Hari Live Stream 23.09.21

The new Normal ZH2

Sie haben seit Montag erlebt, wie ich meine Erwartungshaltung dem Spiel auf dem Platz langsam Schritt für Schritt angepasst habe.

Bin ich am Montag noch mit Präferenz davon ausgegangen, dass nach Bruch der 50-Tage-Linie von einer Abwärtsbewegung bis zur 4.200er Unterstützung im SPX auszugehen war, so hat sich diese Erwartung Zug um Zug in Richtung eines erneuten "V" verändert, einfach weil der Markt halt machte was er machte.

Gestern habe ich das dann wie folgt zusammengefasst:

Summa Summarum ist eine fortgesetzte Korrektur immer noch gut möglich, aber nicht mehr eindeutig zu präferieren, es wird zunehmend denkbar, dass wir uns von hier doch wieder nach oben bewegen.

Und heute? Heute bewegt sich der SPX weiter nach oben, *obwohl* die FED gestern sogar minimal konkreter zum Tapering wurde und insofern jetzt nicht die Ultrataube gegeben hat:

Der Markt unterstreicht damit seine Botschaft und James DePorre hat -> hier <- auch die passenden Worte dazu und beschreibt das "New Normal":

The traditional theory in technical analysis is that the market tends to retest lows before a bottom is formed. The logic is that trapped longs will use strength to escape their recent miseries, and that will cause the first bounce to fail. In addition, aggressive shorts also look to press their positions into the first bounce.

For a variety of reasons, this logic seems to not work like it used to. It probably is due in large part to programs that are conditioned to buy dips and other structural reasons that have changed the nature of the market.

Man muss sich auch mal diesen Swing in der medialen Berichterstattung klarmachen. Musste ich am Montag noch gegen Evergrande-Crash-Gerede angehen, damit sie nicht unnötig in Panik verfallen, muss ich nun feststellen dass selbst ich dabei noch zu defensiv war. Lol!

Wenn wir jetzt mal auf den SPY im Daily schauen, ist klar dass er genau hier an der 50-Tage-Linie - da wo wir gerade sind - durchaus noch zurückfallen könnte, weil wir dann immer noch einen Abwärtstrend haben. Wenn der SPY aber heute auch da durchpowered, dann liegt die Korrektur schon hinter uns:

Den in meinen Augen sinnvollsten Weg mit diesen ganz typischen Fragezeichen umzugehen, habe ich ihnen schon -> am Dienstag Abend antizipierend genannt. <-. Leses sie noch einmal meine Worte:

Dieser Pop müsste nun abverkauft werden, um das Abwärtsmomentum zu erhalten. Je länger das nicht passiert, desto mehr werden sich wieder einkaufen, weil es ja kein Geheimnis ist, dass diese Korrektur potentiell eine Chance zum Jahresende generiert.

So schafft sich die Erwartung dann reflexiv ihre eigene Wirklichkeit, man kauft zögerlich, die Kurse steigen, man wird sicherer und kauft mehr, die Kurse steigen mehr. So entstehen in den letzten Jahren dieses "V"s aus zögerlichen Wenden, ein Spiel das wir nun schon oft genug erlebt haben, um es zu erkennen.

Zu diesem Spiel gehört aber auch, dass man es erst dann weiss, wenn der Rebound schon fast wieder die alten Niveaus erreicht hat. Weswegen uns niemand die Frage abnehmen kann, ob wir jetzt schon scheibchenweise den Dip kaufen wollen oder fest von weiteren Abgaben ausgehen wollen.

Da ich weiter fest davon ausgehe, dass diese Korrektur zum Jahresende eine Chance generiert, auch wenn sie jetzt noch 5% tiefer gehen sollte, wäre ein selektiver Einkauf in Scheiben rational absolut zu rechtfertigen.

So weit für heute, mehr fällt mir da nicht ein. Ich kann nur raten sich die Aktien zurechtzulegen, die sie zum Jahresende haben wollen, dann zeichnen sie da wichtige Unterstützungsniveaus ein und wenn die nach Korrektur denen nun sogar nahe sind, dann warum nicht mal was wagen?

Merkels Neujahrsansprache 2022

Ich habe ja schon vor gut 2 Wochen -> hier <- erklärt, warum ich den Ausgang der Bundestagswahl für die Börsen als nicht besonders wichtig erachte, außer es kommt RRG in Reichweite.

Es gibt ja aber noch einen Faktor und der ist völlig unabhängig davon, wie Schwarz, Gelb, Rot und Grün dann am Ende in einer 3er Koalition zusammengepusselt werden. Und das ist die Handlungsfähigkeit einer Regierung generell, genug zu tun gibt es ja.

Bei diesem Thema haben wir heute einen schweren Schlag bekommen, der offensichtlich ein wenig untergegangen ist. Denn der Kühnert Kevin, der heimliche Parteichef, stellt eine -> erneute Mitgliederbefragung <- in den Raum, die dann einen möglichen Koalitionsvertrag absegnen soll.

Auf den ersten Blick liest sich das ja ganz harmlos, direkte Demokratie und so, kann doch niemand etwas dagegen haben. Oder?

Oh doch, jede Menge. Wir haben bewusst eine repräsentative Demokratie, damit die Abgeordneten dann etwas aushandeln können, weil sie das Mandat ihrer Wähler dafür haben. Von einem Veto sonstiger Parteigenossen stand da glaube ich nichts im Wahlrecht.

Natürlich macht Kühnert das mit Hintergedanken, denn dann werden die Mitglieder befragt, die Esken und Borjans wollten und Scholz als Parteichef eine Abfuhr erteilt haben. Jeder der die SPD wegen Scholz wählen will, weil er glaubt eine neue Helmut Schmidt SPD zu bekommen - die es nicht mehr gibt - sollte sich klarmachen, dass hier der wahre Koch Kühnert dem Kellner Scholz gerade seinen Platz zuweist.

Aber völlig unabhängig von diesen parteiinternen Machtspielen, muss man sich mal klarmachen, was das aus Sicht der anderen Koalitionspartner und des Landes bedeutet. Die Verhandlungen werden schwer genug und jeder wird da Kröten fressen müssen.

Jetzt stellen wir uns das mal aus der Sicht der FDP (Lindner) vor, der einen klaren Auftrag seiner Partei zur Führung hat, im Gegensatz zu Scholz. Der ringt nun also bei der "Ampel" wochenlang mit seinen Partnern Scholz und Habeck und alle müssen Kreide fressen und Unangenehmes akzeptieren. Dann hat man das ausgehandelt und dann passiert was? Dann strecken die Parteimitglieder und Funktionäre der SPD dem Ganzen die Zunge heraus? Hallo?

Und was passiert eigentlich mit dem Land, wenn sich dann auch FDP, CDU und Grüne dieses Recht herausnehmen und damit die repräsentative Wahl außer Kraft setzen, weil am Ende nicht die Wähler sondern Parteimitglieder entscheiden?

Fakt ist, wenn die SPD ernsthaft ein Ergebnis von Koalitionsverhandlungen - das in jedem Fall (außer bei RRGs Wolkenkuckucksheim) für die Funktionäre schmerzhaft sein wird - von diesen abhängig machen will, dann muss ein FDP Chef mit Selbstachtung Scholz eigentlich gleich den Bettel hinwerfen und sagen: Ich verhandele mit Dir erst, wenn Du überhaupt ein volles Mandat Deiner Partei dafür hast.

Eine "Verhandlung" mit jemandem der kein Mandat zum verbindlichen Abschluß hat ist lächerlich und kann niemand mit Selbstachtung ernsthaft führen.

Konnte ich klarmachen, was für eine Sprengkraft diese kleine Meldung hat und was da für ein Spiel hinter den Kulissen gespielt wird?

Eines ist auf jeden Fall klar, so macht eine geschäftsführende Kanzlerin Merkel auch noch die Neujahresansprache 2022 und daher der Titel dieses Kommentars. Das würde die Börse nicht so mögen, die mag keine Unsicherheit.

Erneuter Fakeout DAX ZH3

Ein Blick auf den DAX offenbart einen erneuten Fakeout unter die Unterstützung, der nun schon wieder aufgeholt ist.

Wer wissen will wie es vielleicht weitergeht, kann auf Ende Juli nach dem letzten derartigen Fakeout schauen. Ein wenig Seitwärtsgezappel, dann ging es oben aus der Konsolidierung heraus:

Macht mich wütend

Noch etwas zur aktuellen Politik, es macht mich immens wütend diesen Hungerstreik-Erpressungsversuch vor dem Reichstag/Kanzleramt zu sehen und wie man auf diese Art und Weise mediale Aufmerksamkeit erzwingen kann.

Vor ein paar Tagen war hier mal ein einfühlsamer Hintergrundartikel, der die Denkstrukturen dieser Sekte offenlegt und aufzeigt, wie die sich das weitere Vorgehen vorstellen. Die Demokratie wird da gleich mit entsorgt, weil sie selber "erleuchtet" sind und soll durch "Bürgerräte" ersetzt werden. "Räte" ... hatten wir schon mal.

-> Hungerstreik der "letzten Generation" - Der Glaube an die Apokalypse <-

Mich macht das sehr wütend, aber nicht auf diese manipulierten und fehlgeleiteten Jugendlichen. Schuldig fühlen müssten sich alle, die Kindern solche Wahnvorstellungen in den Kopf gesetzt haben, dass sie keine Zukunft mehr hätten. Was ein Irrsinn, ebenso wie der Glaube, eine Gesellschaft so erpressen zu können.

In der Geschichte hat es schon immer Sekten gegeben, die ihre Anhänger einer derartigen Gehirnwäsche unterzogen haben, dass die bereit waren ihr junges, wertvolles Leben wegzuwerfen - oft mit der Ankündigung des unvermeidlichen Weltuntergangs. Alles schon dagewesen und immer gleich widerlich.

Nicht anderes passiert psychologisch hier in den Köpfen, das angenommene, unvermeidbare Armageddon, ist nichts weiter als eine weitere Sekte in einer langen Liste. Passend dazu wird auch gleich die Demokratie über Bord geworfen, ein kleiner erlauchter Kreis hat halt erkannt was zu tun ist und muss die Macht übernehmen, ist bei Scientology auch nicht anders.

Auch wenn man um das Weltklima sehr besorgt ist, bleibt selbst im schlimmsten aller Szenarien Faktum, dass wer heute 20 ist, noch ein langes, langes glückliches Leben vor sich hat. Mich macht es wütend das zu sehen, hier wird ein Verbrechen verübt an der jungen Generation. Aber von denen, die mit apokalyptischem Gerede solchen Irrsinn in die noch wackeligen Hirne pflanzen.

Ich erinnere mich noch wie ich als Kind irgendwann in den 70ern im ÖRR eine "Doku" zum Club of Rome im Fernsehen gesehen habe, die mir deutlich gesagt hat, dass ich keine Zukunft hätte und mein früher Tod wahrscheinlich wäre. Ernsthaft, genau so wurde das von diesen Armleuchtern damals dargestellt!

Ich habe damals tatsächlich "ich will noch nicht sterben" im Bett geweint, ja auch ernsthaft. Geweint, es hat mich schwer getroffen, glücklicherweise hatte ich Eltern, die das nicht verstärkt sondern gedämpt haben und so konnte ich das hinter mir lassen. Umso wütender bin ich danach auf diese Propheten Armageddons geworden. Widerlich.

Und dann lese ich -> solche Studien <- nach denen 60 Prozent der jungen Generation im Alter von 16 bis 25 Jahren unter Zukunftsängsten leiden und 56 Prozent glauben, dass die Menschheit „dem Untergang geweiht“ sei. Da bleibt nur Fassungslosigkeit, was da mit einer ganzen Generation gemacht wurde.

Unser Sohn hat keine Zukunftsängste und freut sich an seinem Leben, obwohl ich ihm genau solche Berichte auch zum Lesen gebe und er auch weiss, dass wir mit dem Klima schon ein Problem haben, das wir lösen müssen. Aber der Unterschied ist eben, dass wir ihm Zukunftsmut einpflanzen und Freude am Leben und sonst nichts. Unser Sohn liegt nicht heulend im Bett keine Zukunft zu haben, weil wir ihn dazu erziehen sich von solcher Radikalität nicht anstecken zu lassen und dass es immer ein Morgen und eine Chance gibt.

