Fortsetzungstrades zum Jahresende



Guten Abend!

die Wallstreet hat ganz leicht schwächer eröffnet, wie das nach einem Schub wie gestern zu erwarten war. Die Schwäche ist aber sehr begrenzt, alles sieht nach einer normalen Konsolidierung aus.

Der DAX war wie erwartet bis Mittags aufgrund des Verfallstages oberhalb 13.000 eher festgetackert, am Nachmittag kam mit der Wallstreet etwas Schwäche.

Wichtig ist, das Island Reversal ist erhalten geblieben, das rechte Gap ist zwar marginal geschlossen, ich würde das aktuell (Stand 17:00) aber noch bestätigend werten.

Wir sehen aber auch eine leichte Megaphone Struktur, die auf leicht steigende Unsicherheit deutet, was zum Thema Jamaika passt:

Denn über das Wochenende dürfte Jamaika schon ein Risiko für den DAX sein. Der Markt hat nach meinen Eindruck ein Scheitern nicht eingepreist und das würde schon ein paar Unsicherheiten erzeugen und Unsicherheiten mag der Markt so gar nicht. Aber das werden wir am Montag sehen, ich rechne eher mit einer Einigung um jeden Preis, was für den Markt dann Friede, Freude, Eierkuchen bedeutet und dann dürfte es am Montag eher nach oben weg gehen, als zum erneuten Einbruch.

Ich will mich daher heute primär einzelnen Opportunitäten in den US zuwenden und das mit dem Fokus auf Chancen zum Jahresende.

Vorher aber noch der Hinweis auf die hier auch gute bekannte Software-Aktie Splunk (SPLK), die nach -> hervorragenden Zahlen und erhöhtem Ausblick <- nun massiv nach oben wegbricht:

Nun aber zu den Fortsetzungstrades zum Jahresende

Die folgenden Charts sind unter der Annahme, dass es das mit der Konsolidierung schon war und nun ein starkes Jahresende vor uns liegt. Diese Annahme ist wichtig, denn wenn das so ist, wird das was funktioniert hat wohl eher weiter funktionieren. Ideal sind dann Aktien die im positiven Aufwärtstrend sind und nun in den letzten Tagen etwas Kraft gesammelt haben.

Würde der Markt dagegen weiter korrigieren, wären wir in einem anderen Spiel, dann fände wohl auch eine Favoritenrotation statt und die gut gelaufenen Aktien wären stark abwärtsgefährdet. Los gehts:

Qualcomm (QCOM)

Nicht gut gelaufen in 2017, aber ein Sonderthema. Die Logik, warum hier Kurse von 70 und eher höher möglich sind, hatte ich in -> Qualcomm Poker <- vor knapp 2 Wochen schon dargelegt.

Nun gibt auch das Chart mit seinem gnadenlosen Hochschmelzen das Signal, hier will gerade niemand verkaufen und viele dürften auf eine Erhöhung des Angebots von Broadcom (AVGO) oder einen anderen Mitbieter warten. Dann erst, wäre für viele der Zeitpunkt mal Gewinnmitnahmen ins Auge zu fassen:

Caterpillar (CAT)

Die Aktie ist in 2017 extrem gut gelaufen und wenn man auf das Bild mit Wochenkerzen schaut, hat man sofort intuitiv den "ach Pech zu weit gelaufen" Reflex.

Aber selbst schon in diesem Chart sieht man die kleine Konsolidierung, die sich mit Tageskerzen weiter auflöst:

Das könnte zum Jahresende im Sinne der Fortsetzung und des Window Dressing noch einen Schub geben, in 2018 wäre CAT dann aber wohl eher ein Kandidat für die Favoriten-Rotation, sprich in 2018 wird das kaum so weiter gehen, zumal die Aktie nicht mehr ganz billig ist.

Johnson & Johnson (JNJ)

Ein Fortsetzungstrade könnte auch JNJ werden, wobei man hier nicht allzuviel nach oben erwarten sollte und das eher ein Fall für das Investmentdepot ist.

Aber trotzdem, wir sehen wieder eine dieser für die Aktie so typischen Konsolidierungen, eine Auflösung nach oben zum Jahresende erscheint gut denkbar:

SolarEgde (SEDG)

Ein kleinerer, aggressiverer und damit aber auch riskanterer Fortsetzungstrade ist die gut bekannte SEDG, Da ist wieder so ein Fall, wo man instinktiv "ach schade zu weit gelaufen" sagen würde.

Aber was sehen wir da ganz oben? Wieder so eine verflixte, enge Konsolidierung, ein Luftholen. Dieses Biest wird doch nicht ......

Microsoft (MSFT)

Vom Kleinen zum Grossen, riesige Fortsetzungstrades sind natürlich das ganze, extrem gut gelaufene FAAMG-Universum. Hier habe ich mal Microsoft und was sehen wir wenig überraschend? Natürlich eine enge Konsolidierung, wobei die hier durch das Abkippen nach Gapfill aussieht. Aber dann, umso besser wenn das vorher passiert:

Home Depot (HD)

Auch der Baumarktriese HD ist gut gelaufen und sieht im Chart danach aus, als ob die Aktie gerade noch einen Schub zum Jahresende zünden will:

Vertex Pharmaceuticals (VRTX)

Von den grossen Biotechs kann man noch VRTX in den Ring der Fortsetzungstrades werfen. Die Aktie hat sich in 2017 verdoppelt und wickelt nun eine riesige Konsolidierung ab, die man primär auch trendfortsetzend werten muss:

IPG Photonics (IPGP)

Übrigens, zum Wochenende will ich Ihnen noch einmal eine malerische Schönheit zeigen, damit wir darin schwelgen können. Charttechnische Schönheit meine ich natürlich und dabei denke ich an die gute alte Laseraktie IPGP, die hier immer wieder kurz Thema war, aber nie so richtig Anklang in der Community fand, warum auch immer.

