Hari Live Stream 10.05.19



15:10 MEZ - ZH2

Am Vormittag, hatte sich nach dem netten Reversal gestern etwas Hoffnung Bahn gebrochen, dass doch noch ein Deal zustand kommt. Eim Tweetstorm heute -> über seinen Account <-, scheint aber das Ziel zu haben, die Botschaft unters Volk zu bringen, dass sich auch mit Zöllen gut leben lässt.

Auf gut Deutsch, es wird keinen schnellen Deal geben, womit eine Phase des Nichtstun, eine Phase des "kein Deal" aber gleichzeitig auch keiner weiteren Eskalation mit lockeren Gesprächen, in den Fokus gerät.

Die Frage ist, ob der Markt das schon ausreichend eingepreist hat. Das ist schwer zu sagen, ich würde instinktiv sagen: Nein, noch nicht ausreichend, bei 5% Korrektur wäre ich mir sicherer.

Die Kursentwicklung nach den Tweets ist eher negativ, das scheint auch die Interpretation des Marktes zu sein:

15:22 MEZ - ZH3

Hier der SPY im Daily, der langfristige, lila Seitwärtskeil ist Geschichte, die Korrektur ist dafür zu intensiv.

Nun kämpft der SPY mit der 50-Tage-Linie und die wichtige Unterstützung um 2.800 kommt in den Fokus, die in jedem Fall für einen Bounce gut sein sollte, selbst wenn es am Ende nach unten weitergeht:

15:26 MEZ - ZH3

Für den DAX hatte ich ja einen Taucher bis auf die Unterstützung zwischen 11.800 und 11.900 in Aussicht gestellt. Da fehlt noch etwas, unter 12.000 war er aber schon.

Auch hier sollte die Zone für einen besseren Rebound gut sein:

15:45 MEZ - ZH3

So sieht das aus, wenn wie hier bei Thyssen Krupp (TKA), ein völlig überdehntes Gummiband plötzlich zurückschnappt. Auslöser ist -> das hier <-, ein Ende des endlosen Wartens auf einen Stahl-Deal, der nie kommen will.

Von meiner Seite gibt es dazu nicht mehr zu sagen, das macht TKA nicht zu einem attraktiven Investment. Was wir sehen, ist einfach ein scnappendes Gummiband und nicht mehr. Eine überzeugende Strategie und gute Perspektive, ist damit aber noch nicht da. Aber TKA ist nun so verprügelt, dass alleine das "Schnappen" noch weiteres Upside generieren kann:

16:00 MEZ - ZH3 - ZH4

Heute habe ich mal wieder einen Neuzugang für unser Universum, ein spannendes, mittelgroßes Technologieunternehmen, das hier - so weit ich das überblicke - noch nie irgendwo Thema war.

Es heisst ZScaler (ZS) und war deshalb hier noch kein Thema, weil es erst 2018 seinen IPO gemacht hat.

Die Marktkapitalisierung ist schon bei 8 Milliarden USD, der Umsatz bei 250 Millionen USD. Wie immer ist bei so Werten schon einiges an Zukunft eingepreist, das muss aber nichts Negatives bedeuten, falls diese positive Zukunft tatsachlich auch entsteht. Die Kursentwicklung von Amazon über 20 Jahre, sollte jedem Warnung sein der glaubt, so etwas sei schon zwingend "zu weit gelaufen".

Das Geschäft ist definitiv zukunftsträchtig, es geht nämlich um -> Cloud based Enterprise Security <- und hat eine Struktur im Daily, die attraktiv und aussichtsreich aussieht:

Wir sollten uns mal etwas mehr mit diesem Unternehmen beschäftigen, es sei hiermit in die Community eingeführt!

17:00 MEZ - ZH1

Nein, das sieht *gar nicht gut aus*!

Es scheint zu passieren, was ich Eingangs vermutet habe. Der Markt erkennt, dass kein Deal kommt und Trump das wohl durch die Blume gesagt hat und er reagiert verschnupft, weil das mit knapp 3% Minus eben noch nicht in den Kursen ist.

17:08 MEZ - ZH3

Wir sollten uns gedanklich darauf einrichten, dass wir vom fiesen Markt ziemlich genau auf der 2.800er Unterstützung in das Wochenende geschickt werden.

Dann kann über das Wochenende ganz viel Angst verbreitet werden, dass das vielleicht doch der Beginn einer neuen Phase wie im Dezember ist.

Und wie ich schon heute argumentiert habe, kann das sehr wohl sein, es macht aber keinen Sinn uns von Angst treiben zu lassen, weil es nach wie vor nicht das wahrscheinlichste Szenario ist und alles was im Bereich 5-8% Korrektur verbleibt, völlig normal und völlig gesund wäre.

17:26 MEZ - ZH3

Solaredge (SEDG) hat nach seinem gewaltigen Schub nach Zahlen nur marginal konsolidiert und schiebt im schwachen Markt nun schon wieder hoch:

Das ist ein recht zuverlässiges Signal dafür, dass der Aufwärtsdruck noch nicht am Ende ist. Zuverlässig natürlich nur auf Basis des im Markt schon vorhandenen Wissens.

Jederzeit kann eine völlig neue Nachricht ala Trump letzten Sonntag den Markt deutlich verändern und diese Struktur abwürgen. Aber auf Basis des heutigen Wissens und wenn nun keine Überraschung kommt, sieht so eine Struktur nach weiterem Aufwärtsdruck aus.

17:40 MEZ - ZH3

Der ganze Semiconductor-Sektor, fällt im Zuge der Korrektur aus Keilen oder Trendkanälen heraus, die seit Dezember Bestand hatten. Bei starken Zyklikern wie Micron (MU) im DRAM-Bereich, ist das besonders gut zu sehen:

Wie Sie es in dem Fall mit der Skalierung Ihrer Position halten, kann Ihnen nur Ihre Strategie vorgeben. Wer schon hoch investiert war, hätte diese Brüche zum teilweisen Abbau nutzen können, wer noch nicht viel im Sektor hat, kann entspannter sein.

Wahrscheinlich ist aber, dass diese Korrektur dann oberhalb der Dezember-Tiefs eine wunderbare Einstiegs-Gelegenheit schafft, die ich persönlich fest auf dem Radar habe und nutzen will.

Wie ich generell zum Sektor stehe, habe ich ja mehrfach geschrieben. Chips sind -> die Fördetürme des 21. Jahrhunderts <-

18:02 MEZ - ZH1

Gestern hatten wir im mittleren Handel eine Wendeformation, die dann zum Rebound geführt hat. Heute könnte das zu einem ähnlichen Verlauf führen, wobei es potentiell schwieriger ist, weil sich vor dem Wochenende weniger positionieren wollen.

Aber es fehlt nur ein konkret-positiver Tweet zu den Handelsgesprächen und wir fliegen hier ab, auch das ist klar:

Ich bin jetzt aber raus, ich handele das auch nicht mehr wie gestern, ich mache jetzt Wochenende!

