Solar Rally – Der in Deutschland übersehene Boom von First Solar bis Yingli

Manchmal macht es Sinn zurück zu schauen, um zu sehen was man verpasst hat. Denn während sich der durchschnittliche deutsche Anleger wie immer lieber mit "Gefallenen Engeln" wie der Commerzbank, Praktiker oder nun K+S herum plagt - weil die ja vermeintlich so "schön billig" seien - scheint ausserhalb Deutschlands ein neuer Boom zu starten, der erhebliches langfristiges Potential in sich birgt.

Und die Leser von Mr. Market waren von Anfang an dabei und viele dürften nun auf hohen Gewinnen von 50% und mehr sitzen. Insbesondere gilt das für die Premium-Mitglieder, denn wir haben das Thema hier ausführlich und nahezu jede Woche adressiert und diskutiert.

Es handelt sich um die Solarenergie, die weltweit endlich in den Massenmarkt eintritt, weil sie schon bald nicht mehr zwingend auf Subventionen angewiesen ist. Die Industrie wird zwar auch in anderen Ländern noch mit Subventionen gefüttert, das ist aber schon bald nicht mehr notwendig. Ein schöner Treppenwitz der Geschichte ist dabei, dass dieser neue Boom an dem Land (Deutschland) nun vorbei zu gehen scheint, dessen politisch Eliten sich eingebildet haben, mit einem dirigistischen Monster wie dem EEG Wirtschafts- und Innovationspolitik "von oben" machen zu können.

Und während es ausserhalb der deutschen Grenzen nun so richtig los geht und selbst -> Ikea <- über die massenweise Vermarktung von Solarpanels in Grossbritanien nachdenkt, suhlen wir uns hier weiter in den Altlasten von Solarworld & Co. und huldigen lieber dem Götzen eines nach meiner Meinung völlig verfehlten und vermurksten EEG.

Kein Wunder, dass der neue Solarboom an den deutschen Anlegern weitgehend vorbei geht. Nicht aber an uns hier auf Mr-Market. Es hat dazu hier im Blog viele Artikel und Diskussionen gegeben und ich bitte Sie explizit heute noch einmal meinen Artikel vom 14. Mai -> Der neue Solar Boom und was das mit Tesla Motors zu tun hat <- erneut zu lesen. Alles was in diesem Artikel steht hat weiter Gültigkeit und ist die Grundlage für das, was ich Ihnen nun zeigen werde. Und prägen Sie sich bitte das Chart des US Solar ETFs TAN ein, der TAN stand am 14. Mai bei 22,34 USD.

Und nun der Solar ETF TAN heute im identischen Chart:

TAN 02.10.13

4,5 Monate später steht der TAN bei 35,89 USD oder 60% höher !

Und wenn Sie den Artikel vom 14. Mai bitte noch einmal lesen, sehen Sie, dass das "mit Ansage" war - die Reversal-Struktur im Chart hat diese Nachricht überbracht. Und auch heute ist die Reversal-Struktur immer noch perfekt und nach Lehrbuch. Insbesondere das Volumen bestätigt die Bewegung und der aktuelle Volumenschub zeigt, dass nun breite Anlegerschichten auf die Bewegung aufmerksam werden.

Natürlich wird der TAN nach diesem Schub auch wieder korrigieren, die Muster zu so einer Gegenbewegung können Sie schön im Chart sehen, so zum Beispiel am 21.05. diesen Jahres. Und für die, die als letzte einsteigen, wird so eine zwangsläufige Korrektur sich sehr schmerzhaft anfühlen.

Aber dieser Dip ist dann wieder mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der langfristigen Perspektive zu kaufen. Und wenn doch der unwahrscheinliche Fall eintritt und der Trend nun genau brechen sollte, ist auch das leicht an den Prinzipien der Trendfolge zu erkennen, so dass man den Schaden begrenzen kann.

Nun bin ich sicher, dass einige von Ihnen nun reflexartig denken werden: "Schade verpasst, aber ist mir nun zu weit gelaufen." Wenn Sie zu diesen Lesern gehören, will ich Sie nun schocken.

Denn das obige Chart ist im logarithmischen Massstab, um die prozentualen Verhältnisse angemessen darzustellen. Wenn man aber wissen will, was das Potential ist, wenn man heute 35,89 USD in den Sektor investiert, muss man sich das Chart mit linearem Massstab anschauen. Denn dort sieht man optisch, wie sich das Kapital potentiell vervielfacht. Und ich nehme dazu erneut das Chart des TAN, dieses Mal aber langfristig mit Wochenkerzen seit 2008. Sehen und staunen Sie:

TAN wöchentlich 02.10.13

Ja - das ist das gleiche Chart, nur mit Wochenkerzen ! Kaum zu glauben aber wahr. Und ? Sind Sie immer noch der Meinung, dass der Sektor schon zu weit gelaufen ist ?

Ich glaube es stimmt eher, was ich schon am 14.05. oder 60% tiefer geschrieben habe, Zitat:

Die Solarenergie steht vor einer grossen Zukunft, die gerade jetzt beginnt, wo lokale Stromspeicher der Technologie einen Sinn abseits von staatlichen Subventionsorgien geben. Das weltweite Potential ist gewaltig und es ist für neue Branchen durchaus typisch, dass das richtige Geldverdienen erst in der zweiten Phase los geht, nachdem die erste Phase ihre Euphorie und Depression hinter sich gebracht hat.

Es ist schwer voraus zu sehen, welche Unternehmen das Rennen machen werden. In Deutschland muss man sie aktuell eher nicht suchen. Selbst eine SMA Solar hat gegenüber Power-One Boden verloren, weswegen ABB auch Power-One übernommen hat. Wer Zugriff auf einen breit aufgestellten ETF hat, tut also gut daran, diesem den Vorzug vor Einzelaktien zu geben.