Nun schwelgen wir doch wortlos einfach darin, was am Markt alles möglich ist und das ein Trailing Stop manchmal eine bessere Idee ist, als herum zu Raten, wann eine Aktie "zu weit gelaufen ist".

The Sky is the Limit, eine parabolische Formel in ein Chart gegossen, auch diese Perfektion kann man im Markt finden - faszinierend!

Fazit:

Natürlich gibt es noch viel mehr so Fortsetzungstrades, gerade bei den kleineren Momentum-Aktien, die ich hier bewusst jetzt nicht so in den Fokus genommen haben, aber Sie sehen an den Beispielen, dass man dafür nicht mal auf Nebenwerte muss, auch Bluechips bieten aktuell zum Jahresende so Setups.

Ich will Sie daher heute einladen, für den nächsten Monat die beliebten Reversal und Ausbruchs-Setups mal relativ etwas hintenan zu stellen und das Augenmerk auf so Fortsetzungstrades zu richten. Denn Window Dressing und allgemeine Performance-Anxiety spielt uns in die Karten und dürfte in den kommenden Wochen bis Weihnachten das stützen, was sowieso schon in 2017 stark war.

Die Zeit der grossen Reversals kommt dann wieder in 2018, Stichwort Mean Reversion 2018, das Projekt starte ich nächste oder übernächste Woche wieder.

Nächste Woche ist dann Thanksgiving in den US, die Truthähne bekommen die Köpfe abgeschnitten, für Aktionäre ist das aber traditionell eine eher positive Woche. Ansonsten haben wir einige Wirtschaftsdaten, viel Notenbanker-Gerede und am Mittwoch die FOMC Minutes.

Nun wünsche ich uns allen ein erholsames Wochenende. Wir lesen uns wie immer im Forum und am Montag wieder hier. Vielleicht wissen wir dann ja auch, ob der Berg in Berlin eine koalitionstechnische Maus oder einen Wolpertinger gebärt hat.

Ihr Hari

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Was sagt uns das: S&P500?



Gestern habe ich im freien Bereich im Artikel -> Hokuspokus und die technische Analyse <- ja noch einmal auf die technische Analyse hingewiesen und was diese leisten kann und was nicht.

Hier für Sie im Premium-Bereich, möchte ich das noch einmal viel konkreter machen, um Ihnen anhand des Verlaufs des Leitindex S&P500 seit letztem Sommer zu zeigen, welche vielfältigen Informationen man alleine bei Betrachtung des Kursverlaufes und ein paar wichtiger, darauf basierender Indikatoren gewinnen kann.

Sicher ist man im Nachhinein immer schlauer, ich möchte das deshalb auch bewusst so kommentieren, als ob man das spätere Wissen nicht gehabt hätte. Sprich alle Indikatoren auf die ich Sie nun hinweise, waren auch zum jeweiligen Zeitpunkt so zu sehen und wurden nicht erst hinterher deutlich. Und ich nehme auch Bezug zur aktuellen Situation.

Beachten Sie auch, dass das hier ja nur eine Auswahl ist, um Ihnen am Beispiel zu zeigen, welche Informationen man schnell aus einem Chart holen kann. Viele Dinge die noch im Chart stecken, habe ich nicht angesprochen, aber auch dieser Artikel besteht ja schon aus 5 Charts des S&P500 und das obwohl ich noch nicht einmal das Volumen betrachte, sondern nur den Preis und darauf basierende Indikatoren.

Ich will damit auch heraus arbeiten, warum ich die Marktlage so gesehen habe und aktuell sehe, wie ich sie sehe. Wenn Sie den Verlauf des S&P500, seine Strukturen und meine Kommentierung der letzten Monaten nebeneinanderlegen, werden sie an den Wendepunkten viele wesentliche Grundstrukturen meiner hier kommunizierten Haltung wieder finden.

So zum Beispiel, dass ich schon im Frühjahr für den Sommer keinen "Sell in May"-Einbruch, aber eine Seitwärtsphase vor Augen hatte, die trotz Brexit Schwankung auch in Summe gekommen ist.

Oder, dass ich im Sommer nach dem initialen Brexit Schub, zum Jahresende optimitisch, kurzfristig aber eher skeptisch war und eine Korrektur auf dem Radar hatte, die dann auch kam - aber später als erwartet, nicht im Sommer, sondern erst im Herbst.

Oder, dass ich direkt nach dem Sieg Trumps deutlich auf den Rally-Wagen gestiegen bin und da auch klar darauf geblieben bin, bis Mitte Januar.

Oder, dass ich aktuell doch leicht indifferent bin, den bestehenden Aufwärtstrend zwar zur Kenntnis nehme und respektiere, mir aber die Überzeugung fehlt, die ich im November hatte.

Legen wir doch mal los. Alle 5 Charts sind vom S&P500 mit Tageskerzen im gleichen Zeitraum von März 2016 bis Heute. Nur die Themen und Indikatoren der Betrachtung wechseln.

Im ersten Chart sehen wir das Konzept der Bollinger Band Kompression, das an zwei Stellen im Zeitraum auftrat. Zuletzt wurde es von einer engen, bullischen Flagge ergänzt, was da zu beigetragen hat, dieses Bild von Smaug dem Grossen zu konzipieren. [Natürlich gibt es noch viel mehr solche Strukturen in diesem Chart, erneut - ich versuche hier keine Vollständigkeit zu erreichen, sondern will bestimmte Elemente beispielhaft heraus arbeiten.]

Der Markt ist dann auch nach oben in Bewegung geraten und das Bollinger Band hat sich etwas entfaltet, aber nur überraschend wenig. Die aktuelle Lage ist daher etwas indifferent, was zu meinem Mangel an bullischer Begeisterung beiträgt. Wenn man so will, kann es das noch nicht gewesen sein.