Dieses Wochenende kann viel passieren und kann es viele Nachrichten geben die kursbewegend sind, Vorhersagen sind völlig sinnlos. Wenn ich es vom globalen Standpunkt betrachte, haben positive Nachrichten aber wohl eine leicht höhere Chance, weil ein katastrophales Scheitern im Streit eher unwahrscheinlich ist und eine fortdauernde Verhandlung nun schon zumindest teilweise eingepreist ist.

Aber wie auch immer, wir lesen uns hier zum Wochenausblick, ob ich den wieder am Sonntag mache, muss ich noch überlegen. Weil wenn Trump in dieser Sache am Sonntag Abend wieder das Richtige oder Falsche tweetet, wird das wieder sehr marktbewegend sein. Handel *ist* nun einmal marktbewegend!

Machen Sie es gut, ich wünsche ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 27.09.18



15:15 MEZ

Es scheint jedesmal das Gleiche zu sein. Jedesmal wenn der Markt eine Bewegung macht, die nach dem Beginn einer Korrektur aussieht, springen alle erschreckt auf und reden darüber und schreiben Artikel.

So wieder dieser hier: -> Wird der Schneeball zur Lawine? <-

Naja, ich sehe aktuell noch nicht einmal einen Schneeball und eine Lawine ist noch ein feuchter Traum entmannter Bären. Ich sehe eine mögliche Trendfortsetzung auf der Trendlinie. Ein Schneeball ist es erst dann vorhanden, wenn das nun scheitert und da sind wir noch nicht.

Und praktisch jedes Mal dreht der Markt dann genau da, wo die Ersten aufschrecken, seit Ende 2016 wirklich fast jedes Mal!

Phantasiebegabte könnten da ja vermuten, dass Trump den Idioten nur spielt und in Wirklichkeit einer wie -> Der Clown Magnificio (The Mule) <- ist, der mit seiner Gedankenkraft die anderen dazu zwingt, immer wieder BTFD zu machen, so unwirklich ist das manchmal. 😉

Aber es ist wie es ist und Trump wohl doch nur ein Mensch. Und auch heute sieht es vorbörslich eher wieder danach aus, als ob es gleich dreht, schauen Sie mal auf den E-Mini Future:

15:30 MEZ

Ach Gottchen der Fred Hickey schon wieder: -> Der Crash ist programmiert <-

Und damit wird man zum Leitartikel der FuW, puuh ... das sagt eine Menge aus. 😛

Fred Hickey ist auch einer von denen, die diese Arie seit vielen, vielen Jahren erzählen und ihre Abonnenten damit um viel, viel Geld am Markt gebracht haben.

Kostprobe gefällig? -> Hier im Juni 2014, die selbe Leier <-

-> Hier wieder im November 2014 <-

Oder -> hier 2013 <-, Shorting Google, so so. 😉 Immerhin, IBM war richtig, wie war das mit dem Huhn?

Hickey ist einer der vielen, die vor 2008 das Unheil erkannt haben. Das ist ja auch wunderbar und eine Leistung. Statt aber zu erkennen, dass man einmal Glück gehabt hat und demütig zu bleiben, werden diese Leute im Nachhinein zu "Investment-Legenden" gemacht und dürfen nun die selbe Story einer schon vergangenen Vergangenheit immer wieder kostenpflichtig auf die Gegenwart übertragen.

Das passiert ja nicht nur bei Hickey so, sondern bei vielen. Es ist faszinierend, wie in der Finanzindustrie Leute die einmal strukturell richtig gelegen haben, immer zu Investment-Helden gemacht werden. Faszinierend vor allem, dass das primär nur bei Crash-Vorhersagen so ist. Das ist auch der Grund, warum die so beliebt sind, wer es in den Status des "Crash-Gurus" geschafft hat, hat ausgesorgt, auch wenn er von da an seine Leser nur noch ins Unglück führt.

Irgendwann wird Hickey auf jeden Fall Recht behalten, daran habe ich keinen Zweifel. Bis dahin ignorieren wir so etwas aber lieber. Denn der Tag an dem Blut auf der Wallstreet fließt, kommt nicht ohne Vorwarnung von heute auf morgen.

15:55 MEZ

Wer als Investor statt Crashprognosen dagegen Charts mit sauberem Aufwärtstrend sucht, kann mal einen Blick auf den schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca werfen:

Eine schöne Struktur mit klar bullischem Ton und eine Monatskerze, die eher nach weiterem Upside aussieht.

16:05 MEZ

Für Investoren auch interessant, ist natürlich Reckitt Benckiser (RBL), die Firma mit -> den folgenden Marken <-.

Dass die Aktie langfristig gesehen von der Aufwärtstrendlinie wieder nach oben zieht, habe ich schon mehrfach thematisiert, so auch in -> Schlußspurt <- direkt vor den Sommerferien.

Das sieht auch jetzt immer noch so aus:

Richtig cool ist doch nun aber auch das Bild mit Wochenkerzen, nachdem hier über den Sommer eine Korrektur durchgelaufen ist:

16:26 MEZ

Jo! Immer das Gleiche. 😀

16:28 MEZ

Biogen (BIIB) auch recht "nett" mit seiner Struktur:

16:35 MEZ

Mal was Lustiges und Ernstes zugleich.

Da gerade im Forum Gerhard Polt Videos herum gehen, habe ich mich an das erinnert, das ich immer sehr gemocht und über das ich oft herzlich gelacht habe:

Auf seine immer sehr giftige, aber auch lustige Art und Weise, macht Gerhard Polt sich mal wieder über Einfältigkeit lustig, die man nicht nur in Oberbayern findet, Polt aber besonders gut darstellen kann, weil er selber ein Oberbayer (Münchner) ist.

Als ich es gerade noch einmal gesehen habe, habe ich bemerkt, dass ich darüber gar nicht mehr so sehr lachen konnte.

Warum? Das Warum ist mir völlig klar. Seit der Eskalation 2015 hat sich in mir etwas verändert. Ich habe erlebt wie einfältig doch manche dieser Bildungsbürger sind, die hochtrabende Bücher lesen, aber den Inhalt überhaupt nicht begreifen.

Anders lässt sich für mich der ahistorische Irrsinn, der aktuell zum Beispiel mit den völlig durchgedrehten Nazivorwürfen an jeden rechts von Merkel im Land sichtbar wird, nicht begreifen. Aber es ist ja nicht nur das Thema, ich habe schon oft nachgerade eine Infantilisierung beklagt, gerade derer, die sich für besonders gebildet halten und sich teilweise immer mehr vom realen Leben entfernen und in Orchideen-Themen verkünzeln.

Irgendwie ist mir da dieser Oberländer sympatischer geworden, der ein Buch ganz offen nur als Dekorationsobjekt betrachtet, denn der ist wenigstens ehrlich und weiss noch etwas vom realen Leben mit der Natur im Laufe der Jahreszeiten.

Man kann auch viele Bücher im Schrank stehen haben und trotzdem rein gar nichts davon begriffen haben, das ist mir seit 2015 so richtig bewusst geworden. Und das ist nach dem Lacher über Polt dann der traurige Teil der Geschichte, der mir zeigt, wie tief doch die Spaltung im Lande schon ist.

