DAX Ausblick – Mein persönlicher Doppelbeschluss

Der folgende Artikel erschien schon Montag 08.06.15 14:20 in Hari Live

Die Vorsicht und der Zweifel ist nun überall im Markt zu spüren und ich bin sicher, dass auch das deutsche Marktsentiment am kommenden Mittwoch eine deutliche Eintrübung der zuvor deutlich zu bullischen Haltung zeigen wird.

In diesem Moment möchte ich mal einen Gedankengang mit Ihnen durchgehen, für den Sie mich wahrscheinlich für verrückt erklären werden. Denn ich weiss ganz genau, wie gerne der Markt genau den Weg geht, mit dem niemand rechnet - den Weg des maximalen Schmerzes.

Und ich weiss, welche langfristige Wirkung ein massives Quantitative Easing der Notenbank auslöst. Wir haben das doch gemeinsam erlebt, nur vergessen wir Menschen solche Erfahrungen zu gerne zu schnell.

Setzen wir uns also in die Zeitmaschine und kehren zurück in den Herbst 2012, als Ben Bernanke in Jackson Hole im September ein neues QE3 angekündigt hatte, nur dass dann am Markt erst einmal nichts so richtig passiert ist.

Am 11.11.12 - der Markt bröselte seit Wochen negativ vor sich hin - habe ich den folgenden Artikel geschrieben. Bitte lesen Sie den unbedingt noch einmal, es lohnt sich auch im Nachhinein: -> Warum QE3 erst ab 14.11.12 seine Wirkung entfaltet <-.

Zitat: "Bitte denken Sie daran: Liquidity Rules ! Das ist eine der Grundregeln, die immer gültig ist. Dewegen vermute ich auch, dass die Bären nun noch ein paar Tage ihre "feuchten Träume" geniessen können, bevor ihnen bald eine böse Überraschung bevor steht."

Dieser Artikel markierte auf den Tag zum 14.11.12 das Ende des Bröseln und den Beginn einer Aufwärtsbewegung, die bis heute getragen hat:

S&P500 08.06.15 2

Und ich habe schon in das Chart eingezeichnet, was der Gedankengang ist, für den Sie mich nun heute für verrückt erklären werden. 😉

Und klar, Sie müssen mir jetzt nicht schreiben, was heute alles anders ist als damals. Und dass die FED eben heute eher am Ende der QEs angekommen ist. Das weiss ich auch. Und Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich aber.

Und der Reim ist, dass wenn von Seiten der Notenbank ein massives Quantitative Easing in den Markt geschmissen wird, die erste Korrektur nicht das Ende der Bewegung darstellt. Draghi hat sich doch klar und deutlich zur Dauer und den Absichten bis Herbst 2016 geäussert, nur der Markt will es im Moment nicht glauben, genau so wie er im Herbst 2012 schon das Vertrauen in das QE3 verloren hatte und scheinbar übersehen hatte, dass es noch gar nicht wirksam war.

Jetzt besteht bei so einem Artikel, der ein Gedankenszenario skizziert, immer die Gefahr, dass Anleger nun zu ihrem Konto rennen und zu kaufen beginnen, weil sie ein Szenario unter vielen zur sicheren Zukunft machen.

FALSCH! Wir sind hoffentlich klüger. Wir rennen dann zu unseren Kauforders, wenn der Markt wieder zu steigen beginnt und im Moment ist die Lage wackelig und ich selber bin trotz solcher Gedankengänge wie oben weitgehend aus dem Markt und habe viel Cash.

Aber ..... es ist wichtig, dass wir einen klaren Blick für die Möglichkeiten behalten. Und dass wir uns klar machen, dass wir eine Notenbank mit einem frischen QE im europäischen Markt haben. Und ja, vielleicht ist dieses Mal hier alles anders, aber auf diesen Satz zu wetten, lohnt sich selten.

Was sich aber lohnt, ist sich an den Normalfall zu erinnern. Und der Normalfall ist, dass die erste Korrektur nach einem initialen QE Schub eben in der Regel *nicht* das Ende der Aufwärtsbewegung darstellt.

Und weil das so ist, werde ich bei aller berechtigen Vorsicht und aktuellen Abstinenz vom Markt, nun nicht zu negativ werden und werde mich den Schallmeienklägen des Crash-Geredes weiter konsequent verweigern.

Lesen Sie unbedingt im alten Artikel mal die letzten beiden Kommentare. Den Kommentar eines damaligen Mitglieds zu einem "Günter Hannich" und meine Antwort dazu. Nun, über 2 Jahre später, erst recht lesenswert. 😉

Nein, die Chancen sind nicht schlecht, dass dieser Markt erneut zu einer Rally ansetzt, sobald die Themen die ihn aktuell belasten - wie Griechenland, der starke Renditenanstieg bei Anleihen, der steigende Euro und die Angst vor einem frühzeitigem Ende des Notenbank-Stimulus - sich mal erschöpft haben.

Man könnte auch sagen, bisher passt alles zu dem prinzipiellen Ablauf, den ich im Artikel -> Sell in May und der Supervulkan <- bei damals noch DAX 11.980 am 14.04.15 dargestellt hatte.

Was wir aber nicht wissen ist, ob dieser Tiefpunkt heute erreicht wird oder vielleicht erst Ende des Sommers bei vielleicht sogar unter 10.000. Insofern ist Vorsicht nun kurzfristig die Mutter der Porzellan-Kiste. Aber für zu grossen Negativismus, ist mir persönlich das Environment immer noch deutlich zu bullisch für Aktien.

Das nur zur weiteren Erklärung meines persönlichen "Doppelbeschlusses", mit dem ich einerseits aktuell vorsichtig und weitgehend aus dem Markt bin, mittelfristig aber weiter chancenorientiert denke.

Und eine Änderung dieser Haltung ergibt sich dann, wenn mir der Markt klare Signale sendet, dass sich das für Aktien positive Environment grundlegened. Aber nicht im untauglichen Versuch, herum zu raten und eine Zukunft vorher sagen zu wollen, die sowieso keiner kennt, auch wenn viele so tun, als wäre es anders. Und viele Anleger sind leider immer noch auf der sinnlosen Suche nach dem "einen" Guru, der ihnen für 4€ 95 Cent - oder noch besser gleich kostenlos - die Zukunft weissagt. Wer hier Sarkasmus findet, liegt richtig. 😉

Der von mir geschätzte Josh Brown hatte dazu vor kurzem ein kurzes, brilliantes Essay. Wenn Sie des Englischen mächtig sind, sollten Sie da bitte unbedingt lesen und schmunzeln: -> On Rates, Jobs, Stocks and the Economy <-

Ihr Hari

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Goldminen, Silberminen, GDX, SIL, Barrick Gold – Die grosse Chance ?

Für Positionstrader - und das sind die meisten von uns - gibt es nur wenige Momente im Jahr, an denen man die Chance hat, den Beginn einer grundlegenden Bewegung eines ganzen Sektors mitzunehmen. Und dann über Monate den Trend zu geniessen.

