Hari Live Stream 26.05.20



15:15 MEZ

Irgendwie lag es ja schon in der Luft und dass der Markt eher hoch wollte, war zu sehen. Auch ist der dritte Versuch einen Ausbruch hinzubekommen oft erfolgreich, wenn man so will, muss ein Widerstand erst "weichgeklopft" werden. 😛

Bedingt durch den gestrigen US Börsenfeiertag erleben die Bären heute ein gewaltiges Gap über die 200-Tage-Linie hinweg. Im Daily des Futures sieht das so aus:

Und im bekannten Bild der Tagesboxen mit Stundenkerzen so:

Womit sich die Frage stellt, wie es weitergeht?

Zunächst einmal löst so ein Gap-Up ein Menge von Anpassungen von falsch positionierten Marktteilnehmern aus. Ein Überschiessen der 200-Tage-Linie nach oben ist also völlig normal und zu erwarten.

Dann wandelt sich ab Morgen die Sicht des Marktes aber vermutlich schnell auf das Halten der 200-Tage-Linie, denn wenn es den Bären gelingen würde das zu einem Fakeout zu machen, würden sie wie bei einem Gegenangriff plötzlich die Iniative gewinnen und den Spieß umdrehen können.

Wenn aber die 200-Tage-Linie zunächst gehalten wird - und ich gehe davon mit Präferenz aus - setzen dann die Käufe der vielen langsam agierenden Instittutionellen ein, für die die 200-Tage-Linie eine wichtige Wasserscheide ist. Und die sind, wie wir vom Funds-Manager-Survey wissen, eher unterinvestiert und skeptisch.

Nach dem Überschiessen wird also ein Kampf um das Halten einsetzen. Wenn der erfolgreich ist, kann sich durchaus eine Bewegung bis zu den Hochs in Gang setzen, solange von der externen Seite keine fundamentalen Irritationen kommen.

15:25 MEZ - ZH3

Auch der DAX lässt sich nicht lumpen und zeigt eine zum S&P500 recht analoge Struktur. Noch deutlicher als im SPX sehen wir hier wie der 14.05.20 einen kleinen aber fiesen *Undercut* generiert hat, der ein wenig Verwirrung und Angst gestiftet hat. bevor es dann doch hoch ging.

Ich habe dieses Prinzip im Zusammenhang mit Konsolidierungen schon oft beschrieben und am Ende von Flaggen kann man fast darauf wetten, weswegen man Intraday-Swings in so Momenten immer mit Gelassenheit betrachten sollte.

15:45 MEZ

Die Raumfahrt-Interessierten werden sich den morgigen Mittwoch Abend dick anstreichen, denn der erste Start einer kommerziellen Rakete mit Astronauten soll -> um 4:32 PM EDT <- vom Kennedy Space Center in Florida starten, was 22:32 MEZ unserer Zeit entspricht.

-> Die letzten Vorbereitungen laufen schon <- und der Start hat immense Bedeutung.

Weniger weil zum ersten Mal nach 10 Jahren wieder US Astronauten starten, das machen andere Nationen ja auch und ist wenig sensationell. Sondern dass es mit SpaceX geschieht, dem ersten Unternehmen das in die Phalanx der Staatsorganisationen eindringen konnte, dass es mit einer wiederverwendbaren Rakete geschieht und wegen dem, was hinten an einem Erfolg daran hängt.

Denn wir wissen alle, dass Elon Musks Lebensziel nicht Tesla und nicht der Mond, sondern der Mars ist. Und dafür braucht er die Aufträge, die Erfahrung und den Status der bemannten Raumfahrt, worauf sich dann Aufträge für das *Starship*, zum Mond und darüber hinaus entwickeln.

Ein Erfolg morgen bringt den Mond also schnell wieder in Reichweite und den Mars näher. Ein Scheitern wäre dagegen in jeder Hinsicht desaströs und würde alles auf Jahre zurückwerfen.

Ich bin sicher, dass das gesamte Spaxe-X Team von Musk bis zum Pförtner schon heute Nacht kaum mehr schlafen kann. 😉

15:50 MEZ

Übrigens ist Virgin und Virgin Galactic (SPCE) ja auch noch im Rennen, hat aber gestern ein zumindest teilweisen Fehlversuch gehabt, der aber zum Erfolg umdefiniert wurde. In den Anfängen ist das auch OK, Scheitern gehört zum Lernen dazu:

-> Virgin Orbit startet erstmals Weltraumrakete in der Luft <-

Das "Space Race" ist also im vollen Gange, wobei weder Virgin noch Bezos "Blue Origin" bisher irgendetwas Bedeutendes geschafft haben. Um so heller strahlt die Leistung des immens kreativen und engagierten Space-X Teams, in dem sich viele richtig helle Köpfe versammelt haben.

