Der beste Trade



Wissen Sie, was seit Trumps Wahl, seit Ende 2016, fast immer der beste Trade auf Ebene der großen Indizes gewesen ist?

Genau das Gegenteil von dem zu tun, was logisch erscheint.

Auch heute ist das wieder so. Da sind die Nachrichten voll von Trumps Anwalt Cohen, der einen Seitwechsel vollführt. Was das für ein "Wiesel" ist - und das ist noch eine sehr wohlwollende Wahl eines Tieres für den Mann, da fallen mir auch viel drahtigere Varianten ein - sehen wir leicht daran, dass er erst öffentlich verspricht, sich für Trump "eine Kugel einzufangen" und nun wie folgt zitiert wird:

Cohen wolle auch keine Begnadigung vom US-Präsidenten. "Er betrachtet eine Begnadigung von jemandem, der sich als Präsident so dermaßen korrupt verhalten hat, als etwas, das er niemals annehmen würde"

Jaja, ein echter Sympath, aufrechter Bürger und das Urbild eines zuverlässigen Zeugen. 😛

Zuverlässig sind da nur zwei Dinge:

Erstens dass Cohen der eigene Arsch immer noch am Nächsten ist und seine Loyalität so windig ist, wie er selber.

Zweitens aber auch, mit welchen Charakteren sich Trump umgibt, was zuverlässige Schlüsse über seinen eigenen Charakter zulässt.

Denn man soll eine Führungskraft immer an denen messen, mit denen sie sich umgibt. Ein Spruch aus meiner Management-Zeit dazu lautet:

Erstklassige Führungskräfte holen erstklassige Mitarbeiter. Zweitklassige Führungkräfte holen drittklassige Mitarbeiter.

Es gibt für mich gar keinen Zweifel, dass Trump "schuldig" im eigentlichen Sinne politischer Hygiene ist - das ist eigentlich offensichtlich, man muss sich nur diese Cohens im Umfeld anschauen.

Nur gilt es zu fragen, ob die anderen in Washington die sich nun als Pharisäer gebärden, da wirklich besser sind und ob das Ganze justiziabel genug ist, um einen Präsidenten ins Impeachment zu zwingen. Die Unterstützung seiner Jünger wird für Trump durch so etwas eher noch stärker.

Ich habe da also nach wie vor meine Zweifel, ob Trump so zu Fall gebracht werden kann und der Markt auch, der zuckt nämlich kaum.

Womit wir beim zweiten Teil dessen sind, wo man sich genau anders verhalten sollte, als wie es logisch erscheint.

Schauen Sie hier der SPX:

Es erscheint absolut logisch, dass der Markt hier erst einmal - nach Touchieren der Hochs - eine Pause einlegt. Und dann gab es gestern auch noch einen "Inverted Hammer" als Kerze und ich habe Einiges von durchaus ernst zunehmenden Kommentatoren gelesen, dass nun eine Korrektur anstehen würde. Logisch wäre es.

Genau deshalb passiert heute das Gegenteil - der beste Trade seit Jahren - und das hat durchaus System, ein System das mit den Maschinen zu tun hat, die den Markt nun dominieren.

Am Ende wäre es typisch, dass der Markt hier sehr wohl eine Pause einlegt, aber eben nicht jetzt, sondern erst nachdem er oben heraus geschaut hat und alle verwirrt hat. Das würde den Maschinen gefallen. 😉

Mein Rat an alle, die diese täglichen Spielereien nicht mitgehen wollen ist also: Ignorieren sie das.

Objektiv haben wir hier eindeutig einen starken Markt vor uns, Sie wissen dass ich letztes Wochenende optimistischer wurde und es zum Jahresende weiter bin.

Objektiv ist es aber auch immer noch vernünftig, hier nun mit einer Pause zu rechnen, egal ob der Markt vorher noch ein Prozent über die Hochs schaut oder nicht.

So weit mein grober Eindruck zu heutigen Lage, machen Sie es gut - bis die Tage!

Ihr Hari

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Sag mal Hari ….. Was ist Distribution?



Im Anschluss an die Thematik um eine Bodenbildung, schliesst sich die Frage an, woran man denn recht früh erkennen kann, dass es vielleicht ein Boden wird und umgedreht bei einer Topbildung, dann tatsächlich ein Top wird.

Dazu ist das Konzept der "Distribution" wichtig, das ich im Video mit der Hilfe eines kleinen Freundes zu erklären versuche.

Auch das mit den Distribution Days ist am Ende nicht so einfach, wie es sich nach einer Erklärung anhört. Es ist auch nicht so, dass jedes Mal wenn so ein Muster auftritt, es zwingend ein Top wird - auch das "Smart Money" kann sich ja irren.

Aber anders herum wird ein Schuh daraus, praktisch bei jedem grossen Top der Index-Geschichte gab es Distributions-Strukturen. Solche Signale sind wie alle Indikatoren also kein Anlass darauf singulär zu handeln und müssen immer im Kontext als Ergänzung zu sonstigen Signalen betrachtet werden. Sie sind aber ein wichtiger Baustein, der wenn andere Indikatoren dazu kommen, stark für eine Top- oder Bodenbildung sprechen kann.

Es sind dieses Mal gute 8 Minuten und ein paar mehr Worte als beim letzten Mal. Ich habe dieses Video übrigens 4x angesetzt und jedes Mal hat etwas nicht geklappt. Die vierte Version war dann wunderbar und dann habe ich bei der neuen Anwendung übersehen, dass diese nicht automatisch speichert, habe die Anwendung geschlossen und weg wars! Verflixt!

Am Ende ist es in der 5. Version dann aber doch noch was geworden. Viel Spass!

Ihr Hari

PS: Im Video mit der neuen Kamera und Mikro, ist der Ton viel besser, dafür hört man jedes Mal als "Bumper" wenn ich die Hand auf den Tisch lege. In Realiter ist das kaum zu hören, im Mikro dagegen ein dumpfes "Bumm". Witzig, man lernt nie aus, aber das sind Kleinigkeiten, die werden mit mehr Erfahrung immer besser.

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Stärke gebiert Stärke



Ich habe eine Frage an Sie: Wann ist ein Markt anfälliger für einen Crash?

a) Wenn er sehr stark gestiegen und massiv nach oben überdehnt ist?
b) Wenn er schon zu fallen begonnen hat und die Fallgeschwindigkeit zunimmt?

Hmm? Ich sage Ihnen, wie die Mehrheit der normalen Anleger instinktiv agiert.

Im Fall a) trauen sie dem Markt nicht, sind entweder nicht dabei oder wollen sogar klüger sein und den Markt shorten.
Im Fall b) sehen sie dass Ihre Lieblingsaktien nun 20% billiger sind und denken daran nun zu kaufen.

