Marktkommentar 01.05.20



Willkommen im Mai!

Nach dem kurstechnisch sensationellen April, ist eine Fortsetzung im Mai eher unwahrscheinlich, denn der Markt hat ein sinnvolles Niveau gefunden, um die bekannten Folgen der Covid-Krise einzupreisen - solange es keinen zweiten Lockdown geben wird, der dann wieder alles verändert und verschlimmert.

Gestern Abend haben mit Amazon (AMZN) und Apple (AAPL) zwei Super-Schwergewichte geliefert und Amazon -> nicht schlecht <-, Apple sogar sehr gut. Die trotzdem eher kritische Marktreaktion muss man relativieren, denn kurz vorher hat es eben eine erhebliche Rally gegeben und Amazon notierte zum Beispiel auf Allzeithochs.

So ist das Problem von Amazon derzeit eher, dass es -> am Umsatzwachstum erstickt <- und deshalb die Kosten steigen, das ist nicht schön, es gibt in diesen Tagen aber schlimmere Probleme.

Wenn man sich die nachbörslichen Kurse nimmt, sieht man bei AMZN und einem Blick auf die letzten 5 Handelstage einfach nur den massiven Vorfreude-Schub vom Freitag wieder negiert, die 4% von Freitag werden also wieder abgegeben - so what?

Apples Zahlen waren noch stärker, beeindruckend der Cashflow, das Unternehmen ist eine Cash-Maschine. Aus dem -> Statement <-:

We also generated operating cash flow of $13.3 billion during the quarter, up $2.2 billion over a year ago.

....

Apple’s board of directors has declared a cash dividend of $0.82 per share of the Company’s common stock, an increase of 6 percent. The dividend is payable on May 14, 2020 to shareholders of record as of the close of business on May 11, 2020. The board of directors has also authorized an increase of $50 billion to the existing share repurchase program.

Die Marktreaktion war sehr positiv, bis der Markt realisierte, dass auch Apple im Lichte von Covid keinen klaren Ausblick liefert. Das ist wenig überraschend, ist sinnvoll und haben die meisten anderen Unternehmen auch gemacht, aber es führte dazu, dass die nachbörslichen Kurse indifferent wurden.

Summa Summarum muss man aber schon Faszination dafür ausdrücken, wie der Markt so einen Riesen wie Apple, trotz der historisch einmaligen Unsicherheit in der Krise, nun punktgenau auf das angemessene Kursniveau eingestellt hat.

Apple ist nun in meinen Augen völlig neutral zu sehen, wie auch der Markt, denn der Kurs ist genau da, wo er im Lichte der Situation hingehört - Chancen und Risiken derzeit angemessen eingepreist:

Was den heutigen Handelstag vor dem Wochenende angeht, könnte der durchaus spannend werden und zu einem weiteren Test führen, ob dieser Rebound Stabilität beweist.

Die massiven Peaks bei den Big-5 haben sowieso das Potential ein temporäres Top zu markieren, dann kommt noch das angetackerte 62er Fibo und die 200-Tage-Linie dazu.

Und wie es immer so ist, wenn der Markt sowieso schon abwärts zu rollen beginnt, kommen dann auch noch die Themen aus dem politischen Umfeld dazu, wie nun Trump mit seinen Behauptungen Wissen zu haben, dass das Virus -> aus einem chinesischen Labor stammt <-.

Nun besteht beim mächtigsten Mann der Welt natürlich immer das Restrisiko, dass er tatsächlich etwas weiss, was wir nicht wissen. Hier erscheint das aber extrem unwahrscheinlich und sein bekanntes politisches Muster ist wieder zu erkennen, denn es nützt ihm nun innenpolitisch, einen "Schuldigen" außerhalb zu haben und letztlich dreht sich sowieso alles nur um die Wahlchancen.

Es gibt wenig Zweifel, dass China vertuscht hat und "Dreck am Stecken", aber kurz zuvor hatte noch Richard Grenell, der alte Botschafter in Deutschland und nun neue US-Geheimdienstkoordinator gesagt, dass die Geheimdienste davon ausgingen, dass es sich um einen natürlichen und nicht vom Menschen gemachten oder manipulierten Erreger handele.

Es gibt auch wenig logischen Grund zu glauben, dass selbst wenn China das alles vertuscht haben sollte, sich jetzt dafür noch belastbare Beweise finden lassen. Wir wissen alle wie schnell China Menschen und Material verschwinden lässt, das ist ja auch zum Thema passiert. Gleichzeitig gibt es in der Trump-Administration scheinbar -> massiven Druck den Zusammenhang zu konstruieren <-, weil er eben politisch nützen würde.

Summa Summarum sieht das alles nach einem politischen Spiel aus, wie es auch China permanent spielt, wir erinnern uns an die Stories, das Virus sei von US Soldaten eingeschleppt worden. Das wäre ja nicht tragisch und der Markt reagiert darauf bisher mit einem Schulterzucken unter der Überschrift "Klamauk", da aber Trump nun wieder mit Zöllen droht, kann das schnell ins Negative kippen und doch marktbewegend sein. Und das Letzte was die Welt gerade braucht, sind erneute Handelsschlachten.

Das alles zusammengerührt, generiert heute einen ernsthaften Test der Rally, in den Futures sind die US Märkte schon 2% im Minus und so sieht das im Hourly aus:

Wichtig ist, jetzt nicht überzureagieren, sondern solche Rücksetzer als natürlichen Teil des Marktprozesses zu begreifen. Natürlich kann das zu einer Topbildung des Rebounds führen und *endlich* eine ernsthafte zweite Abwärtsphase einleiten. Natürlich!

Das ist aber eben jetzt noch nicht klar, es macht daher Sinn, aus Sicht des Dailys weiter auf Stops zu schauen, die man sinnvoll unter die Seitwärts-Schaukelphase gezogen hat. Und vielleicht bekommen wir dann jetzt so etwas wie in Orange, wer weiss - das sollten wir aber abwarten:

Wer kurzfristig heute schon Entscheidungen treffen will, könnte vielleicht genau schauen, ob der SPY in der hier schwarz eingezeichneten Zone wieder nach oben abprallt. Wenn ja, ist alles in bester Ordnung - zwei Schritte vor, einer zurück. Wenn nein, steigen die Chancen eines Wendeszenarios wie im Daily oben.

So weit mein Marktkommentar am Vormittag dieses Feiertages. Ich wünsche Ihnen nun viel Erfolg heute Nachmittag, wir lesen uns hier am Montag mit dem Wochenausblick wieder.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 19.03.20



14:55 MEZ - ZH2

Bevor ich mit dem eigentlichen Stream loslege, noch einmal die Erinnerung, dass ich als Ausgleich für den ausgefallen Faschings-Urlaub die folgenden drei Freitage - inklusive morgen - mal einen zusätzlichen Tag durchschnaufe, die Pausenlosigkeit der Krise, die auch die Wochenenden belastet, zehrt einfach und ich bin des Schreibens müde.

Es macht auch doppelt Sinn, jetzt noch einmal richtíg Land und Weite zu atmen, denn die allgemeine Ausgangssperre kommt sicher, auch wenn sie medizinisch gar nicht nötig wäre, wenn alle diszipliniert agieren würden.

Denn virologisch ist rein gar nichts gegen Spaziergänge und Aktivitäten an der frischen Luft zu sagen, im Gegenteil, diese sind der Gesundheit und Immunabwehr sogar förderlich!

Allerdings nur so lange, wie man Abstand zu Anderen hält, ausser es handelt sich um den engen Kreis des eigenen Haushaltes.

Und genau dabei findet sich eine erschreckende Ignoranz und Dummheit in der Bevölkerung, zu der -> Söder sich hier <- und -> Münchens OB Reiter sich hier äussert <-.

Man muss es so deutlich sagen, das ist *asoziales* Verhalten, Menschen heben in einer Krisensituation ihre eigenen Bedürfnisse über das Wohl der Sozialgemeinschaft und riskieren damit faktisch das Leben von unbeteiligten Kranken, die sie dann unerkannt und zunächst symptomlos in den Folgetagen anstecken werden.

Wäre ich im Medizinbetrieb und würde jetzt in Krankenhäusern unter eigener Gefährdung 12 Stunden und mehr für die Gemeinschaft ackern, wäre ich noch wütender und würde mir wünschen, dass die Polizei die solche Gruppen auflöst, gleich einen Monat sichtbare Biomarker an den Händen aufträgt, die dann im Krankheitsfall zuverlässig signalisieren, dass man diesen Patienten unbehandelt seinem Schicksal überlässt und andere vorzieht, die es schuldlos schwer trifft.

Ich weiss, es ist unrealistisch, aber an dieser Stelle sage ich deutlich: Genau das bräuchte es jetzt, dann wäre der Spuk schnell vorbei.

Was man jetzt auf jeden Fall sehr schön sieht ist, welche Menschen der Sozialgemeinschaft gegenüber wirklich *solidarisch* sind und welche das Wort nur als Kampfmittel im Munde führen, um den eigenen Vorteil gegenüber anderen zu sichern.

In dem Sinne schaffen Krisen Klarheit, sie ziehen den Vorhang der Verlogenheit weg und zeigen den Menschen nackt wie er ist.

Schauen Sie sich Ihre Freunde und Nachbarn und die politischen Fraktionen in dieser Krise nun genau an, die Spreu wird sich sichtbar vom Weizen trennen.

15:15 MEZ - ZH3

Was den Markt angeht, bekamen wir in der Nacht den nächsten Großstimulus, dieses Mal von der EZB, die ein massives Anleihenkaufprogramm auflegt.

Dem Aktienmarkt hilft es aber erneut nichts, Sie sehen hier sehr schön den immer noch fallenden Trend und könnten sich auch selber so leicht einen ersten Indikator definieren, der Ihnen zeigt wann ein Bounce zumindest kurzfristig nach oben Signale setzt:

Es ist jetzt aber nicht so, dass die EZB Aktion folgenlos wäre, sie rettet halt wieder die Zombies Italiens und andere Schuldensünder, so wie das immer bei so Aktionen ist. Die südländischen Anleihen reisst es nach oben, weil die Kavallerie zur Rettung naht!

Jetzt will ich diese Worte in diesem Fall nicht als Kritik an der Maßnahme werten, im Gegensatz zur Finanzkrise, kann ich diese Maßnahme akzeptieren, weil hier tatsächlich viele Betriebe betroffen sind, die völlig schuldlos an der Krise sind. Solche Kollateraleffekte muss man dann wohl akzeptieren, so ärgerlich sie sind, denn die fortschreitende "Zombifizierung" macht doch die Wirtschaft in der Eurozone nicht besser.

Damals bei der Eurorettung wurden damit aber gerade "Sünder" gerettet und damit deren Verhalten noch belohnt, so wie jetzt auch das alte Management von Boeing wahrscheinlich keine Folgen dafür fürchten muss, dass wichtiger Cash für allerlei zum Fenster herausgeworfen wurde, inklusive der Steigerung eigener Optionen.

Auch dieses Mal werden diese "Sünder" wieder vom EZB-Programm profitieren, aber in Anbetracht der echten, unverschuldeten Notlage für viele Firmen, hat das Programm trotz der Seiteneffekte meine Akzeptanz, auch wenn man sicher lange diskutieren könnte, ob es nicht bessere Wege für zielgerichtete Hilfen gäbe und zwar unter Umgehung der maroden Finanzinstitute.

15:40 MEZ

Wichtige Predigt

Ganz wichtig ist für Sie nun aber geistige Vorbereitung auf den irgendwann kommenden, ersten Rebound. Vielleicht ja sogar schon morgen, wenn ich dann mal nicht präsent bin. Morgen ist übrigens auch Hexensabbat, Volatilität ist also sicher.

Denn ich kann Ihnen jetzt schon sagen, wie das abläuft. Der Rebound kommt plötzlich, wenn keiner mehr damit rechnet. Und er kommt stark. Wann er aber kommt, ist völlig unvorhersehbar - heute, morgen, in 3 Wochen und 500 Punkte tiefer.

Wer sich jetzt nicht vorbereitet, wird am Anfang sagen "schaun mer mal" und warten, geprägt von der Erwartung, dass der wieder abkippt.

Dann steigt der aber durch S&P500 2.600 nach oben durch und FOMO wird in Ihnen aufsteigen und Sie laufen *schon wieder* dem Markt hinterher!

Wer sich auf den Absturz nicht innerlich vorbereitet hatte und das trotz der klaren Warnungen, wird es vielleicht umgedreht auch wieder nicht tun. Manche sind halt nicht lernfähig. 😉

Dann steht der S&P500 schnell bei 2.700 und Sie werden nervös. Bei 2.800 kaufen Sie dann, weil der Druck nicht dabei zu sein zu stark wird.

Und wissen Sie was dann passiert? Dann dreht der Markt wieder und fällt wie ein Stein in einer zweiten Abwärtswelle bis 2.100. Und Sie haben richtig Panik und verkaufen bei 2.100. 😛

Ich sage Ihnen, so wird es vielleicht kommen. Wie können Sie das vermeiden?

Nur in dem Sie das nun durchdenken. Und in dem Sie sich klar machen, dass der erste echte Rebound nach diesem Absturz schnell und hart sein wird - wie der Absturz!

Und in dem Sie sich klarmachen, dass Sie *nie* vorher wissen können, ob es nicht doch schon die Wende ist. Denn auch wenn der obige Ablauf das Standardmodell darstellt, sind wir nun in einer historisch völlig einmaligen Situation.

Lassen Sie nun eine echt substantiell positive Nachricht zum Virus kommen, die wir uns jetzt gar nicht vorstellen können, die den Markt aber das Ende der Krise erahnen lässt und der Markt wird nach oben explodieren!

*Sie* müssen sich nun überlegen, wie Sie damit umgehen wollen, wenn Sie diese Gedanken erst bei 2.700 haben, wird es *wieder* zu spät sein!

Eine Möglichkeit wäre, nach oben ein wenig dabei zu sein und damit FOMO befriedigen und dem Affen Zucker zu geben. Denn so wie ich Ihnen heute gezeigt habe, dass "If Panic, Panic first" gilt, gilt das auch für die Kaufpanik nach oben.

Statt zu lange zu warten, legen Sie sich vielleicht ein Medium zurecht, mit dem Sie diesen Anstieg dann spielen wollen, was immer das ist.

Dann warten Sie nun ruhig weiter, bis der Abwärtstrend nach oben bricht und der erste Schub kommt und denn kaufen Sie Sich mit Ihrem Medium ein und sind dabei.

Gleichzeitig sind Sie aber total bereit diesen Trade - und das ist es und nichts Anderes - sofort wieder ohne Reue abzuschneiden, wenn das Ding doch dreht.

So sind Sie emotional dabei und vermeiden diese emotionalen Nöte von FOMO im falschen Zeitpunkt.

Wenn Sie mich fragen, wird dieser Markt nicht so schnell nach oben durchsteigen, der erste Rebound wird wieder abverkauft und es gibt keinen Grund zur Eile. Das ist aber nur eine 70% Wahrscheinlichkeit, ist das Standardmodell und 30% sind auch viel.