Den Unterschied zwischen langfristigem Erfolg und Misserfolg macht dabei, frühzeitig zu erkennen wie sich die Ströme der Gezeiten ändern und dann konsequent, wenn auch das "Big Money" auf diese Wende setzt, ohne falsche Furcht einzusteigen. Natürlich gut nach unten abgesichert, aber trotzdem mit gesunder Aggressivität. Denn wenn man eine klare Chance vor sich hat, muss man auch beherzt zupacken.

Sie wissen ja, dass ich für das Trading gerne die Metapher des Jägers und Fährtenlesers benutze und wenn das Wild, nachdem man die ganze Nacht gewartet hat, dann endlich vor einem aus den Büschen bricht, genau dann ist der Zeitpunkt zum Handeln gekommen !

Der letzte derartige Punkt war der 17.11.12, genau der Zeitpunkt an dem ab 14.11. die Liquidität der FED aus QE3 endlich den Markt erreichte. Und was war in den Medien vorher alles an prozyklischem Text produziert worden, das die Massnahmen der FED keine Wirkung mehr hätten. Alles nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde.

Wie treue Leser wissen, hatte ich das Thema des 14.11.12 hier explizit und im deutschen Sprachraum nahezu exklusiv schon vorher thematisiert und ich empfehle noch einmal, sich diesen rückblickenden Artikel -> Dont fight the Fed <- anzuschauen. Denn im nachhinein muss man sich ja die Frage stellen, warum hat man selber diesen Punkt nicht gesehen und ist nicht aggressiv in die Märkte eingestiegen ? Was darauf nun 6 Monate lang folgte, haben wir ja alle erlebt. Und nur wenn man daraus lernt, kann man es das nächste Mal besser machen.

So eine grundlegende Chance könnte nun erneut - und zwar bei den Gold- und Silberminen - vor uns liegen.

Ich habe ja zum Sektor einiges geschrieben und schon vor 10 Tagen hier gegen den Mediendruck auch den potentiellen -> Doppelboden bei Gold <- thematisiert. Für die extrem verprügelten Minen war die Zeit aber bisher nie reif. Alle Gegenbewegungen waren von schwächlicher Natur und wurden eindeutig nicht von "Big Money" getragen.

Sicher, man konnte die extreme Überdehnung nach unten sehen und wir haben das hier auch besprochen. Aber Zeit für den Einstieg ist erst, wenn auch "Big Money" mitzieht. Und dieser Punkt könnte endlich gestern erreicht worden sein.

Warum und woran man das erkennt ? Dieses und auch welche Chancen und Risiken in diesem Trade liegen, das will ich Ihnen im Folgenden im Detail zeigen und erklären.

Schauen wir als erstes mal auf den 10-Minuten-Chart der letzten Woche im grossen Goldminen-ETF GDX, dem ETF in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln:

GDX 31.05.13 kurz

Das Chart dürfte weitgehend selbsterklärend sein. Es zeigt Ihnen exemplarisch, wie sich am Vortag sichtbares Momentum aufbaut, das sich auch in einem starken Closing zeigt. Dann am Folgetag der Gap-Up kommt und die Kurse nie mehr zurück schauen. Mitten im Tag dann eine klassische Konsolidierung als Bullenflagge, die zum Handelsschluss erneut gekauft wird und damit weitere Stärke indiziert. Und das alles mit einem brutalen Aufwärtsvolumen.

Jetzt macht eine Schwalbe ja noch keinen Sommer und ein Aufwärtstag noch keinen Trend. Das stimmt. Die Kunst ist aber, abseits der reinen Prozentzahlen die "besonderen" Tage zu erkennen. Und das dieser Tag auch im grossen Kontext "besonders" war, zeigt Ihnen höchst eindrucksvoll der Blick auf das Volumen im Tageschart, das hier einen Zeitraum von einem guten Jahr umfasst:

GDX 31.05.13 lang

Beeindruckend oder ? Sie erkennen im roten Kreis im April eindeutig das Kapitulationsvolumen. Klarer geht eine Kapitulation nicht mehr. Und Sie haben zur Referenz den Volumenschub, der vor einem Jahr die dreimonatige Aufwärtsbewegung des Sektors bis in den September hinein ankündigte. Und nun schauen Sie auf dieses aussergewöhnliche "Monster-Volumen" und wie es sich aufgebaut hat. Gestern war etwas Besonderes. Dieses Bild macht es deutlich.

Was schliessen wir daraus ?

Ganz einfach, dass "Big Money" nun in den Sektor einsteigt und die beiden letzten Tage die erste Welle neuen Momentums sind. Und glauben Sie nicht, dass diese Bewegungen den Algos verborgen bleiben. Momentum zieht Momentum nach sich, in Zeiten der Algos sowieso. Und sollte der Markt nun zur Gezeitenwende ansetzen erst recht. Denn das Geld, das aus den bisherigen Favoriten dann heraus fliesst, muss ja irgendwo hin. Und dieses "heisse Geld" wird auf der Suche nach dem nächsten Momentum-Trade sein.

Verbunden mit der fundamentalen Überdehnung, hoher Short-Quote und dem negativen Sentiment zum Sektor - alles Dinge die wir hier, insbesondere im Premium-Bereich, regelmässig besprechen - haben wir hier also ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Das ist natürlich keine Garantie, dass dieser Trade funktionieren wird, absolute Garantien gibt es im Markt nicht. Wer hier einsteigen will, muss also unbedingt mit Stops operieren, spätestens wenn die alten Tiefs im GDX vom 20.05. bei 26,25 USD nachhaltig gebrochen werden, muss man raus.

Das Schöne ist aber, diese Tiefs sind nicht sehr weit weg, was das Verlustrisiko einer Long-Position damit doch sehr minimiert. Auf jeden Fall ist das Potential nach oben erheblich grösser und eine klareres Setup für eine Wende als derzeit, bietet der Markt selten. Ein Restrisiko bleibt immer.

Wie es nun weiter geht ? Dafür ist vielleicht eine gute Lehre, wie das damals vor einem Jahr im GDX war, sehen Sie selbst:

GDX 2012

Sie sehen diesen ganz typischen Moment, in dem eine neue Bewegung noch einmal getestet wird. Und erst wenn dieser Test erfolgreich ist und aggressiv gekauft wird, dann ist nach oben "Feuer frei". Dann hätten wir im aktuellen Chart des GDX auch eine klassische Umkehrformation in Form einer inversen Schulter-Kopf Formation.

Insofern haben wir auch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass es diesen erneuten Test in den kommenden Tagen noch geben wird und der GDX dabei auch wieder in Richtung der Tiefs gedrückt wird. Und dann eine iSKS Formation ausbildet.

Wer nun also in den Sektor einsteigen will, sollte sich schon im Vorfeld klar machen, wie er damit umgehen wird, um dann nicht zu den "Dummen" zu gehören, die genau in diesem Moment das Falsche tun. Wer dagegen mit seinem Einstieg auf diesen erneuten Test warten will, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass dieser Test zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher ist. Und das Volumen, dass nun in den Sektor fliesst, ist aktuell so gross, dass auch ein "Gap and Go" keineswegs unmöglich ist, sprich die Kurse vielleicht nie mehr zurück schauen.

