145. Die Marktlage 01.08.2020



Hallo zusammen,

Mein Urlaub ist vorbei. Es war ein erholsamer mit 2,5 Wochen Wohnmobilreise durch Deutschland. Ich habe gemerkt, dass ich diesen auch wirklich gebraucht habe.

Die Sommerferien waren so nicht geplant gewesen - Corona hat unsere Pläne etwas umgeschmissen. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Deutschland hat doch immer wieder wunderschöne Ecken zu bieten. Besonders hat mir Amrum gefallen, das wir als Tagestouristen uns angeschaut haben. Definitiv eine Reise wert. Vielleicht waren wir nicht das letzte mal dort.

Nun bin ich seit 1 Woche wieder "im Dienst" und ein neuer Monat hat begonnen. Zeit für eine neue Marktanalyse.

Viel Spass!

Letzte Analyse Ende Juni habe ich folgendes als Fazit geschrieben:
In der Summe:
Bei Betrachtung des Daily-Charts könnte man annehmen, wir stehen an einer Klippe kurz vor dem Abgrund und es geht schnurgerade herunter. Viele Indikatoren, die in der Twitter-Welt herumgeschickt werden, zeigen eine Lage, die nach Vorsicht ruft (wie auch meine Ampel, die auf 20% steht).
Jedoch glaube ich, dass der Markt uns die Situation nicht so einfach macht und ein höheres Tief nach dem Frühjahr diesen Jahres generiert. Danach lechzen zu viele, die unterinvestiert sind.
Wir werden weiter die Wall of Worry nach oben kriechen. Ein Bullish Percent Index von ca. 50 % rechtfertigt ein wiederaufflammen der Kauf-Community.
Rechnen wir nach einem kleinen Geschaukel mit weiter steigenden Preisen. Eine Überperformance anderer internationaler Märkte wie Dax und EEM sieht wahrscheinlich aus.

Wir können retrospektiv sagen: der Gang nach oben und der Stärke der Emerging Markets sind so eingetreten (siehe Charts unten). Schauen wir, ob es auch so weiter geht. Was sagen die Charts?

Zusammenfassung:
Heute habe ich Schwierigkeiten bei der Zusammenfassung. Die Lage wird immer verzwickter und komplizierter. Eine seriöse Aussage ist meiner Meinung nach kurz- und mittelfristig schwer zu treffen. Somit sollten wir unser Risikomanagement entsprechend parat haben. Siehe auch der Tweet von Mark Minervini.

Deshalb heute etwas ungenauer:
- Langfristig sind steigende Kurse zu erwarten. Das aktuelle, berechnete Kursziel ist 3.600, welches über mehrere Zeitebenen bei den Point and Figure Charts prognostizert wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit des Eintretens
- Das Sentiment und die Asset Allocation sprechen für ebenfalls steigende Kurse.
- Kurzfristig zeigt sich, dass jeder noch so kleine Dip gekauft wird, jedoch: Wann endet das und wir bekommen die bereinigende Konsolidierung zu einem Fibonacci-Retracement?
- DER Sektor to be ist Technologie!
- Schauen wir auf die Emerging Markets, diese könnten weiterhin eine internationale Überperformance bieten.
- Beobachten wir den Dollar. Dieser hat Relevanz insbesondere für den Dax (negativ), die Rohstoffe (positiv) und die großen amerikanischen Konzerne (positiv)

Summasummarum: Halten wir uns an unser Risikomanagement, gehen wir die höheren Kurse mit und sichern nach unten ab!

Makro-Charts

Schauen wir uns einige übergeordnete Charts an:

Der Markt, vertreten mit dem wichtigsten Aktienindex der Welt, dem S&P 500, ist sehr volatil in den letzten Monaten. Aktuell bewegt er sich an der oberen Kante des Bollinger Bandes. Prallt er ab und bewegt sich nach unten? Bei Betrachtung der Vergangenheit konnte das nicht prognostiziert werden. Jedoch ist ein weiteres impulsives Ansteigen nach oben ÜBER die Kante des Bollinger Bandes in der Vergangenheit nicht erfolgreich gewesen.

Meine in den letzten Monaten immer wieder dargestellte Umkehrformation im USD ist eingetreten. Eine Gegenbewegung nach dieser impulsiven Abfahrt nach unten ist wahrscheinlich. Was kommt jedoch danach? Wichtig für den Dollar wäre ein Überschreiten der Unterstützungslinie seit 2011 und ein Monatsende 2020-08 über dieser. Wenn dies nicht passiert, ist eine Abfahrt nach 88 wahrscheinlich.

Weiterhin keine Auffälligkeiten im kumulierten Advance-Decline Chart - weiterhin in Bullenhand.

Im Global Dow sieht es weiterhin interessant aus. Kann die langfristige Trendlinie seit 2009 geknackt und wieder erobert werden oder haben wir eine Erholungsrally mit Retests gesehen und die Reise geht weiter in den Süden?

Das Weekly Put/ Call Ratio schlägt aktuell noch keinen Alarm, ist jedoch überreizt. Ein Ansteigen über 0,6 würde das Risiko von fallenden Kursen deutlich erhöhen.

Wer ist verantwortlich für die steigenden Kurse? Industrials sind es zumindest nicht. Das sieht seit Anfang 2018 erbärmlich aus.

Die Marktlage-Ampel

Meine selbst gestrickte Marktampel sieht aktuell einen Investgrad von 60% vor.

Größtenteils sind bearishe Kursziele der Point and Figure Charttechnik nicht mehr aktiv. In mehreren Zeithorizonten (starkes Signal!) wird das Kursziel 3.600 Punkte prognostiziert.

Marktlage langfristig

Ein weiterer sehr starker Monat ist in den Büchern. Sieht alles gut aus in diesem Chart.

Marktlage mittelfristig

Im Weekly Chart sieht alles nach "Vorsicht".

Der PPO, der RRG Indikator und die Widerstandslinie, die direkt über dem aktuellen Kursgeschehen hängt, laden nicht zu einem Kauf ein. Risikomanagement ist angebracht.

Eine erste Konsolidierung seit dem Tief auf ein Weekly-Fibonacci-Retracement wäre schön.

Das AAII Sentiment Survey spricht eine klare Sprache: die Kurse gehen weiter nach oben. Das bullishe Lager ist verschwindend klein.

Marktlage kurzfristig

Das nächste Chart sieht auf den ersten Blick etwas verwirrend aus. Ich habe mit rot die bearishen Keile eingezeichnet, welche immer flacher werden. Mit grün sind die Widerstandslinien eingezeichnet. Wir erkennen bei der aktuellen und der letzten, dass der Kursverlauf VOR dem Durchbrechen nach oben (sollte dies nun passieren) über mehrere Tage "Luft holen" muss. Meine Interpretation der Sache ist, dass die Luft dünner wird, die Schar des bullishen Lagers dünner, um den Aufwärtstrend weiter zu halten. Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass dieser Trend somit versiegt und aufhört. Er wird nur langsamer.

Die bullishe Sicht der Dinge wäre ein Anschmiegen an das All-Time-High und danach eine impultive Rally zu neuen Hochs. Die bearishe Sicht wäre eine Konsolidierung auf Fibonacci Retracements 50% o.ä..

Im Fear and Greed Index ist noch deutlich Luft für mehr Greed - steigende Kurse sind somit machbar.

Ein neues Chart in meinen Artikeln: der VIX sagt aktuell auf: weitergehts zu neuen Höhen!

Das Chart von gestern zeigt, mit welchem Markt wir es zu tun haben. Klar wir hatten Monatsende etc. Jedoch eine solche Rally in den letzten Minuten ist nicht alltäglich. Denken wir immer an das endlose Geld da draußen, das Anlage sucht!

Ein warnendes Zeichen ist das Ratio der Halbleiter mit den Bonds. Dieses Ratio hinkt hinterher, was normalerweise kein gutes Zeichen ist.

Relative-Strength-Charts (RRG)

Kommen wir zu den Charts der relativen Stärke.

Zu allererst die Assets im Vergleich zum VBINX, dem Vergleichsindex:

Real Estate und Rohstoffe sind in beiden dargestellten Zeitebenen eine Bank. Das sieht gut aus.

Die Aktien, vertreten durch die ITOT, sind im Weekly stärksten Quadranten, fallen aber ab. Dies zeigt sich gut im Daily, in dem die Aktien bereits im Weakening Quadranten sind. Weitere Schwäche ist hier zu erwarten.

Der USD Dollar ist in beiden Zeitebenen einfach nur kaputt - es kommen wieder bessere Zeiten.

Bonds sind indifferent und brauchen noch etwas Zeit, um Stärke zu sammeln.

Kommen wir zum RRG Chart der Länder im Vergleich zum S&P 500:

Hier zeigen sich die Emerging Markets als der Favorit. Die letzten Tage wurde etwas Luft geholt. Ein Wiedereintreten in den Daily-Leading und den Neueinstieg in den Weekly-Leading ist wahrscheinlich.