In dem Sie das im Vorfeld durchdenken und sich eine Strategie überlegen kontrolliert dabei zu sein, vermeiden Sie zuverlässig das, was den meisten Schaden anrichtet: Die Angst und Panik, auch die Angst zu verpassen.

Sie können das gestalten wie Sie wollen, Sie könne nun auch einfach scheibchenweise Qualitätstitel akkumulieren, weil Sie sich klar darüber sind, dass Sie auch noch einmal 20% Minus und 6 Monate Baisse durchstehen werden. Auch das ist eine legitime Strategie.

Aber durchdenken Sie das in jedem Fall *JETZT*, nicht erst wieder am dritten Tag eines Rebounds, der dann mit jedem Tag immer überzeugender wird. Dann sind sie nämlich wieder unter Druck und genau da liegt das Problem.

16:20 MEZ - ZH1

Sehr schön, das will man sehen!

Das ist der erste kleine Indikator, der in mir Hoffnung erzeugt, dass ein erster Rebound nun vielleicht nicht mehr weit ist!

Denn *jetzt* ist der Markt *sehr* selektiv. Er verkauft die einen Aktien weiter massiv und andere akkumuliert er. Hier sind jetzt Stockpicker am Werk, denen der Markt "tief genug" gefallen ist und die Indizes zeigen das noch nicht an, weil das Bild so heterogen ist.

Also, die erste kleine Hoffnungsglocke auf einen bald bevorstehenden ersten Rebound läutet leise. Mit der Frage des Bodens hat das nichts zu tun, wie ich oben erklärt habe. Niemand weiss, wann wir den haben.

Wir können aber erkennen, wenn der Markt aus dem Charakter des totalen Ausverkaufs heraus wechselt. Und so eine Market Map will man dann sehen.

16:40 MEZ - ZH2

Schauen Sie auf Volumen und Trendlinie. Geraten die Dinge jetzt nach oben in Bewegung? Möglich ist es nun - aber nicht sicher. Augen auf, aber nicht gleich Schnapp-Atmung bekommen. 😛

16:52 MEZ - ZH3

Tesla (TSLA) hat genau auf der 200-Tage-Linie den stärksten Tag seit mehr als 2 Wochen:

17:20 MEZ

Für alle "Bottom-Fisher" ist hier das Standard-Modell -> gut von Tiho Brkan erklärt: <-

I received some messages regarding how to see a bottom.

There are many technical indicators I use, plus you need to be “lucky” to buy around it.

But the most important for me is when I notice the market stops making new lows on bad news!

That’s when you’re close...

What we want to see is the end of panic (usually a peak in the $VIX index). That is the first sign.

Markets start a relief rally, followed by a re-test of the low. This is a base-building period when you should be looking for positive divergence in breadth & credit spreads, etc.

There is nothing wrong with an undercut of the initial low, which happened from Nov 2008 low, until March 2009 final bottom.

Sometimes you just get a re-test of the low, too.

During a base building process, bad news will keep coming, but the price will become more resilient.

Various strong businesses will emerge as stock market leaders, refusing to sell off on further bad news.

Weak sectors will still suffer (Technology in 2002, Financials in 2009, etc) and drag the market lower, but most stocks will start acting healthy again.

All of this takes time & experience. Every situation has similarities to the past, however, every bottom is different.

Be patient, watch the market carefully, let it give you clues. Keep an extremely open mind & respect the price above narratives.

Take it day by day!

18:00 MEZ - ZH3

So liebe Mitglieder, das ist mein letzter Eintrag hier bis kommenden Montag, am morgigen Freitag mache ich wie angekündigt mal frei. Im Forum und bei Twitter schaue ich aber sicher herein, ich bin also nicht ganz weg, ich mache mich nur mal vom zweimaligen Schreiben frei.

Was den Bounce angeht, zappelte der Markt noch und ich würde mich darauf auch nicht festlegen, aber ich sage es mal so: So gut wie jetzt, war die Chance in den letzten 2 Wochen nie!

Wie weiter oben nachdrücklich beschrieben - bitte lesen Sie das - sollten Sie sich *jetzt* gedanklich darauf vorbereiten, wie sie in der unsicheren Lage mit einem potentiellen Rebound umgehen wollen.

Und tun Sie sich einen Gefallen und hören Sie auf über *DEN* Boden nachzugrübeln, darum geht es jetzt nicht und da wird man durch Grübeln und lesen von Einzelmeinungen auch nicht klüger. Konzentrieren Sie sich auf die Price-Action vor Ihrer Nase, die sollte Ihnen zeigen, ob ein Bounce nun einsetzt oder nicht und mehr müssen Sie aktuell auch nicht wissen.

Gestern hat der bekannte Investor Bill Ackman -> hier <- in einem Fernseh-Auftritt Donald Trump fast angefleht, das kann man als Punkt der Panik werten und Mark Minervini sagt zurecht -> hier <- mit einem Augenzwinkern:

If yesterday marks the low, it will be called the Ackman bottom.

Wenn ich heute den ganz einfachen Screen bei Finviz auf mehr als 3% plus und mehr als 3-faches Volumen lege, finde ich heute fast nur massiv ausverkaufte Werte, die einen Rebound vollziehen, auch Shell ist dabei:

Das zeigt uns, womit wir es hier zu tun haben, einfach einem "Relief-Bounce", nicht mehr und nicht weniger. Wirkliche Akkumulation von Long-Positionen, ist das noch nicht.

Damit wir nun ernsthaft an einen ernst zu nehmenden Rebound glauben können, bräuchte es jetzt Morgen das "Follow Through", also den zweiten grünen Tag hintereinander nach langer Zeit. Falls das passiert, könnte der Bounce Fahrt aufnehmen und das werden Sie nun morgen ohne mich herausfinden. Sie schaffen das, nach dieser Vorbereitung allemal! 😀

Halten Sie die Ohren steif!

Ihr Hari

PS:

Falls es jemand immer noch nicht verstanden hat.

Ich wache wie James Coburn nun zum ersten Mal seit Wochen aus der Passivität auf, da könnte - Achtung Konjunktiv - mit etwas Glück nun mal wieder etwas nach oben gehen. Zeit wäre es.

Bis wir so eine Stimmung wie John Wayne unten haben und mal richtig was wagen können, brauchen wir aber noch mehr an Bewiesen und zumindest einen zweiten, grünen Tag.

Bedenken Sie auch bei aller Antizipation, die ich hier jetzt vermittele:
So lange wir im Abwärtstrend sind, sind wir im Abwärtstrend! Respektieren Sie die Charts vor Ihrer Nase und achten Sie auf die Zeitebenen!

Viel Erfolg!

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 17.03.20



15:15 MEZ - ZH4

Wir haben einen diffusen Beginn, nach den irren letzten Tagen ein willkommenes Gefühl von Beruhigung, die Frage ist, wie lange es hält.

Es gehört wenig dazu, bei diesem Ausverkauf mit einem temporären Rebound zu rechnen, das kann gut sein:

Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass dieser Markt technisch nun erst einmal *kaputt* ist und ein Rebound schon extrem viel leisten muss, um uns zu überzeugen, nicht nur ein "Dead Cat Bounce" zu sein.

Ich habe heute morgen im Video die Risiken beschrieben, mit denen wir es hier zu tun haben, gleichzeitig aber auch die Tatsache beschrieben, dass die massiven Stimulus-Maßnahmen nun wie ein Treibsatz unter dem Markt sind, der aber gezündet werden muss.

Zünden kann den aber nur berechtigte Hoffnung, dass die Phase des Lockdowns in überschaubarer Zeit wieder endet und das erste Event das mir einfällt um diese Hoffnung zu erzeugen, wären überzeugende Zahlen aus Italien, die ein Abflauen der Fälle zeigen würden.

Dann wäre die Logik klar: Der Lockdown wirkt -> in anderen Ländern wird es ähnlich sein -> der Stimulus hat Bedeutung -> die Kurse steigen in Vorfreude.

Ob und wann solche Zahlen aus Italien kommen, weiss aber niemand, alleine die Hoffnung ist da.

Dieser Stream wird voraussichtlich kurz und wortarm. Wenn wir den diffusen Tag bekommen, der sich am Anfang darstellt, gibt es für uns hier *nichts* zu tun. Da der Markt immer noch indexgetrieben agiert und alles gleichermassen abwirft, macht auch Stock-Picking nur sehr begrenzt Sinn. Wir brauchen Geduld.

15:50 MEZ - ZH5

Ganz spannend auch mal der langfristige Blick auf den DAX Kursindex. Das ist ja im Gegensatz zum klassischen DAX der Index, der fair mit den anderen Weltindizes zu vergleichen ist, weil er wie diese keine Dividenden inkludiert und sich damit nicht schönt.

Das Thema habe ich ja auch mal hier erklärt: -> Der DOW und der DAX, zwei Indizes mit Problemen <-

Erstens mal sehen wir das ganze Elend deutsche Wirtschaftspolitik hier gebündelt. Seit 20 Jahren kein echter Wertzuwachs der Geschäftsmodelle, Ausschüttungen gab es, unternehmerische Expansion nicht.

Zweitens sehen wir aber auch eine wunderbare SKS-Formation, die sich von 2014 bis 2019 gebildet hat. Und die hat nun getriggert und *in einem Schwall* gleich den Measured Move auch mehr oder weniger realisiert. Faszinierend!

16:10 MEZ

Der heutige Tag ist auch eine gute Gelegenheit, um ein wenig wirtschaftliche Grundausbildung zu vermitteln.

-> Sixt hat die Dividende gestrichen <- und das ist auch dringend nötig. Und andere Firmen aus den stark betroffenen Sektoren werden folgen, ganz egal wie lange die in der Vergangenheit die Dividenden stabil gehalten haben.

Im Lager der "Dividenden-Sammler" gibt es dazu teilweise Unverständnis, das aber vor allem ein eklatantes Unwissen darüber zeigt, wie Unternehmen in Insolvenzgefahr rutschen können und was der Bilanzgewinn eigentlich bedeutet.

Denn es gibt zwei Arten, wie Firmen untergehen können und Aktionäre alles verlieren und das ist einerseits die Zahlungsunfähigkeit und andererseit die (bilanzielle) Überschuldung.

Worauf normale Anleger die sich für "Value-Investoren" halten in der Regel schauen, sind die bilanziellen Kennzahlen. Da kann man schon die Schuldenlast erkennen und damit auch Kandidaten identifizieren, die mit zu hoher Schuldenlast in einer Kreditkrise oder bei steigenden Zinsen ein echtes Problem bei der Schuldentragfähigkeit haben.

Dann gibt es aber auch den anderen Fall, in dem Unternehmen gar keine langfristigen Schulden haben, aber durch eine Sondersituation die Kasse so geleert haben, dass sie die die kurzfristigen Verbindlichkeiten wie Sozialabgaben nicht mehr bedienen können. Und dann ist der Gang zum Insolvenzrichter auch unvermeidlich.

Stellen wir uns mal theoretisch ein supersolides Unternehmen vor, dem hunderte Millionen an Ländereien und sonstigen Assets völlig schuldenfrei gehören. Die Bilanz des Unternehmens ist also ein Traum und es erscheint super stabil.

Durch irgendeine verrückte Krise aber, wie diese Virus-Krise, verliert das Unternehmen von einem Tag auf den anderen alle seine Einnahmen und dieser Zustand wird wohl ein paar Monate andauern. Und die Assets wie die Immobilien, kann man nicht so schnell zu Liquidität machen, weil keine Käufer da sind.

Leider hat das Unternehmen aber nie auf seine Liquidität groß geachtet, weil das wegen der stabilen Zuflüsse nicht nötig erschien. Nehmen wir auch mal an, keine Bank würde dem Unternehmen nun mehr Kredit geben, vielleicht weil die alle wackeln und mit sich selber beschäftigt sind.

Dann würde dieses superstabile Unternehmen mit der tollen Bilanz nach 3 Monaten Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen. Aktionäre hätten dann die berühmte *A-Karte*.

Jetzt ist das Beispiel zu extrem, in der Realität bekommt ein Unternehmen mit so einer Bilanz noch Kredit. Aber der Punkt ist, dass die besten Unternehmen auch in die Zahlungsunfähigkeit rutschen können, wenn die Kassen leer und die Kreditlinien ausgeschöpft sind. Und selbst wenn die Aktiva der Bilanz locker reichen, um diese Zahlungsverpflichtungen langfristig zu begleichen, ist das Insolvenzrecht erst einmal gnadenlos. Das sind allerdings Unternehmen, die dann in der Regel einen Weg aus der Insolvenz heraus finden werden, die Aktionären kommen da aber nicht mehr ganz ohne Schmerz heraus, die sind die Letzten der Reihe im Insolvenzrecht.

Damit ist hoffentlich klar, dass das was Sixt macht, *absolut notwendig* ist und weitere werden folgen. Die Liquidität muss dringend geschützt werden, wenn die Kunden von Heute auf Morgen einfach wegbleiben, wie in der aktuellen Krise. Und Aktionäre sollten statt über die Dividende zu weinen, das unbedingt unterstützen, denn der Schaden wäre sonst potentiell viel grösser. Dass die Dividende sich auf eine abgelaufene Periode bezieht, ist rein bilanzielle Sicht und für die Liquiditätsfrage ohne jede Relevanz!

Wir sehen daran auch, was ich schon oft gesagt habe. Auch 100 Jahre Dividendhistorie schützen nicht absolut. Für wirklich *jede* Firma gibt es die theoretische Krise, die sie nahe an den Exitus heranbringen kann. Abhängig von der Art des Geschäfts sind diese Krisen aber von ganz unterschiedlichem Charakter, Diversifizierung ist also auch bei einer Dividenden-Strategie Pflicht und absolut sicher ist *gar nichts!*

16:40 MEZ - ZH1

Der Markt zeigt Zeichen eines "Dead Cat Bounce". Da auf den gestrigen, erneuten Abverkauf heute nun kein "Follow-Through" mehr kam und wir sowieso nach allen Oszillatoren bis zum Anschlag ausverkauft sind, ist das nun eine realistische Chance für eine Gegenbewegung von vielleicht 10% bis vielleicht ca. 2.600.

Mehr kann man im Moment nicht sagen.

17:00 MEZ - ZH4

Ich dokumentiere jetzt mit Wochenkerzen einfach mal ein 6 mittelgroße US Unternehmen, die heute überdurchschnittlich steigen und ich prinzipiell für interessant und mittelfristig attraktiv halte.

Mehr als eine Dokumentation ist es nicht, wie dieser Rebound einzuordnen ist habe ich ja überdeutlich gemacht und was Sie dann damit machen, ist Ihre Sache:

Skyworks Solutions (SWKS)

Cognex (CGNX)

Regeneron (REGN)

Splunk (SPLK)

Hormel Foods (HRL)

American Water Works (AWK)

17:15 - ZH4

Um auch zwei mittelgroße Europäer zu zeigen, greife ich auf die letzten beiden Werte der "Investments der zweiten Reihe" Serie zurück.