Ja, hier wird ein Verbrechen begangen. Ein schweres Verbrechen an einer in dem Alter leicht manipulierbaren jungen Generation, der Zukunftsmut und positiver Glaube geraubt wird. Und wenn etwas die Welt verändern kann, dann das.

Hier wird das Fundament für extreme Radikalität gelegt, dabei braucht die Welt Ratio und Tatkraft und nein, sie geht *nicht* unter, selbst wenn die Temperatur um 10 Grad steigen würde! Das hatte die Welt übrigens schon, nannte sich Kreidezeit und Trias, da hat das Leben gewogt und war die Biomasse weit höher als heute.

Das heisst natürlich nicht, dass wir da einfach reinrennen sollten, die Folgen wären lokal so brutal, dass wir das verhindern sollten. Nein wir sollten und brauchen das nicht zuzulassen, weg mit der fossilen Verbrennung!

Aber es gibt keinen Grund vom Weltuntergang zu faseln und sein Leben wegzuwerfen. Schimpf und Schande über die, die diese Kinder und Jugendlichen so indoktriniert haben! Pfui!

Charts des Tages ZH3

Ich nenne das jetzt immer Charts des Tages. Der Schwerpunkt werden weiter Aktien sein, aber ich mische je nach Lage auch mal Anderes herein.

Carnival Corp (CCL)

Kickoff?

Devon Energy (DVN)

Gestern -> hier <- mit der Basis, heute schon kraftvoller Vollzug mit 6% Plus:

General Electric (GE)

Noch ein Kickoff? Technisch ist das erst einmal einfach nur ein Pop, der nicht unbedingt zu weiteren Gewinnen führen muss. Aber mir gefällt der Grund, -> GE beginnt wieder sinnvoll zu acquirieren <-.

Das zeigt, dass bei GE die Krise im Rückspiegel verschwindet und Normalität einkehrt und mit Larry Culp (Danaher) an der Spitze, habe ich auch bei Akquisitionen viel mehr Zutrauen, dass sie punktgenau und sinnvoll sind. Für riesige "Hochzeiten im Himmel" ist Culp nicht bekannt, für punktgenau passende Akquisitionen aber sehr wohl.

Vom Chart her ist das Daily noch indifferent, aber hier bei GE habe ich fundamental nun einen leicht positiven Bias. Auch der muss durch das Spiel auf dem Platz unterlegt und bewiesen werden, aber ich schaue zumindest hoffnungsfroh auf das, was da nun potentiell kommen wird:

Und im Monthly ZH5 sieht es schon arg nach einer Zwischenkonsolidierung aus, die sich nach oben auflösen wird:

Suncor Energy (SU)

Der Öl & Gas-Sektor hat viele schöne Wendeformationen derzeit, hier bei Suncor haben wir noch eine, rein als Beispiel:

Finde ich es gut dass wir diese Ölsande abbauen und ganze Landstriche dafür umgraben? Nein, es wäre mit einer anderen, technologisch orientierten Energiepolitik schon längst unnötig. Aber das Chart sagt klar: Rebound. Das interessiert sich nicht dafür, was ich gut finde.

Expedia (EXPE)

Das Chart sagt uns, dass Delta wohl im Rückspiegel verschwindet. Ich habe schon vor einem Jahr einen massiven Nachhol-Reiseboom nach Covid antizipiert. Ich habe den Eindruck der läuft schon an.

Wir haben schon jetzt im September angefangen unseren Urlaub für kommendes Jahr zu organisieren und viele Lokationen die sonst um die Zeit kein Problem zu buchen sind, sind jetzt schon gut- oder sogar ausgebucht.

Veritone (VERI)

Gestern noch -> Veritone (VERI) und die sich reimende Geschichte <-.

Da habe ich die Chance beschrieben, aber auch auf das noch fehlende Volumensignal hingewiesen und zum Abwarten geraten.

Heute dann BADABUMM!! mit 14% Plus. 😀 Da könnte man nun sagen, "hätte ich doch!"

Ja stimmt, hätte, hätte, Fahrradkette. Es ist aber immer noch richtig so etwas abzuwarten. Nun dürfte das Volumensignal aber kommen und der Auslöser - ein Vertrag mit CBS - sollte auch keine Eintagesfliege sein.

Viel spannender ist die Frage, warum da schon vorher mein Auge hingelenkt wurde. Genau am Tag bevor es "knallt". So genau kann ich das gar nicht sagen, aber geahnt hat es mein Musterblick offensichtlich doch. Faszinierend!

Zu weit gelaufen ZH4

Es gibt Charts, bei denen auch mir nur der Mund aufsteht. Das sind Charts die für mich nicht handelbar sind, weil sie zu extrem verlaufen.

Mit Hapag Lloyd (HLAG) haben wir so ein Chart, ich zeige das bewusst mal linear, um zu zeigen was im Depot da passiert.

Ich weiss, das liegt hier an dem immensen Hebel der Containerpreise, die auf die Gewinne wie ein Hebelzertifikat wirken. Es gibt ein Niveau, auf dem HLAG in die Gewinnzone kommt und jeder Euro mehr Frachtrate, ist dann faktisch purer Gewinn.

Aber so richtig handelbar ist so etwas für mich nicht, zu "verrückt" das Ganze, um es mit meinen Techniken lange genug zu begleiten. Als Lehrbuchbeispiel dass der Satz "zu weit gelaufen" oder "weit genug gefallen" gefährlich ist, dient es aber allemal.

Auch das ist im Markt möglich, nicht vergessen!

Bärenjagd mit FOMO ZH2

Hier ist noch einmal kompakt im SPX Index selber die Darstellung der letzten Korrektur-Tage mit Stundenkerzen.

Sie sehen dass das "V" nun sozusagen die letzte Chance der Bären erreicht hat, in der Price-Action ist aber nichts zu sehen, was nach einer Wende von hier aussieht.

Möglich ist die immer noch, sie wird aber immer weniger wahrscheinlich, langsam schiebt sich das "V" erneut so ins Sichtfeld, dass es nicht mehr zu übersehen ist.

Das ist irgendwie faszinierend und für manche sicher auch frustrierend, die den "idealen" Einstieg in die Jahresendrally gesucht haben. Genau die aber, die nun diese Gedanken haben, sind nun das "Futter" das dieses "V" treibt.

Denn die bekommen nun FOMO und müssen nachhechten, womit sie die Kurse weiter treiben. Ein gnadenloser Mechanismus, der aber nur aus einem Grund möglich ist, dass nämlich immer genügend Liquidität vorhanden ist um den Dip zu kaufen und das hat integral mit den Notenbanken und ihrer Geldpolitik zu tun.

So verabschiede ich mich nun in meinen freien Tag, mit einer MarketMap, die nur bei den Immobilienwerten heute die Farbe Rot kennt:

Wir lesen uns am Sonntag zum Wochenausblick wieder, dann um 18 Uhr werden wir alle gebannt schauen, ob der Wähler den Umfrageinstituten mal wieder den Mittelfinger herausstreckt.

Es wäre zu wünschen, damit die manipulative Kraft dieser Umfragen langsam ihre Bedeutung in den Köpfen verliert. Denn diese Umfragen sind schon längst zum Teil des Wahlkampfs geworden, sie messen nicht, sie manipulieren Wählerstimmung und sorgen mit für eine Stimmungsdemokratie, der Gesichtszüge und Kleinigkeiten wichtiger sind, als die großen gesellschaftlichen Fragen.

Weg mit diesen ganzen Umfragen, sie schaden der Demokratie! Weniger Fokus auf Taktik und mehr Fokus auf inhaltliche Substanz, würde dem ganzen Land immens gut tun!

Aber das wird ein feuchter Traum bleiben, die sozialen Netze haben uns noch tiefer in die Stimmungsdemokratie getrieben, als wir vorher sowieso schon waren. Sie fördern das Instinktive, das Herdenverhalten, den Mob und nicht den hochwertigen Diskurs. Sie fördern den Affen in uns und nicht den klugen Gedanken. Das ist leicht zu sehen, wenn man bereit ist die Augen zu öffnen.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 29.01.18



15:20 MEZ

Ein herrlich sonniger Tag ist heute in Südbayern mit Temperaturen über 10 Grad. Ich habe gerade draußen in der Natur ein Video aufgezeichnet, das ich Ihnen morgen dann zeige. Am liebsten würde ich nun draussen bleiben und die ersten Sonnenstrahlen des Jahres geniessen, aber wat mut dat mut und so geht der Wallstreet Stream wieder los.

15:25 MEZ

Von Lockheed Martin (LMT) hören wir nach Zahlen das, was wir im Sektor auch von NOC, RTN oder GD gehört haben: -> beat, beat, rise <-. Der Aktie wird es nicht schaden, vorbörslich 1,5% Plus und ein markantes Gap-Up unter Volumen:

Normalerweise sollte man nun von einem "Fade" (also Abverkauf) so eines Schubs und einem folgenden Gapfill ausgehen. In Anbetracht des Volumens und Momentums, würde ich darauf aber nicht wetten wollen, wer drin ist, bleibt drin. Wer draußen ist, schaut mit offenem Mund zu. 😉

15:35 MEZ

Die SPD hat den 06. Februar als Stichtag gesetzt. Wer bis dahin eingetreten ist, kann noch beim Mitgliederentscheid über eine Groko mitstimmen. Ich finde das höchst merkwürdig und wenig demokratisch. Denn es bedeutet, dass jeder der nun ein paar Euro in die Hand nimmt, durch Eintritt in die SPD in einer ganz zentralen Frage unseres Staatswesen mitbestimmen kann. Eine kleine Minderheit entscheidet also faktisch über unsere Regierung.

Mal ganz doof gefragt, wozu haben wir dann überhaupt eine repräsentative Demokratie? Deren Sinn ist doch gerade, dass das nicht passiert, sondern über den Transmissionsriemen der Abgeordneten alle Bürger gleichermaßen Einfluss auf die politische Willensbildung haben. Diesen Prozess, eine so wichtige Frage dann nicht von den gewählten Abgeordneten, sondern von einem wie auch immer gearteten Parteiapparat entscheiden zu lassen, ist in einer repräsentativen Demokratie in meinen Augen schon grenzwertig. Diesen Prozeß dann aber aufzumachen und jeden der nun Lust hat und sich ein Parteibuch "kauft" dabei mitstimmen zu lassen, macht das Ganze endgültig absurd und nicht demokratisch, sondern undemokratisch weil nicht mehr repräsentativ.

Dann schafft bitte diese Parteien ganz ab und wir haben nur noch direkt gewählte Abgeordnete, die nur ihren Wählern verpflichtet sind. Das wäre sowieso meine Präferenz und dann wäre das auch wieder ein Entscheidungsprozess, der die Bevölkerung als Ganzes ernst nimmt.

16:00 MEZ

Der SP500 "versucht" zu korrigieren. Man muss das so lustig formulieren, weil es eine zutreffende Beschreibung eines minimalen, zögerlichen Minus ist. Im Kasten der heutige Tag bisher:

16:06 MEZ

Ganz ehrlich, wenn ich -> so was <- und dann -> so was <- lese und die dahinter durchscheinende, völlige Ratlosigkeit und Hilflosigkeit der Politik und Behörden im Angesicht großer, erst beginnender Migrationsströme sehe - auch "Staatsversagen" genannt - verspüre ich den inneren Druck selber zu "flüchten" und mich samt Familie auf die beiden grossen "Inseln" am andere Ende Welt zurück zu ziehen - Australien und vor allem das schöne Neuseeland. Beide haben schon immer eine klare, überlegte Migrationspolitik ohne moralisierende Scheuklappen aus dem "Wünsch-Dir-Was-Universum" verfolgt.

