Ohne Strategie, Methodik und Disziplin ist alles nichts

Die wichtigsten Dinge kann man manchmal in wenigen Absätzen beschreiben und das will ich auch heute wieder tun.

Gerade Sie, ja Sie, der Sie im freien Bereich mitlesen, werden mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit keine klare Strategie und Methodik im Umgang mit dem Markt haben. Das weiss ich deshalb, weil die Ergüsse der Medien zur Marktsituation sich ja gezielt an normale Anleger wenden, die Orientierung suchen. Genau diese Orientierung wird aber nicht geboten, denn die Autoren wissen es doch genau so wenig.

Sie kennen das doch auch, da lesen Sie die eine Quelle und es wird Ihnen der Crash geweissagt, dann lesen Sie die andere Quelle und es wird Ihnen der Mund mit schnellen Gewinnen wässrig gemacht und dann lesen Sie eine dritte Quelle und es wird der Konjunktiv gepflegt, es könnte und sollte und möglicherweise und vielleicht.

Und hilft Ihnen das?

Wollen Sie vielleicht nach diesen Zeilen schnell weiter klicken und noch weitere 10 Ergüsse und Prognosen zum Markt lesen? Glauben Sie wirklich, dass Ihnen das hilft?

Ich sage Ihnen etwas: Kein echter Profi liest diesen Kram gezielt, den die grossen Medien da tagtäglich verzapfen. Das fällt unter Belustigung oder genauer gesagt "weisses Rauschen". Manchmal begegnet einem ein besonders prägnanter Artikel oder wird einem via soziale Netze empfohlen, dann schaut man mal interessiert rein und manchmal ist ja auch etwas Interessantes dabei, oft schmunzelt man aber danach. Aber niemand der am Markt Erfolg hat, bezieht seine Marktsicht primär aus diesen Weissagungen. Niemand!

Es gibt auch keinen Grund dafür, denn wer am Markt erfolgreich ist, hat eine präzise beschreibbare Strategie und Methodik. Denn es gilt:

Ohne Strategie, Methodik und Disziplin ist alles nichts!

Das ist so ohne Abstriche, machen Sie sich nichts vor. Diese Methodik beginnt gerade schon bei der Selektion der Medien und Informationsquellen die man konsumiert, denn diese Informationen sollten die Strategie unterstützen und sie bereichern. Unser Tag hat nur 24 Stunden, von denen wir ein Drittel verschlafen. Es ist daher eminent wichtig die "richtigen" Dinge zu lesen, die einen weiterbringen und nicht wie eine Biene ziellos von Blüte zu Blüte zu summen.

Aber Strategie und Methodik definieren natürlich vor allem, was man wann und wie kauft bzw verkauft. Wie man also am Markt erfolgreich sein will. Wer mir nun seine Strategie nicht in 5 Minuten präzise beschreiben kann, hat schlicht keine und das ist fatal. Denn erneut: Ohne Strategie, Methodik und Disziplin ist alles nichts!

Lassen Sie sich aber nicht verschrecken, sinnvolle Strategien müssen keine Raketenwissenschaft sein und für jeden gibt es eine, die gut zu den eigenen Rahmenbedingungen passt, man muss sich nur daran halten und das ist schwieriger als es scheint. Disziplin ist daher ein integraler Bestandteil jedes wiederholbaren Markterfolges.

Ich habe es schon oft kommuniziert und in vielen Artikeln im freien Bereich thematisiert, es sei aber hier noch einmal klar gesagt:

Wenn Sie keine klare Strategie haben, wenn Sie keine Methodik haben und wenn Sie nicht die Disziplin haben, dieser zu folgen, werden Sie keinen dauerhaften Erfolg am Markt haben. Punkt!

Da heisst nicht umgedreht, dass jedwede Strategie immer zu Erfolg führt, aber ohne hat man gleich gar keine Chance.

