Hari Live Stream 07.10.21

Dreifachboden ZH2

Wir scheinen einen Dreifachboden im Future des SPX zu haben, was ziemlich ungewöhnlich ist.

Wenn ein Tief zum dritten Mal angelaufen wird, ist das Risiko dass es bricht recht hoch, als iSKS sieht man immer mal wieder Dreifachböden, aber so wie hier auf gleicher Ebene habe ich das eher selten erlebt:

Auch im ZH2 des SPX sehen wir das natürlich, begrenzt auf die Handelszeiten, verbunden mit einem großen GapUp am heutigen Tag:

Die Chance ist nun eindeutig da, dass es das nun war und wir bis zum Jahresende nie mehr die gestrigen Kursniveaus sehen. Aber eine Chance ist eben eine Chance, wie immer werden wir nur Stück für Stück "sicherer" werden.

Ein kleiner Baustein dabei wird heute die Frage sein, ob der Markt jetzt zum Gapfill nach unten ansetzt oder ob die Stärke sich nun so stark entfaltet, dass dieser Gapfill ausfällt.

Jetzt richtig denken!

Nun haben wir wieder so einen ganz typischen Moment. Lange haben wir darauf gewartet, dass die Korrektur endet, dass die Jahresendrally beginnt.

Ist das jetzt dieser Moment? Was aber wenn die Kurse nun erneut wegkippen? Was wenn die Kurse nun richtig nach oben laufen, bis alle ihre Hedges gecovered haben und dann geht es noch einmal richtig runter? Was wenn ... [füllen sie hier ihre persönliche Angst ein].

All diese Denkstrukturen sind normal, auch ich spüre die in mir. Aber sie sind *falsch*, völlig *falsch* und ich merke diese zwar in mir wie sie versuchen nach oben zu blubbern, weil ich auch ein Mensch bin, kann aber darüber lachen und hier mit einem Augenzwinkern darüber schreiben.

Das ist die zögernde Denkstruktur des Affens in uns, er befürchtet das im Gebüsch neben dem Wasserloch ein Löwe ist. Wir sind darauf trainiert in so Momenten zögerlich zu sein, weil unser Überleben damals davon abhing.

Lieber 100x zu lange gezögert als 1x tot! Das ist das richtige Risikomanagement für die Savanne, das wurde in uns "hineingemendelt". Für die Börse ist es aber grottenfalsch.

Wer so denkt zögert immer zu lange. Dann wenn er sich sicher zu fühlen beginnt, ist der Markt schon weit gelaufen und alle die kaufen wollten, haben es schon getan. Deswegen dreht der Markt dann nach unten, nachdem diese Sicherheitssucher auch noch gekauft haben, die "Bagholder", die die dann den Schwarzen Peter bekommen.

Wir müssen in so Momenten unbedingt anders denken lernen und das geht so.

Zunächst machen wir uns klar, dass nichts sicher ist und diese Ängste sehr wohl in Erfüllung gehen können! Ja, der Markt kann wieder abknicken, genau dann wenn wir eingestiegen sind!

Dann machen wir uns klar, woran wir das erkennen und die dafür einfachste Variante in der aktuellen Situation ist, das Dreifachtief als Maßstab zu nehmen. Wenn der Markt da doch darunter laufen sollte, dann stimmt etwas nicht.

Dann machen wir uns klar, wie viel wir zu verlieren haben, wenn wir erst da wieder abspringen, im S&P500 wären das im Moment etwas vereinfacht zwischen ca. 4.420 und 4.270 150 Punkte oder gute 3%.

Die Frage stellt sich also in Wirklichkeit so, im vollen Wissen dass dieser Dreifachboden sich als falsch heraustellen könnte:

Sind wir jetzt bereit 3% zu riskieren, um die Chance zu haben fast am Tiefpunkt in die Jahresendrally reinzuspringen?

Dann müssen wir tief durchatmen und uns klarmachen was 3% konkret bedeuten und ob wir diesen Schmerz wirklich aushalten können und wollen. Wir müssen die "Trauerarbeit" des scheiternden Trades also ins Vorfeld verlagern und schreiben diese 3% jetzt gedanklich ab. Das ist wichtig, den Verlust vorher emotional abschreiben!

Und *dann*, dann sind wir in der Lage ganz entspannt zuzupacken und zu schauen was passiert! *Dann* sind uns diese "Affen-Gedanken" über das was alles passieren könnte völlig egal, weil wir genau wissen was uns im schlimmsten Fall droht. Dann können wir emotional gesehen von da an nur noch gewinnen.

Dann können wir tief atmen und uns entspannen und das Schicksal mal machen lassen. Und genau das ist die Grundlage, um einen guten Trade dann mal 3 Monate laufenzulassen. Mit permanenter Panik und Paranoia wird das nämlich nichts, das erste Rascheln im Gebüsch wird uns unbehaarte Affen dann abwerfen.

So müssen wir als Anleger zu denken lernen, genau anders herum als es der Affe tut. Das ist gar nicht schwer und das kann man üben, wir müssen es aber wollen!

Noch ein Weg zu gehen ZH3

Der Markt entfaltet frühe Stärke, der vollendete Dreifachboden im SPX scheint das Signal gewesen zu sein, auf dass alle gewartet haben, die sich in die Jahresendrally einkaufen wollen.

Schon gestern war diese Spannung im Markt zu spüren, ich schrieb gestern -> zum Tagesabschluß hier <-:

Heute ist extrem spannend. Der Kampf zwischen Bullen und Bären wogt auf der Stelle und es ist dieses Mal ein Kampf, keine einseitige Dominanz der Bären.

Wie ich oben schon sagte glaube ich, dass da heute ein *Durchbruch* drin ist, je nachdem in welche Richtung es ausschlägt. Der Markt wirkt wie ein Bronco der an den Seilen zerrt.

Der Durchbruch ist da, die Bären müssen sich zurückziehen. Aber noch ist ein weiter Weg zu gehen und es gibt Stellen, an denen die Bären sich wieder sammeln und neue Gegenwehr aufbauen könnten.

Der NASDAQ100 mit seiner relativen Schwäche zeigt im Daily wie weit der Weg ist, aber der erste Schritt ist vollzogen, die Bullen sind zurück!

Charts des Tages ZH3

An so einem grünen Tag kann man natürlich fast überall hingreifen. Aber schauen wir mal was mehr als ein erster Pop sein könnte:

Marvell Technologies (MRVL)

Heute die Bestätigung, nach dem gestrigen, sehr überzeugenden Investorentag:

General Electric (GE)

Auch hier fehlt nicht viel, wenn der Deckel wegfliegt könnte es schnell gehen. Die Ausgangslage war aus Sicht ZH4 letzten Sonntag schon im Video:

Home Depot (HD)

Relative Stärke in der Korrektur, wollte kaum etwas abgeben. Nun bereit zum Schub? Zur Beurteilung nach dem Handelstag das Volumen prüfen!

AMD (AMD)

Heute noch den SMA50 nehmen, dann sieht das lecker aus:

Levi Strauss (LEVI)

An der Börse kann man fast alles kaufen und im Gegensatz zur Pleitefirma Praktiker kann man hier sogar manchmal Tiernahrung mit 20% Rabatt kaufen. 😉

Auch Jeans gibt es hier und die hatten heute schon Zahlen und haben die Guidance angehoben:

Pfizer (PFE) Investment ZH3 ZH4

Mal ein langfristiger Timing-Gedanke eher für Investoren in Bluechips.

Bei Pfizer - denen mit der blauen Pille - war man ja lange unsicher, ob es die noch drauf haben. Wie Pfizer das aber mit Biontech gewuppt hat, schnell, zupackend, lösungsorientiert und partnerschaftlich, das hat mich beeindruckt.

Da ist offensichtlich ein Management das in der Lage ist eine Gelegenheit zu ergreifen wenn sie da ist und sich dabei nicht selber auf den Füßen steht, wie man das so oft erlebt. Und aus der Pipeline hört man auch neuerdings die eine oder andere interessante Nachricht.

Ja und dann haben wir da einen Kurs, der im Zusammenspiel mit der Schwäche der MRNA-Aktien nun erst einmal einen guten Teil der MRNA-Gewinne wieder abgegeben hat:

Und einen Kurs der im Weekly auf einer Unterstützung aufsitzt, während das Volumen in der Korrektur gefallen und nicht gestiegen ist:

Im Saldo eine Aktie, der man jetzt vielleicht mal nähertreten kann, wenn man Basispositionen für ein Langfristdepot sucht. 3,7% Dividende werden auch mitgeliefert.

China-Snapper ZH3

Schauen sie mal, was heute bei den großen, an der Wallstreet notierenden China-Aktien los ist:

Das ist ein typischer Oversold-Snapper, man sieht den zB auch im China internet ETF KWEB, sieht daran trotz 7% Plus im ETF aber auch, dass das nach den brutalen Verlusten nicht mal ein Tropfen auf dem heissen Stein ist:

Dazu von mir zwei Aussagen:

Erstens habe ich den Eindruck, dass Xi und die KP eine grundlegende Neuausrichtung und "Repatriotisierung" der Wirtschaftspolitik vornehmen, "Vorwärts zu Mao" etwas übertrieben gesagt.

Da diese Entwicklung fortschreiten wird, halte ich solche China-Aktien neben der sowieso vorhandenen kulturellen Barriere nun auch doppelt für *uninvestierbar*, ich selber halte davon rein gar nichts im Investmentdepot.

Zweitens entstehen aber in den schlimmsten Bärenmärkten auch die schönsten Snapper, einfach weil das Gummiband stark überdehnt ist. Und das ist hier der Fall und kann sehr wohl dazu führen, dass mit den Aktien in den kommenden Wochen erhebliche Gewinne möglich sind. Dann muss aber wieder davon lassen.

Meine Sicht also in Kürze: Agressiver Trade Ja! Investment Nein!

Gapfillfreie Stärke ZH2

Meine Schreibwoche neigt sich dem Ende, vor uns haben wir heute gapfillfreie Stärke, was eine bullische Botschaft darstellt.

Sie sehen im folgenden Chart die 4.360er Linie in Lila, die ich gestern mehrfach erwähnt hatte als Trigger für eine dann schnelle Bewegung. Das ist nun passiert und hat eine valide Wendeformation in diversen Indizes hinterlassen:

Um sie in diesem vielleicht wichtigen Moment, vielleicht aber auch fiesen Täuschungsversuch des Marktes, zuverlässig auf die richtige Schiene zu setzen, hier noch einmal deutliche Worte zum Abschluß:

Ob das jetzt wirklich der Tiefpunkt der Korrektur war und es jetzt zum Jahresende hoch geht, kann ich ihnen nicht sagen. Ich habe keine Ahnung, falsche Frage.

Ich kann ihnen aber sagen, dass diese Möglichkeit nun sehr deutlich im Raum steht, so deutlich dass es wert ist dafür mal auch etwas zu Riskieren zu beginnen.

Denn worauf will man denn sonst warten, wir hatten einen Monat Korrektur genau im erwarteten Zeitraum, hatten eine erwartete Tiefe von 5-8% und haben ein sauer gewordenes Sentiment mit Zögern und Zweifeln im Markt. Genau so fühlt sich ein Tiefpunkt an, viel "sichere" Ausgangslagen gibt uns der Markt sowieso nicht, Zweifel und Unsicherheiten bestehen immer.

Falls der Markt sehr fies ist und doch wieder abtaucht, helfen uns dann nur Stops bzw andere Formen des Risikomanagements. Wenn der Markt nach diesem Snapper wieder wegkippt und das dann Mitte Oktober, gibt das auch Anlaß zu grundlegenderen Fragen, weswegen man schon alleine dann gnadenlos sein sollte.

Denn bis jetzt war das eine Standard-Korrektur im Aufwärtstrend, wie sie zu erwarten war. Wenn wir jetzt wieder massiv wegkippen sollten, sind wir aus dem Standard raus und dann muss man auch andere, negativere Gesamtinterpretationen in Erwägung ziehen.

Machen wir es uns also nicht so schwer. Das Grübeln ob das nun der Boden war oder nicht, hilft uns hier nicht weiter.

Was uns weiter hilft ist nun Aktien im Auge zu haben, die wir sowieso haben wollten und die nun so weit korrigiert haben, dass Chancen und Risiko in einem guten Verhältnis stehen.

Oder eben Trades mit klarem Setup und klarem Verlustpotential vor uns, deren Chancen aber viel höher als die Entfernung zum Stop und damit Risiken sind.

Vielleicht war dieser heutige Tag der Startpunkt zu neuen Allzeithochs. Sicher ist das aber keineswegs, aber sicher ist nie irgendetwas im Markt! Dafür haben wir Risikomanagement!

Und klar ist auch, dass nach so einem Schub der späte Handel und morgige Tag noch Konsolidierungspotentiel hat, in dem Ängste erst einmal wieder hochkriechen werden. Gerade weil Ängste nun im Markt sind, werden diese nur langsam über eine Wall of Worry schwinden können.

Erwarten sie also in den nächsten Stunden keinen weiteren Strich nach oben, sondern eher eine erneute Prüfung der "schwachen Seelen". Der Markt wird noch einmal Druck auf uns machen, davon sollten wir ausgehen.

Ich wünsche viel Erfolg im Rest der Woche, wir lesen uns zum Wochenausblick.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 28.07.21

Zahlen-Stampede ZH2

Massen an Quartalszahlen lassen mich heute im Wesentlichen nur darauf konzentrieren. Auf Ebene des SPX gibt es vorbörslich auch nicht viel zu berichten, wir haben die vor der FED erwartete Seitwärtsbewegung.

Heute Abend zur FED mache ich keine "Sondersendung", weil ich keine Änderungen erwarte. Wenn Powell sich in Richtung Tapering äussert, dann wohl frühestens in Jackson Hole Ende August.

Trotzdem ist die FED immer als Katalysator gut, als Grund um zu tun was der Markt sowieso tun wollte. Aber auch was das angeht, ist die Wahrscheinlichkeit heute gering, ich wäre nicht überrascht wenn es nach der FED ebenso weitergeht wie vorher.

Der Amts-Schimmel ist überall

Als kleine Erheiterung und Ablenkung habe ich -> diesen Tweet <- von Buzz Aldrin, dem 2. Menschen auf dem Mond gefunden.

Das folgende "Einreise-Dokument" mussten die Apollo 11 Astronauten in der Quarantäne nach der Landung ausfüllen, bevor sie offiziell wieder amerikanischen Boden betreten konnten.