Soweit das instinktive Verhalten des normalen Anlegers. Und wann ist ein Markt nun objektiv anfälliger für einen Crash?

Ganz eindeutig im Fall b), wir nennen das das "Brösel, Brösel, Brösel" Szenario, dem bald der Schritt über die Klippe folgen könnte. Grosse Topbildungen haben gerne solche Strukturen, bevor es richtig "über die Klippe" abwärts geht, auch 2008 gehörte dazu.

Ganz starke Märkte dagegen, die wie im Fall a) neue Hochs generieren, sind vielleicht mal für eine kleine Korrektur gut, aber nicht für einen Crash. Topbildungen brauchen einfach Zeit und passieren nicht "mir nichts dir nichts" aus dem Nichts!

So weit das Grundsätzliche. Nun schauen wir auf das Spezielle.

Hier haben wir den -> CNN Fear and Greed Index <- von gestern Abend nach Schluss der Wallstreet, der den internen Zustand des US Marktes basierend auf vielen technischen Parametern in einer einfachen Anzeige zusammen fast:

Wir haben also aktuell "Extreme Greed" - extreme Gier - -> Nothings´s Gonna Stop Us Now <- sozusagen.

Der Markt ist also klar überdehnt und für eine Korrektur oder Konsolidierung überreif, die heute schon einsetzen könnte. Aber einen Crash und eine grundlegende Trendwende? Nein.

Stärke gebiert Stärke und damit ein Markt überhaupt so eine "Gier" entwickeln kann, muss er massive Treiber besitzen, die nicht einfach über Nacht weggehen. Damit so ein Baby nachhaltig dreht, braucht es Zeit und eine sich langsam ändernde Wahrnehmung der Marktteilnehmer. Alleine eine überraschende globale Katastrophe wie zum Beispiel ein Atomkrieg, könnte diesen zeitintensiven Prozess einfach so über Nacht ablaufen lassen und uns am nächsten Morgen mit einem Crash aufwachen lassen.

Stärke führt also in 9 Fällen zu weiterer Stärke und Stärke ist kein Grund sich dagegen zu stellen. Dass es auch einen Fall 10 gibt, in dem es dann völlig überraschend doch anders kommt, müssen wir einfach akzeptieren.

Lieber 9 mal richtig liegen und einmal falsch, sollte jeder vernünftige Mensch denken oder? Der Anleger, der klüger als der Markt sein will, neigt aber leider dazu, sich 9 mal dagegen zu stellen und wenn dann der Fall 10 eintritt, hat er die Nerven verloren und ist nicht mehr dabei, weil er statt die eigenen Fehler den "irrationalen Markt" zum Schuldigen erhoben hat.

Machen wir diesen Fehler nicht. Dieser aktuelle Markt ist extrem stark und gleichzeitig für eine Korrektur oder zumindest Konsolidierungsphase nun überreif. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Korrektur aber mit Blick auf das Jahresende zum Jahresende wieder zu kaufen ist, ist auch sehr hoch. Topbildungen brauchen Zeit, wie haben derzeit nicht einmal den Ansatz einer Solchen!

Ihr Hari

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Master of the Universe !?



Guten Morgen liebe Mitglieder!

Manchmal sind die Dinge aus der Ferne klarer, als wenn man mitten im "Gewimmel" steckt. Und wenige klare Worte sind hilfreicher als Detailanalysen.

So scheint das auch diesen Sommer zu sein. Wenn man dem Markt täglich folgen würde und jede Zuckung ernst nehmen würde, würde man wohl "wuschig" werden über all das sinnlose und am Ende bedeutungslose Hin und Her.

Und wenn man jeder Warnung und jeder "Analyse" folgen würde, die mal wieder ein Top ausruft, wäre man ärmer und nicht reicher.

Aus der Ferne, so zum Beispiel aus meiner Ferienwarte, erscheinen die Dinge aber viel klarer.

Fassen wir doch mal zusammen:

Erstens haben diverse US Grossbanken wieder mit vielen Argumenten zusammen geschrieben, warum sich der Geschäftszyklus einem Höhepunkt nähert und wir demnächst einen "Downturn" bekommen werden. Top-Calling halt, man kennt das ja.

Aber lesen Sie mal selber bei Blomberg: -> Wallstreet Banks warn Business Cycle peaks <-

Die Argumente sind doch gar nicht schlecht, das waren sie aber bei den Bären nie in den letzten Jahren. Was trotzdem daraus geworden ist, wissen wir ja. Man kann es ja aber mal wieder versuchen.;)

Zweitens hat sich unser "Super Mario" ja nicht entblödet, vor Nobelpreisträgern das -> This time is different <- Argument zu bringen und für sich noch mehr Macht und Freiheit zu fordern. Masters of the Universe halt - man lobt sich selber und sieht in sich selber die einzige Lösung. Bei Erdogan funktioniert das Prinzip übrigens ähnlich.

Sie wissen ja, was ich vom Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften halte, der bekanntermassen gar keiner ist sondern einfach ein Preis, der von in der Sache inkompetenten Mitgliedern des Nobel-Kommittees vergeben wird. Nobelpreise der Wirtschaftswissenschaften wurden in der Vergangenheit für viele mathematische Spielereien vergeben, die zwar nette Modelle beinhalten, nur leider mit der Wirklichkeit nur peripher zu tun haben und empirisch längst widerlegt sind.

Wir wissen als alte Hasen der Märkte auch, dass das "This time is different" Argument eines der dümmsten Argumente der Wirtschaftsgeschichte ist. Aber wir sind ja auch nicht Master of the Universe, wer sind wir also? Wie erlauben wir uns mit dem grossen Mario Draghi zu reden!;)

Drittens argumentiert unser Chris Ciovacco von "Short Takes" wie folgt: -> SP500 2000 vs 2007 vs 2017 <-

Schauen Sie sich mal das Chart seines Modells an. Ciovacco hat keinen Nobelpreis, verdient dafür aber Geld an den Märkten - das qualifiziert ihn.

Viertens hatte ich Ihnen am 07. Juli in -> Rüttelzone des Sommers <- dieses Bild des Jahres 2016 als Proxy gezeigt:

So schlecht war das doch bisher nicht, oder? Sie finden darin meine fortbestehende Annahme, dass es erst noch rumpelig bleibt, bevor der Markt sich wieder zum Jahresende erhebt.

Fünftens haben wir erlebt, wie der Markt die Angst um Nordkorea abgestreift hat, das Chaos bei Trump abgestreift hat, die Angst vor dem Debt Ceiling ignoriert, bärische Charts in NASDAQ und Co. aussitzt und unter der Decke korrigiert, ohne wirklich Abgabedruck zu entfalten. So verhält sich ein starker Markt und kein schwacher.

