Perlen Reloaded – Über Hopium, Gold und JP Morgan



Hier ist der achte Artikel der Reihe "Perlen Reloaded", in der alte Artikel und Themen wieder ans Licht der Gegenwart geholt werden.

Er stammt aus dem September 2013 und damit aus einer Zeit, als noch nicht ganz klar war, dass Gold so massiv nach unten wegbrechen würde. 2013 war ja sozusagen ein Vorläufer von 2017, ein Jahr in dem es an den Asset-Märkten durchweg nur hoch ging.

Gerade im Forum war damals für mich bei Ihnen noch viel bullische Erwartungen an Gold zu spüren, die Erinnerung an die lange Rally halte noch nach. Diese falschen Hoffnungen waren etwas, wovor ich Sie unbedingt bewahren wollte und daher deutliche Worte gefunden habe.

Der Artikel thematisiert daher am Beispiel Gold den Fehler "Hopium" zu atmen, wenn wichtige technische Marken brechen. Für neue Mitglieder, "Hopium" ist eine meiner Wortschöpfungen - eine Kombination aus "Hope" und "Opium" und eine Metapher dafür, dass wir uns Dinge zu lange schön reden und die Realität verleugnen.

Lesen Sie also noch einmal die Lage bei Gold damals, als an der Comex mal wieder die "grossen Jungs" am Spieltisch gerüttelt haben. Und sehen Sie im Nachgang, was daraus dann geworden ist.

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Samstag - 14.09.13 09:30 - Über Hopium, Gold und JP Morgan

Ich komme vom Thema Gold wohl nicht so schnell los. 😉 Grund ist, dass mir Signale, die ich von mehreren von Ihnen über Kommentare empfange bzw. daraus ableite, etwas Sorgen machen. Und ich sorge mich wirklich um Sie und schreibe deshalb auch am Samstag Vormittag noch etwas.

Schauen wir noch einmal was hier passiert ist:

Gold 14.09.13

Bis vorgestern in der Früh, war die Markttechnik voll intakt. Und der Goldpreis für mich damit hervorragend antizipierbar. Sie haben das ja hier live immer wieder erlebt.

Gold hatte ausreichend korrigiert, sass auf der Aufwärtstrendlinie. hatte seinen ruhigen Inside-Day gehabt und setzte am Abend mit einer Bewegung bis 1365 zum Schub nach oben an, exakt nach dem gleichen Gameplan, wie beim letzten zyklischen Tief.

Dann kam nach 7 Uhr in der früh (und damit exakt im kleinen Zeitfenster ausserhalb des US Handels, ausserhalb des asiatischen Handels und ausserhalb des europäischen Handels - was für ein Zufall ;-)) diese Einzelorder in den Markt. Eine Einzelorder deren einziger Sinn wohl war, dem Markt genau in diesem Moment einen Stoss zu geben. Denn als Verkauf um einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen macht das wenig Sinn. Da hätte man gewartet bis mehr Liquidität im Markt und dann in kleineren Stücken verkauft, um den Kurs nicht massiv absacken zu lassen. Nein, da wollte ganz eindeutig jemand am Spieltisch rütteln. Genau das gleiche Spiel, das auch schon im Frühjahr gelaufen ist.

Damit wurde die Chartstruktur des Goldpreises schwer beschädigt. Nun ist die Trendlinie gebrochen. Nun haben wir eine negative Divergenz im RSI. Nun liegen wir unter der für den Markt wichtigen 50-Tage-Linie. Achten Sie mal darauf, wie lange der Markt brav darunter geblieben ist.

Damit wurden alle auf dem falschen Fuss erwischt, die nun auf das Trendtief gesetzt hatten. Also sie wie ich. Weiter unten habe ich noch einen Link zum Thema dieser "Bastarde", die da am Spieltisch rütteln können, weil sie zu gross sind. Aber darüber will ich zunächst nicht reden.

Reden will ich über die Droge "Hopium" die einige von Ihnen nun vermutlich inhalieren. Und die ich nicht inhaliere, denn ich kenne ihre zerstörerische Wirkung auf das Depot. Denn was habe ich getan ?

Ich hatte es schon geschrieben. In dem Moment wo ich in der Frühe diesen Einschlag sah, habe ich sofort die Positionsgrössen reduziert und meine Hedges wieder hochgefahren. Ich habe also sofort die Verluste begrenzt. Deswegen sitze ich nun emotional gelassen hier und kann abwarten, ob die Walfische den Markt zum Einsturz bringen, oder ob er nach der späten Rally am Montag dreht.

Um es kurz zu sagen: meine Angst weiterer Verluste ist höher, als die Angst bei der Gegenbewegung am Anfang etwas weniger zu gewinnen. Und so sollte es sein.