Das Dokument erscheint echt, man glaubt es kaum, der Amts-Schimmel ist also nicht nur in Deutschland lächerlich. Ärgern sie sich also nicht, wenn sie irgendwelche sinnlosen Formulare an den Grenzen ausfüllen müssen, es könnte immer schlimmer kommen. 😛

Porsche und Isar-Aerospace

Auch zum Thema Raumfahrt die folgende Meldung, da geht es jetzt Schlag auf Schlag:
-> Warum sich Porsche bei einem Raketenbauer einkauft <-.

Ich sehe den unmittelbaren Business-Case dieser Investition noch nicht, höchstens perspektivisch im Bereich von Satelliten für das autonome Fahren und sonstiger Online-Dienste. Aber ich denke man hat ein wenig vom Tesla-Desaster gelernt, hat verstanden dass in Sachen Weltraum nun wirklich "die Post abgeht" und zwar weltweit und will nicht erneut verpassen, rechtzeitig einen Fuß in neue Technologien zu stellen.

Die Absicht ist lobenswert und vor allem ist die Summe von 150 Millionen für ein Unternehmen in diesem Stadium sehr stattlich.

Das stimmt optimistisch, dass wir uns in Deutschland nicht auch noch bei der Raumfahrt völlig abhängig lassen, denn in vielen Branchen haben europäische Unternehmen es weit schwerer an Risikokapital zu kommen, als US-Startups im US-Finanzmarkt. Solche Investitionen helfen das auszugleichen.

Aktien des Tages ZH3

Heute auch mit diversen Quartalszahlen und ihren Folgen

Apple (AAPL)

Gestern Abend AAPL mit einem -> Blowout Quarter <- und Rekorden allüberall.

Aber egal wie gut die Vergangenheit war, es ist die Zukunft die zählt und die wird an den schon eingepreisten Erwartungen gemessen.

So genügt die Erwähnung weiter bestehender Risiken in der Versorgungskette, die auf sehr hohe, eingepreiste Erwartungen trifft, dass der Kurs doch zurückkommt und nun vielleicht sogar kurzfristig ein Doppeltop formt:

Microsoft (MSFT)

Auch Microsoft mit -> richtig starken Zahlen <- und einem ähnlichen Ergebnis wie bei AAPL, das war schon im Kurs:

AMD (AMD)

Und noch einmal damit das Muster klar ist. AMD mit -> Umsatzversdoppelung <-, aber eben auch Fragezeichen in den Lieferketten im Ausblick. Das Ergebnis ein leichtes Minus:

McDonalds (MCD)

Das Muster funktioniert aber auch außerhalb von Tech. MCD mit -> super Zahlen und Umsätzen über Vor-Covid-Nivevau <-.

Aber es genügen Sorgen um Delta in den US und eine erneute Delle und schon haben wir ein Minus in der Kursreaktion.

Die Börse handelt eben Zukunft, Vergangenheit ist alter Käse. Wenn wenigstens das der durchschnittliche deutsche Anleger einmal begreifen würde, der sich gerne an Bewertungskennziffern befriedigt, dann wäre schon viel geholfen und die Ergebnisse in den Depots sähen besser aus.

Ich habe da aber wenig Hoffnung, schon weil diese Fake-News immer wieder weiterverbreitet werden von selbsternannten "renommierten Börsen-Experten", die den Markt gar nicht leben und Zeug nacherzählen, dass sie irgendwo mal gelesen haben. Ohne echte, eigene Erfahrung über Jahre, ohne schmerzhaft erlebt zu haben wie sich Börse anfühlt, ist das auch gar nicht zu durchschauen.

So haben diese Scharlatane als "Experten" leichtes Spiel. Und die Banken und sonstigen Finanzinstitute haben auch kein Interesse das aufzudecken, schliesslich leben sie davon.

Übrigens, müsste ich statt generischem Maskulinum jetzt nicht Scharlatan*innen sagen, um Frauen nicht zu diskriminieren? Mir fällt da gerade in D auch eine "renomierte Börsenexpertin" ein, die genau die gleiche heisse Luft verbreitet wie ihre "renomierten" männlichen Kollegen. Duck und weg .... 😛

Alphabet (GOOGL)

GOOGL hat aber wirklich bei den Zahlen überrascht und beim Ausblick kein Fragezeichen, weil für das Internet-Geschäftsmodell weder Covid noch Chipknappheiten besondere Begrenzungsfaktoren sind. Werbung geht immer, gerade wenn die Leute im Lockdown vor dem Schirm sitzen:

Boeing (BA)

Nach RTX gestern bestätigt auch BA die prinzipiell gute Ausgangslage, in der viele Aktien des Aerospace&Defense Sektors nun stecken, weil die Delta-Korrektur bei ihnen schon stattgefunden hat.

Die -> Zahlen überraschen positiv <-, der Kurs poppt hoch, hat aber noch einiges an Weg bis zu den Vor-Covid Niveaus:

Alibaba (BABA)

Wenn man heute auf die Liste der Aktien mit den höchsten Gewinnen schaut, besteht die Hälfte aus den verprügelten China-Aktien. BABA dient hier also nur als Proxy für diese Aktien, die heute einen klassischen "Oversold-Bounce" nach Tagen der schweren Abgaben erleben.

Das Chart von BABA signalisiert uns aber auch, dass damit noch lange keine Trendwende verbunden sein muss, scharfe "Oversold-Snapper" gehören einfach zu jedem Abwärtstrend dazu:

Humana (HUM)

Wie schnell es bei hohen Erwartungen gehen kann, zeigt uns heute HUM. Das Motto lautet hier -> no raise is bad <- oder in anderen Worten, es genügt schon die Ziele zu treffen und den Forecast *nicht* anzuheben, um 6% Minus auszulösen. Erwartungsvolles Kapital ist eben ein scheues Reh....

Generac (GNRC)

Noch schlimmer geht das Prinzip bei GNRC. -> Solide Zahlen <- reichen nach einer derartigen, in ein Chart gegossenen Erwartung einfach nicht mehr aus. Das heisse Geld verlässt den Trade sofort:

Ich sehe aber die Growth-Story nicht gebrochen, es ist einfach zu viel Hitze die hier abgekühlt wird. Sobald GNRC diese Korrektur hinter sich hat, werde ich wieder hinschauen.

Pfizer (PFE)

PFE hebt im Gefolge der Biontech (BNTX) Kooperation -> den Ausblick <- und erfreut den Markt:

Die riesige "Tasse" auf Ebene ZH5 ist damit so gut wie vollendet, was nun fehlt ist ein kleiner "Henkel":

Post Covid Growth

Wir sehen im Chart die Wachstums-Erwartungen im Konsensus und im Vergleich dazu die von Goldman Sachs, die etwas pessimistischer sind. Das ist aber gar nicht die interessante Information, es ist die Entwicklung.

Und die zeigt, dass die Covid-Sondereffekte nun zunehmend auslaufen. Und da Börse die Zukunft betrachtet, werden die Kurse jetzt von der Frage gemacht, wie das Wachstum denn in einem Nach-Covid-Szenario aussieht. Und da ist ein "Kater" in manchen Branchen noch nicht wirklich gebannt:

FED-Prep

Nachher kommt ja wieder die FED und wie angekündigt, werde ich diese heute nicht kommentieren, ich sehe keine Notwendigkeit.

Eine kompetente Vorbereitung liefert hier aber LPL Research, schauen sie da mal rein, dann muss ich diese Sätze nicht sagen:
-> Federal Reserve Meeting Preview <-

Zitate:

“We’re not expecting fireworks at this Fed meeting,” noted LPL Financial Fixed Income Strategist Lawrence Gillum. “But we are expecting the committee to go further down the road in discussing the when and how to start removing the emergency level monetary accommodation it has been providing markets.”

While we don’t think the Fed is ready to announce the start of the tapering process, we do expect the committee to announce that those discussions are taking place with a formal tapering plan coming in the next few months.

Wie ich oben sagte, Konkretes zum Tapering frühestens bei der Notenbanktagung in Jackson Hole. Was den Markt aber heute Abend nicht vom Spekulieren und Wortklauben abhalten wird.

MDAX führt mal wieder ZH3

Während der DAX sich immer noch nicht entscheiden kann nach oben zu neuen Allzeithochs zu gehen:

hat der MDAX diese Entscheidung schon getroffen:

Das ist ein bewährtes Muster am deutschen Markt, der MDAX ist fast durchweg der stärkere Index, Ausnahmephasen bestätigen die Regel.

DAX40 und Symrise (SY1) ZH3

Mit der Änderung auf den -> DAX 40 im September <- werden die obigen Karten zur MDAX-Überperformance aber völlig neu gemischt.

Ich gehe davon aus, dass es den DAX stärkt und den MDAX schwächt, ohne die Strukturprobleme des DAX aber auszuräumen. Insofern bekommen wir mit dem DAX40 dann einen "besseren Unterperformer", es wird aber wohl ein Unterperformer bleiben. Denken sie daran den Kursdax zu nehmen, wenn sie den DAX zu anderen Indizes vergleichen, dann sehen sie schon.

Ganz spannend wird aber die Spekulation wer aufsteigen kann, ich gehe davon aus dass Symrise dabei sein wird. Der Markt denkt das auch, das sagt zumindest dieses Chart voller Vorfreude:

Praktisch keine Bewegung ZH3

Praktisch keine Bewegung im SPX vor der FED, unter der Decke wird das Geld von Links nach Rechts und zurück geschoben. Aber der Russell2000 hat heute wieder eine Überperformance und weigert sich, die Unterstützung aufzugeben:

Damit schliesse ich für heute und überlasse sie der Weisheit Jerome Powells für den späteren Abend. Morgen ist mein letzter Schreibtag vor den Sommerferien, die Zeit vergeht im Fluge.

Machen sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 20.07.21

Wars das schon? ZH2

Der erste Rebound gestern konnte ab 18 Uhr keine Fahrt aufnehmen, nach unten ging es aber auch nicht richtig weiter, so hat der Markt den gestrigen Tag damit verbracht die 50-Tage-Linie auszuloten und auch mal darunter zu schauen.

Am Ende war es aber ein Positivum, dass der Abwärtsdruck nachliess und so kam heute was kommen musste, der Rebound als "V". Zumindest sieht es wieder danach aus:

Man muss klar sagen, dass in früheren Tagen, in Tagen als die "Dow Theory" - sie ruhe selig - und der Transportation Index noch Bedeutung hatten, eine derartige Gemengelage wie aktuell ziemlich sicher zu weiteren Abgaben geführt hätte.

Alleine die extrem negative Marktbreite ist alarmierend, es sind nur wenige große Aktien die den Markt seit Wochen tragen, ich habe darüber mehrfach geschrieben.

Wir haben aber heute und nicht gestern und heute ist extrem viel Liquidität und Anlagedruck im Markt, ist ja auch nicht zu verdenken wenn es keine Alternativen zu Aktien gibt.

Es ist übrigens ganz typisch dass solche alten Argumentationen medial nacherzählt werden ohne das zu relativieren wie ich das tue, weil eben die Mehrzahl der Autoren den Markt nicht lebt, sondern einfach nacherzählt, was sie mal gehört haben. Wer den Markt lebt, hat schon am eigenen Leib bemerkt, dass das mit der Marktbreite als Korrekturindikator in den letzten Jahren nicht mehr so richtig funktioniert hat und mit der "Dow-Theory" oder "Dr. Copper" schon gar nicht.

Das ist der feine Unterschied, den Einsteiger aber gar nicht bemerken können, weil sich auch das Gerede der Dünnbrettbohrer immer so "wissend" anhört und alte Weisheiten nachplappert. Der Markt wandelt sich aber beständig, nur wer wirklich das Ohr an ihm hat kommt ernsthaft als mediale Quelle in Frage. In Deutschland sind diese Leute - es ist traurig das sagen zu müssen - in den Medien eher dünn gesät.

Und so kann es nun gut sein, dass es das schon wieder war und die 50-Tage-Linie erneut für einen Abpraller im S&P500 sorgt. "Scheiss" auf die Marktbreite, alles graue Theorie ... 😛

Meine Shorts, die ich gestern an der 50-Tage-Linie gecovered habe, haben mir nun nettes Alpha verschafft, trotzdem wäre es mir lieber, wir würden nun eine ausgedehntere, bereinigende Korrektur sehen wie letzten September. Aber Wünsche werden vom Markt äußerst selten erfüllt, stattdessen sieht es mal wieder nach BTFD aus.

Extreme Fear?

Nicht nur Anlagetheorien wie die "Dow Theory" gehen im sich beständig wandelnden Markt den Weg alles Irdischen, auch Indikatoren - insbesondere wenn sie von zu vielen beobachtet werden.

Nachdem der Fear & Greed Index nun seit Monaten nicht richtig in den bullischen Bereich kommt, sollen wir nun "Extreme Fear" haben?

Sorry, kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich sehe ich die objektiven Daten aus denen er berechnet wird, das ist aber offensichtlich kein hinreichendes Gesamtbild des Marktes mehr.

Ich könnte es auch anders sagen: Wenn das jetzt "Extreme Fear" ist, was haben wir dann, wenn wir jetzt in einem Crash zwei Wochen lang 30% abgeben? Minus-Fear? Würde ja zur Notenbankpolitik passen. 😛

Auch das ist Reflexivität. Alles muss sich wandeln, denn kein allgemein beachteter Indikator kann dauerhaft gute Signale liefern, die Reflexivität verschmiert ihn zuverlässig.

Peak Konjunktur? ZH3

Letzte Woche hatte ich die Reise bei den 10-jährigen Anleihen noch als offen betrachtet, diese Woche hat eine klare und zum Rest des Marktes passende Antwort geliert. Es ist das "Peak Konjunktur" Spiel.

Denn wenn die Konjunktur ihren Höhepunkt hat, muss die FED nicht gegen die Inflation tun und die Erwartung kann aus den Renditen, was die Anleihen wie hier die 10-jährigen im ETF IEF wieder steigen lässt:

Ich persönlich glaube übrigens eher weniger an "Peak Konjunktur", ich halte die jetzigen Ängste für eine Zwischenphase bis man (hoffentlich) merkt, dass mit Delta zwar wieder Inzidenzen kommen aber nicht mehr so viele schwere Erkrankungen, weil die Impfungen wirken.

