Politische Börsen haben kurze Beine

Heute nur ein ganz kurzer Hinweis:

Politische Börsen haben kurze Beine. Das ist so und wir haben aktuell durch Syrien eine politische Börse.

Während dieser Phasen der Verwirrung und Abhängigkeit von exogenen Nachrichten, werden die normalen Marktmechanismen temporär ausser Kraft gesetzt und durch andere Faktoren überlegt.

So aktuell die in solchen Phasen ganz typische Flucht in den Yen, Öl und Gold.

Ich warne davor, in solchen Phasen zu viel auf Charttechnik und Markttechnik zu geben und sich mit präzisen Marken auf die Kommastelle zu beschäftigen. Die falsche Nachricht im falschen Moment überrollt jede Trendlinie und jeden Widerstand.

Typisch ist aber auch, dass der Markt - nachdem die Unsicherheit des exogenen Events abflaut - wieder zu seinen alten Trends zurück kehrt. Insofern können nun profitable Trades genau an den Stellen entstehen, wo die alten Trends durch Syrien stark in die Gegenrichtung überlagert werden.

Wann der Markt wieder zu seinen alten Mustern zurück kehrt, kann Ihnen niemand sagen. Niemand weiss, ob aus einem begrenzten Militärschlag ein neues "Vietnam" wird, oder ob es bei einem begrenzten Konflikt bleibt. Aber es macht schon heute Sinn, sich die Trades zurecht zu legen, die man dann eingeht, wenn die Erleichterungsrally kommt.

Im Premium-Bereich habe ich heute genau zu diesem Thema eine längere Abhandlung geschrieben.

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Charts des Sommer – US Staatsanleihen, Volatilität und US Oil

Schauen wir heute früh mal wieder auf die wichtigen Entwicklungen an den Anleihen und Rohstoffmärkten, die den Aktienmarkt massiv beeinflussen und hohe Aufmerksamkeit erfordern.

Zunächst erneut ein Blick auf die langlaufenden US Staatsanleihen, hier dargestellt anhand des ETFs TLT. Sie sehen, dass die Renditen weiter steigen (=Kurse fallen) und das schafft zwei grosse Probleme. Erstens dämpft es durch höhere Zinsen die gerade angelaufene wirtschaftliche Erholung und zweitens verteuert es mittelfristig den Zinsaufwand des sowieso überschuldeten Staates, wenn auslaufende Anleihen refinanziert werden müssen.

Bernanke ist es also trotz seiner Rede als "Taube" im Juli nicht gelungen, denn Aufwärtstrend bei den Renditen zu stoppen. Das wird in der FED für erhebliches Kopfkratzen sorgen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED eher noch mehr Geld auf den Markt wirft, als das sie wirklich zur Reduktion (Tapering) der Anleihekäufe schreitet. Wie abhängig der Markt geworden ist, können Sie sich klar machen, wenn Sie sich vorstellen was passieren würde, wenn die FED nun ihre Käufe einstellen würde. Dieses Chart würde dann wohl zu einem Gemetzel werden !

TLT 06.08.13

Als zweites schauen wir auf die Volatilität in Form des VIX seit 2008, die nun nahezu historische Tiefststände erreicht hat. Haben Sie nicht auch den Eindruck einer geradezu unwirklichen Ruhe am Aktienmarkt ? Dieses Chart beweist es.

Gäbe es eine einfache Möglichkeit für Privatanleger, sinnvoll den VIX (oder VDAX) abseits von Futures Long zu gehen, wäre das wohl mit Horizont von 6 Monaten ein nahezu sicherer Trade. Nur gibt es diese Möglichkeit genau aus diesem Grund nicht, denn um im VIX Long zu gehen, bräuchte es ja eine Gegenpartei - in der Regel eine Bank. Und warum sollte die das tun ? Es gibt zwar Zertifikate auf die Volatilität, aber die haben einen massiven "Decay" und so hohe interne Kosten die der Absicherung der Bank dienen, dass eine Investition keinen Sinn macht und nur Verlust produziert, ausser man erwischt wirklich exakt den Tag bevor der VIX nach oben springt. Das kann aber niemand und wäre reines Glück.

