Hari Live Stream 11.03.21

Erwachen der Giganten ZH2 ZH3

Der SPX bestätigt die Trendwende und den Ausbruch weiter, das "Follow Through" ist eindeutig da:

Die wirkliche Botschaft des heutigen Tages ist aber das Erwachen der Tech-Giganten, schön in der initialen MarketMap zu sehen:

Sie wissen, ich habe da eine große Skepsis, ob die ihren Rallymodus der letzten Monate einfach wieder aufnehmen und ich habe diese Skepsis immer noch, ich lasse mich aber natürlich vom Markt eines Besseres belehren.

Gestern habe ich an dieser Stelle auf den -> Indikator NASDAQ100 <- hingewiesen und erklärt was passieren muss, damit dieser seinen Abwärtstrend verlässt.

Heute sind wir marginal über dieser Trendlinie, das reicht aber noch nicht, ich würde gerne den Stern sehen um sicher zu sein und/oder konsistente Stärke über mehrere Tage. Noch bleibe ich also bei meiner Skepsis, ob Tech wirklich wieder zur Rally ansetzt. Ich bitte das aber nicht missverstehen zu wollen. Das ist *keine* bärische Aussage zum Sektor!

Ich kann mir eine im Kern positive Seitwärts-Aufwärts Bewegung durchaus gut vorstellen. Meine Skepsis bezieht sich darauf, ob die starken Momentum-Aktien ihr Momentum und ihre Rally gleich wieder aufnehmen können und das wäre ungewöhnlich, weswegen ich nicht darauf setze:

Erschreckend Aufsichtslos

Ich habe ja schon immer betont, dass ich mich unter der Regulierung der amerikanischen SEC oder der britischen FCA mit meinem Geld wohler fühle als in Deutschland unter der unterbesetzten und unterqualifizierten Bafin.

Und als die Bafin ihr Leerverkaufsverbot in Sachen Wirecard aussprach, habe ich das im Frühjahr 2019 in -> Regulativer Eingriff <- hier sofort sehr kritisch kommentiert, Zitat:

Erstens erscheint es mir eher weit hergeholt, aus den Problemen von Wirecard eine allgemeine "Bedrohung des Marktvertrauens" zu machen.

Zweitens macht sich die Bafin mit dieser Maßnahme in meinen Augen ungewollt selber zur Partei.

Drittens, wenn eine große Adresse, die ganz legal einen legitimen gedeckten Leerverkauf durchgeführt hat, nun durch Eingriff des Regulierers ohne Vorwarnung ein Verlust aufgezwungen wird, erzeugt *genau das* eine "Bedrohung des Marktvertrauens", die vorher vielleicht gar nicht gegeben war.

Viertens, wird es besonders erstaunlich, weil ich gar nicht weiss, ob die Bafin *je* bei einer Einzelaktie die Leerverkäufe verboten hat.

Fünftens, sind nun zwar gedeckte Leerverkäufe verboten, genau die eigentlich sauberste und markthygienischte Form, auf eine Aktie Short zu gehen, weil hier nur Aktien verkauft werden, die real da sind. Gleichzeitig funktionieren aber alle Derivate weiter, man kann fröhlich weiter Short auf Wirecard gehen, aber nur mit einem Derivat.

Da habe ich bei allem Zweifel an der Kompetenz der Bafin aber noch nicht gewusst, *wie schlimm* es um die Finanzaufsicht hier wirklich steht, wir sind faktisch "Aufsichtslos" und das öffnet natürlich auch Betrügern und Falschspielern Tor und Tür.

Lesen sie dazu unbedingt mal aktuell in der NZZ:

-> Das «kriminelle Meisterstück» von Jan Marsalek: wie es zum Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien gekommen ist <-

Zitat:

Aus Sicht von Bayaz wurde das Leerverkaufsverbot nicht nur «handwerklich grottenschlecht» gemacht, sondern es basierte auch auf einer rechtswidrigen Grundlage. Die behauptete Gefährdung des Finanzsystems und des Marktvertrauens sei nicht gegeben gewesen, und die Bafin habe das Verbot «gegen jeden Sinn und Verstand durchgeboxt».

Und dann als perfekte Abrundung haben wir in der FAZ das traurige Fazit des Mannes der 20 Jahre lang die Handelsüberwachung der deutschen Börse geleitet hat. Lesen sie unbedingt, es ist für uns Anleger wichtig das zu wissen und derzeit noch nicht hinter der Bezahlschranke:

-> Warum Halunken an der Börse so selten auffallen <- <-

Wobei der Titel das Wort "deutsch" hätte einfügen müssen, denn an den *deutschen* Börsen herrscht der Zustand einer Bananenrepublik, was die Handelsüberwachung angeht. Zitate:

Seit zehn Jahren würden Dinge bemängelt, aber es sei nichts passiert. „Das Regelwerk wird zwar immer dicker, aber an den grundlegenden Problemen wird nichts geändert.“

Aus 20 Jahren Handelsüberwachung kann ich nur das Fazit ziehen: Es gibt ein strukturelles Versagen.

Konkret äußere sich das zum Beispiel in der Bearbeitung der Fälle von Marktmanipulation: „Wir haben in der Handelsüberwachung vor vier oder fünf Jahren Fälle gemeldet, da ist heute noch keine Entscheidung da“.

Und noch einmal, das sind keine politische Vorwürfe von außen, das ist Klartext von dem Mann, der es in Deutschland mit am besten wissen muss.

Das ist für uns sehr wichtig zu wissen, deshalb lesen sie die beiden Artikel der NZZ und FAZ bitte, damit sie wissen in welchem Umfeld sie hier Geld anlegen. Weil wenn wir an deutschen Börsen handeln, wollen wir doch sicher sein, nicht von Frontrunnern und sonstigen Manipulateuren abgezockt zu werden. Und wenn wir in Aktien der großen deutschen Indizes investieren, dann dürfen dahinter keine "Ponzi-Schemes" wie bei Wirecard sein. Genau dafür hat man eine Aufsicht.

Auf all das darf man am deutschen Markt aber nicht setzen, wir haben eine Aufsicht die keine ist und in Person Scholz eine politische Verantwortung dafür, die ihr Geld lieber auf dem Sparbuch hat.

Wer wundert sich da noch? Da kann man nur sagen: Finger weg vom deutschen Hinterwäldler-Finanzmarkt!

Was glauben sie, was es gerade bei Nebenwerten alles für einen Schmu mit Pushereien gibt, ich habe schon immer in diese Richtung argumentiert. Da gibt es eine unheilvolle Allianz zwischen Insidern und "Postillen" und Anleger sind besser dran sich da einfach rauszuhalten.

Es gibt so viele gute Aktien in der Welt, es gibt erfahrene und qualifizierte Finanzplätze in New York, London oder Zürich, da braucht sich niemand zwingend nach Frankfurt verirren.

Fachfrau für Nukleartechnik

Ich hatte die Entwicklung in der Welt hin zu neuen, kompakten Atomreaktoren ja schon mehrfach als Thema, zuletzt auch im Zusammenhang mit der -> Darth Vader Aktie <-.

Nun habe ich zwei Artikel aus der gleichen Quelle, die man nacheinander lesen muss:

-> Klimaschutz durch Kernkraft? Der Trend geht zum Minireaktor <-

Dieser Artikel zeigt, was in der Welt passiert und da gedacht wird. Und nun kommt unsere geballte Kompetenz, die "Fachfrau für Nukleartechnik", die das qua politologischer Kompetenz in ihrem unermesslichen Ratschluß leicht vom Tisch wischen kann.

-> Umweltministerin Schulze: Sichere Mini-Kernkraftwerke sind „Märchen“ <-

Ich denke das kann man so im Kontext stehen lassen, besonders bemerkenswert ist auch, wie vehement sie auf die Schließung der beiden letzten Kompetenzzentren in Deutschland drängt, daran wird klar worum es wirklich geht. Die Sicherheit ist es nicht, der Klimaschutz auch nicht.

Wer sich wundert warum das gerade in Deutschland so ist, der liegt richtig wenn er diese ganze derzeitig dominante Naturromantik als Fortentwicklung alten deutschen, romantischen Geistes versteht. Ulf Poschardt hat dazu -> hier <- einen schönen Satz gesagt:

Der deutsche Sonderweg in Energiefragen kann vom europäischen Ausland nicht verstanden werden, wenn er sich nicht mit den dunklen, waldigen Wurzeln der deutschen Geistesgeschichte auseinandersetzt.

Der perfekte Satz der das deutsche Denken analysiert kommt aber -> hier <- von der Französin Brigitte Sauzay:

Im Gegensatz zu den Franzosen, die darauf ausgerichtet wären, „die Natur zu korrigieren“, machten Deutsche die Natur „zum Ziel jeglicher Kultur“, empfänden viele Deutsche die Kernenergie mithin als „permanente Gefahr für eine bestimmte natürliche Ordnung“.

SIC!

Die "natürliche Ordnung" der gütigen "Mutter Natur". Volltreffer! Genau das ist das romantische, religiös angehauchte Denken, auf dem die Grünen nun hier mediale Dominanz erlangt haben. Dieses Denken reicht von der romantischen Sicht eines Caspar David Friedrich bis heute, es ist aber *nicht* das Denken der Welt. Es ist nur das Denken einer romantischen, technik-feindlichen Insel.

Nur damit das klar ist: Ich weiss nicht ob diese neuen Kraftwerksvarianten das leisten werden, was sie versprechen. Vielleicht ist es eine Sackgasse und vielleicht finden sich keine Lösungen für ein paar ernste Probleme. Aber den einzigen Pfad abzuwürgen, mit dem man ohne fossile Stoffe zuverlässig und in Fläche Großenergie erzeugen kann, ist völlig unverantwortlich und wird von Motivationen getrieben, die nicht im Rationalen begründet sind.

Aktien des Tages ZH3

Boeing (BA)

Boeing? Nein eher Boing! 😛 Für uns nicht überraschend:

General Electric (GE)

Starkes Minus und trotzdem Aktie des Tages? Ja klar, weil das ist schon außergewöhnlich.

