Hari Live Stream 20.05.19



15:10 MEZ - ZH2

Jetzt wirds spannend. Dieses Wochenende kam die Eskalation mal in Häppchen eher am Montag, als die US das chinesische Vorzeigeunternehmen Huawei von allen Aufträgen ausgeschlossen haben und auch Firmen damit zwingen, sich von Huawei zu verabschieden.

-> Handelsverträge vieler Hersteller mit Huawei liegen damit auf Eis <-, was das chinesische Unternehmen in dieser geballten Ladung massiv treffen wird.

Das ist eine erhebliche Eskalation der Lage und natürlich laufen nun Gerüchte herum, nach denen China nun alle Hersteller, die sich daran beteiligen, im Gegenzug von Geschäften mit China ausschliessen wird.

Das wäre eine verfrühte Entflechtung der Chipsektoren, wie ich sie in offensichtlich weiser Voraussicht schon letzten Dezember hier in -> Zwei Chip-Universen <- auf den Radar genommen habe.

Es wäre aber auch eine massive Friktion für den Technologie-Sektor und vor dem Hintergrund muss man sich fragen, warum der Markt nicht noch viel aggressiver agiert?

Aber das kann ja noch kommen, wir reden hier ja nur über den Future. Ich will auf jeden Fall festhalten, dass ich die Risiken hier als beträchtlich erachte, denn die Chipindustrie ist stark miteinander verflochten.

Warum der Markt noch so vergleichsweise gelassen ist, irritiert mich nun tatsächlich. Ich bin gespannt .....

15:20 MEZ - ZH3

Wenn man sich den Nasdaq100 hier in Form des ETFs QQQ mit Volumen anschaut, muss man sich fragen, ob wir da jetzt nicht den idealen Short vor uns haben, zumindest bis zur 200-Tage-Linie:

Wir haben eine extrem problematische Nachrichtenlage, die nach meinem Eindruck noch nicht ausreichend eingepreist ist. Wir haben einen Fehlausbruch zu neuen Hochs, nun ein niedrigeres Hoch und einen umgedrehten Hammer.

Was will man mehr?

Das gewichtigste Gegenargument ist das schon letzte Woche so markante Spiel der Algos mit uns. Schon letzte Woche war ja "komisch" und auch jetzt muss man sich fragen, ob die nun bestimmt vorhandene Orientierung vieler Trader hin zu "Short", nicht zum Gegenteil genutzt wird.

Wenn wir derartige Überlegungen "von Hinten duchs Auge" aber mal weglassen, haben wir im NASDAQ in meinen Augen nun eher ein Short-Setup vor uns, als das Gegenteil.

15:45 MEZ - ZH5

Drei Aktien, die hier jetzt wegen des Handelskrieges im Fokus stehen. Alphabet (GOOGL), Apple (AAPL) und Xilinx (XLNX):

15:52 MEZ - ZH4

Man könnte ja auf den ersten Blick meinen, dass die europäischen Chipwerte wie Infineon (IFX) oder ASML (ASML) von dem Bann profitieren können, weil sie dann Ausweichlieferanten für Huawei werden.

So einfach ist das aber nicht, die Chipindustrie ist zu spezialisiert und dann gibt es ja auch noch Software, die damit zusammenspielen muss. Wer - wie zum Beispiel Huawei bei seinen Servern - auf Intel Prozessoren und die x86 Architektur angewiesen ist, kann nicht so einfach mit einem Fingerschnippen auf eine andere Plattform wechseln.

Am ehesten ist das noch ASML zuzutrauen, die liefern ja keine Chips, sondern nur die "Schaufeln" zur Herstellung und sind insofern - mit etwas Glück - von einem Bann nicht so betroffen. Aber auch bei denen sind heute um die 5% Minus zu verzeichnen.

Trump hat hier also wirklich den Colt heraus geholt und mal eben ein Magazin abgefeuert, das dürfte Huawei extreme Schwierigkeiten machen und den Chinesen zeigen, dass die US Administration nun ernsthaft "pissed" ist. Auch die "Frontbegradigungen" bei Mexiko, Kananda und Europa in Sachen Handel, deuten ja nun auf die Vorbereitung einer massiven Handelsschlacht hin.

Ich wiederhole das Eingangs Gesagte, der Markt sieht das immer noch erstaunlich gelassen. Wenn dieser Konflikt Bestand hat und sich im Ping-Ping weiter aufschaukelt, dann kann man die nächste Quartalssaison im NASDAQ gleich abhaken und ich weiss nicht, ob die aktuell eingepreisten paar Prozent, dafür dann ausreichend sind.

Wir dürfen den Markt nun auch nicht aus dem Blick der Swings Intraday betrachten. Jetzt Intraday, spielen die Algos um einen kleinen Vorteil, mittelfristig werden die großen Adressen eine Entscheidung treffen müssen, ob sie auf diese Lage mit verringertem Exposure reagieren. Und wenn das passiert, dann geht es runter.

Was den Markt ein wenig stabilisiert ist, dass viele Marktteilnehmer darauf ja vorbereitet sind und nicht übermässig auf der Long-Seite exponiert sind - wir ja auch nicht!

Trotzdem, wenn man sich diesen Handelskrieg mit gegenseitigen Abschottungen im IT-Bereich weiter fortschreibt, kann das noch nicht reichen, was wir schon an Korrektur gesehen haben.

Das Risiko das die Bären haben, ist jetzt aber jederzeit die Nachricht, dass eine Seite nachgibt und es doch weiter geht. Aber kann das nun noch eine Seite ohne massiven innenpolitischen Schaden machen? Ist dieser Zug nicht erst einmal für ein paar Wochen abgefahren?

Selbst die Chinesen haben nun die Bürger im Sinne "uns wirft nichts ums" mitgenommen und können da nicht dahinter zurück, zumal Huawei eine Sache des Prestige und der Gesichtwahrung ist. Aber wenn überhaupt, ist eine Kehrtwende noch am ehesten mit den kontrollierten Medien Chinas denkbar.

16:50 MEZ - ZH5

Ich will mal an etwas anknüpfen, was -> Jim Cramer hier <- geschrieben hat, ich aber tatsächlich unabhängig davon in den letzten Tagen als lose Idee entwickelt habe. Cramers Post ist der Trigger, das mal aufzuschreiben.

Wir haben ja in den US die diversen Unternehmen, die "Health Care Plans" anbieten, also sozusagen eine Krankenversicherung sind. Diese haben kurstechnisch in der letzten Zeit gelitten, nun nähert sich aber langsam der Kandidaten-Wettstreit hin zur US Wahl und auf der Seite der Demokraten scheint der Ex-Vize-Präsident Joe Biden einen kleinen Vorsprung zu entwickeln, der stark hinter Obamas Medicare-Ansatz stand und steht.

Gleichzeitig ist Trump auch nicht dafür bekannt, hier besonders radikal zu sein, weswegen eine gute Chance besteht, dass diese Unternehmen im nächsten Jahr bis zur Wahl einen guten Newsflow bekommen, der von Versprechungen an die Wähler befördert wird.

Außerdem haben die Unternehmen den Vorteil, nicht vom Handelsthema abhängig zu sein, was sie vielleicht zu attraktiven Mittel- und Langfrist-Trades macht.

Ich sage bewusst "Trades" und nicht Investment, weil ich persönlich ungern in Unternehmen mit so hoher politischer Abhängigkeit investiere. Aber ein Trade über 12 Monate, ist ja vielleicht auch eine schöne Sache.

Hier sind drei bekannte Namen mit United Health (UNH), CVS Health (CVS) und Centene (CNC) und jeweils ganz interessanten Konsolidierungs- bzw bei CVS Korrektur-Strukturen.

Ich würde hier nicht proaktiv einsteigen, sondern den Bruch der jeweiligen Abwärts-Trends abwarten und dafür braucht es noch einen Katalysator aus dem politischen Raum. Dann wird es aber mittel- und langfristig interessant:

17:22 MEZ

Ein Blick auf die Market-Map zeigt ja schon, dass der Markt auf den Handelskrieg reagiert und die Unternehmen im Zusammenspiel mit Huawei abverkauft:

Was mich aber irritiert ist, dass das eine reine Reaktion auf die Huawei-Story ist. In meinen Augen ist das Problem doch aber viel größer, denn eine Eskalation des Handelskrieges wird in China wie US mit nationalpatriotischer, medialer Untermalung einher gehen, was dem Absatz von US Unternehmen in China nicht dienlich sein wird und umgedreht. Das gilt dann auch für Unternehmen, die nicht direkt mit der Huawei-Thematik zu tun haben.

Nun werden diese Verluste ja auf der anderen Seite mit mehr nationalen Kunden etwas ausgeglichen und im einen oder anderen Fall, mag der Saldo sogar positiv sein.

Aber gerade Unternehmen wie Apple, die hohe zweistellige Prozentsätze ihrer Umsätze und Gewinne in China generieren, werden davon bestimmt massiv getroffen werden.

Ich kann nur wiederholen, wie schon letzte Woche, finde ich die verhaltene Marktreaktion dubios. Ich bin ja nun ein großer Fan des Satzes, dass der Markt klüger ist als wir, also muss ich irgendetwas übersehen.

Nur was ist es, das den Markt so gelassen macht? Was übersehe ich? Ich habe den Markt schon wegen geringerer Risiken massiv abverkaufen sehen.

