Wallstreet Stream 25.10.18



14:20 MEZ

Es geht wieder los, dieses Mal aber hoffentlich nicht bis in den späten Abend. Es wäre nett, wenn mir der Markt auch mal eine Verschnaufpause gönnt. 😉

Hier können wir gleich Super Mario bei dem doppelten Rittberger bewundern, die Italiener mit dem Zeigefinger zu ermahnen und gleichzeitig den Markt hochzureden. 😉

14:24 MEZ

Die grundlegende Problematik bei der aktuellen Lageeinschätzung, bringt -> dieser <- Tweet mit den folgenden Kommentaren auf den Punkt:

Based on some emails I'm getting, it seems like no one wants to hear anything cautious/negative about the stock market. They just want to hear that everything is all sunshine and rainbows and that we're gonna go up every day.

Antwort:

Joe, there will be no bottom until they stop talking bottoms and they turn bearish. It has been organized distribution so far. We have not seen Capitulation/Panic selling yet, too much technical damage inflicted thus one day a trend don’t make.

Und dann das:

Selling programs don't panic......

Genau das ist auch mein Problem.

Ich bin auch in dem Camp, dass der Markt noch tiefer muss, weil es noch nicht genügend Angst und Panik gibt. Alle denken nur ans Kaufen und nicht ans Verkaufen.

Dazu passt auch, dass das Volumen gestern zwar hoch, aber nicht höher als am Donnerstag vorletzte Woche war.

Gleichzeitig - und das ist die Wildcard - war das Geschehen aber gestern so geordnet und artifiziell, dass hier Algos die Abwärtsbewegung dominiert haben. Und die kennen diese Psychologie nicht und verhalten sich wenn überhaupt gegensätzlich um die Menschen abzufischen.

Ich muss wohl einfach sagen: Abwarten! Nach klassischer Lesart aber, ist nun jeder Rebound bis auf Weiteres erst einmal zu verkaufen, also eine Gelegenheit um Shorts nachzulegen.

14:32 MEZ

Noch etwas Wichtiges zum heutigen Tag. Trump wird voraussichtlich um 20 Uhr MEZ eine Rede zum Thema Medikamentenpreise halten. Das ist schon gestern gesickert und hat den Druck auf den Sektor erhöht, weil man befürchtet, dass die Thematik der Preiskontrollen wieder kommt. Um diese Zeit ist also mal besonders auf den Sektor zu achten!

Nun wende ich mich aber den betörenden Lippen von Mario Draghi zu.

15:10 MEZ

Draghi umschifft elegant alle Hindernisse, das Thema Italien spielt er als "Fiskalthema" herunter und schiebt es an die Kommission, ist an anderer Stelle aber durchaus ehrlich was die Mängel der Eurozone angeht.

Ich habe da nichts zu kritisieren, es bewegt den Markt aber auch nicht, weil es alle sowieso wissen.

Draghi spielt auch den konjunkturellen Dip herunter und sagt es sei nicht genug, um darauf mit einer Policy-Änderung zu reagieren.

Summa Summarum heute wohl ein Non-Event, was nach gestern ja schon eine Leistung ist. Und Draghi ist immer auf der Höhe der Diskussion und der Fragen, mangelnde Intelligenz kann man ihm wahrlich nicht vorwerfen.

Es macht das vom professionellen Standpunkt her gut und souverän, für mich nur leider nicht mit dem richtigen Ziel.

15:30 MEZ

Trotz der Vielzahl der Quartalszahlen heute, sehe ich aber erstaunlich wenig Herausragendes, das man unbedingt thematisieren muss.

Twitter (TWTR) schießt nach überraschend hohen Werbeeinnahmen massiv nach oben, im großen Bild wird damit diese Struktur aber nur noch vollendeter:

Werbeeinnahmen bei Twitter, das sind diese nervigen, grenzdebilen Einfügungen in meine Timeline, die ich so sehr liebe wie Fußpilz und wegen denen ich Twitter wieder abschalten würde, wenn es mir zu viel wird.

Ein tragfähiges Geschäftsmodell wird das nicht mehr, weil die Menge eben bei gleichbleibender Userzahl nicht nach oben skaliert werden kann. Aber ein tragfähiges Geschäftsmodell wie ich es befürworte, wird mit Dorsay wohl nicht mehr kommen, der sich stattdessen über Unwichtiges den Kopf zerbricht, wie er mich zum Beispiel aus "meiner Blase" holen kann.

Diese herablassende Tendenz des "Nudging", die an Leute wie Dorsay von einer gewissen, derzeit politisch dominanten Denkrichtung heran getragen wird, geht mir tierisch auf den Senkel. Man gebe mir ein sauberes Tool ohne Werbung für das ich gerne zahle und dann unterlasse man jede Form der subtilen Beeinflußung. Es ist meine Entscheidung was und wen ich lesen werde, ich brauche keine dümmliche Cyber-Nanny für Grenzdebile. Wer das nicht respektieren will, verliert mich als Kunden und bekommt Verachtung im Gegenzug.

15:50 MEZ

Wenn Sie sich erinnern, hatte ich -> vorgestern im Stream um 17:30 Uhr <- schon darauf hingewiesen, dass Continental nach schwerem Einbruch nicht mehr gefallen ist.

Das wurde gestern bestätigt, als Conti vergleichsweise stabil im Absturz war und heute geht es im Zuge der brauchbaren Zahlen von Daimler und anderen hoch:

Ich wiederhole, die Anzeichen verdichten sich, dass sich hier eine Gegenbewegung zusammenbraut. Noch ist sie aber nicht da, aber kurz davor.

16:05 MEZ

Der NASDAQ100, der gestern so ausverkauft wurde, schnappt heute natürlich auch am stärksten zurück.

Das ist nur logisch und habe ich heute früh schon als wahrscheinlich angekündigt. 30% Minus nachbörslich bei AMD beispielsweise - und das nachdem die Aktie schon vorher stark verloren hat - ist einfach eine Überdehnung die danach schreit, als Trader mal für einen Tag mit dem Gummiband wieder zurück zu schnappen:

Trotzdem, die klassische Annahme muss wie oben diskutiert weiter davon ausgehen, dass nun viele im Markt sind, die nach unten gefangen sind und einen Rebound zur Erleichterung nutzen. Nur wenn das gestern rein artifiziell von den Algos orchestriert war, wird diese Logik nicht greifen. Dummerweise halte ich das für denkbar, einige Indizien sprechen dafür.

Wenn aber die klassische Annahme richtig ist, sollte man diese Rally im NASDAQ100 aber der eingezeichneten Zone bei 7.000 wieder faden und die ist nicht mehr weit:

16:25 MEZ

Wie ich befürchtet und geschrieben habe, kaum gibt es ein wenig Erholung im Markt und der Dollar steigt, da schmieren die Goldminen wieder ab.

Wie ich sagte, das ist ein netter Trade bis 21 USD, aber derzeit nicht mehr. Das Gerede von der "großen Wende" überlassen wir weiter den Auguren, die davon schon seit Jahren sinnlos fabulieren.

Wenn die "große Wende" wirklich kommt, werden wir auch das rechtzeitig erkennen, so wie diese Wendeformation. Der Markt ist unser Hirte, einen der mit Glaubensformeln das Meer teilt, brauchen wir dafür nicht.

