Hari Live Stream 08.01.20



15:40 MEZ

Das Ereignis des Tages kam in der Nacht wieder aus dem Nahen Osten und war der Angriff des Iran auf die US Basen. Trump will sich um 11:00 ET, also während dieses Streams um 17:00 MEZ, dazu äussern.

Die bisherige Interpretation des Marktes ist positiv, weil alles nach einer gesichtswahrenden Placebo-Aktion des Iran aussieht.

Nach innen wurde der Bevölkerung wohl von 80 Toten auf Seiten des "Satans" berichtet und Revolutionsgarden sollen (unbestätigt) mit Siegesmusik durch die Straßen gezogen sein.

Nach außen gab es wohl eine Vorab-Warnung der Amerikaner über den Irak und es gibt laut Irak keine Toten oder nur wenige, weil die US Seite das bisher offiziell offengelassen hat.

Der Sinn dieser "gespaltenen" Aktion ist klar und ist nur in einem Land möglich, das die Informationskanäle seiner Bürger einer totalen Kontrolle unterzieht. Nach innen soll die Stärke der Regierung betont werden, nach außen wurde die Botschaft Trumps verstanden und während es in 2019 mehrfach echte Aggressionen des Irans gegeben hat, mit denen die Grenzen immer weiter getestet wurden bis zum traumatischen Botschaftsangriff, muss man das nach der Tötung der kolportierten Nr. 2 des Staates eher als rein gesichtswahrendes Placebo werten.

Natürlich wird es bei Amerika-Hassern auch wieder Verschwörungstheorien geben, nach denen es doch 80 Tote gab und die nur geheim gehalten werden. Das wäre Dummfug, wie das Meiste was aus diesen Ecken kommt, weil in einem Land mit freier Presse - in dem es viele Medien gibt, die Trump etwas am Zeug flicken wollen - sich Tote bis auf Einzelfälle in der Regel nicht verheimlichen lassen. Denn da gibt es dann Familien amerikanischer Staatsbürger, die ihrer wahlweise Wut oder Trauer Ausdruck geben werden. Etwas was den Bürgern des Iran nur über illegale Kanäle möglich ist.

Insofern ist eine gesichtswahrende Placebo-Aktion die bisherige Interpretation des Marktes, also eher eine Art verklausulierter Ölzweig und solange Trump um 17:00 keine neue Interpretation erzwingt, ist das marktpositiv und wird in den Indizes auch eher gefeiert.

Spannend ist in dem Zusammenhang der -> Absturz der ukainischen Passagiermaschine <- direkt nach dem Start in Teheran.

Auffällig ist dabei, wie schnell ein Raketenangriff ausgeschlossen wurde und von technischen Problemen am Triebwerk gesprochen wurde. Auch gab es unbestätigte Beríchte, nach denen der Iran die Herausgabe der Blackbox an Boeing verweigert. Nun wird auch laut darauf hingewiesen, man solle nicht spekulieren, was das zuverlässige Signal ist, dass genau diese Spekulation passiert. 😉

Eine Spekulation ist ja auch naheliegend, nicht ein absichtlicher Abschuss, das zu vermuten dazu gibt es keinen Anlaß, aber eine Replik des MH17 Szenarios in der Ukraine, als nach den vorhandenen Daten damals auch eine Fehleinschätzung eines zu zappeligen Soldaten der pro-russischen Rebellen zu diesem Abschuß geführt hat.

Man muss sich die Situation vorstellen, die Revolutionsgarden sind nervös und erwarten nach dem Angriff auf die amerikanischen Basen eine Gegenreaktion, die durchaus auch den Flughafen treffen könnte. In dieser Anspannung reicht ein kleines technischeS Problem oder eine Fehleinschätzung und der Salat ist. Auf jeden Fall ist der zeitliche Zusammenhang und ein Absturz direkt nach dem Start *ohne* Problemmeldung der Piloten schon sehr merkwürdig und natürlich gibt es dazu Spekulationen, die den Markt aber nicht betreffen, zumal es selbst wenn, dann eher Unfall, denn Vorsatz gewesen sein dürfte.

Diese Spekulation kann falsch sein und wirklich ein technischer Defekt die Ursache, niemand weiss derzeit etwas, sie ist aber naheliegend. Wir werden sehen, wie sich die Nachrichtenlage entwickelt, ich denke eine Vertuschung wird dem Iran unmöglich sein, weil dazu auch die Ukraine mitspielen müsste. Insofern werden wir die Wahrheit wohl erfahren, außer der Iran verweigert allen dritten Ländern die Aufarbeitung, was dann ein indirektes Schuldeingeständnis wäre.

16:00 MEZ - ZH3

Wenn jemand ein wenig auf die Auflösung dieser obigen Geschehnisse spekulieren will, erscheint die Lufthansa dafür tatsächlich ein passendes Proxy zu sein.

Die Aktie war sowieso von den diversen Streiks belastet und konsolidierte abwärts zum Ausbruchsniveau. Dann kam die Iran-Krise, die wie alle militärischen Konflikte Fluggesellschaften stark betrifft und die Lufthansa hat nun auch Flüge nach und über den Iran eingestellt.

Trotz des Abschusses, haben wir heute keine starke Abwärtsbewegung mehr gesehen, was die Grundlage für eine Spekulation sein könnte.

Rein markttechnisch ist das Chart zwar kaputt, aber auch bei der Marktechnik muss man immer wissen, was das Umfeld von Kursbewegungen ist und sein Gehirn eingeschaltet lassen. Auf Volumenschübe am Hexensabbat, sollte man beispielsweise auch nicht so viel geben, wie an anderen Tagen.

Wenn eine Aktie ohne Nachricht von außen so durch eine Unterstützung abschmiert, wäre das ein klares Verkaufssignal und Zeichen großer Schwäche. Aber bei so einem eindeutigen, exogenen Katalysator, der nichts mit der Lufthansa als Unternehmen zu tun hat und sich als Risikofaktor auch wieder auflösen kann, darf man so einen Einbruch gelassener betrachten. Man sollte das ernst nehmen, aber eben nicht überbewerten und für ein plötzliches Reversal offen sein:

16:30 MEZ - ZH3 - ZH5

Bei kleineren Firmen, insbesondere wenn Sie in innovativen Bereichen unterwegs sind, bedeuten einzelne Großaufträge oft eine grundlegende Neubewertung.

Genau das ist gestern bei Plug Power (PLUG) passiert, als ein -> 170 Millionen Deal mit einer Fortune 100 Company <- bekannt gegeben wurde.

Das Problem sind aber die fehlenden Informationen, weswegen es zwar einige Tage braucht, bis der Markt den Auftrag eingepreist hat, dann aber nicht klar ist, welche langfristigen Schlußfolgerungen daraus gezogen werden können.

Will sagen, wer das vorher antizipiert hatte oder gestern in den Schub aufgesprungen ist, lässt das jetzt opportunistisch laufen, solange es läuft. Ich sehe aber derzeit nicht, welche Schlußfolgerungen man jetzt daraus ziehen sollte, oder in anderen Worten, ich sehe keinen Edge. Denn als klassisches Volumenschub-Szenario, ist es wegen vorher fehlender Kurs-Ruhe zwar denkbar, aber nicht so ideal geeignet.