Im zweiten Chart wird das Prinzip des Fakeouts/Undercuts heaus gearbeitet, von dem der Markt seit einiger Zeit geprägt ist. Bevor es hoch geht, täuscht der Markt also gerne in die Gegenrichtung an. Und je mehr er antäuscht, desto härter geht es dann nach oben, besonders wenn damit gleichzeitig eine potentielle Topbildung negiert wird, wie diese sich letzten Sommer angedeutet hatte.

Deshalb ist auch das aktuelle Geschehen mit dem schnellen Reversal des Ausbruchs nach oben nicht ungefährlich, denn das kann auch ein Fakeout sein, nur anders herum. Wir sollten aber nicht zu raten versuchen, sondern einfach die entsprechenden Zonen beachten. Denn erst wenn der S&P500 nun nach unten durchfällt, ist das mit dem Fakeout nach oben eine gültige Interpretation.

Auf jeden Fall sieht man, welche bedeutende Wende für den Markt die Wahl Anfang November war. Es ist müssig darüber zu spekulieren, wie das bei einem Sieg Clintons abgelaufen wäre. Entscheidend war auch nicht, vorher richtig zu raten. Entscheidend war, die neue Wirklichkeit sofort anzunehmen und in Handlungen umzusetzen, als sie da war. Und das haben wir gekonnt.

Im dritten Chart will ich heraus arbeiten, wie völlig unterschiedlich die Marktlage vor und nach der Wahl war. Vor der Wahl hatten wir eine potentielle, aber doch klar sichtbare Topbildung, mit richtungsbestätigendem Dreieck und einer Art schwachem "Last Gasp", bevor es durch die Nackenlinie runter ging.

Nach der Wahl, hatten wir dann nur einen massiven Aufwärtstrend, der nun zwar abflaut, aber immer noch da ist.

Was für ein Wechsel des Charakters! Die Kunst ist, so etwas schnell zu erkennen und genau das ist hier gelungen.

Im vierten Chart will ich mit dem ADX Indikator (Durchschnittlicher direktionaler Index) die Trendstärke anschauen. Wir sehen daran, wie es aussieht, wenn Smaug richtig in Bewegung gerät.

Letzte Woche, hat er dagegen das Auge geöffnet und sich geschüttelt, richtig in Bewegung ist er aber doch noch nicht gekommen, obwohl es zunächst so aussah. Das kann und wird noch kommen.

Der ATR Indikator zeigt die Schwankungsbreite im Zeitraum und damit sehen wir, wie sehr der Schwanz von Smaug in Bewegung ist. Aktuell döst er immer noch, das wars wohl noch nicht, was eine zu einseitige Haltung gefährlich macht.

Abschliessend im fünften Chart, will ich Ihnen die Kauf- und Verkaufssignale des MACD-Indikators zeigen. So schlecht waren die offensichtlich nicht.

Und auch hier sehen wir am aktuellen Zustand, dass wir mitten in einer indifferenten Findungs-Phase sind, die von mehreren Schnitten des MACD geprägt ist.

Summa Summarum bestätigen die gezeigten Indikatoren die Lesart, die ich mit Ihnen geteilt habe und aktuell teile. Was ja kein Wunder ist, denn diese Indikatoren fliessen ja in mein Marktbild ein, das aber darüber hinaus geht und auch andere Faktoren abseits des Preis berücksichtigt.

Man sieht auf jeden Fall, dass wir aktuell immer noch einen positiven Trend haben, gleichzeitig aber eine nicht unriskante, indifferente Phase, in der sich eine zu starke Festlegung auf eine Seite verbietet.

Das also, sagt uns der S&P500. Ich hoffe es war für den einen oder anderen "Anfänger" ganz hilfreich, was das Lesen von Charts angeht. Für alte Hasen sollte hier nichts Neues gewesen sein.

Ihr Hari

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Laser Brain



Zu Beginn ist es mal wieder Zeit, einen wichtigen Umstand in Erinnerung zu rufen. Die Tatsache nämlich, dass man den ganzen "Crash-Gurus" und medialen Prognostikern keinerlei Aufmerksamkeit schenken sollte. Wirklich keine!

Treue Mitglieder kennen das Thema, es ist aber alle paar Monate nötig, weil diese Crash-Thesen immer so süssliche Anziehungskraft in unseren Affenhirnen entfalten, dass selbst klar denkende Köpfe nicht völlig davor gefeit sind.

Betrachten Sie die folgenden Zeilen also als virtuelle "Grippe-Impfung" gegen den H1P1 "Prognosiritis" Virus der klassischen Grippesaison. 😉

Denn was für ein "Laser Brain", diese ganzen Crash-Propheten in Wirklichkeit haben, stellt Tiho Brkan in einem -> genialen Chart via Twitter <- dar:

laser-brain-25-11-16

Pinnen Sie sich dieses Chart an die Wand, falls Sie mal wieder der Drang überfällt, dem Gebrabbel dieser medialen Gurus Aufmerksamkeit zu schenken. Merken Sie sich, dass die immer gefühlsverstärkend genau *dann* kommen, wenn sowieso schon Zweifel durch den Markt laufen und Sie sich selber komisch fühlen, was den Markt angeht.

Wenn überhaupt, muss man aktuell vielleicht deshalb sorgenvoll sein, weil es dieses mediale Crash-Gebrabbel derzeit gerade *nicht* gibt. Wenn es dann kommt, sind wir dem Korrekturtief wohl schon nahe. 😉

Diese Artikel sind also prozyklisch und rein der medialen Aufmerksamkeit geschuldet. Da wir als Menschen mit unserem "Confirmation Bias", aber dazu neigen, genau die Dinge zu lesen, die unsere schon gefasste Meinung bestärken, nicken wir in diesen Momenten wohlgefällig und verkaufen. Wie schädlich das aber für unser Depot ist und dass der reflexive Markt genau anders herum funktioniert, zeigt eindrucksvoll das Chart.

