Hari Live Stream 05.02.19



15:15 MEZ

Zum Start dieses Stream noch etwas Grundsätzliches und Wichtiges, das eigentlich schon ein Artikel für sich ist.

Im Future des SPX sehen wir, dass die Aufwärtsbewegung nicht zu enden scheint:

Im größeren Bild des SPX sehen wir, dass nach 5 Wochen beständigem Anstieg nun die 200-Tage-Linie direkt im Radar liegt und damit die 2.740, die ich vor 2 Wochen als Ziel dieser Bewegung ausgegeben hatte:

Und alles schreit uns an im Sinne "Das *muss* doch jetzt drehen!".

So hat vor kurzem -> Urban Carmel hier das gepostet: <-

SPX: a +15% uncorrected gain is at/close to the outer limits since 2009. Some consolidation/retracement should be expected ahead.

Recht hat er, es war auch hier im Forum Thema, und trotzdem ist es zunehmend *falsch*.

Denn dazu werden historische Vergleiche heran gezogen, die auf dem normalen menschlichen Verhalten seit Jahrzehnten beruhen. Nur haben wir dieses Verhalten so nicht mehr, der Markt hat sich gewandelt.

Ich erinnere in dem Zusammenhang dringend an meinen Artikel vor Kurzem: -> Der neue, alte Markt - Alles wie immer? <-.

Aber auch James DePorre hat gerade heute das Problem sehr gut dargestellt: -> 3 Lessons From V-Shaped Bounces, and How They End <-

The lessons of V-shaped bounces are:

1. They don't conform with human emotions;

2. They last longer than seems reasonable; and,

3. They end abruptly and without warning.

The current market is at the point where most reasonable people would question its ability to continue to go straight up, but there are no signs yet that it is about to relent. It may be overbought and running into technical overhead, but that has been the case for a while. The most likely clue that this move is coming to an end will be a sharp intraday reversal -- so stay vigilant and be ready to react quickly.

Genau. Die Dominanz der Algos lebt gerade davon, dass jeder nun ein(e) Retracement/Korrektur erwartet und labt sich daran. Und deswegen geht es höher und höher, als es logisch wäre und es historisch mit Menschen im Handel auch früher abgelaufen ist.

Solche "V" gab es früher praktisch nicht. Heute sind sie fast die Norm. Und das hat einen strukturellen Grund, den ich in obigem Artikel erläutert habe.

Dieser Mechanismus springt einen geradezu an und es läuft doch faktisch seit 2017 so. Wir sollten das also langsam mal lernen und *nicht mehr* zu sehr auf die alten Mechanismen technischer Überdehung vertrauen.

Es lohnt sich einfach nicht, eine Wende antizipieren zu wollen, weil die Maschinen das doch wissen und mit uns spielen.

Wir müssen warten, bis eine Wende in Form eines scharfen Reversals tatsächlich stattfindet. Wir müssen auf einen 04.12.18 oder einen 22.01.19 und dann auf die Bestätigung warten.

Wenn es dann ein 04.12.18 wird, weil die Bestätigung kommt, dann drehen wir unsere Wahrnehmung. Wenn wie am 22.01.19 die Bestätigung nicht kommt, geht es weiter im Text.

Gewöhnen wir uns bitte daran, dass in der schönen neuen Anlagewelt einmal eingeschlagene Richtungen viel länger dauern, als wir uns zu träumen wagen. Noch länger, als es früher üblich war und früher galt auch schon die Regel, dass eine Übertreibung länger dauern kann, als unsere Depots aushalten. Nun gilt diese Regel doppelt und dreifach!

Widerstehen wir also den Versuchen, solche Wenden mit Marktparametern im Vorfeld handeln zu wollen. Wir fühlen uns dabei dann immer ganz toll "smart" und das hört sich auch alles logisch an. Genau deshalb denken aber viele so, die Maschinen sehen das in ihren Daten und nutzen es aus.

Marktparameter sind deswegen nicht unwichtig, sie beschreiben Risiken und ja, das Risiko einer Wende ist nun hoch. Aber real ist die Wende erst, wenn sie real ist. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.

Amen.

15:42 MEZ

Schlechte Zahlen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, wenn der Markt unbedingt hoch will. 😉

Alphabet (GOOGL) hat gestern mit ->fallenden Margen und steigenden Kosten <- meine Skepsis bestätigt, die ich im Video geäussert hatte.

Nachbörslich war die Aktie auch über 3% im Minus und nun ist das Minus schon fast wieder weg. Auf, Auf, Auf - ist derzeit die einzige Richtung die der Markt kennt - bis es abrupt endet wie weiland Ende Januar letzten Jahres.



16:45 MEZ

Der Agragriese Archer Daniels Midland (ADM) hat heute -> übel enttäuscht <- und dabei den Handelskonflikt als Mitursache angeführt.

Der Einbruch erfolgt genau an der fallenden Trendlinie und bringt damit die wichtige Unterstützung bei 40 USD in Reichweite, aber auch Gefahr:

16:52 MEZ

Auch Becton Dickinson (BDX), zeigt ein unschönes Reversal, dass ich aber mehr der überkauften Lage als den Zahlen zuordne, die eigentlich -> in Line <- waren.

Wenn eine Aktie aber so lange gut gelaufen ist, dann reicht "In Line" halt nicht mehr vollständig:

17:08 MEZ

Infineon (IFX) hat ja heute auch geliefert und das eher durchwachsen mit -> schwachem Ausblick <-.

Trotzdem geht der Markt damit gnädig um, man merkt dass die Hoffnung groß ist, dass die Semiconductor ihre Talsohle gerade hinter sich lassen.

Wenn ich das ignoriere und rein auf das Chart von Infineon schaue muss ich aber sagen, dass das sehr indifferent und nicht bullisch ist. Ich kann damit im Moment nichts anfangen:

17:25 MEZ

Transdigm (TDG) hatte ich im Stream ja positiv besprochen und die Zahlen -> sind gut <- und der Ausbruch wird eindrucksvoll bestätigt:

Auch das ist wieder ein schönes Beispiel dafür, dass der Markt in der Regel weiss was er tut. Wenn er vor den Zahlen so große Stärke zeigt, hat er eine klare Meinung. Die kann auch mal falsch sein, in der Regel ist sie aber richtig.

18:05 MEZ

Ich war/bin heute etwas durch ein technisches Problem behindert, das mein Schreiben etwas holperig macht. Ich kann das sehr wohl lösen, es kostet aber Zeit - mein knappstes Gut.