So und nun setzen wir diese fünf Punkte zusammen und bekommen ein klares Bild:

Der Markt ist in einer ganz natürlichen Rumpelphase, die wohl noch andauern wird. Vorschnelle Schlussfolgerungen zur weiteren Entwicklung sind .... vorschnell.

Und noch etwas ist wahr.

Es ist sehr, sehr leicht, sich von hier aus ein Top vorzustellen und eine kommende Rezession zu erahnen. Es ist sehr, sehr schwer sich vorzustellen, dass der Markt nun bis weit in 2018 hinein weiter nach oben powered.

Was sagt uns das über den Markt? 😉

Ihr Hari

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Der Drei-Wetter-Markt: Das Risiko steigt, der Trend hält



Guten Morgen!

Ohne diese Erfahrung des permanenten korrekturlosen Anstiegs, würde ich jetzt zu grosser Vorsicht raten. Das Risiko, dass der SP500 bei 2.400 in eine Topbildung übergeht und zumindest von hier leicht korrigierend seitwärts läuft, erscheint sehr hoch.

Was die US angeht, haben wir auch einen neuen Katalysator. Die erneuten Anschuldigungen und Verdächtigungen rund um Trumps Russland-Beziehung, haben ohne Frage den Charakter von Polit-Theater. Gleichzeitig verbreitet seine plötzliche Absetzung von FBI Chef Comey aber tatsächlich das Geschmäckle, damit etwas zu tun zu haben. Das dürfte der Trump Administration vorher klar gewesen sein, dass sie diesen Schritt nun trotzdem tut und sich damit bewusst dieser Wahrnehmung aussetzt, bedeutet recht zwingend, dass da mehr im Hintergrund läuft, als wir sehen. Und rational verständlich ist der Zeitpunkt der Entlassung schon gar nicht, er ist vielmehr so offenkundig fragwürdig, dass sich die Frage aufdrängt, was so einen Druck macht, dass man sich den naheliegenden Vermutungen trotzdem aussetzt.

Trotzdem, wenn solche Verbindungen per Definitionem disqualifizieren würden, müsste man Teile der deutschen Politik, inklusive alter Bundeskanzler gleich vor Gericht stellen, denn deren Sympathien und Verbindungen waren auch im Amt gegeben, auch wenn da vordergründig kein Geld geflossen ist. Ob diese Verbindungen und Sympathien jetzt per Definitionem schlimmer sind, als die von Finanzministern zur Wallstreet oder von Umweltministern zu NGOs, lassen wir mal dahin gestellt. Aber irgendwann kann auch Polit-Theater substantiell werden und dann wird der Markt es nicht mehr ignorieren, sondern darauf reagieren. Im Moment ignoriert der Markt noch und hat damit wahrscheinlich eine zutreffende Wahrnehmung.

Gleichzeitig hat der Markt uns ja nun oft genug in den letzten Monaten bewiesen, dass Setups für Korrekturen nie genutzt werden und es am Ende immer wieder hoch geht. Ich kann daher nur dringend davon abraten, nun Mitte Mai erneut zu raten und ein Top auszurufen. Diese Raterei lohnt sich nicht.

Trotzdem ist das Risiko real und das Beste was wir tun können, ist ganz intensiv den Markt beobachten und seine Signale würdigen. Das reale Problem im DAX ist, dass es aufgrund der "Fahnenstange" der Kursentwicklung unmöglich ist, hier klare Strukturen und damit klare Handlungsvorgaben zu entwickeln:

Deshalb bleibt uns nur - und das ist wiederum sehr einfach - hier wie ein Trailing-Stop zu agieren. Heisst *sobald* der DAX einen echten Minustag unter Volumen produziert und damit diese angedeutete Steigungslinie bricht - wann immer das ist, morgen oder in 2 Wochen - sollten wir *sofort* und hart das Risikomanagement anwerfen! Kein Zögern, sofort!

Klarer kann ich nicht sprechen. Das bedeutet *nicht*, dass deswegen ein grosser Einbruch zwingend folgen muss, es wird viel wahrscheinlicher dann eine längere Seitwärtskonsolidierung werden. Klar ist aber, dass ebenso wie ein erster Volumenschub fast immer der Beginn von mehr ist, auch ein scharfer Einbruch aus diesem Trend heraus fast immer der Beginn von mehr Schwäche sein wird. Auch das ist nicht 100% sicher aber so wahrscheinlich, dass wir es nicht ignorieren dürfen.

Für mich, der ich in meinem Investment-Depot natürlich nicht kurzfristig eine zweistellige Zahl von Aktien teilverkaufen werde, ist so eine Situation ein klassischer Fall für einen -> Hedge <-, den ich dann mit einem Klick aktivieren kann und den ich auch mit einem Klick wieder auflösen kann, sollte sich die Situation bald darauf als falscher Alarm herausstellen.

Damit so etwas dann mitten im Getümmel funktioniert, muss man sich die Methoden und Mittel aber vorher zurecht legen und sich auch genau im Vorfeld überlegen, wie man damit umgehen will. Wenn Sie nun ein grösseres noch ungesichertes Depot haben, will ich Sie dazu einladen sich diese Gedanken nun zu machen.

Erneut, ich rufe damit *keine* scharfe Korrektur aus. Ich bin eher wie ein Kapitän, der in einem Militärtransporter in eine gefährliche Strömungszone einfliegend, die transportierten Fallschirmjäger dazu anhält, den Sitz ihrer Fallschirme noch einmal zu kontrollieren. Trotzdem geht er davon aus, den Flieger sicher durch diese Phase zu steuern und auch ich gehe davon aus, dass dieser Markt so schnell nicht scharf einbrechen wird, weil Tops eben Zeit brauchen. Für den Fall dass es doch anders kommt, ist aber der Sitz des Fallschirms wichtig.

An Zahlen haben wir heute vormittag/mittag einige deutsche und österreichische Namen der zweiten Reihe: Axel Springer, Bechtle, Biotest, Carl Zeiss, Ceco Environmental (CECE), Canadian Solar (CSIQ), DIC Asset, E.ON, Evotec, Hannover Rück, ING Group, Leoni, OHB Group, Suez, Verbund, Wienerberger. Heute Abend steht dann von den bekannteren Namen nur noch Symantec (SYMC) an.

Gestern Abend hat NVidia wieder gezeigt, dass technische Strukturen eben doch wichtige Signale sind. Die Erwartungen waren schon hoch und es gibt viele Argumente, warum man bei aller berechtigten Begeisterung für NVidia nun nicht mehr jeden Preis bezahlen sollte. Aber das Chart hat eine bullische Flagge gezeigt und wie ich gestern im Vorfeld schon schrieb, damit nach oben gewiesen.

Und so ist es auch gekommen, Nvidia hat mit den Zahlen -> begeistert <- und in dem Link finden Sie auch das Wort "unstoppable" zu Nvidia. Besser kann eine Stimmung wohl kaum mehr sein.