Da bleibt mir nur, mal wieder das hier zu zitieren: 😛

obiwan

Ein weiteres Thema habe ich, völlig unabhängig von Aktualität. Kennt jemand Arconic (ARNC)? Nein? Doch - Sie kennen es alle! 😀

Das ist nämlich Alcoa, genauer gesagt nach dem Aktiensplit der langfristig attraktivere Teil von Alcoa, der mit innovativen Werkstoffen als High-Tech Unternehmen Kunden zum Beispiel in der Luftfahrtindustrie beliefert und damit in einem attraktiven Geschäftsfeld ist. Hier ist die -> Unternehmenswebsite <-. Klaus Kleinfeld, der Ex Siemens CEO, bleibt übrigens bei Arconic und nicht bei der neuen Alcoa (AA).

Die "neue" Alcoa (AA) ist nämlich die ganz alte. Das ist der klassische Aluminium-Verarbeiter, also faktisch ein Rohstoffgeschäft und sehr zyklisch von den Weltmarktpreisen abhängig. Im Moment, weil mit Trump alle Rohstoffe haussieren, taktisch sicher keine schlechte Idee, aber eben eine klassische "Schweinezyklus-Aktie".

Echte Wertsteigerung dagegen, weil durch Innovation Mehrwert generiert wird, dürfte langfristig Arconic liefert. Im Moment hält Arconic noch 20% der Aktien von Alcoa, die sollen aber im Laufe der Zeit abgestossen werden, so dass die Unternehmen wirklich unabhängig voneinander sind. Insofern helfen steigende Kurse bei Alcoa derzeit auch den Arconic Aktionären. Hier -> einiges zum Thema <-.

Wenn wir auf das langfristige Chart bei Finviz schauen, müssen wir aufpassen, weil die haben die Kurse des Vorgänger-Unternehmens Alcoa so adjustiert, dass der Chart von ARNC wie ein langfristiges Chart aussschaut. Das sind aber Phantasiekurse, real an der Börse gezahlt sind nur die Kurse seit dem Split vor wenigen Wochen.

arnc-25-11-16

Schauen Sie sich die Aktie doch einfach mal an! Schlüsse aus der Chartstruktur, kann man aber erst in ein paar Monaten sinnvoll ziehen, die Aktie hat alleine zu wenig Historie.

Achja und noch ein halber Blick zurück. GEA Group. Gestern hatte ich in -> Selbstverzwergung <- den Reversal Trade mit den Worten vorgestellt:

Das ist so ein klassischer opportunistischer Handelsfall, in dem man rein geht, unter den Tiefs absichert und dann alles dem Schicksal überlässt.

Eben. Heute wieder 3% höher und damit kann man den Stop schon in den grünen Bereich ziehen. So sieht das nun aus und nun kann man ganz gelassen abwarten, *wie* hoch die Bewegung am Ende geht. Das sind - wie gesagt - so opportunistische Chancen, bei denen es weniger auf langes Grübeln, Forschen und Zögern, sondern vor allem auf konsequentes, zupackendes Handeln ankommt:

gea-25-11-16

Übrigens, das "theoretische Potential" ist wirklich theoretisch und wird vielleicht am Ende in nur 1von5 Fällen überhaupt erreicht. Der Punkt ist aber, wenn man den Einstieg so sauber gestaltet, ist das Risiko minimal und man kann sich theoretisch sogar 4x leichte Verluste leisten und wird durch den 5. Gewinner immer noch im Saldo dick im Plus sein.

Das Grübeln über die Zukunft, wie sich die Aktie in den kommenden Wochen entwickelt, ist also mal wieder völlig nutzlos. Wichtig ist dagegen, die Energie auf den sauberen Einstieg im "Hier und Jetzt" und das nachfolgende "Babysitten" der Aktie zu richten. Was sie dann macht, macht sie von ganz alleine, das braucht unser Grübeln dann nicht, wenn wir das Handling der Position im Griff haben.

So ... jetzt aber endlich zur Aktualität am verkürzten "Black Friday".

Der S&P500 macht bisher das, was er einem "Black Friday" normalerweise so macht: er läuft leicht hoch. 😀

Interessanter ist der Euro zum Dollar, der läuft nämlich auch hoch und könnte vielleicht bald ein neues Verlaufshoch generieren, was dann ein wichtiges Signal wäre. Noch ist das Signal aber nicht da und auch ein sofortiger Rückfall ist in den Karten - wir werden es bald wissen:

eurusd-25-11-16-2

Beim blauen Stern, würde ich das als Reversalsignal werten, aktuell ist noch nichts passiert.

Und Gold? Immer wenn zuletzt EURUSD um 0,5% gefallen ist, ist Gold mehr oder weniger das Doppelte gefallen. Heute steigt EURUSD um 0,5% und Gold steigt gerade mal Minimal. Das ist sehr, sehr schwach und kein gutes Omen.

Eigentlich sind die Chancen nicht schlecht, dass von der 1.180er Zone nun ein temporärer Rebound ausgeht. Wenn das aber selbst hier nicht drin ist, wäre das desaströs und klar bärisch zu werten:

xauusd-25-11-16

Thema des Tages war heute auch die potentielle -> Übernahme der schweizer Actelion durch Johnson & Johnson <-. Die Stärke von BB Biotech heute, hat genau damit zu tun, denn Actelion ist mit 8,3% da die drittgrösste Position. Die 12 % Plus bei Actelion selber, übersetzen sich als in ein 1% Plus bei BB Biotech, das rechnerisch alleine daraus resultiert.