Erhebliche Schwäche zeigen Deutschland (Dax) und Japan (Nikkei). Beiden zeigten im Weekly eine gute Performance. Jedoch war die letzte Woche für beide Länder im Ratio zum S&P 500 ein Game-Changer. Ein Abfall Richtung Weekly-Lagging ist wahrscheinlich.

Interessant könnte in nächster Zeit China werden. Dieser Markt benötigt noch etwas Luft, könnte aber demnächst durchstarten.

Bei den Sektoren sticht der Technologie-Sektor XLK hervor. Er bewegt sich sehr stabil in den letzten Wochen an der Grenze Leading/ Weakening und hat im Daily Chart im Laufe der letzten Woche über den roten Quadranten Luft geholt. Ein Eintauchen in den Leading sieht wahrscheinlich aus.

Die restlichen Sektoren wirken auf mich indifferent. Insbesondere Vorsicht im IBB. Dieser konnte vor einer Woche keine weitere Stärke sammeln und ist tief in den roten Daily-Quadranten gerutscht.

Point-and-Figure-Charts

Meine Analyse der Point and Figure Charts. Diese strotzen nur vor Stärke.

Euer

Hullahuppi

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Hari Live Stream 21.11.19



15:30 MEZ - ZH2

Ich habe es schon im Forum mit Tweets gezeigt, im Markt geht es weiter wie bisher.

Er schwingt mit den neuesten Gerüchten rund im China, Zero Hedge hat dazu -> hier <- die perfekte Grafik:

Das Ganze wird zunehmend absurd, es sind natürlich die Schlagzeilen handelnden Algos, die diesen Sägezahn veranlassen, bei den Menschen dahinter dürfte eher verzweifeltes Desinteresse zum Thema vorherrschen. Man kann es wirklich nicht mehr hören!

Wichtig war aber, dass die Bullen gestern sofort wieder BTFD gemacht haben und damit die Lage im Griff behalten. Schon gestern sagte ich Eingangs:

Ob das der Beginn einer Korrekturphase ist, werden wir daran erkennen, ob die unvermeidlichen BTFD-Versuche mal scheitern. Wir müssen erstmal einen Tag sehen, bei dem es der Markt nicht mehr zur Nulllinie schafft und auf Tagestiefs schliesst. Solange das nicht passiert, haben die Bullen die Lage eindeutig im Griff.

Das ist auch heute so, ob es das mit dem Retracement schon war, da bin ich nicht sicher und für weiteres Gezappel offen. Warten wir einfach ab:

15:35 MEZ - ZH2

Wir haben aktuell und kurzfristig in meinen Augen immer noch ein deutlich erhöhtes Risiko für so etwas. Also Vorsicht!

15:55 MEZ - ZH3 - ZH5

Eine weitere Retail-Aktie, L Brands (LB) rettet sich nach brauchbaren (weil nur erwartet schlechten) Zahlen vor dem nächsten Absturz:

Wobei das nach so einem Abwärtstrend natürlich keine Leistung ist, hier ist das ganze Elend der Ladenketten in einem Chart.

Und das Chart ist auch ein erneutes Indiz, dass hohe Dividenden eher Problembeschreibung sind, denn attraktive Aktien identifizieren. Was hat die Dividende hier genutzt? Nichts.

16:20 MEZ - ZH3

Cyberark (CYBR) war -> hier am 06.11. um 15:35 MEZ Thema <-

Nun hat die Aktie den Schub konsolidiert, dsa Gap geschlossen und zieht wieder nach oben - sieht gut aus:

16:50 MEZ

Bisher tut die Konsolidierung genau das, was sie idealerweise sollte. Sie bringt das überhitzte Sentiment wieder zurück.

Fear & Greed ist wieder bei 69 und damit für einen starken Bullenmarkt in einem Normbereich, von dem aus es durchaus wieder hoch gehen kann:

Denken Sie daran, dass in stark bullischen Bewegungen diese Indikatoren lange im oberen Bereich bleiben und nur zwischen sehr bullisch und verhalten bullisch fluktuieren.

Aber auch das AAII Sentiment der Kleinanleger ist -> deutlich zurück gekommen <- und wieder im Normbereich:

Das ist in Summe alles sehr gesund, genau so will man das sehen, während die Indizes nur marginal abgeben.

17:00 MEZ - ZH3

Was ist den bei den Chip-Infrastruktur-Anbietern los, unseren Applied Materials (AMAT) und Lam Research (LRCX)?

Ein Analyst der UBS glaubt, dass der Investitionsbedarf -> seinen Peak erreicht hat <-.

Hat der Recht? Ich habe keine Ahnung, ich kann nur sagen, dass die Charts korrekturreif waren und insofern ist der Vorgang wohl wieder mal mehr Katalysator, denn Grund:

Jetzt gilt es wie so oft bei so Aktien, diesen Dip erst einmal auslaufen zu lassen, der durchaus noch weiteres, potentielles Downside hat. Und dann, wenn sich ein Boden findet, gilt es wieder zuzugreifen.

17:20 MEZ - ZH3 - ZH5

Einfach noch einmal als Erinnerung, warum man Gurken besser links liegen lässt. Wir hatten ja vor Monaten schon einmal das Thema Kraft Heinz (KHC) und ich habe mich dazu sehr deutlich geäussert.

Glorreiche Vergangenheit und (noch) hohe Dividendenrendite, sind absolut *kein* Qualitätskriterium, wenn der Kurs brutal einbricht. Wo Rauch ist, das ist idR auch Feuer.

Und auch wenn unser Affenhirn uns dann einredet, dass da "Schnäppchen" liegen würden, sie sind es eher nicht. Es sind eher Honigfallen für summende Bienchen, wie ich das vor 6 Jahren schon einmal -> hier <- eindringlich beschrieben habe. Zitat:

Es gibt eine gewisse Sorte von Rebound Spekulationen , die auf den ersten Blick unglaublich attraktiv aussehen. Vor allem Privatanleger lieben diese Aktien voller vermeintlicher Verheissung, wie die Commerzbank.

Das sind diese Aktien, die ungewöhnlich verprügelt wurden und auf langjährigen Tiefs notieren. Aktien bei denen man denkt, die "können doch nur noch steigen". Aktien die weit unter Buchwert notieren und vermeintlich sehr billig erscheinen.

Und dann geht man als Anleger her und vergleicht den aktuellen Kurs mit dem Höchstkurs von vor ein paar Jahren. Und sieht ein Potential für Vervielfachung. Und schon läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Dieser Vergleich zu alten Höchstständen wirkt psychologisch auf uns Menschen wie eine Honigfalle, weil der hohe Kurs von vor ein paar Jahren macht das Vervielfachungspotential in unseren Hirnen greifbar und glaubwürdig. Da springen die Belohnungssysteme in unseren Hirnen an und schreien stumm in unserem Bewusstsein: "der muss da wieder hin steigen, greif zu, schnell ! Kauf ... mich ... jetzt !".

Und jetzt schauen Sie, was die Gurke KHC in dieser massiven Rally des breiten Marktes zustand gebracht hat. Ich sage es Ihnen: Nichts. Dead Money!

Schon heute sind die Opportunitätskosten das Kapital da zu binden hoch, es hätte ja auch in weit besser laufenden Aktien des Sektors sein können.

Diese Aktie ist frühestens dann wieder interessant, wenn sie unter überdurchschnittlichem Volumen diesen schwarzen Deckel wegsprengen würde. Und selbst dann, wird es nach Erfahrungen mit so Fällen eher kein Strich nach oben, sondern eher ein Gewürge werden:

Falls hier mit Neueinsteigern also Mitglieder dazu gestossen sind, die sich von solchen Charts noch angezogen fühlen, kann ich nur dringend dazu raten zu erkennen, woher das kommt. Vom "Recency Bias" unseres Affenhirns, nicht von der Ratio.

17:45 - ZH4

Rein technisch gesehen, die hier bekannte Software-Aktie Simulation Plus (SLP):

Ein irres Ding, ist das noch eine Flagge?

Von der Länge her eher nicht, aber das ist definitiv ein Trendkanal mit einer extrem scharfen Begrenzung nach unten. Und insofern sehr spannend und wenn sich das auflöst, dürfte sich da eine Menge Momentum entwickeln.

Auf Kompression folgt Expansion.

18:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Übrigens, zum Thema wann man Gurken wieder nähertreten kann, das hier bei General Electric (GE) ist jetzt eher Stärke:

Und das hier sieht langfristig ganz ordentlich nach Doppelboden aus:

Deswegen warne ich trotzdem dringend davor, hier Wunderdinge zu erwarten. Das ist nicht mehr die GE mit 30 USD, diese Niveaus werden lange, lange unerreichbar sein.

