespräche in den neuesten Hauspreis-Tratsch abdriften. Man bekommt dabei das Gefühl, daß Briten und Britinnen (!), aber auch langjährige Expats ihre urbane Umwelt mit einer Art enhanced-reality-Brille wahrnehmen. Wo ich einfach nur eine verblüffend hübsche Nebenstraße eines ansonsten heruntergekommenen Viertels sehe, sieht die englische Freundin eine Investmentmöglichkeit.

Kein Wunder also, daß die exorbitante Immobilienblase der letzten zwei Jahrzehnte für zunehmende Unruhe sorgt: Die jungen Leute schaffen es nicht mehr auf die property ladder, die Altersvorsorge ist gestört! Die Antwort ist aber nicht etwa eine Ausweitung des Mietmarkts, der ja in deutschen Großstädten einen viel größeren Anteil hat. Vermieten ist etwas für unternehmungslustige, spekulative Individuen, es wurde für diese einstmals exotische Idee ein eigener Begriff geprägt: buy-to-let! Kaufen um zu vermieten! Unerhört.

Die Antwort ist auch nicht der Bau mehrgeschossiger Häuser, die in dichten urbanen Siedlungsgebieten ja Sinn machen würden. Nein, die haben hier den Ruch des Sozialghettos, und zur Miete zu wohnen gilt sowieso als Inbegriff des Versagens. Ein eigenes Reihenhäuschen sollte es schon sein, und zwar mit Garten, und zwar zentral.

Wer davon unter anderem profieriert, ist das Maklergewerbe. Es kassiert typischerweise 1,5 bis 1,8% der Verkaufssumme. Für das Geld kann man schon ein paar Interessenten mit dem Auto umherkutschieren. Man kann wohl auch die nicht unerhebliche eigene Miete berappen, die für ein schickes Büro in bester Shopping-Lage anfällt. Viele der Makler sind übrigens börsennotiert, wie etwa Savills (SVS) oder Foxtons (FOXT).

Es könnte aber sein, daß das Leben dieser Maden im Immobilienspeck in Zukunft etwas magerer ausfällt (besonders FOXT hat einen unschönen Langfristchart). Denn der Trend zum Online-Makler scheint unaufhaltsam. Konkurrenten ohne Ladengeschäft, aber mit einem Netzwerk lokaler Mitarbeiter, also mit wesentlich schlankerer Kostenstruktur hatten 2016 schon einen Marktanteil von 5%. Bis 2020 wird ein Anteil von 50% vorhergesagt.

Der Marktführer ist dabei Purplebricks (PURP). Die Firma verlangt lediglich eine „flat fee“ von ca. 700 GBP (1100 GBP in London). Eine erheblich Einsparung gegenüber traditionallen estate agents. Besonders interessant erscheint dabei, daß dieses Modell im Gegensatz zu den Highstreet-Maklern quasi Brexit-immun sein könnte: Falls der Brexit zu Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt führen sollte, wäre der Anreiz zu billigeren Verkaufskanälen um so größer.

Kritisiert wird an dem Modell, daß die flat fee quasi eine Listinggebühr ist - der Makler hat gar keinen Anreiz mehr zu einem Abschluß. An einem nach wie vor sehr aufgeheizten und aktiven Markt muß das aber vermutlich kein großes Problem sein. Interessenten gibt es genug. Auch könnten die traditionellen Makler jederzeit das Gechäftsmodell imitieren und PURP damit das Wasser abgraben, wird eingewandt. Der wachsende Onlinemarkt scheint aber demgegenüber groß genug für mehrere Mitbewerber, und die Marke Purplebricks ist nun etabliert.

Kritisiert wird weiterhin, daß PURP keine Zählung verkaufter Einheiten nennt, sondern nur den Umsatz berichtet. Der hat sich lt. letztem Halbjahresbericht aber immerhin verdoppelt. Gewinn wird "natürlich" noch lange keiner gemacht. Seither steigt dieser recht junge Wachstumswert und hat nach einer Konsolidierung dann gerade in den letzten Tagen einen neuen Schub hingelegt. Er hat dabei jetzt auch das bisherige Hoch aus dem Mai geknackt. Darauf habe ich bei dieser äußerst spekulativen Aktie gewartet und erwäge nun einen sehr kleinen Kauf bei einem Retest des Ausbruchs. Der vielleicht bei der aktuellen Dynamik Wunschdenken bleiben wird. Warnend hinzufügen muß man, daß die Firma mit ca. 500 Mio. Marktkapitalisierung auf dem niedrig regulierten Londoner AIM Markt gehandelt wird, mit geringem Volumen und teils bizarren Spreads.

Purplebricks Chart

Chart stammt von Stockcharts.com

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London, England, Großbritannien

Liebe Leute,

ein neues Jahr, eine neue Kolumne… ich freu mich so über die Gelegenheit, hier bei Hari und uns als eigener Beiträger mitwirken zu können. Nach Jahren in diesem Forum trete ich etwas aus dem Schatten hervor. Mein Thema – wie angekündigt: Gedanken aus England, zu England, im Spannungsfeld von Politik, Landeskultur und Markt. Ich verbringe seit Anfang des Jahrtausends aus familiären Gründen viel Zeit in London, hatte auch schon seinerzeit einmal den Gedanken, Reflexionen aus dem Teilzeit-Expat-Leben in einem Blog zu veröffentlichen. Es kam nie dazu.

Die sich nun hier auf Mr-Market ergebende Verknüpfung mit meinem Finanzmarktinteresse gibt der Sache für mich eine neue Dynamik, auf die ich äußerst gespannt bin. Auch auf Eure Sichtweisen natürlich, denn sicher habe ich hier auch nicht mehr Ahnung als manch anderer Englandaffiner aus dem Forum wie StockPix oder Plastik (oder Anja? Und da vermute ich auch noch ein paar andere...). Ich werde jedenfalls versuchen, meine sowieso laufenden laienhaften Überlegungen zu dem Thema schriftlich zu fokussieren und mit meinen ebenso laienhaften Marktbeobachtungen kurzzuschließen. Nun ja, auf die diversen Worte der Ankündigung müssen nun auch endlich Taten folgen, ähem, soll heißen, Worte…

Ein paar will ich im Auftakt zum logischen Thema Nummer 1 in diesem Zusammenhang verlieren, dem vermaledeiten Brexit, und zu den spezifischen britischen Widersprüchen, in denen dieser Prozeß nun schwärt. Auch wenn ich damit nur allgemein bekannte Tatsachen wiederkäue. In diesen Weihnachts- und Neujahrstagen liegt das Referendum ziemlich genau sechs Monate zurück. Es betrifft uns klarerweise alle, da es einen neuen Drall in die europäische (Des-?)Integration bringt, mich aber auch ganz besonders direkt privat, da ich ein Kind mit deutschem Paß in einer britischen Schule habe, einen Freundeskreis in London, Dutzende Male im Jahr ein- und ausreise.

Die Stimmung des Londoner Vormittags vom 24. Juni hat mich seither nicht mehr losgelassen. Auch wenn das Leben offensichtlich weitergeht, vielleicht ja sogar alles gut wird; es ist da wirklich eine Welt zusammengebrochen. Die Straßen dieser Stadt waren gelähmt. Passanten hatten Erschütterung im Gesicht, von der polnischen Reinigungskraft bis zum nadelgestreiften City-Arbeiter, wie nur nach einem epochalen Unglück, das alle gleichermaßen trifft. Und nach wie vor raufen sich in meinem Bekanntenkreis die Menschen die Haare. Ich habe in keinem Gespräch irgendjemanden erlebt, der den Brexit befürwortete. Alle halten die Idee für irrational, für ein Desaster. Aber wie kann das sein? Natürlich sind viele meiner Freunde hier „Europäer“, wie die von Haus aus ja doch etwas EU-skeptischen Briten sich manchmal verräterisch doppeldeutig ausdrücken – und damit „Kontinentaleuropärer.“ meinen. Aber auch meine britischen Bekannten teilen das Entsetzen.

Die Erklärung liegt natürlich auf der Hand. London ist nicht England. Das Referendum hat mit aller Schärfe den extremen Gegensatz zwischen der Kapitale und den englischen Regionen vergegenwärtigt, den erstere sonst gerne verdrängt, was sie sich angesichts ihrer Übermacht auch erlauben kann. Die Regionen haben dagegen nun mit in überwältigender Mehrheit für den Ausstieg aus der EU gestimmt – acht von neun, einzige Ausnahme: die „Region“ London. (Diese Proportion klingt etwas reißerisch gegenüber dem englischen Gesamtergebnis (53,3% zu 46,7%), findet aber große Beachtung in einem Land mit Mehrheitswahlrecht.) Meine englischen Bekannten mögen für Remain gestimmt haben, haben aber in vielen Fällen darüber mit ihren Eltern in der Provinz bitter gestritten. Jene wiederum hatten nämlich einfach die Nase voll von "der Elite".

Der englische Zentralismus ist, dessen ist man sich in Deutschland nicht unbedingt so bewußt, mindestens ebenso extrem wie der in Frankreich. Er ist jedenfalls nicht mit dem in Deutschland existenten Stadt-Land-Gegensatz vergleichbar. Regionalen Zentren wie Birmingham und Manchester zum Trotz – kulturelle Einrichtungen, Unternehmenszentralen, politische und soziale Institutionen sitzen fast alle in London. Kaum ein Theater in der Provinz hält ein ständiges Ensemble vor. Unistädte wie Oxford sind kein Gegenbeispiel, sondern elitäre Enklaven. Das Budget der Kommunen wird wesentlich von London bestimmt. 90% aller Steuereinnahmen werden durch die Zentralregierung kontrolliert. Kommunen sind politisch schwach, was sich durch die Austeritätspolitik noch verschärft hat. Das Brexit-Votum war also auch und vielleicht sogar in der Hauptsache ein Stinkefinger der Provinz an die metropolitane Kapitale, ob rational oder nicht. Eine triviale Tatsache, aber wichtig.

