Tastender Anfang



Noch gibt es, nach den ersten 2 Stunden des ersten Handelstages an der Wallstret, noch nicht viel zu sagen.

Wir sehen leichte Schwäche, die aber noch nichts bedeutet und wir sehen mit Rosengren, Lockhart und Evans heute drei namhafte FED-Mitglieder, die mal wieder an die Mikrofone drängen, nachdem Ihnen endlich mal wieder jemand zuhört. 😉

Der DAX hat eine Konsolidierungsstruktur, die wir im Auge behalten sollten. Hier ist die 11.500 wichtig, von der der Index am ersten Handelstag des Jahres so prägnant nach oben weggezogen ist, weil dort Shorts aufgelöst wurden.

Nun scheint das Momentum aber zum Erliegen gekommen zu sein und die Kernfrage ist nun, was wir hier vor uns haben: Den bullischen Retest oder den Einbruch?

Vorher werden wir es nicht wissen, aber das Verhalten um die 11.500 verdient Aufmerksamkeit. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der DAX nicht mehr viel Zeit brauchen wird, um hier eine klare Richtung einzuschlagen und das ist entweder die scharfe Korrektur oder der massive Abflug nach oben, nach erfolgreichem Retest.

Man könnte auch sagen, der Gaul DAX scharrt für mich spürbar mit den Hufen. Das Ende der ruhigen Seitwärtsphase dürfte nahe sein. Passen wir hier genau auf!

Interessant und aussichtsreich, sieht für mich das kleine "Henkelchen" aus, das sich bei den US T-Bonds in Form des ETFs TLT da nun nach kurzer Konsolidierung gebildet hat:

Falls sich das nach oben auflöst - und danach sieht es im Moment eher aus als nach dem Gegenteil - ist da noch ein einiges Upside vorhanden.

Ganz grundsätzlich, als Hinweis für die langfristigen Anleger unter Ihnen, halte ich die US Staatsanleihen (Treasury-Bonds) schon seit Ende letzten Jahres und auch heute weiterhin, für eine gute Idee, um gelassen in 2017 hinein zu gehen.

Hier wurden schon viele Erwartungen an Zinserhöhungen und starke US Konjunktur eingepreist und an einer drastischen Erhöhung der Renditen, kann auch Trump kein Interesse haben, da auch er die Grundrechenarten beherrscht.

Hält man sich dann noch vor Augen, welche Risiken uns gerade in Euroland 2017 bevorstehen, das nach der Wahl in Frankreich durchaus theoretisch auseinander fallen könnte, dann gibt es schlechtere Ideen, als schwer verprügelte US Staatsanleihen aufzubauen.

Zu hoch sollte man den Anteil aber auch nicht werden lassen, denn Staatsanleihen sind immer noch Teil einer riesigen Blase, daran gibt es keinen Zweifel. Unter all den Blinden sind US Staatsanleihen aber noch die "Einäugigen". Und auch das Auseinanderfallen des Euros nach der Wahl in Frankreich, ist keineswegs das wahrscheinlichste aller Szenarien, ich persönlich erwarte eher einen stabilisierenden Sieg Fillons.

Aber dieses Szenario ist eindeutig im Bereich der realen, mit zweistelligen Prozentzahlen unterlegten Wahrscheinlichkeiten in 2017 angekommen und das alleine, sollte uns aufmerksam machen und uns auch in andere Währungsräume diversifizieren lassen, falls wir noch zu stark ein einseitig vom Euro abhängiges Risikoprofil haben.

Auch Gold zeigt übrigens dieses "Henkelchen", was ja kein Wunder wegen des gemeinsamen Nenners der Zinspolitik ist. Hier habe ich aber mal bewusst den Verlauf des Dollar-Index daneben gelegt, um zu schauen, ob sich Gold nun langsam emanzipieren kann:

Hmmm ... könnte sein. Noch nicht so richtig, im Grossen und Ganzen sind beide Entwicklungen noch spiegelbildlich. Aber gerade am Freitag, hat Gold den Einbruch nicht mitgemacht. Das muss noch nichts heissen, das gab es auch schon vorher, kann aber.

Hier also Augen auf. Erst wenn Gold ein Eigenleben entwickelt oder sich beim Dollar eine echte Wende andeutet, die das Bild weiterer Stärke von heute früh negiert, dann gibt es für Gold ein belastbares Kaufsignal.

Was die Goldminen angeht, sieht das Chartbild deutlich positiver aus. Hier haben wir zumindest den Bruch einer Abwärtstrendlinie und der scheint vieleicht nun bestätigt zu werden:

Ich bleibe also bei meiner Haltung vom Jahreswechsel, dass ein erster Fuss im Sektor hier Sinn macht, weil der Geruch der Trendwende in der Luft liegt, das wirkliche Kaufsignal, steht aber noch aus.

Von den hier mehrfach besprochenen Aktien, sehen wir bei Apple eine Fortsetzung dessen, was ich hier am 09.12. in -> einen Bid fangen <- nahegelegt hatte.

Im grossen Bild, ist nach wie vor die Trendfortsetzung mit höherem Hoch über 130 USD auf dem Radar:

Die hier wohlbekannte Exakt Sciences (EXAS), legt nach dem initialen Schub am 04.01., nun nach überraschenden Zahlen einen formidablen Schub hin, der charttechnisch keineswegs überraschend kommt:

Zumindest ein Mitglied scheint die Chance ergriffen zu haben und scheint sich -> hier <- zu Recht zu freuen.