Denn ich sehe keinen echten Grund, nur die Nachricht dass man einen "Reverse-Split" machen würde und nun eine -> Abstufung durch Oppenheimer <.

Nach über 100% Gewinn in wenigen Monaten denke ich dass wir hier eine Art "Entladung" erleben, Marktteilnehmer nehmen Gewinne mit, in der Sorge dass der Rebound erst einmal vorbei ist.

Wenn das der Fall ist, dürfte dieser Dip und Retest bald wieder kaufbar sein:

Service Now (NOW)

Ich benutze NOW als Musterbeispiel für viele bisherigen Tech-Top-Werte - das was ich "Momentum" genannt habe - denn viele Charts dieser Bluechips sehen nun ähnlich aus:

Wir sehen eine Aktie die einen langen, positiven Lauf hatte und die bisher immer die hohen Erwartungen erfüllen konnte. "Eigentlich" ist so ein Dip bei so einer Aktie eine Chance, zumal im jetzigen Stadium wo sie gerade erst dreht.

Aber .... wir hatten eben auch einen klaren Trendbruch und das darf man nicht kleinreden. Nach so langen Aufwärtsphasen leiten solche Trendbrüche gerne längere Seitwärts-Schaukel-Phasen ein. Keineswegs einen Einbruch, aber eben auch keine Fortsetzung der Rally.

Der Punkt ist, ich weiss es nicht. Ich schliesse hier gar nichts aus und hier NOW zu kaufen kann durchaus eine gute Idee sein. Aber ich setze gerne auf Bewegungen, die für mich rund sind und von denen ich im Gesamtbild überzeugt bin, bei den großen NASDAQ-Werten ist diese Überzeugung derzeit nicht so hoch.

Das ist die ganz einfache Lage, das Chart von NOW bringt das auf den Punkt. Die Chance im Chart scheint einen anzuspringen, aber ist sie das wirklich? Aber das können sie halten wie sie wollen, ich sage ja nicht dass das falsch ist, ich sage nur: Ich weiss es nicht.

Workday (WDAY)

Hier eine Software-Aktie, deren Trend *nicht* gebrochen wurde. Von WDAY erwarte ich mir mittel- und langfristig noch allerlei:

Freeport McMoran (FCX)

Schon weit gelaufen, aber egal: Das ist ein Trend:

Taktische Öl-Chance ZH4

Ich denke Ölaktien sind als Trade weiter mit guten Chancen der Trendfortsetzung versehen, was man auch gut visualisieren kann, wenn man den Ölpreis und den Öl&Gas-Sektor übereinander legt:

Dieser Nachlauf der Ölaktien ist in beide Richtungen eher normal, weil während der Ölpreis sich am Spot-Markt ergibt, spielen bei der Bewertung der Aktien ja eine Reihe anderer, vor allem aber längerfristiger Erwägungen eine Rolle.

Denn Aktien wollen mit dem Preis von Öl Geld verdienen, da kommt der Wert der Lagerstätten ins Spiel, aber auch langfristige Lieferverträge.

Während der Ölpreis jetzt in Widerstandsregionen von 70-80 USD ist, in denen der Anstieg durchaus zum Erliegen kommen könnte, würde es völlig genügen dass der Ölpreis dort dauerhaft verbleibt und ein neues Plateau bildet, damit die Aktien die Schere über die kommenden Wochen und Monate wieder schliessen.

Wenn wir uns aber anschauen wie in der Welt die Konjunktur anläuft, kann es auch gut sein dass der Ölpreis nach oben herausläuft, was für die Aktien einen weiteren Schub bedeuten würde.

Also, die Frage eines langfristigen Investments in den Sektor ist das Eine, für mich persönlich ist das kein Thema mehr. Ein paar schöne mittelfristige Trades sind hier aber vermutlich derzeit drin. Der Wind des Schicksal weht dem Thema sozusagen von hinten in die Segel.

SPX 4.000 wir kommen ZH3

Die Performance des SPX ist beeindruckend und zweifelsfrei. Wir sehen neue Allzeithochs und die 4.000 werden nun wohl eingebucht:

Ich erinnere zum Ende meiner Schreibwoche KW10 an den Wochenausblick, sie haben ja hoffentlich bemerkt wie ich deutlich die Chance gesehen und thematisiert habe und auch versucht habe ihnen Hilfestellungen zu geben, wie sie da hereinkommen und den Hebel umlegen können - auch wenn sie sich nicht sicher sind.

Mein Problem in so Situationen ist immer einen Zungenschlag zu finden, der die extrem unterschiedlichen Mitglieder und ihre Ausgangslagen gleichermassen trifft und nicht manche Untergruppen in die falsche Richtung steuert.

Denn einem erfahrenen Trader konnte man schon letzten Freitag sagen: Jetzt riskier mal was! Schauen sie doch einfach wie ich schon am Freitag argumentiert habe - Chancen gerieten in meinen Blick.

Und ich selber habe da und am Montag auch ein paar Trades riskiert, die hervorragend gelaufen sind. Denn wenn es anders gekommen wäre, hätte ich die Trades halt wieder geschlossen.

Wenn man weiss wie man sein Risikomanagement gestaltet, dann ist es für einen "Ritter" eben "Business as usual" in einer Situation der Unsicherheit mal etwas zu wagen, wenn sich Chance und Risiko in eine positive Ausgangslage bringen.

Dann habe ich hier aber auch die "normalen" Feierabend-Anleger, manche eher unerfahren, die immer mal wieder dazu tendieren einfach etwas zu machen weil "Hari ja sagt". Und die haben eben trotz meiner Predigten teilweise immer noch keine brauchbaren Methoden, die sie dann sofort wieder rausbringen, das ist mir völlig klar.

Für die muss ich vorsichtiger sein, einen anderen Ton anschlagen, ihnen eher erklären einen Zeh ins Wasser zu setzen als "jetzt riskier mal was" zu sagen, weil ich mich nicht darauf verlassen kann, dass diese damit richtig umgehen, wenn der Markt doch noch eine Pirouette macht - was ich eben auch nicht weiss, die Zukunft ist immer unsicher.

Es ist diese Spannung zwischen unterschiedlichen Anforderungen, die mir das Formulieren am Wochenende manchmal schwierig macht. Eine Situation von der treue Mitglieder auch wissen - weil ich es schon ein paar Mal erklärt habe - dass ich selber in der Regel aggressiver in die Richtungen unterwegs bin die ich beschreibe, als ich mich anhöre.

Das kann leider nicht anders sein. Wenn ich wie Mark Minervini hier ein reines, teures Trader-Programm fahren würde, könnte ich auf diese Rücksichtsnahme verzichten, weil eine Chance ist eine Chance und fertig. Dann kommt es auf die Technik an mit dieser Chance umzugehen, dann ist Kompromisslosigkeit wichtig.

So aber habe ich immer wieder dieses Kommunikations-Dilemma und immer mal wieder kommen dann die Gedanken in mir hoch, die ich auch schon oft gewälzt habe, ob ich die Community nicht doch aufteilen und "oben" ein teureres, aber intensiveres "Pro-Programm" draufsetzen sollte, bei dem ich diese Rücksichtsnahme beiseite lassen kann und einfach bei den Trades mal hart "Tacheles" reden, ohne dass ein Neuling es in den falschen Hals bekommt und sein Depot schrottet.

Ich habe mich bisher jedesmal dagegen entschieden, aber dieses Problem löst diese Gedanken immer wieder aus. Auch letztes Wochenende war das so. Die mehreren Absätze zum Verhalten im letzten Wochenausblick waren der Versuch, das Problem zu adressieren und denen Hilfestellung zu geben, die es am dringendsten brauchen.

Wie auch immer, treue Mitglieder haben sicher am Wochenende gemerkt, dass ich den Hebel umgelegt habe und aus der abwartenden Haltung heraus gekommen bin. Unerfahrene Mitglieder haben vielleicht wieder erste zaghafte Käufe gemacht. Dann war es gut kommuniziert.

Das nur zur Einordnung was in mir vorgeht. Sie lesen meine Texte und glauben sie haben diese gelesen und wissen was da stand. Das Problem ist, ein anderes Mitglied mit ganz anderen Voraussetzungen hat den gleichen Wochenausblick gelesen wie sie und etwas ganz anderes verstanden! Ich garantiere ihnen das und während sie es nicht bemerken und nicht darüber nachdenken - sie denken ja nur für sich - habe ich das immer im Hinterkopf.

So... und was macht der NASDAQ? Der hängt hinterher und hat nun bald den Moment der Wahrheit bei den gleitenden Durchschnitten.

Damit schliese ich, wir lesen uns am Sonntag zum nächsten Wochenausblick wieder. Dann stehe ich wieder vor dem Balance-Act ihnen allen gleichermaßen eine sinnvolle Guidance zu geben, obwohl ihre Ausgangslage wirklich extrem unterschiedlich ist - in jeder Hinsicht!

Machen sie es gut bis dahin!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 22.02.21

Hangover ZH2 ZH3

Die Futures eröffnen mit einem "Hangover" von letzter Woche, ob dieser Dip sich ausweitet oder sofort wieder gekauft wird, ist prinzipiell offen.

Allerdings gibt es doch eine Tendenz und die hat mit der deutlichen Unterstützung um die 20-Tage-Linie zu tun, auf der der SPX Future nun aufsitzt und die man im Daily schön sehen kann:

Ein Abpraller von hier hat also eine leichte Präferenz gegenüber dem sofortigen Durchfallen, trotzdem macht es Sinn das abzuwarten. Sollte sich aber ein Abpraller in Gang setzen, generiert der vermutlich bis zum Gapfill einen schönen Intraday-Trade. Im Hourly sieht das nun so aus, auch da kann man die Chance ahnen.