Fazit:

Der Sektor der Gold- und Silberminen scheint eine attraktive Chance zu bieten, wie sie in dieser Klarheit nur selten im Jahr auftaucht. Eine Garantie ist das nicht, Garantien gibt es nicht. Wer hier also einsteigen will, muss unbedingt auch wissen wo und wann die Reissleine gezogen wird. Und bei aller Überdehnung der Minen nach unten, wenn Gold und Silber erneut einbrechen und die Tiefs durchschlagen, werden auch die Minen erneut einbrechen, das ist sicher. Die bullischen Szenarien oben basieren also alle zwingend auf einem zumindest stabilen Preis des Basismetalls.

Natürlich kann man auch die einzelnen Unternehmen wie Barrick Gold traden, Barrick ist gestern alleine über 7% gestiegen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Wenigsten unter uns in der Lage sind, wirkliches Wissen über diese Unternehmen aufzubauen, das dann auch einen Edge generiert. Und wenn man keinen Edge hat, weil man das Unternehmen besonders gut versteht, gibt es auch keinen Grund sich dem erhöhten Einzelrisiko auszusetzen. Und denken Sie daran, einen Artikel in einem Magazin zu einem Unternehmen gelesen zu haben, ist *kein* Edge, im Gegenteil. 😉

Für die Meisten sind Sektor-ETFs dafür also die bessere Wahl. Wer Zugang zur Wallstreet hat wählt GDX, GDXJ oder den SIL für die Silberminen. Das sind die hoch liquiden und massiv kapitalisierten ETFs, in denen sich auch das "Big Money" tummelt. Anleger mit deutschen Direktbanken können dagegen beispielsweise die ETFs WKN:ETF091 von Comstage und WKN: A1JS9D von iShares benutzen.

Ich wünsche gute Entscheidungen ! Ach ja, und "For the Record": Ich selber bin nun im Sektor voll Long investiert. Genau nach den oben beschriebenen Prinzipien. Und im Premium-Bereich werden wir die Entwicklung des Sektors nun intensiv verfolgen.

Ihr Hari

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S&P500 mit Indecision Doji – Korrektur oder Runaway Move ? – 25.01.13

S&P500 auf Steroiden. Das wäre wohl eine korrekte Beschreibung der aktuellen Situation, denn eigentlich hätte schon lange eine kleine Korrektur laufen müssen. Es sieht fast so aus, als befinden wir uns in einem sogenannten "Runaway Move".

Es erscheint mir also dringend nötig die Geschehnisse im Leitindex S&P500 in ein grösseres Bild zu rücken. Ansonsten läuft man Gefahr sich in Details zu verlieren und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen.

Schauen wir doch mal auf das Tageschart des S&P500 seit Anfang 2012:

S&P500 25.01.13

Das erste was man sofort sieht ist, wie überkauft dieser Markt nun ist und wie sehr er nach einer Korrektur schreit. Beachten Sie dazu die beiden roten Kreise. Nachdem der S&P500 gestern die runde Marke von 1500 erreicht hatte, bildete der Markt einen sogenannten "Indecision Doji" aus. Dieser tritt vermehrt bei bedeutenden Richtungsänderungen des Marktes auf. Beachten Sie auch wie hoch der RSI nun gelaufen ist. Auf diesem Niveau kommt es fast immer schon bald zu Gewinnmitnahmen. "Fast" immer, es gibt eine Ausnahme und das ist der Runaway Move, dazu aber später mehr.

Nun sollten Sie sich aber auch den Charakter der Aufwärtsbewegung seit November 2012 anschauen. Und vergleichen Sie diese Bewegung bitte mit dem bullischen Trend von Juni bis September 2012.

Man muss ganz klar sagen, die Bewegung von Juni bis September war eine gesunde Aufwärtsbewegung, die ganz typisch wellenartig in einem Trendkanal aufwärts führte. Starke Anstiege und technische Überdehnung wurden immer mit einer Gegenbewegung beantwortet. Das ist der Charakter eines gesunden Marktes, das "Gummiband" funktioniert.

Ganz anders dagegen die Bewegung seit November 2012. Diese Bewegung ist auf "Steroiden". Es gibt keinerlei Erholungsphasen. Die Korrektur zum Jahresende kann man ignorieren, dass war ein singulärer Event getrieben durch die "Fiscal Cliff" Ängste. Sobald diese Ängste verschwanden, nahm der S&P500 wieder seinen Anstieg auf als ob nichts passiert wäre.

Dieser Anstieg ohne jemals Luft zu holen, hat ganz eindeutig mit den Multimilliarden zu tun, die die FED nun jeden Tag in den Markt kippt, ohne diese wieder abzuschöpfen. Erinnern Sie sich bitte, dass genau zum Start dieser Bewegung im November 2012 die Liquidität aus QE3 den Markt erreichte und dann die FED sogar noch ein QE4 oben drauf gesetzt hat. So gibt es in diesem Januar jeden Tag Buy Operationen der FED, auch heute ist wieder eine grosse POMO Buy Operation.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an meinen Artikel von vor 2 Wochen -> Ein kurzer Rückblick auf QE3 <-, in dem ich die Mechanismen dargestellt habe.

Das Ergebnis kann man in der Gnadenlosigkeit der aktuellen Aufwärtsbewegung erkennen. Jeden Tag fliesst frische Liquidität in den Markt und das ist ein Treibsatz wie eine Rakete. Wahrlich ein Markt auf Steroiden !

Wie geht es nun weiter ?

Erstens bleiben die Liquiditätsinjektionen der FED dauerhaft erhalten, der Treibsatz ist weiter da und stützt die Kurse.

Zweitens macht eine solche Bewegung fast nie auf dem Fuss kehrt. In einem gesunden Markt eigentlich nie. Wie eine normale Topbildung aussieht, kann man im Chart im September/Oktober 2012 beobachten: mehrere fallende Hochs, bevor es dann richtig abwärts ging. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass der Markt von dem aktuellen Niveau aus einfach massiv nach unten dreht. Auch hier wäre der Runaway Move aber wieder die bösartige Ausnahme von der Regel.

Drittens ist auch das AAII Sentiment in den US nun auf dem höchsten (bullischen) Level seit 2 Jahren. Das ist nicht perse negativ, indiziert aber auch einigen Raum für einen "Durchschnaufer" des Marktes.

Viertens sind wir nun technisch so überkauft und der Indecision Doji so eindeutig, dass sehr viel für eine kurzfristige Korrektur spricht. Diese wird aber wohl von kurzer Dauer sein und nur die überkaufte Markttechnik bereinigen.

Summa Summarum sieht mein wahrscheinlichstes Szenario für den S&P500 also so aus:

In Kürze einsetzende Gewinnmitnahmen, die für geringe Schwäche in den kommenden Tagen führen. Dann ein erneuter Schub nach oben im S&P500. Der DAX dürfte so die untere Begrenzung des gestern skizzierten fallenden Keils testen, bevor auch er sich zu einem erneuten Anstieg aufschwingt.

Das wäre das Verhalten eines normalen, gesunden Marktes.

Leider gibt es ein Alternativszenario, das weniger positiv ist. Es kann sein, dass der Liquiditätsdruck zu stark ist, um überhaupt eine Korrektur zuzulassen. Wenn der S&P500 selbst hier unter 1500 nun nicht in den Korrektur-Modus wechselt, haben wir eindeutig einen Runaway-Move.