Aber zumindest haben wir hier nun Voraussetzungen erfüllt, um so gefallenen Aktien eine neue Chance zu geben. Eben weil sie schon wieder neue Stärke zeigen und eine Wendeformation haben.

Und genau das sollte man abwarten und sich nicht für klüger als der Markt halten. Und das schon gar nicht wegen fundamentaler Indikatoren, die im IFRS sowieso schnell Schall und Rauch sein können.

18:10 MEZ - ZH1

Bisher verhält sich die Konsolidierung weiter so, wie man das als Bulle ideal sehen will. Die bullische Überdehnung wird abgebaut, ohne echten Schaden anzurichten:

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, ich schliesse damit und erinnere daran, dass die kommende Thanksgiving-Woche traditionell und statistisch stark ist.

Morgen vormittag kommt wieder ein Dies & Das, die drei schon vorhandenen Themen sind Twitter, Börsenmedien und Pellets. Ja Pellets. 😉

Bis Morgen!

Ihr Hari

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131. Die Marktlage 08.06.2019



Hallo zusammen,

Schon wieder Pfingsten... wie die Zeit schnell vergeht. Es war doch gerade noch Ostern!

Da meine Tochter sportlich dieses Wochenende wieder eingespannt ist, haben wir keine Möglichkeit, über Pfingsten einen Kurzurlaub einzustreuen. Somit bleibt etwas Zeit, seine Gedanken zum Markt etwas zu ordnen.

0. Zusammenfassung

Meine Interpretation der aktuellen Lage ist mit allen gesichteten Informationen folgende:
Kurzfristig haben wir noch Luft nach oben. Diese Rally ist aber keine basierend auf Fundamentaldaten und aufgrund wirklichem Kaufhunger.

Dies zeigt sich, dass die üblichen Bullenmarkt-Treiber wie Technicals und Consumer Disc in dieser Rally nicht die Treibenden sind. Wir hatten eine überverkaufte Lage, die irgendwann auch einmal wieder in eine Rally gehen musste.

Die mittelfristige, überkaufte Lage ist noch nicht so weit abgebaut, um Grundlage für eine gesunde Rally darzustellen. Deshalb rechne ich mit einer weiter geführten Seitwärtsbewegung (ggfs. noch einmal ein "Lupfer" nach unten), um dann final (Winter oder nächstes Jahr) aus der iSKS auszubrechen.

Jedoch aus langfristiger Sicht sieht die 2018/2019 Konsolidierung nach einer gesunden Verschnaufpause aus, um zu neuen Höhen (PnF Ziel ist 4.000, siehe dazu unten) zu gehen. Ein großes Top ist aktuell für mich nicht wahrscheinlich.

1. Das große Bild
Beim Anblick des Dow Jones Global sieht die langfristige Lage zwiegespalten aus. Ist er in einem sekundären Abwärtstrend und hat es nicht geschafft, ein neues Hoch zu generieren? Kommt nun ein weiterer Rutsch nach unten? Oder ist die Konsolidierung vorbei und der Index holt Luft für neue Höhen?

Das kumulierte Advance Decline Diagramm sieht weiterhin gut aus.

Betrachten wir uns die wichtigen bullishen Sektoren-Ratios (siehe Bild unten):

Das sieht alles nicht so gut aus...

Wieso konnten die Cons. Disc den Staples in dieser Woche trotz der Rally nicht den Rang ablaufen? Wir sehen keinen Knick nach oben aus dieser Woche.
Was ist mit den Small Caps los? Diese werden weiterhin ganz schön gebeutelt. Das Ratio zum S&P 500 hat ein neues Tief zum Dezember letzten Jahres gebildet - nicht gut.
Die Banken und der Transport-Sektor haben zumindest mal einen Boden gebildet - Frühling macht das aber noch nicht.

Das riecht für mich nach einer Erholungsrally, aber nach keinem V. Das gleiche kann man unten bei den RRG-Charts beobachten. Die Cons. Disc und die Techs benötigen noch etwas mehr Zeit, um die Rally seit Dezember ordentlich zu verarbeiten.

Beim Betrachten des Wasserfall-Charts sehen die gleitenden Durchschnitte erst einmal gut aus. Es entwickelt sich so langsam ein Trend nach oben.
Was ist aber mit dem Ratio der Semi's zu den Bonds? Hier sehen wir einen extremen Einbruch über die letzten Wochen. Das sieht nach Verunsicherung aus. Auch hier zeigt sich die "Schwäche"/ Erholungsbedarf bei den Techs.

Eigentlich gehört das Chart in das langfristige Kapitel. Aufgrund der aktuellen Lage bringe ich es aber hier rein.

Wir hatten nach der Point & Figure Theorie einen sehr guten 2. Einstiegszeitpunkt (der erste war letztes Jahr im Dezember bei einem BPI <20) diese Woche:

Nach einer hervorragenden Rally des Bullish Percent Index von <30% auf über 70% ist er in den letzten Wochen sehr gut konsolidiert und hat in dieser Woche nach einem Abpraller bei 50% den Bullish Confirmed Status zurückgeholt.

Ebenfalls hat der Prozent-der-10 das gleiche getan und bei knapp über 30% einen Abpraller gemacht.

2. Die Kauf-Lageampel

Die Langfristige Sicht
Meine selbst erstellte langfristige Kauflage-Ampel sieht weiterhin gut aus.

Schauen wir uns das S&P 500 Monthly Chart an:

Wir können 2 Widerstände direkt über dem Kursgeschehen ausmachen. Diese könnten der Grund sein, dass der Kurs mittelfristig erst einmal etwas Erholung benötigt, bevor es richtig nach oben geht:
- das 161.8 Fibonacci aus 2008 und 2015/2016 (rote gestrichelte Linie)
- die Trendlinie aus den vorigen 2 Hochs aus 2018 (blaue ansteigende Linie)

Weiterhin sehen wir eine negative Divergenz zwischen PPO und dem Kurs - ebenfalls ein Argument für eine weitere Erholung/ Seitwärtsbewegung.

Auch der RRG Indikator ist im letzten Monat weiter gefallen. Ein Boden im Momentum ist noch nicht auszumachen.

In der Summe sieht das Chart für mich nach einer gesunden Konsolidierung aus, welches in der Sume über die letzten Jahre zu einer Art inverser Schulter Kopf Schulter Formation machen *könnte* - siehe unten.

Ob dafür schon das Tief (rechte Schulter) gefunden wurde oder noch im Spätsommer gefunden wird, ist die Frage...

Bei Betrachtung der Asset Allocation per April ist zu erkennen, dass die enorme Spreizung Cash/Equities (extrem viel Cash - extrem wenig Aktien) aus Dezember bis März nun etwas abgebaut wurde - Seitwärtsbewegung voraus?

Interessant ist, die extreme Abneigung der Anleger, in UK zu investieren. Hier *könnte* es irgendwann einmal einen richtigen Schub geben, wenn endlich mal das Brexit Thema geklärt ist.

Tech ist auf einem sehr moderaten Niveau und könnte weiterhin für steigende Kurse mit verantwortlich sein.

In der Summe bin ich bei Betrachtung dieser Charts weiterhin bei der Variante einer mittelfristigen (bis in den Spätsommer) Seitwärtsbewegung (kein neues All-Time-High).

Auch der wirtschaftliche Ausblick sieht kurzfristig nicht rosig aus: siehe hier mein diese Woche verlinkter Bericht von Leo Nelissen:
Economic Outlook: Growth Too Slow, Rates Too High

Die Mittelfristige Sicht

Die mittelfristige Lageampel ist explodiert und hat eine schöne Divergenz erzeugt! Während der Kurs des S&P 500 ein neues Tief ausgebaut hat, ist in der Ampel ein höheres Tief ausgebildet worden. Das ist positiv.

Der Bullish Percent Index ist in den Bull Confirmed Status bei > 50 % übergegangen - das ist positiv.

Ebenfalls haben wir ein über die Maßen bullishes Bild im AAII Sentiment (7-Monats-Hoch), was eher für keine weiteren steigenden Kurse spricht.

Bei Betrachtung des Weekly Chart des S&P 500 kommen mir wie bereits oben im langfristigen Bild, Zweifel einer weiteren kurzfristigen Stärke. Zu hoch ist noch der PPO und zu hoch ist noch die rote Linie im RRG Indikator. Auch hier spricht eher das Bild für mich für eine Seitwärtsbewegung.

Die kurzfristige Sicht

Die kurzfristge Sicht der Ampel sieht nicht perfekt aus, jedoch zeigen sich Frühlingsknospen.

Das Daily Chart des S&P 500 sieht gut aus. Wir erkennen einen Ausbruch aus der regelmäßigen Konsolidierung in Form einer Flagge. Die beiden Indikatoren PPO und RRG haben ausreichend konsolidiert und zeigen vom Trend nach oben.

Der Fear and Greed Index ist noch ausreichend tief für weiteres Potential nach oben.

