Grundlagen der Stops IV – Der Volatilitäts-Stop

Mit dem folgenden Artikel will "Lehrer Bömmel" sie auf eine spezielle Technik aufmerksam machen, mit der man Stops "automatisch" definieren kann. Etwas wovon ich ansonsten abrate, mit dieser Technik aber durchaus Sinn machen kann.

Als Grundlage sollten Sie dazu das Konzept der Average True Range (ATR) verstanden haben, wie ich es ihnen in -> Grundlagen der Stops II – Trailing Stops und ATR <- nahegebracht habe. Ich setze dieses Verständnis im Folgenden voraus.

Diese spezielle Art ist der sogenannte "Volatilitäts Stop", hinter dem sich genau genommen oft einfach nur eine konkrete Umsetzung der ATR verbirgt. Denn hier wird die Volatilität zum Maßstab gemacht, wie weit die Triggerpunkte von den aktuellen Kursen entfernt sind.

Der "Volatilitäts Stop" markiert im Fall eines Abwärtstrends die Punkte oberhalb des Kurses, zu denen man wieder einsteigen könnte. Und markiert in einem Aufwärtstrend die Punkte unterhalb des Kurses, zu denen man aussteigen könnte.

Diese Niveaus können durchaus als automatisierte und nachlaufende Stops verwendet werden und so Teil einer automatisierten Handelsstrategie sein. Aber auch zur Indikation von Trendwechseln kann der Indikator verwendet werden, da die Kreuzung auf eine Trendwende hinweist, ähnlich wie das bei Kreuzungspunkten zwischen kürzeren und längeren gleitenden Durchschnitten der Fall ist.

Der Indikator - der unter anderem von Tradingview unterstützt wird - bildet also faktisch die Average True Range (ATR) geglättet ab. Man wählt den Zeitraum der Glättung und den Faktor der ATR, um den man standardisiert Abstand halten will und schon bekommt man automatisierte Ein- und Ausstiegspunkte, die nicht immer perfekt, oft aber gar nicht so schlecht und auf jeden Fall besser als Raten sind.

Denn die Berücksichtigung der Volatilität bei der Wahl des Stops ist äusserst sinnvoll und starren Abständen in der Regel deutlich überlegen. Einem wackeligen Markt muss man eben mehr Raum zum Schaukeln und Atmen geben, während die erste starke Bewegung aus einem ruhigen Markt oft schon richtungsweisend sein kann.

Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, will ich ihnen das mal am Verlauf des SPY seit dem Mai im Daily zeigen und habe dabei den Volatility Stop auf 50 Tage und einen ATR-Faktor von 2 eingestellt.

Zusätzlich habe ich - um die Übersichtlichkeit zu erhöhen - mit lila Pfeilen die Kerzen markiert, zu denen man via Volatilitäts-Stop jeweils auf die "andere Seite" wechselt.

Ein Pfeil nach unten ist also ein Ausstieg, von dem Moment an liegt der Stop in Rot oberhalb des Kurses. Und ein Pfeil nach oben ist ein Einstieg, von dem Moment an liegt der Stop in Grün unter dem Kurs.

Unter dem Chart habe ich zusätzlich die ATR als Indikator hinzugefügt, damit man sieht wie die Abstände der Stops zum Kurs sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Klicken sie auf das Chart zum Vergrößern:

Das ist doch so schlecht nicht für eine automatische Methode, es gab durchaus sinnvolle Ausstiege am 11. Juni, 03. September und 26. Oktober - eine Woche vor der Wahl. Sinnvolle Einstiege gab es am 06. Juli, 30. September punktgenau zum Ende der September-Korrektur und am 04. November um die Wahl-Rally mitzunehmen. Recht beeindruckend wie ich finde.

Man hat damit im obigen Fall im Saldo monetär nichts gewonnen, weil es ja nur kurze Pausen in einem bestehenden Aufwärtstrend waren, man hat aber eine automatisierte Absicherung für den Fall, dass der Aufwärtstrend eben doch ernsthaft abknickt. Dann hätte man mit diesen Stops ein deutliches Alpha generiert, sprich die Verluste deutlich eingedämmt. Eine Absicherung, die aufwärts kaum etwas kostet, bei schweren Einbrüchen aber wirkt, das ist doch eine schöne Sache!

Aber auch langfristig können Investoren die Technik nutzen, auch für die Positionsgrößen-Strategie kann das gute Signale liefern.

Ich habe hier für sie noch den SPY im Monthly seit Lehman und was wir da sehen gefällt auch. Mit der obigen 50,2 Einstellung wäre man Lehman völlig aus dem Weg gegangen und hätte im Aufstieg trotz mitlaufender Sicherung praktisch nichts verloren. In Summe ein erhebliches Alpha und das mit einem *automatischen* Tool!

Na? Nun interessiert? 😀

Natürlich ist nicht immer alles perfekt, im März im Daily wären im Absturz einige unnötige Zappler dabei gewesen, die man mit Marktverständnis hätte vermeiden können. Aber das ist kein Wunder, weil so ein einzelner, relativ trivialer Indikator kann keineswegs jederzeit perfekte Signale liefern. Und wenn man den Faktor erhöht, wird die Reaktion bei Wenden immer zäher, man muss also einen TradeOff machen.

Für Anleger die sich in Situationen sehr unsicher fühlen und emotional hin und her geworfen werden, ist so ein Indikator aber ein großer Schritt nach vorne und auch die Ergebnisse werden trotz aller Unzulänglichkeiten mit so einem Indikator deutlich besser sein, als das Ergebnis von reiner Angst und Gier.

Auch von den Volatilitäts-Stops gibt es unzählige Abarten, bekannte Varianten sind zum Beispiel die -> "Chandelier Stops" <- oder die -> "Keltner Channel" <-.

Sie müssen auch die Volatilität nicht unbedingt über die ATR messen wie die Keltner Bänder, es gibt auch Varianten die zum Beispiel die Bollinger Bänder als Grundlage benutzen und viele andere Verfeinerungen und Varianten.

Wie bei so vielen Gebieten der technischen Analyse, kann man sich dabei mal wieder verkünzeln und viele tun das auch, im Versuch den "heiligen Gral" zu finden. Dabei vergessen sie aber gerne den Kern ihren Tuns, nämlich Geld zu verdienen, statt nur zu gründeln. 😉

Sie wissen wie ich dazu stehe, jegliche Überoptimierung ist mir ein Greuel und ich wähle meine Methoden nach dem KISS-Prinzip und der "gut genug Logik", was aber nicht bedeutet, dass diese einfachen technischen Varianten wertlos wären - im Gegenteil!

Nein, ich empfehle ihnen durchaus sich da einen groben Überblick zu den verschiedenen Volatilitäts-Stops zu verschaffen, ich kann ihnen nur keine einzelne Variante herausragend empfehlen, weil alle ihre Vor- und Nachteile haben und es letztlich eine persönliche Stilfrage ist.

Wenn sie solche Art automatisierter Stops in ihre Strategie einbauen wollen - und sei es auch nur um ihre Entscheidungen zu hinterfragen - ist es daher wichtig, dass sie sich irgendwann auf eine Variante richtig einlassen und diese dann auch produktiv erlernen und damit Erfahrung gewinnen.

Vergeuden sie ihre Zeit also nicht damit das Gras auf der anderen Seite des technischen Zaunes grüner zu finden, sondern nutzen sie ihre Zeit um eine Variante dieser Technik so zu beherrschen, dass sie diese auch produktiv einsetzen können!

Das ist die Botschaft die ich ihnen mitgeben will, Überoptimierung führt am reflexiven Markt zu nichts, richtig und pragmatisch eingesetzt ist das Prinzip des Volatilitäts-Stops aber wichtig und wert, von jedem Anleger verstanden zu werden.

Ich selber setze diesen Stop als reinen Indikator ein, ich handele darauf aber nicht automatisiert. Ich nutze diese Signale aber, um meine Entscheidungen zu hinterfragen bzw zu stützen, es ist also ein Faktor, der in das Gesamtbild einfliesst.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 28.05.20



15:00 MEZ - ZH2

Und täglich grüsst das Bullentier. Das kann man drehen und wenden wie man will, das ist klar bullische Price-Action - inklusive netter Shake-Outs auf dem Weg nach oben wie gestern:

15:10 MEZ

Der ShakeOut bei den Momentum-Werten war gestern echt nicht von schlechten Eltern und es war absolut richtig da mit dem Risikomanagement aktiv zu werden, wenn man auf großen Positionen oder Gewinnen sass.

Mark Minervini hat das gestern -> hier <- sehr schön auf den Punkt gebracht:

Got shaken out of a few names today. Easy to say you should have held after the fact, but you can't manage risk through a rear view mirror.

If you are not feeling stupid every now and then, you are not managing risk.

Diese Ehrlichkeit spricht dafür, dass seine Erfolge real sind, denn jeder hat eben diese Momente, in denen der Markt einen mal auf dem falschen Fuß erwischt - das gehört zum Geschäft dazu!

Und das ist ein schönes Beispiel, dass man am Markt alles richtig machen kann und trotzdem einen Trade mit Verlust schliessen. Und alles falsch machen kann und den Trade trotzdem mit Gewinn schliessen.

Das "richtig" und "falsch" wirkt sich dann erst über die Dauer statistisch aus und wer an so Stellen nicht reagiert und Hopium inhaliert, findet sich dann irgendwann 20% tiefer wieder und bereut es, keinen Stop zu haben.

Außerdem konnte man ja gestern wieder rein, als man das "V" sah, wer schnell aussteigt, kann auch ohne Verluste schnell wieder rein.

Man muss das ganze Thema Risikomanagement wie eine Versicherung betrachten. Es sind Kosten, die man bewusst in Kauf nimmt. Denn Risikomanagement kostet Profit, Versicherungen kosten auch Geld.

Aber dieses Risikomanagement sorgt dafür, dass man eben zuverlässig 90% seiner erreichten Gewinne dann auch einstreichen kann, ohne Risikomanagement lösen die sich ansonsten auch mal in Luft auf oder drehen ins Minus.

Der Sinn jeder Versicherung ist, zu einem akzeptablen Preis die größten, fatalen Risiken abzuschneiden. Der Sinn einer Versicherung ist nicht, ganz normale und beherrschbare Risiken zu versichern.