Während dessen schiebt der Markt gnadenlos weiter hoch, man fragt sich wirklich wo da die Käufer herkommen, aber die Antwort ist klar:

Einerseits Unterinvestierte, das genau ist FOMO, eine wilde Schleife, in der alle nach und nach von der Seitenlinie gezogen werden - ähnlichem einem großen Short-Squeeze, nur dass die Beteiligten nicht Short, sondern nur unterinvestiert sind.

Und andererseits die störrischen Algos, die einfach das wiederholen was geht und das ist nun einmal wieder BTFD.

Irgendwann wird diese Bewegung brechen und wenn es passiert, wird es hart und schnell sein. Nur wie oben schon im Eingangsstatement erklärt, macht es keinen Sinn das jeden Tag vorausahnen zu wollen, egal wie "logisch" sich jetzt eine Wende anfühlt.

Natürlich ist ein Retracement jetzt *logisch*, sogar mehr als das, denn das kann nun auch meine Oma als Notwendigkeit sehen. Genau diese Offensichtlichkeit macht die Beobachtung im reflexiven Markt aber wieder wertlos.

Die 200-Tage-Linie wurde auf jeden Fall gerade eben touchiert, damit ist das Kriterum erfüllt, das ich als maximales Ziel dieser Bewegung auf dem Radar hatte:

Es gibt also keinen besseren Moment, als genau *jetzt* zu drehen. Aber wird es der Markt nun tun? Wir werden es bald erleben.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Was sagt uns die Shortquote?


Im Forum im Thread -> Was soll Lehrer Bömmel erklären <- war vor Kurzem eine Bitte, der ich gerne nachkommen will:

Hallo Hari, vielleicht magst Du mal generell etwas zum Thema „Shortfloat“ bei Aktien sagen. Die Höhe des Shortfloat einer Aktie ist beispielsweise bei Finziv für jedermann zugänglich. Wann macht es Sinn diese Information gezielt zu nutzen oder überhaupt zu berücksichtigen.

Ganz grundsätzlich will ich an dieser Stelle daran erinnern, dass ich solchen Input sehr schätze. Ich schreibe lieber zu Themen, von denen ich weiss, dass zumindest einer unter Ihnen diese erklärt haben möchte, als dass ich mir immer aus den Fingern sauge, was Sie vielleicht interessieren "könnte".

Wenn Sie Themen haben, die ich adressieren soll, lassen Sie mich das also wissen. Nicht alles kann und werde ich machen, aber der Input an sich ist wertvoll. Genau zu diesem Zweck gibt es nun wie jeden Sommer auch -> hier wieder einen neuen Thread <-.

Nun zum Thema. Das ist nämlich viel einfacher als es scheint.

Damit Sie verstehen, worum es bei der Shortquote (Shortfloat) - also der Menge der Aktien die leerverkauft sind - überhaupt geht, ist ganz, ganz wichtig, dass Sie das Wissen besitzen, das Ihnen Lehrer Bömmel schon im folgenden Artikel nahegebracht hat:

-> Grundlage des Shortens - Wat is en Dampfmaschin? <-

Heisst konkret, eine leerverkaufte Aktie wurde ganz regulär am Markt geliehen und dann verkauft, nur dann kann sie den Status "leerverkauft" haben. Wenn die Short-Quote steigt, wurden also *vorher* schon Aktien verkauft, sprich es muss ein erhöhter Abwärtsdruck schon dagewesen sein.

Das sieht man nicht immer im Kurs direkt, denn wenn auch genügend Käufer da sind, ist es letztlich ein Distributions-Szenario. Aber Kurse haben es zumindest deutlich schwerer zu steigen, während die Shortquote steigt, denn erneut - das sind normale Verkäufe.

Der Unterschied gegenüber dem normalen Verkauf liegt eher in dem, was danach kommt. Wenn man eine Aktie die man besitzt, einfach verkauft, entsteht daraus in Folge keinerlei Verpflichtung. Der Verkauf ist abgeschlossen und man kann machen was man will und muss im folgenden Leben nie mehr in die Nähe dieser Aktie kommen.

Eine Aktie die leer verkauft wurde, begründet aber die Pflicht, diesen Leerverkauf früher oder später wieder einzudecken, es ist also ein offener Wechsel, dessen zweiter Teil zwingend kommt, nur der Zeitpunkt ist unklar. Und wenn so ein Leerverkauf eingedeckt wird, ist das am Markt einfach ein Kauf und treibt damit ebenso den Kurs, wie die eröffneten Leerverkäufe den Kurs gedrückt haben.

Das also noch einmal als Grundlage für das, was nun folgt.

Die Shortquote ist also letztlich ein Sentiment-Indikator. Sie beschreibt den Prozentsatz der Aktien aus dem "Free Float", die leerverkauft wurden, sprich bei denen Marktteilnehmer von weiter fallenden Kursen ausgehen.

Eine hohe Shortquote ist also gleichbedeutend mit einem sehr negativen Sentiment, mit sehr negativen Erwartungen eines relevanten Teil des Marktes.

Wichtig ist dabei erneut sich klar zu machen, dass diese Aktien schon verkauft wurden, aus einer hohen Shortquote erwächst also keineswegs zwingend hoher Abgabedruck in der Zukunft. Im Gegenteil, es zeigt wie viele Aktien schon verkauft wurden, es erklärt also eine potentiell negative Marktphase der Vergangenheit.

Und an dieser Stelle kann ich dann die erste Aussage zum Thema loswerden:

Aussage 1:

Eine Shortquote für sich alleine, sagt außer als Sentimentaussage zunächst einmal gar nichts von Relevanz, was nicht schon im Kurs wäre. Denn erneut, um die Quote zu erhöhen, musste in der Vergangenheit verkauft worden sein und das sieht man auch im Kurs.

Ein direkter Timingindikator ist die Shortquote also nicht. Und wenn eine Aktie stark fällt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in dem Zeitraum auch die Shortquote hoch gegangen ist - ein Abbild des Kurses eben.

Hat dieser Indikator also keinen Wert? Oh doch und zwar im Sinne einer Divergenz bei Tops und Bottoms, aber nur bei Betrachtung des Verlaufs der Short-Quote über die Zeit!

Zunächst einmal müssen wir unterscheiden, warum und von wem Aktien leerverkauft werden. Ich sehe da drei Gruppen.

