Hari Live Stream 20.04.21

Trendbruch im Raum ZH2

Die Futures vermitteln den Eindruck, dass ein Trendbruch auf der Ebene ZH2 - also des steilen Aufwärtstrends der mit dem Quartalswechsel begann - heute durchaus im Raum stehen könnte.

Das Tief gestern war noch geschenkt, nach dem starken Anstieg von Donnerstag war das völlig normal. Das Tief heute im Future ist auch noch in Ordnung, übergeordnet kann man das als geordnete Konsolidierung werten, so wie ich das unten in Lila eingezeichnet habe.

Aber von hier sollte es jetzt nicht mehr abkippen, denn dann fällt potentiell auch das Tief von Mittwoch letzter Woche Abend und dann kann man den Trendbruch auf Ebene ZH2 als vollzogen vermelden:

Übergeordnet wäre auch das noch kein Drama, auf Ebene ZH3 war diese Korrektur notwendig, da der obere Rand des Trendkanals erreicht war. Übergeordnet ist nicht mal der 20er SMA ansatzweise gefährdet, völlig normal und notwendig also das aktuelle Geschehen.

Aber es sind die ersten kleinen Signale, dass der Daueranstieg des 2. Quartals vielleicht zu stottern beginnt, nicht mehr und nicht weniger:

Der Markt der zwei Märkte

James DePorre schreibt heute -> hier <- von einem "Sneaky Bear Market", also einem schleichenden Bärenmarkt unter der Decke. Aber auch hier im Forum gibt es diese Berichte und Empfindungen bei denen, die weiter die "alten" Momentumwerte reiten wollen, obwohl sich der Wind zumindest temporär gedreht hat.

Gleichzeitig ist mein Investmentdepot jeden Tag langsam weiter hochgeschoben und hat Allzeithoch erreicht, ohne dass ich dafür seit Wochen viel machen musste. Sie wissen grob was darin ist, wenn sie sich Qualitäts-Aktien dieser "Beständiges Wachstum Qualität" aktuell mal vornehmen, ist da bis auf seltene Ausnahmen auch von einem Bärenmarkt rein gar nichts zu sehen, worüber redet der gute JDP also dann? 😛 Denn im Wesentlichen "hodle" ich hier seit Wochen und habe das auch über meine Augen-Operation hinweg gelassen gemacht.

Beide Aussagen sind wahr und das sind die beiden Märkte, die zusammen den aktuellen Markt auszeichnen. Wenn ich in meine Systeme auf die ganzen Momentumwerte schaue, deren Tradingpositionen schon alleine durch die Operation bei mir seit Quartalsanfang alle geschlossen sind, dann finde ich da seit den Höchstständen im Januar/Februar tatsächlich unisono 20, 30 und sogar mehr als Minus - ja das ist ein Bärenmarkt für diese Werte.

Wenn ich dann aber stattdessen auf die "langweiligen" Industrie, Rohstoff und Konjunkturwerte schaue, gestern habe ich dazu E.ON und Daimler im Stream gezeigt, dann war es sehr einfach und mit Ansage damit in den letzten Wochen Geld zu verdienen, auch als Trader. Saubere Setups, saubere Trends, starke Price-Action.

Wenn man das aber mit den Werten versucht hat, deren Zeit seit Februar erst einmal wieder abgelaufen ist, dann ist man zwangsläufig in diverse "Fails" und wegbrechende Setups geraten und hat außer viel Frust nicht viel mitgenommen.

All das ist wahr, all das ist normal und kommt immer wieder vor und ich habe das schon im Wochenausblick wie folgt deutlich thematisiert:

Ich kann nur immer wieder eindringlich betonen, dass *Flexibilität und Gelassenheit* gerade für Trader eine ganz entscheidende Eigenschaft ist. Der Markt lässt sich zu nichts zwingen, egal wie sehr man sich auch anstrengt und egal wie lange man vor dem Schirm sitzt!

Wenn die eigenen Setups nicht laufen, muss man das akzeptieren und entweder "Fischen gehen" oder flexibel die Strategie ändern und sich auf andere Setups konzentrieren, denn irgendwo ist immer ein Bullenmarkt. Beides kann man machen, den Markt zu etwas zwingen zu wollen ist aber die dümmste Entscheidung und dringend zu unterlassen!

Daran will ich noch einmal ansetzen, da es in den letzten Monaten bei einigen Mitgliedern starke Tendenzen gegeben hat, sich tief in spezielle Techniken wie die von Mark Minervini und anderen herein zu graben.

Das ist alles gut so und das kann ich alles unterstützen, sonst würde ich es auch nicht noch fördern. Aber sie müssen sich dabei auch klarmachen, dass *jede Spezialisierung auch eine Verengung ist!* und dass die Wahrheit des Marktes durch immer tieferes "Gründen" wieder verschwimmt und verloren geht. Je näher man also an den Markt heranzoomt, desto mehr verschwimmt das Bild wieder.

Es sind bei diesen Strategien spezielle Aktien mit speziellen Charakteristika, die dann spezielle Setups generieren und damit dann auch eine erfolgreiche Strategie begründen. Aber wie Minervini und Co. auch immer wieder betonen, gibt es halt Zeiten in denen diese Art Setups vorhanden sind und Zeiten in denen das nicht der Fall ist - das ist dann der berühmte "Hard Penny Market" aus Sicht dieser speziellen Setups. Und dann ist auch ganz egal was die Indizes machen, wenn man keine Setups hat, hat man die Hände und Füße besser stillzuhalten!

Die Fähigkeit des "Fischen gehens" ist sowieso zentral, noch zentraler aber für alle, deren Strategie sehr ausgefeilt und damit zunehmend selektiv und "eng" geworden ist. Dann gibt es halt Phasen in denen nichts zu holen ist und es ist entscheidend, dass man das dann auch erkennt und respektiert!

Was aber leider oft passiert ist, dass man dann unzufrieden ist und aus dem Markt etwas herauszwingen will und ich habe die Befürchtung dass das hier und da bei ein paar Mitgliedern gerade passiert. Ich kann aber nur erneut wiederholen, dass das *falsch* ist! Lassen sie das sein!

Alles hat seinen Preis, eine recht "enge" Strategie ebenso wie meine recht lockere, breite Herangehensweise. Wäre ich nicht im Krankenhaus gewesen, hätte ich sicher Null Problem gehabt, die E.ONs und Daimlers auch als Trade mitzunehmen und genau das habe ich im März bei Aktien der Industrie- und Konjunktursektoren ja auch gemacht, einige habe ich hier besprochen.

So tue ich mich leicht immer irgendwo einen Bullenmarkt zu finden, der "Nachteil" meiner Vorgehensweise ist dann aber mangelnde Stringenz wenn eine Art Setup so richtig zu fliegen beginnt. Man kann mit meinem Stil auch sagen, ich mache nicht mal eben 100% im Gesamtdepot, habe aber auch höchst selten Phasen wo gar nichts geht, weil irgendwo ist immer ein Bullenmarkt.

Was ich mit dieser langen Erklärung erreichen will ist, dass sie sich nicht in emotionaler Reue ergehen und sich vom "Fail" ihrer Setups negativ beeinflussen lassen sollten, sondern dass sie erkennen müssen, dass das einfach eine logische und notwendige Folge ihrer Selektion ist. Es muss so sein, es kann gar nicht anders sein!

Je feiner ziseliert eine Strategie, desto selektiver die Bedingungen, aber auch desto länger die Phasen in denen mal nichts geht, weil die Winde des Marktes in die Gegenrichtung blasen.

Das ist völlig normal und völlig in Ordnung, sie haben ja die Wahl stattdessen einen locker-opportunistischen Ansatz wie ich zu wählen, der seine Herausforderungen dann woanders - zb bei Disziplin und Stringenz - hat.

Wichtig ist aber zu erkennen, dass der Markt nicht immer etwas für uns zu bieten hat und dass es eminent wichtig ist, das zu erkennen und zu respektieren und "Fischen zu gehen". Das Dümmste was man machen kann, ist aus dem Markt etwas herauszwingen zu wollen. Das ist die Garantie für monetär wie emotional negative Erlebnisse!

Surfen sie stattdessen mit den Wellen des Marktes. Wenn sie dafür gezielt nach ganz bestimmten Wellen eines ganz bestimmten Typus suchen wollen, dann ist halt nicht jede Woche was für sie dabei, so ist das halt mit den Wellen!

Quartalszahlen des Tages ZH3

Johnson & Johnson (JNJ)

-> Beat and Raise <-, wieder überzeugt JNJ, eine klassische Basisposition im Investmentdepot.

Wie ich schon im Video gestern sagte, ist das keine Aktie die man wegen schneller Kursgewinne im Depot hat, dafür aber wegen Beständigkeit und langsamer Wertsteigerung. Und genau an der Stelle liefert JNJ heute wieder:

Procter & Gamble (PG)

Ditto auch bei PG, die waren aber letzten Sommer bis in den Spätherbst zu schnell zu weit gelaufen, weswegen es nun im März auch zu einer ausgedehnteren Korrektur gekommen ist, die aber im großen Bild zwangsläufig und auch antizipierbar war. Ich bilde mir ein darüber sogar schon im alten Jahr geschrieben zu haben, dass PG erst einmal "auserzählt" war.

Heute dann -> gute Zahlen <- aber auch nicht überragend und im erwarteten Rahmen, nun muss sich zeigen ob es wieder hoch geht, die Chance dafür ist so schlecht nicht:

Abbott Labs (ABT)

Eine -> Enttäuschung <- kommt bei ABT von einem weiteren Investment-Dauerbrenner, die mit der mit Erwartungen aufgeladenen Covid-Test-Thematik zu tun hat:

Ein Blick eine Zeitebene höher zeigt aber schnell, dass aus Investmentsicht hier rein gar nichts passiert und eine temporäre Rückkehr in die eingezeichnete 110er Zone nur logisch und folgerichtig wäre, denn eine Aktie kann nicht immer nur steigen, sie muss auch einmal einen Schritt zurück nehmen:

Philipp Morris (PM)

PM -> bestätigt die frohen Erwartungen <-, da war der Markt sich aber auch im Vorfeld sehr sicher.

Interessant ist hier vor allem das ganz langfristige Bild, weswegen ich ihnen hier auch nur den ZH5 zeige:

Die neue Nachricht von der FDA, nach der das Nikotin in Zigaretten stark begrenzt werden soll, trifft heute den ganzen Sektor, ansonsten wäre die Bewegung hier viel stärker nach oben.

Lockheed Martin (LMT)

LMT hat die berühmten -> gemischten Ergebnisse <-, dafür ist die Reaktion trotz der pausenlosen Rally davor aber sehr verhalten.

Man muss das eher so lesen, dass kein Abgabedruck in der Aktie existiert, was für weiter steigende Kurse spricht, nachdem die Zahlen verdaut sind und die Price-Action sich "gesammelt" hat:

Schwache Aktien des Tages ZH3

Der Markt schwächelt weiter, wie ich Eingangs sagte liegt heute der Geruch eines Bruchs des ZH2-Trends seit Quartalsbeginn in der Luft.

Auch heute gibt es ein paar starke Aktien, in dem Environment macht es aber mehr Sinn, wenn ich ihnen mal ein paar Setups zeige, die eher prekär, also gefährlich nach unten aussehen:

Nike (NKE)

Entweder dreht das Ding jetzt sofort auf dem 200er SMA oder es dürfte recht unangenehm werden:

Morgan Stanley (MS)

Erstes tieferes Hoch oder nur Konsolidierung im Aufwärtstrend? Beides möglich, das Verhalten bei der eingezeichneten Unterstützung dürfte darüber Aufschluß geben:

Royal Durch Shell (RDS-A)

Was bei den Ölwerten lange nur eine Konsolidierung im Aufwärtstrend hätte sein können, beginnt wieder zunehmend prekär auszusehen, Shell ist nur ein Beispiel.

Noch ist Polen (im Sinne des Trends) nicht verloren, aber viel sollte nach unten jetzt nicht mehr passieren:

Boeing (BA)

Auch Boeing droht wieder wegzukippen. Hätte ich jetzt persönlich nicht erwartet, dass das noch einmal passiert, auch wenn ich die Aktie nicht im Depot habe, weil zu schlecht geführt - zumindest bisher.

Da braucht es jetzt die Kavallerie:

Marriott International (MAR)

Auffällig auch die Lage bei einigen Reise- und Touristik-Aktien wie MAR, die ihr Mojo völlig verloren haben und am Abbrund entlang schrammen.

Was preist der Markt hier ein? Neue Mutanten?

Cramers House of Pain

Auch sehr schön Jim Cramer heute -> hier <- zu meinem zweiten Punkt oben, dem "Markt der zwei Märkte":

We've got two markets, one is a house of pain and the other is a house of pleasure. The house of pleasure has walls made of traditional stocks and holds up under any scrutiny, but the house of pain has been falling apart and today the walls came closing in.

What are these two markets and how did they come about?

Simple: you have the old timers who know when you have a moment of economic acceleration you have a whole host of stocks to buy, all sorts of good old fashioned cyclicals and industrials that can make fortunes coming during the great awakening. These are the stocks that have powered the stock market to new highs. They are the stocks of the roaring twenties, the boom stocks that are your basic plays on economic revival.

Then you have the younger cohort, drawn by no commission trading, an easy Robinhood app, and very exciting stocks, stocks like Tesla , that have so much going for them.