Und was bieten wir Ihnen hier bei Mr-Market? Keine fertigen Strategien zum gedankenlosen Nachbilden, denn das ist Unfug. Eine Anlagestrategie ist immer individuell und hat mit Ihren Rahmenbedingungen, Absichten, Fähigkeiten und Begrenzungen zu tun. Mit Ihnen also und nicht mit mir.

Aber wir bieten Ihnen jede Menge Ideen und Beispiele, wie man an den Markt heran gehen kann. Und tägliche Anleitung zum Marktgeschehen. Und tägliche Anlageideen und eingeordnete Zusammenhänge. Und eine Community kluger Menschen, die vor dem gleichen Problem stehen wie Sie.

Sie finden hier also einen vertrauenswürdigen Rahmen, ein Environment, das Ihren Erfolg fördert und diesen möglich machen kann. Ihren eigenen Weg finden, müssen Sie aber immer noch selber. Schnelle Abkürzungen gibt es dabei nicht und werden nur von denen propagiert, die Ihnen etwas verkaufen wollen.

Ihr Hari

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Unsere Verlustangst oder wie man dem Affen Zucker gibt

Der folgende Beitrag erschien am Donnerstag 16.01.14 11:00 in Hari Live und wurde für die heutige Veröffentlichung im freien Bereich leicht angepasst

Ein Mitglied der Community hat im Forum den folgenden Satz geschrieben:

“Ich habe zum Anfang des Jahres eine kleine Position Barrick bei 12 knapp irgendwas gekauft und sie kürzlich zu 13,11 aufgestockt. Wenn ich schon länger hier dabei wäre, hätte ich das – mit den vernünftigsten Begründungen – vermutlich nicht getan. Trotzdem schlafe ich jetzt besser, weil ich das Gefühl habe, einen Fuß in der Tür zu haben. Psychologischer Hintergrund: ich glaube, ich leide mehr, irgendwo nicht mit dabei zu sein, wo eine Chance lauert, als dabei zu sein, wenn’s bergab geht. Ist das normal? ”

Diese kleine Frage hat wichtigen, grundsätzlichen Charakter und ist unbedingt einen Artikel wert.

Zunächst: ja das ist normal ! Allerdings leiden Anleger nicht bei jeder theoretisch verpassten Chance an Verlust- bzw Verpassens-Angst, sondern nur bei einer, die vorher emotional aufgeladen wurde.

Denn es ist eine in der „Behavioral Finance“ bekannte Tatsache, dass wir Menschen im Durchschnitt Verluste intensiver empfinden als Gewinne. Was wir aber in unserem verfehlten Glauben an unsere „Ratio“ dabei gerne übersehen ist, dass der Massstab von „Verlust“ und „Gewinn“ nicht der objektive Verlust/Gewinn ist, der in Zahlen auf dem Depotauszug zu sehen ist.

Es ist vielmehr die subjektive Wahrnehmung von Bedeutung. Und die ist extrem selektiv und irrational und von massivem Bias geprägt. Wir sehen die Welt mehr durch den Filter der Augen, die etwas sehen wollen, als mit einem objektiven Blick. Sind aber immer zutiefst überzeugt, genau “die Wahrheit” gesehen zu haben. Ich verstehe bis heute nicht, warum in Strafprozessen Menschen mit ihren kognitiven Defiziten als “Zeugen” zugelassen sind und damit das Schicksal anderer bestimmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Übrigens, falls Sie das Thema interessiert, empfehle ich den Klassiker von Watzlawick -> Wie wirklich ist die Wirklichkeit <-. Darin geht es vor allem um den kommunikativen Aspekt dieser Wahrnehmung von “Wirklichkeit”, das Problem dehnt sich in Realität sogar auf alle unsere Sinne aus. Denn wir sehen nicht die Wirklichkeit der Welt, sondern lauschen den Mustern unseres Gehirns, die dieses aufgrund des Inputs generiert – ein erheblicher Unterschied, da die Muster durch Kultur und Sozialisierung geprägt werden und nicht objektiv sind! Das Buch ist sehr lesenswert.