VIX 06.08.13

Und zum Schluss erneut ein Blick auf Öl, hier US Light Crude Oil, das neben Gold einer der besten Indikatoren für Inflationserwartungen ist. Diesen Chart habe ich schon mehrfach gezeigt und Sie sehen nun, dass der Ausbruch bestätigt zu werden scheint. Die Konsolidierung oberhalb der Ausbruchszone deutet kurzfristig auf weiter steigende Preise hin. Gleichzeitig hat US Oil aber einen guten Trackrecord um bedeutende Market Tops zu indizieren, oft lief ein Peak bei Öl einem Market Top ein paar Monate voraus. So war es zuletzt 2008 und 2011.

US Oil 06.08.13

Und warum ist das alles nun so wichtig werden Sie fragen ?

Ganz einfach. Wenn die Anleihenrenditen (und damit Finanzierungskosten für Unternehmen) weiter steigen und wenn die Grundstoffe wie Öl wieder teurer werden, dann wird das einem US Aktienmarkt der sowieso schon nach oben überdehnt ist und auf historischen Höchstständen notiert, die Luft für weitere Anstiege abschneiden. Dann erhöht das ganz massiv die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den Indizes gerade das "letzte Hurrah" einer lange andauernden Aufwärtsbewegung erleben.

Und weil dieser Zusammenhang existiert, ist es so wichtig auf diese Charts zu schauen.

Ihr Hari

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Holz und Wald wird immer teurer – Ein langfristiger Aufwärtstrend

Heute möchte ich Ihren Blick auf den Rohstoff Holz und die Assetklasse Wald richten, die sich nach meiner Einschätzung in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet und damit eine sinnvolle Beimischung in einem langfristig aufgestellten Depot sein könnte.

Holz war schon immer weltweit die Wärmequelle Nummer 1, ein "Bollerofen" ist ja auch schnell aufgestellt. Und Holz ist es in weiten Teilen der dritten Welt, insbesondere in China, auch immer noch. Erst mit steigendem Wohlstand wird dann auf andere Energieträger wie Kohle, Öl und Gas umgestellt, die eine höhere Energieausbeute erlauben.

Interessant ist, dass Holz im Zuge des "Ökobooms" in den postindustriellen Kulturkreisen - zum Beispiel hier in Mitteleuropa - eine Renaissance erlebt. Holz gilt als "Bio" und "Öko" und damit perse als gut - unter anderem auch weil es unbestreitbar ein nachwachsender Rohstoff ist.

Trotzdem erscheint mir diese Einteilung in "gut" und "böse" eher romantischer als rationaler Natur zu sein, denn Öl, Gas und Kohle sind genau so "natürlich" wie Holz. Mehr "Bio" und "Öko" als Öl und Gas geht eigentlich gar nicht, denn Sie wissen ja sicher woraus Öl im Erdinneren gepresst wird und dass das ein völlig natürlicher Vorgang ist. Alle diese Energiearten "wachsen" also auf oder in Mutter Erde aufgrund natürlicher Mechanismen und selbst Öl, Gas und Kohle sind nachwachsende Rohstoffe, nur kann es ein Mensch in seiner kurzen Lebensspanne nicht erleben, da wir hier über geologische Zeiträume reden.

Wenn überhaupt können nur die Energieausbeute, die Emissionen und systembedingte Risiken rationale Argumente für oder gegen eine Energieart sein. Bei der Energieausbeute liegt Holz sowieso hoffnungslos hinter den anderen Energiequellen zurück und ist deshalb auch für industrielle Zwecke eher ungeeignet. Auch ein Grund warum nur vorindustrielle Kulturen diesen Rohstoff zu Energiegewinnung nutzen und erst postindustrielle Kulturen wieder zu ihm zurück kehren.