Bedenken sie aber auch, dass die Futures unzuverlässig sind, am Montag vor dem Handel ganz besonders. 15 Minuten in den Handel hinein um 15:45 MEZ kann man also eher Schlußfolgerungen ziehen und diese Zeit sollten wir haben:

Verlängerungs Hinweis

Ein kleines Experiment in menschlicher Psychologie erfordert einen kurzen organisatorischen Hinweis.

Normalerweise schreibe ich in meine Erinnerungen zur Verlängerung kein individuelles Datum hinein und rede nur von "in wenigen Tagen", weil ich das selber immer erst händisch einsetzen müsste. Der Zeitraum ist zuverlässig 1-2 Wochen, genau richtig also um das einfach zu machen oder eben nicht.

Die Verlängerungsquote über den Winter war irgendwo bei 98 oder 99%, also fast jeder hat verlängert, seltene Ausnahmen bestätigen die Regel. Und da in der Erinnerung kein Datum ist, wurde die auch in der Regel schnell und zügig erledigt. Alles gut also.

Nun existiert aber aufgrund alter Sonderaktionen ein recht großer Schwall der Mitglieder mit Verlängerung am 28.02. bzw 01.03. Und da ich nicht sicher wusste, wie gut ich nach der Augen-OP sehen würde, wollte ich diesen Schwall nicht gerade erst nach der OP "reinbrezeln" sehen, wo ich ihn dann vielleicht nicht bewältigen kann.

Also habe ich dieses Mal bewusst schon 3 Wochen vorher die Erinnerung verschickt und dieses Mal bewusst das Enddatum 28.02. oder 01.03. in die Erinnerung geschrieben, damit klar ist, dass das bewusst etwas früher kommt.

Schon als ich es gemacht habe, hatte ich in Kenntnis der menschlichen Gehirnwindungen den Verdacht, dass die Nennung des Datums eher den *gegenteiligen* Effekt haben würde und viele es dann im Sinne "hat ja noch Zeit" erst einmal beiseite legen und dann natürlich zuverlässig vergessen. Genau so ist es gekommen. 😛

Von dem "Schwall" hat gut die Hälfte ganz schnell verlängert, ich konnte das vor der OP abwickeln, Zweck der Aktion erfüllt. Die andere knappe Hälfte (ca 40%) kam aber nicht sofort, was nach solchen Mails schon äusserst ungewöhnlich ist. Und kam bis auf Einzelfälle auch bis jetzt nicht.

Da es statistisch unsinnig ist davon auszugehen, dass normalerweise 99% verlängern, dann aber nur zu genau diesem Datum ein großer Teil nicht, ist die Vermutung mehr als naheliegend, dass viele es wie erwartet weggeschoben und vergessen haben.

Daher erinnere ich nun daran, wenn es bei ihnen im Einzelfall anders ist, brauchen sie das nicht kommentieren, es geht nicht um Einzelfälle!

Als Einzelne sind wir Individuen, in der Menge mit unserer Psychologie aber sehr berechenbar und Herdentiere, siehe auch die -> Psychohistorik und Hari Seldon als mein Namensgeber <-.

Bevor ich dann also in einer Woche einen Schwall an Mails mit Entschuldigungen und Anfragen doch wieder aufgenommen zu werden bekomme, schauen sie bitte einfach mal ob sie am 28.02. oder 01.03. "dran sind" und einfach die Erinnerungsmail vergessen haben. Dann brauche ich auch keine Erklärungen von ihnen, sondern einfach nur ganz trocken ein zeitnahes Formular samt Zahlung.

Siehe auch -> Verwaltung ist mühsam <-. Danke!

Bitcoin & Momentum ZH3

Auch heute wieder existiert eine auffällige Koinzidenz zwischen Bitcoin und den Momentum-Werten, die mit spekulativem Interesse aufgeladen sind.

Wenn Bitcoin korrigiert, werden auch diese Werte abverkauft:

Ich sehe hier zwar Kausalität und nicht nur Koinzidenz, das aber nicht in einer Abhängigkeitsbeziehung. Die Momentumwerte werden also nicht verkauft weil Bitcoin fällt, sondern beides hat die gleiche Ursache eines schwächeren spekulativen Interesses im Markt.

Man kann Bitcoin als derzeit als Indikator - sozusagen als Thermometer - für das spekulative Interesse des Marktes benutzen und das zeigt auch wieder was das ist: Ein Spekulationsobjekt, das genau so viel "wert" ist, wie jemand bereit ist dafür zu zahlen. Keinen Cent mehr und keinen Cent weniger. 😉

Novo Nordisk (NOVO_B) Chance ZH4

Novo Nordisk kämpft noch um seinen eindrucksvollen "Rounded Bottom" den man im Weekly perfekt sehen kann. Was nach einem Ausbruch aussah, kommt nun wieder zurück und wird zum Fakeout, Ausgang offen:

Zeitgleich kommen aber diese Meldungen zu Semaglutid herein, die nachgerade *sensationell* sind:

-> 15 Kilo abnehmen mit Antidiabetikum <-

-> „Nie zuvor hatten wir ein Medikament, das einen so großen Gewichtsverlust bewirkt“ <-

Und der Markt reagiert gar nicht darauf. Dabei ist das erste Mittel, das tatsächlich zuverlässige Gewichtsreduktion ohne schlimme Nebenwirkungen ermöglicht ein *garantierter Mega-Billionen-Blockbuster*, der die ganze Abnehmindustrie mit ihren tausend Mittelchen disruptiv auf den Kopf stellen würde.

Und der Markt reagiert gar nicht darauf. Was sieht der, was ich nicht sehe? Oder hat der Markt das bisher echt übersehen? Dieser Gedankengang sollte nicht unser Default sein, aber so etwas gibt es tatsächlich immer mal wieder.

Kann hier jemand Erhellendes beitragen? Hat Novo Nordisk vielleicht nicht die exklusiven Rechte an Semaglutid?

Aktien des Tages ZH3

Carnival Corp (CCL)

CCL stellvertretend für den Tourism-Rebound. Der hat noch *viel* Potential und das könnte der Zeitpunkt sein, zu dem man dem wieder nahetreten kann:

Hier ist ausnahmsweise auch ZH4 zur Einordnung:

Coty (COTY)

Spannend ob es im zweiten Versuch klappt:

Auch hier das ZH4 zur weiteren Einordnung der Bedeutung falls es klappt:

Oracle (ORCL)

Marriott International (MAR)

Noch ein Beispiel für den Tourism-Rebound-Trade, der heute richtig ans Laufen kommt:

Schrodinger (SDRG)

Finviz: Wo was geht

Sie wissen, ich mag den Finviz Screener wegen seiner Einfachheit. Allerdings nur im "Elite" Status, ansonsten nervt die Werbung zu sehr.

Hier will ich ihnen mal eine ganz triviale Funktionalität zeigen, mit der man einen schnellen Überblick bekommt, in welchen Sektoren am Tag jeweils "was geht".

Ich habe hier im Beispiel einfach nur Aktien im Bereich ab "Mid" also über 2 Milliarden MarketCap (Billion in US) und mit heute mehr als 4% Gewinn gewählt. Und dann die "Stats" Selektion ausgewählt. Sehen sie selber:

Wir sehen mit einem Blick, heute ist Öl & Gas stark und hinter den "Consumer Cyclicals" verbirgt sich eben der Rebound Trade der von Covid geplagten Sektoren wie Tourismus. In den Sektoren "geht" heute was.

Dahinter kommen dann Rohstoffe und Industrie, also auch Rebound-Sektoren. Das ist in Finviz nur ein Click und dafür mag ich das Tool.

Und es erlaubt auch schnelle Schlüsse zur Einordnung des Gesamtmarktes. Denn wenn die Indizes zwar abgeben, die zyklischen Sektoren aber anziehen, dann müssen wir uns *keine* Sorgen um eine allgemeine Marktschwäche machen. dann sehen wir in den Indizes nur, dass eben Tech höher gewichtet ist und seine Schwäche daher die Indizes mehr belastet als die Stärke der Zykliker.

Wir sehen also Rotation und Rotation ist nichts Böses. All das kann uns ein so ein Klick mitteilen, wenn wir die Daten zu werten wissen.

Der Silber Trade ZH3

Ich hatte schon nach dem Zusammenfallen der Reddit-Spekulation um Silber -> am 02.02.21 in "Die Zukunft des Silber Trades <- gesagt:

Ich sehe die Lage bei Silber aber keineswegs als zwingend abgehakt und bilde das in einer differenzierten Vorgehensweise ab. Denn Silber hatte ja eine große aussichtsreiche Basis und die hat es nun immer noch.

...

Anders sehe ich aber mittelfristige Trades in Minern und ETFs, die lasse ich jetzt laufen. Denn wie gesagt besteht die Formation im Weekly fort und das Thema ist auf der Agenda. Mal schauen ob in den kommenden Wochen sich eine große Adresse des Themas annimmt, ein Ausbruch und Squeeze bei Silber dürfte weiter auf der Agenda des Marktes bleiben.

Ich habe diese Sicht immer noch, ja sie verdichtet sich immer weiter. Während Gold unzweideutig im Abwärtstrend ist, ist Silber weiter konstruktiv, diese Sicht wird aber durch die "Anomalie" der paar Tage der Reddit-Spekulation verstellt. Wenn man so will sind die Charts "kontaminiert" und machen es schwer die wahre Botschaft zu erkennen.

Um das zu ermöglichen, habe ich nun als Kunstgriff mal "Paint" mit seinem "Radiergummi" bemüht und bei den Silber Futures und den drei Minen AG, HL und PAAS jeweils die 4 Tage ausradiert, die den markanten Ausschlag brachten.

Schauen sie mal hier der Future:

Und nun die Minen:

Na das sieht schon ganz anders oder? Und das nur weil ich die Anomalie der 4 Tage getilgt habe. Ich sehe hier weiter eine sehr konstruktive Konsolidierung seit August, die gute Chancen auf einen mittel- und langfristigen Ausbruch beinhaltet, der bei AG schon vollzogen wurde.