Aber ich bin sehr optimistisch, was die langfristige Performance des Sektors in den nächsten Jahren angeht. Das ist ein Thema, was man nun vielleicht wirklich im Sinne “Buy and Hold” ins Depot legen kann und einfach gelassen abwarten, wie sich die Technologie entwickelt. Um die Zukunft der Solarenergie als Technologie ist mir auf jeden Fall nicht bange.

Sic ! Und wenn es doch nicht stimmt und morgen theoretisch die Kernkraft zum neuen Boom ansetzt, dann gibt es dafür Stops zur Risikobegrenzung, die konsequent unter das letzte bedeutende Tief zu setzen sind.

Wenn Sie also in Zukunft selber an Bewegungen wie im Solar-Sektor oder bei Tesla Motors Teil haben wollen .... und wenn Sie bereit sind, wirklich zu lernen wie die Märkte funktionieren, statt die immer gleichen Geschichten um die immer gleichen Aktien zu lesen, dann stossen Sie doch zum Premium Bereich der Mr-Market Community dazu.

Was ich Ihnen versprechen kann ist nur harte Arbeit und lernen, lernen, lernen. Zu solchen Volltreffern, wie wir sie nun bei Solar und Tesla in kurzer Zeit hatten, gehört immer auch ein Quäntchen Glück. Aber das Begreifen der Märkte ist die Grundvoraussetzung dafür, solche Treffer überhaupt landen zu können. Und Begreifen ist nur dann möglich, wenn man auch den Mut hat, in den Spiegel zu schauen und das eigene Anlage-Verhalten als das zu erkennen, was es in der Regel ist: irrational und von Angst und Gier hin und her geworfen, ein Spielball des medialen Dauerfeuers.

Wer das ändern will, muss Energie aufwenden und dabei will ich im Premium-Bereich Ihr Guide sein. Die Mehrzahl der aktiven Mitglieder dieses Blogs ist schon dabei. Deren Feedback können Sie -> hier <- oder direkt im Forum lesen.

Ihr Hari

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Das trojanische Pferd und das Ende von Nokia

09:00 Uhr. Heute ist ein trauriger Tag für Finnland. Das Ende von Nokia ist nach meiner Einschätzung da. Lesen Sie zunächst -> hier <- erst einmal die offiziellen Nachrichten.

Warum das Ende von Nokia werden Sie fragen ? Das will ich Ihnen im Folgenden erklären, denn ich persönlich habe den Eindruck des Vollzugs einer intelligent eingefädelten Zerschlagung zum primären Wohle Microsofts, die mit dem Wechsel von Stephen Elop auf den Chefwechsel am 21.09.2010 vor fast 3 Jahren begann.

Es ist sicher nicht so, dass es schon vor drei Jahren einen festen Plan gab, der einfach nur abgearbeitet wurde und das Stephen Elop insofern nur ein Trojanisches Pferd zum Wohle Microsofts war. Zu unberechenbar sind die Entwicklungen in der Branche, als das man 3 Jahre im voraus planen könnte. Und Stephen Elop hat vielleicht vor drei Jahren einfach nur eine grosse persönliche Chance ergriffen, ohne weitere Gedanken im Hinterkopf. Aber trotzdem haben viele der Schritte Nokias in den letzten Jahren in meinen Augen primär Microsoft gedient, was ich Ihnen im Folgenden darstellen will.

Dass das Ende nun gekommen ist, war für mich absehbar. Vielleicht erinnern Sie sich ja an meinen Artikel von vor ca. 9 Monaten, in dem ich Nokia wie Blackberry als -> Tote Katzen <- bezeichnet habe und nur Facebook von den Dreien Zukunftspotential zusprach ? Bei Nokia wie Blackberry hat sich das nun bewahrheitet und die Liebe der Privatanleger zu diesen Aktien war mal wieder die typische, fehlgeleitete Liebe zu "Fallen Angels" - die klassische Honigfalle, die wir auch bei Commerzbank, Praktiker und Co. immer wieder beobachten können und die viele Privatanleger zum Schaden Ihrer Depots wohl nie ablegen werden. Auch K+S hat aktuell das Potential in die gleiche Kategorie zu fallen.

Zu verlockend sehen Aktien ja auch aus, wenn man sie von früher gut kennt und diese früher viel teurer waren. Das fühlt sich dann emotional wie ein "Rabatt" an und man meint zuschlagen zu müssen. Dass der Markt aber gute Gründe hat eine Aktie nun anders zu bewerten, wird dabei übersehen. Und der Markt ist definitiv viel klüger, als all die Laien, die sich da etwas zusammen reimen.

Klar, wer nun in den letzten Wochen mit Nokia gezockt hat, wird nun durch den Verkauf an Microsoft nette Gewinne mitnehmen können. Diese Chance einer Übernahme war immer da und habe ich auch in meinem Artikel von vor 9 Monaten als einzige realistische Chance auf Gewinne bezeichnet. Aber wie viele Privatanleger sind immer noch seit Jahren bei Nokia drin und warten auf bessere Zeiten, so wie sie bei Commerzbank gewartet haben ? Diese Aktionäre wissen nun mit Gewissheit, dass sie Ihre Verluste nicht mehr wettmachen können.

Aber zurück zum Geschehen um Nokia. Schauen wir doch mal, wie sehr die Aktivitäten der letzten drei Jahre Microsoft gedient haben:

(1)

Vielleicht erinnen Sie sich ja daran, wie ich hier in den Anfängen von Mr-Market den von Elop betriebenen Wechsel Nokias weg von den eigenen Betriebssystemen Symbian und MeeGo hin zu Windows Mobile spöttisch gegeisselt habe ? 2 Jahre später fühle ich mich mehr als bestätigt. Den aktuellen, ärmlichen Zustand der Smartphone Umsätze hätte man locker auch mit Symbian und erst Recht mit MeeGo haben können. Genügend Zeit diese Systeme weiter zu entwickeln war auch - durch die Entscheidung zu Windows Mobile zu wechseln, hat sich Nokia ja auch für mehr als ein Jahr völlig aus dem Wettbewerb verabschiedet. Genau dieses Jahr war das entscheidende, in dem die Marke endgültig ihre Strahlkraft verloren hat.