Und was die Emissionen angeht, erleben wir aufgrund zunehmender Holzheizungen in unserer Umgebung nun wieder den beissenden November-Smog, der sich bei Inversionslagen einstellt und Menschen mit angegriffenen Atemwegen sehr zu schaffen macht. So kehren wir wieder zu einer Luft wie weiland im Ruhrpott zurück, aber weil ja gut sein muss was sich "Öko" nennt, sollten wir dafür dankbar sein. 😉

Sie bemerken sicher meinen beissenden Spot auf eine gewissen Typus von Öko-Romantik, der die Welt mit ideologischen Scheuklappen in "gut" und "böse" einteilt. Der Slogan "Heizen mit Holz schont die Umwelt" ist zwar scheinbar zum nicht mehr hinterfragten Glaubensmantra geworden, das auch durch Teile der Politik verbreitet wird, wahrer wird es für mich durch penetrante Wiederholung aber nicht. Der Slogan dient aber den Interessen der damit verbundenen Industrie und lässt die Menschen sich in einem emotionalen Ablasshandel gut weil "nachhaltig" fühlen.

Aber wie auch immer, mein Sarkasmus hält mich nicht davon ab, die wirtschaftlichen Chancen im Thema Wald und Holz zu sehen. Insbesondere die folgenden Meldung macht mich aufmerksam, die absehbar steigende Holzpreise in Mitteleuropa in der nahen Zukunft induziert: -> Brennholz wird knapp <-

Erstens einmal gefällt es mir natürlich zu sehen, dass auch "Öko" von den Realitäten von Angebot und Nachfrage eingeholt wird. So wird das Thema irgendwann am eigenen Erfolg zu Grunde gehen, weil als Energiequelle zu teuer. Bis dahin können die Preis aber noch lange steigen, was für Waldbesitzer schöne Gewinne produziert.

Und ich halte diese Preisanstiege für einen langfristigen Trend, denn der Wald ist nicht beliebig vermehrbar und Transport aus fernen Weltregionen (wie aus Sibirien) ist eher unwirtschaftlich, weil das Energievolumen pro qbm Laderaum geringer als bei Öl und Gas ist und damit der Transport viel teurer wird. Abgesehen davon, tut der Run der Vermögenden auf "Assets" aller Art sein Übriges, denn nur so kann man Barvermögen vor Entwertung schützen. Wälder sind zu einer begehrten Anlageklasse geworden.

An den absehbar steigenden Holzpreisen in Mitteleuropa über die Börse zu profitieren, stellt sich allerdings schwierig bis unmöglich dar, da Wald in Mitteleuropa weitgehend im Privatbesitz ist und nur selten von grösseren Unternehmen bewirtschaftet wird. Eine der wenigen Möglichkeiten wäre die schwedische Papierfabrik Holmen (WKN 856389), die riesige Ländereien voller Wald besitzt, deren Wert sich derzeit nicht ausreichend im Kurs niederschlägt.

Holz wird aber nicht nur als Wärmequelle verheizt, sondern weit sinnvoller und für mich auch rational nachvollziehbar als natürlicher Baustoff benutzt. Gerade in den USA und Kanada sind auch hochwertige Häuser fast durchweg aus Holz, es besteht also eine direkte Beziehung zwischen US Häusermarkt und dem Holzpreis. Und auch dieser zeigt nach oben, weil der US Häusermarkt wieder anzieht.

Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist es aber weit einfacher, an der Börse von der wieder anziehenden Häuserkonjunktur in den USA zu profitieren. Der in Deutschland zugelassene ETF iShares S&P Global Timber & Forestry (WKN A0NA0H) beinhaltet die weltweit grössten Wald- und Holz-Unternehmen der Welt, von denen viele in den USA oder Kanada sitzen und vom US Häusermarkt profitieren.

Schauen Sie mit mir auf den Wochenchart des iShares S&P Global Timber & Forestry seit 2009:

iShares Timber Wald Holz 29.01.13

Sie sehen den langfristigen Aufwärtstrend und es spricht viel dafür, dass wir bald auch die Höchststände aus Anfang 2011 wieder sehen. Kurzfristig riecht es allerdings nach einer Korrektur, weswegen ich keine Not sehe in den ETF sofort hinein zu springen. Sobald sich das nächste Tief ausgebildet hat, könnte das aber eine interessante Gelegenheit für ein langfristiges Investment in eine attraktive Assetklasse sein.