16:48 MEZ

Es wurde hier schon im Forum angesprochen, ja Fireeye (FEYE) sieht wirklich nett aus. Kaum Reaktion auf die Schwäche der letzten Tage, eine attraktive Volumensignatur und eine immer noch aussichtsreiche Struktur:

17:00 MEZ

Starke Aktien kommen stark zurück. Schauen Sie mal was Thermo Fisher Scientific (TMO) macht und wo es gedreht hat:

17:05 MEZ

Aber auch ganz schwache Aktien finden irgendwann einen Boden, wenn sie nicht in die Pleite rutschen und davon gehe selbst ich Spötter bei Bayer (BAYN) nicht aus. Da ja jetzt ein Finanzer an der Spitze steht, kann das ja gar nicht passieren. 😛

Schauen Sie mal wo Bayer nun ist, wenn ich als Unterstützung die ganze Bandbreite vom 2008er Hoch bis zu den ganzen tieferen Hochs der Jahre 2009-2011 nehme, bevor der Anstieg begann:

Wer immer noch der Meinung ist, dass der Kauf von Monsanto eine gute Idee war, kann jetzt mal die Regel "put your money, where your mouth is" befolgen und sich hier mit Aktien eindecken. Das gilt ausdrücklich auch für Management und Aufsichtsrat, die jetzt mal signifikant zugreifen könnten und nicht nur zögerlich zur optischen Pflege.

Aber selbst ich Spötter werde Bayer jetzt auf die Trading-Watchlist nehmen. Wenn sich hier eine Wendeformation zeigt, kann das ein netter mehrmonatiger Trade werden.

PS: Hier war auch ein Teil zu Insiderkäufen, aber die Daten die ich aus einem Tool hatte waren falsch. Ich habe den Spott zu "Skin in the Game" daher gelöscht. Das Management und der Aufsichtrat haben nach 2016 gekauft, nicht riesig - für einen Achleitner oder eine Bagel-Trah sind 5-stellige Summen zum Beispiel ein Nasenwasser und eher ProForma denn echtes Engagament - aber sie haben wenigstens gekauft. Insofern OK und ich kann meinen Kübel an Hohn noch stecken lassen, gerade so eben. 😉

17:48 MEZ

So liebe Mitglieder, der NASDAQ100 ist nun an der 2.700 dran und ich habe meine NASDAQ-Intraday-Long-Trades nun für heute geschlossen.

Ich mache jetzt hier auch den Stream zu und hoffe, dass der Markt nicht gleich danach wieder in Panik gerät. 😉

Sie ahnen auch gar nicht, wie dringend ich jetzt mal unter die Dusche muss, gut dass man durch die Leitung nicht riecht wie jemand stinkt. 😉

Ich habe nämlich gestern Abend bis 1 Uhr gearbeitet und bis seit 5 Uhr wieder auf den Beinen, zum Waschen und Rasieren war keine Zeit. Ja so ist das Leben als Heimarbeiter - direkt aus der Diogenes-Tonne an die Wallstreet. 😛

Also machen Sie es gut, Sie merken ich habe gute Laune und ich schaue nach 20 Uhr sicher noch einmal rein und ins Forum.

I am in my Ready-Room. You have the Bridge Number One!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW43


In Anbetracht der Lage und einer potentiell bedeutenden Woche, kommt die Wochenvorschau schon am Sonntag Nachmittag.

Am morgigen Montag früh kommt dann kein Morgenbericht, der neue "Sekunden-Zahlen-Review" kommt dann aber am Montag im Laufe des Tages.

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche dürfte die EZB-Sitzung am Donnerstag sein. Denn Mario Draghi sitzt zumindest vordergründig zwischen Baum und Borke und es wird spannend, wie er sich da heraus windet.

Denn die neue italienische Regierung ignoriert offen den Stabilitätspakt und sagt mehr oder weniger wortwörtlich, dass sie den berühmten "Fliegenschiss" interessiert, was Brüssel dazu zu sagen hat.

Gleichzeitig schiebt die italienische Regierung nach, dass der Euro aber nicht verlassen wird - welche Überraschung. 😉 Hinter dem ganzen Gejammer ist völlig klar, dass der Euro für Italien im Saldo ein klarer Gewinn ist - im Gegensatz zu Deutschland - und Italien ohne den Euro in eine Staatsinsolvenz laufen würde.

Was die italienische Regierung will ist ganz klar, im Euro bleiben und den endgültig zur neuen Lira, einer Weichwährung machen, in der man beliebig Schulden machen kann, die idealerweise andere Länder dann mittragen müssen. Ein klarer Fall von "Moral Hazard", der eben in den Genen des fehlkonstruierten Euros begründet liegt.

Draghi kann dem nicht nachgeben, wenn die EZB nicht jede Glaubwürdigkeit verlieren und den Euro auf eine Talfahrt schicken will, die dann auch der EZB wohl nicht recht wäre. Draghi kann aber auch nicht hart durchgreifen, weil Italien für den Euro defintiv "too big to fail" ist.

Eigentlich gibt es für das Dilemma keine Lösung, wenn man offen und ehrlich mit der Problematik umgeht. Und trotzdem bin ich recht sicher, dass Draghi am Donnerstag eine "italienische Lösung" finden wird.

Die wird wie in Italiens Politik üblich, aus harten Worten bestehen, die für die Galerie der Medien die Form des Stabilitätspaktes wahrt und die italienische Regierung in die Schranken weist. Objektiv wird er aber geldpolitische Maßnahmen andeuten, die außerhalb der Märkte sowieso niemand versteht, die faktisch Italiens Defizit weiter finanzieren und den Märkten signalisieren, dass sie sich keine Sorgen machen müssen.

Wortgeklingel, hinter der Fassade aber ein "weiter so", das ist meine zutiefst zynische Prognose, hier habe ich eine. 😉

Auch das Chart der Renditen der 10-jährigen italienischen Anleihen stützt diese Erwartung:

Wir sehen Draghis "Whatever it takes" in 2012, wir sehen aber auch, wie der Markt schon seit Ende 2016 ein zunehmendes Problem in Italien einzupreisen beginnt. Und zwischen einer neuen Eurokrise und uns, steht eben nur die EZB mit ihrer Glaubwürdigkeit.

Wir sehen aber auch, dass charttechnisch die Aufwärtsbewegung nach der Mittelkonsolidierung in 2017 ihren "Measured Move" schon erreicht hat und für eine neue Konsolidierung reif ist.

Und genau das, könnte - wenn meine Vermutung oben richtig sein sollte - am Donnerstag Mario Draghi wieder mit seinen "betörenden Lippen" einleiten. Die Chance dafür ist auf jeden Fall da und im Zweifel macht es Sinn darauf zu setzen, dass Draghi den Markt beruhigt und nicht ihn weiter verunsichert.

Man muss das - wie ich - nicht mögen und man muss - wie ich - Draghis Selbstgefälligkeit nicht mögen, mit der er die alte Geldpolitik der Bundesbank beerdigt hat. Aber man muss Draghi trotzdem professionelle Hochachtung für seine Fähigkeit zukommen lassen, mit den richtigen Worten die Märkte dahin zu bringen, wo er will - betörende Lippen eben.

Wenn ich aber falsch liege, wenn Draghi am Donnerstag die Märkte verunsichert, dann ist das in der sowieso wackeligen Lage mit dem *Knall* eines gespannten Gummibandes gleichzusetzen. Dann gehen die Renditen nach oben raus und wir bekommen an den Märkten wohl ein echtes Problem.

Von den Wahrscheinlichkeiten her macht es aber Sinn auf Draghis Fähigkeiten zu setzen und das würde dann am Donnerstag sicher auch dem ausgebombten DAX gut tun.