Grundsätzlich sind so Deals für den ganzen Sektor gut, weil sich daran auch bei anderen Aktien Phantasie fest macht. Damit die sich hält und nicht nur ein "One-Day-Wonder" bleibt, muss aber auch was nachkommen.

Damit soll es für diese Woche gut sein. Dass ich die kommende Woche nun wieder mit etwas erhöhter Vorsicht betrachte, ohne dabei aber ängstlich oder bärisch zu werden, habe ich heute früh schon kommuniziert.

Viel wird vom Ergebnis des Black Friday abhängen. Denn die Konsum-Werte haben an der Trump Rally nicht so teilgenommen. Wenn der Black Friday wieder Rekordumsätze generiert, sollten diese Konsumwerte nächste Woche einen Schub machen und dann wird es zumindest zum Wochenanfang nichts mit dem Dip.

Lesenswert ist zum Abschluss noch diese -> Betrachtung der COT Daten <- durch Peter Brandt. Gehen Sie doch einmal die Woche selber aktiv durch die "Interessanten Blogs" meiner Linkliste durch. Ich glaube es lohnt sich.

Ich begebe mich nun ins Wochenende und wünsche Ihnen auch ein paar erholsame Tage. Wir lesen uns wie immer am Montag in alter Frische und bis dahin, ab und zu im Forum.

Ihr Hari

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Apple, Mosaic und Deere – Hier dreht sich was?!

Mit dem 01. März, scheinen die Märkte eine Charakteränderung vorgenommen zu haben, man fühlt sich wieder an die Jahre 2013 und 2014 erinnert, als es durch den "Bernanke/Yellen/Draghi-Put" nur eine Richtung gab: hoch.

Auch aktuell, haben wir es wieder mit einer "Buy the Rumor" Rally in freudiger Erwartung insbesondere der EZB-Sitzung am 10.03., aber auch der FED-Sitzung am 16.03. zu tun.

In Folge hellt sich das Bild des Marktes weiter auf, die klare "W" Formation im Leitindex S&P500, war dafür ja schon länger Hinweisgeber. Auffällig ist aber auch, wie viele in 2015 abverkaufte Aktien und Sektoren, mittlerweile markante Wendeformationen ausbilden, die noch einiges Potential in sich bergen.

Drei Bluechips dieser Kategorie, will ich Ihnen daher heute als "schnelle Ideen" zeigen.

Weiterlesen ...

Korrektur läuft



Die vorhin gezeigte Struktur im S&P500 signalisiert uns nun eindeutig, dass heute die Dinge anders sind und die lange erwartete Korrektur läuft.

Denn auch 2 Stunden nach Handelsstart, ist kein Reversal zu sehen:

S&P500 09.11.15 4

Damit gibt es nun zwei Varianten:

In der ersten, hatten wir tatsächlich nur die eingezeichnete Konsolidierungs-Flagge vor uns und was wir gerade erleben, ist der typische Fakeout nach unten, bevor es dann Morgen wieder hoch geht. Damit diese Variante zum Tragen kommt, sollten wir heute im späten Handel noch ein Reversal und ideal auch einen Buying on Weakness (BoW) Print im Moneyflow sehen.

In der zweiten Variante, wenn dieses Reversal nicht kommt, haben wie hier den Beginn der so lange erwarteten und überfälligen, mehrtägigen und ausgedehnteren Korrektur/Konsolidierung vor uns. Da die Aufwärtsbewegung so lange und intensiv war, kann auch die Korrektur kräftig ausfallen, ohne den Trend prinzipiell in Frage zu stellen.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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E.ON und RWE: Dead Money

Der folgende Artikel erschien in Hari Live vor 5 Tagen am Donnerstag 10.09.15 14:30 und bekommt mit dem heutigen, erneuten massiven Absturz um bis zu 10% ganz neue Relevanz, weil die -> Atomrückstellungen von E.On und RWE in Gefahr <- sein sollen.

Auch ein paar Tage alte Artikel können halt hohe Relevanz haben, lesen Sie mal:

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Vor Monaten, am Dienstag 03.02.15 17:50 unter dem Titel "Dead Money", hatte ich Ihnen in Hari Live mit sehr deutlichen Worten - damals war E.ON noch bei 13,x€ - klar gemacht, warum ich E.ON wie RWE für "Dead Money", also ein sinnloses Investment halte.

Und warum es ein grober Fehler ist, einfach auf Dividendenrenditen und KGVs zu starren und zu glauben, dass Aktien die da "billig" aussehen, auch attraktiv seien.

Nun haben wir ja in den letzten Wochen bei RWE die diversen Katastrophenmeldungen verfolgt und nun "scheppert" es auch bei E.ON wieder:

-> E.ON behält Atomkraftwerke und rechnet mit hohem Verlust <-

Aus Anlegersicht ist das ein Desaster, wie es schlimmer kaum sein könnte. Denn wer hält vernünftigerweise langfristig Aktien an einem Unternehmen, das mit potentiell existenzgefährdenden Milliardenkosten belastet ist?

Als Bürger finde ich es ja völlig in Ordnung, dass es den Stromkonzernen nicht erlaubt wird, sich "mit links" der Altlasten zu entledigen und die beim Steuerzahler abzuladen.

Wobei das nach meiner Vermutung am Ende sowieso passieren dürfte, weil die Konzerne theoretisch vorher Pleite gehen würden und dann auch wieder das Arbeitsplatz-Argument medienwirksam gespielt wird, um die Konzerne zu "retten". Bei RWE mit den kommunalen Aktionären, ist die "Rettung" fast sicher. RWE wird also bestimmt nicht Pleite gehen, eher wird es für den Steuerzahler sehr teuer.