Während Virgin ja mit begrenzten Resourcen kämpft und insofern meinen Respekt hat, was sie darauf zu machen versuchen, wirken die Versuche von Bezos bei Blue Origin, die jedes Jahr mit einer Milliarde aus seiner Privatschattule finanziert werden, auf mich eher dürftig. Im Vergleich zu den Mitteln und den vielen vergangenen Jahren ist das wenig überzeugend, was da bisher bei Bezos herausgekommen ist. Es wirkt als ob der Zug in den Aktivitäten fehlt.

16:05 MEZ - ZH3

Dass der Schub gestern und heute fast ausschließlich mit der Hoffnung auf eine Normalisierung und einem Wiederanlaufen der Wirtschaft zu tun hat, können wir schnell erkennen, wenn wir schauen was heute alles auch sehr stark steigt.

Es sind die ganzen schwer verprügelten Namen der schwer getroffenen Sektoren.

Hier mit Las Vegas Sands (LVS), Carnival Corp (CCL) und Delta (DAL) drei Beispiele aus dem Bereich Kasinos, Kreuzfahrten und Airlines:

16:15 MEZ - ZH3

Wenig überraschend ist auch, dass die schon gut gelaufenen Healthcare-Aktien heute etwas hinterher hinken, es ist die Zeit des Aufholens.

Und wie ich schon letzte Woche geschrieben habe, interessiere ich mich persönlich da weniger für die Rebounds von Gurken wie Delta Air Lines (DAL), sondern für strukturell starke Industriewerte, die nun ihr Nachholpotential vielleicht realisieren.

Drei Beispiele dafür sind Parker Hannifin (PH), Illinois Tool Works (ITW) und Honeywell (HON):

16:25 MEZ - ZH4

Aus dem Kreis der *Gene Revolution Aktien" vollzieht ArgenX (ARGX) heute schon den Raketen-Schub, den SpaceX morgen starten will.

Auslöser war wie so oft ein -> Studienergebnis <-, dessen Bedeutung unser Toni sicher besser erklären kann als ich.

"We have Liftoff!"

16:30 MEZ - ZH3

Aber nicht nur die Industrials, auch andere nachhängende Sektoren wie die Banken können nun auf einen Rebound hoffen und selbst bei den europäischen Banken ist das denkbar.

Auch die ING Group ist vom Chart her nun ein Kandidat für einen Rebound:

16:55 MEZ - ZH3 - ZH5

Einen sauberen Ausbruch generiert heute auch Biomarin Pharma (BRMN):

Wenn dieser hält, was bei so Ausbrüchen nicht selbstverständlich ist und nun getestet werden wird, wirft er aber auch langfristig interessante Fragen auf:

17:05 MEZ - ZH3

Wenn Industriewerte steigen, sich verprügelte Sektoren erholen und die Lufthansa gerettet wird, können logischerweise die Luftfahrtaktien nicht weit sein.

So sehen wir heute bei Airbus (AIR) einen erneuten, markanten Schub:

Und wir sehen bei MTU Aero Engines (MTX) das bestätigt, was ich schon im -> Stream vom 18.05,20 um 17:15 <- vermutet hatte.

Hier haben wir nun nach einer kleinen Konsolidierung einen erneuten Schub und das ist mehr als einmaliger Ausbruch, das könnte der Beginn eines grundlegenden Aufwärtstrends sein:

17:30 MEZ - ZH3

Die Industriewerte haben Aufholchancen, da bin ich mal bewusst durch deutsche und österreichische Industriewerte der zweiten Reihe gegangen, um zu schauen wer da noch zurückgeblieben ist - also Aufholpotential hat - gleichzeitig sich aber von der Chartstruktur her nun in eine interessante Ausgangslage gebracht hat.

Was auffällt sind eine Reihe von Namen, die alle mit ähnlicher Struktur sich in Position für eine ernsthafte Erholungsbewegung gebracht haben. Als da sind als Beispiel: Indus Holding, Krones, ElringKlinger, Kion und Andritz:

17:45 MEZ - ZH3

Das Muster des heutigen Tages ist ganz leicht erklärt. Es ist die Sektor-Rotation, die zur Hoffnung auf ein Wiederanlaufen der Wirtschaft gehört.

Alles was bisher zurück geblieben war, erlebt heute Zuflüsse und einen Boost. Oben habe ich ihnen dazu viele Aktien gezeigt.

Alles was schon gut gelaufen ist, erlebt dagegen leichte Abgaben, weil es Umschichtungen gibt.