Wer aber drin ist und mit einem Trailing-Stop absichert, sollte der Aktie nun Raum zum Atmen geben, denn falls sich hier eine grundlegende Neubewertung in Gang setzt, zeigt die Vergangenheit, was das bedeuten kann, wenn die Phantasie einsetzt:

Den Unterschied kann man in der Markttechnik erahnen, abhängig davon ob das Volumen nun weniger wird und ausläuft, was für einen Einmaleffekt des Auftrags spricht. Oder ob das Volumen nun gleich bleibt oder sogar weiter anschwillt, was für eine grundlegende Neubewertung spricht.

16:55 MEZ - ZH3

Anschauungsunterricht für eine klassische Schub-Konsolidierung-Schub Abfolge, liefert uns Vertex Pharmaceuticals (VRTX), hier zuletzt im November beim letzten Schub Thema:

Wir sehen die enge Konsolidierung nach dem Schub, die das jetzige Geschehen durchaus implizierte, dessen "Measured Move" nun auf eine nochmale Schubhöhe wie im Oktober/November deutet.

Im Monthly sehen wir das wunderbare Dreieck mit seinem Ausbruch, der nun eine Zwischenkonsolidierung hatte und daher auf ca. 250 USD als Kursziel hinweist:

17:00 MEZ

Wer Trump nun zuschauen will, kann das Live -> hier <- oder -> hier bei Bloomberg mit Vorab-Gequatsche <-

17:12 MEZ - ZH3 - ZH4 - ZH5

Während der Markt auf Trump wartet, haben wir hier mit CAE (CAE) eine Aktie aus dem Aerospace & Defense Sektor, die auf mehreren Zeitebenen überzeugende Aufwärtsbewegungen zeigt:

17:20 MEZ

Sehr nett 😀

-> Gradual Improvement Redux <-

17:26 MEZ - ZH1

Was der Markt *erwartet* ist leicht an der Market Map zu sehen, wo die Ölwerte abverkauft werden, wie ich das heute morgen ja schon thematisiert habe. Jetzt geht es los:

17:35 MEZ

Er redet noch, wechselt jetzt ins typische Prahlen, aber es gab nichts wirklich Neues. Keine Toten, neue Sanktionen, aber keine neuen militärischen Drohungen. Insofern marktpositiv, er geht auf Irans indirekten "Ölzweig" ein, was einen unmittelbaren, militärischen Schlagabtausch angeht.

Es wird hier in Europa niemand zugeben, wir besiegen Agressoren ja mit Teddybären und unser Maaslein ist "in Kontakt" mit allen Partner, da kann ja nichts mehr passieren, bei so machtvoller Intervention. 😛 Aber Trumps deutliche Grenzziehung scheint funktioniert zu haben und ist beim Iran angekommen. Bis hierhin und nicht weiter.

17:45 MEZ - ZH3

Bei Goldminen (GDX) wie Ölwerten (XLE), haben wir die Reaktion, die ich antizipiert und gestern und heute thematisiert hatte. Der "Pop" der Nahost-Krise wird ausgepreist:

Bei Gold halte ich diese Korrektur für mittelfristig kaufbar, bei Öl habe ich keine derartige Sicht.

18:00 MEZ - ZH1

Party bis auf Öl und Gold:

Damit schliesse ich den Stream. Aus übergeordnetet Sicht, ist die Iran-Eskalation für den Markt daher nur ein temporärer Schluckauf, der gerade wieder abgeschlossen wird.

Wir sind damit weiter im skizzierten, potentiellen Melt-Up Szenario, weiteres Upside in den kommenden Wochen ist durchaus denkbar, würde dann aber die technische Lage hoch brisant machen und eine stärkere Entladung zum echten Risiko werden lassen.

Ich persönlich hätte mir eine stärkere Korrektur des Marktes im Zuge der Iran-Affäre gewünscht, weil das das Melt-Up Szenario schmerzfrei vom Tisch genommen hätte. Meine Wünsche wurden aber mal wieder nicht erhört.

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Perlen Reloaded: Der Markt, die beste Glaskugel der Welt

Wir hier bei Mr-Market wissen ja, dass die beste Glaskugel der Welt der Markt selber ist. Man kann alle volkswirtschaftlichen Prognoseabteilungen gleichzeitig nach Hause schicken, der Welt wird nicht wirklich etwas fehlen.

Aber auf den Markt sollten wir schauen, der nimmt nämlich die Zukunft vorweg.

Besonders eindrucksvoll ist so etwas im Nachhinein zu sehen, lesen Sie deshalb, was ich im März 2014 zum Thema Luftfahrt und Rüstung geschrieben habe, das war noch zu Zeiten von Obama, Trump war noch ein böser Traum und der Krieg in der Ukraine lag noch in den Anfängen.

Danach zeige ich Ihnen mal, was die beste Glaskugel der Welt denn heute zur Zukunft meint.

--------------

Mittwoch 05.03.14 11:10 – Die beste Glaskugel der Welt: Mr. Market und Rüstungsaktien

Wir sehr der Markt in die Zukunft schaut und als Frühwarnsystem funktioniert, kann man wunderbar am eher kritischen Thema von Rüstungsaktien bewundern.

Beispielhaft will ich Ihnen das anhand des -> Powershares Aerospace & Defense ETF <- zeigen, der die grossen Rüstungsnamen der US Industrie zusammen fasst:

PPA 05.03.14

Sie sehen im Wochenchart, wie der ETF nach dem Rebound aus dem 2008er Crash nicht so richtig vom Fleck kam und auch die Höhen von 2007 nicht erreichen konnte. Das war auch logisch, denn seit 2009 war Barrack Obama im Amt und der verfolgte ja eine Politik des militärischen Rückzugs der USA aus den diversen Krisenherden der Erde, die natürlich folgerichtig auch zu Reduzierungen bei den Budgets des Pentagons führen würde.

Ab Anfang 2012 änderte sich aber das Bild und ein neuer markanter Aufwärtstrend setzte ein. Und das obwohl Obama ja weiterhin an seiner Politik festhielt und erst zuletzt erhebliche Einschnitte beim Militär vorgeschlagen hat.

Der Markt schaut aber schon wieder weiter in die Zukunft, die Gegenwart ist wie immer schon eingepreist. Der Markt sieht nach meinem Eindruck eher die zunehmende geostrategische Rivailität der USA zu China und Russland, die gerade in den letzten beiden Jahren immer deutlicher wurde.

Vor allem ist dem Markt aber auch klar, dass die USA eine Tradition darin hat, auf einen eher nach innen schauenden Präsidenten wie Obama, einen Präsidenten folgen zu lassen, der wieder aktiver in der Weltpolitik „herum rührt“. Und wenn man sich das verheerende Image von Obama bei diesem Thema anschaut – nicht nur in den USA, sondern auch ausserhalb – gehört wenig Phantasie dazu sich vorzustellen, dass die kommende Präsidentschaftswahl wieder über das Thema eines „starken Anführers“ definiert und gewonnen werden wird.

Damit greift der Markt nach meiner Einschätzung schon wieder in die Zukunft und läuft der realen Entwicklung voraus, wie das Mr. Markert an vielen Stellen so hervorragend kann. Der Aufwärtstrend im PPA ist auf jeden Fall beeindruckend und scheint nicht am Ende angekommen zu sein.