Ein Runaway-Move in dieser Situation ist aber keine gute Nachricht. Denn die Risiken der Bewegung steigen dann immens und erlauben eigentlich nicht mehr, die Bewegung beruhigt mitzugehen. Wie böse ein Runaway Move oft ausgeht, habe ich in einem Artikel zur -> Technik eines Runaway Moves <- ausführlich dargestellt.

Auf wenn es sich etwas verdreht anhört, es wäre jetzt sehr wünschenswert, dass der Leitindex S&P500 nun zu einer kleinen Korrektur ansetzt. Das wäre Zeichen eines gesunden Marktes. Läuft der Index von hier aber weiter hoch, steigen die Risiken auf ein kaum tragbares Niveau und ein kleiner Funke kann zu einem gewaltigen Rutsch führen.

Sie müssen den Markt immer mit einem Gummiband vergleichen. Ein gesunder Markt schnappt zurück, wenn das Gummiband zu sehr gedehnt ist. In seltenen Fällen dehnt sich das Gummiband aber ohne Pause immer weiter. Das Ergebnis ist dann ein plötzliches Reissen des Gummibandes - ohne jede Vorwarnung. Und aufgrund dieses Risikos ist es immens schwer, am Ende eines Runaway Moves als Trader wirklich Geld zu verdienen. Denn Stops sind dann aufgrund des immensen Overnight-Risikos weitgehend wertlos.

In diesem Sinne wünsche ich uns nun eine kleine, gesunde Korrektur und Ihnen gute Entscheidungen ! Mr. Market interessiert sich aber nicht für meine Wünsche, vergessen Sie das nie !

Ihr Hari

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Don´t fight the FED ! – Ein kurzer Rückblick auf QE3 – 07.01.13

Wir Menschen neigen dazu schnell zu vergessen. Deshalb ist es manchmal nötig, sich Dinge im Nachhinein wieder in Erinnerung zu rufen. So heute die Auswirkungen der QE3 Massnahmen der FED, die ja schon im September angekündigt wurden, dann aber - vermeintlich - keine Wirkung entfalteten.

Unzählige Artikel sind dazu ja erschienen, die aus den abwärts bröselnden Kursen seit September 2012 die Schlussfolgerung zogen, dass die Liquiditätseinschüsse der FED in den Markt keine Wirkung hätten.

Dabei könnte nichts falscher sein als diese Annahme ! Alles das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde, weil schlicht das QE3 Programm nicht verstanden wurde ! Und nun, im Nachhinein, kann ich es Ihnen auch beweisen.

Sie erinnern sich hoffentlich an meinen überraschenden Artikel vom 11.11.12, in dem ich Ihnen die öffentlich praktisch nicht bekannte Tatsache klar machte, dass die ab September veranlassten Käufe der FED im Rahmen des QE3 aufgrund Verzögerungen im Settlement erst ab (frühestens) dem 14.11.12 den Markt erreichen würden ? Wenn nicht, sollten Sie hier noch einmal nachlesen: -> Warum QE3 erst ab 14.11 seine Wirkung entfaltet <-

Nun ist es Zeit sich im 8-Stunden-Chart mal anzuschauen, was dann im DAX und im S&P500 zum Jahresende passierte. Bedingt durch die Verwirrung um den Fiscal Cliff ist der S&P500 dabei etwas "gedämpft", hat aber immer noch ein eindrucksvolles Bild. Schauen Sie selbst:

DAX FED QE3

S&P500 FED QE3

Eindrucksvoll oder ? Ist das Zufall und hat nichts mit der FED zu tun ? Eher nein, sehr unwahrscheinlich. Wir sehen hier in den Charts ganz eindeutig, was frische Liquidität ausmacht die ins System strömt.

Und jetzt fragen Sie sich mal ehrlich im Nachhinein. Wie viele von Ihnen haben diese Information zur Kenntnis genommen, die Schultern gezuckt weil es keinen hörbaren "Knall" gab und das Thema dann sofort wieder vergessen ? Denken Sie daran, wenn Sie zukünftig der Liquiditätsversorgung der Märkte durch die Notenbanken nicht die Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt !

Eindrucksvoll übrigens auch, wie man im Chart des S&P500 sehen kann, wie die Fiscal Cliff Verwirrung die Kurse zum Jahresende dämpfte und der Gap zum Jahresanfang nur wieder den alten Trend aufnahm und sozusagen nahtlos fortsetzte. Man kann also ganz klar sehen wo der S&P500 ohne Fiscal Cliff das Jahr 2012 geschlossen hätte.

Also, schreiben Sie es sich am besten neben den Bildschirm: Don´t fight the FED ! 😉

Ihr Hari

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FED QE3 – 11.11.12 – Warum es erst ab 14.11. seine Wirkung entfaltet. Rally ahead ?

Bevor die neue Woche startet, möchte ich am Sonntag Abend noch eine wichtige Information rund um die FED mit Ihnen teilen, die ich schon länger kenne, die ich aber bisher für mich behalten und still verfolgt habe. Das ist sozusagen das Mr. Market "Überraschungs-Ei" für meine treuen Leser für kommende Woche. Es wird spannend sein zu verfolgen, wie sich diese Information nun verbreitet. 😉

Viel ist ja über QE3 geredet worden. Und das QE3 mehr oder weniger die Jahresendrally und die Rally in den Edelmetallen garantieren würde. Und dann ist was passiert ? Nichts ! Keiner redet mehr über QE3. Und die Indizes sind nicht höher, als zum Zeitpunkt der QE3 Bekanntgabe.

Haben Sie in Deutschland Artikel gesehen, die mal die Frage gestellt haben was mit QE3 passiert ist ? Ich habe keine gesehen und wenn es doch welche gab, waren es wenige. Liest man Fachanalysen der Banken, taucht das Thema durchaus auf und natürlich wird da verstanden, was konkret passiert. Die private Öffentlichkeit hat es aber nicht wirklich erreicht, weil die wenigsten die Implikationen verstehen oder sich dafür interessieren.

Denn alles was wir bisher in Form der "POMO Operations" verfolgen, ist nichts weiter als die Fortführung des QE2 Programs "Operation Twist". QE3 hat seine Wirkung noch gar nicht entfaltet ! Überrascht ? 😉

Aber zumindest in den US stellen sich kluge Trader diese Frage, schauen Sie zum Beispiel mal hier: -> Where is QE3 ? <-

Und es gibt ebenso kluge Marktteilnehmer, die schon Mitte Oktober die richtigen Antworten gerochen haben, schauen Sie -> hier <-.