Auch bei 3D Systems (DDD) passiert heute Bemerkenswertes, Hintergrund sind wohl Übernahmegrüchte aus Richtung General Electric (GE).

Was dran ist, kann man nicht wissen und der Markt scheint es nicht so richtig zu kaufen, denn wenn der das glauben würde, würden wir heute 50% Plus sehen und nicht nur 10%.

Aber zumindest ist die Chartstruktur interessant und wenn DDD da heraus laufen sollte, wird es erst so richtig spannend:

Und was macht unsere Micron (MU)? Die will scheinbar das Gap nicht schliessen. Der bullische Druck ist weiter da und könnte sich erneut in die bekannte Richtung entladen: nach oben!

Im Biotech Bereich, ist das Schwergewicht Incyte (INCY) nun aus einer klaren, bullischen Flagge ausgebrochen:

Wer das Prinzip solcher Konsolidierung auch nur ansatzweise verstanden hat, sollte davon nicht zu überrascht sein. Und der kennt jetzt auch den typischen, weiteren Verlauf, ein erneute Konsolidierung nämlich - Rinse, Repeat.

Und was macht unsere First Solar (FSLR)?

Die hat nun nicht mehr viel Raum zum hin- und her-schwanken, eine Entscheidung steht nun an und ich werde mich nicht festlegen, weil die Markttechnik keine klaren Signale vermittelt. Ich lasse mir vom Markt den Weg weisen, um die ersten Prozent geht es nicht bei einer Aktie, die sich von hier verdoppeln müsste, um die Niveaus von vor einem Jahr wieder zu erreichen:

So weit ein erster Eindruck, an diesem ersten Tag. Man hat nicht das Gefühl, als ob sich gegenüber Ende 2016 irgend etwas geändert hätte, eher wirkt das alles so, als ob alles im Takt weiter geht.

Dass dieser Gelassenheit eine Menge Gefahr inne wohnt, habe ich heute in der Lageampel thematisiert. Trotzdem kann ich nur davor warnen, sich zu früh gegen den Markt zu stellen, denn dem ist immer noch etwas zuzutrauen.

Beobachten wir also mal weiter, dann sehen wir schon!

Bis Morgen.

Ihr Hari

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Also doch



Also doch.

Die Interpretation von heute früh, dass der gestrige Tag als "Mean Reversion" noch nicht gereicht hat, war offensichtlich richtig, endlich haben wir heute mal eine Ahnung von Korrektur gesehen.

Wobei diese nun schon wieder gekauft wird, der Aufwärtsdruck scheint nach wie vor hoch zu sein, was unterstreicht, dass die Trump-Rally wohl eher noch Beine hat.

Trotzdem, auch die Tech-Bluechips steigen weiter und die Rüstungs-Aktien korrigieren weiter leicht - die Mean Reversion ist also noch nicht am Ende und das ist kein Wunder so.

Mit beteiligt an der leichten Korrektur, dürften Berichte zu Gerangel um Trumps Kabinett sein. Wobei der "Twist" daraus gleich ein "Chaos" zu machen, wohl eher wieder von den Schreiberlingen kommt, die alles an Trump ganz grundsätzlich ins Katastrophale ziehen wollen.

Treffend scheint mir eher zu sein, was die FuW ein -> Gerangel um Trumps Kabinett <- nennt. Ein Gerangel, das wohl fast natürlich ist, wenn plötzlich so viel zu "verteilen" ist und es keine fest gefügten Machtstrukturen wie in den Parteiapparaten gibt, die alles schon frühzeitig nach partei-internem Proporz vorab verteilt haben.

Eine gewisse Unruhe und ein Gerangel, scheint mir da eher das Zeichen eines lebendigen Prozesses zu sein, wenn wir das in Parteiapparaten nach Machtübernahmen nicht erleben, ist das eher die Totenstille der fest gefügten Machtstrukturen.

Ob es also "normal" oder tatsächlich "Chaos" ist, ist von aussen nicht wirklich zu erkennen, gegenüber diesen Kampfbegriffen wie "Chaos" oder "stalinistische Säuberung", bin ich aber eher skeptisch. Wer das benutzt, dürfte selber ein mediales Süppchen aus Eigeninteresse kochen.

Hier findet sich auch noch eine seriös klingende Darstellung dessen, was da los zu sein scheint: -> US Medien berichten über heftigen Streit <-

In Summe scheint der Markt der Theorie: "Viel Rauch um etwas eigentlich Normales" zuzuneigen. Eine echte Unsicherheitsreaktion, kann man bisher nicht erkennen, bisher ist das heute mehr ein entspannter, kleiner Dip.

Was fällt mir sonst zum heutigen Markt ein?

Wie heute früh schon gesagt, eher wenig.