Ob man das gut findet und ob man aus ethischen Gründen solchen Anlagen überhaupt näher treten will, kann nur jeder für sich selber entscheiden. Den Markt interessieren aber ethische Konzepte nur dann, wenn auch die Anleger in Mengen aus ethischen Gründen die Hände von bestimmten Anlagen lassen und somit das Kaufinteresse nachlässt. Wirklich ändern würde das aber auch nichts, denn die grossen Rüstungskonzerne brauchen vor allem die Aufträge der Staaten und weniger das Kapital der Börsen - im Zweifel wird das Unternehmen dann halt von der Börse genommen. Und chinesische und russische Rüstungskonzerne, sind sowieso in der Regel nicht an der Börse.

Der Markt gibt uns also einfach ganz kaltherzig und ohne Emotionen eine Blick in die Zukunft, wie er sie wohl im Moment sieht. Und das ist eine Welt steigender geostrategischer Rivalität und damit zwangsläufig ansteigender Rüstungsausgaben.

Da sage noch einer, keiner hätte eine Glaskugel. 😉 Bis zu einem bestimmten Punkt ist Mr. Market die beste Glaskugel, die auf diesem Planeten vorhanden ist…..

So .... und nun schauen wir mal, was uns der gleiche ETF, der "Powershares Aerospace & Defense Portfolio ETF PPA", heute sagt. Den langen "Strich" ignorieren Sie dabei, das war der ETF Flash Crash am 24.08.15.. Der Strich sollte Ihnen aber klar machen, welche Risiken Sie mit ETFs im Depot haben, das ist aber ein anderes Thema:

Die Botschaft für unsere Zukunft ist klar, pazifistische Zeiten und sinkende Verteidigungsausgaben, hat die Glaskugel des Marktes nicht im Angebot - eher unruhige Zeiten und viele Konflikte.

Als Bürger dieses Planeten muss uns das Sorge machen. Als Marktkenner sind wir aber nicht überrascht, denn wir wissen dass der Markt die beste Glaskugel des Planeten besitzt.

Und noch eine lehrreiche Botschaft ist in dieser Struktur. Hätten Sie bei Betrachten des Charts 2014 nicht "schade, zu weit gelaufen" gedacht und wären deshalb nicht mehr eingestiegen? Nun, was daraus geworden ist, können Sie nun bewundern - Stärke gebiert eben Stärke.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

UK-raine

Jetzt ist es also geschehen - der erste, unwiderrufliche Schritt über die rote Linie, hin zum Austritt Großbritanniens aus der EU! Nur daß er überhaupt nicht unwiderruflich ist: Sowohl britische Juristen als auch die EU-Seite sagen, daß der Austrittsprozeß vor dem Ablauf der zwei Jahre auch wieder gestoppt werden kann. Die direkten Agenten des Brexit formulieren das ja immer ein wenig anders, suggerieren eine Endgültigkeit des Auslösens von Artikel 50 gestern.

In der Betonung der Widerrufbarkeit liegt vielleicht auch ein kleiner EU-Stachel wider die britische Regierung, da das eine fortgesetzte Kampagne für ein zweites Referendum als rationales politisches Ziel erscheinen läßt, wie sie auf der Insel allerdings nur von den dringend auf ein Alleinstellungsmerkmal angewiesenen Lib Dems vertreten wird. Daß Labour hier sofort aufgegeben hat, ist vielleicht ein Indiz für Cornyn als „closet brexiteer“, also als heimlichen Leaver. Und als auf seine verdrehte Weise ebenso in einem mißverstandenen Pragmatismus gefangen wie einst New Labour.

Ich will nun nicht den News-Aggregatar spielen, die Eckdaten des Augenblicks strömen einem gerade ja hektisch aus allen Nachrichtenkanälen entgegen. Allgemein wird das von mir auch so erwartete taffe Auftreten der EU betont. Da wirkt Mays Drohung mit einem Entzug der Sicherheitskooperation schon etwas schwächlich. Die Kraftverhältnisse sind eindeutig.

Spannend finde ich aber auch, daß in einem durchgesickerten EU-Papier (Resolution des Parlaments) ein Modell für eine zukünftige Partnerschaftgenannt wird: -> eine „assoziierte Mitgliedschaft" à la Ukraine <-. Hinter der zähnefletschenden Fassade ist also durchaus Raum für Konzilianz. Denn das Ukraine-Modell wären dieser Optik durchaus eines, mit dem die Briten doch leben können müßten. Umfangreiches Handelsabkommen, keine Freizügigkeit, keine EU-Jurisdiktion, allerdings einseitige Unterordnung unter EU-Normen, heftiger Beitrag zum Budget - bis zu 50% des derzeitigen Beitrags.

Das wäre die bittere Pille, die die Briten schlucken müßten. Ein rationaler Preis, finde ich. Aber alles hängt hier natürlich von den Details des Handelsabkommens ab. Und man darf auch nicht vergessen, daß der Status der Ukraine sicher EU-diplomatischen Goodwill enthält im Hinblick auf die (vielleicht wirklich unselige, aber das ist ein anderes Thema) Ostexpansion der EU.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Nostradamus lebt – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über den Markt

Ich habe so einen ähnlichen Artikel schon einmal geschrieben, aber doppelt genäht hält besser. 😉

Betrachten wir doch mal "fundamental" und "objektiv" die Welt- und Marktlage:

  • Die Flüchtlingskrise wird wieder anschwellen und zu einer veritablen Staatskrise mit Unruhen führen. Check!
  • Früher oder später werden Atomwaffen in den Händen von Selbstmordattentätern sein. Check!
  • Wenn man der Hydra des Terrorismus einen Kopf abschlägt, wachsen sofort drei Neue nach. Check!
  • Der Westen hat seinen inneren Kompass verloren und verliert sich und die Werte der Freiheit, in kulturellem Relativismus. Check!
  • Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und wird zwangsläufig scheitern. Check!
  • Das Brüsseler Europa der Beliebigkeit und des Konsens um jeden Preis, hat sich überdehnt und scheitert gerade. Check!
  • Der Brexit wird andere Länder dazu animieren auszutreten, wenn man sieht, dass die Briten vom Austritt profitieren. Check!
  • Der "Club Med" wird die EU zunehmend dominieren und sie zu einer Transferunion machen. Check!
  • Deutschland wird durch die weiche Währung langsam seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Check!
  • Weiterlesen ...

Stada, Obama und Putin



Der Generika-Konzern Stada (725180) ist auch so ein Turnaround-Kandidat, den ich als langfristiges Investment in zweierlei Hinsicht interessant finde.

Erstens ist nach den Einschlägen vom letzten Jahreswechsel das Risiko nach unten doch recht begrenzt gewesen. Denn auch wenn im Generika-Geschäft hoher Wettbewerbsdruck herrscht, haben die Produkte doch eine "Abnahme-Garantie" und eine Stada verdient ja auch unter dem Druck richtig gutes Geld.

Zweitens ist Stada aber auch eine recht charmante Art darauf zu wetten, dass sich die Lage zwischen Russland und Europa wieder bessert. In der Ost-Ukraine scheint auf jeden Fall nun eher Ruhe eingekehrt zu sein, nachdem Russland endlich den Separatisten dazu klare Ansage gemacht und eigene Truppen (die es natürlich nie gegeben hat ;)) wieder abgezogen hat. Insofern muss der Westen sich auch mal fragen, ob die Sanktionen nun bis Ultimo laufen sollen, wenn die Vorbedingung - die Einhaltung von Minsk - erfüllt ist.