Warum also haben viele die an Gold interessiert sind, derzeit grosse Angst, den vermeintlich "sicher" kommenden Anstieg zu verpassen und steigen deswegen immer wieder ein ? Die Antwort ist, weil Sie Angst vor dem grossen Verlustgefühl haben, das eintritt, wenn die Kurse dann doch anziehen und man nicht dabei ist.

Warum haben aber die gleichen Anleger kein intensives Verlustgefühl dabei empfunden, wenn Sie in 2013 vielleicht Tesla und Solar und Biotech verpasst haben, all die Sektoren, an denen wir hier gut verdient haben ? Da wird dann aber die Schulter darüber gezuckt, obwohl die “Verluste” an Gelegenheit vielleicht massiv waren. Aber wie sagt das Sprichwort so schön: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.”

Und warum kann der gleiche Anleger, problemlos eine Anlage massiv ins Minus laufen lassen und seine Augen darüber verschliessen ohne schlecht zu schlafen, wenn er nur das Wort „Value“ auf den Titel darauf geklebt hat ? Warum ist die Sehnsucht nach „Value“ deshalb bei vielen Anlegern so unermesslich gross ?

Alle diese „Warums“ haben eine ähnliche Ursache, die mit unserem eigenen Bias, mit unseren Erwartungen und unserer Verlustangst zu tun haben.

Wir haben Angst den Anstieg bei Gold zu verpassen, weil wir einen massiven Bias haben, der uns fälschlicherweise einflüstert, Gold „muss“ ja wieder steigen. Und solange diese Bias da ist, haben wir inneren emotionalen Druck. Nur hat der Bias leider nicht recht, der Markt „muss“ gar nichts.

Wir haben keine schlechten Nächte bei Tesla etwas verpasst zu haben, wenn und weil wir den Titel nicht mit Erwartungen aufgeladen hatten. Schulterzucken.

Wir können eine Aktie ins Minus laufen lassen, wenn wir uns vorgaukeln das sei ja „Value“ und müsste deswegen sowieso wieder steigen. Erneut ein massiver Bias.

Und unsere Sehnsucht nach „Value“ ist so gross, weil uns das eine Sicherheit vorgaukelt, die unsere armen gebeutelten Seelen so dringend ersehnen, die uns aber der fiese Mr. Market sowieso nie geben wird !

Sie sehen schon, worauf ich hinaus will. „Verlust“ und „Gewinn“ empfinden wir nicht anhand objektivem Plus/Minus im Depot, sondern aufgrund höchst irrationaler Emotionen und Erwartungen. Und deshalb ist das alles kein guter Ratgeber.

Nun sind wir aber alle Menschen und haben das Problem alle, dass unsere Ratio dünner ist als wir glauben und wir weit stärker von Reflexen gesteuert werden, die sich der unmittelbaren Gehirnkontrolle entziehen - unser "geliebtes Affenhirn". 😉

Selbsterkenntnis ist zwar der erste Weg zur Besserung und zeitweise können wir diese Reflexe und Emotionen mit unserem Intellekt auch analysieren und so in die richtigen Bahnen lenken. Aber niemand kann das immer, auch ich nicht. Wir sind Menschen und das hat ja auch seine Vorteile. 😉

Es gibt zwei prinzipielle Arten, die Problematik in den Griff zu bekommen. Beide Arten bespreche ich hier immer wieder;

(1)

Wir können uns selber einer Routine bei den Abläufen unterziehen, die unserem „Affengehirn“ Disziplin aufzwingt. Wenn Sie so wollen, bauen wir uns so selber ein Korsett der Handlungen, das uns helfen soll, der Ratio einen Vorteil zu verschaffen und emotionale Adhoc-Aktionen zu erschweren. Das sind alle meine Ratschläge zum Thema Strategie/Disziplin/Methodik und Checkliste, die ich in Hari Live mit Ihnen teile.