Und nun komme ich zu Ihnen. Ich vermute, einige von Ihnen werden wie ich am Donnerstag von dieser Volte überrascht worden sein und sitzen nun mit ihren Positionen unter Wasser. Und atmen nun Hopium. Hopium heisst, Sie hoffen und beten und zittern, dass der Markt sie am Montag errettet und nun das Reversal kommt.

Und das ist : FALSCH, FALSCH, FALSCH! Ich kann das gar nicht genug betonen !

Das Problem ist dabei nicht, nun im Markt zu sein und auf die Wende zu wetten. Wenn man das bewusst tut (ich habe das mit einer Silber-Position gestern Abend erneut gestartet) und das mit einer bewusst gewählten Positionsgrösse tut, ist alles wunderbar. Das ist ein Trade und gut ist es.

Falsch ist es aber, wenn eine Position in der man sowieso an die Grenzen der eigenen Risikotoleranz gegangen ist (weil man sich davon so viel versprach) gegen einen läuft, dann auf Hoffnung (Hopium) zu setzen um errettet zu werden. Oder noch schlimmer, in Form eines "Revenge Trades" nachzulegen, um den Verlust wieder wett zu machen. Das sind Aktionen die ins Desaster führen !

Richtig ist, Verluste sofort kalt zu begrenzen, wenn das Risiko steigt ! Und die Menge Kapital die man im Markt hat, immer vom Risiko abhängig zu machen. Das nennt man Risikomanagement. Und dieses Risikomanagement hält die Psyche zusammen. Wer aber Hopium inhaliert wird zerstört und ist genau dann emotional nicht mehr in der Lage beherzt zuzupacken, wenn es dann erforderlich ist und die Chancen da sind.

Dieses Risikomanagement macht bei dem exakt gleichen Trade den Unterschied zwischen jemandem, der wie ich nun zwar einen Teil seiner Gewinne abgeben musste, aber immer noch im Plus sitzt und nun emotional gelassen ist. Und jemandem, der nun im Minus sitzt und emotional schwitzt. Und ich mache mir Sorgen, dass es einigen von Ihnen nun so geht und Sie das Falsche tun. Und ich möchte, dass Sie lernen, das Richtige zu tun ! Dafür bin ich hier da. Ich habe keine Macht über Bastarde im Markt, die den Spieltisch zum wackeln bringen. Ich weiss aber damit umzugehen, denn diese Bastarde sind überall, nur nicht immer so gut zu erkennen wie aktuell.

Soweit meine damaligen, sehr mahnenden Worte. Und jetzt zeige ich Ihnen, wie es dann bei Gold weiter ging:

Wir sehen einen wunderbaren Abwärtstrend, mit "Retest" und "Last Gasp" und einem Tief viel weiter unten - eine Bewegung die mit dem Bruch der Trendlinie unter Volumen begonnen hat.

Die Botschaft des Artikels ist also immer noch aktuell:

Wir folgen der Price-Action und atmen kein Hopium.

Verluste sind dazu da, hart begrenzt zu werden!

Und die Wahrheit liegt auf dem Platz!

Amen 🙂

Ihr Hari

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Von Quartalszahlen und vom Gewinne laufen lassen



In so Hochphasen der Quartalsberichte wie aktuell, bin ich immer Hin und Her gerissen, wie ich Ihnen gegenüber damit kommunikativ umgehen soll.

Im einen Modell, wähle ich nur ganz wenige Einzelfälle aus, die ich dann intensiver betrachte. Alles andere ignoriere ich dann, auch wenn es hoch interessante Unternehmen sind.

Im anderen Modell - das ich derzeit hier verfolge - spreche ich doch eine Reihe der Zahlen an und versuche bei den hier im Blog besonders beachteten Werten das Wesentliche nicht zu unterschlagen. Zwangsläufig streife ich die Aktien dabei nur oberflächlich, also mehr Breite und mehr Ideengenerator, denn Tiefe.

Ich verfolge derzeit das zweite Modell, weil ich denke dass ich für viele von Ihnen auch "Auge im Markt" bin. Sprich Sie haben mit ihrem Beruf gar nicht die Zeit, all die Dinge mitzubekommen die passieren und die ich mitbekomme. Ein wesentlicher Wert von Mr-Market ist ja auch, dass alleine in dem Sie hier mitlesen, statt zielllos durch hunderte Seiten zu klicken und Zeit zu vergeuden, Sie mit mir immer einen zuverlässigen, kompetenten Blick auf das Marktgeschehen haben, der frei von wirtschaftlichen Interessen ist.