Auch der neue Abschöpfer des Star Wars Hypes hat gestern Zahlen geliefert, Disney (DIS) -> enttäuschte <- und dieses Chart lädt auch nicht zum sofortigen Kauf ein, sondern impliziert erst einmal weitere Verluste:

Im grösseren Bild ist damit die Gefahr eines Doppeltops im Raum:

Die Spieleschmiede Electronic Arts (EA) dagegen, -> überzeugt auf der ganzen Linie <- und fügt diesem Chart heute wohl noch einmal 7% oben dazu. Die 100 USD werden heute also wohl locker eingebucht:

Was soll man zu einem solchen Chart sagen? Einfach mit einem nicht zu engen, gedanklichen Trailing-Stop dabei bleiben und den Trend achten. Solange der hält bleibt man dabei, wenn er bricht, ist man raus. Weitere Gedanken dazu sind sinnlos, insofern ist so ein Chart recht einfach zu handhaben.

Zu den heutigen Zahlen aus dem deutschen Raum melde ich mich nachher.

Ihr Hari

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Die grosse Distribution?



Wie vor dem Quartalsende zu erwarten, machen die Indizes nicht mehr viel und halten ihren positiven Ton. Weitere Entscheidungen sind nicht gefallen.

Um den armen Bären mal Gedankenfutter zu geben und um langsam mal eine Theorie für den Sommer zu entwickeln - obwohl ich noch nicht hinter dieser stehe - kann man das aktuelle Marktgeschehen etwas Spekulativ auch anders lesen.

Denn *wenn* die fundamentalen Argumente irgend eine Bedeutung haben und *wenn* wir hier gerade an der ganz grossen Topbildung arbeiten, dann braucht diese eine immens lange Distribution.

Immens lange, weil wir aus einem immens langen Bullenmarkt kommen und daher sehr viel "abzuladen", also von den starken in die zu spät gekommenen, schwachen Hände zu "distributieren" ist.

Dieses Konzept der Distribution ist wichtig, denn das sogenannte grosse Geld kann nicht einfach wie wir kleine Würmer sagen, jetzt gehe ich mal aus dem Markt. Es braucht dafür auch ein Environment, in das es hinein sein grosses Volumen abladen kann, ohne den Kurs völlig wegkippen zu lassen. Und dieses Environment entsteht am Besten in einem Zickzack in der Nähe der Hochs, so dass man Stück für Stück in Stärke hinein abladen kann.

Das ist auch der Grund, warum ich immer betone, dass Tops ein Prozess sind. Dieses Hin- und Her, diese Retesten der Hochs um doch wieder wegzukippen, das ist einfach nötig, damit das "Smart Money" raus kann und den schwarzen Peter dem typischerweise Retail-Anleger in die Hand drücken kann, der immer zu spät dran ist, weil er immer zu lange zögert, bis er überzeugt ist.

Jetzt nehmen wir mal an das wäre so. Erneut, ich stehe noch nicht hinter diesem Szenario, dafür müsste ich noch einige Wochen des Hin und Her sehen, um das ernst zu nehmen. Aber mal angenommen es wäre so, auch das würde zum aktuellen Geschehen noch passen. Dann begründet das aktuelle Geschehen nämlich eine Range, in der man an der oberen Begrenzung abladen muss und das sähe dann so aus:

Und wie erkennen wir das? Ganz einfach, in dem wir hinschauen. 🙂 Wir müssen und können das jetzt noch gar nicht erkennen, aber wie das jetzt im April weiter geht, wird entweder dieses Bild formen oder eben das Bild eines bullischen Marktes der zu neuen Hochs aufbricht präsentieren. Die Markt wird es uns also sagen, wir müssen schauen ob die Kurse nach oben wegkommen.

Erneut, ich prognostiziere gar nichts und stehe aktuell nicht einmal hinter dem Szenario in dem Sinne, das ich ihm die grösste Chance einräumen würde. Ich zeige nur worauf wir achten müssen und wenn sich das so entwickeln sollte, dann werde ich irgendwann im April - im Gegensatz zum letzten Jahr - eine "Sell in May" Warnung aussprechen. Das nur zur Einordnung und als freunliche Streicheleinheit der Bären, damit sie sich nicht ganz so alleine fühlen. 😉

Ende der Spekulation, schauen wir auf reales Geschehen am heutigen Tag.

Das Hauptthema heute ist Öl. Ich habe mich dazu ja gestern in -> Verspielt! <- recht klar geäussert, weil es im Chart einfach recht klar war, dass es von hier nun hoch gehen wird und das nicht nur einen Tag.

Explizit habe ich Ihnen gestern auch Marathon Oil (MRO) gezeigt mit dem Hinweis, dass diese Aktie nach Bruch der Konsolidierung besonders dynamisch nach oben ziehen wird.

Nun raten Sie mal, wer heute mit 5% im Sektor ganz vorne dabei ist? MRO natürlich. Hier ist die Konsolidierung noch einmal mit Tageskerzen. Wir sehen, der Tag der Wahrheit steht nun an:

Eine ganz starke Reaktion und ein heisses Chart zeigt auch der "Fracker" Chesapeake Energy (CHK). Hier kam auch eine Hochstufung von Stifel die letzten Tage und nun ruft das Chart das Wort "Doppelboden":

Gold hält sich trotz eines wieder steigenden Dollar sehr gut, der Wille hier nach oben auszubrechen, ist also eindeutig da, das ist die Botschaft die ich aus der aktuellen Price-Action entnehmen. Mit der nächsten Dollar-Schwäche dürfte es dann so weit sein.

Der Kurshammer ist heute natürlich das Geschehen bei Vertex Pharmaceuticals (VRTX) mit 22% Plus, ich hatte es heute früh schon im Forum erwähnt, da waren es noch 15% vorbörslich. Das Unternehmen ist keine kleine Bude, hat 22 Milliarden Market Cap und über 2000 Mitarbeiter. Mit dem heutigen Schub sind da also mehr als 4 Milliarden Kapital zugeflossen, das ist ein beachtenswerte Hausnummer!

Das hilft natürlich dem ganzen Sektor. Vor allem aber hilft sich Regeneron (REGN) - mit 40 Milliarden Market Cap schon ein Grosser - selbst, denn auch dort bekam ein neues Medikament ein "Approval". Der Markt hebt nicht ganz so ab wie bei VRTX, aber mehr als 4% sind immer noch 2 Milliarden Zufluss, auch das eine Hausnummer und vielleicht nun der Katalysator, um REGN aus dieser Konsolidierung heraus zu bekommen:

Auch das ein Chart, das man durchaus kaufen kann, wie derzeit so einige im Healthcare/Biotech-Sektor.