Dazu quer steht aber eine zweite triviale Tatsache, die jeder kennt, die man sich dennoch als externer Beobachter ebenso immer wieder vor Augen führen muß. England ist nicht Großbritannien. Seit der „Devolution“ der 90er haben Großbritanniens Teilnationen bekanntlich verstärkt autonome Rechte, die in Schottland teils weiter gehen als bei einem deutschen Bundesstaat – immerhin gibt es dort eigene Banknoten. Allerdings ist der junge britische Föderalismus nicht gut durchdacht. Zum Beispiel bleibt es ein Mißstand, daß England kein eigenes Regionalparlament hat – übrigens noch einmal ein Indiz des dortigen Zentralismus. Daß schottische Abgeordnete über rein englische Themen abstimmen dürfen, ist Unfug. Daß das anders geregelt wird, ist eine alte, legitime, in Großbritannien aber ganz exotisch wirkende Forderung der Konservativen. Auch wenn eine – längst noch nicht beschlossene - Klärung dieser sogenannten -> West Lothian Question <-„West Lothian Question“ Labour vermutlich vollends den Garaus machen würde. Jedenfalls hat beim Brexit-Referendum England zu 53,3% „Leave“ gewählt und Wales zu 52,5%, Schottland dagegen war mit 62% für „Remain“ und Nordirland mit 55%. Es ist keine Neuigkeit, daß Camerons Referendum im Ergebnis nicht nur die europäische Union destabilisiert hat, sondern auch die britische: Die Sezession Schottlands bleibt denkbar.

In der unnachahmlich nonchalanten Art eines britischen Oberklasse-Angehörigen hat David Cameron also spielerisch die Lunte nicht nur an die europäische, sondern auch an die britische Verfassungswirklichkeit gelegt. Man sollte sich nicht darauf verlassen, daß die bevorstehenden Druckwellen zur überfälligen konstitutionellen Bereinigung dieses erstaunlich chaotischen und zugleich so zählebigen Staatsgebildes führen. Vielleicht liegt ja aber auch andersherum gedacht gerade in dieser dynamischen Spannung das britische Geheimnis? Ist das Kuddelmuddel aus Flexibilität-Pragmatismus-Opportunismus zugleich die Ermöglichungsbedingung souveräner Beharrungskraft? Ich werde hier sicher noch einmal darauf zurückkommen.

Eines regionales Postskript zum Finanzmarkt will aber doch noch anschließen, mit einem Titel, denn ich dazu beobachte. Wobei es da nicht viel zu beobachten gibt, denn es handelt sich um einen harmlosen REIT, der eher so vor sich hin dümpelt und allenfalls bei krisenhaften Einschlägen wie eben dem Referendum zuckt, von denen ja in naher Zukunft noch einige bevorstehen mögen: Regional REIT (-> London-Ticker RGL <-). Der Charme: Es geht um Gewerbeimmobilien in Aylesbury, Basildon, Nottingham & Co (teils auch Städte der Größenordnung Glasgow/Manchester); also in Gegenden, wo der Immobilienboom vielleicht noch nicht ganz so bizarre Ausmaße angenommen hat wie in London. Vielleicht schützt das vor Downside.

Große Gewinne würde ich nicht erwarten, ich erwäge einen Titel in dieser Art als Yield-Beimischung (um die 7% Ausschüttung) in der UK-Ecke meines Depots, die sowieso konservativ aufgestellt ist. Wobei dieser REIT noch sehr jung ist, nur so um die 500 Mio. Assets besitzt, und ich das blumige Selbstlob des Managements auch nicht bewerten kann. Ich werfe das nur mal so als Anregung in die Runde; selbst warte ich ab, zumindest bis März, wenn der Operationsplan der britisch-europäischen Amputation klarer wird…

Cheerio,

libertin

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Ob nach dem Brexit das englisch Runde in das französisch Eckige geht?

Der Brexit hat die Märkte auf dem falschen Fuss erwischt, denn noch am Donnerstag Abend um 23 Uhr hatte in Anbetracht von Umfragen und Buchermacherwerten, niemand mehr ernsthaft mit dem Brexit gerechnet.

Wenn Sie sich aber beispielsweise mal den Wochensaldo des DAX letzte Woche anschauen, der sich nur um 74 Punkte von 9.631 auf 9.577 herab bewegt hat, sehen Sie schnell, dass wir trotz der 10% Minus am Freitag gar keinen Crash hatten, es wurden einfach nur die Gewinne von Montag bis Donnerstag mit einem Schlag wieder abgebaut, weil diese auf einer falschen Annahme (dem "Remain") fussten.

Summa Summarum, war das Marktverhalten am Freitag aber recht kontrolliert, sehr volatil zwar, aber ohne echte Panik. Auch die Finanzsysteme haben Stand gehalten und Banken, die trotz dieses lange planbaren Events ihre EDV trotzdem nicht im Griff hatten, sollte man konsequenterweise mit Abzug von Kapital strafen. Denn Schönwetterbanken braucht niemand.

Womit sich nun die Frage für Anleger stellt, wie es nun weiter geht.

Denn entscheidenden Punkt dafür, hatte ich schon vor einer guten Woche unter Punkt (5) des Artikels -> Brexit für Dummies <- geschrieben:

Fünftens, ob der "Brexit" oder das "Remain", dann Europa schwächen oder stärken wird, ob es Grossbritannien zu einem abgehängten, irrelevanten Wurmfortsatz Europas, oder gerade erst zu einem höchst erfolgreichen Wirtschaftsstandort macht, diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und hängt weniger von der Entscheidung selber, als davon ab, wie die Details danach gestaltet und verhandelt werden.

Der schlichte Narrativ, der nun vom "Remain"-Lager in Europa verbreitet wird, ist ja, dass die Briten nun das grössere Problem als die EU haben und sich "störrische, ungebildete Alte" in England, sozusagen selber in den Fuss geschossen haben.

Für bestimmte Denkschulen, ist die Welt ja immer simpel. Wenn man nicht ihrer Meinung ist, ist man wahlweise rechtsextrem, ungebildet, in der Vergangenheit lebend, fremdenfeindlich oder einfach nur blöd. Es lebt sich einfach gut, wenn die Welt so fein in Gut und Böse geteilt ist und man so immer nur bei den "Guten" ist.

Unsere Geldanlagen, sollten wir aber auf keinen Fall nach so einem dürftigen Narrativ richten, oder haben Sie den Eindruck, dass die Leute die dabei am Lautesten rufen, besonders erfolgreich an der Börse sind? 😉

Wahr ist, was ich oben schon geschrieben habe: Diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und hängt weniger vom Brexit selber, als davon ab, wie die Details danach gestaltet und verhandelt werden.

Und dabei beschleicht mich ein Verdacht. Der Verdacht, dass die EU nun das viel grössere Problem hat.

Denn das grösste Problem der Märkte ist nun Unsicherheit. Wo wird denn nun die Unsicherheit grösser sein?

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Unsicherheit ist Mist!


Puhhh! In Anbetracht der bedeutenden Wegscheide, habe ich mich schon am heutigen Sonntag Nachmittag zum Artikel hingesetzt und melde mich zur Lage für die kommenden Wochen und Monate.

Mein lieber Herr Gesangsverein, da hat sich am Wochenende aber eine Menge Unsicherheit über uns ergossen, abgerundet mit der Wahl in Spanien heute Abend, die im Falle eines klaren Sieges von Podemos, den Euro und den DAX weiter stark unter Druck setzen würde.

Das Bild, dass die "Eliten" der EU in Reaktion auf den Brexit abgeben, ist alles andere als überzeugend und macht eher den Eindruck einer Schnatterbude, aber wer hatte Besseres erwartet?

"Unser" Steinmeier "rettet" mal wieder mit diplomatisch "ganz wichtiger" Sauerteigmine die Welt (Fischer war auch Meister dieser Mr-Wichtig-Mine), so wie er vorher schon alle Krisen der Welt "gelöst" und "gerettet" hat und erstellt keine 24 Stunden nach dem Referendum, mit den Aussenministern der Gründerstaaten der EU fein ziselierte Konzeptpapiere, die nicht mal mit dem Kanzleramt abgestimmt sind und sofort bei den nicht eingeladenen Ländern wie Polen Widerspruch hervor rufen.

Vielleicht sollte man erst mal Denken, bevor man sofort in Aktionismus oder Selbstprofilierung verfällt, überlegte Regierungspolitik sieht auf jeden Fall anders aus.

"Unser" Parlamentspräsident Schulz stellt den Briten Ultimaten, für die jede rechtliche Grundlage fehlt und warum bitte sollten die Briten nun in Hektik vefallen und gleich am Dienstag die Scheidungspapiere einreichen? Lächerlich.

Die diversen politischen Strömungen, versuchen alle ihre individuellen Süppchen auf dem Brexit zu kochen und geben dabei ein jammervolles Bild intellektueller Bedürftigkeit ab.

Frau von Storch hat -> Tränen der Freude <-, nun ja, jeder blamiert sich auf seine Weise. Auch wenn man das real existierende Brüssel nicht mag, kann man aus deutscher Sicht über den Ausstieg der Briten, nicht uneingeschränkt glücklich sein.

Die Reaktion Gaulands ist da der Lage angemessener:

Er würde "erst einmal ein gewisses Überlegen" anregen, man solle nicht "in der Hitze des Gefechts" Entscheidungen treffen.

Wohl wahr. Es ist keine Schande, nach so einem Einschnitt erst einmal nachzudenken und wer nun schnelle Lösungen hinaus posaut, beweist damit nur, dass er selber einfach weitermachen will, wie bisher.

Schauen wir aber auch mal beispielhaft -> hier <- im Spiegel, wie linke Ideologen sich die Welt wieder zurecht biegen. Zitat:

Jetzt haben die Hetzer, Rassisten und Opportunisten erst einmal gewonnen.

Sehr demokratisch, die Hälfte der Briten als Rassisten und Hetzer oder wahlweise als dumme Schafe, die solchen nachlaufen, einzusortieren. Eine intellektuelle Meisterleistung. Und weiter:

... die entscheidend verantwortlich sind für all das, wogegen sich der Brexit-Protest richtete - die Konservativen und die Marktradikalen.