Das betrifft die stark gelaufenen Software-Aktien - hier Shopify (SHOP) als Beispiel - ebenso wie die Goldminen des ETFs GDX:

Bisher sind solche Entladungen immer Eintagesfliegen gewesen, insofern sollten wir abwarten, bevor das hier zu einer grundlegenden Favoriten-Wende ausgerufen wird.

17:55 MEZ - ZH1

So liebe Mitglieder, das wars für Heute. Ein Gapfill hat nach so einem Pop eine gute Chance und es könnte auch weiter gut sein, dass wir ihn heute noch sehen. Im NASDAQ eher als im SPX, weil der halt stärker von den oben beschriebenen Umschichtungen betroffen ist.

Aber alles in allem hält der Markt sich sehr gut und damit ist der Kampf um das Halten der 200-Tage-Linie eröffnet, der nun die große Frage sein wird.

Je länger der Markt das schafft, desto mehr werden gezwungen jetzt endlich ihre zu bärische Haltung aufzugeben und damit den Markt wieder treiben.

Weswegen ich denke, dass die beste Chance der Bären das Ding zu drehen jetzt ist, so schnell wie möglich sozusagen. Je länger das misslingt, desto mehr wird sich der Markt mit Blick nach oben stabilisieren und die Hochs ins Visier nehmen.

Ich wünsche einen schönen Abend, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Was sagt uns das: S&P500?



Gestern habe ich im freien Bereich im Artikel -> Hokuspokus und die technische Analyse <- ja noch einmal auf die technische Analyse hingewiesen und was diese leisten kann und was nicht.

Hier für Sie im Premium-Bereich, möchte ich das noch einmal viel konkreter machen, um Ihnen anhand des Verlaufs des Leitindex S&P500 seit letztem Sommer zu zeigen, welche vielfältigen Informationen man alleine bei Betrachtung des Kursverlaufes und ein paar wichtiger, darauf basierender Indikatoren gewinnen kann.

Sicher ist man im Nachhinein immer schlauer, ich möchte das deshalb auch bewusst so kommentieren, als ob man das spätere Wissen nicht gehabt hätte. Sprich alle Indikatoren auf die ich Sie nun hinweise, waren auch zum jeweiligen Zeitpunkt so zu sehen und wurden nicht erst hinterher deutlich. Und ich nehme auch Bezug zur aktuellen Situation.

Beachten Sie auch, dass das hier ja nur eine Auswahl ist, um Ihnen am Beispiel zu zeigen, welche Informationen man schnell aus einem Chart holen kann. Viele Dinge die noch im Chart stecken, habe ich nicht angesprochen, aber auch dieser Artikel besteht ja schon aus 5 Charts des S&P500 und das obwohl ich noch nicht einmal das Volumen betrachte, sondern nur den Preis und darauf basierende Indikatoren.

Ich will damit auch heraus arbeiten, warum ich die Marktlage so gesehen habe und aktuell sehe, wie ich sie sehe. Wenn Sie den Verlauf des S&P500, seine Strukturen und meine Kommentierung der letzten Monaten nebeneinanderlegen, werden sie an den Wendepunkten viele wesentliche Grundstrukturen meiner hier kommunizierten Haltung wieder finden.

So zum Beispiel, dass ich schon im Frühjahr für den Sommer keinen "Sell in May"-Einbruch, aber eine Seitwärtsphase vor Augen hatte, die trotz Brexit Schwankung auch in Summe gekommen ist.

Oder, dass ich im Sommer nach dem initialen Brexit Schub, zum Jahresende optimitisch, kurzfristig aber eher skeptisch war und eine Korrektur auf dem Radar hatte, die dann auch kam - aber später als erwartet, nicht im Sommer, sondern erst im Herbst.

Oder, dass ich direkt nach dem Sieg Trumps deutlich auf den Rally-Wagen gestiegen bin und da auch klar darauf geblieben bin, bis Mitte Januar.

Oder, dass ich aktuell doch leicht indifferent bin, den bestehenden Aufwärtstrend zwar zur Kenntnis nehme und respektiere, mir aber die Überzeugung fehlt, die ich im November hatte.

Legen wir doch mal los. Alle 5 Charts sind vom S&P500 mit Tageskerzen im gleichen Zeitraum von März 2016 bis Heute. Nur die Themen und Indikatoren der Betrachtung wechseln.

