6. Experiment: Turn off the Noise

Ich muss zugeben, vor diesem Experiment hatte ich viel Respekt. Ich hatte die Befürchtung zu viel Kontrolle abgeben zu müssen und habe es deshalb etwas vor mir hergeschoben. Aber die Überwindung hat sich bisher gelohnt.

Worum ging es bei „Turn off the Noise“?

Die Bildschirmzeit am Smartphone reduzieren.

Getriggert war dieses Experiment hauptsächlich aufgrund meiner Gesundheit. Denn ich habe festgestellt, dass viel Bildschirmzeit, insbesondere am Smartphone, meinen Augen Probleme macht. Unter anderem erhöhte Lichtempfindlichkeit, unschärferes Sehen draußen und gelegentliche Kopfschmerzen. Da diverse Ärzte nichts feststellen konnten, gehe ich davon aus, dass es an einer zu hohen Bildschirmzeit liegt, denn Krankheiten aufgrund von zu hoher Bildschirmzeit dürften noch wenig erforscht sein.

Neben der Gesundheit fielen mir aber auch noch weitere Gründe ein, weshalb ich die Zeit am Smartphone reduzieren sollte. Ich wollte nicht mehr tagsüber während der Familienzeit Kurse und Twitter checken, sowie Artikel lesen. Auch erhoffte ich mir dadurch einen klaren Kopf, mit dem ich am Abend in Ruhe auf die Kurse schauen würde. Ich wollte mich auch durch Tagesschwankungen nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen. Darüber hinaus hatte ich auch abseits der Börse Zeiten am Smartphone, die ich reduzieren wollte.

Ausgangssituation

Da jeder sein Smartphone anders nutzt, beschreibe ich hier meine Ausgangssituation bzw. mein Nutzerverhalten vor dem Experiment.

Über die Funktion „Bildschirmzeit“ kann man sich auf Apple Geräten wunderbar die verweilte Zeit auf diversen Anwendungen anzeigen lassen. Dort kann man sich sogar Limits setzen, die ich teilweise nutze, aber eher mit mäßigem Erfolg, weil ich die Warnung immer wegklicke. 😉

Hier eine beispielhafte Darstellung einer Woche meines MacBooks (Leider geht die Historie meines Wissens nur 4 Wochen zurück, deshalb kann ich vom Startzeitraum meines Experiments keine Screenshots mehr machen. Und das Ergebnis auf dem Smartphone will ich auch nicht vorwegnehmen):

Bildschirmzeit MacBook Manglegose - 21.-27. Dez

Zu Beginn des Experiments betrug die Nutzungsdauer im Wochenschnitt zwischen 1 Stunde 30 Minuten und 2 Stunden pro Tag. Man muss bei der Analyse aus meiner Sicht jedoch die bunten und grauen Balken unterscheiden. Die bunten Balken clustern die Apps und besuchten Webseiten in Themenblöcke wie z.B. Produktivität oder Unterhaltung. Der graue Balken zeigt an, dass das Smartphone zwar aktiv ist, aber der Bildschirm eine passive Rolle spielt z.B., wenn man den Startbildschirm anlässt, ohne Bildschirm navigiert oder telefoniert. Sondereffekte sind natürlich auch möglich, wenn man den Bildschirm länger in einer App anlässt (z.B. beim Navi).

Abzüglich grauer Balken und Sondereffekte, komme ich geschätzt auf gut eine Stunde Nutzungsdauer bzw. „aktive Bildschirmzeit“ pro Tag. Haupttreiber sind hierbei:

  • Interactive Brokers inklusive Eingabe von Trades
  • Lesen von Artikeln und Forumsbeiträge auf Mr. Market
  • Emails u.a. Newsletter
  • Twitter
  • Amazon
  • Verlinkte Artikel in den aufgelisteten Quellen
  • Einkaufsliste für wöchentlichen Einkauf
  • Nachrichten schreiben (Whatsapp)
  • Videotelefonie
  • Wetter

Es fällt vielleicht auf, dass die Verfolgung von Nachrichten mit Ausnahme von Börsennachrichten (dort meist mit Startpunkt Mr-Market) komplett fehlt. Auch fehlen Social-Media-Kanäle mit Ausnahme von Twitter. Die Nutzung auf Twitter ist begrenzt auf eine Handvoll Leute und dient fast ausschließlich dem Trading. Ich nehme an, dass mein Smartphone-Nutzerverhalten weit unter dem Schnitt bei gleichaltrigen (Anfang 30) liegt, bei denen einige ihr Smartphone wohl mindestens 3-4 Stunden am Tag nutzen, was folgende Statistik zeigt:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1186676/umfrage/durchschnittliche-taegliche-smartphone-nutzung-nach-apps/

Umsetzung

Für geeignete Maßnahmen habe ich mich wieder bei Atomic Habits inspirieren lassen. Einerseits ist dort die Rede davon, dass man eher ungewünschte Verhaltensweisen vermindert, indem man den Trigger für eine Routine unsichtbar macht. Andererseits kann man die Routine durch weitere Schritte erschweren. Des Weiteren ist im Buch die Rede davon, dass man größere Verhaltensänderungen besser in kleinere Etappen einteilen sollte. Denn eine Reduzierung von heute auf Morgen von bis zu 2 Stunden runter auf wenige Minuten Nutzung hielt ich für unrealistisch und bürgte eine höhere Gefahr, wieder auf das Ausgangsniveau zurückzufallen. Lieber in kleinen Schritten, aber dafür ankommen.