Wenn man also die Frage beantwortet, was Ihnen Mr-Market bringt, wäre neben inhaltlicher Erkenntnis und Ideen die Antwort auch: Ich spare Ihnen Zeit. Und Zeit ist Geld.

Und weil das so ist, denke ich dass der oberflächliche Parforceritt durch den Zahlenreigen für die Mehrheit hohen Wert hat. Es verschafft Überblick und generiert Ideen.

Nach Feedback dazu im Forum zu fragen, macht weniger Sinn, denn die, die im Forum aktiv schreiben sind auch eine selektierte Teilmenge derer, die sich eher mehr mit dem Markt beschäftigen. Sprich je aktiver im Forum, desto wahrscheinlicher haben Sie einen eigenen Blick auf den Markt. Gerade die die schweigen aber, profitieren von dem Überblick wahrscheinlich am Allermeisten. So sieht zumindest mein Bild aus, nach dem ich hier agiere.

Nun zu den heutigen Quartalszahlen, die sich zwischen (Vor-)Mittags und Abends nach Handelsschluss wie folgt aufteilen:

(Vor-)Mittags:

Agenus (AGEN), Alstom, Ambev (ABEV), Andritz, BMW, BT Group (BT), Chesapeake Energy (CHK), CompuGroup, Draegerwerk, Elmos, Gartner (IT), HSBC, Incyte (INCY), Infineon, Kellogg (K), McEwen Minung (MUX), Mobileye (MBLY), Orbital ATK (OA), Quanta Services (PWR), Regeneron (REGN), Rheinmetall, Siemens, Societe General, Statoil, Swiss Re, TAG Immobilien, Teledyne (TDY), Telenor, Viacom (VIA)

Abends:

Acadia (ACAD), Activision Blizzard (ATVI), Applied Optical (AAOI), Emergent Biosolutions (EBS), Herbalife (HLF), Impinj (PI), Marathon Oil (MRO), Motorola (MSI), Ovascience (OVAS), Sierra Wireless (SWIR), Stericycle (SRCL), Ubiquiti (UBNT), Universal Display (OLED),

Den österreichischen Anlagenbauer Andritz hatte ich vorgestern schon im -> uninspirierten Zahlenmix <- als Ausbruchschance im bullischen Blick. Heute nun kamen -> gute Zahlen <- und trotz eines verhaltenen Ausblicks reisst der Markt die Aktie um 5% nach oben:

So ist das eben, wenn ein Ausbruch im Spiel ist, das nennt man "Markttechnik" für die, die den Zusammenhang noch nicht sehen. *Gotcha* fällt mir dazu nur ein. 😉

Auch BMW war hier ja zuletzt Thema und zwar vor einer guten Woche in -> Steuerreform! <- mit dem Grundtenor, dass wenn unbedingt deutsche Autobauer, dann aufgrund des Charts BMW. Nun hat auch BMW -> gute Zahlen <- geliefert und das mittelfristige Chart sieht immer noch brauchbar aus:

Draegerwerk ist einer der grossen Treffer hier der letzten Monate, auch wenn ich das zuletzt nicht mehr thematisiert habe. Schauen Sie mal auf das Chart gezeigt in -> Na geht doch - vielleicht <- vor einem guten halben Jahr Anfang Oktober letzten Jahres. Auch das war eine Sicht der Markttechnik auf die Situation.

Danach habe ich noch mehrfach den dann anlaufenden Ausbruch thematisiert, zuletzt aber nicht mehr viel dazu gesagt, was gibt es auch zu sagen, wenn eine Sache einfach läuft?

Denn nun hat Drägerwerk heute -> mit den Zahlen den Turnaround bestätigt <-, den wir dank Markttechnik schon lange vorher gesehen haben.

Und so sieht nun das Chart aus, den 10.10.16 habe ich mir erlaubt zu markieren. 😉

Das darf man wohl mit Fug und Recht einen krachenden Erfolg nennen. Und was lernen wir daraus?

Erstens, dass die Markttechnik unser Hirte ist, denn ob eine Aktie einen Turnaround vollzieht, ahnen die Kurse schon Monate bevor die echten Zahlen diesen bestätigen.

Zweitens, dass auch hier das OBV als Indikator wieder eine klare Bestätigung war, die insbesondere während des Anstiegs beachtet werden musste, damit man dabei bleibt. Denn wenn das grosse Geld nicht verkauft, warum sollte man selber?

Stellt sich nur die Frage, wer den Mumm hatte hier mitzugehen und zumindest bis zum Measured Move bei ca. 90€ dran zu bleiben, wo das doch mit Ansage und recht eindeutig war. Alles über 90€ ist nun reine Kür, aber die 90€ hätte man gut mitgehen können.