(2)

Wir können unser Affengehirn überlisten, in dem wir dem Affen kontrolliert „Zucker geben“. Das sind Techniken, wie ich sie hier auch immer wieder propagiere, dass man zum Beispiel Positionen in Teilen auf- und abbaut, statt immer schwarz/weiss die digitale rein/raus Frage stellen zu müssen. Wir überlisten uns so selber. Auch das kann sinnvoll sein, solange wir nie vergessen, warum wir das tun und wen wir hier überlisten.

Summa Summarum kann ich nur wiederholen, dass diese Problematik absolut zentral für uns alle ist. Wir alle haben das Problem - leicht unterschiedlich, weil wir unterschiedliche Menschen sind - aber wir alle haben es ! Und deshalb müssen wir die Problematik in unser Vorderhirn auf die Bewusstseinsebene heben. Denn wenn wir es nicht tun, sind wir weiter Sklaven unseres „Affenhirns“ und der Markt deckt diese Mängel gnadenlos auf und das Ergebnis sind rote Zahlen im Depot.

Man kann also zum konkreten Fall der obigen Frage in meinen Augen die folgenden Aussagen festhalten:

1. Verlustängste beim „zwangsläufigen“ Rebound von Gold nicht dabei zu sein, sind irrational. „Zwangsläufig“ ist da objektiv gar nichts, diese Sicht gaukelt uns der Pro-Gold Bias vor. Unsere Überzeugungen erdrücken sozusagen unser rationales Handeln.

2. Die Edelmetalle sind aber aktuell zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Blick wert und könnten tatsächlich vor einer Stärkephase stehen. Zumindest eröffnet das Marktverhalten diese Möglichkeiten. Insofern ist es rational, dem „Affen etwas Zucker“ zu geben und erste Startpositionen zu eröffnen, wenn man sowieso den Pro-Gold Bias hat.

3. Wenn man dem „Affen Zucker“ gibt, muss man sich aber auch zwingen, schon vorher klar zu definieren, unter welchen Umständen man den Zucker wieder entzieht. Denn wenn man das nicht vorher tut, wird einen der Bias dazu treiben, einfach drin zu bleiben und die Verluste aussitzen zu wollen. Genau das, was so vielen Laien bei ihren Anlagen passiert, von denen sie typischerweise immer „überzeugt“ sind.

4. Unser Seelenheil, also unser emotionales Kapital, hat mindestens ebenso grosse Bedeutung für den Börsenerfolg, wie das reale Kapital im Depot. Verschleudern Sie also Ihr emotionales Kapital nicht, in dem Sie endlos mit einer Verlustposition mitleiden. Erleben Sie mal, wie befreiend es sein kann, so einen Verlust zu realisieren und damit wieder den Blick frei zu bekommen. Haben Sie also immer eine Exit-Strategie. Das zumindest sollten Sie von Ihrem Affen fordern, bevor Sie ihm im Gegenzug ein Stück Zucker geben ! 😉

Ihr Hari

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Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Mit der Premium Mitgliedschaft habe ich auch die neue Funktion des "Setup-Monitors" eingeführt. Jeden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, präsentiere ich Ihnen dort eine Auswahl von 5-10 Setups für mögliche Trades oder Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf dem mittelfristigen Zeithorizont, Intraday Setups sind ebenso wenig Teil des Setup-Monitors, wie sehr langfristige Investitionen.

Da unsere Hirne als Anleger aber durch den permanenten Unfug der Prognosen und "heissen Tips" selbst ernannter Besitzer von Kristallkugeln leider etwas verseucht sind, erscheint es mir wichtig noch einmal zu erklären, was ein Setup ist und was es nicht ist. Welche Bedeutung es hat und warum man mit konsequentem Handeln auf Basis gut ausgewählter Setups eine positive Performance erzielen kann, selbst wenn ein grosser Prozentsatz der Setups nicht aufgeht - was völlig normal ist. Und ich will Ihnen das anhand eines der aktuellen Setups im Premium-Bereich, der Aktie des Agrarproduzenten Bunge (WKN 762269), beispielhaft darstellen.