Gruppe 1 sind die opportunistischen Trader, zu denen auch ich gehöre. Die sehen einen Kurs fallen und satteln auf die Bewegung mit einem Leerverkauf auf.

Die sind in dem Sinne neutral zu sehen, als dass sich aus ihrem Verhalten kein Edge für den Beobachter erzielen lässt. Die machen einfach das, was der Markt sowieso macht - verkaufen. Und wenn die Bewegung ausläuft covern sie wieder. Alles was die machen, findet sich im Kursverlauf und fertig. Die können wir also ignorieren.

Gruppe 2 sind die "meinungsstarken Anleger", böse Zungen sagen auch die Schafe, die darauf warten geschoren zu werden. Die finden sich vor allem bei wenigen sehr bekannten "Themenaktien", die permanent durchs mediale Dorf getrieben werden - Tesla ist so ein schönes Beispiel. Diese Gruppe hat keinerlei erhöhtes Wissen gegenüber dem Markt und weiss nur, was alle wissen. Sie hat aber ein starke Meinung, hält sich für den großen, weisen Börsenhelden und glaubt deswegen gegen den Markt auf Trendwenden setzen zu müssen und shortet daher gerne in Stärke hinein.

Diese Gruppe ist eher ein Kontraindikator, denn mit "Meinung" ist am Markt kein Blumentopf zu gewinnen. Diese Gruppe findet sich aber bei unbekannten Aktien eher nicht auf der Short-Seite, dazu haben die keine Meinung, zu Tesla und Co. aber um so mehr.

Gruppe 3 ist das "Smart Money" und die nehmen wir ernst. Die wissen aufgrund eines fundamentalen Edge manchmal über die Aktie, was die Mehrheit noch nicht sieht und weiss. Und weil sie etwas wissen, eröffnen sie grössere Short-Positionen zum Beispiel in eine Topbildung hinein.

Im Chart sehen wir das dann als "Distribution". Die Kurse schwanken unter erhöhtem Volumen und kommen nicht vom Fleck und das liegt daran, dass die massiven Verkäufe des "Smart Money" noch von genügend zu spät gekommenen Anlegern aufgesogen werden, denen gerade der Schwarze Peter ausgehändigt wird, sie wissen es nur nicht, weil sie Distribution nicht erkennen können.

Und damit sind wie bei Aussage 2 und 3, denn es gibt zwei Szenarien jeweils an den Wendepunkten, an denen der Verlauf der Shortquote uns im Sinne Divergenz wichtige Informationen profitabler Art geben kann.

Aussage 2:

Abweichend von Aussage 1, kann uns der Verlauf der Shortquote eine bald bevorstehende Abwärtsphase indizieren.

Und zwar dann, wenn bei einer gut gelaufenen Aktie eine Art Topbildung im Chart möglich wird, wir immer wieder Distributionskerzen sehen - siehe -> Video - Hari sag mal, was ist Distribution? <- - und parallel dazu in der Distributionsphase die Shortquote deutlich hoch geht!

Wenn das dann idealerweise noch keine "Themenaktie" ala Tesla ist, zu der jeder eine Meinung hat, sondern ein Wert der keine große mediale Welle macht, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hier "Smart Money" fundamental etwas weiss und auf fallende Kurse setzt!

Und dann tun wir gut daran, uns schnell aus so einer Aktie zu bewegen!

In der Anfangphase einer Abwärtsbewegung, wenn die Shortquote also relativ nahe an den Höchstständen der Aktie steigt, ist das also eher ein bärischer Indikator, den wir ernst nehmen sollten. Dass die Quote dann bei fallenden Kursen weiter steigt, ist nicht so verwunderlich, da kommt ja auch Gruppe 1 ins Spiel. Aber die Anfangsphase steigender Shortquoten ist ein wunderbar bärischer Indikaktor der Beachtung verdient - außer es handelt sich um eine "Themen-Aktie" mit Meinungskampf in den Medien.

Aussage 3

Und am Boden gilt die Entsprechung zu Aussage 2, nur noch profitabler. Denn wenn die Shortquote schon hoch ist und das Sentiment für eine Aktie extrem schlecht, bleibt diese gerne weiter hoch, weil nun eben auch die zu spät Kommenden aufmerksam werden und ins gleiche Horn tröten und damit das Covern des "Smart Money" ausgleichen. Auch das ist wieder ein Distributions-Szenario.

Wenn jetzt gleichzeitig der Kurs aber eine Bodenbildung formt und die Shortquote weiter auf hohem Niveau ist, ist die Chance für einen sehr profitablen Short-Squeeze sehr hoch.

Denn wer so spät noch Short ist, weiss in der Regel auch nicht mehr als der Markt, Profis dagegen covern irgendwann. Wer so spät noch Short ist, legt also seine Hand unter eine Guillotine, denn wenn die Kurse nun steigen, steigt der Druck auf die Shorties exponentiell. Und deren Versuche sich zu retten treiben die Kurse doppelt und dreifach, weil man dazu ja real kaufen muss, nur gibt es kaum jemanden, der noch verkaufen will!

Das nennt man einen Short-Squeeze und wie übel der selbst bei Bluechips für die Shorties werden kann, haben wir vor Jahren bei den Stämmen von VW gesehen.

in der Spätphase einer Abwärtsbewegung, ist eine trotzdem immer weit oben bleibende Shortquote also eher ein Kontraindikator und leckeres "Wild", das die Bullen nur zu gerne aufs Horn nehmen.

Ein Problem bei der Umsetzung gibt es dann noch, denn jetzt wäre es ja schön, wenn man die Shortquote wie Kurse täglich als Indikator verfolgen könnte. Kann man aber nicht, weil diese je nach Börsenplatz zwar regelmässig, aber eben nicht jeden Tag heraus gegeben wird.

Im NASDAQ zum Beispiel, erfolgt das zweimal im Monat, hier ist das -> Publication Schedule <-

Den Verlauf der Shortquote als Indikator kann man also sinnvoll nur bei langfristigen Charts zB mit Wochenkerzen benutzen, bei denen man grundlegende Wenden erkennen will. Für einen kurzfristigen Trader liefert der Wert dagegen wenig Aussagekraft.

Fazit:

Die Shortquote ist ein Sentiment-Indikator, der etwas über den Pessimismus im Markt zur Aktie aussagt. In der Regel findet sich dieses Sentiment aber schon in den Kursen und hat insofern keine direkt direktionale Bedeutung.