16:15 MEZ

Aber wenigstens macht Biotech weiter Spaß und bestätigt zu Recht "Sektor der Woche" zu sein. Hier einfach kommentarlos vier Charts, ein ETF, ein Bluechip, zwei "heisse Reifen":

16:34 MEZ

Am Freitag sagte ich im Wallstreet Stream wegen des Hammers "Achtung jetzt" bei Twitter (TWTR). Das scheint richtig gewesen zu sein, nun sieht das so aus:

16:45 MEZ

Das Bild beim "Chart der Woche" vom zyklischen Hoch bei Apple (AAPL) wird immer wahrscheinlicher. Dieses Chart sieht nicht besonders schön aus und testet gerade die letzte Verteidigungslinie vor einer größeren Abwärtsbewegung:

-> Solche Berichte <- sehen natürlich auch nicht gut aus, schaffen aber in die Zahlen am Donnerstag hinein, die Chance auf ein kurzfristiges bullisches Setup, weil schon viel negative Erwartung in den Kurs gebacken wurde. Ein Abpraller von dieser Unterstützung hat nun also gute Chancen.

Mittelfristig ist aber die grundsätzliche Frage berechtigt, die auch James DePorre heute trocken aufwirft und lautet, ob der Smartphone Boom seinen Höhepunkt nicht schon hinter sich hat und es echte Innovation braucht:

It seems phones are reaching their limits of significant improvement. Talking icons and facial recognition etc might be fun but are they really helpful?

Welche Innovation soll mich also nun verleiten ein neues Phone zu kaufen? Animojis bestimmt nicht und auf Gesichtserkennung würde ich gerne verzichten, weswegen ich auch bewusst kein iPhone X habe, sondern ein ganz "profanes" 8er. An meiner Fähigkeit ein iPhone X zu bezahlen liegt es bestimmt nicht und wenn ein Mehrwert da wäre, wäre der Preis kein Thema. Aber wo ist der Mehrwert?

17:20 MEZ

Warum Universal Display (OLED) so eine gefährlich aussehende Struktur hat, dürfte nach dem Kommentar zu Apple von vorher wohl selbsterklärend sein. Das iPhone-X hat ein Problem, also haben OLED Displays ein Problem:

Hier sehe ich das aber differenzierter, Apple mag mit seiner Abhängigkeit von iPhones ein Problem haben, die Technologie der OLED Displays hat mit Sicherheit keines und wird sich durchsetzen.

Allerdings sagt das Langfristchart hier klar, dass der Markt schon so viele Vorschusslorbeeren verteilt hat, dass es hier wohl auch erst einmal weiter runter gehen muss, bevor es wieder hoch gehen kann:

17:30 MEZ

Dieses wichtige Thema bewegt heute die grossen Telecom-Konzerne in den US, die durch die Bank fallen:
-> Trump Regierung erwägt 5G Verstaatlichung <-

Das ist natürlich für unseren -> 5G Chancen Research <- hoch relevant und würde die Lage völlig ändern.

Ganz ehrlich, ich finde den Grundgedanken richtig. Die grossen Netze sind mittlerweile staatliche Grundversorgung und sollten zur strategischen Infrastruktur wie Strassen, Flughäfen und Bahnlinien gezählt werden. In meinen Augen zäumen wir hier in Deutschland das Pferd völlig falsch vom Schwanz her auf, der Staat mischt sich in allerlei "Gedöns" ein, wo er sich besser heraus halten sollte, dafür lässt er aber die Entwicklung in den entscheidenden Infrastruktur-Themen treiben.

Und die Vernetzung des Landes mit Hochgeschwindigkeitsnetzen, sollte man nicht dem Wettbewerb überlassen, das ist Strukturpolitik und Landesentwicklung. Hätte man den Straßenbau dem Wettbewerb überlassen, würden 10-spurige Autobahnen in die Ballungsräume gehen, aber ganze Landstriche würden nicht mit Straßen angeschlossen sein, weil es sich eben nicht rechnet, "Oberpusemuckelsdorf" anzuschliessen.

Bewusste Strukturpolitik und Wettbewerb sind kein Gegensatz, sondern ergänzen sich. Sie sind aber nicht das Gleiche. Genau diese Erkenntnis nennt man "Ordnungspolitik", ein Wort das bei uns völlig aus dem Erkenntnishorizont von Politik gestrichen wurde.

Richtig ist der Gedanke also wohl, er würde aber Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen und wirft daher einen riesigen Stein der Unruhe in den Telecom-Markt, der alles verändern könnte.

17:40 MEZ

Der Euro ist heute um knapp 0,7% doch erheblich gefallen. Und der DAX notiert trotz nur mässiger Schwäche an der Wallstreet nicht mal im Plus. Das ist nicht stark, das ist bedenklich und erinnert an die letzten Monate, in denen der DAX nur eierte, wo die Wallstreet haussierte.

18:08 MEZ

Der Markt schwingt im leichten Korrekturmodus. Es fühlt sich wie eine gesunde Konsolidierung an und nicht wie echter Abgabedruck.

Eine kleine Korrektur wäre nicht nur überfällig, sondern würde richtig gut tun, ich bin aber nicht sicher, ob wir diese bekommen. Vielleicht müssen wir wieder mit kurzem, leichtem Gebrösel wie heute vorlieb nehmen.

Abwarten und Tee trinken, die Woche der Quartalszahlen läuft ab Morgen richtig an.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW4


Thema der Woche

Das Thema der Woche besteht aus vier Themen darunter einigen politischen Themen:

  1. Den überraschend doch eingetretenen Government Shutdown in den US. Bisher hat der Markt das Schauspiel völlig ignoriert, kommende Woche könnte er zu Zucken beginnen.
  2. Die Auswirkungen des SPD Parteitages auf die Regierungsbildung in Deutschland. Denn diese ist nicht wirklich einfacher geworden, dazu unten mehr.
  3. Der EZB Sitzung am Donnerstag.
  4. Der nun mit Macht anlaufenden Berichtsaison.

Im Gegensatz zu den drei Vorwochen im neuen Jahr, ist die kommende Woche "gespickt" mit Ereignissen, die potentiell kursbewegend sind.

Risiko der Woche

Vorletzte Woche hatte ich angekündigt:

Und deshalb ist das Risiko der Woche, dass die Indizes diese Steigung wie oben beim SP500 gezeigt nicht durchhalten können und korrigieren. Und wenn das diese Woche nicht passiert, wird es das Risiko der folgenden Woche sein. 😉

Letzte Woche ging es weiter hoch, zwei schwache Tage wurden sofort wieder ausgeglichen und der Trend ist erhalten geblieben.

Und damit kennen Sie auch das Risiko dieser Woche. Und es ist sicher nicht kleiner geworden. Ein Rücksetzer kann nun jederzeit kommen, er ist nach dem Daueranstieg seit Jahresbeginn in den US Indizes "fällig".

So kann ich nur wiederholen, was ich schon letzte Woche sagte:

Bei taktischen Positionen - typischerweise Trades - bei denen man nicht bereit ist, diese durch eine 3-5% Korrektur zu halten, werden die Stops nun ganz eng heran gezogen und man lässt sich heraus kegeln, wann immer der Markt das beschließt.

Verwechseln Sie die Antizipation dieses Rücksetzers aber erneut nicht mit einer bärischen Haltung! Der Markt ist übergeordnet bullisch und dürfte es weiter bleiben, erst recht wenn nun ein "erfrischender" und bereinigender Rücksetzer kommt!

Chart der Woche

Das Chart der Woche ist erneut das Potential des Euros, das nun freigesetzt wurde und zumindest bis ca. 1.35 weist. Aber, die Struktur der letzten Tage und die bevorstehende EZB Sitzung, deutet auf einen Retest wie eingezeichnet hin. Und das würde den DAX wohl nach oben katapultieren:

Hinweis der Woche

Politisch wird es in Deutschland nun richtig spannend. Der Parteitag der SPD hat wie erwartet zugestimmt, was wahrlich nicht am in jeder Hinsicht fehlbesetzten Martin Schulz lag. Und es war das von mir skizzierte und erwartete schlechtes mögliche Ergebnis. Die Mehrheit dafür war so gering, dass es in Anbetracht des Eintretens der ganzen Parteispitze einem Misstrauensvotum gleicht.

Selbst diese knappe Zustimmung hat der Parteitag aber nur vollzogen, weil die SPD Spitze das Verhandlungsergebnis verdreht und verleugnet hat. Zitat Stegner: "Glaubt ihr allen Ernstes so einem Typen wie dem Scheuer mehr als mir? Wir würden niemals eine Obergrenze zulassen!" und "Den Dobrindts, den Spahns, den Lindners - wollen wir denen das Land überlassen?"

Spannend ist es, weil die CSU damit den schwarzen Peter hat. Merkel wird dem sowieso alles zustimmen, Hauptsache weiterregieren, aber wie kann die CSU eine Koalition mit einer Partei eingehen, die beim zentralen Thema Migration - beim Elefanten im Raum - diametral etwas anderes verhandelt haben will als die CSU? Und die so über das Spitzenpersonal des Partners (Scheuer, Dobrindt) redet? Eine Tonlage, die für sích eigentlich schon ein Grund für einen Koalitionsbruch wg mangelndem Vertrauen wäre.

Wenn die CSU das tut, wird sie jede Glaubwürdigkeit verlieren und diesen Herbst brutalstmöglich in Bayern abgestraft. Und Söder und seinem Umfeld dürfte das völlig klar sein.

Faktisch hat die SPD also einer Wunschvorstellung zugestimmt, aber nicht dem Verhandlungsergebnis, eine herrliche Form öffentlicher "Geschichtsklitterung". Wenn die Union noch einen Rest an Rückgrat hätte, müsste sie die SPD nun in die Wüste schicken und massiv gegen diesen "Verhandlungsstil" schiessen. Die Merkel-CDU wird das nicht tun und einfach weitermachen, für die CSU geht es aber ums Überleben, die hat keine Landtagswahl vor sich, sondern eine Schicksalswahl!

Und was Martin Schulz angeht, hat Robin Alexander das gerade auf Twitter -> passend sarkastisch kommentiert <-: "Von diesem Sieg wird sich Martin Schulz nicht mehr erholen". 😉

Es bleibt spannend. Diese Groko trägt den Keim des Untergangs schon vor der Gründung in sich. Eigentlich, wenn es um das Land gehen würde und nicht um Macht und Posten, dürfte sie so nie eingegangen werden. Ich wünsche mir Neuwahlen, wir haben nun alle Spieler zu Genüge gesehen, es ist Zeit für jede Menge Rücktritte und einen Neuanfang!

Mein Wunsch wird aber wohl nicht erhört werden, die Agonie muss erst noch grösser werden, bevor es besser werden kann.

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche, genauer gesagt die Ereignisse, ist der Beginn der Hochphase der Quartalssaison mit einer an Bluechips gut gefüllten Liste. Hier sind die bei uns besprochenen Namen der kommenden Woche:

Montag: Haliburton (HAL), Logitech, Netflix (NFLX), UBS

Dienstag: Cree (CREE), Johnson&Johnson (JNJ), Kimberly-Clark (KMB), LG Display (LPL), Procter&Gamble (PG), Texas Instruments (TXN), Verizon (VZ)

Mittwoch: Abbott Labs (ABT), Amphenol (APH), Baker Hughes (BHGE), Dolby Labs (DLB), F5 Networks (FFIV), Ford (F), General Dynamics (GD), General Electric (GE), Hexcel (HXL), Lam Research (LRCX), Las Vegas Sands (LVS), Novartis, STMicro, Teradyne (TER), United Technologies (UTX), Xilinx (XLNX)

Donnerstag: 3M (MMM), 8Point3 Energy Partners (CAFD), American Ailines (AAL), Biogen (BIIB), Caterpillar (CAT), Celanese (CE), Celgene (CELG), Diageo (DGE), Fiat, Flex (FLEX), Freeport McMoran (FCX), Intel (INTC), Intuitive Surgical (ISRG), L3 Tech (LLL), Louis Vuiton, Northrop Grumman (NOC), Praxair (PX), Raytheon (RTN), Sky, Software AG, Starbucks (SBUX), Union Pacific (UNP), Western Digital (WDC)

Freitag: Colgate-Palmolive (CL), Honeywell (HON), Rockwell Collins (COL)

In der Folgewoche erreicht dann die Quartalssaison ihren Höhepunkt, wenn auch die Tech-Dickschiffe berichten.