3. RRG-Chart - Die anderen Assets und Sektoren

Wie es sich beim letzten Mal angedeutet hat, verloren die Aktien weiter an Boden und die konservativen Assets Bonds/ Gold haben Boden gut gemacht.

Jedoch deutet sich ein Knick an. Die Bonds drehen nach links und die Aktien nach rechts. Findet die Asset Rotation schon ein Ende?

Schauen wir uns die verschiedenen internationalen Indexe an: Zwei strahlende Sterne erscheinen hier...Deutschland und die Schweiz....

Wir erkennen eine Sektoren-Rotation:
- heraus aus Consumer Disc, Techs, Energy
- rein in Staples, Utilities, Health Care, Financials

4. Point and Figure Charts

Anbei die von mir beobachteten Point and Figure Charts:

Das 3-er Umkehr 40 Punkte Chart des S&P 500

Eine spannende Situation in diesem Chart. Wir haben 3 große Konsolidierungen seit 2008 (Kästen). Die ersten beiden sehe sehr bullish aus. Kurz und keine neueren Tiefs gebildet. Die aktuelle Konsolidierung bildete ein deutlich tieferes Tief als die erste Konsolidierung nach der X-Säule aus.

Jedoch: wir sehen nach der Ausbildung des Tiefs ein Low-Pole-Reversal (orange Säule), was ein sehr positives Zeichen ist. SOLLTE nun diese orange farbene Säule überwunden werden und ein neues All-Time-High fallen, dann haben wir ein enormes Kursziel, das dann aktiviert wird: 4.080 Punkte! (P.s.: Vorsicht bei der Interpretation von Point & Figure Kurszielen: diese haben keine Aussagekraft für den zeitlichen Horizont!)

Dies macht in der Kombination mit dem Monthly-Candle-Chart Sinn: aktuelle Bodenformation iSKS mit Ausbruch im Herbst und Run zu neuen Höhen.

Das 3-er Umkehr 20 Punkte Chart des S&P 500

Das 1-er Umkehr 20 Punkte Chart des S&P 500

Sollte die 2.080 Punkte-Marke fallen, wird im 1-Umkehr-Chart ein neues Hoch aktiviert und ein Kaufsignal generiert. Das spricht nach Ausbruch aus der Konsolidierung und nach Negieren des Kursziels nach unten von Stärke.

Das 1-er Umkehr 10 Punkte Chart des S&P 500

Ein schönes Pfingst-Wochenende noch!

Euer

Hullahuppi

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Wochenausblick KW17


Thema der Woche

Thema der Woche ist erneut die nun dem Höhepunkt zustrebende Quartalssaison. Die beiden kommenden Wochen werden die größte Ansammlung bekannter Namen in dieser Quartalssaison bringen. Bisher waren die Zahlen so schlecht nicht, allerdings war der Markt recht harsch in seinen Reaktionen, Abweichungen wurden sofort und heftig gezüchtigt.

Dabei sind natürlich weiterhin vor allem die Ausblicke kursbewegend. Der Prozeß ist im vollen Gange, die in den letzten Wochen auf den Markt geworfenen Unsicherheit einem Realitätscheck zu unterziehen.

Kommende Woche stehen voraussichtlich folgende hier im Blog besprochenen Unternehmen an: (Termine ändern sich manchmal noch kurzfristig)

Montag vor US Handelsstart: Gazprom, Haliburton (HAL), Hasbro (HAS), Kimberly-Clark (KMB), Rocket Internet, UBS, Whirlpool (WHR)

Montag Abend: Alphabet (GOOGL), Barrick Gold (ABX), Hexcel (HXL),

Dienstag vor US Handelsstart: 3M (MMM), Akzo Nobel, Biogen (BIIB), Caterpillar (CAT), Coca-Cola (KO), Comdirect, Corning (GLW), Eli Lilly (ELI), Freeport MCMoran (FCX), Harley-Davidson (HOG), Kuehne & Nagel, Lockheed Martin (LMT), NextEra Energy (NEE), PulteGroup (PHM), Puma, Santander, Sartorius, Seagate (STX), Telekom Austria, Telenor, Teradyne (TER), Verizon (VZ), Weatherford (WFT)

Dienstag Abend: Amgen (AMGN), Cavium (CAVM), Cree (CREE), Dolby Labs (DLB), Edwards Lifesciences (EW), Illumina (ILMN), Inphi (IPHI), Las Vegas Sands (LVS), Netgear (NTGR), Pacific Biosciences (PACB), Texas Instruments (TXN), Wynn Resorts (WYNN), iRobot (IRBT)

Mittwoch vor US Handelsstart: American Tower (AMT), Amphenol (APH), Boeing (BA), Boston Scientific (BSX), Canon, Check Point Software (CHKP), Clariant, Credit Suisse, Dassault Systems, Deutsche Börse, DTE Energy (DTE), FLIR Systems (FLIR), Ford (F), Galapagos (GLPG), General Dynamics (GD), GlaxoSmithKline (GSK), Hess (HES),LG Display (LPL), Linde, Norsk Hydro, Northrop Grumman (NOC), Novozymes, ST Micro, Siltronic, Statoil, The Goodyear (GT), Thermo Fisher Scientific (TMO), Twitter (TWTR), Vale (VALE), Viacom (VIA), Yandex

Mittwoch Abend: AMD (AMD), athenhealth (ATHN), AT&T (T), Allegiant (ALGT), Chipotle Mexican Grill (CMG), Citrix Systems (CTXS), Coeur Mining (CDE), eBay (EBAY), Facebook (FB), Flex (FLEX), Fortinet (FTNT), Goldcorp (GG), New Gold (NGD), PayPal (PYPL), Qualcomm (QCOM), Sarepta (SRPT), Service (NOW), Verisign (VRSN), Visa (V), Xilinx (XLNX)

Donnerstag vor US Handelsstart: AbbVie (ABBV), Adva Optical, Aixtron, Alexion (ALXN), Altria (MO), Americam Airline (AAL), Barcleys (BARC), Baxter (BAX), Bombardier, Bristol-Myers-Squibb (BMY), Cemex (CX), CME Group (CME), Chevron (CVX), Conoco Philips (COP), Deutsche Bank, Drägerwerk, Fiat, Fielmann, General Motors (GM), Honda, International Paper (IP), Kion Group, Krones, Kyocera, Lufthansa, Newmont Mining (NEM), Nintendo, Nokia, Oaktree (OAK), Orange, Parker-Hannifin (PH), Pepsico (PEP), Praxair (PX), Raytheon (RTN), Royal Dutch Shell, Sharp, Shire, TAG Immobilien, Telefonica, Time Warner (TWX), Total, Union Pacific (UNP), UPS (UPS), Valero Energy (VLO), Volkswagen, Vossloh, Wacker Chemie

Donnerstag Abend: Agnico Eagle Mines (AEM), Amazon (AMZN), Baidu (BIDU), Cypress (CY), Exact Sciences (EXAS), Expedia (EXPE), First Solar (FSLR), Fortive (FTV), Intel (INTC), Microsoft (MSFT), Starbucks (SBUX), US Steel (X), Vertex Pharma (VRTX), Western Digital (WDC),

Freitag vor US Handelsstart: Airbus, Barnes (B), Cabot Oil (COG), Cameco (CCJ), Colgate-Palmolive (CL), Daimler, ENI, Embraer, Exxon Mobil (XOM), Fuchs Petroclub, Grenke, Hitachi, IPG (IPG), Kuka, Moodys (MCO), Nemetschek, Philips66 (PSX), Rockwell Collins (COL), Sanofi, Ventas (VTR), Weyerhaeuser (WY), Wisdom Tree (WETF), Xerox (XRX)

Hinweis der Woche

Wir sind in einer Phase, in der jede Woche eine andere "Sorgen-Sau" durchs Anlagedorf getrieben wird. Was wurden nicht schon alles an Sorgen sei Anfang Februar hin und her gewälzt und letzte Woche waren wieder neue Sorgen da, dieses Mal rund um die Chipaktien.

Jeff Miller bringt es in -> weighing the week ahead <- schön auf den Punkt. Lesen Sie mal:

The quest to find an explanation for every market move reached a new peak last week. With evidence of good earnings, a stronger economy, and positive sentiment, an explanation was needed for the volatile market. Why is it flat at lower levels? I expect pundits and financial writers to be asking:

Where can we find some fresh fears?

Wenn man es zyklisch betrachtet, ist das nichts weiter als die notwendige Gegenbewegung zum sorgenlosen 2017, in dem nichts den Markt in Unruhe bringen konnte.

Lassen wir uns davon trotzdem nicht zu sehr in Negative ziehen, das ist im Wesentlichen mediales Rauschen. Die Wahrheit liegt auf dem Platz und bisher halten sich die Kurse im Angesicht solcher Sorgen doch sehr gut und der Doppelboden ist immer noch das wahrscheinlichste Szenario.

