Euro an der Wegscheide

Die Quartalssaison läuft diese Woche an den Märkten heiss und gleichzeitig hat das Währungspaar EUR/USD einen Stand erreicht, den man glasklar als Wegscheide bezeichnen kann.

Was das bedeutet, soll dieses Chart verdeutlichen:

Seit Anfang 2015, also seit über 2 Jahren, ist der Euro zum Dollar unter 1,15 hin und her mäandriert und hat mehrfach einen Anlauf Richtung Parität vollzogen. Zweimal hat EURUSD darüber hinaus geschaut, einmal in 2015 und einmal in 2016 und in beiden Fällen war spätestens bei 1,17 Schluss und es wurde ein sogenannter "Fakeout", der dann das Signal für eine starke Bewegung in die Gegenrichtung gab. Die Bauernregel dazu lautet im Englischen "From false Moves come fast Moves".

Nun sind wir diesen Sommer - genau jetzt - wieder an so einer Wegscheide. Draghi hat mit seiner Rede in Sintra vor nun bald 4 Wochen dabei kräftig und unfreiwillig mitgeholfen und es ist ihm letzte Woche nicht gelungen, das in seiner Pressekonferenz sofort wieder einzufangen.

Und wie es der Zufall will, steht diese Woche am Mittwoch eine FED-Sitzung an, deren Wortwahl im FOMC Statement erheblichen Einfluss auf den Dollar und damit auf EURUSD nehmen wird.

Wer sich nicht regelmässig mit Börse beschäftigt, wird sich nun vielleicht fragen, was das denn mit dem DAX und anderen Indizes zu tun hat? Die Antwort ist ganz einfach:

In Euro notiert, also am Kursstand des DAX gemessen - wie wir das in der Regel in unseren Euro-Depots haben - ist ein starker Euro Gift für die Kursnotierungen, ein schwacher Euro stützt diese dagegen.

Dass das nur eine nominale Darstellung in Euro ist und die Welt aus Dollarsicht schon wieder ganz anders aussieht, ist denen klar, die die Welt der Währungen durchdringen. Für diesen Post im freien Bereich genügt aber zu verstehen, dass ein Euro, der potentiell nun nach oben wegbricht und die 1,15 nachhaltig hinter sich lässt, massiven Druck auf den DAX ausüben würde.

Diese Lage trifft aber auf einen DAX, MDAX und Co. der nicht nur durch das Desaster um die deutschen Autobauer sowieso schon angeschlagen ist, sondern auch eine derartige Chartstruktur hat, die einiges an Fallhöhe impliziert, falls der Index hier nun nicht bald nach oben dreht:

Auch Sie sollten also diese Woche ein Auge auf den Euro haben. Dreht der hier wieder nach unten, haben wir vielleicht den Tiefpunkt der aktuellen Korrektur schon gesehen bzw sehen ihn bald. Bricht der nun aber nach oben aus, dürfte sich ein Einbruch im DAX unter 12.000 nur schwerlich vermeiden lassen.

Der zweite Hauptfaktor für DAX & Co. dürfte diese Woche die Entwicklung rund um die Autobauer werden. Ohne dass diese sich stabiliseren, wird es der DAX auch ohne den Euro schwer haben, hier wieder nach oben zu drehen.

Das nur zur groben Einordnung dieser Woche aus Sicht der deutschen Indizes.

Im grossen Bild ist das aber wahrscheinlich nichts weiter als die erwartete Unruhe in der grossen "Rumpelphase" des Sommers, deren Umfang und Dauer ich Ihnen schon in -> Der Gründler und der Measured Move <- nahegebracht habe.

Es gibt also Grund zur Vorsicht, Grund zur Panik und für eine bärische Grundhaltung, sehe ich nach wie vor nicht.

Ihr Hari

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Die Börse im Sommer 2016

Mit dem Beginn des Juni, liegt auch der "Börsensommer" vor uns, der die Monate Juni, Juli und August umfasst und in der Regel von geringeren Volumina geprägt ist.

Dieses Jahr, müssen wir damit aber wohl bis Ende Juni warten, denn mit der EZB am 02.06., der FED am 15.06. und der Abstimmung über den "Brexit" am 23.06., liegen noch drei Termine vor uns, bevor der Markt dann die Chance hat zur "Sommeruhe" zu finden.