Schon klar, wenn man nur genügend borniert ist, ist die Welt immer ganz einfach und die Wahrheit biegsam, so dass es am Ende immer passt: der böse Kapitalismus war es. Sowieso, der ist ja immer schuld. Und man selber ist natürlich bei den "Guten". 😉

Angst vor Entgrenzung, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor der Völkerwanderung und ihren kulturellen Folgen, Abscheu vor dem undemokratischen Brüsseler Koloss, hat natürlich keinerlei Rolle beim Referendum gespielt. Und wenn, ist sie dumm und am Ende der Kapitalismus schuld. Das ist er ja immer. Sowieso. 😉

Und dass die Konservativen und Labour beide innerlich gespalten waren und die Linien daher ganz eindeutig *nicht* entlang des links/rechts Schemas gelaufen sind. Und dass die "bösen" Finanzkapitalisten und die "City" eindeutig *gegen* den Brexit waren: geschenkt, wer braucht sich schon mit den Fakten beschäftigen, wenn man nur tief in die eigenen Vorurteile greifen muss, damit die Welt wieder ganz einfach ist. 😉

Es bleibt einzig die Frage, warum solchen geistigen Tieffliegern eine Plattform geboten wird, aber der Spiegel sieht ja am wirtschaftlichen Erfolg, was er davon hat, er will es nur noch nicht wahrhaben. Das Problem ist dabei nicht die politische Orientierung, der Spiegel war immer das Blatt linken Gedankenguts und das ist doch in Ordnung und wichtig für die Gesellschaft. Es ist die intellektuelle Dürftigkeit des kommentierenden Personals, die einen nun mit Abscheu abwenden lässt. Auch Linksintellektuelle haben niveauvollere Vertreter verdient als das.

Aber genug davon, die obigen Beispiele sollen nur beispielhaft zeigen, was sich da alles an vorschnellem und unproduktivem geistigen Ejakulat über das Wochenende auf uns ergossen hat und damit eben auch zeigen, welche Unsicherheit nun über uns schwebt.
Und Unsicherheit ist für die Märkte Mist!

Da muss ich ausnahmsweise mal unserer Frau Merkel recht geben, die nicht in rhetorische Hektik verfällt, sondern (hoffentlich) nun nachdenkt. Wenn ich nun noch glauben würde, dass auf das Nachdenken dann auch durchdachtes, gestalterisches Handeln folgt, fände ich das ja auch gut, alleine da fehlt mir der Glaube.

Wir konnten am Wochenende aber auch viel Kluges und Differenziertes lesen, das sich intensiv mit den wirklichen Ursachen und Konsequenzen des Referendums auseinander gesetzt hat.

Ich will an dieser Stelle auch mal kurz mein persönliches Bild des "richtigen" Europas loswerden, einfach nur so in den Raum gestellt.

Denn das ist weder das Europa der Brüsseler Bürokratie und Hinterzimmerkungelei, das sich in alles einmischt und nichts richtig auf die Reihe bekommt.

Noch ist es das Europa der alten Nationalstaaten, deren Beharrungskräfte gerade zu diesem unguten Zustand geführt haben, in dem Europa nun eine überdehnte, zu schnell erweiterte, wirre Baustelle ist, die das Dach (die gemeinsame Währung) schon zu bauen versucht hat, bevor das Fundament überhaupt genau definiert ist.

Mein Bild ist das Europa der autonomen Regionen mit einem schlanken, effizienten Bundesstaat für Aussenpolitik und Verteidigung darüber.

Denn in Realität, ist doch der Südbadener dem Baseler viel näher, als dem Ostfriesen. Der Bayer ist dem Tiroler viel näher, als dem Hamburger. Der Westfale ist dem Holländer viel näher, als dem Sachsen. Der Mailänder ist dem Münchener viel näher, als dem Sizilianer. Und so weiter und so fort.

Unsere Identität erwächst nicht aus den Nationalstaaten, sie erwächst aus unserer Bindung an Regionen und an eine bestimmte Kultur.

Mein ideales Europa bricht die Macht der Nationalstaaten und besteht aus vielleicht 30-60 nahezu autonomen Regionen als Bundesstaaten mit jeweils 5-15 Millionen Einwohnern, in denen die wesentliche gesetzgeberische Kompetenz (auch Finanz- und Steuerkompetenz) für das normale Leben nach innen liegt.

Darüber existiert ein Bundesstaat, dem es verboten ist, den Regionen in ihre Gesetzgebung hinein zu regieren. In dem aber alles gebündelt ist, was das Auftreten des Verbundes in die Welt hinein regelt. Es gibt also eine gemeinsame Aussenpolitik, die Regionen machen keine, sondern wirken nur nach innen. Es gibt eine gemeinsame Armee, man ist Atommacht und hat einen Sitz im Weltsicherheitsrat. Und man hat eine bundesstaatliche Grenzsicherung nach aussen und später auch eine gemeinsame Währung und fiskalische Ausgleichsmechanismen zwischen den Regionen.

Wenn man so will, sind das die Vereinigten Regionen Europas, ähnlich wie die mehr als 50 vereinigten Bundestaaten Amerikas (auch als USA bekannt), aber mit noch höherer, lokaler Autonomität als diese.

So könnte Europa funktionieren und lokale Verwurzelung mit zentraler Stärke verknüpfen, davon bin ich überzeugt. Dieses Europa der Regionen empfindet Schotten, Waliser, Katalanen, Basken, Flamen, Walonen, Norditaliener, Tschechen, Slowaken und und und ... ja und auch Bayern ;), nicht als sezessionistische, kleinstaaterische Störenfriede, sondern als positiven Ausdruck eines im besten Sinne kulturell vielfältigen Europas, das bei allen Unterschieden auch viel Einendes hat.

Das Tragische ist, dieser Zug ist wohl abgefahren, denn er kann mit 27 oder 28 divergierenden Nationalstaaten nicht mehr funktionieren. Die real existierende EU hat sich toterweitert.

Den Weg hätte die alte EWG der 6-10 Mitglieder gleich beschreiten müssen, wir hätten nun ein anderes, besseres Europa. Kleiner, aber integrierter und selbstgewisser, mit viel mehr Strahlkraft.

Und wissen Sie auch, wer das damals letztlich verhindert hat? Frankreich, De Gaulle und seine Nachfolger im Geiste. Und auch heute wäre der Pariser Wasserkopf, mit dem (für mich) lächerlich postimperial-zentralistischen Habitus, der grösste Verlierer und Gegner des Europas der Regionen.

Dieser Grundfehler, diese falsche Abzweigung, die Europa schon in den 60ern, spätestens und endgültig aber irgendwann in den 90ern genommen hat, ist aber nicht mehr zu ändern. Und deshalb ist mein Bild von Europa oben nicht mehr real und nur noch ein schöner Traum, es hätte aber was werden können. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Damit das nun wieder möglich wird, muss aber erst noch viel mehr kaputt gehen. Denn mit dem aktuellen Personal und den aktuellen Mitgliedern, hat so ein Konzept keine Chance. Das ist für mich die Tragik der Situation Europas.

Zurück aber zum Markt.

Wir haben also nun massiv erhöhte Unsicherheit und damit gibt es für uns als Anleger nur eine Frage, um die ich mich im heutigen Bericht kümmern will.

Es ist die Frage, was das für den Markt bedeutet. Denn Unsicherheit ist Mist!

Bei der Antwort müssen wir unbedingt zwei Themen voneinander trennen, sonst vermischen wir alles unzulässigerweise zu einem Knäul und haben einen gedanklichen Wust, wie einige der oben genannten Beteiligten, die erst sabbeln und dann zu denken versuchen.

Trennen wir also den singulären Fakt des Brexit und seine Folgen, von möglichen Folgen auf Europa und den Euro. Denn Ersteres ist Fakt und das Zweite ist mögliche Zukunft, die aber eindeutig noch nicht geschrieben ist.

Der reine Brexit

Betrachten wir den reinen Brexit und nehmen an, dass Europa und der Euro ansonsten stabil bleiben und nach einer kurzen Phase der Orientierung, ein geordneter Ausstiegsprozess in Gang kommt. Dann kann man für die kommenden Monate klare Aussagen machen:

  1. Aus Sicht von US Unternehmen und anderen Unternehmen ausserhalb der EU, ist das dann weitgehend ein "Non-Event". Keine Ausfuhr eines US Unternehmens nach London wird scheitern, weil GB irgendwann nicht mehr Teil der EU ist. Vielleicht ändern sich ein paar Rahmenbedingungen, aber es gibt Schlimmeres. Und gerade weil GB aus dem Binnenmarkt ausscheidet, wird es versuchen seine Bande in die US zu vertiefen. Für exportierende US Unternehmen Richtung GB eher ein Vorteil, ohne in Richtung EU einen Nachteil zu haben.
  2. Hart getroffen sind aber britische Unternehmen, die stark vom Handel zwischen GB und der EU abhängen. Gerade für in die EU exportierende Firmen, wird der Brexit eine Phase der Unsicherheit schaffen, die wie blei auf den Geschäftsaussichten und Kursen liegen wird.
  3. Eindeutiger Verlierer ist der Londoner Immobilienmarkt. Hier muss man befürchten, dass eine Blase platzt, wenn die Millionen-Banker versuchen ihre Wohnungen zu verkaufen, weil sie auf den Kontinent übersiedeln.
  4. Mit dem Platzen der Immobilienblase, kommen auch die finanzierenden Banken auf den Radar. Der Bereich ist nun kritisch, weswegen auch britische Banken zu recht schwer getroffen sind. Auch das wird nicht schnell vorbei gehen.
  5. Profitieren wird der deutsche Immobilienmarkt, wie überhaupt der Drang nach Deutschland zu kommen, durch den Brexit weiter steigen wird. Denn bei allen eigenen Problemen, erscheint Deutschland als wirtschaftliche Führungsmacht mitten in Europa noch als "Einäugiger unter den Blinden", wo man relativ noch am sichersten seinen Geschäften nachgehen kann. Man schaue nur, was in Frankreich oder auch Polen los ist, um zu sehen, dass durch die Unsicherheit auf der Insel, der Standortvorteil Deutschlands noch weiter steigen wird. Und das wird den Immobilienmarkt in den Zentren weiter befeuern.