Ich bin bestimmt das, was man einen -> "Intellektuellen" <- im eigentlichen Sinne des Wortes nennt. Und ich bin als freiheitsliebender, individualistischer Mensch unendlich weit von staatsgläubigem, völkischem Mief entfernt, der sich gerne in Aufmärschen an die Hand nimmt, egal ob der in blauen oder braunen Uniformen daher kommt.

Und trotzdem habe ich einen gewissen Typus eines ideologisierten "Intellektuellen" in den letzten drei Jahren geradezu verachten gelernt. Nicht den „tumben Oberländer“ den Polt hier darstellt, sondern diesen „Intellektuellen“. So tief ist die Spaltung schon, das wird nicht leicht die zu überwinden, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

17:00 MEZ

Noch kurz etwas Anderes aus dem politischen Raum, das ist wirklich nur lustig.

Es ist ganz einfach. Man stelle einen Fettnapf auf und bringe Oettinger in die Nähe, er tritt absolut 100% zuverlässig immer herein. Da muss man sich doch fragen, ob das nicht schon System hat. LOL:

-> Oettinger spricht von Merkel as "Lame Duck" <-

17:08 MEZ

Ganz stark heute der ganze Biotech-Sektor. Schauen Sie auch mal langfristig Amgen (AMGN), was ein Trendkanal!

17:18 MEZ

Teladoc (TDOC) ist mal wieder so eine Aktie, die an die Pinwand zur Erinnerung gehört.

Treue Leser wissen, dass ich die Aktie vor ziemlich genau einem Jahr in -> Zuggedanken mit Beuteschema <- eingeführt habe.

Dann habe ich die Aktie aber nicht vergessen, sondern als die Bewegung nach oben so richtig in Fahrt kam, immer wieder im Sinne "dranbleiben" kurz darüber geschrieben, so -> hier am 04.06, <- oder -> hier am 15.05. <- oder -> hier am 02.03. beim Ausbruch <-, damals noch bei 40 USD.

Die Aktie war also wirklich gut verfolgt und der Tenor immer "dranbleiben".

Und passiert ist das und es ist trotzdem furchbar schwierig, bei so etwas einfach dabei zu bleiben:

Seit den 40 USD im März hat sich die Aktie also verdoppelt. Aber nur wenn man dabei geblieben ist!

Auf dem Weg gab es immer wieder Gelegenheiten, die Bewegung in Zweifel zu ziehen und *jetzt muss das Top kommen* zu denken. Nie aber, wurde wirklich der Trend gebrochen und ein niedrigeres Tief generiert!

Und das ist die Botschaft die ich einfach in Ihre Hirne brennen will: Wenn Sie schon einmal so einen Gewinner haben und einen guten Einstieg gefunden haben, dann bleiben Sie dabei, solange der Trend intakt ist!

Lassen Sie sich *nicht* von der ersten Zuckung abwerfen, akzeptieren Sie dafür, dass Sie vom letzten Hoch einige Prozent wieder abgeben werden und richten Sie sich bei Ihrem Risikomanagement alleine nach dem Trend, also höheren Tiefs oder zumindest einer Trendlinie!

Nur so, kann man echte Gewinner mitnehmen. Dabeibleiben und den Trend absichern, aber *nicht* zu eng, lassen Sie einem Gewinner Raum sich zu entfalten.

Verliereraktien dagegen, wird wie Champignons gnadenlos und schnell der Kopf abgeschnitten, Geduld und Vertrauen haben wir nur bei starken Aktien, die schon Gewinner sind.

Das ist die Denke die für Erfolg nötig ist, praktisch jeder Anfänger macht es aufgrund unseres Affenhirns aber genau anders herum. Der Verlust wird "ausgesessen", der Gewinn dagegen schon im frühen Stadium mitgenommen, aus Angst ihn wieder zu verlieren.

17:50 MEZ

Im Forum wurde es schon erwähnt, nach vielen Gerüchten in diese Richtung ist nun klar, -> ThyssenKrupp spaltet sich auf <-.

Ich habe schon in der Vergangenheit darüber geschrieben, dass die Einzelteile viel mehr wert sind, als das Gesamtunternehmen und auch die 10% Plus die heute sofort zusammengekommen sind, sind bei einer erfolgreichen Aufspaltung eher nicht das Ende der Fahnenstange:

Diese Botschaft transportiert auch das Chart, das ja noch nicht einmal diese Topstruktur verlassen hat. Ein Retracement auf die heutigen 10%, hätte also gute Chancen ein guter Einstiegspunkt zu sein.

Hier ist das ganz langfristige Bild. Ohne das jetzt irgendwie konkret verifiziert zu haben, einfach nur mein Pi-mal-Daumen Gefühl über das was im Unternehmen steckt, würde ich einen Gesamtwert nach Aufspaltung eher da beim blauen Stern verorten, ca. 40-50% über den heutigen Kursen:

Dass jetzt hier aber keiner gierig wird im Sinne "der Hari hat gesagt". Nein, ich habe gar nichts gesagt, ich habe nur ein Potential beschrieben. Auf dem Pfad kann noch einiges schiefgehen, es kann scheitern, eine Rezession kann dazwischen kommen.

Nichts ist sicher am Markt, ein Potential ist hier aber nun definitiv da, das über den heutigen Kurs hinaus geht.

18:10 MEZ

Die Stärke im Markt breitet sich aus, die Bären - Sie erinnern sich an den reißerischen Artikel den ich am Start verlinkt habe - stehen mal wieder wie begossene Pudel da. Irgendwie lustig wie das zuverlässig immer wieder passiert.

Vergessen wir aber nicht, dass hier Window Dressing im Spiel ist, bei gut gelaufenen Aktien wie Apple wird das sicher eine Rolle spielen.

Am Montag ist dann neues Quartal und neues Glück und nichts hat sich geändert und alle fragen sich, ob die Korrektur die August und September fehlte, dann im Oktober kommt.

Meine Antwort kennen Sie: Kann sein, kann nicht sein, schauen wir mal. 😉

Als Investor bleiben wir dabei solange der Trend existiert und als Trader agieren wir opportunistisch, irgendwas geht immer. So einfach ist das! 😉

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Die Produktion steigt



Guten Morgen!

Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands ist im November gegenüber dem Vormonat um 3,4 Prozent gestiegen. Kurz, die Konjunktur brummt und der deutsche Staat ertrinkt in Steuergeld. Es sind genau diese Phasen, in denen prozyklisch die Fehlentscheidungen getroffen werden, die einem dann im nächsten Abschwung hart auf die Füsse fallen.

Diese Fähigkeit im falschen Moment das Falsche zu tun, ist übrigens nicht auf die Politik begrenzt, auch abgehobene Firmenlenker schaffen das immer wieder, so zum Beispiel weiland Thyssen Krupp mit seinen Stahlwerken in Amerika oder GE unter Immelt mit seinem Milliardenkauf von Baker Hughes schon im Abschwung des Sektors.