Weiter unten werden wir sehen, dass der Donnerstag auch was die Quartalszahlen angeht, der absolute Höhepunkt ist. Donnerstag ist also vielleicht *der* Tag der Woche, mit dem Potential den Märkten einen entscheidenden Stoß zu geben.

Thema der Woche

Das Thema der Woche dürfte die nun heisslaufende Quartalssaison sein, wir haben die aktivste Woche dieses Quartals vor uns. Dienstag bis Donnerstag werden beeindruckend, mit dem Höhepunkt am Donnerstag. Hier sind die hier bei uns bekannten und besprochen Namen.

Wie immer ist die Liste nicht 100% verlässlich, weil es immer kurzfristige Verschiebungen gibt. Oft ist die genaue Uhrzeit noch unklar, ich schreibe diese Namen dann hier in "vorbörslich", was sich aber ändern kann. Ich veröffentliche im Stream des Vortages immer noch ein Update zum Folgetag, in dem ich alles noch einmal geprüft habe:

Montag vor US Handelsstart: China Mobile, EssilorLuxotica (ESLX), Halliburton (HAL), Hasbro (HAS), Michelin (MICP), Kimberly-Clark (KMB), Philips, Ryanair (RYA)

Montag nach US Handelsschluss: Cadence Design (CDNS), Hexcel (HXL), TD Ameritrade (AMTD)

Dienstag vor US Handelsstart: 3M (MMM), Anglo American, Atos (ATOS), Biogen (BIIB), Caterpillar (CAT), Corning (GLW), Harley-Davidson (HOG), Lockheed Martin (LMT), Logitech (LOGN), Mc Donalds (MCD), NextEra Energy (NEE), Pentair (PNR), PulteGroup (PHM), Reckitt Benckiser (RB), Renault, (RENA), Saab, Safran (SAF), Sartorius (SATG), United Technologies (UTX), Verizon (VZ), Vinci (SGEF), Whitbread (WTB)

Dienstag nach US Handelsschluss: Chubb (CB), Edwards Lifesciences (EW), Illumina (ILMN), iRobot (IRBT), Juniper (JNPR), Texas Instruments (TXN), Valmont Industries (VMI)

Mittwoch vor US Handelsstart: AT&T (T), Air Liquide (AIRP), Alexion (ALXN), Amphenol (APH), Barclays (BARC), Boeing (BA), Boston Scientific (BSX), Capgemini (CAPP), Check Point Software (CHKP), Dassault Systems (DAST), Deutsche Bank, DTE Energy (DTE), DWS (DWSG), Freeport McMoran (FCX), General Dynamics (GD), Heineken, Iberdrola, Illinois Tool Works (ITW), Ingersoll-Rand (IR), Klöckner (KC0100), KWS Saat, LG Display (LPL), Nasdaq Inc (NDAQ), Northrop Grumman (NOC), Novozymes (NVZMY), Peugeot, STMicro (STM), Teledyne Technologies (TDY), Telenor, Thermo Fisher Scientific (TMO), UPS (UPS), Vale (VALE)

Mittwoch nach US Handelsschluss: AMD (AMD), Agnico Eagle Mines (AEM), Allegiant (ALGT), Baidu (BIDU), Barrick Gold (ABX), Citrix Systems (CTXS), F5 Networks (FFIV), Ford Motor (F), Goldcorp (GG), Microsoft (MSFT), Morningstar (MORN), New Gold (NGD), Sangamo Therapeutics (SGMO), Service Now (NOW), Visa (V), Xilinx (XLNX)

Donnerstag vor US Handelsstart: ABB (ABBN), Ambev (ABEV), American Electric Power (AEP), Anheuser Busch (BUD), Baker Hughes (BHGE), Bristol-Myers Squibb (BMY), Celgene (CELG), Cemex (CX), CME Group (CME), Canon, Conoco Philips (COP), Covestro (1COV), Daimler, Equinor (EQNR), Eurosfins Scientific (EUFI), General Electric (GE), Flex (FLEX), Galapagos (GLPG), Hershey (HSY), International Paper (IP), Kion, Krones, L3 Tech (LLL), Lloyds Banking (LLOY), Merck&Co (MRK), MTU Aero Engines (MTU), Newmont Mining (NEM), Oaktree (OAK), Orange, Puma, Raytheon (RTN), Saint Gobain (SGOB), Schneider Electric (SCHN), Sherwin-Williams (SHW), Shire (SHPG), Sika (SIKA), Siltronic, Southern Copper (SCCO), Sulzer (SUN), Teck Resources (TECK), Twitter (TWTR), UBS Group (UBSG), Under Armour (UA), Union Pacific (UNP), Valeo, Valero Energy (VLO), Wacker Chemie (WCHG), Waste Management (WM), Worldpay (WP), Xerox (XRX)

Donnerstag nach US Handelsschluss: AK Steel (AKS), Alphabet (GOOGL), Amazon (AMZN), Biomarin Pharmaceuticals (BMRN), Cerner (CERN), Chipotle Mexican Grill (CMG), Cypress (CY), Expedia (EXPE), First Solar (FSLR), Flowserve (FLS), Fortive (FTV), Gilead (GILD), Intel (INTC), Pacific Biosciences (PACB), ResMed (RMD), Snap (SNAP), Verisign (VRSN), Western Digital (WDC), Wynn Resorts (WYNN), Yamana Gold (AUY)

Freitag vor US Handelsstart:American Airlines (AAL), BASF, Charter Communication (CHTR), Colgate Palmolive (CL), ENI,Fujitsu, Gemalto (GTO), Glencore, Lafarge Holcim (LHN), Linde, Philips66 (PSX), Moodys (MCO), Ricoh, Rockwell Collins (COL), Royal Bank of Scotland (RBS), Total, Ventas (VTR), Weyerhaeuser (WY)

Chance und Risiko der Woche

Letzte Woche habe ich Ihnen mit folgenden Worten den "Moment der Wahrheit" prophezeit, der uns noch bevorsteht:

Ich glaube dass uns der Moment der Wahrheit noch bevorsteht - vielleicht sogar in dieser Woche noch, im Zweifel aber erst Ende Oktober. Und das ist der Moment, wenn der Markt den Trend erneut testet...

...

Einen scharfen Einbruch kann es immer mal geben, wie geschehen. Daran schliesst sich fast sicher eine Gegenbewegung an. Es kann sein, dass diese nun begonnen hat.

Wie stark diese Gegenbewegung aber ist, wird ultimativ im zweiten Anlauf auf die Tiefs getestet und diese zweite Bärenattacke ist auch recht wahrscheinlich.

Das ist dann der Moment, in dem große Chancen und große Risiken bestehen und wir recht gnadenlos sein müssen.

Das ist immer noch die Lage, der Rebound ist wie angekündigt letzte Woche gekommen - sehr eindrucksvoll am Dienstag - und auch der Einbruch ist wieder wie angekündigt gekommen, am Donnerstag letzte Woche. Und ich habe Ihnen in den letzten Tagen ausführlich und in wiederholten Artikeln die Lage beschrieben und kann nun nicht mehr tun, als das zu wiederholen, weil es immer noch wahr ist.

Ich kopiere beispielhaft hier die Kernaussage des Artikels -> Trübe Stromschnellen <- herein:

Vor uns liegen wohl trübe Stromschnellen im Markt, ich habe gestern im Forum schon deutlich gesagt, dass wir selbst für den Fall, dass der erneute Retest der Tiefs erfolgreich ausgeht, besser in Analogie zum Februar davon ausgehen, dass nach dem ersten schnell Test der Tiefs letzten Donnerstag, der zweite Test weit langwieriger und zappeliger ablaufen wird.