An den Wendepunkten aber, im Zusammenspiel mit Distribution, kann die Shortquote im Sinne einer Divergenz besonders eindrucksvoll eine Wende indizieren.

Eine deutlich steigende Shortquote im Bereich einer im Chart denkbaren Topbildung mit Distribution, ist ein ernstes Warnsignal, dass da jemand im Markt mehr weiss als wir.

Gleiches gilt für eine sich deutlich abbauende Shortquote bei einer sich andeutenden Bodenbildung mit Distribution, auch da muss man davon ausgehen, dass jemand im Markt mehr weiss als wir.

Eine störisch hohe Shortquote bei einer Aktie aber, die deutlich zu steigen beginnt, begründet eine außergewöhnliche Chance für die Bullen, einen höchst profitablen Short-Squeeze zu erleben.

Am Ende ist es also wie immer der Verlauf und der Kontext, der an der Shortquote interessant ist - nicht der einzelne Wert zu irgend einem Zeitpunkt. Aber das ist mit allen Indikatoren so und einfach die Regel. Den einfachen Indikator im Sinne "drauf schauen und Gewinn machen" gibt es nicht, alle Indikatoren bedürfen der intelligenten Wertung.

Ihr Hari

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Erweckungseffekt – RWE, Wacker Chemie, Hugo Boss



Werfen wir noch einen Blick auf drei einzelne Aktien des deutschen Raums.

RWE

Unser Johann hat -> im Forum <- schon am 03.03. darauf hingewiesen und damit einen richtigen Riecher bewiesen.

Denn die Innogy Abspaltung, an der RWE aktuell noch 77% besitzt und diese behalten will, entwickelt sich zum Chancen-Generator.

Gestern Abend lief dann das Gerücht durch den Markt, die französische Engie könnte ein -> Übernahmeangebot <- abgeben wollen. Ich bin da nicht so überzeugt, denn das hätten die Franzosen wohl früher günstiger haben können, Innogy hätte doch gar nicht an die Börse gehen müssen, wenn RWE wirklich alles verkaufen wollte.

Aber wie auch immer, der Kurs von RWE schiesst trotzdem massiv nach oben und das beruht unter anderem auch auf einem wichtigen "Erweckungs-Effekt", den wir auch bei Unilever und Kraft Heinz vor Kurzem gesehen haben.

Denn schon nach 4 Tagen war ja das Übernahmeangebot von Kraft Heinz wieder vom Tisch, der Kurs von Unilever ist nun trotzdem viel höher. Denn das Angebot hat den Markt auf den im Unternehmen schlummernden, ungehobenen Wert aufmerksam gemacht.

Ich bin recht sicher, dass wir bei RWE gerade etwas Ähnliches erleben und das macht die Aktie nun tatsächlich sehr chancenreich. Denn auch hier hat der Markt lange nicht mehr genau hingeschaut, frei nach dem Motto, wer will denn schon Atom-Altlasten im Depot haben? Die Gerüchte um Innogy zeigen aber, dass hier auch Werte existieren und dieser Erweckungseffekt sollte den Kurs von RWE nun mittelfristig anschieben.

Auch das langfristige Chart mit Wochenkerzen steht dieser Sicht nicht im Wege, die positive Divergenz im OBV ist gegenüber 2015 immens. Und die bei RWE wieder in Aussicht gestellte Dividende, wird der Erholung auch nicht schaden:

Wacker Chemie

Einen Klassiker der technischen Strukturen bietet uns gerade Wacker Chemie. Wacker liefert heute -> durchwachsene Zahlen <- und sinkt deswegen um 3%. Das ist aber nicht, was das langfristige Chartbild bestimmt, sondern technische Strukturen und die sind hier wie aus dem Lehrbuch.

Ich will daher zunächst an meinen letzten Beitrag zu Wacker erinnern, der datiert unter dem Titel -> Wie Börsenerfolg funktioniert <- vom 26. Januar diesen Jahres.

Darin habe ich explizit zu Wacker Chemie gezeigt, wie es wohl weiter gehen würde und das am Chart festgemacht. Hier ist es von damals:

Meine Worte dazu waren:

Man muss eben einfach mal wissen, wann es gut ist und das ist es bei Wacker nun bald. Eine Korrektur dürfte demnächst unvermeidlich sein. Nun benutzen wir also Trailing Stops, die wir eng heran ziehen und dann können wir das Geschehen wieder dem Schicksal überlassen, denn irgendwann wirft uns das einfach raus und dann ist es auch gut.

Nun sieht es heute so aus:

Wir hatten also eine wunderbare Wendeformation, die Anfang Dezember getriggert hat. Dann haben wir schnell den Measured Move erreicht und genau da gedreht, wo die Wende anstehen sollte.

Nun korrigiert die Aktie in klassischer Manier. Wo genau diese Korrektur zum Halten kommt, muss sich erst noch zeigen und ist im Sinne der Fibonacci Retracements auch wieder eine Aussage über die Stärke der Bewegung.

Dass es nach Ende dieser Korrektur erst mal wieder hoch geht, ist aber recht wahrscheinlich. In Summe eine sehr schöne, klassische Struktur, von der man mit etwas Aufmerksamkeit erheblich profitieren konnte.

Hugo Boss

Erinnern will ich auch aus rein technischer Sicht noch einmal an die hier schon bekannte Aktie von Hugo Boss, die auch Teil des Mean Reversion 2017er Depots ist.

Wir sehen hier (in Blau) ein zulaufendes Dreieck, bei dem die Kurse von unten hoch drücken und oben aber (noch) der Deckel darauf ist:

Im kürzerfristigen Bild mit Tageskerzen sieht das dann so aus:

Keine Lage und kein Muster ist je eindeutig, aber die Wahrscheinlichkeiten für eine Fortsetzung nach oben erscheinen aktuell grösser, als für das Gegenteil.

Ihr Hari

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Gold mit Lebenszeichen – das grosse Bild der Lage

Ganz ausnahmsweise und nur weil heute Dienstag ist 😉 , kommt heute auch mal ein topaktueller Artikel in den freien Bereich, wie ich ihn zur Marktlage seit Wochen mehrmals am Tag schreibe und wir so der massiven Korrektur frühzeitig aus dem Weg gegangen sind.
Hier ist, was mir heute zu Gold einfällt. Erschienen ist der Artikel in Hari Live Heute 10:05 Uhr

Im Forum entstehen Fragen nach der Stärke von Gold. Und ja, ich sehe das auch und habe auch Witterung aufgenommen.