Als Anleger aber, ist dieses das finale Signal für "raus, raus, raus" und ich halte es daher für gut vorstellbar, dass mit den 6% Minus heute noch lange nicht Schluss ist.

Schauen wir auf das Chart, sehen wir aber auch, dass uns die Markttechnik mal wieder viel früher gesagt hat, was hier los ist:

E.ON 10.09.15

Wir sehen das blaue Rechteck, in dem die Aktie nach dem 24.08. keinerlei brauchbaren Rebound zusammen bekommen hat. Und wir wissen ja:

Was nicht steigen kann, muss fallen! 😉

Nehmen wir die Kriterien für unser aktuelles Projekt der "guten Reversals", verstösst E.ON trotz der massiven Abgaben gegen alle drei Kriterien:

Erstens ist eine theoretische Pleitegefahr langfristig nicht völlig auszuschliessen. Zwar nicht heute und auch nicht direkt morgen, aber wenn sich eine dezentrale Energieerzeugung durchsetzen sollte und gleichzeitig die Atomkraftwerke real rückgebaut werden müssten und es dabei Probleme gibt, weiss ich persönlich derzeit nicht, woher die Unternehmen dafür den Cashflow nehmen wollen, Rückstellungen hin oder her.

Zweitens existiert in meinen Augen keinerlei tragfähiges Geschäftsmodell und es ist auch, trotz aller Bemühungen, für mich keines am Horizont. Bei RWE sieht es aufgrund der schwierigen Gesellschafterstrukturen sogar noch trüber aus.

Drittens haben wir hier keinen Rebound im Chart, sondern nur bärische Strukturen all überall.

Alle drei Kriterien sind also auf ROT und E.ON ist das krasse Gegenbeispiel zu einem "guten Reversal". Wir sehen daran auch, dass die Kriterien Wert haben und durchaus eine ebenso verprügelte, aber chancenreiche Aktie, von einer E.ON oder RWE unterscheiden können. Tief gefallen alleine, reicht eben nicht aus.

Trotzdem werden sich auch jetzt wieder Anleger und Medien finden, die der Meinung sind, dass E.ON ja nun tief genug gefallen sei und alles Schlechte im Kurs sei.

Ich kann dazu nur sagen: Falsch! Denn -> tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-. Eine positive Überraschung aus dem Nichts, an die wir heute nicht denken, ist zwar immer drin, aber darauf nun blind wetten?

Was ohne Frage passieren wird ist, dass rein aus technischen Gründen, die Aktie nach dem Auslaufen des aktuellen Absturzes irgendwann auch wieder zurück kommen wird, eben weil es immer Dip-Käufer wie oben gibt, die gerne alles einsammeln, was sich billig anfühlt.

Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass E.ON in absehbarer Zeit auch noch einmal über 10€ schaut.

Aber darüber hinaus? Für mich einfach "Dead Money", totes Geld also, solange sich da nicht ganz grundsätzlich etwas am Geschäftsmodell oder den Rahmenbedingungen ändert.

Es gibt aktuell so viele tolle Reversal-Kandidaten, die ebenso viel verloren haben und sich eben *nicht*, mit so einem existenzgefährdenden Rucksack abschleppen müssen. Konzentrieren wir uns auf die, die "guten Reversals"!

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 16.08.15 – 22.08.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 16.08.15 - 22.08.15

Freitag 21.08.15 21:50 - Blutbad

Wochenende? Ruhe? Schön wäre es an so Tagen. Ich hole das nach, wenn es an den Märkten mal ruhiger ist. Bei meiner Familie habe ich mich für die letzten Tage schon entschuldigt. Für die ist das alles weit weg und das ist gut so.

Sie wissen, wie ich immer wieder genau das gepredigt habe, was nun passiert - das Ausmass der Schmerzintensität, wenn die Kavallerie mal nicht kommt und die Postkutsche nicht im letzten Moment rettet.

Immer wieder habe ich als Beispiel Charts von plötzlichen, massiven Strömungsabrissen gezeigt und irgend wann kommt man sich ja wie der idiotische Warner vor dem Regen in der Wüste vor, weil doch immer wieder die Kavallerie zur Rettung reitet.

Ich erinnere unter anderem an den sehr wichtigen Post von genau vor einer Woche, Freitag 14.08.15 09:10 unter dem Titel "Kuddelmuddel & divergente Risiken".

Ich weiss, Zitate daraus tun jetzt bei einigen von Ihnen wahrscheinlich weh und ich will hier nicht den Rechthaber spielen. Ich will Ihnen vielmehr damit klar machen, was nun noch kommen könnte. "Hopium" ist kein guter Ratgeber. Und wenn der Wurm dreht, dann dreht er.

Zitat:

Ich will nur den Punkt machen, wie gross die Risiken sind, wenn nach so einer langen Bewegung mal das Eis bricht, weil das Vertrauen in den andauernden Aufstieg in Frage gestellt wird. Dann rennen alle gleichzeitig zum Ausgang, was dann eine Kaskade von Margin-Calls in Bewegung setzt und alles noch schlimmer macht. Vertrauen ist eben ein scheues Reh.

Machen wir uns also klar, dass das mittelfristige Marktrisiko auf der obersten Ebene aus zwei Wahrscheinlichkeiten besteht:

Erstens der "Einbruchswahrscheinlichkeit" und die ist trotz aller Divergenzen vielleicht im gelben, aber noch nicht im roten Bereich. Es kann durchaus weiter hoch gehen und lohnt sich auf den Trend zu setzen.

Zweitens aber der "Schmerzintensität" und die ist potentiell massiv!

Und weil das so ist, müssen wir unsere Absicherungsstrategie auch an dieser Dualität der Risiken ausrichten. Klar ist auf jeden Fall, dass wer bei SunEdison keinen Stop hatte, nun dumm aus der Wäsche schaut. Wer aber die ersten 10% Verlust akzeptiert hat und sich hat konsequent unter dem Trend ausstoppen lassen, wird dafür nun ziemlich dankbar sein.