Russland hat auf jeden Fall mit dem Einstieg in Syrien klar einen strategischen Pfad eingeschlagen, der die Lage zum Westen scheinbar normalisieren und in Richtung einer Partnerschaft auf Augenhöhe bewegen soll. Auch eine recht rationale Haltung zur Person Assad, spricht für diese Sicht.

Diese rationale Haltung muss der Westen dagegen erst einmal als Konsens finden. Denn klar muss Assad weg, mit ihm wird es kein befriedetes Syrien mehr geben. Kluge Strategen definieren aber vorher, was danach kommen soll. Und dann kann man auch über Assad reden.

Kurzfristig wird es aber wohl keine Aufhebung der Sanktionen geben, obwohl das Thema Krim objektiv erledigt ist und im Osten der Ukraine scheinbar auch nicht mehr so viel fehlt, um die Separatisten zwar als halbautonome Provinz, aber am Ende doch wieder unter das nationale Dach der Ukraine zu bringen.

Ich vermute halt, dass ein gutes Stück des Problems auch auf sehr persönlichen Animositäten zwischen Obama und Putin beruht, die Körperchemie der beiden spricht da eine deutliche Sprache.

Der "Beziehungsautist" Obama signalisiert ja deutlich, dass er auf Putin herabschaut und den für den "Lümmel von der letzten Bank" hält. Die Entsprechung dazu wäre übrigens der "Lackaffe aus der ersten Reihe". 😉

Und gerade ein körperlich kleiner Mann wie Putin, der sich im Leben immer hat hart durchsetzen müssen, reagiert auf diesen Mangel an Respekt typischerweise mit Aggressivität. Eigentlich eine ganz alte, sehr menschliche Geschichte, die es immer wieder und immer wieder gibt. Das Affenhirn mit seinen Reflexen, wirkt sich ja nicht nur beim Trading aus.

Erstaunlich und bezeichnend ist für mich nur, wie der sich offensichtlich selbst für sehr intelligent haltende Obama trotzdem unfähig ist, solche emotionalen Ablehnungsreflexe zum Wohle des Landes und der Welt im Griff zu halten. Denn die Sticheleien über die "Regionalmacht" und den "Lümmel", dienten natürlich dazu, Putin da zu treffen, wo man ihn im Stolz auch treffen kann.

Im Geschäftsleben würde man so ein Verhalten einer Führungskraft "unprofessionell" nennen und das gilt nach meiner Ansicht klar für Obama in dieser Sache. Manchmal hat man den Eindruck zwei 6-jährige auf dem Schulhof zu erleben. Das Thema will ich hier aber nicht weiter vertiefen, hier geht es um Stada, aber auf jeden Fall "menschelt" es zwischen den Beiden.

Das kann natürlich die gesamte Problematik nicht erklären, das wäre viel zu einfach, aber es ist recht eindeutig wichtiger Faktor im Geschehen.

Ich denke auf jeden Fall, dass mit Obamas Abschied eine Chance auf einen Neuanfang besteht. Bis dahin dauert es aber noch ein Jahr. Das starke Russland Geschäft von Stada, wird davon auf jeden Fall beeinflusst, die aktuelle Situation hat aber den Vorteil, dass es nach unten nicht mehr viel schlechter werden kann.

Schauen wir auf das Chart, sehen wir eine recht attraktive Wendeformation im langfristigen Bild:

Stada 12.11.15

Kurzfristig ist nicht zu sagen, ob Stada nun den Ausbruch schafft oder erst einmal zurück fällt. In Anbetracht der Tatsache, dass Obama noch ein Jahr am Ruder ist, ist hier wohl Geduld notwendig.

Aber langfristig sehe ich hier bei Stada immer noch ein interessantes Szenario. Und wenn diese Wendeformation triggert, sollte man das auch ernst nehmen.

PS:

Noch ein Nachtrag um 15 Uhr. Seit Mittag schmiert der Kurs von Stada dann ab und liegt heute aktuell bei 6% Minus. Die Zahlen waren aber objektiv zufriedenstellend und im Rahmen und eine neue Nachricht, die das rechtfertigt gibt es nicht.

Was hier passiert, ist nach meiner Ansicht wunderbares Anschauungsmaterial zur Gewalt der Markttechnik.

Die Aktie war kurz vor dem Ausbruch und konnte den nun nicht schaffen. Nachdem diese Erkenntnis in die Gehirne der Anleger sickerte, haben viele erst einmal Gewinne mitgenommen. Und damit den Kurs nach unten geschickt. Dann kommen noch gezogene Stops dazu und das Blutbad ist perfekt.

Mehr als temporäre Marktverwirrung, scheint das nicht zu sein. In der Nähe von 30€, halte ich die Aktie für langfristig interessant.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live – Archiv 08.02.15 – 14.02.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 08.02.15 - 14.02.15

Freitag 13.02.15 16:50 - Wochenabschluss

So liebe Mitglieder, ich mache heute etwas früher Schluss, ich bin müde und es war eine wahrlich dramatische und aufreibende Börsen-Woche, wie fast jede in diesem Jahr 2015 bisher.

Der DAX ist in der erwarteten Konsolidierungsphase nach Erreichen der 11.000er Marke, während der S&P500 weiter stark ist. Aber auch da erwarte ich zum Wochenende hin in der zweiten Handelshälfte eher ruhigen Handel und leichtes Bröseln.

Gold hat im wichtigen 1220er Bereich erst einmal gedreht und das war auch nötig, um ein Durchfallen unter 1200 USD zu verhindern. Silber ist auffällig stark, ich vermute das ist ein Seiteneffekt der allgemeinen Stärke der Industrie-Rohstoffe, die wir gerade beobachten. Denn Silber ist ja ein Zwitter, einerseits Edelmetall und Notgeld und andererseits eben Industriemetall, das verbraucht wird.

Am Montag geht es dann gleich mit dem nächsten Finanzminister-Treffen der Euro-Zone in Sachen Griechenland los. Angela Merkel hat ihre Müdigkeit wohl überwunden und wurde von Schäuble zum Thema Griechenland gebrieft, auf jeden Fall hat sie nun heute wortwörtlich Schäubles Linie wiederholt und wie ich schon sagte denke ich, dass sie Schäuble dieses mal nicht noch einmal überstimmen wird, wie vor 3 Jahren.

Insofern wird der Montag spannend und der Markt hat wieder etwas, um sich zu sorgen. Am Liquiditätsdruck und der prinzipiell bullischen Marktlage, ändert das aber nichts.

Weiterlesen ...

Schlafwandler und Kriegstreiber – mein Blick auf die Ukraine-Krise

Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid. (Yoda)

Perfekter kann man es nicht sagen. Manchmal findet sich Weisheit eben auch in der Populär-Kultur. 😉

Sie werden sich nun fragen, warum ich in einem Börsenblog einen langen Artikel zur Weltlage schreibe.

Nun, seit dem Ende der Sowjetunion vor fast 25 Jahren hatte ich nie mehr ein Wochenende, an dem ich nur sorgenvoll über Weltpolitik gegrübelt habe. Das letzte war so Eines.

Und ich hatte überhaupt noch nie einen Wochenstart, an dem ich eigentlich keine Lust habe, mich mit dem Markt zu beschäftigen, weil es Wichtigeres gibt.