Ereignis der Woche

Ein besonderes Ereignis gibt es nicht, es ist eine normale Woche mit durchschnittlicher Menge ökonomischer Daten und dem üblichen Reden diverser Notenbanker.

Auch von der Geopolitik ist nichts absehbar, was nun unbedingt diese Woche explodieren muss - natürlich kann es immer eine Überraschung geben. Zumindest das Thema Nordkorea ist aber erst einmal ruhig, im Pulverfass Naher Osten kann aber jederzeit etwas passieren.

Chance und Risiko der Woche

Auch eine besondere Chance oder ein besonderes Risiko lässt sich für mich nicht verorten, die Grundfrage der Entwicklung im S&P500 steht weiter im Raum und visualisiere ich gleich im Anschluß im Index der Woche.

Index der Woche

Index der Woche ist weiterhin der S&P500 mit seiner markanten Struktur, die Ausdruck des Kampfes um die zukünftige Richtung ist:

Ich habe für kommende Woche keine klare Präferenz zwischen (1) und (2) und halte beides für gut möglich, denn bisher sehen wir nicht mehr als eine normale Gegenbewegung nach einer sehr starken Woche davor. Szenario (3) würde bedeuten, dass der Boden doch noch nicht drin war und halte ich für deutlich unwahrscheinlicher als die beiden anderen, zu negativ ist wieder das Sentiment.

Chart der Woche

Erneut will ich auch heute zur Einordnung auf die wöchentlich erscheinende Übersicht -> S&P500 Snapshot <- zurück greifen, mit der man sich einen guten Überblick verschaffen kann.

Dieses Chart stellt den Gesamtverlauf seit 2008 in eine Perspektive. Wir sehen, alles ganz normal bisher mit dieser Korrektur:

Sektor der Woche

Sie wissen dass sich mein Interesse an Gold aktuell in Grenzen hält, zu wenig Eigenleben ist im Edelmetall trotz guter Voraussetzungen zu sehen.

Aber Silber (XAGUSD) hat letzte Woche meine Aufmerksamkeit erlangt mit dieser massiven, positiven Divergenz zu Gold, die ich Ihnen im Wallstreet Stream von Freitag unter anderem mit diesem Chart nahegebracht habe:

Ich habe keine perfekte Erklärung, vermute aber einen Zusammenhang zu den Russland-Sanktionen, die ja diverse Rohstoff-Unternehmen treffen. Aber was auch immer die Ursache ist, dieses logarithmische Langfristchart von Silber, sieht wirklich interessant aus und drängt einem fast diese Interpretation auf:

Das muss nicht so kommen, ein Grund das mal im Auge zu behalten, ist es aber schon. Denn wenn Silber mal nach oben in Bewegung gerät, dann sehr gerne mit dem berühmten "Karacho"!

Aktie der Woche

Aktie der Woche ist für mich Apple (AAPL). Der Markt hat deutliche Sorgen bekommen, die nicht nur mit Annahmen über schlechte Absatzzahlen bei den iPhones, sondern auch mit -> solchen Gerüchten <- zu tun haben.

Sollte eine derartige Vergeltungsaktion Chinas Wirklichkeit werden, dürfte sich Apple locker 20% tiefer wiederfinden, wenn das mal reicht. Die Zahlen die übernächste Woche kommen, treten da fast in den Hintergrund.

Sollte das Realität werden, wird nicht nur Apple, sondern der ganzen Semiconductor-Sector und auch der ganze NASDAQ betroffen sein.

Das Risiko bei Apple kann man in logarithmischer Darstellung ungefähr so visualisieren:

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Verwirrtes Sentiment



Guten Morgen!

Eigentlich wäre jetzt ein guter Zeitpunkt um mal Pause zu machen und die Börse alleine vor sich hin dümpeln zu lassen, man braucht dann nur einen Alarm, der einen sofort an den Schirm beordert, sobald dieser Markt endlich in Bewegung gerät.

Aber das reale Leben und die Absichten des manischen Mr. Markets sind halt nicht immer kompatibel, meine nächste Ferienphase ist erst in drei Wochen in der "Faschingsgwoche" vom 27.02. bis 03.03.17

So kann ich Ihnen heute früh erneut nichts Neues sagen, der Markt hängt wie festgetackert und kann sich weder nach oben noch nach unten richtig bewegen.

Gleichzeitig - und das ist wirklich faszinierend - zeigen Sentimentdaten aber eine extreme Spreizung und teilweise widersprüchliche Daten. Ich habe gerade in Twitter verlinkt, wie extrem die Investors Intelligence Daten nach oben ausgebrochen sind, gleichzeitig herrscht unter den professionellen Fondsmanagern eine spürbare Skepsis und die AAII Daten der normalen "Mom & Dad" Anleger, sind im -> zwar latent bullischen, aber doch normalen Bereich <-.

Wie belastbar ist das alles? Ich würde sagen gar nicht. Sentimentdaten sind sowieso keine Timing-Tools, sie beschreíben Spannung im System, aber eben nicht, ob und wann diese Spannung sich konkret auflösen wird. In der aktuellen Lage ist die Auswertung aber besonders fragwürdig, denn wenn nach Monaten in denen der Markt unfähig war eine echte Korrektur zu generieren, jemand mich fragen würde, wie ich den Markt sehe, würde ich aktuell auch "leicht bullisch" sagen.

Dahinter steckt dann bei mir aber kein echter Optimismus, sondern nur die Akzeptanz der Tatsache, dass die Bären dieses Marktes scheinbar alle kastriert wurden. Ich bin also optimistisch aus schulterzuckender Akzeptanz und nicht aus Überzeugung und bin gleichzeitig eher skeptisch und vorsichtig - so wie ich das hier ja immer wieder beschreibe. Trotzdem hätte ich bei einer Sentiment-Umfrage eher mit "bullisch" gestimmt.

Ich denke so muss man die Investors Intelligence Daten lesen und damit sind sie derzeit eher ohne Wert. Wobei man ja sowieso die Frage stellen muss, ob Sentimentdaten im Zeitalter der Algos nicht sowieso immer unbedeutender werden, denn die haben kein Sentiment, die reagieren höchstens automatisiert auf die Auswertungen. Eine belastbare Antwort darauf kann es aber nicht geben, die müssen wir durch Beobachtung selber herausfinden.

So bleibt der Markt zwischen brauchbaren Quartalszahlen und der Hoffnung auf Trumpsche Politik auf der positiven Seite und politisch-systemischen Ängsten insbesondere um die Eurozone auf der negativen Seite gefangen. Was am Ende überwiegen wird, weiss nur der Wind. Charts zu den Indizes kann man sich heute sparen, sie würden nur altbekannte Strukturen zeigen.

An Quartalszahlen ist der Tag aber wieder sehr geschäftig. Heute kamen/kommen Vormittags/Mittags: Actelion, Amadeus Fire, Coca Cola (KO), CVS Health (CVS), Commerzbank, Faurecia, Heidelberger Druck, Kellogg (K), Nissan Motors, Reynolds (RAI), Societe Generale, Teradata (TDC), ThyssenKrupp, Total, Twitter (TWTR), Viacom (VIA), Voestalpine, Yara, Zurich Versicherung

Und am späten Abend dann noch: A10 Network (ATEN), Activision Blizzard (ATVI), Agrium (AGU), Cameco (CCJ), Cerner (CERN), Cyberark (CYBR), Expedia (EXPE), LÓreal (OREP), NVIDIA (NVDA), Sierra Wireless (SWIR), Thomson Reuters (TRI), Verisign (VRSN), Yelp (YELP)

Heute früh hat mein Versicherungs-Basisinvestment Zurich -> recht exakt die erwarteten Zahlen geliefert <-. Zu grossen Bewegungen wird das voraussichtlich nicht führen, die Aktie hat in den letzten 12 Monaten aber ca. 40% gewonnen, da darf man auch mal Pause machen. 😉

Wer sehr grosse Positionen in der Zurich hat, kann nun auch mal einen Teilgewinn realisieren, ansonsten bleibt man einfach dabei.

Thyssen Krupp hat Zahlen geliefert, die -> durchaus zu Hoffnung Anlass geben <-. Klar, der Stahl drückt auf das Ergebnis, aber der Anlagenbau sieht doch ganz gut aus und in dem liegt sowieso die Zukunftshoffnung des Unternehmens.

Die Börse reagiert zunächst eher neutral und das Chart sieht ähnlich aus wie bei Zurich. Auch hier muss man nun mit einer Korrektur mal rechnen, gleichzeitig sehen die mittelfristigen Aussichten des Unternehmens aber durchaus positiv aus.