Im ersten Chart sehen wir das Konzept der Bollinger Band Kompression, das an zwei Stellen im Zeitraum auftrat. Zuletzt wurde es von einer engen, bullischen Flagge ergänzt, was da zu beigetragen hat, dieses Bild von Smaug dem Grossen zu konzipieren. [Natürlich gibt es noch viel mehr solche Strukturen in diesem Chart, erneut - ich versuche hier keine Vollständigkeit zu erreichen, sondern will bestimmte Elemente beispielhaft heraus arbeiten.]

Der Markt ist dann auch nach oben in Bewegung geraten und das Bollinger Band hat sich etwas entfaltet, aber nur überraschend wenig. Die aktuelle Lage ist daher etwas indifferent, was zu meinem Mangel an bullischer Begeisterung beiträgt. Wenn man so will, kann es das noch nicht gewesen sein.

Im zweiten Chart wird das Prinzip des Fakeouts/Undercuts heaus gearbeitet, von dem der Markt seit einiger Zeit geprägt ist. Bevor es hoch geht, täuscht der Markt also gerne in die Gegenrichtung an. Und je mehr er antäuscht, desto härter geht es dann nach oben, besonders wenn damit gleichzeitig eine potentielle Topbildung negiert wird, wie diese sich letzten Sommer angedeutet hatte.

Deshalb ist auch das aktuelle Geschehen mit dem schnellen Reversal des Ausbruchs nach oben nicht ungefährlich, denn das kann auch ein Fakeout sein, nur anders herum. Wir sollten aber nicht zu raten versuchen, sondern einfach die entsprechenden Zonen beachten. Denn erst wenn der S&P500 nun nach unten durchfällt, ist das mit dem Fakeout nach oben eine gültige Interpretation.

Auf jeden Fall sieht man, welche bedeutende Wende für den Markt die Wahl Anfang November war. Es ist müssig darüber zu spekulieren, wie das bei einem Sieg Clintons abgelaufen wäre. Entscheidend war auch nicht, vorher richtig zu raten. Entscheidend war, die neue Wirklichkeit sofort anzunehmen und in Handlungen umzusetzen, als sie da war. Und das haben wir gekonnt.

Im dritten Chart will ich heraus arbeiten, wie völlig unterschiedlich die Marktlage vor und nach der Wahl war. Vor der Wahl hatten wir eine potentielle, aber doch klar sichtbare Topbildung, mit richtungsbestätigendem Dreieck und einer Art schwachem "Last Gasp", bevor es durch die Nackenlinie runter ging.

Nach der Wahl, hatten wir dann nur einen massiven Aufwärtstrend, der nun zwar abflaut, aber immer noch da ist.

Was für ein Wechsel des Charakters! Die Kunst ist, so etwas schnell zu erkennen und genau das ist hier gelungen.

Im vierten Chart will ich mit dem ADX Indikator (Durchschnittlicher direktionaler Index) die Trendstärke anschauen. Wir sehen daran, wie es aussieht, wenn Smaug richtig in Bewegung gerät.

Letzte Woche, hat er dagegen das Auge geöffnet und sich geschüttelt, richtig in Bewegung ist er aber doch noch nicht gekommen, obwohl es zunächst so aussah. Das kann und wird noch kommen.

Der ATR Indikator zeigt die Schwankungsbreite im Zeitraum und damit sehen wir, wie sehr der Schwanz von Smaug in Bewegung ist. Aktuell döst er immer noch, das wars wohl noch nicht, was eine zu einseitige Haltung gefährlich macht.

Abschliessend im fünften Chart, will ich Ihnen die Kauf- und Verkaufssignale des MACD-Indikators zeigen. So schlecht waren die offensichtlich nicht.

Und auch hier sehen wir am aktuellen Zustand, dass wir mitten in einer indifferenten Findungs-Phase sind, die von mehreren Schnitten des MACD geprägt ist.

Summa Summarum bestätigen die gezeigten Indikatoren die Lesart, die ich mit Ihnen geteilt habe und aktuell teile. Was ja kein Wunder ist, denn diese Indikatoren fliessen ja in mein Marktbild ein, das aber darüber hinaus geht und auch andere Faktoren abseits des Preis berücksichtigt.

Man sieht auf jeden Fall, dass wir aktuell immer noch einen positiven Trend haben, gleichzeitig aber eine nicht unriskante, indifferente Phase, in der sich eine zu starke Festlegung auf eine Seite verbietet.

Das also, sagt uns der S&P500. Ich hoffe es war für den einen oder anderen "Anfänger" ganz hilfreich, was das Lesen von Charts angeht. Für alte Hasen sollte hier nichts Neues gewesen sein.

Ihr Hari

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Aufgeladene Wetterlage



Guten Morgen!

Wir sind wieder an so einem Punkt, an dem ich gar nicht weiss, was ich zuerst schreiben soll und während ich darüber nachdenke, verändert sich der Markt schon wieder.