Falls Sie an Drägerwerk dran waren und trotzdem nicht dabei geblieben sind, ist das *warum* eine der wichtigsten Fragen, denen Sie sich jetzt stellen sollten. Denn genau das ist das "Gewinne laufen lassen" Problem und wer dann, wenn er Gewinner hat, diese nicht ausreichend ausschöpfen kann, wird sich immer schwer tun am Markt auf einen grünen Zweig zu kommen.

Die Regel heisst eben "Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen". Und nicht "Verluste aussitzen und Gewinne schnell mitnehmen". Leider ist letzteres das, was uns unser Affenhirn immer wieder einflüstert und auch deshalb ist Börse so schwer für uns.

Bei Rheinmetall bekomme ich langsam inhaltliche Fragezeichen, wie ich das vor 2 Monaten in -> von Pirouetten und Rheinmetall <- ausführlich dargestellt habe. Bitte lesen Sie das noch einmal, falls Sie das nicht kennen.

In dem alten Artikel sehen Sie aber auch meinen Blick auf die Markttechnik, der eindeutig positiv war, grundlegende strategische Fragezeichen hin oder her.

So ist es dann auch gekommen, die heutigen -> Zahlen sind dank Rüstungsgeschäft sehr positiv <- und man mag sich gar nicht vorstellen wie Rheinmetall dastehen würde, wenn ein Zukauf im Rüstungsbereich möglich gewesen wäre und man den Autozulieferer hätte abstossen können.

Aber selbst das hat genügt, um Rheinmetall massiv nach oben heraus zu drücken und die 80€ zu nehmen. Auch hier hat die Markttechnik und das OBV den Weg gewiesen:

Strategische Fragezeichen hin oder her, auch hier brauchen wir nicht zu verkaufen, bevor das grosse Geld nicht beliebt es auch zu tun.

Siemens hat heute -> Zahlen im Rahmen <- geliefert. Zu diesem Industrie-Bluechip habe ich witzigerweise als Aktie keinen richtigen Zugang. Warum weiss ich nicht so richtig, darüber habe ich schon öfter nachgedacht.

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich selber mal ein paar Jahre bei Siemens war, auch wenn das nun 20 Jahre her ist und vielleicht liegt es auch daran, dass Jo Kaeser mir zu viel "Käse" erzählt, nachdem ich gerade erst das unerträgliche Duo Cromme - Löscher lange ertragen musste.

Aber wie auch immer, das Universum der Aktien ist glücklicherweise so gross, dass ich diese Frage nicht wirklich beantworten muss und Siemens einfach nicht tiefer betrachte. Woanders ist genügend grünes Gras zum Grasen.

Ihr Hari

Ihr Hari

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Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen



Im Rahmen der -> Themen, die Sie interessieren <-, erreichte mich die folgende Frage, von der ich denke, dass sie von allgemeinem Interesse sein dürfte.

Hallo Hari,

mich treibt schon lange eine Sache um, wo ich keine rechte Antwort finde. Andererseits tue ich mir schwer, da die Frage halbwegs vernünftig zu formulieren. Trotzdem hier jetzt ein Versuch:

Es dreht sich im weiteren Sinne um den berühmten Spruch "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen". Vollkommen klar, ist auch einleuchtend. Anders herum wäre es ja nicht allzu gescheit.

In der Praxis lässt sich das aber m.M. nicht so einfach umsetzen. Ein Beispiel, damit das Ganze nicht zu theoretisch wird, aus eigener Erfahrung mit der Aktie Micron Technologies (MU), die ja hier im Forum des öfteren erwähnt wurde.

Von ca. Mitte Juni bis ca. Ende Juli ging es eher seitwärts. In dieser Zeit gelang es mir in dieser Schaukelbewegung ein paar mal aufzuspringen und rechtzeitig wieder abzuspringen. Anfang August verpasste ich leider den Wiedereinstieg ganz knapp, einfach weil die Aktie nicht mehr weit genug korrigierte. So; und seither steigt das Ding praktisch ohne Korrektur... Jetzt im Nachhinein offensichtlich, ist die seitwärts Bewegung in einen Anstieg übergegangen

Welche Möglichkeiten hat man da jetzt? Kann man solche Übergänge irgendwie erahnen? Ich bin schon oft genug hinterher gesprungen und dann natürlich entsprechend auf die Nase gefallen. Andererseits bin ich oft an der Seitenlinie stehen geblieben (so wie jetzt) und das Ding läuft und läuft. Das ist doch ärgerlich. Scheinbar macht man es immer genau falsch herum. Wie gesagt, MU war nur ein Beispiel, aber es läuft oft so, oder ähnlich. Irgendwie fehlt mir dann die geeignete Fortsetzung.