Weswegen im realen Leben eine Haftpflichtversicherung für jeden ein Muss ist und eine Hochzeitversicherung eher ein Schmarrn.

Und weswegen jeder Trader ein Risikomanagement braucht, das dann zu greifen beginnt, wenn es bei seiner persönlichen Risikotoleranz zu schmerzen beginnt.

Dabei sage ich bewusst immer Risikomanagement, denn das ist viel mehr als Stops. Das ist auch Positionsgrößen, oder Hedging oder automatisierte Regeln oder oder. Was immer ihnen hilft, die für ihre Strategie bedeutenden Risiken zu begrenzen.

15:25 MEZ

Wer nicht sehen will, warum riesige Geldtransfers über Ländergrenzen hinweg in der fehlkonstruierten Eurozone ein Problem sind und keine Lösung, findet -> hier mit Alitalia <- wieder ein schönes Beispiel. Man könnte aber auch das Renteneintrittsalter nehmen, Steuerfragen und so weiter und so fort.

Es hat einfach keine Logik und fördert nur Skrupellosigkeit, wenn der der die finanzielle Unterstützung Dritter in Anspruch nimmt, damit an seine Bürger oder Firmen höhere Leistung ausschüttet als der, der das finanziert.

Auch in Deutschland haben wir doch zwischen den Bundesländern dieses Problem, Berlin gewährt sich allerlei Schmakazien, die in einem finanzierenden Bayern oder Baden Würtemberg nicht zu haben sind.

Das ist unsystematisch, ungerecht und unzüchtig und es zerstört langfristig das Gefühl von Solidarität, das man mit diesen Maßnahmen vordergründig hochhalten will.

Es bleibt dabei, entweder bekommt diese Eurozone eine echte Wirtschafts- und Finanzregierung, so dass ein Bürger in Italien die gleichen Steuern zahlt und gleich in Rente geht wie in Deutschland. Dann sind solche Transfers nötig und richtig!

Oder man hat das weiter nicht, dann verschlimmern diese Transfers das Problem und fördern die Spaltkräfte, statt sie zu begrenzen.

Was würde denn mit der EU passieren, wenn hier jemand an der Regierung wäre, der in gleicher Weise erpresserisch den Lautsprecher Richtung Südeuropa gibt wie nun Salvini oder Conte? Und je stärker diese Ungleichgewichte für den kleinen Michel sichtbar werden, desto eher passiert das auch und zerreisst Europa.

Wir brauchen ein geeintes Europa, wir haben keine Wahl. Aber dieses real existierende Konstrukt ist eine Sackgasse, eine Fehlentwicklung.

Statt diesem Geschrei nachzugeben, sollte man den Lackmustest machen. Denn nie im Leben wird Italien die Eurozone verlassen, weil das die Garantie für Armut der Bevölkerung wäre.

Ein Italien mit einer neuen Lira würde über den ins Bodenlose fallenden Wechselkurs so schnell und gnadenlos abrutschen und an Wohlstand verlieren, dass die Bürger ganz schnell wieder wüssten, was sie an der EU haben. Das Geschrei ist nicht ernst zu nehmen und rein taktischer Natur und in dem man es befriedigt, legt man die Axt an die europäische Solidarität - nicht anders herum.

Das Schlimme ist aber auch - und das ist das große Dilemma - mit Italienern und Franzosen ist auch kein echter gemeinsamer Staat machbar, der Rom und Paris die Selbstständigkeit nimmt. Das Gerede von der Solidarität ist immer dann laut, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Nur die Deutschen träumen vom Aufgehen in das große Ganze, weil sie keine eigene Identität mehr haben, niemand sonst.

So hängt die EU und die Eurozone zwischen Baum und Borke und es gibt keinen Ausweg außer mal den harten Lackmustext zu machen und damit faktisch Europa kleiner neuzugründen, dafür aber als echter Bundesstaat.

15:45 MEZ - ZH3

Da haben sie mit Workday (WDAY) eine dieser fiesen Software-Aktien, schauen sie auf die lange Lunte gestern und heute den Ausbruch nach Zahlen.

Und was habe ich gemacht? Ich war drin und habe gestern - sogar noch früh und vor dem Einbruch - die Position glatt gestellt, weil ich in der Regel mit Trades nicht in Quartals-Zahlen gehe.

Nun war es in Rückschau "falsch", aber nein, es war genau richtig, weil die Regel sinnvoll ist und ich würde es beim nächsten Mal wieder machen!

16:00 MEZ - ZH3

Quartalszahlen gibt es auch noch ab und zu und der Retailer DollarTree (DLTR) hat heute -> überzeugt <-.

Ich poste dieses Chart aber vor allem, weil es wieder so ein Beispiel ist, bei dem der Markt das Geschehen schon vorher wusste oder ahnte. Schauen Sie auf die sich beschleunigende Ausbruchsbewegung und das steigende Volumen:

Wie heisst es so schön, wo Rauch ist, da ist oft auch Feuer!

16:15 MEZ - ZH3

Einen schönen - bedeutsam aussehenden - Ausbruch gibt es bei Alexion Pharmaceuticals (ALXN), nachdem sich - Patentstreitigkeiten dem Ende nähern <-.

Wir sehen eine Art iSKS im Daily und langfristig einiges Erholungspotential:

17:00 MEZ - ZH3

Der alte Bekannte Edwards Lifesciences (EW) sieht auch danach aus, als ob er sich nun endgültig zu den Hochs in Bewegung setzen will:

17:30 MEZ - ZH5

Forbes hat einen ganz interessanten Artikel veröffentlicht, der sich mit der Schuldenlast vermeintlicher "Blue Chips" befasst:

-> Insdide the 2,5 Trillion Debt Binge <-

Lesen Sie das mal, vor allem die Investoren unter uns, die solche Aktien wie 3M (MMM), Mc Donalds (MCD) oder Coca-Cola (KO) im Depot haben, sollten das lesen.

Nun muss man aufpassen, hohe Schulden sind noch nicht alleine deshalb ein Problem, weil sie hoch sind. Solange sie tragbar sind, ist das alles kein Problem und stabile Franchises wie MCD und KO sind da sehr belastbar.

Aber .... klar ist aber auch, dass zB bei MCD mit seinen Restaurants - weniger bei KO - diese Krise mit Ausgangsbeschräkungen doch ein riesiges Problem wäre, wenn da nicht die FED wäre, die Unternehmens-Anleihen in Massen aufkauft und damit den Firmen die Schulden-Bonanza überhaupt erlaubt!

Um es mal ganz hart und glasklar zu formulieren:

Ohne den Eingriff der Notenbank. bei einer eskalierenden Pandemie, hätten McDonalds Aktionäre vielleicht einen potentiellen Pleitier im Depot!

Ist ihnen das wirklich klar, wenn sie da so gelassen denken, dass Mc Donalds ja eine sichere Bank sei?

Das Problem mit der Tragfähigkeit großer Schuldenberge ist ein wenig digital. Solange sie tragfähig sind ist alles OK, wenn aber plötzlich nicht mehr, setzt sich eine Kaskade von Dominosteinen wie bei General Electric (GE) in Gang, die gerne auch mal im Exitus endet!

Denken Sie also immer an das traurige Leben des Truthahns und halten sie *keine* Aktie für absolut sicher!

Und haben sie ein Auge auf die Schuldenlasten, viele Firmen - auch KO und MCD - haben diese in den letzten Jahren dank des billigen Geldes vervielfacht und das geht solange gut, wie die FED das unterstützt und insofern muss man sich da derzeit wohl keine Sorgen machen.

Aber irgendwann wird der Bogen überspannt und dann ist ganz plötzlich *schluss mit lustig* und vermeintliche Bluechips entpuppen sich dann als Anleger-Fallen.

18:15 MEZ - ZH1 - ZH3

Tja liebe Mitglieder, was soll ich sagen, die Bullen beherrschen die Lage. Ich habe im Daily mal die 200-Tage-Linie stärker in Orange hervorgehoben, damit man sieht was hier passiert:

In Rom hiess es früher "Vae Victis" also "Wehe den Besiegten". In Abwandlung muss man derzeit "Vae Ursis" sagen, "Wehe den Bären!"

Ich wünsche einen schönen Abend, morgen ist mein letzter Tag vor dem Ferienmodus über Pfingsten.

Am Vormittag kommt ein Dies&Das mit Schwerpunkt auf den *Mindset* den man für den Börsenhandel braucht. Am Nachmittag dann ein normaler Stream, der einen kleinen Wochenausblick einarbeitet.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Ein Setup niederschreiben

Was nun kommt, ist kein geschlossener, "runder" Artikel zu einem Teilthema, sondern eher "sperrig", eine Folge von Gedanken und Referenzen, denen man folgen wollen muss.

Der Grund ist, dass ich mich einer komplexen Frage nähere, auf die es keine einfache, geschlossene Antwort gibt.

Denn ich komme noch einmal zum Thread -> Wozu soll ich schreiben? <- aus dem letzten Sommer zurück.

Da war eine Frage die schwer zu beantworten war, weil es eigentlich keine Frage, sondern eine beschriebene Zone der Unsicherheit war. Wenn jemand eine konkrete Frage hat, kann man darauf auch leicht eine konkrete Antwort geben. Wenn aber jemand die Frage gar nicht genau kennt, weil er keinen Zugang zu einem Thema findet, wird es schwierig.

Ich will es trotzdem mal versuchen, die Frage war:

Ich fände es für mich sehr hilfreich wenn diversen Setups, die dann ja auch im Wallstreet Stream vorgestellt werden etwas genauer erläutert würden.

Wie also z.B. Ausbruch aus einer bullischen Flagge unter Volumen. Ausbruch aus einer Range. Korrektur und Einstieg an einem Support.

Ich habe nach wie vor massive Probleme das Setup nieder zuschreiben, also eine Regel mit Entry, Stop und Exit zu machen die ich dann auch dokumentieren uns auswerten kann.

Ich mache das im Intraday Bereich da Handel ich den Dax nach Regeln mit Market Profile Daten, habe feste Regeln und kann die Trades auch vernünftig dokumentieren und auswerten.

