Stärke gebiert Stärke



Ich habe eine Frage an Sie: Wann ist ein Markt anfälliger für einen Crash?

a) Wenn er sehr stark gestiegen und massiv nach oben überdehnt ist?
b) Wenn er schon zu fallen begonnen hat und die Fallgeschwindigkeit zunimmt?

Hmm? Ich sage Ihnen, wie die Mehrheit der normalen Anleger instinktiv agiert.

Im Fall a) trauen sie dem Markt nicht, sind entweder nicht dabei oder wollen sogar klüger sein und den Markt shorten.
Im Fall b) sehen sie dass Ihre Lieblingsaktien nun 20% billiger sind und denken daran nun zu kaufen.

Soweit das instinktive Verhalten des normalen Anlegers. Und wann ist ein Markt nun objektiv anfälliger für einen Crash?

Ganz eindeutig im Fall b), wir nennen das das "Brösel, Brösel, Brösel" Szenario, dem bald der Schritt über die Klippe folgen könnte. Grosse Topbildungen haben gerne solche Strukturen, bevor es richtig "über die Klippe" abwärts geht, auch 2008 gehörte dazu.

Ganz starke Märkte dagegen, die wie im Fall a) neue Hochs generieren, sind vielleicht mal für eine kleine Korrektur gut, aber nicht für einen Crash. Topbildungen brauchen einfach Zeit und passieren nicht "mir nichts dir nichts" aus dem Nichts!

So weit das Grundsätzliche. Nun schauen wir auf das Spezielle.

Hier haben wir den -> CNN Fear and Greed Index <- von gestern Abend nach Schluss der Wallstreet, der den internen Zustand des US Marktes basierend auf vielen technischen Parametern in einer einfachen Anzeige zusammen fast:

Wir haben also aktuell "Extreme Greed" - extreme Gier - -> Nothings´s Gonna Stop Us Now <- sozusagen.

Der Markt ist also klar überdehnt und für eine Korrektur oder Konsolidierung überreif, die heute schon einsetzen könnte. Aber einen Crash und eine grundlegende Trendwende? Nein.

Stärke gebiert Stärke und damit ein Markt überhaupt so eine "Gier" entwickeln kann, muss er massive Treiber besitzen, die nicht einfach über Nacht weggehen. Damit so ein Baby nachhaltig dreht, braucht es Zeit und eine sich langsam ändernde Wahrnehmung der Marktteilnehmer. Alleine eine überraschende globale Katastrophe wie zum Beispiel ein Atomkrieg, könnte diesen zeitintensiven Prozess einfach so über Nacht ablaufen lassen und uns am nächsten Morgen mit einem Crash aufwachen lassen.

Stärke führt also in 9 Fällen zu weiterer Stärke und Stärke ist kein Grund sich dagegen zu stellen. Dass es auch einen Fall 10 gibt, in dem es dann völlig überraschend doch anders kommt, müssen wir einfach akzeptieren.

Lieber 9 mal richtig liegen und einmal falsch, sollte jeder vernünftige Mensch denken oder? Der Anleger, der klüger als der Markt sein will, neigt aber leider dazu, sich 9 mal dagegen zu stellen und wenn dann der Fall 10 eintritt, hat er die Nerven verloren und ist nicht mehr dabei, weil er statt die eigenen Fehler den "irrationalen Markt" zum Schuldigen erhoben hat.

Machen wir diesen Fehler nicht. Dieser aktuelle Markt ist extrem stark und gleichzeitig für eine Korrektur oder zumindest Konsolidierungsphase nun überreif. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Korrektur aber mit Blick auf das Jahresende zum Jahresende wieder zu kaufen ist, ist auch sehr hoch. Topbildungen brauchen Zeit, wie haben derzeit nicht einmal den Ansatz einer Solchen!

Ihr Hari

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S&P500 – Vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle

Der Crash kommt ? Irgendwann bestimmt. 😉

Mit dieser sarkastischen Feststellung, will ich meinen ersten Beitrag nach meinem Urlaub einleiten und mit Ihnen einen Blick auf den Leitindex S&P500 werfen.

Denn leider nützt es uns nichts zu wissen, dass der Crash irgendwann kommt, da der Zeitpunkt die entscheidende Frage ist. Und den Zeitpunkt kennt eben niemand, gerade nicht all die Crash-Gurus, die mit diversen Prognosen um Aufmerksamkeit heischen.

Deren System ist ebenso schlicht wie effektiv. Sie bedienen das ebenso menschliche, wie naive Bedürfnis, jemanden zu finden, der einem die Zukunft weissagt. Das System der Wahrsagerei hat schon vor hunderten Jahren auf den Rummelplätzen funktioniert, warum soll es nicht in der Gegenwart funktionieren ? Und wenn man die Bedürfnisse der Menschen bedient, kann man damit Aufmerksamkeit erreichen und so Umsatz machen - so funktioniert das.

Und so sagen all die selbsternannten Gurus im Kampf um Aufmerksamkeit allerlei voraus, was sie ebenso wenig wissen, wie der Rest der Menschheit. Für uns ist die einzig sinnvolle und depotschonende Art und Weise damit umzugehen aber, dieses mediale Rauschen auszuschalten und zu ignorieren. Wenn Sie eine Sache aus diesem Blog mitnehmen sollten, dann die Tatsache, dass konkrete Zukunfts-Prognosen an den Märkten Unfug sind. Das man aber trotzdem aktiv von den Märkten profitieren kann - das aber nur, in dem man konsequent den Signalen des Marktes folgt und nicht, in dem man klüger als der Markt sein will. Denn das sind wir in 99% der Fälle nicht. Markterfolg hat also damit zu tun, das wahrzunehmen was real passiert und seine Entscheidungen darauf zu basieren. Was man dagegen glaubt, was passieren wird oder sollte, ist eher wertlos.

Es gibt wohl kaum ein besseres Chart, um das klar zu machen, als das langfristige Chart des Aktien-Leitindex S&P500 seit 2011. Bestaunen Sie mit mir "die Mutter aller Trendkanäle" seit dem Doppelboden im Herbst 2011, der durch die Eurokrise geformt wurde:

S&P500 07.07.14

Und, waren Sie die ganze Zeit dabei ? Wenn man dieses Chart anschaut, sollte man ja meinen, es war leicht diese Bewegung mitzunehmen, die nicht weit von einer Verdoppelung! des weltweit grössten Aktienindex entfernt ist.