Der Grund dafür ist fehlende langfristige Verantwortung, so wie Spitzenjobs heutzutage angelegt sind. So wenig wie eine Merkel heute interessiert, was die eigene Politik in 10-20 Jahren anrichtet, so wenig muss sich Jeffrey Immelt nun wirtschaftliche Sorgen machen. Die kurzfristige Optimierung, die dem eigenen Machterhalt oder der Steigerung der Aktienoptionen dient, gewinnt in der Priorisierung immer gegen die langfristige und antizyklische Vorsorge, weil diese nicht honoriert bzw die grundlegenden Fehlentscheidungen später nicht bei den Verursachern bestraft werden. Auch Merkel wird sich in Ihrem Leben wohl nicht mehr vor Messerstechern in U-Bahn-Schächten fürchten müssen, Bodyguards und Fahrdienste bleiben ihr erhalten. Und Kinder die dem ausgesetzt sind, hat sie sowieso nicht.

Ein Familienunternehmer denkt da anders, die Verpflichtung den folgenden Generationen gegenüber ist da oft Teil der Gene, zumal diese Verpflichtung den Unternehmer dann mit grossen Augen real und erwartungsvoll anschaut, an seinem Arm zieht und "Papa" oder "Mama" sagt. Das erzeugt vorausschauendes Handeln und wer vorausschauend handelt, legt wie das Nagetier im Sommer einen Vorrat für den Winter an und verprasst nicht alles für kurzfristige Interessen.

Was wir im Raumschiff Berlin gerade bei den "Sondierungen" erleben, ist das genaue Gegenteil, auch wenn von der Politik natürlich gerne über "Nachhaltigkeit" gebrabbelt wird. Gabor Steingart hat das heute früh im Handelsblatt Morning Briefing unter dem Titel -> Merkel und das Pharaonengrab <- schön bissig formuliert:

Die Sondierungsgespräche in Berlin gleichen immer mehr einer Operette, die sich als Drama ausgibt. Die Akteure Martin Schulz, Horst Seehofer und Angela Merkel tun so, als würden sie um die Zukunft des Landes ringen. Doch in Wahrheit verhandeln sie ihre eigene politische Restlaufzeit. Der Deutsche Bundestag schaut tatenlos zu. Die Abgeordneten genießen das, was die IG Metall nur fordert: Vorruhestand bei vollem Lohnausgleich.

In allen drei Parteiapparaten, das allerdings macht die Angelegenheit für das Trio so dringlich, hat die Suche nach geeigneten Endlagerstätten begonnen, die nach Lage der Dinge auch im belgischen Brüssel liegen könnten. Mitleid müssen wir an dieser Stelle nicht investieren: Die EU-Endlagerung ist komfortabler als jedes Pharaonengrab, weil sie bei lebendigem Leib und hohen Bezügen stattfindet. Brüssel ist die einzige Grabstätte der Welt, in der Austern gereicht werden.

Sic!

Bei so positiven Konjunkturdaten, hat der DAX keinen Grund hart zu korrigieren, zumal auch der Euro seinen Anstieg unterbrochen zu haben scheint. So sehen wir etwas, das man im Zweifel als kurzes Durchschnaufen vor dem nächsten Aufwärtsschub interpretieren muss, die Chancen stehen nicht schlecht, dass es bald weiter hoch geht:

Am deutschen Markt könnte GEA Group nach dem massiven Einbruch von letztem Herbst nun mittelfristig wieder interessant werden. Im Chart sehen wir zwar keine perfekte Struktur, aber doch die gute Chance für eine bevorstehende Auflösung nach oben. Denn wir hatten nach dem grossen Ausverkauf zwei weitere Male eine Art Ausverkauf und nun eine Konsolidierung, in der die Akkumulation zu überwiegen scheint:

An der Wallstreet gestern, gab es im späten Handel wenig Änderung, der etwas zerfledderte Konsolidierungstag lief wie erwartet weiter.

Der Biotech-Sektor ETF XBI, der viele kleinere Unternehmen beinhaltet, war gestern recht schwach, was teilweise auch sicher mit -> dem Sachverhalt <- zu tun hat, sich aber als Sektorschwäche darüber ausgedehnt hat.

Das hat aber die hier schon genannten Vertex Pharmaceuticals (VRTX) nicht davon abgehalten, gegen die Sektor-Schwäche weiter zu steigen, was ein klares Zeichen von Stärke ist:

Eindrucksvoll bewegt sich auch der von mir -> hier in Post 5 <- genannte Sektor ETF XES der Öl- und Gas-Dienstleister, der natürlich massiv davon profitiert, dass die Trump-Administration eine Reihe von Bohrungen wieder freigeben will, die seit Deepwater Horizon nicht mehr möglich waren:

Das scheint erst der Beginn einer grundlegenden Bewegung zu sein, die wenn die Trump Administration im Amt bleibt, wohl noch eine Menge Erholungspotential hat. Ein schöner Doppelboden wird vom Markt gleich charttechnisch mitgeliefert.

Übrigens, die -> hier schon mehrfach besprochene Nutanix (NTNX) <-, beliebt nun wohl aus einer Konsolidierung auszubrechen. Nach oben natürlich, denn starke Aktien bleiben in der Regel stark:

Was übrigens auch für den hier ebenso bekannten Läserspezialisten IPG Photonics (IPGP) gilt. Autsch, diesen Dip hätte man wohl besser gekauft: 😉

Ach ja und zur Grundregel "Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss", gab es gestern wieder Anschauungsunterricht durch GoPro (GPRO):

Ich weiss wie stark die Versuchung auf Anleger wirkt, bei "Gefallenen Engeln" zuzugreifen. Ich habe das erst gestern kritisch zu General Electric gesagt. Da sieht man in den sozialen Netzen nun auch wieder viele, die sich ganz toll und weise und "wie Buffett" dabei fühlen, nun direkt bei GE zuzugreifen. "Ach Gottchen, wenns mal so einfach wäre", fällt mir da nur schulterzuckend ein.

Das mit dem Zugreifen bei "Gefallenen Engeln" kann man auch machen und kann auch recht profitabel sein, aber erst *nachdem* sich eine Wendeformation gebildet hat und es wirklich wieder hoch geht!. Sprich *nachdem* eine Bodenbildung zumindest deutlich zu erkennen ist!

Davon ist oben bei GoPro derzeit nichts zu sehen, also Finger weg, fallendes Messer und das kann bis Null fallen und wird es hier vielleicht auch.

So weit an diesem Morgen. Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Endstand 31.12.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Jeder registrierte Leser durfte bei Interesse eine Short-Position einmelden. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Die 3 Monate bis 31.12.12 waren eine Pflichthaltedauer, ohne Chance auszusteigen. Es ging ja auch um die Aktie die sicher am Jahresende im Minus stehen würde, nicht um die mit dem grössten Minus.

Nun ist das vierte Quartal abgelaufen und ist es heute Zeit, den Endstand anzuschauen. Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Während wir in den vorherigen Quartalen noch den Markt jeweils deutlich schlagen konnten, hat uns die Rally einiger weniger Titel im letzten Monat das Ergebnis völlig kaputt gemacht und wir haben in Summe leicht schlechter (=besser) als der Markt abgeschnitten.