Also nun eine kurze Erklärung. Hinter QE3 verbirgt sich nichts weiter, als der Aufkauf von Hypothekenpapieren (Mortgage Backed Securities MBS). Also sozusagen trivialisiert: "Frisch gedrucktes Papier-Geld gegen Hypothek". Und indem diese Papiere aufgekauft werden, wird dem Markt freie Liquidität zugeführt. Und zwar Liquidität bei denen, die diese Papiere in den Büchern haben, vor allem also Banken - wen wundert es ? 😉

Der Beschluss der FED am 13. September das Volumen drastisch zu erhöhen, ist aber nur die eine Seite der Medaille, man muss auch die Kanäle dafür haben, es zu tun. Die FED kann sich ja nicht einfach vor die Wallstreet stellen und "gebt uns die Hypotheken" schreien. Ich kann Ihnen nun nicht den exakten Ablauf beschreiben, dazu bin ich zu wenig Fachmann in diesem Thema und es ist auch für mich nicht entscheidend es im Detail zu verstehen. Aber diese Käufe müssen über Händler als Intermediäre abgewickelt werden und zwischen dem rechtlichen Kauf und dem Tausch "Geld gegen Hypothekenpapier" liegt eine Phase von zum Teil 60 oder 90 Tagen. Ich vermute dahinter rechtliche Gründe, denn es handelt sich ja letztlich um Hypotheken, also reale Immobilien.

Aber was auch immer der Grund ist, es bedeutet konkret, dass die erhöhten Käufe der FED ab Mitte September den Markt erst ab Mitte November so richtig in Form von Liquidität erreichen ! Sie glauben das nicht, schauen Sie bei der FED und ihren MBS Käufen -> hier <- selber nach und achten Sie auf die Settlement-Periode !

Wird jetzt exakt am 14.11. die Rally starten ? Ich kann Ihnen das nicht sagen, weil ich nicht präzise weiss, wann die Liquidität genau die "Street" erreicht. Das hängt einfach von technischen Details ab, die ich nicht kenne. Vor dem 14.11. wird es wohl nicht sein, aber es kann wahrscheinlich auch etwas später werden. Aber die "Big Boys" der Wallstreet wissen es sicher. Denn in deren Büros sitzen die Händler, die die MBS Geschäfte abwickeln.

Nach den mir vorliegenden Informationen, sollen über 25 Milliarden USD am 14.11. über den Weg der primären Händler beim ersten grossen "Settlement" den Markt erreichen. Ob diese Information stimmt, vermag ich aber nicht zu kontrollieren, insofern grösste Vorsicht damit.

Aber letztlich ist es egal ob am 14., 15. oder 16. und wieviel Milliarden USD exakt. Wichtig ist die Information, dass die additive FED Liquidität des QE3 Programms wohl erst in der zweiten November-Hälfte so richtig den Markt erreicht !

Und ja, 40 Milliarden USD pro Monat additive Injektion sind nun nicht die Welt, es ist aber auch mehr als nichts, denn es kommt ja auf die anderen Aktivitäten oben drauf. Es dürfte den Markt daher stützen und das nicht nur real, sondern auch psychologisch. Der entscheidende Parameter der über den Start der Jahresendrally entscheidet, dürfte weiter der "Fiscal Cliff" sein.

Aber machen wir uns nichts vor. Wenn "Big Money" sich die Indizes richtig zurecht gelegt hat und sich durch die den Markt erreichenden FED Milliarden unterstützt sieht, dann dürfte es auch nicht schwer fallen, das richtige Gerücht zum richtigen Zeitpunkt über Kompromisssignale an der politischen Front in die Welt zu setzen. Mit genügend Politikern dürfte die Wallstreet dafür verbandelt sein. Und dann macht es schlicht *Bumm" und die Herde setzt sich in Bewegung.

Insofern werde ich nun ganz genau den MoneyFlow verfolgen. Sobald es "Buying on Weakness" Signale gibt, dass "Big Money" nun kauft, werde ich nicht lange zögern. Und mit der Schulter-Kopf-Schulter Formation und dem sich öffnenden Keil im DAX, die ich in den letzten Artikeln besprochen habe, passt das auch gut zusammen. Ein paar Tage Schwäche am Beginn der Woche könnten die Indizes weiter drücken und für "Big Money" attraktive Setups bereit stellen. Und dann - ich rechne damit ab Mitte der Woche - könnten möglicherweise die Markt-Elefanten in die Börsen stampfen.

Bitte denken Sie daran: Liquidity Rules ! Das ist eine der Grundregeln, die immer gültig ist. Dewegen vermute ich auch, dass die Bären nun noch ein paar Tage ihre "feuchten Träume" geniessen können, bevor ihnen bald eine böse Überraschung bevor steht.

Ach ja und noch etwas. All die, die in den US jetzt möglicherweise ihre Aktiengewinne realiseren um höheren Steuern in 2013 zu entgehen, was machen die wohl mit der freien Liquidität, wenn sie demnächst vielleicht hören, dass sich die Politik in Sachen "Fiscal Cliff" auf den für mich persönlich wahrscheinlichsten Kompromiss geeinigt hat: einfach die Deadline der Erhöhungen weiter hinaus zu schieben ?

Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenstart !

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Die Notenbanken machen Ernst – 14.09.12 – DAX & Co. mit historischen Höchstständen ?

09:00

Wir erleben an den Finanzmärkten gerade Historisches. Denn wir betreten geldpolitisches Gebiet, dass noch nie zuvor betreten wurde. Nachdem die EZB den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen in die Wege geleitet hat und auch Chinas Notenbank wohl kurz vor neuem Stimulus steht, legt nun die FED nach.

Und was die FED macht, hat den Charakter eines "Game Changers".

Denn die FED erklärt unmissverständlich, dass Sie in Zeit und Höhe unbegrenzt und solange im Markt interveniert, bis sich der Arbeitsmarkt in den US gebessert hat.

Alle bisherigen Programme hatten zeitliche und volumenmässige Begrenzungen. Nun also ist die FED "all in". Damit macht die FED defacto Arbeitsmarktpolitik und übernimmt Aufgaben, die eigentlich der Regierung zufallen.

Die Reaktion der Finanzmärkte ist eindeutig. Und ich warne davor, das jetzt nicht ernst zu nehmen und sich bei der Geldanlage von berechtigten Sorgen um die langfristigen Folgen dieser Politik leiten zu lassen. Natürlich kennt niemand die Nebenwirkungen der Medikamente die nun verabreicht werden. Und ich bin sicher, dass uns in den nächsten Jahren massive Währungskrisen und schlimme Verwerfungen bevor stehen. Ebenso wie ich sicher bin, dass das Gerede um "Sterilisierung" letztlich Unfug ist und wir früher oder später vor einer massiven Assetprice-Inflation stehen. In den Ballungszentren Deutschlands ist diese auf dem Immobilienmarkt ja schon zu beobachten. Der Aktienmarkt dürfte der nächste Ort werden, an dem die Liquidität zu massiven Anstiegen führt.

Um an der Börse zu gewinnen muss man aber nicht nur richtig liegen, sondern das auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Es nützt also nichts, sich über die absehbaren Folgen dieser gigantischen weltweiten Gelddruckmaschine im Klaren zu sein. Im Gegenteil, wenn man zu früh diesen Sorgen folgt, wird man überrollt. Man muss vielmehr geduldig warten und erst dann - wenn auch die anderen Marktteilnehmer skeptisch werden - dann ist die Zeit die eigenen Überzeugungen zu Gewinn zu machen.