Leicht war es aber nicht, im Gegenteil! Es war sauschwer, denn andauernd wurde man mit Sorgen bombardiert und kamen berechtigte Zweifel auf, ob die Bewegung nachhaltig ist. Der Markt kletterte eine "Wall of Worry" und wir waren mittendrin. Hinterher ist immer gut "klugschnacken", mittendrin war es aber gar nicht einfach, immer voll mitzugehen und auch ich hatte Phasen, in denen ich vorsichtig wurde. Ich war aber immer mehr oder weniger stark dabei, gleichzeitig aber oft nach unten gut abgesichert.

"Dabei mit Reissleine" war sozusagen das Motto, mit dem ich die Mr-Market Mitglieder in den letzten 2 Jahren hier durch diese Bewegung begleitet habe. Und das ist auch für die Zukunft das richtige Motto - "kontrollierte Offensive" würde man das wohl im Fussball nennen. 🙂

Diese Vorsicht und die offenen Augen und Ohren für Gefahren sind auch richtig und sehr wichtig. Falsch ist es aber, sein Handeln am Markt direkt und unmittelbar nach diesen Ahnungen zu richten. Unser Handeln sollten wir nur nach dem richten, was real in der Price-Action sichtbar ist und nicht nach dem, was wir uns für die Zukunft einbilden.

Ich weiss es ist schwer, aber eine der Schlüsselfähigkeiten für Börsenerfolg ist, sich mit dem Unwissen über die Zukunft gelassen abzufinden und statt dessen alle Energie auf die richtige Interpretation der sichtbaren Signale der Gegenwart zu richten.

Wer das geschafft hat, hat diese eindrucksvolle Bewegung weitgehend mitgenommen, denn der Trend wurde nie gebrochen. Wer aber auf all die Einflüsterungen gehört hat und permanent den Markt in die Zukunft prognostizieren wollte, hat diese Bewegung garantiert weitgehend verpasst und noch schlimmer, sich teilweise dagegen gestellt. Und einige davon, haben daraus nichts gelernt und erfreuen sich auch heute noch an allerlei Weissagungen über den bald kommenden "grossen Crash". Irgendwann wird er ja auch mal kommen und dann kann man mit grossem Ego "siehste" sagen. Dumm nur, dass man vorher eine Verdoppelung des Depots verpasst hat, aber das sind ja Petitessen im Anblick der grossen Prognose. 😉

Was sagt uns dieses Chart also für die Gegenwart und die kommenden Sommermonate, wenn man die obigen Prinzipien konsequent anlegt ?

Erstens zeigt uns das Chart, dass der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten bisher ungebrochen ist und bis heute 07.07.14 nichts zwingend indiziert, dass wir hier und heute nun das Top sehen. Jetzt werden das einige wieder als Prognose lesen, weil sie diesen Reflex in Prognosen zu denken, so gewohnt sind. Aber nein, ich prognostiziere gar nichts, ist stelle nur den Zustand des Marktes am 07.07.14 fest. Es ist also durchaus möglich, dass der S&P500 bei ca. 2000 ein Top ausformt. Es ist gar nicht mal unwahrscheinlich.

Objektiv ernst nehmen können wir dieses Szenario aber erst dann, wenn der Index diesen Trendkanal nach unten verlässt. Und darauf blind spekulieren sollte man nicht, Sie sehen doch selbst, wie oft diese Spekulation in den letzten drei Jahren in die Hose gegangen ist, oder ? Aber schon klar, dieses Mal wird alles anders und dieses Mal sind wir klüger als der Markt. Wirklich ? 😉

Zweitens zeigt uns das Chart, dass sich der Index an der oberen Begrenzung des Trendkanals befindet und auch schon länger am oberen Rand des Bollinger Bandes. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr lange tragbar und eine Korrektur im Rahmen des Trendkanals - also bis ca. 1900 im S&P500 - hat in den kommenden Wochen gute Chancen.

Im ganz grossen Bild ist die Lage der Gegenwart also recht einfach: Nichts indiziert am 07.07.14 zwingend ein direkt bevorstehendes Ende der Rally an den Aktienmärkten. Gleichzeitig spricht viel dafür, dass man im S&P500 in den kommenden Wochen nun nach oben nicht mehr viel erwarten darf und eine Korrektur im bestehenden Aufwärtstrend gut denkbar ist. So schlicht und so klar ist die Lage.

Übrigens gilt die Aussage so nur für den S&P500, dem über 2000 temporär mal die Luft ausgehen sollte. Der DAX sieht für mich diesen Sommer interessanter aus, dazu aber im Premium-Bereich.

Und noch ein übrigens, denkbar ist auch ein Szenario, in dem es nun diesen Sommer trotzdem zu einer massiven Rally kommt. Der Liquiditätsdruck dafür ist da. Das sollten wir uns aber nicht wünschen, denn das hätte dann den Charakter einer Übertreibungsphase und die würde die Lage in den Herbst hinein wirklich explosiv machen. Wer also ein Interesse daran hat, dass dieser Trendkanal noch viele Monate weiter ruhig hochschiebt, dem ist nun mit einer Konsolidierung bzw kleinen Korrektur im S&P500 gut gedient.

So weit die aktuelle Lage. Wenn jetzt aber jemand denkt, um einem bösen Einbruch aus dem Weg gehen zu können, müsse man doch in die Zukunft schauen, kann ich nur widersprechen. Erinnern Sie sich doch bitte als Beispiel an den Sommer 2011, als die Eurokrise begann. Der DAX mäanderte lange zwischen 7000 und 7500 und dann kam diese eine Woche, in der der S&P500 im Zuge der Debt Limit Thematik einzubrechen begann. Der Einbruch war massiv und deutlich und zerschlug die damaligen technischen Unterstützungen. Es gab ein klares Exit-Signal, das man nur hätte beachten müssen, dann wäre man 80-90% der folgenden Abwärtsbewegung aus dem Weg gegangen.

Wenn man von einem harten Flash-Crash absieht - der als Restrisiko einfach ebenso stoisch ertragen werden muss, wie das Risiko, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt - dann wird auch der zukünftige "Crash" sich wieder durch klare technische Brüche ankündigen. Und wer diese respektiert, wird wieder dem grössten Teil der Abwärtsbewegung aus dem Weg gehen können. Wer aber permanent vorher klüger als der Markt sein will, wird auf dem Weg dahin viele Chancen verpassen.

Respektieren wir also diesen eindrucksvollen Trendkanal im S&P500 - solange er da ist. Solange ist der Trend unser Freund !

Ihr Hari

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Bernanke reloaded ? – S&P500 on stairway to heaven ?