Das "Gurkenportfolio" hat seit Oktober ein Plus von 2,7% erzielt. Demgegenüber stiegen die Indizes im Mittel nur um 1,1%. DAX 7322,08 -> 77612,39 = +4,0%, S&P500 1450,99 -> 1426,19 = -1,7%

Letztlich hat das Portfolio im Dezember den Preis der bewusst gewählten starren Struktur von fest 3 Monaten gezahlt, denn wenn Aktien massiv drehen, muss man eigentlich sofort raus. Die fest gewählten 3 Monate - sozusagen "Buy and Hold" - haben den Vorteil der weitgehend gut gewählten und 2 Monate lang sich in die richtige Richtung bewegenden Positionen also weitgehend wieder zunichte gemacht.

Das ist auch die alles entscheidende Lehre die wir aus dieser Übung ziehen sollten und auf der ich ja schon lange herumreite. Und damit Sie sehen, dass ich schon lange darauf herumreite, kopiere ich hier den folgenden Text vom Zwischenstand von vor einem Monat wieder:

"Die erste Lehre ... ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt, dann ist ein Stop ... unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen."

Nuff said 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.15 €; gain: -26.3%
3. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 1.06 €; gain: -24.3%
4. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.18 €; gain: -21.5%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.97 €; gain: -20.5%
6. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.38 €; gain: -14.3%
7. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 8.88 €; gain: -13.3%
8. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 5.44 €; gain: -11.4%
9. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.71 USD; gain: -10.5%
10. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2,54 €; gain: -9.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 20.62 USD; gain: -8.6%
12. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 14.25 USD; gain: -4.4%
13. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 88.21 USD; gain: -2.4%

---- Bis Position 13 haben die Shorts den Markt geschlagen und auch die gestellte Aufgabe erfüllt ----

14. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 49.65 €; gain: 1.6%
15. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.76 €; gain: 4.5%
16. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 75.36 USD; gain: 7.9%
17. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 41.32 €; gain: 8.6%
18. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 7.00 €; gain: 11.6%
19. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 21.48 €; gain: 14.6%
20. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.87 USD; gain: 15.6%
21. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 4.11 €; gain: 18,8%
22. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 26,62 USD; gain: 21.9%
23. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 6.13 €; gain: 22.4%
24. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 1.01 €; gain: 24.7%
25. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 4.13 €; gain: 27,1%
26. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 39.42 €; gain: 28.3%
27. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.95 €; gain: 43.9%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.87 USD; gain: 47.3%

Für diejenigen, die immer noch nicht an die Bedeutung von Trends, Trendbrüchen und Stops glauben, habe ich noch eine kleine Variante parat.

Ich nehme nun theoretisch an, wir hätten für genau 3 Aktien aus 28 - die mit den grössten Gewinnen, also Salzgitter, Nokia und RIM - einen Stop durchführen dürfen, der bei Trendbruch gezogen hätte. Um nicht mit Trendlinien zu operieren, die oft Geschmackssache sind, definiere ich als Trendbruch dabei den Zeitpunkt nach Ablauf des ersten höheren Hochs und ersten höheren Tiefs im Tageschart.

Das wären über den Daumen gewesen:

Bei Nokia der 29.11. mit ca. 2,59€ = 26,3% gain statt 43,9%.
Bei RIM der 09.11. mit ca. 8,54USD = 5,9% gain statt 47,3%.
Bei Salzgitter schwierig, weil die Aktie schon von Anfang an im neuen Aufwärtstrend war, ich habe mal über den Daumen den 30.10. gewählt bei ca. 33,97€ = 9,7% gain statt 28,3%.

Nun tausche ich die Performance dieser drei Aktien mit Stop aus und Voila, die Gesamtperformance des Depots beträgt plötzlich -0,01%. Es hätte leicht im Minus geschlossen, den Markt geschlagen und die Aufgabe erfüllt.

Alleine 3 Stops aus 28 Aktien, Stops bei den grössten Trendbrüchen, hätten den Unterschied gemacht. Wie Sie wissen, hatten wir aber bei viel mehr Aktien starke Reversals, so zum Beispiel auch bei Facebook, Wacker Chemie, Alcatel usw. Wären alle Positionen mit Stops bei den Trendbrüchen ausgestattet gewesen, hätte einer starken Performance des Portfolios absolut nichts im Wege gestanden !

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt deutlich machen. 🙂

Nachdem wir nun zweimal in diesen Übungen die Bedeutung von Trends und von Stops eindrücklich erleben konnten - zumindest hoffe ich, das es eindrücklich war - werde ich im Januar eine dritte Übung der Community starten, bei der wir uns dieses mal auf komplette Trades mit Einstieg, Stop und Zielkurs konzentrieren werden.

Eine entsprechende gemeinsame Übung startet für alle interessierten und registrierten Leser in den kommenden Tagen.

Ihr Hari

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Nach zwei abgelaufenen Monaten ist es heute Zeit, den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.11.12 (jeweils Schlusskurse). Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" seit Oktober ein Minus von -4,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -0,6%. DAX 7322,08 -> 7405,50 = +1,1%, S&P500 1450,92 -> 1416,18 = -2,4%

Unsere Überperformance als "Shorties" setzt sich also fort. Der deutliche Vorsprung vor der Marktperformance ist um so bemerkenswerter, als im letzten Monaten drei der "Gurken" eine gewaltige Trendwende hingelegt und zu einer Rally mit erheblichen Gewinnen angesetzt haben.

Es handelt sich dabei um Nokia, Research in Motion (RIM) und Facebook, die nun alle weit über 20% im Plus stehen. Die erste Lehre dieses Monats ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt - wie hier auf die Abwärtstrends von Nokia, RIM und Facebook - dann ist ein Stop oberhalb der oberen Trendlinie unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen.

Natürlich brauchen auch diese Stops Luft zum Atmen und dürfen nicht zu nahe an der entscheidenden Marke sein. Aber schauen Sie doch einfach auf diese drei Aktien. Wäre es nicht immer noch sehr sinnvoll gewesen, sich nach 5% ausstoppen zu lassen ? Und selbst wenn man vorher mal ein paar Prozent bei ein paar unglücklichen Stops verloren hat, einen derartigen Verlust von 20, 30 oder 40% zu vermeiden hätte sich immer noch gelohnt ! Und seien Sie mal ehrlich. Hätten Sie den Stop nicht gehabt, hätten Sie dann wirklich bei 5% auf "Verkaufen" der Short-Position gedrückt oder wären Sie nicht in fester Überzeugung des "Gurkenstatus" der Aktien einfach im Trade geblieben, in der Hoffnung das er wieder dreht ?

Soviel zum Thema "Stops", kommen wir damit zur der Lage bei Facebook, Nokia und RIM.

Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich inhaltlich von dieser Trendwende bei den drei Aktien halte, muss man die Antwort nach dem Zeithorizont unterscheiden. Bei allen drei Aktien, vor allem aber bei Nokia und RIM, handelt es sich um eine Hoffnungsrally. Und diese kann durchaus nur ein "Dead Cat Bounce" sein.