Damit stellt sich uns natürlich die Frage, was von diesem Börsensommer zu erwarten ist?

In meinen Artikel -> Sommerstarre statt Sell in May < - vom 02.05., hatte ich schon eine klare Erwartung formuliert, die Erwartung einer breiten Range im Leitindex S&P500, bei der weder nach oben, noch nach unten, besonders viel gehen dürfte.

Diese Sicht auf den Markt, hat uns im abgelaufenen Mai gute Dienst getan, denn genau dieses Schwanken zwischen den Begrenzungen haben wir nun erlebt.

Heute, einen Monat später, will ich Ihnen aber nicht verhehlen, dass die "Sommerstarre" immer noch eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, mein Sicht auf den Markt aber deutlich positiver geworden ist, als vor einem Monat.

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Die Einordnung der aktuellen Rally anhand des S&P500

Wenn ein Markt so stark steigt, wie wir das nun seit Februar erleben, stellt sich ja immer die Frage der Einordnung.

Muss man nun permanent damit rechnen, dass der Markt doch wieder zusammen bricht?

Oder erleben wir hier gerade einen bedeutenden Ausbruch, der uns nach oben überraschen und noch viel, viel höher tragen wird?

Man kann sich dieser Frage auf vielfältige Art und Weise nähern, ich persönlich bevorzuge dabei das Prinzip des "Fliegens auf Sicht", das sich grossen Prognosen verweigert, sondern immer nur so weit schaut und das Handeln anpasst, wie man auch beim Wetterbericht schauen kann: nämlich ungefähr eine Woche in die Zukunft hinein. Denn über diesen Zeitraum hinaus, verschmiert das Bild der Zukunft zu stark, um daraus belastbare Tendenzen ableiten zu können.

Man kann aber auch ganz anders und sehr grundsätzlich heran gehen, in dem man sich einfach mal ganz ruhig vor Augen führt, was wir hier eigentlich vor uns haben.

Und das will ich heute im Überblick für Sie tun, wobei dafür wieder der Leitindex S&P500 der Massstab ist, der für mich in Marktbreite, Aussagekraft und Liquidität, den wichtigsten und belastbarsten Index der Welt darstellt.

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Solar Sektor – Signale stehen auf Grün!

Der folgende Artikel erschien schon Donnerstag 02.04.15 16:05 in Hari Live

Die einfachsten Dinge sind oft die Profitabelsten und deshalb sollte man sie auch immer wieder wiederholen, auch wenn es aus medialer Sicht manchmal penetrant werden könnte.

Aber wir verdienen unser Geld an der Börse ja nicht mit Unterhaltung, sondern damit, aus dem was uns der Markt gibt, so viel wie möglich heraus zu holen. Und dazu gehört Disziplin und Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung!

So ein Sektor der "Wiederholung" ist der Solarsektor. Ich habe darüber in Hari Live seit Jahresanfang immer wieder und immer wieder im gleichen Tenor geschrieben. Und auch heute will ich es wieder tun, denn der Sektor sieht von der Markttechnik her einfach gut aus.

Die relative Stärke habe ich erst gestern wieder thematisiert, heute schauen wir mal wieder auf die langfristigen Charts mit Wochenkerzen.

Nun ist Charttechnik auf der Basis von "Pattern" ja keine exakte Wissenschaft, man kann eine Situation immer so oder so zeichnen. Und manchmal widersprechen sich die Muster dann auch, was Ausdruck einer unklaren Marktlage ist.

Beim an der Wallstreet notierenden Guggenheim Branchen-ETF TAN aber, kann ich auf das Wochenchart schauen wie ich will, ich sehe immer bullische Muster. Zunächst einmal betrachten wir die Struktur der 2014er Konsolidierung:

TAN 02.04.15 2

Und wir können die Begrenzung auf unterschiedliche Arten und Weisen zeichnen, mal mit den maximalen Spitzen als Begrenzung (schwarz) und mal unter Abschneiden von Fakeouts sozusagen die zentrale Struktur (lila) heraus arbeiten. Aber egal wie wir es machen, wir bekommen im grossen Bild immer einen bullischen Ausbruch aus der Flagge (blau).