Déjà-vu ! Da sind wir also wieder, wo wir seit November 2012 dank Ben Bernanke schon so oft waren. Denn es läuft immer gleich:

Der Markt steigt und ist auf Höchstständen. Dann kommt etwas Sorge hinein, dass es dieses mal "der" ultimative Top sein könnte. Auslöser für die Sorge kann alles mögliche sein, das ist letztlich egal. Denn das Ergebnis ist auch immer klar, um an ein Bonmot aus dem Fussball anzuknüpfen:

"Börse ist ein einfaches Spiel, tausende kluge Leute wetten auf die Kurse, und am Ende gewinnt immer die FED." 😉

Wir haben diese V-förmigen Wende durch Einfluss der FED jetzt seit dem November 2012 - als Bernanke seinen Stimulus auf 85 Milliarden pro Monat hochdrehte - geschlagene 5 mal immer identisch erlebt. Langsam sind wir alle wie pawlowsche Hunde darauf progammiert. Eine V-förmige Wende, wie es sie in den prähistorischen "Vor-Fed-Zeiten", also sozusagen in der Steinzeit der Börsen, höchst selten gegeben hat.

Schauen Sie doch einfach mal auf das Chart des weltweiten Leitindex S&P500 mit Tageskerzen:

S&P500 20.09.13

Beeindruckend dieser Trend oder ? Mit perfekter Zyklizität kommen diese V-Wenden, weswegen nun wahrscheinlich alle, inklusive Joe Sixpack und Max Müller, genau auf das identische Muster wetten werden. Was 5 mal klappt, wird doch auch 6 mal klappen, oder ? Und die Wahrheit ist: ja, die Wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich gross.

Und jetzt berücksichtigen Sie bitte, dass genau dieser Bernanke gerade hat verlauten lassen, dass sich die FED noch nicht traut, einen Abbau des Stimulus zu beginnen, weil die ökonomischen Daten noch zu schlecht seien.

Hallo ? Hatte Börse nicht früher - Sie wissen schon, in der Börsen-Steinzeit - genau mal was mit ökonomischen Daten zu tun ? Warum steigen die Börsen und steigen, wenn die ökonomische Entwicklung nach Ansicht der Notenbanken nicht ausreichend ist ? Wie passt dieses Chart mit der wirtschaftlichen Realität auch in den USA zusammen ?

Die Antwort ist offensichtlich: gar nicht. Das ist ein Markt auf Steroiden. Steroide, die vom Dealer "Notenbank" ausgegeben werden. Und alle fragen sich: kann das ewig so weiter gehen ?

Nein, natürlich nicht. Mit jedem weiteren Schub wird das böse Ende nur härter. Stellen Sie sich nun mal vor, die FED würde den Stimulus nun wegnehmen. Dann würden Sie aber einen Luftballon platzen hören ! Die Reaktionen auf vage Andeutungen eines Tapering waren ja schon ein Vorgeschmack und dieses Chart zeigt auch klar, was dann der S&P500 machen würde: zurück auf Los ! Was wohl kaum wirklich schlimm wäre, die 1350 von November 2012 spiegeln viel eher die wirtschaftliche Realität wieder und sind immer noch historisch gesehen "gute" Kurse.

Nur was nützt uns dieses Wissen ? Gar nichts, denn bis es so weit ist, kann der Markt noch 5 weitere solcher V-förmigen Rebounds vollziehen und bei 2000 stehen. Und bis dahin können noch Jahre vergehen. Es nützt einfach nichts zu wissen, dass es "irgendwann" mal ein böses Ende nimmt. Will man in der Gegenwart Geld verdienen, muss man mit dem Trend gehen, solange er existiert. Und der Trend ist offensichtlich - bis er irgendwann überraschend bricht. Vielleicht ist dieser Tag schon bald, vielleicht auch erst 2015 - wir wissen es nicht.

Übrigens habe ich bewusst die beiden blauen Kreise eingezeichnet. Sehen Sie die perfekte Parallelität der Bewegungen aus dem April Boden und aus dem August Boden heraus ? Selbst die kleinen Korrekturzonen sind identisch.

Was wir da sehen ist eine klassische 1-2-3-4-5 Bewegung im Aufwärtstrend, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir gerade in Konsolidierung 4 sind und uns der finale Schub dieses Zyklus noch bevor steht, bevor dann eine Korrektur einsetzt. Aber das nur am Rande.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob diese Entwicklung sich durch die/den neuen FED Chef ändern würde, habe ich einen vielleicht überraschenden Gedanken für Sie:

Wer hat den gesagt, dass Bernanke gehen will ? Er selber nie und ich bin sicher, er will bleiben und seine Strategie zu Ende bringen und so in die Geschichtsbücher der grössten Notenbankchefs aller Zeiten eingehen. Nein, es war Obama der einen anderen Kandidaten wollte. Und es war Obama, der die Andeutungen zum Ende der Amtszeit von Bernanke machte.

Dieser andere Kandidat mit Namen Larry Summers wurde Obama nun aber aus der Hand geschlagen. Und was bringt es Obama nun, Bernanke gegen Janet Yellen auszutauschen, die nicht nur eine identische Strategie wie Bernanke verfolgen dürfte, sondern mit der - nach dem was man hört - Obama ebenso wenig klar zu kommen scheint, wie mit Bernanke und vielen anderen Persönlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund habe ich mit grosser Aufmerksamkeit die gestrige Bemerkung unseres weisen Freundes Warren Buffet gelesen, der bekanntermaßen einen exzellenten Draht zu Mr. Obama hat: -> Buffet says Bernanke should stay <-.

Mit so etwas wagt sich der gute Warren nur dann öffentlich heraus, wenn die Frage tatsächlich auf der Agenda steht, so viel ist klar. Erstaunlich, dass es noch niemand auf dem Radar zu haben scheint, dass Bernanke vielleicht eine weitere Amtszeit bekommt. Mit Buffets Äusserung hat das für mich eine gute Wahrscheinlichkeit bekommen. Und den überraschenden Verzicht auf jedes Tapering gestern, kann man auch als Bewerbungsschreiben interpretieren, wenn man will.

Und was würde der Markt machen, wenn er hört, dass der gute Helikopter Ben bleibt ? Er würde es lieben, weil der Markt liebt Beständigkeit, zumal wenn diese Beständigkeit immer neue leckere Würstchen zum Fressen gibt. Womit wir bei Phase 5 der aktuellen Aufwärtsbewegung wären und der Kreis sich schliesst.

Schauen wir also mal, ob der alte, weise und gut vernetzte Mann mal wieder was hat läuten hören und der ewige Ben uns vielleicht erhalten bleibt. Und ob der Markt auf einer ewigen Leiter bis in den Himmel klettert.