Hexagon hält sich zufriedenstellend ist aber auch mit 30% getroffen, was kein Wunder bei der etwas höheren Schuldenlast und dem Charakter der Krise ist. Halma dagegen ist so solide in dieser Krise, wie man das beim Geschäftsmodell erwarten konnte:

17:30 MEZ - ZH4

Interessant ist, dass der Euro zum Dollar weiter so stark einbricht, *obwohl* die FED mit ihrer Notsenkung auf 0% die Zinsdifferenz fast nivelliert hat.

Der Carry-Trade sollte daher keine Rolle mehr spielen und aufgelöst sein, ein Neuaufbau macht auch keinen Sinn, weil die Zinsdifferenz eben viel kleiner wurde.

Bleibt als Auslöser wohl nur der Blick auf die Wackeligkeit der Eurozone und der europäischen Wirtschaft, die sich ja auch in einem gruseligen Eurostoxx50 abbildet. Und da hat der Markt wohl einen Punkt.

Trump hin oder her, schlechtes Handling der Corona-Krise hin oder her, wirtschaftlich gesehen, steht die US Wirtschaft viel stabiler und kraftvoller da und die Währungen bilden auch das ab:

18:00 MEZ - ZH1

So liebe Mitglieder, ich schliesse für heute.

Sie sehen, dass wir schon wieder herunterschaukeln, es sieht aber bedächtiger aus als gestern, die Chance auf einen besseren Rebound ist weiter da:

Trotzdem sollten wir jetzt nicht auf jeden Zucker sofort mit Aufregung reagieren, Schaukeln gehört dazu und der Ausgang ist offen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, ich versuche heute Abend mal völlig Abstand von Börse und Virus zu nehmen, man wird ja auch richtig "blöd im Kopf", wenn man immer die gleichen Schleifen denkt.

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW45


Ereignis der Woche

Thema der Woche

Das Ereignis und Thema der Woche sind die US Zwischenwahlen. In denen geht es darum, wie die Mehrheitsverhältnisse in den beiden Kammern des Repräsentantenhauses und des Senats in der zweiten Hälfte des Presidentschaftszyklus aussehen.

Seit der "Trump-Wahl" vor 2 Jahren, haben die Republikaner die Mehrheit in beiden Häusern, die derzeitigen Umfragen zeigen aber eine Wahrscheinlichkeit von 80-90%, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus übernehmen. Gleichzeitig zeigen die gleichen Umfragen aber auch eine 80-90% Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Republikaner die Mehrheit im Senat behalten.

Nun sind Umfragen nur begrenzt zuverlässig, wie wir seit 2016 mit Brexit und Trump-Wahl endgültig wissen. Und das Wahlsystem ist in den US sowieso komplex, hier geht es nicht um landesweite Durchschnitte, sondern um teilweise knappe Mehrheiten in teilweise kleinen Bundesstaaten, die mit wenigen tausend Stimmen kippen können.

Trotzdem sind diese Umfragen alles was wir haben und und wir können daher fest davon ausgehen, dass der Markt dieses Ergebnis auch heute schon eingepreist hat.

Wäre es positiv für den Markt, wenn die Republikaner die Mehrheit in beiden Häusern behalten?

Ja, aber nur marginal. Der Markt hat nicht so viel gegen ein sich gegenseitig blockierendes Patt - wenn Washington nicht funktionsfähig ist, kann es auch keinen Unfug beschließen. Es gibt sogar Vorteile für ein Patt das Trump ein wenig dämpft, wir wissen ja zum Beispiel, wie sehr sich der Markt um den Handel sorgt. Trotzdem wäre ein Sieg der Republikaner nocht etwa besser, das wäre also ein leichtes Positivum nach der Oktoberkorrektur.

Wäre es negativ für den Markt, wenn die Demokraten beide Häuser erobern?

Ja definitiv und vermutlich deutlich. Dann würden Sorgen entstehen, dass zum Beispiel die Steuerreform zurückgedreht wird und das Land wegen eines Impeachment-Verfahrens gegen Trump in eine Art Bürgerkrieg gestürzt wird, denn die Trump-Unterstützer werden das nicht hinnehmen, auch nicht wenn sie nur48% sind.

Sofort nachdem solche Vorab-Ergebnisse herein kommen, werden wir den Markt wegknicken sehen und insbesondere die von Aufträgen des Verteidigungsministeriums abhängigen Konzerne des Aerospace & Defense Sektors, werden schlicht geschlachtet werden.

Eher weniger betroffen wird alles sein, was aus dem Silicon-Valley kommt, das war schon immer eher den Demokraten nahe und eine Tesla beispielsweise, wird eher profitieren, weil man sofort ähnliche Strafmaßnahmen gegen Verbrenner vermutet, wie es sie ja auch in Europa gibt.

Also, eigentlich sollte die US Zwischenwahl keine massiven Marktbewegungen verursachen, außer wir haben eine "invertierte Trump-Überraschung", dass nämlich die Demokraten gegen die Umfragen beide Häuser erobern. Das wäre eher negativ.

Chance und Risiko der Woche

Letzte Woche habe ich Ihnen zusammenfassend hier geschrieben:

Wir haben derzeit eine 80-90% Chance dass bald ein Rebound kommt. Und ein 10-20% Risiko, dass wir in so einen Crash laufen.

Und weiter:

Ein perfekt bullischer Ablauf wäre Schwäche noch am Montag, der die Indizes auf die genannten Unterstützungen führt und dann Stärke für den Rest der Woche.

Genau das ist in Perfektion passiert. Mittwoch auf Donnerstag Nacht habe ich Sie dann in -> Vom leichten Geld <- auf ein kommendes Retracement aufmerksam gemacht und noch gesagt:

Um einen recht sicheren Boden zu haben, braucht es jetzt das höhere Tief das wieder mit Volumen gekauft wird. *Dann* wäre der Boden mit Wahrscheinlichkeit drin. *Dann*.

Auch das Retracement hat sich in Gang gesetzt, auch wenn es am Ende letzter Woche zweimal durch Manipulationsversuche von Trump kurzgeschlossen wurde. Trump hat natürlich ein Interesse an guter Stimmung bei der Wahl, denn die US Bürger sind durch ihre 401K Konten weit mehr mit dem Aktienmarkt verbunden, als wir uns das hier auch nur in unseren Träumen vorstellen können.

Trotz Trumps Intervention hat der Markt also Ende letzter Woche zu einer Konsolidierung angesetzt und damit sind wir bei der Kernfrage und Chance/Risiko dieser Woche:

Bekommen wir nun ein höheres Tief, vollenden eine Bodenbildung und drehen von da an zum Jahresende nach oben?

Oder erleben wir gerade das letzte Hurrah vor großen Schmerzen?

Meine Antwort ist erstens, dass ich das Risiko der "Durchmarsch-Szenarios" der Demokraten nicht beziffern kann. Das sollen die Demoskopen machen und wenn das doch passieren würde, würde es auch die folgenden Aussagen ungültig machen.

Wenn ich aber rein von den aktuellen Marktinternas ausgehe, die bisher nach Lehrbuch aussehen und wenn ich die Wahl ignoriere, dann würde ich mit 70% Wahrscheinlichkeit nun von einem höheren Tief und einem daraus folgenden Boden ausgehen. Die beiden logischen Alternativen sind dabei weiter die Alternativen (A) und (B) aus -> Vom leichten Geld <-, einerseits eine Wende nach dem Gapfill um 2.680 und andererseits ein sauberer Doppelboden:

Das Szenario (C) besteht dabei aus verschiedensten Varianten, vom Beginn einer goßen Baisse, einem üblen Crash ala 1987 am "Black Monday" (ich habe Ihnen den vor einer Woche gezeigt), bis zum Undercut unter die Tiefs von Februar. Ich werde das gleich in der "Warnung der Woche" vertiefen.

Erneut, bitte bedenken Sie auch, dass dieses Bild rein das Bild der aktuellen Marktmechanik ist. Es wird durch die Wahl überlagert und ich bin nicht in der Lage die Wahl vorherzusagen, würde ich anderes behaupten wäre ich ein Scharlatan.

Als Fazit kann man sagen, dass wir diese Woche durch die Wahl einen erhöhten Unsicherheitsfaktor haben. Davon abgesehen, haben wir aber immer noch eine gute Chance für einen belastbaren Boden in Form eines höheres Tiefs. Aber auch massive Risiken nach unten. Wir sind an der Wegscheide, der Moment der Wahrheit naht.

Ob dieser potentielle Boden dann den Bullenmarkt erhält und zu neuen Hochs führt, oder am Ende in 2019 doch nur der "Last Gasp" vor einer größeren Topbildung ist, ist eine Frage die im Raum steht, der wir uns aber im Moment nicht stellen müssen, das lenkt nur ab. Im Artikel -> Düstere Parallelen <- habe ich das letzte Woche thematisiert.

Warnung der Woche

Diese Kategorie ist neu und einmalig, denn ich stehe vor einer kommunikativen Herausforderung, die mit der massiven Heterogenität von Ihnen zu tun hat. Und es ist jetzt immens wichtig, dass Sie die Lage richtig einschätzen und dann für sich selber diese Lage auf Ihre Bedürfnisse übersetzen.

Letzte Woche habe ich geschrieben, ich wiederhole das:

Wir haben derzeit eine 80-90% Chance dass bald ein Rebound kommt. Und ein 10-20% Risiko, dass wir in so einen Crash laufen.

Heute sage ich oben:

Wenn ich aber rein von den aktuellen Marktinternas ausgehe, die bisher nach Lehrbuch aussehen und wenn ich die Wahl ignoriere, dann würde ich mit 70% Wahrscheinlichkeit nun von einem höheren Tief und einem daraus folgenden Boden ausgehen.

Warum ist der Wert der positiven Wahrscheinlichkeit nun kleiner?

Ganz einfach, weil bei eine rmassiven Überdehnug wie wir sie Anfang letzter Woche hatten, fast immer ein Snapper kommt. Den hatten wir nun aber, nun kommt aber der Moment der Wahrheit. Wir kommen diese Woche an eine ganz wichtige Wegscheide!

Jetzt wird sich entscheiden, ob wir kurz vor dem Ende der Korrektur sind, oder Schlimmes vor uns liegt. Und die endgültige Scheidelinie ist hier in Blau:

Wenn wir die Tiefs von letzten Montag nun also verlieren, eröffnen sich dramatische Risiken, Chris Ciovacco hat das in seinem Video -> Last hurrah for stocks before brutal global selloff? <- sehenswert dargestellt.

Jetzt bin ich kein großer Fan von Trendlinien über Jahrzehnte und man muss festhalten, dass das Marktenvironment heute ein anderes als vor 20 Jahren ist und nun zu ca 60% von unemotionalen Algorithmen beherrscht wird.

Trotzdem ist sein Video insofern wichtig, als es noch einmal klar macht, dass es auch Crash-Szenarien mit einem riesigen Gapdown gibt. Die kommen nicht oft vor, aber wenn sie vorkommen, richten sie immensen Schaden an.

Und er hat im Video auch an 1987 erinnert, wie ich vor einer Woche hier im Wochenausblick. Denn 1987 sind die Anleger am "Black Monday" mit einem 20% Gapdown aufgewacht! Ja, ein 20% Gapdown.

Wenn der Markt über die Klippe geht, wird sich das ungefähr so anfühlen, von analytischem Blick zu Panik in kürzester Zeit:

Und nun frage ich Sie, könnten Sie das ertragen? Könnten Sie ertragen, dass aus einer Million Ihres Kapitals nach einer Nacht 200.000 fehlen?

Dieses Risiko ist nun da. Das Risiko so eines Gaps ist nicht 30%, sondern eher einstellig unter 10% in meinen Augen, die Variante (C) hat die unterschiedlichsten Szenarien. Aber es ist nun real da, falls wir durch die Unterstützung durchfallen, weil dann werden alle gleichzeitig zum Ausgang rennen.

Könnten Sie damit leben? Würden Sie ruhig bleiben und bei Ihrer Strategie bleiben? Würden Sie dann vielleicht sogar kaufen? 1987 war genau das das Erfolgsmodell - zu kaufen.

Und das ist mein kommunikatives Problem im Moment. Mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit, haben wir nun ein kaufbares zweites Tief vor uns, das uns dann zumindest einen tollen Jahresabschluß ermöglicht, wenn nicht sogar ein Februar 2016 Event. Der Moment der Wahrheit, die Wegscheide, ist nun wohl diese Woche da, den Ablauf "erstes Tief -> Rebound -> Neue Schwäche" hatten wir schon, jetzt kommt die Entscheidung.

Mit geringerer Wahrscheinlichkeit laufen wir nun aber in große Risiken und selbst ein Crash ist nicht undenkbar, wenn unter den Tiefs vom letzten Montag alle panisch verkaufen wollen.

Und wir haben sogar einen möglichen Trigger für so einen Moment, sollte das Unwahrscheinliche passieren und die Demokraten beide Häuser erobern, kann ich für nichts garantieren.

Das ist das Risiko das wir haben. Es ist also mal wieder ein Moment des asymetrischen Risikos mit großen Chancen bei gleichzeitig immensen Risiken.

Wie Sie damit umgehen sollen, kann ich Ihnen nicht sagen, weil Sie sind nicht ich und Sie sind alle zu verschieden, um meinerseits einen pauschalen Rat zu geben.

Für alle "normalen" Anleger, die sich noch nicht als "Ritter" mit dicker Rüstung und guten Nerven bezeichnen würden, würde ich aber wie Chris Ciovacco sagen, dass es weniger schlimm ist, die ersten Prozent eines Rebounds zu verpassen, als in so einen Crash zu laufen.

Am Ende ist die Abwägung aber ihre. Wir haben wie letzte Woche mit guter Wahrscheinlichkeit bald gute Chancen mit einem höheren Tief. Und mit geringerer Wahrscheinlichkeit massive Risiken, wenn wir durchfallen. Ganz ähnlich wie Anfang letzter Woche, nur ist das Risiko des "Durchfallens" nun etwas höher.

So ist die Lage immer in so Momenten, ich erinnere mich eindrücklich an 2011, wie das damals war - großes Kino. Ich habe das hier lesenswert dargestellt: -> Es ist so artiziell! <-

Machen Sie also Pläne, bereiten Sie sich vor - lassen Sie sich aber nicht blockieren. Wenn man in unerforschte Bereiche der Galaxis aufbricht, muss man das aushalten, denn wahrscheinlicher ist die Chance. Aber das Risiko dürfen Sie auch nicht ignorieren und Sie müssen darauf eine Antwort haben. Die Realität ist halt differenziert.

Hinweis der Woche

Ich habe schon oft gepredigt, dass es absolute Sicherheit am Markt nicht gibt, sondern die Kunst der Geldanlage daraus besteht, in Unsicherheit die optimalen Entscheidungen zu treffen und dann Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen. Das gilt für Trader wie Investoren gleichermaßen, wer wartet bis er sich "sicher" fühlt, kauft in der Regel zu einem ungünstigen Punkt, denn wenn sich der Letzte "sicher" fühlt, hat die große Mehrheit schon gekauft und die Rally ist alt. Auch das gilt für Trader und Investoren gleichermaßen, die Rally 2009 zu kaufen war beispielsweise sicher besser als 2015.