Nun können wir uns statt der Flagge aber auch die Wendestrukturen heraus arbeiten und dann bekommen wir so ein Chart, das ein wenig nach einer bullischen Cup´n Handle Struktur aussieht:

TAN 02.04.15 3

Alle technischen Betrachtungsweisen deuten also auf Chancen nach oben. Und das erst recht, wenn es der TAN mittelfristig schaffen sollte, die umkämpfte 4xer Zone zu verlassen, die beim ein Jahr alten Hoch vom 07.03.2014 bei 51,07 USD ihre obere Begrenzung findet.

Sollte der Deckel dort wegfliegen, sind mit guter Wahrscheinlichkeit 70 USD als nächstes Ziel, aber durchaus auch 90 USD denkbar. Ja, ich meine 90 USD, die Marktechnik gibt das im Sinne eines "Measured Moves" durchaus her. 70 USD erscheinen dann aber recht realistisch.

Fundamental gesehen, stehen die Signale sowieso auf Grün, der Sektor segelt sozusagen mit politischem Rückenwind. Was in China passiert, haben wir ja mitbekommen und auch in den US ist der politische Rückenwind da, lesen Sie zum Beispiel hier:
-> Parteiübergreifende Solar-Initiative in Florida <-.

Nun wissen wir ja, dass nichts am Markt völlig sicher ist und gerade die Dinge, die "sicher" aussehen, sind am gefährlichsten. Wo könnte also beim Solar-Thema das Problem um die Ecke kommen, das wir heute nicht sehen?

Nun, niedrige Öl-Preise als Konkurrenz-Energie, können es nicht sein, wir erleben ja gerade, wie gut sich der Sektor trotzdem hält und auch das ist sehr bullisch zu werten.

Was einschlagen würde, wäre ohne Frage eine neue, saubere Energieform mit hohem Wirkungsgrad ala "kalter Fusion". Aber wer will schon ins Blaue hinein auf solche Science Fiction wetten?

Nein, mir fällt im Moment nichts ein, was da um die Ecke kommen könnte. Wenn überhaupt dann ein neues, massives Überangebot, so dass zwar der Sektor als Ganzes vom Umsatz her boomt, die Firmen aber kaum Gewinne machen. Das ist für mich noch das am ehesten realistische, negative Szenario.

Aber wie auch immer, wir dürfen auch nicht überinterpretieren und alles in Frage stellen, nur um es in Frage zu stellen. Wir müssen aber aufmerksam sein und dürfen nichts als gegeben hinnehmen, auch nicht die positive Zukunft des Solar-Sektors.

Von dieser berechtigten Aufmerksamkeit für neue Entwicklungen abgesehen, sieht aber der Sektor derzeit positiv aus und ich predige ja immer, dass wir handeln sollen, was wir sehen und nicht was wir sehen wollen.

Was wir aber sehen, ist eine bullische Markttechnik. Der TAN könnte sehr wohl im Sinne des Charts oben noch einmal einen "Henkel" bilden und die 40 USD erneut testen - kurzfristig ist auch im TAN eine Korrektur gut vorstellbar.

Mittelfristig sind die Börsensignale des Sektors aber für mich klar auf Grün!

Ihr Hari

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Neubewertung bei First Solar

Der folgende Beitrag erschien schon Mittwoch 25.02.15 16:30 in Hari Live

Noch so ein Volltreffer der letzten Wochen ist ja First Solar (A0LEKM, FSLR). Ich hatte hier in Hari Live aufgrund der Wendeformation im Chart am Montag 02.02.15 15:45 - also vor drei Wochen - einen Einstieg indiziert.

Bitte schauen Sie unten noch einmal, wie ich das Chart damals dargestellt hatte, denn es ist ein Musterbeispiel aus dem Lehrbuch, wie solche Wenden ablaufen können und vor allem bis wann wir warten, um bewusst einzusteigen.

Nun hatte First Solar ja gestern durchschnittliche Zahlen und hat trotzdem nichts von den massiven Gewinnen abgegeben. Und legt aktuell noch einmal 6% nach.

Was wir hier erleben ist also eine Neubewertung des Marktes einer Aktie, die er bisher im Vergleich zu den Retail-Spezialisten des Sektors nicht so gerne mochte. Aber die Kombination des Apple-Deals und der Auslagerung unattraktiver Assets in eine "Yield-Co", generiert nun Phantasie und damit eine Überarbeitung der Erwartungen des Marktes.