.....

Im Lichte dieses Gesamtbildes, ändere ich an meiner verhaltenen und cash-starken Aufstellung im Ferienmodus nichts. Einzelne Opportunitäten, wie gerade bei den Goldminen, kann man durchaus mal mitnehmen, im grossen Bild erscheint nun aber Geduld und hoher Cash-Bestand eine gute Idee.

Vor einer Woche habe ich Ihnen dieses Chart gezeigt, um Ihnen eindringlich klar zu machen, was passiert, wenn so eine lange Aufwärtsbewegung mal bricht:

SUNE-SPY 14.08.15

Nun hier ist das Update von heute 21:30 Uhr:

SPY+SUNE 21.08.15

Und damit kommen wir zu dem, was nun daraus werden könnte.

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Hari Live – Archiv 05.07.15 – 11.07.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 05.07.15 - 11.07.15

Freitag 10.07.15 17:10 - Genervt

So liebe Mitglieder, ich gehe ins Wochenende. Ich muss Ihnen gestehen, ich bin richtig genervt.

Genervt, weil wir nun das x-te Wochenende hintereinander haben, an dem wir wieder so eine politische Entscheidung vor uns haben, die uns am Montag ein paar hundert Punkte tiefer oder höher aufwachen lässt.

Genervt, weil das völlig dabei blockiert, sich mit einzelnen Aktien, selbst ETFs und Wirtschaftsdaten zu befassen. Weil was bringt das alles, wenn die Geschehnisse in Brüssel das sowieso alles überschreiben?

Genervt, weil ich bei diesem Spiel mit der "Slot Machine" nicht mitspielen kann und will, denn es ist einfach Zufall. Der Markt hat sich nun entsprechend der Wahrscheinlichkeiten positioniert, einen Edge gibt es nicht mehr. Wer meint, nun den Ausgang besser als der Markt einschätzen zu können, kann ja zocken, ich halte davon nichts.

Genervt, weil durch die politischen Faktoren, die Aussagekraft der Tools und Methoden der Markttechnik stark herab gesetzt ist und die nächste politische Volte jedes Signal einfach überschreibt.

Genervt, weil das Geschehen in Brüssel mir als Europäer inhaltlich völlig gegen den Strich geht und ich der festen Überzeugung bin, dass wenn man jetzt nicht konsequent ist und das Thema der Euro-Mitgliedschaft von Griechenland beendet, die politischen Folgen in den kommenden Jahren dramatisch werden.

Genervt, weil ich befürchte, dass das Thema auch am kommenden Montag nicht zu Ende ist. Weil wenn der Grexit kommt, wird das Blame-Game richtig los gehen und auch die Einigkeit der Eurozone in Frage stellen. Und wenn er nicht kommt, werden wir, nach dem wir weiteres Geld in Griechenland versenkt haben, schnell merken, was von den Reformzusagen zu halten ist: nicht viel.

Genervt, weil wir mit China so einen weiteren Fall politischer Einflussnahme haben. Würde man die Märkte nun mal die Panik auskosten lassen, könnte man irgendwann guten Gewissens sagen: "das wars jetzt" und wieder auf sicherem Boden kaufen. So machen die Interventionen alles wackeliger und auch das macht Entscheidungen für den DAX nun völlig ungewiss, denn wenn Chinas Problem sich verstärkt, wird es der DAX (vor allem über die Autowerte) massiv merken.

Nein, der Markt macht mir im Moment keinen Spass. Das ist die ehrliche Antwort und Sie wissen ja, dass ich hier ehrlich schreibe. Der Grund sind keine Verluste, ich bin seit Ende Mai in hohem Masse an der Seitenlinie, wie Sie ja wissen. Der Grund ist dieses Gefühl der Hilflosigkeit im Angesicht von für uns wichtigen Entscheidungen, die in meinen Augen falsch laufen. Und Grund ist dieses sinnlose Hin- und Her im Markt, an dem man wirklich nicht teilnehmen muss, solange es andauert. Gut, dass bald Urlaub ist.

Ich frage Sie: wie oft haben wir die letzten Wochenenden und im ganzen ersten Halbjahr vor einer vergleichbaren Situation gestanden? Ich habe beim Zählen den Überblick verloren. Für mich werden wir gerade Zeuge totalen Politikversagens, was Brüssel angeht.

Ich habe Ihnen im DAX mal die Slot Machine eingezeichnet, vor der wir nun stehen. Das sind die beiden Punkte, zu denen ich denke, wir je nachdem am Montag eröffnen werden.

Der Markt hat sich nun schon sehr stark auf die Seite einer Einigung am Wochenende gelegt, weswegen die beiden Alternativen gegenüber dem heutigen Kurs nicht ganz symmetrisch sind.

Auch ich würde sagen, die Chance für eine Einigung ist nun grösser als ein Scheitern, genau deshalb ist aber auch die Fallhöhe grösser, wenn der Grexit doch kommt:

DAX 10.07.15

Aber es nützt ja alles nicht. Ich muss tief durchatmen und "Ommm" sagen. Wir lesen uns am Montag wieder, wenn dieser unerträgliche B-Movie wieder in diesem Theater aufgeführt wird: "Tsipras Reloaded - Der Fluch der guten Tat".

Ihr Hari

PS: An die 39 Teammitglieder des Projektes, denken Sie mir bis Sonntag Abend trotz Tsipras bitte an die Abstimmung über die finalen 10 Aktien. Danke!