Nein, der Wechsel war für mich völlig unnötig und hat primär Microsoft gedient, weil sich Nokia so selber kastriert und abhängig gemacht hat. Das Problem das Nokia hatte, war ja auch gar kein technologisches, MeeGo war gut genug. Es war primär ein Management-Problem - die Entwicklungsabteilungen waren zu behäbig und dem Wettbewerb von Apple und Google nicht mehr gewachsen. Dieses Problem hat man aber sowieso lösen müssen, der Wechsel zu Windows Mobile hat nur neue Probleme geschaffen und war aus Sicht von Nokia unnötig wie ein Kropf.

(2)

Was das "Ende von Nokia" angeht, könnten einige jetzt denken wieso, es gibt doch Nokia weiter ? Es wird doch "nur" das Smartphone Geschäft samt Patenten verkauft ?

Stimmt theoretisch, aber das verbleibende Netzwerkgeschäft hat in meinen Augen nicht das Potential dauerhaft selbstständig zu bleiben. Am Ende vermute ich, dass das Geschäft von Mitbewerbern wie Ericsson einverleibt wird und Nokia ganz vom Kurzszettel verschwindet. Man schaue auch mal am Kurs von Ericsson, wie schwierig dieses Infrastrukturgeschäft im Telekombereich ist, wo aggressive Mitbewerber aus China und Taiwan ala Huawei in den Markt drängen. Finnland ist damit sein bekanntestes Unternehmen los geworden. Eine Zeitlang wird es dort sicher noch ein Entwicklungszentrum von Microsoft geben, aber wie lange steht in den Sternen.

Vor dem Hintergrund dieser Aktion wird mir nun aber auch deutlicher, warum Nokias Managements so aggressiv Siemens aus dem NSN Joint Venture gedrängt hat. Das war nach meiner Vermutung eine nötige Voraussetzung um diesen Deal so machen zu können und hilft wiederum massiv Microsoft. Denn für den Übernehmer ist es viel einfacher, einen Teil eines börsennotierten Konzerns heraus zu kaufen, als ein komplettes Übernahmeangebot vorlegen zu müssen. Die Herauslösung von Nokia Networks aus dem Joint Venture war also vielleicht eher notwendige Voraussetzung, damit Microsoft nun diesen Schritt tun kann.

Und damit kommen wir zum dritten Punkt meiner Argumentation:

(3)

Stephen Elop - der Gedanke an ein trojanisches Pferd kann mir da schon kommen - auch wenn ich wie oben gesagt nicht an den grossen drei Jahre andauernden "Masterplan" glaube. Elop ist jetzt ein ganz heisser Kandidat auf die Nachfolge von Ballmer, der - Überraschung - vor kurzem zurück getreten ist. Damit hat Elop defacto - nicht aktienrechtlich und insofern legal - aber doch defacto mit sich selber verhandelt. Auf der einen Seite als Nokia Chef, der nun das Smartphonegeschäft an Microsoft schiebt und auf der anderen Seite als "mitgehender" neuer/alter Microsoft Mitarbeiter, der potentiell neuer CEO werden kann, aber zumindest eine sehr herausgehobene Funktion bei Microsoft haben wird.

Ich denke das "Geschmäckle" ist offensichtlich, auch wenn der Vorgang aktienrechtlich wohl legal ist. Und erneut hilft das am Ende Microsoft. Bei einer Komplett-Übernahme durch Microsoft wäre Elop aber nicht Verhandlungspartner gewesen, wie im Szenario der Herauslösung des Smartphone-Geschäftes. Bei einem Übernahmeangebot hätte sich Microsoft direkt mit den Nokia Aktionären auseinander setzen müssen. Und das wird typischerweise teuer. Sicher, auch jetzt wird Elop die Aktionäre fragen müssen, aber das ist ein weit einfacheres Szenario, als sich bei einem kompletten Übernahmeangebot mit aggressiven Mitspielern ala Icahn und Co. auseinander setzen zu müssen.

Summa Summarum, perfekt getimter Deal aus Sicht von Microsoft. Die Aussagen der Deal sei Ballmer bisher "zu teuer" gewesen, halte ich für ein Ablenkungsmanöver und für bewusst erzeugten Rauch, um den Blick der Gegner zu vernebeln. Dieser Deal - inklusive Patente - ist nicht teuer für Microsoft, der ist ungemein billig. Ich bin sicher, gäbe es Nokia nicht und jemand würde Microsoft heute das gleiche Portfolio an Patenten, Mitarbeitern und Produkten andienen - genau das was Microsoft nun dringend für seine neue Strategie braucht - dann würde Microsoft auch 10 Milliarden USD zahlen. Denken Sie daran, dass Microsoft für Skype locker 8,5 Milliarden USD gezahlt hat und das ganze Smartphone Geschäft von Nokia ist für Microsoft um Faktoren bedeutender, als ein einzelner Dienst für Video-Telephonie.

Nein, das ist nach meiner festen Überzeugung ein toller Deal für Microsoft und ich vermute, die Börse wird das heute auch Microsoft mit einem Premium danken und nicht wie üblich einen Übernahmeabschlag erzwingen. Ein Mitbewerber wird erst umarmt, dann kastriert und dann der schmackhafte Teil einverleibt. Und man bekommt auch gleich einen potentiellen CEO aus dem eigenen Stall geliefert, der nun Branchen-Knowhow aufsaugen konnte, das Microsoft bisher fehlte. Und nun hat Microsoft alle Inkredenzien beisammen, um ernsthaft gegen Apple und Co. antreten zu können.