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Die ultimative Anlagemethode – über den „Heiligen Gral“ der Geldanlage !

Ich möchte Ihnen heute die ultimative Anlagemethode vermitteln, sozusagen den "Heiligen Gral" der Geldanlage. Natürlich nur exklusiv für Mitglieder der Mr-Market Community. 😉

Warum ich dann hier darüber schreibe und nicht schon im Privatjet auf die Bahamas unterwegs bin, wollen Sie wissen ? Gute Frage, immerhin stellen Sie diese Frage, die so viele nicht stellen, wenn denen "heisse Tips" angedient werden. Aber warten Sie doch einfach mal ab. 😉 Wenn Sie reich werden wollen, dürfte das doch 5 Minuten wert sein einen Artikel zu lesen, oder ?

Sie haben vielleicht von der Levermann Methode gehört, die ehemalige Fondmanagerin Susan Levermann hat da eine Methode entwickelt, bei deren systematischem Einsatz man tatsächlich sehr gute Ergebnisse produzieren kann. Dabei basiert die Methode eigentlich auf nichts Überraschendem. Da sind Parameter wie Eigenkapitalrendite enthalten, oder KGV, oder Wachstum oder Momentum. Alles nichts Besonderes. Wie kann so eine Aneinanderreihung von bekannten Parametern irgend etwas Besonderes bewirken ?

Oder Sie haben vielleicht von der Methode der Turtle Trader von Richard Dennis gehört. Ich kann Ihnen bestätigen auch diese funktioniert und produziert gute Ergebnisse. Und auch hier, ohne dass das auf grossen Geheimnissen bei der Methodik beruht.

Und Sie haben vielleicht von unzähligen anderen Methoden gehört und auch diese funktionieren sehr oft. Aber keine beruht auf Geheimnissen, die man nur hinter vorgehaltener Hand weiter geben darf.

Was also ist das Geheimnis, was ist der "Heilige Gral" der Geldanlage und des Trading ?

Nun ..... ich enthülle Ihnen das Geheimnis :

Es ist .... überhaupt eine systematische Methode zu haben ! Es ist Methodik und Disziplin !

Ohje, ich weiss, ich kann durch den Bildschirm hindurch nun Ihr Gesicht sehen. Sie sind enttäuscht und fühlen sich von mir an der Nase herum geführt. Aber Moment, warten Sie, es ist wirklich der "Heilige Gral" und Sie tun besser daran, nun genau zuzuhören.

Denn seien Sie mal zu sich ehrlich. Haben Sie eine Methodik nach der Sie anlegen und die Sie mit grosser Disziplin durchziehen ? Na ? Ehrlich ?

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit keine ! Sie haben vielleicht mal mit so etwas experimentiert, aber das war Ihnen am Anfang zu mühsam. Oder Sie haben nicht die Disziplin gehabt es durchzuhalten und überhaupt, da war doch dieser spannende Artikel über diese tolle Value-Aktie, die müssen Sie als Nachfahre von Buffet und Graham jetzt einfach kaufen, Sie sind doch smart genug, das zu überblicken ! Aber selbst wenn nicht, dann kam doch dieser Crash mit all den Weltuntergangsszenarien in der Presse und ihre Methode interessiert das nicht. Da muss man als "kluger" Anleger doch mit der Hand steuernd eingreifen und verkaufen, oder etwa nicht ?

Und wenn Sie zu den seltenen Ausnahmen gehören, die doch diszipliniert einer Methodik durch Dick und Dünn folgen, dann grinsen Sie jetzt hinter Ihrem Bildschirm und wissen wie recht ich oben habe.

Denn es ist für uns Menschen viel schöner, uns im Gefühl zu sonnen wie "smart" wir sind. Wir sind ja sowieso immer Contrarians, Abkömmlinge des grossen Warren Buffet und die Herde, das sind immer die anderen, nur nicht wir. 😉 Und selbst wenn wir so selbstkritisch sind zu wissen, dass wir auch nicht klüger sind als die anderen da draussen, dann macht der Markt so einen emotionalen Druck auf uns, dass es uns fast unmöglich wird, uns unserer Methode anzuvertrauen.