Ich versuche mich daher heute früh auch auf ganz Grundlegendes zu konzentrieren, damit ich wenigstens kurz nach 9 Uhr damit Live gehen kann, denn im Markt tut sich potentiell Bedeutendes.

Über den Tag werde ich dann eher viele kleine Schnipsel einstellen, die Lage erfordert es einfach.

Was war das Gestern?

Es war Ausdruck einer extrem aufgeladenen Wetterlage, die sich vor allem an den Währungsmärkten entladen hat.

Wir können uns das wirklich wie bei einem Gewitter vorstellen, wenn die Luft aufgeladen ist. Dass jeden Moment ein Blitz herunter kommen kann, ist dann gut zu antizipieren. Wo der Blitz aber herunter kommt, ist unvorhersehbar und manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen hier und dort machen.

So ist es aktuell auch am Markt. Wir haben gestern gesehen, dass hier nicht nur kleine Anleger Panik geschoben haben, nein auch das grosse Geld wird hektisch und versucht sich zu repositionieren und dann kommen solche brutalen Swings zu Stande.

Wenn wir uns fragen, was die Ursache ist, dann hat diese mit Sicherheit eine Menge mit der FED zu tun. Ohne FED oder EZB, sind solche Bewegungen in EURUSD unvorstellbar. Das heisst aber nicht, dass das der alleinige Faktor ist, ich bin sowieso kein Fan simpler Kausalbeziehungen.

Trader Dan fasst es in einem Artikel gut zusammen, den ich Ihnen auch zur Lage bei den Goldminen empfehlen will:
-> HUI now confirming Gold Move higher <-

The big thing supporting the gold market at the moment is the turmoil in the foreign exchange markets which is resulting in massive deleveraging and unwinding of large positions in one direction, namely short most major currencies and long the US Dollar.

As the market comes to terms with the idea that the Fed is not going to make a move in their upcoming March meeting, the dial-back in interest rate differential expectations is forcing this repositioning. That of course is resulting in large scale US Dollar selling.

What is going to be incredibly fascinating to watch play out is the response from the European Central Bank and the Bank of Japan. Neither one of them can be the least bit pleased to see their respective currencies surging higher especially after both, but especially the BOJ, only just recently announced their displeasure with the Yen at current levels. We also know from the recent Mario Draghi remarks, that the ECB is incredibly frustrated with the lack of inflationary pressures across the Eurozone with Mr. Draghi repeatedly making a point of telling us all how their statisticians were going to have to lower their estimates for inflation for not only this year but also on out into 2017 and even 2018. The LAST THING they now want to see is the Euro at current levels.

This is really coming down to a battle or more properly a war, between speculative interests and those two Central Banks which have made it clear that a major component, if not the major component of their plans to combat deflation and stave off a sluggish growth model is by weakening their respective currencies. With specs repositioning and being forced out of existing short positions, the sheer size of the leveraged carry trades involving those two currencies, the Yen and the Euro, is going to make defeating this unwind quite a feat.

Das ist, was in meinen Augen hier los ist. Das eher unscheinbare "Zucken" der FED am gestrigen Tag, hat massive Anpassungsbewegungen bei den "grossen Jungs" in Gang gesetzt und diese sind noch nicht abgeschlossen.

Das Risiko

Das objektive Risiko ist, dass ein schweres Gewitter auch Brände und Verwüstung auslösen kann. Und auch für den Markt gilt, dass es solche massiv volatilen Lagen sind, aus denen Crashs enstehen können.

Wichtig: entstehen können. Konjunktiv! Ich sage nicht, dass hier heraus ein Crash erwächst, ich glaube es nicht einmal. Ich weise nur darauf hin, dass Crash-Situationen nicht aus dem heiteren Himmel enstehen. Sie brauchen die Grundlage einer aufgeladenen Luft, in der sich das grosse Geld mit Macht in Bewegung setzt. Und diese Situation haben wir nun!

Die Chance

Noch grösser ist aber die Chance, die sich hier nun vor unseren Augen auftut.

Bisher war ja mein Modell, dass der Rebound aus dem Tief vom 20.01.16 zu verkaufen ist. Das war auch ein sehr gutes Modell, aber das Modell ist nun am Ende und hat seinen Zweck erfüllt.

Denn der initiale Rebound IST nun schon zusammen gefallen und damit IST das passiert, was das Modell vorher sagte - noch früher als erwartet.