Ich rechne eher damit, dass die jetzt gedämpfte Inflationsangst noch einmal ihr Haupt erhebt, bevor sie dann wirklich abflauen kann.

NASDAQ - da kommt noch was ZH2

Der NASDAQ hinkt heute im Rebound etwas hinterher, das Chart impliziert aber, dass da noch was auf Ebene ZH2 kommt:

Aktien des Tages ZH3

In einem breit steigenden Markt konzentriere ich mich auf Kursbewegungen, die mehr als einen reinen Rebound nach dem Einbruch vorher darstellen.

Philip Morris (PM)

Nachdem die Aufwärtsbewegung schon Kraft verlor, kommt nun auch eine -> wenig überzeugende Guidance <-.

Das könnte hier jetzt schon zur Trendwende auf Ebene ZH3 werden:

Albemarle (ALB)

Retest und Abflug?

Pfizer (PFE)

Nein, MRNA zeige ich heute nicht noch einmal ;), aber auch PFE hat den "Delta-Effekt" im Chart:

Docusign (DOCU)

IBM (IBM) ZH5

Heute Abend kommen noch eine Reihe von Quartalszahlen, IBM hat gestern Abend schon geliefert und endlich mal -> überzeugendes Umsatz-Wachstum gezeigt <-.

Die große Frage ist, ob das reicht um den langjährigen Abwärtstrend auch in linearer Darstellung zu beenden.

Wie ich schon im Video sagte, stehen die Chancen dafür nun gut. Wenn ich wetten müsste würde ich sagen ja, der Abwärtstrend wird jetzt beendet werden:

V for Victory? ZH2

Der Rebound sieht bisher überzeugend aus, viel spricht dafür, dass wir erneut mit einem "V" leben müssen:

Ob es dann wirklich so kommt ist jetzt nicht zu erraten, mehr als eine Tendenz ist derzeit nicht möglich und die spricht für das "V":

Beobachten sie also genau wie es weítergeht, oder machen sie es sich ganz einfach. Nehmen sie die 50-Tage-Linie des SPX als Risiko-Trigger, denn wenn der Markt die nun noch einmal sieht, dann ist das "V" negiert und weitere Abgaben hochwahrscheinlich.

Wir lesen uns hier morgen Nachmittag wieder, machen sie es gut!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 03.05.21

Anfangsstärke und dann? ZH2

Der Mai ist da und die Futures zeigen die für den Ersten eines Monats ganz typische Stärke.

Das sagt aber noch nicht viel, die wirkliche Frage wird sein ob diese Stärke Bestand haben kann:

Bärische Formationen / Datadog (DDOG) / ZH4

Ich habe ihnen heute im Video auch einige, potentiell bärische Formationen bei Covid-Gewinner-Aktien des Vorjahres gezeigt. Auch da werde ich nun ein Auge darauf haben, ob diese Formationen triggern oder nicht, denn auch das sagt etwas über den Marktzustand.

Datadog (DDOG) ist so ein Fall und initial sehen wir heute hier 3% Minus und damit eine Bestätigung der bärischen Formation, die ich ihnen hier noch einmal im Weekly zeige:

Ob solche Formationen triggern oder die Aktien doch noch vor dem Abgrund drehen und die Formation invalidieren, wird uns auch Informationen liefern. Eine Einzelaktie kann immer vom Markt abweichen, wenn viele Aktien solche Muster zeigen, ist auch das eine Botschaft über die Strömungen unter der Decke.

Intel und der Zeithorizont des Marktes ZH5

Bei Intel können wir nun den Zeithorizont des Marktes bewundern, den ich schon oft als um die 12 Monate beschrieben habe. Erwartungen bis zu 24 Monate spielen noch ein abnehmende Rolle, danach haben Erwartungen kaum mehr Auswirkungen auf aktuelle Kurse.

Ich hatte damit auch die stabilen "von links unten nach rechts oben" Kurse bestimmter Aktien begründet, lesen sie noch einmal was ich hier gesagt habe: -> Warum „Solid Growth“ als Investment alles schlägt <-:

Die Erwartungen die in den Kursen stecken, reichen in der Regel nicht über 1 Jahr, maximal 2 Jahre hinaus. Weiter schaut der Markt mit seinen Erwartungen nicht, bzw die ferne Zukunft ist zu diskontiert.

Und deshalb entsteht ein Chart wie bei Danaher, weil der Markt jedes Jahr wieder "überrascht" ist, dass es doch so beständig weiter geht und seine Erwartungen daher weiter hoch schiebt.

Und genau daraus entsteht ein Edge für Investoren, wenn diese sich darauf konzentrieren, Aktien zu selektieren, die ein beständiges, solides Wachstum liefern. Aktien die ein Geschäftsmodell haben, bei denen Wachstum keine einmalige Aufwallung, sondern ein integraler, in die Unternehmens-DNA eingewobener Zustand ist.

Solche Aktien unterschätzt der Markt in der Gegenwart, weil er die Zukunft zu stark diskontiert. Solche Aktien sind sozusagen "Value", weil der Markt sie nicht ausreichend würdigt.

Diesen Zeithorizont kann man nun auch bei Intel (INTC) bewundern. Mit Pat Gelsinger ist endlich wieder ein "IT-Guy" an der Spitze, der versteht dass ein Technologie-Unternehmen mehr als "Financial Engineering" ist.

Gelsinger trifft entlang der Linien die man von ihm erwarten konnte derzeit eine Reihe von strategischen Grundsatzentscheidungen, die alle nach dem Muster -> Mehr Entwicklung, mehr Produktion, mehr Investitionen - weniger Aktienrückkäufe und sonstiges Financial Engineering <- laufen.

Langfristig ist das sehr zu begrüssen, es beinhaltet die Chance Intel wieder zu der Macht zu machen, die nun durch innere Erosion angekratzt wurde.

Aber kurz- und mittelfristig mit Horizont auf die nächsten 2 Jahre bedeutet das nur mehr Kosten, mehr Investitionen und schlechtere Bilanzen und Gewinne. Und das wird der Markt nur bedingt mögen.

Sicher gibt es auch Investoren, die über den Zeitraum hinaus schauen, aber die Menge des kurz- und mittelfristig orientierten Geldes ist so hoch, dass man davon ausgehen muss, dass Intel kurstechnisch nun eher seitwärts laufen wird. Für Investoren mit langem Horizont ist Schwäche dann aber potentiell ein Kauf:

Bei den Edelmetallen gehts zur Sache ZH3

Sie wissen ich habe die Gold- und Silberminen schon seit Wochen im Blick und war und bin da recht optimistisch. Nun geht es heute zur Sache im Sektor und ich halte das mal aus den Aktien des Tages heraus und zeige ihnen hier das Chart des Silber-Streamers Wheaton Precious Metals als Muster für eine Struktur im Daily, die wir derzeit öfter im Sektor sehen:

Aktien des Tages ZH3

Home Depot (HD)

Pfizer (PFE)

The Gap (GPS)

Ladengeschäfte boomen mit der Öffnung weiter:

UPS (UPS) / Foward Air (FWRD) / ZH4 / ZH3

Logistiker rennen wie verrückt, schauen sie zur Referenz noch einmal auf UPS im Weekly - der helle Wahnsinn:

Aber auch kleinere Aktien wie Forward Air (FWRD) werden dadurch mitgezogen:

Dillard´s (DDS)

Und noch einmal Ladengeschäfte, um das Bild dessen was gerade läuft abzurunden:

Software-Gruselcharts ZH3

Hier sind ergänzend zu DataDog oben noch 5 Charts weiterer Software-Gewinner und Covid-Gewinner des Jahre 2020 bis Anfang 2021, die nun Chartstrukturen haben, die irgendetwas zwischen kitzelig und bärisch sind.

Das muss jetzt alles nicht wegkippen, aber entspannt hier Long sein sollte man bei den Strukturen nicht mehr - diese Zeit liegt *hinter* diesen Aktien und wenn sich Börsengeschichte reimt wird es nun lange dauern, bis die so wiederkommt:

Pinterest (PINS)

Docusign (DOCU)

Service Now (NOW)

Zendesk (ZEN)

Simulation Plus (SLP)

Die Vorberge, Erebor und zurück / Virgin Galactic (SPCE) / ZH4

Heute ist der Tag an dem ich ihnen vor Augen führe, wie sehr schon die aufgeblasene Luft aus den Trades des Jahresanfangs entwichen ist bzw droht zu entweichen.

Hier haben wir Virgin Galactic (SPCE), sie wissen wie kritisch ich die Substanz des Geschäfts immer gesehen habe. Das sind die Vorberge, dann Erebor und nun der tiefe Abstieg ins Auenland.

Fundmental hat sich in der ganzen Zeit nicht viel geändert, es ist die Spekulation die dieses Chart aufgeblasen hat und die Spekulation die nun entweicht. Der Markt hats gegeben, der Markt hats genommen, gelobt sei der Markt:

Wer bei Spekulation so abgezockt ist, genau das zu erwarten, kann aus der Spekulation eine Menge Gewinn mitnehmen. Wer aber gläubig ist und sich in das Asset verliebt hat, der ist verdammt früher oder später zu leiden.

Verlängertes Sprungbrett ZH3

Sie haben sicher meine veränderte Tonlage bemerkt, schon im Wochenausblick und auch heute. Ich betone *auch* bärische Strukturen, ich betone deutlich das *auch*.

Denn der Markt verlängert heute das gefährlich aussehende Sprungsbrett einfach und wie ich schon im Wochenausblick sagte, kann das noch ein paar Wochen so gehen:

Alles was ich mit dieser veränderten Tonlage erreichen will ist, dass wir uns wieder an Chancen *und* Risiken gewöhnen und innerlich eine distanziertere, neutralere Haltung nehmen.

Der Markt ist immer noch bullisch und neben den bärischen Charts hätte ich ihnen auch viele bullische zeigen können. Aber es sind wieder bestimmte Sektoren in denen man sein muss und in anderen eher nicht.

Also, lassen sie sich nicht verschrecken, morgen betone ich wieder das Positive wenn da was ist, aber wir treten nun in eine Phase ein, in der wir auch über Risiken wieder mehr nachdenken sollten.

Der Markt ist stark und schiebt mit Präferenz weiter hoch, ein Trend dauert so lange er dauert. Aber so entspannt wie Anfang April als wir aus der Korrektur herauskamen, sehe ich das nun nicht mehr.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 02.02.21

Der Weg des maximalen Schmerzes ZH2

Gestern Abend hatten wir im Forum noch eine kleine Diskussion wie es nun weitergeht und ich habe dazu die folgenden Worte geschrieben:

Das (Downside) dürfte für viele nun die gewünschte Richtung sein. Jeder mit Verstand hat die Korrektur erwartet, nur nicht diesen Anlass.

Deswegen werden sich auch viele nun erfolgreich in Sicherheit gebracht haben, weil die Korrektur an sich nicht überraschend war, nur der Anlaß.

Und wenn diese Analyse richtig ist, dann zeigt der Weg des maximalen Schmerzes eher nach oben!

Heute sehen wir genau das, schon im Wochenausblick hatte ich den Verdacht, dass das eigentlich noch gar nicht *die* Korrektur war und falls sich die Problematik um Robinhood schnell beruhigt, der Markt ohne Probleme schnell wieder zu den Hochs schnappen kann.

Danach sieht es nun auch aus:

Genau das wird nun Vielen massive Probleme machen, die gut vor der Entladung rausgekommen sind, weil mit einer Korrektur sowieso zu rechnen war, die nun aber massive Probleme haben dem Markt hinterher zu hechten, weswegen das der Weg des maximalen Schmerzes ist.

Robinhood scheint auf jeden Fall kein Problem mehr zu sein, der Broker wurde mit mehreren Milliarden kapitalisiert. Das ist sicher schmerzhaft für die Gründer, die dadurch stark verwässert werden, aber das ist halt der Lauf der Welt wenn man in Liquiditätsnöte kommt.

Der Spekulation wurde nun auch erst einmal der "Stöpsel" gezogen, überall kommen die Werte zurück und auch der Silber-Trade ist zusammengefallen. Dazu danach ein paar Worte von mir.

Auch das beruhigt und so treiben die Auflösungen von Absicherungen den Markt nun nach oben, wie wir das in Form eines "V" schon so oft gesehen haben.

Manche werden jetzt frustriert sagen: Bei der nächsten Entladung mache ich nichts und bleibe einfach drin!

Ich verspreche ihnen aber, genau dann wenn das viele sagen, wird der Markt dann *nicht* schnell zurückkommen sondern abknicken, genau das ist die *Reflexivität* und das muss sogar so sein. 😉

Die Zukunft des Silber-Trades ZH3

Der Silbertrade ist wieder zusammengefallen, das war immer eine der Möglichkeiten.

Es ist bekannt, dass Silber und Gold zu den "meistmanipulierten" Assets an den Märkten gehören, weil wenige große Adressen in dem engen Markt zu viel Einfluß haben.

Denen kann man sehr wohl "den Arm umdrehen", das kann gelingen, dafür braucht es aber richtig Druck auf dem Kessel und es braucht großes Geld das mitmacht und das ist scheinbar nicht passiert. Überall haben es dieses Squeezes nun schwer Momentum aufzunehmen, nicht nur bei Silber, da scheint großes Geld auf diese Trades zu drücken wie auf Champignons, die aus der Wiese wollen. 😉

Ich sehe die Lage bei Silber aber keineswegs als zwingend abgehakt und bilde das in einer differenzierten Vorgehensweise ab. Denn Silber hatte ja eine große aussichtsreiche Basis und die hat es nun immer noch.

Und solche Themen haben auch die Tendenz, dass sie erst ins Vorderhirn des Marktes müssen und manchmal erst im x-ten Anlauf klappen. Ich gehe davon aus, dass das Thema eines Squeeze bei Silber nun weiter auf der Agenda des Marktes bleibt, es hat einfach Logik, zumal auch die Inflation nach diversen Daten anzuziehen scheint.

Einerseits hatte ich einen großen Trade auf Silber direkt laufen, den ich um 00:00 Sonntag Nacht gleich eröffnet hatte. Ich mache das gerne, weil wenn man sich in eine startende Rakete sofort ohne zu Zögern einkauft, man fast immer den Stop bald danach ins Grüne nachziehen kann und damit den Trade ganz gelassen laufen lassen kann.

So war es auch hier, der Kurs zog von den 5% Plus Nachts bis auf zeitweitse 10% Plus und erlaubte die Stops marginal ins Grüne zu ziehen. So wurde ich mit marginalen Gewinnen - also faktisch neutral - ausgestoppt und gut ist es - better luck next time!