Ich denke es gibt Punkte in der Geschichte die so bedeutsam sind, dass man als Bürger nicht einfach schweigen kann. Punkte an denen es wichtig ist, dass Menschen ihre Stimme gegen Hass, Einseitigkeit und Propaganda erheben, Menschen die sich um Mitte und Mass bemühen und um einen differenzierten, unideologischen Umgang mit der Wirklichkeit.

Ich betone dabei ausdrücklich, dass ich nicht die Wahrheit gefressen habe, sondern wie wir alle mir nur ein Bild aus den diversen Quellen machen kann. Diese Erkenntnis meiner Begrenzung, unterscheidet mich dann aber von all den selbstgerechten Kriegstreibern, die auf beiden Seiten nun einer Eskalation das Wort reden und dabei so tun, als hätten sie Wahrheit und Weisheit gefressen. Ich habe das nicht.

Alles worum ich mich bemühen kann und es im Folgenden auch werde, ist mein Bild möglichst breit und unabhängig entstehen zu lassen und mich nicht nur von einer Quelle einer freiwilligen, medialen Gehirnwäsche zu unterziehen. In diesem Spiel kennt niemand die ganze Wahrheit, selbst nicht die Staatschefs, die sich da nun vielleicht in Minsk zu viert gegenüber sitzen. Und die Lage ist so verwoben und so voller vielfältiger Aspekte, dass die Frage berechtigt ist, ob es überhaupt eine klare "Wahrheit" gibt.

Hier ist also mein Versuch, eine Schneise der Rationalität in die Eskalation hinein zu schlagen. Höchst subjektiv und ohne Wahrheitsanspruch. Einfach nur, wie ich als Bürger Europas die Lage erlebe.

Wenn Sie nur an Börse interessiert sind, brauchen Sie nun nicht weiterlesen. Wenn Sie aber als Bürger Europas nun Sorgen haben, betrifft es Sie. Und auch die Märkte wird natürlich betreffen, wie sich die Lage weiter entwickelt. Und so schliesst sich der Kreis zum Börsenblog.

-------------------

Der überraschende Besuch von Merkel und Hollande in Moskau zeigt, dass es 5 vor 12 ist und die Lage rund um den Ukraine-Konflikt dramatisch und brandgefährlich wird. Denn zwei Staats- und Regierungsschefs, die zu den wichtigsten der Welt gehören, reisen in einer Krise nicht einfach ohne absehbaren und schon diplomatisch vorbereiteten Erfolg zu einer anderen Konfliktpartei. Das passiert ganz selten und nur in dramatischen Ausnahmesituationen, sozusagen um über "Krieg oder Frieden" zu entscheiden.

Eigentlich fällt mir unmittelbar nur Neville Chamberlain ein, der im September 1938 ohne vorbereitetes Ergebnis nach Deutschland kam, um den "Frieden in unserer Zeit" zu sichern. Er schloss dann das Münchner Abkommen und glaubte der Welt Frieden gebracht zu haben .... für ein paar Monate. Aber es gibt sicher andere ähnliche Fälle, die mir nur gerade nicht einfallen, wenige sind es aber auf jeden Fall.

Und natürlich wissen Merkel und Hollande, dass das böswillig als "Bittgang" ausgelegt werden kann und auch wird von denen, die kein Interesse an Frieden haben, sondern in ihren Schützengräben eingegraben sind.

Und während die meisten Bürger immer noch denken, dass das ein Geschehen „in der fernen Ukraine“ sei, besteht die reale Gefahr, dass sich 2015 in der Nachbetrachtung in die Jahre 1914 und 1938 einreiht.

Wobei ich eher Ähnlichkeiten mit 1914 sehe, denn auch da hat den grossen Krieg so richtig eigentlich keiner gewollt, aber Misstrauen, Hass und Kommunikationsunfähigkeit, führten die Welt dann doch auf die Rutschbahn zum grossen Konflikt.

Und genau das - Misstrauen, Hass und Kommunikationsunfähigkeit - habe ich am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesehen, die ein erschreckendes Bild des Pessimismus und der Ratlosigkeit abgab. Und das in einer Zeit, wo auch die atomare Gefahr wieder ihr Haupt erhebt und Russlands Dmitrij Kiseljow im Staatssender "Rossija" sagte: -> Russland ist das einzige Land der Welt, das in der Lage ist, die USA in radioaktiven Staub zu verwandeln <-.

Da bleibt einem nur der Mund offen stehen. Nun bin ich sicher, dass es in den US ebenso extreme Fanatiker gibt, die wieder über die Machbarkeit eines Atomkrieges fabulieren. Nein, aggressiv militärisches Dominanzdenken gibt es leider überall auf der Welt und die auf Kooperation und Verständnis orientierten Menschen geraten dann leicht in die Defensive. Aber dass solche Sätze wieder öffentlich gesagt werden, ohne dass es den Sprecher sofort den Kopf kostet, ist bezeichnend dafür, wie uns die Denkstrukturen des kalten Krieges wieder im Griff haben.

Bei mir steigt auf jeden Fall zunehmend die Wut auf Stümper und Kriegstreiber auf allen Seiten, die wie Schlafwandler – ja wie „Schlafwandler“ – einen Konflikt eskalieren, der nicht sein müsste. Wir haben in München amerikanische Senatoren und einen russischen Aussenminister gesehen, die alle wohl im kalten Krieg sozialisiert wurden und nur in diesen Denkstrukturen denken können. Misstrauen und Scheuklappendenken prägen das Bild und jeder ist in seinem fest gefügten Welterklärungsmodell gefangen, ohne es auch mal aus der anderen Brille betrachten zu können oder wollen.

Ich habe mich mit meiner Frau daher am Sonntag Abend mal bei einem Glas Wein hingesetzt, und wir haben in 2 Stunden den gesamten geschichtlichen Ablauf rekapituliert. Denn wenn man das Problem verstehen will, muss man die Geschichte verstehen.

Wir haben uns die alten Landkarten des Zarenreiches angeschaut und uns an den -> den Holodomor <- erinnert, in dem Millionen Ukrainer 1932/33 in den Hungertod getrieben wurden und den viele als Genozid Stalins interpretieren. Will man den Hass verstehen, den bestimmte Gruppierungen in der Ukraine gegen Russland haben, muss man bis dahin zurück gehen.

Wir haben über die willkürlichen Grenzziehungen des Ukrainers und „Schuhklopfers“ Chruschtschow gesprochen, durch die 1954 russische Teile wie die Krim, überhaupt in der Sowjetrepublik „Ukraine“ landeten. Eine Sowjetrepublik Ukraine, die innerhalb der UDSSR ausser als Verwaltungseinheit keine Bedeutung hatte und nach dem Zusammenbruch der UDSSR aber plötzlich als selbstständiger Staat da stand.

Wir haben uns angeschaut, wie oft in den letzten hundert Jahren das Gebiet im Westen um Lemberg den Staat wechseln musste. Da hatten wir seit dem 18. Jahrhundert Österreich-Ungarn, dann von 1918-1939 Polen, dann im Zuge des Hitler-Stalin Paktes von 1939-1941 die Sowjetunion. Von 1941-1944 als Teil des Generalgouvernements Deutschland, aber 1944 wieder Sowjetunion und ab 1991 Teil der unabhängigen Ukraine.

Wundert sich da noch jemand, wie sehr die Menschen um Lemberg nach Westen wollen ? Umgedreht wundert sich jemand, dass sprachliche und ethnische Russen im Donbass weiter primär Russen sein wollen?