Im Positions und Swingtrading brauche ich da definitiv noch Hilfe und habe kein Regelwerk dem ich folgen kann und das ich auch dokumentieren und auswerten kann.

Hmmm. Wie gesagt, ich kann das eigentlich nicht direkt beantworten. Denn eigentlich müsste ich jetzt jede Menge Gegenfragen stellen, um überhaupt einzugrenzen wo es genau hakt und was die Schwierigkeit ist. Der Fragesteller kennt sein Problem sicher besser, aber Kommunikation ist schwierig und der Adressat muss erst einmal verstehen, wo genau der Haken ist.

Das wäre also ein klassischer Fall für das -> Mentoring <-, denn da kann ich dann erst einmal die Gegenfragen stellen, um dem Problem überhaupt auf die Spur zu kommen und es einzugrenzen.

Ich will die Frage aber zumindest nutzen, um das zentrale Prinzip des Setups noch einmal zu thematisieren, das erscheint bei den vielen neuen Mitglieder nötig. Und ich werde ein Beispiel verwenden und vielleicht addressieren ich damit ja als Nebeneffekt einen Teil der oben genannten Fragen.

Und ich werde diverse alte Artikel dafür nutzen und einen Bogen schlagen. Denn die Antworten wurde alle schon einmal gesagt und sind nicht neu, aber vielleicht hilft es ja zum Verständnis, diese Anworten in einen geschlossenen Ablauf zu stellen.

Das wird jetzt hier also kein in sich geschlossener Artikel, der ein Teilthema behandelt. es ist eher der Versuch Verbindungen zwischen einzelnen Fragmenten der Wahrheit herzustellen.

Legen wir los.

Zunächst einmal, ist das Prinzip des Setups absolut zentral für alle Handelsaktivitäten. Dahinter verbirgt sich kein Geheimnis, es ist vielmehr eine Trivialität, die aber erstaunlicherweise von der Mehrzahl der privaten Anleger missachtet wird. Das sind halt alles Genies - wenn die einfach was kaufen, nachdem es im Anleger-Magazin stand, verwandelt sich der Trade sowieso immer in reines Gold. 😛

Spaß beiseite, die Trivialität meint die Tatsache, dass bevor man etwas Wichtiges im Leben macht, man besser wissen sollte, warum man es macht, welches Ziel man damit verfolgt, welche Taktik man dabei verfolgen will und woran sich der Erfolg oder Misserfolg erkennen lässt.

Eine Menge "W"-Fragen also, deren Antwort man kennen sollte, bevor man bei etwas Wichtigem loslegt. Das ist ein Setup und das sollte jeder haben, der Geld am Markt in Bewegung setzt, um einen Handelsgewinn zu erzielen. Im Fußball hat jeder Trainer ein Setup vor dem Spiel, das hat mit Taktik und Aufstellung zu tun. Das Ziel ist klar, man will gewinnen und Erfolg und Mißerfolg, lässt sich leicht durch Tore feststellen. 😉

Genauer wurde das Prinzip hier natürlich schon oft erklärt, lesen Sie unter anderem von 2014: -> Warum das Denken in Strukuren und Setups, für den Börsenerfolg so wichtig ist <-

Zitate daraus:

In dem Sie sich zwingen, alle Ihre Handlungen nur noch nach dem Prinzip "Setup" durchzuführen, erzeugen Sie für sich selber ein Korsett, das Sie zu rationalem und kontrolliertem Handeln zwingt.

....

Genau das also, diese vier Schritte, sind ein "Setup". Sie haben eine Situation im Markt identifiziert, die Ihnen potentiell profitabel erscheint. Sie definieren Ziel, Exit und Zeithorizont und dann legen Sie diszipliniert los und ziehen den Plan durch. Eigentlich trivial oder? Warum tun es dann so viele nicht? 😉

Und dieses Prinzip ist universell und gilt für kurzfristige Intraday-Trades, ebenso wie für langjährige Investments. Wenn es eine langfristige Position ist, kontrollieren Sie die Situation halt nicht jede Stunde, sondern vielleicht einmal die Woche. Und haben wesentlich weiter definierte Exit-Punkte. Das Prinzip ist aber das Gleiche.

Ich kann es nur immer wie eine Gebetsmühle wiederholen: sich selber in so ein Korsett zu zwingen, ist immens wichtig für Ihren Erfolg. Sie drängen damit nämlich das "Affengehirn" zurück, das Teil von uns allen ist. Ich habe es schon oft gesagt, ich kenne keinen - ich wiederhole keinen! - Trader oder Anleger, der langfristigen Erfolg ohne einen systematischen Ansatz erreichen konnte. Bauchentscheidungen erzeugen Glückstreffer, aber keinen dauerhaften Erfolg !

Nun wissen wir was ein Setup ist und einige Leser haben nun vielleicht Schamesröte im Gesicht, weil sie sich in ihrer "freien Genialität" ertappt fühlen. 😉

Und es ist ja wirklich nicht schwer das Prinzip zu verstehen, denn letztlich heisst Setup nur, einen definierten Schlachtplan zu haben. Und jetzt mal ehrlich, würden Sie wichtige Dinge wie Ihr sauer erarbeites Vermögen jemandem ohne Plan zur Verwaltung in die Hand drücken? Natürlich nicht, bei sich selber machen manche aber eine Ausnahme. 😛

Hat das der Fragestellende gemeint? Ich vermute nicht, meine Vermutung - nicht Gewissheit - geht in die Richtung, dass es ihm darum geht die konkreten Setups zu dokumentieren - die Frage wirkt auf mich so, als ob ihm die Muster bisher zu schwammig und damit nicht griffig genug sind.

Hmmm. Das kann ich so natürlich nicht allgemein lösen, denn Muster sind Muster und werden durch Wiederholung und Übung gelernt. Und es gibt ja viele Muster die man handeln kann, jeder hat da seine eigenen Spezialitäten.

Aber zur Dokumentation kann ich einiges sagen, ich rate dazu den Artikel -> Von geistiger Nachässigkeit und warum wir reifer als die Bundeskanzlerin sein müssen <- zu lesen.

Darin mache ich klar, dass im Regelbetrieb Setups rein codifiziert, also algorithmisch lesbar dokumentiert werden sollten - bzw eine spezielle Software genutzt, die genau das für einen erledigt.

Es geht bei der Dokumentation im Regelbetrieb also nicht um literarische Sermone, sondern um Excel-fähige Daten, bei denen man beispielswiese unterschiedliche Beuteschemata, mit festen Codes voneinander abgrenzt, die man später auswerten kann.

So könnte es für drei Varianten eines Ausbruchs über die Nackenlinie vielleicht die Codes ANK1-3 geben, oder was immer Ihnen beliebt. So hat man mit einem Kürzel gleich dokumentiert, welches Beuteschema hinter dem Setup stand.

Aus dem Artikel noch als Auszug:

Wichtig ist, dass alle diese Daten zum Zeitpunkt der Anlage des Eintrags klar zu identifizieren sind und "codifiziert" sind, so dass man sie einfach niederschreiben und dokumentieren kann. Die Parameter dürfen also nicht zu interpretierbar sein und keine langen Erklärungen benötigen. Alle diese Daten müssen "maschinell" verarbeitbar und auswertbar sein.

Der Sinn des Ganzen ist, dass man jederzeit eine Datenbank der eigenen Aktivitäten hat, um die eigenen Handlungen auszuwerten und Schwachstellen oder Stärken zu identifizieren.

...

Also, dieser auswertbare Datenbestand ist Pflicht für jeden Trader, der das Thema professionell angeht. Alle andere sind "mentally lazy".

Und weiter:

Stellen wir uns vor, Sie wären jetzt bei mir im Mentoring und ich würde Sie mal 4 Stunden bei einem Handelstag beobachten. Ich sitze also hinter Ihnen, mache mich "unsichtbar" und Sie haben sich auch so an mich gewöhnt, dass Sie tatsächlich normal arbeiten, ohne mich zu beachten.

Dann sehe ich wie Sie was lesen und einen neuen Trade eingeben. Ich rufe "STOP" und sage Ihnen, dass Sie sich jetzt bitte hinsetzen und ich Ihnen 5 Minuten gebe, um das Setup des Trades, also Sinn, Absicht, Einstieg, Risikomanagement usw. in wenigen Sätzen aufs Papier zu bringen und mir vorzulegen und danach - nach Ablauf der 5-Minuten - zu erklären.

Wenn Sie das dann können, wenn Sie ohne lange zu überlegen in wenigen Sätzen die Essenz Ihres Trades - Ihre Absichten eben - auf Papier bringen können, dann haben Sie einen Plan. Dann haben Sie ein Setup. Dann haben Sie mein grünes Licht dafür, ganz unabhängig davon, was es für ein Trade ist. Denn ich weiss dann, dass Sie wissen was Sie tun und darum geht es.

Wenn Sie das aber nicht können, wenn das schwierig für Sie ist, wenn Sie erst überlegen müssen was Sie schreiben und was Sie eigentlich mit dem Trade wollen, dann haben Sie *keinen* ausreichenden Plan. Und die Pflicht es aufzuschreiben, bringt es erst an den Tag.

....

Diese Dokumentation kostet aber richtig Kraft, Energie und Zeit und das macht man nicht dauerhaft und muss man auch nicht dauerhaft machen. Es geht eher um ein zeitlich befristetes Projekt, dessen Ziel ist, sich selber Dinge bewusst zu machen.

Vielleicht beginne ich an dieser Stelle dem Fragesteller zu helfen. Denn der beschreibt seine Problematik ja so:

"Ich habe nach wie vor massive Probleme das Setup nieder zuschreiben".

Darauf gibt es zwei Antworten:

Erstens, im Regelbetrieb geht das doch auch gar nicht, kein Trader kann zu jedem Trade einen Roman der eigenen Absichten verfassen!

Aber zweitens, in der Aufbauphase eines Systems, sollte man sich zeitweise die Mühe machen, weil es einen zwingt das eigene Problem herauszuarbeiten.

Machen wir es doch mal konkret an einem Beispiel.

Nehmen wir einen Trade, den ich vor zwei Wochen tentativ in den Raum gestellt habe. Das war -> im Stream vom 31.01.19 um 20:55 MEZ der tentative Trade mit Nutanix (NTNX) <-

Meine trockenen Worte waren dazu:

20:55 MEZ

Enge Seitwärtskonsolidierung oberhalb der 200-Tage-Linie bei Nutanix (NTNX).