Natürlich kann jemand auch meinen, "such dir doch eine andere Aktie". Stimmt schon, aber hier gilt es zu bebedenken, das wenn jemand berufstätig ist, einfach kaum Zeit ist, jeden Tag eine Menge Aktien durch zu stöbern. Somit ist der/diejenige auf einen begrenzten Korb an Aktien angewiesen und muss versuchen, da das Beste draus zu machen.

Ich erwarte da jetzt selbstverständlich keine genaue Anleitung wie man da jetzt vorgeht, klar dass es diese nicht gibt. Der Artikel über die Reflexivität der Märkte erklärt schon einiges... Aber vielleicht kannst du einige Tipps geben, wie man sich hier verhalten könnte?

vielen Dank!

Hmmm. Schwer zu beantworten, weil die Antwort liegt nach meiner Ansicht primär in der Psychologie und nur sekundär in der Technik.

Betrachten wir daher zunächst einmal die Fakten eines Risikomanagements mit Stops.

Erstens, die Zukunft ist unbestimmt und es kann immer anders kommen. Eine Trivialität und doch immer wichtig sich klar zu machen.

Zweitens, je näher ein Stop am Kurs ist, desto geringer ist ein möglicher Verlust, desto wahrscheinlicher wird man aber auch wegen der Volatilität ausgestoppt. Einen Stop zu nahe heran zu ziehen, verschafft also keine Sicherheit, sondern garantierten Verlust.

Es ist daher wichtig, den Abstand des Stops so weit zu lassen, dass der Kurs der Aktie genügend Raum zum Atmen hat. Dabei hilt die Average True Range (ATR), die ich hier erklärt habe: -> Grundlagen der Stops II <-, aber natürlich auch das Wissen um technische Konzepte wie Unterstützung, Widerstand oder auch die neue Tendenz des Marktes, einen "Undercut" generieren.

Gleichzeitig sollte der Stop aber eng genug sein, dass man einen damit verbundenen Verlust noch ertragen kann, ohne gleich die emotionale Krise zu bekommen. Das hat mit dem Abstand, aber auch mit dem Volumen - also der Positionsgrösse - zu tun, mit dem man im Risiko ist.

Wenn man all das "optimal" getan hat und genau weiss, was man tut, kann man immer noch blöd ausgestoppt werden. Das ist dann halt so, man wischt sich den Mund ab und macht weiter. Wenn man das gut gemacht hat, sollte diese Art von Stops aber im Saldo einen Vorteil generieren.

Warum glaube ich nun, dass das Hauptproblem Psychologie ist? Ganz einfach, weil bei Vielen die Sorge vor dem Verlust weit grösser ist, als die Fähigkeit einer Position gelassen Raum zum Atmen zu gewähren.

Stops solcher Anleger, werden also tendentiell zu eng sein, weil diese die natürliche Volatilität unterschätzen. Und damit passiert am Ende genau das, was diese befürchten. Sie verlieren zwar in der Einzelposition nicht viel, werden dafür aber permanent ausgestoppt, so dass am Ende ein Minus steht.

Ich sehe nur zwei einfache Wege damit umzugehen. Einerseits wie oben gesagt, den Stop weiter weg zu setzen und an sinnvolle Stellen, die beim Abstand auch die Volatilität (ATR) berücksichtigen.

Andererseits ganz auf Stops zu verzichten und das Risikomanagement über Positionsgrössen und vielleicht ein generelles Hedging zu machen. Ich habe das hier erklärt: -> Wir kochen uns eine einfache, gehedgte Positionsgrössenstrategie <-.

Ich rate normalen Anlegern mit wenig Zeit und Erfahrung eher zur zweiten Variante. Also keine harten Stops im System. Achten Sie statt dessen darauf, dass Ihr Depot ausgewogen ist und diversifiziert und wenn die eine Aktie abraucht, aus dem gleichen Grund - zum Beispiel einem steigenden Ölpreis - eine andere steigt. Und vielleicht haben Sie einen generellen "Hedge" im Hintergrund, den Sie aber nur im echten Krisenfall benutzen, um schnell absichern zu können.

Am Ende ist es aber Psychologie. Wer Gewinne am hin und her schwankenden Aktienmarkt will, muss Verluste bewusst zulassen. Die Kunst des Risikomanagements ist, das so zu gestalten, dass man dabei gelassen und chancenorientiert bleibt. Ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Zumindest ich kenne Keines.