In diesem Zustand der permanenten Unsicherheit, gibt es manchmal Momente, in denen die Wahrscheinlichkeit sehr stark in eine Richtung gedehnt ist. Das kommt selten vor und es ist daher ein Geschenk, aber es kommt vor.

Anfang Oktober war so ein Moment, kommende Schwäche war zu "riechen", wie Sie hier erlebt haben. Und vor einer Woche war so ein Moment, ich habe mich mit der obigen, bei mir höchst seltenen Aussage von der 80-90% Chance aus dem Fenster gelehnt und so ist es gekommen - auf den Punkt, inklusive der Schwäche am Montag und Wende am Dienstag. Klar, man musste sich wegen der massiven Risiken nach unten absichern, die Chance nach oben war aber real wie selten.

Was ich nun sage, richtet sich nicht an die, die aufgrund einer langfristigen Strategie - zum Beispiel mit Wochenkerzen - in der letzten Woche keinen Handlungsbedarf hatten. Wer so eine Strategie hat und ihr gefolgt ist, hat alles richtig gemacht und ist nun ausdrücklich *nicht* angesprochen.

Aber die anderen, die solche potentiellen Rallys eigentlich mitnehmen wollten, die auch bewusst kurzfristig agieren wollten, die sollten sich nun unbedingt fragen, ob Sie diese außergewöhnliche, taktische Chance genutzt haben oder nicht - 80-90% Chancen sind eben höchst selten!

Wenn nicht, warum nicht? Fragen Sie sich das, es ist wichtig. Nicht ich will die Antwort hören, das ist Ihre Sache, ich will Sie ermuntern Ihrem Spiegelbild diese Frage zu stellen.

Hatten Sie vielleicht Angst? Wenn ja, wovor? Mein Antwort ist, dass die großen Wenden und die größten Chancen immer im Moment der größten Gefahr und Angst existieren. Was hätte also dagegen gesprochen, nach dem Tief von Montag, am Dienstag mal was zu wagen und sofort unter dem Tief nahe abzusichern?

Erneut, ich spreche hier *nicht* darüber nach Bauchlage alles fallen zu lassen und einfach mal zu kaufen weil andere Chancen sehen. Ich spreche darüber, dass wir ja objektive Parameter hatten, die diese Überdehnung des Gummibandes und die Chance indiziert haben, ich habe einige davon hier besprochen.

Wenn ich sage "was spricht dagegen?" meine ich also was spricht dagegen eine Strategie zu haben, die in so Momenten anhand von Parametern mal zupackt und unter den Tiefs absichert und dann mal schaut was geht? Indikatoren an die man so eine Strategie objektiv binden kann, gibt es genug, man muss es nur tun!

Vielleicht haben Sie das letzte Woche getan, dann haben Sie einen wichtigen Schritt getan. Wenn aber nicht und wenn diese Abstinzen keine bewusste Entscheidung war, sondern eine Blockade, wenn Sie also untätig waren und es nun nachträglich bereuen, müssen Sie sich fragen: Warum nicht? Was hat Sie gebremst? Das müssen Sie unbedingt heraus finden, denn es hat höchst wahrscheinlich mit unser aller Affenhirn zu tun, mit Angst und Gier und allem was zum "Affen" dazu gehört.

Entweder müssen Sie in der Zukunft lernen das abzustellen und das geht nur über eine definierte Strategie, die in so Momenten einen klaren Trigger setzt, so wie ich so eine Lage ja auch anhand von Marktinternas erkenne. Oder Sie müssen zur Erkenntnis kommen, dass Sie auf diesen kürzerfristigen Zeitebenen nicht klar kommen und dann brauchen Sie eine längerfristige Strategie wie oben, die Sie anhand anderer Indikatoren führt. Und das kann dann auch ein guter Weg sein, dann haben Sie vielleicht letzte Woche die Schultern gezuckt und erneut, wenn das Teil der Strategie war, ist es "richtig" und gut so!

Die Botschaft dieses Hinweises ist aber die Gleiche, die ich Ihnen schon am Anfang des Jahres nach dem 09.02.18 gegeben habe. Denn auch letzte Woche war ein wichtiger Moment und noch dazu ein Moment, den ich Ihnen hier im Vorfeld! auf dem Silbertablett präsentiert habe. "Sicherer" ging es kaum, höhere Wahrscheinlichkeiten für eine Richtung sind am Markt faktisch unmöglich. Hat Ihre Strategie das auch erkannt? Wenn nein warum?

Was hat bei Ihnen letzte Woche also geklappt, was ist misslungen? Wenn Sie sich diesem ehrlichen Review Ihres eigenen Handels in den wenigen wichtigen Wochen des Jahres verweigern, können Sie nicht erwarten, es beim nächsten Mal besser zu machen!

Betrachten Sie diese Zeilen also als Aufruf zur Reflektion. Nicht ich will Ihre Antwort hören, Sie sind sich diese selber schuldig!

Viel Erfolg!

PS: Ich bin übrigens auch direkt als Mentor da, ich erinnere an -> Mentoring mit Hari <-. Das ist aber sehr intensiv und teuer, es muss teuer sein, weil es auch für mich anstrengend ist und ich nehme auch nicht jeden Wunsch an, der an mich heran getragen wird.

PPS: Zum Thema "teuer" eine Relativierung. Friedrich Merz soll bis zu 5.000€ pro Stunde abgerechnet haben. Nun gut, das hat im Umfeld von Großadressen und der öffentlichen Hand stattgefunden (der Steuerzahler hats ja ;)) aber es ist schon eine bemerkenswerte Hausnummer.

Im Vergleich dazu bin ich unglaublich billig. Denn ich sage voller Selbstbewusstsein, meine Kompetenz zu diesen Themen muss sich vor Herrn Merz nicht verstecken. Nur mein Netzwerk ist eindeutig *viel* schlechter. 😉

Chart/Grafik der Woche

Wie so oft finden wir bei DShort -> hier <- viele Artikel mit vielen Charts, die den Marktzustand und den Zustand ökonomischer Daten aus der Vogelperspektive verdeutlichen.

Ich kann nur empfehlen, da einmal die Woche darüber zu schauen und will hier mal wieder 2 Charts herausgreifen, um deutlich zu machen, was Sie da finden können.

Hier ist das hier schon bekannte Drawdown-Chart. Ähnlichkeiten des aktuellen Geschehens mit dem Flash Crash August 2015 und der Jahresanfangskorrektur 2016 sind nicht völlig von der Hand zu weisen, zumal auch dieses Jahr am Anfang eine Art technisch induzierter "Crash" stand, Sie erinnern sich das Thema des "Short Vola Trades" im Februar.

Dann haben wir hier ein spannendes Chart des US Marktes im Vergleich zum langfristigen Mittel, es ist Teil -> dieses <- Artikels:

Das sieht ziemlich gruselig aus, weswegen ich hier ausdrücklich warnen will: Das ist *kein* Timing-Indikator auf der Ebene von Tagen, Wochen, Monaten, nicht mal unbedingt auf Basis von Jahren.

Nur auf Basis von Jahrzehnten würde ich da Schweißperlen bekommen. Lassen Sie also Ihre Sicht auf die nächsten Monate *nicht* davon beeinflussen, das wäre ebenso dumm, wie auf die ganzen Weltuntergangspropheten zu hören.

Trotzdem ist das Chart wichtig, denn diese Überdehnung hat ja eindeutig mit der Geldflut der Notenbanken zu tun, ohne diese, würde das Chart nicht so aussehen. Auch dieses Chart sagt also nichts anderes, als was ich schon seit Jahren sage, dass das nämlich wahrscheinlich nicht gut enden wird. Es ist aber eindeutig *kein* Grund, jetzt sein Anlageverhalten zu ändern, das kann noch Jahre so weitergehen und wir sind im Vergleich vielleicht gerade in 1997/1998 mit seinen Korrekturen, aber eben nicht im Jahr 2000.

Index der Woche

2017 und 2018 waren die Jahre der Überperformance der US Märkte gegenüber dem Rest der Welt. Schon Ende 2017 wurde auf die US von vielen Fondsmanagern wegen "Überbewertung" der Abgesang gesungen und Sie wissen, dass wir das Gegenteil gemacht haben und damit in 2018 genau richtig gefahren sind.

Im Laufe des Sommers, hat dann das institutionelle Geld auch in die US gewechselt, wir haben das anhand des Funds-Manager-Survery verfolgt und prompt sind diese dann auch in den US in eine Korrektur gelaufen - "gutes" Timing. 😉 Da stellt sich doch die Frage, wie es in Sachen relativer Performance der Märkte 2019 weitergeht?

Ich glaube weiter nicht, dass die US relativ abzuschreiben sind. Die Faktoren, die die US Märkte bevorzugen, sind weiter vorhanden und werden sich ebensowenig schnell ändern, wie wir in Deutschland schnell keine wirtschaftsfreundliche Politiker-Kaste bekommen werden, die den lähmenden Stillstand und Substanzverlust umkehrt.

Kurz, die US werden weiter brummen und innovativ sein und wir werden uns in Deutschland weiter selber auf den Füßen stehen, von der Substanz leben und den schon überdehnten Sozialstaat weiter aufblähen. Auch in 2019 wird das so sein und die US Märkte relativ bevorzugen.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass nun tatsächlich die Zeit der Mean-Reversion im Vergleich zu den US-Märkten kommen könnte und dabei denke ich vor allem an die Emerging Markets und China im Speziellen als Teil dieser.

Falls die US Märkte hier nun einen Boden bilden und falls die Handelsthematik dieses Jahr doch noch einer Einigung zugeführt wird, wird das Erholungspotential in diesen Märkten dem der US-Märkte deutlich überlegen sein. Und deshalb sollten wir unseren Blick nun zunehmend auf Märkte richten, wie sie durch die ETFs EEM und ASHR dargestellt werden und sollten eine mögliche Wende dort nicht übersehen, sondern nutzen:

In beiden Fällen ist eine Wende *noch nicht da* und ich rede hier definitiv keinem Griff ins fallende Messer das Wort. Aber auf die Watchlist gehören diese Märkte nun, inklusive der Untermärkte wie Brasilien, da liegen nun potentiell große Chancen für 2019.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Vom leichten Geld


Wie sagt man, wenn man zwischen 00:00 Uhr und 01:00 Uhr schreibt? Guten Abend ist wohl nicht angemessen, weil der Abend ist vorbei, es ist Geisterstunde. Guten Morgen aber auch nicht, auch wenn wir nun schon seit ein paar Minuten den 01. November haben.

Ich weiß es nicht, lasse es offen und sage lieber am Ende "Gute Nacht". Das passt. 😉

Warum schreibe ich Ihnen zu dieser nachtschlafenden Zeit? Eigentlich wollte ich das doch erst morgen/heute Nachmittag machen?

Ich habe mich entschlossen das vorzuziehen, weil die Botschaft *jetzt* wichtig ist und nicht erst in 15 Stunden. Ob ich mich dann noch einmal am Freitag melde weiss ich nicht, wir werden sehen. Am Montag bin ich sowieso schon wieder im Normalmodus.

Die Botschaft der Nacht ist die "vom leichten Geld das nun verdient wurde".

Eigentlich ein dummer Satz, weil Geld am Markt ist nie leicht verdient, absolute Sicherheit gibt es nicht. Aber es gibt Siuationen mit relativer Sicherheit und demgegenüber vergleichsweise unklare Situationen - trübe Stromschnellen eben.

Am Sonntag habe ich Ihnen im -> Wochenausblick <- geschrieben:

Wir haben derzeit eine 80-90% Chance dass bald ein Rebound kommt. Und ein 10-20% Risiko, dass wir in so einen Crash laufen.

und weiter:

Ein perfekt bullischer Ablauf wäre Schwäche noch am Montag, der die Indizes auf die genannten Unterstützungen führt und dann Stärke für den Rest der Woche.

Wie ich aber schon mehrfach in den letzten Tagen sagte, braucht eine Bodenbildung Zeit, es kann also auch gut sein, dass der Markt sich die kommende Woche zwar stabilisiert und auch mal wieder Stärke zeigt, aber noch nicht richtig in Fahrt kommt und ein echter Rebound erst der Zeit nach den US Zwischenwahlen vorbehalten ist. Seien Sie offen für verschiedene Abläufe, geben Sie dem Optimismus aber eine Chance.

Das ist bisher perfekt eingetroffen, besser geht es kaum. Und mehr Sicherheit als 80-90% gibt es nie, das war also eine fast perfekte Ausgangslage für einen Long-Trade. Der Montag brachte noch Schwäche, dann ist es ab Dienstag zwei Tage deutlich nach oben gegangen.

Nun könnte man ja meinen, damit sei klar dass es nun nur nach oben geht und die Signale bis zum Jahresende auf Grün stehen. Und genau deswegen schreibe ich Ihnen, denn das ist bedauerlicherweise FALSCH!. Die Signale sind (noch) Gelb, aber (noch) nicht Grün.

Denn leider sind die Wahrscheinlichkeiten nun nicht mehr so klar wie am Sonntag, daher der blöde Satz, dass "das leichte Geld schon verdient wurde". Schauen wir auf den S&P500, das Chart ist klickbar:

Wir sehen, dass der SPX genau da eine leichte Wende hingelegt hat, wo eine erste Widerstandszone ist und man das erwarten würde, unter der Trendlinie und am unteren Rand der Mittelkonsolidierung. Der Rebound hat nun alles im allem von der Korrekturbewegung das 38er Retracement zurück erobert und da erst einmal Pause gemacht. Das ist ein sehr "technischer" Markt, der wichtige Level beachtet und das gibt Hinweise, wie es weiter geht.

Vor allem ist aber wichtig zu akzeptieren, dass die Lage nun wieder viel offener ist als am Sonntag - das leichte Geld des "Snappers" wurde schon verdient!

Sie sehen die 4 Varianten, von denen (A) und (B) mir am wahrscheinlichsten erscheinen. Heißt wir bekommen nun entweder den ideal bullischen Verlauf, der ein kleines Retracement bis ca. 2.680 sofort wieder kauft oder wir bekommen eine Art Doppelboden, was heißt es geht erst einmal wieder runter.

In meinen Augen unwahrscheinlicher, aber denkbar und keinesfalls auszuschliessen, sind (C) und (D). Eine Fortsetzung nach unten wäre nun fatal und würde echte Crash-Sorgen aufkommen lassen. Ich kann nur das am Sonntag Gesagte wiederholen, hier wäre dann hart abzuschneiden, das ist keine Stelle die für Hopium geeignet ist.

Aber auch ein "V"-förmiger Rebound wäre nun irritierend und würde eher Zweifel säen, ob man dem trauen könnte.

