Klar unklare Sache bei der FED

Nach einer sehr spannenden EZB Sitzung letzte Woche, die ein von -> internen Kompromissen <- geprägtes Ergebnis gebracht hat, das dann von Draghi in der Pressekonferenz mit einem marktfreundlichen, taubenhaften Spin versehen wurde, steht diese Woche Mittwoch Abend die wichtigste der Notenbanken mit einem Entscheid an. Die FED.

Hier ist die Ausgangslage völlig anders als bei der EZB letzte Woche.

Ja, die FED wird die Leitzinsen um einen Viertel-Punkt auf 0,75% erhöhen, davon ist fest auszugehen. Die FED selber, lässt daran keinen Zweifel aufkommen und der Markt, geht nach den letzten Zahlen mit 97% Wahrscheinlichkeit davon aus.

Das wird so kommen, alles andere wäre eine immense Überraschung, mit der die FED ihre eigene Glaubwürdigkeit zerstören würde. Und wenn es kommt, wir das nur einen Gähner am Markt hervor rufen, denn das ist vollständig in den Kursen.

Richtig schwierig, dürfte dagegen für die FED aber der Ausblick auf 2017 sein und die Frage, wie stark und steil es mit der Zinswende weiter geht. Und das sind die Worte, denen der Markt mit besonderer Aufmerksamkeit lauschen wird und die sich ganz hart auf Dollar und Gold auswirken werden.

Schwierig ist es nicht nur, weil Zukunft immer schwierig ist - da kann man noch so grosse volkswirtschaftliche Abteilungen haben, wenn Volkswirte die wirtschaftliche Zukunft vorher sagen könnten, wären sie an der Börse alle Multimilliardäre. 😉

Schwierig ist es vor allem wegen Trump. Denn keiner kann heute seriös sagen, ob Trump die Inflation wirklich ans Laufen bringt oder nicht und seine Konjunktur-Programme wirklich so gross werden, wie der Markt das nun schon antizipiert.

Und nicht nur wegen Ihres Mandats, sondern auch weil die Inflation ja viele Seiteneffekte hat, hängt davon in hohem Masse die weitere Zinspolitik der FED ab. Ob die Inflationsrate Ende 2017 in den US bei 3% oder 1% liegt, ist eben ein ganz zentraler Unterschied, den die FED nicht ignorieren kann und Trump hat dafür einige Stellschrauben in der Hand.

Und weil das so ist, kann die FED sich am Mittwoch nicht seriös für 2017 festlegen und muss sich hohe Flexibilität bewahren.

Diese völlig offene Lage, trifft mit Janet Yellen auf eine FED-Chefin, die sowieso einen ganz starken Hang zum "Play it Safe" besitzt. Adrenalin-Sport und der Spass am Risiko, ist ihr genetisch wohl nicht in die Wiege gelegt, was für eine FED-Chefin ja auch nicht die schlechteste Charaktereigenschaft ist.

Also bleibt nur eine logische Schlussfolgerung, die FED wird sich am Mittwoch alles offen halten und wird deswegen ihr Statement zu 2017, so indifferent wie möglich formulieren.

Wir bekommen also wohl eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75% und dann viele "wenn" und "dann" und "datenabhängig", also wenig zum Kauen. Das ist meine Erwartung.

Bleibt nur die Frage, wie der Markt auf diese Zins-Erhöhung und ansonsten wenig inhaltlichen Honig reagieren wird?

Wohl mit einer ganz leichten "Sell the News" Reaktion und dann weiter im Text zur Jahresendrally. Alleine beim Dollar, bin ich nicht sicher, ob das diesen dann nicht doch etwas drückt, denn nach meinem Eindruck wird ein schärferer Zinspfad in 2017 nun schon teilweise eingepreist.

Fazit:

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Nach der FED ist vor der Wahl

Die Notenbanken von EZB über SNB, BoE, BoJ und nun FED liegen hinter uns. Endlich - Heureka!

Die FED hat sich wie erwartet verhalten und erneut gezögert. Schon gestern Abend haben wir das im Premium-Bereich als Kaufsignal interpretiert, zumal das Sentiment wieder recht sauer geworden war und damit auch eher nach oben weiste. Auch die Edelmetalle haben gestern ein Kaufsignal gesetzt, das nicht zu überhören war.

Heute setzt sich die Stärke fort. Wahrscheinlich ist nun eine kleine Pause, bevor kommende Woche die Unterinvestierten potentiell mit einem Squeeze in den Markt getrieben werden.

Was wir jetzt erleben, ist ein Zeitfenster von wenigen Wochen, bis Anfang/Mitte Oktober, bevor die US Präsidentschaftswahl näher rückt und den Markt wieder in Unruhe versetzen wird.