The first group owns stocks that the second group has never heard of, stocks like Okta and RingCentral or Emerson and Ingersoll Rand. These stocks mean absolutely nothing to the younger people. They wouldn't know a Honeywell if it hit them over the head. Their interest can't be held by a PPG or even a Home Depot or a Lowe's

ZH2 Trendbruch-Test

So liebe Mitglieder, viel gibt es jetzt nicht zu tun, der Eingangs avisierte Trendbruch auf Ebene ZH2 wird gerade getestet, sehen sie selber bei Betrachten der Tiefs im Future:

Es ist jetzt sehr wichtig die Perspektive zu behalten, es geht *nur* um den pausenlosen Aufstieg seit dem Quartalswechsel, der sowieso korrekturanfällig war und den ich ihnen hier noch einmal in anderer Perspektive des ETFs SPY zeige:

Aus Sicht des übergeordneten ZH3 Trends auf Tagesbasis ist das sogar positiv und gesund zu werten, der Markt ist fast 3 Wochen beständig gestiegen, mal wieder ein Schritt zurück ist da nur gesund. Und natürlich kann da nun mehr daraus werden, es muss aber nicht!

Heute gibt es da für mich nichts mehr zu tun, es gibt kaum Setups, eine diffuse Lage, da mache ich etwas anderes, zumal ich immer noch keine Trades offen habe, weil nach meiner Operation die Ausgangslagen nicht mehr so ideal waren, wie zum Quartalswechsel vor der OP. Sobald sich wieder gute Setups ergeben, deren Sahne ich abfischen kann, beginne ich auch wieder zu traden, aber aktuell bin ich da "blank".

Im größeren Bild kann dieser willkommene Dip mitten im April aber sehr wohl den Boden für eine fortgesetzte Rally bis weit in den Mai hinein bereiten, das halte ich für sehr gut vorstellbar und realistisch.

Ich gehe allerdings auch davon aus, dass falls die Rally sich fortsetzt, sie weiter primär von den "alten" Aktien getrieben wird, die wie Jim Cramer oben so schön sagt, die "Old Timer" so gut kennen, die aber nicht mehr besonders "sexy" sind. Sexy ist derzeit Out, schmutzige Hände sind eher angesagt. 😛

Ich bin schon ein komischer Typ. Ich bei ein "Old Timer", kenne diese Aktien auch gut, mag aber auch sexy. Aber vielleicht ist es eine Folge des Alters, dass ich nicht mehr jeden Tag nach sexy heiss bin, sondern auch den spiessigen Charme der "Häkeldecken-Aktien" schätze. 😛

Bis Morgen Nachmittag!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 04.03.21

Kurzinfo Augen

Bevor es mit dem eigentlichen Stream losgeht, eine kurze Info zum Thema Augen bei mir.

Das operierte linke Auge ist wie beschrieben sehr gut geworden. Ich bin damit wieder arbeitsfähig, bis auch das dann irgendwann eine Transplantation braucht.

Das rechte Auge wird aber immer schlechter und in Absprache mit meinen Ärzten werde ich daher die positive Phase des guten linken Auges nutzen, um beim rechten Auge die "große OP", die Transplantation also, zügig abzuwickeln.

Voraussichtlich im 2. Quartal kommt da also eine erneute Operation. Während die nun abgewickelte "kleine OP" praktisch ohne Auswirkungen auf den Blog geblieben ist, werde ich bei der "großen OP" aber ein paar Tage im Krankenhaus sein. Ich rechne mit einer Woche "Ausfall", wie ich das organisiere überlege ich dann, wenn ein konkreter Termin geplant ist. Das nur vorab zur Info.

Abwärts-Trend-Kanal ZH2

Der Abwärtstrendkanal besteht fort, im Hourly des Futures kann man die Kette tieferer Hochs und Tiefs schön sehen. Die Sorge um ansteigende Renditen ist weiter im Markt. Wie so oft verbeisst sich der Markt in ein Modell, um das er dann gedanklich kreist. Wir haben das schon oft erlebt, erinnert sich noch jemand an die Diskussion um die "Inverted Yield Curve", die am Ende ebenso sinnlos war, wie ich sie schon damals gleich genannt habe?

Vor dem Hintergrund wird es sehr wichtig werden, was Jerome Powell heute Abend gegen 18 Uhr MEZ sagen wird. Das kann - je nachdem - eine scharfe Bewegung in beide Richtungen auslösen und die Ängste bestärken oder besänftigen.

Ich halte das nicht für im Vorfeld "handelbar", die Seitenlinie und Abwarten ist hier in meinen Augen die bessere Haltung, als sich an einer Stelle zu exponieren, die jederzeit komplett die Richtung wechseln kann.

Tieferes NASDAQ Tief ZH3

Der NASDAQ hat gestern ein tieferes Tief ausgebildet. Das kann, muss aber nicht, der Vorbote einer weiteren Abwärtsphase sein.

Ich habe ihnen daher als Gegenbeispiel mal den letzten September mitgebracht. Schauen sie selber, so kann das auch ablaufen.

Letztlich ist das Kaffeesatzleserei. Wie ich heute in -> Wann die Börsen wirklich korrigieren <- ausführlich beschrieben habe, hängt der Verlauf stark von der FED und ihren Aussagen ab.

So wie der Markt zu Trumps Zeiten immer mit jeder Meldung des "China-Deals" gestiegen ist, weil die Wurst immer wieder vor der Nase war, kann er auch immer wieder wegen einer Angst fallen, solange diese Angst nicht abgewickelt und damit vollendet wird.

Je eher Powell die FED also klar zum "Problem Inflation" positioniert und klare Aussagen dazu macht, desto schneller wird diese Sorge verschwinden. Solange er aber das Problem negiert, wird die Sorge im Markt bleiben.

Letztlich geht es auch hier wieder um Unsicherheit. Unsicherheit treibt den Markt über Erwartungen. Klarheit schafft eine Basis, von der aus man agieren kann.

Das Fragezeichen um AWK ZH4

Im Forum war ja die Frage, was denn beim Investment-Dauerbrenner American Water Works (AWK) los sei.

Ich weiss es nicht, ich vermute aber, dass es auch eine Folge des aktuellen Inflations- und Renditen-Mantras ist. Dazu trägt auch bei, dass es keineswegs eine "AWK-Problem" ist, sondern auch die anderen Water-Utilities betroffen sind.

Das Geschäftsmodell das AWK und andere haben ist ja, dass kleine, lokale Wasserwerke aufgekauft werden und in die Organisation integriert. Dazu braucht es Kapital und deshalb hat AWK wie andere recht hohe Schulden, denen aber auch sehr zuverlässiger Cashflow gegenüber steht und die deswegen kein Problem sein sollten. Schauen sie auf WTRG, da ist die Lage ganz ähnlich.

In einer Situation wie aktuell, in der die institutionellen Investment-Manager Sorge vor einem Renditen-Anstieg haben, hauen diese ganz reflexartig nach "Standardmodell" die Aktien und Sektoren heraus oder verringern sie, bei denen sie durch höhere Schulden einen Nachteil erwarten. Man sieht das auch im Utilities-Sektor ganz generell:

Wenn diese Erklärung richtig ist, schafft diese "Sippenhaftung" bei AWK und Co. mittelfristig eher Chancen, weil ein echtes Problem kann ich von außen nicht erkennen. Wir wissen aber nicht wie tief es noch geht.

Das ist aber auch ein gutes Beispiel um daran zu erinnern, warum ich dringend davon abrate den Markt nach solchen Nachrichten und Sorgen zu handeln, man ist dann immer zu spät dran und wenn man die Sorgen-Logik versteht, sind die Kurse schon viel tiefer.

In einer sauberen Positionsgrößenstrategie ist es viel einfacher , wie ich ihnen an dem Chart im Weekly auch zeigen will. Sie haben dann eine wie auch immer geartete Trend-Logik, zB gleitende Durchschnitte oder solche Trendlinien wie hier beispielhaft eingezeichnet.

Und dann verringert man die Positionsgröße eben beispielsweise automatisch wenn der Trend bricht, egal ob man dann eine Nachricht hat, die die Logik des Marktes erklärt. Die Nachricht zum Geschehen wird am Markt immer nachgeliefert. Wir sollten aufgrund der Price-Action agieren und uns die Regeln dafür vorher definieren.

Aktien des Tages ZH4

Die "Aktien des Tages" zeigen heute potentiell gefährliche Chartbilder bei Bluechips im Weekly. Je nachdem ob die Aktien hier dem Risiko erliegen oder sich daraus befreien können, erlaubt auch das Aussagen zum Marktzustand.

Nvidia (NVDA)

Amazon (AMZN)

Taiwan Semiconductor (TSM)

Home Depot (HD)

Weit genug gefallen? ZH4

In einer zweiten Liste zeige ich ihnen nun die Weekly-Charts von 4 Bluechips, die in den letzten Wochen schon markant gefallen sind und vielleicht - Konjunktiv - bald "weit genug" gefallen sein könnten.

"Weit genug", weil diese nun auf der Unterstützung des Nach-Covid-Ausbruchsniveaus aufsitzen und das mit etwas Glück der bekannte "Retest" sein könnte:

Illumina (ILMN)

Procter & Gamble (PG)

Johnson & Johnson (JNJ)

NextEra Energy (NEE)

Sektor der Stunde Öl&Gas ZH4

"Sektor der Stunde" ist weiter Öl&Gas. Selbst die Giganten wie beispielsweise COP, ENB, KMI, SU oder XOM haben den Rebound schon getriggert oder sind kurz davor. Diese Bewegung scheint nach einer unvermeidlichen Zwischenpause noch mittelfristige Luft zu haben:

Powell ante Portas

Jerome Powell wird ab 18:05 MEZ Fragen des WSJ beantworten. Wie diese Fragen ua lauten werden, habe ich ihnen heute schon im Vormittags-Artikel dargestellt.

-> Fed’s Powell to Take Questions on Job Market, Interest Rates, Bond Yields <-

Ich schliesse den Stream noch nicht und warte das ab, weil es potentiell marktbewegend sein könnte. Ich melde mich dann abschließend danach noch einmal, vielleicht so gegen 19 Uhr.

Das Falsche gesagt ZH1 ZH3

Hier ist der TLT Intraday, als Powell sprach kam der Einbruch. Da hat Powell ganz eindeutig das "Falsche" gesagt:

Ich habe das nicht verfolgt, aber Auszüge seines Statements gesehen. Zwei Sätze fallen mir dabei auf:

We expect as the economy picks up, we will see inflation move up.

We´ll communicate well in advance before Tapering.

Das könnte in genau die kommunikative Falle gehen, die ich im Vormittagsartikel beschrieben habe. Der Markt hat gar kein Problem damit zu wissen, dass die FED mal irgendwann marginal erhöht, wenn es konkret ist. Aber nur zu wissen "dass da noch was kommt" sorgt für eine Unsicherheitsreaktion.

Letztlich kann man das oben auch so lesen: Es kommt ein Tapering, bereitet Euch darauf vor. Und genau das will der Markt nicht hören.

Aber wie auch immer, das ist jetzt Kaffeesatzleserei und in ein paar Stunden kann das dominante Meme schon anders aussehen.

Der Punkt für uns ist, Powell hat die Sorgen nicht bereinigt. Das Fragezeichen schwärt weiter und damit auch das Risiko, dass diese Schwächephase noch bis weit in den März andauert und tiefer geht als bisher. Aber das war ja durchaus erwartet, insofern keine Überraschung.

Wie sie mit dieser Phase umgehen wollen, ist nicht pauschal zu sagen. Die Einen werden aussitzen, die Anderen haben vielleicht schon aggressiv die Sektoren rotiert. Die Einen werden nun "Fischen gehen", die Anderen aggressiv die Swings spielen wollen.

Ich habe als Investor die Sektoren rotiert und Positionsgrößen (und damit Exposure) nach unten angepasst, das ja aber wie sie wissen in Sachen Rotation schon am 06.11.20 begonnen, weswegen mein Rotationsbedarf nun begrenzt war und ich vor allem Positionen verkleinert habe. Und als Trader neige ich in so Phasen sowieso eher zum "Fischen gehen".

Aber das halten sie wie sie wollen, wichtig ist nur, dass sie sich nicht vom Markt treiben lassen, sondern sich an ihren Plan halten!

Machen sie sich aber klar, dass so eine Welle der Sorge durchaus auch schmerzhaft werden kann, dann aber recht sicher auch hervorragende Chancen generiert - ein Einbruch des SPY bis hier im folgenden Chart wäre keineswegs unwahrscheinlich.

Bedenken sie, dass ich genau das schon letztes Jahr für Februar/März in meinen Projektionen hatte und zwar genau bis zu dieser Unterstützung, die ich ihnen bei der "roten" Variante auch im letzten Wochenausblick gezeigt habe:

Wir lesen uns am Sonntag zum Wochenausblick wieder. Machen sie es gut!

Und wenn es im Wald ganz dunkel wird, dann Pfeifen sie! 😛

Nein ernsthaft, auch das geht vorbei, aber der heutige Abend könnte unangenehm und tiefrot werden und was dann Morgen passiert weiss nur der Wind.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Frühlings-Gefühle



Frühlings-Gefühle durchströmen den Markt und das ist wichtig. Denn der Versuch war am Freitag und Montag Nacht merkbar da, den Bounce zum Abknicken zu bringen, die Bullen war aber zu stark dafür.