Sehr bemerkenswert finde ich SolarEdge (SEDG). Nachdem ich die Aktie im Januar und Februar -> hier im Forum <- promotet habe, hat unser "HG67" am Montag im gleichen Thread an die hoch interessante Chartstruktur erinnert und ich das auch gleich bestätigt, denn es sah schon da im Chart richtig gut aus.

Nun haben wie heute zwei Tage später dieses Bild. Und das *obwohl* Trump nun Obamas Clean Enery Plan zurück gedreht hat und Kohle in echtem Retro-Fieber "ganz geil" findet. Da sage noch einer, Marktechnik seien nur bunte Linien, diese Chart spricht einfach zu uns. 😉

So einfach ist es eben manchmal, machen Sie es doch auch. SEDG zu sehen war kein Geheimnis. Man muss nur hinschauen und danach handeln. So einfach und gleichzeitig so schwer, ich weiss. 🙂

Auch ein interessantes Chart hat heute der Security-Software Spezialist Fortinet (FTNT). Schauen Sie mal wie das nun aussieht:

So weit für heute, Sie sehen, irgendwo geht immer was. Auch CF Industries (CF), auch gestern zusammen mit Marathon Oil gezeigt, scheint zu bestätigen, schauen Sie nun selber mal auf das "W" das ich Ihnen gestern nahe gebracht habe.

Bis Morgen in alter Frische.

Ihr Hari

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Noch ein Regentropfen



Guten Morgen!

Gestern Abend hatten wir einen erneuten Versuch der Bären, den Markt die letzten 30 Minuten nach unten zu drücken. Gegenwehr der Bullen formte dann eine prägnante iSKS Wendeformation, die aber nicht mehr nach oben triggern konnte:

Damit haben wir nun das dritte schwache Closing innerhalb einer guten Woche, das ist eine klare Charakteränderung. Warum ist das wichtig, werden Sie sich vielleicht fragen?

Nun, das Volumen schwillt typischerweise gegen Ende des Wallstreet Handels an und generiert in den letzten 15 Minuten sein Maximum. Man darf also mit Fug und Recht sagen, dass sich dann - kurz vor Closing - das "grosse" Geld bewegt.

Und die Handlungen dieses "Big Money" kurz vor Handelsschluss sind ja gleichbedeutend mit der Bereitschaft, sich über die Nacht zu positionieren. Hier drückt sich also die Erwartung aus, wie es am Folgetag weiter gehen wird, sie können diese Bewegungen also auch als Indikator für die Stimmung des grossen Geldes interpretieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn wie in den letzten Wochen, zum Handelsstart Abgaben einsetzen, diese aber in der zweiten Handelshälfte immer wett gemacht werden und dann in den letzten Minuten unter hohem Volumen zu weiteren Käufen und einem starken Closing anschwellen, darf man das mit Fug und Recht als einen Markt interpretieren, der sorgenfrei und optimistisch in die nahe Zukunft schaut. Zu Handelsbeginn sind gerne die Retail-Investoren (also wir) unterwegs, auch mit Orders die schon vorher eingegeben wurden und dann ausgeführt werden. Zum Ende eben, positioniert sich eher das "Big Money" für den Folgetag und darüber hinaus.

Seit einer guten Woche beobachten wir aber zweierlei. Erstens dass die Anfangsverluste nicht mehr zuverlässig in der zweiten Handelshälfte wett gemacht werden, man könnte auch sagen, der Buy The Fu**ing Dip (BTFD) Druck wird geringer. Und zweitens, dass dann gute 30 Minuten vor Handelsende noch einmal Abgaben unter Volumen einsetzen, die zu einem schwachen Closing führen.

Das ist eine klare Charakteränderung des Marktes, wir dürfen das so interpretieren, dass grosses Geld hier aus dem Markt raus will und Erwartungen an eine Korrektur hat, was ja nun auch wenig überraschend ist.

Das heisst nicht, dass deswegen die Korrektur kommen muss, es sind ja nur Erwartungen, die sich da ausdrücken. Aber zu einem echten Top gehört immer Distribution, dass also die Aktien von den starken in die schwachen Hände wechseln, derer die zu spät zur Party gekommen sind und nun sozusagen den "Schwarzen Peter" in der Hand halten.

Und Distribution zeigt sich in solchen Intraday-Strukten. Wenn aber wie in den letzten Wochen immer in der zweiten Handelshälfte gekauft wird und unter Volumen am Ende erst recht, ist das keine Distribution, sondern Zeichen von konsistentem Kaufdruck.

Erneut, nicht jede Distributionsphase führt zu einem Top und ein paar schwache Closings führen nicht zwingend zu einer Korrektur. Ebenso wenig wie ein paar Regentropfen zum Platzregen führen müssen.

Aber umgedreht wird ein Schuh daraus. Jedem Top geht Distribution voraus. Jeder Korrektur geht sich aufbauende Schwäche voraus. Und jedem Platzregen gehen ein paar Tropfen voraus.

Was wir nun im Markt sehen, ist also kein verlässlicher Indikator für eine Korrektur, sondern eine notwendige Bedingung, dass diese überhaupt eine Chance hat. Man könnte auch sagen, vor 3 Wochen war eine Korrektur noch kein reales Thema, nun ist sie es. Nicht mehr, nicht weniger, ein paar erste Tropfen eben.

Und jetzt frage ich Sie, selbst wenn jetzt nach EZB, Arbeitsmarktdaten und FED wieder die Sonne scheint und diese gelbe Warnlampe mal wieder - wie so oft - falscher Alarm war: Ist es denn falsch nach ersten Regentropfen aufmerksam zum Himmel zu schauen und einen Platzregen ernsthaft in Erwägung zu ziehen? Natürlich nicht, falsch wäre nur, das einfach zu ignorieren und dann am Ende "patschnass" dazustehen.

Der Preis der Korrekturvermeidung ist eben ein Alarmsystem, das auch immer wieder falschen Alarm gibt - das ist unvermeidlich, man kann nicht beides haben.

Wichtig ist dabei, dass wir den Affen in uns im Griff behalten. Den Affen, der bei den ersten Tropfen sofort die Party abräumen will und ängstlich ins Haus rennen. Wahrnehmung und Handeln sind aber zwei Dinge, die wir unbedingt getrennt halten müssen. Ein paar Tropfen rechtfertigen keinen Abbruch der Party und keine massiven Verkäufe. Sie rechtfertigen aber nun ganz aufmerksam zu sein und sich schon zu überlegen was man tut, wenn der Platzregen tatsächlich einsetzt.

So verhalten wir uns im realen Leben ganz instinktiv. An der Börse will der Affe in uns aus Angst aber quer schiessen und das ist die Gefahr.