Nun aber entsteht aus dieser Asche des Rebounds ein ganz neues Modell, ein Modell mit grossen bullischen Chancen - das Modell des Doppelboden und im S&P500 sogar des Undercuts. Schauen Sie doch selber:

DAX 04.02.16

S&P500 04.02.16

WTI 04.02.16

Noch sind diese "Doppelböden" nicht vollendet. Wenn Sie aber vollendet werden, sind wir in einem ganz anderen Spiel.

Dann können Sie den Gedanken des zu verkaufenden Rebounds streichen, der liegt hinter uns. Dann ist die Grundlage für eine längere und stärkere Aufwärtsbewegung gelegt, die dann mit einer FED korreliert, die in die alte Welt des Stimulus zurück kehrt.

Am Ende kann sich in Monaten trotzdem die grosse Topbildung im S&P500 vollenden, weil all das letztlich nur eine komplexe "rechte Schulter" werden wird. Aber wenn hier ein Doppelboden entstehen sollte, ist das Upside von hier erheblich und sollte nicht verpasst werden.

Im ganz grossen Bild, wird aber alles nur schlimmer, denn genau das ist der "Race to the Bottom", den wir hier erleben und der treibt uns durch die Politik der Notenbanken immer tiefer in ein gruseliges weltweites Problem hinein, aus dem es kein leichtes Entrinnen gibt.

Aber darüber sorgen wir uns später. Heute und hier ist das nicht relevant. Heute und hier ist relevant, dass der Markt nun eine FED einpreist, die selber wieder auf den Stimulus-Pfad geht - Race to the Bottom!

Fazit:

Die grössten Gewinne entstehen immer da, wo die Risiken auch am höchsten sind. Wir haben definitiv so einen Punkt erreicht!

Viele Signale die ich beobachte, deuten auf die Chance einer harten Aufwärtsbewegung in den Märkten im Sinne eines "Doppelbodens". Gleichzeitig sind die Verwerfungen so massiv, dass dieses "House of Cards" der Notenbanken auch zu einem Crash führen kann und wir uns schnell weit tiefer wieder finden.

Wie soll man damit umgehen? Ich sehe auf allen Zeitebenen nur einen Weg. Das kontrollierte Mitgehen mit dem harten Stop unter dem 20.01.16!

Auch das ist keine Garantie und kann völlig schief gehen, es ist für mich aber in Würdigung der Gesamtlage noch die rationalste Strategie, die man im Moment haben kann.

Ganz grundsätzlich gilt aber für uns alle, egal auf welcher Zeitebene: machen wir lieber weniger, als zu viel. Wenn das grosse Geld selber nach einer Richtung sucht, wird die Lage so labil und die Swings so brutal, dass wir nicht hinter jedem Swing hinterher rennen dürfen!

Versuchen wir uns also zur Ruhe zu zwingen und Hektik zu vermeiden. Legen wir uns einen Plan zurecht, den wir gut absichern und dann ziehen wir den durch.

Bis später an diesem wilden Tag.

Ihr Hari

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High Yield Anleihen signalisieren Risiko

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 29.09.15 17:10 in Hari Live und reiht sich in eine Kette von Beobachtungen zum Thema ein.

Aber auch im freien Bereich habe ich den Indikator schon 2013 im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- eingeführt und davon abgeleitet, dass damals noch keinerlei Gefahr für die strukturelle Rally bestand - was dann ja auch eintrat.

Nun, im Herbst 2015 ist die Lage aber anders. Lesen Sie hier:

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Ich habe schon oft über die High Yield Anleihen als Indikator dafür geschrieben, ob wir ein ernst zu nehmendes Problem haben, oder nur eine "Garden Variety" (Feld- Wald und Wiesen) Korrektur vor uns, die man schnell abhaken und deren Dip man mit guten Chancen kaufen kann.

Am Mittwoch 29.07.15 hatte ich vor der Urlaubsphase im Premium Bereich unter dem Titel "Trade with Carl - Short Junk" einen Beitrag, der sich mit dem Shorten des ETFs JNK befasste, der die US High Yielder umfasst und dabei besonders die bedrängten Energie-Unternehmen im Fracking-Bereich im Fokus hat.

Dieser Trade war sehr erfolgreich, wie wir dem folgenden Chart entnehmen können:

JNK 29.09.15

Wir hatten eine perfekte, bärische Gegenbewegung nach dem 24.08., die es aber nicht bis zum Widerstand geschafft hat und dann ging es wie erwartet wieder runter.

Und nun hat der JNK im Gegensatz zum S&P500 schon neue Tiefs erreicht, was unterstreicht, dass wir es aktuell im Markt mit einer ernst zu nehmenden Korrektur zu tun haben, hinter der substantielle Sorgen stehen.