Vor diesem Hintergund, wirkt das erneute Zögern Yellens und der erhobene Zeigefinger der FED in Richtung Dezember im Sinne "aber dann", auf mich wie eine Lachnummer.

Ich erinnere daran, dass es am Anfang des Jahres noch 4 - in Worten Vier - Erhöhungen für dieses Jahr in den ach so tollen und von unzähligen Mitarbeitern vorbereiteten Projektionen der FED waren. An der Konjunktur hat sich seitdem kaum was geändert, am Arbeitsmarkt auch nicht. Und wie viele haben wir nun?

Aber für Dezember, nach einer völlig offenen US Wahl, da wird die FED dann erhöhen - ganz sicher. Schon klar. Erhöht wird genau dann, wenn alles an Daten perfekt ist, und dann auf 0,5 - 0,75%. Brutal. 😉

Denn ich persönlich rechne damit, dass Trump die US Wahl gewinnt und dann ist alles anders. Alles. Die Börsen werden dann in grosser Unsicherheit hin und herschwingen und Yellen wird sich nicht trauen, genau dann die Zinsen zu erhöhen, zumal sie dann sowieso auf der Abschussliste steht.

Eine Zinserhöhung der FED im Dezember, erscheint mir nur dann überhaupt denkbar, wenn Clinton gewinnt. Ob das passiert, steht in den Sternen. Mein Instinkt sagt mir, Trump wird es. Denn es reicht ein markanter, publikumswirksamer Anschlag in der Woche vor der Wahl, um ihn nach vorne zu spülen. Und so einen Anschlag kann jeder Geheimdienst der Welt administrieren, wenn er nur will.

Aber auch ohne solche externe "Wahlhilfe", ist Clinton so schwach und eigentlich unwählbar im Sinne, dass kaum jemand in den US sie ernsthaft als Präsidentin will, wenn man denn die Wahl unter attraktiven Kandidat(inn)en hätte. Ihre Chance besteht scheinbar nur daraus, dass sie vielleicht das kleinere Übel ist. Ob das reicht? Wir werden sehen.

Aber wie auch immer, für ein paar Wochen haben wir nun weitgehend Notenbank-freies Fahrwasser. Das ist doch mal was. Und die Märkte sind nach oben in Bewegung, der NASDAQ hat ein neues Hoch. Und der Einbruch vom 09.09. stellt ein sehr sinnvolles Stopniveau dar, mit dem wir arbeiten können.

Ich hatte schon schlechtere Setups vor mir.

Ihr Hari
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Der Euro, der Dollar und die neuen „Masters of the Universe“



Die wahren "Masters of the Universe", an deren Wort die Märkte hängen, sind seit der Finanzkrise nicht mehr die Bankenchefs wie James Dimon (JP Morgan) oder Lloyd Blankfein (Goldman Sachs). Das ist Geschichte.

Nein, nach meinem Eindruck, hat sich ein kleiner Kreis von Technokraten, in Form der Notenbanker der grossen Währungen, als die neuen "Masters of the Universe" aufgeschwungen - oder man könnte auch etwas überspitzt sagen "selbstermächtigt".

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FED Fixiert

Der Markt ist derzeit auf die Frage fixiert, ob die FED in ihrer Sitzung vom 16./17. September die Zinswende einleitet oder nicht.

Bis dahin, kann man von einer Seitwärtsrange im Markt ausgehen und danach dürfte sich der Zug in Bewegung setzen, mit höheren Chancen nach oben zum Jahresende, als nach unten.

Ich habe vor Tagen den Mitgliedern im Premium-Bereich das folgende Chart gezeigt, wobei die blauen "Zuckungen" keine Richtungsangabe sind, sondern eben nur "richtungslose Zuckungen" darstellen sollen. Diese Sicht ist immer noch gültig und passt im Übrigen gut zu den -> 2011er und 1998er Analogien <-:

S&P500 04.09.15

Ich persönlich finde die Fixierung auf die FED übertrieben und auch nervtötend, denn am Ende sind die Rahmenbedingungen doch schon heute weitgehend klar:

(1)

Auch wenn die FED den ersten Zinsschritt vollzieht, wird dieser bestenfalls marginal sein und nicht viel nachkommen. Insofern ist das mehr psychologischer Placebo mit Gesichtswahrungseffekt, als echte Zinswende.