Freitag 10.07.15 14:10 - Leverage kills

Nach Europäern, die im Januar kreditfinanziert gegen den scheinbar "sicher" durch die SNB begrenzten Franken gewettet haben, trifft es nun Chinesen, für die "sicher" war, was die Regierung promoted hat:
-> Wie der Sozialismus Chinas Börsen retten soll <-

Wenn etwas scheinbar "sicher" ist, ist es am Markt in der Regel ganz besonders gefährlich.

Die Regel ist universell: Leverage kills. Denn wer nur eingesetzt hatte, was er tatsächlich besessen hat oder zumindest bereit zu verlieren war, ist nun zwar auch unter Wasser, kann aber vergleichsweise ruhig und gelassen abwarten, ob die Kurse nicht wieder zurück kommen.

Wem nun aber der "Margin Call" droht, weil der Kredithai zur Zurückzahlung drängt, ist nackt und dann nicht mehr dabei, wenn es später wieder hoch geht.

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S&P500 und NASDAQ Reversal Day !

Freitag Abend 22 Uhr Handelsschluss an der Wallstreet

Weitgehend unbemerkt von den deutschsprachigen Börsenmedien, die wohl überwiegend schon im Wochenende weilen, hat sich heute an der Wallstreet ein bedeutender "Reversal Day" gebildet.

Besonders betroffen sind alle Momentum-Aktien, inklusive Biotech. Und damit ist auch der NASDAQ Index massiv getroffen, der zum Handelsschluss 2,7% im Minus liegt ! Für einen breiten Index ist das ein richtiger Einbruch.

Aber auch der S&P500 (hier der Future per 21:55 Uhr) zeigt ein wenig erfreuliches Bild, das wir so schon lange nicht mehr erlebt haben. Hier im 10-Minuten-Chart gut zu sehen:

S&P500 04.04.14

Zunächst lief der S&P500 in Folge der brauchbaren Arbeitsmarktdaten von 14.30 Uhr bis fast zur 1900er Marke, holte sozusagen noch einmal Luft ..... und dann ging es nur noch abwärts.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dieses Reversal ohne sichtbaren Katalysator einsetzte, der Markt ist also sozusagen unter seinem eigenen Gewicht eingebrochen.

Derartige Entwicklungen, wenn die alten Momentum-Anführer plötzlich unter dem eigenen Gewicht zusammen brechen, waren historisch oft Anzeichen einer wichtigen Wende. Nun macht ein einziger derartiger Tag noch keinen Bärenmarkt und die starken Bewegungen sind bisher auf diese sowieso überdehnten Momentum-Sektoren begrenzt. Eine Korrektur in diesen Sektoren ist sowieso überfällig. Und Europas Aktienmärkte sehen nach wie vor eher gut aus. Aber zumindest sehr aufmerksam sollte man nun Anfang kommender Woche beobachten, ob und was sich aus dem heutigen Tag entwickelt.

So weit als kleiner Hinweis hier im freien Bereich am späten Freitag Abend. Alles weitere besprechen wir in der Community im Premium-Bereich.

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S&P500 und Gold an der Yellen – Wegscheide

Die schriftliche Fassung der viel beachteten ersten Rede von Janet Yellen als FED Chefin, ist während ich dieses um 14.40 Uhr schreibe, im Markt angekommen und bringt nicht wirklich Überraschendes. Natürlich bestätigt sie, dass Yellen die Politik von Ben Bernanke fortsetzen wird, immerhin hat sie diese ja massgeblich mitgestaltet. Was für eine Überraschung. 😉

Um 16 Uhr heute folgt dann eine Fragestunde mit den Abgeordneten und der Markt wird dort auf überraschende Halbsätze lauschen, aber ich rechne auch da nicht mit inhaltlichen Überraschungen, zu sehr dürfte Yellen darauf achten, bei ihrer bekannten Linie zu bleiben.

So kommt es mehr darauf an, was der Mark daraus macht und der hat mit einer Vorfreuden-Rally heute vor Eröffnung der Wallstreet schon gezeigt, woran er denkt. Nämlich dass Yellen die Politik des leichten Geldes nicht nur fortsetzt, sondern entsprechend dem ihr vorauseilenden Ruf sogar ausdehnt. Insofern setzt nun leichte Enttäuschung ein, nachdem in Yellens Testimonial nichts Neues zu finden ist.

Damit stehen die Märkte nun an einer ganz entscheidenden Wegscheide, nach dem ca. 50% des vorherigen Einbruches wett gemacht wurden. Und es ist beides möglich, neue Höchststände und ein V-förmiges Reversal ala 2013 ebenso, wie ein tieferes Hoch und der Beginn einer grundlegenden Topbilding.

Insofern müssen wir nun ganz genau hinschauen, was die Märkte heute nach 16 Uhr bis zum Handelsschluss der Wallstreet machen. Mit zwei Charts will ich Ihnen kurz zeigen, worum es geht.

Der S&P500 notiert vorbörslich über 1800 und dürfte nun bald die Entscheidung treffen, welches der beiden eingezeichneten Szenarien uns bevor steht. Ich kann nur dazu raten, diese Entscheidung abzuwarten, sie ist - zumindest für mich - nicht antizipierbar.

S&P500 11.02.14

Und Gold hat in Vorfreude auf Yellen nun den Deckel des wichtigen Widerstandes weggehauen und gleichzeitig die fallende Trendlinie gebrochen.

Gold 11.02.14

Gold hat damit gute Chancen bis in die Region von 1350 USD zu laufen, wenn - ja wenn - Gold jetzt nicht sofort heute Nachmittag wieder unter den entscheidenden Widerstand zurück fällt und das Ganze damit zu einem "Fakeout" macht. Dieses Urteil steht noch aus.

Insofern ist heute besondere Aufmerksamkeit geboten. Das Marktverhalten heute und morgen hat das Potential, den Ton und die Trends der kommenden Wochen zu bestimmen.

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