Da aber die wirkliche Nagelprobe der Hoffnung bei Nokia frühestens im Januar (auf Basis realer Zahlen) und bei RIM noch später nach Launch des Blackberry 10 erfolgt, spricht viel dafür, dass die Hoffnung im Dezember weiter in die Höhe fliegt und es nun gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass alle drei Aktien bis Jahresende weiter deutlich zulegen. Und trotz schon 20-40% Gewinn sind inbesondere bei Nokia und RIM durchaus ähnliche Gewinne für den Dezember vorstellbar. Nicht sicher, aber vorstellbar !

Aber, betrachte ich die Aktien von einer fundamentalen und strategischen Sicht, besteht in meinen Augen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir hier nur einen temporären "Dead Cat Bounce" sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit in drei Jahren noch als selbstständiges Unternehmen auf dem Kurszettel zu stehen, hat in meinen Augen Facebook. Hier befindet sich der Markt einfach im Prozess den "richtigen" Wert für das neue Geschäftsmodell zu finden. Aber das mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen ist und dort eine Menge Potential existiert, ist höchst wahrscheinlich.

Anders die Lage bei Nokia und RIM. Beide sind in meinen Augen strategisch gesehen "Tote Katzen".

Hohe Margen werden in diesem Geschäft nur gemacht, wenn man das komplette Ökosystem von Hardware, Software und Apps - inklusive der Vermarktungsketten - in der Hand behält. Das hat Apple bewiesen und hätte Apple nicht alles unter Kontrolle, wären die aktuellen gigantischen Margen völlig illusorisch.

Genau dieses Potential hat Nokia aber mit der Hinwendung zu Microsoft und Windows Mobile aus der Hand gegeben. Nokia ist damit nur noch ein besserer Hardwarehersteller und Systemdesigner. Die wahren Fäden hält Microsoft in der Hand und letztlich bestimmt damit auch Microsoft über die Margen und die Existenz von Nokia. Selbst wenn Nokia jetzt tolle Absatzzahlen liefert, wie wollte sich denn eine Nokia wehren, wenn Microsoft einfach die Lizenzgebühren für Windows Mobile nach oben schraubt ? Oder Nokia Geschäftsmöglichkeiten abschneidet, weil Microsoft bestimmte Dienste einfach ins Betriebssystem integriert ?

Auf dem Desktop hat Microsoft doch vorgemacht, wie man durch Integration ins Betriebssystem die ganzen Anbieter drum herum langsam aussaugt. Ich habe zum Beispiel keinen eigenen Virenscanner mehr, Security Essentials reicht völlig. Es gibt halt genügend HTCs und reine Hardwaredesigner können ausgetauscht werden, das zugrunde liegende Ökosystem rund um das Betriebssystem aber nicht so einfach. Ich persönlich kann im Moment nicht sehen, wo das Geschäftsmodell bei Nokia ist, mit dem langfristig attraktive Margen erwirtschaftet werden können.

Gleichzeitig hat die Marke und die Patente aber so viel Wert, dass ich damit rechne, dass Nokia früher oder später übernommen wird und damit defacto vom Kurszettel verschwindet. Das muss für die Aktionäre kein schlechter Deal sein, auf eine neue Zukunft Nokias auf eigenen Beinen würde ich aber nicht wetten wollen.

Bei RIM ist die Lage etwas anders, im Ergebnis aber nicht besser als bei Nokia. RIM hat das ganze Ökosystem rund um den Blackberry noch in der Hand, könnte sich also theoretisch wieder zu hohen Margen aufschwingen. Nur ist das realistisch ? Ich glaube nein, der Zug ist einfach abgefahren.

RIM hatte fast ein Monopol als "Manager-PDA" und konnte deswegen hohe Preise und damit hohe Margen erzielen. Noch vor ein paar Jahren war es doch so, dass es entweder buntes, blinkendes Spielzeug von Samsung und Co. gab oder seriöse Businessgeräte von RIM oder Nokia.

Alles vorbei. Auch die grossen Firmen gehen immer mehr von einer einheitlichen Ausrüstungspolitik weg und erlauben den Mitarbeiter sich ihre Smartphones selber zu wählen, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Damit bekommen Moden und was "hip" ist, aber auch im Business-Segment höhere Bedeutung. Das Blackberry Prinzip ist einfach aus der Mode. Wie bei allen ehemaligen Trends gibt es noch eine Fangemeinde, die die Stange hält, das verlängert aber nur das Siechtum, das frische, der Marke zufliegende Blut fehlt. Jetzt hat es auch in der Vergangenheit durchaus mal Beispiele gegeben, wo das Revival einer Marke gelungen ist, insofern nichts ist unmöglich. Das sind aber seltene Ausnahmen, auf die ich nicht wetten wollte.

Wirkliche Zukunft kann eine RIM nur dann gewinnen, wenn sie einen neuen USP findet, der die Smartphone-Nutzer zum Blackberry treibt. Den sehe ich aber zumindest derzeit (noch) nicht und Moden die vergangen sind, kommen nicht so einfach wieder. "Yet another Smartphone" braucht die Welt auch nicht mehr.

Abgesehen davon hat RIM nun ein massives Skalenproblem. Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Entwicklungskapazität sind die Mittel einfach zu gering, um mit den sich abzeichnenden vier "Gorillas" - Apple, Google/Motorola, Samsung, Microsoft - mithalten zu können. Selbst wenn das BB10 ein Erfolg wird, reicht ein einziger verhunzter Produktzyklus bei der Grösse und Finanzkraft die RIM nun hat, um der Firma den Todesstoss zu geben.

Das tolle Produkte auch nichts nützen, wenn der Zug mal abgefahren ist, kann man an Psion oder Palm bewundern. Erinnert sich jemand an diese tollen und sehr teuren Minicomputer ? Auch Psion hatte hohe Margen und eine zahlungskräftige Kundschaft. Auch Psion wurde durch Apple, Samsung und Co. des Geschäftsmodells beraubt und auch Psion hatte nicht die Grösse und Skaleneffekte um gegenzuhalten. Psion ist heute Teil von Motorola und die wiederum Teil von Google. Die grossen Fische fressen die kleinen.

Auch bei RIM haben aber Marke und Patente Wert und wie bei Nokia rechne ich daher eher mit einer Übernahme. Auch hier muss das für die Aktionäre kein schlechter Deal sein. An eine langfristige Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich aber bei RIM eben so wenig wie bei Nokia. Diese Chance auf die eigene, selbstbestimmte Zukunft ist von den drei "Gurkenaktien" wohl bei Facebook am grössten.

Aber noch einmal, diese langfristig strategische Sicht hilft nicht bei der Frage, ob die Rally noch ein, zwei oder drei Monate weitergeht und ob eine Nokia oder RIM nicht noch einmal 20, 30, 40 oder sogar 50% Gewinn produzieren, bevor der "Dead Cat Bounce" dann zum Erliegen kommt oder alternativ ein Käufer auf den Plan tritt und die Aktie vom Kurszettel verschwindet.