Soweit erklärend dazu, was man aus diesen Bewegungen zum Handelsende heraus lesen kann und was nicht.

Der heutige Handelstag wird natürlich von der EZB dominiert, wobei ich da persönlich keine Erwartungen habe. In der letzten Pressekonferenz hat Draghi die neuen Sprechregelungen zur Inflation ja schon ausführlich dargelegt und darauf hingewiesen, dass es bei den 2% um einen Durchschnitt über die Eurozone geht und es eine langfristige, nachhaltige Erhöhung darüber sein muss, die die EZB zu Handlungen veranlasst.

Auf gut Deutsch sieht Draghi keinen Handlungsbedarf und ich halte es für fast ausgeschlossen, dass Draghi diese Haltung vor der Wahl in Frankreich aufweicht, denn das würde potentiell politisch ausgeschlachtet werden.

Alle Augen werden sich daher wieder auf die "betörenden Lippen" und feinen Zwischentöne richten, aus denen man heraus lesen möchte, wann denn auch die EZB zur Zinswende ansetzt. Denn da die FED nun wohl auf dem Zins-Kriegspfad ist, wird auch die EZB sich verzögert in diese Richtung bewegen, die FED ist eben doch der grösste Gorilla im Raum.

Ich bin aber sicher, ich kenne auch schon Draghis Strategie dazu und die lautet wegschieben, als noch nicht relevant erklären und insofern den Ball flach halten. Und insofern habe ich heute auch keinen Bedarf, in der Pressekonferenz wieder in Draghis süffisantes Grinsen zu schauen, dass ich ihm so gerne mal austreiben würde. Ich schaue einfach auf die Kurse.

Denn dass von Seiten Draghi nichts Substantielles zu erwarten ist, bedeuten ja keineswegs, dass die Kurse sich nicht substantiell bewegen können. Wir wissen ja, es geht am Markt um Erwartungen und Erwartungen werden schon aufgrund kleiner Nebensätze geformt oder aufgegeben. Bewegung ist also gut möglich heute Nachmittag, sie wird aber wohl auf feinen Erwartungsänderungen beruhen und nicht auf echten Policy-Änderungen der EZB.

So viel dazu. DAX und Co. scheinen schon in das typische leichte Bröseln vor so Terminen einzutreten, insofern gibt es da im Moment auch nicht viel zu tun.

Zahlen kamen heute von Hugo Boss, Linde und Merck. Während bei den ersten Beiden die Erwartungen getroffen wurden und daher wenig Bewegung herrscht, erleben wir bei Merck wieder, dass es eben immer um die Erwartungen geht. Denn -> bei Mercks Zahlen <- stimmt in die Vergangenheit gesehen eigentlich alles, nur die Vergangenheit ist eben schon "kalter Kaffee". Kursbewegend ist nur die Zukunft und da mag der Markt eine verhaltene Prognose nicht.

Trotzdem, die langfristig interessant und keineswegs chancenlose Struktur, die man hier im ganz langfristigen Chart mit Monatskerzen sehen kann, ist voll intakt:

So weit heute früh, ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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S&P500 – Vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle

Der Crash kommt ? Irgendwann bestimmt. 😉

Mit dieser sarkastischen Feststellung, will ich meinen ersten Beitrag nach meinem Urlaub einleiten und mit Ihnen einen Blick auf den Leitindex S&P500 werfen.

Denn leider nützt es uns nichts zu wissen, dass der Crash irgendwann kommt, da der Zeitpunkt die entscheidende Frage ist. Und den Zeitpunkt kennt eben niemand, gerade nicht all die Crash-Gurus, die mit diversen Prognosen um Aufmerksamkeit heischen.

Deren System ist ebenso schlicht wie effektiv. Sie bedienen das ebenso menschliche, wie naive Bedürfnis, jemanden zu finden, der einem die Zukunft weissagt. Das System der Wahrsagerei hat schon vor hunderten Jahren auf den Rummelplätzen funktioniert, warum soll es nicht in der Gegenwart funktionieren ? Und wenn man die Bedürfnisse der Menschen bedient, kann man damit Aufmerksamkeit erreichen und so Umsatz machen - so funktioniert das.

Und so sagen all die selbsternannten Gurus im Kampf um Aufmerksamkeit allerlei voraus, was sie ebenso wenig wissen, wie der Rest der Menschheit. Für uns ist die einzig sinnvolle und depotschonende Art und Weise damit umzugehen aber, dieses mediale Rauschen auszuschalten und zu ignorieren. Wenn Sie eine Sache aus diesem Blog mitnehmen sollten, dann die Tatsache, dass konkrete Zukunfts-Prognosen an den Märkten Unfug sind. Das man aber trotzdem aktiv von den Märkten profitieren kann - das aber nur, in dem man konsequent den Signalen des Marktes folgt und nicht, in dem man klüger als der Markt sein will. Denn das sind wir in 99% der Fälle nicht. Markterfolg hat also damit zu tun, das wahrzunehmen was real passiert und seine Entscheidungen darauf zu basieren. Was man dagegen glaubt, was passieren wird oder sollte, ist eher wertlos.

Es gibt wohl kaum ein besseres Chart, um das klar zu machen, als das langfristige Chart des Aktien-Leitindex S&P500 seit 2011. Bestaunen Sie mit mir "die Mutter aller Trendkanäle" seit dem Doppelboden im Herbst 2011, der durch die Eurokrise geformt wurde:

S&P500 07.07.14

Und, waren Sie die ganze Zeit dabei ? Wenn man dieses Chart anschaut, sollte man ja meinen, es war leicht diese Bewegung mitzunehmen, die nicht weit von einer Verdoppelung! des weltweit grössten Aktienindex entfernt ist.

Leicht war es aber nicht, im Gegenteil! Es war sauschwer, denn andauernd wurde man mit Sorgen bombardiert und kamen berechtigte Zweifel auf, ob die Bewegung nachhaltig ist. Der Markt kletterte eine "Wall of Worry" und wir waren mittendrin. Hinterher ist immer gut "klugschnacken", mittendrin war es aber gar nicht einfach, immer voll mitzugehen und auch ich hatte Phasen, in denen ich vorsichtig wurde. Ich war aber immer mehr oder weniger stark dabei, gleichzeitig aber oft nach unten gut abgesichert.

"Dabei mit Reissleine" war sozusagen das Motto, mit dem ich die Mr-Market Mitglieder in den letzten 2 Jahren hier durch diese Bewegung begleitet habe. Und das ist auch für die Zukunft das richtige Motto - "kontrollierte Offensive" würde man das wohl im Fussball nennen. 🙂

Diese Vorsicht und die offenen Augen und Ohren für Gefahren sind auch richtig und sehr wichtig. Falsch ist es aber, sein Handeln am Markt direkt und unmittelbar nach diesen Ahnungen zu richten. Unser Handeln sollten wir nur nach dem richten, was real in der Price-Action sichtbar ist und nicht nach dem, was wir uns für die Zukunft einbilden.