18:00 MEZ - ZH1

So, damit lasse ich es gut sein. Ich habe mich in dieser Sache ja sehr deutlich positioniert. In meinen Augen hat das, was nun zwischen China und den US abläuft, das Potential zu echten Verwerfungen zu führen.

Der Markt hat heute zumindest den Gapfill im QQQ nicht mehr hinbekommen, so richtiges Abwärtsmomentum fehlt noch - kann aber durchaus noch kommen, wenn die Gerüchte wahr werden und China alle US-Unternehmen mit einem Bann belegen sollte, die nun Huawei mit einem solchen belegen:

Vielleicht ist es ja die Angst vor dem plötzlichen, positiven Tweet, der die Bären hier noch dämpft, wer weiss. Nach meiner Wahrnehmung, hat die US Administration aber eine grundlegende Richtungsänderung vorgenommen. Es wird eskaliert, statt zu dämpfen und dafür ist der Markt vergleichsweise noch tiefenentspannt.

Ich gebe heute nicht viel auf den Intraday-Handel, das Closing interessiert mich mehr. In diesem Sinne warten wir ab.

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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180 Grad 2017



Guten Morgen!

Auch nach so einem Vortag, geht wieder die Sonne auf und bei uns hier so richtig strahlend zum ersten Mal seit Wochen. Das werde ich nutzen, um über Mittag mal länger aus meiner Höhle zu kommen und die Nase in den Wind zu halten.

Was den gestrigen Tag angeht, muss ich gestehen, dass ich mit dieser Gnadenlosigkeit des Abverkaufs nicht gerechnet habe. Auch nicht damit, dass es keinerlei Versuch der Kavallerie geben würde, das Durchrutschen zu unterbinden.

Dabei hatte der Tag gut begonnen, das Down-Gap wurde schnell, zügig und überzeugend geschlossen und dann war die Chance da, nach oben durchzubrechen.

Ich bin nach wie vor sicher, dass wenn genau da, bei der Nulllinie ein großes Kaufprogramm gekommen wäre, wir den identischen Kursverlauf, nur nach oben bekommen hätten.

Genau das Kaufprogramm kam aber nicht, ein Doppeltop bildete sich Intraday und von da an ging es nur noch abwärts, von einem durch Short-Covering ausgelösten kurzen Hupfer am Ende abgesehen.

Sie sehen an dieser Darstellung, dass ich davon ausgehe, dass wir hier einfach eine Replik des Jahres 2017 erleben, nur mit 180 Grad verdrehter Logik.

In 2017 wurde jedwede negative Nachricht und jedwedes Risiko ignoriert, der Markt stieg in jedem Fall und jeder Dip wurde gekauft - BTFD!

Jetzt wird jedwede positive Nachricht und jedwede Chance ignoriert, der Markt fällt in jedem Fall und jeder Rip wird verkauft - STFR!

Wenn man aber nicht so einen technischen Mechanismus als dominant annimmt, dann bleibt nur eine fundamentale Erklärung, die eher die Nackenhaare aufstellt. Denn gestern wurde alles verkauft, auch die "Safe-Havens" wie die Utilities:

Und das stinkt doch sehr danach, als ob unter der Decke Unerfreuliches passiert und es Schieflagen bei großen Adressen gibt - bei dieser Marktentwicklung keineswegs unwahrscheinlich. Der Sensenmann in Form des Margin-Calls geht vielleicht um.

Aber wie auch immer, letztlich macht es keinen großen Unterschied auf das, was wir tun müssen.

Als Investoren haben wir in voller Deckung zu sein, was immer das aus Sicht Ihrer Strategie bedeutet. Und diese Deckung ist auch nicht aufzugeben, nur weil es mal zwischendrin einen starken Tag gibt. So ein Einbruch braucht Zeit um zu heilen, halten wir die Köpfe unten und die Füsse still.

Als Trader aber, liegen hier immense Chancen im Intraday-Handel, auch der Handel gestern war ja wieder von technischen Marken begrenzt, die Nulllinie als Obergrenze und unten die Tiefs von Februar, die im SPX nun touchiert wurden:

Als Trader ist die große FED-Chance damit also keineswegs vom Tisch, sie ist durch den gestrigen Tag nur noch größer geworden. Ich werde diese Chance auch suchen, die Tiefs von gestern bieten nun wieder eine hervorragende Begrenzung nach unten.

Bedenken Sie dabei bitte auch, dass wir zusätzlich am Freitag auch noch einen großen Hexensabbat haben, viel steigerungsfähiger ist die Nervosität also wohl nicht mehr.

Was die FED angeht, wird das Marktgeschehen sicher Eindruck machen und wenn Powell nicht zur massiven Taube wird, wartet Trump wohl nur darauf, ihm die Schuld an dem Kursdesaster zuzuschieben. Denn es sei daran erinnert, dass in den US die Bürger durch Anlageformen wie 401(K) viel enger mit der Marktperformance verbunden sind und Trump kann nun keine große Baisse brauchen, die gefährdet seine Wiederwahl-Kampagne, die schon in 2019 einsetzen wird.

Wovor ich wirklich Sorge habe, ist eine erneute böse Überraschung. Dass nämlich Powell morgen dem Druck nachgibt und die Zinserhöhung im Dezember doch aufgibt. Und in Folge der Markt nur kurz steigt, dann genau das aber als Eingeständnis eines ernsten Problems auffasst und *trotz* oder *gerade wegen* der abgesagten Zinserhöhung nach einem Fakeout nach oben einbricht. Dann haben wir wohl "Land unter", auch *Crash* genannt.

Ich hoffe alle Beteiligten sind klug genug zu erkennen, dass man dem nervösen Affen nun nicht noch mehr Zucker geben darf, sondern eine ruhige Hand nötig ist, die Stabilität aussstrahlt. Das heisst, es braucht nun die angekündigte Erhöhung, auch als Unabhängigkeitssignal in Richtung Trump und dann braucht es eine Sprache, die die Risiken würdigt und für 2019 keinen fixen Straffungspfad mehr hat.

Mit so einer Haltung sind in meinen Augen die Chancen am Besten, etwas Ruhe herein zu bekommen. Mit hektischen Änderungen der bisherigen Linie, wird man vielleicht genau das Gegenteil erreichen.

Fazit:

Ich hoffe Sie betrachten das Geschehen so entspannt und fasziniert in Deckung wie ich. Wenn Sie sich dieser Deckung bisher verweigert haben, weil es ja lange immer gut gegangen ist, haben Sie nun schmerzhaft etwas gelernt. Die richtige Antwort ist dann nicht sich abzuwenden und den Kopf in den Sand zu stecken, sondern in den Spiegel zu schauen und es für die Zukunft besser zu machen.

Ich betone erneut, dass der 04.12. der Wendepunkt war, an dem das bullische Modell einer zum Jahresende kaufbaren Korrektur in etwas anders, weit Problematischeres wechselte. Dieser Tag hatte mich auch angefasst und Sie haben da ein paar Schimpfworte im Stream in Richtung Trump gehört. Seitdem bin ich in voller Deckung aus Investmentsicht. Dieser Tag war auch eine eindrucksvolle Bestätigung der Regel, dass wenn Märkte nicht mehr machen was sie sollen, es richtig gefährlich wird.

Jetzt um die FED herum, wird die Nervosität extrem hoch sein und es ist diesem Markt wirklich alles zuzutrauen. Ich warne auch davor, direkt nach der FED schon eine Richtung antizipieren zu wollen, es wird vor allem wichtig sein, was Powell sagt und das kommt eben erst in der Pressekonferenz danach.

Wer also mit mittel- oder langfristigem Horizont in Deckung ist, sollte diese am FED-Tag behalten egal was passiert und sollte lieber im schlimmsten Fall eine wenig "verpassen", als in einen wilden Fakeout zu geraten.

Für Trader gilt aber "Feuer frei", die Chancen sind beidseitig immens und wer gelernt hat seine schlechten Trades zu begrenzen, kann hier opportunistisch erheblichen Ertrag generieren.

Übrigens, seit Tagen haben die schon mehr ausgebombten, anderen Märkte der Welt nun eine Überperformance zum S&P500, selbst der DAX. Wer auf der Long-Seite handeln will, tut das derzeit also vielleicht besser in anderen Indizes als dem SPX.

Der heutige Tag ist dagegen ein Wartetag, an dem es nicht viel zu tun geben wird. In einem normalen Markt wäre heute die Chance auf Stärke und einen positiven "Buy the Rumor" Trade immens hoch. Aber so richtig normal war das gestern ja nicht mehr. 😉

Ich wünsche einen schönen Tag. Ich melde mich zum Stream heute Nachmittag, der voraussichtlich auch kurz und knapp sein wird.

An die Mitglieder die ein Depot eingereicht haben der Hinweis: Bitte denken Sie an die -> Abstimmung bis Mittwoch <-!

Ihr Hari

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Was sagt uns die Shortquote?


Im Forum im Thread -> Was soll Lehrer Bömmel erklären <- war vor Kurzem eine Bitte, der ich gerne nachkommen will:

Hallo Hari, vielleicht magst Du mal generell etwas zum Thema „Shortfloat“ bei Aktien sagen. Die Höhe des Shortfloat einer Aktie ist beispielsweise bei Finziv für jedermann zugänglich. Wann macht es Sinn diese Information gezielt zu nutzen oder überhaupt zu berücksichtigen.