Anders sehe ich aber mittelfristige Trades in Minern und ETFs, die lasse ich jetzt laufen. Denn wie gesagt besteht die Formation im Weekly fort und das Thema ist auf der Agenda. Mal schauen ob in den kommenden Wochen sich eine große Adresse des Themas annimmt, ein Ausbruch und Squeeze bei Silber dürfte weiter auf der Agenda des Marktes bleiben.

Das Imperium schlägt zurück

Der Tweet zum Tag von "El Presidente" Portnoy -> hier <-, ja den gibt es auch noch:

I have officially sold all my meme stocks. I lost 700k ish. Vlad and company stole it from me and should be in jail.

Ich sage dazu nur "Heul doch!"

Der Gute hat auch so seinen Schnitt gemacht und braucht kein Mitleid. Im Übrigen, Trader die wenn es steigt sich für den Helden halten, die aber wenn sie verlieren nach Schuldigen suchen, nennt man wie?

Was heute passiert, ist dass das Imperium zurückschlägt und so völlig überraschend ist das nicht. Mir fällt zum heutigen Geschehen daher eher wieder der hier ein .. Ton an ..

"Everything is proceeding as I have foreseen .... hehehehe"

Quartalszahlen des Tages

Pfizer (PFE) ZH3

Pfizer wie erwartet, dass der Markt skeptisch war habe ich im Video schon thematisiert, weil deutlich in der Price-Action sichtbar.

Und so kam es auch, PFE ist auch so eine Aktie die man - Dividende hin oder her - nicht unbedingt im Depot braucht:

BP (BP.) ZH3

Stellvertretend für meine Predigten, dass es keinen Sinn macht bei schwachen Aktien auf die Wende zu lauern, haben wir heute BP mit -> schwachen Zahlen <-.

Selbst wenn hier nicht das strategische Problem des ausgehenden Öl-Zeitalters wäre, darf man so Aktien nur dann als Investment näher treten, wenn wieder ein belastbarer Aufwärtstrend da ist, der auch fundamental begründet ist.

Traden kann man so etwas immer, aber davon abgesehen sollte keiner Illusionen haben, vergangene Meriten, Dividenden, all das zählt nicht, wenn sich die Welt dramatisch wandelt. Wie in der Evolution überleben nur die, die sich schnell anpassen - das Wort "Dinosaurier" ist hier durchaus treffend.

Exxon (XOM) ZH3

Es geht im Sektor auch anders, wie heute nach Zahlen Exxon (XOM) zeigt. Wir haben einen sauberen Schub aus der Konsolidierung, das ist ein ebenso sauberer Trade.

Die Aussagen zu langfristigen Investments gelten hier aber genauso wie bei BP, solche Aktien sind nicht mehr Teil meines Investment-Depots und ich bezweifele erheblich, dass sich das noch einmal ändert.

Viele unbedarfte Anleger die neu zum Thema Aktien kommen, suchen gerade in so Werten "Sicherheit", was ein schweres Mißverständnis darstellt. Denn hier ist die Dividende nicht Sahnehäubchen wie sie sein soll, sondern eher Schmerzensgeld.

McKesson (MCK) ZH3 ZH4 ZH5

Den Healthcare-Logistiker MCK hatte ich im Zuge der kommenden Impfdistribution -> hier im November <- schon als langfristige Story.

Viel ist seitdem nicht passiert, ein kleines Plus, aber heute waren -> gute Zahlen <- und die Ausgangslage ist nun doppelt interessant, auf Ebene Daily, Weekly und Monthly gleichermaßen:

Aktien des Tages ZH3

Disney (DIS)

DIS hatte ich -> hier am 04.01.21 <- kommentiert, das Star Wars Franchise wurde "gerettet", Disney+ läuft immer besser.

Da passt auch dieser Ausbruch ins Bild und das noch aus einer perfekten Konsolidierung, Das ist der Weg!

Service Now (NOW)

"Stocks only go up" hört sich absurd an, aber es gibt Aktien bei denen ist das lange so - nicht ewig, aber 10 Jahre stark steigende Kurse sind doch alles was ein Anleger braucht.

So eine Aktie ist NOW und wer wirklich mit Buy, Hold & Check glücklich und erfolgreich sein will, muss solche Aktien mit solchen Geschäftsmodellen identifizieren, die beständiges Wachstum in sich tragen. NOW hat keine Dividende, es spielt aber auch keine Rolle, weil das beständige Wachstum da ist. Würden Anleger nach solchen Aktien streben, würden viele - auch mit normalen Gehältern - finanzielle Freiheit erlangen. Aber genau diese starken Aktien sind ihnen immer zu teuer, dabei muss das genau so sein.

Hier ist NOW im Daily:

Und hier - hold your breath - im Monthly. So sieht "Sicherheit" aus, der Affe ins uns denkt dagegen "Gefahr" und bei BP denkt er "Chance" und genau da liegt das Problem.

Snowflake (SNOW)

Kommt bei der Schneeflocke nun der Sommer? Die Struktur legt das nahe, ein potentieller Trade:

Global Payments (GPN)

Noch so ein wunderbarer Bruch einer geordneten Konsolidierung:

The Trade Desk (TTD)

Potentielle Basis bei TTD:

Canabis Zock Reloaded ZH3

Ich habe den Cannabis-Sektor -> hier am 27.01.21 <- ausführlich thematisiert.

Heute möchte ich das ausdrücklich "reloaden", da der ganze Sektor für mich wie "auf der Lauer" wirkt - da scheint Druck drauf zu sein und ein starker Schub denkbar.

Hier sind die Aktien die ich schon am 27.01. zeigte. Ich zeige die ihnen nun einmal im Weekly, einfach nur um insbesondere bei ACB und TLRY den Affen in uns zu triggern. 😛

Das muss ich dann wieder einholen, weil so einfach ist das nicht wie wir wissen, aber schauen sie sich selber mal die Dailys an, zum Beispiel von CRON, die mir vom Chart gut gefallen.

Und noch ein Disclaimer, bedenken sie dass das ein "politischer" Zock ist, eine Wette auf politische Entscheidungen der demokratischen Partei. Also definitiv kein Fall für "Haus und Hof". 😉

Unterschätze nie die Macht der dunklen Seite ZH2

Stark, stärker, SPX. Das gestern vermutete und oben eingangs Gesagte setzt sich eindrucksvoll fort. Die Wallstreet zeigt ihre Muskeln und alle die abgesichert haben, müssen nun wieder in den Markt:

Aber es sind ja nicht nur die Indizes, wir sehen eine ganze Reihe guter Setups, starke Aktien mit Basen oder Ausbrüchen aus Konsolidierungen, ich habe ihnen oben Beispiele gezeigt.

Ich hatte die Variante wie sie wissen voll auf dem Radar, nicht ohne Grund habe ich im Wochenausblick dafür einen extra Punkt gemacht und auch gestern stand der Verdacht im Raum. Aber trotzdem weiss man es erst hinterher sicher, vorher muss man sich halt gegenüber Szenarien positionieren, es hätte auch anders ablaufen können, wenn es weitere Finanzierungsprobleme bei Hedge Funds und Brokern gegeben hätte.

Auf jeden Fall erleben die, die sich letzte Woche bei Reddit-WSB noch in ihrer neu erlebten "Macht" und auf der vermeintlich "hellen Seite" gesonnt haben, nun das Imperium wie es zurück schlägt und sie hätten besser Star Wars geschaut:

Wir werfen uns bitte nicht unter diesen Bulldozer, bedingt durch die Korrektur vorher muss man davon ausgehen, dass der Markt nun nach oben überschiesst, aber danach habe ich nach wie vor keine echte Meinung zum weiteren Verlauf.

Im Sinne eines stabilen, berechenbaren Marktes ist dieser massive Rebound eher problematisch, er schafft Risiken ohne dabei klare Trends zu liefern.

Ich bleibe daher mittelfristig bei meinem Statement von gestern, wir respektieren die Macht der dunklen Seite, sind ansonsten aber "blind" was den Verlauf der kommenden Tage angeht und richten uns vor allem auf Volatilität ein.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 28.04.20



15:30 MEZ - ZH2

Der gestern früh im Wochenausblick favorisierte Pfad nach oben - der Weg des maximalen Schmerzes für viele - scheint auch der Weg des Marktes geworden zu sein.

Es geht markant nach oben, aus Sicht der Rebounds wurden heute schon vorbörslich neue Verlaufshoch erreicht:

Im Daily des Futures sehen wir, dass heute vielleicht auch das 62er Retracement erreicht wird und dann die 200-Tage-Linie diese Woche ins Visier kommt:

Abschiessen könnten das wohl nur Katastrophen-Zahlen der Big-Five GOOGL, MSFT, AAPL, AMZN und FB, die sehe ich aber eher nicht.

15:45 MEZ

-> Rettungspaket droht zu scheitern <- textet die FAZ zur Lufthansa und da muss ich noch ein paar Zeilen dazu loswerden.

Denn ich als im Herzen Ordoliberaler, erkenne die Not einer Rettung aus volkswirtschaftlicher Sicht zwar an, hätte aber ein Problem damit, wenn davon Aktionäre oder Management profitieren würden.

Denn faktisch erscheint die Lufthansa nach dem was man hört *Pleite*. Wenn jetzt keine staatliche Rettung kommt, wird ein Insolvenzantrag schon bald nötig sein. Das lese ich aus den Statements und dem Verhalten des Managements, das ja eine Insolvenz nun sogar durchspielt.

Mit der Insolvenz hätten dann die Gesellschafter (die Aktionäre) alles verloren, viele Gläubiger (ua die Kunden) würden bestenfalls einen Teil ihrer Forderungen wiedersehen und das Management wäre entmachtet und teilweise auch seine Jobs los.

So sieht es das klassische Insolvenzrecht vor und so ist es erst einmal richtig! Denn die Aktionäre haben eigentlich jetzt schon alles verloren, nur die Hoffnung auf eine schonende Staatsrettung hält den Kurs noch hoch.

Nun scheint der Staat das auch richtig anzugehen, die Rettung macht wie gesagt Sinn, aber nicht um die Aktionäre rauszuhauen und das Management einfach weitermachen zu lassen. Im Gespräch war wohl eine Kapitalerhöhung von 9 Milliarden € und eine Sperrminorität mit Aufsichtsratspräsenz. Richtig so, ein sauberes Angebot, das man auch als Steuerzahler akzeptieren kann, die Aktionäre würden über die massive Verwässerung bluten, so wie es sein muss.

Übrigens, das gefühlige Argument dass die Lufthansa und ihr Management für Corona ja nichts kann zieht nicht. Natürlich können die nichts dafür, aber der Handwerksbetrieb der Pleite geht, weil der Inhaber 3 Monate schwer krank wird, kann auch nichts dafür. Und der Zulieferer der in Insolvenz geht, weil ihm ein Großkunde wegbricht und seine Rechnungen nicht begleicht, auch nicht.

Da kräht dann kein Hahn danach und das Recht ist trotzdem und richtigerweise gnadenlos. Insolvenz hat eben nicht immer mit "Schuld" zu tun. Warum soll das bei Großkonzernen anders sein?

Aber gut, das Management will das Angebot der Regierung nicht annehmen, weil ihm die Konditionen für Aktionäre und Management zu hart wären, dabei wären Mitarbeiter und Kundengelder damit wohl gerettet.

Statt dessen will Spohr ins "Schutzschirmverfahren", was aber letztlich nur bedeutet, dass das Management unbetroffen ist, man sich aber bei den Gläubigern - ua den Kunden - gesundstossen wird.

Das ist Spohrs gutes Recht, ein "alter Ordoliberaler" wie ich sagt da aber: Sauber ist das Angebot der Regierung.

Denn da leiden genau die, die ansonsten bei Gewinnen die Dividenden oder die Boni einstreichen. Genau so muss das mMn sein, denn das sind einfach zwei Seiten der gleichen Medaille.

Eine Gesellschaftsordnung dagegen, in der die Gewinne privatisiert, die Verluste dann aber sozialisiert werden, kann ich ebensowenig gutheissen, wie eine in der individuelle Leistung durch massive Umverteilung zunichte gemacht wird.

Chance und Risiko, Leistung und Profit, müssen immer in einem direkten Zusammenhang stehen.

16:10 MEZ - ZH3

NXP Semiconductor (NXPI) hat gestern geliefert und -> gegenüber den Erwartungen überzeugt <-, auch wenn die Zahlen objektiv schwach waren.

Das ist aber kein Wunder und war erwartet, weil NXPI stark mit der europäischen Autoindustrie verknüpft ist und die steckt bekanntermassen in einer schweren Krise, auch durch Corona, aber nicht nur.

Gleichzeitig ist das aber der Investment-Case und die Stärke bei NXPI, weil NXPI hat wie Infineon das als Produkte, was die Autoindustrie dringend braucht, wenn sie mit Tesla und Co. mithalten will - spezialisierte Chips.

-> Hier <- wird der Zusammenhang auch dargestellt.

NXPI, wie auch Infineon, wäre also eine Rebound-Wette auf das Ende der Corona-Baisse und auf den Aufholprozess der europäischen Autoindustrie. Und darin liegt für mich ihr Charme, denn wenn ich diese Wette eingehen will, würde ich die Aktien der zwingend nötigen IT-Zulieferer den Autobauern selber derzeit vorziehen. NXPI hat eben keinen riesigen Konzernumbau vor sich und auch keine Entlassungs-Programme - Daimler und Co. aber sehr wohl.

16:25 MEZ - ZH3

Wir haben heute eine spannende Market-Map, die eine zweiteilige Geschichte erzählt:

Erstens haben wir leichte Schwäche bei den Big-Five, was natürlich vor allem den NASDAQ drückt. Diese Schwäche ist nicht verwunderlich, die Aktien sind schon sehr gut gelaufen, die Zahlen stehen bevor, also mal ein wenig Risiko heraus nehmen.

Dann fällt aber die deutliche Sektor-Schwäche des Healthcare-Sektors auf. Ich kann natürlich nur vermuten, weil politisch ist mir nichts Neues bekannt, aber wir hatten eben Zahlen beim Marktschwergewicht Merck & Co. (MRK).

Und MRK hat eben -> einen 2,1 Milliarden Umsatzrückgang wg Covid <- thematisiert und das rüttelt natürlich am bisherigen Mantra, dass der Sektor von der Krise nicht negativ betroffen sei.