Sehr interessant ist auch das -> positive Zahlenwerk <- von Total das zeigt, dass man so einer Krise wie beim Ölpreis auch mit internen Optimierungen und Kosteneinsparungen trotzen kann. Wenn diese geringere Kostenbasis nun auf wieder steigende Umsätze trifft, geht der Gewinn durch die Decke und der Schaden des Kurses wird es dann auch nicht sein.

Der Kurs reagiert heute mit einem leichten Plus, interessant ist auch das Chart das so aussieht, als ob sich hier gerade eine Flagge nach oben auflöst. Das OBV zeigt eine klare, positive Divergenz. Hier sagt das Chart also, dass man mal ernsthaft hinschauen kann:

So weit heute früh, schauen wir einfach, ob der Markt nun endlich in Bewegung geraten kann, nach der gestrigen Schwäche steht heute wohl wieder ein Versuch nach oben an.

Heute Mittag werden wir besonders gespannt die Zahlen von Coca Cola und Twitter verfolgen.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Too Early



Die EZB und Draghis Pressekonferenz, war der erwartete Non-Event. Aber mehr als das, zu allen wirklich interessanten Fragen wie Trump, Brexit oder der Inflation, war die Antwort Draghis mehr oder weniger:

"it is too early to comment on this"

Ist ja auch nicht falsch, man hat aber immer Spielraum, ob man öffentlich Nachdenken und damit Hinweise geben will oder nicht. Draghi wollte heute nicht, was ich aus seiner Sicht gut verstehen kann.

Ansonsten hat er sich viel selber auf die Schultern geklopft, wie von der Politik der EZB alle (hört, hört!) in der Eurozone profitiert hätten und 4,5 Millionen Jobs mit dieser Politik im Rücken geschaffen wurden. Neuerdings schafft also nicht nur Politik neue Jobs, sondern auch die EZB. Auch Sparer in Deutschland, gehörten nach seiner Lesart zu den Profiteuren. Darf ich mal lachen?

Wir haben hier also jemanden, der mit seiner Politik alles richtig gemacht hat und für alle in der Eurozone die Welt verbessert hat. Da war wohl jemand bei Donald Trump in der Lehre. Intellektuell gesehen ist das schlicht absurd und muss man keine einzige Sekunde über so einen Schmarrn überhaupt nachdenken.

Jeder Eingriff in den, oder Einfluss auf den Wirtschaftskreislauf - und Notenbankpolitik ist auch nichts Anderes - verursacht *immer* relative Gewinner *und* relative Verlierer gegenüber dem Zustand ohne Eingriff. Es kann gar nicht anders sein, die eierlegende Wollmichsau wurde ebenso wenig erfunden, wie das Perpetuum Mobile oder das nebenwirkungsfreie Medikament.

Die Frage ist immer, ob beim Saldo der Effekte die positiven Effekte über die negativen Effekte überwiegen. Wenn das so ist, ist es gute Politik, wenn nicht dann nicht. Wer wider besseren Wissens, die Existenz negativer Effekte generell in Abrede stellt, nimmt den Gegenüber nicht ernst.

Sich aber so einen Schmarrn unwidersprochen anhören zu müssen, dass tut einem Hirn das zum selber Denken gebaut wurde, schon verdammt weh. Und es hinterlässt den Eindruck eines Sonnenkönigs, der seinen braven Untertonen nur irgend einen schwachsinnigen Argumenthappen hinwerfen muss, schon sind sie brav, weil sie sowieso zu doof und als Gesprächspartner nicht ernst zu nehmen sind.

Nein, zum Freund des draghischen, süffisant-herablassenden Stils, werde ich nicht mehr. Den hätte ich gerne mal in einem One-to-One, in dem er nicht ausweichen und sich nicht hinter Worthülsen verstecken kann. Wäre ein interessanter Gegner, denn sehr intelligent ist Draghi ohne jeden Zweifel.

Auf jeden Fall war die heutige EZB ohne Markteffekt und wir können das Thema hinter uns lassen und nach vorne auf Trumps Amtseinführung schauen.

Was den breiten Markt zum Start der Wallstreet angeht, muss man feststellen, dass das bullische Sentiment -> weiter auf dem Rückzug ist <-.

Wie bei der letzten Lageampel mit der "4+" beim Marktsentiment schon angedeutet, schwingt dieses nun in den Normbereich zurück. Dieses damit verbunden, dass die "Sell the News" Logik zur Amtseinführung nun wohl alle auf dem Radar haben und diese damit kaum eintreten kann, würde ich mehr und mehr dahin tendieren, dass das sich irgendwann öffnende Auge von Smaug uns nicht in den Abgrund schleudert, sondern eher mit Feuerstrahl zum Himmel fahren lässt.

Auf gut Deutsch, die Chancen für einen Ausbruch *nach oben* zu oder nach Trumps Amtseinführung steigen, ohne dass ich da mein Haus darauf setzen würde. Die Gründe mehr Cash zu haben, sind für mich weiter gültig.

Wenn wir aber einfach schauen, was der Markt in den letzten Wochen gezeigt hat, gilt wieder die bewährte Regel:
Was nicht fallen kann, muss ........ [bitte fügen Sie das Wort hier ein. ;)]

Falls das nach Trumps Rede passieren sollte, würde ich nach Auslaufen dieses Schubs dann aber sehr, sehr vorsichtig werden. Dann gehen bei mir wohl rote Warnlampen an.

Bis später gegen 17:30 - 18:00 Uhr

Ihr Hari

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Es ruht so ruhig



Guten Abend!

Der Titel sagt schon, dass heute Abend wie erwartet wenig zum Markt zu sagen ist, denn der ruht so schön in sich selber. Hoch kann er, nach unten wohl eher nur auf dem Fleck ausruhen. Weitere Charts zu den Indizes, erübrigen sich damit.

Trotzdem ist diese Ruhe wieder ein eher bullisches Zeichen, denn ein weit gelaufener Markt, der nach unten nicht mehr kann, als sich am Fleck auszuruhen, ist weiter ein Markt, dem einiges zuzutrauen ist.

Ganz interessant ist vielleicht noch das Ergebnis der -> Handelsblatt DAX Sentiment Umfrage <-.

Das Ergebnis bestätigt die grundlegend positive Haltung, obwohl der Markt schon so weit gelaufen ist. Die Korrekturchance bei 11.400 ist halt zu offensichtlich, einige nehmen hier Gewinne mit oder haben sich nun abgesichert, was bei einem weiteren Anstieg, dann das erneute Risiko eines Squeeze herauf beschwört und uns das Jahr 2016 über 12.000 abschliessen lassen würde. Etwas, was ich mir gut vorstellen kann und von wo die 15.000, dann gar nicht mehr so weit weg sind. 😛

Der andere Pfad abwärts, ist einfach unwahrscheinlicher, in meinen Augen sogar noch unwahrscheinlicher als das Drittel, das im Artikel angeführt wird. Der Druck hier dabei zu sein, ist einfach noch zu gross, auch heute sehen wir ja, wie das abläuft.

Möglich ist das bärische Szenario trotzdem, aber ein negatives Szenario mit 20-30% gibt es immer, egal wie bullisch der Markt ist. Wenn wir mit unseren Aktivitäten darauf warten wollten, bis auch dieses negative Szenario ausgeschlossen werden kann, würden wir wohl auf den Sankt-Nimmerleinstag warten, um unser Geld am Markt in Bewegung zu setzen. Insofern nehmen wir das als Möglichkeit zur Kenntnis, aber auch nicht mehr.

Der wahrscheinliche Pfad ist also immer noch weitere Stärke ins neue Jahr hinein und erst dann wird es gefährlicher, falls nicht schon vorher ein kleiner Dip etwas von der überkauften Marktlage abgebaut hat.

Richtig ist aber, dass falls sich die Kurse im 20-30% Szenario doch nach unten in Bewegung setzen sollten, das dann recht schnell ablaufen und dynamisch ablaufen würde. Insofern schadet es sicher nicht, auch mal ein paar Gewinne mitzunehmen, bei einem möglichen Squeeze ist man dann aber nicht dabei.

Fazit ist also, dass eine weiter bullische Aufstellung Sinn macht. Ob diese sehr aggressiv und voll investiert, oder eher verhalten und kontrolliert mit vielleicht 60-70% Investitionsgrad aussieht, können nur Sie nach Ihrem Risikoempfinden entscheiden.

Übrigens hat auch der Wellenreiter schön heraus gearbeitet, dass derartige Stärke im Markt wie aktuell, zwar Vorbote einer Konsolidierung, aber nicht das Ende des bullischen Laufs sein muss: -> Extreme relative Stärke <-

Zitat:

Als Zwischenfazit lässt sich herausarbeiten, dass ein Extremwert im RSI von 87 in allen bisherigen Fällen zu einer Marktkonsolidierung führt, der eine – teilweise kräftige – mehrmonatige Aufwärtsbewegung in Form eines „Endruns“ folgt, bevor die Märkte in eine größere Korrektur übergehen. Wenn man so will, initiiert ein solches Signal die letzte Phase eines Boom-Zyklus.