Der S&P500 nivelliert die wahre Botschaft ZH1

So liebe Mitglieder, das war der erste Stream nach der Augen-OP. Bis Donnerstag folgen 3 Weitere, ansonsten diese Woche aber noch nichts. Nächste Woche bin ich dann wieder voll da.

Was hier geschieht zeigt uns schnell die MarketMap:

Aber auch ein Blick Intraday auf den Russell2000, der schon wieder im Grünen ist:

Während der NASDAQ sich tiefrot den 2% Minus nähert:

Wir dürfen also in diesem "Market of Stocks" *keinesfalls* eine Markteinschätzung alleine über den Durchschnitt des S&P500 vornehmen, der nivelliert alle relevanten Botschaften die der Markt für uns hat.

Der einzige Grund dass der SPX heute im Minus ist, ist weil Big Tech eben mehr Gewicht auf die Börsen-Waage bringt als die Sektoren, die jetzt zur Rally ansetzen.

Wir haben aber *keine* generellen Abgaben und *keine* grundlegend negative Marktstimmung. Insofern bleiben wir gelassen, ich sehe derzeit keine Charakteränderung. Die kann immer noch kommen, das Gewicht der großen Namen kann am Ende den Rest mitzerren, aber das ist nur eine spekulative Möglichkeit.

Wir sollten lieber auf das *Reagieren*, was auf dem Platz gespielt wird, statt uns in Konjunktiven zu ergehen.
Und dieses Spiel lautet derzeit *Rotation* und sonst nichts. Punkt!

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Momentum slowly dies



Guten Morgen!

Momentum stirbt nur langsam, das haben wir gestern wieder erlebt. Ich will über den Sommer mal wieder zur Auflockerung beitragen, und in den Artikeln und Überschriften auch Filmreferenzen. Filmmusiken und Wortspiele mit den Titeln einbauen.

Hier war es "Tomorrow never dies", das Wortspiel mit der Zeitung "Tomorrow" und eben dem Morgen, an dem immer wieder die Sonne aufgeht, das man durchaus auch auf die Börse übertragen kann. Denn auch an der Börse stirbt der Morgen nie und jeder Tag ist ein neuer Tag mit neuen Chancen.

Nur wollte ich hier das "Momentum" drin haben und das Wortspiel war so nicht offensichtlich genug, ohne es erklären zu müssen. Also mache ich gerade aus der Not eine Tugend, kündige die Absicht über die kommenden Sommermonate bis August an und habe am Ende doch meine Filmmusik untergebracht. 😉

Auf jeden Fall sah es gestern kurz so aus, als ob der Markt nach dem GapUp zur Wende ansetzen wollte, dann folgte aber nur noch konsistente Stärke:

Dabei war diese Stärke auch von Sektor-Rotation geprägt, was das Beste ist, das die Bullen sehen wollen. Denn ein Markt der seine nun fraglos vorhanden Überdehnung durch Rotation der Favoriten abbaut, ist sehr sehr stark.

Ein wenig erinnert das nun an 2017, auch da wollte das Momentum einfach nicht enden. Insofern wiederhole ich das gestern früh in -> das sieht zu gut aus <- Gesagte, denn auch wenn nun ein bevorstehender, kleiner Schluckauf imemr wahrscheinlicher wird - der US Markt ist nun zunehmend auf die bullische Seite gedehnt - gilt bei der Einordnung doch auch:

Deshalb noch einmal, ich halte den Markt weiter für einen Bullenmarkt und sehe bis jetzt *kein* ernst zu nehmendes Zeichen dass das anders wird. Und ich finde die Price-Action sehr positiv.

Alles worüber ich spreche, ist der typische Schluckauf, der halt immer mal wieder fällig ist - zwei Schritte vor, einer zurück sozusagen. Und ich weiss auch nicht, ob dieser Schluckauf nun heute oder in drei Tagen kommt, wobei das Gap-Up heute das Potential einer Wende in sich trägt.

Ich weiss noch nicht einmal ob er überhaupt kommt, denn das was Urban Carmel, Hullahuppi und ich wahrnehmen, können auch andere wahrnehmen und es ist mit der voll gepackten kommenden Woche so logisch, dass es schon fast wieder zu logisch ist.

Also keine Panik. Nehmen Sie einfach mit, dass nun die Gefahr für ein paar schwache Tage steigt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ach ja, da wir gerade bei Machtspielen sind und James Bond, da will wohl noch jemand so "tough (taff)" wie James Bond aussehen, nur wie das angegangen wird, lässt mich eine Augenbraue hochziehen.

Der Präsidenten-Berater Rudolf Giuliani - Ex Bürgermeister von New York - wird in Sachen des Treffens Trump-Kim mit den Worten zitiert: -> Kim hat auf Händen und Knien gebettelt, das Treffen wieder in Gang zu setzen <-.

Da fragt man sich doch, was dieser akustische Blowjob im Sinne "mein Chef hat den Längsten" eigentlich soll. Denn nur wenn das Treffen bewusst torpediert werden soll, hat diese Aussage Sinn. Gerade bei dem auf Gesichtswahrung bedachten Kim, werden diese Worte wie eine Ohrfeige einschlagen. Wenn es wirklich so ist wie behauptet, geniesst der wahre Machtpolitiker dagegen milde lächelnd und schweigt.

Aber wie auch immer, das wird lustig nächste Woche, wenn es überhaupt stattfindet. Zusammen mit FED und EZB, ist das eine dynamische Mischung, die uns sicher gut unterhalten wird.

Wenn wir auf den heutigen DAX schauen, werden wir auch nicht klüger was die kommende Woche angeht. Wir hatten diesen umgedrehten Hammer am Dienstag, jetzt robbt sich der Kurs aber wieder hoch, ohne dabei aber wirklich klare Signale zu senden. Gleichzeitig ist die aktuelle Resilienz in Anbetracht eines wieder steigenden Euro ja kein schlechtes Zeichen, kurz ich weiss es nicht, ich bin hier indifferent bis skeptisch:

Ein schönes kurz- und mittelfristiges Setup ist mir bei einem Bluechip gestern Abend noch untergekommen, das es nicht mehr in den Wallstreet Stream geschafft hat.

Die US Konjunktur brummt und damit natürlich auch die Paketdienste. Und nun schauen Sie mal auf FedEx (FDX), einen der "großen Drei" der US Paketdienste neben der US Post und UPS:

Wir sehen ein schönes Setup, an dem es derzeit wenig zu kritisieren gibt.

Erstens, hatten wir zweimal ein Ausverkaufsvolumen, das Thema ist also durch und seitdem steigen die Tiefs.

Zweitens, marschiert der Kurs über 200er, 50er und 20er SMA, gerade der 20er dient hier offensichtlich gerade als untere Begrenzung.

Drittens, hängt der Kurs an der Nackenlinie in einem Raum, der nach oben kaum mehr Widerstand bietet.

Viertens, haben auch die Aufwärtskerzen zuletzt fast immer etwas mehr Volumen als die Abwärtskerzen, das ist aber das einzige Feld, wo noch ein überzeugendes Ausbruchssignal fehlt.

Der Measured Move der Formation führt auf jeden Fall zu den Allzeithochs von Anfang 2018 und es erscheint derzeit deutlich wahrscheinlicher, dass diese bald wieder erreicht werden, als dass das nicht passiert.

Summa Summarum verlege ich mich nun darauf, so einzelne Setups taktisch mitzunehmen, auf das Gesamtdepot gesehen, wechsele ich aber von einer bullischen in eine defensivere, neutralere Grundhaltung, mit der ich in die sicher bewegte kommende Woche gehen werde.

„Schaung mar amoi, na seng ma’s scho“

Ihr Hari

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Die Steigung

Das Jahr 2018 macht da weiter, wo das Jahr 2017 aufgehört hat. Der Anstieg insbesondere der US Indizes ist gnadenlos, immer wieder ergeben sich neue Themen, die die Märkte weiter befeuern. War es gestern noch die US Steuerreform, ist es nun auch das US Infrastruktur-Programm, das auf die Agenda der Trump-Administration kommt.

Daraus ist ein massives Momentum im Markt entstanden, das man wunderbar im Leitindex SP500 mit dieser immer steiler werdenden Steigung darstellen kann:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

Nun kann ich mir aber gleich vorstellen, wie einigen von Ihnen nun der "Finger juckt" sich dagegen zu stellen und auf fallende Kurse zu wetten.

Ich kann nur davor warnen. Denn derartiges Momentum hat die Tendenz immer viel weiter zu laufen, als wir uns vorstellen können und der Markt muss gar nichts. Mit diesem Momentum kann der problemlos erst einmal ein paar Wochen weiter steigen und die 3.000 erreichen, bevor er ernsthaft zu zucken beginnt.

Zu früh ist am Markt eben auch nur ein anderes Wort für *falsch*, denn die Verluste wären für Shorties auf dem Weg nach oben dann brutal.

Alles was dem klugen Anleger bleibt, ist demütig dem Markt zu folgen und dieses Momentum zu akzeptieren, statt es zu bekämpfen. Also mitzunehmen, was man sich bei geordnetem Risikomanagement zutraut.

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Ich weiss, das ist emotional keine besonders schöne Situation, sich zu zwingen dabei zu bleiben und gleichzeitig dabei auf den Zehenspitzen zu stehen. Viel lieber würde man sich entspannt zurücklehnen und einfach den Anstieg geniessen.

Aber wir haben keine Wahl. Wenn wir vom Momentum etwas mitnehmen wollen und trotzdem bei einer scharfen Korrektur nicht alles wieder verlieren wollen, müssen wir beides tun, so schwer es auch ist.

Übrigens, die US Indizes haben nun das Jahr 1995 als das mit dem längsten Anstieg ohne 5% Korrektur abgelöst. Wir sind also eindeutig in historischen Gewässern.

Ihr Hari

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It matters – finally!



Guten Morgen!

Wie oft habe ich den Satz "It doesn´t matter until it matters" gesagt? Oft. Gestern konnten wir endlich erleben, was das bedeutet. Und wir konnten daran wieder sehen, was Markttechnik leisten kann und was nicht.