Die Umsetzung teilte sich in 4 Phasen mit Start Anfang November:

Phase 1 – Reduzierung der Nutzung durch Willenskraft

Ich habe das Experiment auch dazu genutzt, um herauszufinden, wie viel Einfluss die Umwelt auf uns hat und wie viel durch Willenskraft machbar ist. Also habe ich mir vorgenommen, nichts zu ändern, außer eben bewusst auf mein Verhalten zu achten, um dann dem entgegenzusteuern.
Eine Verringerung der Nutzungsdauer war nur wenige Tage durchzuhalten und ich fiel schnell in alte Verhaltensmuster zurück. Somit hat sich meine Nutzung wieder nach einer Woche auf das alte Niveau eingependelt. Die ersten Tage konnte ich meine Nutzung um 20-30% reduzieren. Das wundert mich auch nicht, da ich auch davor relativ bewusst auf meine Nutzung geachtet hatte.

Phase 2 – Twitter deinstallieren

Ich muss gestehen, dass es doch Überwindung kostet, wenn man eine täglich genutzte App vom Smartphone deinstalliert. Es ist wohl auf der einen Seite, die Angst etwas zu verpassen (z.B. einen Tweet von Mark Minervini oder dass Hari eben einen Artikel hochgeladen hat) und auf der anderen Seite die Angst vor einem Kontrollverlust, sich zu sehr von den Märkten zu entfernen.

Ich habe auch gleich die Gelegenheit dazu genutzt, weitere nicht mehr genutzte Apps sowie u.a. den Amazon-Link vom Home-Bildschirm zu entfernen. Ich kann ja Amazon und Twitter immer noch am Abend am Laptop nutzen. Des Weiteren habe ich mir angewöhnt mehr Trades am Laptop und nicht mehr am Smartphone zu erfassen. Für die Anpassung von Stop Loss und Verkäufen offener Positionen bin ich über die Webanwendung gegangen. Eine verkettete Order mit Stop Buy und Stop Loss ist dort leider nicht möglich. Deshalb wurden diese weiter am Smartphone initial erfasst. Mit der TWS kann ich mich einfach nicht anfreunden, weil zu komplex. Die Smartphone App beinhaltet alles nötige.

In Phase 2 habe ich also sowohl den Trigger auf dem Home-Bildschirm entfernt als auch beim Aufrufen der Twitterinformationen weitere Schritte hinzugefügt. Ich müsste also entweder die Website eingeben oder die App neu installieren. Beflügelt von den positiven Ergebnissen in Form von weniger Bildschirmzeit, habe ich in der Woche darauf gleich mit Phase 3 weitergemacht.

Phase 3 – weitere Apps und Shortcuts entfernen

Sorry Hari. In Phase 3 wurden auch die beiden Links auf Hari Live und ins Forum von Mr. Market gelöscht sowie weitere Links auf diverse Finviz Screener und Index Futures. Mr. Market wurde nur noch am Abend gelesen und zwar am Monitor. Neben dieser Änderung habe ich allgemein Ende November und im Dezember weniger im Trading Depot gehandelt. Phase 3 läuft nun schon 5 Wochen.

Das Ergebnis der Phasen 1 bis 3 kann sich sehen lassen. In den letzten Wochen liegt die tägliche Bildschirmzeit in Summe bei rund 40 Minuten. Ziehe ich die grauen Balken, Telefonate, Navi, usw. ab, liege ich effektiv bei rund 20 Minuten pro Tag für Emails checken, Nachrichten schreiben und Kurse checken. Ja, die Interactive Brokers App nutze ich immer noch am Smartphone und nimmt im Schnitt 10 Minuten pro Tag ein. Deshalb habe ich mich über die Feiertage dazu entschieden noch eine Phase 4 dranzuhängen.

Phase 4 – Börse vom Smartphone eliminieren

Konkret soll die IB App vom Smartphone gelöscht werden. Damit wird das schnell-mal-Kurse-Checken auf dem Smartphone nicht mehr möglich sein und ich werde den IB Key nicht mehr anwenden. Das heißt auch, dass ich mich über die verbleibenden freien Tage mit der TWS anfreunden werde.