Das ist im Zweifel so eher bullisch als bärisch:

Wenn man daraus eine volle Beschreibung der Absichten machen will, könnte die beispielsweise stichpunktartig so aussehen:

Ausgangslage: Enge Konsolidierung oberhalb 200-Tage-Linie nach erstem Aufwärtsschub.

Ziel des Trades: Ausbruch aus Konsolidierung nach oben und Fortsetzung des Aufwärtsschubs mitnehmen.

Kursziel: Maximal die alten Hochs bei 65USD, die auch dem Measured Move Prinzip entsprechen: 35-50-65.

Zeithorizont: Tageskerzen, maximal mehrere Wochen bis Kursziel oder früherem Exit.

Initiale Absicherung: Direkt unter Konsolidierungbox und 200-Tage-Linie.

Mehr ist das nicht, das oben reicht aus, um die Absichten zu dokumentieren.

Nun schreitet die Zeit voran und NTNX ist zwar oben heraus gelaufen, aber nicht mit richtigem Schwung:

Jetzt liegt es ganz bei Ihnen, ob Sie das Ding einfach laufen lassen, oder vielleicht die Stops nachziehen, wofür sich hier vielleicht die 20-Tage-Linie anbietet.

Also fügen Sie Ihrer Dokumentation einfach eine weitere Zeile hinzu die lautet:

Update Absicherung: Eine unklare Kursentwicklung macht eine engere Absicherung notwendig. Nun 20-Tage-Linie als Trigger.

Später wechseln Sie vielleicht auf einen Trailingstop und dokumentieren das mit einem Einzeiler.

Und am Ende steigen Sie aus irgendwelchen Gründen vielleicht bewusst vor dem Measured Move aus, dann dokumentieren Sie auch das.

Fertig

So einfach kann eine Dokumentation Ihrer Setups aussehen, die Sie in einer Lernphase vielleicht für die 50 oder 100 ersten Setups durchführen. Daraus werden Sie einiges lernen, wie gut Sie sich an Ihrer Vorgaben halten und wie sich Setups manchmal ganz anders entwickeln , als man erwartet hat. Ein Review dieser Dokumentation wird Ihnen Einblick in Ihr Verhalten geben.

Erneut, diese zusätzliche, ausführlichere Dokumentation, die Sie nur zeitlich begrenzt machen, hat *nichts* mit der codifizierten, kategorisierten Statistik zu tun, die sie automatisch auswerten können. Die müssen Sie - egal ob via Excel oder Software - eigentlich immer haben.

Wenn Sie aber zu jedem Ihrer Trades so wie oben diese Zeilen jederzeit schreiben können, dann haben Sie ein Setup das den Namen verdient. Wenn Sie diese Zeilen nicht jederzeit aus der Hüfte schreiben können, haben Sie ein Problem und machen sich etwas vor.

Insofern ist die Fähigkeit, so eine Darstellung jederzeit zu Ihren Aktivitäten "aus der Hüfte" schreiben zu können, ein wichtiger Test, ob Sie klare Gedanken haben oder Anhänger der "freien Genialität" sind, die natürlich nur Sie besitzen. 😛

Habe ich dem Fragesteller jetzt geholfen? Vielleicht.

Wenn es ihm vor allem um konkrete, erklärte Setups als Vorlage geht, kann ich in so einem Artikel nicht ausreichend dienen. Ich verweise alleine auf -> Bulkowskis Patternsite <-, in der sich hunderte verschiedene Muster finden, die man alle handeln könnte.

Ich kann immer gerne mal konkret Auskunft geben, dann frage man mich zu einer Idee konkret, wo ich nun Stops hinsetzen würde etc - wenn ich es nicht sowieso schon geschrieben habe. Dafür ist das Forum da.

Das sind aber alles nur Beispiele, weil ein komplettes Setup ja immer mit persönlichen Rahmenbedingungen zu tun hat. Und ich bin eben nicht Sie - weder beim Kapital, noch bei Erfahrung, noch bei Risikotoleranz, noch bei Strategie oder zeitlicher Verfügbarkeit.

Alles was ich machen kann, ist also generische Setups als Ideen besprechen, *ihr* Setup ist und bleibt aber *ihr* Setup und kann nicht von mir vorgegeben werden. Ich liefere nur Ideen und Konzepte.

Am Ende liegt es also an Ihnen, sich auf die Muster zu stürzen die Sie mögen und die Ihnen naheliegen und diese Muster dann so lange zu trainieren und beobachten, bis Sie Ihren eigenen Schlachtplan entwickelt haben. Übung macht den Meister!

Und genau dabei, in dieser Anfangsphase, kann Ihnen eine ausführliche Eigen-Dokumentation wie oben helfen. Aber nur in dieser Findungsphase, danach sollte die Dokumentation codifiziert und automatisiert werden.

Habe ich jetzt doch ein wenig mit diesem langen Text geholfen? Ich bin nicht sicher, aber vielleicht. Denn zumindest habe ich verschiedene schon besprochene Teil-Themen nun mal in einen Kontext gestellt.

Ihr Hari

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Trendtief – Ja oder Nein?



Heute habe ich ein langes Video für Sie, 41 Minuten, das sich keiner theoretischen, sondern einer praktischen Fragestellung widmet.

Das ist aber unvermeidbar, denn Sie können mir *Live* über 2x7 Jahre bei der Investition in zwei Aktien folgen.

Denn ich weiss ja um die Schwierigkeit des Setzens von Stops im Trend. Es geht dabei zum Beispiel um Fragen, wie wann der Trend invalidiert ist oder was ein Trendtief ist und was nicht? Fragen wie, wie weit man einen Kurs nach oben weglaufen lassen darf, ohne den Stop nachzuziehen?

Theoretisch kann man da ganz viel erklären, es praktisch zu erleben, ist aber viel besser. Und auch für mich war das *Live*, denn auch wenn ich den groben Verlauf der beiden Aktien über die Jahre natürlich unvermeidlich kannte, kannte ich doch nicht jede Zuckung auswendig und war teilweise selber gespannt, was als Nächstes kommen würde.

Am Ende macht das Video Botschaften erlebbar, die Sie hier schon oft gelesen haben. So dass man als Trendfolger Geduld haben muss und Stops nicht zu schnell zu nahe nachziehen darf. Oder was ein sinnvolles Trendtief von einem untergeordneten Tief unterscheidet.

Oder - ganz wichtig - dass man die Disziplin besitzen muss, bei der gewählten Strategie und dem gewählten Zeithorizont zu bleiben. Wer ein Investor sein will, darf sich nicht von der Angst Teilgewinne wieder abzugeben verrückt machen lassen und zum Positionstrader werden.

Ein Hinweis noch:

Um die Komplexität zu begrenzen, spreche ich hier nur über das Setzen und Verschieben *eines* Stops, der versucht den Trend abzubilden. Wenn Sie eine Positionsgrössenstrategie in der Light-Version wie im Beispiel -> hier <- fahren wollen, könnten Sie die gezeigte Stop-Strategie zum Beispiel nutzen, um den Übergang in den Krisenmodus (kleine Position) zu definieren. Denn die gezeigte Stop-Strategie versucht so lange dabei zu bleiben, bis der Trend wirklich gebrochen ist.

Für den Wechsel zwischen mittlerer und großer Position, brauchen Sie dann einen weiteren Indikator wie zB die gleitenden Durchschnitte.

Ich wünsche gute Erkenntnisse:

Ihr Hari

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Der Umgang mit Stops



Es gibt wohl kaum eine Technik, die so viele Gewinne verhindert, wie der unreflektierte, naive Umgang mit Stops. Trotzdem muss jeder Anleger - gleich ob Investor oder Trader - immer wissen, wann eine Position - weil gescheitert - zu schließen ist.

Das hört sich wie ein Widerspruch an, ist aber keiner. Wie das Eine und Andere dann doch zusammen passen, versucht das Video uns näher zu bringen, das wie immer *Live* und frisch von der Leber weg erstellt wurde.

Dabei sind mir beim nachträglichen Review aber zwei Dinge aufgefallen, die man noch ergänzen sollte, die aber wenn man sie auch noch thematisiert hätte, das Video zeitlich gesprengt hätten.

Erstens gilt die Aussage, dass man in der Regel keine Stops im System braucht, natürlich nur, wenn man bereit ist ein plötzliches Gap nach unten als Restrisiko zu akzeptieren.

Findet das Gap Overnight statt, kann es auch ein Stop im System nicht verhindern, Intraday dagegen schon. Dagegen steht dann aber das Risiko, dass wenn das Gap sich sofort wieder schließt, man dann abgeworfen und nicht wieder dabei ist.

Beide Sachverhalte muss man gegeneinander abwägen und dabei auch die Volatilität des Assets berücksichtigen. Ein Index hat sicher weniger Risiken großer Intraday-Gaps als ein Biotech-Wert. Die ideale Lösung für alle Fälle gibt es einfach nicht.

Zweitens habe ich im Video mehrfach den Terminus des "höheren Tiefs im Trend" benutzt, das aber nicht qualifiziert. Ein "höheres Tief im Trend" ist dann endgültig erreicht, wenn sich ein höheres Tief gebildet hat und *danach* die Kurse zu neuen Hochs laufen. Erst danach weiss man es sicher.

In den Beispielen bin ich an wenigen Stellen davon ein wenig abgewichen, um den Punkt besser heraus zu arbeiten, denn erst hinterher weiss man es sicher. So sind im Chart des SP500 wenige Fälle, in denen die höheren Tiefs noch gar nicht valide waren, weil kein neues Hoch da war - sprich die könnte man überspringen. Und im Beispiel SEDG ist das letzte Tief vor dem Abbruch auch gerade so eben noch nicht valide, weil auch die höheren Kurse fehlen.

Trotzdem habe ich die Fälle wie dargestellt benutzt, um didaktisch das Konzept an den Beispielen gut herausarbeiten zu können und nicht zu viele "Wenns" und "Abers" zu haben.