Ganz grundsätzlich will ich an dieser Stelle daran erinnern, dass ich solchen Input sehr schätze. Ich schreibe lieber zu Themen, von denen ich weiss, dass zumindest einer unter Ihnen diese erklärt haben möchte, als dass ich mir immer aus den Fingern sauge, was Sie vielleicht interessieren "könnte".

Wenn Sie Themen haben, die ich adressieren soll, lassen Sie mich das also wissen. Nicht alles kann und werde ich machen, aber der Input an sich ist wertvoll. Genau zu diesem Zweck gibt es nun wie jeden Sommer auch -> hier wieder einen neuen Thread <-.

Nun zum Thema. Das ist nämlich viel einfacher als es scheint.

Damit Sie verstehen, worum es bei der Shortquote (Shortfloat) - also der Menge der Aktien die leerverkauft sind - überhaupt geht, ist ganz, ganz wichtig, dass Sie das Wissen besitzen, das Ihnen Lehrer Bömmel schon im folgenden Artikel nahegebracht hat:

-> Grundlage des Shortens - Wat is en Dampfmaschin? <-

Heisst konkret, eine leerverkaufte Aktie wurde ganz regulär am Markt geliehen und dann verkauft, nur dann kann sie den Status "leerverkauft" haben. Wenn die Short-Quote steigt, wurden also *vorher* schon Aktien verkauft, sprich es muss ein erhöhter Abwärtsdruck schon dagewesen sein.

Das sieht man nicht immer im Kurs direkt, denn wenn auch genügend Käufer da sind, ist es letztlich ein Distributions-Szenario. Aber Kurse haben es zumindest deutlich schwerer zu steigen, während die Shortquote steigt, denn erneut - das sind normale Verkäufe.

Der Unterschied gegenüber dem normalen Verkauf liegt eher in dem, was danach kommt. Wenn man eine Aktie die man besitzt, einfach verkauft, entsteht daraus in Folge keinerlei Verpflichtung. Der Verkauf ist abgeschlossen und man kann machen was man will und muss im folgenden Leben nie mehr in die Nähe dieser Aktie kommen.

Eine Aktie die leer verkauft wurde, begründet aber die Pflicht, diesen Leerverkauf früher oder später wieder einzudecken, es ist also ein offener Wechsel, dessen zweiter Teil zwingend kommt, nur der Zeitpunkt ist unklar. Und wenn so ein Leerverkauf eingedeckt wird, ist das am Markt einfach ein Kauf und treibt damit ebenso den Kurs, wie die eröffneten Leerverkäufe den Kurs gedrückt haben.

Das also noch einmal als Grundlage für das, was nun folgt.

Die Shortquote ist also letztlich ein Sentiment-Indikator. Sie beschreibt den Prozentsatz der Aktien aus dem "Free Float", die leerverkauft wurden, sprich bei denen Marktteilnehmer von weiter fallenden Kursen ausgehen.

Eine hohe Shortquote ist also gleichbedeutend mit einem sehr negativen Sentiment, mit sehr negativen Erwartungen eines relevanten Teil des Marktes.

Wichtig ist dabei erneut sich klar zu machen, dass diese Aktien schon verkauft wurden, aus einer hohen Shortquote erwächst also keineswegs zwingend hoher Abgabedruck in der Zukunft. Im Gegenteil, es zeigt wie viele Aktien schon verkauft wurden, es erklärt also eine potentiell negative Marktphase der Vergangenheit.

Und an dieser Stelle kann ich dann die erste Aussage zum Thema loswerden:

Aussage 1:

Eine Shortquote für sich alleine, sagt außer als Sentimentaussage zunächst einmal gar nichts von Relevanz, was nicht schon im Kurs wäre. Denn erneut, um die Quote zu erhöhen, musste in der Vergangenheit verkauft worden sein und das sieht man auch im Kurs.

Ein direkter Timingindikator ist die Shortquote also nicht. Und wenn eine Aktie stark fällt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in dem Zeitraum auch die Shortquote hoch gegangen ist - ein Abbild des Kurses eben.

Hat dieser Indikator also keinen Wert? Oh doch und zwar im Sinne einer Divergenz bei Tops und Bottoms, aber nur bei Betrachtung des Verlaufs der Short-Quote über die Zeit!

Zunächst einmal müssen wir unterscheiden, warum und von wem Aktien leerverkauft werden. Ich sehe da drei Gruppen.

Gruppe 1 sind die opportunistischen Trader, zu denen auch ich gehöre. Die sehen einen Kurs fallen und satteln auf die Bewegung mit einem Leerverkauf auf.

Die sind in dem Sinne neutral zu sehen, als dass sich aus ihrem Verhalten kein Edge für den Beobachter erzielen lässt. Die machen einfach das, was der Markt sowieso macht - verkaufen. Und wenn die Bewegung ausläuft covern sie wieder. Alles was die machen, findet sich im Kursverlauf und fertig. Die können wir also ignorieren.

Gruppe 2 sind die "meinungsstarken Anleger", böse Zungen sagen auch die Schafe, die darauf warten geschoren zu werden. Die finden sich vor allem bei wenigen sehr bekannten "Themenaktien", die permanent durchs mediale Dorf getrieben werden - Tesla ist so ein schönes Beispiel. Diese Gruppe hat keinerlei erhöhtes Wissen gegenüber dem Markt und weiss nur, was alle wissen. Sie hat aber ein starke Meinung, hält sich für den großen, weisen Börsenhelden und glaubt deswegen gegen den Markt auf Trendwenden setzen zu müssen und shortet daher gerne in Stärke hinein.

Diese Gruppe ist eher ein Kontraindikator, denn mit "Meinung" ist am Markt kein Blumentopf zu gewinnen. Diese Gruppe findet sich aber bei unbekannten Aktien eher nicht auf der Short-Seite, dazu haben die keine Meinung, zu Tesla und Co. aber um so mehr.

Gruppe 3 ist das "Smart Money" und die nehmen wir ernst. Die wissen aufgrund eines fundamentalen Edge manchmal über die Aktie, was die Mehrheit noch nicht sieht und weiss. Und weil sie etwas wissen, eröffnen sie grössere Short-Positionen zum Beispiel in eine Topbildung hinein.

Im Chart sehen wir das dann als "Distribution". Die Kurse schwanken unter erhöhtem Volumen und kommen nicht vom Fleck und das liegt daran, dass die massiven Verkäufe des "Smart Money" noch von genügend zu spät gekommenen Anlegern aufgesogen werden, denen gerade der Schwarze Peter ausgehändigt wird, sie wissen es nur nicht, weil sie Distribution nicht erkennen können.

Und damit sind wie bei Aussage 2 und 3, denn es gibt zwei Szenarien jeweils an den Wendepunkten, an denen der Verlauf der Shortquote uns im Sinne Divergenz wichtige Informationen profitabler Art geben kann.

Aussage 2:

Abweichend von Aussage 1, kann uns der Verlauf der Shortquote eine bald bevorstehende Abwärtsphase indizieren.

Und zwar dann, wenn bei einer gut gelaufenen Aktie eine Art Topbildung im Chart möglich wird, wir immer wieder Distributionskerzen sehen - siehe -> Video - Hari sag mal, was ist Distribution? <- - und parallel dazu in der Distributionsphase die Shortquote deutlich hoch geht!

Wenn das dann idealerweise noch keine "Themenaktie" ala Tesla ist, zu der jeder eine Meinung hat, sondern ein Wert der keine große mediale Welle macht, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hier "Smart Money" fundamental etwas weiss und auf fallende Kurse setzt!

Und dann tun wir gut daran, uns schnell aus so einer Aktie zu bewegen!

In der Anfangphase einer Abwärtsbewegung, wenn die Shortquote also relativ nahe an den Höchstständen der Aktie steigt, ist das also eher ein bärischer Indikator, den wir ernst nehmen sollten. Dass die Quote dann bei fallenden Kursen weiter steigt, ist nicht so verwunderlich, da kommt ja auch Gruppe 1 ins Spiel. Aber die Anfangsphase steigender Shortquoten ist ein wunderbar bärischer Indikaktor der Beachtung verdient - außer es handelt sich um eine "Themen-Aktie" mit Meinungskampf in den Medien.

Aussage 3

Und am Boden gilt die Entsprechung zu Aussage 2, nur noch profitabler. Denn wenn die Shortquote schon hoch ist und das Sentiment für eine Aktie extrem schlecht, bleibt diese gerne weiter hoch, weil nun eben auch die zu spät Kommenden aufmerksam werden und ins gleiche Horn tröten und damit das Covern des "Smart Money" ausgleichen. Auch das ist wieder ein Distributions-Szenario.

Wenn jetzt gleichzeitig der Kurs aber eine Bodenbildung formt und die Shortquote weiter auf hohem Niveau ist, ist die Chance für einen sehr profitablen Short-Squeeze sehr hoch.

Denn wer so spät noch Short ist, weiss in der Regel auch nicht mehr als der Markt, Profis dagegen covern irgendwann. Wer so spät noch Short ist, legt also seine Hand unter eine Guillotine, denn wenn die Kurse nun steigen, steigt der Druck auf die Shorties exponentiell. Und deren Versuche sich zu retten treiben die Kurse doppelt und dreifach, weil man dazu ja real kaufen muss, nur gibt es kaum jemanden, der noch verkaufen will!