Index der Woche

Der Index der Woche ist für mich auch erneut der DAX. Der hat bei 13.200 nun endgültig eine saubere Basis und Unterstützung etabliert, hat sich nach oben in Bewegung gesetzt und nun gute Chancen für neue Allzeithochs, vor allem wenn der Euro mitspielt:

Sektor der Woche

Sektor der Woche ist die US Infrastruktur. Denn nach der beschlossenen Steuerreform, kommt nun das US Infrastruktur-Programm auf die Agenda.

Schon im September im Zuge des -> Irma Chancen Research <- habe ich den neuen ETF PAVE eingeführt, denn bis da gab es keinen Weg gezielt die US Infrastruktur zu kaufen. Typische Infrastruktur ETFs waren bis PAVE kam, meistens weltweit aufgestellt.

Dieser ETF hat im Zuge von Irma seinen Lauf begonnen und diesen fortgesetzt. Er ist ebenso wie das -> Irma Chancen Research im Forum <- eine gute Quelle für Aktien, die wir nun aus dem US Infrastruktur-Sektor im Auge behalten sollten:

Aktie der Woche

Aktie der Woche, weil sehr spannend, ist für mich Intel (INTC). Intel hatte einen sehr sauberen Ausbruch hingelegt und setzte zu einer engen, bullischen Konsolidierung an, wie sich das gehört. Grundlagen des Ausbruchs waren wiederkehrende Wachstumsperspektiven, die Übernahme von Mobileye für den Bereich autonomes Fahren ist einer dieser Wachstumsbereiche.

Dann kam aber das "Meltdown und Spectre" Desaster, für das Intel sehr miese Presse kassiert hat, auch weil Intels Marketing-Abteilung sich dabei medial dumm angestellt hat. Denn das Ganze ist kein "Intel-Bug", es ist nicht einmal ein Fehler im eigentlichen Sinne, die Prozessoren funktionieren so wie spezifiziert. Es ist vielmehr eine Design-Schwäche in einem ganz grundlegenden und vom Grunsatz her wichtigen und innovativen Prozessor-Design - der spekulativen "Out-of-Order" Befehlsauführung nämlich. Und an diese Lücke hat über ein Jahrzehnt niemand gedacht, auch nicht ARM, AMD, Apple, Qualcomm, NVidia und wie sie alle heissen und die Betriebssystem-Hersteller auch nicht.

Denn alle sind betroffen, Intel aber am stärksten, auch weil Intel eben die Mutter der x86 Architektur ist. Hier ist eine frühe Analyse - schon zwei Wochen alt - von jemandem der wirklich etwas davon versteht: -> Security Supergau <-

Der Markt hat mit Verlusten bei Intel reagiert, wie sehen im Chart sehr hohes Volumen. Und trotzdem ist noch nicht wirklich etwas passiert, die Konsolidierung hat Bestand:

Und nun liefert Intel am Donnerstag Zahlen und damit wird eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung getroffen werden.

Ich persönlich habe Zweifel, ob die wirtschaftlichen Folgen für Intel gross sein werden. Klar ist es ein Desaster, aber es ist ein Industrie-Desaster, das man nicht einmal Intel alleine ankleben kann. Denn Design ist Design und das wurde ja sogar kopiert und weiter entwickelt. Sicher werden gerade die grossen Server-Farmen und deren Betreiber sich schwarz ärgern, denn die haben nun viel Arbeit mit Patches und davon am Ende langsamere Systeme.

Aber was ist denn die Alternative, da es ja nicht wirklich ein "Bug" ist, der auf mangelnder Qualitätskontrolle beruht? Man muss wohl eher akzeptieren, dass in den immer komplexer werdenden Systemen solche Design-Flaws überall lauern können und morgen entdeckt werden können, auch bei ARM und AMD. Warum also sollte man wechseln, was ja auch mit jeder Menge Arbeit zu tun hat?

Deshalb ist Intel die Aktie der Woche. Der Donnerstag ist der Tag der Wahrheit, danach wird der jetzt noch unsichere Markt sich eine Meinung gebildet haben - so oder so.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Agonie



Guten Morgen!

heute liegt voraussichtlich ein sehr ruhiger Börsentag vor uns, wie das fast immer ist, wenn die Wallstreet geschlossen ist. Denn in den US feiert man den Martin Luther King Day und es gibt keinen Handel. An so Tagen dümpelt der DAX typischerweise träge vor sich.

Einen Wallstreet-Stream wird es daher heute Nachmittag nicht geben, ohne Wallstreet ist das auch schwierig. Ich melde mich nur noch einmal, falls an den europäischen Märkten noch etwas passiert, was unbedingt zu kommentieren ist. Ansonsten bleibt es bei dem einen Artikel und ich nutze die Zeit für allerlei andere, notwendige Arbeiten.

In Deutschland liegt die traditionsreiche SPD in Agonie, denn anders kann ich das nicht nennen. Der Widerstand gegen die Groko ist gross und die bei der Sondierung anwesenden Teilnehmer haben daher schon das "Rudern" begonnen, in dem sie Nachbesserungen ins Feld führen. Dass das weder besonders seriös, noch das Zeichen von Stärke ist, ist offensichtlich und wird die Begeisterung des Wählers nicht steigern.

So steht die SPD nun vor einem Kraftakt, der zwar recht wahrscheinlich mit einer Zustimmung ausgehen wird, der aber so viele Wunden erzeugen und Risse offenlegen wird, dass diese das Gebälck der neuen Groko schon frühzeitig zum Brechen bringen werden.

Denn zu dem, was man nun vereinbart hat, wird man sich wohl durchringen können, die offenen Rechnungen kommen aber dann zum Tragen, wenn früher oder später die Realität die Regierung vor eine Frage stellt, die nun nicht im Detail "sondiert" wurde.

Mein Fazit ist klar, die SPD ist in Agonie und braucht eine komplette Erneuerung. Diese Erneuerung darf nicht beim Kopf aufhören, denn der mittlere Funktionärskörper ist das Problem, der sich in seinen pseudo-modernistischen Denkwelten für das bildungsbürgerliche Rotwein-Millieu weit von den eigenen Wählern entfernt hat und moralin-gesäuerte Politik an deren Problemen vorbei macht. Denn deren Probleme sind ganz real und profan und lauten zum Beispiel "bezahlbarer Wohnraum" und "Sicherheit auf der Strasse".

Eine SPD, die den Wettbewerb zwischen Migranten und den unteren Bevölkerungsschichten ernst nimmt und nicht totschweigt, hätte bei der Wahl weit besser abgeschnitten und der AfD hätten einige Prozent gefehlt. Ein Wehner - er ruhe seelig - hätte damit auch keinerlei Probleme gehabt, für den heutigen Funktionär ist das aber des Teufels weil "rechts". Tja das kommt davon, wenn man sich von lautstarken Ideologen alles einreden lässt.

Hier ist ein Artikel von 1992 im Spiegel, lesen Sie den mal bitte, das ist spannend im Nachhinein: -> Eiswürfel mit Geschmack aus Afrika <-

Darin spielt auch der angesehene SPD Bürgermeister von München Kronawitter eine Rolle. Mit seiner damaligen Haltung würde er heute von den Funktionären der SPD wohl wegen "rassistischer Umtriebe" aus der Partei ausgeschlossen. Das zeigt schön, dass sich nicht die Menschen verändert haben und auch nicht das Land nach rechts gerückt ist, sondern sich der mediale Grundkonsens und die politischen Akteure still und leise massiv verschoben haben.

Damals lag die SPD noch nahe der 40% und heute bei 20%, wobei die "kleinen Leute" die SPD in Massen verlassen haben. Natürlich hat das nicht nur mit dieser Thematik zu tun, das war ein Prozess mit vielen Schritten und Auslösern. Aber der Prozess fusst auf einer Denkschule ihrer Funktionäre, die die SPD von ihren Wählern entfremdet hat und die die Folge davon ist, dass Funktionäre und Wähler nicht mehr die gleichen Lebenswelten teilen.

Wenn aber die SPD in Agonie ist, wird auch die GroKo schnell in Agonie sein und eher früher denn später sich selbst zerlegen. Womit auch die Schlussfolgerung klar ist, dass wir tatsächlich gerade den Spätherbst der Ära Merkel erleben. Da aber der dunkle Winter noch vor uns liegt, haben wir noch kein Gefühl dafür, mit welchen Köpfen dann ein neuer politische Frühling ausbrechen kann. Frühling kann man sich im trüben November halt nur schwer vorstellen.

An der Stelle will ich noch einmal Rilke zu Wort kommen lassen, ich widme dieses Gedicht der neuen, alten GroKo:

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926, deutsch-österr. Dichter)

Schauen wir einfach mal durch die Indizes durch.

Beim DAX hat sich nichts geändert, die Grundfrage ist unverändert und ich bezweifele, dass sich das heute nachhaltig auflöst:

Was beim MDAX lange wie eine Topbildung aussah, ist durch den Schub zum Jahresanfang zu einer Seitwärtsrange mutiert, die wie beim DAX vieles möglich macht. Von Ausbruch bis Rückkehr zur unteren Begrenzung ist hier vieles offen:

Der britische FTSE 100 dagegen, fliegt seit Dezember nach oben ab. Die mehrfach geäusserte Vermutung, dass das negative Sentiment und die Untergewichtung der Fondsmanager ein Chance generiert, scheint sich zu bewahrheiten:

Spannend ist das Chart des inversen Pendants zu EURUSD, des US Dollar Index, also des Dollars gegen einen Korb anderer Währungen. Wie würden Sie dieses Chart lesen?

Doch wohl erst einmal bärisch, wobei dann eine Wende wie eingezeichnet denkbar ist, aber zunächst klar bärisch. Was gleichbedeutend dafür ist, dass EURUSD weiter steigt und DAX und MDAX damit gedeckelt bleiben.

Öl sollte hier vor einem temporären Retracement stehen:

Und Silber steht vor einer baldigen Richtungsentscheidung, die nach oben einiges Potential hat:

So weit an diesem Morgen. Wie gesagt, ich melde mich mit einem Artikel nur noch einmal, falls es durch die Entwicklung der Indizes notwendig erscheint.

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 12.01.18



12:30 MEZ

Aus gegebenem Anlass (Politik) beginnt der Stream heute früher. Richtig los geht er aber erst mit der Wallstreet.

Zunächst einmal heute der Hinweis, dass der neue Server nun seit letzter Nacht aktiv ist. Intel Xeon E3-1270v6, 32 GB Hauptspeicher, Hardware Raid, 2x800GB SSD Intel DC S3500.

Für einen reinen Blog ist das überdimensioniert und bietet jede Menge Luft zur Skalierung. Die SSDs merke ich aber schon jetzt, im Google PageSpeed-Test ist die Performance des Blogs nun auf "good".

Im täglichen Betrieb werden Sie als Benutzer kaum was merken, ich selber merke es schon, ich arbeitet hier aber auch täglich damit. Die "Schwuppdizität" ist aber noch einmal verbessert, war aber vorher schon nicht schlecht.

Von Serverseite kann man nun nicht mehr viel verbessern, wenn es nun Geschwindigkeitsprobleme gibt, liegen die an der Zuleitung, also an der Kette des Netzes um den Server, dem Internet und Ihrem Internet-Zugang. Die Geschwindigkeit die bei Ihnen ankommt, wird eben durch das schwächste Glied in der Kette bestimmt und das ist definitiv nicht mehr der Server.

Das sollte jetzt erst einmal für 2-3 Jahre tragen, dann sehen wir weiter.

12:34 MEZ

Zur Groko und zum Ergebnis der Sondierungen gibt es wie erwartet wenig zu schreiben. Das Werk, das man -> hier <- vollständig lesen kann, strotzt wie üblich von wohl klingenden Absichten, die man als Textbausteine einsetzen kann.

Vor allem aber, all das was da steht, entspricht weitgehend dem Geist der alten Groko. Das Delta gegenüber dem bisherigen Verhalten der alten Groko ist so dünn, dass man wirklich ein Mikroskop bemühen muss um es zu finden. Klar, da gibt es allerlei Neues und Teures in der Sozialpolitik was der SPD gefällt, aber wäre das nicht auch Politik der alten Groko geworden? Auch die uns betreffenden Aussagen zur Abschaffung der Abgeltungssteuer und zur gewollten Finanztransaktionsteuer, sind ja nun wahrlich keine Neuigkeiten, sondern alter Groko-Konsens.