Die US Staatsanleihen steigen weiter im Sinne der Mean Reversion. Wenn wir auf das Chart des ETFs TLT der Langläufer schauen, ist das aber nichts weiter als eine minimale Gegenbewegung, die problemlos bis 125 USD laufen könnte und es wäre immer noch nichts passiert, das auch nur ansatzweise bullisch wäre:

tlt-16-11-16

Das britische Pfund schiebt auch weiter, es ist selber "tief genug" gefallen und trifft nun auf einen auch schwachen Euro. Eine ideale Kombination für das GBPEUR Währungspaar und wenn ich auf das Chart schaue, scheint es uns nun zu sagen, dass es noch deutlich weiter hoch will:

gbpeur-16-11-16

Cara Therapeutics (Cara) fliegt weiter hoch, das ist ein Fall von "Gewinne laufen lassen". Im Chart, sehen wir den Klassiker von neuem Hoch und höherem Tief und dann den Abflug, so sieht ein neuer Trend aus. Kursziel der aktuellen Bewegung 13-14 USD:

cara-16-11-16

Ja und Leoni, um da noch einmal darauf zurück zu kommen, ist eine herbe Enttäuschung heute. Aber ist auch lehrreiches Anschauungsmaterial, warum Strukturen wie eine iSKS erst dann valide sind, wenn die Nackenlinie wirklich triggert. Und diese entscheidende Ausgangslage ist auch der Grund, warum die Bewegung von hier oft so dynamisch ist. Denn mit guten Zahlen, hätte es heute von hier wohl auch einen starken Schub, nur nach oben, gegeben:

leoni-16-11-16

Wenn wir aber auf einen vergleichbaren Tag am 16.08. schauen, muss das für Leoni noch nicht das Ende der Welt bedeuten. Nur die schöne Ausbruchsstruktur ist nun hinfällig. That´s Life.

Also ...

In meinen Augen setzt sich die erwartetet und gesunde "Mean Reversion" fort. So wie das bisher aussieht, ist es gesund und positiv und steht einer Fortsetzung des initialen Trump-Schubes in der kommenden Woche nicht im Wege.

Warten wir mal ab, bis jemand wie der frühere Goldman Sachs Partner Steven Mnuchin zum Finanzminister ernannt wird. Dann werden die Banken wohl noch einmal einen tiefen Schluck aus der Rally-Pulle nehmen, weil dann das Dodd-Frank Gesetz weitgehend ausgepreist wird.

Für uns gilt also, im Sinne der "World of Donald" weiter zu machen. Und im Hinterkopf zu behalten, dass ebenso wie Kohl in den 80ern den "Spiegel" mit einem Info-Bann belegt hatte, der sich über ihn in sehr unfair-demagogischer Art und Weise als "Birne" lustig gemacht hatte, die New York Times und Washington Post nun nicht mehr zu den bestinformiertesten Blättern gehören werden, was die Internas der Trump-Administration angeht. Unter Obama war das genau anders herum.

Zum Abschluss habe ich noch einen interessanten historisch/statistischen Vergleich der verschiedenen Präsidentschaften von -> Tom McClellan <-. Der ist schon eine knappe Woche alt, die Kernaussage aber nicht weniger aktuell.

Zitat:

Generally speaking, investors respond more favorably at first to getting a new president from a different party. This has to do with celebrating that they got the change they wanted (or so they think). That positive emotion tends to wear off right around inauguration day, when they realize that the new president has not fixed all of the problems already.

The negativity under a new president persists as the year runs on, because of a habit they all seem to have. I have seen this same behavior repeatedly over my lifetime. A new president comes in, and spends his first year “discovering” that conditions are even worse than we were told during the campaign, and then tells us that “the only solution” is whatever package of tax hikes/cuts or spending adjustments he wants to make.

Auf die Gegenwart übertragen heisst das, bis zur Amtseinführung am 20. Januar nächsten Jahres, kann die Vorfreude auf Trumps Stimulus im Sinne einer "Buy the Rumor Rally" noch fröhliche Urstände feiern. Dann aber kommen die Mühen der Ebene und die werden fast sicher etwas Essig in den Wein kippen.

Ein Grund mehr für uns, diese Rally nun nicht an uns vorbei ziehen zu lassen, wer warten will, bis Ende Januar "alles klar" ist, darf das ja gerne tun. Dessen Aktien kaufe ich dann gerne auf und am 19.01. kann er sie dann zurück haben. 😉

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari´s Börsenwetter KW 15


Hier ist das Börsenwetter zur KW 15 2016:

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Erklärung:

Die leichte Senkung des Long-Exposure in der letzten Woche, war erneut in Ordnung. Der S&P500 hat von 2.073 auf 2.048 konsolidiert. Beim DAX, kann man nicht von Konsolidierung sprechen, sondern nur von fortgesetzer Schwäche, die aber letzte Woche von 9.795 auf 9.622 nur mehr mässig ausfiel.

In Summe war es also genau die erwartete Woche mit leichter Schwäche, in der aber nicht viel passiert. Diese wöchentlichen Treffer beim 10 Punkte hin und her im Long-Exposure, haben wir nun schon einige Wochen so. Das generiert im Laufe der Zeit eine nette Überperformance zum Markt - den grossen Unterschied, erzielt man damit aber nicht. Den erreicht man, in dem man einem grossen Abstieg aus dem Weg geht und im Anstieg dann deutlich mehr dabei ist, so wie das im ersten Quartal im Wesentlichen gelungen ist.

Mein Ausblick in die kommende Woche, ist von zwei sich überlagernden Einschätzungen geprägt. Einerseits dem Wunsch, in den Sommer recht neutral hinein zu gehen, sprich bis Mai den Long-Überhang Zug um Zug in Stärke hinein weitgehend abzubauen.

Andererseits aber auch die konkrete Einschätzung der kommenden Woche und in der kann ich mir nach der Konsolidierungs-Bewegung der letzten Woche, mit dem Beginn der Quartalssaison und der OpEx am Ende der Woche, durchaus eine positive Woche vorstellen, die im S&P500 dann endlich den Measured Move bei 2.080 knackt.