Ich weiss es ist schwer, aber eine der Schlüsselfähigkeiten für Börsenerfolg ist, sich mit dem Unwissen über die Zukunft gelassen abzufinden und statt dessen alle Energie auf die richtige Interpretation der sichtbaren Signale der Gegenwart zu richten.

Wer das geschafft hat, hat diese eindrucksvolle Bewegung weitgehend mitgenommen, denn der Trend wurde nie gebrochen. Wer aber auf all die Einflüsterungen gehört hat und permanent den Markt in die Zukunft prognostizieren wollte, hat diese Bewegung garantiert weitgehend verpasst und noch schlimmer, sich teilweise dagegen gestellt. Und einige davon, haben daraus nichts gelernt und erfreuen sich auch heute noch an allerlei Weissagungen über den bald kommenden "grossen Crash". Irgendwann wird er ja auch mal kommen und dann kann man mit grossem Ego "siehste" sagen. Dumm nur, dass man vorher eine Verdoppelung des Depots verpasst hat, aber das sind ja Petitessen im Anblick der grossen Prognose. 😉

Was sagt uns dieses Chart also für die Gegenwart und die kommenden Sommermonate, wenn man die obigen Prinzipien konsequent anlegt ?

Erstens zeigt uns das Chart, dass der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten bisher ungebrochen ist und bis heute 07.07.14 nichts zwingend indiziert, dass wir hier und heute nun das Top sehen. Jetzt werden das einige wieder als Prognose lesen, weil sie diesen Reflex in Prognosen zu denken, so gewohnt sind. Aber nein, ich prognostiziere gar nichts, ist stelle nur den Zustand des Marktes am 07.07.14 fest. Es ist also durchaus möglich, dass der S&P500 bei ca. 2000 ein Top ausformt. Es ist gar nicht mal unwahrscheinlich.

Objektiv ernst nehmen können wir dieses Szenario aber erst dann, wenn der Index diesen Trendkanal nach unten verlässt. Und darauf blind spekulieren sollte man nicht, Sie sehen doch selbst, wie oft diese Spekulation in den letzten drei Jahren in die Hose gegangen ist, oder ? Aber schon klar, dieses Mal wird alles anders und dieses Mal sind wir klüger als der Markt. Wirklich ? 😉

Zweitens zeigt uns das Chart, dass sich der Index an der oberen Begrenzung des Trendkanals befindet und auch schon länger am oberen Rand des Bollinger Bandes. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr lange tragbar und eine Korrektur im Rahmen des Trendkanals - also bis ca. 1900 im S&P500 - hat in den kommenden Wochen gute Chancen.

Im ganz grossen Bild ist die Lage der Gegenwart also recht einfach: Nichts indiziert am 07.07.14 zwingend ein direkt bevorstehendes Ende der Rally an den Aktienmärkten. Gleichzeitig spricht viel dafür, dass man im S&P500 in den kommenden Wochen nun nach oben nicht mehr viel erwarten darf und eine Korrektur im bestehenden Aufwärtstrend gut denkbar ist. So schlicht und so klar ist die Lage.

Übrigens gilt die Aussage so nur für den S&P500, dem über 2000 temporär mal die Luft ausgehen sollte. Der DAX sieht für mich diesen Sommer interessanter aus, dazu aber im Premium-Bereich.

Und noch ein übrigens, denkbar ist auch ein Szenario, in dem es nun diesen Sommer trotzdem zu einer massiven Rally kommt. Der Liquiditätsdruck dafür ist da. Das sollten wir uns aber nicht wünschen, denn das hätte dann den Charakter einer Übertreibungsphase und die würde die Lage in den Herbst hinein wirklich explosiv machen. Wer also ein Interesse daran hat, dass dieser Trendkanal noch viele Monate weiter ruhig hochschiebt, dem ist nun mit einer Konsolidierung bzw kleinen Korrektur im S&P500 gut gedient.

So weit die aktuelle Lage. Wenn jetzt aber jemand denkt, um einem bösen Einbruch aus dem Weg gehen zu können, müsse man doch in die Zukunft schauen, kann ich nur widersprechen. Erinnern Sie sich doch bitte als Beispiel an den Sommer 2011, als die Eurokrise begann. Der DAX mäanderte lange zwischen 7000 und 7500 und dann kam diese eine Woche, in der der S&P500 im Zuge der Debt Limit Thematik einzubrechen begann. Der Einbruch war massiv und deutlich und zerschlug die damaligen technischen Unterstützungen. Es gab ein klares Exit-Signal, das man nur hätte beachten müssen, dann wäre man 80-90% der folgenden Abwärtsbewegung aus dem Weg gegangen.

Wenn man von einem harten Flash-Crash absieht - der als Restrisiko einfach ebenso stoisch ertragen werden muss, wie das Risiko, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt - dann wird auch der zukünftige "Crash" sich wieder durch klare technische Brüche ankündigen. Und wer diese respektiert, wird wieder dem grössten Teil der Abwärtsbewegung aus dem Weg gehen können. Wer aber permanent vorher klüger als der Markt sein will, wird auf dem Weg dahin viele Chancen verpassen.

Respektieren wir also diesen eindrucksvollen Trendkanal im S&P500 - solange er da ist. Solange ist der Trend unser Freund !

Ihr Hari

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Bernanke reloaded ? – S&P500 on stairway to heaven ?

Déjà-vu ! Da sind wir also wieder, wo wir seit November 2012 dank Ben Bernanke schon so oft waren. Denn es läuft immer gleich:

Der Markt steigt und ist auf Höchstständen. Dann kommt etwas Sorge hinein, dass es dieses mal "der" ultimative Top sein könnte. Auslöser für die Sorge kann alles mögliche sein, das ist letztlich egal. Denn das Ergebnis ist auch immer klar, um an ein Bonmot aus dem Fussball anzuknüpfen:

"Börse ist ein einfaches Spiel, tausende kluge Leute wetten auf die Kurse, und am Ende gewinnt immer die FED." 😉

Wir haben diese V-förmigen Wende durch Einfluss der FED jetzt seit dem November 2012 - als Bernanke seinen Stimulus auf 85 Milliarden pro Monat hochdrehte - geschlagene 5 mal immer identisch erlebt. Langsam sind wir alle wie pawlowsche Hunde darauf progammiert. Eine V-förmige Wende, wie es sie in den prähistorischen "Vor-Fed-Zeiten", also sozusagen in der Steinzeit der Börsen, höchst selten gegeben hat.