Insbesondere bei RIM darf man nicht vergessen, dass der Aktienkurs praktisch ins "Nichts" geprügelt wurde. Es braucht also nicht viel um starke Kurs-Gewinne zu produzieren, ein bisschen Hoffnung und halbwegs brauchbare Umsätze mit dem Blackberry10 Smartphone reichen schon, um den völlig verprügelten Kurs nach oben schnellen zu lassen. Einer neuen Zukunft ist RIM damit aber nicht notwendigerweise näher gekommen, kurzfristige Gewinne für spekulative Anleger sind aber weiterhin möglich.

So weit meine persönliche Sicht auf diese drei "Gurkenaktien". Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 0.99 €; gain: -29.3%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2 €; gain: -28.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 3.7 €; gain: -27.6%
5. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.19 €; gain: -23.7%
6. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.11 €; gain: -23.6%
7. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.77 €; gain: -22.3%
8. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.95 €; gain: -22.1%
9. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 41.86 €; gain: -14.3%
10. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 19.57 USD; gain: -13.2%
11. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 12.99 USD; gain: -12.9%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.62 USD; gain: -10.9%
13. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 15.57 €; gain: -8.4%
14. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 9.61 €; gain: -6.2%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 87.04 USD; gain: -3.7%
16. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 37.98 €; gain: -0.2%
17. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 6.26 €; gain: -0.2%
18. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.52 €; gain: 1.7%
19. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.85 €; gain: 4.9%
20. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.91 €; gain: 6.2%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 74.28 USD; gain: 6.3%
22. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 35.45 €; gain: 15.4%
23. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.82 USD; gain: 15.4%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.82 €; gain: 17.5%
25. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.9 €; gain: 17.8%
26. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.57 €; gain: 25.4%
27. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 28 USD; gain: 28.3%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.6 USD; gain: 43.9%

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand zum 01.11.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Heute ist es Zeit, uns nach einem Monat den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.10.12 (jeweils Schlusskurse):

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" im Oktober ein Minus von -5,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -1,6%. DAX 7324,56 -> 7268,53 = -0,7%, S&P500 1450,92 -> 1412,72 = -2,6%

Wir haben den Markt also klar geschlagen und als "Shorties" einen guten Job gemacht. Schaut man darauf woran das lag, ist sehr leicht zu erkennen, dass das Herumreiten auf dem Prinzip der Trendfolge bei der letzten Übung nun scheinbar Früchte getragen hat. Es wurden sehr viele Aktien gemeldet, die schon vorher schlecht liefen und sich in etablierten Abwärtstrends befanden. Das positive Ergebnis der Trendfolge können wir nun beobachten. Passend dazu ist auch, dass die Aktie die im Sinne unserer Übung am "schlechtesten" lief - die also den grössten Gewinn produzierte - mit Salzgitter genau die Aktie ist, die Anfang Oktober schon klar ihren langen Abwärtstrend gebrochen hatte.

Nehmen wir also aus dem ersten Monat unserer Übung mit, dass billig aussehende Aktien in der Regel noch billiger werden. Oder etwas flapsiger: "besch...... Aktien bleiben besch...... Aktien" ! 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.14 USD; gain: -50.0%
2. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.91 €; gain: -20.0%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2.39 €; gain: -14.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.39 €; gain: -14.1%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 1.07 €; gain: -12.3%
6. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 43.58 €; gain: -10.8%
7. Wienerberger (WKN: 852894) 6.22 € -> 5.6 €; gain: -10.0%
8. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.44 €; gain: -7.6%
9. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 13.85 USD; gain: -7.1%
10. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 36.03 €; gain: -5.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 21.63 USD; gain: -4.6%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 28.54 USD; gain: -4.4%
13. Solarworld (WKN: 510840) 1.40 € -> 1.34 €; gain: -4.3%
14. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.30 USD -> 28.13 USD; gain: -4.0%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 86.8 USD; gain: -3.9%
16. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 21.11 USD; gain: -3.3%
17. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.71 €; gain: -1.8%
18. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 7.93 USD; gain: -1.6%
19. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 10.16 €; gain: -0.8%
20. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.81 €; gain: 0.0%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 70.44 USD; gain: 0.8%
22. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.07 €; gain: 1.0%
23. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.56 €; gain: 3.3%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.36 €; gain: 3.4%
25. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.5 €; gain: 4.0%
26. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.25 €; gain: 4.8%
27. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.63 €; gain: 4.9%
28. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 33.38 €; gain: 8.6%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Umfrage: Die „Gurkenaktie“ zum Jahresende 2012

Liebe Leser,

nachdem unsere Übung der "Mr-Market Community Sommer Aktien" so viel Spass gemacht hat und sehr lehrreich war, möchte ich mit Ihnen eine weit schwierigere Aufgabe angehen.

Ich bitte Sie, uns die Aktie (mit WKN) zu nennen, die zum 31.12.2012 *sicher* verlieren - also im Minus stehen - wird ! Die "Gurkenaktie" zum Jahresende 2012 also. Erneut zählt die Wahrscheinlichkeit eines Minus und nicht die Höhe des Minus ! Schluss der Umfrage ist Mittwoch 03.10.12 zum Handelsschluss. Diese Kurse werden dann als Grundlage genommen.

Letztlich ist diese Frage natürlich nur der Antipode zur letzten Übung. Wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie aber schnell feststellen, dass die Beantwortung (subjektiv) weit schwieriger ist, als eine Gewinner-Aktie zu benennen. Ich bin deshalb gespannt, wer überhaupt den Mut hat, sich damit aus dem Fenster zu lehnen.

Dabei ist intellektuell doch eigentlich klar, dass es nur zwei Seiten der selben Medaille sind. Wer das eine kann, muss das andere zwingend genau so können. Warum also fühlt man sich sicher dabei, einen Gewinner zu benennen und zögert verunsichert beim Verlierer ? Das muss doch etwas mit Psychologie zu tun haben, oder ? Denken Sie mal darüber nach ! 😉

So und nun bitte ich die Mutigen unter Ihnen, um Nennung der Aktie, die am 31.12.2012 sicher im Minus steht - der ideale Short also sozusagen. Und ich bitte um eine kurze Zeile mit dem "warum" dieser Auswahl. 😉

Natürlich muss ich selber vorlegen und sinnvollerweise nehme ich die Aktie, bei der ich den Grund hier schon vor Monaten dargelegt habe, es ist Microsoft (WKN 870747). Den Grund hatte ich -> hier <- ausgeführt. Seitdem hat die Aktie schon ca. 10% verloren. Hinzu kommt nun, dass Microsoft gerade die 200-Tage-Linie nach unten durchschlagen hat. An dieser Stelle habe ich also den Dünkel mir einzubilden, klüger als der Markt zu sein.

Mal sehen ob Mr. Market mir auch mal wieder Demut einbläut, verdient habe ich es, man braucht immer mal wieder einen gesunden Schlag auf den Hinterkopf, um die gebotene Demut nicht zu verlieren. 😉

Jetzt sind Sie dran, ich bin gespannt. Die Liste entsteht hier im Thread wieder online mit jedem Kommentar.