Das nennt man einen Short-Squeeze und wie übel der selbst bei Bluechips für die Shorties werden kann, haben wir vor Jahren bei den Stämmen von VW gesehen.

in der Spätphase einer Abwärtsbewegung, ist eine trotzdem immer weit oben bleibende Shortquote also eher ein Kontraindikator und leckeres "Wild", das die Bullen nur zu gerne aufs Horn nehmen.

Ein Problem bei der Umsetzung gibt es dann noch, denn jetzt wäre es ja schön, wenn man die Shortquote wie Kurse täglich als Indikator verfolgen könnte. Kann man aber nicht, weil diese je nach Börsenplatz zwar regelmässig, aber eben nicht jeden Tag heraus gegeben wird.

Im NASDAQ zum Beispiel, erfolgt das zweimal im Monat, hier ist das -> Publication Schedule <-

Den Verlauf der Shortquote als Indikator kann man also sinnvoll nur bei langfristigen Charts zB mit Wochenkerzen benutzen, bei denen man grundlegende Wenden erkennen will. Für einen kurzfristigen Trader liefert der Wert dagegen wenig Aussagekraft.

Fazit:

Die Shortquote ist ein Sentiment-Indikator, der etwas über den Pessimismus im Markt zur Aktie aussagt. In der Regel findet sich dieses Sentiment aber schon in den Kursen und hat insofern keine direkt direktionale Bedeutung.

An den Wendepunkten aber, im Zusammenspiel mit Distribution, kann die Shortquote im Sinne einer Divergenz besonders eindrucksvoll eine Wende indizieren.

Eine deutlich steigende Shortquote im Bereich einer im Chart denkbaren Topbildung mit Distribution, ist ein ernstes Warnsignal, dass da jemand im Markt mehr weiss als wir.

Gleiches gilt für eine sich deutlich abbauende Shortquote bei einer sich andeutenden Bodenbildung mit Distribution, auch da muss man davon ausgehen, dass jemand im Markt mehr weiss als wir.

Eine störisch hohe Shortquote bei einer Aktie aber, die deutlich zu steigen beginnt, begründet eine außergewöhnliche Chance für die Bullen, einen höchst profitablen Short-Squeeze zu erleben.

Am Ende ist es also wie immer der Verlauf und der Kontext, der an der Shortquote interessant ist - nicht der einzelne Wert zu irgend einem Zeitpunkt. Aber das ist mit allen Indikatoren so und einfach die Regel. Den einfachen Indikator im Sinne "drauf schauen und Gewinn machen" gibt es nicht, alle Indikatoren bedürfen der intelligenten Wertung.

Ihr Hari

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Rohstoff-ETFs – Free Lunch Reloaded?



Vor einem guten Jahr habe ich die "Free Lunch" Diskussion hier mit Ihnen geführt und das Shorten von Volatilitäts-ETFs zur einer sinnvollen Annäherung an so einen "sicheren Gewinn" erklärt, so weit das überhaupt möglich ist.

Der Artikel -> Free Lunch Update <- von letztem April zeigte worum es ging und verweist auch auf einen entsprechenden Forenthread.

Und was war dieser Trade seitdem auch erfolgreich gewesen, es ging durchweg nur abwärts und auf der Short-Seite liess sich damit immer wieder ein gutes Zubrot verdienen:

Von 500 auf 10, coole Sache wer da Short war. Für Mitglieder die neu ins Thema stossen, die Volatilität selber ist zwar in diesem Zeitraum auch gefallen, aber nicht ansatzweise in diesem Masse.

Der Hintergrund hier ist, dass diese Volatilitäts-Vehikel alle inhärenten, massiven Zeitwertverlust haben, was sie für den eigentlichen Sinn, der Wette auf steigende Volatilität, völlig unbrauchbar und zum sicheren Vermögensgrab macht. Und bei einem gehebelten ETF wie oben dem UVXY, potenziert sich das Problem und das Ergebnis sehen wir oben, ein (fast) sicherer Gewinn, wenn man Short geht und ein (fast) sicherer Verlust, wenn man auf die Dinger reinfällt.

Es sei noch gesagt, dass wenn ich hier nun vom UVXY spreche, das als Beispiel und prominenter Vertreter dieser Gattung zu verstehen ist, der besonders stark mit der Zeit verliert. Sie können den UVXY auch durch ein anderes, ähnliches Produkt ersetzen. Im -> Forenthread <- zum oben verlinkten alten Artikel, gab es dazu auch andere Alternativen.

Übrigens wird gerade weil der Kurs im Mittel immer nur fällt, der Kurs dieser ETFs oft mit einem "Reverse-Split" wieder "gepimpt", ich gehe davon aus, dass das hier beim UVXY bald wieder fällig ist. Wir sehen auf jeden Fall, dass auch Volatilitätsereignisse wie der Brexit, den Trend nicht brechen können. Wer also lange genug wartet und im Trade verbleiben kann, wird fast sicher auf der Short-Seite Geld verdienen.

Genau dieser Umstand hat die Wetten auf fallende Volatilität zuletzt so beliebt gemacht und einige vermuten, dass die massiv gefallene Volatilität auch mit diesem Trade zu tun hat. Gleichzeitig ist dieser Trade aber nun extrem überfüllt und ich frage mich langsam, wer eigentlich noch die verleihbaren UVXY Bestandteile (und vergleichbare ETFs) im Depot hat, mit denen man dieses Ding noch shorten kann? Und vor allem, wer ist ausser ein paar unerfahrenen Privatanlegern überhaupt so doof, so etwas Long im Depot zu haben? Denn -> ohne Wertpapierleihe kein seriöser Short <-!

Genau hier liegt auch das Problem dieses Trades, es gibt nämlich keine Garantie, dass man ihn langfristig durchhalten kann, denn man wird möglicherweise im unpassendsten Moment aus dem Short heraus gedrückt, weil nicht mehr genug zur Leihe vorhanden ist. Und auch wenn der UVXY im Mittel fällt, kann er kurzfristig bei einem Volatilitätsereignis um Faktoren steigen und wer dann mit signifikantem Geld Short ist, wird diesen Schmerz hart spüren.

Eine echter "free Lunch" ist der Trade also nur, wenn man erstens nur mit wenig Geld drin ist, das man verschmerzen kann und bei dem man jeden Squeeze aussitzen kann und wenn man zweitens das Glück hat, nie heraus gezwungen zu werden.

Unser Paco hat im -> Forenthread <- zum oben verlinkten alten Artikel in Post 3 das wunderbar zusammen gefasst, so dass ich es hier exemplarisch kopieren will:

Ich habe mich mit VXX, dem ungehebeltem Pendant des UVXY, beschäftigt. Der fällt langfristig auch beständig und hat schon diverse Reverse Splits hinter sich, so dass heute der anfängliche Wert des ETFs in die Tausende geht laut Chart. Der Reverse Split kommt typischerweise, wenn der Wert unter 10 USD fällt.

Das es kein echtes Free Lunch ist, haben wir ja damals schon besprochen. Man hat beim Shorten ja das Risiko, dass der Kurs sprunghaft steigen kann, und damit der Wert der Short-Positition auch schnell mal ins Negative rutschen kann, wenn sich der Kurs verdoppelt, was bei UVXY auf Grund des Hebels schneller gehen kann, als man denkt. Bis sich der Kurs wieder erholt, auch wenn er das irgendwann ganz sicher tun wird, kann einige Zeit vergehen, und das muss man dann aussitzen können. Markttiming ist hier also auch von Vorteil.

Weiterhin generiert der Short auf UVXY (wie alle Shorts) ja nicht dauerhaft hohe Gewinne. Der maximale Gewinn eines Short, während man ihn hält, kann ja nicht grösser sein, als der Kurs zum Zeitpunkt der Eröffnung der Short-Position. Beim langfristig stetig fallendem UVXY macht man anfangs (im Durchschnitt) schnelle Gewinne, aber mit der Zeit wächst der Gewinn immer weniger, da der Kurs des UVXY sich ja tangential an die Null annähert. Für dauerhafte Gewinne, müsste man periodisch die Short-Position auflösen und die Gewinne reinvestieren in dem man mit ihre Hilfe eine grössere Short-Position eröffnet. Da hat man dabei aber jedes Mal das Risiko, dass die neue Short-Position in einem vom Markttiming her ungünstigem Moment eröffnet wird.

Den Effekt kann man schön am ETF XIV veranschaulichen, der einem "Short auf VXX mit täglicher Anpassung der Short-Position" entspricht. Wenn der VXX heute +3% macht, dann macht der XIV -3%, und so geht das jeden Tag. Der einzige Unterschied in der Kursentwicklung sind die Kosten, die im XIV schon enthalten sind, bei einer manuellen Anpassung einer short-VXX Position aber ungeachtet des VXX Kurses anfallen. Wenn der VXX also stetig fällt, dann müsste der XIV ja stetig steigen. Tut er letztendlich auch, hat aber mittendrin auch heftige Rücksetzer von bis zu 90%, autsch! Ist also einem Free Lunch sehr ähnlich, der Preis ist die extreme Volatilität, die man dabei aushalten muss.

Aber trotzdem, gegenüber einer reinen 50-50 Wette, ist der Short Trade auf die Volatilität fast ein "free Lunch", also ein sicherer Gewinn. Und das nicht weil die Volatilität immer fällt, sondern weil die inneren Kosten des Konstrukts es im Mittel eben nach unten zwingen.