Dass der JNK nun so viel Boden verloren hat und schon zu neuen Tiefs aufgebrochen ist, sollten wir als deutliches Warnsignal nehmen, dass wir in keinem gefahrlosen Bullenmarkt mehr sind, in dem früher oder später jeder Dip zu kaufen ist.

Und dass das in einer Phase passiert, in der die Notenbanken einen guten Teil ihres Pulvers ohne nennenswerte Effekte auf die Realwirtschaft schon verschossen haben, sollte uns im langfristigen Bild nur noch vorsichtiger machen, auch wenn es kurzfristig stark nach Rebound riecht.

Auch die FuW, hat das im -> Chart des Tages <- zum Thema gemacht und wenn wir da von gestiegenen CDS Prämien hören, kommen alten Hasen schnell ungute Erinnerungen an 2007 hoch.

Ich will aber noch einen darauf setzen und die aktuelle Korrektur über den JNK mal in die grössere Perspektive stellen:

JNK 29.09.15 2

Sie sehen eindeutig, dass es nun - im Gegensatz zum Oktober 2014 - "ernst" ist. Wir haben bei den High Yieldern schon heute einen Einbruch, der sich nur noch mit der Lage 2010 zum "Flash Crash" bzw der "Griechenland 1.0 Krise" und mit der Lage 2011 zur Eurokrise vergleichen lässt.

Bei aller berechtigten Erwartung an eine denkbare Wende und ein bald bevorstehendes "Undercut & Rebound" Szenario an den Aktienmärkten, das dann zu einer Jahresendrally führt, sollte uns das vorsichtig genug machen um zu verhindern, dass wir zu gierig jedem Bounce gleich nachlaufen.

Die langsame und stufenweise Erweiterung des Depots mit Qualitätsaktien, lässt sich sicher auch heute rechtfertigen. Dafür sind die Kurse tief genug.

Um aber aus Überzeugung nun Kaufkurse auszurufen, wie das viele Mainstream-Medien in Deutschland schon letztes Wochenende getan haben, ist es nach meiner Einschätzung noch zu früh.

Das endgültige Urteil über diese Korrektur steht noch aus und wir wissen noch nicht, welchen Namen wir beim Fragezeichen mal in der Zukunft hinschreiben werden.

Das nur zur Einordnung für alle, die nun zu gierig nur nach oben schauen. Man kann zur Lage auch kurz und knapp sagen:

Kurz- und Mittelfristige Chancen? Ja!

Es spricht nun viel für eine Jahresendrally, die sich bald (im Oktober) in Bewegung setzen könnte. Und auch ein potentieller Doppelboden entsprechend der -> 2011er Analogie <- hat nun gute Chancen. Der JNK dürfte also kurzfristig auch wieder steigen und eine Gegenbewegung einleiten.

Generelles Feuer frei? Nein!

Auch wenn wir nun eine Jahresendrally sehen sollten und der JNK eine Gegenbewegung vollzieht, kann diese im grossen Bild immer noch nur die rechte Schulter eine Topbildung sein. Auch 2007 kamen die Märkte zum Jahresende noch einmal in die Nähe der Höchststände, bevor es dann 2008 richtig abwärts ging.

Der "Junk Indikator" signalisiert ganz klar strukturelle Gefahr und das sollten wir nicht einfach ignorieren.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 30.08.15 – 05.09.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 30.08.15 - 05.09.15

Freitag 04.09.15 16:10 - Klarheit in Unklarheit

Die US Arbeitsmarktdaten haben alles offen gelassen und keine Frage beantwortet. Am OK Corral gab es nur eine wilde Schiesserei mit ein paar Verletzungen, das Ringen um die Macht in den Strassen von Tombstone, dauert aber an.

Dazu passend handelt der Markt unentschlossen und vor dem langen Wochenende, wird sich kaum mehr jemand wirklich festlegen wollen.

Und trotzdem, wir haben für die folgenden Tage nun weit mehr Klarheit, also noch heute Vormittag. Wie das, werden Sie fragen?

Ganz einfach, weil nun zu über 80% klar ist, dass es eben vor der FED Sitzung am 16./17.09. keine Klarheit geben wird und der Markt damit in einer indifferenten, ängstlichen Seitwärtsbewegung verbleiben könnte.

Sicher andere, Katalysatoren können ihn da heraus bewegen, wenn China nun weiter massiv einbricht und den Renminbi nächste Woche weiter abwerten sollte, dann wird das selbstverständlich Folgen haben.