Dann gibt es in der Frage einen zweiten Aspekt, den Aspekt des "Verpassens". Ich zitieren noch einmal:

Anfang August verpasste ich leider den Wiedereinstieg ganz knapp, einfach weil die Aktie nicht mehr weit genug korrigierte. So; und seither steigt das Ding praktisch ohne Korrektur... Jetzt im Nachhinein offensichtlich, ist die seitwärts Bewegung in einen Anstieg übergegangen

Welche Möglichkeiten hat man da jetzt? Kann man solche Übergänge irgendwie erahnen?

Ja, man kann solche Übergänge oft (nicht immer) erahnen, bzw. nach dem ersten Schub erkennen. Dazu habe ich zuletzt mehrfach geschrieben. Aber sicher ist daran gar nichts und auch hier stellt sich dann die Frage des Risikomanagements, wenn sich die Aktie doch anders entwickelt.

Auch hier ist aber die Psychologie im Weg, was heisst denn "verpassen"? Schon der Begriff ist falsch. Denn verpassen kann man nur, wenn man trotz Signal "wegfahren" lässt, weil man nach "verpassten Prozent" sich nicht mehr traut noch einzusteigen. Genau da ist das Affenhirn uns im Weg!

Betrachten Sie es doch mal so. Ein Aktie geht seitwärts und Sie wollen einsteigen und haben sich einen Punkt etwas tiefer zurecht gelegt. Nun kommt plötzlich der erste Schub und Ihr Punkt wird nicht erreicht.

Das Affenhirn sagt nun: "Mist, das ist mir weggelaufen." Ärger kommt auf und zwei Wochen später, wenn der Kurs noch höher steht, spricht man dann davon, man hätte "verpasst".

Sorry, Blödsinn. Das eigene Affenhirn hat einen blockiert. Was spricht denn gegen folgende, ganz rationale "roboterhafte" Vorgehensweise:

Nach dem ersten Schub, der gewissen Kriterien genügt, steigt man ein. Wenn die Kriterien aber nicht erfüllt werden, steigt man nicht ein, grämt sich aber auch nicht und wartet auf das nächste Signal in einer anderen Aktie.

Nach dem Einstieg, sichert man unter dem Schub oder wahlweise unter dem Tief der Seitwärtsbewegung ab. Wenn der Kurs den Schub negiert und zurück fällt: Pech gehabt. Wenn er aber steigt, wartet man den ersten Dip ab (das erste markante Tief im neuen Aufwärtstrend) und zieht den Stop dahin ins Grüne nach und lässt weiter laufen.

Wenn die Kriterien und die Disziplin stimmen, wird man mit dieser simplen Methode "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen". Das funktioniert.

Was nicht funktioniert, ist dieses "Grübeln, Zappeln, Zögern" um am Ende in Kategorien von "verpassen" zu Denken. Mit obiger Methode, gibt es kein "verpassen", es gibt nur Kriterien, die erfüllt sind oder nicht. Und wenn die Kriterien nicht erfüllt sind und man deswegen nicht einsteigt, hat man hinterher auch nicht "verpasst", sondern ist diszipliniert der eigenen Strategie gefolgt. Punkt. Hinterher ist man immer klüger.

Genau das nennt man ein Setup bzw eine Strategie. Ohne diese, wird das Affenhirn immer die Gewalt über uns behalten, das habe ich ja oft kommuniziert.

Konnte man Micron (MU) also handeln und dabei sein? Na klar, die wesentlichen Eckdaten im obigen Sinne zeigt das Chart:

mu-04-10-16

Wer nun langfristig dabei bleiben will, hat einen Stop nun vielleicht unter dem SMA50 unter 15 USD. Ich weiss, damit würde man viel von den Gewinnen wieder abgeben, aber das ist, was ich oben sagte: Wer hohe Gewinne erzielen will, muss einem Trend Raum zum Atmen geben und Risiken eingehen.

Wer die aktuellen Gewinne dagegen sichern will, wird nun mit einem TrailingStop nahe heran gehen, der im Bereich des SMA20 liegen würde. Damit wird man wohl bald ausgestoppt, kann und sollte aber jederzeit tiefer wieder einsteigen, sobald sich ein klares neues Tief heraus bildet.

Erneut, ein Patentrezept gibt es nicht. Suchen Sie gar nicht erst danach. Verwenden Sie lieber Energie darauf, über Ihre Verlustangst zu reflektieren und sich die Frage zu stellen, ob Sie in der Lage sind, einem Kurs genügend Luft zum Atmen zu geben und ob Sie eine Strategie haben, die Sie ohne Emotion einfach umsetzen.

Wenn das nicht der Fall ist, rate ich dazu auf Stops im System zu verzichten und mit einem diversifizierten, ausbalancierten Depot zu arbeiten.