Erkennen Sie sich wieder ? Ich erkenne mich eindeutig, all das habe ich oben auch durchlitten.

Ich weiss, ich bin sehr böse, wie ich uns allen den Spiegel vorhalte. Aber Erfolg kommt nur über Selbsterkenntnis und den Schmerz der damit verbunden ist. Und ich garantiere Ihnen ganz persönlich aus 20 Jahren Erfahrung:

Methodik und Disziplin SIND der heilige Gral der Geldanlage ! Es gibt keinen schnellen und einfachen Weg zum Erfolg, ausser pures Glück ! Und jeder der eine Methodik hat und diese konsequent weiter entwickelt, wird damit bessere Ergebnisse als vorher produzieren, als er noch fröhlich nach Bauchgefühl seinem Ego folgte. Und zwar unabhängig davon, ob Sie nun KGV, KBV, Trends oder Sentiment in die Methodik einfliessen lassen. Die Methode zu haben und ihr zu folgen, das IST der so vielfach gesuchte "Heilige Gral" !

Und deshalb funktioniert auch die Levermann Methode, ebenso wie die Turtle Trader besser, als einfach fröhlich zu agieren, einfach weil es überhaupt eine Methode ist.

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt machen und glauben Sie ja nicht, der sei trivial ! Wenn er trivial wäre, warum agieren Sie dann nicht so ? Warum kaufen Sie immer noch angeregt durch irgend einen Artikel irgendwo und bilden sich ein, nun einen Edge gegen den Rest des Marktes zu haben ? Warum ?

Ich möchte aber nicht nur den belehrenden Finger erheben, sondern möchte auch hilfreich sein. Deshalb habe ich hier für Sie den "ultimativen"

Guide, zur Anlagemethodik

Annahme dabei ist, Sie sind ein gebildetes Mitglied der arbeitenden Bevölkerung, das sich zwar intensiv für Börse interessiert, aber am Tag nicht mehr als eine, maximal zwei Stunden dafür investieren kann. Diese Annahme ist wichtig, denn natürlich hat Methodik auch mit Ihren Voraussetzungen und Lebensumständen zu tun !

Wenn Sie zu diesen Anlegern gehören, folgen Sie dem Guide unten Punkt für Punkt:

(1) Zeithorizont

Der entscheidende erste Punkt der immer unterschätzt wird, ist sich des Zeithorizonts bewusst zu werden, in dem man anlegen will. Denn die Kriterien einer Methode müssen zwingend zum Zeithorizont passen, das ist offensichtlich. Denn die Kriterien einer Daytrading-Methode sind natürlich andere, als die einer langfristigen Investment-Methode.

Jetzt werden die meisten schnell sagen, Daytrading ist mir zu kurzfristig und das ist sicher für die meisten von Ihnen richtig. Am anderen Ende ist aber das Problem. Ganz viele nehmen sich vor, langfristiges "Value-Investing" zu machen. Hört sich ja auch so toll an ... "Value" ... 😉 Dann kaufen Sie diese Aktie "für Jahre", aber schon 3 Tage später bricht die Aktie aufgrund einer Nachricht um 10% ein. Und schon schwanken und zaudern Sie. Und spätestens in der kommenden Korrektur war es dann mit Value, dann verkaufen Sie auf einem ganz anderen Zeithorizont als geplant, der Druck wurde einfach zu gross.