Aber wenn wir mal annehmen, dass es bis zur FED Sitzung keine anderen, grossen Katalysatoren mehr gibt, dann ist rein aus dem Markt heraus, nun so ein Ablauf wahrscheinlich geworden, der sehr viel mit dem 2011er Ablauf zu tun hat. Eine wilde Seitwärtsbewegung nämlich, bevor ein finaler Undercut die Wende einleitet:

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Hari Live – Archiv 09.08.15 – 15.08.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 09.08.15 - 15.08.15

Freitag 14.08.15 17:00 - Beobachtungen und Links

Die Lage bleibt auch am Nachmittag unverändert. Die Warnungen werden überall immer lauter, auch in den Mainstream-Medien liest man nun allenthalben von diversen Crash-Szenarien, was die nicht unbedingt wahrscheinlicher macht.

Die Indizes eiern herum und wie zu erwarten war, ist der DAX weiter belastet, während die US Indizes sich immer noch nicht entscheiden können, ob sie nun dem Rebound folgen wollen, oder doch wieder einknicken.

Gold steigt erst einmal wieder und es fehlen seit dem Anstieg über 1.100 die markanten Einbrüche. Am Ende ist der Goldpreis aber nur Sklave der EURUSD Relation, echtes Kaufinteresse sehe ich da noch nicht und während ich das schreibe, dreht EURUSD auch schon wieder nach unten und mit ihm Gold in USD.

Wie ich gestern schon sagte, könnte da trotzdem noch was gehen, auch wenn das Metall weiter im Bärenmarkt ist und man davon ausgehen muss, dass es später auch wieder Richtung 1.000 USD abwärts geht. Es wäre aber eher typisch für den Markt, vorher noch Hoffnungen zu wecken und frisches Geld herein zu ziehen, bevor es wieder abwärts geht.

Die nächste Woche ist saisonal eine gute, eine Überraschung nach oben ist also denkbar. Als Arbeitsmodell, sollten wir aber weiter von einer Fortsetzung der "Strasse ins Nirgendwo" nach Seitwärts ausgehen. Und erst wenn der S&P500 wirklich seine Range gebrochen hat, entstehen echte, direktionale Signale, die mehr sind als kurzfristiges Rauschen.

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Hari Live – Archiv 02.08.15 – 08.08.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 02.08.15 - 08.08.15

Freitag 07.08.15 17:10 - Markt, First Solar und GDX

So liebe Mitglieder, der breite Markt eiert hin und her und kann sich nicht entscheiden - wie in Anbetracht der indifferenten Arbeitsmarktdaten zu erwarten war. Zu bemerken ist aber, dass die Momentum-Sektoren wie Biotech heute weiter korrigieren, wir sollten also davon ausgehen, dass der S&P500 erst einmal noch weiter runter zur unteren Begrenzung der Range will. Ansonsten kann ich zur Lage nichts Neues beitragen, wenn der Markt nichts Neues bietet.

Was Einzelaktien angeht, hängt Apple immer noch unentschlossen herum und First Solar bestätigt die Stärke nach den Zahlen. Wenn eine Aktie nach 18% Plus kaum etwas abgibt, heisst das, dass der Markt eine grundlegende geänderte Sicht entwickelt und das ist hier angemessen.

Übrigens, das vom Ego geprägte, so oft anzutreffende Festhalten an Fehlinterpretationen, sehen wir auch wieder bei RBC Capital Markets. Das sind die, die First Solar im Mai mit einem von 54 auf 34 USD gesenkten Kursziel so gedrückt haben, etwas was ich damals sehr kritisch kommentiert hatte. Begründung war damals unter anderem, dass das Unternehmen in der Effizienz der Dünnschicht-Module gegen die billigere Konkurrenz nicht mithalten kann.

Nun wird das "Underperform" bestätigt, das Kursziel aber verschämt von 34 auf 38 USD angehoben. Als Begründung wird erneut die mangelnde Visibilität der Projektpipeline moniert, was nun wirklich nichts Neues ist.

Wir lernen daraus, dass Analysten ebenso wenig gerne einen Fehler eingestehen, wie Anleger. Und während Analysten dann bei Ihren Urteilen bleiben, bleiben Anleger dann bei Verlustpositiionen dabei, weil das Ego dem mit dem Verkauf verbundenen Eingeständnis im Wege steht. Menschliche Natur ist halt universell. 😉

Wenn von zwei Analysten einer (RBC) eine Aktie bei 38 USD sieht und gleichzeitig ein anderer (Needham) bei 70 USD, hat einer von beiden offensichtlich das Geschäft nicht verstanden, die Frage ist nur welcher. Die Zukunft wird es zeigen.

Vor dem Wochenende will ich unseren Blick noch auf einen kurzfristigen Zock in einem der übelst verprügelten Sektoren des Marktes lenken. Es sind die Goldminen.

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