Packt man das mit Erfahrungen aus typischem Marktverhalten zusammen, muss man sagen, dass der reine Brexit aus Sicht der US Aktien, potentiell eine Kaufgelegenheit darstellt. Dieses zumal die Aussichten für die Berichtssaison des 3. Quartals gar nicht so schlecht sind.

Schauen wir auf den S&P500, wäre nach dem typischen zweiten Tief am Anfang der kommenden Woche, also ein Anstieg und neue Allzeithochs im Laufe des Sommers denkbar.

Die Auswirkungen auf den DAX sind tiefgehender, würden aber auch verfliegen, wenn es beim reinen Brexit bleibt. Trotzdem wird auf Europas Märkten nun eine langfristige Unsicherheit lasten, die das Upside begrenzt.

Summa Summarum, ist der reine Brexit aber aus weltwirtschaftlicher Sicht ein lokales Ereignis, das sich auf genau definierbare Regionen und Branchen in Europa begrenzt und keinen Anlass für weltweit einbrechende Märkte bietet.

Nachdem die Kurse die kommende Woche typischerweise noch einmal die Tiefs testen und vielleicht unterschreiten, würden in dem Fall wohl Kaufkurse entstehen.

Das ist das Szenario eines geordneten Austritts, an dessen Ende neben der Schweiz und Norwegen, ein weiteres - mehr oder weniger assoziiertes - Land mit der EU freundlich interagiert.

Aber....

Die Ansteckung des Euros

Es gibt ein Szenario, in dem alles anders kommt und wir den Beginn einer schweren Krise erleben. Das hängt aber nicht vom Brexit selber ab, der ist dafür nur der Katalysator. Das hängt davon ab, wie stark jetzt die Scherkräfte in Europa und im Euro werden und das hat natürlich auch mit der Wahl in Spanien heute Abend zu tun.

Wenn die Wahl heute Abend die falschen Signale liefert, die die Sorgen um den Euro nur verstärken, wird der DAX Morgen unter 9.000 tauchen und der Euro weiter absacken.

Diese Zukunft ist aber noch nicht geschrieben. Sie hängt auch ganz entscheidend davon ab, wie die Politik nun zum Brexit agiert. Insofern kann ich dazu auch nicht spekulieren, ich weiss nicht, was Merkel, Hollande und Co. nun produzieren oder eben nicht produzieren.

Klar ist aber, wenn der Markt sich vor einem Auseinanderbrechen der EU und damit des Euros fürchtet - und mit dem Wahlen in Frankreich und LePen kommt damit ein Katalysator auf uns zu - dann haben wir die Grundlage für -> Armageddon <-, für den Tag, an dem die Notenbanken die Kontrolle verlieren.

Der Brexit hat also nur Eines bewirkt, er hat die Scherkräfte in der EU erhöht. Nicht der Brexit führt zum Crash, aber der Brexit bewirkt eine Destabilisierung, die Europa auf einen Pfad führen könnte, der dann im Marktcrash enden könnte. Konjunktiv!

Und wir alle wissen ja, dass sich der Markt schon langer vorher mit massiven Abgaben dagegen schützen wird. Der Markt verkauft erst und denkt dann nach.

Hier müssen wir nun sehr aufmerksam sein. Aber erneut, diese Zukunft ist noch nicht geschrieben, Spekulationen dazu haben keine Grundlage.

Fazit:

Was in Brüssel und in Europas Hauptstädten nun passiert, ist für den weiteren Börsenverlauf viel wichtiger, als der Brexit. Hier gilt ganz eindeutig: "Unsicherheit ist Mist!"

In drei kurzen, klaren Sätzen kann man sagen:

(1) Wenn sich die Ansteckungseffekte auf die ganze EU und den Euro nun in Grenzen halten, generiert der Brexit im Laufe der kommende Woche wohl Kaufkurse und das vor allem in den davon wenig betroffenen US Werten.

(2) Sollte die Unsicherheit übergreifen und andere EU-Staaten Absatzbewegungen einleiten oder - im schlimmsten Fall - ein potentieller Sieg LePens in Frankreich den "Frexit" auf die Agenda bringen, haben wir ein "Armageddon" Szenario, dass der Euro nicht überleben wird. Es ist also unerlässlich, sich mit Währungsdiversifizierung zu beschäftigen!

(3) Gold ist durch diese Unsicherheiten auf unterschiedlichste Art und Weise stark unterstützt.

So weit an diesem Sonntag Nachmittag. Ich hoffe es hat ein wenig geholfen. Mit Charts komme ich Morgen im Laufe des Tages.

Ihr Hari

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Aufsteigende Angst



Guten Morgen!

Vor uns liegt eine geschäftige Notenbankwoche mit der FED am Mittwoch Abend, der Bank of Japan und Schweizer Notenbank am Donnerstag vormittag und jeder Menge Wirtschaftsdaten wie Einzelhandelsumsätze, Verbraucherpreise, Baugenehmigungen, Philly Fed und und und.

Trotzdem habe ich keine grossen Erwartungen an die drei Notenbank-Termine und rechne mit keinen Überraschungen auf der Ebene der echten Entscheidungen. Wie der Markt, rechne ich also auch nicht mit einer Zinserhöhung der FED.

Alles wird sich eher wieder um "Wortklauberei" drehen und die wird besonders intensiv, weil durch das kommende Brexit-Referendum, alle besonders nervös sein werden.

Übrigens ist der 23.06. nicht am Wochenende, sondern ein Donnerstag. Was nächste Woche Freitag der 24. dann los sein wird, können wir uns also schon in bunten Farben ausmalen: so oder so eine Menge! Die Händler in London, werden wohl "durchmachen" und die ganze Nacht vor den Schirmen sitzen, irgend eine Börse ist ja auf der Welt immer auf.

Diese Woche aber, sollten wir mit hoher Volatilität, Zögerlichkeit, Ängstlichkeit und Risikoaversion rechnen, durchaus also mit weiteren Abgaben, aber ich glaube nicht mit entscheidenden Bewegungen.

Hätte der DAX die letzten 2 Wochen nicht schon korrigiert, würde ich für kommende Woche eindeutig den Blick nach unten richten. Das ist aber schon passiert und insofern erscheint selbst an Europas Märkten offen, wohin die Reise diese Woche geht, nachdem der negative Auftakt aus Asien verdaut ist.

Denn die Industrieproduktion aus China ist heute Nacht ganz brauchbar herein gekommen, das hat den asiatischen Markt aber nicht davon abgehalten, massiv abzugeben und damit einen sehr negativen Ton für den Wochenauftakt anzuschlagen.

Es ist aber völlig offen, ob damit die unmittelbare Risikoaversion vor dem Brexit völlig eingepreist ist oder nicht. Sehr viel wird auf jeden Fall von den Umfragen abhängen, dass der Markt nun so wackelig wird liegt eben auch daran, dass diese zum ersten Mal die realistische Chance eines Sieges der Brexit-Befürworter aufzeigen.

Auf jeden Fall hat der Yen genau da gedreht, wo ich das am 02.06. in -> Murphys Beobachtungen <- verortet hatte:

JPYUSD 13.06.16

Im bärischen Fall, der durchaus relevante Eintrittswahrscheinlichkeit hat, drückt der Yen die kommenden zwei Wochen eine weitere "Treppenstufe" bis 0,01 hoch und zerrt damit die Märkte nach unten.

JPYUSD 13.06.16 2

Ich kann in Anbetracht dieser immer nervöser werdenden Lage nur dazu raten, Ruhe zu bewahren.

Es ist auf jeden Fall *keine* gute Idee, sich von der aufkommenden Hektik der Märkte anstecken zu lassen, sondern wir sollten in diesen Tagen stur unsere (hoffentlich) vorhandene und durchdachte Strategie einfach durchzuziehen.

Aus Sicht des DAX, ergibt sich mit der aufkommenden Angst und damit einher gehenden Schwäche eine Handelschance. Denn letztlich wird das Gummiband des DAX nun wie bei einer Zwille mit Macht nach hinten gezogen.

Und nun stellen wir uns mal vor, der Brexit würde abgesagt, weil die Umfragen daneben liegen. Was dann passiert, dürfte nach oben höchst dynamisch sein!

Das Problem ist halt, das ist ein höchst digitale Entscheidungssituation, bei der uns kein Chart und keine Markttechnik helfen kann. Es ist ganz simpel, entweder die Briten entscheiden sich dafür oder dagegen.

Wenn man dieses Szenario spiele will, wird es also den Charakter eines "Zock" haben. Wer das nicht will, muss einfach Abstand und die Füsse still halten.

Ich versuche die Situation, wie ich sie sehe, mal anhand eines hypothetischen Szenarios deutlich zu machen.

Nehmen wir mal an, die Umfragen werden nun beständig bis zur Abstimmung, auf die Möglichkeit des Sieges der Brexit Fraktion hindeuten. Und dann kommt es zum Brexit oder eben nicht. Dann hat so ein Bild im DAX gute Chancen:

DAX 13.06.16

Zunächst besteht weiteres Abwärtspotential bis 9.500 und darunter. Dann aber existiert ein positiver Edge in die Entscheidung hinein, weil das Upside im einen Fall dann wohl höher ist, als das Downside im anderen Fall.

Damit es zu diesem Bild kommt, müssen die Umfragen aber mitspielen, sehr viel wird nun davon abhängen und jede Entwicklung die wieder das EU Lager im Vorteil sieht, wird auch den DAX wieder stabilisieren.

Setzen Sie also nicht darauf, dass es im DAX nun einfach wie eingezeichnet runter geht, gerade im Bereich 9.700 kann jederzeit ein "Snapper" nach oben kommen. Eine Umfrage mit dem EU Lager vorne und *Peng*.

Also noch einmal, bleiben wir ruhig und verstehen wir das aktuelle Geschehen als das was es ist: aufkommende Nervosität und Angst des Marktes. Vor ein paar Tagen hatte ich noch gefragt, ob der Markt nicht zu gelassen ist. Nun brauche ich diese Frage nicht mehr zu stellen.