Wozu es dazu Sondierungen und eine neue Koalition brauchte ist unklar, das hätte auch eine Minderheitsregierung gekonnt, die einfach weitermacht wie bisher.

Trotzdem entblödet sich der "Maddin" natürlich nicht, "hervorragende Ergebnisse" zu sehen. Sind Sie auch, im Sinne eines "weiter so" ganz hervorragend. Mit all dem, was die SPD wollte, hat es aber wenig zu tun. Achten wir auch auf das, was nicht erwähnt wurde, das 2% Ziel bei der Verteidigung zum Beispiel. Das ist wohl so ein Thema, das man lieber vergisst, weil es könnte den SPD Parteitag "verunsichern". 😉

Diese Sondierung ist in meinen Augen eher ein Erfolg von CDU/CSU, was daran liegt dass der "Maddin" beim Poker offensichtlich ein Totalausfall ist. Denn sehr deutlich hat er die Angst zu verstehen gegeben, dass es "mit ihm aus" sei, wenn es nicht zur Groko komme. Wer so an den Pokertisch geht und damit signalisiert, dass er in keinem Fall aufstehen und weggehen will, bekommt genau so ein Ergebnis.

Mir ist das persönlich sehr recht, weil einige Wünsche der SPD gruselig gewesen wären. Aber aus Sicht der SPD halte ich das Ergebnis für eine Selbstaufgabe um des Mitregierens wegen.

Das wird nun natürlich medial umgedeutet und die CDU/CSU wird die SPD gewähren lassen. Bis zum SPD Parteitag werden nun die Kritiker "eingebunden", was heisst mit Jobs wie einem Staatssekretärsposten ruhig gestellt, denn diese Tröge kann man nun wieder verteilen. Und so wird am Ende die SPD zustimmen und wir einen "Vizekanzler Schulz" bekommen. Selten gab es einen Vizekanzler, der nach meiner Einschätzung so wenig Niveau hatte und das sage ich bewusst nach Gabriel, der mehr könnte, wenn er sich nicht immer selber im Wege stehen würde.

Bei der nächsten Wahl ist dann die Zweistelligkeit die Kernfrage des Wahlergebnisses der "Volkspartei" SPD, weil die ursozialdemokratische Politik der Groko wieder Merkel zugerechnet wird und das Profil der SPD verschwindet. Schade, schade um diese traditionsreiche Partei.

Wobei ich will fair sein und nicht apodiktisch urteilen, sondern zugeben, dass ich einen starken Bias habe. Ich habe heute vormittag die Pressekonferenz von Merkel, Seehofer und Schulz gesehen. Bei allen Dreien habe ich bemerkt, wie während sie reden in mir ein Lachen aufsteigt, ein irres Lachen, welches das innere Weinen bei dem Geschwurbel und den Worthülsen überdeckt. Wenn ich in mich rein fühle, fühle ich nur noch Verachtung. Ja Verachtung, genau das ist das Gefühl und das lässt dann lachen.

Nun weiss meine Ratio, dass dieses Gefühl auch unfair ist und auch ein Bias. Eine Merkel ist seit 12 Jahren Kanzlerin, das muss man ja erst einmal schaffen und kann man auch nur schaffem, wenn man zumindest machttechnisch was drauf hat.

Also ja, ich bin unfair in meinem Gefühl, das gebe ich zu. So schlimm sind die Drei dann auch nicht, man muss nur in die Welt schauen, um Schlimmeres zu sehen. Aber das Gefühl ist eben trotzdem da und so stark war es eben vor 3 Jahren noch nicht, da hat sich massiv etwas in mir verändert.

Ich reflektiere hier bewusst darüber, weil das "weiter so" des Ergebnisses ist ja nicht schlimm, es hätte eindeutig schlimmer sein können. Damit kann das Land noch 4 Jahre leben. Es wird zwar kein Problem gelöst, es ist aber auch nicht der Weltuntergang.

Meine Ratio weiss also, dass das Ergebnis eine Schulnote "Ausreichend" verdient hat. Warum habe ich dann so viel Verachtung in mir drin? Gute Frage, wie gesagt vor 3 Jahren war das noch nicht so.

Mir ist also voll bewusst und ich lege das hier offen, dass ich was die handelnden Personen angeht nicht mehr objektiv bin. Ich habe einen Bias, ich verachte. Ein erstaunliches Gefühl, das ich zB bei einer Wagenknecht nicht habe und bei einem Habeck auch nicht - beide respektiere ich. Und ich respektiere auch andere Politiker, quer durch alle Parteien. Das Gefühl hat also rein gar nichts mit der politischen Orientierung der Personen zu tun, sondern mit meinem eigenen Bild von den drei hier handelnden Personen - deren "Format" eben oder dem Fehlen desselben, so wie ich das subjektiv wahrnehme.

Mehr sog i net. 😉

12:36 MEZ

Der DAX ringt mit zwei widerstreitenden Kräften. Einerseits mit der Hoffnung, die von einer absehbaren neuen Regierung ausgeht, die "weiter so" macht. Wenn Politik nicht viel verändert, finden das die Märkte erst einmal gut, weil Veränderung immer mit Risiken verbunden ist.

Andererseits aber mit dem stark steigenden Euro, der das wieder konterkariert. Im Ergebnis eiert der DAX oberhalb 13.200 herum, der heute früh genannte Trade ist immer noch da und immer noch spannend, weil unter 13.200 leicht abzusichern, ohne grosse Risiken zu gehen:

12:38 MEZ

Mit diesen mittäglichen Statements geht der Stream wieder in die Pause und "erwacht" dann erst gegen 15:30 Uhr zum Start der Wallstreet wieder.

15:45 MEZ

Der DAX wird vom bärenstarken Euro unter Wasser gedrückt. Man muss aber sagen, dass sich der DAX tapfer hält und die Nasenspitze über 13.200 zu halten versucht, die Unterstützung wird also hart verteidigt. Relativ gesehen, ist der DAX also gar nicht so schwach wie er aussieht, mit einem stabilen Euro würde er wohl von den 13.200 nach oben wegschnellen.

Denn der Euro generiert zum Dollar schon einen fundamental bedeutenden Ausbruch, der erhebliches Potential nach oben freisetzt:

15:55 MEZ

Treffende Beschreibung von James DePorre ->hier <-:

It isn't euphoria that is driving this market. It is fear of being left out combined with endless liquidity.

Für die, die Englisch nicht gut genug können:

Es ist nicht Euphorie die den Markt treibt. Es ist die Angst zurück zu bleiben, verbunden mit endloser Liquidität.

16:05 MEZ

Twitter (TWTR) mit wichtigem Ausbruchsversuch. Warum wichtig, zeigt klar das zweite Chart:

16:10 MEZ

Die Zahlen der grossen Finanzinstitute sind *keine* Enttäuschung, was schon mal ein dicker Pluspunkt für den Start der Berichtssaison ist.

Blackrock (BLK) und JP Morgan (JPM) positiv, Wells Fargo (WFC) neutral. Nächste Woche geht es richtig los mit den grossen Namen.

16:48 MEZ

Bristol Myers Squibb (BMY) riecht schon sehr, ja stinkt schon fast danach, dass es bald nach oben heraus geht:

16:54 MEZ

Bei den US Wasserversorgern, entwickeln sich vielleicht seit dem Jahresanfang Trendfolge-Chancen:

17:02 MEZ

Am Montag habe ich Ihnen in -> Der Flug der Kanonenkugel <- geschrieben, dass ich nun im DAX die Autobauer mit am attraktivsten und mittelfristig aussichtsreichsten finde. Das sehe ich immer noch so und hat sich die ganze Woche bestätigt. Schauen Sie mal selber auf die Charts!

17:30 MEZ

Ups. Faszinierend, selbst im Bereich meines "Beuteschemas" Aerospace & Defense fällt man doch immer wieder über interessante, neue Unternehmen.

So gerade geschehen. Kannten Sie Astronics (ATRO)? Ich bisher nicht. Dabei haben die immerhin 600 Millionen Umsatz und 2.300 Mitarbeiter. Schauen Sie mit mir gemeinsam doch mal darauf, ich habe dazu noch keine Meinung. Hier die -> Homepage <- und hier das Chart, das jetzt auch nicht so schlecht, in den letzten Jahren aber unruhig ohne Trend aussieht:

17:32 MEZ

Übrigens zum Thema Beutschema. Meine Favoriten im Sektor und technologisch an der Front stehenden Northrop Grumman (NOC) und Raytheon (RTN) - -> steady as she goes! <-

17:46 MEZ

Übrigens, nach Yamana Gold (AUY) gestern, nun ein Silber-Wert aus dem Edelmetall Universum. Und zwar die wohl bekannte Silver Wheaton (Ein Streamer) nun als Wheaton Precous Metals (WPM) bekannt.

Silber ist ja im Gegensatz zu Gold auch echter Rohstoff mit industriellem Verbrauch und alle Rohstoffe haussieren gerade. Und das Chart von WPM impliziert eher einen Ausbruch nach oben als das Gegenteil. Nur überzeugendes Volumen fehlt mir noch, damit ich ganz überzeugt bin:

17:55 MEZ

So liebe Mitglieder. Das wars in der ersten Woche, habe fertig! Ich hoffe Ihnen hat dieses Format des "Streams" gefallen.

Der DAX hat noch mit einem leichten Plus geschlossen, was man in Anbetracht des haussierenden Euro als Leistung anerkennen muss. Heisst die Chancen für den DAX sind gar nicht so schlecht und die 13.200 vieleicht eine gesunde Basis, wenn die US Märkte und der Euro nicht total querschiessen.

In den US geht nächste Woche die Quartalssaison richtig los mit einigen grossen Namen.

Wir lesen uns am Sonntag Abend mit dem Wochenausblick und ansonsten sicher noch im Forum. Einen neuen Artikel für Tichy habe ich auch schon, habe mal was altes, grundlegendes zu den Indizes ausgegraben und wiederverwertet, für Sie wird es also nichts Neues sein, für den normalen Anleger vielleicht schon.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Machen Sie es gut!
Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Manische Reflexe



Guten Morgen!

Der DAX zeigt heute früh erste Anzeichen einer Konsolidierung, er gefällt mir aber auch schon seit vorgestern nicht mehr so richtig. Denn eigentlich hätte er gestern weiter hochschieben können, denn mit einem deutlich fallenden Euro war massive Feuerunterstützung angesagt:

Ob das in EURUSD nun eine Trendwende im Sinne eines Doppeltops wird oder nur das geordnete Retracement, bevor der Ausbruch nach oben gelingt, ist noch offen. Von der Tendenz her neige ich zu Letzterem, zum Ausbruch, also zu weiterer Euro-Stärke.

Aber wie auch immer, der DAX wurde die letzten beiden Tage deutlich vom Euro gestützt und kommt trotzdem nicht nachhhaltig nach oben voran, besonders stark ist das nicht:

Nun könnte man leicht argumentieren, dass das an dem manisch-depressiven Steuererhöhungsreflex der SPD liegt, ich hatte erst vor Kurzem im Rahmen des Mentoring ein Gespräch mit jemandem aus Ihrem Kreis, bei dem es um Menschen geht, die ein Kindheits-Trauma immer wieder erleben müssen und es deshalb auch hinter jedem Baumstamm wittern. Das scheint auch für ganze Parteien wirksam zu sein. 😉

Aber das wäre zu leicht, wäre ein typischer Versuch simple Ursachen für Kursbewegungen zu finden und würde auch der Sache nicht gerecht. Denn auch wenn dieser "die Reichen sollen mehr zahlen" Reflex - bei dem "Reiche" dann bei 70.000€ Jahreseinkommen beginnen - fest in den Genen der SPD Funktionärsschicht verankert ist, hat er doch für die großen Konzerne keine Relevanz.