Hier wirkt also der Zeitfaktor für uns und nicht gegen uns wie bei den diversen Optionsscheinen und Co. und das macht solche Short-Trades durchaus erwägenswert, wenn man weiss was man tut und Zugang zu professionellen Brokern hat.

Wo sonst gibt es auch Derivate, bei denen die Zeit für uns arbeitet?

Mit diesem überfüllten Trade wäre ich nun aber aktuell vorsichtig und würde den nun erst *nach* einem sehr harten Volatilitätsereignis wieder in Erwägung ziehen, was gleichbedeutend mit einer echten Korrektur ist.

Aber es gibt Alternativen und die sollen heute Thema sein. Nicht ganz so perfekt, weil der Zeitwertverlust nicht so hoch ist, aber doch mit einem interessanten Edge, wenn man diese shortet.

Und das sind ETFs auf Commodities, auf Rohstoffe. Die müssen sich nämlich auch mit der -> Contango bzw Backwardation <- Problematik auseinander setzen, die alle Futures auf Rohstoffe besitzen, denn die Futures mit festen Endterminen müssen eben "gerollt" werden, wenn man diese Futures auf dauerlaufende Konstrukte wie einen ETF oder ein Zertifikat übersetzen will.

Und dieses "Rollen", das einem Tausch der Futures auf den nächsten entspricht, generiert eben in der Regel "Rollverluste", weil bestimmte Rohstoffe in der Regel im "Contango" sind, sprich die neuen Futures höher notieren, als die alten. Und gerade bei Öl und auch Gas überwiegt die Contango-Situation klar das Gegenteil, es gibt also fast immer "Rollverluste".

Mehr will ich dazu nicht schreiben, das Thema der Rollverluste ist ein Eigenes und vielleicht mal ein Thema für Lehrer Bömmel, falls es gewünscht wird. Hier für diesen Artikel genügt es also zu wissen, dass ETFs auf Öl und Gas in der Regel massive Rollverluste mitschleppen. Ebenso wie der UVXY immer viel schlechter als der VIX läuft, laufen diese ETFs also langfristig auch deutlich schlechter als der Rohstoff selber.

Ein weiterer Free Lunch also, der abseits der Volatilität auch funktioniert? Shorten wir nun Öl und Gas via ETFs?

Schauen wir mal auf die Charts:

Beeindruckt? Das Ding funktioniert also!

Es funktioniert aber nicht so schnell und zuverlässig wie das Thema Volatilität, weil diese Rohstoff-ETFs zwar schon unter der Last der inneren Kosten langfristig nur verlieren können, aber eben kurz und mittelfristig durchaus mit dem Rohstoff selber schwingen, auch nach oben.

Und die Schere geht nicht gleichmässig auf, sondern immer nur in Phasen, in denen die Contango-Situation besonders intensiv ist. Man brauch also Geduld und die Kosten des Haltens der Position dürfen daher nicht hoch sein.

Man kann diesen Short-Trade also definitiv nicht zum "Free Lunch" erklären, aber er generiert einen dicken, fetten, langfristigen Edge, wenn man sowieso diese Rohstoffe shorten wollte.

Alternativ kann man über eine Art "Straddle" nachdenken, also Long Rohstoff und Short ETF. Man muss dabei die Kosten im Auge behalten, aber das Ding könnte aussichtsreich sein.

Was lernen wir daraus?

Erstens, nur Unerfahrene oder Masochisten "investieren" auf der Long-Seite in Volatilität oder Rohstoffe über solche ETFs oder Zertifikate.

Zweitens, das Problem bei all diesen Konstrukturen ist das Gleiche: Zeitwertverluste. Mal mehr, mal weniger, aber immer Zeitwertverluste die langfristig den Wert nach unten drücken.

Drittens, wenn man für einen Rohstoff bärisch eingestellt ist, ist ein Short auf so einen ETF die Methode der Wahl. Man setzt damit nicht nur auf die Richtung der Wahl, sondern bekommt einen dicken Bonus frei Haus geliefert.

Ich hoffe, das war erhellend. Und alleine wenn ich Sie mit diesem Beitrag von einem Kauf von Rohstoffen über so ETFs oder Zertifikate abgehalten habe, wird das Ihre Mitgliedschaft locker einspielen. Denn Sie würden garantiert nur verlieren.

Warnend will ich noch sagen, weil hier auch immer wieder ganz neue Mitglieder sind:

Wenn Sie nicht alles oben verstanden haben, ist das keine Schande. Da sind viele Fachbegriffe dabei, die man nicht gleich am Anfang versteht und auch nicht verstehen muss. Ausserdem basiert das alles auf einem Grundverständnis des Handels von US ETFs, das zum Beispiel -> hier <- und -> hier <- erklärt wurde. Lassen Sie dann aber bitte zur eigenen Sicherheit die Finger vom Thema, bis Sie wirklich alles verstanden haben. Denn auch hier gibt es Risiken.

Aber es gibt wenigstens einen klaren Edge, der die Wahrscheinlichkeiten zu unseren Gunsten verändert und das ist mehr, als so mancher normaler Trade bietet.

Keine "Free Lunch", aber doch ein schmackhafter Lunch. 😉

Ihr Hari

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Der Irrsinn in einem Satz



Tut mir leid, aber da kommt heute eine Nachricht, die Armageddon doch noch einmal ins Vorderhirn zerrt. Dann ist es aber wirklich gut damit. 😉

Denn manchmal muss man einen Schritt zurück tun, um einen Satz wirken lassen, der zwischen all den Bäumen und dem Geschnatter der Gänse, den Wald wieder sichtbar macht:

Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen ist auf Null gefallen

-> Der Zins ist weg <-

Hier ist das inverse Chart des Bund Future Short dazu:

ETF562 14.06.16

Halten wir also mal ganz trocken fest:

Man muss Geld dafür zahlen, Deutschland 10 Jahre lang Geld leihen zu "dürfen".

Dem Land Deutschland, das wegen seiner Pensions- und Rentenlasten strukturell Pleite ist, wenn man nicht die Lebensarbeitszeit drastisch für alle (auch Beamte) erhöht.

Dem Land Deutschland, das seine Zukunft mit einer weit verbreiteten Fortschritts- und Technikfeindlichkeit und einer gehörigen Portion Selbsthass zu verspielen droht.

Dem Land Deutschland, das sich mitten in einer Völkerwanderung befindet, die den kulturellen Konsens massiv in Frage stellt und Raum für gesellschaftliche Verwerfungen schafft.

Dem Land Deutschland, in dem sich eine Staatskrise aufbaut, weil die vorhandenen politischen Institutionen, in der Bevölkerung zunehmend ihre Akzeptanz verlieren.

Ich das zu einseitig negativ? Ja sicher, denn es gibt auch positive Entwicklungen und vor allem, die anderen Länder - die "Mitbewerber" - sind in der Regel kaum besser und Deutschland da manchmal der Einäugige unter den Blinden.

Trotzdem sind die vier Punkte oben wahr und rechtfertigen in einer gesunden Finanzwelt definitiv eine Risikomarge, die sich bei Anleihen im Zins zeigen muss.

Die Stärken von Deutschland rechtfertigen dann, dass Bundesanleihen nur mit 2-3% rentieren, wenn andere mit 4-6% rentieren. Aber Null Prozent Zins dafür sein Geld 10 Jahre aus der Hand zu geben und obigen Risiken auszusetzen? Hallo?

Wie ich sagte, das ist alles nichts Neues. Aber trotzdem muss man manchmal einen Schritt zurück tun und das Ganze auf sich wirken lassen.

Repräsentiert dieser Umstand nicht den totalen Irrsinn in einem Satz?

Wird man nicht in den Geschichtsbüchern in 50 Jahren sagen, wenn man auf die "grosse Krise 20xx" zurück schaut: Wie konnte man das damals nicht erkennen, dass das eine katastrophale Marktverzerrung mit schlimmen Folgen ist?

Ich erkenne es. Und ich wehre mich dagegen mit den begrenzten medialen Mitteln, die mir - wie hier - zur Verfügung stehen, sowie meiner Stimme bei Wahlen.

Aber es ist und bleibt für mich: Irrsinn!

Die Notenbanken haben in unheiliger Allianz mit den Interessen der Politik, die grösste Finanzblase in der Geschichte der Menschheit aufgeblasen.

Und nein, das ist nicht die logische Folge der Finanzkrise 2008. Das ist die Folge der Hybris, Rezessionen und gesunde Marktanpassungen im Sinne der "kreativen Zerstörung", mit den Mitteln der Finanzalchemie dauerhaft verhindern zu wollen.

Das ist noch nicht einmal Keynesianismus, Keynes war ein kluger, kompetener Mann und ihm würde es den Magen umdrehen zu sehen, was hier einseitig passiert. Denn er hat bei aller Bereitschaft in der Krise zu intervenieren auch immer gesehen, dass man danach bald das Gegenteil tun muss und die Zügel wieder straffen.

Das ist auch kein Kapitalismus und keine Marktwirtschaft mehr. Das ist pure Planwirtschaft und staatlicher Korporatismus. Aber natürlich werden die bekannten Ideologen den Zusammenbruch dann wieder dem "Kapitalismus" ins Stammbuch schreiben, dabei sind wir von einem freien Markt nun so weit entfernt, wie nie in der Geschichte seit 1945.