Beim COT Report von Freitag für Gold war der Anstieg der Short-Positionen im Vergleich zum Anstieg der Kurse nur verhalten. Von dieser Seite steht einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung nichts entgegen.

Wer in diesem Sektor aggressiv unterwegs ist, sollte aber anfangen sich darüber Gedanken zu machen was passiert, wenn der Brexit abgesagt werden sollte und die Märkte dann zur Rally ansetzen. Das Risiko, dass es dann im Sektor noch einmal deutlich runter geht, erscheint hoch und erst danach ist der Boden für die zweite Jahreshälfte dann bereitet.

Sollte der Brexit aber stattfinden, dürfte Gold zumindest kurzfristig einen Satz nach oben machen. Und auch im Vorfeld bis zum 23.06., sollte die wachsende Unsicherheit das Edelmetall stützen.

Der Beginn des Tippspiels hat bei mir leichte Verwunderung ausgelöst. 83 angemeldet, teilgenommen nur 53. Ich denke viele haben das schlicht über das Wochenende vergessen. Nun gut, wer nicht teilnimmt, bekommt eben auch keine Punkte.

Das Ergebnis ist aber ganz interessant. Die Teilnehmer erwarten in Mehrheit diese Woche:

Erstens einen mehr oder weniger unveränderten S&P500 mit leichte negativem Unterton. Also eine Fortschreibung der letzten Woche.

Neutral, nicht mehr als 20 Punkte Plus oder Minus (40%)
Negativ, mehr als 20 und bis zu 40 Punkte Minus (37%)
Positiv, mehr als 20 und bis zu 40 Punkte Plus (21%)
Sehr Negativ, mehr als 40 Punkte Minus (2%)
Sehr Positiv, mehr als 40 Punkte Plus (0%)

Zweitens einen eher negativen DAX, auch eine Fortschreibung der letzten Woche.

Negativ, mehr als 150 und bis zu 300 Punkte Minus (48%)
Neutral, nicht mehr als 150 Punkte Plus oder Minus (31%)
Positiv, mehr als 150 und bis zu 300 Punkte Plus (17%)
Sehr Positiv, mehr als 300 Punkte Plus (4%)
Sehr Negativ, mehr als 300 Punkte Minus (0%)

Drittens eine weitere, positive Woche für Gold, auch eine Fortschreibung der letzten Woche.

Positiv, mehr als 15 und bis zu 30 USD Plus (49%)
Neutral, nicht mehr als 15 USD Plus oder Minus (23%)
Negativ, mehr als 15 und bis zu 30 USD Minus (21%)
Sehr Positiv, mehr als 30 USD Plus (4%)
Sehr Negativ, mehr als 30 USD Minus (4%)

In Summe erwartet die Mehrheit also keine Änderung des aktuellen Marktgeschehens. Wir werden sehen. Ich kann nicht sagen, dass ich diese Einschätzung grundlegend falsch finde, sie entspricht dem, was sich am Anfang der Woche gerade abzeichnet. Gerade im DAX sind aber einige Überraschungen drin, auch nach oben je nach Umfragen-Lage.

Die erste Tabelle kommt nach Ablauf der zweiten Tippwoche, also übernächstes Wochenende.

Die neuen Tipps für die folgende Woche, die dann das Brexit-Referendum beinhaltet, sind ab Mittwoch verfügbar. Ich werde noch einmal darauf hinweisen.

So, nun atmen wir tief durch, ziehen uns für die kommenden zwei Wochen entweder unseren "Kampfanzug" an oder verkriechen uns im Loch, denn es dürfte wild zugehen diese Woche.

Machen wir gemeinsam das Beste daraus!

Ihr Hari

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Was der Brexit für uns bedeutet



Was bedeutet der Brexit für uns als Anleger? Die Antwort habe ich am Wochenende vorbereitet.

Damit führe ich die -> Themen, die Sie interessieren <- weiter. Aber diese Frage ist ja auch unabhängig davon, nun völlig naheliegend.

Zunächst einmal, bedeutet die Abstimmung zum Brexit für uns Risiko *und* Chance! Das hört sich vielleicht wie eine Binsenweisheit ab, ist aber trotzdem ganz wichtig, sich klar zu machen.

Denn wir neigen dazu, solche Veränderungen des Status Quo primär als Risiko einzusortieren - weswegen ich übrigens auch nach wie vor eine Ablehnung des Brexit für wahrscheinlicher halte.

Aber auch wir als Anleger, sehen in so Situationen vor allem die Risiken und fragen uns, welche "Katastrophen" uns da wohl an den Börsen blühen. Weniger sehen wir die Chancen, die sind aber gleich hoch.

Denn faktisch haben wir von den Umfragen her im Moment eine 50/50 Situation zwischen Befürwortern und Gegnern. Und genau weil das so ist, hat sich der Markt auch mehr oder weniger "in der Mitte" zwischen den Extremen aufgestellt.

Egal wie das also ausgeht, es wird ein Anpassung in eine Richtung geben, denn die Mittelposition kann man ja nicht wählen. 😉 Und der Markt wird sich in seiner Einschätzung nun auch immer mehr an den Umfragen orientieren. Wenn also die Gegner des Brexit wieder in Vorsprung kommen sollten, wird der Markt den Brexit auspreisen und umgedreht.

Insofern noch einmal, diese Abstimmung beinhaltet Chance *und* Risiko für uns. Was die beiden Richtungen konkret für die Assetklassen bedeuten, dazu komme ich gleich.

Eine weitere Aussage ist aber wichtig vorher zu machen. Der Markt hasst Unsicherheit und er liebt Klarheit, egal in welche Richtung.

Heisst je näher wir dem 23.06. mit einer 50/50 Ausgangslage kommen, desto nervöser wird der Markt werden. Und wenn das Ergebnis dann da ist, besteht die Chance auf eine Erleichterungsrally im Sinne "fait accompli".

Missverstehen Sie das bitte nicht, wenn der Brexit kommt, kann es immer noch einen Einbruch geben. Aber am Markt überlagern sich ja immer mehrere Faktoren und einer davon ist die prinzipielle Unsicherheit vor der Entscheidung und die wird vorher in den Kursen eskompiert und danach im positiven Sinne ausgepreist.

Heisst bei einer 50/50 Situation kurz vor der Abstimmung ist die Wahrscheinlichkeit für eine Rally nach der Abstimmung klar höher, als vorher - was nicht heisst, dass es dann nicht trotzdem runter gehen kann, so ist das nun mal mit Wahrscheinlichkeiten. 😉

Kommen wir nun zu den Auswirkungen der Abstimmung selber. Auch hier gilt eine generelle Regel:
Es wird alles nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

Vor der Abstimmung werden das alle als die "Stunde Null" stilisieren, nach der die Welt eine andere ist. Und entsprechend nervös wird der Markt sein. Die Welt ist danach ja vielleicht auch wirklich eine andere und die einmal getroffene Entscheidung, wird dann auch bindend und nicht einfach wieder zu annulieren sein.

Aber .... um den Brexit dann real werden zu lassen, müssen dann erst diverse Verträge und Vereinbarungen mit der EU ausgehandelt werden, es müssen Gesetze angepasst werden und und und. Das dauert mindestens 2 Jahre, in denen sich die Lage auf der Insel dann langsam in Richtung einer Welt ohne EU entwickelt.

Nichts davon wird also *sofort* passieren. Die Märkte werden ohne Frage einen Teil dieser Entscheidungen vorweg nehmen, dann aber schnell zur Tagesordnung übergehen und die kommenden Schritte begleiten. Auf die grosse emotionale Welle der Entscheidung, kommen Monate und Jahre der Detailarbeit und ganz realistisch, ob ein Brexit dann am Ende gut oder schlecht für Grossbritannien sein wird, wird sich auch erst anhand dieser Details entscheiden und die Börse wird das schnell erkennen.

So schlecht leben die Schweiz und Norwegen ja auch nicht ausserhalb der EU mit ihren diversen bilateralen Verträgen, die ich im weitesten Sinne hier mal zusammenfassend "Assoziierung" nenne. Sicher wird nun aus Brüssel so getan, als ob man dann an den Briten ein Exempel statuieren würde. Das ist im Moment einfach versteckte Wahlhilfe für die Brexit-Gegner um Cameron. Aber am Ende werden Juncker & Co. ganz pragmatisch den für die EU vorteilhaften Kompromissweg gehen und ich sehe nicht, warum man - nach einigem Kettengerassel für die Galerie - dem langjährigen Mitglied Gross-Britannien einen Status verwehren sollte, den die Schweiz und Norwegen haben.

Sicher kann man argumentieren und das tut das Lager um Cameron ja auch, dass mit dem Status der Schweiz und Norwegen, Grossbritannien dann schlechter dran ist, als bisher. Denn diese Länder müssen sich fast genau so vielen Vorgaben aus Brüssel anpassen, wie heute die Briten auch - nur die Briten können im Moment wenigstens mitreden, Schweiz und Norwegen eben nicht.

Wir haben es hier aber mit einer Demokratie zu tun und da zählt bei so einer Frage auch viel Emotion. Wenn der Brexit formal vollzogen wird, hat diese Emotion des "mir san mir" - hier des "Empah" 😉 - dann ihre Befriedigung. Ob am Ende durch eine Assoziierung nicht fast genau die gleichen Abhängigkeiten existieren wie als Mitglied, fragt dann keiner mehr, weil das sind für den durchschnittlichen Wähler viel zu komplexe Details.

Letztlich - die Schweizer hier im Blog mögen mir das verzeihen - ist das doch auch heute die Situation der Schweiz. Wäre die Schweiz in der EU, würde sich zunächst im Lande gar nicht so viel ändern, weil sowieso schon heute sehr viel den Brüsseler Regeln angepasst werden muss. Als "Insel" im Meer der EU, kann sich die Schweiz dem nicht entziehen, wenn sie sich nicht völlig abschotten will, was mit massiven Wohlstandsverlusten der Bevölkerung einher gehen würde.