Das Ergebnis sehen wir nun im Chart, der eindrucksvolle Volumenschub unterstützt dabei die Sicht einer Neubewertung. Ich habe hier den 02.02. markiert, den Zeitpunkt des Einstiegs:

FSLR 25.02.15

Wir sehen hier ein Beispiel, wie ein Bewegungsziel (Measured Move) bei gut 50 USD erreicht wurde, dann aber durch die überraschende Nachricht zur "Yield-Co" massiv überschritten wurde. Alle Formen der Markttechnik, können natürlich nur das vorhandene Wissen reflektieren - Überraschungen sind eben Überraschungen.

Wir sehen nun aber auch, dass es Sinn macht davon auszugehen, dass die Aktie nun bald bei ca. 60 USD auch wieder erst einmal zum Halten kommt. Stellen wir uns nun vor, dass das grosse Gap noch geschlossen würde, dann hätten wir eine übergeordnete, gewaltige inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS) mit einem Measured Move über 80 USD! Stellen wir uns alternativ vor, dass das Gap nicht geschlossen würde, hätten wir ein massiv bullisches "Island Reversal" vor uns. Wenn die Aktie nun nicht sofort wieder einbricht, sieht die technische Lage also ausgezeichnet aus.

Bei einer neuen, grossen iSKS mit Nackenlinie 60 USD sind wir aber noch nicht und eine Aktie die einer Neubewertung unterzogen wird, kann auch durchaus ohne Halten weiter hoch laufen. Aber trotzdem ist das nicht das wahrscheinliche Szenario und ein baldiges Retracement ab ca. 60 USD, ist einfach realistisch anzunehmen.

Wie tief das dann geht und ob es das Gap überhaupt schliesst und die 50 USD noch einmal sieht, ist im Moment nicht vorher zu sehen, das Chartbild ist nur ein Szenario.

Wie geht man nun damit um, wenn man wie ich aktuell in der Aktie mit mittel- bis langfristigem Horizont investiert ist?

Da ich die Aussichten in diesem mittel- bis langfristigen Zeithorizont immer noch für gut halte, habe ich keinen Grund nun zu verkaufen und werde die Aktie weiter halten. Da nun aber ein Retracement hoch wahrscheinlich wird und auch durch die hohen Gewinne die Position gewachsen ist, werde ich diese - beginnend mit Heute - von der Positionsgrösse her reduzieren. Und wenn das Retracement tatsächlich kommt, werde ich dann wieder zu tieferen Kursen aufstocken.

Das ist mein klassischer Weg, mit solchen Situationen umzugehen. Dieser Weg ist nicht 1-zu-1 auf Sie zu übertragen, weil wie jedes Risikomanagement, macht er nur in einem Gesamtkontext Sinn, der mit Grösse und Kapitalisierung des Depots sowieso Zeithorizont und individueller Risikotoleranz zu tun hat.

Trotzdem wollte ich Sie Teil haben lassen, wie ich in so Situationen agiere. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, der sich nun fragt, wie er nun mit den herrlichen Gewinnen umgehen will. 😀

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Apple – es wird Zeit!

Der folgende Beitrag erschien schon Montag 23.02.15 16:50 in Hari Live

Den richtigen Einstieg in einen Trade zu finden, ist ja die eine Sache. Bei Apple haben wir das nun mehrfach wunderbar hinbekommen und zuletzt den Ausbruch aus der Konsolidierung ab Mitte/Ende Januar schön getroffen.

Wie geht man aber nun mit so einer Aktie um, die einfach in neuen Höhen fliegt und sich daher weitgehend alten Vergleichsmustern entzieht? Wann nimmt man Gewinne mit oder wann verringert man die Positionsgrössen? Und tut man das überhaupt oder lässt nicht einfach laufen?

Wie treue Leser nicht überraschen wird, gibt es dafür keine pauschale Antwort und der Zeithorizont spielt ebenso wie die Positionsgrösse, eine ganz wichtige Rolle.

Klar kann man sagen, dass wer Apple langfristig als Investment im Depot hat, derzeit keinerlei Handlungsbedarf hat. Denn Apples Kurs zeigt weiter nach oben und hat noch eine Menge langfristiges Potential. Und ob es dann mittendrin mal wieder eine Konsolidierung wie zuletzt ab Anfang Dezember gibt, muss auf der Zeitebene nicht interessieren.

