Indus Holding – Der echte Mittelstand in einer Aktie

Will man in den echten deutschen Mittelstand investieren, mit all seinen Maschinenbauer und “Hidden Champions”, ist das an der Börse eher schwierig, weil die Firmen in der Regel zu klein sind. Das, was sich im MDAX und selbst SDAX tummelt, ist eher selten klassischer Mittelstand.

Und vor allem zeichnet den echten deutschen Mittelständler ja auch die “knorrige” Führung durch die langjährigen Inhaber aus und die sind eher selten börsenaffin. Der Gedanke, sich vor angelsächsischen Investoren rechtfertigen zu müssen, treibt einen echten deutschen Mittelständler eher in Alpträume und schlaflose Nächte. Börse und dieser Typus von knorrigem Unternehmer, ist oft ein Widerspruch in sich, weswegen es solche Firmen eben kaum an der Börse gibt.

Die Indus Holding (WKN: 620010), die sich darauf spezialisiert hat, solche Firmen durch eine kluge Akquisepolitik unter ihrem Dach zu vereinigen, ist daher eine der ganz wenigen Möglichkeiten, wirklich in dieses Segment investieren zu können.

Nun ist die Indus-Aktie schon sehr gut gelaufen und nähert sich langsam den All-Time-Highs, die noch 2006 bei 34,3€ markiert wurden. Und wenn sich die Risiken in Osteuropa verschärfen sollten, dürften potentiell gerade die kleineren Mittelständler davon betroffen sein, die gerne ihre Kunden in den Nachbarländern haben und nicht so schnell eine Dependance in einem ganz anderen Kulturkreis wie China gründen. Anleger müssen sich also darüber im klaren sein, dass sie mit dieser Aktie eine hohe Korrelation zur europäischen Konjunktur kaufen.

Aber trotzdem, wenn wir auf das Chart schauen, sehen wir einen klaren Ausbruch aus einem klassischen, zulaufenden Dreieck und wir sehen bisher nichts im Chart, was ein Ende des Aufwärtstrends indizieren würde:

Indus 31.03.14

Auch die fundamentale Bewertung von Indus, ist immer noch sehr in Ordnung. Am 19.03. gab es von der Konzernleitung dann noch eine -> Adhoc zu den Konzernzahlen <-->, die auch keinen Zweifel an einem stabilen Ausblick lässt.

Mittelfristig ist Indus also trotz seiner vergangenen, positiven Kurs-Entwicklung, vielleicht doch wieder ein Kauf. Viele Aktien dieser Kategorie gibt es auf jeden Fall nicht.

Aus kurzfristiger Sicht, kann es allerdings sehr gut sein, dass sich der Kurs nach dem Ausbruch nun erst einmal festläuft und zu einem Retest des Ausbruches zurück fällt.

Insofern gibt es keine Not, bei der Aktie nun sofort heute einzusteigen. Korrekturen sind aber bis auf Weiteres eher Kaufgelegenheiten, der Trend der Indus Aktie, zeigt klar nach oben.

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DAX und S&P500 – ein starker und ein schwacher Index

Ich bin ein grosser Freund des Konzeptes relativer Stärke. Dahinter verbirgt sich die Technik, in jeder Marktphase die Aktien, ETFs oder Indizes zu identifizieren, die im Vergleich zu ihren Peers, relative Stärke zeigen. Und gezielt nur in diesen, das eigene Kapital arbeiten zu lassen.

Der Charme dieses Konzeptes liegt darin, dass man damit eine Überperformance über den Markt erzielen kann, ohne sich zu sehr über die generelle Richtung Gedanken machen zu müssen. Was besonders dann zum Tragen kommt, wenn eine generelle Richtung zweifelhaft ist.

Und so eine Phase haben wir nun möglicherweise an den Märkten. Seit Jahresanfang haben die Märkte stark hin und her geschwungen, so richtig vom Fleck gekommen, sind sie aber nicht. Und das kann durchaus noch Monate so weiter gehen, so dass am Ende Bullen wie Bären gleichermassen frustriert werden.

Schauen wir uns doch daher mal relative Stärke im Vergleich des DAX mit dem Leitindex S&P500 an. Ich benutze dafür Charts mit Tageskerzen und wir schauen zunächst auf den DAX:

DAX 24.03.14

Es springt ins Auge, dass der DAX nun eine Serie niedrigere Hochs hatte und vielleicht sogar gerade an einer Topbildung arbeitet. Auf jeden Fall ist eine Entwicklung wie eingezeichnet, aufgrund der Marktstruktur gut vorstellbar. Nicht sicher, aber eben wahrscheinlich. Das Chartbild ist auf jeden Fall latent bärisch und kein Chart, bei dem man nun mit beiden Händen sein Kapital auf den DAX werfen muss.

Umgedreht schauen wir auf den S&P500 mit Tageskerzen:

S&P500 Tag 24.03.14

Das Chartbild ist nach wie vor eher bullisch. Der S&P500 hängt knapp unterhalb eines Ausbruches oberhalb 1880 USD und scheint eine bullische Umkehrformation zu bilden. Hier sollte man die Bullen nicht unterschätzen und ein Ausbruch hat eine relevante Wahrscheinlichkeit.

Sie sehen, wir haben gegenläufige Signale in DAX und S&P500 und der DAX läuft seit Anfang März klar schlechter, als viele andere Indizes. In meinen Augen hat das auch Gründe:

- Erstens aufgrund einer traurigen, rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik der grossen Koalition, die dabei ist, den Wettbewerbsvorteil Deutschlands zu verspielen.

- Zweitens aufgrund der Fragezeichen im Export-Modell durch die Schwäche Chinas, durch den zu starken Euro und durch die wachsende Wettbewerbskraft Japans, die durch die monetäre Abwertung des Yen beflügelt wird.

- Drittens aufgrund der Fragezeichen in Osteuropa/Russland, deren ökonomische Auswirkungen zwar begrenzt sind, deren psychologische Effekte auf die Anlageneigung institutioneller Anleger, aber vor allem den DAX belasten.

Es ist also zweifelhaft, ob man im Sinne des Konzeptes der relativen Stärke, nun gerade von allen Indizes der Welt im DAX unterwegs sein muss.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob beide eingezeichneten Entwicklungen gleichzeitig eintreten können. Die Antwort ist eher Nein ! Wenn der S&P500 nach oben ausbricht, wird der DAX nicht gleichzeitig unter 9000 rutschen. Das ist fast unmöglich und würde eine massive lokale Krise in Deutschland erfordern, die aber ökonomisch nicht über die Grenzen ausstrahlt.

Denkbar ist aber, dass der S&P500 nach oben ausbricht und der DAX aufgrund seiner relativen Schwäche keine neuen Hochs schafft, sondern in einer Seitwärtsrange bleibt.

Denkbar ist auch, dass der S&P500 in einer Seitwärtsrange zwischen 1840 und 1880 bleibt und der DAX trotzdem durch die 9000 nach unten durchfällt.

In jedem Fall hat der DAX klare relative Schwäche zum S&P500. Und unabhängig davon, wo sich die Aktienmärkte der Welt in Summe in den nächsten Wochen und Monaten hinbewegen, muss man sich die Frage stellen, ob der DAX im Moment der richtige Ort für das eigene, sauer erarbeitete Kapital ist.

Ihr Hari

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