Der DAX wackelt – der Bovespa haussiert

Die Vorsicht und Aufmerksamkeit, mit der wir hier auf Mr-Market die Geschehnisse des Wallstreet-Handels von Freitag bemerkt und beobachtet haben, war offensichtlich sehr gerechtfertig.

Heute zeigen die breiten Indizes erneut deutliche Schwäche und die Momentum-Sektoren wie Biotech oder Solar stehen weiter unter massivem Druck. Wie ich schon am Freitag geschrieben habe, sind das Anzeichen, die zur Vorsicht mahnen. Wenn die Momentum-Sektoren einer langen Aufwärtsbewegung zu schwächeln beginnen, war das in der Vergangenheit schon oft erstes Anzeichen einer grundlegenden Trendwende. Katalysator dieser Trendwende, könnte die Berichtsaison werden, die in den US Morgen mit Alcoa so richtig anläuft.

Damit stellt sich doch gleich die Frage, ab wann wir uns denn im DAX Sorgen machen müssen. Die Antwort zeigt leicht das Tageschart:

DAX 07.04.14

"Noch nicht" lautet die Antwort, mit der Betonung auf "Noch". Im Bereich um 9400 liegt eine wichtige kurzfristige Unterstützung, die bis ca. 9360 herab reicht. Hier im Tageschart ist diese nicht so gut herzuleiten, bei detaillierterer Auflösung sieht man aber gut, warum da eine Unterstützung ist.

Solange der DAX da darüber bleibt, ist der bullische Trend intakt. Darunter muss man vorsichtiger werden und die wichtige Unterstützung unter 9.000 ist dann die Wasserscheide. Fällt der DAX auch darunter, sollten sich die Blicke weiter nach unten richten und das Risikomanagement muss zwingend greifen.

Aber da sind wir noch nicht und selbst wenn die Lage im DAX nicht mehr rosig ist - ich schreibe hier ja schon seit Wochen, dass der DAX nicht mehr unbedingt der Index ist, in dem man sein muss - so gibt es doch immer einen Bullenmarkt irgendwo.

Und ein solcher Bullenmarkt entwickelt sich vielleicht gerade in den Emerging Markets, die ihre massive Korrektur ja schon hinter sich haben. Insbesondere der brasilianische Bovespa legt in den letzten Wochen eine sensationelle Entwicklung hin, die ich Ihnen hier anhand des US ETFs EWZ zeige. Aber auch in Deutschland gibt es zum Beispiel in Form der WKN A0HG2M vergleichbare ETFs.

EWZ 07.04.14

Und besonders schön ist, dass wir diese Bewegung hier auf Mr-Market auf den Punkt mitgenommen haben. Wenn sie noch wissen wollen, wo es sonst noch Bullenmärkte gibt und wenn Sie die Stärke einer kompetenten Community in dieser schwierigen Phase an Ihrer Seite wissen wollen, dann stossen Sie zur Mr-Market Community dazu !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Technisches Trading mit „The Trend is your friend“

Technisches Trading mit "The Trend is your friend" - Ein Gastkommentar von "Jacky"

Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Börsenregel "the trend is your friend" helfen kann Verluste einzugrenzen oder einen eventuell höheren Gewinn mitzunehmen, als man durch subjektives Trading erreichen kann (hier betrachteter Zeithorizont beträgt Tage bis einige Monate).

Bei der Beobachtung von Aktien überkommt viele Privatanlegern das Gefühl, dass einige Aktien, in die man investieren möchte, bereits seit einiger Zeit fallen und es gar nicht mehr tiefer gehen kann. Also investiert man. Und aller subjektiver Beurteilung zum trotz fällt sie weiter. Das gleiche gilt für Aktien in die man investiert ist: soll man sie verkaufen, da sie seit ein oder zwei Wochen fallen oder ununterbrochen angestiegen sind?

Es zeigt sich jedoch, dass Aufwärts- und Abwärtstrends viel länger anhalten können, als man dies antizipiert. Zu der Definition eines Trendanfangs/-ende: Als positive Trendwende bezeichne ich zwei aufeinanderfolgende Hochs, wobei das letztere Hoch höher ist UND zwei aufeinander folgende Tiefs wobei wiederum der letzte höher ist. Ein positiver Trend hält solange an, bis sowohl das neueste Hoch als auch das neueste Tief tiefer liegt, als die jeweils früheren, d.h. es entsteht eine negative Trendwende.