(2)

Eine echte Zinswende "geht schlicht nicht" in einem Umfeld, in dem die anderen Notenbanken den "Race to the Bottom" betreiben und reihenweise die Währungen abwerten. Dann würde der Dollar endgültig durch die Decke gehen und da das -> Dual Mandate <- der FED auch die Konjunktur beinhaltet, kann diese im aktuellen Notenbankumfeld gar nicht die Zinsen beliebig erhöhen, da das die Wettbewerbsfähigkeit der US nachhaltig beeinträchtigen würde. Abgesehen davon, können die überschuldeten Staaten der westlichen Welt sowieso nicht lange mit hohen Zinsen leben.

(3)

Wie unsicher sich die FED Mitglieder selber sind, sehen wir an dem aktuellen Artikel: -> FED Williams sieht Zinserhöhung nur bei Risikoabschwächung <-, für den der "FED-Kontakt" des WSJ Jon Hilsenrath verantwortlich zeichnet und der hatte bisher ein gutes Händchen dabei zu beschreiben, wie die FED im Inneren denkt. Sie müssen nicht Englisch können, um den Tenor zu begreifen, denn der lautet: Die FED Mitglieder wissen es auch nicht und legen sich nicht fest.

(4)

Der FED dürfte bewusst sein, dass wenn man jetzt, nach Jahren der Antizipation, erneut vor dem ersten Schritt zurück schreckt, dieses negative Effekte auf die eigene Glaubwürdigkeit haben würde und Fragen im Sinne "wenn nicht jetzt, wann dann?" aufwerfen würde.

(5)

Im Zweifel wird sich die FED vorsichtig und abgewogen bewegen. Das war unter Yellen bisher immer so und wird sich wohl nicht ändern.

Fasst man das alles zusammen und zieht die grosse Unsicherheit in Betracht, der sich die FED nicht verschliessen wird, gibt es einen potentiellen Königsweg für Yellen, eine Art "Doppelstrategie" sozusagen. Und Yellen hat diese Doppelstrategie von ein wenig Peitsche und viel Zuckerbrot, in der Vergangenheit schon angewandt.

In dieser Doppelstrategie vollzieht man pro Forma den ersten, marginalen Zinsschritt. Damit wahrt man das Gesicht, wird nicht unglaubwürdig und demonstriert Zuversicht in die konjunkturellen Entwicklung der US. Gleichzeitig aber, macht man sehr deutlich, dass diesem ersten Schritt keineswegs schnelle weitere Schritte folgen werden und findet vielleicht noch ein anderes geldpolitisches Zuckerstückchen, mit dem man den Markt glücklich machen kann.

Ein wenig Peitsche und ganz viel Zuckerbrot also. Ich weiss nicht, ob das so kommen wird, gut denkbar ist es aber. Ich weiss aber, dass *wenn* diese Doppelstrategie so kommen würde, das für den Markt wohl wie ein Befreiungsschlag wäre.

Denn wir dürfen nicht vergessen, dass der Markt vor allem Eines hasst: Unsicherheit. Weit negativer wäre es für die Märkte daher zu sehen, wenn die FED nun aus Angst erneut zurück zuckt. Das würde nach kurzer Freude grundsätzliche Fragen im Sinne "wann, wenn nicht jetzt" aufwerfen.

Wir sollten uns also weniger auf das fixieren, was die FED machen wird. Das bewegt sich in einem relativ engen Rahmen und wird so oder so keinen Schock für die Märkte darstellen.

Wir sollten uns mehr darauf fokussieren, wovor der Markt Angst hat und ob er Unsicherheit verspürt, denn das bewegt die Kurse. Und die FED Sitzung kommende Woche ist eher eine Chance, diese Unsicherheit zu bestätigen oder zu nehmen.

Das Sentiment der US Anleger ist auf jeden Fall nun recht depressiv und spricht eher dafür, dass sich viele nach unten abgesichert haben, was Überraschungen nach oben wahrscheinlicher macht. Denn den Pfad den alle erwarten, kann der Markt wg der Reflexivität nur schwerlich beschreiten.

Ihr Hari

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S&P500 und DAX – Korrektur oder Bärenfalle ?

Gestern war ein unschöner Tag an den Märkten. Es gab Gewinnmitnahmen quer Beet, beinahe keine Assetklasse war davon unbetroffen.

Und besonders bemerkenswert ist, dass der Leitindex S&P500 nun kurz davor steht, eine deutlich geformte Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS) auszulösen, die typisch für eine zumindest temporäre Topbildung ist:

S&P500 Stunden 12.12.13

Diese SKS haben wir hier im Premium-Bereich schon seit Tagen als relevante Möglichkeit verfolgt und sind insofern nicht überrascht. Die wirklich spannende Frage ist, durchschlägt diese nun die Nackenlinie nach unten und löst damit die Formation - nach dem klassischen Retest von unten - auch aus ? Die relevante Nackenlinie liegt dabei irgendwo etwas unter 1780 USD. Den exakten Verlauf der Nackenlinie kann man in der Regel erst dann endgültig festlegen, nachdem die Formation getriggert ist und Realität wurde.