Wichtig wird in dieser Phase der monetären Expansion sein, in den richtigen Segmenten des Marktes investiert zu sein. Denn ich erwarte nicht, dass alle Boote des Marktes gleichermassen gehoben werden. Im Lichte der Politik der FED bieten sich zwei Bereiche an:

1. Die Assets die direkter Geldersatz sind - die also letztlich Währung sind. Darunter fallen primär Gold, Silber und Öl sowie alle Aktien die direkt davon profitieren. Sekundär dann auch Platin, Palladium und alle sonstigen begrenzten Rohstoffe. Das frische Geld dürfte seinen Weg in diese Assets finden, da sich jeder darüber im Klaren ist, dass die Papierwährungen durch diese Politik weiter entwertet werden. Es geht also primär um Geldersatz und dabei hat Gold ganz klar die Führungsrolle. Um den Goldpreis ist mir nicht bange, solange die monetäre Expansion der Notenbanken anhält. Und laut Bernanke wird das über den Zeitraum hinaus andauern, an dem die US Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat. Also voraussichtlich bis 2014 oder länger.

2. Die gross kapitalisierten Aktien mit hohem Cashflow. Also die Aktien die man gemeinhin als "Bluechips" charakterisiert. Das ist nicht mit "defensiv" zu verwechseln, auch Apple fällt darunter und ist sicher keine defensive Aktie. Denn diese werden für die multimilliarden an institutionellem Geld, dass nun aus Bonds heraus fliesst, als Bond-Ersatz dienen. Die Tendenz, dass die grossen Indizes besser laufen als die breite Menge der Nebentitel, dürfte also anhalten. Wer sich zu stark auf Nebentitel konzentriert, dürfte also erneut eine Unterperformance erleben und mitansehen müssen, wie sich seine Aktie dürftig entwickelt, während die Indizes zu neuen Höchstständen steigen.

Ab heute befinden wir uns also in "Uncharted Waters". Denn eine zeitlich und mengenmässig unbegrenzte Intervention der Notenbank hatten wir noch nie. Und wie sich das mittelfristig auf die Psychologie der Märkte auswirkt ist unvorhersehbar. Bisher war es zum Beispiel immer so, dass in einer Korrektur die Spekulation auf ein Eingreifen der Notenbanken psychologisch stabilisierend wirkte. Was wird nun aber passieren, wenn es trotz dieser Notenbank-Interventionen zu einer starken Abwärtsbewegung kommt ? Wie wird sich das auf die Psychologie der Märkte auswirken ? Keiner weiss es, weil wir dieses Szenario historisch noch nie erlebt haben.

Um einzuschätzen, was das für die Geldanlage bedeuten könnte, muss man die unterschiedlichen Zeithorizonte betrachten:

Kurzfristig

Kurzfristig im Sinne der nächsten Tage, haben wir das Potential, dass sich die Rally nach einer Phase der Begeisterung erst einmal erschöpft. Jeder Markt muss mal Luft holen. Ganz typisch für Mr. Market wäre auch, dass er genau dann wenn alle aufatmen weil nun FED, EZB, BVG etc. hinter uns liegen, zur Korrektur ansetzt. Genau dann, wenn niemand mit einer Korrektur rechnet. Dieser Zeitpunkt könnte vielleicht Anfang kommender Woche sein.

Ich rechne aber damit, dass in diesem Umfeld jede Korrektur nur flach sein wird und eine Kaufgelegenheit ist.

Mittelfristig

Mittelfristig zum Jahresende und darüber hinaus, stehen alle Ampeln nun auf Grün. Nur überraschende, exogene Ereignisse wie Krieg oder Katastrophen, dürften dieses Bild verändern können.

Wie ich hier schon mehrfach schrieb, rechne ich mit Wahrscheinlichkeit mit historischen Höchstständen in DAX, S&P500 und Co. zum Jahresende. DAX 8500 und S&P500 1600 sind durchaus denkbar und für mich persönlich wahrscheinlicher als entsprechende Abstürze.

Die Assets die man dafür spielen muss, habe ich oben genannt. Wir haben nun die Chance, ein paar Monate des ruhigen, wenig volatilen Hochschiebens vor uns zu haben. Denn die Notenbanken haben dem Markt nun einen Boden eingezogen und wie wir alles wissen, tendieren Märkte dazu zu übertreiben - auch nach oben.

Ich persönlich bin ja, wie Sie als Leser wissen, schon seit Juli Long&Strong im Markt, werde aber Korrekturen nutzen um nachzulegen. Ich versuche so viel wie möglich von diesem einmaligen Marktumfeld mitzunehmen. Wer weiss, wann wir wieder mit so einem Sicherungsnetz der Notenbanken wie aktuell operieren dürfen.

Langfristig

Langfristig, mit Blick auf Jahre, tauchen in meiner Erwartung nun bittere Worte wie "Währungskrise" oder "Währungsreform" auf. Ich bin sicher, diese Medizin der Notenbanken wird massive, ungewollte und bittere Nebenwirkungen haben. Aber diese Brücke überqueren wir erst, wenn wir vor ihr stehen. Ich kann daher nur dazu raten, solche Gedanken oder Artikel im Moment zu verdrängen und sich ganz darauf zu konzentrieren, aus dem mittelfristigen Horizont das Maximum an Ertrag zu holen. Langfristig werden wir es brauchen und davon zehren müssen.

Und noch eine Lehre sollten wir alle mitnehmen. Erinnern Sie sich an Mitte Juli, als der Markt zum Sprung ansetzte und ich hier mehrfach schrieb, dass ich dieser Rally Bedeutung zumesse und sich hier Grosses zusammen braut ? Nun wissen wir warum der Markt zum Sprung ansetzte und wieder hat uns Mr. Market bewiesen, dass er mehr weiss als wir und niemand einen besseren Riecher für die Zukunft hat. Deshalb sollte es uns eine Lehre sein dem Markt zu folgen, statt zu glauben wir könnten zukünftige Entwicklungen besser einschätzen. Mr. Market hat lange vor den meisten hier im Blog das "All In" der Notenbanken gerochen. Und wer ihm einfach gefolgt ist, sitzt nun schon auf dickem Plus. Machen Sie den selben Fehler jetzt also nicht noch einmal. Folgen Sie dem Markt und seiner Price-Action. Nur so wird Erfolg an den Börsen gemacht. Die Wallstreet ist übersät mit den Leichen derjenigen, die klüger als Mr. Market sein wollten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg und ein gutes Händchen. Und vergessen Sie bei aller positiven Sicht die Absicherung nicht ! Denn egal wie klar etwas aussieht, die Zukunft ist unbestimmt und es kann immer anders kommen. Und auch Mr. Market hat eine Historie darin, auf dem Absatz umzudrehen und in die Gegenrichtung zu marschieren. Mr. Market zu folgen, erfordert gedankliche Flexibilität und Wachsamkeit !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Summer’s over – DAX 8000 dank Super-Mario ?

Ein Gastartikel von Tokay

Allmählich trudeln die Urlauber aus den Sommerferien ein – einige davon werden sich sicherlich hinter ihren Desktop klemmen, sich ihr Depot anschauen und sich fragen, wie es denn nun an den Märkten weitergehen wird. Davon handelt dieser Beitrag. Ein heißer August wie kürzlich geschrieben war es in der Tat – aber doch nur meteorologisch. An den Aktienmärkten ist im vergangenen Monat nicht sonderlich viel passiert. Es scheint, als wäre dies ein Atemholen vor großen Ereignissen gewesen.