Deshalb ist der Gedanke der langfristigen Investition in der Regel eine Illusion. Wir können uns dem medialen Druck der Gegenwart nicht so einfach entziehen. Nach meiner Ansicht ist der ideale Zeithorizont für diesen Typus Anleger der Bereich von Monaten. Das bedeutet, dass Sie ihr Geld im Jahr 1-4 mal umschlagen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn dieser Zeithorizont passt zu den medialen Erregungszyklen und auch zu den grossen Trends. Schauen Sie auf das letzte Jahr mit seinen 3-4 grossen Phasen oder auch aktuell auf die Hausse, die nun seit November 2012 herrscht. Es sind immer 1-4 Phasen im Jahr, in denen sich der Wurm dreht.

Eine Methode, die sich an diesen Zeithorizonten orientiert, hat also die Chance im Gleichklang mit Ihrem Erleben und Ihrer Emotion zu schwingen und damit von Ihnen auch durchgehalten zu werden. Denn was nützt die tolle Langfristmethode, die Sie dann doch nicht einhalten ?

(2) Parameter

Nachdem Sie den Zeithorizont so definiert haben, wählen Sie jetzt 5-10 Parameter aus, die in diesem Zeitraum eine "gute" Aktie von einer "schlechten" unterscheiden. Und zu diesen Parametern gehören dann NICHT fundamentale wie das KBV. Denn eine Aktie, der der Markt nicht einmal den Buchwert zubilligt, hat diese Bewertung mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in Monaten. Denn der Markt hat gute Gründe, warum er das Geschäft so niedrig bewertet und das sich das in Monaten ändert, ist eher unwahrscheinlich.

Geeignet sind dagegen alle Parameter die trendorientiert sind. Also technische Trendparameter aus Chart- oder sonstiger Markttechnik. Wie zum Beispiel die diversen Moving-Averages. Oder ein positiver Newsflow. Oder steigende Gewinne in jedem Quartal. Oder Insiderkäufe. Oder. Oder

Wählen Sie 5-10 Parameter, die Sie auch wirklich tracken können und werden. Und dann ordnen Sie diesen Parametern ein Punktesystem zu, mit dem Sie die "guten" von den "schlechten" Aktien unterscheiden.

(3) Watchlist

Nun brauchen Sie noch eine Watchlist, also ein Teiluniversum der Aktien der Welt, die Sie dann auf Ihre Methodik loslassen. Hier kann es durchaus Sinn machen, langfristige Parameter wie KBV einfliessen zu lassen. Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Ihre Watchlist nur aus soliden Unternehmen besteht, mit gutem Management, funktionierendem Geschäftsmodell und Gewinnwachstum. Denn diese Watchlist soll Sie ja länger begleiten und in dem Sie nur "fundamental gute" Unternehmen auswählen, stellen Sie sicher, keine zu bösen Überraschungen zu erleben. Der Ort für fundamentale Überlegungen ist also hier, in der Auswahl Ihrer Watchlist und weniger bei den Parametern des Punktesystems.

(4) Disziplin und Ausdauer

Und nun starten Sie. Und das Geheimnis ist, die Methode jetzt einfach konsequent anzuwenden und nur nach dem Punktesystem die Kauf- und Verkaufentscheidungen zu treffen. Die Grundregel dabei ist, greifen Sie NIE - wirklich NIE - direkt ein und agieren gegen Ihr System. Damit machen Sie alles kaputt. Was Sie dürfen und sogar sollen, ist das System iterativ zu adaptieren. Es wird Parameter geben, die nicht so passen oder deren Datengewinnung zu schwierig ist. Schrauben und ändern Sie am Detail des Systems, bis es passt. Das ist in Ordnung, wenn Sie es nicht zu oft machen und konsistent bleiben. Aber greifen Sie nie gegen Ihr System ein.

So das war das ganze Geheimnis. Der Rest ist Geduld und Disziplin. Und nach einem Jahr werden Sie ein erstes Fazit ziehen können.

Machen Sie es einfach mal ! Kaum ein privater Anleger macht das ! Und unter anderem deswegen, scheitern die allermeisten an der Börse.

Überhaupt ein System und eine Methodik zu haben, das IST der heilige Gral. Und das ist keineswegs so trivial, wie es sich anhört.

Glauben Sie mir !

Ihr Hari

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