Nach der bekannten Regel, "Act first, think later" und zusammen mit aufgelaufenen Gewinnen, wird hier im ganzen Sektor nun einfach auch Risiko herausgenommen. Ich betone erneut, das ist eine Vermutung, mit Verkäufen wird eben keine Erklärung mitgeliefert.

Wenn diese Vermutung richtig ist, wird es eher ein Ein-Tages-Event sein, zumal der Impakt auf den Kurs von MRK selber begrenzt ist:

16:40 MEZ - ZH3

Schöner Schub bei Enphase Energy (ENPH) über die 50-Tage-Linie hinweg:

16:55 MEZ - ZH3

Ein alter Bekannter hat übrigens gestern auch überzeugt und zwar Cognex (CGNX), die ich im April 2018 mal für das -> Wachstumsdepot <- vorgestellt hatte mit den Worten:

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Korrektur noch ein wenig weiter läuft und in die blaue Unterstützungszone bei ca 40 USD eintritt, dort ist CGNX dann aber mit guten Chancen ein Kauf

Die 40 waren passend, die Konsolidierungsphase dauert aber jetzt schon deutlich länger, als ich das damals erwartet habe. Nun aber könnte die Aktie endlich reif sein, aus der langfristigen Struktur ein breites "U" bzw eine Tasse zu machen:

17:15 MEZ - ZH3

Auch geliefert haben heute 3M (MMM), PepsiCo (PEP) und Pfizer (PFE) und alle drei zufriedenstellend bzw positiv gegenüber den Erwartungen.

Bei allen Dreien werden durch die nun laufende leichte Schwäche die Gewinne wieder teilweise abgegeben, ich sehe heute aber bisher einfach nur Gewinnmitnahmen aus den genannten Gründen, kein Grund bisher für grundsätzliche Erwägungen.

17:20 MEZ - ZH4

Auch aus der Schweiz kommen befriedigende Quartalszahlen von Novartis, ABB und UBS, hier jeweils die Meldungen der FuW:

-> Novartis erhält Schub durch Corona <-

-> UBS zeigt sich von ihrer besten Seite <-

-> ABB steht der Einbruch noch bevor <-

Ich benutze jetzt mal die US Charts in Dollar, wohl wissend, dass CHF die Heimatwährung und Börse ist, aber für einen Ersteindruck ist es OK.

Auch hier sehen wir, dass die Quartalssaison eigentlich ziemlich befriedigend läuft, kein Grund für neue Ängste, der Markt hat das Geschehen schon eingepreist gehabt und befindet sich wie dargestellt auf dem aktuelle Niveau in neutralen Gewässern.

Wir sehen aber auch, dass von den Dreien nur Novartis wirklich langfristig investierbar war. Für uns ist das aber keine Überraschung, UBS und ABB waren hier zu Recht seit Jahren nicht im Fokus:

17:40 MEZ - ZH3

Ecolab (ECL) hat übrigens nach -> guten Zahlen <- auch schon fast wieder Kurs-Normalität erreicht und das mit einem technisch sehr schönen Wechsel von Anstieg und Konsolidierung, der nun leichte Gewinnmitnahmen völlig normal erscheinen lässt:

17:45 MEZ - ZH3

Schönes technisches Anschauungsmaterial heute bei Roper Technologies (ROP).

Wir sehen die enge, leicht fallende Seitwärtskonsolidierung und dann jetzt im Zuge der Zahlen den Schub, ideal wie hier nach oben:

Von dieser Art haben wir derzeit viele Strukturen, weil der breite Markt eben 2 Wochen lang auch seitwärts gelaufen ist. Da liegen einige Chancen vergraben, das Problem dabei - für das es keine perfekte, pauschale Lösung gibt - ist aber die Absicherung bei einem Overnight-Gap.

Ich persönliche mache solche Trades in die Zahlen hinein eher nicht, gerade wg dieses Gap-Problems. Wenn ich solche Strukturen ohne kurz bevorstehende wichtige Events sehe, bin ich aber durchaus interessiert für einen Trade.

18:05 MEZ

Übrigens, noch ein gesellschaftlicher bzw genau genommen ein ethischer Kommentar.

Ich schätze Boris Palmer, ein vernünftiger Mann. Aber was er -> hier <- gesagt hat und nun als "Fakten" darstellt, überreisst er vermutlich in seinen ethischen Konsequenzen nicht und lehne ich völlig ab:

„Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr wegen ihres Alters oder wegen schwerer Vorerkrankungen sowieso tot wären.“

Als Faktum ist das richtig. Wir operieren natürlich auch schon vor Corona noch 80-jährige, um ihnen noch ein paar lebenswerte Jahr zu schenken. Und unterlassen diese teure Operation bewusst nicht wegen "Unwirtschaftlichkeit" und das ist auch gut so.

Dahinter steht das zentrale Prinzip, dass jedes Leben gleich viel wert ist und kein Mensch das Recht hat zwischen denen zu unterscheiden, die leben dürfen und denen die nicht. Nur wenn wir nicht anders können, wie in der Triage, darf sich die Frage stellen.

Denken Sie mal weiter, was es in der Konsequenz bedeutet würde, wenn man akzeptieren würde dass bestimmte Menschen weniger Schutz verdient haben, weil sie zum Beispiel ja schon so lange gelebt haben.

Was ist dann mit dem Kind mit schwerer Erbkrankheit, das absehbar seinen 18. Geburtstag nicht mehr erleben wird? Müssen wir dem noch ein paar Jahre schenken? Wenn wir es nicht tun, wer hätte das Recht das zu entscheiden?

Ich habe dazu eine sehr klare ethische Haltung und die lautet, dass sich die Frage nicht stellt, außer sie wird uns unvermeidbar aufgezwungen, wie bei der Triage. Jedes menschliche Leben ist gleich viel wert, egal wie alt oder krank oder gesellschaftlich bedeutend.

Wichtig ist zu verstehen, dass diese Ethik ja *nicht* sagt, dass der Schutz vor Krankheit über allem steht. Nein das tut er nicht, Schäuble hat das ja zurecht erwähnt.

Es ist also legitim darüber zu diskutieren, ob in Abwägung man nicht mehr gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen sollte, weil andere gesellschaftliche Erwägungen das erfordern. Das ist legitim.

Es ist aber *nicht* legitim, das Lebensrecht von Menschen nach Alter oder anderen Kriterien gegeneinander aufzurechnen. Wohin das führt ist gruselig und haben wir auch schon in der Vergangenheit gehabt.

Das hat Palmer bestimmt auch nicht gemeint, zumindest hoffe ich es. Dass es aber diesen Klang und Geschmack hat, hat er wohl nicht ausreichend begriffen, sonst könnte er diese notwendigen, klärenden Worte jetzt sagen.

18:25 MEZ - ZH3

Dreht dieser Markt hier jetzt doch nach unten, genau im Ausbruch nach oben?

Unmöglich ist nichts und das Intraday-Reversal am heutigen Dienstag ist nicht besonders schön. Und natürlich ist der Markt schon verdammt weit nach oben gelaufen, so dass eigentlich die Hoffnung auf Lockerung eingepreist ist und auch nach unten wieder Risiken existieren.

Bisher sehe ich aber nur Gewinnmitnahmen, insbesondere in den stark gelaufenen Sektoren und bitte auch zu bedenken, dass es solche Tage immer wieder gibt, einen habe ich hier eingezeichnet, der auch sofort wieder gekauft wurde. Oder mit anderen Worten, ein Tag der Gewinnmitnahmen macht noch keine Trendwende:

*Aber*, die Zahlen der Big-Five müssen nun auch passen, heute Abend geht es mit Alphabet (GOOGL) los. Falls die Big-Five enttäuschen und miese Forecasts abliefern sollten, könnte das aktuelle Narrative tatsächlich wegkippen, dass derzeit davon ausgeht, dass das Schlimmste hinter uns liegt. Aber eben "falls", Konjunktiv.

Das war ja aber sowieso klar, dass die Tage dieser Woche da nun eine Entscheidung bringen. Wenn hier der Rebound nicht wegknickt, wann dann? Insofern rate ich die Stops sauber zu definieren, so wie ich Ihnen das gezeigt habe und ansonsten Ruhe walten zu lassen.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 04.03.20



15:15 MEZ - ZH2

Der Markt ist weiter im Rebound aus dem gestrigen Ausverkauf nach der FED, wie groß die Unsicherheit aber wirklich ist, war leicht an den Abgaben zu sehen, als die Nachricht aus Italien kam, dass man dort Schulschliessungen im ganzen Land erwägt.

Ich habe heute früh das Problem erklärt, es ist die Unsicherheit und solange die Meldungen so extrem unterschiedlich sind, wird sich das auch nicht ändern. Hier die einen die von "einem besseren Schnupfen" reden, da die WHO die 3% Todesquote nennt. Hier Länder wie Italien die nun rigoros agieren, dort Ländern wie Deutschland, die die Verunsicherung der Bevölkerung als das grössere Problem betrachten, als das Virus selber.

Der Erklärungsmodelle schwirren Unzählige durch die Weltmedien, von beruhigenden wie angstmachenden und es ist unmöglich die Wahrheit herauszufiltern, weil auf allen Seiten auch echte Fachleute beteiligt sind.

Da muss sich doch keiner wundern, dass der Markt volatil schwankt und wir sollten das akzeptieren und uns nicht emotional hin und her schmeissen lassen. "Ich weiss es nicht" ist ein kluger Satz kluger Menschen, Dumme dagegen haben auf alles eine Antwort.

Ich weiss das ist schwer, weil wir Menschen uns ungerne unsere Unzulänglichkeiten vor Augen halten lassen, aber Faktum ist, dass wir praktisch unfähig sind, abstrakte Risiken richtig einzuschätzen.

Seien Sie mal ehrlich und machen Sie mit sich einen Test.

Lesen Sie die glaubwürdigen Berichte aus dem Iran, die einem die Nackenhaare aufstellen und da sterben auch 20-jährige Leistungssportlerinnen. Dann werden Sie Angst haben und das Virus sehr ernst nehmen.

Dann gehen Sie mal heraus zur Tür, es ist bei uns gerade Sonne, das Leben scheint dann normal weiterzugehen. Und Sie atmen tief durch und denken aus tiefstem Herzen: Ist doch alles nur Panikmache!

Wenn Sie ehrlich sind, haben auch Sie diese emotionalen Wechselbäder, je nachdem mit welchen Beobachtungen Sie konfrontiert werden! Das ist unvermeidlich.

Es gibt dann aber zwei Arten von Menschen. Die Mehrheit, die diese Wechselbäder gar nicht bewusst wahrnimmt und dann auch ihre Stimmung ebenso wechselt. Und eine Minderheit, die die Schwankungen wahrnimmt, rationalisiert und damit in sinnvolle Bahnen lenkt. Und wir sollten alle dringend zu dieser Minderheit gehören, sonst werden wir die negativen Konsequenzen schnell im Depot sehen!

Und genau das ist der "Affe" in uns, der nicht mit abstrakten Risiken umgehen kann! Wir sind darauf gepolt, auf dieses Luftholen in der realen Umgebung zu reagieren, so wurde unser Überleben in der Evolution sichergestellt, weil unsere Risiken da auch nur lokal waren.

Abstrakte, globale Risiken aber, die mit Prozentzahlen zu messen sind, können wir uns nicht vorstellen! Ob 0,2% oder 1% Todesrate, emotional ist das für uns alles das Gleiche - eine Grippe - es ist aber keine Grippe! Und wenn dieses Prozent in Form unseres umkippenden und um Luft ringenden Nachbarn plötzlich für uns erlebbar wird, dann sind wir immens aufgeschreckt. So sind wir "Affen" eben!

Und weil wir so sind, gibt es immense Unsicherheit.

Und weil es immense Unsicherheit gibt, müssen wir unsere Ratio aktivieren und versuchen, bei unseren Handlungen eine klare Linie zu behalten.

Und um das zu tun, sollten wir dieses ganze "Meinungs-Gequatsche" da draußen, das nur mit Einzelbeobachtungen operiert, so gut es geht ignorieren und uns auf unser konsequentes Handeln konzentrieren.

Wachsam, vorsichtig, aber nicht hektisch oder gar panisch!

15:40 MEZ - Wichtiges!

Noch etwas sehr Grundsätzliches und Wichtiges zur aktuellen Lage und zur Unsicherheit.

Es ist doch völlig klar, dass viele von Ihnen nun "Nägel kauen". "Soll ich jetzt schon wieder kaufen?", "Fallen wir noch 20%?", das sind die typischen Fragen und dann versucht unser Hirn darauf eine Antwort zu finden, in dem es versucht die Zukunft zu erraten.

Das ist alles Humbug!

Gleichzeitig - auch das ist mir völlig klar - wird das wichtige Thema der Zeitebenen gerne völlig vergessen. Weil die Aktualität zieht uns herein wie Fliegen in das Licht der Lampe und wir vergessen dann gerne, was unsere Strategie denn ist, wenn wir überhaupt eine haben.

Ich möchte Ihnen erneut klar machen, wie wichtig der -> Zeithorizont <- ist. Gerade jetzt in dieser Phase!

Denn ich habe ja über die Unsicherheit geschrieben, aber ist die für Sie wirklich relevant?

Nehmen wir an, Sie wollen langfristiger Investor sein, der Qualitätsaktien dauerhaft hält und diese nur dann abstösst, wenn bei denen etwas grundlegend schiefläuft.

Wo ist denn dann jetzt für Sie relevante Unsicherheit?

Im Gegenteil, Sie wissen *sicher* dass das Virus *nicht* "The Big One" ist, also *nicht* den Weltuntergang herbeiführt. Vielleicht dauert es jetzt nur 3 Monate oder doch ein Jahr, aber in 2 Jahren ist das Thema recht sicher vorbei, weil dann Impfungen da sind.

Wenn Sie es dann noch geschafft haben, dem Einbruch der letzten Woche aus dem Weg zu gehen, haben Sie sogar ein Alpha generiert, einen "Rabatt" sozusagen auf ihre Qualitätsaktien. Das aber nur, wenn Sie diese nun auch wieder billiger kaufen!

Wo ist also die "Unsicherheit", diesen "Rabatt" nun mitzunehmen und "scheiss doch drauf" zum fraglos vorhandenden Risiko zu sagen, dass es vielleicht vor der Erholung noch 20% runter geht?