Und ich habe Ihnen verschiedene Szenarien gezeigt und hier auch eine besonders fiese Projektion, mit der der Markt wohl Bullen wie Bären in den Wahnsinn treiben würde:

Das ist aber nur eine - besonders fiese - Variante unter vielen, die Ihnen nur visualisieren soll, womit wir nun alles rechnen müssen.

Gleichzeitig habe ich aber keinen Zweifel daran gelassen, dass für mich praktisch alle Parameter in den US darauf hindeuten, dass wir hier eine zum Jahresende kaufbare Korrektur vor uns haben, wo auch immer diese dann dreht.

Ich bin also mittelfristig weiter bullisch, bin aber kurzfristig für die kommende Woche nicht in der Lage, den weiteren Verlauf genau zu antizipieren - zu viel Gischt in den Stromschnellen eben.

Ich habe aber trotzdem eine persönliche Erwartung - nennen wir es nicht eine Prognose, denn das ist es nicht, es ist eher ein Bauchgefühl. Und das sagt, dass wir am Anfang der kommende Woche noch Schwäche sehen, der Donnerstag aber einen Katalysator nach oben bringen könnte.

Klar ist aber auch, dass diese mittelfristig bullische Aussage sich an den US orientiert. Wenn die Weltwirtschaft in der aktuell wackeligen Lage nun noch eine Krise in China (unwahrscheinlich) oder eine neue Eurokrise (wahrscheinlicher siehe oben) oben auf die bestehenden Unwuchten darauf bekommt, dann haben wir ein echtes Problem und dann kann man für nichts mehr garantieren, dann ist nichts mehr sicher.

Trotzdem, es lohnt sich statistisch, im Zweifel auf die Bullen zu setzen. Die haben zwar nun ein paar Treffer bekommen, sind aber keineswegs ausgenockt. Vergessen dürfen wir dabei auch nicht, dass die Aktienrückkaufprogramme der großen Firmen, nach Bekanntgabe der Quartalszahlen nun mit Macht wieder losgehen.

Und abgesehen davon bin ich sicher, dass schon ein paar Zeilen von Jerome Powell ausreichen würden, in denen er seine etwas zu falkenhaften Worte von vor 2 Wochen wieder einholt und wir sehen eine Rally die sich gewaschen hat!

Mit dieser Unsicherheit in den nächsten Tagen müssen wir nun einfach leben, ich kann die uns nicht nehmen, ich habe keine Glaskugel. Ich will aber erneut betonen, dass in den allgemeinen Pessimismus nun noch einzustimmen, statistisch keine gute Idee ist. Wir müssen auf das Beste hoffen und uns auf das Schlimmste vorbereiten. Das ist in einem immer noch eher nach oben strebenden Markt die richtige Schwerpunktsetzung!

Die beste Art damit umzugehen, ist sich auf die wesentliche Eventualitäten vorzubereiten und sich einen Plan zurecht zu legen. Und die bestehen ebenso aus so fiesen Szenarien wie oben, wie auch aus der immer noch vorhandenen und gar nicht kleinen Chance, dass der Markt plötzlich zur Rally ansetzt.

Klare Handlungspläne an klaren Marken, sind noch das Beste was ein Anleger für so eine Unsicherheit ins Auge fassen kann. Denken Sie aber auch an die Möglichkeit von Fakeouts, auch das ist ja in der "fiesen Projektion" zu sehen. So schnell man draußen ist, so schnell muss man auch bereit sein, wieder einzusteigen.

Oder man muss wahlweise sagen, dass man im schlimmsten Fall 20% Minus einfach akzeptiert und aussitzt, dann kann man auch ganz entspannt und ohne Handlungen dabei bleiben. Das ist auch legitim, man sollte sich dann aber auch sicher sein, dass man das im Falle des Falles wirklich durchhält.

Also: Alles ist gesagt und wurde letzte Woche gesagt. Nehmen wir die Unsicherheit an und suchen wir die Chancen in ihr. Atmen wir die Unsicherheit ein und akzeptieren sie, dann verströmt sie wirkungslos in uns.

Hinweis der Woche

7 Wochen sind nun schon wieder vergangen, seit ich am 03.09. aus den Ferien gekommen bin. Wahnsinn wie die Zeit vergeht!

Die nun beginnende Woche ist die Letzte dieser Präsenzphase, die Woche darauf bin ich dann während der bayrischen Herbstferien für eine Woche wieder im "Ferienmodus". Bis auf ganz neue Mitglieder sollten nun alle wissen was das bedeutet - ich bin präsent, es gibt aber keine regelmässigen Morgen- und Wallstreet-Artikel, sondern ab und zu mal eine Meldung "irgendwann" nach Lust und Laune meinerseits.

Eine Übersicht über diese "Ferienmodus-Phasen" und die wesentlichen Notenbank-Termine finden Sie bis zum Jahresende hier:

Chart/Grafik der Woche

Die Grafik der Woche ist zwecks Einordnung des Geschehens ein Blick auf den langfristigen Verlauf des VIX, des US Volatilitäts-Index:

Wir sehen dass die aktuelle Korrektur von der Volatilität und Unsicherheit her noch nicht mit dem Februar zu vergleichen ist. Das spüren wir ja auch, es ist noch recht viel Zuversicht im Markt. Vielleicht braucht es wirklich noch einen Absacker, um auch das zu zerstören.

Trotzdem sieht man aber auch, dass die Unruhe schon groß genug ist, um das zu einer echten, relevanten Korrektur zu machen. Von der Seite spricht nichts dagegen, dass diese auch bald zu Ende ist - wir haben "genug" korrigiert, um die Überdehnung des Marktes zurückzusetzen.

Index der Woche

Letzte Woche war Gold der Index der Woche, dieses Mal sind es die Goldminen in Form des Sektor-ETFs GDX:

Das ist schon eine schöne Wendestruktur, *aber* ich warne davor, hier zu blind nun "die große Wende" auszurufen.

Das Chart sagt eindeutig, dass das erst einmal der Retest des großen Einbruchs von unten ist, nicht mehr. Und wenn wir mal gedanklich weiterspinnen, könnte der Zeitpunkt zu dem der GDX die alte Unterstützung - nun Widerstand - um die 21USD erreicht, in 1-2 Wochen auch der genau der Zeitpunkt sein, zu dem der breite Markt die Korrektur beendet und wieder nach oben dreht.

Ich will damit sagen, das Risiko dass der GDX bei 21USD wieder nach unten dreht ist hoch und sollte man nicht ignorieren. So richtig vertrauenswürdig wird die Bewegung erst wieder darüber.

Bis dahin ist es ein schöner Trade, der aktuell auch einen netten Hedge gegen den breiten Markt darstellt, aber noch nicht mehr. Behalten wir also die Perspektive!

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Betrachtung Deutsche Nebenwerte: Ein paar Charts zum Wochenabschluß

Bevor ich zu meiner Betrachtung komme, ein paar kurze Worte zu dem Mordanschlag in Nizza. Wieder einmal stehen wir fassungslos vor der Tat eines Wahnsinnigen, von dem wir nur erahnen können, was in dessen Hirn vorging. Es gibt keine absolute Sicherheit vor solchen Anschlägen, doch werden sich die staatlichen Organe nachdrücklich fragen lassen müssen, ob sie alles Nötige für die Sicherheit der Allgemeinheit getan haben. Besonders erschütternd, daß so viele Kinder unter den Toten sind.