Fazit

Das Experiment hat mit Start der Phase 2 seine Wirkung entfaltet. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, dass ich z.B. Twitter über die App oder den Browser auf dem Smartphone aufgerufen habe. Auch bei Mr. Market gab es zumindest in den letzten 4 Wochen keinen solchen Fall. Die Willenskraft reichte bei mir nicht gegen einen Shortcut, aber gegen das umständlichere Aufrufen über den Webbrowser oder Neuinstallation einer App.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich weniger FOMO und Handlungsdruck an der Börse verspüre. Dadurch, dass ich Twitter im Endeffekt gar nicht mehr lese, bekomme ich auch nicht mehr mit, was z.B. Mark Minervini gerade macht oder wer sonst gerade Aktie XY gekauft hat. Ich habe mich für ein Zeitfenster entschieden, zu dem ich handle und das bietet natürlich auch geringere Möglichkeiten ggü. einem Vollprofi.

Der nächste Schritt besteht für mich nun darin zu überdenken, wie ich meine abendliche Routine anpassen kann, da ich über den Tag verteilt weniger Zeit für die Börse aufwende. Aber zuerst wird nach Veröffentlichung dieses Artikels die IB App gelöscht.

Euer Manglegose

Blick in die Zukunft: Das neue Phone ist die Watch



Gestern hat ja Apple seine neuen Smartphones vorgestellt und schnell war die Presse voll mit den Berichten zum -> gesättigten Markt, der Apple in andere Geschäftsfelder zwingt <-.

Nun sind ja bekanntermaßen "Prognosen besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen", aber diese Prognose vom gesättigten Smartphone-Markt wird ja nun so stark überall herumgereicht, dass sie einfach richtig sein muss. Millionen Lemmingen können sich doch nicht irren, oder doch? 😉

Nun, dieser etwas spitze Satz zeigt schon, dass ich da eine ganz andere Sicht habe und diese Sicht möchte mit Ihnen nun teilen und damit zur Diskussion stellen.

Ich erlaube mir also einen Blick in unsere Zukunft 5-10 Jahre von jetzt und bin gespannt, ob Sie diesen Blick teilen können. Wenn ja, wenn ich im Kern richtig liege, eröffnet das nämlich eine ganze Reihe hoch attraktiver Investitionschancen, wir müssen nur auf die richtigen Themen schauen.

Bevor ich meine Erwartung mit Ihnen teile, möchte ich Sie aber bitten den folgenden Artikel zu lesen: -> Apples Abschied vom Handy <-. Den dieser Artikel stach heute für mich aus einem Meer des immer gleichen Geschreibsels heraus, da hatte ich mal das Gefühl, dass ein Redakteur das eigene Hirn angeschaltet hat, statt nur die immer gleichen Standardsätze nachzuplappern.

Aber der Autor geht in meinen Augen nicht konsequent weit genug und das will ich nun tun.

Smartphones heißen Smartphones, weil sie ursprünglich um die Funktion des Telefonierens, also den kommunikativen Kontakt, herum gebaut wurden - was Videotelefonie durchaus einschliesst. Heute schon sind "Smartphones" aber viel mehr, es sind eigentlich kleine, mobile Computer und auch leistungsfähige Spiele kommen mit der aktuellen Generation endlich in Reichweite, siehe unter anderem -> Elder Scrolls Blades <- das gezielt für IOS und Android entwickelt wurde.

Diese Entwicklung wird massiv fortschreiten und sich weiter beschleunigen und mit zwei weiteren, schon weit fortgeschrittenen Entwicklungen zu einer disruptiven Veränderung der Welt der "Personal Computer" führen. Einer Veränderung, die so in aller Schärfe die Mehrheit noch nicht auf dem Radar hat.

Gemeint ist damit erstens die digitale Übertragung von Bildschirmsignalen über kurze Strecken per Funk. Schon heute -> geht das <-, das Thema ist aber noch nicht standardisiert und leistungsfähig genug - das wird aber kommen.

In der Zukunft braucht es also keine feste Verbindung zwischen Computer und Display mehr wie beim klassischen Notebook, sondern ein mobiler Computer - heute "Smartphone" genannt - kann über kurze Strecke auf jedem Riesendisplay seine Inhalte anzeigen - ohne Kabel.

Zweitens ist es die fortschreitende Spracheingabe, die die Verwendung von Tastaturen zunehmend zurück drängen und bis auf Spezialanwendungen ablösen wird.

Beides zusammen führt zu folgender ersten Behauptung:

In 10 Jahren von jetzt, wird es weder klassische PCs mit ihren großen Gehäusen, noch klassische Notebooks mehr geben. Das was wir heute "Computer" nennen, wird ausgestorben sein.

An diese Stelle treten "Persönliche Smartdevices" im Formfaktor heutiger Smartphones mit eigenem Display, die sich mit jedem größeren Display oder wahlweise Datenbrillen per Kurzstrecken-Funk verbinden lassen, um mehr Übersichtlichkeit bei der professionellen Arbeit zu erzielen. Die Eingabe erfolgt standardmässig per Spracheingabe, für Spezialfälle kann eine Tastatur eingeblendet werden.