Trotzdem ist die Lage am Anfang der Woche noch sehr wackelig, im DAX zum Beispiel kann man klar sagen, dass das Halten der 9.500 nach oben einige Chancen aufmacht, wenn der DAX nun aber doch nach unten durchbricht, haben wir gleich eine ganz andere Lage.

In Summe überlagern sich die beiden Parameter und ich muss gestehen, dass ich dieses Mal hin und her gerissen bin und keine klare Präferenz habe. Am liebsten würde ich heute gar nichts tun und erst am morgigen Dienstag eine Entscheidung nach Lage treffen.

Diese Möglichkeit ist mir aber bei dem wöchentlichen Format verwehrt, so dass ich mich im Zweifel dann doch lieber auf der sicheren Seite irre. Sprich ich verringere das Long-Exposure um weitere 10 Punkte. Ohne die strategische Absicht, in den Mai weitgehend neutral hinein zu gehen, hätte ich aktuell aber eher nichts an der Aufstellung geändert.

Eine weitere Änderung gibt es noch, den Abbau der US Staatsanleihen, den ich schon Freitag im Artikel -> Ende einer diffusen Woche <- angekündigt hatte und dessen Begründung ich daher auch nicht wiederhole, bitte lesen Sie dort nach.

Über das Wochenende, habe ich noch einmal darüber nachgedacht, denn "eigentlich" sieht das Chart des TLT noch nicht zwingend nach einem Ausstieg aus, das könnte auch eine Art "Henkel" sein, der zu neuen Hochs führt. Technisch ist ein Ausstieg also nicht zwingend.

Mit einer FED, die durch Yellen fast alle Zinserhöhungsphantasie schon aus dem Markt genommen hat - und damit das Risiko wieder steigender Zinserwartungen erhöht - und dem massiven und verängstigenden Ungleichgewicht im COT-Report, ist mir die Situation aber zu "heiss". Da irre mich lieber auf der sicheren Seite der kleinen Gewinne.

"Falsch" dürfte diese Entscheidung nur dann sein, wenn der Markt nun klar abstürzt und alles in die Sicherheit der US Langläufer rennt. Nur selbst dann ist die Entscheidung nicht wirklich "falsch", weil wir tauschen ja heute nicht von US Staatsanleihen in risikoreiche Papiere, sondern in Cash und auch mit dem ist man bei einem Einbruch ja gut unterwegs.

Also, Gewinne mitnehmen und abhaken, bei Inflation-Linkern kann man dabei bleiben.

In Summe ergibt sich für die KW 15 damit die folgende Aufstellung:

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Börsenwetter:

Wetterlage: Die Wetterlage scheint immer noch überwiegend ruhig. Zu lange schon ruhig aber, keine Schönwetterphase dauert ewig und der wetterwendische April hat begonnen und "Sell in May" gerät auch auf den Radar.

Aufstellung:

40% Long (-10 Punkte) - Weiterer, langsamer Abbau mit Blick auf Mai

10% Short (unverändert)

10% Ertrag (-10 Punkte) - US Staatsanleihen werden wieder abgestossen und kleine Gewinne mitgenommen.

40% Cash (+20 Punkte)

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Kleingedrucktes

Der Inhalt von Hari´s Börsenwetter erscheint nur einmal die Woche und ist sehr kurz und knapp und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Das Börsenwetter enthält - ohne grosse Herleitungen und Analysen - einfach nur die summarische Essenz meiner Chance/Risiko Betrachtung des Marktes aus einer langfristigen Sicht. Wenn dafür Charts benutzt werden, was nicht immer der Fall sein wird, werden das typischerweise Charts mit Wochenkerzen sein.

Da jede Woche ein Update kommt, kann sich die "ruhige Hand" des Börsenwetters auch wöchentlich verändern, trotzdem versuche ich in meinen Aussagen, einen Radar von einem Monat im Blick zu haben und wilde wöchentliche Änderungen zu vermeiden, solange mich überraschende Geschehnisse am Markt nicht dazu zwingen.

Das ist kein "Musterdepot" mit konkreten Werten, sondern stellt abstrakt die Wetterlage dar. Ich benutze daher ein abstrahierte Prozentsicht, wie viel 100% dann real bedeuten, müssen Sie individuell für sich nach Ihrer Depotgrösse und Ihrer Anlagestrategie entscheiden.

Im "Börsenwetter" gibt es ganz simpel nur 4 Anlageklassen:

(1) Long - Das sind alle Aktien, ETFs, Fonds, mit denen man weniger auf Ausschüttungen, sondern mehr auf Kursgewinne im Laufe des Jahres aus ist.

(2) Short - Das sind alle Anlageformen, mit denen man auf fallende Kurse in obigen "Long-Assets" wettet, sei es gegen Indizes oder einzelne Aktien.

(3) Erträge - Das sind alle Anlageformen, bei denen man auf langfristige Erträge aus ist, die nicht direkt mit dem Aktienmarkt korrelieren. Typischerweise sind das also Anleihen und ähnliche Konstrukte. Ein Kurs- oder Währungsrisiko besteht hier natürlich auch, aber der Ertrag steht trotzdem im Vordergrund.

(4) Cash - Freie Barmittel, die man taktisch verwenden kann.

Thats it!

Was sich dann hinter "Long" oder "Erträge" verbirgt, entscheiden Sie selber. Ich gebe dazu im Rahmen des Blogs immer wieder Hinweise, wo man hinschauen kann.