Zwischen (A) und (B) habe ich nun aber für Donnerstag und Freitag keine Präferenz, der Gedanke dass der Markt im Sinne (B) noch einmal zurück kommt und erst nach den US Wahlen wirklich nach oben zieht, ist durchaus realistisch und sollte nicht ignoriert werden.

Statt einem recht klaren 80-90% für einen Snapper wie am Sonntag, haben wir nun eine eher schwierige Ausgangslage wie beispielhaft: (A) und (B) je 30%, (C) und (D) je 20%.

Also weit trübere Gewässer als am Anfang der Woche. Trotzdem überwiegt bei mir der Optimismus, dass wir die Tiefs im Bereich 2.600 gesehen haben. Die Reaktion auf die Zahlen von Apple heute nach Börsenschluß wird wichtig werden, ich habe das -> hier im Forum kommentiert <-.

Berücksichtigen Sie diese wieder gestiegene Unklarheit bei Ihren taktischen Erwägungen für den Rest der Woche.

Um einen recht sicheren Boden zu haben, braucht es jetzt das höhere Tief das wieder mit Volumen gekauft wird. *Dann* wäre der Boden mit Wahrscheinlichkeit drin. *Dann*.

Gute Nacht! 😀

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Düstere Parallelen



Hallo liebe Mitglieder,

ein Lebenszeichen aus dem Ferienmodus am Dienstag Mittag. Sie merken ja, ich verfolge das Geschehen mit einem Auge und das ist ja auch nötig, leider gewährt mir der Markt diese Woche keine Zeit der Ruhe und des völligen Abschaltens.

Was das Geschehen von gestern und bisher heute angeht, entspricht das ja weitgehend dem, was ich im -> Wochenausblick KW44 <- antizipiert habe.

Der gestrige Pop in Europa hatte mit Merkel zu tun und wurde in den US wieder abverkauft. Der massive Abverkauf ging dann aber primär von den FAANG-Werten und dabei besonders von Amazon (AMZN) aus. Das ist auch kein Wunder, denn die Handelsriesen wie Amazon und Alibaba haben gestern zwei massive Nackenschläge bekommen. Zunächst das erste Mal echte Besteuerung aus den UK - zumindest als Absicht - und dann Trump mit seiner Drohung den gesamten Handel mit China unter neue Zölle zu nehmen.

Trotzdem war der gestrige Tag wie ein Tag im Frühmärz, in dem noch Schnee liegt und trotzdem die ersten Krokusse durch die Schneedecke schauen, denn die Marktbreite war viel besser als es die Indizes zeigten und viele kleine Aktien arbeiten nun an einer Stabilisierung.

Auch der DAX scheint nun Gegenwehr zu entwickeln und zeigt relative Stärke zu den US Märkten und der S&P500 ist mit dem gestrigen Tag in die erwartete Unterstützungszone ab 2.600 eingetaucht und hat damit auch den Measured Move nach der Mittel-Stabilisierung um die 200-Tage-Linie ausgeschöpft:

Es riecht also überall danach, dass der Markt nun eine - zumindest temporäre - Bodenbildung beginnt und sich auch wieder Chancen bieten. Wie lange diese Bodenbildung dauert ist unklar, sie kann sehr wohl volatil bis nach den US Zwischenwahlen seitwärts laufen, kann aber auch jederzeit nach oben starten.

Es bleibt also für diese und die kommende Woche bei der Lagebeschreibung des Wochenausblick wie folgt:

Die kommende Woche bietet also gute Long-Chancen mit guter Wahrscheinlichkeit. Und extreme Abwärts-Risiken mit geringer Wahrscheinlichkeit.

Für mich ist die Lage in den kommenden Wochen also erstaunlich klar. Spannend und riskanter als viele denken, ist dagegen das, was danach in 2019 kommen könnte.

Ich habe schon anklingen lassen, dass die überraschende Schärfe der Abwärtsbewegung nun das Risiko erhöht, dass wir mit dem nun anstehenden Rebound *keine* neuen Hochs mehr schaffen und *dann* würde es *wirklich* riskant. Denn der erste Einbruch ist in einem großen Bullenmarkt noch kein Problem, da schnappt es immer wieder hoch. Auch der zweite Einbruch - den wir jetzt haben - ist meistens noch kein Problem, da kommt noch einmal eine Gegenbewegung. Dann aber wird es gefährlich, eine große Topbildung braucht einfach Zeit.

Ich will Ihnen das an 2008 verdeutlichen. Schauen Sie mal, Sie können die Charts auch klicken, die sind selbsterklärend:

Sie sehen die durchaus vorhandene Parallelität? Gruselig? Dann schauen Sie wie es weiter geht:

So, jetzt will ich hier keine Panik machen, jetzt schauen wir erst einmal nach oben. Die Parallelität von 2008 hat Grenzen und einiges passt eben doch nicht als Vergleich und außerdem kommt es sowieso im Detail anders als man denkt. Erstens haben wir in der aktuellen Korrektur noch kein neues Tief unter dem von Februar generiert. Zweitens ist es ja noch völlig offen, ob der Rebound mit einem niedrigeren Hoch ausläuft oder nicht.

Es kann durchaus sein, dass die Bullen sich doch durchsetzen und wir noch dieses Jahr 3.000 im S&P500 sehen und dann ist dieses Risiko von oben wieder negiert - es ist eben bisher nur ein bärisches Szenario, nicht mehr.

Aber .... ein dickes aber .... von nun an müssen wir dieses massive Risiko im Auge behalten, wenn wir das große Bild des Marktes richtig einordnen wollen.

Kurzfristig spricht viel für einen Rebound. Viel wichtiger als die Frage ob er kommt - er wird schon irgendwann kommen - ist die Frage wie hoch er trägt!

Und das - die Stärke des Rebounds - wird uns mehr über den Marktzustand sagen, als alle einzelnen Indikatoren zusammen!

Lassen wir uns also weiter nicht von einzelnen Indikatoren und medial umgewälzten Risiken ins Bockshorn jagen, so funktioniert der Markt nicht und diese Leute machen immer wieder den gleichen Fehler und werden es nie lernen, weil sie sich zu stark mit einer Seite und einer Idee verheiraten.

Kluge Anleger sind weder Bullen, noch Bären, sie folgen den Signalen. Wenn der Markt klar bullisch ist, sind sie bullisch - bis er es nicht mehr ist, dann werden sie bärisch.

Wenn aber so Risiken auftauchen wie ich oben zeige, werden kluge Anleger aufmerksam und wenn dieser Rebound keine neue Hochs mehr schafft und schwächlich wegkippt, *dann* ist der Zeitpunkt da strukturell bärisch zu werden und den Bullen zu beerdigen.

Also liebe Mitglieder, folgen wir weiter dem Markt und blenden alles andere aus, denn der Markt selber mit seiner Price-Action ist unser Hirte.

Aktuell haben wir wegen der Dehnung des Gummibandes weiter ein kurzfristiges Crash-Risiko, wenn das nicht eintritt wird das Gummiband aber nach aller Wahrscheinlichkeit schnappen und ein Rebound kommen, der schöne Aufwärtschancen bietet. Nur ob der Rebound jetzt schon kommt oder noch eine Woche bis nach den US Wahlen braucht, das kann uns niemand sagen.

Mittelfristig wird es aber eminent wichtig, die Stärke des Rebounds zum Maßstab für die Gesundheit des Marktes zu machen. Wenn der nicht überzeugen kann - oder noch schlimmer gegen alle Wahrscheinlichkeit doch nicht kommt - ist es Zeit strukturell bärisch zu werden.

Ich melde mich am Donnerstag noch einmal.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wochenausblick KW44


Hier ist der verkürzte, gestraffte Wochenausblick in meinem Ferienmodus, dieses mal schon am Sonntag Vormittag. Ich habe ihn schon am gestrigen Samstag erstellt und kann so besser die Arbeit hinter mir lassen und mal ein paar Tage geistig frei machen, als wenn ich 2 Tage vergehen lasse und dann gleich wieder einen kompletten Ausblick schreiben muss.

Wir kennen das von Ferien, dass wenn man vorher voll in der Arbeit steckt, erst nach ca. 2 Wochen wirklich die körperliche Erholung einsetzt. Mit dem Kopf und den Dingen die sich da drehen ist es ähnlich, wenn auch bei mir nicht so lange dauernd wie beim Körper. Es ist erholender, mal mehrere Tage hintereinander ganz etwas anderes zu machen, als jeden Tag nur ein bischen. Und deshalb habe ich mir den Wochenausblick schon gestern "weggeschafft".

Ich melde mich diese Woche dann noch ca 2x zur Marktlage, das nächste Mal voraussichtlich am Dienstag Nachmittag/Abend. Montag in einer Woche bin ich wieder voll da.

Ereignis der Woche

Ein herausragendes Ereignis der kommenden Woche gibt es nicht, in der folgenden Woche haben wir dann am 06.11. die US Zwischenwahlen und ungewöhnlich am Donnerstag 08.11. die FED.

Die US Wahlen und wie der Markt auf verschieden Szenarien reagiert, wird im Wochenausblick nächste Woche noch einmal Thema sein. Im Moment preist der Markt Risiken je nach Umfragelage ein und es gibt sowieso nichts, was wir daran ändern können. Grundsätzlich wäre ein Erdrutschsieg der Demokraten in beiden Kammern für den Markt eher negativ, ein Patt mit einem weiter republikanischen Senat aber eher neutral, weil es negative wie positive Seite hätte.

Die Umfragen zeigen eine Wahrscheinlichkeit von Pi-mal-Daumen 80% dass es zu einem Patt kommt, ein Erdrutschsieg der Demokraten die dann auch den Senat erobern, hat nur 20% - zumindest bis jetzt, die Folgen der Attentate sind umfragetechnisch noch nicht bekannt.

Aber was heißen diese 80% schon, wir haben ja beim Brexit und Trumps Wahl gesehen, wie Umfragen daneben liegen können. Wichtig ist das aber bei der Einschätzung dessen was der Markt macht, für den hat die Wahl nämlich bisher nur mässige Bedeutung gehabt. Er sorgt sich um vieles andere, um Zinsen, Konjunktur und China und weniger um die Wahlen, eben weil alles auf ein Patt hindeutet und das nicht perse negativ wäre, sondern auch seine guten Seiten hätte, wobei das Bild je nach Branche sehr unterschiedlich ist.

Wirtschaftsdaten gibt es aber einige, vor allem Einkaufsmanagerindizes und am Freitag wieder die US Arbeitsmarktdaten, die wegen der Zinsimplikationen dieses Mal besonders beäugt werden dürften. Von den Daten her, ist die kommende Woche eine besonders intensive.

Thema der Woche

Das Thema der kommenden Woche ist weiter die Quartalssaison, die aktivste Woche des Quartals liegt hinter uns, diese vor uns ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Danach flaut es endgültig ab. Der Höhepunkt ist kommende Woche der Dienstag, am Donnerstag kommt Apple und der Freitag ist der Tag der Ölwerte. Hier sind die hier bei uns bekannten und besprochenen Namen.

Wie immer ist die Liste nicht 100% verlässlich, weil es immer kurzfristige Verschiebungen gibt. Oft ist die genaue Uhrzeit noch unklar, ich schreibe diese Namen dann hier in "vorbörslich", was sich aber ändern kann:

Montag vor US Handelsstart: BYD (BYDDY), Gea Group, HSBC (HSBA), Komatsu, Kuka, Loews (L), Yandex (YNDX)

Montag nach US Handelsschluss: Akamai (AKAM), Cognex (CGNX), Deutsche Börse, Impinj (PI), Mondelez (MDLZ), Qiagen (QGEN), Transocean (RIGN),

Dienstag vor US Handelsstart: 3D Systems (DDD), Aetna (AET), AGCO (AGCO), Allergan (AGN), Arconic (ARNC), Baker Hughes (BHGE), BBVA, Beiersdorf, BNP Paribas, BP (BP), Coca-Cola (KO), Cognizant (CTSH), Comdirect, Curtiss-Wright (CW), Draegerwerk, Dun&Bradstreet (DNB), Eaton (ETN), Fiat (FCAU), FLIR Systems (FLIR), Fresenius SE, Fresenius Medical Care, Fuchs Petroclub, Geberit, General Electric (GE), Grenke, Harris (HRS), Honda Motor, Incyte (INCY), Intelsat (I), IPG Photonics (IPGP), Kyocera, Lufthansa, MAN, Mastercard (MA), Nemetschek, OC Oerlikon, Pfizer (PFE), Rational, Reckitt Benckiser (RB), Sharp, Sony, Straumann (STMN), Suez (SEVI), Tag Immobilien, Volkswagen, Xylem (XYL)

Dienstag nach US Handelsschluss: A10 Networks (ATEN), Acadia Healthcare (ACHC), Amgen (AMGN), Anadarko Petroleum (APC), Baidu (BIDU), eBay (EBAY), Ecolab (ECL), Edison (EIX), Elextronic Arts (EA), Exact Sciences (EXAS), Facebook (FB), Ferovial, Fireeye (FEYE), Herbalife (HLF), iQIYI (IQ), L`Oreal, MGM (MGM), NuVasive (NUVA), Paycom (PAYC), Sunpower (SPWR), Ubisoft (UBIP), Under Armour (UA)

Mittwoch vor US Handelsstart: Air France (AIRF), Airbus (AIR), Ameren (AEE), Anthem (ANTM), Aptiv (APTV), Bunge (BG), Chesapeake (CHK), Clariant (CLN), Clorox (CLX), Dialog Semiconductor, Garmin (GRMN), General Motors (GM), GlaxoSmithKline (GSK), Hess (HES), Itron (ITRI), Kellogg (K), NTT Docomo (DCMYY), OMV (OMVV), Panasonic (PCRFY), Praxair (PX), Repsol, Rosneft, Stada, Sanofi (SASY), Santander, Sprint (S), Telefonica, Wolters Kluwer, Yelp (YELP), Yum! Brands (YUM)

Mittwoch nach US Handelsschluss: AIG (AIG), Allstate (ALL), American Water Works (AWK), Apache (APA), CF Industries (CF), Coeur Mining (CDE), Cryolife (CRY), Fiserv (FISV), Open Text (OTEX), Rayonier (RYN), Royal Gold (RGLD), Tenaris, Zynga (ZNGA)

Donnerstag vor US Handelsstart: Abiomed (ABMD), ArcelorMittal, Bayter (BAX), BT Group (BT), Carlsberg, Coloplast, Credit Suisse (CSGN), Danske Bank, Dominio Resources (D), DuPont (DWDP), Exelon (EXC), Fielmann, Fortinet (FTNT), Gartner (IT), ING, Marathon Petroleum (MPC), MSCI (MSCI), Mylan (MYL), New York Times (NYT), Novo Nordisk, Parker Hanifin (PH), Quanta Services (PWR), Royal Dutch Shell, Shire (SHP), Swisscom (SCMN), Swiss Re (SRENH),

Donnerstag nach US Handelsschluss: Apple (AAPL), Arista Networks (ANET), Athenahealth (ATHN), CBS (CBS), Cigna (CI), EOG Resources (EOG), Exilixis (EXEL), Kraft Heinz (KHC), Motorola (MSI), Starbucks (SBUX), Stericycle (SRCL), Suncor Energy (SU), Symantec (SYMC), Teladoc (TDOC), Teradata (TDC), Universal Display (OLED), US Steel (X), Weight Watchers (WTW),

Freitag vor US Handelsstart: AbbVie (ABBV), Aerojet Rocketdyne (AJRD), Alibaba (BABA), Berkshire Hathaway (BRKb), Bluebird (BLUE), Brookfield Infrastructure (BIO), Cameco (CCJ), Chevron (CVX), Duke Energy (DUK), Enbridge (ENB), Erste Group, Exxon Mobile (XOM), Imperial Oil (IMO), Seagate (STX)

Chance und Risiko der Woche

Ich betrachte hier im Ferienmodus nur die generelle Ausgangslage, die ich Ihnen auch schon im Forum eindringlich nahegebracht habe.