In diesem Sinne wünsche ich weiter viel Spass dabei, gegen die FED zu wetten, wir sehen uns dann in der Suppenküche ! 😯

Ihr Hari

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DAX Marktupdate – 8000er Marke voraus ? – 13.02.13

Seit Tagen mäandert der DAX oberhalb der 7600er Marke herum, ohne die Kraft für einen erneuten Anstieg aufzubringen. Da stellt sich doch die Frage, ob wir es hier mit einer Topbildung zu tun haben, oder ob wir doch schon bald zu dem historischen Höchststand von 8152 aus dem Juli 2007 aufbrechen. Diese Frage möchte ich heute Mittag, vor Eröffnung der Wallstreet, versuchen zu beantworten.

Statt zu spekulieren und Hoffnungen und Wünsche zum Massstab unseres Handelns zu machen, schauen wir doch einfach auf den einzigen objektiven Massstab den wir haben: die im Markt aufgerufenen Preise. Dieses Mal im langfristigen Wochenchart seit 2007:

DAX 13.02.13

Was sehen wir ?

  • Der DAX befindet sich in einem etablierten Aufwärtstrend, der durch drei unterschiedliche lange und steile Trendlinien gekennzeichnet ist. Der Index bewegt sich oberhalb aller drei Trendlinien, von dieser Seite gibt es keinerlei Indiz für eine Topbildung.
  • Wie eine komplexe Topbildung aussieht, kann man 2007 und 2011 beobachten. Davon kann im Moment keinerlei Rede sein, die jetzige Strukur sieht eher nach einer Konsolidierung im fortdauernden Aufwärtstrends aus, ganz wie die Konsolidierung im 4. Quartal 2012.
  • Das Momentum der Bewegung lässt ohne jede Frage nach, daraus kann aber keine unmittelbare Wende abgeleitet werden. Allerdings dürfte auch nicht mehr mit einem riesigen Schub zu rechnen sein, bevor der Markt dann endlich mal korriert.

Weitere Argumente ausserhalb des Charts sind:

  • Die Notenbanken sind weltweit weiter auf dem Gaspedal. "Dont fight the Fed" ist nach wie vor eine wichtige Regel und es ist kurzfristig nichts am Horizont sichtbar, was die massive Liquiditätsversorgung grundlegend in Frage stellen würde.
  • Die "Grosse Rotation" raus aus Bonds hinein in Aktien scheint langsam in Gang zu kommen. Auch von dieser Seite sind die Märkte gut unterstützt.
  • Die Wahlen in Italien stellen für die Eurozone und damit den DAX ein Fragezeichen dar, das sich aber in spätestens zwei Wochen endlich heben sollte.
  • Die Wirtschaftsdaten der grossen Blöcke von Japan über China bis Europa und USA sprechen eher für anziehende Konjunktur als für eine erneute Rezession.
  • Das Sentiment ist sehr positiv und gerade in den USA auf Höchstständen, wir wissen aber aus vergleichbaren Trendbewegungen, dass dieser Zustand durchaus über Monate anhalten kann, bevor dann endlich eine gesunde Korrektur einsetzt.

Summa Summarum halte ich daher für den DAX das folgende Szenario im Moment für das wahrscheinlichste, das ich auch im obigen Chart eingezeichnet habe:

Schon bald ein Schub über 8000 und zu marginalen neuen historischen Höchstständen. Dieser Schub könnte schon vor der Wahl in Italien einsetzen, falls Umfragen einen Sieg des "Nicht-Berlusconis-Lagers" verheissen. Diese Höchststände will der Markt nun wohl einfach mal sehen.

Mit Erreichen der historischen Höchststände, dürfte dem DAX dann aber endgültig der Dampf ausgehen, er ist einfach zu schnell zu stark gestiegen. Dann dürfte im Zeitfenster März/April eine Korrektur einsetzen, die den Index bis zur zweiten Trendlinie zurück fallen lässt. Hier wird sich dann entscheiden, ob es sofort weiter nach oben geht, oder sich eine grössere Korrektur bis zur dritten Trendlinie anschliesst.

So weit das für mich heute mittag wahrscheinlichste Szenario für den DAX. Für neue Leser sei noch der Hinweis erlaubt, dass ich hier nichts prognostiziere. Ich kenne die Zukunft ebenso wenig wie jeder andere und habe keine Glaskugel. Morgen kann eine Nachricht oder ein Ereignis auftauchen, dass dieses Bild in Frage stellt.

Ich sehe aber die Gegenwart und was uns die Price-Action im Markt und die Kursentwicklung in der Gegenwart sagt. Und das liefert kein echtes Indiz für eine bevorstehende Topbildung. Auf Basis der heute bekannten Daten und Fakten, sind weiter steigende Kurse kurzfristig wahrscheinlicher als das Gegenteil. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger !

Was den weiteren Jahresverlauf angeht, bin ich aber weiter optimistisch, der Liquiditätsdruck hält an und die Marktteilnehmer können sich von Crash bis zu Seitwärtsbewegung alles vorstellen. Nur eines können sich die Marktteilnehmer nicht vorstellen, nämlich dass wir einfach weiter hoch pressen und am Ende des Jahres 2013 weit über 9000 im DAX stehen. Und wir wissen ja, wie gerne Mr. Market genau den Weg geht, den keiner sich vorstellen kann.

Ihr Hari

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Mr-Market Tops und Flops 2012

Liebe Mr-Market Community,

ich will mich nun zu einem Jahresrückblick auf die Tops und Flops dieses Blogs im Jahr 2012 hinreissen lassen. Es gehört ja zu den eher fragwürdigen Gepflogenheiten vieler die wirtschaftlich von Aktienempfehlungen leben, sich am Ende des Jahres selber zu loben ob der vermeintlich so perfekten Voraussagen. Ist ja auch verständlich, der Anschein guter Prognosen ist Grundlage des Geschäftsmodells.

Das funktioniert auch ganz gut, weil man dabei auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann, denn wer macht sich die Mühe mal das Vergangene zu lesen und zu überprüfen, ob da die Welt mit dem Marketingpinsel nicht arg zu rosa gepinselt wurde ? Was ich grundsätzlich von der Prognoseindustrie halte, habe ich ja schon in meiner -> Anlagephilosophie <- deutlich gemacht.

Auch empririsch dürfte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einer rosa gefärbten Marketing-Veranstaltung zu tun haben. Denn wir haben ja auf der einen Seite die öffentlichen Fonds, deren Performance für jederman eindeutig nachzulesen ist. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Fonds - durchweg geführt von Profis, denen weit bessere Daten- und Nachrichtenquellen zur Verfügung stehen als uns - schafft es nicht das relevante Marktsegment zu schlagen. Auf der anderen Seite haben wir die "Prognoseindustrie", die nach eigenen Angaben im Nachhinein natürlich immer ganz tolle Performance mit ihren "Empfehlungen" erzielt. Kann man ja auch leicht behaupten, weil es sowieso niemand überprüfen kann.