Nicht nur, dass der Goldpreis das Tief vom 03. Juni nach oben überschritten hat, er hat auch die 50-Tage-Linie genommen.

Und vor allem bemerkenswert ist, dass der Goldpreis nun wieder fallen sollte, wo die US Indizes scheinbar wieder zur Stärke finden. So war es in den letzten 2 Jahren, wenn die Indizes nach oben liefen, fiel Gold.

Genau das tut der Goldpreis nun aber nicht und das macht mich wirklich aufmerksam. Es ist denkbar, dass hier unter der Decke doch eine Wende läuft und die nun zunehmend interessanten COT Daten passen auch in das Bild und erlauben, den Gedanken an eine Wende zu denken.

Es ist darüber hinaus sehr ruhig um Gold geworden und auch das ist sehr positiv. Bedeutende Böden entstehen eigentlich immer, wenn es sehr ruhig wird und ein Asset still und leise hochschiebt.

Also: Aufmerksamkeit ist nun unbedingt notwendig für alle, die am Sektor interessiert sind.

ABER .....

Mein letzter Beitrag zu Gold datiert vom Dienstag 23.09.14 09:00 und in dem habe ich die nun ablaufende Stärke präzise antizipiert, wie überhaupt Gold in diesem Jahr zu "meinem Hündchen" geworden zu sein scheint und immer brav gemacht hat, was ich erwartet habe.

Ich habe hier noch einmal das Chart vom 23.09.:

XAUUSD 23.09.14

Und nun zeige ich Ihnen - etwas besser aufgelöst - die aktuelle Lage:

Gold 21.10.14 4

Sie sehen wie perfekt der Ablauf bisher entsprechend des Charts vom 23.09. war. Und Sie sehen auch, warum wir noch etwas warten sollten, bevor wir voreilig Schlüsse ziehen.

Wenn Gold es schaffen sollte, diese Trendlinie zu übersteigen und damit auch die alte wichtige Unterstützungs/Widerstandszone im Bereich 1270-1280 zu übersteigen, dann - aber erst dann - werde ich deutlich optimistischer und bin bereit den Gedanken der "grossen Wende" anzudenken.

Wer dagegen mittel- bis langfristig agiert, hat selbst da keinerlei Handlungsbedarf. Denn das grosse Bild spricht eine klare Sprache:

Gold 21.10.14 3

Erst wenn Gold das Hoch vom 10. Juli bei 1346 übersteigen kann, das dann eng mit der fallenden Trendlinie korrelieren würde, wäre auf mittelfristiger Ebene Relevantes passiert. (Blauer Kreis)

Und erst wenn Gold über 1400 steigt und das 38er Fibonacci Retracement hinter sich lässt, ist eine echte Wende auf mittel- und langfristiger Ebene mit guter Wahrscheinlichkeit im Gange. (Grüner Stern)

Seien wir nun also aufmerksam und offen für alle Möglichkeiten. Ziehen wir aber noch keine voreiligen Schlüsse. Der Preis ist der ultimative Richter, sonst nichts.

Ihr Hari

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Silber und Hecla Mining – kann man diesem Braten trauen ?

Der Edelmetallsektor befindet sich aktuell im Ungewissen. Einerseits deutlich über den Tiefs von Ende Juni und grosser Abwärtsdruck ist aktuell nicht mehr zu verspüren. Andererseits aber ohne sichtbare Kraft nach oben. Wenn man so will, hängen die Edelmetalle derzeit schlaff in den Seilen. Man könnte auch sagen, zwischen "Baum und Borke". 😉

Gleichzeitig ist für den aufmerksamen Beobachter offensichtlich, dass bei den Edelmetallen grosse Markt-Adressen ihre Spielchen treiben. Anders sind die teilweise aberwitzigen Ordergrössen nicht zu erklären, die den Markt dann mal eben nach unten pressen.

Mit gesunder Preisfindung zwischen Angebot und Nachfrage, hat das insbesondere im Goldpreis nicht mehr viel zu tun. Die reale Nachfrage nach physischem Gold - insbesondere aus Asien - und die Preise an der Comex, scheinen aktuell aus zwei getrennten Welten zu kommen.

All das spricht für Privatanleger dafür, aktuell die Finger von den Edelmetallen zu lassen, soweit es um Trading und kurzfristige Spekulation geht. In so einer Situation ist man eher Fischfutter für die grossen Haie im Markt, die den Preis mal eben von rechts nach links schieben können. Man wartet dann besser ab, bis der Markt wieder eine klare Richtung zeigt, die auch vom "Big Money" unterstützt wird. Mit dem Kauf von physischem Gold hat diese Aussage natürlich nichts zu tun, das macht man auch aus ganz anderen Motivationen heraus, als die kurzfristige Spekulation auf den Goldpreis an der Comex. Aber aus spekulativer Sicht, sind die Edelmetalle aktuell eher indifferent und daher uninteressant.

Wenn, ja wenn, da nicht Silber wäre. Silber ist so etwas wie ein Zwitter. Einerseits Ersatzwährung wie Gold, Grundlage für Münzen und Schmuck und insofern in enger Korrelation zu Gold. Andererseits aber auch Industriemetall mit echtem Verbrauch. Während das Gold der Welt so gut wie nicht verbraucht wird, besitzt Silber echten "Verbrauch" aus den industriellen Anwendungen heraus.

Und so wird auch der Preis aus zwei Einflusssphären heraus hin und her geworfen. Einerseits schwingt Silber mit Gold und hat daher seit 2011 eine Phase der Schwäche. Anderseits scheint die industrielle Konjunktur weltweit wieder anzuziehen, was man auch an den Lebenszeichen anderer Rohstoffe erkennen kann. Und wenn die industrielle Konjunktur wieder ans Laufen kommt, dürfte das den Silberpreis deutlich stützen.

Schauen wir auf das Chart von Silber in US Dollar mit Tageskerzen (XAGUSD), sehen wir eine interessante Strukur, aus der eine Wende werden könnte. Nicht muss, aber könnte:

Silber 21.10.13

Ich habe bewusst auf der linken Seite keine Schulter eingezeichnet, weil das wäre etwas weit hergeholt. Eine Umkehrformation, die dem Charakter einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation gegenüber Ähnlichkeiten hat, deutet sich aber an. Und zuletzt hat Silber oberhalb 20 USD immer wieder Unterstützung gefunden.