Es wäre die erste deutlich bärische Formation, die im S&P500 seit langer, langer Zeit triggern würde und diese hätte insofern Bedeutung über den Tag hinaus.

Vergessen Sie aber bitte nicht, dass eine SKS nur dann einen statistischen Edge generiert, wenn sie wirklich ausgelöst wurde. Vorher ist es nur eine Möglichkeit und das ist (noch) die aktuelle Situation.

Denn wir sollten dieses Jahr nicht den gleichen Fehler immer wieder machen und nur aufgrund erster Warnzeichen sofort zu bärisch werden. Vorsicht ist gerechtfertigt, Panik und Kursschlussreaktionen aber nein !

Auf der Seite der Bullen gibt es nämlich auch gewichtige Argumente.:

Erstens die Historie, nach der die erste Dezemberhälfte ganz typisch für Schwäche und eine Konsolidierung ist, während die zweite Dezemberhälfte typischerweise sehr stark ist.

Zweitens die Tatsache, dass der Markt jetzt schon die Befürchtungen vor einem Tapering zur FED-Sitzung kommenden Mittwoch den 18.12. einpreist. Das schafft Raum für positive Überraschungen. Denn ganz ehrlich, ich persönlich wäre eher überrascht, wenn auf einer der letzten Sitzungen mit Bernanke als Chairman - Janet Yellen soll ab 01.02.14 die Führung übernehmen - und dann noch kurz vor Weihnachten, so eine weit reichende Entscheidung getroffen würde. Wohl wissend, dass der Markt seine Anpassungsbewegungen dann zum volumenarmen Jahreswechsel vollziehen müsste. Das ist mehr "Mut", als ich von der FED erwarte, die ja doch sehr vorsichtig mit dem Markt umgeht.

Drittens ist das was wir bisher gesehen haben, kein massiver Abgabedruck, sondern einfach Gewinnmitnahmen quer Beet. Und die sind als solche ganz normal. Warum sollte auch ein Investor, der nun auf 20% oder 30% Gewinn sitzt, davon nicht mal etwas mitnehmen und sich ruhige Weihnachten gönnen ?

Und letztlich und viertens zeigt auch das Tageschart des S&P500, dass hier nun Raum für eine Korrektur ist, aber der übergeordnete Aufwärtstrend sich noch nicht im Entferntesten in Gefahr befindet:

S&P500 Tag 12.12.13

Man kann Trendlinien auf vielfältige Arten und Weisen zeichen und es gibt nie "die" Trendlinie, denn sie sind keine objektiven Marken, sondern nur Visualisierungen einer Bewegung. Aber egal wie man zeichnet, eine Korrektur herab bis ca. um die 1720 im S&P500 wäre völlig normal, gesund und kein Grund zur Panik. Und natürlich wäre der DAX dann auch wieder deutlich unter 9000. Aber wäre das wirklich so schlimm ? Erinnern Sie sich noch, wie lange 8000 wie eine kaum erreichbare Marke aussah und wissen Sie noch, wann der DAX diese Marke überhaupt wieder geschafft hat ?

Was heisst das nun konkret für uns als Anleger:

Erstens ist es rational, wenn man auf Gewinnen sitzt, diese nun teilweise zu realisieren und es zum Jahresende mal gemütlicher anzugehen.

Zweitens ist es rational, nun Vorsicht walten zu lassen, sich genaue Stopmarken zu definieren, sich ein Risikomanagement zurecht zu legen und damit für den Fall gewappnet zu sein, falls der S&P500 tatsächlich herab bis 1720 zu korrigieren beliebt.

Drittens ist es rational, im Zuge dieser Vorsicht nun Positionsgrössen abzubauen und ganz generell Risiko aus dem Depot zu nehmen.

Irrational ist es aber, nun den grossen "Top" auszurufen, diesen Markt aggressiv zu shorten und generell in Panik zu verfallen. Dafür gibt es noch überhaupt keinen Anlass. Unterschätzen Sie nie die Kraft des Bullen.

Was hier gerade passiert, kann sehr wohl nur der Dip sein der erfrischt. Und genau im Januar, wo fast jeder der zwei Beine und zwei Arme hat nun von einer Korrektur ausgeht, kommt dann eine erneute Jahresanfangsrally. Genau genommen spricht die aktuelle Konsolidierung genau dafür, dass hier mal wieder einige diesen Bias der Jahresanfangkorrektur haben und ihr aus dem Weg gehen wollen. Sie wissen aber auch, dass das was alle erwarten und wo sich jeder darauf vorbereitet, am Markt eher selten passiert. Oder ?