Das was Sie heute "Smartphone" nennen, wird also ein noch viel leistungsfähigerer Computer sein, den Sie irgendwo hinlegen und mit einem optischen Darstellungsdevice Ihrer Wahl damit arbeiten. Keine Kabel, keine Mäuse, keine Tasturen. Vielleicht Fingergesten "in der Luft", die dann wie eine Maus funktionieren.

Nun werden einige einwenden, dass die leistungsfähigsten Grafiklösungen immer ein Kühlungsproblem haben, das Argument zieht aber in meinen Augen nicht. Erstens ist es ja schon heute so, dass wir nur über ein paar Jahre Fortschritt reden, bis das was gestern noch aktiv mit Lüftern gekühlt in zwei Slots eines PCs thronte, in gleicher Leistung in einem Smartphone zu finden ist. Schauen Sie sich die Leistungsfähigkeit der Grafikeinheiten der iPhone Xs an, das ist beeindruckend und kann problemlos in den Wettbewerb mit großen Grafikkarten treten, die nun einige Jahre alt sind.

Hinzu kommt aber, dass die Not für mehr Grafikleistung mMn langsam abflachen wird, weil mehr als 4K für das menschliche Auge sowieso keinen Unterschied mehr macht. Sicher dann wird 3D kommen und andere Themen wie aktuell Raytracing, aber ich gehe schon davon aus, dass der Vorsprung "aktiv gekühlter" Grafikeinheiten mit immer kleineren Produktionsverfahren langsam schwindet und letztlich kein Kaufkriteríum für normale Consumer-Anwendungen mehr darstellen wird. Nur noch Spezialanwendungen werden einen aktiv gekühlten Chip benötigen.

In dieser Welt in 10 Jahren sind "Computer" also mobile Schnittstellen zur Dateneingabe und Ausgabe im Smartphone-Formfaktor, mit genügend Leistungskraft für alles, was ein normaler Anwender braucht. Unser "Notebook", unseren "PC" werden wir also immer "am Mann" haben und damit weit flexibler sein als heute. Wer ein eigenes, größeres Display im Stil eines heutigen Notebooks dazu braucht, nimmt dann halt etwas mit, was einem heutigen Tablet ähnelt und faltbar sein wird.

*Das* ist in meinen Augen die Zukunft der heutigen "Smartphones", sie werden Notebooks und PCs ablösen und auf diesem Pfad gibt es so viel Bedarf und so viel Wachstum, dass das Gerede vom "gesättigten Markt" nur von denen kommt, denen die Phantasie fehlt sich vorzustellen, wie ein Markt disruptiv umdefiniert werden kann.

Was ist aber mit dem Telefon? Ganz einfach, hier kommt die zweite Behauptung:

Schon heute ist die "Apple Watch", das intelligente Wearable also, das neue "Phone". Praktisch alle Funktionen die die ersten Generationen von Smartphones hatten, sind gleichwertig oder besser in einer Apple Watch abgebildet.

Und der Verlust einer Tastatur wird um so weniger problematisch, wie die Spracheingabe sich fortentwickelt.

Alle klassischen Funktionen eines "Phones" also, können Wearables besser und mobiler abbilden, ideal kombiniert mit fortgeschrittenen "Datenbrillen", die dann vor einem Auge ein Videobild einblenden, während man mit dem anderen Auge normal die Umgebung sieht.

Diese "Phones" müssen dann auch keine Uhr mehr sein, zusammen mit einer Datenbrille, ist die ComBadge auf der Jacke auch nicht so die schlechte Idee. Make it so!

Aber wo auch immer diese "Wearables" dann getragen werden - irgendwann dann auch sicher implantiert - sie sind problemlos in der Lage, die normalen Kommunikationsanforderungen abzuwickeln, die man mit einem "Phone" inklusive Kalender und Kontaktdatenbank assoziiert.

Fazit:

In meinen Augen haben zwei zentrale Entwicklungslinien schon begonnen, die noch viele Iterationen vor sich haben.

Auf der einen Seite wird das was wir "Computer" bzw Notebook nennen, in einem mobilen Formfaktor konsolidieren, der große Ähnlichkeiten mit heutigen Smartphones haben wird.

Auf der anderen Seite wird das wofür "Smartphones" eigentlich entwickelt wurden - Kommunikation und Basisfunktionen wie Kalender und Adressdaten - von Wearables wie der "Apple Watch" übernommen, angereichert um all das was mit sehr Persönlichem wie Gesundheit und Fitness zu tun hat.

Beide Entwicklungspfade haben noch viele Iterationen vor sich und sind alles anderes als "gesättigt". Gesättigt ist nur die Vorstellungskraft der Mehrheit, die dazu neigt sich Zukunft einfach als Fortsetzung der Gegenwart vorzustellen.