  • Soeben hat Draghi „geliefert“. Er hat auf einer Pressekonferenz die Absicht der EZB erklärt, unbegrenzt Staatsanleihen der südlichen Euroländer kaufen zu wollen und nur noch in gewissem Umfang Zinsspreads zu tolerieren. Es steht allerdings der Troika-Bericht zu Griechenland noch aus und außerdem sind demnächst Neuwahlen in den Niederlanden;
  • Es dümpelt allerdings die US-Ökonomie. Man liest bereits von einer milden Rezession. Was also wird die FED tun? Kommt QE3? Was ist mit dem „Fiscal Cliff“ und mit der gegenseitigen Blockade von Demokraten und Republikanern?
  • Was ist mit China? Was mit dem nahen Osten, Stichwort Israel/Iran?

Man muss allerdings sagen, dass die aktuellen EZB-Beschlüsse ein starkes Signal sind. Gemäß der alten Regel, nicht gegen die Notenbank zu spekulieren, kann man als Anleger nunmehr mit erheblichem Rückenwind operieren. Wenn die Zinsen der Südländer gedeckelt werden und diese Länder an ihrer Reformpolitik festhalten, ist das kurzfristige Aufwärtspotential beträchtlich.

Betrachten wir bei der Gelegenheit die Lage einmal aus einer längerfristigen Perspektive. Welchen Ertrag können uns Aktien prinzipiell bringen? Dies hängt vor allem ab von der absoluten Höhe des Gewinns und davon, wie groß der Anteil des Gewinnes ist, der ausgeschüttet wird. Es hängt außerdem ab vom Wachstum der Gewinne, von der Zinsentwicklung und von der Risikoneigung der Akteure. Hohe Marktzinsen und Risikoprämien mindern den Ertrag, dürften sich aber in sehr langer Sicht neutral, weil eher unsystematisch verhalten, so dass wir diese Komponenten in der nachfolgenden Rechnung vernachlässigen können.

  • Wie wir aus der Vergangenheit wissen, wird ein gewisser Teil der Unternehmensgewinne, sagen wir 30 bis 40 Prozent, ausgeschüttet. Man kann somit von einer Dividendenrendite von zuletzt etwa 2 bis 3 Prozent des eingesetzten Kapitals ausgehen.
  • Die Gewinne dürften langfristig so steigen wie die Volkswirtschaft selbst. Bei einer stark exportorientierten Ökonomie wie der deutschen kann man aber die Wachstumsrate getrost etwas höher ansetzen, denn es wird häufig in wachstumsstarke Regionen geliefert. Auch hier sind 2 bis 3 Prozent an realem Wachstum nicht unvernünftig, ja sogar eher konservativ.
  • Und da wir keine völlige Preisstabilität haben, ist außerdem die Inflationsrate zu berücksichtigen. Eine Spanne von 2 bis 3 Prozent kann man hier ebenfalls als plausibel ansehen.

Damit haben wir die drei Komponenten der langfristigen Aktienerträge. Diese Erträge schwanken je nach Zins- und Risikoerwartungen, und letztere sind also nicht seriös zu prognostizieren. Die drei Basiskomponenten summieren sich nach dieser Rechnung zu einem Ertrag von 6 bis 9 Prozent per annum.

Der DAX stand am 1. Januar 1988 bei 1.000 Punkten. Rechnet man also mit einem durchschnittlichen Wachstum von beispielsweise jährlich 8 Prozent, dann wäre am 31. Dezember 2012 ein DAX-Stand von ca. 6.850 Punkten zu erwarten. Augenblicklich(Donnerstag Abend) stehen wir bei gut 7.150 Punkten.Das Jahr 1988 ist deswegen ein sinnvoller Ausgangspunkt, weil beim vorangegangenen Crash im Oktober 1987 die Märkte zum ersten Mal in großem Umfang mit Geld geflutet wurden(damals vom gerade ins Amt gekommenen Chef der Fed, Alan Greenspan).

Diese Zahlen zeigen uns, dass wir im Augenblick keine Überhitzung vorliegen haben. Eine deutliche Unterbewertung liegt allerdings auch nicht vor. Nun wissen wir aus der Vergangenheit jedoch folgendes: Aktienkurse können längere Zeit vom normalerweise zu erwartenden Entwicklungspfad abweichen. Dies gilt insbesondere beim unerwarteten Eintreten bestimmter Ereignisse, die eine gewisse Aufwärts- oder Abwärtsdynamik in Gang setzen können. Somit können sich auch in naher Zukunft die Kurse ein gutes Stück vom langfristigen Pfad entfernen, ohne dass dies sogleich in einen Einbruch münden muss.

In dem oben vorgestellten Diagramm ist dies gut sichtbar; man vergleiche die Strecke ABC, die die Entwicklung der 90er Jahre kennzeichnet und die viel steiler ist als jener Entwicklungspfad, der unter Zugrundelegung eines gleichbleibenden Anstiegs von 8 Prozent p.a. generiert wird(gleiches gilt für die Strecke DE). Eine scharfe Korrektur ist umso wahrscheinlicher, je länger sich die tatsächliche Entwicklung vom Pfad der „Normalentwicklung“ entfernt. Besonders eindrücklich war das ab dem Jahr 2000 der Fall, als die Anleger für die Exzesse dieser „roaring nineties“ bezahlen mussten(Strecke CD und später EF während der Finanzkrise 2008). Dies ist beispielsweise für diejenigen von Belang, die auf das Eintreten bestimmter Entwicklungen spekuliert haben und daher unter Umständen etwa ihren Urlaub anstatt wie geplant in der Südsee auf Balkonien verbringen müssen. Indes sind die Tiefpunkte solcher Entwicklungen auf lange Sicht sehr profitable Einstiegsgelegenheiten. Gut zu sehen ist auch, dass die Einbrüche heftig sind, aber viel kürzer als die vorangegangenen Hausseentwicklungen.

Eine deutlich expansive Politik wird nun wahrscheinlich als Signal dafür gesehen werden, dass ein Abgleiten in eine starke Rezession von der EZB nicht zugelassen werden und in der Folge die Kurse beflügeln wird. Die EZB wird die Anleihekurse hoch, damit die Anleihezinsen tief halten und die Risikoprämien abbauen helfen.

Die Überlegungen der EZB selbst scheinen allerdings nicht ganz in diese Richtung zu gehen. Die Spreads zwischen den Anleihen der südlichen Euroländer und denen des Nordens werden von der EZB als Signal dafür interpretiert, dass die Märkte ein Auseinanderbrechen des Euro vorwegnehmen und den Transmissionsmechanismus der Geld- und Kreditschöpfung hemmen. Die EZB scheint daher entschlossen, bis an die Grenzen des ihr möglichen zu gehen, um die Märkte zu stabilisieren und durch die resultierende Liquiditätsschwemme diese Hemmungen zu beseitigen. Diese Politik ist riskant und wird insbesondere in Deutschland heftig angegriffen. Doch bergen auch die Alternativen zu dieser Strategie große Risiken. Bis auf eine Stimme – wahrscheinlich die deutsche – hat die EZB indes einvernehmlich entschieden.