Schauen Sie doch einfach mal auf das Chart des weltweiten Leitindex S&P500 mit Tageskerzen:

S&P500 20.09.13

Beeindruckend dieser Trend oder ? Mit perfekter Zyklizität kommen diese V-Wenden, weswegen nun wahrscheinlich alle, inklusive Joe Sixpack und Max Müller, genau auf das identische Muster wetten werden. Was 5 mal klappt, wird doch auch 6 mal klappen, oder ? Und die Wahrheit ist: ja, die Wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich gross.

Und jetzt berücksichtigen Sie bitte, dass genau dieser Bernanke gerade hat verlauten lassen, dass sich die FED noch nicht traut, einen Abbau des Stimulus zu beginnen, weil die ökonomischen Daten noch zu schlecht seien.

Hallo ? Hatte Börse nicht früher - Sie wissen schon, in der Börsen-Steinzeit - genau mal was mit ökonomischen Daten zu tun ? Warum steigen die Börsen und steigen, wenn die ökonomische Entwicklung nach Ansicht der Notenbanken nicht ausreichend ist ? Wie passt dieses Chart mit der wirtschaftlichen Realität auch in den USA zusammen ?

Die Antwort ist offensichtlich: gar nicht. Das ist ein Markt auf Steroiden. Steroide, die vom Dealer "Notenbank" ausgegeben werden. Und alle fragen sich: kann das ewig so weiter gehen ?

Nein, natürlich nicht. Mit jedem weiteren Schub wird das böse Ende nur härter. Stellen Sie sich nun mal vor, die FED würde den Stimulus nun wegnehmen. Dann würden Sie aber einen Luftballon platzen hören ! Die Reaktionen auf vage Andeutungen eines Tapering waren ja schon ein Vorgeschmack und dieses Chart zeigt auch klar, was dann der S&P500 machen würde: zurück auf Los ! Was wohl kaum wirklich schlimm wäre, die 1350 von November 2012 spiegeln viel eher die wirtschaftliche Realität wieder und sind immer noch historisch gesehen "gute" Kurse.

Nur was nützt uns dieses Wissen ? Gar nichts, denn bis es so weit ist, kann der Markt noch 5 weitere solcher V-förmigen Rebounds vollziehen und bei 2000 stehen. Und bis dahin können noch Jahre vergehen. Es nützt einfach nichts zu wissen, dass es "irgendwann" mal ein böses Ende nimmt. Will man in der Gegenwart Geld verdienen, muss man mit dem Trend gehen, solange er existiert. Und der Trend ist offensichtlich - bis er irgendwann überraschend bricht. Vielleicht ist dieser Tag schon bald, vielleicht auch erst 2015 - wir wissen es nicht.

Übrigens habe ich bewusst die beiden blauen Kreise eingezeichnet. Sehen Sie die perfekte Parallelität der Bewegungen aus dem April Boden und aus dem August Boden heraus ? Selbst die kleinen Korrekturzonen sind identisch.

Was wir da sehen ist eine klassische 1-2-3-4-5 Bewegung im Aufwärtstrend, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir gerade in Konsolidierung 4 sind und uns der finale Schub dieses Zyklus noch bevor steht, bevor dann eine Korrektur einsetzt. Aber das nur am Rande.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob diese Entwicklung sich durch die/den neuen FED Chef ändern würde, habe ich einen vielleicht überraschenden Gedanken für Sie:

Wer hat den gesagt, dass Bernanke gehen will ? Er selber nie und ich bin sicher, er will bleiben und seine Strategie zu Ende bringen und so in die Geschichtsbücher der grössten Notenbankchefs aller Zeiten eingehen. Nein, es war Obama der einen anderen Kandidaten wollte. Und es war Obama, der die Andeutungen zum Ende der Amtszeit von Bernanke machte.

Dieser andere Kandidat mit Namen Larry Summers wurde Obama nun aber aus der Hand geschlagen. Und was bringt es Obama nun, Bernanke gegen Janet Yellen auszutauschen, die nicht nur eine identische Strategie wie Bernanke verfolgen dürfte, sondern mit der - nach dem was man hört - Obama ebenso wenig klar zu kommen scheint, wie mit Bernanke und vielen anderen Persönlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund habe ich mit grosser Aufmerksamkeit die gestrige Bemerkung unseres weisen Freundes Warren Buffet gelesen, der bekanntermaßen einen exzellenten Draht zu Mr. Obama hat: -> Buffet says Bernanke should stay <-.

Mit so etwas wagt sich der gute Warren nur dann öffentlich heraus, wenn die Frage tatsächlich auf der Agenda steht, so viel ist klar. Erstaunlich, dass es noch niemand auf dem Radar zu haben scheint, dass Bernanke vielleicht eine weitere Amtszeit bekommt. Mit Buffets Äusserung hat das für mich eine gute Wahrscheinlichkeit bekommen. Und den überraschenden Verzicht auf jedes Tapering gestern, kann man auch als Bewerbungsschreiben interpretieren, wenn man will.

Und was würde der Markt machen, wenn er hört, dass der gute Helikopter Ben bleibt ? Er würde es lieben, weil der Markt liebt Beständigkeit, zumal wenn diese Beständigkeit immer neue leckere Würstchen zum Fressen gibt. Womit wir bei Phase 5 der aktuellen Aufwärtsbewegung wären und der Kreis sich schliesst.

Schauen wir also mal, ob der alte, weise und gut vernetzte Mann mal wieder was hat läuten hören und der ewige Ben uns vielleicht erhalten bleibt. Und ob der Markt auf einer ewigen Leiter bis in den Himmel klettert.

In diesem Sinne wünsche ich weiter viel Spass dabei, gegen die FED zu wetten, wir sehen uns dann in der Suppenküche ! 😯

Ihr Hari

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Die Märkte am Wochenanfang – Telecoms, ETFs, Solar

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Wie von mir schon am Wochenende für die Premium-Mitglieder beschrieben, sahen wir heute früh eine Stabilisierung nach dem massiven Abverkauf an der Wallstreet von Freitag Abend.

Diese Gegenbewegungen sind ganz typisch, ein starker Bullenmarkt - und den haben wir definitiv - ändert nicht "mal so eben" die Richtung, sondern das ist in der Regel ein Prozess von mehreren Hochs.

Heute ist daher so ein Tag, an dem wir Geduld haben müssen. Wenn der Absturz von Freitag Abend Bedeutung hatte - und danach sah die Markttechnik wirklich aus - müsste sich nach dem heutigen schwachen Bounce schon bald, spätestens bis Mittwoch, wieder Schwäche anschliessen, wobei ein Test der wichtigen Unterstützung-Zone von 1600 im S&P500 dann durchaus wahrscheinlich ist.

In Anbetracht der heutigen "Wartestellung", will ich heute nur ein paar kurze, grundsätzliche Gedanken zu drei Segmenten des Marktes mit Ihnen teilen:

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