Wer aber den Ausbruch aus der Konsolidierung ab Mitte Januar gespielt hat und der nächsten Konsolidierung aus dem Weg gehen will, der sollte jetzt langsam aufmerksam werden und Gewinnmitnahmen zunehmend in Erwägung ziehen. Oder alternativ einfach die Stops näher heran ziehen und es dem Markt überlassen, wann er einen aus der Aktie heraus kegelt.

Denn von den wenigen Mechanismen, mit denen man die Bewegung einer Aktie in neuen Kursregionen einordnen kann, ist das Prinzip des "Bewegungsziels" (Measured Move) noch eines der Besseren. Es ist nicht exakt, aber es vermittelt ein brauchbares Bild davon, wohin das Momentum tragen kann und ab wann man vorsichtiger werden muss:

Apple 23.02.15

Dieses Bild bei Apple indiziert den Bereich um 135 USD als brauchbares Ziel, an dem die aktuelle Bewegung erst einmal auslaufen könnte. Und davon ist die Aktie nur noch wenige Prozent entfernt.

Die technische Überdehnung nach oben ist nun augenfällig und gleichzeitig zieht das Volumen im Anstieg nicht mehr vollständig mit, auch das ein kleines Warnzeichen, dass die aktuelle Ausbruchsbewegung alt wird und eine Verschnaufpause braucht.

Sollte Apple eine klassische Konsolidierungsstruktur wie die von Dezember/Januar hinlegen, dann sollte die Aktie um die 135 USD ein temporäres Hoch finden und von dort einen guten Monat bis ca. 120 USD abwärts bröseln, bevor der Aufwärtstrend wieder das Kommando übernimmt und die Aktie in Richtung 150 USD katapultiert.

Ich betone, solche Standard-Muster stellen keine Prognose dar, dass können sie gar nicht. Sie ordnen aber den Charakter einer Bewegung ein und das hilft uns immens. Denn statt "irgendwo" zu kaufen und verkaufen, wissen wir, wohin wir schauen müssen und haben auch Massstäbe dafür, wann es "mal Zeit wird" - wie vielleicht bald hier.

Ich selber habe ja Apple im Depot und agiere in so Situationen immer anhand meiner Bausteinlogik, mit der ich die Positionsgrössen und damit das Risiko anpasse. Derzeit laufe ich noch mit einer grossen Position mit, zu klar und attraktiv ist das bullische Szenario. Diese Position werde ich nun aber bald in Schritten in die Stärke hinein verringern, eben in Antizipation einer möglichen Konsolidierung. Ganz verkaufen werde ich die Aktie aber nicht - warum sollte ich denn auch, Apple ist in jeder Hinsicht langfristig weiter attraktiv und eine Konsolidierung gehört zu jedem gesunden Aufwärtstrend, wie das Ausatmen beim Menschen zum Einatmen.

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Marktupdate – 08.11.12 – S&P 500: folgt nun der Absturz bis fast 1300 ?

Ich weiss, ich habe heute sehr viel geschrieben und hatte vor allem noch nie so viel Live-Tips wie heute. Aber es war ja auch ein bedeutender Tag im S&P 500, der geradezu danach schreit, nach Handelsschluss der Wallstreet in eine grössere Perspektive gestellt zu werden.

Deshalb folgt nun noch ein kleine Nachtschicht meinerseits. 😉

Schauen Sie also mit mir auf den Tages-Chart des S&P 500 seit Frühjahr diesen Jahres, mit der nun bekannten Schulter-Kopf-Schulter Formation. Dieses mal habe ich das Fibonacci-Grid hinterlegt und dafür die Nackenlinie weggelassen, um nicht mit zu vielen Linien zu verwirren.

Abgesehen davon ist die Position der Nackenlinie dieses mal nicht ganz eindeutig und etwas Geschmackssache. Ich kann das rechnerische Potential-Ziel (measured Move) der Formation daher auch nur grob im Bereich 1300-1320 verorten.

S&P 500 081112

Sie wissen aus meinen Live-Tips, dass wir heute mit 1377 geschlossen haben und die SKS Formation damit aktiviert wurde. Weiterhin haben wir die 200-Tage-Linie in den letzten Handelsminuten gebrochen. In Summe ein ziemlich klares Signal für weiter fallende Kurse.