Nun zu den Charts, auch wenn es ein abrupter Übergang ist. Die Charts der deutschen Nebenwerte sehen derzeit sehr interessant aus. Fangen wir mit dem Langfristchart des MDAX an:

MDAX am 15.07.16 lf. Entw

Charakteristisch sind hier folgende Linien:

1. Die Linie ABCF: Sie bildet die untere Begrenzungslinie des log-linearen Trends. Der MDAX hat heute in der Nähe dieser Linie geschlossen. Damit hat man hier unter langfristigen Gesichtspunkten ein günstiges Einstiegsniveau.

2. Mehrmals getestet wurde die Marke von 21.750 Punkten. Wird diese durchbrochen, dann hat man die Fortsetzung des langfristigen Trends, der seit Frühjahr 2015 unterbrochen ist. Andernfalls dauert der Seitwärtstrend an.

Zur mittelfristigen Tendenz des MDAX kann man folgendes sagen:

MDAX am 15.07.16 mf. Entw

Man sieht hier die Ausprägungen der Seitwärtsentwicklung. Neben dem Widerstand von 21.750 wurde bereits mehrfach die Unterstützung von 18.750 Punkten (alles circa-Werte) getestet. Das ist die Range, in der man sich seit Frühjahr bewegt. Die Obergrenze des log-linearen Trends liegt bei 20.750 Punkten. In den letzten Handelstagen hat sich der MDAX dynamisch dieser Linie genähert. Auch wurden der GLD200 und der GLD50 nach oben überschritten. Sieht nicht schlecht aus.

Nun zum Jungdynamiker, dem TecDAX, auch hier zunächst die längerfristige Entwicklung:

TecDAX am 15.07.16 lf. Entw

Die relevanten Linien sind folgende:

1. Linie ABCE. Dieser sehr dynamische Aufwärtstrend konnte noch nicht wieder aufgenommen werden. Sollte das gelingen, wären sehr ambitionierte Kursziele auf der Agenda. Doch das ist Zukunftsmusik.

2. Dafür sieht man eine kurzfristige Abwärtsbewegung DE, mit welcher der TecDAX kämpft. Schon in den nächsten Handelstagen könnte dieser Trend nach oben durchbrochen werden.

Schauen wir uns den mittelfristigen Trend des TecDAX noch etwas genauer an:

TecDAX am 15.07.16 mf. Entw

Hier gibt es eine mittelfristige Unterstützungslinie bei etwa 1.600 Punkten, die schon mehrmals gehalten hat. Wurde sie durchbrochen, so wurde sie recht bald zurück erobert. Mittelfristig sind die Marktteilnehmer offenbar nicht bereit, ihre Titel für geringere Preise herzugeben.

Kurz vor uns befindet sich der Schnittpunkt von dem log-linearen Trend, welcher seit Anfang März 2015 läuft, sowie dem kurzfristigen Trend DE. Auch hier haben wir eine sehr interessante Ausgangslage, und es liegt im Bereich des möglichen, daß der negative Kurzfristtrend sowie der mittelfristige Trend durchbrochen werden und der langfristige Aufwärtstrend von neuem aufgenommen werden kann. Auch hier besteht eine gute Wahrscheinlichkeit.

Die entscheidende Frage im DAX



Der DAX eröffnet sehr stark, jeder will sozusagen dabei sein.

Hier ist noch einmal das besser übersichtliche Chart das darstellt, worum es jetzt geht und was der DAX machen muss, um meinen Instinkt zu negieren und den klar bullischen Pfad einzuschlagen:

DAX 17.11.15 3

Wir sehen im blauen Kreis den entscheidenden Bereich direkt oberhalb 11.000, den der DAX dafür nun überwinden muss. Denn dort haben wir erstens das Hoch vom 06.11., bevor die Konsolidierung einsetzte. Wir haben dort zweitens die herab kommende Trendlinie, deren Brechen das endgültige Ende des Abwärtstrend seit April markieren würde. Und wir haben dort die 200-Tage-Linie.

Schafft es der DAX da durch, hat er sich wirklich frei geschwommen. Wir sehen aber auch unten das noch nicht geschlossene Gap. Das ist aber insofern problematisch, als es durch den Terrorakt in Paris überlagert wurde. Denn der Future hat das Niveau getestet und hätte der Terrorakt an einem Handelstag statt gefunden, hätte es auch der DAX getestet. Insofern bin ich nicht sicher, ob man das Gap nun nicht "abhaken" kann.

Und wir sehen in Lila den theoretischen Verlauf, den mir mein Instinkt bis zur FED eingibt, wie im Artikel vorher beschrieben.

Damit haben wir klare Eckdaten, die wir für unsere Aufstellung und den Handel nutzen können. Fällt der DAX unter 10.500, kommt ein bärisches Szenario zum Tragen, das ist aber im Moment nicht relevant.

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S&P500 Korrektur



Wenn wir uns ähnlich wie im DAX, auch im S&P500 das Korrekturpotential anschauen, müssen wir das Schlachtfest des Euros berücksichtigen.

Denn das liegt wie Blei auf den US Aktien (in Dollar Sicht) und verstärkt potentiell die Korrektur. Denn bis Anfang Dezember spricht wenig dagegen, weiter von einem abstürzenden Euro auszugehen und das tut gerade international agierenden US Unternehmen nicht gut. Erst mit der EZB Sitzung Anfang Dezember, ist dann Wendepotential vorhanden.

Ein Blick auf das Tageschart offenbart, wo logische Begrenzungen liegen:

S&P500 10.11.15

Die alte Widerstandszone zwischen 2.040 und 2.050, durch die der Index unter dem Druck der Notenbanken wie ein Messer durch Butter durch gegangen ist, stellt die erste Anlaufzone dar. Alles was von da im Sinne Szenario (1) nach oben dreht, ist klar und eindeutig bullisch.

Schwieriger wird die Einschätzung, wenn der S&P500 im Sinne Szenario (2) auch kurz durch die 2.000er Marke schaut. Auch das ist aber, wenn es dann wieder hoch geht, noch kein Widerspruch zu einer Jahresendrally.

Erst mit Szenario (3) ist dann so viel Essig im Wein, dass man sich ganz andere Gedanken machen muss. Darüber nun schon zu spekulieren, macht aber wenig Sinn.

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Last des Euro und Widerstand des DAX

Wohin bewegt sich der DAX? Haben wir den Boden der Korrektur schon mit den zwei markanten Tiefs vom 07. und 14. Mai gesehen? Oder taucht der Index noch unter 11.000?

Das ist die Frage, die uns nach den wilden Swings der letzten zwei Wochen, nun alle umtreibt. Eine definitive Antwort wird Ihnen aber keiner geben können und wer das Gegenteil behauptet, ist schlicht ein Scharlatan.

Aber wenn man den Markt liest, gibt es Indikationen, die einem wichtige Hinweise geben können. Ein bischen so wie früher ein Indianer, der sein Ohr auf den Boden gelegt hat und schon von Ferne hören konnte, dass da ein "Eisernes Pferd" heran schnaufte. 😉

Hinweise sind keine Garantien und Sicherheiten, aber klare Hinweise sind auch mehr, als reines Raten und deshalb sehr wichtig. Und wer wissen will, wie es im DAX weiter geht, darf dabei den Euro nicht vergessen.