Als Mitglied der EU, könnte man aber ernsthaft mitreden, was man heute eben nicht kann. Und diesen Einfluss nur auf die (geringen) Prozentzahlen zu reduzieren, springt viel zu kurz. Denn der Einfluss eines Nettozahlers ist alleine deswegen grösser und vor allem könnte die Schweiz das entscheidende Zünglein spielen, das in der EU wieder einem "nordeuropäischen", eher wirtschaftsliberalen Kurs zur Mehrheit verhilft. Denn letztlich findet in der EU und damit in Europa auch eine Art "Kulturkampf" zwischen einem staatsgelenkten Wirtschaftsmodell und einem liberal-freiheitlichen Wirtschafts-Ansatz statt, das die Fans der staatlichen Lenkung gerade klar gewinnen.

In die Detaildiskussion, wie der Saldo für die Schweiz nun aussieht, will ich mich aber als Nicht-Schweizer nicht einmischen, aber eben nur sagen, dass die Antwort offen und der Saldo auf der rein vertraglichen Ebene, nicht zwingend negativ sein muss. Hierzu gibt es auch in der Schweiz unterschiedliche Ansichten.

Was dem EU-Beitritt in der Schweiz aber eindeutig entgegen steht, ist neben dem desaströsen und abstossenden Bild, dass das Brüsseler Kulissengeschiebe vermittelt (siehe auch -> Gauweiler <-), vor allem auch die eigene Identität, wenn man so will der Gründungsmythos der Eidgenossenschaft. Und da schwingt sehr viel Emotion und Selbstverständnis mit.

Und das ist ja auch sehr in Ordnung und auch wichtig, weil es dem Staatswesen Substanz und Identität gibt, etwas was wir hier in Deutschland leider immer noch nicht wieder gefunden haben, weil die alte preussische Identität durch das dritte Reich desavouirt wurde und der von den 68ern an die Stelle gesetzte Selbsthass, wahrlich nicht geeignet ist, eine neue Identität zu begründen.

Wäre ich ein Schweizer, würde ich aktuell daher wohl *gegen* einen EU Beitritt stimmen, wohl wissend, dass es ohne diese Identitäts-Ebene, vielleicht sogar einen positiven Saldo für die Schweiz gäbe, die EU mitzugestalten. Aber diese Identität ist eben so wichtig und für den eigenen Staat prägend, dass es ohne diese die Schweiz in der heutigen Form vielleicht gar nicht mehr geben würde und um diese Schweiz zu erhalten, würde ich wohl auch heute gegen einen EU Beitritt stimmen.

Nationen sind eben mehr als reine Zweckgemeinschaften zum Abschliessen von Wirtschaftsverträgen. Die Unfähigkeit das zu begreifen und auf der EU-Ebene eine neue fühlbare Identität zu schaffen, ist das grosse Versagen der EU-Technokraten und der europäischen Polit-"Elite" und das lässt die EU nun Zerfallserscheinungen zeigen. Die meisten Länder sind da sozusagen Mitglied, um ein paar Verträge und Vorteile "abzugreifen". Aus mehr Gründen aber die meisten Länder eben nicht. Wertegemeinschaft? Pah, das ich nicht lache!

Nur die deutsche Regierung sucht in Brüssel die eigene Identität, die zwischen den Nazis und den 68ern in Deutschland irgendwie zerbröselt ist und derzeit schmerzhaft vermisst wird. Aber da wird sie diese nicht finden, denn technokratische Konstrukte und Identität, sind ein Widerspruch in sich.

Um meinen Blick auf die EU zusammen zu fassen, könnte man also sagen: "Ja, wir brauchen die EU. Aber nicht *diese*!"

Aber zurück zum Brexit. Der Punkt, den ich mit dem Ausflug zur Schweiz machen wollte ist, dass die Frage des "Brexit" für die Bevölkerung erst einmal eine Frage von Emotion und Identität ist. Grossbritannien würde damit wieder seine Sonderrolle abseits des Kontinents wählen, sozusagen eine neue Phase der -> Splendid Isolation <- Ende des 19. Jahrhunderts.

Ob dann daraus tatsächlich grobe Nachteile für Grossbritannien entstehen, ist nicht vorab klar und hängt von den vielen Details des "Danach" ab. Das Ergebnis kann am Ende einerseits ein wegkippendes, irrelevantes "Inselchen" sein, das seine Zukunft hinter sich hat, wie auch eine "grosse Schweiz" - rein wirtschaftlich gesehen natürlich. Geopolitisch wird GB nie zur "Schweiz", zu schwer wiegt die Geschichte des Commonwealth.

Lange Rede kurzer Sinn. Selbst wenn Grossbritannien aus der EU aussteigt, ist die Zukunft noch nicht geschrieben. Wir müssen unterscheiden zwischen den kurzfristigen Reaktion des Marktes, die auf den Schubladen beruhen, in die der Brexit einsortiert wird. Und der tatsächlichen, langfristigen Entwicklung.

Letztere langfristige Zukunft, ist aber offen und deswegen brauche ich auch nicht darüber spekulieren, wie sich dann Kurse auf Jahre entwickeln.

Was wir aber können, ist ein Bild davon zu entwerfen, was kurzfristig in der Woche danach passiert, wenn die Entscheidung "so oder so" ausfällt.

Gehen wir also mal davon aus, dass wir vor der Wahl immer noch eine 50/50 Situation haben und dann fällt die Entscheidung knapp auf die eine oder andere Seite. Was bedeutet das?

Wenn der Brexit abgesagt wird...

... dann ist das ganz simpel: Rally in Europa, die Unsicherheit wird ausgepreist. Punkt.

Das Pfund steigt wieder zum Euro, britische Banken werden besonders profitieren, weil hier der Unsicherheits-Discount am höchsten ist.

Und alles was ich weiter unten gleich als unter dem Brexit leidend darstelle, hat Chancen auf eine Rally.

Das wars dann auch schon, dann gehe alle wieder zur Tagesordnung über.

Wenn der Brexit aber kommt

... dann dürfte das Pfund stark fallen. Die britische Banken und Versicherungen dürfte es sehr hart an der Börse treffen. Alle von London operierenden multinationalen Konzerne, werden auch einen Sicherheitsabschlag bekommen, das gilt auch für die Bergbaukonzerne wie Rio Tinto oder BHP Billiton.

Auf der anderen Seite ist absehbar, dass eine britische Regierung diese multinationalen Konzerne nach einem Brexit besonders "pampern" wird. Insofern kommt ein kurzer Schreck und dann Erholung.

Die ganzen Aktien der Eurozone dürften dann aber leiden, weil US Anleger ihr Geld abziehen, denn sofort werden in den ersten Tagen die Schlagzeilen zum "Zerfall der Eurozone" umlaufen. Das ist zwar Unsinn und wenn, dann nicht so schnell, aber erst einmal läuft Unsicherheit um und bis die sich legt und man merkt, dass alles nicht so heiss gegessen wird, vergehen ein paar Tage.

Der Markt dürfte schnell auf die Achillesferse Grossbritanniens zusteuern und das ist die Tatsache, dass die Insel extrem auf Importe - auch für das tägliche Leben - angewiesen ist, weil eben zuwenig in GB selber hergestellt wird, wo zwar London als Finanzplatz wucherte, Industrie und Mittelstand aber ein "Mickerdasein" führen.

Mit dem fallenden Pfund, werden aber alle Importe sehr viel teurer, was der Bevölkerung zunächst mal einen Kaufkraftschock verschafft, sozusagen ein böses Erwachen nach dem Jubel des "mir san mir".

Das wird vor allem die Retailer treffen, wie zum Beispiel die ehemalige Buffett-Beteiligung Tesco. Bei denen würde ich nach dem Brexit nicht Aktionär sein wollen, auch nicht bei anderen Retailern auf der Insel.

Profitieren würden vom billigen Pfund aber die wenigen britischen Industriekonzerne mit Weltrang und Auslandsgeschäft, der Rüstungsriese BAE Systems wird einerseits dazu gehören, andererseits wird die Unsicherheit über einige pan-europäische Projekte, den Kurs wohl belasten.

Was überwiegt vermag ich nicht zu sagen, weltweit exportierende Konzerne wie BAE, werden aber eher den Einschlag halbwegs durchstehen, als nur auf die Insel zurück geworfene Unternehmen. Ein gutes Beispiel für einen Profiteur des Brexit könnte Vodafone sein. Am Geschäft ändert sich bei Vodafone durch den Brexit gar nichts, das billige Pfund treibt die Gewinne aber in die Höhe.

Und gibt es auch einen sicheren Gewinner eines Brexit auf dem Kontinent? Ja, deutsche Bundesanleihen. 😀

Wer glaubt, der Bund Future können nicht mehr steigen und die Renditen nicht noch weiter in den Minus-Bereich rutschen, wird kurz nach einem "Ja" zum Brexit wohl eines Besseren belehrt werden. 😉

Fazit

So weit eine Einordnung des Geschehens aus meiner Sicht. Sie sehen, richtig klar sind eigentlich nur ein paar Reaktionen direkt nach der Abstimmung, das aber auch nur, wenn es vorher nicht schon durch Umfragen vorweg genommen wurde.

Wie sich das Ganze dann über die kommenden 2 Jahre entwickelt, in denen sich dann überhaupt erst klärt, was der "Brexit" im Detail bedeutet, ist völlig offen und daher für uns nicht wert, uns heute darüber den Kopf zu zerbrechen.

Wird der Brexit abgelehnt, bekommen wir also eine recht sichere Rally in Europa.

Kommt er, kommt wahrscheinlich Hektik für ein paar Tage. Die Wahrscheinlichkeit, dass es aber *nicht* zur grossen Krise führt und alles nicht so heiss gegessen wie gekocht wird, erscheint ziemlich hoch.

In Summe gilt also für mich: Keine Panik vor dem Brexit.

Dass die Einschätzung, von der ersten Reaktion abgesehen, keineswegs so einfach ist, wie es scheint, macht die FUW sehr schön mit der Frage deutlich:
-> Wird Frankfurt vom Brexit profitieren? <-

Eines ist aber ganz sicher: Die Zukunft ist einfach noch nicht geschrieben!