Wichtig ist hier wieder die angedeutete Nackenlinie, die wohl - je nachdem wie man sie zeichnet und sich der Silberpreis weiter entwickelt - im Bereich 24-25 USD liegen wird. Wenn diese Nackenlinie erreicht und durchschlagen würde, würde sich das Bild weit positiver darstellen und dann müsste man Silber auch wieder intensiv auf den Radar nehmen. Ein Durschlagen der Nackenlinie würde im übrigen bei Silber auch die 200-Tage-Linie zurück erobern.

Treue Leser wissen ja, dass im Edelmetallbereich die Minen gerne mal ein paar Tage dem Edelmetall selber voraus laufen und insofern frühzeitige Signale senden. Schauen wir daher doch mal auf meinen - aus Substanzgründen - langfristigen Favoriten im Sektor der Silberminen: Hecla Mining (WKN: 854693, HL). Hier zeige ich Ihnen das langfristige Chart mit Wochenkerzen seit 2010:

Hecla 21.10.13

Auch bei Hecla sehen wir einen bestätigten Abwärtstrend der respektiert werden will. Und dieser Abwärtstrend ist nicht gebrochen, für übergrosse Euphorie gibt es also keinen Anlass.

Aber ... auf der Habenseite sehen wir eine mustergültig abgelaufene Korrektur mit 1-2-3 Struktur. Und wir sehen, weit deutlicher als bei Silber selber, eine potentielle, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation.

Aber auch diese ist nicht mehr als eine potentielle Struktur. Eine Möglichkeit. Relevant und aktiv würde sie erst, wenn die Nackenlinie aktiviert würde, die hier bei ca. 4 USD liegen dürfte.

Fazit:

Es könnte sein, dass Silber sich in einer Bodenbildung befindet. Die weltweiten konjunkturellen Pflänzchen unterstützen diese Möglichkeit ebenso, wie die Chartstrukturen, die eine Umkehrformation in den Bereich des Möglichen bringen.

Aber es ist noch zu früh, eine Wende auszurufen und "es könnte sein", ist nicht mehr als eine Möglichkeit und noch keine vollzogene Wende. Noch dominiert klar der übergeordnete Abwärtstrend. Die angedeuteten Nackenlinie der möglichen Umkehrformationen kann man aber trotzdem im Auge behalten. Sollten diese ausgelöst werden, ist Silber dann wirklich einen Blick wert und in allen Charts dürfte dann eine klare Umkehrstruktur sichtbar sein.

Bis dahin lautet das Motto aber eher: abwarten und beobachten. Insbesondere auch den Dollarkurs, denn der hat auf Gold und Silber grosse Auswirkungen.

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K+S Update – die Wende ist im Gange !

Am 19.07., also vor 10 Tagen, schrieb ich im Artikel über K+S von -> der besten Chance auf eine Wende seit langem <-!

Nun 10 Tage später, scheint aus einer reinen Chance, eine real existierende Wende zu werden. Deshalb heute Míttag ein kurzes Chartupdate mit Tageskerzen zu K+S (WKN: KSAG88):

K+S 29.07.13

Sie sehen, dass K+S einen klassischen Doppelboden ausgeformt hat und damit nun eine starke Unterstützung um die 25€ herum besitzt. Sie sehen auch, dass der steile Abwärtstrend seit Mai nun gebrochen wurde.

Auch fundamental haben wir ein klassischen Szenario. Es gibt eine schlechte Nachricht nach der anderen, zuletzt das Thema der Werra-Einleitung und der schlechten Zahlen des Mitbewerbers Potash (WKN 878149, POT). Und der Kurs steigt nun trotz dieser schlechten Nachrichten. Ein klassisches Indiz einer Wende.

Die Chancen sind nun also hoch, dass K+S zumindest bis zur 30€ Marke läuft. Dort wartet nämlich eine wichtige Unterstützung von Mitte Juni 2013, die auch mit den temporären Tiefs von Mitte Juni 2012 korreliert.

Im langfristigen Chart mit Wochenkerzen seit 2009 sehen wir dann auch, warum eine Bewegung bis 30€ noch keineswegs eine Trendwende des übergeordneten grossen Abwärtstrends ist und warum erst ab diesem Bereich die wirkliche Entscheidung beginnt. Sie sehen in dem Chart aber auch, dass bisher jedes Mal, wenn die Aktie derart technisch nach unten überdehnt war, sich eine zumindest temporäre, starke Gegenbewegung anschloss.

K+S Wochenchart 29.07.13

Ob diese Wende also dauerhaft ist, oder nur eine temporäre Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend, wird sich daher erst ab ca. 30€ entscheiden. In Anbetracht des stabilen Geschäftsmodells und der langfristig weiter ausgezeichneten Aussichten im Bereich Dünger - verbunden mit etwas Übernahmephantasie als "Würzbeimischung" - könnte aber eine erste Position in K+S, auf dem aktuellen Niveau keine schlechte Idee sein.

Der Stop für diesen Trade liegt nun unter dem Doppelboden etwas unter 25€. Sollte dieser Doppelboden nun doch unterschritten werden, ist bei der Aktie etwas grundlegend nicht in Ordnung und ich würde dann konsequent auf die Seitenlinie treten. Das wahrscheinlichere Szenario ist nun aber die Bewegung hoch zur 30€ Marke.

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Goldminen, GDX – Update zur Lage

Letzten Freitag habe ich -> hier <- auf das interessante Setup bei den Goldminen hingewiesen.

Heute schauen wir zur Eröffnung der Wallstreet mal nach, wie es weiter gegangen ist und wie die aktuelle Entwicklung zu werten ist.

Betrachten Sie mit mir das Tageschart des grossen Goldminen ETFs GDX:

Weiterlesen ...

Augen auf bei E.ON ! – Beginnt der Rebound ? – 21.03.13

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Artikel vom 30.01.13, in dem ich erklärt hatte, warum ich damals beim Energieversorger E.ON -> langfristig eingestiegen <- war. Heute früh Stand 09.45 Uhr sollten wir unbedingt noch einmal genau hinschauen.

Den Grund konnte man damals auf einen recht einfachen Nenner bringen: E.ON war einfach weit genug gefallen, genügend Substanz war vorhanden und es waren genügend negative Erwartungen eingepreist, um ein langfristiges Engagement von diesem Niveau aus zu rechtfertigen. Den perfekten Boden trifft man sowieso nie und ein Boden schien auf dem Niveau vom 30.01. nahe genug.