Ihr Hari

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Hier die Liste der "Gurkenaktien" mit den entsprechenden Startkursen zum Ende des 03.10.12:

Microsoft (WKN 870747) 29,86 USD
Facebook (WKN A1JWVX) 21,83 USD
Kontron (WKN: 605395) 3,46 €
Sino AG (WKN: 576550) 2,76 €
Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29,3 USD
Praktiker (WKN: A0F6MD) 1,56 €
Infineon (WKN: 623100) 5,01 €
Boeing (WKN: 850471) 69,86 USD
McDonalds (WKN: 856958) 90,35 USD
Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48,87 €
Vestas (WKN: 913769) 5,11 €
Research in Motion (WKN: 909607) 8,06 USD
Solarworld (WKN 510840) 1,40 €
Thyssen-Krupp (WKN 750000) 16,99 €
Gigaset (WKN 515600) 1,22 €
Aixtron (WKN A0WMPJ) 10,24 €
Nokia (WKN: 870737) 2,05 €
Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14,91 USD
Sky (WKN: SKYD00) 3,25 €
A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0,28 USD
Magforce (WKN: A0HGQF) 2,8 €
Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0,81 €
Salzgitter (WKN: 620200) 30,72 €
Talanx AG (WKN:TLX100) 18,75 €
Peugeot (WKN: 852363) 6,14 €
Daimler (WKN 710000) 38,06 €
Intel (WKN 855681) 22,55 USD
Wienerberger (WKN: 852894) 6,22 €

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Haris Märkte am Abend – 23.01.12

Zur allgemeinen Markteinschätzung, habe ich im Marktupdate heute Mittag -> hier <- alles in meinen Augen Notwendige gesagt. Eigentlich ist eine Korrektur nun überfällig und heute gab es auch erste Versuche in den US Indizes den Markt zu drehen. Aber solange der Markt so stark ist, sollte man das respektieren und sich nicht dagegen stellen. Seine Gewinne auf diesem Niveau erst einmal abzusichern, ist aber in meinen Augen eine gute Idee. Kurzfristiges Ziel ist nun der Bereich 1330-1340 im S&P500 bzw. 6500-6600 im DAX.

Die Aktie des Tages war heute erneut die Commerzbank (WKN 803200) mit einem zweistelligen Tagesplus. Man sieht daran, was ich ->hier<- schon zur Commerzbank und ähnlichen Situationen gesagt hatte. Es ist gar nicht so entscheidend vorher auf die richtige Richtung zu wetten. Wichtiger ist schnell und konsequent aufzuspringen, wenn sich die Richtung etabliert hat. Wer bei der Commerzbank nach dem ersten Sprung auf über 1,6€ nicht gezögert hat, hat nun in den Folgetagen trotzdem grosse Gewinne mitnehmen können. Und das bei weit geringerem Risiko, weil man einen etablierten Trend kauft, statt vorher zu raten wie das Ergebnis aussieht.

Wie der Schweinezyklus und die schizoide Logik von Mr. Market funktioniert, kann man heute wunderbar am grossen US Gas Förderer Chesapeake Energy (WKN 885725) beobachten. Chesapeake gibt eine drastisch Reduktion der Gas-Produktion bekannt und als Folge steigt der Kurs 6%. Die extrem niedrigen Preise, bedingt durch Überkapazitäten und einen warmen Winter, sind also komplett im Kurs verarbeitet. Die Produktions-Reduktion - obwohl theoretisch eine schlechte Nachricht - wird also deshalb vom Markt sehr positiv gesehen, weil sie Hoffnung auf eine Ende des Preisverfalls macht.

Ähnliches kann auch bei den US Kohle Aktien nun jederzeit passieren, da deren Preisverfall auf ähnlichen Ursachen wie bei "Natural-Gas" beruht und Kohle als Energiequelle für Industrie und Versorger im Wettbewerb mit Gas steht. Passend dazu sind die US Kohle Aktien heute in Folge von Chesapeake auch, teilweise deutlich, im Plus. Patriot Coal (WKN A0M5QB) zum Beispiel mit 8% Plus, weil sie bisher am meisten unter dem niedrigen Kohlepreis gelitten haben.

Sehr gut sah heute auch der Generika-Hersteller Stada (WKN 725180) aus, der sich nun endgültig von der Zone um 20€ lösen konnte und in meinen Augen noch Luft nach oben hat. Auch die "alten Verdächtigen" Salzgitter (WKN 620200) und Rheinmetall (WKN 703000) sind heute wieder sehr stark und bestätigen erneut den hier schon mehrfach diskutierten Aufwärtstrend. Bei beiden Aktien war es richtig, die kleine Korrektur am Freitag sofort wieder zu kaufen. Trotz des etablierten Trends sollte man nun in meinen Augen Stops nachziehen und die Gewinne bei diesen Titeln sichern.

Bei Thyssen Krupp (WKN 750000) wäre ich dagegen vorsichtiger. In meinen Augen muss man den Stahlsektor nicht unbedingt über diese Aktie spielen, weil die Probleme doch substantiell sind und möglicherweise noch über Monate für schwierigen Newsflow sorgen. Auch wenn die Aktie recht billig aussieht, setze ich persönlich im Moment lieber auf Salzgitter, bis Thyssen Krupp sein Problem in Brasilien und den USA wirklich gelöst hat und klar wird, wie hoch die Rechnung ausfällt.

Zum Abschluss noch der erneute Hinweis auf die Iran Problematik, die Strasse von Hormus und den damit verbundenen Ölpreis. Die Sprache auf beiden Seiten radikalisiert sich nun deutlich. Gleichzeitig nehmen die Märkte das Thema aber noch auf die leichte Schulter, bis auf Stärke des Ölpreises ist noch nicht viel zu merken. Ich vermute das liegt an einem allgemeinen Konsens der ungefähr lautet "ist ja sowieso nur Säbelrasseln, die werden sich doch nicht ins eigene Bein schiessen und einen Krieg anfangen".

Ein derartiger Konsens ist aber riskant, denn wenn es doch zu kriegerischen Handlungen kommt, hat das an den Märkten ganz erhebliches Überraschungs- und Korrekturpotential ! Und auch wenn ich ebenso wie die Mehrheit die "Säbbelrassel-Theorie" durchaus für wahrscheinlich halte, bin ich doch nicht so fest davon überzeugt, dass ich das Thema einfach ad acta legen könnte. Denn Rationalität ist nicht bei allen Beteiligten ausreichend vertreten und der innenpolitisch motivierte Drang zur "glorreichen Schlacht" durchaus vorhanden. Wenn eine Krise mal so weit eskaliert ist, braucht es gar keinen formalen Kriegsbeschluss der gesamten Regierung mehr, sondern es reicht das Zündeln radikaler Gruppen und schon sind die Jäger und Bomber in der Luft und die Märkte am nächsten Morgen wohl zweistellig im Minus.

Und Ölwerte wie Statoil (WKN 675213) oder Suncor (WKN A0NJU2), die ihre Vorkommen ausserhalb des Nahen Osten haben, wären dann wohl deutlich im Plus und zusammen mit ausgewählten Rüstungsaktien wohl die wenigen grünen Lichtblicke in einer ansonsten tiefroten Kurstafel !

Ich wünsche Ihnen trotzdem einen schönen Abend ! Hoffen wir, dass Vernunft und Rationalität die Oberhand behält.