Das ist deshalb wichtig, weil je stärker und stabiler dieser Bounce wird, desto wahrscheinlich hat der 23.03. den Tiefpunkt markiert und ein immer noch wahrscheinlicher Retest dreht dann oberhalb dieser Tiefs mit einem höheren Tief wieder nach oben.

In einem sehr schwachen Markt, wären wir jetzt schon zuverlässig abgekippt und hätten gestern das Gapdown der Nacht vergrössert. Haben wir aber nicht, woran sicher der Stimulus mitwirkt, aber letztlich ist das "warum" egal, wichtig ist dass der Markt im Bounce nun Durchhaltevermögen zeigt und das ist ein positives Signal.

Verzerrt wird diese ganze Einschätzung aber wie ich gestern schon sagte vom heutigen Quartalsende, die derzeitige Stärke sollte auch mit Repositionierungen großer Adressen zu tun haben. James DePorre erklärt -> hier <- sehr schön, was es damit auf sich hat, das erspart mir die Erklärung:

One issue that is coming into play as we wrap up the month is pension plan allocations. Many pension plans have target allocations. For example, they may want to hold 70% equities and 30% bonds. When equities fall in price and bonds rise, those percentages will change. With the recent fall in prices, many funds will now be underweight equities and will need to add to their positions at the close tomorrow.

There is some talk that some funds may not be making their typical re-allocations because of the volatility, but there is still likely to be buy pressure into the close tomorrow.

Der erste Test dieses Bounce kommt also ab Morgen dem 01.04.20 und dem Beginn des 2. Quartals. Dann erst wissen wir was der Markt wirklich denkt, wenn er nach vorne schaut, außer er schickt uns im wahrsten Sinne des Wortes in den April.

Der zweite Test kommt dann im Laufe des April mit den ökonomischen Daten, die dann die Zeit des Crash beinhalten und mit der Quartalssaison, in der die Firmen ihre neuen Ausblicke präsentieren werden.

Es gibt aber schon objektive Gründe für diese Frühlingsgefühle, da prasseln nun zunehmend positive Nachrichten herein:

Die Welt ist auch technologisch nicht mehr die von vor 20 Jahren und schon gar nicht von vor 100 Jahren, so eröffnen zum Beispiel designte mRNA-Impfstoffe neue Chancen, diese schneller zu entwickeln und vor allem zu produzieren, alte Impfstoffe mussten noch langwierig in Eiern oder Zellen gebrütet werden. mRna-Impfstoffe sind noch nicht bewährt und noch Hoffnung, aber früher gab es diese Hoffnung eben gar nicht.

Einen guten Überblick darüber was da alles passiert und was es bedeutet finden Sie -> hier beim Verband der forschenden Pharma-Unternehmen VfA <-

Es gibt also Grund für latenten Optimismus, der nun zunehmend im Markt ankommt und im Hintergrund lauert ja immer noch dieser gigantische Stimulus, den es so in keiner der bisherigen Krise gab und der die Panik vor der großen Weltwirtschaftskrise ein wenig dämpft.

Objektiv ist diese Krise schlimmer als Lehman, das nur eine Finanzkrise war. Wir haben hier eine weltweite Krise, die sich direkt auf die Menschen auswirkt und aus der zusätzlich eine Depression und Finanzkrise erwachsen könnte. Gleichzeitig haben wir aber auch die schnellsten und massivsten fiskalischen Gegenmaßnahmen, die es je gegeben hat - die 1930er Weltwirtschaftskrise war zum Beispiel deshalb so lange und tief, weil man die Wirtschaft nicht antizyklisch gestützt hat, sondern die Krise durch Sparmaßnahmen verschärft hat.

Deswegen wiederhole ich auch das im Wochenausblick Gesagte, dass diese Situation einmalig ist und das gilt auch für den Stimulus, weswegen uns historische Vorlagen hier nur begrenzt weiterhelfen. Sie sind besser als nichts, aber letztlich auch nur anekdotisch und nicht wirklich auf diese Krise übertragbar.

Womit wir wieder bei der Frage sind, die viele umtreiben wird und das ist, ob man jetzt weiter einsteigen sollte?

Die Antwort ist unverändert, es gibt zu viele mögliche Verlaufsszenarien, um das klar und eindeutig zu beantworten und wir sollten auch nicht nach etwas suchen, was es gar nicht geben kann. Aber die Chance, dass der 23.03.20 das absolute Tief markierte ist durchaus vorhanden und wird stärker, je überzeugender dieser Bounce nun abläuft.

Und ich vermute, dass damit viele von Ihnen nun erneut ein emotionales Problem haben, Sie sind nun vielleicht Ende Februar gut herausgekommen, wie kommen Sie nun wieder herein?

Ich kann Ihnen dazu nur eine scheibchenweise Vorgehensweise in Stufen raten. 30-50% Exposure sind derzeit je nach Risiko-Appetit sicher zu verantworten. Und ich rate Ihnen gedanklich mit einem Trick nun anders herum heran zu gehen.

Statt an der Seitenlinie zu warten und zu Zögern und zu Grübeln wann man kauft - voller Angst dass es dann sofort wieder fällt - denken Sie besser anders herum.

Sie kaufen *jetzt* scheibchenweise Qualität, wie zum Beispiel den iShares Water ETF von letztem Freitag und schwören sich aber, diese Qualität abzusichern oder wieder abzustossen, falls wir wirklich durch die Tiefs vom 23.03. durch und doch noch in einen 50-60% Crash hinein fallen sollten.

Sie ändern also die Wahrnehmung, statt über den Einstieg zu grübeln, wagen Sie ihn in definiertem, begrenztem Umfang und grübeln eher über die Absicherung im Falle des Falle. Und das konnte man eigentlich seit nun 2 Wochen schon gedanklich so vorbereiten, ich erinnere zum Beispiel an -> meine nachdrückliche Predigt vom Live Stream 19.03,20 15:40 MEZ <-

Ganz wichtig ist für Sie nun aber geistige Vorbereitung auf den irgendwann kommenden, ersten Rebound. Vielleicht ja sogar schon morgen, wenn ich dann mal nicht präsent bin.

....

Sie können das gestalten wie Sie wollen, Sie könne nun auch einfach scheibchenweise Qualitätstitel akkumulieren, weil Sie sich klar darüber sind, dass Sie auch noch einmal 20% Minus und 6 Monate Baisse durchstehen werden. Auch das ist eine legitime Strategie.

Aber durchdenken Sie das in jedem Fall *JETZT*, nicht erst wieder am dritten Tag eines Rebounds, der dann mit jedem Tag immer überzeugender wird. Dann sind sie nämlich wieder unter Druck und genau da liegt das Problem.

Und? Haben Sie das getan? Dann renne ich jetzt ja schon offene Türen ein, dann tun Sie schon, was ich hier erneut sage.

Und was Sie da nun kontrolliert und scheibchenweise kaufen können und schon länger konnten sind nicht die Gurken, die vielleicht doch Pleite gehen, sondern echte Qualität. Schauen Sie mal nur als Beispiel, da oben in der Liste der Firmen waren mit Thermo Fisher Scientific (TMO), Johnson & Johnson (JNJ), Abbott Labs (ABT) und Danaher (DHR) vier Namen, die hier allen gut bekannt sein sollten, weil Sie zu meinem engeren Investment-Universum gehören.

Nun will ich damit weder diese Aktien über andere herausheben, noch will ich sagen, dass man derzeit nur Aktien im Bereich Healthcare kaufen kann, es gibt auch andere "Safe Havens", schauen Sie zum Beispiel mal was Procter & Gamble (PG) oder eine Microsoft (MSFT) gerade macht.

Ich benutze nur diese offensichtlichen Nachrichten zu Tests und Impfungen und will Ihnen damit nur zeigen, dass es derzeit gar nicht so schwer ist, sich Qualität ins Depot zu legen, auch wenn man bewusst *nicht* weiss, ob wir noch einmal zu den Tiefs gehen und *nicht* weiss, ob im April nicht doch noch die zweite Phase des Zusammenbruchs kommt.

Schauen Sie mal diese Charts, das sieht doch im Rebound überwiegend recht stark aus und bei diesen Aktien nicht danach, als ob das nur ein "Dead Cat Bounce" wäre - am schwächsten von allen ist noch TMO:

Aber selbst bei den Gurken gibt es erste Frühlings-Gefühle, schauen Sie mal Öl und Öl-Aktien wie BP. Öl generiert neue Tiefs, die es seit 2003 nicht mehr gegeben hat, Ölaktien wie BP machen das aber zuletzt nicht mehr mit und generieren hier sogar eine potentielle Wendeformation:

Letzteres ist jetzt kein Investment sondern eher ein taktischer, mittelfristiger Swing-Trade - zumindest für mich, Sie wissen wie ich über den Sektor langfristig denke - aber ich will Ihnen damit zeigen, dass hier tatsächlich erste Krokusse spriessen.

Womit wir wieder beim Thema sind, das ich hier schon oft erklärt habe, dass dieser Wiederaufbau der Positionen nach dem Crash ein Prozess ist, für den es keinen einzelnen Tag zum Einstieg geben wird.

Nichts hat sich an der Unsicherheit geändert, nichts daran dass ein Retest der Tiefs möglich ist und ein Bruch derselben auch. Und wenn Sie heute eine der Aktien oben kaufen würden, kann es Ihnen fraglos passieren, dass morgen am 01. April eine böse April-Überraschung kommt und der Markt wieder zu fallen beginnt, weswegen Sie vielleicht den Quartalsanfang noch abwarten sollten, heute der 31.03. sollte nicht repräsentativ sein.

Oder es kann Ihnen passieren, dass Mitte April neue Angst aufkommt, wenn die Fallzahlen in Asien wieder steigen sollten. Aber das ist einfach die derzeit deutlich erhöhte Unsicherheit und wer auf die endgültige Sicherheit wartet, kann bis zu den Hochs wieder warten und wird sich dann auch nicht sicher sein.

Entscheidend ist in diesem Prozeß, dass wir inkrementell agieren und uns konsequent der Marktlage anpassen. Und dieses Glas des Marktes ist derzeit weder ganz leer, noch ganz voll, es kann aber realistisch zu 30-50% gefüllt sein und das ist ja auch schon mal was.

Also, für die Investoren unter Ihnen gilt mein Rat:

  • Agieren Sie inkrementell und scheibchenweise, diszipliniert Schritt für Schritt.
  • Vermeiden Sie Käufe nach emotional-optimistischen Aufwallungen, kaufen Sie nach einem Regelwerk.
  • Kaufen Sie kompromisslos fundamentale Top-Qualität und nicht die am tiefsten gefallenen Gurken, die können Sie traden wenn Sie wollen.
  • Kaufen Sie kompromisslos starke Langfrist-Charts, denn der Markt kennt fundamentale Qualität besser als Sie, starke Aktien *haben* starke Charts, sonst sind es keine!
  • Seien Sie sich bewusst, dass das Risiko einer zweiten Crash-Phase weiter besteht und bereiten Sie sich darauf innerlich und mit einer Absicherungs-Strategie vor. Wenn es nicht eintritt - um so besser!
  • Erhöhen Sie Ihr Exposure aktuell maximal auf ein mittleres Niveau, das Ihrem Risiko-Empfinden angemessen ist und mit dem Sie sich auch bei einem Retest der Tiefs wohl fühlen würden.
  • Denken Sie mittelfristig optimistisch, ohne dabei kurzfristig naiv und blauäugig zu sein, diese Krise *wird* vorbei gehen und wir neue Hochs sehen!

Und jetzt wünsche ich heute viel Erfolg und morgen am 01.04.20 wird es richtig spannend, das 2. Quartal 2020 beginnt.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 20.02.20



15:25 MEZ - ZH2

Ich frage mich wirklich, *was* diesem Markt eigentlich Sorge machen kann, eine mögliche Pandemie ist es offensichtlich nicht, eine mögliche Schlammschlacht Sanders vs Trump offensichtlich auch nicht. Damit sind 2 der 3 von den Fondmanagern genannten, bedeutendsten "Tail Risks" abgehandelt.

Vielleicht sollten wir es mal mit der folgenden Schlagzeile versuchen:

Riesiger Asteroid rast unaufhaltsam auf die Erde zu. Einschlag in 7 Tagen.

Aber wahrscheinlich werden die Kurse dann steigen, weil dann ist sowieso alles egal und bis dahin senkt ja die FED die Zinsen, um den Effekt abzumildern. 😛

16:00 MEZ - ZH3

Ich wurde aufgehalten von Sohnemann, der mit einem Freund hier ist und wegen eines technischen Problems nicht wie geplant spielen konnte. Es gibt eben Wichtigeres als Börse, wenn man Papa und Familien-Admin ist, das ist je nach Stimmungslage das Schöne und Lästige daran von zu Hause zu arbeiten. 😉

Schön ist auch -> das Geschehen bei Fresenius <-, die wie hier deutlich síchtbar, im Daily eine Wendeformation haben.

Der Rücklauf Intraday im Daily ist normal, er darf nur nicht zu stark werden, was den Ausbruch dann invalidieren würde:

16:10 MEZ

Der weithin beachtete Philly-Fed-Index ist übrigens -> deutlich gestiegen <-, insofern hat der Markt schon einen Punkt wenn er Risiken ignoriert, von einer Rezession ist weit und breit nichts zu sehen!

16:18 MEZ - ZH5

"Pizza geht immer" hiess es im Forum schon und ich weiß natürlich genau was gemeint ist. Denn Dominos Pizza (DPZ) hatte heute mal wieder -> beeindruckende Zahlen <- und so sieht dann das Langfrist-Chart aus, das ich Ihnen in seinem grandiosen Verlauf ja schon im Video gezeigt hatte.