Wichtig ist nun noch zu verstehen, dass ich die Aussagen zum Börsenwetter so mache, als ob diese 100% Ihr ganzes aktives Vermögen wären. Deshalb wird die Cashquote auch immer hoch sein, weil man immer taktischen Spielraum braucht.

In besonders klaren Bullenphasen, sinkt die Cashquote vielleicht mal auf 10% oder sogar 0%, in der Regel wird sie aber höher liegen. Und in einem 2008er Szenario, besteht ein "Börsenwetter" dann vielleicht aus 60% Cash, 20% Erträge und 20% Short. Das nur als Beispiel.

Völlig klar ist, dass Sie diese Aussagen wie einen Wetterbericht auf Ihre Anlagesituation übersetzen müssen. Nehmen wir mal an, Sie wären ein wohlhabender Bürger, der 1 Million € in einer abgezahlten Immobilie hat, noch einmal 1 Million als abgezinster Geldwert diverser Rentenzusagen, 400.000€ Cash auf einem Tagesgeldkonto hat und dann noch diverse ausserbörsliche Beteiligungen. Und ach ja, dann auch ein Marktdepot im Wert von 500.000€, wegen dem Sie hier Mitglied sind.

Es dürfte klar sein, dass in diesem Fall die Cashquoten des "Börsenwetters" nicht übertragen werden können, weil Sie haben ja ihre freien Mittel ausserhalb des Depots. In diesem Fall, macht eigentlich eine permanente 100% Investitionsquote eher Sinn, die Frage ist dann eher in was man investiert, Long oder Erträge.

Merken Sie sich also bitte, dass die Aussagen des Börsenwetters nicht absolut sind und auch nicht absolut auf Sie zu übertragen sind, sondern wie bei einem Wetterbericht einfach sagen: hier ist ein Hoch/Tief mit so und so viel Hektopascal. Ob Sie aus dem Wetterbericht dann die Schlussfolgerung ziehen ihren Schirm heraus zu holen oder das gar nicht müssen, weil sie sowieso nicht draussen unterwegs sind, ist eine Entscheidung, die das "Börsenwetter" Ihnen eben so wenig abnimmt, wie der Wetterbericht.

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Hari Live – Archiv 08.03.15 – 14.03.15

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Hari Live - Archiv 08.03.15 - 14.03.15

Freitag 13.03.15 17:25 - SKS an der Wegscheide und Wochenabschluss

Der Markt will scheinbar schnell eine Entscheidung hinsichtlich der heute morgen gezeigten SKS erzwingen. So sieht das Bild aktuell aus. Dazu kann man nur OHA! sagen:

S&P500 13.03.15

Faszinierend oder, wie diese Formation sich exakt so zu entwickeln scheint, wie ich das seit Mittwoch antizipiert habe. Ich habe schon oft erklärt, dass der gerade der S&P500 da besonders zuverlässig ist, eben weil dort die Algos schon eine hohe Dominanz haben.

Im Moment sorgt der Aufstieg der Maschinen noch nicht für unerklärliche Bewegungen, sondern eher dafür, dass schon bekannte Formationen und Bewegungen noch deutlicher ausgeschöpft werden.

Denken wir aber bitte bei aller Symmetrie im Chart daran, dass eine SKS erst dann existiert, wenn diese erstens getriggert wurde und zweitens im Retest bestätigt. Denn mein Instinkt flüstert mir immer noch ein, dass der Markt sich vor der FED noch nicht wirklich entscheiden will, sondern lieber noch ein paar Pirouetten hinlegt.

Wenn man allerdings der Theorie folgt, die unser Mitglied "Tibesti" im Forum indirekt angedeutet hat - nach der "die grossen Jungs" rund um Goldman und JPM sich hier den Markt bewusst für einen "No-Rate-Hike-Still-Patient-Snapper" am kommenden Mittwoch zurecht legen - dann hätten diese durchaus das Interesse, den Markt nun erst einmal durchfallen zu lassen - ums so schöner ist dann das "V for Victory".

Aber das ist alles Spekulation und ich kann nicht dazu raten, nach solcher Spekulation zu handeln, auch wenn sie durchaus vorstellbar ist. Wir sollten uns an den Markt halten und wenn die SKS triggert und bestätigt wird, zeigt das erst einmal nach unten im S&P500.

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Hari Live – Archiv 12.10.14 – 18.10.14

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Hari Live - Archiv 12.10.14 - 18.10.14

Samstag 18.10.14 14:00 – Earnings Week, Apple & FED

Nächste Woche steht im Zeichen der Quartalsberichte und der positiven Antizipation der FED Sitzung vom 28./29. Oktober in der folgenden Woche.

Hier ist eine Liste der Bluechips aus US Sicht, die nächste Woche berichten: -> Earnings Week <-

Am Montag geht es nach Börsenschluss gleich mit Apple los. Die Verkaufszahlen zum iPhone 6 waren wahrscheinlich extrem gut, hier in Deutschland sind die Geräte bei vielen Händlern immer noch nicht lieferbar und ausverkauft. Viel geht davon zwar nicht in das Q3, aber den Ausblick auf Q4 sollte es beeinflussen.

Der grosse Versandhändler Cyberport hat beispielsweise vor Kurzem den grossen Schwall seiner Kunden, die schon im September bestellt haben, auf Lieferung 28.11. verschoben! Apple selber liefert mittlerweile relativ zuverlässig und zügig, schöpft damit aber scheinbar den grössten Teil der Fertigung ab, so dass für die unabhängigen Händler nichts mehr übrig bleibt.