Denn erstens zahlen diese Körperschaftssteuer und zweitens können diese die Steuern sowieso international verschieben. Für den DAX sollte das also kaum Auswirkungen haben, für den treu schaffenden Handwerksbetrieb mit 10 Mitarbeitern aber jede Menge. Denn es sind die kleinen Unternehmen und Selbstständigen, die typischerweise Einkommensteuer zahlen, nicht die großen Kapitalgesellschaften. Selbst meine GmbH zahlt keine Einkommensteuer sondern Körperschaftssteuer plus Gewerbesteuer, nur ich als Person tue es natürlich.

Nein, was den DAX nicht abheben lässt ist erneut innere Schwäche. Diese Struktur die wir da oben sehen ist immer noch indifferent und ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass mir dazu nicht viel einfällt, was eine direktionale Meinung angeht. Zum DAX werde ich später noch etwas Grundsätzliches schreiben.

So sehen wir heute also eine fällige Konsolidierung im DAX, die uns durchaus schnell bis 13.200 herunter bringen könnte, was danach kommt, ist für mich aktuell nicht antizipierbar.

Ein Stück aus dem Kuriositätenkabinett will ich Ihnen auch nicht vorenthalten. Jeder von Ihnen kennt sicher den Namen Eastman Kodak (KODK), eines der vielen ehedem starken Unternehmen, das durch technischen Fortschritt hinweg gespült wurde, weil es sich nicht schnell genug anpassen konnte, denn klassische Filmrollen benutzt nun niemand mehr.

Was macht das Unternehmen gestern, das gerade mal noch 280 Millionen Marktkapitalisierung hat? Es kündigt an eine -> Cryptowährung mit Namen KODAKcoin <- herauszugeben und das macht der Kurs und nachbörslich sind noch einmal 30% dazu gekommen:

Man sieht daran wie im Brennglas, warum die Geschichte von der fehlenden Vermehrbarkeit der Cryptos Unfug ist, so wie ich das -> hier <- letzten Sommer dargestellt habe. Man kann zwar einen Crypto-Coin nicht beliebig vermehren, dafür aber beliebig viele daneben stellen und das passiert gerade, das Feld der Cryptos wird immer unübersichtlicher.

Aber wie auch immer, diese Reaktion ist Spekulation pur und faszinierend zu sehen.

Ansonsten gab es im gestrigen späten Wallstreet-Handel nicht so viel an bedeutenden Bewegungen und auch nachbörslich ist da nicht viel passiert. Auch SP500 und NASDAQ sind natürlich reif für eine Pause, das habe ich ja hinlänglich dargestellt.

Übrigens, auf einen Index möchte ich noch zurück kommen. Am 21.12. kurz vor Weihnachten hatte ich Ihnen in -> Talfest <- gezeigt, dass der Nikkei mit seinem zulaufenden Dreieck gut aussieht. Nun sieht das so aus:

Sehr nett, oder? 😉

Es sei aber auch erwähnt, dass ich gar nicht verstehen kann, warum der italienische MIB40, der kurz vor dem Abschmieren stand, so nach oben weggedreht ist:

Vielleicht liegt es ja daran, dass der "untote" Berlusconi wieder aufgetaucht ist. Oder es liegt daran, dass mit dem Beginn der Groko-Verhandlungen neue Transfers Richtung Italien, weitere Unterstützung italienischer Pleitebanken und weitere Vergemeinschaftung von Risiken im Euroraum noch wahrscheinlicher geworden ist.

Alles natürlich zum Vorteil des treu schaffenden deutschen Arbeitnehmers und Selbstständigen, der mit 40.000 Jahreseinkommen Netto 2.200€ pro Monat hat und damit staatsgeförderte NGOs, Familiennachzug von Migranten, einen wuchernden Kulturbetrieb, ebenso wie den BER und italienische Grossbanken via Steuersäckel oder Sozialsystemen finanziert, zwei Kinder gross zieht, der freiwilligen Feuerwehr angehört, in der Dorfkapelle spielt, seinen altersdementen Vater unterstützt und am späten Abend gerade mal noch 10 Minuten erschöpft Zeit hat, einen öffentlich-rechtlichen Sender anzumachen, um zu schauen was in der Welt passiert ist. Und der genau deshalb keine Ahnung hat, was um ihn herum passiert und wer wirklich profitiert, während er sich abrackert.

Aber hat schon mal jemand behauptet das Leben wäre fair? Schade ist nur, dass es eine Partei gab, die genau für diese Menschen da war, nun aber auch von einem moralistisch-globalistischen Funktionärsmilieu dominiert wird, das harte Arbeit noch nie aus der Nähe erlebt hat. Die gute alte SPD. Ich wünsche mir, dass in einem grossen Schwall die real existierenden Funktionärskader hinweg geschwemmt werden, damit genau diese Menschen wieder eine Stimme und Vertretung haben - die treu schaffenden Arbeitnehmer, Selbstständigen, Eltern, lokal engagierten Bürger. Die, von denen dieser Staat lebt.

Stimmen wir nun gemeinsam das -> Steigerlied <-an. Alle bitte mitsingen, auch Sie Frau Nahles, ja Sie! Amen. 😀

Ihr Hari

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Das Adventsgedicht



Guten Abend!

Wer die politischen Wirren wie ich verfolgt, kann derzeit ein klares Bild bekommen. Erlauben Sie mir daher noch einen sehr persönlichen, leicht spöttischen Blick in meine politische Glaskugel, dann schliesse ich das Thema Politik hier erst einmal ab, weil der weitere Pfad berechenbar erscheint.

Erstens, die Aufregung um die FDP wird nun schnell abflauen und die Partei aus dem Fokus geraten, der sich nun auf SPD und Union richtet. -> Hier <- ist übrigens ein im Gegensatz zum "Blame-Game" ernst zu nehmender Kommentar, der Lindners Abgang kritisch sieht. Am Ende ist die Kernfrage die Einschätzung, ob man die Chance hatte sich in dieser Regierung zu profilieren oder ob man gegen Schwarz-Grüne Seeligkeit untergegangen wäre. Wenn man sich sicher war, dass man untergebuttert wird, ist der Abgang schlüssig und "alternativlos". Am besten einschätzen können das nur die, die dabei waren, genau für diese Einschätzung ist eine Sondierung da und mehr war es nicht, auch wenn es eine pervers aufgeblasene Schwafel-Sondierung war, das hat aber Merkel zu verantworten.

Zweitens, Schulz ist politisch gesehen ein Zombie, ein Untoter, er weiss es nur noch nicht. Die Messer werden aber so was von deutlich gewetzt, dass es nicht zu überhören ist. Schon Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht, vor 9 Monaten war er noch Mr. 100% und "Gottkanzler".

Drittens, die SPD wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Groko weiter führen - ohne Schulz, aber erst im neuen Jahr. Das ist ihr nicht vorzuwerfen, aber es wird sie weiter schwächen. Nach weiteren 4 Jahren Groko, dürften FDP wie AFD an der SPD vorbei ziehen, denn den Rest deckt der Wolpertinger, die grün-christ-sozial-demokratische Kanzlerin alleine ab - nachdem sie nun auch die Grünen warm umschlungen hat, bleibt da sonst nichts. Frei frische Luft atmend und nicht vereinnahmt, sind nur noch Linke, AFD und FDP - die "Bösen" also, oder etwas netter könnte man sagen: die drei gallischen Dörfer. 😉

Viertens, die Medien werden es lieben. Es ist wieder ach so staatstragend, so rundtischig, ernst aus der Wäsche guckend und wohlgefällig, es kann alles weiter gehen wie bisher, wir sind ja auf einem guten Weg, uns schafft das nicht.

Fünftens, die Grünen werden in ihrer Wut deswegen noch einmal hochkochen, denn die Chance mit der CDU eine Minderheitsregierung zu bilden und die Liebesheirat doch noch zu vollziehen, wird mit dem Eintritt der SPD in die Groko auf Null schrumpfen. Da zerplatzen persönliche Träume auf Ministerämter und weltschwer-gewichtiges vor der UNO in die Kamera schauen, was bleibt sind erneut 4 Jahre Opposition. Und "schuld" ist die FDP, mit der man ja so "vertrauensvoll" umgegangen war. Wie sehr, konnte man ja im stilvollen Nachspiel erleben, das macht bestimmt Lust auf mehr. 😉

Fazit meiner Glaskugel, die ich damit bis 2021 wieder beiseite legen kann:

Wir haben gewählt und es ändert sich nichts. Die einzige echte Alternative wäre schwarz-grün mit gelbem Mehrheitsbeschaffer gewesen - dass die Gelben das nicht wollten, ist für mich mehr als nachvollziehbar.

Für die Märkte heisst das, dass sie Recht hatten. Kein Grund Sorge zu bekommen, hier läuft alles weiter wie bisher, das Europa einer Transfergemeinschaft kommt. Wir retten weiter, immer weiter.

Um das zu ändern, braucht es einfach noch mehr Schwäche bei CDU und SPD, es braucht wohl eine weitere Wahl, bis beide "Volksparteien" keine mehr sind - in 4 Jahren 2021. Die einzige Chance das zu verkürzen, besteht darin die CSU in Bayern auf 30% zu drücken und diese in Wirren zu bringen, die die Groko gefährden. Ganz unrealistisch ist das nicht, dann muss ich in 2018 doch wieder die Glaskugel anwerfen.

So weit mein Wort zur Politik. Es geht weiter immer weiter. Da wir keine Altersgrenze bei Kanzlern haben, kann uns Merkel durchaus auch noch in 20 Jahren "dienen". Wir sind froh und dankbar, das Weihnachtsf... - ähmmm das "Winterfest" kommt und die "Jahreswechselmänner" aus Schokolade liegen bereit. Leise rieselt der Schnee. Amen! 🙂

Um zu dieser aufkommenden, besinnlichen Stimmung etwas beizutragen, habe ich hier ein tiefgründiges, sehr passendes Gedicht für Sie, dass Sie unbedingt hören sollten. Ton an, gönnen Sie sich die 3 Minuten um in Adventsstimmung zu kommen:

-> Loriots Adventsgedicht <-

Wenden wir uns damit den Märkten zu, die damit einen weiteren Risikobaustein aus dem Weg haben. Denn der Euro lebt weiter, weil die Transfergelder via EZB weiter fliessen.

In den Indizes passiert heute das, was ich heute früh schon skizziert habe. Die US Indizes ziehen ihre Bahn, an denen ist nicht zu rütteln. Aber der DAX, der DAX macht eher Sorgen, dieses Bild sieht noch wackeliger aus, als schon heute Morgen:

Das sieht nicht so gut aus, oder? Mit ganz viel Phantasie kann man noch diese blaue Linie malen um den Einbruch heute zu rechtfertigen, damit wird Charttechnik aber schon arg gedehnt. Aber wenn auch das fällt, ist die sichtbare iSKS ganz schnell negiert und das spricht für einen noch folgenden Einbruch unter 12.900.

Es bleibt also dabei, die Chancen zum Jahreswechsel liegen eher in den US, der DAX scheint aus mehreren Gründen anfällig.

Wenn wir auf einzelne Aktien schauen, wird mir durch einen Artikel gerade klar, dass wir noch eine politische Aktie haben. Daher kommt also die grosse Stärke von VW, einen Teil beigetragen hat es mit Sicherheit:

-> Jamaika Aus nützt VW wg fehlender Musterklage <-

Aber wie auch immer, der Blick auf das Chart mit seiner markanten Konsolidierung hätte gereicht, das hat uns rechtzeitig gesagt, wann man nach der Flagge gierig werden musste:

Jetzt sagt uns das Chart nur Reversal, ob das mehr wird oder am Ende wieder nur eine Flagge, lässt sich im Moment aus dem Chart nicht ableiten.

In den US ist wie zu erwarten war nicht so viel los vor dem langen Wochenende, der Markt wirkt richtungslos.

Auffällig ist die gute alte Illumina (ILMN), der Weltmarktführer in Gensequenzierung, der Teil unseres "Champions-Projekt" im Sommer 2015 war.

Die Aktie gehört eigentlich in jedes diversifizierte Zukunftsdepot, einen Weltmarktführer in so einem Wachstumsthema wie Gensequenzierung kann man nicht übersehen. Nun stösst die Aktie an einen spannenden Deckel:

Etwas merkwürdig sieht das rote Volumen Ende Oktober aus, aber das war nur das Ausschaukeln nach den Quartalszahlen und da der Kurs nicht eingebrochen ist, muss man das nicht überbewerten.