Stärke gebiert Stärke:

16:25 MEZ - ZH3

Auch sehr schön zum Markt passend. Procter & Gamble (PG) gibt den Apple und -> warnt vor den Belastungen durch das Coronavirus <-:

Wir hören:

Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn werden im aktuellen Quartal per Ende März spürbar beeinträchtigt

Oder auch:

Der Handel in den chinesischen Geschäften sei angesichts der Ausbreitung des Virus erheblich eingeschränkt, so Procter & Gamble. Viele Läden seien geschlossen oder hätten täglich nur wenige Stunden geöffnet. "Wir sind (aber) nach wie vor der Meinung, dass unsere Prognosebandbreiten - und ich betone Bandbreiten - für den Umsatz und Gewinn des Geschäftsjahres die richtigen sind", sagte Finanzvorstand Jon Moeller.

Faktisch ist das eine kleine Gewinnwarnung, dass bestenfalls der untere Rand der Prognose möglich ist. Das ist schon signifikant, zumal bei einer Aktie die nach langer Rally mit einem P/E von 69 und einem Forward P/E von 24 nun "priced for perfection" ist.

Und was macht der Markt? *** G Ä H N ***

Schon irgendwie surreal. It doesn´t matter - whatever happens.

16:40 MEZ - ZH3 - ZH5

Lithium geht auch immer. 😉

Ich hatte Albemarle (ALB) mit seiner schönen Wendestruktur ja x-mal hier erwähnt, will das jetzt gar nicht auflisten.

Gestern kamen Zahlen, die eigentlich nicht gut waren, der -> Forecast wurde gesenkt <- und was macht der Markt?

10% Plus. Muss man das verstehen`? 😛

Auf jeden Fall hatte die Markttechnik mal wieder Recht und hat uns den Weg gewiesen. Nun ist ein starker Widerstand voraus, der wohl zum "Henkel" führen könnte:

16:52 MEZ - ZH3 - ZH4 - ZH5

Wer den erfolgreichen Albemarle-Play - der jetzt mal eine wohlverdiente Pause braucht - mit einem Nachzügler replizieren will, kann das ja mit der chilenischen Sociedad Quimica y Minera de Chile S.A. (SQM) probieren.

Denn dieser "Lithium-Play" sieht derzeit auf allen Zeitebenen nach potentieller, zyklischer Wende im Schweinezyklus aus. Zahlen kommen erst übernächste Woche:

17:25 MEZ - ZH4 - ZH5

Erinnern möchte ich noch einmal an den Hersteller von Freizeitfahrzeugen Thor Industries (THO), den ich am -> hier am 26.11. um 15:50 MEZ <- damals noch bei 65 USD ausführlich gewürdigt habe.

Nun hat sich die Rally fortgesetzt, wir sind gute 30% höher, aber immer noch sieht das gut aus:

17:30 MEZ - ZH1

Kann das wahr sein? Verliert der Markt nun seine Gelassenheit?

Dieser Abbruch ist Intraday eine Charakteränderung, das hatten wir lange nicht. Und ich sehe keine Nachricht als Katalysator, was eher Anlaß zur Vorsicht sein sollte, denn dieser Markt verdaut alles, aber wenn er unter dem eigenen Gewicht zu fallen beginnt, kann es schnell übel werden.

Und damit sind wir wieder in einer Situation, dass wenn sich das zum Handelsschluss bestätigen sollte - aber erst dann - wir das dann als *Warnsignal* einer bevorstehenden Entladung vor uns hätten.

18:00 MEZ - ZH1

Hmmm ....

Ich schließe für heute, ich bin ja morgen vormittag mit dem Wochenausblick wieder da und wenn sich da heute noch etwas Dramatisches tut, kann ich das Morgen für Sie einordnen.

Aber ich sehe immer noch keinen Auslöser für den Einbruch, was für die "Einbruch unter eigenem Gewicht" Theorie spricht, die durch irgend eine Verschiebung im Hintergrund beim großen Geld ausgelöst wurde.

Das macht es durchaus gefährlich, denn ein Markt der jede schlechte Nachricht verdaut, kann immer noch unter dem eigenen Gewicht rein technisch scharf korrigieren.

Und wenn die "Big Boys" mal beschliessen, dass es jetzt gut ist und alle Trendfolge-Programme unisono die Richtung ändern, weil der Wurm sich zu drehen scheint, wird es gefährlich.

Auch der Charakter des Einbruchs, schnell und hart wie nach einem Flash-Crash, spricht für so eine Theorie und erneut, das ist durchaus gefährlich.

Um das wirklich zu werten, müssen wir jetzt sehen, ob das heute zum Closing bestätigt wird. War es vielleicht nur ein "Fat Finger" und der Markt kommt sofort wieder? Kann sein, only time will tell.

Aber vom Gefühl her, wäre ich jetzt vorsichtig und wenn diese erste Gegenbewegung nun gleich wieder massiv abverkauft wird, werde ich nicht mehr bis zum Abend warten und *sofort* meine Hedges in Gang setzen.

Denn zu viel steht nun kurstechnisch auf dem Spiel, nachdem der Markt so lange jede Gravitation negiert hat. Wenn er dann mal zu fallen beginnt, kann das sehr schnell ziemlich schmerzhaft werden.

Also, ein ** Warnsignal **, ein gelber Alarm ist nahe. Je nach Zeithorizont ist es für kurzfristige Trader schon da, oder muss auf der mittelfristigen Ebene mit Tagesschluss noch abgewartet werden.

Halten Sie also die Augen auf und falls das Warnsignal eindeutig kommt und wir heute schwach und auf Tiefs schliessen, sollte man nicht zögern und das eigene Risiko konsequent auf ein Niveau anzupassen, mit dem man sich wohl fühlt.

Die Angst nach oben etwas zu verpassen, ist dann verfehlt, das Prozent das man verpasst bevor man wieder nachkauft, ist dann das kleinere Problem als die 5%, die bei so etwas mal schnell in 2 Tagen abgegeben werden können.

Machen Sie es gut, bis Morgen Vormittag! Heute Abend schaue ich noch einmal ins Forum.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 09.01.20



15:30 MEZ - ZH2 - ZH3

Immer wenn man denkt, dass der Markt nun vielleicht mal eine Pause machen sollte, kommt wieder eine Nachricht daher, die den Markt erneut ein Stück der "Wall of Worry" klettern lässt.

Heute war das -> die Bestätigung von chinesischer Seite <-, dass der "Phase One Deal" wirklich in der kommenden Woche abgeschlossen wird.

Restzweifel verfliegen damit und der Markt hat eine erneute Entschuldigung nach oben zu klettern:

Das Ganze hat etwas Unwirkliches und Irrationales und viele Bären, ja sogar vorsichtige Bullen, dürften langsam ob dieser Persistenz des Aufwärtstrends verzweifeln.

Aber es ist gar nicht ungewöhnlich, dass sich massive Stärke wie wir sie im 4. Quartal hatten, dann bis mitten in den Januar hinein weiterzieht. Erst dann wird es interessant und der Konflikt im Nahen Osten war nicht tief genug, um den Markt nach unten zu zwingen, er hat an der Marktmechanik rein gar nichts geändert - ein kurzer Schluckauf, mehr nicht.

Ich bleibe aber bei meiner Erwartung, die ich im Wochenausblick skizziert hatte:

Diese Warnung ist völlig unabhängig von den Geschehnissen im Nahen Osten und wäre auch ohne diese gültig und von mir so gekommen. Im Gegenteil, vielleicht lassen diese Geschehnisse nun frühzeitig etwas heisse Luft im Markt ab, ohne dass es zu einer weiteren Überhitzung kommt und das ist dann nur zu begrüßen.

Bitte beachten Sie bei dieser Aussage auch die Zeitebene, ich spreche bei dieser Warnung über den Zeithorizont der kommenden Wochen und über eine temporäre Korrektur bzw zumindest Konsolidierung, die dann irgendwann wieder kaufbar ist. Völlig unabhängig davon, ist der übergeordnete Bullenmarkt aber intakt! Auch ein starker Markt, geht aber 2 Schritte vor und 1 Schritt zurück und dieser Schrit zurück steht nun an!

Und noch eine Erinnerung, wie immer ist es unmöglich den genauen Zeitpunkt des Hochs zu timen. Vielleicht steigt der Markt noch 2 Wochen, vielleicht nicht. Was aber zu erkennen ist, ist wenn die Risiken steigen und das ist jetzt der Fall!

Wir bleiben bei diesem Bullenmarkt dabei, solange er läuft. Selbst die enger herangezogenen Stops, die ich im Wochenausblick beschrieben hatte, haben *nicht* ausgelöst, es gibt also bisher keinen Grund dafür, den Markt zu verlassen:

*Aber*, ein dickes Aber, wir sollten jetzt zunehmend damit rechnen, dass dieser Markt irgendwann in den kommenden Wochen in eine üble und überraschende Entladung laufen wird, so wie auch 2018. Vielleicht nicht so tief und giftig wie damals, aber schon überraschend für alle, die sich nun haben von der monatelangen Aufwärtsbewegung einlullen lassen.

Wir ziehen nun also Stops näher heran, haben Hedges bereit und sind ganz allgemein nun besonders aufmerksam. Wenn im Vorfeld von Ihnen definierte Trigger auslösen, wie zB diese Stops die ich als Beispiel gezeigt hatte, dann agieren wir und zögern nicht lange.

Ich betone erneut, dieser immens starke Markt kann durchaus noch zwei Wochen weiter hoch laufen, auch drei. Wir kennen das temporäre Top nicht und sollten daher nicht zu früh abspringen.

Aber die Ratio gebietet, hier nun jederzeit mit einer Entladung zu rechnen, so wie der Markt wirkt, kommt die wohl auch ohne Katalysator, einfach völlig überraschend, weil alle echten Katalysatoren nur im Sinne "Wall of Worry" mit einem BTFD aufgenommen werden.

Der Geschmack eines "Melt-Up" ist auf jeden Fall im Markt und diese Phase markiert in der Regel die Endphase eines Aufwärtszyklus, der dann einen Rücksetzer braucht, um sich neu aufzusetzen. Zwei Schritte vor, einer zurück.

15:50 MEZ - ZH5

Heute vormittag habe ich mich ja gefragt, warum die "Consumer Staples" so relative Schwäche zum Jahreswechsel zeigen, zu denen auch Procter & Gamble (PG) gehört.

Mit einem Augenzwinkern kenne ich jetzt den Grund, es ist fortgeschrittene Infantilität im Top-Management. Schauen Sie mal, was sich der CEO des Unternehmens nicht entblödet, bei der CES 2020 vorzustellen - Dinge die die Welt nicht braucht:

-> Roboter liefert Klopapier per Bluetooth <-

Ich habe schon zweimal auf den Kalender geschaut, um zu überprüfen, dass heute *nicht* der 01. April ist. 😉

Mein Problem ist nicht, dass der CEO über Klopapier redet, das ist ein Hauptprodukt von PG und also völlig richtig so. Aber dieser Roboter für genau eine Rolle, ist so unvorstellbar unsinning und schwachsinnig, selbst bei den größten Geeks kann ich mir nicht vorstellen, dass die sich alleine für den Zweck so einen Roboter kaufen, der dann herum steht, immer auch gepflegt, mit Firmware-Updates versehen und mit Klopapier bestückt werden muss.

Die richtige und weit weniger arbeitsaufwendige Alternative für jeden Menschen mit IQ oberhalb einer Maus, ist eindeutig der "Backup-Stapel" irgendwo in räumlicher Nähe zum Klo. Wer kommt auf solche schwachsinnigen Ideen?

Ich kann nur vermuten, dass dem CEO der Kursverlauf der letzten 2 Jahre zu Kopf gestiegen ist:

16:30 MEZ - ZH3 - ZH4 - ZH5

Mit Snap (SNAP) hat eine weitere Software-Aktie auf allen Zeitebenen eine interessante Ausgangslage:

16:45 MEZ - ZH3

Gestern erst hatte ich Ihnen um 16:00 MEZ den Lufthansa Reversal-Trade als Möglichkeit angeboten. Heute ist er schon markant Realität, es gibt fast 4% Plus:

Das Faszinierende daran ist, dass er nach Trumps Pressekonferenz gegen 17:40 Uhr eigentlich schon klar war. Gold fiel, Öl fiel, es war klar sichtbar, dass der Kriegs-Malus ausgepreist wurde. Klar war damit auch, dass der Einbruch bei den Luftfahrtaktien seine Grundlage verloren hatte.

Trotzdem gab es im nachbörslichen Handel bei der Lufthansa keine markante Bewegung, gerade mal 1% war drin. Ich weiss es so genau, weil ich den taktischen Trade direkt nach Trump gestern noch gemacht habe.

Da haben die kleinen Marktteilnehmer, die den außerbörslichen Handel prägen, also geschlafen. Erst das größere Geld im echten Handel, hat die richtigen Schlußfolgerungen gezogen.

Gut zu wissen, dass es das auch gibt. 😉

17:00 MEZ - ZH3 - ZH4

Ich hatte Xilinx (XLNX) ja schon direkt vor Weihnachten als Mean-Reversion Kandidaten für 2020 verortet. Lesen Sie meine Worte -> am 20.12.19 um 18:00 MEZ <-, mein letzter Tipp, bevor ich in den Weihnachtsurlaub gegangen bin.