Lassen Sie uns mal darüber diskutieren.

Ihr Hari

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Apple Pay und die Kreditkarten – Das Ende für Mastercard, Visa und Co.?

Der folgende Beitrag erschien schon letzte Woche Freitag 30.01.15 09:30 in Hari Live

Ich möchte heute mal ein strategisches Thema adressieren und zwar Apple Pay und ähnliche Dienste wie Google Wallet und ihre langfristigen Auswirkungen in den kommenden Jahren. Und damit im Zusammenhang die Frage, ob wir bei den grossen Kreditkartengesellschaften vielleicht gerade eine historische Top-Bildung erleben und es von nun an nur noch nach unten gehen wird.

Schauen wir zunächst einmal auf den Status von Apple Pay, dargestellt unter anderem hier:
-> Tim Cook: 2015 wird das Jahr von Apple Pay <-.

Sie sehen, in den US scheint der Dienst wirklich Fahrt aufzunehmen und ein Erfolg scheint absehbar. Dass wir hier in Europa davon noch nicht viel merken ist ganz normal, was sich in den US durchsetzt, schwappt dann 1-2 Jahre später auch hierher.

Apple steigt logischerweise durch Kooperationen in den Markt ein und dockt sich sozusagen an alle Bezahldienstleister an. So bekommt man einen perfekten Markteinstieg.

Die Frage ist aber, was passiert, wenn Apple Pay mal in ein paar Jahren etabliert ist? Aus Sicht des Endkunden sieht der dann nur noch sein Apple Device und bezahlt damit. Braucht es dann im Hintergrund immer noch Kreditkartenunternehmen, ausser als reine, margenschwache Abwickler? Ist Apple Pay nicht ein trojanisches Pferd, dass die Kreditkartenbranche am Ende wie bei Alien von innen her kannibalisieren wird?

Die Kreditkartenbranche ist dabei besonders angreifbar, weil sie mit hohen Gebühren operiert, die dem Handel eigentlich ein Dorn im Auge sind. Was wird wohl passieren, wenn 90% der Menschen mit ihren Smartphones bezahlen und die Riesen wie Apple und Google dann den gesamten Prozess selbst organisieren und so die Margen der Kreditkartenkonzerne zwischen Handel und sich aufteilen?

Den direkten Zugang zum Endkunden haben die Kreditkartenunternehmen dann schon verloren, denn der hat keine Karte mehr in der Hand mit der er bezahlt und sieht nur noch sein Smartphone. Der Rest sind irgendwelche Dienste und Verträge im Hintergrund, für die sich der Endkunde nicht mehr interessiert.

Sicher wird eine Apple nicht den ganzen Zahlungsverkehr neu aufbauen wollen, das braucht sie aber auch nicht und greift auf spezialisierte Dienstleister zu, die die Kreditkarten-Unternehmen dann immer noch sein dürfen. Wer aber keinen Zugang zum Endkunden mehr hat und sich gleichzeitig auch nicht unentbehrlich machen kann, wird entweder unter massiven Margendruck geraten oder schlicht vom Markt verschwinden.

Schauen wir auf die langfristigen Charts der grossen Kreditkartenkonzerne, sehen wir durchweg, welch gigantische Rally diese seit 2011 hingelegt haben. Die Titel notieren auf historischen Hochs und haben massiv vom Aufstieg des E-Commerce profitiert.

V 2

MA 2

axp 2

Schauen wir aber auf die mittelfristigen Charts, sehen wir durchweg die Strukturen einer Topbildung, egal ob bei Visa (VA), Mastercard (MA) oder American Express (AXP). Und das ist besonders bemerkenswert zu einem Zeitpunkt, wo die Stimmung der Verbraucher in den US zunehmend gut wird und Retail boomt.

V 30.01.15

MA 30.01.15

AXP 30.01.15

Nun hat auch der starke Dollar zuletzt zu diesem Problem beigetragen und die Gewinne der US Unternehmen wie AXP verhagelt. Und Visa hat gestern eigentlich ganz gute Zahlen geliefert - Mastercard ist heute dran.

Trotzdem finde ich eine Frage hoch spannend und die ist, ob wir hier nicht Zeuge einer historischen Topbildung sind, von der es für die Konzerne in den kommenden Jahren prinzipiell nur noch abwärts geht. Der Aufstieg der Smartphone-basierten Zahldienste wäre dafür der Katalysator.

Ich weiss nicht, ob es so kommen wird. Ich habe aber diesen Gedanken und bin interessiert, dazu Ihre Meinung im Forum zu hören.

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Charts des Sommers – US Biotechnologie – Von einer anderen Welt

Heute werfen wir bei den Charts des Sommers einen Blick auf das US Biotechnologie Segment. Während hier in Deutschland die viel zu kleinen und eher unterkapitalisierten Unternehmen eher vor sich hin krebsen, wurde in den US der grosse Kursturbo gezündet, angeführt von Schwergewichten wie Gilead Sciences (WKN 885823).