Wenn Sie wirklich dieser Investor sind, dann gibt es keinen sinnvollen Grund diesen "Rabatt" nun nicht Zug um Zug zu realisieren. Sagen Sie hinterher nicht "hätte ich doch", weil ich sage es Ihnen ja gerade eindringlich!

Erneut, wenn Sie dieser Investor sind, wenn Sie dem Einbruch teilweise aus dem Weg gehen konnten und dann jetzt von der Angst gesteuert sind, dass es zweifellos in den kommenden Wochen noch weiter fallen kann, dann machen Sie etwas grundlegend falsch, das genau mit ihrer Risikowahrnehmung und dem Zeithorizont zu tun hat.

Als Investor mit diesem Anlagesansatz und Zeithorizont, darf das Virus für Sie also kein Grund prinzipieller Unsicherheit sein!

Es ist doch eindeutig klar, dass das Virus temporär ist und eindeutig klar ist auch, dass wir jetzt Kurse mit Rabatt vor uns haben. Es ist nur unklar, ob der Rabatt zwischenzeitlich noch größer wird. Und das ist nun das Problem, das Sie schlecht schlafen lässt? Ich bitte Sie!

Ganz anders aber, wenn Ihr Zeithorizont mittelfristig ist. So wie das bei mir der Fall ist und so wie der Markt funktioniert, der auch nur Monate bis ein Jahr in die Zukunft schaut.

Wenn Sie diesen Zeithorizont haben und Sie solche Swings wie aktuell positiv mitnehmen oder vermeiden wollen - was eine völlig legtime Strategie ist und wie gesagt mein Zeithorizont ist - dann ist die Unsicherheit real!

Dann macht es aber auch keinen Sinn, nun jeder Einzelmeinung hinterher zu laufen, dann muss man die Unsicherheit annehmen und akzeptieren. Und das bedeutet dann, dass man die Aufstellung an hohe Volatilität angepasst hat und dann muss diese Volatität auch Ihr Freund sein und nicht Ihr Feind, denn diese Volatilität schafft dann Chancen. Weit mehr Chancen, als ein Markt der nur wie eine Linie läuft.

Wenn Sie so ticken und so agieren wollen, denn müssen Sie die Unsicherheit einatmen, akzeptieren und davon profitieren. Und nicht sie fürchten! Das ist nicht jedermanns Sache, aber niemand zwingt Sie ja, diesen Pfad zu beschreiten.

Ja und wenn Sie auf den kurzfristigen Zeitebenen opieren, wenn Sie Spaß daran haben an so Tagen wie gestern die Emotionen des Marktes zu spielen, dann sind Sie ein Daytrader. Und dem ist der Kontext ziemlich egal, das Hier und Jetzt zählt und der fürchtet sich nicht vor Volatilität, sondern sucht diese, weil er von ihr lebt.

Vermischen Sie also die Zeithorizonte nicht! Das ist ganz wichtig! Ich bin sicher, aktuell passiert das permanent bei Ihnen, eben weil unsere Gehirne so gepolt sind. Es ist aber falsch und schlecht fürs Depot!

16:15 MEZ - ZH3

Bloomberg steigt aus dem Rennen um die Präsidentschaft aus, das hilft Biden und läuft auf Biden vs Sanders hinaus. Hoffen wir mal, dass Biden nicht wirklich schon senil wird, manchmal wirkt er so. Trumps fieses "Sleeping Joe" hat einen kleinen wahren Kern.

Im Markt aber keine Änderung der Lage. Ich hatte diese Schaukelphase ja schon am Sonntag als Teil der präferierten Szenarien (3a) und (3b) und es sieht sehr danach aus.

Richten wir uns also auf weiteres Geschaukel ein, ohne dass eine klare Auflösung gefunden wird.

Eine Auflösung wird dann kommen wenn entweder:

(a) In den US die Firmen und Schulen schliessen und die Straßen verweisen, wenn es also "ernst" wird-
(b) Oder alternativ klar wird, dass genau diese Eskalation nicht mehr kommt.

Bis es so weit ist, dass diese Klarheit wirklich da ist, werden wohl noch Wochen vergehen befürchte ich.

Ich persönlich rechne *nicht* mit einer schnellen Auflösung der Unsicherheit. Weder so noch so!

16:30 MEZ - ZH3

Novo Nordisk, ein Beispiel für eine Aktie wie ich sie meinte, als ich schon Ende letzter Woche sagte, dass der Index-getriebene Ausverkauf Chancen schafft bei Aktien, die zwar mit nach unten gedrückt wurden, aber vom Virus keine bis kaum Nachteile haben.

Schon letzten Donnerstag sagte ich in -> Eigentlich <-:

Und es gibt noch etwas was man in meinen Augen als Anleger nun machen kann, wo der initiale Panikschub nun durch den Markt gelaufen ist. Starke Aktien aus Sektoren, die vom Virus kaum betroffen sein sollten oder im Idealfall sogar profitieren, kann man nun durchaus mit 10-20% Rabatt einsammeln und dann die Augen zumachen und das bis zum Ende der Pandemie aussitzen. Das kann nun Sinn machen.

16:40 MEZ - ZH3

Auch bei Alibaba (BABA) könnte man argumentieren: Wenn das Virus die Aktie bis jetzt noch nicht in die Knie gezwungen hat, warum sollte sich das jetzt noch ändern?

Wir reden hier eben nicht über Reisen, Restaurants oder Ladengeschäfte, sondern über Internet-Handel vor allem im pazifischen Raum, der schon schwer getroffen ist.

Und Internet-Handel ist der *Profiteur* in einer Welt, in der das Leben weitergehen soll, aber direkte Körperkontakte minimiert werden.

16:55 MEZ - ZH5

Die "Sanders-Angst" entweicht heute aus dem Markt der Krankenversicherungs-Aktien, alle diese Firmen lagen unter der Sorge einer Sozialisierung des Gesundheitssystems.

Wie sinnvoll das gesellschaftlich ist oder nicht, dazu hat der Markt keine Meinung, das ist eine falsche Kategorie. Der Markt misst Geschäfts- und Gewinnerwartungen und die sind besser, wenn es Sanders nicht wird.

Hier fünf Langfrist-Charts des Sektors mit durchweg um die 10% Plus heute:

17:10 MEZ

[Zynismus on:]

Sehr schön, wir haben nun einen -> DAX 50 ESG Nachhaltigkeitsindex <-, in dem nach irgendwelchen, möglichst politisch korrekten Maßstäben (Kernkraft ist "böse", Verteidigung auch) entschieden wird, was "gute" Aktien sind und was nicht.

Genau das ist, was die Anlagewelt brauchte. 😛

Das ist was für Leute, die sich bei der Spendengala in die erste Reihe setzen, damit sie auch gesehen werden. Und solche, die sich für einen guten Menschen halten, weil sie immer schön in der Mehrheitsmeinung bleiben.

Leider ist die Welt weit komplexer und Ursache und Wirkung nehmen in komplexen Systemen merkwürdige Wege, die mit zweidimensionaler Kausalität nicht zu fassen sind.

So kann das "Gute" im Kleinen zu schweren Fehlentwicklungen und strukturell "Schlechtem" führen. Ein typisches Beispiel sind dabei "Moral Hazards" die entstehen und das Sozialverhalten ändern.

Und das "Schlechte" im Kleinen, kann manchmal die Gesellschaft im Ganzen widerstandsfähiger und lebendiger machen. Wir alle wissen, dass das Leben besonders lebenswert erst im Gegensatz wird und wer zu lange in einer Welt des alle Wünsche erfüllenden Überflusses lebt, dadurch schnell dekadent wird.

Aber was sage ich, da sitzen nun "weise" Leute hinter Schreibtischen in der deutschen Börse, die offenbar wie der liebe Gott zwischen "Gut" und "Schlecht" unterscheiden können, wenn es um Firmen geht. Und da sitzen Anleger, die sich wie im mittelalterlichen Ablaßhandel das in die Depots legen und dann mit wohligem Schauder ob ihrer Menschlichkeit selbstbefriedigt sind.

Insofern macht es dann doch Sinn, in Bayern sagt man dazu: "wenns denn schee macht"

Und ich muss dann mal schauen, ob ich jetzt nicht Rheinmetall nachkaufen sollte. 😛

[Zynismus off:]

17:40 MEZ - ZH5

Auch Pharmaaktien wie Pfizer (PFE) profitieren natürlich von der Abnahme des Sanders-Risikos, aber unabhängig davon kann man doch bei Aktien wie hier Pfizer (PFE) die Frage stellen, warum man bei Anlageentscheidungen hier groß auf das Virus Rücksicht nehmen sollte?

Ich will damit nicht Pfizer besonders empfehlen, die Aktie ist für mich im Sektor eher Durchschnitt und hat ihre eigenen Probleme. Ich will mit dem Beispiel aber klar machen, warum ich Ihnen jetzt seit Tagen zu *selektivem Vorgehen* rate.

Sie wissen, dass ich das Virus von Anfang an sehr ernst genommen habe und das ja auch gut so war. Aber das bedeutet doch nicht, dass wir nun wie ein Reh im Scheinwerferlicht alles nur noch vom Virus überstrahlen lassen sollten!

Für Investitionen in Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Service-Dienstleister, die mit Menschen arbeiten, ist das Virus nun fraglos *das* zentrale Thema. Für Pharmaaktien und Versorger beispielsweise nicht unbedingt.

Seien wir selektiv, das Leben ist komplexer als nur "rein - raus". 😉

18:00 MEZ - ZH3

So, das wars für heute, ich habe heute wieder viel Text produziert. Und ich bin müde, weil der Urlaub ist ausgefallen, die Krise hat zu Anspannung und neuer Präsenz geführt und ich brauche dringend mal "Frischluft" in mehrdimensionaler Hinsicht.

Ich überlege noch wie ich das mache und mir die notwendige Auszeit hole. Vielleicht mache ich mal ein paar Wochen die Freitage frei und verlängere die Wochenenden oder ich beginne die Osterferien früher, mal schauen.

Der Markt zeigt heute bisher auch eine Beruhigung und deshalb mache ich heute Abend mal etwas anderes als Börse. Aber im Chart sehen wir, dass wir bisher nur den klassischen Rebound haben, der sehr wohl einfach wieder zusammenklappen und zu neuen Tiefs führen könnte:

Ob es so kommt, werden wir sehen, zumindest einen Retest der Tiefs finde ich nach wie vor recht wahrscheinlich. Und ein "V" haben wir wohl nicht, das wäre auch zu absurd - selbst für diesen Markt.

Ich muss jetzt vor dem Feierabend aber noch eine Stunde Rechnungen machen, das Virus "zieht" neue Mitglieder, in dieser Phase stossen überdurchschnittlich viele zu Mr-Market.

Das ist schön für den Blog, aber arbeitssam zugleich. Und es zeigt erneut, dass viele eben einen Trigger brauchen, so wie jetzt den verständlichen Wunsch, vernünftige und seriöse Guidance zum wilden Marktgeschehen zu erhalten.

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 28.01.20



15:25 MEZ - ZH2

Wegen des aktuellen Geschehens, habe ich einen Artikel von morgen auf heute vorgezogen, den Sie lesen sollten:

-> Angst und Ratio <-

An den Börsen läuft der Versuch einer Gegenbewegung, wie weit er trägt, wird für uns entscheidende Informationen liefern.

Da wir fest davon ausgehen sollten, dass wir selbst bei einem am Ende glimpflichen Verlauf in den kommenden 1-2 Wochen von steigenden Fallzahlen in der Welt lesen werden, wäre ich überrascht, wenn die Börsen das Thema so einfach abschütteln können.

Ich rechne also eher mit einer weiteren Abwärtsphase nach temporärer Beruhigung. Aber wie heisst es so schön "Man hat schon Pferde kotzen gesehen" und dieser Markt hat schon allerlei abgeschüttelt. 😉

15:50 MEZ - ZH1

Ebenso breit und uniform, wie es gestern runter ging, geht es heute hoch:

Wir sehen einfach wieder eine Index- und ETF-getriebene Gegenbewegung. *Dass* diese kommt ist wenig überraschend und habe ich gestern schon thematisiert. Wie weit sie führt und was danach passiert, ist die ganz große Frage!

16:10 MEZ - ZH4 - ZH5

Wenn mal der Wurm drin ist ...... mit diesen Worten kann man wohl 3M (MMM) beschreiben. Eine Aktie, die lange ein Musterbeispiel für einen Investmentkandidaten war und nun von einem Problem zum nächsten stolpert.

Auch bei uns im Ort merkt man die Auswirkungen, 3M war mit einem Standort hier der größte Gewerbesteuerzahler, nun ist der Standort zwar weiter da, aber die Gewinne weg und durch Umstrukturierungen für die Zukunft steuerlich auch aus Deutschland heraus verlagert.

Wieder wurden die Forecasts gesenkt und erneut werden -> viele Mitarbeiter entlassen <- und den Börsen sagt das vor allem, dass MMM im besten Fall noch in einer Bodenbildung ist und im schlimmesten Fall vor einer erneuten Abwärtsbewegung:

16:30 MEZ - ZH3

Dass der Markt nun kritischer geworden ist und nicht mehr alles rosarot sieht, kann man auch an der Reaktion auf die -> SAP Zahlen <- sehen.

Denn die waren sehr in Ordnung, gut und ohne jeden für mich sichtbaren Makel, auch der Ausblick wurde bestätigt. Trotzdem geht es 2% herunter und das Fragezeichen des Videos kann man langsam zum Pfeil umwandeln:

16:38 MEZ - ZH3

Eine Bank ist dagegen erneut United Technologies (UTX), die ja demnächst mit Raytheon (RTN) fusionieren. -> Sehr gute Zahlen <- erzeugen im Daily einen Hammer und die gute Chance, dass der Aufwärtstrend bestehen bleibt:

16:55 MEZ - ZH3

Der avisierte Rebound läuft, damit war wie mehrfach gesagt fest zu rechnen. Auch hatte ich schon gesagt, dass ein Rebound bis in den Bereich der Lunte von Freitag logisch wäre und genau da, knapp unter bzw bei 3.300, dürfte der Moment der Wahrheit für den Markt kommen.

Außerdem dürfen wir heute Abend die Zahlen von Apple nicht vergessen, die richtungsgebend für den breiten Markt sein werden, weil hier eine Firma berichtet, die direkt vom Geschehen in China abhängig ist. Tim Cooks Worte in der Analystenkonferenz werden dieses Mal besonders wichtig sein!