Alle Schulden öffentlicher Körperschaften praktisch weltweit, werden nun nicht mehr risikoadäquat bewertet und mit den Schulden privater Unternehmen, beginnt nun das Gleiche.

Billionen und Aberbillionen von Anlagen weltweit, sind auf Sand nicht risikoadäquater Bewertung gebaut. Und mit dem Kapital, das so gegeben wurde, wurden wieder andere Anlagen getätigt, die ebensowenig risikoadäquat bewertet sind. Es braucht nur einen starken Wind, dann werden die Dominosteine fallen.

Aus dieser Blase, lässt sich die Luft wohl nicht mehr ablassen, ohne so oder so schlimme Konsequenzen aushalten zu müssen. Die Frage ist nur noch, welche Krankheit wir lieber wollen: Syphilis oder Tripper?

Trotzdem .... trotzdem sollten wir jetzt glücklich leben, im Angesicht des Todes sozusagen. Aber das ist das Schicksal aller Sterblichen und dafür hat uns die Evolution die Technik der Verdrängung gegeben. Solange wir uns wenigstens einmal im Jahr klar machen, was hier wirklich gespielt wird, ist gegen Verdrängung an den restlichen 364 Tagen auch nichts einzuwenden.

Und dann gibt es da noch eine Fähigkeit, die uns die Evolution zum Überleben gegeben hat: Hope springs eternal!. Daran sollten wir uns festhalten. Denn es ist wahr, auf jede Nacht folgt der Morgen und manchmal müssen die Dinge erst noch schlechter werden, damit sie danach besser werden können.

Ihr Nostradamus.

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Beispiel Deutsche Post – Warum Shorten so schwierig ist


Am Mittwoch 15.10.14 11:10 hatte ich im Artikel -> Shorten II – Nur die Harten kommen in den Garten! <- ausführlich erklärt, warum das Timing beim Shorten so schwierig ist. Wer diesen Artikel nicht mehr parat hat, sollte den bitte noch einmal lesen, weil ich nun darauf Bezug nehmen, ohne die Dinge zu wiederholen.

Klar ist auf jeden Fall, dass wer in einem ruhigen Bullenmarkt noch Probleme hat, dem Auf- und Ab des Trends zu folgen und die Dips zu kaufen, sich in keinem Fall an Shorts versuchen sollte. Denn die Anforderungen an gutes Timing sind hier viel höher, warum zeigt der obige Artikel.

Nun war das ja aber lange nur theoretisches Wissen und ich konnte die Aussagen nicht praktisch vorführen. Nun endlich kann ich das aber und will als Beispiel wieder die Deutsche Post benutzen, die ich ja schon als Short-Kandidat genannt hatte.

Und die Deutsche Post ist auch weiter für mich eine Aktie, die man nicht haben muss. Fundamental halte ich den negativen Effekt des Aufbaus einer eigenen Amazon-Logistik für immer noch unterschätzt - das ist für mich eher eine Zeitenwende, der sich auch andere grosse Retailer anschliessen werden. Und charttechnisch sagt dieses Bild ja wohl alles:

DP 17.02.16

Denn so sieht eine saubere Topbildung aus und selbst wenn der Rebound nun noch weiter läuft und auch die 22€ noch erreicht, ist es im grossen Bild vielleicht nicht mehr als der Retest von unten, der dann zu weit tieferen Tiefs führen wird.

Schauen wir uns das Geschehen nun aber aus der Sicht von jemandem an, der die DP in den letzten Wochen geshorted hat:

DP 17.02.16 2

Denn der "Sweet Spot" für einen Short war eigentlich nur in dem Bereich des blauen Kästchens, nachdem der Kurs ein tieferes Tief gebildet hatte.

Schon beim ersten lila Kreis aber, war das Risiko eines "Snappers" immens und man musste schon da über das Covern der Shorts grübeln. Der kam dann nicht und es ging weiter runter, aber wackelig war der Trade schon da, da man ja fest davon ausgehen konnte, dass noch ein Retest des Durchbruches von unten folgen würde.

Und nun ist der "Snapper" da und so wie der aussieht und nach oben rennt, scheint er genau das zu sein: ein Short-Squeeze und "Snapper", der eine Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend darstellt.

Sie sehen, wie schnell man alle Gewinne wieder verlieren kann, wenn man mit Shorts in so einen "Snapper" gerät und das wird noch verstärkt, wenn man dafür Konstrukte wie Optionsscheine benutzt, bei denen die Volatilität in die Preisfindung einfliesst. Denn die fällt dann massiv und lässt den Schein doppelt und dreifach fallen und alle Gewinne in kürzester Zeit ausradieren, wenn man nicht sofort raus ist.

Will man aber schnell genug raus sein, musste man schon beim ersten lila Kreis vorsichtig werden, weswegen der "Sweet Spot" eines Shorts - die Zone also, in der man gut Geld verdienen kann - oft eng begrenzt und kitzelig ist.

Stellt sich zum Abschluss die Frage, wann denn die Deutsche Post wieder zum Short wird?

Nicht jetzt, jetzt muss man erst einmal sehen, wie hoch dieser "Snapper" geht. Falls der Kurs aber an der Nackenlinie wieder nach unten abprallt und sich zu neuen Tiefs aufmacht, dann - genau dann - entsteht wieder ein "Sweet Spot" während die Aktie durchfällt. Aber wieder nur so lange, bis die Aktie wieder zu extrem überverkauft ist und die Gefahr des nächsten "Snappers" wieder Überhand nimmt.

Shorts sind also wirklich nur für die Harten, die in den Garten kommen. Sie sollten erst sicher sein, dass Sie Trendfolge auf der Long-Seite völlig im Griff haben, bevor Sie sich an die schwierigeren Timing-Anforderungen von Shorts heran wagen.

Solange das nicht der Fall ist, ist Cash und Seitenlinie oder ein pauschaler Hedge für Sie die bessere Strategie in Bärenmärkten!

Üben Sie sich statt dessen in Geduld, statt zappelig zu werden und etwas erzwingen zu wollen. Diese Geduld ist in jedem Fall ein sehr lohnenswertes Investment!

Ihr Hari

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Short Kandidaten



Sie merken, dass sich mein Blick auf den Markt heute deutlich verdüstert. Jason Goepfert bringt es heute morgen auf den Punkt, als er mit spitzer Feder darauf hinweist, dass 2008 ein schwacher Rebound am 8. Tag wieder dreht. Sie ahnen sicher, den wievielten Rebound-Tag wir nun haben.....

Nun will ich hier wirklich keine Panik generieren, wir haben 2016 und nicht 2008 und wir haben andere Probleme - wenn auch nicht unbedingt leichter zu Lösende.

Und eigentlich rechne ich immer noch eher mit einem weiter laufenden Rebound, auch wenn es mir jeden Tag der vergeht, ein Stückchen schwerer fällt.

Klar ist bei dieser Lage aber auch, dass man sich so langsam mal über Short-Kandidaten Gedanken machen kann und das unabhängig davon, ob es nun sofort runter geht, oder erst weiter hoch.

Ich will an dieser Stelle aber dringend noch einmal an meinen Artikel "Mittwoch 15.10.14 11:10 – Shorten II – Nur die Harten kommen in den Garten!" erinnern, den Sie -> hier <- im Archiv nachlesen können.

Short zu gehen, ist wirklich nur etwas für erfahrene Anleger, die auf der Long-Seite schon klare Erfolge beim Timing vorweisen können. Alle anderen fahren besser damit, schlicht in Cash zu gehen.

Wer sich Shorts aber zutraut, sollte sich wohl nun mal ein paar zurecht legen. Dabei kann man natürlich einfach per CFD auf die Indizes gehen, wenn man aber einzelne Aktien ins Auge fasst, gefällt mir im DAX dabei die Deutsche Post sehr gut, warum habe ich schon im Artikel -> Wann ist etwas weit genug gefallen <- von Mitte Januar beschrieben.

Schauen wir auf das Chart, sehen wir eine markante Top-Formation, unter der jede Menge Luft ohne Auffangzonen existiert:

DP 02.02.16

Aber auch fundamental hat die Deutsche Post neben selbst verschuldeten Problemen die kritische Situation, dass sie als Logistiker sehr stark vom Welthandel abhängt. Jedwede Entwicklung, die den Welthandel einschränkt, gleich ob Grenzschliessungen in der Flüchtlingskrise, Konjunktureinbruch in China oder ein neuer Krieg irgendwo, all das wird der Aktie der deutschen Post eher nicht gut tun.

Damit ist die Deutsche Post noch kein sicherer Short, das ist ein Short nie. Es erscheint mir aber ein aussichtsreicher Kandidat im DAX zu sein. In der idealen Welt wäre ich hier - wie beim Markt - erst einmal von einem überzeugenderen Bounce ausgegangen. Wenn dieser aber nicht kommen will, muss man das respektieren.

Was denken Sie? Was haben Sie für Short-Kandidaten, falls der Rebound scheitert? Richten wir doch unseren Blick auch mal nach unten!

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SKS Manie



Guten Morgen!

Die zweite Handelswoche des Jahres 2016 geht an den Start, nach dem die erste Woche der Wallstreet den schlechtesten Jahresstart der Geschichte beschert hat.

Zu meiner allgemeinen Sicht auf die Lage, habe ich mich schon am gestrigen Sonntag in -> Hari´s Börsenwetter <- geäussert. Fast egal wo man hinschaut, überall starren einen grosse SKS Topformationen in den Charts an, das Bild des S&P500 habe ich gestern gezeigt.