Einziger Begrenzungsfaktor für eine sensationelle Verkaufszahl ist da halt nur die begrenzte Fertigungskapazität. Aber bei der Loyalität der Apple Kunden, sind das dann halt die Umsätze des kommenden Quartals.

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US Staatsanleihen – Wenn überhaupt Bonds, dann aktuell diese!

Der folgende Artikel erschien Freitag 05.09.14 09:50 in Hari Live

Der grosse neue Konsens, der sich an den Märkten gerade bildet, ist ein gegenüber dem USD fallender Euro. Und ist eine EZB, die gerade in ein QE einsteigt, während die FED versucht, ganz langsam den Ausstieg zu orchestrieren. Ich bezweifele zwar stark, dass die FED es real tun kann, weil der Druck des weltweiten "Race to the Bottom" selbst der mächtigen FED nicht erlaubt, sich zu weit gegen den Rest der Welt zu stellen, aber das ist eine andere Geschichte. Die Grundtendenz ist wie oben beschrieben und könnte noch Monate so andauern.

Nun ist dieses Wissen aber mittlerweile Mainstream, weswegen die Zeit reif für eine böse Gegenbewegung ist, die das zu hohe Vertrauen in diese Richtung mal wieder erschüttert und insbesondere die EURUSD Shorties mal so richtig durchschüttelt.

Nach so einer - für starke Trends ganz typischen - scharfen Gegenbewegung, spricht aber viel dafür, dass sich der Trend USD hoch und EUR runter weiter fortsetzt. Die Gründe liegen (siehe oben) in der divergenten Politik der Notenbanken begründet.

Um zu erkennen, wie verzerrt und irreal die Lage dabei aktuell schon ist, muss man sich nur mal auf der Zunge zergehen lassen, dass Sie derzeit für die klassischen 10-jährigen Staatsanleihen in den US über 2% Rendite bekommen (was ja noch eine ganz respekttable Rendite ist) für die gleichen Anleihen Frankreichs aber ein Prozent weniger, also etwas über 1%. Das hat mit Marktpreisen, die sich an den wirtschaftlichen Realitäten orientieren, schlicht gar nichts mehr zu tun und ist das Ergebnis der Notenbank-Interventionen. Selbstverständlich ist das objektive Risiko einer zehnjährigen französischen Anleihe weit höher, als das einer US Anleihe, die in der Weltleitwährung notiert. Und Risiko müsste ohne den Eingriff der Notenbanken auch bezahlt werden.

In diesem Ungleichgewicht liegt nun aber auch Chance. Denn dass die US Renditen schnell gegen 3 oder 4% klettern, ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich, weil auch die US bei 4% wohl ein Problem mit der Schuldentragfähigkeit bekommen würden - siehe oben, das sind genau die Begrenzungsfaktoren, die mich zweifeln lassen, ob die FED überhaupt die Zinsen ernsthaft erhöhen kann.

Damit haben die US Treasury Bonds aber sogar wieder ein Kurspotential, wenn die Renditen doch wieder fallen sollten. Weiterhin macht eine Anlage in US Treasury Bonds vom Euro aus dann doppelt Sinn, wenn der Dollar weiter steigt und der Euro sich weiter abschwächt.

Deshalb schauen wir nun doch mal auf einen ETF für 10-jährige US Treasury Bonds, hier den -> iShares USD Treasury Bond 7-10yr (A0LGQB, IBTM). Ich zeige ihn hier mit Kursen in Mailand, weil ich so die Darstellung in Euro bekomme:

IBTM 05.09.14

Und war wir sehen ist durchaus faszinierend. Die Chartstruktur lässt nun die Gegenbewegung zu, die die Entsprechung eines Short-Squeeze bei den überdehnten EURUSD Short Wetten ist. Dann aber könnte sich die Bewegung fortsetzen, was den IBTM aus Sicht einer Notierung in EUR weiter nach oben bringen sollte.

Für ein diversifiziertes Investmentdepot, könnte eine kleine Position in US Treasuries also gar nicht mal die schlechteste aller Ideen sein.

Im grossen Bild sind Staatsanleihen derzeit sicher weit weniger attraktiv als Aktien und grosse Bestände an derartigen Anleihen sind im Depot eher zu reduzieren, als weiter aufzubauen. Wer aber nur zu einem kleinen Teil Anleihen dem Depot beimischen will, findet in den US Treasury Bonds mittlerer Laufzeit derzeit noch ein halbwegs akzeptables Angebot. Von Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, kann man das in meinen Augen dagegen derzeit eher nicht sagen. Die beinhalten nur renditeloses Risiko. 😉

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Hari Live – Archiv 31.08.14 – 06.09.14

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Hari Live - Archiv 31.08.14 - 06.09.14

Freitag 05.09.14 16:40 – Gilead Sciences (885823, GILD)

Ebenso bemerkenswert wie verdächtig, ist der Einbruch der beim Biotech Riesen Gilead Sciences heute zu beobachten ist:

gild 05.09.14

Schon gestern kündigte sich das an und heute nimmt die Bewegung Fahrt auf. Andere Aktien des Sektors wie Celgene sind zwar heute auch nicht stark, aber weit von einem Einbruch wie bei GILD entfernt.

Nun kann das natürlich ein rein technischer "Strömungsabriss" sein, der eine Stop-Kaskade ausgelöst hat, so richtig überzeugt bin ich von der Theorie aber nicht. In dem ganzen undurchsichtigen Umfeld von Genehmigungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA bis zu Patentklagen von Mitbewerbern, gibt es viel Raum für bedeutendes Insiderwissen, dass den breiten Markt erst später erreicht.