17:15 MEZ

Ein Blick auf den VIX zeigt uns, dass wir wieder leicht erhöhte Volatilität im Markt haben, aber noch deutlich von echter Unruhe entfernt sind:

17:45 MEZ - ZH3

PFizer (PFE) hat nach all den Jahren des Bemühens, den Druck von Nachahmerpräparaten auf seine Blockbuster immer noch nicht ausreichend mit neuen Medikamenten ausgleichen können - -> der aktuelle Umsatzrückgang <- kündet davon.

Im Chart besteht die Gefahr, dass diese Struktur nun nach unten bricht, da würde ich nun eher nach unten schauen:

17:50 MEZ - ZH3 - ZH4

Zwischen all dem Gloom & Doom, gibt es auch Positives zu berichten.

Everbridge (EVBG) ist mit seiner spannenden Software -> zur Erkennung und Steuerung von Krisensituationen <- sowieso eher Profiteur dieser Krise und die Chartstruktur sieht weiter außerordentlich positiv aus:

18:10 MEZ - ZH2

So liebe Mitglieder, jetzt atmen wir alle mal kräftig durch und warten auf die Zahlen von Apple (AAPL), die für den Markt heute doppelte Bedeutung haben werden. Erstens weil Apple sowieso *der* Bluechip ist und in fast jedem ETF vorhanden ist. Zweitens aber eben auch, weil alle darauf schauen werden, was Tim Cook zu den Auswirkungen in China sagen wird.

Von sehr guten Zahlen können wir bei Apple ausgehen, dass weiss aber schon jeder und ist daher nicht so relevant. Der Ausblick und die Gefahrenanalyse der Lieferketten ist es!

Der Markt selber hat sich - wie er das gerne macht - in die perfekte Ausgangslage gebracht. Er kann nach oben durchbrechen, dann ist der Einbruch schon wieder Geschichte, oder jetzt hier wegbrechen und dann geht die Korrektur erst richtig los:

Vom namhaften Wissenschaftler Zhong Nanshan, der schon bei Sars durch eine realistische Informationspolitik aufgefallen war, kam die Aussage, dass die Ausbreitung des Coronavirus in China in rund zehn Tagen den Höhepunkt erreichen könnte - wenn die Containment-Aktionen greifen.

Wie ich schon vermutet habe, müssen wir uns also für 1-2 Wochen sicher auf steigende Fall- und Todeszahlen einstellen, das ist nur realistisch. Die Börse wird aber nicht bis zum Höhepunkt warten, sondern schon dann zu Steigen beginnen, wenn Sie daran glaubt, dass der Höhepunkt der Infektionswelle in Reichweite ist. Wann das sein wird, überlasse ich Ihrer Phantasie, ich weiss das auch nicht.

Konzentrieren wir uns heute Abend also auf Apple, das ist greifbarer und Tim Cook wird sicher genau überlegen was er sagt, zu viel Beschönigung, die ihm dann vor die Füße fällt, wird auch nicht in seinem Sinne sein.

Ich habe wie gesagt für morgen Vormittag keinen Artikel geplant, weil alles seit Sonntag nun vorgezogen wurde. Aber wer weiß, vielleicht ziehe ich ja wieder etwas vor, volatile Zeiten erfordern auch flexibles Schreiben. 😉

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Enttäuschend & Abwärts



Guten Abend!

Bevor ich zum Markt komme, noch der Hinweis in eigener Sache am Anfang, damit ihn keiner übersieht:

Der Morgenbericht am morgigen Mittwoch fällt aus, weil ich eine routinemässige Magenspiegelung als reine Vorsorge mache. Ich werde morgen also erst am Nachmittag wieder hier schreiben.

Nun zum Markt.

Sie sehen, wie gut man den Markt lesen kann und wie sich das Bild innerhalb von 24 Stunden wandelt. Sah es gestern um diese Zeit noch sehr nach Dip und dann Fortsetzung des Rebounds aus, signalisierte aber schon die Schwäche in den gestrigen letzten Handelsminuten der Wallstreet, das etwas nicht stimmt und die Eröffnung heute früh, bestätigte die Sorge.

Sie haben gelesen, wie ich heute negativer wurde und nun haben wir den Salat und der Rebound scheint in sich zusammen zu fallen.

So richtig Fahrt nach unten ist aber auch noch nicht da, insofern darf man sich auf gar nichts festlegen.

Ein Blick auf den S&P500 offenbart, dass das bei allem Risiko, aber noch nicht das Ende der Aufwärtsbewegung sein muss, noch haben wir höhere Hochs und höhere Tiefs:

S&P500 02.02.16

Aber völlig klar und eindeutig ist auch, dass die Risiken steigen, dass das kein Markt ist, um sich gross zu exponieren und dass der DAX einfach besonders grottenschwach ist.

Statt uns in diesem Hin- und Her aufreiben zu lassen, pflegen wir lieber die Seitenlinie und schauen mit Interesse mal wieder auf die Quartalszahlen:

Agco, der Landmaschinenbauer mit dem Deutschen Martin Richenhagen an der Spitze und unter anderem der deutschen Markt Fendt im Portfolio, liefert eigentlich -> brauchbare Zahlen <- und wird trotzdem mit fast 10% Minus geshreddert:

AGCO 02.02.16

Verstehe ich das? Ein wenig der Forecast, aber vor allem ein dummer Zeitpunkt, der ganze Agrar-Sektor ist heute extrem schwach, auch ohne Zahlen.

Und Auslöser dürfte dafür der Agrarriese Archer Daniels Midland (ADM) sein, der heute -> enttäuschende Zahlen <- liefert und damit den ganzen Sektor nach unten zieht:

ADM 02.02.16

Die Chance auf eine Bodenbildung, wurde hier brutal zunichte gemacht. Dass die Lage - obwohl schon so viel Schlechtes eingerpreist war - noch einmal ein gutes Stück schlechter ist, hatte ich nicht auf der Rechnung. Aua!

Aber auch beim Öl-Riesen Exxon (XOM) hat sich der Markt zu früh schon gefreut, die Zahlen sind -> schlechter als erwartet <- und der Kurs kann den erhofften Ausbruch wohl nicht vollziehen:

XOM 02.02.16

Die nächste Enttäuschung produziert der Wasserspezialist Pentair (PNR), dessen Zahlen wie so oft dieser Tage vordergründig -> ganz in Ordnung sind <-, hier ist es aber wohl eine Goodwill Abschreibung, die dem Markt so gar nicht gefällt:

PNR 02.02.16

Wenn der Markt weiter so schwach bleibt, werden wir so Goodwill-Abschreibungen in 2016 noch viele bei vielen Unternehmen sehen. Denn in der Boomphase der letzten Jahre ist einiges an M&A Aktivität abgelaufen, die nun überbewertet als "Bombe" in den Büchern schlummert. Das vom Buchwert in der Zeit des IFRS eher wenig zu halten ist, habe ich ja hier sehr deutlich gemacht: -> Vom Irrsinn des IFRS und einem zweifelhaften Buchwert <-

Beim Pharma-Riesen Pfizer (PFE) dagegen, scheint der Markt sich mit einem -> mässigen Outlook <- schon abgefunden zu haben, in Summe bewegt sich der Kurs kaum:

PFE 02.02.16

In Deutschland hält sich Infineon -> gegenüber den Mitbewerbern noch ganz gut <-, der Markt ist trotzdem schwer enttäuscht und schlachtet die Aktie um 6%.

Ob Infineons hoher Anteil in der Autoindustrie und Abhängigkeit von China, nun eher Chance ist, weil mit der E-Mobilität auch die elektronischen Anforderungen steigen, oder Risiko, weil die Autoindustrie in 10 Jahren sicher völlig anders aussehen wird als heute, vermag ich nicht zu sagen.

Ich kann aber das Chart würdigen und das sieht auch nicht unbedingt beruhigend aus, wobei das OBV doch gegen einen baldigen, massiven Einbruch spricht:

Infineon 02.02.16

In Summe ein eher indifferentes Bild für mich, aber im Vergleich zu einigen anderen Ergebnissen heute weiter oben, ist Infineon fast ein Lichtblick. Dass ich das bei so einem Chart sagen muss, zeigt aber auch, wie gruselig viele Charts nun aussehen.

Zum Schluss auch noch die Schweizer Grossbank UBS, die ihren Laden eigentlich vergleichsweise gut im Griff hat, aber -> massiv abwärts <-, geht es nach Zahlen trotzdem.

So weit für heute zu einzelnen Aktien. Ein recht trauriges Bild haben wir da vor uns.

Der Markt kommt gerade um 17:30 Uhr wieder etwas hoch und ich kann nur wiederholen und dringend raten, hier einfach mehr Abstand zu halten. Der Markt ist indifferent und gefährlich und wer hier hinter jeder Wendung gleich den grossen, neuen Trend vermutet, wird nur emotional ausgebrannt. Und wenn dann der neue grosse Trend tatsächlich kommt, ist man zu müde und unaufmerksam, um ihn zu sehen und zu ergreifen.

Seitwärtsmärkte sind, besonders wenn sie als Sägezahn verlaufen, einfach nervig und kraftzehrend und das Beste was man tun kann, ist ihnen aus dem Weg zu gehen und lieber nichts zu machen.

Die Zeit wird wieder kommen, in der wir klare Aufwärtstrends vor uns haben, das verspreche ich Ihnen. Bis dahin ist es unsere primäre Aufgabe, unser Kapital zusammen zu halten und uns nicht zerreiben zu lassen.

Halte Sie die Ohren steif, hier in Hari Live bis Morgen Nachmittag. Im Forum bin ich heute natürlich noch aktiv.

Ihr Hari

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Gentherapie: Von Bluebird Bio und Juno Therapeutics zu Cellectis

Ein Beitrag unseres regelmässigen -> Kolumnisten <- "Toni", der im "BioTonicum" das Geschehen in der Biotech-Branche begleitet.

Vor wenigen Tagen erschien im Fachjournal Nature Biotechnology ein Artikel zur Preisgestaltung der Gentherapie (The special case of gene therapy pricing, Nature Biotechnology, 2014; 32 (9): 874)

Die Autoren schlagen hier ein alternatives Modell zur Bezahlung gentherapeutischer Behandlungen vor. Da diese sehr teuren Therapien in der Regel nur einmalig ausgeführt werden müssen, sieht ihr Modell eine Art jährliche Ratenzahlung vor, deren Höhe vom Erfolg der Therapie abhängig sein soll. Diese Modell soll den pharmazeutischen Firmen finanzielle Mittel für ihre aufwendige Forschung sichern und gleichzeitig die Kassen des Gesundheitssystems schonen.

Nun ist es allerdings gar nicht meine Absicht, dieses oder ähnliche Modelle zu diskutieren. Vielmehr nehme ich den Artikel zum Anlaß, über den Stand der Gentherapie zu schreiben.

Ist die Gentherapie schon soweit fortgeschritten, dass diese Fragen jetzt in den Vordergrund rücken? Um ein besseres Verständnis für die Entwicklungen in der Gentherapie zu bekommen, will ich heute versuchen, einige Aspekte zu beleuchten.

Was versteht man unter Gentherapie

Wenn auch die molekularbiologischen und medizinischen Zusammenhänge alles andere als trivial sind, so kann man es etwas trocken so formulieren:

Eine medizinische Maßnahme, bei der ein mutiertes Gen, dessen Defekt ursächlich für die betreffende Erkrankung ist, durch das „gesunde“ Gen ersetzt wird. Dabei muss das Gen (bzw die DNA) in die Zellkerne (Nukleus) der Organe oder des Gewebes hineingeschleust werden, in denen es dann als korrekte Vorlage für die Proteinsynthese dient (DNA--> messengerRNA--> Protein). Außerdem soll die DNA stabil in die chromosomale DNA integriert werden. Das neue Gen sollte aber nicht an Stellen im Genom integriert werden, an denen es möglicherweise mehr Schaden als Nutzen anrichtet; nämlich dann, wenn durch sein Einfügen in den DNA-Strang die ursprüngliche Sequenz zerstört bzw. unterbrochen wird (Insertionsmutagenese). Außerdem müssen auch die genetischen Elemente, die für die Regulation des Gens sorgen, vorhanden sein und hoffentlich funktionieren.

Etwas zur Geschichte

Erkrankungen, deren genetische Ursachen schon seit Jahrzehnten bekannt und die mittels konventioneller Medikamentation nicht zu heilen sind, sind z.B. die Mukoviszidose (zystische Fibrose) oder bestimmte Formen der Bluterkrankheit (Hämophilie).

Die Idee, Krankheiten durch den Austausch oder das Einbringen eines Gens zu heilen ist im Grunde so alt wie die Entdeckung der Nukleinsäuren als Träger unserer Erbinformation. Oswald T. Avery postulierte das 1944 aufgrund seiner bahnbrechenden Arbeiten.

Konkreter wurden diese Ideen aber erst in den 1970er Jahren als die Molekularbiologie schon weit fortgeschritten war. Der genetische Code wurde bereits durch Severo Ochoa entziffert und Jaques Monod präsentierte- ebenfalls ein Geniestreich- das Operon-Modell zur Genregulierung. 1972 wurde erstmals fremde DNA in Bakterien (E.Coli) exprimiert.

Mit der Kettenabruchsequenzierung durch Frederick Sanger und Walter Gilbert Mitte der 70er nahm die Molekularbiologie dann aber richtig Fahrt auf.

Trotz all dieser unglaublichen Fortschritte galt die Gentherapie noch als unreife Idee, zu deren Verwirklichung wesentliche Punkte an Grundlagenwissen fehlten.

In den frühen 70er Jahren wurden erste Versuche mit Zellkulturen oder in Tiermodellen erforscht und in den 80er Jahren fügte man rekombinante DNA, also DNA die mittels der molekularbiologischen Techniken erzeugt wird, in Viren ein, um sie mit deren Hilfe in die Körperzellen einzuschleusen. Dabei wurden körpereigene Zellen des Patienten entnommen, die dann ex vivo mit der DNA bzw. dem viralen Vehikel behandelt wurden bevor sie wieder transplantiert wurden. Später wurde dann versucht, die DNA mit verbesserten Vektoren bzw. Vehikeln direkt in den Körper des Patienten zu transportieren (in vivo).