Das ist übrigens eine kleine Schwierigkeit bei der Volumenbetrachtung, die daran liegt, dass der Balken die Farbe der Richtung annimmt. Nehmen wir nun mal an, es kommt zu einem massiven Volumentag, in dem sich Bullen und Bären kämpfend die Waage halten und der Kurs bei fast 0,0 Prozent abschliesst. Dann bekommen wir einen riesigen Volumenbalken, der wegen weniger Zehntelprozent vom Grünen ins Rote umschlägt und grosse Bedeutung signalisiert, die natürlich gar nicht da ist.

Es ist also wichtig bei Volumenausschlägen zu schauen, ob der Kurs die Bedeutung unterstreicht. Beim Volumenschub nach den Augustzahlen war das der Fall. Der Kurs steigt massiv unter hohem Volumen, da war massive Akkumulation am Werk, die in Folge durch die weiter "hochschmelzenden" Tiefs bestätigt wird. Der Volumenschub vom August sagt also was, der vom Oktober auch, aber deutlich weniger.

Ganz spannend ist auch Tesla (TSLA), die Aktie schwingt fast täglich hin und her und signalisiert damit grosse Unsicherheit. Wenn ich mir ohne Bias das Chart anschaue, dann spricht das zu mir und zwar so:

Will sagen erst einmal geht es runter, das ist eher eine bärische Flagge die wir gerade haben. Dann bei 280 ist eine Wendechance, ob die sich realisiert hängt natürlich von den Model 3 Nachrichten ab und kann keine Charttechnik der Welt wissen.

Im grossen Bild sieht das dann so aus, den Unterschied zwischen dem bullischen und bärischen Pfad machen die Q4 Produktionszahlen zum Model 3, die spätestens Januar kommen. Wenn Sie sehr gut sind aber auch früher, dann wird Musk eine Adhoc machen.

Und zum Schluss noch Deere (DE) der Marktführer bei Landmaschinen. Hier sind die Signale des Sektors auf Grün, die -> guten Zahlen <- deuten in diese Richtung. Achten wir auch auf Agco und Co.

Bis Morgen! Morgen wird es ohne die Wallstreet eher ruhig zugehen und daher auch hier.

Ihr Hari

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ApparatschiXe



Guten Morgen!

Heute gibt es nach längerer Zeit mal wieder eine Umfrage unter den Premium-Mitgliedern. Diese folgt im Nachgang zu diesem Morgenbericht, für zahlreiche Teilnahme wäre ich dankbar.

Die Volatilität ist heute weiter sehr gering und es spricht wenig dafür, dass sich das bis zum Quartalsende ändert, ausser aus heissen Kriegsreden in Ostasien, wird plötzlich heisses Handeln.

Die Bundestagswahl wird nun vom Radar des Marktes verschwinden und wohl erst im Oktober wieder auftauchen, wenn Jamaika-Verhandlungen real beginnen sollten. Bis zur Wahl in Niedersachsen in 2,5 Wochen wird ausser Nabelschau der Parteien wohl rein gar nichts passieren, was das Vergessen des Marktes unterstützt. Um so Erschreckter würde er aufwachen, wenn sich Jamaika dann plötzlich als Chimäre heraus stellen sollte.

Wobei ich dann immer noch für gut möglich halte, dass die SPD dann in die Bresche springt, auch weil Schulz gerne Vize-Kanzler werden möchte. Dazu passt, dass Schulz sich nicht hat zum Fraktionsvorsitzenden wählen lassen bzw selbst wenn das unsicher ist, diesen Kampf nicht angenommen hat. Die Fraktion ist das Machtzentrum in der Opposition, nicht der Parteivorsitz und dort soll nun die machtbewusste Nahles installiert werden, deren ganzer Lebenslauf eine Schornsteinkarriere in Parteidiensten ist: -> Die Hochvermögenden <-.

Gegenüber Nahles Lebenslauf ist Schulz trotz seiner abgehobenen Brüssel-Vita noch bodenständig und hat im Leben mal erlebt, was es heisst auf eigenen Beinen zu stehen. Mit Nahles zieht dagegen nach meiner unmassgeblichen Wahrnehmung ein 100% Partei-Apparatschik ins Machtzentrum der SPD - wobei wie sagt man denn nun in Genderdeutsch: Apparatschikin? Apparatschine? ApparatschiXe? 😉

Wenn Schulz klug ist und weiss, dass die Fraktion in der Opposition das Machtzentum ist, kann man seinen Schachzug nur so interpretieren, dass er eben doch auf eine GroKo zusteuert, nach wahltaktischer Pirouette vor Niedersachsen. Das Stilisieren als Oppositionsführer dient dann dazu, die Macht in der eigenen Partei zu stabilisieren und Schuldzuweisungen zu unterbinden, in dem er sich besonders lautstark von Merkel absetzt, die er wie die ganze SPD, inhaltlich immer unterstützt hat. Wenn Schulz aber nicht sieht, wen er in der Fraktion installiert und was das für ihn später in der Opposition bedeutet, ist er entweder dumm oder schon jetzt so schwach, dass er gar keine andere Wahl mehr hat.

Eine sich in der Opposition erneuernde SPD mit wählbarem Personal und Anspruch die Mitte zu addressieren, sieht für mich auf jeden Fall anders aus, als mit Nahles im Schaufenster. Als Fraktions-Dompteuse wird sie aber sicher einen guten Job machen - Machtspiele kann sie richtig gut, Frau Merkel darin nicht unähnlich.

Aber wie auch immer, diese Selbstbespiegelung der Parteien wird nun die kommenden Woche bis in den Oktober hinein bestimmen, für den Markt ist das komplett irrelevant.

Der DAX wird in den letzten Tagen des September wohl weiter leicht steigen, schon alleine der fallende Euro stützt da deutlich. Die Frage eines Doppeltops wird sich dann im Oktober stellen:

Heute am späten Abend nach MEZ, soll Trump seine Pläne zur Steuerreform vorstellen. Das werden erst einmal nur Worte sein, aber auch Worte können den Markt bewegen, wenn er sie glaubt und wie ein Hund bei einem versteckten Topf duftender Würste Witterung aufnimmt. Wie der Markt das sieht, werden wir dann morgen sehen - im Zweifel positiv.

Sonst fällt mir heute nicht viel ein zum Markt, ich kann ja auch nicht alle 12 Stunden ganz neue Dinge aus der Tasche ziehen. Einen bestätigenden Blick will ich noch auf Siemens werfen, ich habe die Aktie ja seit dem Lauf runter Richtung 100 mehrfach positiv besprochen, zuletzt das "W" in -> Unüberraschender Apfeltag und überzeugende Ausbrüche <-.

Nun sieht das Chart so aus, was eine fast perfekte Wendeformation zu sein scheint, wenn da das leicht irritierende OBV nicht wäre. Nach bullischer Seitwärtskonsolidierung, geht es nun vielleicht weiter hoch:

So weit so kurz heute morgen, wenden wir uns gleich der Umfrage zu.

Bis später!

Ihr Hari

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Unsicherheit für Europa



Guten Morgen!

Der letzte Handelstag vor der Bundestagswahl ist da. Ich werde voraussichtlich am Wahlabend, am Sonntag gegen 19 Uhr, in Tichys Wahlstream, live für ca. 10 Minuten das voraussichtliche Ergebnis aus Sicht der Märkte kommentieren. Wer Lust hat zuzusehen, wählt sich ein, den Link und die genau Uhrzeit teile ich noch im Thread im Forum zur Bundestagswahl.

Was ich dort sagen werde, wissen Sie hier aber schon jetzt, zumindest wenn das Wahlergebnis wirklich so ist, wie es sich im Moment andeutet. Ich habe das in -> Unverändert Unüberraschend Weitermerkelnd <- schon dargestellt, will heute aber noch einmal daran erinnern bzw das präzisieren.

In dem Artikel habe ich gesagt, dass die Bundestagswahl für den DAX am Montag ein negatives Überraschungspotential hat, wenn klar wird, dass keine Regierung möglich ist und Deutschland zum Wackelkandidaten wird.

"Am Montag" muss ich präzisieren, denn ich hätte besser "ab Montag" geschrieben. Denn erst wenn das klar wird, kann sich auch diese Sorge Bahn brechen und das hängt stark davon ab, wie sich die Parteien nach der Wahl positionieren. Wenn zum Beispiel aus einer am Boden liegenden SPD schnell Signale kommen, dass eine Fortsetzung der "Groko" keine Chance mehr hat, geht es schnell, wenn nicht nicht.

Fakt ist aber, dass der deutsche Markt in Mehrheit von ausländischen Anlegern dominiert wird. Fakt ist, dass diese ausserhalb Deutschlands dieses Unsicherheitsszenario kaum auf dem Radar haben. Ich lese ja viel auf US Seiten, diese Sorge dass Merkel keine Mehrheit weil keinen Regierungspartner hat, ist kaum Thema.

Gleichzeitig ist der deutsche Markt sowieso überkauft und korrekturreif und wir haben in der Asset Manager Allocation gesehen, dass die institutionellen Ströme dort schon sehr gut investiert sind.

Das schafft eindeutig negatives Überraschungspotential, nicht notwendigerweise am Montag aber in Folge, je nachdem wie sich das entwickelt.

Hinfällig wird das Szenario sofort, wenn die SPD ein halbwegs respektables Ergebnis einfährt, das sie erhobenen Hauptes wieder in eine Groko gehen lässt - dann bleibt alles wie es ist und der Markt wird nur gähnen. In Anbetracht der grossen Ängste die nun offensichtlich in der SPD herrschen, denke ich dass schon mit 25+ Prozent das grosse Durchatmen einsetzt.

Man kann also auch sagen, dass das Ergebnis der SPD den DAX bewegen wird. Ist es gut genug, bleibt alles ruhig, ist es sehr schlecht, gibt es Abwärtspotential im DAX, weil die Stabilität der Regierung in Frage kommt.

Die Auswirkungen werden sich übrigens nicht auf den DAX beschränken - daher der heutige Titel - und das hat mit der EZB und ihrer Politik zu tun. Auch wenn Draghi von konservativen Politikern der zweiten Reihe für das Schaufenster gerne attackiert wird, ist es Merkels Regierung die Draghi massiv stützt. Sagen wir es ganz klar, wenn die Regierung der grössten Volkswirtschaft der Eurozone wollte, hätte sie die Macht die Geldpolitik zu verschieben, sie tut es aber nicht, weil Draghis Politik letztlich dem Junckerschen Mantra des "alles zusammenhalten" dient, das von der EU-Elite unisono gepflegt wird.

Sobald aber die Regierung hier fragwürdig wird, sobald also diese eindeutige Unterstützung der EZB nicht mehr ganz sicher ist, wird der Markt extrem scharf reagieren. Wir werden dann einen Absturz der Märkte in Südeuropa sehen, ein Hochschiessen der Renditen und Ausfallwahrscheinlichkeiten, also eine Widerkehr der Eurokrise. Und das alles, weil Deutschland keine EZB-freundliche Regierung bilden kann.

Im Vorfeld ist dieses Szenario für schwarz-gelb an die Wand gemalt worden, weil die FDP nicht ganz so "Draghi-besoffen" ist, wie alle anderen derzeit im Bundestag vertretenen Parteien. Ein bischen Sorge wird in dem Fall auch im Markt sein, das stimmt schon. Aber da sehe ich kein echtes Problem, denn eine schwarz-gelbe Regierung wird schnell eine klare Linie finden und damit werden die Märkte auch leben können, denn die Märkte hassen Unsicherheit, sie hassen aber *nicht* die FDP!

Wenn aber keine Regierungsbildung möglich ist, dann rappelt es. Das ist Unsicherheit. Das ist vor allem Unsicherheit für Italien, Griechenland und Co. Dann fällt der Euro und die europäischen Märkte. Vom Ergebnis der SPD hängt also viel ab, fällt die SPD unter 20%, sind wir in meinen Augen in dem Szenario und so werde ich das auch am Sonntag dann kommentieren.