Denn wochen- wenn nicht monatelang haben wir uns ja gefragt, wann der Markt denn endlich mal anfängt die Fragezeichen um Trump ernst zu nehmen. Aber nichts passierte. Erst gestern Morgen in -> Der Pubertist <- habe ich mich gefragt:

Wenn das mein Fazit ist - und das ist es - dann ist es doch um so erstaunlicher, dass der Markt sich dafür nicht interessiert. Ich sage "Bürgerkrieg" und der Markt zuckt kaum. Das ist irre.

Das kann man auch begründen, denn der Markt interessiert sich nicht für Trump und seine Manierismen, solange es reine Manierismen bleiben. Der Wallstreet ist dieser Mann egal.

Der Markt interessiert sich für die politische Agenda von Trump, wobei genau genommen noch nicht einmal die von Trump - die ist ja mit allerlei protektionistischem Mist verbunden - sondern für die republikanische Agenda.

Diese Agenda, Steuersenkung, Deregulierung, Infrastrukturprogramme, die will der Markt unbedingt sehen und hat er teilweise schon in Kurse gebacken. Um diese Agenda geht es. Und dabei haben die Republikaner mit der Mehrheit in beiden Häusern nun ein Fenster von 2 Jahren - aus dem nun schon nur noch 1,5 Jahre geworden sind - bevor 2018 neue Wahlen des Repräsentantenhauses diese Mehrheiten zerstören könnten.

Die Reaktion des Marktes dreht sich also ganz rational um die Frage, ob es zu diesen Gesetzesänderungen noch kommen kann und da ist nun gestern endlich der berühmte letzte Tropfen in das Fass der trumpschen Inkompetenz gefallen, der es zum Überlaufen bringt. It matters - finally!

Dass dieser Tag gerade gestern war, war für niemanden noch am Dienstag vorher zu sehen, wie denn auch? Es korrelierte eben mit Entwicklungen in Washington und dem was Trump tat oder nicht tat. Keine Markttechnik der Welt, kann diesen Tag vorher sehen, noch am Montag gab es keine klaren Signale, dass nun der Tag kommen würde und am Dienstag war der Markt noch sehr stark und die Starre hätte auch noch ein paar Wochen weiter gehen können.

Was man aber in der Markttechnik sehen konnte, war dass der Markt für so eine Reaktion reif war, dass das Risiko im Raum stand. Darüber habe ich ja oft genug geschrieben. Und man konnte gestern früh sofort sehen, dass das der lange erwartete Trendtag abwärts werden könnte. Dass er es dann wirklich wurde, musste aber erst einmal bewiesen werden.

Markttechnik weiss nichts über die Zukunft und sagt diese nicht voraus. Sie gibt uns aber einen verlässlichen Blick auf die Gegenwart und das ist viel wert. Wir können also durch die Markttechnik erkennen, wozu ein Markt "reif" ist, wir können aber nie das exakte Datum im Vorfeld benennen, zu dem er sich dann in Bewegung setzt.

Um zu Trump zurück zu kommen, wenn man das Modell des kindlichen Gemüts, des -> Pubertisten <- zum Massstab nimmt, das ich gestern ausgeführt habe, dann ist ziemlich klar, dass an der Russland-Sache nichts Substantielles dran ist.

Donald Trump ist eben kein Frank Underwood aus "House of Cards". Trump hat keine sinistre Agenda und er ist auch nicht völlig skrupelos. Er ist dafür aber auch nicht so effizient wie Frank Underwood, Underwood würde über einen Trump wohl lachen und ihn zum Frühstück "verspeisen".

Das ganze Verhalten Trumps in dieser Sache lässt für mich nur einen Schluss zu, dass da nach seinen Massstäben nichts ist und seine Verwunderung und sein Frust authentisch ist. Auch seine Bitte an Comey kann man vor dem Hintergrund eines kindlichen Gemüts als echte Bitte aus Unverständnis lesen und nicht als "Underwoodscher" Versuch Druck aufzubauen. Trump hat halt nicht die Reife, die Konsequenzen seines Handelns zu überreissen, er ist aber ehrlich empört und fühlt sich zu Unrecht beschuldigt. Denn erneut, er will einfach nur der "Held", der "beste Präsident der amerikanischen Geschichte" sein. Sein Ego braucht das, eine sinistre Agenda existiert nicht.

Dass Trump sich keiner Schuld bewusst ist, heisst ja aber nicht, dass er nicht doch Grenzen überschritten hat, deren Existenz er gar nicht überreisst. Und es heisst nicht, dass in seinem Umfeld nicht weitere Fälle wie Flynn existieren.

Insofern ist die Nachricht, dass vom Generalstaatsanwalt und Vize-Justizmninister Rosenstein nun der -> EX FBI Chef Mueller als Sonderermittler <- eingesetzt wurde, gute Nachricht für den Markt und Risiko zugleich.

Gute Nachricht ist es, weil damit die Hoffnung besteht, dass nun das Chaos der Verdächtigungen eingedämmt wird. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass man sich doch wieder auf die Gesetzesarbeit konzentrieren kann.

Risiko ist aber, dass damit klar ist, dass sich das Thema lange - sicher über den Sommer - hinschleppen wird und wie oben gesagt tickt die Uhr. Die Republikaner müssen ihren gesetzgeberische Chance noch in diesem Jahr nutzen, oder der Markt wird sehr verärgert reagieren.

Am Ende bin ich recht sicher, was das Lieblingsszenario des Marktes wäre. Nämlich dass Trump heute zurück tritt und dem berechenbareren Pence das Feld überlässt. Dann dürfte es eine harte Rally geben, weil die gesetzgeberische Agenda wieder voll eingepreist wird. Aber das wird nicht passieren, das lässt Trumps Ego gar nicht zu denke ich.

Insofern müssen wir davon ausgehen, dass das Gewürge nun weiter geht und Trump auch den nächsten Fettnapf nicht auslassen wird. Berichte, nach denen er immer mehr vereinsamt und selbst der Schwiegersohn Kushner das Vertrauen verloren hat, weil er immer anderen die Schuld am Chaos gibt, verstören da eher. Denn Trump hat eigentlich einige gute Leute wie McMaster um ihn herum, die seine Korsettstangen sein könnten, er muss sie aber auch machen lassen und ihnen vertrauen und genau dafür fehlt einem Pubertisten die Reife.

Kommen wir damit zur Marktreaktion, die gestern den stärksten Minustag an den US Märkten seit dem 09. September letzten Jahres brachte. Niemand kann uns sicher sagen, wie das weiter geht, es lohnt sich aber die Vergangenheit als Muster zu nehmen, das Marktgeschehen reimt sich nämlich gerne. Schauen wir mal, wie es letzten Herbst weiter ging:

Da sehen wir doch zunächst eine deutliche Parallelität, die endlose Starre des letzten Sommers - Sie erinnern sich sicher - die dann ganz plötzlich von einem scharfen Einbruch abgelöst wird.

Was danach passierte, könnte hervorragende Vorlage für den weiteren Ablauf in der Gegenwart sein. Am Folgetag (heute also), setzte eine starke Gegenbewegung ein, die ca. 2/3 des Einbruchs wieder wett machte. Diese Gegenbewegung ist nun im DAX Future heute schon zu sehen und ich halte diese für heute für sehr wahrscheinlich - auch eben weil die Ernennung von Mueller etwas mehr Ruhe verspricht.

Danach aber, ging es seitwärts hin und her, ohne je wieder die Hochs zu erreichen. Wenn man so will, hatte das Gift des Einbruchs seine Wirkung entfaltet. Das könnte auch unser Schicksal in den nun kommenden ersten Sommermonaten sein, eine würgende Seitwärtsbewegung mit negativem Ton. Dann kam das finale Tief in einem kleinen Ausverkauf, übetragen auf heute wäre das ein Tief im Spätsommer, bevor dann ab September die Säfte wieder fliessen und sich ein gutes Ende eines guten Börsenjahres anbahnt.

Natürlich ist das nur ein Szenario und ein theoretischer Ablauf, aber ein sehr realistischer. Wer es ganz genau wissen will, hat keine andere Wahl als jeden Tag wieder hinzuschauen, es gibt eben keine Glaskugel. 😉

Wenn wir diesem Modell folgen heisst das aber, dass die, die nicht rechtzeitig genügend Cash generiert haben, dafür heute im Rebound noch eine Chance bekommen. Und dann sollte man sich über den Sommer erst mal eher auf die Seitenlinie begeben. Das ist ein Bild, das ich sehr gut nachvollziehen kann und sich mit meinem Bias, meinem Grundtenor deckt, den ich Ihnen ja auch schon in Charts als Sommerdelle gezeigt habe. Schauen Sie zB hier in -> Der letzte Ritter der Mitte <- vom 08.05.:

Was EURUSD angeht, wo heute nun auch ein Retracement ansteht, muss man davon ausgehen, dass alle realistischen Szenarien in denen Trump nun nicht schnell zurück tritt, durch die fortgesetzte Unsicherheit erst einmal dem Dollar schaden werden. Verbunden damit, dass diese Bewegung auch markttechnisch reif ist, sind die Chancen dass das 1,15er Szenario sich realisiert, weiter sehr hoch. Hier erneut das Chart von gestern, dass man in der Kernaussage weiter verwenden kann, auch wenn der Euro nun schon weiter oben steht:

Sehr interessant und wichtig ist in diesem Zusammenhang übrigens, was gestern Urban Carmel von der neuen -> Fund Manager Asset Allocation <- berichtet.

Wir sehen daran, dass sich bei den Euroaktien nun die guten Nachrichten ballen. Alle schauen wieder optimistischer auf Europa, die Krise in Frankreich ist erst einmal abgewendet, die Konjunktur sendet positive Signale und die Fund Manager sind hoch engagiert in der Region.