Wenn wir Live im "Fog of War" handeln, sollten wir aber nicht vergessen, dass das höhere Tief erst dann endgültig als valide anzusehen ist, wenn neue Hochs danach eingebucht wurden. Man kann schon vorher agieren und den Stop nachziehen, das erfordert aber Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Das hält das Risiko eines Reversal und den Verlust von Teilgewinnen länger offen, macht es aber sicherer das "richtige" Trendtief auch wirklich getroffen zu haben. Auch hier ist das wieder eine Abwägung, für die es keine perfekte, automatisierbare Antwort gibt. Ein Stück Gefühl, Instinkt und Einschätzung ist auch beim Identifizieren von Trendtiefs dabei und auch dafür braucht man Übung, Übung, Übung.

So und nun wünsche ich viel Spaß und gute Erkenntnisse:

Ihr Hari

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Die Steigung

Das Jahr 2018 macht da weiter, wo das Jahr 2017 aufgehört hat. Der Anstieg insbesondere der US Indizes ist gnadenlos, immer wieder ergeben sich neue Themen, die die Märkte weiter befeuern. War es gestern noch die US Steuerreform, ist es nun auch das US Infrastruktur-Programm, das auf die Agenda der Trump-Administration kommt.

Daraus ist ein massives Momentum im Markt entstanden, das man wunderbar im Leitindex SP500 mit dieser immer steiler werdenden Steigung darstellen kann:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

Nun kann ich mir aber gleich vorstellen, wie einigen von Ihnen nun der "Finger juckt" sich dagegen zu stellen und auf fallende Kurse zu wetten.

Ich kann nur davor warnen. Denn derartiges Momentum hat die Tendenz immer viel weiter zu laufen, als wir uns vorstellen können und der Markt muss gar nichts. Mit diesem Momentum kann der problemlos erst einmal ein paar Wochen weiter steigen und die 3.000 erreichen, bevor er ernsthaft zu zucken beginnt.

Zu früh ist am Markt eben auch nur ein anderes Wort für *falsch*, denn die Verluste wären für Shorties auf dem Weg nach oben dann brutal.

Alles was dem klugen Anleger bleibt, ist demütig dem Markt zu folgen und dieses Momentum zu akzeptieren, statt es zu bekämpfen. Also mitzunehmen, was man sich bei geordnetem Risikomanagement zutraut.

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Ich weiss, das ist emotional keine besonders schöne Situation, sich zu zwingen dabei zu bleiben und gleichzeitig dabei auf den Zehenspitzen zu stehen. Viel lieber würde man sich entspannt zurücklehnen und einfach den Anstieg geniessen.

Aber wir haben keine Wahl. Wenn wir vom Momentum etwas mitnehmen wollen und trotzdem bei einer scharfen Korrektur nicht alles wieder verlieren wollen, müssen wir beides tun, so schwer es auch ist.

Übrigens, die US Indizes haben nun das Jahr 1995 als das mit dem längsten Anstieg ohne 5% Korrektur abgelöst. Wir sind also eindeutig in historischen Gewässern.

Ihr Hari

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Perlen Reloaded – Über Hopium, Gold und JP Morgan



Hier ist der achte Artikel der Reihe "Perlen Reloaded", in der alte Artikel und Themen wieder ans Licht der Gegenwart geholt werden.

Er stammt aus dem September 2013 und damit aus einer Zeit, als noch nicht ganz klar war, dass Gold so massiv nach unten wegbrechen würde. 2013 war ja sozusagen ein Vorläufer von 2017, ein Jahr in dem es an den Asset-Märkten durchweg nur hoch ging.

Gerade im Forum war damals für mich bei Ihnen noch viel bullische Erwartungen an Gold zu spüren, die Erinnerung an die lange Rally halte noch nach. Diese falschen Hoffnungen waren etwas, wovor ich Sie unbedingt bewahren wollte und daher deutliche Worte gefunden habe.

Der Artikel thematisiert daher am Beispiel Gold den Fehler "Hopium" zu atmen, wenn wichtige technische Marken brechen. Für neue Mitglieder, "Hopium" ist eine meiner Wortschöpfungen - eine Kombination aus "Hope" und "Opium" und eine Metapher dafür, dass wir uns Dinge zu lange schön reden und die Realität verleugnen.

Lesen Sie also noch einmal die Lage bei Gold damals, als an der Comex mal wieder die "grossen Jungs" am Spieltisch gerüttelt haben. Und sehen Sie im Nachgang, was daraus dann geworden ist.

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Samstag - 14.09.13 09:30 - Über Hopium, Gold und JP Morgan

Ich komme vom Thema Gold wohl nicht so schnell los. 😉 Grund ist, dass mir Signale, die ich von mehreren von Ihnen über Kommentare empfange bzw. daraus ableite, etwas Sorgen machen. Und ich sorge mich wirklich um Sie und schreibe deshalb auch am Samstag Vormittag noch etwas.

Schauen wir noch einmal was hier passiert ist:

Gold 14.09.13

Bis vorgestern in der Früh, war die Markttechnik voll intakt. Und der Goldpreis für mich damit hervorragend antizipierbar. Sie haben das ja hier live immer wieder erlebt.

Gold hatte ausreichend korrigiert, sass auf der Aufwärtstrendlinie. hatte seinen ruhigen Inside-Day gehabt und setzte am Abend mit einer Bewegung bis 1365 zum Schub nach oben an, exakt nach dem gleichen Gameplan, wie beim letzten zyklischen Tief.

Dann kam nach 7 Uhr in der früh (und damit exakt im kleinen Zeitfenster ausserhalb des US Handels, ausserhalb des asiatischen Handels und ausserhalb des europäischen Handels - was für ein Zufall ;-)) diese Einzelorder in den Markt. Eine Einzelorder deren einziger Sinn wohl war, dem Markt genau in diesem Moment einen Stoss zu geben. Denn als Verkauf um einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen macht das wenig Sinn. Da hätte man gewartet bis mehr Liquidität im Markt und dann in kleineren Stücken verkauft, um den Kurs nicht massiv absacken zu lassen. Nein, da wollte ganz eindeutig jemand am Spieltisch rütteln. Genau das gleiche Spiel, das auch schon im Frühjahr gelaufen ist.

Damit wurde die Chartstruktur des Goldpreises schwer beschädigt. Nun ist die Trendlinie gebrochen. Nun haben wir eine negative Divergenz im RSI. Nun liegen wir unter der für den Markt wichtigen 50-Tage-Linie. Achten Sie mal darauf, wie lange der Markt brav darunter geblieben ist.

Damit wurden alle auf dem falschen Fuss erwischt, die nun auf das Trendtief gesetzt hatten. Also sie wie ich. Weiter unten habe ich noch einen Link zum Thema dieser "Bastarde", die da am Spieltisch rütteln können, weil sie zu gross sind. Aber darüber will ich zunächst nicht reden.

Reden will ich über die Droge "Hopium" die einige von Ihnen nun vermutlich inhalieren. Und die ich nicht inhaliere, denn ich kenne ihre zerstörerische Wirkung auf das Depot. Denn was habe ich getan ?

Ich hatte es schon geschrieben. In dem Moment wo ich in der Frühe diesen Einschlag sah, habe ich sofort die Positionsgrössen reduziert und meine Hedges wieder hochgefahren. Ich habe also sofort die Verluste begrenzt. Deswegen sitze ich nun emotional gelassen hier und kann abwarten, ob die Walfische den Markt zum Einsturz bringen, oder ob er nach der späten Rally am Montag dreht.

Um es kurz zu sagen: meine Angst weiterer Verluste ist höher, als die Angst bei der Gegenbewegung am Anfang etwas weniger zu gewinnen. Und so sollte es sein.

Und nun komme ich zu Ihnen. Ich vermute, einige von Ihnen werden wie ich am Donnerstag von dieser Volte überrascht worden sein und sitzen nun mit ihren Positionen unter Wasser. Und atmen nun Hopium. Hopium heisst, Sie hoffen und beten und zittern, dass der Markt sie am Montag errettet und nun das Reversal kommt.

Und das ist : FALSCH, FALSCH, FALSCH! Ich kann das gar nicht genug betonen !

Das Problem ist dabei nicht, nun im Markt zu sein und auf die Wende zu wetten. Wenn man das bewusst tut (ich habe das mit einer Silber-Position gestern Abend erneut gestartet) und das mit einer bewusst gewählten Positionsgrösse tut, ist alles wunderbar. Das ist ein Trade und gut ist es.

Falsch ist es aber, wenn eine Position in der man sowieso an die Grenzen der eigenen Risikotoleranz gegangen ist (weil man sich davon so viel versprach) gegen einen läuft, dann auf Hoffnung (Hopium) zu setzen um errettet zu werden. Oder noch schlimmer, in Form eines "Revenge Trades" nachzulegen, um den Verlust wieder wett zu machen. Das sind Aktionen die ins Desaster führen !

Richtig ist, Verluste sofort kalt zu begrenzen, wenn das Risiko steigt ! Und die Menge Kapital die man im Markt hat, immer vom Risiko abhängig zu machen. Das nennt man Risikomanagement. Und dieses Risikomanagement hält die Psyche zusammen. Wer aber Hopium inhaliert wird zerstört und ist genau dann emotional nicht mehr in der Lage beherzt zuzupacken, wenn es dann erforderlich ist und die Chancen da sind.

Dieses Risikomanagement macht bei dem exakt gleichen Trade den Unterschied zwischen jemandem, der wie ich nun zwar einen Teil seiner Gewinne abgeben musste, aber immer noch im Plus sitzt und nun emotional gelassen ist. Und jemandem, der nun im Minus sitzt und emotional schwitzt. Und ich mache mir Sorgen, dass es einigen von Ihnen nun so geht und Sie das Falsche tun. Und ich möchte, dass Sie lernen, das Richtige zu tun ! Dafür bin ich hier da. Ich habe keine Macht über Bastarde im Markt, die den Spieltisch zum wackeln bringen. Ich weiss aber damit umzugehen, denn diese Bastarde sind überall, nur nicht immer so gut zu erkennen wie aktuell.

Soweit meine damaligen, sehr mahnenden Worte. Und jetzt zeige ich Ihnen, wie es dann bei Gold weiter ging:

Wir sehen einen wunderbaren Abwärtstrend, mit "Retest" und "Last Gasp" und einem Tief viel weiter unten - eine Bewegung die mit dem Bruch der Trendlinie unter Volumen begonnen hat.