Kein Wunder ist es deshalb, dass sich auch beim Yen zum Dollar, also im JPYUSD Währungspaar, diese markante iSKS zeigt, die sich das ganze Jahr 2015 aufgebaut hat:

JPYUSD 11.01.16

Wir wissen ja, dass dieses Bild besondere Bedeutung hat, denn dahinter steht der "Carry Trade", mit dem sich Anleger in niedrig verzinsten Währungen mit Abwertungsdruck Geld leihen, um damit aggressive Wetten an den Märkten zu fahren.

Dieser Carry-Trade, hat den Bullenmarkt der letzten Jahre massgeblich mit befeuert und wenn der durch einen steigenden Yen nun aufgelöst werden sollte, hat wohl das letzte Stündchen des Bullenmarktes geschlagen.

Dabei ist es müssig zu fragen, ob der Aktienmarkt fällt, weil der Yen steigt oder der Yen steigt, weil der Aktienmarkt fällt. Solche simplen Causal-Beziehungen hätten wir zwar gerne, sind aber im komplexen System des Marktes nicht die Realität.

Realität ist, dass sich Yen und Aktienmarkt gegenseitig bedingen und beeinflussen, zusammen mit x anderen wichtigen Faktoren, die auch einwirken. Und insofern ist ein Blick auf das obige Chart wie ein Fieberthermometer für die Finanzmärkte - wenn diese iSKS triggert, könnte es übel werden.

Sie sehen aber im Chart oben auch, was ich schon gestern im Börsenwetter geschrieben habe. Der Markt ist nach dieser ersten Woche nun so überdehnt und steht nun in so vielen Teilmärkten an wichtigen Unterstützungen, dass wir fest von einem Rebound-Versuch ausgehen können, der diese Woche einsetzen wird.

Ob der schon heute startet oder erst Morgen, nachdem es heute noch einmal weiter runter geht, vermag ich Ihnen nicht zu sagen. Vielleicht kommt er ja auch erst in der zweiten Wochenhälfte. *Dass* bald ein Rebound kommt definiert nicht präzise *wann* er kommt.

Dass er kommt, ist aber sehr wahrscheinlich, die Kernfrage ist wie immer, wie hoch geht er. Wie immer wird uns dieser Rebound als Retracement im neuen Abwärtstrend, wichtige Signale geben, wie ernst es danach wird.

Wie auch schon gestern dargestellt, weisst nach meiner aktuellen Marktanalyse der wahrscheinliche mittelfristige Pfad des Marktes - nach diesem Rebound - erst einmal weiter nach unten und damit in JPYUSD nach oben. Vorbehaltlich neuer Einflüsse - insbesondere durch die Notenbanken - die wir heute noch nicht kennen.

Für einen nahen Rebound, spricht auch die traditionell starke Woche vor der OpEx am Freitag. Viele Positionen dürften massiv vom Markt überrollt worden sein und es wird Anstrengungen geben, wenigstens das Nötigste noch zu retten. Auch das Sentiment ist nun sehr sauer geworden und das Jahr 2008 ist nun wieder in aller Munde.

Das sind genau die Voraussetzungen, zu denen der Markt gerne mal in die Gegenrichtung läuft, nur um danach, wenn alle wieder durchatmen, zum echten Einbruch anzusetzen - der Weg des maximalen Schmerzes also.

Mein persönlicher Gameplan für diese Woche ist also, taktisch auf der Trading-Seite etwas vom potentiellen Rebound mitzunehmen, die Stärke dann aber zum weiteren Positionsabbau zu nutzen und vielleicht sogar mal ein paar Shorts bereit zu legen.

Was steht diese Woche an? Einiges.

Erstens haben wir eine interessante Übernahme zwischen zwei Aktien, die wir hier mehrfach im Tenor positiv besprochen haben:

Affymetrix (AFFX) wird von meinem Favoriten Thermo Fisher Scientific (TMO) übernommen und AFFX dürfte heute 50% höher eröffnen. TMO schreitet damit auf dem erfolgreichen Pfad sinnvoller Akquisitionen fort, der Deal macht in meinen Augen Sinn.

AFFX 11.01.16

TMO 11.01.16

Zweitens beginnt heute Abend nach Börsenschluss mit Alcoa (AA) die Berichtssaison. In der ersten Woche passiert aber noch nicht so furchtbar viel, erst nächste Woche geht es los.

Ich gehe in der Berichtssaison, trotz herab gesetzter Erwartungen, von einigen Enttäuschungen aus. Wenn eine derartige Marktlage auf Aktien trifft, die hoch bewertet sind und noch keine echte Korrektur hatten und dann werden enttäuschende Zahlen geliefert, dann bekommt man massive, zweistellige Verluste noch am gleichen Tag. Ich befürchte, das werden wir diese Berichtssaison ein paar Mal erleben. Weniger bei Alcoa, da sind miese Erwartungen im Preis, aber bei anderen Aktien.

Drittens und ansonsten, haben wir diese Woche vor allem jede Menge FED Mitglieder mit Reden, heute und morgen aber wenig an Daten. Interessanter wird es dann am Mittwoch Morgen, wenn wichtige Daten aus China eintreffen und Mittwoch Abend, wenn das "Beige Book" der FED veröffentlicht wird.

Am Donnerstag veröffentlicht die EZB dann das Protokoll der Sitzung von Dezember, das wird hoch interessant, denn wir haben ja schon damals geahnt, dass das hoch kontrovers abgelaufen ist und Draghi Grenzen gezeigt wurden, die er nur wiederwillig akzeptieren musste. Und am Freitag kommen dann aus den US die wichtigen Erzeugerpreise und Einzelhandelsdaten.

In Summe ist also jede Menge geboten. Trotzdem wird diese Woche unter dem Zeichen der Kernfrage stehen:

Kommt der Rebound und wenn ja wie hoch und wie überzeugend fällt er aus?

Bleiben wir dabei gedanklich offen und geben dem Markt die Gelegenheit, uns positiv zu überraschen. Rechnen wir aber realistisch damit, dass dieser Rebound zu verkaufen ist und sich weitere Schwäche anschliesst.

Man könnte also auch als Motto dieser Woche sagen: Hoffen wir auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor!

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Hari´s Börsenwetter Start



Liebe Mitglieder,

im Rahmen der Diskussion um die neue Blogstruktur, hatte ich angekündigt, ein "einfaches" und auf eine "ruhige Hand" ausgerichtetes Einstiegsangebot ins Auge zu fassen.

An dem Thema bin ich dran und die Reaktion auf den Versuchsballon mit der Sonderaktion zur Mitgliedschaft bis 29.02.16, hat mir einige interessante Einsichten verschafft, wie wichtig die "Geldhürde" für das Premium-Angebot überhaupt ist - oder eben nicht.

Dazu schreibe ich aber nicht heute am ersten Börsentag. Dieses Thema und meine Schlussfolgerungen, bespreche ich bei Gelegenheit mit Ihnen.

Was ich aber mit dem heutigen Tage beginne, ist ein neues Format mit dem Titel "Hari´s Börsenwetter", das genau einmal die Woche am Montag Vormittag erscheint und in die Richtung eines Basisangebotes "mit ruhiger Hand" geht.

Grund ist dabei auch, dass bei mir das Bewusstsein gewachsen ist, dass einige von Ihnen Probleme habe, aus meinen Texten die richtigen Informationen, für den richtigen Zeithorizont heraus zu filtern.

Selbst wenn ich es eigentlich immer dazu schreibe und schon aus den Charts mit ihrem Format der Zeithorizont hervorgeht - ein Chart mit Stundenkerzen ist nun mal eines, das bestenfalls Aussagen über wenige Tage trifft - dürfte es trotzdem einige geben die Schwierigkeiten haben, meine langfristigen Aussagen "mit ruhiger Hand" von kurzfristigen und taktischen Opportunitäten zu trennen.

Diese Lücke solle "Hari´s Börsenwetter" schliessen.

Der Inhalt erscheint nur einmal die Woche und ist sehr kurz und knapp und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Grosse Herleitungen und Analysen werden darin nicht stehen, wer sich dafür interessiert, muss einfach bei Hari Live mitlesen, ich thematisiere ja die Tendenzen im Kontext, die sich auch langfristig auftun.

In Hari´s Börsenwetter steht einfach nur die summarische Essenz meiner Chance/Risiko Betrachtung des Marktes aus einer langfristigen Sicht. Und wenn ich dafür Charts benutze, was nicht immer der Fall sein wird, werden das nur Charts mit Wochenkerzen sein.

Da jede Woche ein Update kommt, kann sich meine "ruhige Hand" auch wöchentlich verändern, trotzdem versuche ich in meinen Aussagen einen Radar von einem Monat im Blick zu haben und wilde wöchentliche Änderungen zu vermeiden, solange mich überraschende Geschehnisse am Markt nicht dazu zwingen.

Nun soll das kein "Musterdepot" mit konkreten Werten werden, zu verschieden sind Ihre individuellen Anforderungen. Ich benutze daher ein abstrahierte Prozentsicht, wie viel 100% dann real bedeuten, müssen Sie individuell für sich nach Ihrer Depotgrösse und Ihrer Anlagestrategie entscheiden.