Ob das der Fall ist, erkennen Sie daran, dass Kategorien wie "verpassen" und der damit verbundene Ärger für Sie noch Relevanz haben. Solange das der Fall ist, entscheidet noch Ihr "Affenhirn", das sorgt und ärgert sich gerne. Wenn Sie ein System haben, interessiert Sie das nicht mehr. Ihr System sagt Ihnen, was zu tun ist und das Ergebnis betrachten Sie ganz kalt und rational am Monatsende.

Ihr Hari

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15. Grundlagen – Handelssignale



Hari's Strategie ist unter anderem, Wahrscheinlichkeiten abzuwägen, und daraus Schlüsse für sein handeln abzuleiten.

Gleiches gilt für die Point & Figure Technik. In seinem Buch "Sicher anlegen mit Point & Figure" stellt Thomas Dorsey Ergebnisse einer Studie von Prof. Earl Davis von der Purdue Universität vor. Diese Studie beschäftigt sich mit der Profitabilität verschiedener Chartformationen. Nach langjähriger Beobachtung von Thomas Dorsey sind die dort herausgefundenen Ergebnisse ziemlich genau.

Hier die Ergebnisse:

Bullenmarkt

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siehe Thomas Dorsey, Sicher anlegen mit Point & Figure, S. 51

Wie man sehen kann, weisen die Chartformationen verschiedene Ergebnisse aus. Es obliegt jedem Marktteilnehmer der einen oder der anderen Zahl größere Wichtigkeit beizumessen.

Bärenmarkt

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siehe Thomas Dorsey, Sicher anlegen mit Point & Figure, S. 52

Es zeigt sich, dass im Bärenmarkt profitablere Ergebnisse in einer kürzeren Zeit zu erreichen sind. Der durchschnittliche Gewinn ist leicht geringer als die des Bullenmarktes. Aber das wird mehr als kompensiert durch die Tatsache, dass die durchschnittliche Zeit, in der dieser Gewinn erzielt wird, im Bear-Mark 3,3 Monate kürzer ist als die für einen Bull Markt.

Noch eine Anmerkung, wie von Hari desöfteren schon erwähnt: Leerverkaufen ("short gehen") ist von erfahrenen Anlegern durchzuführen. Erst wenn der Anleger seine Handelsstrategien beherrscht, kann sukzessive das Leerverkaufen in die Strategie mit einbezogen werden.

Verluste

Natürlich ist die Point & Figure Technik nicht der "heilige Gral". Handelssignale, die gegeben werden, sind nicht immer profitabel, sondern können auch Fehlsignale generieren. Im folgenden die Verlustwahrscheinlichkeit ausgewählter Formationen:

15-Bild3finalklein
siehe Thomas Dorsey, Sicher anlegen mit Point & Figure, S. 53

Handelssignale

Wie sieht nun ein Handelssignal bei Point & Figure aus?

Bei einem klassischen Kaufsignal übersteigt eine X-Säule die vorherige X-Säule, was gleichbedeutend mit einem Doppel-Top ist.

Entgegengesetzt, eine O-Säule, die die vorige O-Säule unterschreitet ist ein Doppel-Boden (siehe unten).

6-Grundlagen-Bild1

Die meisten Formationen sind Kombinationen dieser beiden Chartbilder oben.

Wie bereits in den Wahrscheinlichkeiten oben dargestellt, gibt es starke und schwache Handelssignale. Ein starkes Handelssignal ist eine Dreifach- bzw. Vierfach-Formation. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse danach weiter nach oben ziehen höher, als bei einem einfachen Doppeltop. Mehr Gewicht bekommt das Signal, wenn der Kursverlauf dahingehend unterstützt wird, dass höhere Tiefs dem 3-Fach-Top vorangegangen sind.

15-Bild5

Ein nicht der Regel entsprechendes Kaufsignal ist der lange Stab. Hierbei ist die Voraussetzung, dass eine O-Säule von mindestens 20-Boxen vorangegangen sein muss. Eine Umkehr in die X-Säule (bei einer 3-Umkehrmethode somit eine X-Säule von 3 "x") löst das Kaufsignal aus.

15-Bild6

Ein weiteres nicht der Regel entsprechendes Kaufsignal ist die Bullenfalle. Hierbei handelt es sich um massives Kaufsignal, bei dem die Kurse jedoch nicht ausreichend das Ausbruchsniveau überwinden können. Danach fallen die Kurse schnell wieder unter das Ausbruchsniveau - die Bullenfalle schnappt zu.

15-Bild7

Ein weiteres Verkaufsignal wird ausgelöst, wenn eine Säule die andere gleich geartete um mindestens 3 Boxen übersteigt, danach aber um mehr als 50% konsolidiert (siehe unten) - dies ist ein Warnsignal, dass nicht genug Stärke vorliegt.