Auch wenn es politisch unkorrekt ist, die Ukraine ist in diesen Grenzen ein Staat, den es für mich ebenso wenig geben dürfte, wie ehedem Jugoslawien. Was daraus wurde, wissen wir ja. Die Ukraine ist so wie sie ist in diesen Grenzen, für mich eine Laune des Zufalls, zerrüttet von 25 Jahren Oligarchen-Herrschaft, wo man wirklich nicht mehr weiss, ob nun die hasserfüllte Timoschenko oder der korrupte Janukowitsch der schlimmere Regierungschef war.

Dann haben meine Frau und ich den Ablauf der jüngeren Geschichte besprochen. Über die eine Hälfte der Ukraine, die nach Westen will und sich im Maidan gegen Korruption und Misswirtschaft auflehnte, als ihr mit der Ablehnung des EU Assoziierungsabkommens der Weg scheinbar abgeschnitten wurde.

Und nein lieber Kreml, nur weil Ihr als teilweise Ex-KGB Offiziere in so Kategorien denkt, wird es nicht wahrer: Der Maidan war nach meinem Eindruck im Wesentlichen eine Volksbewegung und kein orchestrierter Staatsstreich, obwohl es ohne Frage auch Zündler und Antreiber von Aussen und Innen gab, die ihre eigenen finsteren Interessen auf dem Rücken des Aufstands durchsetzen wollten. Die gibt es aber in so Umbrüchen immer, darin habt Ihr auch Übung liebe Russen, insbesondere der KGB. Bitte keine Doppelmoral lieber Kreml!

Und wir haben über die unrühmliche Rolle geredet, die die EU insbesondere in Person der stümperhaften Aussenbeauftragten Ashton gespielt hat. Eine Ashton, die nicht sehen konnte, dass es da auch eine andere Hälfte der Ukraine gab, die nicht mit dem Maidan war und deren gewählter Präsident – und das war Janukowitsch – einfach revolutionär verdrängt wurde. Und hinter einer unfähigen Ashton standen dann Scharfmacher wie Victoria „fuck the EU“ Nuland. Diese Frau ist übrigens immer noch bei Kerry. Und ein Scharfmacher wie McCain, der in der Ukraine den Aufstand aufgewiegelt und ihm unrealistische Hoffnungen gemacht hat.

Und nein lieber Westen, es ist kein legitimer Regierungswechsel gewesen, eine Wahl wäre Monate danach sowieso gekommen. Es war ein gewaltsamer Umbruch und das wie die Russen als Putsch zu empfinden, ist absolut nachvollziehbar. Wo war denn die Aufregung des Westens, die bei der Vertreibung eines demokratisch gewählten Staatschefs eigentlich nötig wäre? Bitte keine Doppelmoral lieber Westen!

Wir haben über die unsäglichen, rechtsgerichteten Mitglieder der ersten neuen ukrainischen Regierung gesprochen, die sofort Russisch als zweite Amtssprache abschaffen wollten. Und damit latenten Ängsten im Osten und auf der Krim Berechtigung verschafften. Und wir haben über den Kreml gesprochen, der irgendwann in dieser Zeit nach der Flucht Janukowitsch wohl die Entscheidung getroffen haben muss nun einzugreifen und die eigenen Interessen zu sichern. Und da es wegen des Völkerrechtes formal offen nicht möglich war, eben verdeckt mit Russen in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen und unter Ausnutzung lokaler Grössen mit separatistischem Gedankengut.

Denn von der westlichen Seite kam nichts, was diese zweifelhafte und illegitime neue Regierung mal in Frage stellen würde. Und im Westen war auch niemand, der die nicht völlig unberechtigten Sorgen und Ängste des Kremls um das Assoziierungsabkommen und eine folgende Nato-Mitgliedschaft mal ernst nehmen würde. Aus der westlichen, dumm-naiven Welt, war die ganze Ukraine in einem fahnenschwingenden Freiheitskampf, den man unterstützen muss. So sieht das halt aus, wenn das Geschichtsverständnis sich auf Fernsehbilder reduziert. Lesen sie mal die Artikel der Medien von damals und wie sehr ich mich vor einem Jahr hier im Forum darüber aufgeregt habe.

Tja und so haben wir ein Russland, das sich über das Völkerrecht hinweg setzt. Und damit auch einen Bürgerkrieg mit schweren Waffen angezettelt hat, den es so nicht hätte geben müssen. Aber so simpel, dass dahinter nur "böse russische Aggressionsgelüste" stehen, ist es halt leider nicht.

Dass die Separatisten massiv mit russischen Waffen hochgerüstet wurden, ist dabei für mich so offensichtlich, wie etwas nur offensichtlich sein kann. Noch im letzten Sommer standen die Separatisten nach den Worten der eigenen! panischen Hilferufe in Richtung Moskau kurz vor einer finalen Niederlage. Und natürlich waren da alle greifbaren Lager der ukrainischen Armee schon geplündert, was sonst. Wie man dann ganz alleine, aus einem kleinen Gebiet mit völlig zerstörter Infrastruktur heraus, ohne Maschinen und Fabriken, neue, moderne und bisher im Land nicht benutzte Waffen produziert, Munitionsnachschub produziert und dann plötzlich wie aus dem Nichts wieder Stärke generiert, kann für mich nur mit massiver Hilfe von aussen erklärt werden.

Klar, vielleicht waren es ja auch Nordkoreaner oder noch besser Marsianer, die die Separatisten mit Nachschub versorgt, neu ausgerüstet und aufgestellt haben, man weiss ja nie. 😉 Bei aller berechtigen Vorsicht und Skepsis hinsichtlich offizieller Verlautbarungen auf allen Seiten, sollten wir uns aber noch ein Stück gesunden Menschenverstand bewahren und nicht nur weil wir der einen Seite misstrauen, der anderen jede dreiste Lüge glauben.

Nein, die russische Propaganda hat nicht Recht. Die tausenden Tote gibt es ursächlich deshalb, weil Russland nun in den Konflikt involviert ist und die Separatisten gerüstet und unterstützt hat. Militäreinsätze und Übergriffe der ukrainischen Armee, die es auch gegeben hat, ebenso wie sinnlose Bombardierungen, waren eine Reaktion darauf und nicht der Auslöser. Das macht das Unrecht ukrainischer Kriegstreiber, die eigene Bürger bombardieren, nicht besser, aber Ursache und Wirkung sollten nicht verdreht werden.

Und einen breiten Volksaufstand im Donbass hat es nie gegeben, das ist propagandistische Legende, denn Janukowitsch war selbst im Osten schon unten durch. Und bei geschlossenen Grenzen hätten die Separatisten ein paar Panzer aus Depots geklaut, mit Gewehren geschossen und nach 1 oder 2 Monaten wäre ihnen Treibstoff und Munition ausgegangen und sie im Gefängnis gelandet. Und fertig. Dafür hätte man Polizei gebraucht, mehr nicht. Die jetzige Eskalation ist nur durch massive Aufrüstung der Separatisten durch "Marsianer" möglich, das ist offensichtlich.