Beides könnte nur dann zusammen passen, wenn in den öffentlichen Fonds alle Idioten versammelt sind und in der "Prognoseindustrie" dagegen die ganz grossen Marktempathiker. Entscheiden Sie selber, ob das eine realistische Annahme ist. 😉

Ich möchte mich daher so weit das geht mal an einen einigermassen objektiven Jahresrückblick heran wagen. Ich bin durch die Titel aller meiner Artikel des Jahres 2012 durchgegangen und habe die heraus gepickt, in denen ich mich im Titel zu einer Aktie oder dem Markt mit deutlicher Tendenz geäussert habe. Um diesen Jahresrückblick nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf die Themen die mir einen eigenen, vollen Artikel wert waren und gehe über Teilanalysen innerhalb grösserer Artikel oder über die Livetips hinweg. Eine Berücksichtigung dieser Menge an Detail-Informationen würde den Rahmen sprengen.

Aber auch alleine mit dieser Selektion bekommt man ein ganz gutes Bild darüber, was im Nachhinein auf Mr-Market treffend war und was nicht. Ich habe daher jeden Fall in die Kategorie TOP oder FLOP eingeordnet, je nachdem ob die Aussagen des Artikels im nachhinein treffend waren oder nicht. Die Fälle im Graubereich die weder eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlugen, habe ich der Übersichtlichkeit wegen weggelassen. Und anhand der von mir genannten Daten, können Sie die alten Artikel aus dem Archiv ziehen und selber überprüfen, ob Sie meine Einschätzung teilen oder nicht. Insofern ist der folgende Rückblick wenigstens halbwegs objektiv.

Soweit der Vorrede, hier kommen die wesentlichen Tops und Flops dieses Blogs in 2012:

FLOP 16.01.12 "Cameco Weltmarktführer in Uran": Ich hatte Ihnen Cameco vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, dass sich der Uranpreis in 2012 nachhaltig erholt. Auch wenn der Trade kurzfristig für ein paar Wochen gut funktioniert hat, hat sich die generelle Annahme als unzutreffend heraus gestellt. Der Kurs von Cameco war das ganze Jahr in einer Seitwärtsrange und dümpelt heute auf ähnlichem Niveau wie vor fast einem Jahr herum.

TOP 17.01.12 ff "Zur Taktik in Bullenmärkten": Einer der bedeutendsten Treffer diesen Jahres war es, die Tendenz der ersten drei Quartale frühzeitig und eindeutig zu erkennen, lange bevor die Mehrheit auf den Zug aufgesprungen ist. Nur mit dem 4. Quartal konnte ich nie so richtig "warm" werden, hier fehlte mir zuletzt die klare Tendenz. So habe ich schon am 17.01.12, mitten in der anhaltenden Depression nach dem 2011er Absturz, von einem Bullenmarkt gesprochen und Sie erinnern sich sicher an die zahllosen Artikel im ersten Quartal zum laufenden "Runaway Move", eine Sicht die in der breiten Presse erst sickerte, als die Bewegung im März schon wieder dem Ende zu ging.

TOP und FLOP 24.01.12 "Temenos - Chancen mit Bankensoftware": TOP war das insofern, als die Aktie kurz nach der Besprechung durch die Übernahmegespräche mit Misys zu einem gewaltigen Höhenflug ansetzte. Wer drin war und mit Stop absicherte, konnte schnelle und schöne Gewinne mitnehmen. FLOP insofern, als es danach nicht weiterging und die Aktie nach Scheitern der Fusion für den Rest des Jahres nicht mehr richtig ans Laufen kam.

TOP 26.01.12 "Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht"und 01.02.02 "Zur Technik eines "Runaway Move": Weitere Beispiele für die klar erkannte Richtung des ersten Quartals. Weitere Zitate der zahllosen Artikel zum Thema übergehe ich im folgenden.

TOP 30.01.12 "Hecla Mining - Seriosität in Silber": Das ist ein Top mit Einschränkung. Das Timing war nicht ganz perfekt und es ging nach dem Artikel noch etwas weiter runter. Aber die Tendenz und grundlegende Sicht war richtig und ist es heute fast ein Jahr später immer noch.

TOP 02.02.12 "Vom Elend der Charttechnik und der Börsenkultur - Eine Wutrede": Hier habe ich mich mit spitzer Zunge über die vier Chartisten mokiert, die zum Frankfurter Gespräch beim Handelsblatt zusammen kamen. Meine Erwartung, dass die Aussagen der Herren eher Kontraindikatoren sein werden, hat sich in den folgenden 2 Monaten perfekt bewahrheitet. Auch 2013 freue ich mich schon wieder auf diesen recht zuverlässigen Kontraindikator. 😉

06.02.12 "Das Beste für Griechenland - ein Kommentar aus tiefstem Herzen": Tja, Top oder Flop ? Eigentlich bin ich immer noch dieser Ansicht und die seitdem vergangenen 10 Monate haben die Sicht auf Griechenland ja wiederholt bestätigt. Da die Politik den von mir gewünschten Weg aber nicht eingeschlagen hat, ist es müssig zu spekulieren ob das wirklich der bessere Weg gewesen wäre. Ich glaube es noch immer.

TOP 13.02.12 "Tesla Motors - die Zukunft des Automobils": Ein Top mit Einschränkung. Tesla setzte nach dem Artikel zu einer gewaltigen Rally an, die schnell 20% Plus brachte. Der Rest des Jahres war dann aber eher volatile Seitwärtsbewegung und aktuell steht Tesla einige Prozent höher als Anfang diesen Jahres.

TOP 14.02.12 "ThyssenKrupp - Vom Donnerhall zum Anlagenbauer": Die deutlich artikulierte sehr negative Sicht auf die Aktie und insbesondere auf die verantwortlichen Organe rund um Gerhard Cromme war mehr als treffend, wie der weitere Verlauf des Jahres ja nachhaltig bewiesen hat.

TOP 01.03.12 "Aixtron - ein Management im Blindflug": Während die diversen Medien noch der Hoffnung bei Aixtron das Wort redeten, habe ich mich in deutlichen Worten über ein Management mokiert, das öffentlich über Hoffnung für die zweite Jahreshälfte daherredet, gleichzeitig aber mit dem eigenen Geld nicht bereit ist auf das eigene Unternehmen zu setzen. Die weitere Entwicklung des Jahres hat dieser negativen Sicht mehr als Recht gegeben. Nun redet keiner mehr über Aixtron. Sollten jetzt Insiderkäufe kommen, dürfte das ein Einstiegssignal sein.