Wir werden also mit großer Wahrscheinlichkeit einen Kursschub bekommen, der die kommenden Monate andauern und Richtung 8.000 Punkte zielen wird. Sollte er allerdings nicht eintreten, so würden Erwartungen, die im Vorfeld aufgebaut wurden, korrigiert werden und der Verkaufsdruck wieder zunehmen. Da die Sentimentindikatoren jedoch eher in Moll gestimmt sind, ist zu vermuten, dass sich viele Player an der Seitenlinie befinden und der Verkaufsdruck damit eher begrenzt ist. Eine grundlegende Absicherung ist vorhanden, wenn man die Tiefs der Einbrüche 2003 und 2008 miteinander verbindet(Strecke DF). Diese grüne Linie markiert die untere, parallel zur „Normalentwicklung“ verlaufende Begrenzung. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, aber bei einem Unterschreiten dieser Linie, wie etwa im Fall einer schweren Rezession, wäre der bislang gültige Pfad der Aufwärtsentwicklung für lange Zeit gebrochen.

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Marktupdate – 30.07.12 – Vor der FED

17:00 Uhr

Was sich Ihnen heute schreibe ist alles nicht neu. Eigentlich hat sich gegenüber dem Artikel vom Samstag nichts geändert. Trotzdem dürfte es für das Jahresergebnis nun von hoher Bedeutung sein, diese Wegscheide richtig zu spielen. Deshalb will ich die wesentlichen Punkte die man in meinen Augen verstehen muss, noch einmal prägnant wiederholen.

1.

Diese Rally hat nach meiner Einschätzung mehr Bedeutung und Momentum, als alles was wir im 2. Quartal an kurzfristigen Rallys bisher hatten. Das ist etwas, was mir ganz klar der Markt mit seiner bullischen Price-Action sagt. Selbst heute, nach 2 Tagen kompromisslosem Anstieg ist der Markt vergleichsweise stark und hat kaum Abgabedruck. Das ist nur möglich, wenn institutionelles "Big Money" in den Markt fliesst.

Es ist deshalb völlig irrelevant ob man die Bewegung nun übertrieben findet oder nicht. Was wir glauben interessiert den Markt so viel wie das berühmte Fahrrad in China. Das Geld, das nun dem Markt zufliesst ist real. Und es ist real, weil der Markt an die Notenbanken glaubt. Und die Notenbanken haben in den letzten Jahren nie den Markt massiv enttäuscht, dafür sind Bernanke und Draghi zu sehr Profis was Marktkommunikation angeht. Das sind die simplen Fakten und ich werde mir den Blick darauf nicht von einem bärischen Bias verstellen zu lassen.

2.

Sie werden aktuell viele Statements hören nach dem Motto : "Ich traue dem Braten nicht", "Das war doch nur Gerede von Draghi", "Die Aussage von Draghi ist Zeichen von Panik" usw. Diese Haltung ist Ausdruck all der Marktteilnehmer, die vor einer Woche das massiv negative Sentiment ausgemacht haben, das ich im Artikel vom -> Bullen, der noch Kraft in den Lenden hat <- beschrieben habe.

Ich höre nicht darauf, diese Leute stehen teilweise jetzt noch an der Seitenlinie und suchen nach Selbstrechtfertigung. Vielleicht haben sie ja auch recht, dann ist das aber pures Glück, denn mehr wissen als das Big Money, das gerade den Markt kauft, tun diese Leute nicht.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang erneut an den Dreher, den der Markt bei ca. 1080 im S&P500 im Oktober letzten Jahres machte. Jetzt wissen wir, das war das absolute Tief seit dem. Damals fühlte sich der Anstieg auch so idiotisch wie heute an, das Short-Interest war auch hoch und alle schrieben, dass diese Rally doch sowieso bald zusammen fällt. Richtig Sorgen werden ich mir machen, wenn alle wieder von DAX 8000 oder mehr reden, nicht aber, wenn kaum einer an die Rally glaubt !

3.

Selbstverständlich haben wir eine mögliche FED Aktion am Mittwoch nun schon teilweise in den Kursen verfrühstückt. Sollte die FED doch nicht liefern, oder sollten sich Draghis Worte doch nur als substanzloses Gerede heraus stellen, werden wir ein massives "Sell the News" Szenario haben, das für alle Bullen dann ganz bitter ausgeht.

Umgedreht sollte sich aber auch keiner einer Illusion hingeben, wenn ein echtes QE3 kommt, dann werden wir noch viel, viel höher laufen und der Markt wird das auch sofort feiern. Und um zu erkennen, dass wir nun aktuell bei DAX fast 6800 mal wieder für eine Korrektur reif sind, muss man wirklich keine Intelligenzbestie sein. Was aber selbst Otto Normalanleger sehen kann, tritt einfach selten ein. Das ist die einfache statistische Wahrheit.

Da alle NACH der FED nun mit einer "Sell the News" und Korrektur rechnen, finde ich es wahrscheinlicher, dass diese nun VOR der FED - also in Kürze - schon kommt und wir nach der FED dann weiter nach oben drehen.

Insofern ist nun Vorsicht durchaus sinnvoll, wer jetzt noch nicht in den Markt gesprungen ist, wartet damit nun wohl besser die FED am Mittwoch Abend ab oder agiert erst am Donnerstag nach der EZB Sitzung. Umgedreht gibt es aber zu übergrossem Pessimismus auch keinen Anlass, wie mehrfach gesagt, hat die FED den Markt zuletzt immer hervorragend vorbereitet. Warum soll das dieses mal anders sein ?

4.

Und welche Aktien sollte man im Zweifel in einer Korrektur kaufen, um noch in den Markt zu springen ? Ganz einfach, die die jetzt im Zuge der Rally anspringen. Und nicht die, die trotz Rally immer noch unten herum krebsen und nicht richtig in Fahrt kommen. Ganz egal wie "billig" diese Aktien aussehen, denken Sie daran, es gibt immer einen Grund warum Aktien so billig sind und die tausend Profis die diese Aktien da draussen handeln und beobachten, wissen in der Regel mehr als wir ! Ich folge daher lieber dem Markt, ich folge den Profis und kaufe das, was die gerade auch kaufen !

5.

Sie sehen an meinen Worten, das ich aufgrund der mir sichtbaren Markttechnik diese Rally mehr ernst nehme, als alle anderen seit April. Trotzdem ist das keine Sicherheit, Sicherheit existiert im Markt nicht ! Denn es kann natürlich immer alles ganz anders kommen, wir wissen ja nun, was ein paar Worte von Draghi und Co. bewirken können. Meine Aussagen oben sind also, wie immer, nur Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten, so wie ich persönlich sie sehe, nicht mehr.

Deshalb ist meine persönliche Strategie nun Long im Markt zu sein, gleichzeitig mich aber auch konsequent abzusichern. Und ich habe mein Long-Exposure nun in Erwartung der Korrektur etwas herunter gefahren. Sollten wir nun vor oder nach der FED eine kleine Korrektur bekommen, wäre der Tiefpunkt dann eine ideale Marke die man für Stops verwenden kann. Bisher nutze ich dafür das 50er Fibo-RT von 6550 im DAX.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen,

Ihr Hari

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