Und übrigens, falls es jemanden interessiert, wir heizen mit einer Wärmepumpe mit Erdsonde. Mutter Erde versorgt uns also völlig emissionsfrei und ohne jeden Rohstoffverbrauch mit Wärme. Das finden wir ziemlich "Öko" und "Bio". 😉 Und steigende Rohstoffpreise - egal ob Holz, Öl, Gas oder Kohle - interessieren uns Privat nun nicht mehr. Alleine der Strompreis bleibt eine Abhängigkeit.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 28.09.12 – Von DAX und Gold – Die wichtigen Lehren des Marktes

09:00 Uhr

Heute möchte ich ein paar Lehren aus dem gestrigen Tag ziehen. Sie haben den gestrigen, sehr spannenden Tag ja anhand meines Artikels und der "Live Tips" gut Schritt für Schritt nachvollziehen können. Und Sie bemerken sicher auch, dass ich einer der ganz Wenigen bin, die schon "vorher" mit einer Tendenz den Kopf heraus strecken, statt hinterher klug daher zu reden - was jeder kann.

Welche Schlüsse sollte man in meinen Augen aus dem gestrigen Tag ziehen ?

Markttechnik funktioniert !

Sie haben ja meine Prognose gestern gesehen und ich habe ja auch wieder die Skepsis bei vielen von Ihnen gespürt, weil ich damit gegen die "gefühlte" Situation stand. Auch in anderen Blogs war eher Verzweiflung ob der plötzlich schlechten Nachrichtenlage zu spüren. Verzweiflung und Ärger, die einem den Blick für die Chancen verstellt. Denn diese Emotionen sind immer prozyklisch und damit schon in den Kursen enthalten. Diese Emotionen sind der grösste Feind auf dem Weg zum Erfolg !

Aber wie vorhergesagt kam dann die Wende. Und sie kam genau aus den vorhergesagten Gründen und genau zum erwarteten Zeitpunkt. Schlechte Nachrichten wurde positiv gewertet, nicht weil sie positiver wurden, sondern weil der Markt nach Tagen der Schwäche nun positiv denken wollte. Und das konnte man an der Art wie der Markt auf die 14.30 Uhr Daten reagierte schon ablesen.

Wenn ich gestern also wieder auf den Punkt den Ablauf des Tages antizipierte habe, dann lag das nicht daran, dass ich eine Glaskugel habe. Es lag daran, dass ich rational die Fakten der Markttechnik zur Leitlinie meines Handelns gemacht habe, statt mich von Emotionen treiben zu lassen.

Nachrichten beeinflussen Kurse zwar, sie machen sie aber nicht. Ein Unterschied, den man unbedingt begreifen muss. Wer glaubt in die Richtung der Nachrichten traden zu können, wird ganz schnell arm werden. Denn Mr. Market antizipiert Nachrichten schon im Vorfeld. Was also zählt, ist nicht die Nachricht, sondern die schon eingepreisten Erwartungen im Angesicht der Nachricht.

Bauernregeln funktionieren !

Sie erinnern sich daran, dass ich an dem Reversal von Gold und Öl vorgestern Abend ein folgendes Reversal des Aktienmarktes festmachte ? Genau so ist es gekommen, ziemlich genau 24 Stunden nachdem Gold und Öl ihre Tiefststände sahen.

Der Vorlauf dieser beiden Assets bei Wenden im Markt ist eine klassische Bauernregel, empirisch aus Erfahrung bewiesen, aber nicht rational begründbar. Aber man tut gut daran, solche Regeln zu beachten - ganz pragmatisch so lange, bis sie nicht mehr funktionieren.

Übrigens: zu erkennen, dass beispielhaft Gold vorgestern eine bedeutende Wende hinlegte, ist keineswegs eine Geheimwissenschaft. Das hätten Sie problemlos auch gekonnt und massiv davon profitieren können. Schauen Sie mit mir doch mal auf das 30 Minuten Chart von Gold (XAUUSD):

Am späten Abend des 26.09.12, also vorgestern, habe ich meine beim "Swing High" vom 24.09. taktisch aufgelösten Positionen wieder gekauft und sogar noch oben drauf gelegt. Sie erinnern sich sicher an -> den <- Artikel vom 24.09.12.