Statt zu raten und uns von unseren Emotionen treiben zu lassen, lassen wir also lieber den Markt entscheiden. Jetzt sagt der Markt uns: etwas Vorsicht kann nicht schaden. Der Aufwärtstrend ist aber erst dann gebrochen, wenn er gebrochen ist. Und hat solange unseren Respekt verdient !

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Elementary my dear Mr. Market: the game is afoot ! – Das Spiel hat begonnen !

Dieser Artikel ist nur für treue Leser von Mr-Market. Egal ob Premium oder nicht.

Woher ich das weiss ? Weil ich in den Titel keines der ziehenden Schlagwörter wie "Commerzbank, K+S, Solarworld, E.ON" hinein gepackt habe. 😉 Wären Sie alle drin, würde der Artikel tausende Klicks bekommen. Je mehr Buzzwords desto besser für die Klickrate. So wie jetzt aber - nur mit einer Hommage an Sherlock Holmes - wird niemand auf diesen Artikel klicken, wenn er oder sie nicht sowieso regelmässig bei Mr-Market vorbei schaut.

Das nur als kleine Anekdote am Rande, wie das Spiel um Aufmerksamkeit im Internet funktioniert. Und es funktioniert deshalb so, weil wir Menschen so ticken und mit Mustererkennung im Internet unterwegs sind. Und so neigen wir dazu, uns schon bekannte "Weisheiten" im Sinne der Bestätigung unserer Überzeugungen erneut rein zu ziehen - weil sich das so gut anfühlt. Ein Umstand, der auch bei der Preisfindung an den Märkten als "Confirmation Bias" eine wichtige Rolle spielt.

Nun aber zum Markt und da ist seit gestern Sherlock Holmes Ausruf "The game is afoot !" mehr als berechtigt.

Sie erinnern sich, ich hatte hier vorgestern aufgrund des Bollinger Band Crashs im S&P500, verbunden mit der Ernennung von Janet Yellen, schon fest mit einem Bounce gerechnet. Der kam auch - einen Tag später - und wurde durch die Anzeichen, dass man in Washington miteinander redet gestern massiv unterfeuert. Und durch die Dynamik der Bewegung, wurde der gestrige Bruch der Trendlinie auch erneut zur Bärenfalle, wie schon 5-mal seit November 2012 vorher.

Ist damit das Debt Limit Problem wirklich gelöst ? Kein bisschen natürlich, im Gegenteil - es wurde einfach im Sinne "kicking the can down the road" weiter verschoben. Das hat aber für die Kursentwicklung zunächst keine Relevanz.

Denn an dieser Stelle kommt wieder etwas zum Tragen, was wir unbedingt über die Märkte verstehen müssen: Die Märkte leben nicht in der Gegenwart. Sie leben in der Zukunft und die Preise bilden sich aus den Zukunftserwartungen aller Marktteilnehmer.

Und was waren die Erwartungen der Marktteilnehmer vor 2 Tagen ? Ganz klar, dass eine Lösung gefunden wird und dass dann eine massive "rip your face off" Rally stattfinden würde. Das war ganz klar der Konsens im Markt.

Und weil dieser Konsens war wie er war, will natürlich niemand der Letzte sein, weil dann ja die schönen Gewinne schon alle verfrühstückt sind. Und so entsteht so ein extrem positiver Tag wie gestern, weil alle schon beim ersten Anzeichen einer Einigung aufspringen, um den anderen zuvor zu kommen. Eine selbsterfüllende Prophezeiung also. Und dann werden Stops gezogen, Shorts gesqueezed usw. usw. und die Rally nährt die Rally und so ein Trendtag entsteht.

Jetzt könnte man ja meinen, man hätte da eine perfekte Methode für den nächsten Trade, aber so einfach ist das leider nicht. Denn diese Erwartungen können auch das Gegenteil auslösen. Weil alle darauf warten, tritt es nicht ein. Und wenn das zu lange dauert das Warten, werden dann die Erwartungen aus Enttäuschung aufgelöst, was genau zur entgegengesetzten Bewegung führt. Die zu hohe Erwartung war dann Ursache des Einbruches. Den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Szenario, macht dabei der Zeitpunkt und Charakter des Katalysators. Und der war gestern in Form des Vorschlags der Republikaner so zeitnah und durchschlagend, dass die Marktteilnehmer eine Lösung für das Debt Limit als gegeben genommen haben. Und damit den Mechanismus der selbsterfüllende Prophezeihung ausgelöst haben.