15-Bild8

Eine Auflistung der klassischen Handelssignale in der Point & Figure Technik findet sich ->hier<-.

Der Stop
Es gibt verschiedene Arten, einen Stop anhand der Point & Figure Technik zu definieren. Je nach Risikoaffinität sind diese zu wählen:

Variante 1: Der Stop wird dort eingestellt, auf welchem Kursniveau das Chart ein Verkaufsignal generieren würde. Anhand des Gold-Charts sieht das aktuell wie folgt aus:

15-Bild9

Sollte der Ausbruch nach oben stattfinden wird der Stop sukzessive weiter nach oben gezogen.

Variante 2: Der Stop wird unter das letzte markante Tief eingestellt.

15-Bild10

Variante 3:
Wie bereits oben in den Formationen dargestellt, Verkaufsignal gem. "High Pole":

15-Bild11

Handelsstrategie anhand eines Beispiels

Setzten wir nun die Puzzleteilchen zusammen.

Ich erinnere an die Handelsregeln anhand der Trendlinien: Kaufsignale unter der Bearish Resistance Line sind nicht für Longtrades zu handeln. Verkaufsignale über der Bullish Support Line sind nicht für Leerverkäufe zu verwenden.

So sieht die Handelsstrategie komplett aus:

15-Bild4finalklein
siehe Thomas Dorsey, Sicher anlegen mit Point & Figure, S. 282

Euer

Hullahuppi

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Sektor Rotation und „Window-Dressing“ zum Jahresende

Ein Jahr nähert sich dem Ende, das in den grossen Indizes eigentlich nur eine Richtung kannte - nach oben.

Damit dürfte dieses Jahr auch ein Effekt besonders intensiv werden, den es eigentlich jedes Jahr zum Jahresende gibt. Der aber dann besonders stark ausfällt, wenn besonders viele institutionelle Marktteilnehmer in ihrer Performance hinter dem Markt hinterher hinken. So wie dieses Jahr.

Und dabei handelt es sich um das sogenannte "Window-Dressing", in dem zum Jahresende gerne noch die Gewinner des Jahres ins Depot aufgenommen werden und die Verlierer rausgeschmissen werden. Dahinter steht die Tatsache, dass die Fonds zum Jahresende vor ihre Anleger treten und diese einen kritischen Blick wagen, was das Fondmanagement denn da so in den Depots hat. Und wer sowieso schon dem Markt hinterher hinkt, will dann nicht auch noch sichtbar machen, dass er das ganze Jahr auf die "Gurken des Jahres" gesetzt hatte.

Das kann durchaus den Unterschied zwischen abgezogenem Anlegergeld und erhaltenem Vertrauen darstellen. Und kann sogar manchmal den Job kosten. Darüber hinaus kann man ja durch additive Käufe auch noch den Kurs von Positionen stützen, die schon im grossen Umfang im Depot sind. Und deshalb ist "Window-Dressing" zum Quartalsende, vor allem aber zum Jahresende, ein starker Faktor.

Besonders in den USA wird dieser Effekt heuer noch durch eine steuerliche Thematik verschärft. Wenn Verluste zum Jahresende realisiert werden, können Sie mit Gewinnen in anderen Anlagen steuerlich verrechnet werden. Und Gewinne gibt es dieses Jahr genug und damit auch den Druck, die wenigen Verlustpositionen vor dem Jahresende noch aufzulösen. Was wiederum finalen Druck auf die Aktien macht, die sowieso im Jahr schon schlecht gelaufen sind.

In Summe werden diese beiden Effekte mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass die Titel und Sektoren, die schon das ganze Jahr gelaufen sind, auch zum Jahresende weiter laufen. Und die Titel und Sektoren, die schon das ganze Jahr geschwächelt haben, zum Jahresende noch einmal final verkauft werden.

Das Dümmste, was Sie nun als Anleger also machen können, ist nun - Anfang Dezember - die schwächelnden Sektoren zu kaufen und sich dann in drei Wochen zu wundern, dass diese erneut ein paar Prozent tiefer stehen. Und dann zu verkaufen, nur um dann zum Jahresanfang hinterher zu schauen, wie die Sektoren plötzlich anspringen.

Das Potential zur Sektorrotation ist nun massiv da. Aber nicht jetzt Anfang Dezember. Sondern Ende Dezember - zum Jahreswechsel. Im Januar werden sich bestimmt viele neue Chancen auftun und der Markt die neuen Favoriten für 2014 aussortieren. Und dabei werden auch einige Überraschungen sein.

Aber der Zeitpunkt darauf zu wetten ist nicht heute. Denn "zu früh" ist am Markt nur eine euphemistische Umschreibung von "falsch".

Ihr Hari

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