Mit dieser Definition kann man historische Daten analysieren. Der unten gezeigte Graph zeigt exemplarisch den S&P500 (Tageschart) seit 2011 wobei der farbliche Balken am unteren Bildende, den zu dem Zeitpunkt vorhandenen Trend darstellt (grün: Aufwärtstrend; rot: Abwärtstrend). Den Trend kann man einfach erhalten, in dem man die einzelnen aufeinander folgenden Hochs und Tiefs analysiert (hier via Matlab)

Die interessante Frage ist jetzt natürlich: wie lange hält ein Trend an? Dazu habe ich die Trends des S&P 500 seit 1990 analysiert und sehe, dass die durchschnittliche Trendlänge für einen positiven Trend 37 Börsentage ist (ca 7 Wochen) und für einen negativen Trend 22 Börsentage (ca 4 Wochen) ist. Der jetzige Trend läuft meiner Analyse zu Folge übrigens seit dem 15.Juni 2012 und der S&P500 Index hat seit dem 6.7% zugelegt. Man sieht ebenfalls, dass der S&P 500 sich gerade (wieder einmal) an einem aus Trendsicht wichtigem Punkt befindet: steigt er in der nahen Zukunft, ist der Trend intakt, ansonsten wird es ein neues Tief geben, was tiefer liegt als das letzte - was eine eventuelle Trendwende ankündigt.

Der folgende Graph zeigt seit 1990 alle Trends, die mein Programm im SP500 gefunden hat. Das schwarze Kreuz ist der Punkt, an dem wir uns gerade befinden (28.09.2012). Das dritte Subpanel beschreibt zudem den durchschnittlichen prozentualen Gewinn bei positiven Trends (grün) und den durchschnittlichen Verlust bei negativen Trends (rot) als Funktion der Trendlänge.

Hierbei erkennt man deutlich, dass Trends sehr kurz sein können (Bären/Bullenfallen), aber auch sehr lange andauern können (z.B. das gesamte zweite Halbjahr 2006). Um die Wichtigkeit der Börsenregel weiter zu verdeutlichen: hätte man am 01.01.2007 eine bestimmte Summe in den SP500 Index investiert, würde das Depot heute immer noch den gleichen Betrag besitzen (zwischenzeitlich weitaus weniger). Folgt man dem Trend und wäre nur während eines positiven Trends in dem SP500 investiert, hätte man heute mindestens 50% Gewinn (Annahme bei jedem Kauf und Verkauf je 0.2% Orderkosten).

Der Gewinn hängt davon ab wie gut man die Trends erkennt - vor allem wann ein Trend beginnt oder endet. Oft ist ein Tief plötzlich tiefer ist als das letzte und danach etabliert ein höheres Hoch den Trend wieder etc. Wie lange Trends anhalten hängt auch von den Aktien ab: sind sie volatil oder eher nicht? Der untere Graph zeigt für einen sehr passiven Trendanalysator die prozentuale Depotgrösse über die Zeit seit 2007 im Vergleich zu der Buy and hold Strategie für den SP500. Hätte man alle Trends richtig erkannt (was bei historischen Daten nachträglich natürlich möglich ist), würde man heute trotz Orderkosten ca 250% des Einstiegswert besitzen.

Noch eine technische Anmerkung: Es wurden keine Dividendenausschüttungen berücksichtigt, die Analyse erfolgt auf Basis der Tagesschlusskurse, in dem Tradingbeispiel seit 2007 ging ich von einem vollen Reinvest der zu handelnden Positionsgrösse aus (was natürlich nicht immer 100% möglich ist) und zudem konnte ich keine Buy/Sell spreads in die Analyse einfliessen lassen.

"The trend is your friend" sollte man also im Hinterkopf behalten. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch die viel diskutierte Commerzbank Aktie zeigen und die Interpretation des Graphes Ihnen überlassen. Seit 1990 ist die durchschnittliche positive Trendlänge übrigens ca 4 Wochen, die durchschnittliche negative Trendlänge jedoch mit ca. 6 Wochen deutlich länger.

Viele Grüße,
Jacky

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