Merken Sie sich also unbedingt: die Kursbewegung kommt nicht, weil sich die Realität geändert hat. Die US sind immer noch ohne Lösung und der politische "Gridlock" ist nur verschoben, aber nicht aufgehoben. Der Markt bewegt sich aber aufgrund der Anpassungen der Erwartungen an die Zukunft. Und diese Erwartungen haben sich nun deutlich zum Positiven verändert, eine nahende Lösung ist nun als Faktum angenommen.

Es gab gestern übrigens eine weitere Erwartungskomponente, die die Rally befeuert hat und über die hatte ich auch schon gestern im Premium-Bereich geschrieben. Die derzeitige Blockade wirkt sich natürlich negativ auf Arbeitslosenzahlen und das Wachstum in den USA aus. Und damit dürfte das Thema des "Tapering" für dieses Jahr endgültig vom Tisch sein. Entsprechende Äusserungen des FED Mitglieds Bullard hatte ich auch gestern im Premium-Bereich verlinkt.

Das gefällt Mr. Market natürlich ganz besonders, denn einerseits sind die negativen Wirkungen auf das Wachstum ja nur temporär und nicht strukturell, andererseits ist ungehemmter Stimulus nun weiter gesichert. Besser geht es für die Wallstreet nicht, die mal wieder auf ganzer Linie bekommen hat, was sie sich wünscht.

Und so hat das Spiel begonnen. Das Spiel der Weihnachtsrally im 4. Quartal, bei der keiner der Letzte sein will, der aufspringt.

S&P500 11.10.13

Aufmerksame Leser werden jetzt natürlich sofort bemerken, dass die Medaille zwei Seiten hat. Wenn jetzt in den Erwartungen des Marktes eine Lösung zum Debt Límit schon verfrühstückt wird und sich alle für eine "4th Quarter Rally" positionieren, bleibt kein Erwartungshub mehr übrig, wenn die Lösung dann tatsächlich kommt.

Und genau so ist es. Wenn die Lösung kommt, wird der Markt schon weiter in die Zukunft schauen. Und wenn sie doch nicht kommt, wird Mr. Market um so erstaunter und wütender korrigieren.

Kurzfristig ist mit dem gestrigen Schub nun aber ein bullisches Signal gegeben worden. Wir müssen heute zwar noch abwarten, ob es noch zu einem bösen Reversal wie beim Pop nach der "No Taper" Entscheidung der FED Mitte September kommt. Unmöglich ist das nicht. Mein Eindruck ist aber eher nein.

Dann wird der Markt mit guter Wahrscheinlichkeit die Hochs im S&P500 bei 1730 testen. Aber erst was danach passiert, wird wirklich das Schicksal des 4. Quartals bestimmen. Denn es gibt viele Anzeichen für eine grundlegende Topbildung und nachlassendes Momentum in den US Indizes. Und das es mehrere Versuche zu neuen Hochs gibt, ist in so einem Bullenmarkt mehr als normal. So ein Bulle stirbt nicht so einfach von heute auf morgen, er rafft sich vielmehr immer wieder auf, bis er irgendwann unter der eigenen Last mit einem lauten Krachen zusammen bricht.

Genau das macht es auch so schwierig so einen Markt zu shorten. Man wird x-mal auf dem falschen Fuss erwischt und mit Verlust ausgestoppt, weil sich der Bulle doch wieder aufrafft. Und wer er dann endlich stirbt, dann ist man schon so demoralisiert, dass man nicht mehr dabei ist, wenn es endlich wirklich auf der Short-Seite Geld zu verdienen gibt. Deshalb kann ich immer nur wieder dringend davon abraten, solche Märkte oder auch Momentum-Aktien "auf Verdacht" zu shorten, egal wie schön die vermeintliche Topbildung aussieht. Erst wenn der Markt wirklich fällt und technisch eindeutig nach unten zeigt, dann kann man in der Mitte der Bewegung auf der Short-Seite sinnvolle Gewinne bei mässigem Risiko einfahren.

Insofern könnte man im S&P500 nun kurzfristig Stops unter das gestrige Tief setzen und auf dem Rücken des Momentums das Spiel nach oben mitspielen, nachdem man leichte Schwäche heute abgewartet hat. Bei einem typischen Ablauf gäbe es heute also eine leichte Konsolidierung, bevor es dann nach oben weiter geht. Mittelfristig wäre ich aber nicht zu optimistisch, sondern eher vorsichtig, sobald sich der S&P500 wieder in der Nähe der alten Hochs befindet.