Die Botschaft des Artikels ist also immer noch aktuell:

Wir folgen der Price-Action und atmen kein Hopium.

Verluste sind dazu da, hart begrenzt zu werden!

Und die Wahrheit liegt auf dem Platz!

Amen 🙂

Ihr Hari

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Laser Brain



Zu Beginn ist es mal wieder Zeit, einen wichtigen Umstand in Erinnerung zu rufen. Die Tatsache nämlich, dass man den ganzen "Crash-Gurus" und medialen Prognostikern keinerlei Aufmerksamkeit schenken sollte. Wirklich keine!

Treue Mitglieder kennen das Thema, es ist aber alle paar Monate nötig, weil diese Crash-Thesen immer so süssliche Anziehungskraft in unseren Affenhirnen entfalten, dass selbst klar denkende Köpfe nicht völlig davor gefeit sind.

Betrachten Sie die folgenden Zeilen also als virtuelle "Grippe-Impfung" gegen den H1P1 "Prognosiritis" Virus der klassischen Grippesaison. 😉

Denn was für ein "Laser Brain", diese ganzen Crash-Propheten in Wirklichkeit haben, stellt Tiho Brkan in einem -> genialen Chart via Twitter <- dar:

laser-brain-25-11-16

Pinnen Sie sich dieses Chart an die Wand, falls Sie mal wieder der Drang überfällt, dem Gebrabbel dieser medialen Gurus Aufmerksamkeit zu schenken. Merken Sie sich, dass die immer gefühlsverstärkend genau *dann* kommen, wenn sowieso schon Zweifel durch den Markt laufen und Sie sich selber komisch fühlen, was den Markt angeht.

Wenn überhaupt, muss man aktuell vielleicht deshalb sorgenvoll sein, weil es dieses mediale Crash-Gebrabbel derzeit gerade *nicht* gibt. Wenn es dann kommt, sind wir dem Korrekturtief wohl schon nahe. 😉

Diese Artikel sind also prozyklisch und rein der medialen Aufmerksamkeit geschuldet. Da wir als Menschen mit unserem "Confirmation Bias", aber dazu neigen, genau die Dinge zu lesen, die unsere schon gefasste Meinung bestärken, nicken wir in diesen Momenten wohlgefällig und verkaufen. Wie schädlich das aber für unser Depot ist und dass der reflexive Markt genau anders herum funktioniert, zeigt eindrucksvoll das Chart.

Da bleibt mir nur, mal wieder das hier zu zitieren: 😛

obiwan

Ein weiteres Thema habe ich, völlig unabhängig von Aktualität. Kennt jemand Arconic (ARNC)? Nein? Doch - Sie kennen es alle! 😀

Das ist nämlich Alcoa, genauer gesagt nach dem Aktiensplit der langfristig attraktivere Teil von Alcoa, der mit innovativen Werkstoffen als High-Tech Unternehmen Kunden zum Beispiel in der Luftfahrtindustrie beliefert und damit in einem attraktiven Geschäftsfeld ist. Hier ist die -> Unternehmenswebsite <-. Klaus Kleinfeld, der Ex Siemens CEO, bleibt übrigens bei Arconic und nicht bei der neuen Alcoa (AA).

Die "neue" Alcoa (AA) ist nämlich die ganz alte. Das ist der klassische Aluminium-Verarbeiter, also faktisch ein Rohstoffgeschäft und sehr zyklisch von den Weltmarktpreisen abhängig. Im Moment, weil mit Trump alle Rohstoffe haussieren, taktisch sicher keine schlechte Idee, aber eben eine klassische "Schweinezyklus-Aktie".

Echte Wertsteigerung dagegen, weil durch Innovation Mehrwert generiert wird, dürfte langfristig Arconic liefert. Im Moment hält Arconic noch 20% der Aktien von Alcoa, die sollen aber im Laufe der Zeit abgestossen werden, so dass die Unternehmen wirklich unabhängig voneinander sind. Insofern helfen steigende Kurse bei Alcoa derzeit auch den Arconic Aktionären. Hier -> einiges zum Thema <-.

Wenn wir auf das langfristige Chart bei Finviz schauen, müssen wir aufpassen, weil die haben die Kurse des Vorgänger-Unternehmens Alcoa so adjustiert, dass der Chart von ARNC wie ein langfristiges Chart aussschaut. Das sind aber Phantasiekurse, real an der Börse gezahlt sind nur die Kurse seit dem Split vor wenigen Wochen.

arnc-25-11-16

Schauen Sie sich die Aktie doch einfach mal an! Schlüsse aus der Chartstruktur, kann man aber erst in ein paar Monaten sinnvoll ziehen, die Aktie hat alleine zu wenig Historie.

Achja und noch ein halber Blick zurück. GEA Group. Gestern hatte ich in -> Selbstverzwergung <- den Reversal Trade mit den Worten vorgestellt:

Das ist so ein klassischer opportunistischer Handelsfall, in dem man rein geht, unter den Tiefs absichert und dann alles dem Schicksal überlässt.

Eben. Heute wieder 3% höher und damit kann man den Stop schon in den grünen Bereich ziehen. So sieht das nun aus und nun kann man ganz gelassen abwarten, *wie* hoch die Bewegung am Ende geht. Das sind - wie gesagt - so opportunistische Chancen, bei denen es weniger auf langes Grübeln, Forschen und Zögern, sondern vor allem auf konsequentes, zupackendes Handeln ankommt:

gea-25-11-16

Übrigens, das "theoretische Potential" ist wirklich theoretisch und wird vielleicht am Ende in nur 1von5 Fällen überhaupt erreicht. Der Punkt ist aber, wenn man den Einstieg so sauber gestaltet, ist das Risiko minimal und man kann sich theoretisch sogar 4x leichte Verluste leisten und wird durch den 5. Gewinner immer noch im Saldo dick im Plus sein.

Das Grübeln über die Zukunft, wie sich die Aktie in den kommenden Wochen entwickelt, ist also mal wieder völlig nutzlos. Wichtig ist dagegen, die Energie auf den sauberen Einstieg im "Hier und Jetzt" und das nachfolgende "Babysitten" der Aktie zu richten. Was sie dann macht, macht sie von ganz alleine, das braucht unser Grübeln dann nicht, wenn wir das Handling der Position im Griff haben.

So ... jetzt aber endlich zur Aktualität am verkürzten "Black Friday".

Der S&P500 macht bisher das, was er einem "Black Friday" normalerweise so macht: er läuft leicht hoch. 😀

Interessanter ist der Euro zum Dollar, der läuft nämlich auch hoch und könnte vielleicht bald ein neues Verlaufshoch generieren, was dann ein wichtiges Signal wäre. Noch ist das Signal aber nicht da und auch ein sofortiger Rückfall ist in den Karten - wir werden es bald wissen:

eurusd-25-11-16-2

Beim blauen Stern, würde ich das als Reversalsignal werten, aktuell ist noch nichts passiert.

Und Gold? Immer wenn zuletzt EURUSD um 0,5% gefallen ist, ist Gold mehr oder weniger das Doppelte gefallen. Heute steigt EURUSD um 0,5% und Gold steigt gerade mal Minimal. Das ist sehr, sehr schwach und kein gutes Omen.

Eigentlich sind die Chancen nicht schlecht, dass von der 1.180er Zone nun ein temporärer Rebound ausgeht. Wenn das aber selbst hier nicht drin ist, wäre das desaströs und klar bärisch zu werten:

xauusd-25-11-16

Thema des Tages war heute auch die potentielle -> Übernahme der schweizer Actelion durch Johnson & Johnson <-. Die Stärke von BB Biotech heute, hat genau damit zu tun, denn Actelion ist mit 8,3% da die drittgrösste Position. Die 12 % Plus bei Actelion selber, übersetzen sich als in ein 1% Plus bei BB Biotech, das rechnerisch alleine daraus resultiert.

Grundsätzlich sind so Deals für den ganzen Sektor gut, weil sich daran auch bei anderen Aktien Phantasie fest macht. Damit die sich hält und nicht nur ein "One-Day-Wonder" bleibt, muss aber auch was nachkommen.

Damit soll es für diese Woche gut sein. Dass ich die kommende Woche nun wieder mit etwas erhöhter Vorsicht betrachte, ohne dabei aber ängstlich oder bärisch zu werden, habe ich heute früh schon kommuniziert.

Viel wird vom Ergebnis des Black Friday abhängen. Denn die Konsum-Werte haben an der Trump Rally nicht so teilgenommen. Wenn der Black Friday wieder Rekordumsätze generiert, sollten diese Konsumwerte nächste Woche einen Schub machen und dann wird es zumindest zum Wochenanfang nichts mit dem Dip.

Lesenswert ist zum Abschluss noch diese -> Betrachtung der COT Daten <- durch Peter Brandt. Gehen Sie doch einmal die Woche selber aktiv durch die "Interessanten Blogs" meiner Linkliste durch. Ich glaube es lohnt sich.

Ich begebe mich nun ins Wochenende und wünsche Ihnen auch ein paar erholsame Tage. Wir lesen uns wie immer am Montag in alter Frische und bis dahin, ab und zu im Forum.

Ihr Hari

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Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen



Im Rahmen der -> Themen, die Sie interessieren <-, erreichte mich die folgende Frage, von der ich denke, dass sie von allgemeinem Interesse sein dürfte.

Hallo Hari,

mich treibt schon lange eine Sache um, wo ich keine rechte Antwort finde. Andererseits tue ich mir schwer, da die Frage halbwegs vernünftig zu formulieren. Trotzdem hier jetzt ein Versuch:

Es dreht sich im weiteren Sinne um den berühmten Spruch "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen". Vollkommen klar, ist auch einleuchtend. Anders herum wäre es ja nicht allzu gescheit.

In der Praxis lässt sich das aber m.M. nicht so einfach umsetzen. Ein Beispiel, damit das Ganze nicht zu theoretisch wird, aus eigener Erfahrung mit der Aktie Micron Technologies (MU), die ja hier im Forum des öfteren erwähnt wurde.