Und wissen Sie was? Nehmen wir mal an es käme so. Die SPD unter 20 und muss sich ins Schneckenhaus zurück ziehen und die Wunden lecken. Jamaika aber ohne realistische Chance. Dann gibt es plötzlich ein realistisches Szenario von Neuwahlen im nächsten Frühjahr ohne Merkel. Denn Merkel wird und muss dann abtreten, wenn niemand mit ihr regieren will. Tut sie es nicht, wird das den "Merkel muss weg" Effekt erst recht verstärken und die nächste Wahl dann desaströs für die CDU ausgehen. Diese Wahl wäre dann die Chance der SPD, falls die sich erneuern kann und einen Kandidaten mit mehr Niveau als den aus Würselen als echte Alternative anbieten kann.

Fazit:

Alle im Ausland denken, diese Wahl sei langweilig und Merkel würde sowieso weitermerkeln und insofern muss man sich keine Sorgen machen. Ich halte das für eine Fehleinschätzung, denn viel wird vom Ergebnis der SPD abhängen. Und das Risiko dass Merkel am Ende ohne Regierungspartner dasteht ist verdammt hoch, ich würde sagen so 30% und das ist viel mehr, als die US Anleger derzeit auf dem Radar haben.

Trotzdem, mit 70% merkelt alles unverändert weiter und Macron und Merkel werden dann die Eurozone "vertiefen", was heisst dem deutschen Steuerzahler zugunsten Südeuropas in die Tasche zu greifen und den Börsen gefallen würde. Darüber wird nun aber nicht vor der Wahl geredet, denn "ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" - De Maiziere 😉

Und was macht der Markt daraus?

Im Moment noch nicht viel, wie gesagt ist dieses Risiko in meinen Augen noch nicht ausreichend erkannt - man kann auch sagen der Markt ist ineffizient, was an der Dominanz der US Anleger liegt, die unser Wahlsystem noch weniger verstehen, als wir das der US.

Trotzdem ist so eine Wahl ein abstrakter Risikofaktor für die Marktteilnehmer und in Anbetracht eines gut gelaufenen Marktes, wäre es gar kein Überraschung, wenn heute vor der Wahl ein paar Chips vom Spieltisch genommen werden.

Ob das aber reicht, dass das obere der beiden Gaps geschlossen und der grobe Trendkanal nach unten verlassen wird? Ich habe meine Zweifel, ich gehe eher davon aus, dass wir heute nur leicht bröseln und so ins Wochenende gehen.

Wenn wir auf EURUSD schauen, arbeitet das Währungspaar hart daran, die potentielle SKS zu negieren. Auch das ein Indiz dafür, dass der Markt eine wackelige Regierungsbildung in Deutschland derzeit *nicht* ausreichend als Möglichkeit auf dem Radar hat. Denn eine unsichere Regierungsbildung der grössten Volkswirtschaft ist immer auch belastend für die Währung und hier damit den Euro.

Lassen wir es damit heute früh mal gut sein, der Blick richtet sich nun auf die Wahl. Weil ich oben dieses negative Szenario so ausführlich dargestellt habe und das schnell zu einer Wahrnehmungsverrung führt, will ich erneut daran erinnern, dass ich das Risiko mit gefühlt 30% zwar für grösser halte, als es der Markt nun wahrnimmt, aber auch in meiner Sicht mit 70% Wahrscheinlichkeit es einfach so weiter geht wie bisher und die Wahl nur ein Gähnen auslösen wird!

Haben wir das Risiko also im Hinterkopf, setzen wir aber nicht alles darauf, dieser Markt ist weiter ein Bullenmarkt!

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Wahlkampfschlager



Guten Morgen!

wir können aktuell wieder wunderbar beobachten, wie Politik heutzutage funktioniert. Merkel sagt berechnend im Bierzelt einen Satz, den sie schon öfter gesagt hat und der für sich genommen eine Selbstverständlichkeit ist. Man könnte auch sagen, Deutschland und Europa muss mal erwachsen werden und auf eigenen Beinen laufen. Ach was. 🙂

Und die weltweite Presse stürzt sich darauf, als ob so ein Satz echte Politik wäre. Ob der Satz vorher mit der mit Merkel scheinbar befreundeten Friede Springer abgesprochen war, die dann über den Atlantik ein paar Nummern anrief damit es den richtigen Spin bekommt, ist nicht überliefert. Die massive mediale Welle lässt mich aber eine Augenbraue hochziehen, ich glaube nicht an Zufälle in diesen Dingen.

Dabei ist der Haupteffekt nach innen einfach nur eine Fortsetzung der bewährten und durchschaubaren Taktik Merkels, dem Gegner die Themen zu nehmen, in dem man sie besetzt. Wunderbar zu beobachten daran, wie die SPD nun panisch nachzulegen versucht und dabei natürlich überdreht, weil einer der letzten potentiellen Wahlkampfschlager - die Anti-Donald Platte - damit auch im Orkus verschwindet.

Viel Rauch um Nichts, ist mein Fazit zum Thema. Ich wäre geradezu begeistert, wenn Deutschland und Europa nun wirklich erwachsen würde und übrigens gefällt mir die berechnend-zupackende Art sehr gut, in der sich Macron nun im Amt stilisiert und bewusst mit Macht-Symbolik spielt - der Mann hat offensichtlich eine Menge im Oberstübchen und ist eine Chance für Europa. Nur hätte echte Politik die sich von den US emanzipieren will eben "böse" Fragen zu beantworten, wie die nach einer echten gemeinsamen Verteidigung und damit dem Atomschirm den bisher nur Frankreich für sich selber unterhält.

Ups, da ist es das böse Igitt-Wort. Atom. Nein soooo weit wollten wir ja dann doch nicht gehen. So ernst haben wir das doch nicht gemeint. Wir wollten uns ja nur vom bösen Donald abgrenzen. 😉

Wenn Deutschland nun wirklich erwachsen würde und eine Zeit der konstruktiven Gestaltung eines Kern-Europas einsetzen würde, wäre ich geradezu begeistert. Dafür braucht es aber Taten an den Stellen die wehtun. Es braucht echten Gestaltungswillen abseits vom Reaktiven, den ich bisher bei Merkel nicht gesehen habe. Und es braucht die Erkenntnis, dass man die notwendigen Schritte nicht mit 27 und nicht mal mit 17 diskutieren kann, deren Interessen dafür viel zu divergent sind.

Bis jetzt sehe ich einfach nur Wahlkampf. Und ganz viele die sich davon am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. Punkt.

Abseits vom deutschen Wahlkampf, dreht in Asien der kleine Kim die Spirale weiter und man hat kein gutes Gefühl bei dem, was daraus erwachsen könnte. Denn alle machen weiter im alten Text, ohne wirklich substantiell etwas an einer Haltung zu ändern, die schon im letzten Jahrzehnt das Problem nicht lösen konnte.

Chinas Xi hat Trump offensichtlich eingewickelt, der jeden für einen Freund hält, der seinem Ego nur genügend Komplimente macht. Deswegen fühlt sich der Pubertist auch bei Potentaten so wohl, ist doch toll wenn an jeder Strassenwand an der man lang fährt, das eigene Konterfei hängt. 😉 China erweckt den Anschein mehr Druck machen zu wollen, eine wirklich Änderung des Status Quo ist aber wohl nicht wirklich gewollt. Gleiches gilt für die US, die auch im alten Text weitermachen und im Hintergrund zündelt vielleicht Putin mal wieder still und leise und liefert Nordkorea über die schmale gemeinsame Grenze das, was andere nicht mehr liefern.

Wer glaubt, dass ein kleines, abgeschottetes Land ohne freie Wissenschaft wie Nordkorea, ganz alleine und ohne Hilfe von aussen ballistische Raketen und Atomwaffen entwickeln kann, ist mit Verlaub etwas naiv. Ob die Technologie dann von Pakistan oder Russland kommt, ist nebensächlich, denn woher kam die Raketentechnologie Pakistans? Schauen Sie zB mal -> hier <- auf Seite 6. Die Linie geht von der deutschen V2, zur russischen Scud und von der UDSSR nach Nordkorea, Iran und Pakistan.

Es gibt in meinen Augen absehbar nur eine einzige, offensichtliche Lösung für das Nordkorea-Problem. Die US ziehen sich aus Südkorea zurück und China garantiert im Gegenzug die Atomwaffenfreiheit der koreanische Halbinsel. Auf Basis dieser Verständigung, geht man gemeinsam dem aktuellen Kim an die Gurgel. Das würde funktionieren, aber das würden die US nicht wollen. So laufen wir weiter wie Schlafwandler immer weiter in eine Sackgasse hinein, den Begriff kenne ich doch irgendwoher, oder? -> Die Schlafwandler <-

Kommen wir endlich zum Markt. Denn der nimmt nach dem gestrigen Dämmerzustand nun heute Fahrt auf, wird aber erst Morgen so richtig in Wallung geraten. Heute haben wir einige Notenbanker vor den Mikrofonen und das US Verbrauchervertrauen am Nachmittag, aber noch nichts Weltbewegendes.

Die Indizes eröffnen mit einem ganz leicht negativen Ton, relevante Schlüsse sind daraus noch nicht zu ziehen. Trotzdem ist die Struktur die der DAX offenbart, nicht ungefährlich:

Ich habe ja schon gestern Warnungen ausgesprochen, dem Juni mit einer gesunden Skepsis zu begegnen und will diese heute wiederholen. Skepsis heisst aber nicht Panik und auch keine bärische Spekulation. Es heisst einfach, dass man den Kopf einzieht und sich nicht zu sehr exponiert.

Besonderes Augenmerk müssen wir heute auf den Solarsektor nach -> dieser Nachricht <- richten. Ich habe das schon gestern im Forum thematisiert und bin nicht sicher wie sich das auswirkt.

Der Teufel wird im Detail der Regelung stecken, denn wenn es eine pauschale Steuer auf importierte Panels wäre - selbst wenn diese innerhalb des gleichen Unternehmens aus ausländischen Fabriken eingeführt würden - würde es wohl dem Sektor massiv schaden. Denn selbst Unternehmen wie First Solar, die noch US-Fertigung haben, produzieren auch im Ausland. Andere sogar vollständig und gerade die Anbieter der klassischen Hausdächer wie Vivint Solar (VSLR) sind besonders anfällig, da sie die Panels aus Asien zukaufen.

Also Vorsicht mit schnellen Schlüssen und lassen wir das den Markt entscheiden, der wird genau auf die Details schauen. Eindeutig positiv für den Sektor wären solche Zölle auf jeden Fall nicht.

Der Aufreger des gestrigen Tages und der Stachel in der Seite eines starken Euros und eines sich findenden Europas wird neben dem üblichen Griechenland-Trara übrigens weiter Italiens Instabilität sein und dabei besonders deren Bankensystem. Wir sehen daran wie im Brennglas wohin es führt, wenn man unprofitable Organisationen nicht Pleite gehen lässt, sondern mit niedrigen Zinsen und Infusionen am Leben erhält: es verlängert nur das Leiden.

Langfristige Charts wie das von Unicredit, machen den Punkt denke ich recht eindrucksvoll:

Das ist das Produkt einer Dauer-"Rettungs"-Politik, für die Politik wie EZB gleichermassen Verantwortung tragen. Hätte man den Schmerz der kreativen Zerstörung in einem geordneten Prozess zugelassen, würde ein neues italienisches Bankensystem schon vor Jahren wie Phönix aus der Asche gestiegen sein.

Selbst der wahrlich gruselige Kursverlauf der deutschen Bank von 106 auf 16 EUR kann da nicht mithalten. Bei Unicredit war es das Dreifache von 389 auf aktuell 16 EUR. "Konkursverschleppung" ist das böse aber passende Wort dazu.

So viel an diesem Morgen, ich komme gleich noch mit einigen Charts. Allerdings muss ich ankündigen, dass diese auch gefährlich aussehen. 😉

Deshalb erneut die Warnung. Dass ich hier nun die Risiken vor uns thematisiere heisst *nicht*, dass wir uns nun gegen den Markt stellen sollen. Es heisst aber, dass wir uns gut überlegen sollten, wie sehr wir uns in den kommenden Wochen exponieren wollen.

Ihr Hari

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