Insofern sehe ich hier ein relevantes Risiko, dass auf diese Bewegung ein erneuter Einbruch folgt, wenn dann die Fakten den breiten Markt erreichen.

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Hari Live – Archiv 18.08.13 – 24.08.13

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Samstag - 24.08.13 15:00 - Frau und Macht

Mal ein heikles Thema, mit dem "Mann" sich leicht ins Fettnäpfchen setzen kann. Aber ich habe keine Scheu vor Fettnäpfen.

Ausserdem hat meine Diva zu Hause den Inhalt ausdrücklich freigegeben. Insofern muss ich keine Züchtigung fürchten. 😉

Es ist das Thema Frau und Macht und wie SIE diese Macht ausdrücken darf.

Marissa Mayer von Yahoo hat da - in meinen Augen - etwas Mutiges und auch Kluges getan. Sie setzt sich über die Konventionen hinweg und lässt sich in der Vogue ablichten. Durchaus züchtig, aber eben doch als schöne Frau.

Mayer ist sehr intelligent und das ist selbstverständlich ein ganz bewusst gesetzter Stilbruch. Sie lädt damit das Image Ihres Unternehmens Yahoo auf, zu dem das Image von Modernität, Schönheit und Lebensfreude sehr gut passt. Bzw. es hilft dem Unternehmen, wenn die Kunden das mit Yahoo verbinden.

Denn Yahoo ist ja kein Beerdigungsinstitut und nebenbei bekommt das Unternehmen so Aufmerksamkeit. Und mit Sicherheit sind diesem Schritt ausführliche Analysen zur Zielgruppe und ihrer Reaktion darauf voraus gegangen. Die "Zahlenfetischistin" Mayer ist garantiert niemand, die so etwas aus dem Bauch heraus macht, Mayer tut nichts "einfach so".

Lustig und vielsagend sind jetzt die berechenbaren Reaktionen zu beobachten. Ich habe bewusst zwei Frauen dabei ausgesucht, täte ich es nicht, würde ich mich gleich wieder diverser Unterstellungen aussetzen. 😉

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Charts des Sommer – US Staatsanleihen, Volatilität und US Oil

Schauen wir heute früh mal wieder auf die wichtigen Entwicklungen an den Anleihen und Rohstoffmärkten, die den Aktienmarkt massiv beeinflussen und hohe Aufmerksamkeit erfordern.

Zunächst erneut ein Blick auf die langlaufenden US Staatsanleihen, hier dargestellt anhand des ETFs TLT. Sie sehen, dass die Renditen weiter steigen (=Kurse fallen) und das schafft zwei grosse Probleme. Erstens dämpft es durch höhere Zinsen die gerade angelaufene wirtschaftliche Erholung und zweitens verteuert es mittelfristig den Zinsaufwand des sowieso überschuldeten Staates, wenn auslaufende Anleihen refinanziert werden müssen.

Bernanke ist es also trotz seiner Rede als "Taube" im Juli nicht gelungen, denn Aufwärtstrend bei den Renditen zu stoppen. Das wird in der FED für erhebliches Kopfkratzen sorgen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED eher noch mehr Geld auf den Markt wirft, als das sie wirklich zur Reduktion (Tapering) der Anleihekäufe schreitet. Wie abhängig der Markt geworden ist, können Sie sich klar machen, wenn Sie sich vorstellen was passieren würde, wenn die FED nun ihre Käufe einstellen würde. Dieses Chart würde dann wohl zu einem Gemetzel werden !

TLT 06.08.13

Als zweites schauen wir auf die Volatilität in Form des VIX seit 2008, die nun nahezu historische Tiefststände erreicht hat. Haben Sie nicht auch den Eindruck einer geradezu unwirklichen Ruhe am Aktienmarkt ? Dieses Chart beweist es.

Gäbe es eine einfache Möglichkeit für Privatanleger, sinnvoll den VIX (oder VDAX) abseits von Futures Long zu gehen, wäre das wohl mit Horizont von 6 Monaten ein nahezu sicherer Trade. Nur gibt es diese Möglichkeit genau aus diesem Grund nicht, denn um im VIX Long zu gehen, bräuchte es ja eine Gegenpartei - in der Regel eine Bank. Und warum sollte die das tun ? Es gibt zwar Zertifikate auf die Volatilität, aber die haben einen massiven "Decay" und so hohe interne Kosten die der Absicherung der Bank dienen, dass eine Investition keinen Sinn macht und nur Verlust produziert, ausser man erwischt wirklich exakt den Tag bevor der VIX nach oben springt. Das kann aber niemand und wäre reines Glück.

VIX 06.08.13

Und zum Schluss erneut ein Blick auf Öl, hier US Light Crude Oil, das neben Gold einer der besten Indikatoren für Inflationserwartungen ist. Diesen Chart habe ich schon mehrfach gezeigt und Sie sehen nun, dass der Ausbruch bestätigt zu werden scheint. Die Konsolidierung oberhalb der Ausbruchszone deutet kurzfristig auf weiter steigende Preise hin. Gleichzeitig hat US Oil aber einen guten Trackrecord um bedeutende Market Tops zu indizieren, oft lief ein Peak bei Öl einem Market Top ein paar Monate voraus. So war es zuletzt 2008 und 2011.

US Oil 06.08.13

Und warum ist das alles nun so wichtig werden Sie fragen ?