Eindringlich deshalb, weil ich glaube dass das Folgende wirklich wichtig ist.

Wir sind in S&P500 und DAX nun massiv überverkauft und nahe wichtiger Unterstützungen bei 2.500-2.600 im SPX und um die 10.800 im DAX:

Beachten Sie bitte, dass hier nur der obere Rand der Unterstützung bei 2.600 eingezeichnet ist, diese reicht bis zu den Tiefs von Februar herunter.

Langfristig sind die Aufwärtstrends aber noch erhalten, denn am Ende zählen keine Trendlinien - die sind nur Indikatoren - sondern höhere Tiefs und Hochs und die haben wir noch:

Den überverkauften Zustand können Sie aktuell auf vielfältige Art und Weise messen, egal ob Sie den Fear & Greed Index nehmen,

oder ob Sie andere Indikatoren benutzen, wie ich Ihnen im Forum von Thomas Callum ein paar gezeigt habe. Er hat diese -> hier <- zusammengestellt, schauen Sie da mal rein!

Ein Chart erlaube ich mir dabei heraus zu greifen, es stellt die Differenz zwischen Aktien mit 52 Wochen New Highs zu 52 Wochen New Lows dar, dieser Indikator ist also dann besonders extrem, wenn der breite Markt besonders extrem nach unten abschmiert.

Und dieser Indikator ist auf 2016er Niveau, da muss man mehr nicht zu sagen, wie gesagt, schauen Sie sich -> hier <- seine anderen Indikatoren an:

Also, es ist ganz simpel, das Gummiband ist extrem nach unten gedehnt und dürfte bald nach oben schnappen. Wie weit es schnappt ist dann eine andere Frage, die wir heute nicht beantworten müssen, aber es wird schnappen.

Es könnte sich diese Woche also lohnen, mal wieder nach Chancen und auf der Long-Seite Ausschau zu halten. Punkt. Das war ja schon am Ende letzter Woche mein Tenor.

Aber .... ein dickes ABER .....

Wie jedes Mal wenn ein Gummiband extrem gedehnt ist, ist das Risiko da, dass es reißt. Und dummerweise steigt das Risiko, je mehr man ein gedehntes Gummiband weiter dehnt.

Heißt konkret, wir haben nun wieder ein abstraktes Crash-Risiko im Markt. Ja *Crash*, ich benutzte bewusst dieses Wort. 😉

Es ist nur eine geringere Wahrscheinlichkeit, deutlich wahrscheinlicher ist, dass das Gummiband schnappt und der "Snapper" nach oben kommt. Aber das Risiko ist nun real und größer als Null, während es vor vier Wochen bei Allzeithochs faktisch Null war.

Ein Markt läuft in keinen Crash einen Tag nach einem Allzeithoch, er läuft in einen Crash nachdem er schon stark gefallen ist, so wie derzeit.

Ich kann Ihnen das auch visualisieren. Hier ist der Black Monday 1987 und jetzt schauen Sie mal, wo wir da wären, wenn wir den Zustand von Heute übertragen:

  • Wir waren damals ca 10% gefallen, das sind wir heute auch.
  • Wir waren damals kurz vor einer wichtigen Unterstützung, das sind wir heute auch.
  • Wir hatten damals die 200-Tage-Linie gerade nach unten geschnitten, das haben wir heute auch.

Sagen wir es also mal so: Wir haben derzeit eine 80-90% Chance dass bald ein Rebound kommt. Und ein 10-20% Risiko, dass wir in so einen Crash laufen.

Aber jeder, wirklich jeder, egal ob Daytrader, Positionstrader oder Investor, muss eine individuelle Antwort auf das Crash-Szenario haben. Eine Technik, ein Risikomanagement, das Sie dann schützt und den Schaden zumindest verringert. Jeder außer Hasardeuren oder bewussten Buy&Hold Investoren, die so etwas wirklich durchstehen wollen und auch können. Ich wollte und könnte das definitiv nicht, nicht voll investiert.

Ich sage Ihnen das eindringlich: Bitte ignorieren Sie dieses Risiko nicht!

Aber lassen Sie sich davon auch nicht blockieren, genau das ist hier die Kunst die gefragt ist.

Das ist also die Situation, mit der Sie in der kommenden Woche umgehen müssen. Ein perfekt bullischer Ablauf wäre Schwäche noch am Montag, der die Indizes auf die genannten Unterstützungen führt und dann Stärke für den Rest der Woche.

Wie ich aber schon mehrfach in den letzten Tagen sagte, braucht eine Bodenbildung Zeit, es kann also auch gut sein, dass der Markt sich die kommende Woche zwar stabilisiert und auch mal wieder Stärke zeigt, aber noch nicht richtig in Fahrt kommt und ein echter Rebound erst der Zeit nach den US Zwischenwahlen vorbehalten ist. Seien Sie offen für verschiedene Abläufe, geben Sie dem Optimismus aber eine Chance.

Die kommende Woche bietet also gute Long-Chancen mit guter Wahrscheinlichkeit. Und extreme Abwärts-Risiken mit geringer Wahrscheinlichkeit. Hopium ist keine Strategie, in so einer Woche schon gar nicht!

Hinweis der Woche

Denken Sie daran, wir hier in Europa sind nun schon in der Winterzeit (hoffentlich der letzte Wechsel, wobei ich generelle Winterzeit im Sinne der Zeit vor Einführung des Wechsels befürworte), die US wechseln aber erst kommendes Wochenende am 04.11.

Die Wallstreet beginnt diese Woche also immer um 14:30 Uhr MEZ und endet um 21 Uhr MEZ!

Chart/Grafik der Woche

Index der Woche

Fallen beide im Ferienmodus aus. Nächste Woche sind sie wieder da.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

STFR – Sell the f***ing Rebound



Guten Morgen!

Die Nacht war kurz und nach dem für die Märkte schlechtesten Tag des Jahres, steht uns heute einer der mit Quartalszahlen aktivsten Tage des Jahres bevor, an dem auch noch die EZB und Mario Draghi kommt. Es soll ja keiner sagen, dass Erfolg am Markt nicht hart verdient sei und meine kommende Urlaubswoche (vom Schreiben) auch. 😉

Gestern habe ich im Laufe des Streams folgendes geschrieben und das war noch vor dem Bruch der Tiefs vom Vortag und vor dem großen Ausverkauf am Schluß:

Das ist heute der schlechteste und übelste Markt des ganzen Jahres.

und weiter:

Ich habe so etwas schon erlebt, schon oft, aber gefühlt war das letzte Mal irgendwann 2011, ich kann mich nicht erinnern.

Im Nachhinein war 2011 der perfekte Vergleich, denn durch den massiven Ausverkauf der letzten Stunde, hat der NASDAQ mit 4,8% Minus tatsächlich den schlimmsten Tag seit 2011 hingelegt!

Wichtig ist auch dass wir uns klar machen, was gestern so besonders war. Denn wenn Sie sich an meine Marktbegleitung erinnern, habe ich seit Anfang Oktober eigentlich immer richtig gelegen - bis auf gestern.

Ich habe den Beginn der Korrektur auf den Punkt geahnt, Sie erinnern sich sicher. Ich hatte immer das Modell des Retests und habe deshalb den Rebound bis 2.800 eher verkauft und hatte das Modell des Doppelbodens.

Und vorgestern kam auch die Gegenbewegung mit höherem Tief und die Chancen waren sehr gut, dass es von da an hoch gehen würde - 2/3 zu 1/3 habe ich gesagt. Und ich gehe fest davon aus, dass die Mehrzahl der Profis gestern so eine Präferenz hatte, von einigen habe ich es auch gelesen.

Der Markt hat aber gestern etwas ganz anderes gemacht und auch mich mal wieder überrascht. Den guten Trader erkennt man aber daran, dass er in der Lage ist sich dann schnell anzupassen. Als gegen 17 Uhr klar wurde, dass der übliche BTFD-Reflex nicht kommt, bin ich in volle Deckung gegangen und das war gut so. Schon um 17 Uhr habe ich sehr, sehr deutlich geschrieben

Das ist jetzt *echt gefährlich*, in meinen Augen *gefährlicher als gestern* dass wir tatsächlich durchfallen, denn so einen sofortigen Einbruch darf es im Modell des Doppelbodens eigentlich nicht geben:

Also, das Besondere des gestrigen Tages ist, dass er die Mehrheit auf dem falschen Fuß erwischt hat und auch ich war innerlich nicht auf diesen Ausverkauf vorbereitet. Genau das generiert nun aber auch Chancen, dazu aber unten später.

An so einem Tag ist es nun immens wichtig, sich nicht zu verzetteln, sondern sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Selbst wenn es den gestrigen Tag nicht gegeben hätte, wäre ich heute nicht in der Lage die Masse der Quartalszahlen zu betrachten, es ist einfach zu viel. Nun aber, macht es gar keinen Sinn mehr, denn Zahlen spielen derzeit keine Rolle - der Markt wechselt nun in den Angstmodus und es wird alles rausgehauen, Zahlen hin oder her.

Schauen Sie zum Beispiel Microsoft (MSFT), die haben gestern klasse Zahlen geliefert, der Markt war nachbörslich trotzdem nicht in der Lage das zu würdigen - zumindest bisher nicht. So sieht nun das Chart aus:

Aber noch besser kann man das Geschehen an Illumina (ILMN) zeigen, die hatten ja erst vor Kurzem starke Zahlen geliefert und sind sowieso von dem ganzen Handels- und Konjunkturkomplex nur peripher betroffen. Und sie hatten im Chart eine ausgezeichnete Ausgangslage mit einem Doppelboden, von dem es nach den Zahlen hoch ging.

Eigentlich also ein fast perfektes Rebound-Setup und gestern Abend nach dem Schlachtfest sieht das so aus:

Wir halten fest, diese 7% Minus haben rein gar nichts mit Illumina zu tun. es ist exakt das gleiche Unternehmen wie vorher. Das ist das Ergebnis eines massiven Ausverkaufs am gestrigen Tag im NASDAQ.

Und weil das so ist, macht es keinen Sinn meine Zeit nun heute mit dem Schreiben über einzelne Zahlenwerke zu verbrauchen, der Markt bricht gerade aufgrund von Makrothemen ein und nicht weil Illumina einen schlechten Ausblick gegeben hätte.

Übrigens, natürlich generiert das Geschehen tolle Chancen, denn es sind gerade die starken Aktien, bei denen man bald gierig werden kann. Irgendwann wird der Markt aus dem allgemeinen Ausverkauf aufwachen und dann wird sich die Spreu vom Weizen trennen. So hart das aktuell für alle ist die noch im Markt sind, die großen Gewinne der Zukunft sind hier gerade in der Mache.

Worauf ich mich heute konzentrieren will, ist das Geschehen für Sie einzuordnen und das ist nun aufgrund der Heterogenität der Mitglieder für mich schwierig genug. Denn wie kann ich dem Trader nun die Chancen vermitteln und trotzdem den Investor weiter zur ruhigen Hand und zum Halten der Deckung motivieren?

Sie müssen da nun mithelfen und sich ganz präzise klarmachen, wer Sie anlagetechnisch sind und daher meine Worte entsprechend einordnen. Es gibt zum Beispiel nichts Schlimmeres, als jemanden der glaubt ein Investor zu sein, nun vielleicht eine defensive Haltung hat und dann aber beim nächsten Snapper - und der *wird* kommen, im NASDAQ vielleicht schon heute - gleich wieder in die "Angst zu verpassen" verfällt und zappelig wird.

Entweder man agiert auf Basis von Wochenkerzen oder man tut es nicht. Man muss schon wissen wer man ist, sonst ist Desaster vorprogrammiert.

Also, ich unterteile meine Wertung mal in drei verschiedene Kategorien.

Wie sollte jetzt ein Investor denken?

Ein Investor operiert und agiert typischerweise auf Wochen- oder sogar Monatskerzen und für den stellt sich der S&P500 nun so dar:

Das ist recht eindeutig ein Bruch der Aufwärtstrendlinie und damit sehr relevant. Wenn Sie meinen Handlungsvorschlägen gefolgt sind, sind Sie spätestens mit dem Bruch dieser Trendlinie nun komplett in Deckung, was immer das für Sie konkret bedeutet.

Es gibt aber noch keinen Bruch des Aufwärtstrend, der wird dann erst im Bereich 2.500-2.600 in Frage gestellt. Im NASDAQ100 haben wir ein ähnliches Bild:

Ein zweifelsfreier, klarer Bruch. Punkt. Wer da nicht aktiv wird spielt mit dem Feuer, denn natürlich kann das auch der Anfang von etwas Größerem sein, auch wenn man es heute noch nicht glaubt und sich vorstellen kann. Die Zukunft ist ungewiss.

Denn was den Markt nun in die Knie zwingt, ist nicht nur die überfällige Korrektur, der sich der US Markt zu lange verweigert hat. Es sind eben vor allem die Makro-Sorgen wie der Handelskonflikt oder in Europa die Italien- und Brexit-Thematik, die sich nun langsam in den realen Zahlen wiederfinden. Auch die US Konjunktur zeigt erste Abschwächungszeichen, wie das Beige Book der FED zeigt. Es gilt hier also "it doesnt matter until it matters". Und nun "matters it" eben.

Und wenn China und die US weiter in Sachen Handel eskalieren, dann bleibt das eben nicht folgenlos. Ich bin persönlich überrascht, dass es noch keinerlei Einigungsanzeichen gibt, ich hatte mit einer Einigung vor den US Zwischenwahlen gerechnet. Hier spielt wohl auch Gesichtswahrung und jeweils innenpolitische Erwägungen eine Rolle, bei Trump sowieso, aber bei den manisch auf Gesichtswahrung erpichten Chinesen definitiv auch!

Ich will damit sagen, die Makro-Sorgen sind nicht ungerechtfertigt, Handelskonflikt und Italien waren bei mir immer echte Risiken, daran habe ich nie einen Zweifel gelassen. Und wenn das nun falsch angepackt wird, dann kann das durchaus der Beginn einer längeren Baisse werden. Wie wahrscheinlich das ist, ist eine andere Frage - aber es kann!