Wir wissen aber auch, dass genau dieser Punkt an dem alle guten Nachrichten da sind, oft den Hochpunkt markiert. Das darf man jetzt nicht auf Tagesbasis verstehen, diese Statistiken sind keine unmittelbaren Timing-Tools und es kann durchaus noch ein paar Wochen bullisch weitergehen. Dann aber sollte man mal Gewinne mitnehmen, zumal wenn der Euro weiter gestiegen ist. Und wenn Dank Trump die US nun eine relative Unterperformance zeigen, ist in ein paar Wochen oder Monaten - wie oben skizziert vielleicht zum Sommerende - wieder der Punkt erreicht, zu dem man in US Aktien sein muss, um das Jahresende 2017 zu einem anlagetechnichen Fest zu machen.

So ... mehr will ich heute gar nicht sagen, weil dann die klare Ausagen nur mit Details verwässert würde. Ich denke ich habe ein sehr klares Bild für den Sommer skizziert, das Parallelitäten zum Verlauf des letzten Herbst besitzt. Vergessen wir aber nicht, dass das nur ein Szenario ist, an dem wir uns solange orientieren, solange der Markt das bestätigt.

Wir halten daran aber nicht gegen den Markt fest, denn vielleicht beliebt der ja nun wie ein Strich zu fallen und ist Ende Juni 20% tiefer? Ich glaube es nicht, aber es ist nicht unmöglich.

Übrigens witzig, passend zu meinem gestrigen Plädoyer Stärke zu kaufen in -> One or Two <-, liefert "Stockbee" vorgestern - habe ich aber erst gestern Abend gesehen - die "wissenschaftliche" Begründung in Form einer alten Studie die ich nicht kannte:

-> The most reliable indicator in the world <-

Zitat:

Momentum has been extensively studied and studies show that stocks with the best price performance over the previous 3-12 month period tend to continue to outperform the market over the subsequent 3-12 month period while previous losers tend to continue underperforming.

Das nennt man wohl Bestätigung. Meine Aufzeichnungen und Erfahrungen sagen das auch, auch ohne Studie. 😉

Machen Sie es gut und beobachten Sie die Rebound-Versuch gut! Wenn der DAX im Rebound weiter macht, kommt ab Mittag wenn die Wallstreet erwacht eine Intraday-Phase, in der die Gewinne dann zur US Handelseröffnung hin etwas bröseln. Und dann muss ab 17 Uhr wieder das grosse Geld der Wallstreet entscheiden, das tut es ja sowieso. 😉

Ihr Hari

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Ballistische Flugbahn



Jetzt hat er mich auch der Bastard.

Wen meine ich? Mr. Market natürlich. Irgendwann kriegt er jeden - ausnahmslos. 😀

Seit Trumps Sieg, war ich wie Sie erlebt haben, fast perfekt synchron mit dem Markt. Schnell die richtigen Schlüsse gezogen, bis zur Thanksgiving Woche auf dem Gaspedal geblieben und die leichte Korrektur danach gut getimed. Einen Monat war ich fast perfekt dabei.

Und dann kam die aktuelle Woche, in der ich zu Beginn indifferent und mir zum ersten Mal nach längerer Zeit nicht sicher war. Klar, ich sah das Momentum und die Möglichkeit, dass dieser Markt einfach weiter rennt. Aber so sicher wie in den Wochen vorher, war ich mir nicht mehr.

Und was macht dieser Markt diese Woche? Dreht durch und fängt an zu rennen, als ob er den Verstand verloren hätte. 😉 Die Bewegung im DAX über 10.800 hat ja noch Logik und hatte ich definitiv auf dem Radar, oft habe ich darüber geschrieben. Aber das Momentum, das nun in den US wieder einsetzt: Wow!

Und so hat mich dieser Bastard auch mal wieder erwischt. Nicht auf dem falschen Fuss, ich bin ja immer noch deutlich Long, aber eben doch lange nicht so aggressiv, wie ich hätte sein können.

Das ist alles nicht tragisch, es passiert einfach - jedem - irgendwann. 😉

Warum mir das hier passiert, ist auch nicht verwunderlich. Ich bin eben ein "old-fashioned-trading-guy" was die Marktbewegungen angeht, trainiert auf menschliche Reaktionen. Was wir hier aber sehen, hat ganz viel mit technischer Momentum-Jagd zu tun, der Markt füttert sich sozusagen selber nach oben.

Was mir aktuell einfach fehlt, sind die natürlichen Luftholer, das "zwei Schritte vor, einer zurück" Prinzip des Marktes. Wir sind nun wirklich gnadenlos überkauft, das Momentum treibt den Markt aber trotzdem einfach weiter hoch.

Ende kommender Woche ist dann auch noch der grosse Hexensabbat des Jahres, die Optionen verfallen und das treibt einigen Marktteilnehmern nun zusätzlich Schweissperlen auf die Stirn. Da der Markt nicht korrigiert, müssen sie sich repositionieren - sie haben ja keine Chance das auszusitzen - und damit bekommt die Rally noch mehr Momentum. Wie ich oben sagte, füttert die Rally sich nun selber.

Ein anderer "old-fashioned-trading-guy", den ich ja oft zitiere, hatte dafür gestern mal wieder die richtigen Worte:

-> everyone agrees - market action is nuts <-

This market is now a game of chicken between the funds that are focused on countless metrics that show how extended everything is vs. the momentum players and program traders who aren't going to back off until the price action shifts. The bears keep telling us there is no reason for this one-sided action to continue, but the folks who are holding long are simply ignoring them.

The one thing the bulls and bears do seem to agree upon is that the action is downright nuts. The buy programs went nuts, the put/call ratios are illogical and the volatility measures indicate growing complacency and no fear.

The dilemma of this market is that it is great action for existing positions but terrible if you are trying to find new ones. There are momentum players who have no problem with buying a Goldman Sachs (GS) that has moved straight up 33% in less than a month, but there are many more who wouldn't touch it at this point.

Over 1,200 stocks are making new 12-month highs again today, so there are many others that are technically extended like Goldman Sachs. At the moment, it doesn't matter one bit and it may not matter for a while, but the one great certainty of the market is that the cycle will shift and we'll be wondering how stocks can sink so much when there are lots of good reasons why they shouldn't.

So ist es. Womit wir bei der Frage sind, was ich Ihnen hier raten soll?

Die Antwort hängt ganz von Ihnen ab. Davon, ob Sie die Zeit, Fähigkeiten und Nerven haben, derartiges Momentum zu spielen. Oder ob Sie die nicht haben und lieber langsam und ruhig akkumulieren wollen.

Wenn Sie ein "Momentum-Trader" sind. Wenn Sie das aktuelle Momentum von der Präsenz und den Fähigkeiten her spielen können, dann sage ich Ihnen, dass ein Markt der so nach oben abgeht, noch viel weiter laufen kann, als wir uns das vorstellen können. Ich wiederhole in dicken Buchstaben: "Noch viel weiter, als wir uns vorstellen können!"

Sicher steigt mit jedem Tag die Korrekturgefahr und je länger es dauert, desto schärfer wird sie. Aber der Tag der Wende ist nicht zu timen, bilden wir uns da gar nichts ein. Ich will als Beispiel so eines Runaway-Moves, mal wieder Silber im April 2011 zeigen, das ist der Klassiker zu diesem Thema.

Ich habe mal spasseshalber irgendwo in der Bewegung den blauen Pfeil gesetzt. Stellen wir uns vor, wir wären jetzt da. Das Momentum wäre gnadenlos - so wie heute. Der Markt wäre massiv überdehnt und korrekturreif - so wie heute.

Es gab damals keinen Weg, wirklich *keinen*, präzise zu antizipieren, wann genau diese Rally drehen würde. Und die Regel, dass solche Bewegungen weiter und höher gehen, als man sich vorstellen kann, wurde damals exakt bestätigt.

Alles was man als "Momentum-Player" damals machen konnte und heute machen kann, war mitzugehen und die Stops im Sinne Trailing Stop permanent nachzuziehen. Wenn Sie das können und sich zutrauen, ist das auch heute die Methode, mit der Sie diesen Markt agressiv spielen können, der vielleicht auch wie Silber in 2011 viel weiter läuft, als wir heute denken.

Mit der normalen Marktechnik, kann man das normale Hin- und Her, die Folge der Wellen bei Ebbe und Flut, hervorragend spielen und antizipieren. Aber das hier wie bei Silber, das ist wie eine Kanonenkugel auf ballistischer Flugbahn. Am Ende gewinnt die Gravitation, aber bis dahin fliegt und fliegt sie. Das entzieht sich normaler Methodik, weil der Markt sich selber hoch füttert, bis er irgendwann in den Stall gerät. Und dann geht es abwärts.

Schon zweimal hatte ich zu diesem Thema hier den schönen Clip aus -> The right Stuff <- mit Chuck Yeager - dem Mann der die Schallmauer durchbrach - beim Versuch einen Höhenrekord aufzustellen und das Weltall vor den Mercury Astronauten zu erreichen. Ich kenne keine Szene, die das Prinzip des "Stalls", des Strömungsabrisses so perfekt darstellt.

Hier ist er zum dritten Mal. Aber egal. Sie müssen sich das als Börsenritt so einer Bewegung mit nur leidlich funktionierenden Stops vorstellen. 😀 So fühlt sich das dann an. 😛

Übrigens, wen es interessiert, der echte Yeager ist nun 93! und lebt noch. 1947 durchbrach der die Schallmauer, 2012 mit 89, sass er noch in einer F15. Die Knochen sind brüchig, die Haltung noch ganz die alte. Es gibt Leute, die wollen einfach nicht alt werden. 😀
-> Chuck Yeager <-

Wenn Sie aber diese Zeit und diese Präsenz nicht haben. Wenn Sie derartiges Momentum nicht spielen können, dann kann ich Ihnen nur raten: rennen Sie den nun schon extrem gelaufenen Werten der "World of Donald" nun *nicht* mehr hinterher, solange es keine Korrektur gibt.