Einfach perfekt und man könnte meinen, da hätte ein genialer Mastermind im Hintergrund einen perfekten Plan durchgezogen. Wie gesagt, so einfach wird es wohl nicht sein, zu wenig planbar ist die Zukunft und in dem Geschäft sowieso, aber zumindest zeigt Bill Gates nach meiner Meinung die Züge eines genialen Autisten und hat ohne jeden Zweifel einen extrem hohen IQ. Wer weiss ? 😉

Für die Aktionäre von Nokia heisst das in meinen Augen:

Nehmen Sie die schönen kurzfristigen Gewinne (oder verringerten Verluste) mit, die Ihnen Microsoft nun gewährt und schliessen Sie mit dem Kapitel Nokia ab. Ich werde das tun.

Es war eine schöne Zeit mit Dir liebe Nokia und ich war damals einer der ersten Kunden des ersten Communicators - des ersten "Smartphones" der Welt.

Rest in Peace Nokia ! Ich werde Dich vermissen.

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Nach zwei abgelaufenen Monaten ist es heute Zeit, den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.11.12 (jeweils Schlusskurse). Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" seit Oktober ein Minus von -4,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -0,6%. DAX 7322,08 -> 7405,50 = +1,1%, S&P500 1450,92 -> 1416,18 = -2,4%

Unsere Überperformance als "Shorties" setzt sich also fort. Der deutliche Vorsprung vor der Marktperformance ist um so bemerkenswerter, als im letzten Monaten drei der "Gurken" eine gewaltige Trendwende hingelegt und zu einer Rally mit erheblichen Gewinnen angesetzt haben.

Es handelt sich dabei um Nokia, Research in Motion (RIM) und Facebook, die nun alle weit über 20% im Plus stehen. Die erste Lehre dieses Monats ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt - wie hier auf die Abwärtstrends von Nokia, RIM und Facebook - dann ist ein Stop oberhalb der oberen Trendlinie unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen.

Natürlich brauchen auch diese Stops Luft zum Atmen und dürfen nicht zu nahe an der entscheidenden Marke sein. Aber schauen Sie doch einfach auf diese drei Aktien. Wäre es nicht immer noch sehr sinnvoll gewesen, sich nach 5% ausstoppen zu lassen ? Und selbst wenn man vorher mal ein paar Prozent bei ein paar unglücklichen Stops verloren hat, einen derartigen Verlust von 20, 30 oder 40% zu vermeiden hätte sich immer noch gelohnt ! Und seien Sie mal ehrlich. Hätten Sie den Stop nicht gehabt, hätten Sie dann wirklich bei 5% auf "Verkaufen" der Short-Position gedrückt oder wären Sie nicht in fester Überzeugung des "Gurkenstatus" der Aktien einfach im Trade geblieben, in der Hoffnung das er wieder dreht ?

Soviel zum Thema "Stops", kommen wir damit zur der Lage bei Facebook, Nokia und RIM.

Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich inhaltlich von dieser Trendwende bei den drei Aktien halte, muss man die Antwort nach dem Zeithorizont unterscheiden. Bei allen drei Aktien, vor allem aber bei Nokia und RIM, handelt es sich um eine Hoffnungsrally. Und diese kann durchaus nur ein "Dead Cat Bounce" sein.

Da aber die wirkliche Nagelprobe der Hoffnung bei Nokia frühestens im Januar (auf Basis realer Zahlen) und bei RIM noch später nach Launch des Blackberry 10 erfolgt, spricht viel dafür, dass die Hoffnung im Dezember weiter in die Höhe fliegt und es nun gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass alle drei Aktien bis Jahresende weiter deutlich zulegen. Und trotz schon 20-40% Gewinn sind inbesondere bei Nokia und RIM durchaus ähnliche Gewinne für den Dezember vorstellbar. Nicht sicher, aber vorstellbar !

Aber, betrachte ich die Aktien von einer fundamentalen und strategischen Sicht, besteht in meinen Augen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir hier nur einen temporären "Dead Cat Bounce" sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit in drei Jahren noch als selbstständiges Unternehmen auf dem Kurszettel zu stehen, hat in meinen Augen Facebook. Hier befindet sich der Markt einfach im Prozess den "richtigen" Wert für das neue Geschäftsmodell zu finden. Aber das mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen ist und dort eine Menge Potential existiert, ist höchst wahrscheinlich.

Anders die Lage bei Nokia und RIM. Beide sind in meinen Augen strategisch gesehen "Tote Katzen".

Hohe Margen werden in diesem Geschäft nur gemacht, wenn man das komplette Ökosystem von Hardware, Software und Apps - inklusive der Vermarktungsketten - in der Hand behält. Das hat Apple bewiesen und hätte Apple nicht alles unter Kontrolle, wären die aktuellen gigantischen Margen völlig illusorisch.

Genau dieses Potential hat Nokia aber mit der Hinwendung zu Microsoft und Windows Mobile aus der Hand gegeben. Nokia ist damit nur noch ein besserer Hardwarehersteller und Systemdesigner. Die wahren Fäden hält Microsoft in der Hand und letztlich bestimmt damit auch Microsoft über die Margen und die Existenz von Nokia. Selbst wenn Nokia jetzt tolle Absatzzahlen liefert, wie wollte sich denn eine Nokia wehren, wenn Microsoft einfach die Lizenzgebühren für Windows Mobile nach oben schraubt ? Oder Nokia Geschäftsmöglichkeiten abschneidet, weil Microsoft bestimmte Dienste einfach ins Betriebssystem integriert ?

Auf dem Desktop hat Microsoft doch vorgemacht, wie man durch Integration ins Betriebssystem die ganzen Anbieter drum herum langsam aussaugt. Ich habe zum Beispiel keinen eigenen Virenscanner mehr, Security Essentials reicht völlig. Es gibt halt genügend HTCs und reine Hardwaredesigner können ausgetauscht werden, das zugrunde liegende Ökosystem rund um das Betriebssystem aber nicht so einfach. Ich persönlich kann im Moment nicht sehen, wo das Geschäftsmodell bei Nokia ist, mit dem langfristig attraktive Margen erwirtschaftet werden können.