Ich zeige Ihnen die Entwicklung des Sektors anhand des US ETFs IBB. "The Sky is (not) the Limit" kann man da nur sagen:

IBB 16.07.13

Auch diese Entwicklung ist an den meisten deutschen Anlegern vorbei gegangen, die sich in der Zeit lieber mit der Commerzbank-Aktie und anderen "Fallen Angels" mit ihren vergangenen Geschäftsmodellen vergnügt haben.

Dabei existiert da direkt vor unserer Nase ein neuer langfristiger Bullenmarkt, der das Potential hat "der" Bullenmarkt des 21. Jahrhunderts zu werden. Denn die Fortschritte die im Bereich Biotech gemacht werden, sind teilweise beeindruckend und ich versteige mich hier sogar zu der Vermutung, dass ich zu der letzten Generation der Menschheit gehöre, die noch regulär im normalen hohen Alter sterben wird.

Wer es sich leisten kann, wird vielleicht schon in wenigen Jahrzehnten weitgehend gesund ein dreistelliges Alter erreichen können. Und das wird die Welt umkrempeln. Es wird neue Chancen und neue Risiken generieren. Es werden daraus grosse Vorteile und grosse Nachteile erwachsen. Die Logik des alten "Erwerbslebens" wird in Folge nicht mehr funktionieren. Und es wird deswegen soziale Verwerfungen geben und möglicherweise auch bewaffnete Konflikte um den Zugang zu lebensverlängernden Methoden. Das Zeitalter des technologisch "verbesserten" Menschen steht auf jeden Fall kurz bevor. Und auch wenn es mit Sicherheit eine grosse, emotionale Ablehnungsfront dagegen geben wird - jeder denkt dann direkt an Frankenstein - werden sich die Vorteile, die das Individuum daraus generiert, letztlich durchsetzen.

Ist das eine "schöne" oder "bessere" Welt als heute ? Nein, nicht notwendigerweise, weder das eine noch das andere, einfach eine "andere". So war es mit dem Fortschritt schon immer. Ich kenne das Frösteln, das viele zB bei dem Gedanken an "Human Enhancement" empfinden und ich kann das gut nachempfinden, auch ich habe da ein komisches Gefühl und denke direkt an StarTrek und Khan Noonien Singh. Aber dieses Frösteln und die Angst vor einer anderen Welt als der, die man selber versteht, haben die Menschen ebenso empfunden als das "Feuerross" durch die Prärie fuhr, wie es heute auch ältere Menschen empfinden, die in der Welt der Apps und Gadgets nicht mehr zurecht kommen. Und auch heute gilt, die heutige Welt ist nicht notwendigerweise besser als die unserer Grosseltern, sie ist aber auch nicht perse schlechter, sie ist anders. Die moralische Integrität der handelnden Menschen ist sowieso der weit wichtigere Faktor für eine lebenswerte Welt, als die Frage mit welcher Technologie sie das tun.

Und mitten drin in dieser Entwicklung stehen auf der einen Seite die Biotech Firmen. Und auf der anderen Seite die Unternehmen, die im Sinne Cyborg, elektronische Tools mit dem menschlichen Körper verbinden. Auch diese Entwicklung ist schon im Gange und gerade in der jungen Generation gibt es vielfach eher wenig Ablehnung beim Gedanken an nützliche Implantante, es hat sich sogar schon so etwas wie eine Ästhetik für diese Art "verbesserter" Menschen entwickelt.

Aber wie auch immer man dazu steht - ich gehöre mit meiner vorsichtig, skeptischen Offenheit da sicher eher zu einer Minderheit, der Konsens gerade in Deutschland dürfte totale Ablehnung sein - diese Entwicklung wird in meinen Augen mit hoher Sicherheit einer der bedeutendsten Trends des laufenden Jahrhunderts werden. Am Ende wird wohl eine andere gesellschaftliche Definition von "Mensch" stehen, als wir sie heute haben. Und die Biotech Industrie wird auch ihren Anteil an dieser Entwicklung haben und dabei jede Menge Geld verdienen.

Jetzt ist das eher noch Zukunftsmusik und die heutige Biotech-Industrie kann man eher noch als klassische "Arzneimittel-Industrie" beschreiben. Ich wollte mit den obigen Gedanken auch nur klar machen, welche massiven, lang laufenden Trends hinter diesem Thema stehen. Ein Thema, dem sich die Menschheit so oder so in diesem Jahrhundert wird stellen müssen.

Wer aber heute in einem langfristigen Bullenmarkt sein will, in dem es noch primär um die Heilung von Krankheiten geht und der insofern moralisch unbedenklich ist, kommt um den Biotech-Sektor einfach nicht herum. Natürlich wird es immer wieder scharfe Korrekturen geben, vielleicht schon morgen. Und ob heute der ideale Zeitpunkt ist um in den Markt einzusteigen, darf nach diesem Anstieg bezweifelt werden. Aber irgendwann sollte man wohl den Einstieg finden.