"05.03.12 "Salzgitter – Kaufgelegenheit ?": Auch wenn die grundlegende Erwartung bei Salzgitter sehr treffend war und eher unter die Kategorie "Top" fallen würde, war das folgende Kurs-Loch, obwohl prinzipiell antizipiert, dann doch tiefer als erwartet. Kurse unter 30€ konnte ich mir damals nicht vorstellen. Insofern keine eindeutige Bewertung für diesen Punkt.

FLOP 05.03.12 "China und die Rohstoffe": Auch wenn vieles in dem Artikel treffend war, hat sich die grundlegende Annahme, dass die Rohstoffnachfrage aus China wieder ans Laufen kommt doch als unzutreffend heraus gestellt. Mit den im Artikel genannten Aktien liess sich in 2012 kaum Geld verdienen und Rio Tinto notiert zum Beispiel aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang März. Es spricht zwar viel dafür, dass sich das in den kommenden Monaten ändert, weil China endlich in Bewegung gerät. Für das letzte Jahr war das aber eindeutig ein Flop.

TOP 08.03.12 "Deutsche Bank - zerschlagt sie endlich !": Das Thema ist ja wohl aktueller denn je. Ich kann es nur wiederholen: zerschlagt sie endlich !!

TOP 27.03.12 "Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist ...": Mit diesem Artikel habe ich mit perfektem Timing die Korrektur des zweiten Quartals ins Auge genommen, genau zu dem Zeitpunkt, als die bekannten Verdächtigen anfingen über DAX 8000 zu schwadronieren. Und hatte auch schon die Sommerrally im Auge. Lesen Sie doch einfach noch einmal. 🙂 Eine derartige Marktsicht war zu dem Zeitpunkt für mich woanders weit und breit nicht zu sehen. Erinnern Sie sich auch an die Umfrage am 28.03. ? Die Hälfte der Leser von Mr-Market wollte dieser Sicht auf das 2. Quartal auch nicht folgen, ein Quartal, in dem der DAX dann über 1000 Punkte gegenüber Ende März verlor.

TOP 30.03.12 "Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne": Volltreffer. Der Artikel ist auch 9 Monate später unverändert gültig und auch das war eine Sicht, die man damals kaum irgendwo hören konnte. Seitdem ist Microsoft um 16% gefallen (32,4 -> 27) und die Verkäufe von Windows 8 sind genau so wie erwartet: schlecht. An so Themen sieht man dann doch, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in einem Segment sehr gut auskennt, was im Bereich Software bei mir durch berufliche Historie der Fall ist.

FLOP 17.04.12 "Daimler im Visier der Investmentbanken": Die von mir gesehenen Kaufoptionen bei den Investmentbanken hatten im Nachhinein keine Auswirkung. Keine Ahnung was damit passiert ist und wofür sie letztlich da waren. Die antizipierte Bewegung durch einen Einstieg eines Investors hat sich auf jeden Fall nicht realisiert, insofern klarer Flop.

TOP 09.05.12 "Bedeutende Wende bei den Goldminen": Am 16.05. - 5 Handelstage nach dem Artikel - markierte der GDX sein absolutes Tief bei 39,08 USD. Am 18.05. habe ich das unter der Überschrift "Gold und Goldminen bestätigen Wende !" noch einmal deutlich gemacht. Danach setzte der GDX langsam aber gewaltig zu einer Sommerrally an, die den GDX bis zum 21.09. auf 55,25 USD brachte, ein Anstieg von 41% in 4 Monaten, das darf man wohl Top nennen. 😉

TOP 12.06.12 "Kursziel 1400 im S&P500 ?": Mit einer technischen Betrachtung habe ich meine positive Sicht auf das dritte Quartal und die Sommerrally eingeläutet und am 15.06. mit "Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung" verstärkt. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass der S&P500 sein absolutes Tief am 04.06. erreicht hatte. Diese Betrachtung, die auch schon DAX 7000 erwähnte während der DAX bei 6100 stand, war also sehr treffend.

29.06.12 "Ein historischer Tag - Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.": Top oder Flop ? Ich überlasse das Ihnen. Ich befürchte aber nach wie vor, dass ich völlig Recht hatte.

TOP 02.07.12 "US Kohlesektor - Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?": Eher Top, aber nicht so eindeutig. Der Sektor definierte seinen absoluten Tiefpunkt am 26.07., insofern war die Annahme des Artikels grundlegend richtig. Seitdem ist der Sektor im Aufwärtstrend. Allerdings verläuft der Gegenanstieg bisher nicht so richtig überzeugend. Insofern ein verhaltenes Top.

FLOP 05.07.12 "Warum man die Porsche Aktie nun nicht mehr haben muss": Nach dem Artikel setzte der Kurs von Porsche zu einer massiven Rally an, insofern klarer Flop. Andererseits bin ich weiter von der inhaltlichen Sicht überzeugt, dass man in VW sein muss und nicht in Porsche, weil die Entwicklung des Porsche Kurses ein reines Lotteriespiel ist, auf das nur Herr Piech wirklich Einfluss hat. Als Aktionär sitzt man da sozusagen an einem gezinkten Kartentisch. Ich gebe mich nicht der Illusion hin zu durchdringen, was in der Porsche Bilanz alles passiert und nicht passiert. Und mit VW konnte man ja dann auch gutes Geld verdienen. Trotzdem, rein vom Kursverlauf her klarer Flop.

TOP 10.07.12 "Linde, SAP, ABB - drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde": Volltreffer. SAP seitdem 36% Plus. Linde 20% Plus. ABB 21% Plus. Und das alles in einem halben Jahr und ohne grosses Risiko bei sehr geringer Volatilität. Besser gehts kaum. Und ich halte alle drei Aktien auch für 2013 weiter für aussichtsreich.

TOP 18.07.12 "Wohin uns die Sommerrally führen könnte" und 19.07.12 "Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !": Eine im Nachhinein sehr treffende Sicht auf das 3. Quartal, inklusive der schon formulierten Erwartung der Herbststürme, die dann auch ab Ende September einsetzten.

TOP 31.07.12 "Aufbau eines Trades – Am Beispiel Silber": Zwischen dem Artikel und dem Hoch Ende September legte Silber eine 25% Rally hin.

TOP 08.08.12 "Goldminen – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold": Nach dem Artikel legte der GDX innerhalb 6 Wochen eine 24% Rally hin.

TOP 28.08.12 "Chart der Woche – Hecla Mining": Nach dem Artikel legte HL innerhalb von nur 4 Wochen eine Rally von knapp 30% hin !

TOP 29.08.12 "Kurztipp – Kinross Gold": Nach dem Artikel legte Kinross innerhalb von nur 5 Wochen eine Rally von über 30% hin !