Nun steht das Ding kurz davor in Bewegung zu geraten, ein echter Schub fehlt noch als Startsignal:

17:10 MEZ - ZH3

Henkel ist auch so ein Mean Reversion Kandidat für 2020, den ich am 20.12. kurz vor Weihnachten besprochen hatte, konkret -> hier um 16:00 MEZ <-

Auch hier ist der Januar-Effekt eindeutig sichtbar, da der neue CEO jetzt aber erst einmal mit dem Eisenbesen durch die Bilanz muss, würde ich hier nicht mit einem schnellen, pausenlosen Anstieg rechnen, sondern noch mit allerlei Geschiebe. Die echte Chance entsteht wohl erst im Laufe des Jahres:

17:25 MEZ - ZH3

Ich habe Ihnen ja schon ein paar Mal das Prinzip des "Hochschmelzens" gezeigt. Wenn bei einer Aktie der Kurs langsam und beständig steigt und steigt, ohne dass je irgend ein Abgabedruck aufkommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Ende ein markanter Schub nach oben kommt und nicht ein Einbruch.

Machen Sie sich bitte klar, dass dieses "Hochschmelzen" das genau Spiegelbild des Prinzips "Brösel, Brösel, Brösel .... Boom" bei schwachen Aktien ist.

Wenn ein Kurs also nur eine Richtung kennt und es keine Gegenwehr gibt, kommt am Ende eher eine *Beschleunigung*, denn eine Wende, zumindest sollten wir damit rechnen.

Align Technology (ALGN) liefert uns gerade auch ein schönes Beispiel für dieses "Hochschmelzen", schauen Sie selber:

17:35 MEZ - ZH3 - ZH5

Die Korrektur bei den Goldminen setzt sich fort, "Safe-Haven" Assets werden weiter verkauft, allerdings scheint die Bewegung nun auszulaufen.

Natürlich hängen die Minen von Gold ab und das könnte durchaus ein länger gültiges Top mit seinem kurzen Schub über 1.600 hingelegt haben. Auf jeden Fall war meine kurzfristige Skepsis mehr als berechtigt:

Ich bin hier für den weiteren Verlauf aber völlig agnostisch und habe aktuell keinen echten Edge. Ja das "könnte" ein bedeutendes Top werden, es "könnte" aber auch schon bald bei spätestens 1.500 wieder gekauft werden.

Was die Minen angeht ist aber klar, dass die Struktur die der Markt impliziert, immer noch eher diese hier ist, bis wir eines Besseren belehrt werden. Ich finde die Minen jetzt auf jeden Fall wieder interessanter, als Anfangs der Woche:

18:10 MEZ - ZH1

Es ist auch heute wie so oft zuletzt. Außerbörslich kommt der Schub, der Handel selber, eiert dann vor sich hin.

Den Bären und unterinvestierten Bullen, ist hier eindeutig die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, wann will dieses verfluchte Biest endlich mal fallen?

Die Antwort darauf ist ebenso einfach wie schmerzhaft: Dann, wenn alle aufgegeben haben, darauf zu warten. 😉

Und weil das so ist, kann das durchaus noch ein paar Wochen dauern und bis dahin bleiben wir drin und schieben unser Risikomanagement mit und gut ist es.

Wie das abläuft und wie lange das gehen kann, hat uns gerade Tesla (TSLA) bewiesen, die gerade fast genau bei 500 USD angekommen sind und bei dieser Marke wenig überraschend nun endlich mal korrigieren:

Das hohe Volumen gestern spricht dafür, dass gestern einige sehr störrische Shorties endlich aufgegeben haben.

Es gibt hier also Einige, die den Schmerz sehr deutlich spüren oder gespürt haben, nicht wahr Herr Unicorn? 😛

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 04.09.19



15:30 MEZ - ZH2

Und wieder geht es mir ein bischen besser. Ich bin eindeutig auf dem Weg der Besserung, offensichtlich war es wirklich einfach ein besonders fieser Virus, mit deutlichen Auswirkungen auf Herz und Kreislauf auch Tage nachdem alle anderen Symptome schon weg sind.

Der Markt feiert ein wenig, die Feier ist schon von Hongkong ausgegangen. Denn von da kommen Signale der Beruhigung, nachdem das umkämpfte Gesetz wohl zurück gezogen wird.

Trotzdem steht die entscheidende Frage weiter aus, die nämlich, ob der Markt die Range verlassen kann. Zweifel sind erlaubt, aber wir werden sehen, was der Tag bietet:

15:38 MEZ

Marc Aurel war ein weiser Mann:

"Alles, was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit."

Es stimmt nicht zu 100%, denn es gibt eine Ausnahme, ein in sich geschlossenes, konsistentes, formales System wie die Mathematik, formuliert in sich keine Meinungen, sondern formuliert in sich Tatsachen wie 1+1=2.

Aber es ist klar worauf Marc Aurel hinaus will und das ist voller Wahrheit. Gerade in unserer aktuellen Welt, mit Absolutheitsansprüchen und Schwarz/Weiss Logiken, würde solche Weisheit gut tun.

15:45 MEZ

Passend zu Marc Aurel, ist es an der Zeit auf die Waldbrände in Amazonien zurück zu kommen. Deshalb jetzt, weil die erste Welle der Weltuntergangshysterie wieder verklungen ist und sich neue Ziele sucht, um Panik zu schüren.

Jetzt ist es daher an der Zeit, guten Journalismus zu würdigen, der abgewogen, neutral, gut recherchiert und fundiert daherkommt, wo andere mit billigen Tricks in Grafiken und Bildern arbeiten.

Er kommt von der New York Times, ist eine gute Woche alt und ist zusammen mit den Daten, für jeden lesenswert:

-> NYT: Amazonas rain forest fire <-

Hinterher weiss man, dass die Brände immer noch "Scheiße" sind, man kann diese aber in einen seriösen Kontext stellen, zu dem Bilder von der Weltapokalypse nicht passen.

Diese Sachlichkeit dient aber dem Weltuntergangskult nicht und geht daher medial unter. Die Mehrheit hat die Weisheit von Marc Aurel eben nicht.

15:55 MEZ - ZH4

Eine sehr "leckere" mittelfristige Umkehrformation, bei der man richtig zappelig werden kann, bietet uns nun Activision Blizzard (ATVI):

16:15 MEZ - ZH3

Hongkong sendet Entspannungssignale und die Chipwerte haussieren.

Das ist nicht so überraschend, der Zusammenhang ist ja da. Es zeigt aber, dass in den Chipwerten jetzt doch einiges an Ängsten rund um China eingebacken ist, denn nur was vorher Abgaben hatte, zeigt dann starke Erleichterungsreaktionen.

Sollte das Thema Handel abgeräumt werden, gehört der Sektor sicher zu den Hauptprofiteuren:

16:20 MEZ

Noch kurz etwas Politisches, das hier ist für mich ein Volltreffer:

-> Die Angst der Liberalen vor der linken Empörungskultur <-

Auf ihren Parteitagen beschwört die FDP gern den „German Mut“ – und ist dann doch zu ängstlich, provokante Positionen zu beziehen. Aber ihr Profil können die Liberalen nur schärfen, wenn sie Gegenwind nicht scheuen.

Praktisch jeden Tag gibt es derzeit einen politischen Elfmeter aus der zentralistischen Staatsdirigisten-Fraktion. Und die einzige Partei, bei der Liberalität, Freiheit und individuelle Selbstverantwortung des Bürgers wenigstens noch im Programm als Fahne getragen wird, agiert zögerlich und verdruckst.

Diese Art Schlafwagen-Partei braucht niemand. Ein politisches Korrektiv, das für Freiheit und Selbstverantwortung eintritt, braucht das Land aber dringend!

Um das zu erkennen, muss man keineswegs der gleichen politischen Ansicht sein und darf die FDP so wie sie real ist, sogar ablehnen bis hassen. Aber wenn sich im politischen Raum nur noch die Umverteiler und Dirigisten tummeln, fährt das Land zügig gegen die Wand und haben im Übrigen ca. 20% der Bürger, die zu den Selbstständigen, Unternehmern und Wirtschaftsorientierten gehören, keine echte politische Anlaufstelle mehr.

Um es mit einem anderen Bild zu beschreiben, es dürfte wenig überraschen, wie wenig ich persönlich die Gleichmacherei der Linken oder den Moralkult der Grünen mag. Aber es sind eben Denkschulen in der Bevölkerung, die im politischen Alltag repräsentiert sein müssen, sonst würde die Demokratie Schaden nehmen.

Würden beide Parteien sich jetzt also theoretisch politisch zerlegen und nicht mehr im Bundestag vertreten sein, würde ich - obwohl ich politisch wahrlich anders denke - das als echtes Problem betrachten, weil wichtige Kreise der Bevölkerung politisch ohne Vertretung sind.

Genau das ist für mich aktuell die Situation im Land, was individuelle Freiheit und Selbstverantwortung angeht. Das ist ein Problem, das man unabhängig von politischer Orientierung sehen kann und die FDP beschwört es herauf, weil sie lendenlahm und ängstlich wirkt.

16:40 MEZ - ZH5

Seit 2 Jahren dauert die Korrektur beim Wachstums-Depot-Wert Eurofins Scientific nun schon an und zeitweise kam man ins Grübeln, ob da auf der Schuldenseite nicht ein grundlegendes Problem existiert.

Jetzt aber, hat die Aktie wieder ein langfristig wichtiges Niveau erreicht und die Frage steht im Raum, ob die Korrektur hier endet oder eine weitere, grundlegende Abwärtsphase folgt:

17:15 MEZ - ZH5

Ich sollte mal wieder Procter & Gamble (PG) erwähnen, denn es ist ein wunderbares Beispiel für die Macht des Trends und die Bedeutung von Ausbrüchen.

Dieses Witwen & Waisen Papier hatte ich ja früher öfter besprochen, seit langer Zeit aber nicht mehr. Der Grund ist simpel, es gibt nichts Neues, die Aktie steigt und steigt:

Dabei gebe ich eindeutig zu, dass ich mir bei dieser Aktie so eine Expansion wie sie nach der Frühjahrskorrektur 2018 einsetzte, nicht habe vorstellen können. Zu "alt" und "langweilig" erschien die Aktie.

Hier sieht man nun aber, was möglich ist, wenn sich ein großer Ausbruch in Gang setzt, der von fundamentalen Entwicklungen untermauert ist - auch bei "langweiligen" Aktien.

Ein Grund mehr, die Price-Action als den Maßstab unseres Handels Nummer 1 ernst zu nehmen. Wo "Kursrauch" ist, da ist auch Feuer.

17:42 MEZ - ZH4

Wie sieht es denn bei Bayer aus, der Chance die ich im Frühsommer mehrmals thematisiert habe?

Die Chance formt sich weiter aus, wobei ich mir perspektivisch hier eine Doppelstruktur einer kleineren iSKS in Schwarz, die in eine größere iSKS in Blau eingebettet ist, gut vorstellen kann.

Dass Bayer nun einfach nach oben durchzieht, erscheint mir unwahrscheinlich. Mittel- und langfristig, ist die Aktie nun aber wieder interessant:

17:48 MEZ - ZH4

Ich weiss, ich weiss, die Verlässlichkeit so offensichtlicher Flaggen, hat in der Zeit der Algos gelitten, die genau solche offensichtlichen Formationen gerne abschöpfen bzw verschmieren, weil sie gezielt darauf ausgerichtet sind.

Aber trotzdem, diese Flagge unter fallendem Volumen bei Paypal (PYPL) ist alles mögliche, besonders bullisch sieht die aber nicht aus:

17:58 MEZ - ZH1 - ZH3

So, das war jetzt schon wieder ein weitgehend normaler Stream. Was den US-Markt angeht, zeigt der das typische Intraday-Verhalten, das wir zuletzt so oft gesehen haben.

Über Nacht kommt aus Asien bzw Europa ein Katalysator, der SPY eröffnet mit einem Schub und dann eiert er weitgehend richtungslos seitwärts:

Ob das bald dazu reicht, dass der SPY die Range nach oben verlässt, das kann ich Ihnen nicht sagen. Sagen kann ich Ihnen aber, dass ich das Marktverhalten weiter konstruktiv finde und weiter davon ausgehe, dass diese Bewegung eher nach oben denn nach unten aus der Range heraus geht:

Ihnen wünsche ich nun einen schönen Abend, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 23.01.19



15:15 MEZ

Schon gestern in den letzten Handelsminuten waren Lebenszeichen zu sehen, als Gerüchte um eine Lösung des "Shutdowns" den Markt etwas hoben.

Und auch heute ist nach einigen guten Zahlen die Stimmung recht gut, die Hoffnung der Bullen dass das gestern eine Eintagesfliege war, ist nicht chancenlos.

Im Chart habe ich die Abwärtstrendlinie der Konsolidierung eingezeichnet, wenn es von hier wieder nach unten geht, sind wir im Korrekturmodus. Wenn wir heute aber weiter nach oben durchziehen, war es wohl eine Eintagesfliege und wir können die 200-Tage-Linie bei 2.740 ins Visier nehmen und dann schauen wir mal weiter:

15:20 MEZ

Die -> Zahlen von IBM <- von gestern Abend, führen zu einem massiven, vorbörslichen Gap-Up.

Das liegt nicht daran, dass die Zahlen nun besonders gut wären, sogar langsameres Software-Wachstum wird für dieses Quartal erwartet. Es liegt vor allem daran, dass vom "Dauer-Enttäuscher" IBM niemand mehr etwas erwartet hat.