Ganz einfach. Wenn die Anleihenrenditen (und damit Finanzierungskosten für Unternehmen) weiter steigen und wenn die Grundstoffe wie Öl wieder teurer werden, dann wird das einem US Aktienmarkt der sowieso schon nach oben überdehnt ist und auf historischen Höchstständen notiert, die Luft für weitere Anstiege abschneiden. Dann erhöht das ganz massiv die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den Indizes gerade das "letzte Hurrah" einer lange andauernden Aufwärtsbewegung erleben.

Und weil dieser Zusammenhang existiert, ist es so wichtig auf diese Charts zu schauen.

Ihr Hari

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Wohin treiben inflationäre Erwartungen DAX, S&P500 und Co. ? Parallele zu 2011 ?

Sie werden fragen: Welche inflationäre Erwartungen ? Die Antwort ist, die Erwartungen, die Ben Bernanke vorgestern Abend ausgelöst hat und die zu dem grossen Schub an den Märkten geführt haben.

Denn darum geht es, einem aufmerksamen Beobachter der Märkte wird nicht entgehen, wie Bondrenditen, Gold und Öl gleichzeitig steigen, das typische Zeichen inflationärer Erwartungen. Und auch ganz typisch, auch Aktienmärkte steigen am Beginn inflationärer Entwicklungen. Das ändert sich erst im Verlauf, weil die drastisch steigenden Öl und Rohstoffpreise dann in einem inflationären Spike die Konjunktur abwürgen.

Sie werden auch fragen: welche Inflation überhaupt ? Stimmt, aber darum geht es nicht. Treue Leser von Mr-Market haben verstanden, dass die Finanzmärkte keine Fakten einpreisen, sondern Erwartungen. Wie hoch die Inflationsrate derzeit ist, interessiert niemanden mehr. Die Kurse werden durch die Erwartung gemacht, wie die Inflation sich in Zukunft entwickeln wird. Und aufgrund dieser Erwartungen passt der Markt nun auch die Preise von Öl und Gold an. Ob diese Erwartung dann auch eintrifft, ist eine ganz andere Frage. Zu dem Zeitpunkt wo der Markt daran Zweifel bekommt, wird er auch seine Preisfindung entsprechend anpassen.

Und genau an dieser Stelle hat Ben Bernanke vorgestern massiven Impact erzeugt, als er klarstellte, dass die FED solange auf dem Gaspedal bleibt, bis die erwünschte Inflationsrate von 2% wieder erreicht ist. Die Märkte haben sofort begonnen das einzupreisen. Letztlich hat Bernanke damit wiederholt: es wird keine Deflation geben, weil er keine zulässt. Oder anders formuliert: im Zweifel schmeisst er noch mehr Liquidität auf den Markt. Wobei dann Bernanke wohl nicht mehr im Amt ist, er meinte damit eher Janet Yellen, die nach einem im Markt kursierenden Bonmot dazu neigen soll, Geldsäcke aus B52 Bombern abzuwerfen, statt nur so einen kleinen Helikopter wie Bernanke zu benutzen. 😉 Wer es nicht weiss, Yellen ist derzeit die Favoritin auf die Nachfolge von Bernanke.

Das es hier um inflationäre Erwartungen geht, kann man auch wunderbar an den Bondrenditen der langlaufenden US Staatsanleihen ablesen, die sich trotz der Intervention Bernankes kaum nach unten bewegt haben. Im übrigen ist es wichtig, einen bedeutenden Zusammenhang zu verstehen. Die US Kreditinstitute sitzen auf Horden von Cash, daran mangelt es nicht. Nur lohnt sich das Kreditgeschäft bei den Minizinsen auch nicht sehr, denn je geringer der Zins, desto geringer auch die Marge für die kreditgebende Bank. 10% aus Minizinsen sind halt weniger als 10% aus hohen Zinsen. Steigende Marktzinsen kurbeln das Kreditgeschäft also erst einmal kräftig an, erstens weil sich die Bürger noch schnell günstige Kredite besorgen wollen und zweitens weil die Banken mehr daran verdienen und mehr Interesse haben, die Kredite auch an Kunden mit geringerer Bonität auszureichen.

Erst im weiteren Verlauf, wenn die Zinsen weiter steigen, kehrt sich das ins Gegenteil, irgendwann sind zu hohe Zinsen dann wieder negativ für alle, weil sie die Wirtschaft abwürgen. Aber zunächst einmal spülen vom Tiefpunkt anziehende Zinsen jede Menge Liquidität aus dem Bankensystem in die Hände der Verbraucher. Und das bedeutet ? Genau: steigende Inflation.

So hat der Markt also vorgestern Abend mit einem Schlag auf Inflationserwartungen umgestellt und alles was wir derzeit an Kursbewegungen sehen, muss man vor dem Kontext werten. Bernanke hat also tatsächlich mal wieder eine temporäre Zeitenwende an den Märkten hervor gerufen. Und man muss diese Zusammenhänge verstehen, sonst stochert man recht planlos in der Gegend herum. Charttechnik von Aktien alleine, reicht halt auch nicht, sie ist ein wichtiges Element, aber eben nur ein Element eines konsistenten Marktverständnisses.

Was diese Entwicklung nun potentiell für die Indizes und damit unsere Depots bedeutet, will ich mit den Premium-Mitgliedern anhand drei grosser, langfristiger Charts besprechen. Sie werden staunen, welche Parallelitäten sich da ergeben ....

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