Europa dagegen - und damit auch der DAX - ist klar im Rallymodus und profitiert von Liquiditätszuflüssen aus anderen Märkten und zeigt klare Überperformance zu den US Indizes. Insbesondere unser "Liebling" der spanische Index IBEX35 ist einfach beeindruckend und der Trade ein Volltreffer. DAX 9.000 und IBEX 10.000 in nicht zu ferner Zukunft, ist also keineswegs besonders optimistisch, sondern eher realistisch. Auch beim DAX haben wir nun mit den Tiefs der letzten Tage schöne Niveaus zur Absicherung.

Ich wünsche viel Erfolg !

Und bitte denken Sie daran. Das Internet ist voll mit allerlei Crash-Gurus und Horrorgeschichten und einige dieser Logiken teile ich sogar, weil das Makrobild nach meiner Ansicht dabei schon richtig erkannt wird. Nein, ich bin wirklich nicht überzeugt, dass dieses historische Experiment der Notenbanken und der Politik gut ausgeht. Und ich bin ziemlich sicher, dass wir in einigen Jahren ein ganz anderes Währungssystem haben und davor noch schlimme Verwerfungen erleiden müssen.

Nur - und das ist so wichtig zu verstehen - es nützt nichts, vielleicht in 3 Jahren mal Recht zu bekommen, wenn man die ganze Zeit vorher gegen den Markt ankämpft und sein Depot dabei ruiniert. Es gibt Marktteilnehmer, die kämpfen seit 2009 gegen dieses Markt an. Und was hat es ihnen gebracht ausser Leid und Verlusten ? Wenn sie dann irgendwann Recht bekommen, werden sie sich darüber nicht mehr freuen können, falls sie dann noch überhaupt im Markt sind.

Ignorieren Sie also all diese Weissagungen und Prognosen. Die halten Sie nur vom wirklich Wichtigen ab: Im "Hier und Jetzt" Geld zu verdienen !

Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt: wir haben keine Wahl, wir müssen auf dieser Party tanzen und das Spiel mitspielen ! Es schadet aber nichts, die Eventualitäten zu kennen und sich gedanklich darauf vorzubereiten. Nur handeln dürfen wir nicht nach Eventualitäten, sondern nur nach dem, was uns Mr. Market sagt. Und die Botschaft ist klar:

Das Spiel hat begonnen !

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Bernanke reloaded ? – S&P500 on stairway to heaven ?

Déjà-vu ! Da sind wir also wieder, wo wir seit November 2012 dank Ben Bernanke schon so oft waren. Denn es läuft immer gleich:

Der Markt steigt und ist auf Höchstständen. Dann kommt etwas Sorge hinein, dass es dieses mal "der" ultimative Top sein könnte. Auslöser für die Sorge kann alles mögliche sein, das ist letztlich egal. Denn das Ergebnis ist auch immer klar, um an ein Bonmot aus dem Fussball anzuknüpfen:

"Börse ist ein einfaches Spiel, tausende kluge Leute wetten auf die Kurse, und am Ende gewinnt immer die FED." 😉

Wir haben diese V-förmigen Wende durch Einfluss der FED jetzt seit dem November 2012 - als Bernanke seinen Stimulus auf 85 Milliarden pro Monat hochdrehte - geschlagene 5 mal immer identisch erlebt. Langsam sind wir alle wie pawlowsche Hunde darauf progammiert. Eine V-förmige Wende, wie es sie in den prähistorischen "Vor-Fed-Zeiten", also sozusagen in der Steinzeit der Börsen, höchst selten gegeben hat.

Schauen Sie doch einfach mal auf das Chart des weltweiten Leitindex S&P500 mit Tageskerzen:

S&P500 20.09.13

Beeindruckend dieser Trend oder ? Mit perfekter Zyklizität kommen diese V-Wenden, weswegen nun wahrscheinlich alle, inklusive Joe Sixpack und Max Müller, genau auf das identische Muster wetten werden. Was 5 mal klappt, wird doch auch 6 mal klappen, oder ? Und die Wahrheit ist: ja, die Wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich gross.

Und jetzt berücksichtigen Sie bitte, dass genau dieser Bernanke gerade hat verlauten lassen, dass sich die FED noch nicht traut, einen Abbau des Stimulus zu beginnen, weil die ökonomischen Daten noch zu schlecht seien.

Hallo ? Hatte Börse nicht früher - Sie wissen schon, in der Börsen-Steinzeit - genau mal was mit ökonomischen Daten zu tun ? Warum steigen die Börsen und steigen, wenn die ökonomische Entwicklung nach Ansicht der Notenbanken nicht ausreichend ist ? Wie passt dieses Chart mit der wirtschaftlichen Realität auch in den USA zusammen ?