Und so waren die Erwartungen so niedrig, dass selbst ein kleines Hoffnungspflänzchen, dass die Transformation doch voran kommt, zu einer massiven Eindeckungsrally führt.

Im großen Bild will man hier aber erst einmal ein höheres Verlaufshoch sehen, bevor man das für mehr als einen Dead-Cat-Bounce hält - und das ist noch ein gutes Stück Arbeit:

15:35 MEZ

Procter & Gamble (PG), -> überzeugt und hebt den Forecast <-.

Der Markt mag es sehr:

Die Aktie befindet sich damit in einer langfristigen Ausbruchsbewegung, die ich ihr so nicht sofort zugetraut habe:

15:40 MEZ

Dauerbrenner Abbott Labs (ABT) -> enttäuscht etwas <-. Das bedeutet aber erst einmal nicht mehr, als das wenig überraschend die Konsolidierungsbox noch andauert:

15:45 MEZ

United Technologies (UTX) -> überzeugt auf ganzer Linie <- und schickt sich an, markant aus dem Abwärtstrend auszubrechen.

Allerdings muss dafür jetzt noch ein weiterer Schritt vollzogen werden:

16:18 MEZ

Sie wissen ja, dass ich Bayer (BAYN) nun schon seit einigen Wochen taktisch auf dem Radar habe, ich habe ja ein paar Mal darüber geschrieben.

Nun schauen Sie mal auf das Daily, beachten die Wendestruktur, das Gap und die Volumensignatur, mit den langen, grünen Peaks:

Bayer ist eine der wenigen Aktien aus dem DAX, die mich nun mittelfristig interessieren.

16:35 MEZ

Ionis Pharmaceuticals (IONS), ein alter Bekannter, hat nun eine riesige, attraktive Basis ausgebildet:

16:52 MEZ

Noch einmal ein Blick auf NVidia (NVDA), ich habe den Tenor zuletzt schon vermittelt: In meinen Augen ist das, was NVDA als Rebound generiert hat, eher schwach:

Sicher, da sind zwischen dem 24.12. und letzten Freitag über 20% zusammengekommen, aber trotzdem müsste - wenn die Story intakt ist - so eine Aktie ganz anders abfliegen, wenn schon der breite Markt mehr als 10% gut macht.

Der Punkt ist die Story, die ist nämlich teilweise gebrochen. Dieser extreme Peak war das Ergebnis der Kombination des Crypto-Booms mit einem Quasi-Monopol während der Pascal-Generation.

Deswegen ist NVDA immer noch eine gute Aktie, aber eine die nun etwas kleinere Brötchen backen muss und ich warne daher davor, sich im Sinne "Recency Bias" zu stark an den Hochs zu orientieren. Ich bezweifele stark, dass wir die schnell wieder sehen und NVidia kann in einem schwachen Markt auch durchaus noch einmal zweistellig werden.

17:08 MEZ

Die uns wohlbekannte Exact Sciences (EXAS) ist seit wir diese im Sommer 2016 entdeckt haben dauerstark - Sie wissen schon -> Volumenschub und so 😉 <-:

Nun stösst diese bei 80 USD an einen Deckel und falls dieser überwunden wird, würde das neue Energie freisetzen. Relative Stärke zum Markt ist weiter da, die Aktie hat die Hochs schon wieder erreicht:

17:18 MEZ

Die erste Rallychance, hat der Euro nicht ausnutzen können und ist zurückgefallen. Nun existiert eine zweite Chance und es gibt immer noch ein höheres Tief.

In dieser Lage kommt morgen die EZB und wird hier beim Euro möglicherweise eine starke Bewegung auslösen. Meine Vermutung ist immer noch eher nach oben, aber wer will Devisen schon vorhersagen?

17:50 MEZ

Gapfill im SPY ist vollzogen, dann hat der Markt aber nicht nach oben gedreht. Gestern sagte ich, dass wir nicht davon ausgehen sollten, dass der Einbruch sofort wieder gekauft wird und so scheint es zu sein - das Retracement läuft:

Ich bin in der Pause und melde mich gegen 20:30 Uhr wieder hier. Bis später.

20:22 MEZ

Hmmm. Der Markt kann sich heute nicht entscheiden. Trotzdem, klare Aussage von mir, im Licht dieser recht eindeutigen Chartstrukturen des SPY, sollten wir besser davon ausgehen, dass es erst weiter runtergeht und das Retracement Luft nach unten hat.

Plötzliche positive Überraschungen zum Handel oder Shutdown können das kurzschliessen, mit diesem Nachrichtenrisiko muss man aber leben und kann danach nichts ins Blaue hinein handeln.

Rein von der normalen Marktmechanik her, hat diese Konsolidierung/Korrektur aber gerade erst begonnen und sollte mindestens bis 2.600 abwärts laufen:

21:15 MEZ

Ich schaue rechts, ich schaue links, ich bin durch meine Watchlisten durch und sehe nichts, was mich dazu verleitet heute noch aktiv zu werden. Und deshalb schließe ich hier nun etwas früher.

Wir müssen einfach nun sehen, ob die Konsolidierung/Korrektur nach unten Fahrt aufnehmen kann. Die Unsicherheit wie es beim Handelskonflikt weitergeht, wirkt nun in beide Richtungen, denn den Bären ist auch klar, dass wenn hier gute Nachrichten kommen, sie nach oben überrollt werden.

Das reduziert potentiell die Bereitschaft Risiken einzugehen und lässt die Theorie entstehen, dass der Markt nach einer störrischen Abwärtsphase im Dezember und einer störrischen Aufwärtsphase danach, nun vielleicht in eine ebenso störrische wie volatile Seitwärtsphase eintritt.

Einen kleinen, potentiellen Trade habe ich aber noch für Sie herausgepresst. Lending Tree (TREE) wurde zuletzt auch hier im Forum thematisiert und hat eine massive Rally hinter sich, die nach einem grundlegenden Ausbruch aussieht. Nun hat die Aktie klar zum Retracement angesetzt, das natürlich auch durch die Marktentwicklung beeinflusst werden wird.

Eher schwaches Abwärtsvolumen spricht aber dafür, dass dieses Retracement potentiell kaufbar ist. Und zwar im Bereich zwischen Ausbruchszone und 200-Tage-Linie. Falls TREE dahin kommt, sollte man das als Chance im Blick behalten:

So, das wars dann für heute, wir lesen uns Morgen wieder.

Ich wünsche noch einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wallstreet Stream 19.10.18



15:20 MEZ

Gestern runter, heute hoch, das Schaukelspiel scheint weiterzugehen. Wir haben ein mäßigen, vorbörslichen Bounce vor uns, der aber auf mich keinen Eindruck macht. Ich könnte nur wiederholen, was ich heute früh sagte.

Statt mich aber zu wiederholen, brauche ich heute nur James DePorre zu zitieren, der sich heute wie ich anhört: -> Focus on protecting captial rather predicting the next market move <-

The big question is whether we should embrace one side or the other...........

The answer is that we don't need to decide. The only thing we really need to know right now is that the market is in a downtrend and many stocks are falling sharply. We don't need to know if this is a major bear market or not. We simply need to take action to protect our capital and then wait to see what happens next.

...

It isn't necessary to understand anything about Italian bonds, stimulus measures in China, the fate of interest rates in Japan or how the trade war issues will be resolved. You don't need to analyze economic data or try to predict what the Fed will do at its next meeting.

What you need to do is look at what stocks are doing and admit that they are acting poorly. If you are losing money, then cut your losses and protect your capital. Nothing is more important than preserving your capital. Forget all the arguments and theories about what the market will do next.

Nehmen wir uns das zu Herzen und machen wir es so! Dann holen wir uns einen "Tea - Earl Grey -Hot" und entspannen uns. 😉

15:28 MEZ

Wenn Sie sich erinnern, war ich ja im Video an den Zahlen des Eisenerz-Produzenten Cleveland Cliffs (CLF) interessiert, weil sich da ein interessanter Trade anbahnte.

Nach positiv aufgenommenen Zahlen, könnte sich genau das nun realisieren:

Die Zahlen von IPGP kommen übrigens jetzt doch erst am 30.10., furchtbar wie das in den Daten hin und herspringt.

15:34 MEZ

Zahlenereignis des Tages ist heute Procter & Gamble (PG), hier war die Chartstruktur ja wenig begeisternd und lud nicht zum Engagement ein.

Was aber kam war eine -> positive Überraschung <- , die den Markt total auf dem falschen Fuß erwischt, denn hätte er es geahnt, wäre er schon vorher hochgelaufen:

Charts wissen eben nichts über die Zukunft, sie stellen uns aber zuverlässig dar, was der Markt denkt und erwartet. Das ist eine Menge wert, weil der Markt meistens Recht hat.

Aber eben nicht immer, manchmal wird auch der Markt überrascht und genau das ist, was heute bei PG passiert und weswegen die Aktie nun mit 6% anspringt. Denn bei einer Überraschung müssen viele schnell die Seite wechseln und das schiebt und treibt einen Kurs zusätzlich.

15:40 MEZ

Honeywell (HON) hat eigentlich auch -> gute Zahlen <-, das bröselt aber schon wieder weg. Warum weiss ich nicht, dafür bin ich nicht nahe genug am Unternehmen dran.

Aber die Chartstruktur spricht zu mir und signalisiert Vorsicht. Wenn eine Aktie an so einer Stelle nach guten Zahlen fällt, sind die Risiken erhöht. Sicher kann die Aktie nun einen Doppelboden generieren, nur wenn sie das will, warum nutzt sie dann die guten Zahlen nicht?

15:45 MEZ

Normalerweise habe ich keine einzelnen chinesischen Aktien im Depot, weil mir die Informationsquellen mangels Sprache und kulturellem "Gap" fehlen. Einfach nur von gnädigen Übersetzungen westlicher Medien abhängig zu sein, reicht mir einfach nicht, zumal man nie weiss, ob die wichtigen Dinge die westlichen Medien überhaupt erreichen.

Aber ein paar Ausnahmen bei den ganz großen Bluechips kann man durchaus machen und da sticht mir nun gerade Alibaba (BABA) ins Auge, die in den US recht liquide als ADR gehandelt werden.

Alibaba, die Amazon Chinas, steht nach wie vor sehr gut da und die Frage als Investor ist doch berechtigt, ob man bei diesen Kursen - mitten in der chinesischen Krise - da nicht mal langsam "gierig" werden sollte, sobald dieses "fallende Messer" erste Anzeichen einer Stabilisierung zeigt?

Was denken Sie?

15:52 MEZ

Sehr spannend, der US Markt ist schon nach ca. 5 Minuten in den massiven Rallymodus gegangen:

Nun ist das Geschehen der ersten Stunde normalerweise nicht sehr bedeutend, da die Futures das aber gar nicht wiedergespiegelt haben, müssen hier schon ein paar größere Adressen mit Käufen im Spiel sein, sonst wäre so ein Chart im S&P500 nicht drin.

Da fragt man sich doch, ob da jemand ein DejaVue vom Dienstag spielen will?

Das ist wieder so eine Situation, wo man die Zukunft nicht kennt und nicht weiss, was man davon halten soll, wo aber ein Trader ganz opportunistisch sagen kann - sobald er die frühe Bewegung sieht - "da gehe ich mal rein und sichere darunter ab". Und dann sieht man schon was daraus wird.

Das Schöne an dem Ansatz in einen starken Schub hinein zu kaufen ist, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man kurz danach im Plus steht und den Stop ins Grüne nachziehen kann. Und dann wird man in den meisten Fällen bald wieder +/- Null ausgestoppt, weil der Markt eben doch nicht nach oben durchläuft. In den wenigen Fällen in denen es der Markt aber doch tut, ist man hoch profitabel dabei.

Um diesen Intraday-Trade zu machen, muss man also nichts darüber wissen wie es weitergeht. Man ergreift einfach die lokale Chance, kauft sich opportunistisch in Stärke ein und alles weitere ergibt sich dann.

16:22 MEZ

Wenn man jetzt einen großen FAANG-Wert spielen will - viele finden sich ja auf einer Trendlinie wieder - welchen Wert würden Sie dann mittel- bis langfristig eher kaufen - Amazon (AMZN) oder Alphabet (GOOGL)?

Ich recht eindeutig Amazon. Nicht nur weil das Chart stärker ist, sondern auch, weil ich nicht sicher bin, ob die "Datenschleudern" mit ihren Geschäftsmodellen nicht ihren Höhepunkt schon gesehen haben.

Auf jeden Fall macht Amazon auch Druck auf Alphabet, während Alphabet überwiegend noch eine "One-Product-Firma" ist, die Suchmaschine und die damit zusammenhängenden Dienste.

Alles was man dort ansonsten in die Weg geleitet hat, ist spannend und zukunftsträchtig, aber ebensowenig in der Lage einen Ausfall der Cashcow zu kompensieren, wie bei Apple ein Ausfall der iPhones zu kompensieren wäre.

Was denken Sie?

17:08 MEZ

Die Gefahren vorbörslicher Kurse, aber auch die Risiken wenn es in Aktien große Adressen gibt die "abladen", konnten wir heute bei Cleveland Cliffs (CLF) bewundern.

Oben um 15:28 MEZ kurz vor Handelseröffnung hatte ich die Aktie erwähnt: saubere Zahlen, sauberes Setup, 3% Plus.

Dann sobald die Börse öffnete, *BAMM* unter sehr hohem Volumen Intraday runter um 10% auf 7% Minus!