Meine langfristige Sicht auf die Aktie ist heute unverändert und die letzten Wochen haben diese Sicht auch bestätigt. Ich möchte hier auch nicht die ganzen fundamentalen Fakten und aktuellen Entwicklungen rund um Brasilien oder die Energiewende nacherzählen, die können Sie woanders besser lesen und das schafft keinen Mehrwert. Fakt ist aber, das in den letzten Wochen weitere diverse Mistkübel über dem Unternehmen ausgeschüttet wurden, es gibt Probleme auf allen Ebenen und das Sentiment könnte kaum schlechter sein. Der Kurs kam aber trotzdem nicht weiter als bis zur Unterstützung bei 12,5€ herunter - die mit dem Tief von 2011 korreliert - und liegt nun wieder deutlich über 13€.

Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass die Aktie trotz schlechter Nachrichten nicht mehr weiter fallen will. Und mein langfristiges Engagement bleibt gelassen bestehen. Aber auch kurz- und mittelfristig wird E.ON nun interessant.

Um das zu erkennen, schauen Sie selbst mit mir auf das Tageschart seit Mai 2012:

EON - Augen auf - 21.03.13

Sie sehen, das die Aktie seit dem Tiefpunkt von Anfang Februar nun das dritte höhere Tief ausgebildet hat, die Definition eines beginnenden Aufwärtstrends. Sie sehen auch, dass der Kurs nun die 50-Tage-Linie durchbrochen hat, ein wichtiges Signal. Und Sie sehen, dass die Aktie kurz davor ist, auch das Hoch vom 12.02.13 bei 13,495€ hinter sich zu lassen.

Diesen Moment, den Moment wenn E.ON überzeugend durch 13,5€ hindurch geht, sollte man noch abwarten um sicher zu gehen, dass die Aktie nicht in ihre bisherige Seitwärtsbewegung zurück fällt. Sobald das gelingt, ist aber eine Erreichung des 23er Fibonacci-Retracements bei ca. 14,1€ sehr wahrscheinlich geworden, dort wo ich den grünen Stern hingezeichnet habe.

Und dann beginnt es erst richtig interessant zu werden. Denn wenn Sie als regelmässiger Leser von Mr-Market.de nun etwas Übung in Kursmustern haben, sehen Sie sofort die potentielle, riesige Cup&Handle Formation die sich da ausbilden könnte.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Klar ist aber, dass E.ON nun nach einem Ausbruch riecht. Und wenn der in Bewegung kommt, dürfte die Aktie auch wieder deutliches institutionelles Interesse anziehen. Die Chance auf eine Wende ist also gar nicht so klein und die Nacht ist immer am dunkelsten, wenn der Morgen kurz bevor steht.

Falls sich das aber alles erneut als Bullenfalle heraus stellen sollte, ist es eine gute Idee einen Stop mit Abstand unter dem Februartief, also unter 12,4€ haben. Wenn diese Marke erneut unterschritten wird, sind bei E.ON wohl alle Hoffnungen zu begraben. Dann würde ich auch meine Langfristposition auflösen. Danach sieht es aber im Moment nicht aus.

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 22.05.12 – Wende oder Bullenfalle ?

22 Uhr - Handelsschluss

Mit dem heutigen Tag wurde im DAX der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen und zwar egal, wie man die Trendlinie zieht. Sehen Sie hier auf dem Stundenchart:

Ein Bruch der Trendlinie bedeutet aber keineswegs, dass es nun einfach weiter nach oben geht. Man muss das wie eine Tür sehen, die nun geöffnet wurde, unser Blick kann sich nun auch wieder nach oben richten. Das ist schon einmal eine wesentliche Veränderung gegenüber der Lage in der letzten Woche. Aber ob Mr. Market wirklich durch diese offene Tür geht, ist keineswegs sicher !

Positiv war heute sicherlich, dass auch die schwer verprügelten Werte wie Klöckner (WKN KC0100) ansprangen, 5% Plus haben wir bei dem Titel schon lange nicht mehr gesehen. Ähnliches galt heute auch für eine ST Microelectronics (WKN 893438), die mit 8% haussierte. Auch bei einer Reihe weiterer Werte, die in den letzten Wochen besonders abverkauft wurden, sahen wir heute einen gewissen Nachholeffekt. Positiv ist sicher auch, dass der DAX zum Schlusskurs die 6400 zurück erobern konnte.

Trotzdem bleibe ich in Summe vorsichtig und dem Bounce skeptisch gegenüber eingestellt. Denn nichts von dem was wir in den letzten beiden Tagen gesehen haben, ging über eine technisch fast zwingende Gegenbewegung hinaus. Und wenn man sich anschaut, wie stark bestimmte Aktien in der letzten Woche verloren haben, ist die Gegenbewegung keineswegs von besonders Stärke und Überzeugung geprägt. Die Schwäche im späten Handel der Wallstreet war heute auch kein besonders gutes Zeichen.

So weit ich das einschätzen kann, wird dieser Bounce bisher aus überdehnter Markttechnik und der Hoffnung auf den EU Sondergipfel gespeist. Die überdehnte Markttechnik ist aber mit dem heutigen Tag als Katalysator schon wieder teilweise abgebaut. Bleibt die Hoffnung auf den EU Sondergipfel und da hat der Markt nun schon etwas an positiver Erwartung eingepreist, was Raum für Enttäuschungen bietet. Insofern kommt der wirklich Test erst morgen bzw am Donnerstag, je nachdem wie lange der Gipfel dauert und ob belastbare Ergebnisse schon morgen während der Handelszeit durchsickern.

Wir sind also mal wieder in der Hand der Politik und darauf zu wetten ist ein Lotteriespiel ohne Edge für uns - ein Spiel an dem ich deshalb nur ungern teilnehme. Ich habe daher meine Aufstellung bisher nicht geändert und bleibe im Imvestmentdepot weitgehend aus dem Markt mit nur geringem Long-Exposure. Den Bounce heute habe ich primär kurzfristig im Handelssystem gespielt. Sollte mich Morgen eine gewaltige Rally überraschen, habe ich halt Pech gehabt und verpasse diese teilweise, weil ich erst verspätet aufspringe. Das ist mir aber das geringere Risiko, als mich zu früh in eine potentielle Bullenfalle einzukaufen und mit frischen Long-Positionen wie ein Mühlstein um den Hals wieder unter Wasser gedrückt zu werden.