Als Investor ist es nun also ganz wichtig, sich nicht in die Volatilität ziehen zu lassen. Ich garantiere Ihnen, bereiten Sie sich schon innerlich darauf vor, dass es nun auch wilde Rallys geben wird, die attraktiv aussehen und die die "Angst zu verpassen" auslösen.

Wenn Sie aber Investor sein wollen - niemand zwingt Sie ja zu dieser langfristigen Haltung - dann müssen Sie da nun darüber stehen. Genau wie Sie sich einen Ausstieg zurecht gelegt haben, legen Sie sich nun immer wieder Einstiegspunkte zurecht. Und was haben sie schon verloren, wenn Sie das Ausstiegsniveau nun zunächst auch wieder als Einstiegstrigger nehmen? Nicht viel und das entspricht ja auch dem Prinzip des Timings mit gleitenden Durchschnitten, das ich Ihnen schon mehrfach gezeigt habe.

Einen Wiedereinstiegspunkt brauchen Sie aber, denn ich zeige Ihnen noch einmal die fiese Projektion, die ich Ihnen erst am Sonntag im Wochenausblick gezeigt habe. Nun ist der Einbruch noch eine Woche früher gekommen als da gezeichnet, der Ablauf ist aber prinzipiell so immer noch gut denkbar!

Also, respektieren Sie als Investor solche Einbrüche. Jede große Baisse beginnt mit so einem Einbruch, den viele zu dem Zeitpunkt als kaufbaren Dip halten. Das heisst aber nicht, dass es nun so eine Baisse wird, die Zukunft ist offen.

Die sinnvollste Art damit als Investor sinnvoll umzugehen, ist mit ruhigen Triggern zu operieren, die die Ein- und Ausstiege objektivieren. Und dann muss man sich auch daran halten und sich von der kurzfristigen Volatilität nicht verrückt machen lassen.

So weit zum Investor, nun zur nächsten Kategorie.

Wie sollte jetzt ein Swingtrader / Positionstrader denken?

Ich denke in die Kategorie fällt die Mehrheit der Mitglieder, ich übrigens teilweise auch mit meinem Investmentdepot. Sicher investiere ich da, weil ich Aktien dauerhaft halte. Aber mit meiner Positionsgrößenstrategie ist eben auch ein taktisches Element enthalten, das sich wie ein solcher Trader verhält, wenn man so will ist mein Ansatz eine Mischform zwischen dem Investor oben und der Kategorie hier.

Aber auch viele Mitglieder die eigentlich Investor sein wollen, agieren dann doch "zappeliger", gerade in Krisen wie jetzt und sind auch eher Positionstrader, als echte Investoren. Darin steckt nichts Schlechtes, man sollte sich nur klarmachen, wer man ist.

Denn für Positionstrader brechen nun goldene Zeiten an. Ich habe Ihnen oben Illumina gezeigt oder gestern auch den Ausverkauf bei NVidia (NVDA):

Das sind weiter tolle Aktien, in die mit Rabatt herein zu kommen, geradezu ein Geschenk ist. Aber ob das Geschenk schon da oder noch "in Produktion" ist, das ist unklar und da würde ich eher auf "in Produktion" tippen.

Als Positionstrader machen wir uns nun also nun klar, dass ein Ausverkauf unter Volumen das Risiko kurzfristig weiteren Schmerzes beinhaltet:

Gleichzeitig hatten wir gestern aber eindeutig einen Ausverkauf der alles rausgehauen hat und das wird sich definitiv ändern und der Markt wird wieder zwischen starken und schwachen Aktien unterscheiden und das generiert massive Chancen für Positionstrader!

Auch im DAX werden Positionstrader nun aufmerksam, denn bei 10.800 wartet eine gute Unterstützung, die - wenn sie nun direkt angesteuert wird - fast sicher für eine markante Gegenbewegung gut sein wird:

Also für Positionstrader, die wie ich nun aus dem Markt sind und viel Cash haben, nähert sich eine Variante von "Alice im Wunderland" oder wie Buffett zu sagen pflegte, das Gefühl "im Süßwarenladen" zu sein.

Und das gilt ausdrücklich auch dann, wenn der Markt übergeordnet - aus Sicht der Investoren - nun in eine große Baisse wechselt die bis 2020 dauert. Auch in einer Baisse sind Gegenrallys immer markant und sehr profitabel zu handeln, der Unterschied ist halt nur, dass der Markt dann STFR macht und nicht mehr BTFD.

Beachten Sie bei der Wertung meiner Worte als bitte auch immer, dass auch ich eher in der Kategorie des Positionstrader denke. Ich mache zwar vieles, bin aber primär und von meinem Verhalten her eher Positions- bzw Swing-Trader, als Investor oder Daytrader.

Womit wir bei der letzten Kategorie sind.

Wie sollte jetzt ein Daytrader denken?

Denen muss ich am Wenigsten sagen, denn die sollten ihr Geschäft verstehen. Für Daytrader ist das genial was gerade passiert, ein langsames Schieben wie im August und September ist dagegen viel schwieriger.

Bewegungen wie gestern generieren für Daytrader tolle Chancen. Gestern konnte man abwärts aufsatteln, als gegen 17 Uhr klar wurde, dass keine Rally kommt und es abwärts geht.

Heute hatten wir in der Nacht einen NASDAQ Ausverkauf und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Aktien die gestern irrsinnig verprügelt wurden, heute wie der NASDAQ eine Gegenbewegung machen, selbst wenn es nur ein "Dead Cat Bounce" sein sollte - das ist dem Daytrader aber egal.

Ausserdem haben wir am Nachmittag immer noch die betörenden Lippen von Mario Draghi und der wird dem Markt bestimmt keinen finalen Stoss geben wollen.

So ...... so sollte man den Markt nun betrachten. Machen Sie sich klar, wer Sie sein wollen. Sie können wie ich auch mehrere Hüte aufhaben, dafür braucht es aber viel Erfahrung und man muss in der Lage sein, die Dinge gedanklich zu trennen.

Denn ein Markt kann langfristig noch im Aufwärtstrend sein, mittelfristig in der Korrektur und kurzfristig die Chance auf einen Snapper in sich tragen. Und genau das, ist die zutreffende Beschreibung der aktuellen Marktlage bei den US Indizes!

Jetzt gehen wir gemeinsam da raus und machen was daraus. Ich melde mich gegen 14:30 Uhr zur EZB und alles weitere findet sich dann.

Ihr Hari

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Wir Herdentiere



Guten Morgen!

ich will am heutigen Morgen nur erneut eine wichtige, grundlegende Thematik mit Ihnen besprechen, weil ich sicher bin, dass der richtige Umgang damit, nun bei Ihnen in den kommenden Wochen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden wird.

Der Markt selber hat über Nacht nicht so viel gemacht, dass sich daraus ganz neue Aspekte ergeben würden und den kann ich heute Morgen daher mal beiseite lassen.

Was ich Ihnen nun sage ist nur eine Widerholung dessen, was ich die letzten Tage schon x-mal gesagt habe, so auch in -> von Marktexperten <-. Ich halte die Wiederholung aber für wichtig, weil ich ganz sicher bin, dass viele von Ihnen doch immer wieder von der Stimmung der Herde angesteckt werden.

Und ganz besonders einflussreich sind dabei natürlich die Dinge die ich sage, weil ich hier eine gewisse Reputation habe. Und gestern Abend habe ich in Würdigung des gestrigen Geschehens an der Wallstreet im Forum noch geschrieben:

Also kurz vor Handelsschluss mein Fazit des Tages:

Das gefällt mir nicht. Das ist wenig überzeugend was wir sehen, wenn wir berücksichtigen, wie überverkauft der Markt ist.

Das Risiko eines Bruchs der Trendlinie im SPX ist heute nicht kleiner geworden.

Warum habe ich das geschrieben? Ganz einfach wegen dieses Tagesverlaufs im SPY:

Denn wir hatten vom Freitag ausgehend eine gute Ausgangslage was eine Wende angeht und waren massiv überverkauft. Alles was der Markt aber gemacht hat, ist diese überverkaufte Lage seitwärts abzubauen.

Sie erinnern sich sicher, wie oft ich in den bullischen Phasen geschrieben habe, dass wenn ein Retracement nur seitwärts läuft und kaum etwas abzugeben bereit ist, das klar bullisch zu lesen ist und den nächsten Schub vorbereitet.

Das gilt genau so anders herum, ein Markt der eine überverkaufte Lage so abbaut und keinen Rebound zusammenbringt, ist ein schwacher Markt der unter der hohen Gefahr liegt, noch eine weitere Runde an Abgaben vor sich zu haben!

Darauf habe ich reagiert, das habe ich gemeint, das ist so!

Das Risiko zumindest eines neuen Tests der Tiefs von Donnerstag, vielleicht sogar ein Bruch derselben, ist gestern nicht kleiner, sondern größer geworden. Punkt!

Aber .... an der großen Lage hat sich trotzdem nichts geändert und das ist auch wichtig zu erkennen.

Statt dass ich hier viel argumentiere, kann ich glücklicherweise Urban Carmel das Feld überlassen, der hier das Gesamtbild wie immer kompetent würdigt: -> Weekly Market Summary <-

Ich rate dringend dazu, dieses Bild in all seinen Details zu würdigen, ich will nur zwei Charts herausgreifen, die für sich sprechen:

Dabei stellt auch die Analyse von Urban Carmel nicht in Frage, dass wir hier vielleicht erst noch weitere Schwäche vor uns haben und im SPX sogar bis auf 2.500 herunter fallen könnten:

Aber auch das wäre im großen Bild nur das Folgende und daher noch normal und kein Grund gruselige Vergleiche zu 2008 anzustellen.

Parallel dazu stellt unser "Johann" im Forum treffend fest:

Ich kann mich kaum erinnern, dass die Stimmung bei Mr. Market in den letzten 6 Jahren schon mal so negativ gewesen wäre. Wer weiß, vielleicht ist es diesmal berechtigt - oder der richtige Zeitpunkt, Aktien einzusammeln, die man schon lange mal haben wollte, aber immer zu teuer waren. 😉

Das ist sehr wahr und ich schreibe schon seit ein paar Tagen dagegen an, weil ich das auch merke.

Ich wiederhole, was irgend jemand "meint" wie die Zukunft wird, hilft uns nicht, es schadet uns eher, weil wir alle Herdentiere sind!

Lassen Sie sich emotional nicht von "Tibesti" anstecken, weil der Deja-Vues der großen Crashs in sich trägt. Vielleicht hat er am Ende recht, vielleicht nicht.

Lassen Sie sich emotional nicht von "Johann" anstecken, weil der die Chance eines überraschenden Rebounds im DAX sieht. Vielleicht hat er am Ende recht, vielleicht nicht.

Lassen Sie sich emotional auch nicht von mir anstecken, wenn ich wie gestern schreibe, dass mir das Marktverhalten nicht gefällt. Das ist so, aber deswegen mache ich damit keine pauschale Katastrophenaussage, ich rede nur über gestern und die Verschiebung von Wahrscheinlichkeiten!

Ich bin ganz und gar nicht emotional was den Markt angeht, ich bin auch nicht ängstlich, ich stelle einfach nur eine graduelle Verschiebung von Wahrscheinlichkeiten fest!

Also halten Sie den Ball flach, unser Affenhirn rumort auch so genug, ohne dass wir es mit Ängsten anderer füttern.

Was Sie tun müssen, ist etwas anderes und was andere meinen, hat dafür gar keine Relevanz:

Sie müssen sich genau mit der Situation befassen, wie Sie sich verhalten werden, wenn der SPX heute, morgen, übermorgen durchzufallen beginnt. Ich kann Ihnen dazu keine klaren Ratschläge geben, weil der Umgang damit eben mit Ihnen und Ihren Rahmenbedingungen zu tun hat.

Aber stellen Sie sich diesen Fragen und verdrängen Sie diese nicht! Emotionales Herumeiern hilft Ihnen nicht bei der Lösung!

Stellen Sie sich der Frage, wie Sie konkret damit umgehen, wenn der SPX zu fallen beginnt und in einem schnellen, crashartigen Rutsch an einem Tag dann 5% abgibt und sich schnell bei 2.500 wiederfindet. Denn das ist jetzt real möglich.

Stellen Sie sich der Frage, wie Sie konkret damit umgehen, wenn der SPX hart durchfällt, alle in Panik geraten und er genau dann - noch am selben Tag - hart dreht und nach oben durchzieht. Denn das ist jetzt real möglich.

Wenn Sie sich diesen Fragen gestellt haben und darauf eine Antwort haben, mit der Sie sich wohlfühlen, dann können Sie danach aufhören zu grübeln und den Blick nach oben richten und sich den Chancen zuwenden. Für den negativen Fall haben Sie dann ja vorgesorgt.

Denn diese Chancen nach oben sind heute definitiv da und wenn der SPX bei 2.500 wäre, wären diese größer und nicht kleiner.

Es ist diese Dualität, die Sie entwickeln müssen. Sie hoffen auf das Beste, bereiten sich aber auf das Schlimmste vor. Emotionale Wallungen und Ängste die durchs mediale Dorf getrieben werden, sind dabei nicht hilfreich, ja sogar kontraproduktiv, weil keiner die Zukunft kennt.

Bereiten Sie sich stattdessen konkret auf die wesentlichen Szenarien vor, genau *das* - Vorbereitung - gibt Sicherheit. Das Wanken zwischen Gier und Angst tut es dagegen nicht.

So ... damit habe ich wiederholt, was ich hier schon mehrfach gesagt habe. Es ist aber nötig und ich bin sicher, es wird bei einigen trotzdem nicht ankommen, die immer noch wie ein Reh im dunklen Wald hektisch nach rechts und links schauen in der Hoffnung, dass irgendwer ihnen sagen kann, was die Zukunft bringt.

Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht so, bereiten Sie sich stattdessen auf die wesentlichen Eventualitäten vor. *Das* macht gelassen. *Das* macht erfolgreich.

Ich wiederhole meine Sicht auf den Markt. Der gestrige Tag und das ganze Marktverhalten gefällt mir nicht. Das Risiko dass erst noch ein scharfer Schub nach unten kommt, ist dadurch nicht kleiner gekommen. Ein Retest der Tiefs von Donnerstag ist sowieso immer wahrscheinlich gewesen, die Frage war nur wie schnell und ob dazwischen noch ein Rebound liegt.

Trotzdem ist das immer noch in ein bullisches Umfeld eingebettet, einen großen Bärenmarkt kann ich derzeit nicht sehen. Was heißt dass egal wo der Markt einen Boden findet, da wahrscheinlich eine Chance liegt. Und Chancen kann man auch heute schon ergreifen, wenn man die oben beschriebenen Hausaufgaben gemacht hat.

Und heute ist der Markt immer noch überverkauft und ein Rebound immer noch wahrscheinlich. Alles andere werden wir sehen. Und da ich nach unten meinen Plan habe, dem ich aus Erfahrung vertrauen kann, kann ich auch heute ganz entspannt nach Chancen die Augen aufhalten!

Vorbereitung schafft Sicherheit und eröffnet Chancen.