Da es in Deutschland (noch) keine spezialisierten ETFs gibt, erscheint mir dabei die Aktie von BB Biotech (WKN: A0NFN3) noch die sinnvollste Alternative, letztlich handelt es sich bei der Aktie vom Charakter her um einen von Branchenspezialisten aktiv gemanagten Fond.

Wert beobachtet zu werden ist dieser Sektor aber allemal. Da spielt die Zukunft und wir hier im Premium-Bereich von Mr-Market, werden uns dem Thema regelmässig widmen.

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Gold, GDX, Telekom Sektor, Yen, DAX, Nokia – Beobachtungen des Tages – 10.01.13

Heute nachmittag, kurz vor Handelsschluss im DAX und mitten im Wallstreet Handel, will ich mit Ihnen ein paar kurze Beobachtungen des Tages in Stichworten teilen, insbesondere zu Gold, dem GDX und den Telekom Werten.

(1) Gold und Goldminen (GDX)

Der gestern in den Live-Tips kommunizierte "Buying on Weakness" Print bei diversen ETFs - der erste dieser Art seit Monaten - hatte erneut prognostizierende Wirkung. Zum Handelsstart nimmt der Sektor zum ersten Mal seit Wochen Fahrt auf und hat die Gewinne in den ersten 90 Minuten bisher nicht abgegeben. Sollte diese Stärke bis zum Schluss halten, haben wir eine gute Wahrscheinlichkeit für eine bedeutende Wende. Der Sektor ist dermassen verprügelt, dass hier nun das Potential für erhebliches Upside existiert.

(2) Telekom Sektor

Schon seit Tagen zeigen diverse der massiv verprügelten Telekom Konzerne - denken Sie nur an KPN (WKN 890963) 😉 - deutliche Lebenszeichen. Mit der gestrigen Meldung der Financial Times, nach der in einem Treffen der CEOs bei EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia die Idee eines Zusammenschlusses der nationalen Netze geboren worden sein soll, hat der Sektor nun endgültig - nach Jahren der Perspektivlosigkeit - die Chance auf neue Phantasie.

Es könnte also ein guter Zeitpunkt sein, da mal genauer hinzuschauen. Ein brauchbarer ETF um den ganzen Sektor zu spielen, könnte der iShares STOXX Europe 600 Telecommunications (WKN A0H08R) sein. Der ETF schüttet aus, letzte Dividende 6,7%.

(3) Yen Abwertung

Der Euro steigt zum Yen weiter, das Chart von EURJPY sieht langsam bedrohlich aus. 😉 Schien es gestern noch so, als würde nun erst einmal eine kleine Korrektur einsetzen, schiebt EURJPY heute schon wieder massiv hoch. Der Long Nikkei Trade in Yen ist also weiterhin voll aktiv. Geniessen und die Stops nachziehen, lautet hier das Motto.

(4) DAX und die 8000er Marke

Die gestern in der Marktanalyse geäusserte Erwartung, dass noch ein Schub im DAX bevor steht, scheint mit der inneren Stärke des heutigen Tages bestätigt. Trotzdem rechne ich durchaus noch mit ein paar Tagen Konsolidierung und auch mal wieder ein "ShakeOut" Tag nach unten wäre durchaus gesund. Der DAX braucht das nun einfach um wieder richtig Kraft zu tanken. Als sehr enger Stop bietet sich im DAX nun die Zone unter dem Tief der letzten Tage bei 7681 an. Damit kann nach unten wenig passieren und nach oben sind 8000 im Januar durchaus vorstellbar. Wer es weiter mag, sollte die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung zum Jahresende bei knapp unter 7600 im Auge behalten. Wenn diese nicht halten, steht die Rally in Frage.

(5) Nokias überraschendes Zahlenwerk

Die vom Markt mit zeitweise 16% Plus aufgenommene Vorab-Meldung von Nokia zu den Q4 Zahlen, ist lange nicht so sensationell, wie sie in Anbetracht des heutigen Anstiegs wirkte. Die massive Bewegung entstand vielmehr durch Timing. Noch vor 3 Tagen hatte Nokia mit 3,3€ erneut das Hoch vom 19.12. erreicht. Dann setzte eine Korrektur ein, die Nokia in kurzer Zeit um 10% nach unten bewegte. Diese Korrektur war nicht untypisch, es gab zwar nicht wirklich belastbare Nachrichten, aber in Angesicht der hohen Gewinne und dem näher kommenden Tag der Wahrheit mit den echten Zahlen am 24.01.13, haben viele wohl lieber Gewinne mitgenommen. Man kann es also eine "Hasenfuss"-Korrektur aus reiner Vorsicht nennen.