Wenn man mich zwingen würde mich heute für eine Seite zu entscheiden, hätte ich eine leichte Präferenz zur Aussage, dass wir am Freitag wieder tiefer stehen als heute. Glücklicherweise muss ich diese Entscheidung aber nicht treffen, zumal meine Präferenz für die Short-Seite auch nur gering ist, sozusagen 55:45. Warten wir also einfach ergeben ab, was beim EU-Sondergipfel passiert.

Bei den US Kohleaktien gibt es nun wirklich jeden Tag massive Bewegungen. War eine Arch Coal (WKN 908011) gestern noch 7% im Plus, ging es heute wieder um einen ähnlichen Betrag nach unten. Auslöser war dabei wohl Patriot Coal (WKN A0M5QB), die heute mit über 30% wie ein Stein fielen ! Ich kenne die Ursache nicht und kann nur Vermutungen anstellen. Für mich sieht das aber so aus, als ob bei Patriot Coal nun eine mögliche Pleite eingepreist wird. Patriot ist einfach nicht gross genug und hat wohl nicht genügend finanzielle Muskelkraft, um diese historisch niedrigen Kohlepreise lange durchzustehen. Als Folge wurden natürlich alle Aktien des Sektors mitgerissen.

So verrückt sich das anhört, bei so einem brutalen Schweinezyklus wie derzeit bei US Kohle gehören Pleiten aber einfach dazu und sind für den Markt positiv zu werten. Denn so würde Angebot vom Markt genommen und das Spielfeld bereinigt. Grosse, finanzstarke Konzerne dürften von den Pleiten der aggressiven Kleinen also eher profitieren. Wie Sie wissen bin ich im Sektor nur bei Arch Coal und Peabody Energy (WKN 675266) mit jeweils kleinen Basispositionen im Markt. In beiden Fällen mache ich mir um die finanzielle Überlebensfähigkeit aktuell keine Sorgen. Einen Anlass meine Positionen aufzustocken sehe ich aber noch nicht, auch wenn das Hin- und Her eher für eine volatile Bodenbildung spricht, möchte ich erst den Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends sehen, bevor ich mich im Sektor weiter exponiere.

Und einen historischen Moment gibt es heute zu berichten, der an der deutschen Presse mal wieder weitgehend vorbei geht:

SpaceX hat heute den ersten kommerziellen Flug in der Geschichte der Raumfahrt zur International Space Station (ISS) erfolgreich gestartet. Lesen Sie -> hier <- !

Mein Glückwunsch gilt Elon Musk ! Ja genau, genau der Elon Musk, der auch CEO von Tesla Motors (WKN A1CX3T) ist und sicher zu den mutigsten Entrepreneuren dieses Planeten gehört. Während ich mich hier mühe meine Familie und mein Trading mit dem Blog in Einklang zu bringen, führt er "mal eben" SpaceX und Tesla in wahrlich historische Umbrüche. Chapeau ! Nebenbei bemerkt war Tesla Motors heute 7% im Plus. Das könnte durchaus mit dem Flug von SpaceX zu tun haben, weil es erneut zeigt, dass Elon Musk kein Spinner ist, sondern sehr genau weiss was er tut. Und wenn er auch bei Tesla den Launch (hier des Model S) sauber hinbekommt, könnte der Kurs bald höher stehen.

Übrigens, gerade weil die deutsche Presse schläft, das Thema der kommerziellen Raumfahrt ist auch aus Börsensicht hoch spannend. Da ist im Stillen eine wirklich Revolution im Gange, an der nicht nur ein Elon Musk, sondern auch Jeff Bezos (Amazon) mit Blue Origin, Robert Bigelow (Hotel Milliardär) mit Bigelow Aerospace, Richard Branson (Virgin) mit Virgin Galactic oder Larry Page und Eric Schmidt (Google) mit Planetary Resources mitwirken. Eine Revolution die das Potential hat die Welt in den nächsten Jahrzehnten zu verändern. Alle diese bekannten Unternehmer haben teilweise schon gewaltige Summen in ihre Firmen investiert und wer meint, dass diese Leute es nicht verstehen würden wie man profitable Geschäfte aufbaut, der sollte lieber mal seine Brille putzen und seine Arroganz herunter schlucken.

Ich werde das zum Anlass nehmen, demnächst ein ausführliches "Special" zu diesem spannenden Thema zu verfassen. Denn dieses Thema an der Börse zu verpassen, wäre in meinen Augen ein grosser Fehler. Alles was ich für dieses "Special" brauche ist Zeit und Ruhe, ein Gut das mir in den letzten Wochen fehlte. Vielleicht schaffe ich es in einem Kurzurlaub Ende Juni.

Manchmal bedauere ich sehr, dass uns Deutschen - die wir mit Namen wie Oberth oder von Braun die wahren Väter der Raumfahrt sind - der Mut zur historischen Tat seit dem Einschnitt des zweiten Weltkriegs irgendwie aus der Volksseele heraus operiert wurde. Unsere Milliardäre verstecken (bis auf löbliche Ausnahmen wie Plattner/Hopp) ihr Vermögen. Amerikanische Milliardäre investieren es dagegen in derartige Projekte oder spenden es ala Gates oder Buffet. Da muss ich nicht lange überlegen, wo meine Sympathien liegen.

Etwas Verständnis habe ich für die deutschen Milliardäre aber schon, denn würden einige namhafte Personen so ein Projekt starten, wären ihnen Neid und Spott sicher und das Feuilleton würde in Empörung über diese "Geldverschwendung" überquellen. Wahrscheinlich verstehen die deutschen Milliardäre das instinktiv und halten daher lieber die Füsse still. Und wie negativ Deutschland auf Warren Buffet reagierte, der mehr als 90% seines Vermögens der Gates Foundation zur Verfügung stellte, war vielen wohl auch eine eindrückliche Lehre. In der Logik des deutschen Mainstreams ist Hilfe die von einer privaten Gates-Foundation ausgeht perse schlecht, weil das sind ja nur "Almosen" aus den Händen eines "bösen Kapitalisten". Das gleich Geld aber gnädig vom Amtsvorsteher verteilt, ist dann aber "sozial" und "gerecht". Sehr merkwürdig und vielsagend das alles.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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