Denn seit einiger Zeit besteht eine klare inverse Korrelation zwischen Euro (hier ausgedrückt im EURUSD Währungspaar) und dem Verlauf des DAX. Und diese Korrelation will ich Ihnen mit diesem eindrucksvollen Chart zeigen, welches die inverse Entwicklung zwischen DAX und Euro seit letztem Jahr darstellt.

Diese inverse Korrelation hat übrigens eine Menge mit der Tatsache zu tun, dass es nicht deutsche Anleger, sondern US Anleger sind, die den Verlauf DAX mit ihren Volumina dominieren. Und aus der Sicht eines institutionellen Anlegers im Dollarraum, stellt sich die Lage des DAX eben ganz anders dar als für uns, die wir hier im Euro als Währung sitzen. Das aber nur am Rande, diese Thematik besprechen wir immer wieder im Detail im Premium-Bereich.

Zurück zum Euro und zum DAX. Schauen wir auf das Chart:

DAXEUR 19.05.15

Was wir sehen ist eindrucksvoll und erklärt sich von alleine. Es hat also lange genügt, auf den Euro zu schauen, um zu wissen, wohin der DAX geht. Wer sich mit der Chartstruktur des Euros befasst sieht schnell, dass sich hier eine veritable Wendeformation aufzubauen scheint, die EURUSD durchaus über 1,15 bis zum Beispiel 1,20 bringen könnte. Ich gehe zwar davon aus, dass wir früher oder später die Parität sehen, aber vorher kann der Euro durchaus noch einen stärkeren Rebound hinlegen, als wir uns im Moment vorstellen.

Würde der Euro weiter steigen, wäre das für den DAX nach der aktuellen Korrelation fatal. Aber es naht vielleicht Rettung!

Denn wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie im grünen Bereich im rechten Teil des Charts, wie sich der DAX zunehmend vom steigenden Euro abkoppelt. Wir beobachten das im Premium-Bereich schon seit Wochen und ziehen unsere Schlüsse daraus. Immer wieder gab es zuletzt Tage, in denen der DAX trotz starkem Euro auch steigen konnte. Dazwischen waren dann aber auch wieder Rückfälle in die Zeit der inversen Korrelation.

Was kann man aus dem zunehmenden Widerstand des DAX ableiten?

In meinen Augen, dass der DAX stärker ist, als er ausschaut und die Chancen für eine positive Entwicklung im weiteren Jahresverlauf gar nicht schlecht sind - selbst wenn der Euro noch weiter steigen sollte. Solche Korrelationen zwischen Währung und Index sind auch nicht in Stein gegossen, sondern ändern sich. Und diese Änderungen markieren oft wichtige Wendepunkte im Marktgeschehen, aber auch das ist ein anderes Thema, ich kann hier in einem kurzen Artikel im freien Bereich nicht alles adressieren.

Umgedreht hat der Leitindex S&P500 zwar gerade einen kleinen Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen, das aber derart zäh und unter geringem Volumen, dass man befürchten muss, dass hier nicht mehr all zu viel Upside existiert. Der S&P500 ist also in meinen Augen schwächer als er aussieht.

Sicherheit über den weiteren Verlauf des DAX in diesem Jahr verschafft uns das natürlich nicht. Aber wer in den Märkten oder bei "Gurus" Sicherheit sucht, ist sowieso noch völlig auf dem falschen Dampfer und hat keine Chance auf dauerhaften Erfolg.

Unsere Aufgabe als erfolgreiche Anleger ist viel mehr, mit der Unsicherheit umzugehen und kleine Signale und Indizien für uns zu nutzen, in dem wir konsequent auf Wahrscheinlichkeiten setzen.

Und in diesem Sinne sagt uns der zunehmende Widerstand des DAX gegen den starken Euro, dass man die DAX-Bullen wohl noch nicht so einfach abschreiben sollte!

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Marktlage Update S&P500 – Die Macht der Muster

Vor genau einer Woche, habe ich hier im freien Bereich zuletzt einen Blick auf die allgemeine Marktlage gerichtet und Ihnen im Artikel -> Die grosse Marktlage am Beispiel des Leitindex S&P500 <- drei Charts des Leitindex S&P500 gezeigt mit dem Hinweis, dass diese Charts Ihnen ein aussagekräftiges und objektives Bild der Lage vermitteln.

Was ist dann in der letzten Woche nicht alles passiert, denken wir nur an die zumindest übertriebene Meldung am Freitag zu direkten Kampfhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, die den DAX hat über 200 Punkte abstürzen lassen.

Und trotzdem, alles was Sie wissen mussten, war in diesen drei Charts und heute, eine Woche später, ist es exakt so gekommen, wie die Charts indiziert haben. Mehr musste niemand wissen, um die Marktlage richtig einzuordnen.

Denn um zu rekapitulieren, sahen wir da einen etablierten Aufwärtstrend mit der guten Chance auf der Trendlinie nach oben zu drehen. Wir sahen die entscheidenden Unterstützungs- und Widerstands-Strukturen, die einen Rebound von einer echten Korrektur trennen und wir sahen die im Aufbau befindliche, potentielle inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS), bei der damals noch nicht einmal die rechte Schulter Realität war.

Eine Woche später ist die iSKS fast vollendet. Und wer die rechte Schulter zum Einstieg nutzte, nach dem klar wurde, dass es eine rechte Schulter und kein Absturz wird, sitzt nun auf schönen Gewinnen:

S&P500 19.08.14 2

Wer dagegen versuchte, rein aus dem Chart des DAX viel Honig zu ziehen, sitzt nun in einem rechten "Chaos" zwischen Bärenflagge mit erneutem Absturz unterhalb 9400 und doch einem vollen Rebound. Der Grund für das Chaos ist zweierlei. Erstens ist der DAX weit stärker durch die geopolitischen Ereignisse in der Ukraine beeinflusst. Zweitens aber, ist und bleibt der DAX ein "Nebenindex" im weltweiten Massstab - sozusagen ein "Hündchen", dass an der langen Leine der Wallstreet liegt und eben von ausländischen Kapitalströmen massgeblich beeinflusst wird.

Wenn man für die Lage der Weltmärkte die besten und verlässlichsten Signale will, ist einfach der S&P500 der Ort der Wahl. Schauen Sie nur, wie die Falschmeldung von Freitag im S&P500 nur der (erfolgreiche) Retest der Nackenlinie der iSKS war. Schon das indizierte die Stärke, die wir nun seit Anfang der Woche wieder sehen.

Jetzt werden mich einige der freien Leser bestimmt wieder fragen wollen, wie es nun weitergeht. Meine Antwort wird Ihnen nicht gefallen, denn die lautet: "Tut mir leid, Sie stellen erneut die falsche Frage!"

Wie es weiter geht, weiss niemand. Die Zukunft ist offen. Und die, die gerne darüber fabulieren, wissen es schon gar nicht. Vielleicht kommt Morgen wieder eine Nachricht aus der Ukraine und alles ist anders. Vielleicht wird der S&P500 - nachdem die iSKS ihr Bewegungsziel oberhalb 1980 erreichte - nun ein niedrigeres Hoch generieren und in ein Top übergehen. Vielleicht werden aber auch die 2000 im S&P500 bald fallen und der Aufwärtstrend weiter gehen. Hören Sie einfach auf, Ihre wertvolle Lebenszeit und Energie mit Spekulationen zu Dingen zu vergeuden, die Sie sowieso nie vorher sehen werden!