Die nun genannten Zahlen zerschlugen diese Bewegung und erwischten den sich in einer Korrektur einrichtenden Markt völlig auf dem falschen Fuss. Insbesondere die Gewinnentwicklung bei Nokia Siemens Network (NSN) ist bemerkenswert. Nach einer kurzen Übertreibung hat der Markt aber damit nur wieder die 3,3€ erreicht. So spektakulär die Bewegung heute aussah, am Ende sind wir wieder da, wo wir schon am Montag waren.

Die wirkliche Entscheidung fällt nach wie vor am 24.01.13, wenn wir endlich erfahren ob Nokia im Kerngeschäft bei den Smartphones wirklich Tritt gefasst hat. Allerdings kann man nach den heutigen Zahlen eine sehr positive Aussage treffen. War bisher durchaus auch die Existenz von Nokia in Frage gestellt, falls das Unternehmen das Ausbluten durch die Verluste hätte nicht stoppen können, deutet der nun bekannt gegebene kleine Q4 Gewinn im Kerngeschäft und die Stabilisierung bei NSN darauf hin, dass diese Grundsatzfrage vom Tisch ist. Damit kann man Nokia eher wieder ernsthaft, abseits von kurzfristigen Trades, ins Auge fassen. Und das ist dann schon ein bedeutender Fortschritt !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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Nokia – neutral und abwartend

Auf mehrfachen Wunsch ein kurzer Kommentar zu Nokia:

Nokia (WKN 870737) lieferte heute schwache Zahlen, die aber vom Markt positiv aufgenommen wurden, weil sie wohl noch schwächer erwartet wurden.

Man sieht an Nokia in meinen Augen erneut, dass der Markt kein faires Spielfeld ist. Denn ich habe mich ja wie hier geschrieben schon seit letztem Jahr gefragt, warum der Nokia Kurs von 5€ zurück kommt, ohne das es irgend welche belastbaren, offiziellen Aussagen zu den Umsatzzahlen mit den neuen Lumia Smartphones gab. Und wie Sie wissen, halte ich mich in solchen Situationen immer lieber raus, denn wenn der Kurs nicht macht was ich eigentlich erwarte, kann es sein das dem Unternehmen nahe stehende Marktteilnehmer etwas wissen, was ich als Aussenstehender eben nicht weiss. Deshalb habe ich meine Nokia Positionen auch schon Ende letzten Jahres im Bereich knapp oberhalb 4€ aufgelöst und lieber einen kleinen Verlust realisiert, als weiter im Dunkeln zu fischen.

Im Nachhinein halte ich es daher persönlich für gut möglich, dass das Wissen um die Umsätze schon vorher in den Markt diffundiert ist. Zumindest wäre das eine vernünftige Erklärung für die Schwäche seit November letzten Jahres. Dazu braucht es gar keine Insiderlecks im rechtlichen Sinne und ich will da auch niemandem etwas unterstellen. Denn es reicht schon, dass Markteilnehmer die dem Unternehmen nahe stehen, einfach ganz legal die Informations-Bruchstücke die an ihnen vorbei gehen richtig zusammen setzen.

Denn alleine die verschiedenen Provider haben schon einen hervorragenden Überblick über den Erfolg von Modellen im Massenmarkt und auch aus den Ergebnissen der Chiplieferanten wie Texas Instruments oder ST Micro kann man eine Menge über Nokias Absatz schliessen. Man muss diese Daten halt nur früher haben als die anderen. Der Kreis der Marktteilnehmer mit Wissensvorsprung gegenüber uns normalen Anlegern, ist bei Handyherstellern deswegen immer besonders gross. Erfolg am Markt ist nun mal ein Kampf um kleine Wissensvorsprünge und der Gegner auf der anderen Seite des Trades ist ja auch nicht dumm. Wie heisst es so schön von Warren Buffet: "Investing is simple, but not easy ...."

Nokias CEO Elop hat mich auf jeden Fall mit seinen Aussagen heute nicht richtig überzeugt, für mich hörte sich das heute mehr wie Durchhalteparolen an. Ich bin zwar weiter davon überzeugt, dass Nokia mit 4€ aufgrund seines inneren Wertes (Marke, Patente etc) zu billig gehandelt wird. Und ich kann mir immer noch vorstellen, dass Nokia mit der Lumia Linie Erfolg hat, denn die Smartphones sind in meinen Augen objektiv gut und echte "Handschmeichler".

Solange ich aber nicht sehe, dass die Strategie zu wachsenden Marktanteilen führt, bleibe ich nun erst einmal an der Seitenlinie. In unsicherer Nachrichtenlage ohne klaren "Edge", macht es für mich keinen Sinn den Helden zu spielen. Und der Markt ist im Moment doch voll von klaren, eindeutigen Ausbrüchen aus Wendeformationen, da muss ich mein Kapital aktuell nicht in dieses trübe Wasser stecken.

Was Nokia angeht, schaue ich also mit einem Auge noch zu, warte ansonsten aber einfach ab.