Ich wünsche gute Entscheidungen!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW42


Ereignis der Woche

Die Quartalssaison geht wieder los und das mit Macht. Endlich möchte ich dazu sagen, weil es dem Markt ermöglicht sich von Makrothemen etwas zu lösen und sich wieder dem zuzuwenden, was den Markt ausmacht: einzelne Unternehmen!

Gerade die letzte Woche im Absturz, wurde alles gleichmäßig nach unten gezogen, woran der bekannte ETF-Effekt seinen Anteil hat. Nun besteht die Chance, dass sich wieder die Spreu vom Weizen trennt und Abstürze bei guten Unternehmen zu Chancen in die Zahlen hinein werden.

An einer Stelle wirkt aber das große Thema, das vorletzte Woche Dienstag mitgeholfen hat, den Markt an den Abgrund zu schieben. Es ist Jerome Powell und seine Worte zu einem aggressiveren Zinspfad. Diese werden den Ausblick bei zinsreagiblen Geschäftsmodellen wohl negativ beeinflussen, das Management wird gezwungen sein, hier vorsichtig zu sein und auf die sprachliche Bremse zu treten. Das sind Unternehmen, bei denen Enttäuschungen beim Ausblick gut denkbar sind.

Auf jeden Fall haben wir nun eine sehr ereignisreiche Woche, voller berichtender Bluechips. Hier sind die hier bei uns bekannten und besprochen Namen.

Wie immer ist die Liste nicht 100% verlässlich, weil es immer kurzfristige Verschiebungen gibt. Oft ist die genaue Uhrzeit noch unklar, ich schreibe diese Namen dann hier in "vorbörslich", was sich aber ändern kann. Ich veröffentliche im Stream des Vortages immer noch ein Update zum Folgetag, in dem ich alles noch einmal geprüft habe:

Montag vor US Handelsstart: Bank of America (BAC), Christian Dior (DIOR), FACC AG (FACC),

Dienstag vor US Handelsstart: BlackRock (BLK), Domino´s Pizza (DPZ), Goldman Sachs (GS), Johnson & Johnson (JNJ), Lam Research (LRCX), Morgan Stanley (MS), United Health (UNH),

Dienstag nach US Handelsschluss: CSX (CSX), Cree (CREE), IBM (IBM), Infosys (INFY), Interactive Brokers (IBKR), Netflix (NFLX), Telekom Austria,

Mittwoch vor US Handelsstart: ASML (ASML), Abbott Labs (ABT), Carrefour (CARR), Danone (DANO), eBay (EBAY), Kinder Morgan (KMI), Roche Holding (RO), Temenos Group (TEMN), US Bancorp (USB)

Mittwoch nach US Handelsschluss: Alcoa (AA), Valmont Industries (VMI)

Donnerstag vor US Handelsstart: AMD (AMD), Blackstone (BX), Canadian Pacific Railroad (CP), Danaher (DHR), Ericsson (ERIC), Kuehne & Nagel (KNN), London Stock Exchange (LSE), Nestle (NESN), Novartis (NOVN), Nucor (NUE), Philip Morris (PM), SAP, Thales (TCFP), The Travelers (TRV), Textron (TXT), Unilever (ULVR),

Donnerstag nach US Handelsschluss: American Express (AXP), Celanese (CE), E-Trade (ETFC), Intuitive Surgical (ISRG), Las Vegas Sands (LVS), Paypal (PYPL)

Freitag vor US Handelsstart: Assa Abloy, BB Biotech (BION), China Mobile (CHL), Cleveland Cliffs (CLF), Honeywell (HON), IPG Photonics (IPGP), Manpower Group (MAN), Procter & Gamble (PG), Schlumberger (SLB), Severstal, Software AG, VF (VFC)

Hinzu kommen diverse wichtige Wirtschaftsdaten, wie die Einzelhandelsumsätze der US, der ZEW, Verbraucherpreise der Eurozone, das FOMC Protokoll, diverse Reden von Notenbankern, der Philly-Fed Index, Wirtschaftsdaten aus China und last but not least ein EU Gipfeltreffen.

Und heute früh kam dann noch die Nachricht, dass die Brexit-Gespräche an der Frage der nordirischen Grenze vorläufig gescheitert sind. Das wird die europäischen Märkte am Anfang der Woche eher belasten.

In Summe eine voll gepackte Woche, die keine wirkliche Pause bietet.

Thema der Woche

Das Thema der Woche ist natürlich, wie es nach dem Einbruch der letzten Woche weitergeht.

In meinen Augen ist die Chance für einen temporären Rebound im SPX nach dem letzten Freitag nun auf jeden Fall vorhanden. Alles andere wäre ein massives Schwächezeichen, das dann bei *jedem* laut lärmende Alarmleuchten in Gang setzen müsste.

Allerdings haben wir am Anfang der Woche jetzt noch die reale Gefahr, dass der Markt sofort durchfällt, weil Asien und Europa sehr schwach eröffnen. Heute wird es also noch einmal kritisch, wenn die US Märkte sich davon aber lösen können, ist der temporäre Boden wohl erst einmal drin.

Auch der Fear & Greed Index Stand Freitag Abend spricht immer noch dafür:

Und selbst der sehr schwache DAX hat nun eine temporäre Rebound-Chance, dürfte sich aber schon um 11.800 schwer tun, wo alte Unterstützung nun zu Widerstand wurde. Die negativen Nachrichten zum Brexit, werden das weiter erschweren.

Aber selbst wenn der Rebbound nun kommt, die Wahrscheinlichkeit, dass der nun sofort ohne Retest wieder zu den Hochs laufen würde, betrachte ich als eher gering.

Insofern ist temporäre Stärke mit Präferenz zum Neuaufladen der Sicherungen zu nutzen, so man diese nun teilweise gesenkt hat oder vor hat, das zu tun. Der Tag der Wahrheit kommt dann beim Retest, sieht auch unten.

Natürlich kann der Markt auch in einem "V" sofort hochlaufen, möglich ist immer alles. Und hier gibt es sogar ein konkretes Szenario, denn ich bin überzeugt wenn Jerome Powell nun zurück rudern sollte und die Zins-Taube heraus hängen lässt, wird genau das passieren.

Trotzdem haben wir keine Wahl, in so einer Lage dem Kapitalerhalt und der Sicherheit höhere Priorität einzuräumen, als wilde Spekulationen, was die FED vielleicht tun wird. Heisst konkret, wir sollten von einem erneuten Test des Trends ausgehen und erst wenn der erfolgreich abgewiesen würde, wäre der Weg nach oben wirklich wieder frei.

Chance und Risiko der Woche

Ich glaube dass uns der Moment der Wahrheit noch bevorsteht - vielleicht sogar in dieser Woche noch, im Zweifel aber erst Ende Oktober. Und das ist der Moment, wenn der Markt den Trend erneut testet, wie hier zu sehen:

Einen scharfen Einbruch kann es immer mal geben, wie geschehen. Daran schliesst sich fast sicher eine Gegenbewegung an. Es kann sein, dass diese nun begonnen hat.

Wie stark diese Gegenbewegung aber ist, wird ultimativ im zweiten Anlauf auf die Tiefs getestet und diese zweite Bärenattacke ist auch recht wahrscheinlich.

Das ist dann der Moment, in dem große Chancen und große Risiken bestehen und wir recht gnadenlos sein müssen.

Ein Taucher unter die Tiefs von Donnerstag darf abseits eines kurzen Intraday-Fakeouts nicht toleriert werden und müsste in meinen Augen zu einer Neubewertung der Lage und Sicherungsmaßnahmen im Depot führen. Im Frühjahr haben genau diese Tests dann bullische Signale generiert und auch die waren ernst zu nehmen.

Hinweis der Woche

Zwei Gedanken will ich los werden, die scheinbar gegenläufig sind, weil der erste die Risiken betont und der zweite zu Gelassenheit mahnt. Der Gegensatz ist aber nicht da, denn beides ist in meinen Augen wahr.

(1) Erhöhte Risiken

Der Einbruch in der letzten Woche, hat meine Wahrnehmung etwas verändert und damit meinen Blick auf Risiken und den weiteren Verlauf verdüstert.

Nicht weil der Einbruch bis zur 200-Tage-Linie kam. Mit dem habe ich wie Sie wissen nicht nur gerechnet, ich habe mir diese Korrektur sogar gewünscht und sie ist erst einmal *kein* Widerspruch zu einem starken Jahresabschluß und 3.000 im SPX noch in diesem Jahr.

Ich halte auch weiterhin den zum Jahresende kaufbaren Dip für die etwas wahrscheinliche Variante und sehe in der Korrektur auch die Chancen.

Trotzdem ist meine Marktsicht nun etwas skeptischer und vorsichtiger geworden und das liegt an der Art und Geschwindigkeit des Absturzes. Nicht nur die Ausverkaufstage Mittwoch und Donnerstag letzte Woche waren bemerkenswert, sondern auch die völlige Unfähigkeit des Marktes, eine Gegenbewegung zusammen zu bekommen.

Ich zeige Ihnen mal, wie eine Korrektur ausgesehen hätte, bei der ich mir sehr sicher gewesen wäre, dass das eine kaufbare Chance ist:

Also eine schaukelnde Abwärtsbewegung, die in 2-3 Wochen zum Tiefpunkt führt. So etwas gab es im SPX immer wieder, zum Beispiel im Frühjahr 2017. Die war damals nicht so steil wie was ich oben zeige, ich will nur verdeutlichen, was ich meine und was eher bullisch wäre:

Es ist also nicht die Tiefe der Korrektur bis zur 200-Tage-Linie, die mir etwas mehr Stirnrunzeln macht, sondern die Art wie der Markt da hin gekommen ist.

Es hat starke Ähnlichkeit mit dem Strömungsabriss im Februar, nur dass da im Markt mit dem Short-Vola-Trade eine sichtbare Unwucht war, deren Auflösung zur Heftigkeit beigetragen hat.

Hier aber haben wir diese Vehemenz, ohne dass es solche Faktoren gibt, zumindest sind sie nicht sichtbar. All die Themen wie Kreditkrise Emerging Markets, Handelskrieg mit China und ähnliches, existieren schon lange und begründen nicht warum jetzt so hart der Abbruch kommt. Wenn überhaupt war Powell vorletzten Dienstag zumindest ein Katalysator.

Nun weiss ich auch, dass natürlich die Algos und ihre Gnadenlosigkeit hier eine Rolle spielen, der Hebel wurde halt umgelegt und alles musste raus. Dass das in beide Richtungen passieren wird, war ja klar und hier vielfach Thema.

Aber auch wenn die automatischen Programme hier mitwirken, macht es ja die Fragezeichen nicht kleiner.

Was wir letzte Woche gesehen haben, hat als Aufschlag durchaus das Potential den großen Trend zu Brechen - nach einem Rebound, nach dem der Moment der Wahrheit kommt. Dieses Risiko ist nun weit höher, als wenn der Markt wie oben gezeigt geordnet korrigiert hätte.

Ich denke immer noch, dass Chancen existieren, die dieser Einbruch generiert, aber meine Vorsicht ist gestiegen und sollten wir den Trend brechen, werde ich gnadenlos sein, was restliches Exposure angeht.

(2) Es hat sich substantiell nichts geändert

Auch wenn die Art und Weise des Einbruchs letzte Woche mich wie oben beschrieben aufmerksam macht, muss man das Ganze in die Perspektive bringen und festhalten, dass sich substantiell nichts geändert hat.

Am Markt sind die gleichen Apple, Amazon, Johnson & Johnson und Danaher zu haben, nur 5-10% billiger als vor 2 Wochen.

In den Firmen hat sich seitdem nichts Relevantes geändert, ihr Geschäftsmodell, ihre Marktstellung und ihre Aussichten sind auch unverändert. Und auch die US Konjunktur brummt weiter, ohne belastbare Signale die anderes verkünden.

Was sich geändert hat ist, dass durch einen überfälligen "Schritt zurück" der Markt eine Überdehnung nach oben bereinigt hat.

Gleichzeitig sehe aber auch zunehmend Posts die Risiken betonen und sich von Meinungen anderer anstecken lassen, die mal wieder vom kommenden Doomsday künden. Wir sollten uns klar machen, dass wir auch nur soziale Wesen sind, die von dem angesteckt werden, was andere meinen und verbreiten. Genau deswegen war mein Rat, diesen *NOISE* so weit wie möglich auszublenden.

Man kann und sollte also mal fragen, wann es objektiv attraktiver war Aktien zu kaufen, vor 2 Wochen oder jetzt?

Die Antwort aus Sicht eines Investors muss fairerweise *jetzt* lauten und so sehe ich das ja auch, ich habe mir diese Korrektur ja genau deswegen gewünscht.

Die vermeintliche Diskrepanz zur von mir oben begründeten, erhöhten Risikowahrnehmung ist auch keine, weil die Zeitebene unterschiedlich ist. Das Risiko weiterer, höherer kurzfristiger Verluste ist gestiegen, weil der Markt abgestürzt ist, wie er abgestürzt ist. Es wird voraussichtlich dauern, das zu heilen. Die langfristige Attraktivität von Qualitäts-Aktien ist aber auch gestiegen, die noch vor 2 Wochen einfach zu weit gelaufen waren und teilweise keine sinnvollen Einstiegspunkte mehr boten.

Beides ist eben wahr. Es ist unser Job daraus etwas zu machen, was zu unseren Absichten und unseren Rahmenbedingungen passt.

Und das machen wir am Besten, wenn wir nicht Schwarz/Weiss denken und handeln, sondern inkrementell und differenziert agieren. Man kann sich durchaus nun für einige Qualitätsaktien wieder mehr interessieren und trotzdem besonders hart agieren, wenn der Markt den Trend verlieren sollte.

Beides ist eben wahr.

Chart/Grafik der Woche

Ich will Ihnen mal zeigen, was wir (im Sinne der meisten Anleger die sich höhere Kurse wünschen) in 2018 nicht sehen wollen.

Dazu müssen wir uns anschauen, wie das zum Jahreswechsel 2007/2008 gewesen ist:

Und dann zum Jahreswechsel 2015/2016:

In beiden Fällen wurde der Markt zum Jahreswechsel noch zusammengehalten, hatte aber seine Kraft schon verloren, deutlich sichtbar durch fallende Hochs.

Wenn das in 2018 passieren würde, würde das so ausssehen und das wollen wir nach dem Einbruch von letzter Woche *nicht* sehen:

Wir haben also lieber nun einen Folgeeinbruch, der eine richtige Bereinigung hervorruft und den Markt danach wieder steigen lässt, oder nun einen Abpraller von der Trendlinie und einen Lauf zu neuen Hochs bei 3.000 bis Jahrsende.

Was wir aber nun *nicht* sehen wollen und einen schwierigen Jahresanfang 2019 implizieren würde, wäre im SPX eine Seitwärtsbewegung mit fallenden Hochs.

Index der Woche

Kein Index, aber das Edelmetall Gold, hier in Form von XAUUSD.

Die Chance der Wende ist nun eindeutig da, das sollte Gold besser nicht vergurken:

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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