WTF? fragt man sich da, weil das kann nur ein "Fat Finger", also eine Fehleingabe sein, oder eben eine große Adresse die im Dunkeln gelauert hat um abzuladen, was sie ja vorbörslich mangels Liquidität nicht kann - aber eben in die Stärke des Handelsbeginns hinein.

Ich weiß nicht was es ist, der Chartverlauf, der den größten Teil des Absturzes jetzt schon wieder egalisiert hat, spricht aber für den "Fat Finger" oder den "Markt-Elefanten". Trotzdem wurde das Setup zerstört und nun ist erst einmal Unsicherheit in der Aktie.

Fragt sich nur, ob man sich dagegen schützen kann und die Antwort ist eher nein, zumindest schwer. Denn auch wenn es mitten im Handel passiert, ist fraglich ob bei so einem Einschlag ein Stop früh genug zieht und nicht erst weit unten ausgelöst wird.

17:15 MEZ

Einen recht starken Eindruck macht Amgen (AMGN). Den Absturz letzte Woche hat die Aktie mitgemacht, aber die Schwäche dieser Woche wurde fast völlig negiert und das Minus ist schon zu mehr als 2/3 wieder aufgeholt.

Zahlen kommen am 30.10., also übernächste Woche Dienstag:

17:30 MEZ

So liebe Mitglieder, ich höre jetzt mal früher auf. Ganz offen, ich bin müde. Es war eine spannende, aber auch intensive und anstrengende Woche für mich. Der Markt hat uns im wahrsten Sinne des Wortes "auf Trab" gehalten.

Aktuell wird der Pop des Handelsstarts schon wieder etwas abverkauft:

Ganz ehrlich, ich kann Ihnen nicht sagen, wie das heute weiter geht, heute habe ich keine Indikation für Sie, wie sonst so oft. Ich traue diesem Markt aktuell aber nicht, der sich in meinen Augen noch nicht genügend ausgeschüttelt hat.

Es war nach meinem Eindruck in den letzten Tagen nicht genügend Angst da, um einen echten Boden zu formen. Für den Boden brauchen wir diese Angst vielleicht, was dann mit einen Taucher unter die Trendlinie korrelieren würde.

Ich traue diesem Markt also nicht um die nächste Ecke und auch heute kann dieser Bastard noch einige Überraschungen in Petto haben, nach oben wie nach unten.

Trotzdem muss für mich jetzt mal Schluß sein, es ist Zeit mal an etwas anderes zu denken.

Ihnen wünsche ich auch ein schönes Wochenende, wir lesen uns dann hier am Montag wieder, wenn die intensivste Quartalszahlen-Woche dieses Quartals anbricht, in der uns am Donnerstag dann Mario Draghi auch noch mit seinen betörenden Lippen beglückt.

In der darauf folgenden Woche bin ich dann im Ferienmodus und das auch, wenn es an der Börse "Katzen hagelt." Ja und nach meinem Ferienmodus kommen dann die US Wahlen und der Endspurt zum Jahresende beginnt.

Was 2019 angeht, habe ich übrigens noch gar keine Meinung, das ist für mich gefühlt noch weit weg, obwohl es nur noch gute 2 Monate entfernt ist. Gedanklich bin ich eher noch im Sommer als schon bei Weihnachten, was natürlich auch an dem Traumwetter der letzten Wochen liegt, das ich gerne öfter so hätte.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wallstreet Stream 25.06.18



15:20 MEZ

DAX, MDAX und Co. fallen und fallen, die SKS im DAX wird immer realer, die Nackenlinie kommt näher:

Warum der DAX das tut, ist kein Geheimnis. Es sind die gleichen Sorgen um den Welthandel, die auch den S&P500 um 0,5% im Minus eröffnen lassen. Aber beim DAX kommt halt noch die besondere Exponierung Deutschlands zum Welthandel und das ganze Trübsaal Europas hinzu.

Europa strömt doch nur Doom & Gloom aus, wer will denn in so einen Kontinent mit solche trauriger Selbstbespiegelung in der aktuellen Lage investieren? Kein Zupacken, kein Gestalten, kein sich am Riemen reißen und die dicken Bretter bohren. Statt dessen Formelkompromisse und allgemein blankliegende Nerven - Endzeitstimmung eben.

Und nein, das ist nicht alleine Merkels Schuld, sie ist aber dafür in ihrer ganzen Person symptomatisch und eine perfekte Vertreterin der abseits von Machtfragen ziel- und planlosen Technokraten, die auch Brüssel dominieren. "Fliegen auf Sicht" nennt sich das dann, wenn man es als große Strategie der Ruhe verklären will. Planlosigkeit ist es aber eher, wenn ich es mit meinen Maßstäben an gute Führung bewerte.

Und das kommt beim DAX noch oben auf die Handelssorgen darauf und dann sieht der halt so aus.

Trotzdem, lassen wir uns nicht täuschen, die Chance auf ein Reversal ist diese Woche da. Das Quartalsende mit dem Window-Dressing, wird das Bild ein wenig verschmieren.

15:40 MEZ

Ganz viele Charts von Einzelaktien in Deutschland sehen nur sehr angeschlagen aus. Schauen Sie mal beispielhaft Kion (KGX), nicht schön:

15:50 MEZ

Tech ist heute tiefrot, Industrie auch. Das sind die Handelssorgen, die sich da auswirken.

Orte der Stabilität finden sich dagegen bei den Utilities und den bekannten Blue-Chips aus dem Bereich Konsumgüter und Healthcare, also Kraft Heinz (KHC), Procter & Gamble (PG), Johnson & Johnson (JNJ) usw.

15:56 MEZ

Sie sehen es, der S&P500 geht durch den genannten Support bei 2.740 nach unten durch, der Druck der Sorgen ist zu groß.

Das ist nicht gut. Jetzt kommt hier entweder recht schnell ein Reversal, was das zu einem "Undercut" macht und dann ist nach oben Feuer frei, oder das nächste Ziel lautet 2.700-2.710 mit einer schwachen Unterstützung.

Jetzt sollte der gute Donald mal was vernünftiges Tweeten statt nur Handelsdrohungen, langsam geht dem Markt das unter die Haut, es beginnt zu "mattern":

16:35 MEZ

Nun redet auch Bank of America davon, dass ein Handelskrieg die US in eine volle Rezession drücken könnte: -> Trade war could tip us in full recession <-

Der Markt hat damit etwas zum Sorgen und je genau das stimmt. Ich wiederhole, dass ich genau das immer gesagt habe: ein echter Handelskonflikt ist ein echtes Problem und kurstechnisch ein Faktor, der dem Bullenmarkt einen Knacks geben kann.

Nur bei der Frage ob es dazu kommt, bin ich genau so klug wie Sie und alle andere die versuchen, die Gedanken von Trump zu lesen.

Vernunft gebietet anzunehmen, dass das nur Säbelrasseln im Poker ist und das ist bisher ja auch die Annahmne des Marktes gewesen, der sehr gelassen war. Jetzt aber bekommt der Markt echte Sorgen, mehr als das beobachten können wir nicht, denn klüger sind wir in dieser Sache nicht.

Übrigens, jetzt hat der NASDAQ100 ein tieferes Tief generiert. Jetzt ist der Aufwärtstrend seit Ende April gebrochen und die starke Unterstützung bei 7.000 wartet:

17:00 MEZ

Gruselige Price-Action auch um im SPY. Die Roboter von Cyberdyne-Systems versuchen einen zögerlichen BTFD-Rebound, das sind aber wohl nur die veralteten T800er Modelle, die neuen T1000er drücken nach unten:

Da ist derzeit nichts zu holen, auch Long-Trades verbieten sich da. Wer mag und sich das zutraut, kann Intraday was nach unten mitnehmen, sonst halten wir heute lieber unsere Füße still.

Ein derartig schwacher Wochenstart nach einer schon schwachen Woche kann zwei Dinge bedeuten. Entweder den Beginn von ernstem Ungemach, oder den finalen Ausverkauf, bevor Mitte der Woche der Rebound mit Macht kommt.

Ich weiß wirklich nicht worauf das hinausläuft, bin nur mit leichtem Gepäck unterwegs und lasse den Markt entscheiden, was er will.

17:05 MEZ

Zu kaufen gibt es heute nichts, solange die Price-Action so gruselig ist. Aber auf den Radar nehmen kann man Kandidaten. Rheinmetall (RHM) war mir lange zu extended, bei 110€ wollte ich nicht mehr zugreifen.

Nun haben wir endlich den Ausverkauf und wenn ich jetzt auf das Chart schaue, sehe ich ab ca. 90€ eine Zone, in der man dann schon ein Tänzchen wagen kann. Also auf den Radar damit, aber noch nicht ins fallende Messer greifen!

Vielleicht wird es ja so eine 1-2-3 Korrektur wie 2016. Dann würde sich jetzt ein Rebound anschließen und dann geht es noch auf die Unterstützung runter.

PS: Ich sehe gerade, die Trendlinie ist mir bei RHM verrutscht, die sollte etwas höher und das Tief von Februar 2018 touchieren. Aber ich denke auch so ist die Aussage klar.

17:24 MEZ

Der Druck lässt nicht nach. Wie oben gesagt ist das ein Tag, der entweder der Beginn von grösseren Problemen ist, oder es kommt bald das Reversal. Erst hinterher weiss man was es wird, der richtige Tweet der an Vernunft in der Handelsache glauben lässt, würde den Markt nun scharf nach oben schnappen lassen.

Es macht keinen Sinn darauf zu spekulieren, wenn er kommt dann kommt er und man sieht ihn, aber erst hinterher, da wir nicht wissen was das weiße Haus plant.

Ich schließe den Stream daher schon etwas früher, weil es gibt für mich hier nichts zu sagen außer abzuwarten.

Dafür mache ich jetzt sofort ein kürzeres Video *LIVE*, dass das Geschehen im Sinne "was wäre wenn" einordnet, wie also würde das aussehen, wenn jetzt hier ein größeres Problem auftritt, wie weiland 2011?

Das Video sollte ab 18 Uhr Online sein, wenn alles glatt geht.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wochenausblick KW26


Hinweis der Woche

Wir haben KW26, gestern war Sommersonnenwende, das halbe Jahr 2018 ist schon wieder herum. Unfassbar wie die Zeit rast!

Für mich ist das auch Anlaß, die Änderungen an der Blogstruktur zu reviewen, die ich mit dem letzten Jahreswechsel vorgenommen habe.

Die Videos betrachte ich als Erfolg und daran wird sich nichts ändern, außer dass ich sobald ich im Sommer mehr Zeit habe, da noch ein wenig mehr mit experimentieren werde. Dass ich manchmal keinerlei Feedback bekomme, wie zuletzt letzte Woche zum Thema "Straddle", betrachte ich nicht als Negativum, Ihnen ist halt vermutlich nichts dazu eingefallen. 😉

Der Wallstreet Stream als Format ist für mich auch ein Erfolg und bleibt auch unverändert.

Auch den Wochenausblick am Sonntag finde ich richtig und gut und denke er hilft vielen von Ihnen, einen ruhigen, geordneten Start in die Woche zu finden. Der wird auch so bleiben, *aber* ich habe auf der Zeitebene Änderungsbedarf, den ich jetzt umsetzen werde.

Wenn Sie sich erinnern, folgt der Wochenausblick ja anderen Formaten der Vergangenheit wie der "Lageampel", die aber damals alle erst am Montag geschrieben und Online gestellt wurden. Mit dem Wochenausblick, habe ich es mir zum ersten Mal zur Pflicht gemacht, auch am Sonntag für Sie zu schreiben und bin damit in das Wochenende hinein gegangen, das mir bis dahin für meine Familie "heilig" war. Ich mache ja aber trotzdem immer noch am Montag einen Morgenbericht.

Schauen wir es uns mal konkret an, letzten Freitag habe ich den Stream um 18:15 Uhr geschlossen, hatte noch etwas Nacharbeit und habe dann meine Bücher um 19 Uhr geschlossen. Am heutigen Sonntag aber, sitze ich jetzt hier ziemlich genau um 12 Uhr Mittags und schreibe wieder. Um das tun zu können, musste ich mich aber schon vorher, direkt nach dem Aufstehen, wieder gedanklich mit dem Markt befassen und mich in die kommende Woche eindenken und der reine Schreibevorgang dieses typischerweise umfangreicheren Formats, ist dann auch noch ca. 2-3 Stunden. Der Sonntag als Tag der freien Gedanken abseits der Börsen ist damit zerstört. Am Sonntag einfach später mit dem Nachdenken und Schreiben anzufangen, ist auch nicht besser. Erstens ist das schwierig wenn man weiß, dass es sowieso erledigt werden muss, zweitens ist dann der Nachmittag und Abend weg - nicht besser.

Das bedeutet, dass mein Wochenende nun faktisch nur noch aus einem Tag besteht und ich schon am Sonntag Morgen wieder gedanklich und schreiberisch bei der Börse bin. Und das ist mir zu wenig. Sagen wir es härter *es nervt mich*, ich habe so nicht genug Abstand und das funktioniert dann auf die Dauer einfach nicht.

Es ist offensichtlich so, dass ich wie andere auch, meine 2 Tage pro Woche brauche, in denen ich wirklich den Kopf freibekommen kann. Wenn ich das nicht habe, fängt es an zu nerven und wenn es mich nervt, wird auch anderes in Frage gestellt. Die Basis der Existenz dieses Blogs ist einfach, dass ich das Schreiben gerne mache. Das tue ich auch, aber ich muss akzeptieren, dass ich dafür genügend zeitlichen Freiraum brauche.