Dann haben wir einen Westen, der sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten hat und zu blöd und arrogant war zu sehen, dass aus russischer Sicht spätestens in dem Moment, wo ein gewählter Regierungschef vertrieben wird, die rote Linie überschritten wurde. Ein Regierungschef, der sich qua seines Amtes in einer für Russland sehr wichtigen Frage des Assoziierungsabkommens für die russischen Interessen entschieden hat. Das einen verfassungswidrigen Putsch zu nennen, ist durchaus zutreffend und ich kann die Wut Russlands da gut verstehen. Und auch der Vorwurf der Doppelmoral in Richtung Westen ist hier für mich zutreffend.

Am Ende hat sich dieser Konflikt also in Bewegung gesetzt, weil beide Seiten jede Menge Fehleinschätzungen hatten und sich Misstrauen ausgebreitet hat. Denn Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid. Und die Ukraine hat ja eine Vorgeschichte, in Georgien und darüber hinaus, die von Missverständnissen und enttäuschten Erwartungen geprägt ist - auch auf der sehr persönlichen Ebene zwischen den Spitzenpolitikern.

Es ist tatsächlich so, Russland hat friedlich und kooperativ immer wieder gegen eine Reihe von strategischen Entscheidungen protestiert, wie die Aufnahme des Baltikums in die Nato. Solange bis man im Kreml irgendwann zum Ergebnis gekommen ist, dass man wohl die Tonlage hoch drehen muss um gehört zu werden. Wenn der Westen jetzt erschreckt aufwacht - und die Medien mit ihren Schlagzeilen zeichnen dieses Bild - dann zeigt das nur, wie lange man selbstgefällig geschlafen hat. Die jahrelange mediale Verteufelung Putins als „Gottseibeiuns“ war dabei nicht hilfreich, eben so wenig wie Obamas kalte Arroganz, die bei mir den Eindruck erweckt, eher eine Unfähigkeit zu sein, persönliches Vertrauen um sich herum aufzubauen.

Umgedreht aber, gilt für die Haltung des Kremls das Sprichwort: "Was ich denk und tu, trau ich anderen zu". Es gab und gibt keine Verschwörung des Westens um Russland zu bedrohen. Man muss sich nur den jammervollen Zustand der Bundeswehr und der US Atomwaffen anschauen um das zu verstehen. Eine Verschwörung erfordert ja, dass man das Ziel wichtig findet. Auch wenn es Russland nicht gefallen wird, das Problem war eher, dass Russland für die US unwichtig geworden war, die Augen sich auf China richteten und niemand sich mehr ernsthaft mit russischen Befindlichkeiten befasst hat. Nein, es gab und gibt einfach nur das heterogene Geschnatter unzähliger Demokratien, in denen auch Spinner und Kriegstreiber existieren, die aber eben die Politik nicht dominieren. Auch nicht in den US.

In den Denkstrukturen von Verschwörungstheoretikern aber - nach denen es immer irgendwie den "finsteren Plan der XYZ gibt" (XYZ bitte gegen Freimaurer, CIA, KGB was auch immer ersetzen) - ist es unmöglich sich die Dynamik komplexer Gesellschaften vorzustellen und zu akzeptieren. Letztlich ist das nichts anderes, als der sehr menschliche Wunsch am Markt immer einen singulären "Grund" für eine Kursbewegung zu finden. So hierarchisch und kausal funktionieren aber komplexe Systeme nicht und der Westen als Ganzes schon gar nicht. So funktioniert der KGB und die CIA, aber keine offene Gesellschaft.

Es sind halt Denkwelten, die da aufeinander prallen. Für einen KGB Mann ist das also alles orchestriert, geplant und gegen ihn persönlich und sein Land gerichtet. Dabei ist es nur Gedankenlosigkeit, Desinteresse und typisch demokratisches Durcheinander. Und westliche Politiker, die es wie Merkel gewohnt sind selbst als "Hitler" dargestellt zu werden, sind dann taub für damit verbundene Verletzungen und Vertrauensverluste bei Menschen mit anderen Denkstrukturen.

Tja und da stehen wir und gucken doof aus der Wäsche und uns gefällt die Welt nicht, in der wir aufwachen. Wir stehen am Ende einer Kette unsäglicher Fehler und eingefahrenen Denkens aus dem kalten Krieg. Fehler die auf westlicher Seite schon direkt nach dem Zerfall der Sowjetunion begonnen haben und die nun von Russland gemacht werden, weil es schlicht an Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit fehlt.

Auf jeden Fall hat eine Person bei mir in den letzten Tagen an Achtung gewonnen. Es ist Angela Merkel mit ihrer Bereitschaft, wohl überlegt das aus ihrer Sicht Richtige zu tun, egal wie schwierig es ist. Sie hat Mut bewiesen mit dieser Aktion. In dem Moment wo es nötig war, war sie da. Selbst wenn die Initiative nun verläuft, hat sie dafür Achtung verdient.

Und sie hat dem Kreml nun ein unglaubliches Angebot auf einer strategischen Ebene gemacht, dass er nun unbedingt begreifen muss.

Denn wenn diese Initiative fehl schlägt, wird der Westen zusammen rücken und die militärische Karte wird kommen. Wenn der Kreml nun aber die Chance erkennen kann, dann stärkt er nun durch Generosität den beiden Europäern den Rücken. Stellen Sie sich nur vor, jetzt gäbe es einen echten, belastbaren Frieden. Ohne Waffenlieferung und ohne Beteiligung der US. Es wäre ein massiver Reputationsgewinn Europas. Und auch einer Putins. Und die US ständen dabei an der Seitenlinie. Wenn Putin in seinem sehr persönlichen Antiamerikanismus Europa von den US wegbewegen will und Obama dumm dastehen lassen, dann hat er hier einen Elfmeter.

Und am Ende wird auch die Krim russisch bleiben, es braucht nur eine weitere Volksabstimmung unter internationaler Aufsicht - deren Ausgang in Anbetracht der ethnischen Zusammensetzung klar ist - und schon wäre auch die Annektion der Krim so ausreichend legitimiert, dass niemand im Westen ernsthaft dagegen argumentieren kann.

Wenn Putin nun strategisch denkt und ernsthaft Frieden will, kann er nun nur gewinnen und hat eine Chance als Sieger und Friedensstifter aus diesem Konflikt hervor zu gehen. Er muss sich dafür aber jetzt an die Spitze des Kompromisses setzen und den Elfmeter verwandeln.

Wir werden viel über seine wahren Absichten erfahren, in dem wir nun beobachten, ob er diesen Elfmeter versenken kann und will und wir am Mittwoch einen Vertrag bekommen, der von Russland auch wirklich durchgesetzt wird. Die Anzeichen die ich sehe machen mich skeptisch. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Europa ist an einer Wegscheide. Frieden und Zusammenarbeit oder kalter Konflikt mit heissem Atomrisiko? In ein paar Tagen werden wir es wissen.

Ich merke auf jeden Fall, wie in mir die Wut steigt. Die Wut auf Stiernacken, Sturköpfe und Kriegstreiber auf allen Seiten. Und dann muss ich wieder an Yoda denken und wie die Wut zu Hass führt und zu unsäglichem Leid und deshalb habe ich nun lieber so einen Artikel geschrieben, statt zu hassen.

Denn Hass ist nun unter uns. Auch und gerade in Foren. Ich habe am Wochenende mal ein bisschen gelesen - überall. Was einem da an vielen Stellen an Aggressivität, Hass auf "die anderen" und Menschenverachtung entgegen schlägt, ist einfach erschreckend.

Und Atomwaffen sind zunehmend überall. Die Welt ist in meinen Augen gefährlicher geworden, als sie je gewesen ist.