Tun Sie besser etwas anderes. Denn obwohl wir die Zukunft nicht kennen, wissen wir aber eine ganze Menge bei den Dingen, die wir wirklich in der Realität des "Hier und Jetzt" beobachten können. Und die sollten wir nicht übersehen:

(1) Wir wissen, dass ein Erreichen des Bewegungsziels im S&P500 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat. Und alle, die die iSKS erkennen konnten, hatten die Chance einen guten Teil dieser Stärke der letzten Tage mitzunehmen. Wir in der Mr-Market Community haben das mit grosser Freude getan.

(2) Wir wissen, dass die US Märkte in einem nicht gebrochenen, sehr starken Aufwärtstrend sind. Und dass es keine weltweite Baisse gibt, ohne dass auch US Indizes Schwäche zeigen.

(3) Wir sehen, dass ein Markt,der im Zuge all der geopolitische Krisen so nahe der historischen Höchststände navigiert, grosse innere Stärke hat. Und dabei verarbeitet der Markt sogar die Annahme, dass die FED die Zinsen irgendwann in 2015 anzieht.

(4) Wir wissen, dass uns der Markt mit neuen Mustern schon bald zeigen wird, ob er zu neuen Hochs aufbricht oder hier nun "stallt" und ein Top ausbildet. Wir müssen nur akzeptieren, dass wir ein Top nie zum exakten Zeitpunkt und nie "vorher" erkennen können, wie sollte das denn auch gehen, das wäre sinnloses Raten? Aber wenn sich die Muster zeigen, ein gutes Stück unter dem Top, werden wir sie erkennen, wie wir auch diese Wendeformation vor einer Woche erkennen konnten. Und so können wir immer noch einem Grossteil der Bewegung aus dem Weg gehen und stehen weit besser da als alle, die nur den Stimmungen hinterher rennen.

In Summe ist es also die völlig falsche Frage zu fragen, wie die Kurse morgen sein werden. Wer sich von diesem Ratespiel nicht lösen kann, wird nie auf einen grünen Zweig kommen, denn die Zukunft ist und bleibt unbestimmt. Dass eine ganze Industrie existiert, die Ihnen etwas anderes vorgaukeln will: geschenkt. 🙂

Richtig und sinnvoll ist es aber, die ganze Energie darauf zu verwenden um zu erkennen, was der Markt gerade jetzt in der Realität tut - und dann seine Aufstellung an dieser Realität zu adjustieren. Wenn Sie das schaffen und das mediale Rauschen ausschalten lernen, dann kennen Sie die Kurse von morgen immer noch nicht. Sie sind dann aber so sinnvoll aufgestellt, dass Sie die unbestimmte Zukunft gelassen kommen lassen können.

Zum klassisch prozyklischen Markt-Geplapper der Massen-Medien, hat übrigens Josh Brown gerade einen kurzen, witzigen Beitrag. Das ist wirklich -> LOL <- und so typisch! 😉 Und übersehen Sie bitte nicht seinen zynisch, sarkastischen Kommentar "Keep playing, let me know how this works out for you." am Ende des Posts. Da kann ich wirklich nur belustigt grinsen. 🙂

Ihr Hari

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Gold Update – Rally vor wichtigem Widerstand

Ein kurzes Update zu Gold, Stand 16:00 Uhr.

Gold hat seit dem Tief vom 28.06. ein wunderbares Reversal hingelegt, an dem wir hier im Premium-Bereich mit schönen Gewinnen partizipiert haben.

Nun ist Gold aber kurzfristig überkauft und hängt vor einer sehr wichtigen Widerstandszone um 1420 USD:

Gold 27.08.13

Es ist viel Momentum im Markt, jeder Dip wird nun seit Wochen gekauft, was Sie schön an den vielen kleinen Bullenflaggen in der Aufwärtsbewegung sehen können.

Eine Überraschung nach oben, mit der Gold nun einfach Richtung 1500 USD in einem Zug weiterläuft, kann man also nicht völlig ausschliessen. Rational ist das wahrscheinlichere Szenario nun aber eine bald bevor stehende Korrektur, um den überkauften Zustand abzubauen. Ein Abflauen der Markt-Ängste um Syrien könnte dafür der Katalysator sein.

Da der fiese Mr. Market gerne den für alle maximal schmerzhaften Weg geht, wäre ein typischer Ablauf also, dass Gold den Kopf durch die 1420 soweit durchstreckt, dass viele davon ausgehen, dass der Widerstand sofort fällt und einsteigen. Genau dann dreht der Kurs auf dem Fuss und die Korrektur setzt ein.

Ein sinnvolles Ziel für so eine Korrektur wäre der mittlere 1300er Bereich, also zum Beispiel 1350 USD. Eine solche Korrektur wäre dann aber vielleicht wieder eine Kaufgelegenheit, denn der Trend im Edelmetallsektor zeigt nun eindeutig nach oben und wir stehen am Beginn der für Gold traditionell positiven Herbstphase. Das Tief vom 07. August bietet ein sinnvolles Stop-Niveau, denn wenn der Trend Bestand hat, dürfte Gold dieses Niveau nicht mehr sehen.

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Hari´s Märkte am Abend – 24.02.12 – Wochenabschluss – The Trend is your Friend

17.40 Uhr

Heute hatten wir bisher einen ruhigen, fast langweiligen Tag an den Märkten. Mr. Market ist immer noch orientierungslos und schwimmt ohne Ziel hin und her. Deswegen falte ich meine Bücher heute einmal früher zu, äussere mich nicht zu Einzelaktien und beginne mein Wochenende vor dem Handelsschluss an der Wallstreet. Sollte doch noch etwas ganz aussergewöhnliches passieren, werde ich spät Abends noch ein kurzes Update verfassen.

Hinter uns liegt nun eine Woche der Konsolidierung und eigentlich habe ich schon alles Notwendige an den verschiedenen Tagen gesagt und könnte heute gleich wieder aufhören.

Es schadet aber sicher nicht, sich einen Moment zurück zu lehnen und sich die wichtigsten Punkte zur Börsenwetterlage - so wie ich sie sehe - noch einmal gesammelt und in Ruhe vor Augen zu führen:

1. Wir befinden uns mitten in einem durch Liquidität getriebenen, starken Aufwärtstrend und Art und Umfang dieser Konsolidierung bestätigen den Trend bisher erneut. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach der Konsolidierung weiter nach oben steigen, ist für mich nach wie vor höher als das Gegenteil.

2. In Anbetracht der Dauer des Anstiegs seit Mitte Dezember, reicht die eine Woche Konsolidierung wahrscheinlich nicht aus, damit der Markt genug Kraft für einen erneuten Anstieg sammeln kann. Eine paar weitere Tage Konsolidierung wären für mich nicht überraschend. Noch etwas tiefere Kurse als derzeit auch nicht.

3. Oberhalb 7000 Punkte im DAX liegt eine grosse und starke Wiederstandszone. Es ist für mich eher unwahrscheinlich, dass wir diese Zone gleich im ersten Anlauf nehmen können.

4. Nachdem wir durch die Widerstandszone oberhalb 7000 durch sind, ist eine Trendbeschleudigung durchaus vorstellbar, die uns dann schnell bis 7500 bringt. Denn wir haben noch jede Menge zögerndes Geld an der Seitenlinie. Ein überzeugender Anstieg über 7000 könnte für diese Zweifler der Auslöser sein, der sie zur Aufgabe zwingt.

5. Nach einer derartigen Trendbeschleunigung muss man dann aber wahrscheinlich aus dem Markt, denn dann - wenn alles lose Geld von der Seite herein geströmt ist - steht die echte Korrektur wohl bevor.