Und jetzt frage ich Sie, wer sieht jetzt die Wende bei Gold ? Eben: nun wohl alle. 😉 Worauf sich die Frage anschliesst, warum Sie das nicht schon vorgestern Abend oder spätestens gestern Morgen gesehen haben und eingestiegen sind ? Möglicherweise weil Sie nicht so genau hingeschaut haben, sich aber statt dessen mit ihren Gefühlen, ihrer Angst und ihrer Gier, beschäftigt haben. Woraus sich wieder die Lehre ableitet, die ich hier gebetsmühlenartig mehrfach die Woche herunter leiere: Folgen Sie dem Markt !

Ich weiss, ich höre mich jetzt hier wie ein Oberlehrer an und die mag keiner mit ihrer Rechthaberei. Aber ich betreibe diesen Blog um Ihnen zu mehr Erfolg am Markt zu verhelfen. Und wenn Sie nicht aufhören zu raten und sich vom allgemeinen Sentiment prozyklisch beeinflussen zu lassen, wenn Sie nicht anfangen einfach dem Markt und seinen Signalen zu folgen, wird das nichts werden mit ihrem Erfolg ! Hier Süssholz zu raspeln, macht ihr Depot nicht dicker !

Topping Prozess oder Anlauf zu neuen Höchstständen ?

Keine Ahnung, beides ist möglich und man sollte gedanklich offen sein. Ich habe aus grundsätzlichen Überlegungen eine Tendenz für ein gutes 4. Quartal und einen Lauf zu neuen Höchstständen. Das ist aber definitiv keine Prognose, sondern nur die Wertung der Wahrscheinlichkeiten der mir im Moment vorliegenden Fakten. Und Fakten können sich ändern.

Es wird für mich wichtig sein zu sehen, wie der Markt auf die bald anstehende Quartalssaison reagiert um den Blick aufs Jahresende schärfer einstellen zu können. Eine gewisse Schwäche Mitte Oktober (im DAX durchaus bis knapp unter 7000) würde mich weder überraschen, noch meine grundlegende Sicht deswegen in Frage stellen.

Ist Gold und Silber schon zu weit gelaufen ?

Das könnte man meinen, wenn man die Gewinne sieht, die sich seit Juli kummuliert haben. Hier habe ich aber aufgrund diverser Analysen eher die gegenteilige Meinung. In meinen Augen war gestern Tag 1 eines neues Zyklus, der durch die seichte Korrektur mit dem folgenden "Swing-Low" von vorgestern seinen Abschluss fand.

Nun könnten uns möglicherweise mehrere Wochen starken Momentums im Sektor bevorstehen. Ein "heisser Herbst" sozusagen, was die Edelmetalle angeht. Ich bin seit vorgestern Abend im Sektor wieder massiv investiert und bin insbesondere bei 51 USD wieder massiv in den GDX gesprungen. Nun werde ich die Gewinne laufen lassen. Um das sicher zu stellen, werde ich die Stops weit entfernt lassen, selbst auf die Gefahr hin, dass ich am Ende einen guten Teil der Gewinne wieder verliere. Aber im Sektor erscheint mir das Risiko, einen massiven "Runaway-Move" zu verpassen nun höher. Und Sie wissen ja, Gewinne sollte man laufen lassen, nur Verluste müssen begrenzt werden !

Und jetzt geniessen Sie mit mir das Ende eines sehr guten Quartals. Anfang kommender Woche reviewen wir dann unsere Anfang Juli ausgewählten "Sommer Aktien". @ "Jacky", es wäre toll, wenn Du uns nach Handelsschluss mit den Daten zum Ende September versorgen könntest.

Nächste Woche werde ich dann auch noch etwas intensiver in das 4. Quartal hinein schauen. Ich wünsche einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.09.12 – Long DAX und S&P500 ins Quartalsende ?

08:45 Uhr

Heute früh möchte ich Ihnen kurz erklären, warum ich nun - hin zum Quartalsende - "Long" im Markt bin.