Ihr Hari

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Grundlagen des privaten, weltweiten Aktienhandels



Lehrer Bömmel aus der Feuerzangenbowle, ist vom elektronischen Aktienhandel ungefähr so weit entfernt, wie eine Kuh von der Mondfahrt, aber eine Gemeinsamkeit gibt es doch.

Auch bei den modernsten Techniken, braucht man als Anwender (und hier als Anleger) Grundlagen und wer die nicht versteht, legt an einer Dampfmaschine zwar allerlei Hebel um, weiss aber letztlich nicht, was er macht und kann damit auch nicht wirklich erfolgreich sein.

Mit diesem Beitrag will ich versuchen zu erklären, wo Aktien gehandelt werden und warum. Und warum es so wichtig ist, einen professionellen Zugang zu den entsprechenden Börsen zu besitzen. Und eben auch, was überhaupt einen "professionellen Zugang" ausmacht.

An dieser Stelle will ich voraus schicken, dass ich das aus Sicht eines deutschen Anlegers tue. Ich gehe davon aus, dass man die Aussagen zu österreichischen und schweizer Direktbanken ähnlich treffen könnte, wenn das nicht so sein sollte, lade ich Sie ein, Ihre Erfahrungen dazu im Forum zu teilen.

Wer in Deutschland anfängt, sich mit Börse zu beschäftigen, landet zwangsläufig bei einer der bekannten Direktbanken, die da Namen wie Comdirect, DAB, Consors, MaxBlue oder auch Flatex tragen.

Die typischen Konditionen, die einem da begegnen und als "attraktiv" beworben werden, lauten Grundgebühr von ein paar Euro plus 0,25% vom Ordervolumen, bei einigen wie Flatex weniger, dafür hat man dort andere Nachteile, die hier im Artikel aber nicht Thema sein sollen und im Forum schon besprochen wurden.

Wer also eine Aktie oder ETF zu 10.000€ kauft und später wieder verkauft, zahlt in Summe ca. ein halbes Prozent Gebühren. Und das pro Transaktion! Wer nun Markttiming betreiben will und die Aktie mehrmals im Jahr hin und her handelt, hat also mehrere Prozent Gebühren alleine mit dieser Aktie, die überhaupt erst einmal erwirtschaftet werden müssen! Dass es unter solchen Rahmenbedingungen extrem schwer ist einen Mehrwert durch Markttiming zu erzielen, dürfte selbsterklärend sein, denn im Mittel generiert der Aktienmarkt im Jahr ja überhaupt "nur" 6-7% Ertrag. Gebühren in ähnlichem Umfang sind dann "nicht hilfreich", um eine bekannte Raute zu zitieren. 😉

"Günstig" ist das auf jeden Fall nicht und es fällt auf, dass hier schon seit Jahren kein echter Preiswettbewerb herrscht, in der Grössenordnung von 0,2-0,3% vom Volumen, haben sich fast alle Direktbanken eingerichtet und fühlen sich darin offensichtlich wohl, ohne sich gegenseitig an die Wäsche gehen zu müssen.

Dass da noch jede Menge Luft nach unten ist, sieht man auch daran, dass viele dieser Direktbanken kein Problem damit haben, bei grösseren Depots und höherer Handelsaktivität, deutlich geringere Sonderkonditionen anzubieten. So kann auch ich zum Beispiel bei Consors zu Bruchteilen dieser 0,25% agieren.

Möglich ist dieses hohe Preisniveau, weil für den durchschnittlichen Anleger, keine echte Durchlässigkeit zu den international agieren Banken und Brokern existiert. Es sind ganz simple Hürden wie "wo finde ich denn die WKN?", die den durchschnittlichen Anleger davon abhalten, nach Alternativen zu suchen. Und so sind alle froh und glücklich in ihrem kleinen 0,25% Gebühren Universum. 😉

Ein paar dieser Hürden, will ich mit diesem Artikel einreissen. Versuchen wir es also einfach mal an mit ein paar grundlegenden Fragen und Antworten.

Wo werden Aktien eigentlich "gehandelt"

Ganz wichtig, denn hier wird sprachlich viel Schindluder getrieben. Im eigentlichen Sinne *gehandelt*, also ein Ort, an dem sich im freien Spiel von Angebot und Nachfrage ein Preis ergibt, werden Aktien nur dort, wo sie ein Börsenlisting besitzen, das man extra beantragen muss, das die Unternehmen Geld kostet und das sie diversen Regulierungen unterwirft. Die meisten Aktien haben davon nur eines an der Heimatbörse. Einige grossen Namen auch 2 oder 3, aber mehr fast nie.

"Kaufen" kann man Aktien aber an vielen verschiedenen Plätzen der Welt, wirklich "gehandelt", werden Sie aber nur an den Börsen, an denen sie gelistet sind. Nur dort kauft man also eine Aktie aus der freien Kursfindung von Angebot und Nachfrage heraus, ohne dass da noch ein Dritter dazwischen hängt, der mit seiner Mittlerposition (Intermediär, Market Maker) Geld verdienen will und damit für den Anleger die Transaktion verteuert.

Der Begriff "Handel" wird aber fast überall verwendet, auch wenn Sie nur mit einem Intermediär einen Abschluss machen, wirklich perfekt treffend ist der Begriff aber nur dort, wo sich Angebot und Nachfrage frei und direkt entfalten können.

Beispiel Newmont Mining (NEM)

Machen wir es mal konkret. Die bei uns beliebte Aktie von Newmont Mining (NEM), hat ein Listing an der New York Stock Exchance (NYSE). Wenn Sie also direkt an der NYSE die Aktie von Newmont Mining kaufen (dazu später mehr), dann können Sie - wie wenn Sie Allianz in Frankfurt über XETRA kaufen - direkt ins Orderbuch schauen und wenn Ihr Limit passt, kaufen Sie ein paar Stücke NEM direkt von irgend einem anderen unbekannten Anleger, der gerade genau zu diesen Kurs verkaufen wollte. Angebot und Nachfrage, werden also zusammengebracht.

Um das an der NYSE Stock Exchange zu tun, brauchen Sie aber einen Broker/Direktbank, der Ihnen überhaupt erst einmal erlaubt, direkt am Handelsplatz NYSE zu kaufen und dann stellt sich noch die Frage des Dollarkontos, denn ansonsten wird Ihre Direktbank bei jeder Transaktion noch automatisch eine Devisentransaktion von USD in EUR abwickeln, die typischerweise weitere 0,3% Gebühren kostet.

Heisst konkret, Sie hätten dann pro 10.000€ Transaktion ca. 1,1% ((2x0,25)+(2x0,3)) Gebühren, mit dieser Last handeln Sie nun mal mehrfach im Jahr hin und her. Das kann nicht funktionieren!

Wenn Sie das vermeintlich vermeiden wollen, "handeln" Sie als Deutscher daher die Aktie von NEM beispielsweise über Tradegate. Das wird Handel genannt, ist aber keiner. Und Tradegate nennt sich Börse, ist aber keine im klassischen Sinne.

Denn hier entsteht eben kein freier Kurs von NEM, sondern Sie machen die Transaktion mit einem Intermediär/Market Maker. Wenn Sie also bei Tradegate NEM kaufen wollen und ein Limit eingeben, schaut dieser Market Maker nach, ob er zu diesem Kurs an der NYSE die Gegenposition abwickeln kann und dabei noch verdienen kann. Sie geben also Limit 24 ein, der Market Maker kauft für 23 an der NYSE ein und verkauft Ihnen für 24. So einfach, das ist ein "Händler" wie auch im türkischen Basar ;), aber es ist kein "Börsenhandel" im engen, sprachlichen Sinne.

Ihr vermeintlicher "Vorteil" ist, Sie kaufen und verkaufen NEM direkt in Euro. Aber das ist nur Illusion, weil die Gebühren nun noch höher werden. Denn statt der 0,3% Devisentransaktion, haben Sie nun den "Spread", das ist der Unterschied zwischen Kaufs und Verkaufskurs und aus diesem "Spread" lebt der Market Maker.

Statt vielleicht 1,1% Gebühren pro voller 10.000er Transaktion (Kauf + Verkauf), die eigentlich schon unwirtschaftlich hoch sind und Markttiming unsinnig machen, haben Sie nun je nach Spread also noch mehr und das wieder pro Transaktion!

Ich wiederhole in aller Deutlichkeit: Markttiming, also taktisches Hin- und Her bei einzelnen Aktien nach Lage, kann mit diesem Gebührenrucksack schlicht nicht funktionieren!

Zu sagen man hat NEM "bei Tradegate gekauft" ist also ein Euphemismus und eigentlich falsch. Nein, Sie haben nicht bei Tradegate gekauft. Sie haben statt dessen auch an der NYSE kaufen lassen, von einem Market Maker der das für Sie tut und der aber seine Gebühr, sein Gewinninteresse, noch als Kosten oben drauf packt, bevor er "Ihre" Aktie dann an Sie weiterreicht.

Wie komme ich an die NYSE?

Langsam dürfte nun die Erkenntnis in Ihnen aufsteigen, dass Sie sich also entweder ganz auf Aktien und ETFs beschränken müssen, die ihren Haupthandelsplatz in Deutschland haben. Aber selbst bei denen, haben Sie immer noch die erhebliche Last der 0,25%, also des halben Prozents pro voller Transaktion (Kauf und Verkauf).

Oder, dass Sie sich einen Börsenzugang zulegen sollten, der Ihnen direkten Zugang an die NYSE und NASDAQ erlaubt. Erneut, direkter Zugang bedeutet, Sie können ohne weitere Zwischenhändler dort direkt im echten Handel unterwegs sein und "wie ein Amerikaner" dort kaufen und verkaufen.

Damit umgehen Sie die Kosten und sonstigen Nachteile, die von den Intermediären entstehen. Denn es sind ja auch nicht nur die Kosten, auch die Handelbarkeit ist weniger sicher, Sie haben keine Garantie, dass überhaupt vernünftige Kurse mit vernünftigen Spreads gestellt werden.