Von ca. Mitte Juni bis ca. Ende Juli ging es eher seitwärts. In dieser Zeit gelang es mir in dieser Schaukelbewegung ein paar mal aufzuspringen und rechtzeitig wieder abzuspringen. Anfang August verpasste ich leider den Wiedereinstieg ganz knapp, einfach weil die Aktie nicht mehr weit genug korrigierte. So; und seither steigt das Ding praktisch ohne Korrektur... Jetzt im Nachhinein offensichtlich, ist die seitwärts Bewegung in einen Anstieg übergegangen

Welche Möglichkeiten hat man da jetzt? Kann man solche Übergänge irgendwie erahnen? Ich bin schon oft genug hinterher gesprungen und dann natürlich entsprechend auf die Nase gefallen. Andererseits bin ich oft an der Seitenlinie stehen geblieben (so wie jetzt) und das Ding läuft und läuft. Das ist doch ärgerlich. Scheinbar macht man es immer genau falsch herum. Wie gesagt, MU war nur ein Beispiel, aber es läuft oft so, oder ähnlich. Irgendwie fehlt mir dann die geeignete Fortsetzung.

Natürlich kann jemand auch meinen, "such dir doch eine andere Aktie". Stimmt schon, aber hier gilt es zu bebedenken, das wenn jemand berufstätig ist, einfach kaum Zeit ist, jeden Tag eine Menge Aktien durch zu stöbern. Somit ist der/diejenige auf einen begrenzten Korb an Aktien angewiesen und muss versuchen, da das Beste draus zu machen.

Ich erwarte da jetzt selbstverständlich keine genaue Anleitung wie man da jetzt vorgeht, klar dass es diese nicht gibt. Der Artikel über die Reflexivität der Märkte erklärt schon einiges... Aber vielleicht kannst du einige Tipps geben, wie man sich hier verhalten könnte?

vielen Dank!

Hmmm. Schwer zu beantworten, weil die Antwort liegt nach meiner Ansicht primär in der Psychologie und nur sekundär in der Technik.

Betrachten wir daher zunächst einmal die Fakten eines Risikomanagements mit Stops.

Erstens, die Zukunft ist unbestimmt und es kann immer anders kommen. Eine Trivialität und doch immer wichtig sich klar zu machen.

Zweitens, je näher ein Stop am Kurs ist, desto geringer ist ein möglicher Verlust, desto wahrscheinlicher wird man aber auch wegen der Volatilität ausgestoppt. Einen Stop zu nahe heran zu ziehen, verschafft also keine Sicherheit, sondern garantierten Verlust.

Es ist daher wichtig, den Abstand des Stops so weit zu lassen, dass der Kurs der Aktie genügend Raum zum Atmen hat. Dabei hilt die Average True Range (ATR), die ich hier erklärt habe: -> Grundlagen der Stops II <-, aber natürlich auch das Wissen um technische Konzepte wie Unterstützung, Widerstand oder auch die neue Tendenz des Marktes, einen "Undercut" generieren.

Gleichzeitig sollte der Stop aber eng genug sein, dass man einen damit verbundenen Verlust noch ertragen kann, ohne gleich die emotionale Krise zu bekommen. Das hat mit dem Abstand, aber auch mit dem Volumen - also der Positionsgrösse - zu tun, mit dem man im Risiko ist.

Wenn man all das "optimal" getan hat und genau weiss, was man tut, kann man immer noch blöd ausgestoppt werden. Das ist dann halt so, man wischt sich den Mund ab und macht weiter. Wenn man das gut gemacht hat, sollte diese Art von Stops aber im Saldo einen Vorteil generieren.

Warum glaube ich nun, dass das Hauptproblem Psychologie ist? Ganz einfach, weil bei Vielen die Sorge vor dem Verlust weit grösser ist, als die Fähigkeit einer Position gelassen Raum zum Atmen zu gewähren.

Stops solcher Anleger, werden also tendentiell zu eng sein, weil diese die natürliche Volatilität unterschätzen. Und damit passiert am Ende genau das, was diese befürchten. Sie verlieren zwar in der Einzelposition nicht viel, werden dafür aber permanent ausgestoppt, so dass am Ende ein Minus steht.

Ich sehe nur zwei einfache Wege damit umzugehen. Einerseits wie oben gesagt, den Stop weiter weg zu setzen und an sinnvolle Stellen, die beim Abstand auch die Volatilität (ATR) berücksichtigen.

Andererseits ganz auf Stops zu verzichten und das Risikomanagement über Positionsgrössen und vielleicht ein generelles Hedging zu machen. Ich habe das hier erklärt: -> Wir kochen uns eine einfache, gehedgte Positionsgrössenstrategie <-.

Ich rate normalen Anlegern mit wenig Zeit und Erfahrung eher zur zweiten Variante. Also keine harten Stops im System. Achten Sie statt dessen darauf, dass Ihr Depot ausgewogen ist und diversifiziert und wenn die eine Aktie abraucht, aus dem gleichen Grund - zum Beispiel einem steigenden Ölpreis - eine andere steigt. Und vielleicht haben Sie einen generellen "Hedge" im Hintergrund, den Sie aber nur im echten Krisenfall benutzen, um schnell absichern zu können.

Am Ende ist es aber Psychologie. Wer Gewinne am hin und her schwankenden Aktienmarkt will, muss Verluste bewusst zulassen. Die Kunst des Risikomanagements ist, das so zu gestalten, dass man dabei gelassen und chancenorientiert bleibt. Ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Zumindest ich kenne Keines.

Dann gibt es in der Frage einen zweiten Aspekt, den Aspekt des "Verpassens". Ich zitieren noch einmal:

Anfang August verpasste ich leider den Wiedereinstieg ganz knapp, einfach weil die Aktie nicht mehr weit genug korrigierte. So; und seither steigt das Ding praktisch ohne Korrektur... Jetzt im Nachhinein offensichtlich, ist die seitwärts Bewegung in einen Anstieg übergegangen

Welche Möglichkeiten hat man da jetzt? Kann man solche Übergänge irgendwie erahnen?

Ja, man kann solche Übergänge oft (nicht immer) erahnen, bzw. nach dem ersten Schub erkennen. Dazu habe ich zuletzt mehrfach geschrieben. Aber sicher ist daran gar nichts und auch hier stellt sich dann die Frage des Risikomanagements, wenn sich die Aktie doch anders entwickelt.

Auch hier ist aber die Psychologie im Weg, was heisst denn "verpassen"? Schon der Begriff ist falsch. Denn verpassen kann man nur, wenn man trotz Signal "wegfahren" lässt, weil man nach "verpassten Prozent" sich nicht mehr traut noch einzusteigen. Genau da ist das Affenhirn uns im Weg!

Betrachten Sie es doch mal so. Ein Aktie geht seitwärts und Sie wollen einsteigen und haben sich einen Punkt etwas tiefer zurecht gelegt. Nun kommt plötzlich der erste Schub und Ihr Punkt wird nicht erreicht.

Das Affenhirn sagt nun: "Mist, das ist mir weggelaufen." Ärger kommt auf und zwei Wochen später, wenn der Kurs noch höher steht, spricht man dann davon, man hätte "verpasst".

Sorry, Blödsinn. Das eigene Affenhirn hat einen blockiert. Was spricht denn gegen folgende, ganz rationale "roboterhafte" Vorgehensweise:

Nach dem ersten Schub, der gewissen Kriterien genügt, steigt man ein. Wenn die Kriterien aber nicht erfüllt werden, steigt man nicht ein, grämt sich aber auch nicht und wartet auf das nächste Signal in einer anderen Aktie.

Nach dem Einstieg, sichert man unter dem Schub oder wahlweise unter dem Tief der Seitwärtsbewegung ab. Wenn der Kurs den Schub negiert und zurück fällt: Pech gehabt. Wenn er aber steigt, wartet man den ersten Dip ab (das erste markante Tief im neuen Aufwärtstrend) und zieht den Stop dahin ins Grüne nach und lässt weiter laufen.

Wenn die Kriterien und die Disziplin stimmen, wird man mit dieser simplen Methode "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen". Das funktioniert.

Was nicht funktioniert, ist dieses "Grübeln, Zappeln, Zögern" um am Ende in Kategorien von "verpassen" zu Denken. Mit obiger Methode, gibt es kein "verpassen", es gibt nur Kriterien, die erfüllt sind oder nicht. Und wenn die Kriterien nicht erfüllt sind und man deswegen nicht einsteigt, hat man hinterher auch nicht "verpasst", sondern ist diszipliniert der eigenen Strategie gefolgt. Punkt. Hinterher ist man immer klüger.

Genau das nennt man ein Setup bzw eine Strategie. Ohne diese, wird das Affenhirn immer die Gewalt über uns behalten, das habe ich ja oft kommuniziert.

Konnte man Micron (MU) also handeln und dabei sein? Na klar, die wesentlichen Eckdaten im obigen Sinne zeigt das Chart:

mu-04-10-16

Wer nun langfristig dabei bleiben will, hat einen Stop nun vielleicht unter dem SMA50 unter 15 USD. Ich weiss, damit würde man viel von den Gewinnen wieder abgeben, aber das ist, was ich oben sagte: Wer hohe Gewinne erzielen will, muss einem Trend Raum zum Atmen geben und Risiken eingehen.

Wer die aktuellen Gewinne dagegen sichern will, wird nun mit einem TrailingStop nahe heran gehen, der im Bereich des SMA20 liegen würde. Damit wird man wohl bald ausgestoppt, kann und sollte aber jederzeit tiefer wieder einsteigen, sobald sich ein klares neues Tief heraus bildet.

Erneut, ein Patentrezept gibt es nicht. Suchen Sie gar nicht erst danach. Verwenden Sie lieber Energie darauf, über Ihre Verlustangst zu reflektieren und sich die Frage zu stellen, ob Sie in der Lage sind, einem Kurs genügend Luft zum Atmen zu geben und ob Sie eine Strategie haben, die Sie ohne Emotion einfach umsetzen.

Wenn das nicht der Fall ist, rate ich dazu auf Stops im System zu verzichten und mit einem diversifizierten, ausbalancierten Depot zu arbeiten.