Im "Börsenwetter" gibt es ganz simpel nur 4 Anlageklassen:

(1) Long - Das sind alle Aktien, ETFs, Fonds, mit denen man weniger auf Ausschüttungen, sondern mehr auf Kursgewinne im Laufe des Jahres aus ist.

(2) Short - Das sind alle Anlageformen, mit denen man auf fallende Kurse in obigen "Long-Assets" wettet, sei es gegen Indizes oder einzelne Aktien.

(3) Erträge - Das sind alle Anlageformen, bei denen man auf langfristige Erträge aus ist, die nicht direkt mit dem Aktienmarkt korrelieren. Typischerweise sind das also Anleihen und ähnliche Konstrukte. Ein Kurs- oder Währungsrisiko besteht hier natürlich auch, aber der Ertrag steht trotzdem im Vordergrund.

(4) Cash - Freie Barmittel, die man taktisch verwenden kann.

Thats it!

Was sich dann hinter "Long" oder "Erträge" verbirgt, entscheiden Sie selber. Ich gebe dazu im Rahmen des Blogs immer wieder Hinweise, wo man hinschauen kann.

Wichtig ist nun noch zu verstehen, dass ich die Aussagen zum Börsenwetter so mache, als ob diese 100% Ihr ganzes aktives Vermögen wären. Deshalb wird die Cashquote auch immer hoch sein, weil man immer taktischen Spielraum braucht.

In besonders klaren Bullenphasen, sinkt die Cashquote vielleicht mal auf 10% oder sogar 0%, in der Regel wird sie aber höher liegen. Und in einem 2008er Szenario, besteht ein "Börsenwetter" dann vielleicht aus 60% Cash, 20% Erträge und 20% Short. Nur so als Beispiel.

Völlig klar ist, dass Sie diese Aussagen wie einen Wetterbericht auf Ihre Anlagesituation übersetzen müssen. Nehmen wir mal an, Sie wären ein wohlhabender Bürger, der 1 Million € in einer abgezahlten Immobilie hat, noch einmal 1 Million als abgezinster Geldwert diverser Rentenzusagen, 400.000€ Cash auf einem Tagesgeldkonto hat und dann noch diverse ausserbörsliche Beteiligungen. Und ach ja, dann auch ein Marktdepot im Wert von 500.000€, wegen dem Sie hier Mitglied sind.

Es dürfte höffentlich klar sein, dass in diesem Fall die Cashquoten des "Börsenwetters" nicht übertragen werden können, weil Sie haben ja ihre freien Mittel ausserhalb des Depots. In diesem Fall, macht eigentlich eine permanente 100% Investitionsquote eher Sinn, die Frage ist dann eher in was man investiert, Long oder Erträge.

Merken Sie sich also bitte, dass die Aussagen des Börsenwetters nicht absolut sind und auch nicht absolut auf Sie zu übertragen sind, sondern wie bei einem Wetterbericht einfach sagen: hier ist ein Hoch/Tief mit so und so viel Hektopascal. Ob Sie aus dem Wetterbericht dann die Schlussfolgerung ziehen ihren Schirm heraus zu holen oder das gar nicht müssen, weil sie sowieso nicht draussen unterwegs sind, ist eine Entscheidung, die das "Börsenwetter" Ihnen eben so wenig abnimmt, wie der Wetterbericht.

So weit der Erklärung und damit will ich das gut sein lassen. Vieles wird sich dann im Laufe der Wochen einfach ergeben und auch ich muss mich ja erst einmal in den Rhythmus finden.

Hier ist das Börsenwetter zur KW1 2016:

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Wetterlage labil. Sicht trüb und unklar.

Aufstellung:

20% Long - bevorzugt Sektoren mit guten Aussichten. Siehe auch: -> Erster Sektoren Ausblick 2016 <-

20% Ertrag - bevorzugt US Staatsanleihen und Inflation-Linker-Bonds. Siehe auch: -> US Staatsanleihen Investment <-

60% Cash - grosse Flexibilität, weil das Jahr 2016 so offen wie nie erscheint. Es gibt keinen Grund Angst davor zu haben, etwas zu verpassen. Nächsten Montag sind wir etwas klüger.

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Das wars. So kurz und klar wird das Börsenwetter immer sein. Erneut, die Begründungen liefere ich nicht mit, die stehen im regulären Verlauf von Hari Live.

Das "Börsenwetter" extrahiert nur das Substrat meiner Marktsicht mit Horizont 1 bis 4 Wochen.

Ich hoffe es wird gerade deshalb hilfreich sein, weil es so kurz und klar ist.

Ihr Hari

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High Yield Anleihen signalisieren Risiko

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 29.09.15 17:10 in Hari Live und reiht sich in eine Kette von Beobachtungen zum Thema ein.

Aber auch im freien Bereich habe ich den Indikator schon 2013 im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- eingeführt und davon abgeleitet, dass damals noch keinerlei Gefahr für die strukturelle Rally bestand - was dann ja auch eintrat.

Nun, im Herbst 2015 ist die Lage aber anders. Lesen Sie hier:

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Ich habe schon oft über die High Yield Anleihen als Indikator dafür geschrieben, ob wir ein ernst zu nehmendes Problem haben, oder nur eine "Garden Variety" (Feld- Wald und Wiesen) Korrektur vor uns, die man schnell abhaken und deren Dip man mit guten Chancen kaufen kann.

Am Mittwoch 29.07.15 hatte ich vor der Urlaubsphase im Premium Bereich unter dem Titel "Trade with Carl - Short Junk" einen Beitrag, der sich mit dem Shorten des ETFs JNK befasste, der die US High Yielder umfasst und dabei besonders die bedrängten Energie-Unternehmen im Fracking-Bereich im Fokus hat.

Dieser Trade war sehr erfolgreich, wie wir dem folgenden Chart entnehmen können:

JNK 29.09.15

Wir hatten eine perfekte, bärische Gegenbewegung nach dem 24.08., die es aber nicht bis zum Widerstand geschafft hat und dann ging es wie erwartet wieder runter.

Und nun hat der JNK im Gegensatz zum S&P500 schon neue Tiefs erreicht, was unterstreicht, dass wir es aktuell im Markt mit einer ernst zu nehmenden Korrektur zu tun haben, hinter der substantielle Sorgen stehen.

Dass der JNK nun so viel Boden verloren hat und schon zu neuen Tiefs aufgebrochen ist, sollten wir als deutliches Warnsignal nehmen, dass wir in keinem gefahrlosen Bullenmarkt mehr sind, in dem früher oder später jeder Dip zu kaufen ist.

Und dass das in einer Phase passiert, in der die Notenbanken einen guten Teil ihres Pulvers ohne nennenswerte Effekte auf die Realwirtschaft schon verschossen haben, sollte uns im langfristigen Bild nur noch vorsichtiger machen, auch wenn es kurzfristig stark nach Rebound riecht.

Auch die FuW, hat das im -> Chart des Tages <- zum Thema gemacht und wenn wir da von gestiegenen CDS Prämien hören, kommen alten Hasen schnell ungute Erinnerungen an 2007 hoch.

Ich will aber noch einen darauf setzen und die aktuelle Korrektur über den JNK mal in die grössere Perspektive stellen:

JNK 29.09.15 2

Sie sehen eindeutig, dass es nun - im Gegensatz zum Oktober 2014 - "ernst" ist. Wir haben bei den High Yieldern schon heute einen Einbruch, der sich nur noch mit der Lage 2010 zum "Flash Crash" bzw der "Griechenland 1.0 Krise" und mit der Lage 2011 zur Eurokrise vergleichen lässt.

Bei aller berechtigten Erwartung an eine denkbare Wende und ein bald bevorstehendes "Undercut & Rebound" Szenario an den Aktienmärkten, das dann zu einer Jahresendrally führt, sollte uns das vorsichtig genug machen um zu verhindern, dass wir zu gierig jedem Bounce gleich nachlaufen.

Die langsame und stufenweise Erweiterung des Depots mit Qualitätsaktien, lässt sich sicher auch heute rechtfertigen. Dafür sind die Kurse tief genug.

Um aber aus Überzeugung nun Kaufkurse auszurufen, wie das viele Mainstream-Medien in Deutschland schon letztes Wochenende getan haben, ist es nach meiner Einschätzung noch zu früh.

Das endgültige Urteil über diese Korrektur steht noch aus und wir wissen noch nicht, welchen Namen wir beim Fragezeichen mal in der Zukunft hinschreiben werden.

Das nur zur Einordnung für alle, die nun zu gierig nur nach oben schauen. Man kann zur Lage auch kurz und knapp sagen:

Kurz- und Mittelfristige Chancen? Ja!

Es spricht nun viel für eine Jahresendrally, die sich bald (im Oktober) in Bewegung setzen könnte. Und auch ein potentieller Doppelboden entsprechend der -> 2011er Analogie <- hat nun gute Chancen. Der JNK dürfte also kurzfristig auch wieder steigen und eine Gegenbewegung einleiten.

Generelles Feuer frei? Nein!

Auch wenn wir nun eine Jahresendrally sehen sollten und der JNK eine Gegenbewegung vollzieht, kann diese im grossen Bild immer noch nur die rechte Schulter eine Topbildung sein. Auch 2007 kamen die Märkte zum Jahresende noch einmal in die Nähe der Höchststände, bevor es dann 2008 richtig abwärts ging.

Der "Junk Indikator" signalisiert ganz klar strukturelle Gefahr und das sollten wir nicht einfach ignorieren.

Ihr Hari

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