Wenn Sie also eine US Aktie bei einer Direktbank kaufen, die Ihnen den Direkthandel an der NYSE gar nicht erlaubt, sind Sie auch beim Verkauf völlig in der Hand des guten Willens und der Existenz der Intermediäre. Ich würde mich nie ohne Not so abhängig machen, wenn es um mein Geld geht.

Und wenn Sie das Glück haben, wie zum Beispiel bei Consors doch direkt an der NYSE kaufen zu können, ist der Zugang meistens beschränkt (bei Consors meines Wissens nur Aktien, keine ETFs) und mit deutlich höheren Gebühren versehen, die es wieder unattraktiv machen.

Und warum ein Devisenkonto?

Und noch etwas dürfte als Erkenntnis reifen. Wenn Sie regelmässig Aktien oder ETFs handeln, die an ihrer Hauptbörse in einer anderen Währung als Euro gehandelt werden, ist es völlig idiotisch - wirklich völlig idiotisch - das von einem Euro Konto aus zu tun!

Ganz einfaches Beispiel, Sie handeln in 2016 10x NEM hin und her zu je 10.000€. Sie bewegen also in 2016 in Summe 100.000€ an Volumen für NEM.

Variante 1 Eurokonto:

10x2= 20x werden Ihnen je 0,3% für den Währungstransfer in Rechnung gestellt. In Summe erzeugen Sie für eine 10.000er Aktie also 600€ Gebühren oder 6% per Annum NUR für die Währungskonversionen!

Variante 2 Dollarkonto, das Sie am Jahresanfang einmal von Euro in Dollar füllen und am Jahresende von Dollar in Euro rückumwandeln:

Nur 2x am Jahresanfang und Jahresende werden Ihnen je 0,3% für den Währungstranfer in Rechnung gestellt. In Summe zahlen Sie also für die 10.000er Aktie nur 60€ Währungskonversions-Gebühren oder nur 0,6%.

Differenz 540€. Haben Sie 540€ mal so eben zu verschenken, nur weil Sie zu faul sind, ein Währungskonto anzulegen? Ich nicht!

Wo ist denn die WKN? und wo all die Optionsscheine und Zertifikate?

Nun habe ich Sie vielleicht überzeugt, dass Sie vielleicht doch von Ihrer "0,25% pro Transaktion Direktbank" wegkommen sollten.

Sobald Sie sich aber mit international agierenden Brokern wie Interactive Brokers (IB) beschäftigen, schwirrt Ihnen der Kopf. Wo ist denn die WKN geblieben und wo sind all die Optionsscheine und Zertifikate, die Sie so gewohnt sind?

Das alles auseinander zu dividieren, übersteigt dann den Rahmen dieses Beitrages, der sowieso schon zu lang werden wird. Aber so viel sei in Kürze gesagt.

Die WKN ist eine rein deutsche Art die Aktien zu identifizieren. Faktisch hat jede Börse ihre eigene und in der Schweiz heissen die Dinger übrigens "Valoren" und haben anderen Nummerierung. Am Bekanntesten und auch am Einfachsten zu nutzen, ist aber die Kombination eines lesbaren Kürzels, mit dem Börsenplatz nach einem "Punkt" oder "Doppelpunkt" dahinter.

Für die an der NYSE notierende General Electric, ist das also dann beispielsweise GE.NYSE. Manche Broker machen das leicht anders, aber das ist die generelle Logik, die international am Gebräuchlichsten und in meinen Augen auch am Sinnvollsten ist. Vergessen Sie die kryptische WKN und erst recht die unmerkbare ISIN.

Und die Optionsscheine und Zertifikate? Das sind rein auf Deutschland begrenzte und nur in Deutschland angebotene Konstrukte. Wenn Sie sich nicht gerade auf die spezialisiert haben, so dass Sie diese rauf und runter handeln, dann vergessen Sie die einfach. Sie brauchen die nicht und es gibt bei direktem Börsenzugang an alle Handelsplätze der Welt in der Regel bessere Möglichkeiten zu handeln, was Sie wirlich handeln wollen.

Wieso gibt es in den US so viel mehr ETFs als hier?

Ein Vorteil des direkten Zugangs zur Wallstreet ist übrigens auch, dass das Universum der in den US zugelassenen ETFs um Faktoren grösser ist, als das was Sie in Europa und Deutschland finden. Einfach weil der Markt und das Interesse dort viel grösser ist.

Namen wie TAN, IBB, LIT, XME und Co. sind Ihnen hier im Blog schon oft begegnet, eine Entsprechung eines in Deutschland kaufbaren ETFs, gibt es aber in der Regel nicht.

Sie können darauf auch verzichten und sich auf das beschränken, was Ihnen der deutsche Markt bietet. Das ist legitim. Wenn Sie das aber nicht wollen, brauchen Sie den direkten Zugang zur Wallstreet.

Manche der ETFs kann man dann per WKN auch in Deutschland kaufen, aber wieder nur über den Umweg der oben erklärten Intermediäre, die alles noch teurer machen und bei denen die Liquidität solcher ETFs fast Null ist.

Nie im Leben würde ich mich freiwillig mit meinem Kapital in illiquide Situationen begeben, denn wenn es mal eng wird und im Crash alle raus wollen, ist man dann völlig chancenlos und in der Sackgasse.

Was zeichnet einen guten, "professionellen" Broker aus

Internationale Broker bieten Ihnen den direkten Zugang zu allen grossen Handelspätzen der Welt.

Als da sind NewYork, London, Paris, Frankfurt, Zürich, Hongkong, Tokio usw.

Dort können Sie ohne Probleme diverse Währungskonten führen und damit die unsinnigen Devisenkonversionen ausschliessen.

Interactive Brokers hat ein noch intelligenteres Produkt, das Multiwährungskonto, das zu erklären übersteigt hier aber den Rahmen.

Und gute internationale Broker machen das dann auch noch zu Konditionen, die um Faktoren günstiger sind, als diese genannten 0,25%.

Wenn man, wie bei IB, für den Kauf und Verkauf von Aktien an der NYSE und NASDAQ in der Regel nur einen Dollar! zahlt, dann kann man eher mal raus und rein gehen und taktisch Schwingungen mitnehmen. Mit 0,25% pro Transaktion ist das völlig unmöglich!

Welche Nachteile habe ich, wenn ich die enge Welt der deutschen Direktbanken verlasse?

Zunächst einmal müssen Sie sich eindenken und lernen, Ihr Horizont muss sich über die Grenzen der nicht vorhandenen deutschen Börsenkultur hinaus erweitern. Das kostet Zeit und Energie, die man erst einmal aufbringen muss, aber zum Lernen sind Sie doch hier, oder? Und hier haben Sie nicht nur mich, sondern eine Community von Mitgliedern, die diesen Schritt schon getan haben und Ihnen helfen können.

Ohne brauchbare Kenntnisse in Englisch, werden Sie aber nicht wirklich weit kommen. Wer Englisch gar nicht kann, dem bleibt der Weg in die weite Börsenwelt wohl leider versperrt.

Die Tatsache, dass diese Broker nicht in Deutschland, sondern in UK oder US reguliert werden und Sie den dortigen Sicherungssystemen unterliegen, mögen manche als Nachteil sehen. Ich, der ich auch die Hintergründe dahinter etwas verstehe, sehe das als Vorteil und nicht als Nachteil. Denn in meinen Augen ist die Regulierung in UK und US eher besser als die deutsche und die Stabilität der dahinter stehenden Staaten ist auch nicht geringer.

Bleibt ein echter Nachteil, Sie bekommen als Deutscher nicht mehr die "fertigen" Steuerbescheinigungen, die Sie mehr oder weniger beim Finanzamt nur einreichen müssen. Wobei auch hier das ja nicht wirklich stimmt, auch die deutschen Steuerbescheinigungen sind im Bereich Fonds und ETFs oft nicht vollständig (zb thesaurierende Fonds) und müssten nachbearbeitet werden. Und wer die Hintergründe nicht versteht und den Aufwand scheut, verliert auch mit Steuerbescheinigungen deutscher Direktbanken in der Regel Geld.

Bei einem internationalen Broker, müssen Sie Ihre Abrechnung aber komplett selber auf Basis allgemeiner Auswertungen aufsetzen, denn einen Steuerberater zu finden, der sich dessen annimmt, macht nur bei sehr grossen Depots überhaupt Sinn.

Das ist ohne Frage Aufwand und man muss sich in die Steuerthematik eindenken. Das ist aber auch nur einmal nötig, wenn es einmal sitzt, nimmt man nur noch die Vorlage des Vorjahres, solange sich nicht das Gesetz selber ändert. Und es schadet bestimmt auch nicht für den weiteren Lebensweg, die Grundlagen der Kapitalertragssteuer durchdrungen zu haben.

Aber es ist ohne Frage wahr. Wenn es einen echten Nachteil internationaler Broker gibt dann den, dass man selber in die Steuerthematik hinein muss. Die Alternative ist, das Handeln auf Deutschland zu begrenzen.

An dieser Stelle, will ich diese Grundlagenübersicht beenden. Es gibt natürlich noch unendlich viele Aspekte und so ein Artikel kann trotz seiner Länge, alles nur oberflächlich anreissen.

Ich hoffe trotzdem, dass es für die hilfreich war, die am Anfang Ihrer Handelskarriere stehen. Und viele Details wurden in den Foren auch schon besprochen und ich stehe - ebenso wie viele Mitglieder - gerne auch für konkrete Fragen zum Thema zur Verfügung.

So .... mit diesem Beitrag, schliesse ich meine schreiberischen Aktivitäten für diese Woche, die seit dem "Turnaround Tuesday" in einem sehr positiven Ton abgelaufen ist.

Wir lesen uns hier kommenden Montag wieder, hoffentlich erfrischt und voller Energie. Noch einmal will ich an dieser Stelle daran erinnern Ihre E-Mail Adressen zu kontrollieren, denn von mir gehen derzeit viele Erinnerungen zur Verlängerung heraus, die Sie nicht übersehen sollte.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

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