Was wir nun brauchen ist klaren Verstand und Differenzierung. Selbstgerechte gibt es schon genug. Es zeichnet gerade Dummheit aus, dass die Weltbilder immer einfach und fest gefügt sind. Denen dürfen wir nicht unser Schicksal überlassen!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live – Archiv 01.02.15 – 07.02.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 01.02.15 - 07.02.15

Freitag 06.02.15 17:30 - Wochenabschluss

So liebe Mitglieder, für mich ist hier diese Woche weitgehend "Finito" - kurze Links und Hinweise wie immer ausgenommen.

Der S&P500 hat den Abwärtstrend geknackt, allerdings befürchte ich, dass auch der erst einmal nicht viel weiter kommt und uns mit so einem halbgaren Ausbruch rätselnd ins Wochenende schicken wird.

Der DAX dagegen kommt nicht vom Fleck und seit drei Tagen hat sich das Bild der Überperformance der europäischen Märkte wieder gewandelt und die US Indizes beginnen besser auszusehen.

Ob das nun an Grexit, Ukraine, der FED Erwartung oder was auch immer liegt, weiss ich nicht und ist auch letztlich egal. Wichtig ist, das zu bemerken und bei den Handlungen zu beachten.

Gold hat sich für den massiven Einbruch unter 1250 USD entschieden, der uns von seiner Dynamik her durchaus auch noch einmal unter 1200 USD führen kann. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich dann eine um so interessantere Kaufgelegenheit auftut.

Meine Blicke sind heute Abend nach Moskau gerichtet. Ich habe nach meiner Analyse der Motivationen und Spielräume eigentlich wenig Hoffnung, aber manchmal passieren ja Wunder und es ist doch eine durchgreifende Änderung möglich. Ich hoffe sehr, denn sonst wird das Thema noch ziemlich übel werden. Und auch wenn es vom dumpf polternden Senator McCain bis zu Typen wie Dugin jede Menge Leute da draussen gibt, die für alles vermeintlich einfache und meist mit Gewalt verbundene Lösungen haben, ist die Wirklichkeit eben nicht so einfach und einseitig.

Das gilt auch für Menschen, die sich ein differenziertes Denkvermögen durch ausschliesslichen Dauerkonsum von Fox News oder Russia Today verkleistern lassen. Ich schaue ab und zu mal in beide rein und bin immer wieder fasziniert, wie identisch die beide mit ihrer nur oberflächlich kaschierten Propaganda operieren. Die klassische Methodik, mit der hinter einer Fassade scheinbarer Objektivität die Vorurteile der Zuschauer bedient werden, ist für mich wie klebriger Honig an den Fingern. Hast Du einen Sender gesehen, hast Du den anderen auch gesehen, Du must nur die Vorzeichen ändern und plötzlich ist da ein DejaVu.

Weiterlesen ...

Hari Live – Archiv 16.11.14 – 22.11.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 16.11.14 - 22.11.14

Freitag 21.11.14 18:15 - Paul Volcker

Ich sehe dieses Interview erst jetzt, aber besser spät als nie: -> Zweifel an der Allmacht der FED <-

Denn ich bin - wie Sie wissen - ein "Paul Volcker Fan" und habe grössten Respekt vor dem Mann. Und deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass mir Volcker hier mal wieder aus der Seele spricht.

Die Geschwätzigkeit und der permanente Aktionismus der Notenbanken der Gegenwart, die weit mehr als reine Geldpolitik machen, geht mir schon lange auf die Nerven.

Auch die Definition von Preistabilität ist ebenso pragmatisch wie zutreffend: "Man müsse eine Situation anstreben, in der sich die Bevölkerung im Alltag nicht um die Entwicklung der Preise zu scheren brauche."

So einfach ist das. 😀 Der Rest der Diskussion braucht die Wände der Notenbank nicht zu verlassen.

Freitag 21.11.14 17:35 - Brasiliene ETF EWZ

Ach übrigens, einer geht noch, denn ich vergass und wollte noch erwähnen:

Im brasilianischen Aktienmarkt - hier repräsentiert durch den ETF EWZ - haben wir nun den Doppelboden in Form eines "W", den ich vor einer guten Woche am Donnerstag 13.11.14 18:35 hier in Hari Live thematisiert habe.

Weiterlesen ...

Hari Live – Archiv 24.08.14 – 30.08.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 24.08.14 - 30.08.14

Samstag 30.08. 10:15 – Trading

-> How to find massive winners <-

Freitag 29.08. 17:10 – Deutsche Raumfahrt als Aktie - OHB AG (593612)

Vor dem Wochenende, will ich Ihren Blick noch auf einen Nebenwert richten, der mit einem beeindruckenden Aufwärtstrend seit 2011 aufwartet. Es ist die einzige deutsche Raumfahrt-Aktie und überhaupt eine der ganz wenigen reinen Raumfahrt-Aktien weltweit.

In den meisten Fällen ist Raumfahrt leider noch ein Untersegment in einem Rüstungskonzern, klassisches Beispiel ist dabei Lockheed Martin (894648, LMT).

Sie wissen ja, dass ich die kommerzielle Raumfahrt für eines der Megathemen der nächsten Jahrzehnte halte, ich erinnere an Artikel wie -> Der neue Wettlauf ins All <-.

Mit OHB haben wir einen Spezialisten für Satelliten auf dem Kurszettel, der von der Familie Fuchs "Inhabergeführt" wird und defacto ein klassischer, "tüftelnder" deutscher Mittelstandsbetrieb ist. Die Wiwo hatte uns vor 4 Jahren unter dem Titel -> Wie OHB zum Raumfahrt-Konzernschreck aufstieg <- einen schönen Einblick in das Innenleben des Mittelständlers erlaubt, der im Kern auch noch heute gültig sein sollte.

Das derzeit bekannteste Produkt von OHB dürften die „Galileo“- Satelliten für das europäische GPS-Pendent sein, von denen gerade ein paar auf der falschen Umlaufbahn herum eiern, weil wahrscheinlich eine russische Raketenstufe ein Problem hatte. Die Untersuchungen laufen noch.

OHB hat seit 2011 einen nachgerade perfekten Aufwärtstrend im Chart und es ist derzeit nichts zu sehen, was den ändern sollte:

OHB 29.08.14

Die Führung durch die Familie ist stetig und kompetent, von daher kann man dem Unternehmen eine Menge Vertrauen schenken. Und die Chance so kompetent geführt in einen derartigen Zukunftssektor zu investieren, hat man nicht so oft.

Auf der negativen Seite muss man sich im Klaren darüber sein, dass das Unternehmen mit nicht einmal 400 Millionen Marktkapitalisierung noch recht klein ist und ein völlig „vergurkter“ Auftrag wohl ein massives (Kurs-)Problem darstellen würde.

Auch ist das Unternehmen halt von wenigen (halb-)staatlichen Auftraggebern wie der ESA abhängig und das ist immer ein Problem, weil damit die Kursentwicklung von Einzelevents abhängt.

Und die Herrschaft der Familie ist solange ein Pluspunkt, solange es die Familie gut macht. Wenn es da aber Probleme und Zankrereien geben sollte, wird der geringe „Free-Float“ zum Problem, weil die freien Aktionäre auf einer HV noch nicht einmal eine Sperrminorität zusammen bringen dürften.

Weiterlesen ...