Passt doch zu meinem grossen Bild, das ich Ihnen in den letzten Tagen immer wieder kommuniziert habe und das ein "letztes Hurrah" in 2017 für gut möglich hält, das dann den Höhepunkt des nun 8-jährigen Bullenmarktes markiert. Ob dieses letzte Hurrah dann im DAX bei 13.000, 14.000 oder gar 15.000 ausläuft, überlassen wir der Zukunft. Aber eben eher nicht bei 11.400. 😉

Übrigens, um die Goldfans mal wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen. Wenn wir ganz unemotional auf das Chart schauen, ist das immer noch eher eine Bärenflagge.

Und hier ist immer noch der Abwärtstrend intakt.

Gleichzeitig, hat sich im -> COT-Report <- das Extrem zwar etwas zurück gebildet, ein zwingendes Kaufsignal, ist das aber immer noch nicht.

Im Sektor ist es ja selbst im schlimmsten Abwärtstrend üblich, dass die üblichen Auguren immer wieder aus den Löchern kommen, um dann von der Wende zu fabulieren. Wir sollten es da viel trockener mit dem echten Kurs halten. Wenn der eine Wende vollzieht, wird man das sehen. Vielleicht wird das hier ja auch eine, aber jetzt ist eben noch keine. Not yet, not yet!

An einzelnen Opportunitäten, fällt mir heute auch wenig ein, nur dass Bristol Myers Squibb (BMY) nun die vor 10 Tagen in -> einen Bid fangen <- skizzierte Chance ergriffen hat:

Hier haben wir nun ein "Island Reversal", einen Ausbruch und ein riesiges Gap voraus, das sieht ganz aussichtsreich aus.

Und auf einen "heissen Zock" für 2017, bin ich durch -> diese Argumentation <- aufmerksam geworden, nicht durch eigene Scans.

Das könnte in 2017, wenn die aktuellen - auch steuerlich induzierten - Abgaben aus dem IPO durchgelaufen sind, wirklich ein heisser Ritt werden. Ich behalte die Aktien nun auf dem Radar. Ein Fall für ein Investment, ist das aber auf keinen Fall, denn die Aktie kann weiter fallen und fallen, nichts ist unmöglich.

Es ist aber zum Jahreswechsel eine Aktie, die man im Sinne des -> ersten grossen Volumenschubs <- auf dem Radar behalten kann. Sollte der kommen und nur dann, liegen hier grosse Chancen.

So weit so kurz an diesem ruhigen Tag. Morgen stelle ich dann die Abstimmung zum "Mean Reversion 2017" Projekt Online.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Voller Bauch verkauft nicht gern?



Guten Morgen!

Die -> Umfrage zu Hari´s Börsenwetter <-, an der aber nur ca. 50% der Mitglieder teilgenommen haben, brachte ein für mich interessantes Ergebnis insofern, als das Interesse und der Wert doch grösser zu sein scheinen, als ich das vermutet habe.

Zwar sagt eine Mehrheit von 51% "nett aber unbedeutend", eine Haltung die ich aber bei noch viel mehr Mitgliedern vermutet hätte, weil das Börsenwetter eigentlich nur komprimiert darstellt, was ich viel ausführlicher und präziser in Hari Live sowieso sage. Zusammen immerhin 44% sagen aber "wichtig" oder "sehr wichtig".

Das ist ein so hoher Wert, höher als ich erwartet habe, dass ich einen Dienst, den knapp die Hälfte der Mitglieder "wichtig" findet, nicht einfach einstellen werde. Aber anpassen werde ich ihn, darüber werde ich nachdenken. Vielleicht wird es am Ende ein reines Ampelsystem und damit noch einfacher, aber wir werden sehen.

Der Bedarf an "mundgerechter" Aufbereitung schein weiter hoch zu sein. Sie wissen, dass ich diesem Bedarf nur zu einem gewissen Teil entgegen kommen werde, da zu viel "Mundgerechtes" ansonsten der eigentlichen Absicht des Blogs entgegen läuft, Ihnen zu eigener Entscheidungs- und Anlagekompetenz zu verhelfen. Aber ein bischen kann und will ich Ihnen entgegen kommen.

In diesem Zusammenhang kann ich auch gleich schon ankündigen, dass ich vorbehaltlich überraschender Entwicklung heute und am Wochenende, das Long-Exposure im Wetterbericht für kommende Woche wahrscheinlich wieder etwas herunter setze. Das Korrekturrisiko steigt nun etwas, gerade in DAX & Co. Eine solche Korrektur würde dann aber den Boden für die klassischen Jahresend- und Neujahresrally ab Mitte Dezember legen.

Womit wir auch gleich beim Markt sind, der heute früh mangels Vorgaben von der Ostküste immer noch sehr ruhig sein dürfte. Heute Nachmittag gibt es dann an der Wallstreet einen verkürzten Handel bis 19 Uhr MEZ, der traditionell eher stark und mit guter Stimmung versehen ist. "Voller Bauch verkauft nicht gern", könnte man vielleicht sagen. 😉

Wichtig wird in dem Zusammenhang einer möglichen Korrektur in der nächsten oder übernächsten Woche, der Blick auf den Dollar und damit EURUSD sein. Denn wenn es eine Korrektur gibt, dürfte die in der aktuellen Gemengelage mit einem fallenden Dollar einher gehen.

Ein Blick auf EURUSD zeigt, dass der Abwärtstrend im Sinne immer tieferer Hochs noch intakt ist, der Abwärtsdruck aber etwas nachzulassen scheint, der RSI ein relatives Hoch generiert hat und eine Wende damit hier möglich ist. Möglich, nicht sicher, wir handeln erst, wenn eine Wende auch in den Kursen sichtbar ist, zum Beispiel weil hier der Abwärtstrend gebrochen wurde.

eurusd-25-11-16

Das gilt insbesondere mit Blick auf das Referendum in Italien am 04.12., also nächstes Wochenende. Ob es schon vorher wieder Zuflüsse in den Euro gibt, ist fraglich, danach aber im Sinne der "vollendeten Tatsache" gut vorstellbar.

Auch der Volatilitäts-Index VIX, ist wieder auf ein Niveau zurück gekehrt, von dem aus ein erneuter Anstieg nicht untypisch wäre. Auch das ist nicht zwingend, nun aber wieder möglich:

vix-24-11-16

Auch das -> AAII Sentiment <-, deutet nun in die Richtung einer Korrekturmöglichkeit. Wir haben mit fast 50% Bullen den höchsten Wert des Jahres und mit 22% Bären den kleinsten Wert des Jahres. Auch die FuW hebt diesen Umstand -> hier <- heraus.

Erneut, damit es keine Missverständnisse gibt. Ich rede hier nur über einen gesunden Dip im Verlauf der kommenden 2 Wochen, der nun einfach nötig ist, weil der Markt etwas überdehnt erscheint. Ich rechne danach immer noch mit höheren Kursen ins neue Jahr hinein.

Der Punkt aber, den ich hier und heute sehr deutlich machen will ist:

In den letzten 2 Wochen seit dem Sieg Trumps, habe ich ohne Zwischentöne und sehr deutlich in das Horn der Bullen geblasen und bärische Sorgen mit einer lässigen Handbewegung weggewischt. Das war auch richtig so.

Nun aber *ist* der Markt wohl korrekturreif, reif für einen ganz normalen Dip, der nach so Bewegungen fast zwangsläufig ist.

Wir sollten auch hoffen, dass er kommt, denn wenn jetzt ein wenig Dampf abgelassen wird, wäre der Verlauf ins Jahresende hinein, recht gut absehbar. Schwierig würde es, wenn der Dip nun *nicht* kommt und wir zäh und langsam in die FED hinein weiter hoch schieben. Das wäre eine sehr indifferente Lage, bei der über dem Jahreswechsel doch Fragezeichen schweben würden.

Also, es wäre schön, wenn der volle Bauch nun doch eine Verkaufsbereitschaft in der kommenden Woche entwickelt. Das würde die Grundlage schafffen, um beherzt weiter in der "World of Donald" zugreifen zu können.

Da der Markt es uns aber selten so einfach macht befürchte ich, dass das langsame Hochwürgen, vielleicht der Weg des maximalen Schmerzes ist. Wir werden sehen.

Ich melde mich am Nachmittag mit der Wallstreet noch einmal zum Abschluss der Woche.

Ihr Hari

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Stell Dir vor Mario enttäuscht und keinen interessiert es!



Die Überschrift des Artikels sagt alles.

Draghi hat enttäuscht und es gab nicht einmal eine Verlängerung des Ankaufprogramms. Die Details muss ich hier nicht nacherzählen, das hat keinen Mehrwert für Sie. Lesen Sie einfach-> hier <- bei der FuW und achten Sie darauf, wie kurz der Artikel ist. Das ist er aus gutem Grund, es gibt kaum etwas zu berichten! Hier ist das -> Handelsblatt zum Thema <-.