Damit ist klar, dass ich wieder ein Wochenende brauche, das den Namen verdient hat und das wird ab nächste Woche wieder so sein. Bei der Frage, wie ich das umsetze, gibt es nun aber zwei Möglichkeiten:

In Alternative 1, lasse ich den Wochenausblick so wie er nun ist am Sonntag. Dafür beginne ich mein Wochenende aber schon am Freitag Mittag, weil der Wallstreet Stream nun Freitag Nachmittag immer ausfällt, außer an ganz seltenen Ausnahmen wie dem 09.02., die es im Jahr aber nur ein- oder zweimal gibt. So habe ich dann zumindest 1,5 Tage frei plus einen Sonntag Nachmittag/Abend.

In Alternative 2, bleibt am Freitag alles gleich, ich schreibe den Wochenausblick aber erst am Montag früh. Da er umfangreich ist, wird es sicher bis 11 Uhr dauern und dabei bewegen sich die Kurse dann schon, was das Ganze erschwert.

Ich selber habe eine Präferenz, die Alternative 1. Und zwar weil ich sicher bin, dass der ruhig und entspannt als Vorbereitung lesbare Wochenausblick am Sonntag für Sie wichtiger ist, als der Stream am späten Freitag Nachmittag. Am Montag Morgen arbeitet doch die Mehrheit von Ihnen schon wieder und könnte einen Wochenausblick gar nicht lesen und dann ist die Uhr schon weitergegangen und neue Themen drücken sich ins Sichtfeld.

Außerdem merke ich, dass am Freitag Nachmittag ihre Beteiligung sowieso am geringsten ist, weil auch Sie sich eben auf das Wochenende vorbereiten, im Auto sind usw und so fort. Kurz, meine Präferenz ist Alternativ 1 mit Verzicht auf den Stream am Freitag Nachmittag und alles andere bleibt gleich.

Ich kann aber auch mit Alternative 2 gut leben und will Ihnen daher nun die Gelegenheit geben, meine Präferenz zu überstimmen. Bitte klicken Sie kurz bei der folgenden Umfrage mit drei möglichen Antworten, je eine für beide Alternativen und eine für die neutrale Antwort, dass Ihnen beides recht ist.

Falls sich eine absolute Mehrheit in Form von mindestens 50,1% der abgegebenen Stimmen findet, die für Alternative 2 stimmt - die dritte Auswahl bei der Umfrage also - wird meine Präferenz überstimmt und wir machen ab kommende Woche Alternative 2.

Die Abstimmung ist bis morgen, Montag 15 Uhr offen. Zum Stream am Montag, gebe ich das Ergebnis bekannt:

Wie soll Hari das Schreiben am Wochenende verändern?

  • Im Sinne Alternative 1 auf den Stream am Freitag Nachmittag verzichten, aber den Wochenausblick unverändert am Sonntag belassen (50%, 165 Votes)
  • Im Sinne Alternative 2 den Wochenausblick auf den Montag schieben, dafür den Freitag unverändert lassen (26%, 85 Votes)
  • Keine klare Präferenz, beides ist mir recht. (24%, 79 Votes)

Total Voters: 329

Loading ... Loading ...

Thema und Ereignis der Woche

In Europa und in Deutschland wird natürlich die Migrationskrise medial die Woche bestimmen. Da es aber die Woche vor dem EU-Gipfel ist, wird es in dieser Woche wohl kaum zum Schwur kommen und insofern sollte es von da auch keine Auswirkungen auf die Märkte geben, ausser dass in Europas Märkte die Instabilität ganz generell eingepreist wird.

Ein sonstiges dominantes Event gibt es auch nicht, aber das Hauptthema das die Märkte bewegen dürfte ist die Frage, ob auch in den US die Konjunktur Schwächezeichen zu zeigen beginnt, wie das in Europa bei den Frühindikatoren ja schon der Fall ist.

Und über all dem schwebt das Damoklesschwert eines eskalierenden Handelskonflikts, von dem jeder vernünftige Mensch hofft, dass es bei den bisherigen Scharmützeln im Verhandlungspoker bleibt und er sich nicht ausweitet. Aber man weiss ja nie und diese Unsicherheit belastet.

Weil diese Unsicherheit existiert, wird die Vielzahl der ökonomischen Daten der kommenden Woche besonders kritisch beäugt werden.

Wir haben am Montag um 10 Uhr den IFO in Deutschland und die Häuserverkäufe der US um 16 Uhr. Am Dienstag um 16 Uhr das US Verbrauchervertrauen und diverse Notenbanker. Am Mittwoch um 14:30 Uhr den US Auftragseingang für Investitionsgüter, danach offene Hausverkäufe und die Öllagerdaten, sowie diverse Notenbanker, auch von der Bank of England.

Am Donnerstag steht der Monatsbericht der EZB an und das EU Gipfeltreffen beginnt. Um 14:30 Uhr kommt das BIP der USA und die Erstanträge der Arbeitslosenhilfe und diverse Notenbanker gibt es natürlich auch. Und am Freitag haben wir um 11 Uhr die Inflationsdaten aus Europa, das Gipfeltreffen geht weiter und am Nachmittag eine ganze Reihe von Wirtschaftsdaten, unter anderem die Indikatoren der Uni-Michigan.

In Summe ist also viel los, ohne dass man schon jetzt sagen kann, was am Ende der große Katalysator sein wird, falls es einen Solchen dann überhaupt geben wird.

Chance und Risiko der Woche

Der Markt war letzte Woche schwach, selbst in den USA, aber vor allem in Europa. Schauen Sie hier der Eurostoxx 50 der letzten Woche mit 2,5% Minus:

Sehen Sie aber auch im Chart mit Tageskerzen, dass der "Draghi-Pop" von vorletzten Donnerstag markant als Fakeout abverkauft wurde, trotzdem nun aber eine Restchance auf einen Doppelboden existiert, auch wenn die Gesamtstruktur dominant eher bärisch ist:

Ich übersetze das in die reale Welt dergestalt hinein, dass der Markt die Scheerkräfte in Europa schon als Risikoprämie einpreist, was aber die weitere Entwicklung sehr stark vom politischen Geschehen beim Gipfel und danach in Deutschland abhängig macht.

Was aber auch die Chance auf eine Erleichterungsreaktion eröffnet, die genau dann eintreten würde, wenn der Gipfel substantielle Einigkeit erzielen könnte und die Eskalation in Deutschland damit erst einmal ein paar Wochen aufgeschoben wird. Europas Märkte werden dann wohl einen Sprung nach oben machen.

Das Thema dürfte dann aber an anderer Stelle wieder eskalieren und eine Beruhigung in Deutschland nur ein temporärer Burgfrieden sein, zu unversöhnlich sind die Positionen geworden. Nur ein freiwilliger Rücktritt Merkels und eine Übergabe an einen bei allen Koalitionspartnern akzeptierten Sachwalter, kann diese Eskalation nun wohl noch substantiell aufhalten, statt nur zu verschieben.

Im negativen Fall aus Sicht der Märkte, gibt es keine substantielle Einigung, Seehofer setzt Grenzkontrollen durch, Merkel entlässt ihn und die CSU kündigt die Koalition auf. Das wäre ein klares Negativum, DAX und Eurostoxx würde mit einem Schlag ein weit höheres Risikopremium als heute einpreisen.

Wer also darauf hofft, dass Merkel "ungeordnet vom Hof gejagt wird", sollte sich bewusst sein, dass er für den Fall dann dringend temporäre Depotabsicherung braucht. Wie es dann weitergeht, ist aber eine ganz andere Frage. Genau so wenig wie Trumps Sieg der Untergang der US Märkte war, muss Merkels Abgang länger als ein paar Tage negativ für die Märkte sein.

Nichts und niemand ist alternativlos, gerade nicht die Person, die das Wort so gerne apodiktisch benutzt. Wie es weitergeht, hängt eben von den berühmten Details ab, klar ist aber auch, dass eine Erstreaktion der Märkte scharf negativ sein dürfte - einfach wegen der damit verbundenen Unsicherheit, nicht weil den Märkten Merkel wichtig sei.

Index der Woche

Eigentlich passt es auch in Chance und Risiko der Woche, der Index der Woche der S&P500 zeigt mir aber eher eine Chance, die ich schon am Freitag besprochen habe:

Nach der schwachen letzten Woche spricht einiges dafür, dass wir hier bald ein Kaufsignal in den Sommer hinein bekommen. Sie wissen, ich habe Ihnen diese lila Projektion schon am Donnerstag vor 10 Tagen in -> Das Schwierige des Einfachen <- gezeigt und diese ist perfekt eingetroffen. Warum sollte sich das nicht fortsetzen?

Und wenn es sich nicht fortsetzt und der SP500 nun wegkippt, dann können uns Stops etwas unter 2.740 leicht und locker und ohne große Schmerzen raus bekommen. Der S&P500 sieht mir also nun eher nach Chance aus.

Chart/Grafik der Woche

Ein lesenswerter Artikel von John Mauldin mit einigen Grafiken zum Thema Alterssicherungs-Systeme, findet sich hier bei Advisory Perspectives: -> Europa has train wrecks too <-.

Hier ein Ausschnitt:

Magical Thinking

Look what we’re trying to do in both the US and Europe. We think a growing number of people can spend 35–40 years working and saving, then stop working and go on for another 20-30-40 years at the same comfort level, all while fewer workers pay into the system each year. I’m sorry, but that is magical thinking at its worst. It is not what the earliest retirement schemes envisioned at all. They tried to provide for the relatively small number of elderly people who were unable to work. Life expectancies were such that most workers would not reach that point, or at least live only a few years between retirement and death.

The simple fact is that the extended family, which was the source of support for those who were lucky enough to reach old age, has disappeared. As life expectancy has increased and the size of families shrunk since 1950, government has become the paternal/maternal caretaker of those who have reached the magical age 65.

Und hier ein Grafik daraus:

Vor dem Hintergrund ist die aktuelle "Wünsch Dir was" Politik der deutschen großen Koalition der letzten Jahre schlicht verantwortungslos. Verantwortungslos ist auch, die Sozialsysteme aus einem moralischen Imperativ heraus zusätzlich mit analphabetischen Kostgängern zu belasten.

Verantwortungsvoll wäre dagegen, eine aktive, zielgerichtete Migrationspolitik zu betreiben und die Gesetze so zu verändern, dass Menschen über die Altersgrenzen hinweg ohne Nachteile arbeiten können, wenn sie das gesundheitlich können und auch wollen, um sich etwas hinzu zu verdienen.

Unverantwortliche Politik schnürt Vorruhestandspakete um Wahlen zu gewinnen. Verantwortliche Politik schafft Raum für eigenverantwortliche, menschenwürdige, nicht abhängige Teilzeitarbeit im Alter, mit der diese Generation ihr Wissen zum Wohle aller weiter geben kann. Genau das wollen viele alte Menschen doch auch gerne tun, sie werden nur nicht mehr gebraucht. Es fehlt das Angebot sich stressfrei einzubringen, ohne damit gleich wieder einen abhängigen 40-Stunden-Job zu machen und Sozialabgaben abzudrücken, die das Ganze unwirtschaftlich machen.

Sektor der Woche

Der Aerospace & Defense Sektor, hier dargestellt im Sektor ETF ITA, schwächelt schon das ganze Jahr etwas. Die großen Marktführer wie Lockheed Martin (LMT) haben teilweise markante Korrekturstrukturen ausgebildet, die sich nun entweder dem Ende nähern, oder erst der Beginn von größerem Ungemach sind.

So ist der Markt eben, wenn es am Schönsten ist, sind alle guten Nachrichten schon im Preis und der Markt muss etwas Luft ablassen, um wieder Kraft schöpfen zu können.

Eine grundlegende, fundamentale Trendwende im Sektor anzunehmen, dafür fehlt mir aber die Phantasie. Wir müssen nur in die Weltpolitik schauen um zu sehen was los ist und die Friedenshoffnung um Korea ist für sich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der geostrategische Wettbewerb in Luft und Weltall vor allem zwischen China und den US, wird nicht weggehen und gerade diesen Sektor weiter treiben.

Insofern macht es Sinn, das Geschehen der letzten Monate als die nach Jahren des Anstiegs notwendige Konsolidierung anzunehmen. Ein langfristiger Blick auf den ITA offenbar auch etwas, was ein Mehrfach-Top werden *könnte*, genau so gut wie im blauen Kasten aber nur eine notwendige Seitwärtskonsoliderung sein kann:

Wenn ich dieses Chart auf die Logik meiner bekannten Positionsgrößenstrategie übersetze, dann hatten wir hier schon vor Monaten einen "4/5er Event", in dem man ein wenig Exposure wegnimmt, weil sich eine Konsolidierung/Korrektur zeigt. Mehr aber wegzunehmen und den Sektor weiter abzubauen, macht erst dann Sinn, wenn diese Box nach unten nachhaltig gebrochen würde und da sind wir noch nicht und es ist auch nicht klar, ob es überhaupt passieren wird.

Aktie der Woche

Aktie der Woche ist die schon im Stream erwähnte Procter & Gamble (PG) als Musterbeispiel vieler der zuletzt verprügelten Konsumgüteraktien. PG wird hier nun entweder beeindruckend drehen oder wieder zurückfallen und den Abwärtstrend fortsetzen. Sie können Ihre Wette dazu setzen, wenn Sie wollen:

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***