Gleichzeitig hat die Marke und die Patente aber so viel Wert, dass ich damit rechne, dass Nokia früher oder später übernommen wird und damit defacto vom Kurszettel verschwindet. Das muss für die Aktionäre kein schlechter Deal sein, auf eine neue Zukunft Nokias auf eigenen Beinen würde ich aber nicht wetten wollen.

Bei RIM ist die Lage etwas anders, im Ergebnis aber nicht besser als bei Nokia. RIM hat das ganze Ökosystem rund um den Blackberry noch in der Hand, könnte sich also theoretisch wieder zu hohen Margen aufschwingen. Nur ist das realistisch ? Ich glaube nein, der Zug ist einfach abgefahren.

RIM hatte fast ein Monopol als "Manager-PDA" und konnte deswegen hohe Preise und damit hohe Margen erzielen. Noch vor ein paar Jahren war es doch so, dass es entweder buntes, blinkendes Spielzeug von Samsung und Co. gab oder seriöse Businessgeräte von RIM oder Nokia.

Alles vorbei. Auch die grossen Firmen gehen immer mehr von einer einheitlichen Ausrüstungspolitik weg und erlauben den Mitarbeiter sich ihre Smartphones selber zu wählen, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Damit bekommen Moden und was "hip" ist, aber auch im Business-Segment höhere Bedeutung. Das Blackberry Prinzip ist einfach aus der Mode. Wie bei allen ehemaligen Trends gibt es noch eine Fangemeinde, die die Stange hält, das verlängert aber nur das Siechtum, das frische, der Marke zufliegende Blut fehlt. Jetzt hat es auch in der Vergangenheit durchaus mal Beispiele gegeben, wo das Revival einer Marke gelungen ist, insofern nichts ist unmöglich. Das sind aber seltene Ausnahmen, auf die ich nicht wetten wollte.

Wirkliche Zukunft kann eine RIM nur dann gewinnen, wenn sie einen neuen USP findet, der die Smartphone-Nutzer zum Blackberry treibt. Den sehe ich aber zumindest derzeit (noch) nicht und Moden die vergangen sind, kommen nicht so einfach wieder. "Yet another Smartphone" braucht die Welt auch nicht mehr.

Abgesehen davon hat RIM nun ein massives Skalenproblem. Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Entwicklungskapazität sind die Mittel einfach zu gering, um mit den sich abzeichnenden vier "Gorillas" - Apple, Google/Motorola, Samsung, Microsoft - mithalten zu können. Selbst wenn das BB10 ein Erfolg wird, reicht ein einziger verhunzter Produktzyklus bei der Grösse und Finanzkraft die RIM nun hat, um der Firma den Todesstoss zu geben.

Das tolle Produkte auch nichts nützen, wenn der Zug mal abgefahren ist, kann man an Psion oder Palm bewundern. Erinnert sich jemand an diese tollen und sehr teuren Minicomputer ? Auch Psion hatte hohe Margen und eine zahlungskräftige Kundschaft. Auch Psion wurde durch Apple, Samsung und Co. des Geschäftsmodells beraubt und auch Psion hatte nicht die Grösse und Skaleneffekte um gegenzuhalten. Psion ist heute Teil von Motorola und die wiederum Teil von Google. Die grossen Fische fressen die kleinen.

Auch bei RIM haben aber Marke und Patente Wert und wie bei Nokia rechne ich daher eher mit einer Übernahme. Auch hier muss das für die Aktionäre kein schlechter Deal sein. An eine langfristige Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich aber bei RIM eben so wenig wie bei Nokia. Diese Chance auf die eigene, selbstbestimmte Zukunft ist von den drei "Gurkenaktien" wohl bei Facebook am grössten.

Aber noch einmal, diese langfristig strategische Sicht hilft nicht bei der Frage, ob die Rally noch ein, zwei oder drei Monate weitergeht und ob eine Nokia oder RIM nicht noch einmal 20, 30, 40 oder sogar 50% Gewinn produzieren, bevor der "Dead Cat Bounce" dann zum Erliegen kommt oder alternativ ein Käufer auf den Plan tritt und die Aktie vom Kurszettel verschwindet.

Insbesondere bei RIM darf man nicht vergessen, dass der Aktienkurs praktisch ins "Nichts" geprügelt wurde. Es braucht also nicht viel um starke Kurs-Gewinne zu produzieren, ein bisschen Hoffnung und halbwegs brauchbare Umsätze mit dem Blackberry10 Smartphone reichen schon, um den völlig verprügelten Kurs nach oben schnellen zu lassen. Einer neuen Zukunft ist RIM damit aber nicht notwendigerweise näher gekommen, kurzfristige Gewinne für spekulative Anleger sind aber weiterhin möglich.

So weit meine persönliche Sicht auf diese drei "Gurkenaktien". Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 0.99 €; gain: -29.3%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2 €; gain: -28.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 3.7 €; gain: -27.6%
5. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.19 €; gain: -23.7%
6. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.11 €; gain: -23.6%
7. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.77 €; gain: -22.3%
8. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.95 €; gain: -22.1%
9. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 41.86 €; gain: -14.3%
10. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 19.57 USD; gain: -13.2%
11. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 12.99 USD; gain: -12.9%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.62 USD; gain: -10.9%
13. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 15.57 €; gain: -8.4%
14. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 9.61 €; gain: -6.2%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 87.04 USD; gain: -3.7%
16. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 37.98 €; gain: -0.2%
17. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 6.26 €; gain: -0.2%
18. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.52 €; gain: 1.7%
19. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.85 €; gain: 4.9%
20. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.91 €; gain: 6.2%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 74.28 USD; gain: 6.3%
22. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 35.45 €; gain: 15.4%
23. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.82 USD; gain: 15.4%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.82 €; gain: 17.5%
25. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.9 €; gain: 17.8%
26. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.57 €; gain: 25.4%
27. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 28 USD; gain: 28.3%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.6 USD; gain: 43.9%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand zum 01.11.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Heute ist es Zeit, uns nach einem Monat den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.10.12 (jeweils Schlusskurse):