10.09.12 "Bijou Brigitte (522950) - Modeschmuck im Strudel der Eurokrise": Der mittelfristig angelegte Trade scheint zu funktionieren die Aktie steht nun über 10% höher als beim Artikel. Ein endgültiges Urteil will ich mir aber noch nicht erlauben.

FLOP 18.09.12 "Gold – Das für mich wahrscheinlichste Szenario der nächsten Wochen": Meine Leiden an Gold im 4. Quartal wurden hiermit eingeläutet. Und bis heute ist es so, dass ich auch im Nachhinein - auf Basis der damals vorhandenen Daten - an meiner Einschätzung keinen grundlegenden Fehler erkennen kann. Es ist trotzdem völlig anders gekommen und was mich am meisten irritiert ist, dass ich bis heute nicht verstehe warum. Insofern ist mein Edelmetall Trade des 4. Quartals für mich nach wie vor mein "Flop des Jahres !" Zwar habe ich dank gutem Risikomanagement da nur minimal Geld verloren, frustrierend waren die letzten 2 Monate aber schon.

21.09.12 "Marktanalyse - Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?": In dieser Marktanalyse scheinen die Schwierigkeiten des kommenden Quartals schon auf. Der Artikel ist auch Indikator dafür, dass ich mich im 4. Quartal nun schwerer tue den Markt "zu greifen".

FLOP 11.10.12 "Silber – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !": Auch hier setzt sich mein schlechter Edelmetall-Trade fort, der Kommentar zum 18.09.12 gilt auch hier. Da hat mich Mr. Market einmal kräftig an der Nase herum geführt.

TOP 14.10.12 "Marktupdate - DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes": Das war schon sehr prophetisch und die ersten zwei Phasen, inklusive des Tauchers unter 7000 im DAX, traten auch perfekt ein. Nur die ganz grosse Rally am Schluss über 8000 wurde uns verwehrt, ich bin aber recht sicher, ohne die Fiscal Cliff Verwirrung wäre die drin gewesen.

Mit Mitte Oktober will ich meinen Rückblick auch schliessen. Die weiteren Artikel sind in der Regel zu nahe an der Gegenwart um schon ein Urteil fällen zu können.

Abgesehen davon verschafft diese Liste auch so schon einen ganz treffenden Eindruck über das, was im Jahr 2012 auf Mr-Market.de gelaufen ist. Sicher musste ich vieles weglassen, insbesondere wichtige kleine Kommentare und Tips, um diesen Artikel nicht endgültig zu lang werden zu lassen. Trotzdem kann man nachvollziehbar sagen, dass das Jahr 2012 von vielen sehr guten Treffern geprägt war, die erhebliche Gewinne ermöglichten.

Insbesondere die in x Artikeln immer wieder konsistent thematisierte Marktsicht auf die grossen Entwicklungen der drei Quartale (Q1 bullisch, Q2 bärisch, Q3 bullisch), hat denen schöne Gewinne ermöglicht, die das verstanden haben. Dazwischen tummelten sich aber auch ein paar Flops, nobody is perfect. Würde mir jemand einen fehlerlosen Trackrecord präsentieren, würde ich es auch nicht glauben. Wir alle haben Fehleinschätzungen und niemand hat eine Kristallkugel. Der Unterschied ist, ob man daraus lernt und ob man in der Lage ist, die Risiken zu begrenzen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und uns weiter so viele Treffer in 2013 !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.09.12 – Long DAX und S&P500 ins Quartalsende ?

08:45 Uhr

Heute früh möchte ich Ihnen kurz erklären, warum ich nun - hin zum Quartalsende - "Long" im Markt bin.

  1. Der Leitindex S&P500 ist nun seit dem Hoch von vor ca. 2 Wochen an 7 von 8 Tagen im Minus und damit ganz klar überverkauft. In der Historie führte das fast immer zu Gewinnen an den Folgetagen.
  2. Wir hatten gestern erneut - nach den letzten Tagen - einen "Buying on Weakness" Tag im SPY. Und diesmal mit 384 Millionen USD einen gewaltigen Print. Das heisst: "Big Money" akkumuliert unter der Decke.
  3. Die Diskussionen ob der Markt ein Top ausbildet, breiten sich aus. Viele kluge und ernst zu nehmende Marktbeobachter wie Dave Landry oder James DePorre werden skeptischer. Vielleicht haben Sie mittelfristig recht, ich bin allerdings überzeugt: kurzfristig "not yet". Denn Tops brauchen lange um sich zu formen und eine weiterer (dann scheiternder) Anlauf auf die Hochs gehört in der Regel dazu.
  4. Gold und Öl, die beide dem Aktienmarkt typischerweise in einem Bottoming-Process etwas voran laufen, sehen beide so aus, als ob sie die Tiefs gestern gesehen haben.

Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse, ich habe auf jeden Fall meine Hedges reduziert und setze auf Stärke heute und morgen. Meine Meinung werde ich schnell ändern, wenn der DAX heute mit Momentum unter 7250 taucht und die 7200 ins Visier nimmt. In diesen Bereichen der gestrigen Tiefs liegen auch viele meiner Stops für die Longs, mit denen ich nun zum Ende der Woche im Markt bin.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 25.09.12 – Markt kurz vor der Entscheidung

16:30 Uhr

Nur ein kurzes Update, weil sich im Markt wenig bemerkenswertes tut.

Wir sind im DAX nach wie vor in einer Range um die 7400 gefangen, im S&P500 um die 1460. Die Auflösung in welche Richtung es geht, sollte nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen. Ich persönlich rechne bis Morgen, spätestens Donnerstag damit.

Die Nervosität steigt auf jeden Fall bei Bullen wie Bären und viele beginnen gerade an der Wallstreet darüber zu diskutieren, ob der Markt hier ein Top ausbildet.

Ich glaube das eher nicht und sehe nach wie vor eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schub nach oben. Wenn es doch ein Top sein sollte, dann wäre das hier der einmalige "diesmal ist es anders" Fall. Denn ein Top, das von so vielen erwartet und (weil unterinvestiert) teilweise herbeigesehnt wird, hat es meines Wissens bisher noch nicht gegeben. Riskant sind die Momente, in denen keiner mit einer Wende rechnet. So einen Moment haben wir aber derzeit nicht.

Bei Gold und Silber ist noch unklar, ob wir noch einen zweiten Schub nach unten Richtung 1720 sehen. Erst wenn wir den Swing-High von Freitag nach oben durchschlagen, ist die Entscheidung endgültig gefallen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es das mit der Korrektur schon wieder war, ist aber gegenüber gestern gestiegen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen, morgen melde ich mich wieder ausführlicher.