6. Sollten wir nächste Woche doch erst weiter korrigieren, liegt die nächste Unterstützung bei ca. DAX 6650 und eine harte Unterstützung - die gute Chancen hat den Wendepunkt darzustellen - in der Zone oberhalb DAX 6400.

7. Für die nächste Woche sehe ich abgesehen von den bekannten grauen (Iran) und unbekannten scharzen Schwänen nichts auf der Agenda, dass den Markt aus heutiger Sicht zu absehbar starken Aussschlägen zwingen könnte.

8. Allerdings wird mit der kommenden LTRO Operation der EZB am Mittwoch 29.02. wahrscheinlich so viel Liquidität in die Banken geschwemmt, dass das der Treibsatz für weiter steigenden Assetpreise sein dürfte.

9. Mit der französischen Präsidentenwahl dürfte Ende März / Anfang April ein Thema auf den Radar des Marktes geraten, dass das Potential hat zum temporären Aufreger (Stichwort Zusammenhalt Eurozone) zu werden.

Und noch etwas Grundsätzliches, ich lasse mich von den vielen Artikeln immer noch nicht aus der Ruhe bringen, die mir nun schon seit Wochen etwas von einem überkauften Markt und einer kurzfristig anstehenden Korrektur erzählen. Vielleicht haben diese Artikel ja sogar nun endlich auch mal recht, ich schliesse das auf keinen Fall aus, aber dann eher aus Zufall und Glück. Denn die technischen Oszillatoren wie RSI, MACD, Stochastik helfen hier nur bedingt. Denn was gerne übersehen wird ist, dass diese technischen Parameter gerade in stark trendenden Bullenmärkten über Wochen und Monate am Anschlag laufen könnnen. Sicher kommt irgendwann die Korrektur, aber eben "irgendwann" und das kann auch noch Wochen dauern. Diese technischen Oszillatoren leisten in schwingenden, volatilen Märkten hervorragende Dienste und ich nutze sie dann exzessiv. In stark nach oben trendenden Märkten wie aktuell, ist die Aussagekraft dagegen deutlich eingeschränkt. Wie bei jedem Handwerkszeug, muss man einfach wissen, wann man es einsetzt und wann nicht.

Vielleicht machen Sie sich mal Ihre eigene Liste wie oben und wenn Sie dann damit für sich eine klare Marktsicht formuliert haben, dann setzen Sie sich hin und definieren sich eine Handvoll Trades, mit denen Sie sich dann in der kommenden Woche positionieren. Ich habe mit dieser Art Vorbereitung immer gute Erfahrungen gemacht, denn zu oft vergisst man ansonsten wichtige Vorsätze in der Hektik des Tages.

Und ein nette, lehrreiche Übung möchte ich Ihnen mal für das kommende Wochenende vorschlagen, eine Übung die ich vor vielen, vielen Jahren von Charles Kirk gelernt habe:

Versuchen Sie sich mal die Aktien rauszusuchen, die bis Ende 2012 nach Ihrer Erwartung am schlechtesten laufen werden, die also den prozentual höchsten Verlust produzieren werden.

Sie haben richtig gehört, ich will von Ihnen die Aktien hören, die Ihrer Meinung nach bis 31.12.2012 den grössten prozentualen Verlust produzieren werden ! Was soll das, werden Sie vielleicht denken, aber machen Sie es doch einfach mal ! Denn sobald Sie anfangen darüber nachzudenken, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass das eine verdammt schwierige Frage ist, viel schwieriger als Sie sich vielleicht im ersten Moment gedacht haben. Und jetzt frage ich Sie: wenn es schwierig ist die zukünftig schwächsten Aktien zu benennen, wieso glauben Sie dann die zukünftig besten Aktien benennen zu können ?

Und ich habe auch eine starke Vermutung, was für Aktien Ihnen bei der Frage dann möglicherweise durch den Kopf spuken werden: Aktien die bisher extrem gut gelaufen sind und auf Allzeithoch notieren. Aktien bei denen man denkt: weiter hoch kann es ja gar nicht mehr gehen. Aktien wie zb eine Apple.

Vor 10 Jahren hätte ich wahrscheinlich auch sofort an Aktien wie Apple bei dieser Frage gedacht. Jetzt sage ich Ihnen aber, mit was für Aktien ich heute diese Wette eingehen würde - mit Aktien wie Q-Cells zum Beispiel. Wie bitte, Q-Cells - werden Sie nun wahrscheinlich denken ? Die notieren doch heute schon nur bei 0,32€ - wohin sollen die denn noch fallen, da würde man doch eher auf eine Wende nach oben tippen. Ich aber halte es persönlich für gut möglich, dass Q-Cells in Anbetracht der permanenten Verluste und des fehlenden profitablen Geschäftsmodells dieses Jahr noch weiter abstürzt, bis zur theoretischen Insolvenz im schlimmsten Fall. Q-Cells würde dann also nahezu wertlos sein und sozusagen bei 0,01€ notiert. Das würde für jemanden der heute bei 0,32€ einsteigt einen Verlust von 97% produzieren ! Glauben Sie Apple kann auch so einen Verlust produzieren ? Nicht wirklich, ich denke da sind wir uns einig.

Durch diese Übung wird Ihnen erneut vor Augen geführt, dass gute Aktien eher weiter gut laufen und schlechte Aktien eher weiter schlecht. Und das Trends in der Regel länger dauern, als man erwartet. Denn instinktiv würde man sich als Laie eher gegen den Markt stellen und bei Q-Cells über das kaufen nachdenken und bei Apple über das verkaufen. Und auch wenn das im Einzelfall mal zufällig richtig sein kann, sagt die Erfahrung, dass es in der Regel in die Hose geht.

Deswegen ist Ihnen sicher im Leben auch höchst selten ein Mensch begegnet, der mit legalen Wetten auf Pennystocks (betrügerische Pusher natürlich ausgenommen) reich geworden wäre. Dabei lieben gerade Laien diese Wetten auf Pennystocks, weil die Aktien ja vermeintlich so billig aussehen. Aber es gibt halt meistens verflucht gute Gründe warum eine Aktie im Pennybereich notiert. Und wenn etwas billig aussieht, muss es deswegen noch nicht billig sein.

Machen Sie also einfach mal selber den Versuch. Schreiben Sie 10 richtig miese Aktien auf, bei denen das Geschäftsmodell so richtig in Scherben liegt und die schon massiv gefallen sind. Die 10 Gurken-Aktien also, zum Beispiel im Solarbereich könnten Sie da aktuell fündig werden. Und schreiben Sie dann die 10 Aktien auf, die extrem gut gelaufen sind, von einem klasse Management geführt werden und nun nach einer Korrektur geradezu schreien - wie Apple halt. Und dann schauen Sie am Jahresende 2012 wer besser gelaufen ist - ich verspreche Ihnen schon heute : die guten Aktien, obwohl sie schon so weit gelaufen sind !

Und sehr freuen würde ich mich, wenn Sie Ihre "Gurken-Aktien" hier mit uns teilen würden. Ich fände das höchst spannend und lehrreich.

Wer dieses Prinzip des Trends wirklich verinnerlicht hat, wird seine Ergebnisse bei der Geldanlage nach meiner Erfahrung deutlich verbessern. Und gegen die durchaus vorhandene Gefahr eines Trendbruches gibt es doch ein probates Gegenmittel: Trailing-Stops !

"The Trend is your Friend" - dieser Spruch ist immer noch gültig und viele halten ihn für eine Trivialität. Aber sich daran zu halten, ist weit schwieriger als es scheint !

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende !
Ihr Hari