  1. Der Leitindex S&P500 ist nun seit dem Hoch von vor ca. 2 Wochen an 7 von 8 Tagen im Minus und damit ganz klar überverkauft. In der Historie führte das fast immer zu Gewinnen an den Folgetagen.
  2. Wir hatten gestern erneut - nach den letzten Tagen - einen "Buying on Weakness" Tag im SPY. Und diesmal mit 384 Millionen USD einen gewaltigen Print. Das heisst: "Big Money" akkumuliert unter der Decke.
  3. Die Diskussionen ob der Markt ein Top ausbildet, breiten sich aus. Viele kluge und ernst zu nehmende Marktbeobachter wie Dave Landry oder James DePorre werden skeptischer. Vielleicht haben Sie mittelfristig recht, ich bin allerdings überzeugt: kurzfristig "not yet". Denn Tops brauchen lange um sich zu formen und eine weiterer (dann scheiternder) Anlauf auf die Hochs gehört in der Regel dazu.
  4. Gold und Öl, die beide dem Aktienmarkt typischerweise in einem Bottoming-Process etwas voran laufen, sehen beide so aus, als ob sie die Tiefs gestern gesehen haben.

Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse, ich habe auf jeden Fall meine Hedges reduziert und setze auf Stärke heute und morgen. Meine Meinung werde ich schnell ändern, wenn der DAX heute mit Momentum unter 7250 taucht und die 7200 ins Visier nimmt. In diesen Bereichen der gestrigen Tiefs liegen auch viele meiner Stops für die Longs, mit denen ich nun zum Ende der Woche im Markt bin.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Die Notenbanken machen Ernst – 14.09.12 – DAX & Co. mit historischen Höchstständen ?

09:00

Wir erleben an den Finanzmärkten gerade Historisches. Denn wir betreten geldpolitisches Gebiet, dass noch nie zuvor betreten wurde. Nachdem die EZB den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen in die Wege geleitet hat und auch Chinas Notenbank wohl kurz vor neuem Stimulus steht, legt nun die FED nach.

Und was die FED macht, hat den Charakter eines "Game Changers".

Denn die FED erklärt unmissverständlich, dass Sie in Zeit und Höhe unbegrenzt und solange im Markt interveniert, bis sich der Arbeitsmarkt in den US gebessert hat.

Alle bisherigen Programme hatten zeitliche und volumenmässige Begrenzungen. Nun also ist die FED "all in". Damit macht die FED defacto Arbeitsmarktpolitik und übernimmt Aufgaben, die eigentlich der Regierung zufallen.

Die Reaktion der Finanzmärkte ist eindeutig. Und ich warne davor, das jetzt nicht ernst zu nehmen und sich bei der Geldanlage von berechtigten Sorgen um die langfristigen Folgen dieser Politik leiten zu lassen. Natürlich kennt niemand die Nebenwirkungen der Medikamente die nun verabreicht werden. Und ich bin sicher, dass uns in den nächsten Jahren massive Währungskrisen und schlimme Verwerfungen bevor stehen. Ebenso wie ich sicher bin, dass das Gerede um "Sterilisierung" letztlich Unfug ist und wir früher oder später vor einer massiven Assetprice-Inflation stehen. In den Ballungszentren Deutschlands ist diese auf dem Immobilienmarkt ja schon zu beobachten. Der Aktienmarkt dürfte der nächste Ort werden, an dem die Liquidität zu massiven Anstiegen führt.

Um an der Börse zu gewinnen muss man aber nicht nur richtig liegen, sondern das auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Es nützt also nichts, sich über die absehbaren Folgen dieser gigantischen weltweiten Gelddruckmaschine im Klaren zu sein. Im Gegenteil, wenn man zu früh diesen Sorgen folgt, wird man überrollt. Man muss vielmehr geduldig warten und erst dann - wenn auch die anderen Marktteilnehmer skeptisch werden - dann ist die Zeit die eigenen Überzeugungen zu Gewinn zu machen.