Sie waren hoffentlich mit mir dabei, ich habe ja direkt nach der Wahl so deutlich zum Halali geblasen, wie ich das nur kann. Wenn Sie also noch drin sind, bleiben Sie dabei und nutzen Stops. Aber rennen Sie nicht mehr mit frischem Geld solchen Fahnenstangen hinterher.

Machen Sie statt dessen etwas anderes, denn dieser Markt ist stark und sieht weiter gut aus, selbst wenn extrem hoch geschossene Werte mal wieder davon 30-50% abgeben müssen. Akkumulieren Sie aussichtsreiche Aktien und Sektoren, die noch nicht so extrem abgeflogen sind. Tech wäre zum Beispiel so ein Sektor.

Oder nutzen Sie die zwangsläufigen Dips um zu akkumulieren, ganz ruhig und gelassen, aber rennen Sie nicht hinterher.

Und diese Dips kommen, es braucht nur einen Katalysator. So läuft so ein Dip gerade bei den Rüstungsaktien. Schauen Sie mal, was NOC und LMT gestern gemacht machen, sozusagen die "Yeager-Aktien", die neben Boeing am stärksten von der AirForce profitieren:

Klar, beide Aktien waren schon für sich alleine korrekturreif, waren einfach in der "World of Donald", zu schnell zu weit gelaufen. Aber das reicht nicht, wie wir ja gerade wieder am breiten Markt sehen, es braucht den Katalysator.

Und der Katalysator ist hier perfider Weise Trump selber mit seinem Boeing-Tweet. Denn nach kurzer Schrecksekunde, fragt sich der Markt nun, ob Trump nicht auch mit anderen vom Pentagon und damit dem Wohlwollen des Präsidenten abhängigen Firmen, so umspringen wird. Und so wird diese Abhängigkeit, die vorher zur Rally führte, nun auch zum leichten Risiko und der Markt preist das ein.

Am Ende, wenn Sie in aussichtsreichen Sektoren ruhig akkumulieren wollen, sind solche Dips aber Gelegenheiten.

Also, wenn Sie kein "Momentum-Player" sind, sondern es - gewollt oder durch die Umstände gezwungen - ruhiger angehen wollen/müssen, dann halten Sie sich nun von diesen Fahnenstangen-Kursen fern - das wird zu riskant ohne enge Begleitung.

Akkumulieren Sie statt dessen da, wo aussichtsreiche Aktien und Sektoren auf einen Dip treffen oder sowieso noch Nachholbedarf haben.

So .... das ist mein bester Rat an diesem Freitag Morgen, nachdem der DAX bei 11.200 (Schluck) und der S&P500 bei 2.250 stand (ebenso Schluck).

Aber am Ende, Dip hin oder her, trauen Sie diesem Markt weiter etwas zu. Das ist eine Büffelherde in Bewegung, nichts sonst. Und eine richtige Flut hebt am Ende alle Boote.

Am heutigen Freitag wäre nach so einem Fest nun eine träge Seitwärtskonsolidierung normal. Besondere Wirtschaftsdaten kommen heute nicht und bald richtet sich der Blick des Marktes auf die FED. Aber was ist an diesem Markt normal?

Wenn Sie Rebound-Szenarien mögen, können Sie jetzt mal wieder auf die schwer verprügelte Gea Group schauen. Da kamen nun Hochstufungen und das Chart sieht so aus:

Ansonsten sehen viele Aktien des DAX immer noch gut aus. Etwas Luft dürften die noch haben, bevor zwangsläufig die Gravitation wieder zerrt. Schauen wir mal auf diese perfekte, bullische Flagge der Allianz, die ich ja vor 2 Wochen in -> Der Markt als Truthahn <- schon thematisiert habe, bevor sie getriggert ist.

Nun sieht das so aus und hat nach den Measured Move Prinzipen durchaus noch etwas Luft bis knapp unter 170€, dann ist aber eine Pause unvermeidlich:

Übrigens, zum Schluss noch etwas sehr Lesenswertes von Adam Grimes: -> You are, what you read <-

Wir finden darin viele Wahrheiten wieder, die uns auch zeigen, wie froh und glücklich wie hier in der Community sein können. Hier werden Chancen besprochen und keine Ängste verbreitet. Hier werden Informationen ausgetauscht und keine Ego-Schlachten geschlagen. Hier wird gelernt. Hier haben Crash-Propheten keine Chance, die laufen gegen meinen rechten Haken. 😉 So muss es sein, nur so kann es sein. Anders funktioniert Erfolg am Markt nicht.

Ich melde mich am Nachmittag noch einmal. Jetzt mache ich wieder Chauffeur. Meine Diva hat aber die kleine OP gut überstanden, ich hole sie aus dem Krankenhaus und freue mich auf das Wochenende!

Ihr Hari

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Veränderte Zukunftserwartung



Guten Morgen!

Machen wir es heute kurz.

Wir sehen, wie die Kurse korrekturbedürftig sind und gestern merklich weggebröselt sind. Wir sehen aber auch, dass diese Abwärtsbewegung bisher kein richtiges Momentum aufnehmen kann.

Auch das ist nicht verwunderlich, sondern sehr typisch. Es liegt daran, dass die übergeordnete Haltung des Marktes nun bullisch ist, heisst der Cash an der Seitenlinie sitzt da nicht mit dem guten Gefühl "endlich raus", sondern zappelt eher ungeduldig im Sinne "wann kann ich endlich rein?".

Viele würden gerne noch in Sektoren einsteigen, die jetzt endlich alle als attraktiv erkannt haben, wie zum Beispiel der gestern wieder thematisierte Aerospace & Defense Sektor, den wir hier ja seit Jahren als Favorit im Blick haben.

Weil aber alle noch in die Sektoren wollen und auf einen Dip hoffen, der ihnen bessere Einstiegskurse verschafft, können die Kurse auch kaum fallen und mäandrieren bröselnd seitwärts.

Genau das ist eben der Charakter eines reflexiven (selbstreferentiellen) Systems, in dem die Beobachter des Systems auch gleichzeitig das System selber sind. Was alle erhoffen oder erwarten, kann genau deswegen kaum eintreten.

Was könnte das ändern und zu einer echten, scharfen Korrektur der Indizes führen? Ganz einfach, eine neue Information die dafür sorgt, dass nun der Cash an der Seitenlinie froh ist dort zu sein, statt auf eine Chance zum Einstieg zu lauern - also eine Veränderung der Zukunftserwartung.

Diese Änderung kann durch exogene Faktoren sein, vielleicht durch eine Krise bei Trumps Aufbau einer Administration, vielleicht durch krisenhafte Zusammenbrüche im italienischen Bankenwesen, vielleicht vielleicht.

Aber es braucht diese Änderung der Erwartung. Solange ein Dip für den freien Cash eine Chance ist, endlich zu besseren Kursen rein zu kommen, so lange können die Kurse nicht fallen und die Kurse werden eher seitwärts mäandrieren und danach wieder steigen.

Der massive Abriss der Kurse nach unten kommt dann, wenn alle drin sind die rein wollen und damit die Nachfrage fehlt und dann aus irgend einem Grund Abgaben einsetzen. Dann geht es schnell nach unten im Markt, es sieht aber nicht so aus, als ob das diese Woche passieren wird, aber "you never know" - die Zukunft ist offen.

Übrigens, wenn wir in Charts über Muster wie zum Beispiel eine flaggenartige Struktur reden, dann reden wir über genau solche Mechanismen wie oben beschrieben. Die Muster sind nur das optische Abbild derartiger Mechanismen im Ringen zwischen Angebot und Nachfrage. Der Wert der Muster besteht also nur darin, bestimmte Situation heraus zu arbeiten, nicht mehr und nicht weniger.

Wir sind also in der erwarteten Konsolidierung. Ob daraus eine echte Korrektur wird, ist offen und bräuchte einen Katalysator, der die bullischen Erwartungen dämpft.

Der DAX hat auf jeden Fall noch Potential für einen kräftigen Schub nach unten, bevor es dann vielleicht nach oben weggehen kann. Nur so als Gedankenspielerei, falls das Referendum in Italien positiv ausgeht, der folgende, theoretische Ablauf:

dax-29-11-16

Zeigen will ich Ihnen noch den ETF TLT der lang laufenden US Staatsanleihen. Der steht nämlich kurz vor einem Reversal-Signal. Die Chancen darauf, erscheinen mir gut, gerade auch weil eine fast 100% Erwartung an die FED Zinserhöhung im Dezember, eigentlich nur noch in eine Richtung Überraschungspotential hat:

tlt-29-11-16

Und hinweisen will ich noch auf die OPEC, die gerade tagt, wobei die Signale eher negativ sind, so als ob es zu keiner Einigung kommen wird. Der Markt selber, will aber eher nach oben und interpretiert die durchwachsenen Nachrichten eher positiv, wie man gestern auch an der Stärke von Öl gesehen hat.

Das ist eine Kombination, die nicht unriskant ist. Ich bin gespannt was mit dem Ölpreis passiert, wenn es keine Einigung gibt. Das Risiko einer grossen Enttäuschung ist erheblich und das könnte dann ein Katalysator sein, der auch die breiten Indizes nach unten in Bewegung setzt. Denn an einem sich stabilisierenden Ölpreis hängt mehr, als nur der Kurs von ein paar Ölaktien.

So weit so kurz. Abwarten, in Kauerstellung gehen, nicht exponieren - das ist das Motto des Tages. Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Diamantenfieber oder das Geheimnis des Marktes

Am 17.06.16 - also vor einem guten Monat - habe ich vor dem Brexit, für die Mitglieder im Premium-Bereich den folgenden Artikel unter dem Titel "Diamantenfieber" geschrieben.

Nun werden Sie sich denken: "Warum soll ich denn einen über einen Monat alten Artikel lesen? Nichts ist so alt, wie eine alte Zeitung!"

Sie müssen natürlich gar nichts, Sie sind ja freiwillig hier. Sie dürfen nun also gerne wieder wegklicken.

Ich kann Ihnen nur sagen, es hat natürlich einen Grund, warum Sie den alten Artikel lesen sollten. Denn es vermittelt eine wichtige Wahrheit zum Markt.