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" im Oktober ein Minus von -5,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -1,6%. DAX 7324,56 -> 7268,53 = -0,7%, S&P500 1450,92 -> 1412,72 = -2,6%

Wir haben den Markt also klar geschlagen und als "Shorties" einen guten Job gemacht. Schaut man darauf woran das lag, ist sehr leicht zu erkennen, dass das Herumreiten auf dem Prinzip der Trendfolge bei der letzten Übung nun scheinbar Früchte getragen hat. Es wurden sehr viele Aktien gemeldet, die schon vorher schlecht liefen und sich in etablierten Abwärtstrends befanden. Das positive Ergebnis der Trendfolge können wir nun beobachten. Passend dazu ist auch, dass die Aktie die im Sinne unserer Übung am "schlechtesten" lief - die also den grössten Gewinn produzierte - mit Salzgitter genau die Aktie ist, die Anfang Oktober schon klar ihren langen Abwärtstrend gebrochen hatte.

Nehmen wir also aus dem ersten Monat unserer Übung mit, dass billig aussehende Aktien in der Regel noch billiger werden. Oder etwas flapsiger: "besch...... Aktien bleiben besch...... Aktien" ! 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.14 USD; gain: -50.0%
2. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.91 €; gain: -20.0%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2.39 €; gain: -14.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.39 €; gain: -14.1%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 1.07 €; gain: -12.3%
6. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 43.58 €; gain: -10.8%
7. Wienerberger (WKN: 852894) 6.22 € -> 5.6 €; gain: -10.0%
8. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.44 €; gain: -7.6%
9. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 13.85 USD; gain: -7.1%
10. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 36.03 €; gain: -5.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 21.63 USD; gain: -4.6%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 28.54 USD; gain: -4.4%
13. Solarworld (WKN: 510840) 1.40 € -> 1.34 €; gain: -4.3%
14. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.30 USD -> 28.13 USD; gain: -4.0%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 86.8 USD; gain: -3.9%
16. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 21.11 USD; gain: -3.3%
17. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.71 €; gain: -1.8%
18. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 7.93 USD; gain: -1.6%
19. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 10.16 €; gain: -0.8%
20. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.81 €; gain: 0.0%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 70.44 USD; gain: 0.8%
22. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.07 €; gain: 1.0%
23. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.56 €; gain: 3.3%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.36 €; gain: 3.4%
25. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.5 €; gain: 4.0%
26. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.25 €; gain: 4.8%
27. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.63 €; gain: 4.9%
28. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 33.38 €; gain: 8.6%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Umfrage: Die „Gurkenaktie“ zum Jahresende 2012

Liebe Leser,

nachdem unsere Übung der "Mr-Market Community Sommer Aktien" so viel Spass gemacht hat und sehr lehrreich war, möchte ich mit Ihnen eine weit schwierigere Aufgabe angehen.

Ich bitte Sie, uns die Aktie (mit WKN) zu nennen, die zum 31.12.2012 *sicher* verlieren - also im Minus stehen - wird ! Die "Gurkenaktie" zum Jahresende 2012 also. Erneut zählt die Wahrscheinlichkeit eines Minus und nicht die Höhe des Minus ! Schluss der Umfrage ist Mittwoch 03.10.12 zum Handelsschluss. Diese Kurse werden dann als Grundlage genommen.

Letztlich ist diese Frage natürlich nur der Antipode zur letzten Übung. Wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie aber schnell feststellen, dass die Beantwortung (subjektiv) weit schwieriger ist, als eine Gewinner-Aktie zu benennen. Ich bin deshalb gespannt, wer überhaupt den Mut hat, sich damit aus dem Fenster zu lehnen.

Dabei ist intellektuell doch eigentlich klar, dass es nur zwei Seiten der selben Medaille sind. Wer das eine kann, muss das andere zwingend genau so können. Warum also fühlt man sich sicher dabei, einen Gewinner zu benennen und zögert verunsichert beim Verlierer ? Das muss doch etwas mit Psychologie zu tun haben, oder ? Denken Sie mal darüber nach ! 😉

So und nun bitte ich die Mutigen unter Ihnen, um Nennung der Aktie, die am 31.12.2012 sicher im Minus steht - der ideale Short also sozusagen. Und ich bitte um eine kurze Zeile mit dem "warum" dieser Auswahl. 😉

Natürlich muss ich selber vorlegen und sinnvollerweise nehme ich die Aktie, bei der ich den Grund hier schon vor Monaten dargelegt habe, es ist Microsoft (WKN 870747). Den Grund hatte ich -> hier <- ausgeführt. Seitdem hat die Aktie schon ca. 10% verloren. Hinzu kommt nun, dass Microsoft gerade die 200-Tage-Linie nach unten durchschlagen hat. An dieser Stelle habe ich also den Dünkel mir einzubilden, klüger als der Markt zu sein.

Mal sehen ob Mr. Market mir auch mal wieder Demut einbläut, verdient habe ich es, man braucht immer mal wieder einen gesunden Schlag auf den Hinterkopf, um die gebotene Demut nicht zu verlieren. 😉

Jetzt sind Sie dran, ich bin gespannt. Die Liste entsteht hier im Thread wieder online mit jedem Kommentar.