Die von mir für diesen Fall avisierte Enttäuschungsbewegung kam auch sofort und sie kam markant, der DAX verlor schnell bis zu 200 Punkte. Nun hätten die Bären diese Chance ja nutzen können....

Aber was passierte? Nichts! Nicht mal bei so einer Enttäuschung, sind genügend Marktteilnehmer bereit, ihre Anteile auf den Markt zu werfen. Da kommen mir wieder die Gedanken zur "Katastrophenhausse", in der die pure Angst vor dem Wertverlust des Bargeldes, die Anleger in Aktien treibt.

Auf jeden Fall ist das stark und da wir ja auf den Markt hören sollen, sendet der uns das klare Signal, dass er wohl eher nach oben, als nach unten laufen wird. Nach unten will in der aktuellen Lage scheinbar schlicht niemand verkaufen!

So sieht der DAX Stand 17:00 Uhr Intraday aus. Panik ist etwas anderes und selbst der "Henkel" ist noch intakt:

DAX 08.09.16 2

Wie heisst es so schön: "Was nicht fallen kann, muss steigen!". Die Unfähigkeit des DAX, hier abwärts in Bewegung zu geraten, zementiert die 10.500 als ganz, ganz wichtige Unterstützung und solange der DAX diese nicht verliert, darf man nach oben schauen!

Wie stark dieser Markt ist, wird auch dadurch unterstrichen, dass in den US gestern das FED Mitglied Jeffrey Lacker, von überzeugenden Gründen für eine Zinserhöhung bei der Sitzung der US-Notenbank schon im September gesprochen hat. Aber auch das hebt weder den Dollar, noch bringt es die Indizes nach unten.

Da kann einem schon schwindelig werden, wenn man das sieht. Denn entweder - das wäre das konventionelle Erklärungsmodell - ist das alles das Zeichen grosser Stärke und wir können uns auf einen formidablen Ausbruch nach oben, bei der ersten positiven Gelegenheit gefasst machen.

Oder - und das Szenario macht Kopfschmerzen - hier ist etwas ganz grundsätzlich aus dem Gleichgewicht geraten und diese Ruhe ist so, wie sie auf mich wirkt: artifiziell und gefährlich: -> Wenn die Ruhe den Sturm säht <-.

Passend dazu zeigt Tiho Brkan hier die -> engste DJIA Price-Range seit 100 Jahren!! <-. Das darf man wirklich merkwürdig finden und wer sich da nicht am Kopf zu kratzen beginnt, der ist eher taub was den Markt angeht. Das *IST* merkwürdig!

Und um das dann alles noch zu würzen, sind wir zwar im S&P500 auf Höchstständen, das AAII Sentiment der breiten Investoren, ist aber -> weiter weit von Euphorie entfernt <-.

Na Prost Mahlzeit! Wer kann daraus ein konsistentes Bild machen? Wenn ich versuche so objektiv wie möglich zu sein und schlechte Ahnungen beiseite zu drängen, sind das die Signale eines Marktes der gegen alle Erwartungen und Ängste weiter nach oben gehen wird. Und dass man sich dabei mies fühlt, gehört zum reflexiven System und nennt man "Wall of Worry!". 😛

Diese Situation, macht es aktuell auch für erfahrene Fondsmanager so schwer, mit dem Markt mitzuhalten. Denn man kann aktuell nicht guten Gewissens blind und ohne Schutznetz Long dabei sein. Wenn der Markt dann doch nach oben durchziehen sollte, werden viele auf dem falschen Fuss erwischt werden und deren Not dann nachzurennen, wird die Aufwärtsbewegung perverser Weise verstärken!

Und dass es Chancen zum "nach oben durchziehen" gibt, zeigt nun auch der Eurostoxx 50. Der sieht für mich so aus, als ob er langsam mit den Hufen scharrt:

EU50 08.09.16

Der heutige Hammer trotz der Enttäuschung der EZB, ist auf jeden Fall recht vielversprechend!

Verrückte Börsen-Zeiten auf jeden Fall und wir sind mittendrin. 🙂

Was haben wir heute sonst noch?

Gold konsolidiert seinen grossen Schub genau da, wo eine Konsolidierung kommen sollte. Art und Charakter der Konsolidierung sieht aber für mich bullisch aus und indiziert eher, dass sich ein Schub über diese Trendlinie anschliessen wird:

Gold 08.09.16

Kinder Morgan (KMI) sieht weiter gut aus:

KMI 08.09.16

Und auch der Energie-Sektor ETF XLE ist weiter in Schlagdistanz des Ausbruches und lässt sich vom Hin- und Her bei Öl nicht aus der Spur bringen:

XLE 08.09.16

XLE 08.09.16 2

Und Bristol--Myers Squibb (BMY) könnte nach dem grossen Absturz, nun wieder als Investment interessant werden. Und zwar deshalb:

BMY 08.09.16

Bei guten, fundamental attraktiven Aktien, solche Dips zu kaufen, wenn sie sich weit genug ausgelaufen haben und für einen Boden reif sind, ist auch eine sinnvolle Investment-Strategie. Schnelle Gewinne gibt es so nicht, aber besseres Timing als "irgendwann" zu kaufen, ist es allemal!

Bitte beachten Sie, dass ich den morgigen Freitag noch einmal frei mache, um die Ferien mit meiner Familie gemeinsam abzuschliessen. Ein paar Kommentare im Forum sind drin, ein Artikel nicht. Der morgige Tag hat aber auch keine grossen Katalysatoren in Aussicht.

Am Montag bin ich wieder voll da. Ich wünsche schon jetzt ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

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EZB Choreographie



Guten Morgen!

Der EZB Tag liegt vor uns und selten waren die Erwartungen so minimal bzw nicht vorhanden. Einen formalen Beschluss, der vom bisherigen Fahrplan abweicht, kann man sowieso weitgehend ausschliessen, aber selbst für die Pressekonferenz, erwartet der Markt bestenfalls ein paar warme Worte der gewohnten Art, nach der die prinzipielle Bereitschaft des Rats zu weiteren Maßnahmen betont wird. Dann noch ein paar Details zum geplanten Ankauf von Unternehmensanleihen und mehr scheint nicht auf der Agenda.

Das heisst aber auch, der Markt rechnet überhaupt nicht mit etwas, was die aktuelle Euphorie stören könnte, der DAX ist weiter extrem stark und nimmt nun die 10.500 in Visier. Das theoretische Risiko einer (bösen) Überraschung ist also da, ich rechne heute aber auch eher mit einem "Non-Event".

Was den DAX mit nun fast 10.500 angeht, ist es doch faszinierend oder, wie schnell nun die 10.750 zum Ende April ganz realistisch werden, die ich vor einer Woche als Potential nannte und die da noch weit weg waren. Übrigens, auch wenn man das Geschehen als symetrische Bewegung mit einer grossen Konsolidierung betrachtet, die im Februar begann und im März ihren Mittelpunkt fand, errechnen sich Kursziele von um die 10.700-10.800, die auch ihre eigene Logik haben, wenn man das langfristige Chart betrachtet:

DAX 21.04.16

Die 10.700-10.800 sind also sehr real, dann sollte man aber davon ausgehen, dass sich eine grössere Konsolidierung/Korrektur anschliesst.

Eine Daumenregel wurde auf jeden Fall mal wieder eindrucksvoll bestätigt, die ich auch vor einer Woche nannte: "Auf Kompression folgt Expansion".

Und die Kompression im um 10.000 eiernden DAX, haben wir ja im März mehrfach thematisiert und faktisch haben wir dann mit dem Einbruch Anfang April auch den Fakeout bekommen, der nach engen Konsolidierungen, dem Schub nach oben gerne voran geht:

DAX 21.04.16 2

Wie ich finde, eine sehr schöne Choreographie, die wie da im DAX vor uns haben und die wir ja, wie Sie wissen, in ihrer Substanz auch schnell erkannt und daraus die richtigen Schlüsse gezogen haben.

An Zahlen, haben wir heute Novartis, die -> durchwachsene Zahlen <- liefern, vom Markt aber trotzdem hoch gekauft werden, weil das alles schon bekannt war. In den US stehen heute mit Alphabet/Google, Biogen, Danaher, General Motors, Johnson Controls, Microsoft, Starbuchs, Under Armour und Visa, einige Schwergewichte und auch hier besprochene Aktien an.

So weit so kurz zum Morgen, der ansonsten keine grundlegende Änderung des bullischen Grundtons zu bringen scheint. Auch auf der Sentiment-Seite im deutschen Markt,-> sind wir von Euphorie weit entfernt <- und das gibt der Rally weiteren Raum.

Ich melde mich voraussichtlich während bzw nach Draghis Pressekonferenz das nächste Mal.

Bis später!

Ihr Hari

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