Wichtig wird in dieser Phase der monetären Expansion sein, in den richtigen Segmenten des Marktes investiert zu sein. Denn ich erwarte nicht, dass alle Boote des Marktes gleichermassen gehoben werden. Im Lichte der Politik der FED bieten sich zwei Bereiche an:

1. Die Assets die direkter Geldersatz sind - die also letztlich Währung sind. Darunter fallen primär Gold, Silber und Öl sowie alle Aktien die direkt davon profitieren. Sekundär dann auch Platin, Palladium und alle sonstigen begrenzten Rohstoffe. Das frische Geld dürfte seinen Weg in diese Assets finden, da sich jeder darüber im Klaren ist, dass die Papierwährungen durch diese Politik weiter entwertet werden. Es geht also primär um Geldersatz und dabei hat Gold ganz klar die Führungsrolle. Um den Goldpreis ist mir nicht bange, solange die monetäre Expansion der Notenbanken anhält. Und laut Bernanke wird das über den Zeitraum hinaus andauern, an dem die US Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat. Also voraussichtlich bis 2014 oder länger.

2. Die gross kapitalisierten Aktien mit hohem Cashflow. Also die Aktien die man gemeinhin als "Bluechips" charakterisiert. Das ist nicht mit "defensiv" zu verwechseln, auch Apple fällt darunter und ist sicher keine defensive Aktie. Denn diese werden für die multimilliarden an institutionellem Geld, dass nun aus Bonds heraus fliesst, als Bond-Ersatz dienen. Die Tendenz, dass die grossen Indizes besser laufen als die breite Menge der Nebentitel, dürfte also anhalten. Wer sich zu stark auf Nebentitel konzentriert, dürfte also erneut eine Unterperformance erleben und mitansehen müssen, wie sich seine Aktie dürftig entwickelt, während die Indizes zu neuen Höchstständen steigen.

Ab heute befinden wir uns also in "Uncharted Waters". Denn eine zeitlich und mengenmässig unbegrenzte Intervention der Notenbank hatten wir noch nie. Und wie sich das mittelfristig auf die Psychologie der Märkte auswirkt ist unvorhersehbar. Bisher war es zum Beispiel immer so, dass in einer Korrektur die Spekulation auf ein Eingreifen der Notenbanken psychologisch stabilisierend wirkte. Was wird nun aber passieren, wenn es trotz dieser Notenbank-Interventionen zu einer starken Abwärtsbewegung kommt ? Wie wird sich das auf die Psychologie der Märkte auswirken ? Keiner weiss es, weil wir dieses Szenario historisch noch nie erlebt haben.

Um einzuschätzen, was das für die Geldanlage bedeuten könnte, muss man die unterschiedlichen Zeithorizonte betrachten:

Kurzfristig

Kurzfristig im Sinne der nächsten Tage, haben wir das Potential, dass sich die Rally nach einer Phase der Begeisterung erst einmal erschöpft. Jeder Markt muss mal Luft holen. Ganz typisch für Mr. Market wäre auch, dass er genau dann wenn alle aufatmen weil nun FED, EZB, BVG etc. hinter uns liegen, zur Korrektur ansetzt. Genau dann, wenn niemand mit einer Korrektur rechnet. Dieser Zeitpunkt könnte vielleicht Anfang kommender Woche sein.

Ich rechne aber damit, dass in diesem Umfeld jede Korrektur nur flach sein wird und eine Kaufgelegenheit ist.

Mittelfristig

Mittelfristig zum Jahresende und darüber hinaus, stehen alle Ampeln nun auf Grün. Nur überraschende, exogene Ereignisse wie Krieg oder Katastrophen, dürften dieses Bild verändern können.

Wie ich hier schon mehrfach schrieb, rechne ich mit Wahrscheinlichkeit mit historischen Höchstständen in DAX, S&P500 und Co. zum Jahresende. DAX 8500 und S&P500 1600 sind durchaus denkbar und für mich persönlich wahrscheinlicher als entsprechende Abstürze.

Die Assets die man dafür spielen muss, habe ich oben genannt. Wir haben nun die Chance, ein paar Monate des ruhigen, wenig volatilen Hochschiebens vor uns zu haben. Denn die Notenbanken haben dem Markt nun einen Boden eingezogen und wie wir alles wissen, tendieren Märkte dazu zu übertreiben - auch nach oben.