Ihr Hari

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Hier die Liste der "Gurkenaktien" mit den entsprechenden Startkursen zum Ende des 03.10.12:

Microsoft (WKN 870747) 29,86 USD
Facebook (WKN A1JWVX) 21,83 USD
Kontron (WKN: 605395) 3,46 €
Sino AG (WKN: 576550) 2,76 €
Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29,3 USD
Praktiker (WKN: A0F6MD) 1,56 €
Infineon (WKN: 623100) 5,01 €
Boeing (WKN: 850471) 69,86 USD
McDonalds (WKN: 856958) 90,35 USD
Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48,87 €
Vestas (WKN: 913769) 5,11 €
Research in Motion (WKN: 909607) 8,06 USD
Solarworld (WKN 510840) 1,40 €
Thyssen-Krupp (WKN 750000) 16,99 €
Gigaset (WKN 515600) 1,22 €
Aixtron (WKN A0WMPJ) 10,24 €
Nokia (WKN: 870737) 2,05 €
Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14,91 USD
Sky (WKN: SKYD00) 3,25 €
A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0,28 USD
Magforce (WKN: A0HGQF) 2,8 €
Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0,81 €
Salzgitter (WKN: 620200) 30,72 €
Talanx AG (WKN:TLX100) 18,75 €
Peugeot (WKN: 852363) 6,14 €
Daimler (WKN 710000) 38,06 €
Intel (WKN 855681) 22,55 USD
Wienerberger (WKN: 852894) 6,22 €

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Strategieupdate – 14.06.12 – Vor der Woche der Entscheidung

10.30 Uhr

Der Markt schwankt aktuell ohne Richtung hin und her. Kein Wunder in Anbetracht der richtungsweisenden Ereignisse, die uns in Form der Griechenland Wahl und der FED Sitzung am kommenden Mittwoch erwarten.

Die Bedeutung der Griechenland-Wahl brauche ich hier nun bestimmt nicht mehr zu erklären, die besondere Bedeutung der FED Sitzung ist aber dadurch begründet, dass es die letzte Sitzung sein wird, in der die FED vor der Präsidentenwahl im November noch Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann.

Natürlich gibt es auch im Herbst noch Sitzungen, aber da jede Massnahme Zeit braucht, bis sie sich am Markt wirklich auswirkt, schliesst sich das vernünftige Zeitfenster für neue Massnahmen in diesem Sommer. Historisch hat die FED eher den aktuellen Präsidenten gestützt, schon alleine weil das Schicksal des FED-Präsidenten oft mit dem Wahlschicksal des Präsidenten verknüpft war.

Deshalb lautet die Erwartung des Marktes an nächsten Mittwoch: "Jetzt oder Nie !". Wenn Bernanke noch liefern will, dann jetzt !

Vor diesem Hintergrund ist es völlig normal, dass der Markt diese Woche nun nicht mehr in der Lage ist eine klare Richtung einzuschlagen und richtungslos hin- und her schwingt. Ich kann daher nur davor warnen, auf diese aktuellen Bewegungen zu viel zu geben und es lohnt sich auch nicht, sich mit einzelnen Aktien zu beschäftigen. Wir müssen einfach das Wochenende abwarten und bis dahin die Füsse still halten. Ich halte aktuell auch etwas mehr Abstand von der Börse und geniesse heute und morgen lieber die Sonne, die nächste Woche wird sicher noch intensiv und aufregend genug.

Um aber mit der "richtigen" Aufstellung in diese entscheidende Woche zu gehen, will ich hier mal rational die aus meiner Sicht wesentlichen Faktoren mit Ihnen durchgehen.

(1) Bewertung:

Erinnern wir uns, als die weltweiten Aufträge im Zuge der Lehman-Krise innerhalb von Wochen zusammen brachen, notierte der DAX bei 3600. Und er wäre wohl noch um einiges tiefer gefallen, wenn die FED damals nicht massiv die Geldschleusen geöffnet hätte. Erinnern wir uns weiter, als letzten Herbst die Eurokrise schon einmal gespielt wurde, notierte der DAX bei 5000.

Daraus lässt sich leicht ableiten, dass bei einem DAX Stand von aktuell 6100 ein ernsthaftes Problem der Weltkonjunktur noch nicht eingepreist ist !

Lassen Sie sich deshalb auch nicht von dem Gerede von "attraktiv bewerteten" Aktien den Blick vernebeln. Sicher sehen viele konjunkturabhängige Aktien auf Basis der KGVs und der Buchwerte aktuell attraktiv bewertet aus. Das waren sie aber im Sommer 2008 teilweise auch schon wieder. Das liegt nur daran, dass die Weltkonjunktur aktuell ganz gut läuft und die Gewinne vieler Firmen (siehe deutsche Autobauer) auf Rekordniveau notieren, was die KGVs niedrig aussehen lässt.

Das ist aber Schnee von gestern und interessiert nicht mehr. Mr. Market schaut nach vorne und interessiert nur, wie sich die Weltkonjunktur in Folge der Ereignisse der kommenden Woche entwickeln wird. Und wenn die Weltkonjunktur abreissen sollte, was in Folge einer ernsten Eskalation der Eurokrise sicher passieren würde, schmelzen die Gewinne der konjunkturabhängigen Firmen wie der Schnee in der Sommersonne ! Insofern sind die extrem niedrigen KGVs gerade einiger deutscher Exportwerte möglicherweise eher eine Problembeschreibung als eine Einladung bei vermeintlichen "Schnäppchen" zuzugreifen.

Auch vor einer Überbewertung des Buchwertes möchte ich warnen, der von einigen selbst ernannten "Value-Päpsten" ja gerne zur Monstranz aufgeblasen wird. Wieviel das Gerede wert ist, konnten wir ja zuletzt bei Praktiker beobachten, die schon bei einem Kurs von 6€ unter Buchwert notierten, was sie aber nicht daran hinderte bis 1€ zu fallen. Der Buchwert war mal eine ganz wichtige und verlässliche Grösse, vor den Änderungen der Bilanzierungsregeln ala IFRS. Mit IFRS steckt in den Bilanzen vieler Konzerne aber nun jede Menge "Goodwill" aus M&A Massnahmen. Wenn jetzt die Börsen zusammen brechen, muss auch dieser Goodwill irgendwann nach dem Prinzip "Mark to Market" marktgerecht aufgelöst werden. Und dann kann ein nominaler Buchwert mal schnell um einen zweistelligen Prozent-Wert zusammen klappen. Ich will den Buchwert damit nicht als nutzlos erklären, er ist immer noch ein wichtiges Bewertungskriterium, ich warne nur davor, ihn überzubewerten !