Die Wahrheit, dass man keine wilden Spekulationen und Prognosen braucht, um am Markt erfolgreich zu sein und auch kein Herumraten, ob der Brexit oder irgend ein anderes Ereignis, nun so oder so ausgehen wird.

All diese -> Prognosiritis <-, verstellt uns nur den Blick auf das Wesentliche.

Denn das Wesentliche findet in den Märkten jeden Tag vor unserer Nase im "Hier und Jetzt" statt. Alleine das genau zu beobachten und aus dem Marktverhalten rationale Schlüsse zu ziehen, verschafft uns mehr Vorteil, als drei wilde Prognosen oder Spekulationen gleichzeitig.

Und wenn Sie den folgenden Artikel von vor dem Brexit lesen, werden Sie verstehen was ich meine:

Weiterlesen ...

Was Fortinet und 3D Systems gemein haben

Der folgende Artikel erschien in erweiterter Form am Donnerstag 23.07.15 16:40 in Hari Live und führte die Thematik der "Erwartungen" fort, die ich zuletzt im Artikel -> Apple der Markt und die Erwartungen <- adressiert habe.

Heute habe ich ja den Tag der Erwartungen. Und Erwartungen sind ja nichts Objektives, sondern sind auch von Stimmungen und vor allem von Modetrends abhängig.

Gerade wenn Themen "Mode" werden, neigt Mr. Market auch mal dazu zu übertreiben, der Hype um die 3D Drucker war so ein klassisches Beispiel. Das Chart dazu liefert 3D Systems, zu dem man wohl nicht mehr viele Worte machen muss:

DDD 23.07.15

Dass die 3D Drucker Aktien Ende 2013 in einer Übertreibungsphase waren, war anzunehmen und haben wir hier auf Mr-Market auch so gesehen. Nur der genaue Zeitpunkt, zu dem so ein parabolischer Anstieg dann dreht, ist im Vorfeld nicht exakt zu antizipieren.

Und insofern kann man so Bewegungen mit Momentum, wenn sie sich noch in der starken Trendphase befinden, wie bei DDD 2012 und bis Mitte 2013, einfach mitgehen. "The trend is our friend".

Sobald die Kurse aber nur noch senkrecht steigen und aus einem stabilen Trend sogar nach oben ausbrechen, während das Thema gleichzeitig extrem in Mode ist, muss man vorsichtig werden.

Dann muss man irgend wann auf die Seite treten, wohl wissend, dass es vielleicht noch weiter hoch geht, weil Übertreibungen durchaus länger andauern, als wir uns vorstellen können. Weitere "entgangene" Gewinne sollten einen dann aber nicht mehr stören und man richtet seinen nach Chancen suchenden Blick auf andere Opportunitäten.

Klar ist aber auch, dass wenn so ein parabolischer Anstieg mal bricht, es ebenso brutal nach unten geht. Das Chart von DDD sagt dazu alles und im Moment muss man sich eher fragen, ob der Sektor "3D Druck" hier jetzt nicht unter Wert behandelt wird, denn das Thema ist ja immer noch ein Wichtiges für die zukünftigen Produktionsprozesse.

Aber auf Euphorie kommt halt der schwere Kater. Das ist nicht nur bei Alkohol und sonstigen Drogen so, sondern auch am Markt.

Womit wir zum Thema "Cyber Security" und im speziellen zu Fortinet (A0YEFE, FTNT) kommen.

Ohne jede Frage, ist das Thema "Cyber Security" ein riesiges Zukunftsthema. Und ohne Frage ist es aufgrund aktueller Geschehnisse nun besonders "en vogue" und das heisse Geld mäandriert in jede Aktie aus dem Sektor, die nicht schnell auf dem Baum ist.

Mein Problem mit dem Thema ist, dass ich bei vielen der Softwareanbieter nicht so sicher bin, was den langfristigen Wettbewerbsvorteil (Edge) gegenüber den Mitbewerbern angeht. Die Marktstellung ist für mich also das Fragezeichen.

Denn was in Wirklichkeit hinter schönen technologischen Begriffen verkauft wird, ist eigentlich primär *Vertrauen*. Ob in jedem Fall hinter der Software die super-intelligenten Konzepte sind, kann man von aussen sowieso nicht überprüfen und aus nahe liegenden Gründen bleibt Code im Bereich Cyber Security geheim.

Und Vertrauen ist eben ein scheues Reh und wenn es nur durch eine Kleinigkeit geschädigt wird, werden so Firmen brutal einbrechen. Bis dahin, können sie aber noch massiv steigen, der Sektor scheint in meinen Augen gerade den Übergang vom Trend zur parabolischen Phase zu vollziehen.

Schön kann man das an Fortinet sehen, die nach Zahlen heute erneut über 10% steigen und aus dem Trend nach oben auszubrechen "drohen".

FTNT 23.07.15

Wir sehen, dass ein KGV von 384 keineswegs ein Hindernis für grosse Gewinne sein muss. Da ist ein KGV von 6 eher das Hindernis, aber das Thema hatten wir ja ausführlich im Rahmen unseres Teamprojektes "Sicherheit durch Wachstum". 😉

Mir hat der Sektor auch lange gefallen, der nun auch im US ETF "HACK" abgebildet ist und ich hatte ja auch Cyberark Software (CYBR) hier bei Mr-Market eingeführt. Aber manchmal muss man wissen, wann es gut ist und bei Fortinet frage ich mich, ob der Zeitpunkt nicht nahe ist.

Denn wenn wir den selben Massstab wie oben bei DDD wählen, sehen wir Strukturen mit einer gewissen Ähnlichkeit. Es scheint wirklich so zu sein, als ob nun die parabolische Phase bei Fortinet eingesetzt hat.

FTNT 23.07.15 2

Eine Phase, die bei DDD ungefähr bei 50 USD einsetzte und bis 100 USD zu einer nochmaligen Verdoppelung führte. Bei Fortinet wären wir dann vergleichbar auch knapp unter 100 USD. 😉

Wo diese Phase endet, kann ich Ihnen also nicht sagen, vielleicht noch viel höher. Ich hatte schon im Januar das Video von Chuck Yeager beim Höhenrekordversuch in Hari Live, das zeigt, was bei parabolischen Flugbahnen passiert. Man nennt das "Stall", zu deutsch -> Strömungsabriss <-.

Für mich hat der Cyber-Security Sektor nun die Phase der Begeisterung erreicht, an der ich gerne einen Schritt zurück mache. Auch woanders gibt es schöne Gewinne in dafür stabilen Trends, bei denen man nicht Nachts in Schweiss gebadet aufwachen muss. Parabolische Flugbahnen voller Hype sind nicht so mein Ding und ich steige gerne ohne Reue vor dem Strömungsabriss (Stall) aus. Das ist mir mein ruhiger Schlaf wert. 😉

Wer es aber mag, bleibt bei Fortinet drin und zieht aber zwingend einen Trailing-Stop mit. Und wenn das Ding mal irgend wann - vielleicht viel höher - zu fallen anfängt, dann denke man bitte an DDD und jeder weiss dann hoffentlich, was zu tun ist!

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 19.07.15 – 25.07.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 19.07.15 - 25.07.15

Freitag 24.07.15 14:10 - Ferienmodus

So liebe Mitglieder,

eigentlich wollte ich vor dieser Mail noch einen Beitrag zur Marktlage schreiben, dann kam aber ein Stromausfall in der ganzen Gemeinde. Und der Ausfall hat zu lange gedauert, um das mit dem Schreiben noch hin zu bekommen, bevor ich für den Rest des Nachmittags weg muss.

Das ist aber auch nicht tragisch, weil viel habe ich den Worten von heute früh nicht hin zu fügen, schauen Sie einfach noch einmal in den Beitrag von 08:40 Uhr herein.

Mit diesem kurzen Beitrag beginnt daher hier ab sofort ein 6-wöchiger Ferienmodus auf Mr-Market, der bis Anfang September andauert. Sic!

Was das bedeutet, habe ich in Hari Live im Artikel "Sommerferien" am Donnerstag 16.07.15 09:10 genau erklärt. Wenn Sie es nicht gesehen haben, scrollen Sie bitte herunter und lesen Sie bitte.

Während dieser Zeit bin ich zwar weiterhin - bis auf eine Handvoll Reisetage als Ausnahme - fast jeden Tag für Sie da. Schreibe aber viel weniger, habe langsamere Reaktionszeiten und schreibe typischerweise an den Tagesrandlagen eine kurze Marktlage.

Hier und da gibt es dann noch ein paar Links, kurze Hinweise und Charts ohne viele Worte und das war es dann. Am Montag 07.09.15 nehmen ich dann hier wieder den Normalmodus auf, den Sie gut kennen.

Die Kolumnisten sind von meinem Ferienmodus nicht betroffen, die schreiben einfach weiter wann Sie individuell Zeit und Lust haben. Auch im Forum werde ich sicher nicht völlig schweigsam sein, aber ich werde definitiv weniger schreiben und langsamer reagieren.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese Zeit so richtig von Herzen gönnen, denn ich habe eine Regenerationszeit nun dringend nötig. Sie wissen ja, was alles in den letzten Monaten an den Märkten passiert ist und immense Aufmerksamkeit gefordert hat.

Wir sollten uns aber auch noch einmal klar machen, dass wir in dem letzten 3/4 Jahr zwischen dem DAX-Tief am 16.10.14 bei 8.355 und dem Hoch am 10.04.15 bei 12.391 in Summe mehr als 4.000 Punkte Bewegung hatten! In Worten Viertausend Punkte!

Genau genommen traten die 4.000 Punkte in weniger als 6 Monaten auf und als das vorbei war, kam dann Griechenland. Wer täglich mit den Märkten zu tun hat und sich nun ausgelaugt fühlt, hat also allen Grund dazu! Und ich denke, wir haben diese Gewässer hier auf Mr-Market ganz gut und erfolgreich durchsteuert.

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