Ihr Hari

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Marktanalyse – 21.09.12 – Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?

09:30 Uhr

Heute - am "Hexensabbat" in Deutschland und nahe am Quartalsende - möchte ich mit Ihnen einen ausführlicheren Blick auf das 4. Quartal richten.

Schauen wir als erstes Mal auf das langfristige Wochenchart des Leitindex S&P500:

Wir sehen, wie der Index seit dem Tief Anfang 2009 einen klassischen Aufwärtstrend hingelegt hat, der sich durch immer höhere Tiefs und immer höhere Hochs auszeichnete. Im Nachhinein dürfte sich da mancher fragen, warum er nicht Anfang 2009 "All In" eingestiegen ist und danach all das Durcheinander rund um Fukujima, Flash Crash und Eurokrise verschlafen hat. Eine Verdoppelung des Einsatzes wäre so ohne Mühen möglich gewesen. Aber hinterher ist man halt immer klüger. 😉

Sie sehen aber auch die roten Pfeile, die eine besondere Bedeutung haben. Der von mir sehr geschätzte Service -> Sentimentrader <- misst regelmässig den "Smart Money / Dumb Money Confidence Spread". Dieser misst in Kurzform die Marktsicht der Marktprofis (Smart Money) im Verhältnis zu den privaten Anlegern (Dumb Money). Wenn dieser zu Gunsten des "Dumb Money" sehr hoch ist, bedeutet das, dass "Dumb Money" euphorisch und positiv gestimmt ist, während bei "Smart Money" schon (wieder) die Skepsis überwiegt.

Genau das ist der aktuelle Zustand des US Marktes und dieser Indikator hat nun den höchsten Wert seit März diesen Jahres erreicht. Die roten Pfeile auf dem Chart zeigen Ihnen nun die Zeitpunkte seit 2010, an denen dieser Indikator einen ebenso hohen - oder noch höheren - Wert hatte. In allen Fällen war nach oben nicht mehr viel zu holen.

Die -> AAII <- Werte zum Sentiment bestätigen die Entwicklung, liefern aber ein differenzierteres Bild. Wir haben nicht mehr die "einfache" Situation von Mitte Juli, wo der Markt fast nur noch steigen konnte, weil niemand da war, der daran glaubte. Aber wie haben auch noch keine überzogene Euphorie.

Auch wenn man auf das Chart oben schaut, sieht man auch, dass ein derartiger Wert nicht zwingend ein sofortiges Top bedeutet. Im Gegenteil, eine Topbildung die 6 Monate dauert wie in der ersten Jahreshälfte 2011, ist durchaus typisch. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass der Markt heute auf dem Fuss wendet und sofort nach unten läuft.

Noch besser, es gibt eine Ausnahme in dem Bild, den grünen Pfeil. Und genau diese Ausnahme entspricht am Besten der aktuellen Situation. Denn im September 2010 - vor genau 2 Jahren - wurde das erste QE angekündigt. Auch dort erreichte der Smart Money/Dumb Money Spread einen hohen Wert, bevor eine kleine Korrektur einsetzte. Dann aber begann die Geldflut zu wirken und wir bekamen ein hervorragendes 4. Quartal.

Von allen Möglichkeiten erscheint mir daher die Wiederholung des 4. Quartals 2010 immer noch als die, mit der grössten Wahrscheinlichkeit. Insofern signalisiert das Chart oben, dass man nun mit mehr Vorsicht zu Werk gehen muss. Die Zeit des bullischen "All In" von Juli ist vorbei. Zuviel Pessimismus könnte aber auch verfrüht sein und einem schöne Gewinne im 4. Quartal verbauen. Es bricht also wieder die Zeit der Stops und des taktischen Tradens an.

Und sollten wir nun doch vor einem bedeutenden Top stehen, dürfte das von nun an ein Prozess sein, den man in Ruhe beobachten kann. Im Moment wird jeder "Dip" im Markt sofort gekauft. Typisch für langfristige Tops ist, dass sich dieses Verhalten langsam ändert, die Käufer "trocknen" sozusagen aus. Sollten wir dergleichen beobachten, sollten Dips nicht mehr sofort gekauft werden, dann und nur dann sollten wir wesentlich vorsichtiger und skeptischer werden und ein bedeutendes Top ernsthaft in Erwägung ziehen. Da sind wir im Moment aber noch nicht. Und wenn die Kurse demnächst nach oben ausbrechen, würde das Gegenteil und eher das Analog zum Herbst 2010 damit indiziert.

Schauen wir im gleichen Massstab, als Wochenchart, auf den DAX seit 2008, sehen wir ein anderes Bild:

Es ist eindeutig zu erkennen, dass der Aufwärtstrend seit 2008 durch die Eurokrise gebrochen wurde. Und der DAX hat das noch nicht vollständig aufholen können und hat im Vergleich zum S&P500 nach wie vor erhebliches Nachholpotential.

Deutlich unterstrichen wird das erneut durch die Sentimentdaten von -> Cognitrend <-, die ich erneut zum Studium empfehle. Die Skepsis sitzt in Deutschland und auch in Europa nach wie vor tief. Vor diesem Hintergrund und während gleichzeitig alle Notenbanken "All In" gehen, besteht im DAX nach wie vor erhebliches Aufwärtspotential und auch ein Short-Squeeze zum Quartalsende ist im Rahmen des Möglichen.

Diese Analyse dürfte nicht nur für den DAX, sondern für die europäischen Aktienmärkte generell gelten. Gerade in Spanien und Italien findet man schwer verprügelte Indizes vor, die nun aber durch Mario Draghi Unterstützung bekommen. Sollte es der EZB gelingen die Probleme der Eurozone temporär mit frischem Geld zuzudecken, könnten diese Aktienmärkte vor einer bedeutenden Erholung stehen.

Fazit: Die Lage ist nicht mehr so eindeutig bullisch wie Mitte Juli, zu weit sind wir - insbesondere im S&P500 - gelaufen. Trotz aller Sentimentdaten ist aber die reale "Price-Action" der bedeutendste Faktor für Entscheidungen. Und die ist nach wie vor eindeutig bullisch. Auch die Seitwärtskonsolidierung seit Anfang dieser Woche ist bullisch zu werten, insbesondere da nun das Quartalsende bevor steht. Insofern bestehen nach wie vor gute Chancen auf ein starkes 4. Quartal. Wenn es den Notenbanken gelingt, die Eurokrise nachhaltig in den Hintergrund zu drücken, dürften die höchsten Gewinne dann in den europäischen Aktienmärkten zu finden sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen und viel Erfolg,

Ihr Hari

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