Ich persönlich bin ja, wie Sie als Leser wissen, schon seit Juli Long&Strong im Markt, werde aber Korrekturen nutzen um nachzulegen. Ich versuche so viel wie möglich von diesem einmaligen Marktumfeld mitzunehmen. Wer weiss, wann wir wieder mit so einem Sicherungsnetz der Notenbanken wie aktuell operieren dürfen.

Langfristig

Langfristig, mit Blick auf Jahre, tauchen in meiner Erwartung nun bittere Worte wie "Währungskrise" oder "Währungsreform" auf. Ich bin sicher, diese Medizin der Notenbanken wird massive, ungewollte und bittere Nebenwirkungen haben. Aber diese Brücke überqueren wir erst, wenn wir vor ihr stehen. Ich kann daher nur dazu raten, solche Gedanken oder Artikel im Moment zu verdrängen und sich ganz darauf zu konzentrieren, aus dem mittelfristigen Horizont das Maximum an Ertrag zu holen. Langfristig werden wir es brauchen und davon zehren müssen.

Und noch eine Lehre sollten wir alle mitnehmen. Erinnern Sie sich an Mitte Juli, als der Markt zum Sprung ansetzte und ich hier mehrfach schrieb, dass ich dieser Rally Bedeutung zumesse und sich hier Grosses zusammen braut ? Nun wissen wir warum der Markt zum Sprung ansetzte und wieder hat uns Mr. Market bewiesen, dass er mehr weiss als wir und niemand einen besseren Riecher für die Zukunft hat. Deshalb sollte es uns eine Lehre sein dem Markt zu folgen, statt zu glauben wir könnten zukünftige Entwicklungen besser einschätzen. Mr. Market hat lange vor den meisten hier im Blog das "All In" der Notenbanken gerochen. Und wer ihm einfach gefolgt ist, sitzt nun schon auf dickem Plus. Machen Sie den selben Fehler jetzt also nicht noch einmal. Folgen Sie dem Markt und seiner Price-Action. Nur so wird Erfolg an den Börsen gemacht. Die Wallstreet ist übersät mit den Leichen derjenigen, die klüger als Mr. Market sein wollten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg und ein gutes Händchen. Und vergessen Sie bei aller positiven Sicht die Absicherung nicht ! Denn egal wie klar etwas aussieht, die Zukunft ist unbestimmt und es kann immer anders kommen. Und auch Mr. Market hat eine Historie darin, auf dem Absatz umzudrehen und in die Gegenrichtung zu marschieren. Mr. Market zu folgen, erfordert gedankliche Flexibilität und Wachsamkeit !

Ihr Hari

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Marktupdate – 21.06.12 – Absturz im Energiesektor

22 Uhr Handelsschluss

Ich möchte Ihnen im Nachgang zum heutigen Absturz ab 17 Uhr noch ein Chart zeigen. Ein Chart das zeigt, dass wir heute aussergewöhnlichen Abgabedruck hatten.

Es ist das Tages-Chart des ETF XLE, der grossen US Ölwerte, also Chevron, Exxon und Co.. Ich war darin heute Long und wurde ausgestoppt, als wir die rechte Schulter der IHS Formation unterboten haben.

Sie sehen, dass das heute mit über 4% der grösste Tages-Absturz im XLE seit September 2011 war ! Ich muss gestehen, mich macht das nach wie vor etwas nervös, zumal ich nach wie vor keinen richtigen Zugang zu der Stärke der Marktbewegung habe. Eine stinknormale Korrektur war das vom Momentum her heute also nicht. Ich könnte Ihnen auch andere Charts aus dem Bereich Rohstoffe, Energie, Precious Metals zeigen, die ähnlich aussehen. Im GDX wurde ich mit 44,8 USD und 5% Minus gerade so eben nicht ausgestoppt, auch dieser Zusammenbruch kommt nicht alle Tage.

Das alles betrachte ich als ein deutliches Warnzeichen. Sicher kann es sein, dass es sich um eine normale Korrektur nach den grossen Gewinnen der letzten Woche handelt. Aber dieses Momentum gemahnt nun zur Vorsicht. Schauen wir, was der morgige Tag bringt.

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