Auf der Habenseite steht nun aber der zweite Tag, an dem wir ein mittelgrosses "Buying on Weakness" im ETF SPY hatten. Das bedeutet, dass "Big Money" diesen Rückgang teilweise kauft. Und wir sind nun technisch sehr überverkauft. Ein Bounce ist nun nach der Gummibandtheorie wahrscheinlich geworden.

Wie passt das zusammen werden Sie sich fragen ? Und was ist mit der Jahresendrally ?

Nun, die Jahresendrally kann auch erst Anfang Dezember starten. Das war schon öfter so. Und das Problem der Wahl ist doch, dass sie die erhoffte Klarheit nicht gebracht hat. Letztlich sind die politischen Mehrheitsverhältnisse wie vor der Wahl. Eine Jahresendrally dürfte also ziemlich eindeutig mit der Entwicklung in Sachen "Fiscal Cliff" gekoppelt sein. Der Tag, an dem sich zu dem Thema eine Einigung abzeichnet, dürfte eine gewaltige Rally sehen.

Und bis dahin ist es keineswegs unmöglich, dass der Index vorher noch die SKS Formation bis ca. 1315 vollendet. Für eine mögliche Jahresendrally, die durch eine Lösung im Haushaltskonflikt ausgelöst würde, wäre das natürlich ein besonders explosives Szenario.

Insofern schauen Sie noch einmal auf den Chart, in dem ich ein für mich gut vorstellbares Szenario eingezeichnet habe. Morgen käme in dem Szenario noch anfängliche Schwäche, die uns bis zum 50er Fibonacci Retracement bei 1370 treiben würde, vielleicht auch die noch offenen Gaps bei 1360 und 1365 schliesst. Dann dürfte der Markt so überverkauft sein, dass es für einen deutlichen Bounce reichen sollte. Die Buying on Weakness Signale im SPY sind selten ohne Auswirkung, eine nachhaltige Wende können sie aber nicht garantieren, ein paar gute Tage sind aber schon drin.

Dieser Bounce könnte dann typischerweise die Nackenlinie der SKS bei ca. 1390 noch einmal von unten testen. Und dann geht es entweder doch nach oben durch (grüner Strich), oder aus heutiger Sicht wahrscheinlicher runter bis zum rechnerischen Ziel bei ca. 1315 (roter Strich).

Wer jetzt aber einfach einen simplen Strich nach unten erwartet, liegt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder falsch und wird im Hin- und Her aufgerieben werden. So einfach funktioniert der Bruch einer Nackenlinie einfach nicht. Schauen Sie doch einfach mal die Sägezahnbewegung beim Aufstieg seit Juni an, dann wissen Sie was uns erwartet. Jetzt sind Abstürze immer schneller als Anstiege, aber ohne ein oder zwei wildes Swings nach oben, gehen auch grosse Abstürze so gut wie nie ab !

Das führt zu der witzigen Lage, dass nun die Tendenz des Marktes nach unten zeigt, eine massive Shortposition im Moment aber sehr riskant ist. Wenn dagegen der Markt sich wieder von unten (in einem Bounce) der Nackenlinie nähert, *dann* ist eine Short Position viel attraktiver, da nun ein naher Stop oberhalb der Nackenlinie möglich ist, der das Verlustpotential begrenzt. Das wäre dann ein attraktives Setup mit gutem Chance/Risiko Verhältnis. Wer also nun denkt, nach Bruch der Nackenlinie sei alles nun simpel, sollte unbedingt lernen, so wie der manisch depressive Mr. Market um die Ecke zu denken.

Deshalb nochmal in aller Deutlichkeit. Jetzt Short zu gehen erscheint mir persönlich - Stand heute Abend - eher prozyklisch und nicht unbedingt klug ! Aber das grosse Bild sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Die gute Short-Gelegenheit kommt möglicherweise nach einem eher schwächlichen Bounce. Denken Sie mal zurück, als ich diese SKS schon einmal zeigte. Das war *bevor* sich die rechte Schulter ausformte. Die gute Short-Gelegenheit war auch da die rechte Schulter, nicht unbedingt jetzt !

Was das Szenario für den DAX bedeuten würde, dürfte regelmässigen Lesern von Mr-Market.de klar sein. Der zeigt zwar im Moment relative Stärke zu den US Indizes, kann sich aber einer starken Bewegung des Leitindex S&P500 mit Sicherheit nicht substantiell entziehen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht und morgen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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