1990 wurde die weltweit erste Gentherapie in den USA durchgeführt:

Bei der Patientin handelte es sich um ein 4 jähriges Mädchen, das an dem schweren kombinierten Immundefekt (-> SCID <-) litt. Bei dieser sehr seltenen Krankheit bildet das Knochenmark keine funktionstüchtigen B- und T-Zellen. Einzige Therapiemöglichkeit bis dahin war die nicht ungefährliche und komplikationsreiche Stammzelltransplantion des Knochenmarks. Der Erfolg dieser Maßnahmen hing daher auch von der Existenz eines geeigneten Spenders ab.

Dieser Therapie, die wegen der kurzen Lebensdauer der genetisch veränderten Leukozyten mehrmals im Jahr wiederholt werden musste, ging ein dreijähriges Genehmigungsverfahren voraus. Im Laufe der nächsten Jahre wurden mehrere Patienten mit ähnlichen Krankheiten auch in Europa behandelt. Obwohl die Therapie erfolgreich ansprach, erkrankten aber einige Patienten nach Jahren an Leukämie. Es wird angenommen, dass dies durch die oben erwähnte Insertionsmutagenese verursacht wird.

1999; Der Rückschlag:

Der damals 18 jährige Jesse Gelsinger, der an der Ornithin-Transcarbamylase-Defizienz litt, überlebte die Therapie aufgrund einer Überreaktion seines Immunsystems auf die Adenoviren, die als Genvektor dienten, nicht.

Im Gegensatz zur konventionellen Therapie , bei der ein Medikament abgesetzt werden kann, sobald sich Unheil ankündigt, ist dies bei der Gentherapie nicht möglich. Ist ein Gen erst einmal im Genom integriert, so gibt es kein zurück mehr.

Für die Gentherapie versprach das nichts Gutes; die FDA stoppte klinische Studien, auch um die ethischen und medizinisch-biotechnologischen Fragen neu zu überdenken. Versuche, die Gentherapie zu kommerzialisieren gerieten in weite Ferne und den wenigen Biotechfirmen, die hierauf spezialisiert waren, drohte ein abruptes Ende.

Zu den wissenschaftlichen Rückschlägen gesellte sich auch die Ablehnung dieser Technik in der Bevölkerung; sei es nun aus ethischen oder religiösen Gründen oder aber aus der Angst vor einer Medizin, deren Risiken überhaupt noch nicht abzuschätzen sind.

Dazu kam noch, dass die Vorstellung über das, was Gentherapie bedeutet, doch sehr vage war (ist).

Natürlich wird heute auch in den Medien vermehrt über die Möglichkeiten der Gentherapie berichtet. Gerade dann, wenn es darum geht, in naher Zukunft Menschen mit Mukoviszidose zu heilen und nicht nur die Symptome zu bekämpfen. Aber häufig verbindet man mit Gentherapie reproduktives Klonen oder Wissenschafltler der Embryonalstammzellforschung, die es mit der eigenen Reproduktion (ihrer Daten) nicht so genau nehmen.

Die Forschung zur Gentherapie führte in den letzten Jahren dennoch zu einem enormen Erkenntnisgewinn. „Versuche“ an seltenen genetischen Erkrankungen offenbarten dabei erstaunliche Erfolge. Dabei steht die Entwicklung sicherer und effizienterer Vektoren, die das Gen zielsicher an den Ort des Geschehens bringen sollen, im Vordergrund.

Biotechs und Pharmaindustrie:

Trotz der -> Fehlschläge <-, mit denen die Gentherapie immer noch zu kämpfen hat, wächst die Zahl der Biotechfirmen und Startups, die sich darauf spezialisiert haben, diese Technik zu kommerzialisieren. Fast alle Pharmaunternehmen betreiben dazu Forschungen oder kooperieren mit Biotechs.

2012 ließ die EMA (European Medicines Agency) unter sehr strengen Auflagen und zeitlicher Begrenzung das erste gentherapeutische "Medikament" zu (zumindest in der westlichen Welt):

Glybera; entwickelt von der niederländischen Firma UniQure (NASDAQ: QURE) zur Behandlung der sehr seltenen Lipoprotein Lipase Defizienz. Die Therapie erscheint dabei fast simpel aber mit 1,6 Millionen Euro auch nicht gerade billig:

Mehrere intramuskuläre Injektionen eines Adeno-assoziierten viralen (AAV) Vektors, der das korrekte Gen für die benötigte Lipase in sich trägt. Um die nicht ungefährliche Immunantwort auf virale Proteine zu unterdrücken, werden die Patienten allerdings mit Immunsuppresiva behandelt. Ein stationäre Behandlung, bei der Gewebe oder Zellentnahme oder aber eine Chemotherapie angewendet wird, ist nich nötig; lediglich die Unterweisung des Arztes ist nötig. So einfach ist es leider nicht bei allen Gentherapien.

 

Bluebird Bio

Dieses Jahr (2014) wurde erstmals ein Patient mit ß-Thalassämie durch das von BlueBird Bio entwickelte gentherapeutische Verfahren erfolgreich behandelt.

Bei dieser Krankheit, genauer bei der schwerwiegensten Form- der Thalassämia major, führen Mutationen im ß-Globin-Gen zu einem nicht voll funktionstüchtigen Hämoglobin und damit zur Bildung defekter roter Blutkörperchen. Bislang bestand die kurative Therapie in der Transplantation hämatopoietischer Stammzellen eines geeigneten, meist verwandten Spenders. Zuvor müssen alle Zellen des Knochenmarks durch Chemotherapie und Bestrahlung zerstört werden. Ein Video dazu findet man auf Bluebirds Website.

2012 wurde Bluebird Bio von FierceBiotech zu den 15 zukunftträchtigsten Biotechs gewählt. “The Fierce 15 celebrates the spirit of being ‘fierce’ – championing innovation and creativity, even in the face of intense competition.”

Bluebirds Börsengang im letzten Jahr brachte dem Unternehmen 116 Millionen Dollar ein. Eine Summe die wohl die Bedeutung, die Investoren der Gentherapie zumessen, unterstreicht. Bluebirds Programme beschränken sich dabei nicht nur auf die Thalassämien.

Hier einmal der aktuelle Chart (Mitte Juni: Bericht über die offenbar erfolgreiche Therapie)

BLUE 2chart.ashx

Bluebird, aber natürlich auch ander Wissenschaftler aus Forschung und Industrie versuchen, die Technik des gezielten Gentransfers weiterzuentwickeln. Ideal wäre es ja, wenn man nur den defekten DNA-Bereich gegen die korrigierte DNA-Sequenz (bei einer Punktmutation nur eine Base) austauschen könnte. Damit bliebe das Gen in seiner ursprünglichen chromosomalen Umgebung erhalten. Insertionsmutationen sollten so ausgeschlossen sein und auch die Regulation des Gens sollt genauso funktionieren wie im gesunden Menschen.

Die molekularbiologischen Methoden, Gene wie mit dem Skalpell punktgenau zu modifizieren oder gezielt an einen Ort zu übertragen („Gen Editing“) haben in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte erzielt. Über die Entdeckung des CRISPR-Systems habe ich hier im Forum schon berichtet.

Es ist natürlich nicht verwunderlich, dass Gentechnikfirmen ein vitales Interesse am Erwerb entsprechender Lizenzen zum Genediting erhalten. Bluebird Bio übernahm dieses Jahr die Firma “Precision Genome Engineering” um deren Homing Endonukleasen zu nutzen.

 

Gentherapie in der Krebstherapie?

Die hier erwähnten Behandlungen monogener Erkrankungen (Krankheiten, die nur auf den Defekt eines Gens zurückzuführen sind) gelten als Paradebeispiel für die Gentherapie im Sinne einer Heilung durch genetische Korrektur. Es scheint, als sei diese Form der Therapie längst aus den Kinderschuhen heraus gewachsen.

Schaut man sich die Pipelines von Firmen wie Bluebird, Kite Pharma, Cellectis oder Juno Therapeutics an, so wird man dort auch Programme zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen finden. Der gentherapeutische Ansatz bei Erkrankungen, die von mehreren Genen verursacht werden, ist hier allerdings ein anderer.

Dies führt uns zu einem der interessantesten Ansätze im Grenzbereich Gentherapie: der adoptiven T-Zelltherapie mittels der CART-Technologie.

Das Prinzip ist, Lymphozyten eines an Krebs Erkrankten zu isolieren und nach entsprechender Aktivierung wieder in den Körper zurückzugeben sehr alt.

Schon 1891 wurde eine Methode der Aktivierung von Lymphozyten in Tumoren angewandt. Trotz einiger aufsehenerregender Berichte blieben reproduzierbare und wissenschaftlich fundierte Erfolge aber aus.

Zu den neueren Erfolgen eines adoptiven T-Zell-Transfers zählen u.a. die Behandlung von Hodgkins Lymphomen (Lymphogranulomatose) durch Epstein-Barr-Virus Infektionen, die sehr häufig nach Stammzelltransplantationen auftreten. Leider funktioniert dieser Ansatz aber nur wenn bestimmte Ausgangsbedingungen vorhanden sind. Das ist nicht immer Fall.

Verschiedene Programme konzentrieren sich darauf, diese körpereigenen Lymphozyten, die sich im Tumorgewebe befinden (Tumor infiltrating Lymphocytes, TIL), außerhalb des Körpers mit Methoden zu aktivieren, die wir neuen Erkenntnissen über Immunregulation und Tumorevasion verdanken.

 

Mit der von Carl June (Juno Therapeutics) entwickelten CART-Technologie werden nun diese körpereigenen (autologen) T-Zellen des Erkrankten genetisch verändert, um sie angriffslustiger zu machen. CART steht für „Chimeric Antigen Receptor T-Cell".

Im Prinzip handelt es sich hierbei um einen artifiziellen T-Zell-Rezeptor, der genetisch so verändert wird, dass er bestimmte Antigene, die auf den Tumorzellen des Patienten exprimiert werden, besser erkennt. Außerdem besitzt dieser Rezeptor eine zusätzliche Domäne, die der Stimulation der T-Zelle dient. Diese ist Voraussetzung für eine effiziente zytotoxische Antwort.

Die CART-Therapie gilt neben den uns schon bekannten Immuncheckpoint Antikörper-Therapien (-> Breakthrough of the Year 2013 <-), zu der wir ja schon hier bei Mr-Market einige Firmen kennengelernt haben, als eines der vielversprechendsten und heißesten Unterfangen im Bereich der Onokologie.

Sicherlich ein Begriff, der etwas überstrapaziert wird, aber die bisherigen Studien zu Leukämieerkrankungen mögen dieses Attribut rechtfertigen.

Der „Markt“ um die CART- Technologie ist ziemlich unübersichtlich, nicht zuletzt weil die Forschungen aus der Zusammenarbeit verschiedener akademischer, nationaler und privater Institute (Fred Hutchinson Cancer Research Center, Memorial Sloan Kettering, National Cancer Institute etc) hervorgingen und weil man sich auf unterschiedliche CART-Varianten und Technologien konzentriert .

Allein in den letzten 2 Jahren haben "CART-Firmen" zwei- bis dreistellige Millionen Beträge über IPOs oder privat aufnehmen können:

Kite Pharma (IPO 2014, $115M) aus Santa Monica benutzt CARTs lizensiert vom National Cancer Institut.

Juno Therapeutics, der Vorreiter hat schon in weniger als einem Jahr 300 Millionen US-Dollar eintreiben können. Novartis unternimmt zusammen mit Forschern der Universität von Pennsylvania (UPenn) und Juno Therapeutics alle Anstrengungen, die CART-Technologie für die akute lymphoblastischen Leukämie zur „Marktreife“ zu bringen. (Mittlerweile scheinen sich Junos und Novartis Wege aber in einigen Bereichen zu trennen, da die Firmen angeblich mit unterschiedlichen CARTs aufgrund von Patentstreitigkeiten arbeiten wollen.)

Auch im CART-Geschäft ist nun der Gentechnik-Experte Bluebird Bio in Zusammenarbeit mit Celgene .

Pfizer versucht offensichtlich einmal mehr seine schwache Position im Onkologiemarkt aufzupeppen. Der Riese ist bereit, der französischen Firma Cellectis 185 Millionen Dollar an Meilensteinzahlungen für jedes erfolgreiches CART-Projekt zu überweisen (es sind immerhin 15).

Cellectis dürfte den Kontrahenten vom wissenschaftlichen know-how zwar weit hinterherhinken; dafür fahren sie aber eine andere, möglicherweise viel attraktivere Strategie:

Cellectis modifiziert nicht in mühseliger Weise die T-Zellen des Patienten, sondern sucht in Spendern nach geeigneteren Lymphozyten, die schon diverse "Krebsantigen" erkennen. Auf diese Art entwickeln sie eine Kollektion verschiedener CARTs, die dann Patienten sofort zur Verfügung ständen.

Dass die im Juni vorgestellten Daten überaus positiv bewertet werden, kann man schön am Kursverlauf der Cellectis-Aktie bewundern.

ALCLS 23.09.14

Fazit

Bei allem Enthusiasmus darf man nicht vergessen, dass sich die Gentherapie noch in einem frühen Stadium befindet.

Vergleichen wir das mit dem langen Weg der monoklonalen Antikörper von ihrer Herstellung durch Köhler und Milstein 1975 bis zu ihrem heutigen Durchbruch in der Medizin, so darf man aber erstaunt sein, wie weit die therapeutischen Ansätze schon gediehen sind.

Wann die Türen zu einer routinemäßigen Klinik geöffnet werden, ist schwer zu beantworten. Genauso offen bleibt die Frage, ob diese meist individuellen ("personalisierten") kurativen Therapien in der Zukunft überhaupt wie konventionelle Medizin vermarktet werden können.

Für die Gesundheitssysteme und die nationalen Zulassungsbehörden von Arzneimittlen ergeben sich auf jeden Fall neue Fragestellungen und große Herausforderungen.

Und auf der Seite der Pharmaindustrie werden sich wahrscheinlich schon Heerscharen von Patentanwälten und Juristen mit dem geistigen Eigentum zur genetischen Modifizierung einer autologen Körperzelle beschäftigen. Aber das soll jetzt nicht das Thema sein.

 

In einem späterern Artikel im Mitglieder-Bereich, werde ich einige Biotechs und Methoden zur Gentherapie vorstellen, die einen völlig anderen Weg gehen. Noch befinden sich diese Versuche in der experimentellen Phase. Die Technologie, die hier genutzt wird, könnte große Vorteile bieten.

Toni

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