Die Antwort ist offensichtlich: gar nicht. Das ist ein Markt auf Steroiden. Steroide, die vom Dealer "Notenbank" ausgegeben werden. Und alle fragen sich: kann das ewig so weiter gehen ?

Nein, natürlich nicht. Mit jedem weiteren Schub wird das böse Ende nur härter. Stellen Sie sich nun mal vor, die FED würde den Stimulus nun wegnehmen. Dann würden Sie aber einen Luftballon platzen hören ! Die Reaktionen auf vage Andeutungen eines Tapering waren ja schon ein Vorgeschmack und dieses Chart zeigt auch klar, was dann der S&P500 machen würde: zurück auf Los ! Was wohl kaum wirklich schlimm wäre, die 1350 von November 2012 spiegeln viel eher die wirtschaftliche Realität wieder und sind immer noch historisch gesehen "gute" Kurse.

Nur was nützt uns dieses Wissen ? Gar nichts, denn bis es so weit ist, kann der Markt noch 5 weitere solcher V-förmigen Rebounds vollziehen und bei 2000 stehen. Und bis dahin können noch Jahre vergehen. Es nützt einfach nichts zu wissen, dass es "irgendwann" mal ein böses Ende nimmt. Will man in der Gegenwart Geld verdienen, muss man mit dem Trend gehen, solange er existiert. Und der Trend ist offensichtlich - bis er irgendwann überraschend bricht. Vielleicht ist dieser Tag schon bald, vielleicht auch erst 2015 - wir wissen es nicht.

Übrigens habe ich bewusst die beiden blauen Kreise eingezeichnet. Sehen Sie die perfekte Parallelität der Bewegungen aus dem April Boden und aus dem August Boden heraus ? Selbst die kleinen Korrekturzonen sind identisch.

Was wir da sehen ist eine klassische 1-2-3-4-5 Bewegung im Aufwärtstrend, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir gerade in Konsolidierung 4 sind und uns der finale Schub dieses Zyklus noch bevor steht, bevor dann eine Korrektur einsetzt. Aber das nur am Rande.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob diese Entwicklung sich durch die/den neuen FED Chef ändern würde, habe ich einen vielleicht überraschenden Gedanken für Sie:

Wer hat den gesagt, dass Bernanke gehen will ? Er selber nie und ich bin sicher, er will bleiben und seine Strategie zu Ende bringen und so in die Geschichtsbücher der grössten Notenbankchefs aller Zeiten eingehen. Nein, es war Obama der einen anderen Kandidaten wollte. Und es war Obama, der die Andeutungen zum Ende der Amtszeit von Bernanke machte.

Dieser andere Kandidat mit Namen Larry Summers wurde Obama nun aber aus der Hand geschlagen. Und was bringt es Obama nun, Bernanke gegen Janet Yellen auszutauschen, die nicht nur eine identische Strategie wie Bernanke verfolgen dürfte, sondern mit der - nach dem was man hört - Obama ebenso wenig klar zu kommen scheint, wie mit Bernanke und vielen anderen Persönlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund habe ich mit grosser Aufmerksamkeit die gestrige Bemerkung unseres weisen Freundes Warren Buffet gelesen, der bekanntermaßen einen exzellenten Draht zu Mr. Obama hat: -> Buffet says Bernanke should stay <-.

Mit so etwas wagt sich der gute Warren nur dann öffentlich heraus, wenn die Frage tatsächlich auf der Agenda steht, so viel ist klar. Erstaunlich, dass es noch niemand auf dem Radar zu haben scheint, dass Bernanke vielleicht eine weitere Amtszeit bekommt. Mit Buffets Äusserung hat das für mich eine gute Wahrscheinlichkeit bekommen. Und den überraschenden Verzicht auf jedes Tapering gestern, kann man auch als Bewerbungsschreiben interpretieren, wenn man will.

Und was würde der Markt machen, wenn er hört, dass der gute Helikopter Ben bleibt ? Er würde es lieben, weil der Markt liebt Beständigkeit, zumal wenn diese Beständigkeit immer neue leckere Würstchen zum Fressen gibt. Womit wir bei Phase 5 der aktuellen Aufwärtsbewegung wären und der Kreis sich schliesst.

Schauen wir also mal, ob der alte, weise und gut vernetzte Mann mal wieder was hat läuten hören und der ewige Ben uns vielleicht erhalten bleibt. Und ob der Markt auf einer ewigen Leiter bis in den Himmel klettert.

In diesem Sinne wünsche ich weiter viel Spass dabei, gegen die FED zu wetten, wir sehen uns dann in der Suppenküche ! 😯

Ihr Hari

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