Ob das der Fall ist, erkennen Sie daran, dass Kategorien wie "verpassen" und der damit verbundene Ärger für Sie noch Relevanz haben. Solange das der Fall ist, entscheidet noch Ihr "Affenhirn", das sorgt und ärgert sich gerne. Wenn Sie ein System haben, interessiert Sie das nicht mehr. Ihr System sagt Ihnen, was zu tun ist und das Ergebnis betrachten Sie ganz kalt und rational am Monatsende.

Ihr Hari

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Mehr kurze Antworten



Im Artikel -> Was würde Sie interessieren <- hatte ich nach Themen gefragt, die Sie interessieren bzw bei denen Sie sich von mir einen ausführlichen Beitrag wünschen.

Mittlerweile sind einige dazu gekommen. Ich nutze diesen Artikel erneut, um einige Fragen gebündelt zu beantworten. Längere Themen nehme ich mir dann bis Weihnachten Zug um Zug vor.

Dark Pools

Ich weiss kaum etwas über Dark Pools, z.B. Umsätze im Vergleich zu Börsenumsätzen, eventuelle Beeinflussung von Börsenkursen, usw.

Ich bin eher ein Gegner, weil ich es für unzulässig halte, dass grosse Transaktionen vor den Augen anderer verborgen werden können.

Ich habe da eine sehr harte Sicht die sagt: Alles an zentrale Börsen und die wiederum sind zu verpflichten, jedem den gleichen Marktzugang zu gewähren.

Hier ein Artikel von mir in der Wirtschaftswoche von 2013: -> Das Kreuz mit den Dark Pools <-

Hier ein Kommentar von mir von 2014 mit diversen Links: -> Dark Pools und schädliche Marktfragmentierung <-

Hier ein Artikel der Welt von 2015: -> Die dunkle Nebenwelt der Aktienmärkte <-

Ich hatte dazu 2014 auch ein Interview bei Plusminus, leider ist es aus der Mediathek der ARD verschwunden. Hier ist aber der Ablauf als "Drehbuch"-> Plusminus zu Dark Pools <-

Und hier ein Forum zu dieser (meiner) Plusminus Sendung: -> Börsenforum <-

REITs

Ich weiß jetzt nicht, ob das überhaupt einen Artikel Wert ist und ich habe bisher erst oberflächlich etwas zu dem Thema gelesen, aber mich würde ein Artikel zum Thema Upgrade der REITs von einer Industry Group zu einem Sektor interessieren.

Ich kann dazu nichts Intelligentes beitragen, weil ich mich für REITs nie sehr interessiert habe. Das ist keine negative Aussage dazu, sondern die schlichte Folge davon, dass man sich nicht für alles interessieren kann. Hier müssen also andere in der Community übernehmen.

Währungsabsicherung

Ich bin in US Werte investiert und daher auf der Suche nach einer einfachen Möglichkeit mich gegenüber Währungsschwankungen abzusichern. Ein Fremdwährungskonto habe ich nicht. Die Währung möchte ich auch nicht direkt kaufen.

Konkret: Ich gehe im Beispiel davon aus, dass der USD gegenüber dem EUR steigen wird. Wie könnte hier eine langfristige (mehr als 1 Jahr) Absicherung (über ein KO Produkt) aussehen bzw. was sollte man beachten.

Meine Frage: Währungsabsicherung (mit Knockouts)

Die Frage wirft selber viele offene Fragen auf und bedarf einiger Grundlagen. Kurz, sie ist so nicht zu beantworten. Sagen wir es mal so:

Ich nutze für so etwas keine Derivate und weiss nicht mal, wie Knockouts funktionieren. (Ja ich weiss es schon, es hat mich praktisch aber nie interessiert)

Ich bin zu Währungsthemen am Devisenmarkt (FX) unterwegs und handele die Währungspaare direkt. Vielleicht solltest Du mal erklären, warum Du "die Währung nicht direkt kaufen" willst, dafür dann aber genau das Gleiche im Mantel eines Derivates, an dem noch andere mitverdienen?

Ìch sehe bei den Derivaten vor allem Nachteile und Kosten, für die es keinen Grund gibt, wenn man zum Beispiel EURUSD direkt long/short gehen kann - einen brauchbaren Broker voraus gesetzt, aber der ist so oder so muss.

Übrigens, warum willst Du Dich überhaupt absichern, wenn der USD zum EUR steigen wird? Das ist doch eine coole Sache für einen Euro-Anleger. Kaufe eine in USD notierende Aktie und kassiere den Währungsgewinn im Kurs ein.

Absicherung als Euro-Anleger macht Sinn, wenn man US Aktien hat und der Euro zum Dollar steigt. Denn dann fallen nominal die Eurokurse der US-Aktien. Dazu muss man dann den Dollar zum Euro "verkaufen", also am Euroanstieg mitverdienen, um das auszugleichen.

Um eine Währungsbewegung "auszugleichen", muss man also technisch gesehen immer an der Bewegung mitverdienen.

Wenn überhaupt als Derivat, würde ich dafür einen "Plain-Vanilla" Optionsschein, also einen EURUSD Call - nehmen, so einfach und standardisiert wie möglich. Dazu multiplizierst Du den Wert des Optionssscheins mit dem Omega und Du bekommst Pi-mal-Daumen die Summe, die Du damit absicherst.

Je komplexer ein Derivat, desto mehr verdienen in der Regel die Finanz-Mathematiker des Emittenten am Anleger. Denn in Komplexität lässt sich Marge verstecken.

Überblick Charttechnik

Ich fände eine Zusammenfassung über die Charttechnik und dortige Strukturen interessant.
Also wann wird eine Marke zum Widerstand oder zur Unterstützung, welche "Kerzenarten" gibt es und was sagen diese aus, was sagt das in letzter Zeit viel geschriebene "V" aus, wie spielt das Volumen da hinein.
Natürlich suche ich mir Erklärungen dazu auch auf anderen Webseiten zusammen, aber ein Artikel im "Hari-Style" hätte natürlich etwas 🙂
Wenn ich einen Chart bei dir sehe macht das alles Sinn, wenn ich dann selber bei "meiner" Aktie das versuche, bin ich mir nicht sicher ob alles richtig gesetzt ist.

Verstehe ich, wäre aber ein Buch und kein Artikel. Und ein Buch über Charttechnik und Muster, will ich nicht schreiben, das haben andere schon getan.

Frage nach einem einzelnen, konkreten Szenario. Zum Beispiel: "Wie entsteht ein Widerstand und/oder eine Unterstützung. Ist das nur eine Linie im Chart, oder ist da mehr dahinter?

Dann wird die Antwort immer noch ein Artikel sein, die kann ich dann aber in akzeptabler Zeit geben. Die Gesamtübersicht nicht.

Stop-Limits geheim?

Sind eigentlich meine Stop-Limits, bzw. Take-Profit-Limits geheim?

Es ist mir bestimmt nicht zum ersten mal passiert, dass ein Underlaying meinen Stop-Kurs um 1,5 Punkte gerissen hat und danach sofort wieder gestiegen ist. Das ist natürlich sehr ärgerlich, weil der Sinn des Stop-Kurses - Wieder zu einem besseren Preis einzusteigen - dann natürlich nicht mehr funktioniert.

Kann es sein, dass die Broker, die ja sämtliche Limits kennen, kurzfristig die Kurse über/unter eine Marke drücken um die armen Kleinspekulanten aus dem Markt zu schießen.

Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass ich beobachtet werde. Am liebsten würde ich gar keine Limits eingeben, um nicht transparent zu sein. Natürlich mach ich das nicht, ich bin ja nicht lebensmüde.

Nein sind sie nicht. Und ja, Marktteilnehmer mit besserem Marktzugang, können davon profitieren und Dir sozusagen "in die Karten schauen".

Was das konkret heisst, hängt aber vom Einzelfall ab. Zunächst einmal ist Dir vielleicht nicht einmal klar, wo diese überhaupt stehen. Denn dass Du ein Stop-Loss-Limit eingibst, heisst noch lange nicht, dass es an die Börse geht, vielleicht hält es auch der Broker in seinem System und macht automatisch eine normale Börsenorder daraus, wenn das Limit erreicht ist.

Der Möglichkeiten sind viele. Immer aber, können die, die die Limits abwickeln, diese auch sehen.

Wenn nun eine Grossbank mit eigener Direktbank hundertausende Kunden hat, die in ihren Systemen handeln, sind die Daten derer Markthandlungen, ihrer Absicherung und ihrer Kaufaufträge, mit Sicherheit Gold wert, um damit im Sinne "Frontrunning" im Eigenhandel Geld zu machen, bzw diese Daten in die eigenen Algorithmen einzupflegen. Wer will das überprüfen?

Auch wenn ein Market-Maker die Kurse stellt, legst Du Deine Hände unter den Prellbock, wenn Du dem ein Limit gibst. Der kann dann nämlich entscheiden, wann er Deine Order abwickelt und aus der Entscheidung eine kleine Zusatzmarge generieren. Dabei geht es ja oft nur um wenige Sekunden, die mal schnell ein Prozent mehr oder weniger ausmachen.

Es gibt also zum Thema "Stops abfischen" tausend Möglichkeiten und tausend Varianten. Einige sind illegal, andere halblegal, wieder andere legal. Das kann man hier alles nicht betrachten.

Klar ist aber:

(1) Der einzelne Stop des Kleinanlegers interessiert eher nicht. Die Statistik über die Stops der Kleinanleger als Masse, aber sehr wohl viele grosse Markteilnehmer!
(2) Der sicherste Stop ist der, den man selber im Kopf hat und ausführt, wenn man die Zeit und Präsenz dazu hat.
(3) Der zweitsicherste Stop ist der, den der seriöse Broker ohne Eigenhandel (wie IB oder Saxo) in seinen eigenen Systemen hält und für den Kunden als normale Order an der Börse ausführt, sobald der Stop gerissen ist.
(4) Der unsicherste Stop ist der, der an öffentliche Stellen wie die Börse geht. Den kann prinzipiell jeder sehen, dem die Börse kostenpflichtig Zugang zu den Daten gibt. Ob und zu welchem Preis das passiert, lasse ich offen, weil ich es schlicht nicht weiss. Aber der Vorteil ist so immens, dass ich nach Lebenserfahrung davon ausgehen muss, dass er "monetarisiert" wird.

Ihr Hari

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