Fassen wir also zusammen: im Bereich der Bewertung haben die Börsen bei einer Eskalation der Krise für die kommenden Monate massives Potential nach unten. Und dieses absolute Potential ist höher, als das kurzfristige Potential nach oben, wenn sich die Krise verziehen sollte. Das ist aber keinerlei Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses - siehe nächster Punkt.

(2) Wahrscheinlichkeit einer Eskalation:

Erstens haben wir eine FED, die ganz klar kommuniziert hat, dass sie sofort und massiv in den Markt geht, sobald sich die Lage der US Konjunktur deutlich verschlechtert. Dieser "Bernanke Put" stützt den Markt nach unten ab.

Zweitens haben wir eine politische Führung in der Europäische Union und eine EZB, deren Existenz vom Überleben der bestehenden Strukturen abhängen. Man sollte sich keiner Illusion hingeben, wenn es ans "Eingemachte" geht - und da sind wir noch nicht - werden diese Institutionen "um sich schlagen". Dann werde auch Verträge nicht mehr zählen und es wird alles Denkbare getan um die aktuelle Struktur zu stützen, über das Bezahlen der Rechnung können sich dann andere Gedanken machen. Diese Institutionen haben durchaus noch Feuerkraft, weswegen auch von dieser Stelle, wie bei der FED, der Markt nach unten gestützt ist.

Drittens geht der Markt in Sachen Griechenland wohl realistisch von einem Szenario aus, dass die radikalen Linken gewinnen, es aber in Folge nicht zu einem sofortigen Austritt, sondern zu wochenlangem Geschacher in Brüssel kommt. Nur bei einem sofortigen Austritt Griechenlands aus dem Euro, dürfte es zu einem kurzfristigen Rückgang aus Unsicherheit kommen, der aber nach meiner Erwartung dann schnell einer Erleichterung weicht und die Kurse eher nach oben katapultieren sollte. Umgedreht sollte es bei einem Sieg der Nea Demokratia wohl am Montag zu einer Erleichterungsrally kommen. Aufgrund dieser Erwartungen ist das kurzfristige Abwärtspotential aus der Griechenland-Wahl nach meiner Ansicht wohl überschaubar.

Viertens geht der Markt in Sachen FED Sitzung eher von neuen Massnahmen aus und hat da hohe Erwartungen an Bernanke. Das birgt ein gewisses Enttäuschungspotential, unter anderem auch bei Gold, dass sich aber frühestens am Mittwoch realieren sollte.

(3) Marktechnik

Vergisst man all die obigen Rahmenbedingungen und schaut nur auf die Charts und die Markttechnik, drängt sich der Eindruck eines Marktes auf, der nun wieder nach oben will. Ich habe das zuletzt anhand des S&P500 -> hier <- dargestellt. Rein technisch gesehen hat sich die Kraft der Bären nun etwas erschöpft und wenn wir nun ohne obige politische Rahmenbedingungen wären, würde ich anhand der Marktechnik eher zu weiter steigenden Kursen und einem Test der Jahreshöchststände im Verlauf des 3. Quartals tendieren.

Und ein weiterer Faktor der aus der Marktpsychologie kommt ist bedeutend. Alle diese Risiken und Sorgen oben sind dem Markt bekannt und mehr oder minder eingepreist. Wir sterben aber in der Regel nicht aufgrund von Ereignissen, um die wir uns intensiv Sorgen machen. Wir sterben aufgrund von Ereignissen, die wir uns nicht vorstellen konnten ! Es spricht also viel dafür, dass das gesamte Szenario rund um den Euro ausreichend ausgelutscht ist, viel mehr Sorgen sollte man sich um die dunklen Risiken machen, die unerkannt um die Ecke lauern. Insofern bin ich sicher, dass wir in den nächsten Monaten einige Überraschungen erleben werden.

So könnte zum Beispiel der -> Fiscal Cliff <- der in den US zum Jahresende droht, das Augenmerk des Marktes ganz plötzlich und unerwartet weg von Europa verschieben. Machen Sie sich also auf ein paar Überraschungen gefasst: Das was alle erwarten, tritt selten ein !

So weit meine ganz persönliche Sicht auf die aktuelle Lage, was bedeutet das nun als:

Fazit für die nächsten 3 Monate:

Wir haben in meinen Augen ein aysmetrisches Risiko im Markt:

-> Auf der einen Seite eine weit höhere Wahrscheinlichkeit steigender Kurse aufgrund einer Deeskalation der Krise, deren Kurs-Potential in den Indizes aber beschränkt ist und im Bereich von maximal 20% nach oben liegen dürfte.

-> Auf der anderen Seite eine weit geringere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation der Krise, deren Kurs-Potential in den Indizes aber hoch ist und durchaus 50% nach unten von den heutigen Indexständen ausmachen könnte.

Wie stellt man sich in Anbetracht dieser Lage auf ?

Darauf müssen Sie Ihre eigene Antwort finden, denn diese Frage hat auch mit Ihrer Anlagestrategie, Ihrer Risikotoleranz und Ihrer Liquidität zu tun. Ich kann Ihnen aber sagen, wie ich in die kommende Woche gehe:

Ich habe aktuell:

  • Einen Grundstock an Aktien aus der Kategorie "Wertaufbewahrungscontainer", also Titel wie Unilever, Johnson&Johnson, Roche aber auch Tech-Schwergewichte wie Apple.
  • Ein paar selektive Longs in ausgewählten Segmenten mit positiven Trends wie zb den Goldminen - mit Stops abgesichert.
  • Ein paar Shorts als Hedge - auch mit Stops abgesichert.
  • Jede Menge (mehr als 50%) Cash.

So gehe ich in die kommende Woche und warte ab, welche Trends sich etablieren. Und auf diese Trends werde ich dann massiv aufsatteln, denn "The Trend is your Friend !"

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Analyse helfen und wünschen Ihnen das richtige Händchen bei Ihren Entscheidungen !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **