Hari Live Stream 29.09.21

Irritation bleibt ZH2

Die Irritation bleibt über ein Marktgeschehen, das heute nur einen ärmlichen Bounce zustandegebracht hat und insofern unter hohem Risiko weiterer Abgaben steht:

Die Irritation dürfte heute schon deshalb bleíben, weil es der vorletzte Handelstag des alten Quartals ist und insofern heute keine grundlegenden Neupositionierungen zu erwarten sind.

Da müssen wir jetzt durch, spannend wird dann, ob am Freitag der tyische "1st of Quarter Pop" auch wirklich kommt. Wenn nicht, wäre das erst recht irritierend.

Das wirkliche Problem

Das wirkliche, ernste Problem in das wir jetzt laufen und das bei der aktuellen Schwäche sicher auch im Hintergrund eine Rolle spielt, ist das politische Ringen um das Schuldenlimit im US Haushalt.

Die Warnungen von Finanzministerin Janet Yellen werden immer lauter und drängender und das Ränkespiele im Kongress nähert sich wieder einem Höhepunkt: -> Yellen urges to raise debt limit <-.

To now, investors have largely taken the view that the standoff in Congress over the matter will get resolved before the government reaches the threshold of default, although earlier in September investment bank Goldman Sachs described the current standoff as "the riskiest debt-limit deadline in a decade."

Das ist ein ernstes Problem, weil es ein riesiges Problem mit einer kleinen Eintrittswahrscheinlichkeit ist und damit ziemlich unberechenbar über unseren Köpfen hängen wird.

Wenn es wirklich zur Zahlungsunfähigkeit (Default) der US kommen würde und auch Anleihen nicht bedient würden, würde das ziemlich sicher einen *schweren Crash* an den Weltfinanzmärkten auslösen, gegen den sich eine Evergrande-Pleite wie ein Kindergeburtstag anfühlen würde. Ein schweres Desaster und das Wort *Crash* wäre hier angemessen.

Nur hatten wir dieses Spiel ja schon oft und immer wird lange gepokert und am Ende dann doch ein Kompromiss gefunden, weil selbst der radikalste Republikaner und Trump-Fan kann kein ernsthaftes Interesse daran haben, dass sich die US so selber ins Bein schiessen. Oder doch?

Das wissen alle, die Eintrittswahrscheinlichkeit ist in Prozent sicher nur einstellig, zu 90%+ wird rechtzeitig irgendwie die Blechkanne die Straße herunter getreten. Aber wenn nicht, dann *Booom* - siehe rechts.

Der Markt wird es daher solange wie möglich so weit wie möglich ignorieren, wie soll man mit so einer digitalen Situation auch umgehen? Was aber bis zur Einigung das Risiko plötzlicher, panikartiger Abgaben wie aus dem Nichts erhöht, nämlich genau dann, wenn Nachrichten den Markt erreichen, die das Desaster möglich erscheinen lassen, das sich niemand wirklich in seinen Folgen vorstellen will und kann.

Wir können daran nichts ändern, wir müssen aber verstehen, dass die Risiken plötzlicher Einbrüche nun steigen. Evergrande ist im Vergleich zu dieser sehr digitalen Frage eher "Pippifax".

Wenn ich mir anschaue, wie sehr sich die Republikaner eingegraben haben, die weitgehend von Trump dominiert werden, dann rechne ich mit einem Poker bis zum letzten Moment, was die Lage für uns Anleger in den kommenden Wochen nicht ganz einfach machen wird.

Large Cap Bonanza

Dass überdurchschnittlich viel Geld in die LargeCaps fliesst und deswegen die breiten Indizes wie der SPX nicht mehr die ganze Wahrheit des "Market of Stocks" erzählen, haben wir ja empirisch schon lange bemerkt und thematisiert.

Hier haben wir es nun aber -> "offiziell" auch von der Deutschen Bank bestätigt: <-

Sie sehen wie immens die Schere aufgeht, das ist schlicht institutionelles Geld, das im Anlagenotstand bei fallenden Anleihen nun irgendwo sein Kapital halbwegs rentierend parken will. Und deshalb sahen die Indizes diesen Sommer auch so stark aus, obwohl die Geschichte der mittleren und kleinen Einzelaktien alles andere als glorios und mehr eine Seitwärtsbewegung war.

Daraus wird aber auch umgedreht ein Schuh, wenn die LargeCaps nun endlich mal korrigieren wie aktuell. Die sind nun so weit vorgelaufen, dass sie noch einiges mehr korrigieren könnten und der SPX mit ihnen, ohne dass das deswegen im breiten Markt der große Ausverkauf sein muss.

Charts des Tages ZH3

Netflix (NFLX)

Spirit Aerosystems (SPR)

Spirit mit neuem Spirit, nachdem auch Boeing wieder anzieht. Hier im ZH4 dargestellt, weil besser zu sehen:

Covestro (1COV)

Covestro scheint an einer mehrmonatigen Basis zu basteln, hier im Weekly zu sehen:

Activision Blizzard (ATVI)

Rebound der Spieleaktien:

Kraft Heinz (KHC)

Können auch Dauergurken Wende? Es könnte sein. Man könnte das auch das "Laschet-Chart" nennen, permanente Katastrophen und dann halbgare Stabilisierungsversuche .... 😛

Der zweite Tag des Volumenschubs

Das Prinzip des ersten Volumenschubs habe ich ja oft thematisiert. Nach einem ersten Schub, wenn man wirklich den ersten Tag erwischt, kommt weit überwiegend etwas nach, das ist ein recht klarer Edge der einen recht sicheren Einstieg erlaubt, wenn man schnell genug ist.

Empirisch kann ich ihnen das auch an den zwei Schüben gestern bei THO und UNFI zeigen, sehen sie, da kommt heute was nach:

Dieser Edge des ersten Schubes baut sich dann aber schnell ab, mit jedem Tag wahrscheinlicher baut sich das Initialmomentum ab und dann kommt der Moment der Wahrheit, wo "the rubber meets the road".

Dann muss sich der Markt nämlich entscheiden, ob der Katalystor dauerhaft trägt oder schon verbraucht ist. Abhängig davon setzt die Aktie nach Konsolidierung die Bewegung fort oder fällt zurück. Für den Trade - bei dem man in der Regel den Stop schon ins Grüne schieben konnte - ist das dann der Unterschied zwischen mehr oder weniger neutral ausgestoppt zu werden oder einen echten Gewinner zu haben.

Schauen sie hier bei VERI, auch da kam nach dem ersten Schub der positive Folgetag, dann aber gleich die Konsolidierung im Rahmen der aktuellen Schwäche.

Hier ist beides noch drin, Fortsetzung oder Rückfall. Da das Volumen im Rückfall auch gefallen ist, sieht es für eine Auflösung nach oben immer noch ganz gut aus:

Verpacktes Essen ZH3

Nicht nur UNFI oder KHC oben, sondern auch andere Aktien des industriellen, "verpackten Essens" schiessen heute nach oben. Beispielhaft gezeigt seien Conagra Brands (CAG), Hain Celestial (HAIN) und Kellogg (K).

Ich kenne keinen anderen Auslöser als den überraschend guten Ausblick bei UNFI, insofern vermute ich, dass hier der ganze Sektor mitgezerrt wird. Wenn jemand einen anderen Katalysator wahrgenommen hat, dann immer heraus damit:

Zögernde Stabilisierung und kritischer NASDAQ100 ZH2 ZH3

Der Markt versucht eine zögernde Stabilisierung, die immer noch wenig überzeugend aussieht:

Wenn wir uns den NDX100 im Daily anschauen, sehen wir einen mustergültigen Verlauf, den ersten Abpraller von der unteren Unterstützung, den Test der mittleren Zone von unten und nun den zweiten Anlauf der Unterstützung.

Von hier sollte der Index besser nicht mehr durchfallen, da ist viel Luft. Wenn wir einfach mal statistisch schauen, was der Markt zuletzt in so Situationen gerne gemacht hat, ist es der Taucher darunter, der dann doch zum Fakeout wird und sich nach oben auflöst.

Wenn jetzt nicht übermorgen das 4. Quartal beginnen würde, wäre ich sehr skeptisch, ob wir hier nicht einen nachhaltigen Bruch nach unten erleben, das Chart lässt das problemlos zu und BigTech ist auch dieses Jahr soweit vorgelaufen, dass das gut denkbar wäre.

Aber übermorgen ist eben schon der 01. Oktober und der Wechsel ins 4. Quartal der hat durchaus die Tradition einen Strich zu ziehen und eine neue Bewegung einzuleiten.

Dabei wäre ich mir aber im bullischen Sinne sicherer, wenn diese blöde "Debt-Limit-Sache" nicht drohend über uns hängen würde. Extreme Risiken mit kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit sind vom Risikomanagement her nur schwer zu handhaben.

Summa Summarum ist die Lage derzeit diffus. Die dominante Theorie ist weiter die Verwirrung vor der Rally, also die Chance die sich hieraus entwickelt.

Aber so richtig sicher kann man sich derzeit gar nichts sein und die Bandbreite der Varianten ist deutlich erhöht. Damit müssen wir halt leben, je schneller das Debt Limit abgeräumt wird, umso besser. Ich befürchte da diesen Oktober aber noch allerlei Klamauk, Theater und Pirouetten in Washington. Leider.

Politische Antithese

Und übrigens, ich denke bei uns in Deutschland wird es auch noch mühsam werden mit der Regierungsbildung. Im Moment ist zwischen Gelb und Grün so ein wenig der "Zauber des Neuanfangs", das wird sich aber schon bald legen. Wenn ich lese, dass die Grünen mit einer 10er Delegation auftreten wollen und vor Koalitionsverhandlungen alle Parteimitglieder befragen, kann einen nur Schaudern. Effizientes Verhandeln geht anders.

Das Problem das FDP wie Grüne haben ist, dass sie rein strategisch wohl im "gegnerischen Lager" als Partei besser reüssierend könnten und mehr Potential haben, sich Renommee zu verschaffen und langfristiges politisches Kapital aufzubauen. Die FDP bei der Ampel, wie die Grünen bei Jamaika können mehr verlangen und haben ersten Zugriff auf die wichtigsten Ministerien, weil sie dringend gebraucht werden und sich erst bitten lassen können.

Später dann beim Regieren, können sie sich viel besser als "Antithese" positionieren und sichtbar werden. Die FDP als Bewahrer bürgerlicher Werte und Hüter sinnvoller Finanzpolitik, die Grünen für Klimaschutz und "progressive" Gesellschaftspolitik.

Das ist pointiert genau dann möglich, wenn man die Rolle der "Antithese" annimmt. Die FDP hat damit die Chance die CDU als bürgerliche Vertreter abzulösen, die Grünen die SPD. Das aber nur, wenn man sich mit dem gegnerischen Lager ins Bett legt. Bleibt man im eigenen Lager, ist das Risiko groß unterzugehen, weil die großen Konflikte dann zwischen der Kanzlerpartei und der "Antithese" sichtbar werden dürften.

Kluge Köpfe wie Kretschmann und Wissing haben das schon erkannt, das Problem das beide Parteien habe ist aber, dass das in der eigenen Partei und bei den eigenen Wählern nur schwer vermittelbar ist. Indem die Grünen eine Mitgliederabstimmung zur Bedingung für Verhandlungen machen, haben sie die Tür für Jamaika fast zugeworfen und sich dieser Chance fast beraubt.

Den FDP-Strategen wird es wohl stillschweigend recht sein, die kann dann auftrumpfen, hat das Finanzministerum in der Ampel sicher und kann sich als Antithese und bürgerliche Schutzmacht darstellen, wenn sie es dann in der Ampel richtig macht. Sie kann mit Geschick die CDU teilweise bei deren fortschrittsorientierten Wählern beerben, eine immense Chance die sich in der Rolle auftut, aber auch ein Risiko. Bei Jamaika wäre die FDP dagegen sehr gefährdet, zwischen Union und Grünen zerrieben zu werden, so wie die Grünen zwischen SPD und FDP bei der Ampel, wenn die SPD die grünen Positionen kapert, was mit deren linkslastiger Fraktion sehr wahrscheinlich ist.

Es gibt also meines Erachtens offensichtlich Nähe bei den Inhalten zwischen SPD und Grünen, sowie CDU und FDP, die aber strategisch für die Parteientwicklung eher ein Problem in einer Dreierkoalition sein dürfte. Nur wer erklärt das den Parteikadern die gerne "Wahlprogramme" durchhaken? Und wer erklärt es den Wählern, die glauben mit ihrer Stimme hätten sie ein Anrecht auf "reine" FDP/Grünen-Politik erworben?

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 20.09.21

Katalysator statt Ursache ZH2

Gestern im Wochenausblick sagte ich noch abschliessend zur anstehenden Frage, ob der Markt erneut vom SMA50 abprallt oder es dieses Mal anders ist:

Kurz und knapp, ich weiss es nicht. 50/50 ob der SPX nun abkippt oder nach oben vom SMA50 abprallt, nach Montag und Dienstag sind wir sicher klüger.

Heute hat der Markt die Frage klar nach unten beantwortet, der Future sieht Stand 14:30 MEZ so aus:

Ich begrüsse das wie sie wissen, es schafft eine echte Bereinigung und damit gute Ausgangslage zum Jahresende. Das soll hier aber nicht Thema sein, sondern mal wieder was daraus medial gemacht wird und was demgegenüber die Realität ist.

Medial liest man nun überall, die Börse würde *wegen* der Krise um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande einbrechen. Wie immer bei solche Zuweisungen ist daran ein Korn Wahrheit und trotzdem ist es nicht die volle Realität.

Natürlich - ich verweise auf meine Kommentierung von gestern - ist Evergrande ernst zu nehmen, für China allemal. Aber das angstmachende Crash-Gerede ist verfrüht und medialen Klicks geschuldet, Krisen die jedermann erwartet weil es eine Vorlage gab, treten sowieso äusserst selten ein.

Heute ist das vor allem ein Problem für China und die "Powers that be" dort in China, die KP und die PBOC sind ja noch gar nicht in den Ring getreten, man spekuliert halt wild. Also Gemach, ernst nehmen, hinschauen, aber wenn sich daraus ein chinesisches Lehman entwickeln würde, wird man das sehen und es wird dauern.

Über das Wochenende ist auch nichts wirklich Neues da passiert, was einen Wechsel der Haltung erzwingen würde, es ist halt einfach so, dass Hongkong wegen der Unsicherheit weiter abgegeben hat und Evergrande selber darin über 13%.

Diese Abgaben in Hongkong in der Nacht waren ein *Katalysator*, der auf einen Markt und westliche Großanleger trifft, die sowieso überlegen ob sie den SMA50 nun kaufen sollen oder nicht.

Dann kam ja aber noch eine dickere Nummer dazu, die medial aber nicht so für Klicks ausgeschlachtet wird wie eine vermeintliche Lehman-Analogie. Das liegt daran dass die Menschen zu 99% sowieso nicht verstehen worum es da geht und "Et hätt noch immer jot jejange" - nicht wahr Herr Laschet? 😛

Die dicke Nummer war Janet Yellen mit einer immer eindringlicher werdenden Warnung:
-> Yellen warnt vor Zahlungsunfähigkeit der USA <-.

Und diese Warnung - sie sprach von einer *historischen Finanzkrise* - hat weit mehr Substanz als die Angst vor weltweiten Effekten von Evergrande. Evergrande könnte sich vielleicht, wenn vieles schief geht und dumm läuft, zu so etwas auswachsen - ernst zu nehmen, aber mit vielen Wenns und Abers. Aber ein echter US Default würde absolut zuverlässig zu einem Desaster führen, das größer als Lehman sein dürfte. Das ist wie mit der Maus und dem Elefanten.

Nur rechnet halt niemand damit, weil diese Situationen im US-Kongress immer politisch im letzten Moment gelöst wurden, viel Drama, wenig Änderung. Falls es aber dieses Mal anders laufen sollte, ist *das* ein echtes Problem, dann kann man den Bullenmarkt wohl knicken. Wir haben hier also ein Risiko mit kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit und potentiell riesigem Impakt.

So... und nun frage ich sie. Da sitzen sie als institutioneller Anleger und fragen sich ob sie diesen Dip kaufen sollten. Und dann ist Hongkong schwach, um Evergrande gibt es Unsicherheit, die Tiefs geben in den Futures nach und Yellen warnt immer dringender vor einem ernsten Problem. Was machen sie?

Eben, wir haben hier Katalysatoren im Spiel, die den Markt nun vielleicht in eine bei mir willkommene, tiefere Korrektur zwingen. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht nun auf Evergrande zu starren, nur weil medial mit der Angst und der netten Lehman-Analogie Klicks gemacht werden können, wäre ziemlich dumm und so dumm sind wir hier bei Mr-Market nicht.

Der Markt macht was er sowieso schon vorbereitet hatte, die Themen oben sind Katalysatoren, aber ohne dass der Markt dafür am Entscheidungspunkt SMA50 bereit war, würde der Katalysator nicht so wirken.

Wie es weiter geht, auch mit Evergrande, ist ganz einfach, die Price-Action (Kurse+Volumen) wird es uns zeigen. Wir haben nun die Chance auf eine tiefere Korrektur im SPX bis zum 8-10% Bereich. Und spätestens dann, vielleicht in 2-3 Wochen, werden die bekannten Indikatoren alle laut *KAUFEN* schreien, mit dem Jahresende voraus.

Ausser eben, es kommt dieses Mal wirklich zum US Default. Weil "this time is different". Das würde alles ändern, mit solchen fatalen Restrisiken müssen wir als Börsianer aber immer leben, die sind immer da.

PS:

Passend dazu gerade -> hier <-bei Twitter der von mir geschätzte Ben Carlson:

"Is this the next Lehman Brothers? I'm just saying..."

-someone literally every time some company gets in trouble since 2008

Sic!

Und ja, irgendwann wird es wahr sein. Theoretisch vielleicht auch bei Evergrande und Dirk Müller hat wieder "einen Crash vorhergesagt", der Tiefseher. 😛 Aber was bringt es unseren Depots, uns vorher 49x sinnlos in Angst zu wälzen? Eben.

Wie tief? ZH3

Wenn Kurse fallen, macht es immer Sinn sich die Prinzipien von Unterstützung und Widerstand klarzumachen und damit auch, wie tief eine Bewegung erst einmal gehen kann.

Zur Korrektur hatte ich das schon vor mehr als einer Woche in -> das übelste Geschehen <- beschrieben, nämlich die Zone um 4.200 im SPX.

Das will ich nun mit einem anderen Blick unterstreichen und dafür nehmen wir uns mal die Volumensignatur des SPY vor, weil der ETF brauchbare Volumendaten besitzt. Der lila Stern bezeichnet den Punkt, an dem ungefähr der SPX in wenigen Minuten um 15:30 MEZ eröffnen wird:

Wir sehen, dass die Unterstützung um den SMA50 verloren scheint. Der Kurs ist in dem riesigen "Loch", in dem wenig Gegenwehr nach unten kommen sollte. Allerdings gilt das nur, wenn die Kurse nun nicht Intraday *sofort* wieder an den SMA50 gekauft werden. Wenn das nun Intraday passiert, ist auch das ein Wendesignal und *bestätigt* die Unterstützung um den SMA50.

Aber nehmen wir mal an, das passiert heute nicht und wir schliessen irgendwo im "Volumen-Loch", dann können wir fest von einem Taucher in die schon vor gut einer Woche skizzierte 4.200er Zone ausgehen mit jeder Menge Unterstützung. Von da aus wird es dann wieder interessant und die Chance ist nicht klein, dass eine Korrektur da schon einen Boden findet. Außer eben - sie wissen schon - US Default und so...

Die Hauptlast der Abgaben

Die Hauptlast der Abgaben tragen heute die Sektoren, die ganz logisch am schnellsten unter einer Finanzkrise leiden würden, egal ob das durch Evergrande oder einen US Default ausgelöst wird.

Es sind die Banken und die Zykliker, insbesondere die Rohstoffe. Relativ stark und unbetroffen sind dagegen Software, Healthcare, die Consumer-Werte, Media&Entertainment. Die Market Map zeigt den Schwerpunkt deutlich:

Für eine Krise sind die Rohstoffwerte immer auch Seismograph, das gilt auch bei einer Krise des chinesischen Immobilienmarktes, weil da jede Menge Eisenerz, Kupfer etc "verballert" werden, wenn er läuft.

Charts des Tages

Heute mal nicht "Aktien", sondern Charts des Tages, um den Bogen etwas weiter zu spannen:

Kupfer Future Comex ZH3

Dr. Copper mag nachlassende Bautätigkeit im Reich der Mitte nicht, weil da auch viel Kupfer verbraucht wird, aber noch signalisiert das Chart nur eine normale Korrektur nach immensem Anstieg. Eine echte Krise ist hier noch nicht in den Kursen:

Bitcoin ZH3

Dass wir es hier mit einem "RiskOff-Event" zu tun haben, sehen wir mit 7% Minus auch bei Bitcoin, das ja von sich behauptet vom Finanzsystem unabhängig und ein "Store of Value" zu sein. Naja, na gut, dann muss man aber noch üben, diese Reaktion auf ein wenig Angst ist das Gegenteil:

DAX ZH3

Letzte Woche noch gelobt, hat der DAX nun doch seine Lungenentzündung, wenn die Wallstreet Schnupfen hat. Auch das passt zu einem RiskOff-Event, die US Anleger "repatriieren" ihre Anlagen, hinzu kommt dass Deutschland wirtschaftlich überdurchschnittlich mit China verknüpft ist:

Volatilität VIX ZH3

Auch ein Blick auf den VIX darf an so einem Tag nicht fehlen, ganz links ist Covid im Frühjahr 2020 aufgetragen.

Wir haben nun die Höhe der beiden kleinen Sommerkorrekturen erreicht, natürlich kann das noch mehr werden und erst der Anfang sein, aber Stand jetzt noch nichts Besonderes, einfach mal wieder ein wenig Unruhe, nach einem sedierenden August:

Mirati Therapeutics (MRTX) ZH3

Eine Aktie des Tages mit wunderbarer Wendestruktur gibt es aber auch heute, irgendwas geht immer irgendwo:

Atomgewinner ZH4

An einem schwachen Tag möchte ich ihnen einen "Atomgewinner" in Erinnerung rufen, der immer noch ein interessantes Chart hat.

Es ist Rolls-Royce und die hatte ich ihnen ausführlich hier im -> Stream vom 19.05.21 <- nahegebracht und zwar aufgrund deren -> Mini-Atomreaktoren <-, die sie neben den bekannten Flugzeugturbinen im Programm haben.

Damals habe ich das rein perspektivisch gesehen, da konnte ich ja aber auch nichts von dem überraschenden -> U-Boot Deal um Australien <- wissen, der nun Schockwellen in der Nato erzeugt.

Nun sieht das Weekly so aus und könnte nun ernsthaft nach oben interessant werden, wenn der Volumen-Schub der letzten Tage nach der Nachricht ein "Follow-Trough" durch die Nackenlinie bekommen sollte:

Nachtrag: Auch beim elektischen Fliegen ist Rolls-Royce unterwegs: -> Jungfernflug mit vollelektrischem Flugzeug geglückt <-

Der wahre Wert

Mir ist völlig klar, was für viele der wahre Wert von Mr-Market ist. Das Glück wenn es mal brennt, einen einordnenden Ort zu haben, der wieder Sicherheit vermittelt. Und bei der nächsten Krise wird es wieder so sein.

Ich habe das zum Beispiel während des Covid-Absturzes gemerkt, nie sind so viele Neumitglieder gleichzeitig gekommen wie da.

Wenn es mir um Geld gehen würde, könnte ich dann um Faktoren höhere Beiträge ausloben, es würde ohne zu Zögern gemacht werden, weil man dann den Atem der Angst im Nacken spürt.

Aber auch an Tagen wie heute kann man das eindeutig merken, wenn es mal markant abwärts geht. Weit mehr als sonst lesen schon am Nachmittag mit, siehe Rechts, an ruhigen Tagen ist die Liste kürzer.

Daran ist nichts Schlimmes, das ist völlig in Ordnung, ich bin mir dessen einfach nur bewusst. Die vielen Erklärungen und Anleitungen - nett, liest man wenn man mal Zeit hat. Aber wenn die Unsicherheit hoch kriecht, dann ist Vertrauen und Sicherheit das Gebot der Stunde. Wie gesagt, nichts daran ist schlimm, es muss so sein.

Das ist ja auch politisch so. Wenn es den Leuten zu gut geht, dann interessieren sie sich für allerlei Manierismen und "Orchideenthemen", genau genommen ist vieles was derzeit politisch nach vorne geschoben wird von dem Charakter und nur in einer Wohlstandsgesellschaft ohne echte Probleme Grund zur Aufregung.

Wenn es aber mal Katzen hagelt und ganz ernsthaft um Leben, Gesundheit, Vermögen und Hab&Gut geht, dann sucht man die "Anführer", die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit vermitteln.

Schade nur, dass das immer wieder in Vergessenheit gerät, dann würden wir uns als Gesellschaft vor der Bundestagswahl vielleicht mal kompetenter über Themen wie Aussen- und Geopolitik unterhalten. Aber Fehlanzeige.

Denn das Dumme ist, wenn man sich in guten Tagen nicht um vertrauenswürdige Anführer kümmert, könnte es zu spät sein, wenn es ernst wird. So wie wenn ich dann keine Neumitglieder mehr annehmen oder den Preis als Hürde drastisch erhöhen könnte, wenn es mal wirklich ala Lehman "Katzen hagelt", wovon wir aber noch weit, weit entfernt sind.

Werbespruch Champions-League

Aus Deutschland gibt es auch eine Aktie des Tages und das ist Sixt nach -> optimistischem Ausblick <-. Das Chart sieht gut aus und generiert einen markanten Volumenschub nach Konsolidierung:

Wenn es aber einen Aktienindex für die besten Werbesprüche gäbe, wäre Sixt in der absoluten Championsleague, ich kann mich fast immer "ömmeln", unten sind zwei der letzten Sprüche.

Und nein, das hat keine politische Schlagseite, da wird jede(r) mal durch den Kakao gezogen, egal von welcher politischen Farbe:

Wohl weiter abwärts & Rohstoff-Chance ZH2 ZH5

Stand Mitte des US Handels ist rein gar nichts von einer potentiellen Bodenbildung zu sehen. Wie in den beiden Eingangspposts erklärt, macht es daher Sinn von einer bis in die 4.200er Zone des SPX fortschreitenden Korrektur als Standard-Szenario auszugehen:

Neben den bekannten Technologie-Werten, die schon in Basenbildungen sind, beginnen mich auch die großen Rohstoffwerte dann taktisch zum Jahresende zu interessieren, sobald diese Korrektur einen Boden findet- wann immer das ist.

Ich will mal am Beispiel Rio Tinto (RIO) zeigen, wo die Korrektur dann wohl einen Snapper und damit eine Chance generieren dürfte:

Das aber wie gesagt nicht heute, heute ist es ein fallendes Messer, sondern perspektivisch - ich halte da einfach die Augen auf, was in der eingezeichneten Unterstützungszone passieren wird.

Damit schliesse ich für heute, wir haben also die von mir erhoffte, markantere Herbst-Korrektur. Eine zeitlang habe ich befürchtet, dass auch die ausfällt und ich bin ehrlich ein wenig erstaunt, dass es nun doch möglich wurde, obwohl das Risiko so offensichtlich, weil saisonal typisch war.

Aber ich nehme es gerne so wie es ist, meine Gedanken sind jetzt schon mehr bei den Chancen zum Jahresende als bei grundlegenden Sorgen, aber ich betone ausdrücklich, dass man jetzt erst einmal eine Bodenbildung abwarten muss, weitere 5% Minus sind nun auch im SPX problemlos drin und gar nicht mal unwahrscheinlich.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 03.02.21

Luft holen ZH2

Der Markt hat nach einem brutalen Rebound die Hochs fast wieder erreicht - ich habe diese in Lila eingezeichnet.

Alles andere als nun ein Tag des "Luftholens" wäre überraschend und irritierend, ein Bulle auf Steroiden der kein Halten mehr kennt, kann nämlich auch gefährlich werden.

Ganz generell gilt weiter, dass dieser scharfe Rebound die Risiken des Marktes nicht gesenkt und die Fragezeichen erhöht hat. Eine belastbare Richtung für die kommenden Tage ist von meiner Warte derzeit nicht auszumachen.

Regulierung am Horizont

Ich hatte in -> Stop Flashmob <- ja gleich letzte Woche das Risiko thematisiert, dass wir nun Regulierung erleben werden, die uns allen das Leben schwerer macht.

Ein -> entsprechendes Meeting mit Yellen <- steht jetzt für Morgen an.

Ich erwarte da noch nichts Konkretes daraus, aber wir sollten uns da keiner Illusion hingeben was passieren wird, wenn sich solche Events wiederholen, bei denen fundamental "kaputte" Aktien wie GME so ins Irreale hochgejubelt werden und das mit fragwürdigen Mechanismen.

Und ich gehe weiter davon aus, dass diese Art Squeezes in sozialen Netzes zu orchestrieren gerade erst begonnen hat, auf gut Deutsch das wird weitergehen, wenn nicht von Reddit WSB dann aus anderen Ecken.

Es wird deshalb weitergehen, weil es für die "Frontrunner" wie -> Keith Gill <- hoch profitabel ist, während die zu spät gekommenden "Lemminge" teilweise ihr Leben ruinieren und auf Durchhalteparolen reingefallen sind.

Wenn man mit vergleichsweise einfachen Mitteln und einer hohen Follower-Zahl in sozialen Medien so etwas orchestrieren und sich innerhalb von Tagen zum Multimillionär machen kann, *wird es wiederholt werden*, weil es so einfach ist reich zu werden.

Und die "Powers that be" werden und müssen dann regulativ eingreifen, weil es dem Geiste nach genau das Frontrunning und der *Pump* ist, den man immer als Marktmanipulation verhindert wollte, nur passen die Formulierungen in alten Gesetzen eben nicht mehr zu den Möglichkeiten und der Unmittelbarkeit der sozialen Medien.

Also Leute *Brace for regulative Impact!"

Quartalszahlen des Tages

Amazon (AMZN) und Alphabet (GOOGL) ZH4

Gestern haben AMZN und GOOGL jeweils ausgezeichnete Zahlen geliefert die zu nachbörslichen Gewinnen geführt haben.

Bisher wurden solche Zahlen eher zu Abgaben genutzt, sieht zuletzt Apple, aber heute sehen wir, dass die Gewinne gehalten werden.

Bei Alphabet sehen wir einen massiven Schub, der für seinen Mega-Cap schon beeindruckend ist.

Und bei Amazon kann trotz der Nachricht dass Bezos das operative Ruder übergibt ein größeres Minus vermieden werden.

Objektiv wird sich durch den Schritt wenig ändern, Bezos wird als aktiver Chef des Boards und Hauptgesellschafter weiter alle Fäden in der Hand behalten und sich nur aus operativen Themen herausziehen.

Trotzdem reagiert der Markt auf so etwas gerne mit Vorsicht, es ist ja auch keine Kleinigkeit wenn der Gründer langsam abtritt. Dass es hier nicht zu einem Minus kommt, ist alleine dem herausragenden Zahlenwerk geschuldet:

Novo Nordisk (NOVO_B) ZH4

Novo Nordisk -> überzeugt auf der ganzen Linie <-. Noch kann der "Deckel" nicht weggesprengt werden, die Struktur im Weekly impliziert aber, dass das nicht mehr ewig dauern wird:

Glaxo Smith Kline (GSK) ZH4

Nicht nur Stärke gebiert Stärke, sondern Schwäche auch neue Schwäche und eine Dividende alleine ist nichts wert.

Mit diesen oder sinngemäß ähnlichen Worten hatte ich das negative Chart von GSK im Video von Montag kommentiert und nun haben wir den Salat.

Wir lesen von -> Rückgang des Gewinns und des Umsatzes <-, man mag es nicht mehr hören und die Begründung von "Restrukturierungskosten" auch nicht mehr, wenn man sie jedes Jahr hört. Da drängt sich die Frage auf, wann sich das Management selber "wegstrukturiert", aber das wird wohl so schnell nicht passieren.

Das Chart war auf jeden Fall schon vorher indikativ und nun ist es überdeutlich: Gurke.

Siemens (SIE) ZH4

Sehr erfreulich dagegen Siemens mit -> Prognoseanhebung <-, was die im Chart sichtbare positive Erwartung des Marktes bestätigt.

Der Markt schaut jetzt nach vorne, wir winken Josef Käser freundlich nach, den wir wie ich vermute in der Politik wiedersehen werden und richten unsere Blicke auf Roland Busch, einen Techniker, der vielleicht das "Bullshit Castle" am Wittelbacher Platz mal durchlüften kann - man darf ja noch träumen. 😛

Vodafone (VOD) ZH4

Vodafone macht ziemlich überraschend -> Hoffnung auf ein Ende des langen, dunklen Tunnels <- und könnte mit dieser Überraschung eine Aufholbewegung eingeleitet haben.

Auch das Weekly gibt diese Interpretation her:

Aktien des Tages ZH3

Cronos Group (CRON)

War gestern schon im Rahmen des Canabis-Trades Thema:

Overstock (OSTK)

Man beachte den "Henkel":

Skillz (SKLZ)

Online-eSport, Gaming mit Wettbewerbscharakter. Bedient die gleichen psychologischen Motivatoren, die auch Teile der Reddit-WSB Truppe angetrieben haben:

Corsair (CRSR)

Nochmal Gaming, dieses Mal als Hardware mit Börsengang letzten Herbst. Hat jetzt eine interessante Ausgangslage und kennt jeder der jungen "Zocker", hier die -> Produkte <-;

Amyris (AMRS)

Hautpflege und Zuckerersatz:

Space, Astra, SPACs und HOL ZH3

Ich will mal ein Thema etwas mehr in den Vordergrund holen, das ich gestern schon -> hier in #25 im Forum adressiert habe <-.

Ich denke aber dass viele Mitglieder solche Posts in irgendwelchen Threads nicht sehen und das Thema schon sehr interessant ist. Daher hebe ich es hier mal in den Stream und erkläre etwas grundsätzlicher worum es geht.

Seit einiger Zeit gibt es ja diese "Special Purpose Acquisition Companies" (SPAC), deren Sinn es ist, einen schnelleren und kostengünstigeren Börsengang als via normalem IPO zu ermöglichen. Schon Virgin Galactic (SPCE) ist so an die Börse gegangen und mittlerweile ist der Weg sehr populär geworden und sollte daher von jedem hier verstanden werden. Möglicherweise werden klassische IPOs so sogar mittelfristig verdrängt.

Das Grundprinzip ist dabei, dass eine Vorratsgesellschaft kapitalisiert und praktisch "leer", also ohne operatives Geschäft an die Börse gebracht wird. Dann später merged eine Firma mit operativem Geschäft auf diese SPAC und erlangt so Börsenstatus. Der Name wird geändert und der Börsengang ist da. Voila!

Dieses Prinzip der "Vorratsgesellschaften" ist schon alt, im außerbörslichen Bereich kennt man es auch hier in Deutschland gut für GmbHs und AGs, aber dass damit systematisch IPOs durchgeführt bzw je nach Sprachwahl "vermieden" werden ist in diesem Ausmaß eher neu.

Weil das Modell so erfolgreich ist, hat sich in den letzten Monaten auch eine Spekulation auf diese SPACs eingebürgert, man legt sich die leeren Hüllen ins Depot und hofft darauf, dass die kommende "Apple" dann darüber einen Börsengang macht.

Es gibt sogar extra Webseiten, die diese SPACs überwachen, so zum Beispiel -> hier Spactrack <-

In so einen Fall bin ich gestern eingestiegen und das ist das junge und dynamische Raumfahrtunternehmen -> Astra <-, das mit seinen Kleinraketen schon das All erreicht hat, während hier bei uns bei der ESA mal wieder -> die Bürokraten und faulen Kompromisse das Sagen haben <-

Da Astra aber den Börsengang erst machen will, braucht es dafür eine SPAC und die heisst HOL und ist schon börsennotiert. Im Forum habe ich erklärt, wie ich da bei ca 14 USD sofort reingesprungen bin, nun sieht das heute so aus:

Das Chart ist einer Raketenfirma angemessen und zeigt schön die Chancen die darin liegen, wenn man so eine SPAC richtig erwischt.

Diese Aktie wird also im Mai zu Astra werden und eines der wenigen, echten Raumfahrtunternehmen auf dem Kurszettel sein, der ARCX ETF freut sich jetzt schon. 😉

-> Rocket Maker Astra to Go Public Through Merger With a SPAC <-

Jetzt kann ich ihnen (noch) nicht sagen, welche juristischen oder sonstigen Fallstricke in diesem Prozeß nun liegen und wie man eine SPAC vor dem Merger bewerten muss und was das bedeudet. Das ist ein recht neues Thema, zu dem ich auch erst tieferes Wissen und Erfahrung aufbauen muss.

Aber ich fühle mich trotzdem wohl dabei mit gestern rund 500 Millionen Marktkapitalsierung rein spekulativ und mit begrenzter Positionsgröße in einen Börsenmantel einzusteigen, der später im extrem heißen Sektor SPACE eine Firma beinhalten wird, deren Marktwert dann sicher bei 2-3 Milliarden USD liegen wird.

Ich will damit nicht zum Nachmachen auffordern, wie gesagt habe ich da selber ein paar fehlende Erfahrungswerte und kann das Risiko nicht vollständig einschätzen, dass der Deal scheitert und HOL wieder nahezu wertlos wird.

Aber der ganze Vorgang sieht im Saldo trotzdem attraktiv aus und es ist auch wichtig, dass sie das Prinzip der SPACs kennen. Und deshalb habe ich diesen Beitrag im Stream für sie geschrieben.

Breakup-Hell bei Daimler ZH3

Wenn etwas zu träge wird, spalte man es auf. Eine Management-Weisheit der ich auch eher anhänge, sie ist nicht immer und pauschal richtig, aber es steckt Wahrheit darin, die ich nachvollziehen kann.

Ein integrierter Konzern hat wie Tesla oder Amazon große Vorteile, solange da eine starke Hand am Steuerrad ist, wie in beiden Fällen durch die Gründer. Wenn dann aber später mal die Zeit der Management-Rangeleien und Ego-Schlachten gekommen ist, der internen Richtungskämpfe und "Honoratioren" im Aufsichtsrat ohne echten "Skin in the Game", dann wird die Größe zum Malus und behindert mehr, als dass es Vorteile bringt.

Im schlimmsten Fall gibt es dann eine abgehobene Zentrale, ein "Bullshit-Castle", das letztlich die Kreativität und Kundenorientierung der einzelnen Unternehmensteile nur dämpft. Hunderte Gremien tagen dann, externe "Berater" verdienen sich einen "goldenen Arsch" und heraus kommt Papier, schöne Folien und warme Worte die in Konsens-Soße bis zur Unkenntlichkeit abgeschliffen sind.

Mit diesen Worten habe ich teilweise auch "den Daimler" beschrieben, aber das Problem findet sich immer wieder in so Konzernen aller Länder, in denen die Gesellschafter nicht mehr mit klarer Hand operativ tätig sind.

Und deshalb reagiert der Markt heute so euphorisch auf diese Nachricht:

-> Daimler will Lkw-Geschäft Daimler Trucks an die Börse bringen und plant Aufteilung des Konzerns <-

Ich begrüsse es auch und halte es vielleicht sogar für die einzige Chance von Källenius mit einer Art von "kreativer Zerstörung" das Ruder herumzureißen und eine gewisse "Bräsigkeit" zu vertreiben.

Ich warne aber auch davor den Freuden-Pop einfach fortzuschreiben, sicher wird nun ein paar Wochen Phantasie in die Aktie kommen, aber dann steht eine komplexe Realität bevor, die für "den Daimler" so etwas wie ein *Kulturbruch* ist.

Es wird Widerstände geben und interne Friktionen, die Gewerkschaften werden mobil machen, auch wenn sie jetzt noch nicken und der Konzern wird erst einmal in Teilen mit sich selber beschäftigt sein.

Wenn es nur bei der Ausgliederung der LKW-Sparte bliebe, wäre das wahrscheinlich gar nicht so problematisch, aber ich bin sicher dass sofort Ängste in der Belegschaft hochkommen, dass das nur ein Testballon für eine weitere Filettierung des Konzerns sein wird.

Vielleicht gelingt es ohne große Friktionen, ich wünsche Daimler alles Gute und Glück, denn Deutschland braucht solche Weltunternehmen, aber der Weg wird kein leichter sein um es mal freundlich ausdrücken.

Was für Musk "Produktion Hell" war, wird für Daimler nun vielleicht "Breakup-Hell" - wir werden sehen.

Unvermindert stark ZH2

Wir hatten ein kurzes Luftholen, der Markt ist aber unverändert stark und die spekulativen Aktien laufen weiter wie "Speedy Gonzales", man schaue nur auf den Canabis-Sektor als Beispiel.

Es gibt also nichts grundlegend Neues zu sagen, was ja auch mal gut ist, man kann nicht jeden Tag das große Drama brauchen.

Ich schließe damit, tun sie sich und der Community mal einen Gefallen und suchen sie mal ein paar spannende SPACs heraus. Denn viele Augen sehen mehr als Zwei und meine Aufmerksamkeit ist auch begrenzt und profitiert auch davon, wenn Input von außen kommt, weil man nicht alles gleichzeitig im Blick haben kann.

Bis Morgen ganz normal mit Artikel Vormittags und Stream Nachmittags.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 19.01.21

Finally! ZH2

Finally! Der letzte volle Tag mit Donald Trump im Präsidentenamt ist angebrochen, ab Morgen Abend ist er Geschichte, die Macht fällt dann wie ein Mantel von ihm ab und "der Knopf", auch "Nuclear Football" genannt, wird hinter jemand anderem hergetragen.

Aber trotz aller nun laufenden Sicherheitsvorkehrungen, bleibt uns das Thema erhalten und morgen bei der Amtseinführung Bidens genügt ein einziger Irrer in Polizei oder Armee, der von der -> QAnon Ideologie <- das Gehirn vernebelt bekommen hat, um das Land doch noch ins Chaos zu stürzen.

Der wird dann im festen Glauben agieren, damit Gutes zu tun und die Welt zu retten, das Böse kleidet sich eben gerne in den Mantel der guten Absicht und der moralischen Selbsterhöhung.

Wer ernsthaft daran glaubt, dass in Washingtons Politbetrieb eine satanistische Elite systematisch Kinder schändet um ihr Blut zu trinken und dann auch noch glaubt, der gute "Donald" sei sozusagen der gesegnete Erlöser der diese bekämpft, dem ist alles zuzutrauen, auch eine Wiederholung des Kennedy-Traumas mit einem Attentat.

Das ist mit einem Augenzwinkern schon deshalb Unsinn, weil es "the One" schon gibt und ganz ehrlich da hat selbst die Theorie von der Simulation, der Matrix in der wir leben, weit höhere Lögik und Wahrscheinlichkeit, als dieser grenzdebile QAnon-Quatsch frisch aus dem Mittelalter.

Aber ernsthaft, morgen beginnt eine neue Phase. Mit Biden wird keineswegs alles gut, nicht einmal die Sachpolitik wird zwingend besser als unter Trump, aber einen Unterschied gibt es schon, den ich doch beruhigend finde. Ich weiss ab jetzt wieder jemanden mit Ratio und Empathie für Mitmenschen im Oval Office. Und das ist doch ein Anfang.

Der Markt hat über das lange Wochenende meine Erwartung bestätigt, die ich am Freitag in die Schwäche hinein schon formuliert hatte. Die Schwäche war einfach die Kombination eines Sell-the-News Effektes aus Bidens Stimulus, verknüpft mit dem langen Wochenende und der daraus resultierenden geringeren Bereitschaft Risiken zu gehen.

Heute ist aber schon wieder alles anders und der Freitag bisher nur ein unbedeutender Blip in einer Seitwärtskonsolidierung.

Insofern: Alles wie gehabt, weitermachen. 😀

Fund Manager Survey Januar 2021

Der monatliche BofA Fund Manager Survey ist wieder draußen, geben sie "Fund Manager Survey" einfach bei Twitter ein und sie finden praktisch alle Charts, so auch -> hier <- die Zusammenfassung:

Auch dieser Survey bestätigt das von mir im Wochenausblick kommunizierte Bild, dass es zwar noch Wochen weitergehen kann, die Risiken für eine harte Entladung nun aber zunehmend steigen und von uns mit Planung und Durchdenken beantwortet werden müssen. Ignorieren kann man das nicht mehr!

Denn die -> Cash Level sind niedrig wie lange nicht <-

Bitcoin auf Null?!

Sie wissen was ich von "Experten" halte die medial so genannt werden, -> hier warnen "Experten" <- davor, dass Bitcoin auf Null gehen könnte. Und wenn Banken solche Aussagen machen, steht auch immer die Frage des wirtschaftlichen Interesses im Raum.

Lustig ist aber auch, dass ich sofort die Verteidigungsreaktion der Cypto-Fans kenne, die sich dann gegenseitig ihres Optimismus versichern, so wie wenn man sich im dunklen Wald an den Händen fasst, um sich sicherer zu fühlen.

Es macht aber keinen Sinn solche Warnungen absolutistisch im Sinne 100% wahr oder falsch zu lesen, sondern man muss sie als Möglichkeit betrachten und dann gibt es plötzlich keinen Grund für Verteidigung.

Denn "die Experten" der UBS oder der britischen FCA sagen:

"Es gibt aus unserer Sicht wenig, was verhindern könnte, dass der Preis einer Kryptowährung auf Null geht, wenn eine besser ausgestaltete Version auf den Markt kommt oder wenn regulatorische Veränderungen die Stimmung dämpfen"

"Netscape und Myspace sind gute Beispiele für Netzwerkanwendungen, die sich großer Beliebtheit erfreuten, aber schließlich doch von der Bildfläche verschwanden"

Und wissen sie was, ich teile diese Sicht im Kern, auch wenn ich das Beispiel mit Netscape hier für verfehlt halte, die Cryptos sind mehr als nur eine Vorliebe. Aber man darf das eben nicht Schwarz/Weiss betrachten, die Risiken sind einfach eine Möglichkeit. Es ist eine reale Möglichkeit, dass Bitcoin durch Konkurrenz oder Regulierung irgendwann weitgehend den Wert verliert. Das war schon immer meine Argumentation.

Und ich gehe sogar noch weiter, es ist klar wahrscheinlicher, dass Bitcoin in 10 Jahren wertlos ist, als dass die Aktien von Johnson & Johnson dann wertlos sind. Auch hinter diese Aussage stelle ich mich persönlich, was aber keine Ankündigung ist, sondern nur eine Wertung von geringen Wahrscheinlichkeiten. Die eine ist extrem gering, die andere weniger gering, aber immer noch gering.

Aber das werden manche Bitcoin-Fans auch wieder absolut lesen, dabei habe ich das nicht gesagt. Ich weiss nicht, ob die heutigen Cryptos irgendwann wertlos sind, ich glaube es nicht einmal, wenn ich Geld nur auf Schwarz oder Weiss setzen müsste. Ich rechne eher mit anderen Lösungen und vielleicht bereitet die kommende Regulierung sogar den Boden für eine Institutionalisierung der heutigen Cryptos und dann werde alle die nun schon drin sind, ein fettes Grinsen im Gesicht haben.

Ich weiss es einfach nicht, aber ich kann Risiken einschätzen. Und die Risiken dass bei den Cryptos noch Dinge passieren, die sich heute niemand vorstellen kann, sind weit höher als manche wahrhaben wollen.

Wenn man das weiss, wenn man sich dessen bewusst ist, dann spricht absolut *Nichts* dagegen heute auch in den Cryptos zu spekulieren. Aber man darf sich die Dinge auch nicht schönreden und der Beruhigungs-Argumentation verfallen, dass ein Wertverlust ja gar nicht möglich wäre.

Es ist vieles möglich, das wir uns heute nicht vorstellen können, die Geschichte hat das immer wieder bewiesen. Es ist deswegen aber noch lange nicht das wahrscheinlichste Szenario und zwischen 100% sicher und garantiertem Untergang gibt es eben jede Menge Grautöne, die man auch Realität nennt. 😉

Carl Zeiss Meditec (AFX) ZH4

Es funktioniert keineswegs immer, nichts ist sicher am Markt, aber dass der Blick auf aussichtsreiche Muster in der Markttechnik einen Mehrwert generiert, hat auch AFX uns wieder gezeigt.

-> Hier gestern in der Feiertagslage Thema <-, heute *Schwupps* 😀

Der entscheidende Punkt ist bei diesen Marktstrukturen ähnlich wie oben bei Bitcoin auch wieder nicht das Schwarz/Weiße, es gibt nie eine Garantie für eine Bewegung, da auch jederzeit neue Einflussfaktoren das Bild verändern können. -> Bei OHB ist zB heute das passiert <-, so ist das halt, das gehört dazu.

Es geht nur darum die Wahrscheinlichkeiten von 50/50 - vom reinen Raten - auf 55/45 oder 60/40 zu den eigenen Gunsten zu heben und wenn man das schafft, ist man im Geschäft. 😉

Aktien des Tages ZH3

Taiwan Semiconductor (TSM)

Bei TSM "steigt die Steigung". Gut ist das nicht, TSM ist weltweit gesehen nun eindeutig "systemrelevant" und damit natürlich auch das Ziel unguter Begehrlichkeiten.

Gilead Sciences (GILD)

Bei GILD ist es ein -> günstiges Urteil <- das zu diesem Pop geführt hat. Diese Aktien haben aber seit Jahren alle Schübe wieder abgegeben, da müsste viel mehr passieren als so etwas, bevor mich die Aktie ernsthaft wieder interessiert:

Maxar Technologies (MAXR), OHB und die EU

Viele Aerospace-Aktien die mit dem ARKX Schub nach oben katapultiert wurden, setzen die Bewegung nach Zwischenkonsolidierung nun fort. Als Beispiel sei MAXR gezeigt, sie fnden das aber auch bei LORL, AVAV etc.

Nur OHB nicht, was mit der schon oben erwähnten -> Galileo Vergabe <- zu tun hat, die 5% Minus sind dabei noch erstaunlich gering, ein gutes Zeichen der Stärke.

Ich erlaube mir jetzt mal ein Vorurteil, aber mit einem Franzosen als Entscheider bei der Vergabe, bzw einer von ihm eingesetzten "Jury" aus der von Frankreich beherrschten ESA, glaube ich kein Wort dass das fair zugegangen ist, zu stark ist der "Zusammenhalt" der Elite-Schüler und das Kaderdenken bei den großen französischen Konzernen.

Ja das ist ein Vorurteil, das im Einzelfall auch ungerecht sein kann, aber es hat mMn einen wahren Kern. Den gleichen wahren Kern, wie dass die Betonung der Gemeinsamkeiten der EU in Frankreich, Italien und Griechenland immer nur dann laut im Munde geführt werden, wenn es dem eigenen Vorteil dient und man damit Deutschland zum Zahlmeister machen will.

Diese Länder wollen kulturell gar keinen gemeinsamen Staat, sie nutzen die EU für eigene Interessen und würden nie ihre nationale Identität aufgeben wollen. Never ever!

Nur die "dummen Deutschen", die vor ihrer eigenen kulturellen Identität in den europäischen Superstaat flüchten wollen, wollen immer "europäischer als der Papst" und fairer Musterschüler sein.

Erneut, ich weiss Vorurteil, ich weiss im Einzelfall ungerecht. Ja, es gibt auch Franzosen die faire Vergabeprozesse fahren und tatsächlich Europa im Blick haben und nicht nur die "Grande Nation". Aber trotzdem ist ein wahrer Kern vorhanden, das ist meine Überzeugung und Erfahrung aus vielen Jahrzehnten.

Zurück zum Angebot. Im Wissen um das Auftragsgebahren von Konzernen wie Airbus und Thales und im Wissen um die kompetente und raumfahrtverrückte Familie Fuchs bei OHB, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die bei so einem bedeutenden Folgeauftrag ein substantiell schlechteres Angebot als Thales und Airbus haben, wenn da alles mit rechten Dingen zugeht und die Angebote sauber gerechnet sind.

Ich gehe fest von politischem Willen und konzerninterner Quersubvention bei Airbus und Thales aus. Und das sind die Dinge, die ich am Brüsseler Biotop und solchen Konzernen wie Airbus so "liebe", die Doppelzüngigkeit und "Pflege der Landschaft".

Etsy (ETSY)

Habe ich schon ein paar Mal erwähnt, da ist einfach Druck drauf!

Ich habe da auch schon Sachen bestellt, funktioniert gut, auch von Australien nach Europa und die schaffen es wirklich, sich neben Amazon sozusagen als "Manufactum Online" zu positionieren, also die etwas individuelleren Produkte anzubieten.

Philips 66 (PSX)

Auch Öl&Gas drückt weiter hoch, die PSX als Beispiel. Schauen sie wie der Kurs nun wie an der Schnur hochschiebt, kaum Abgaben. Und man hat eher den Eindruck, das könnte sich nun nach oben beschleunigen:

Yellen und der Dollar ZH4

Die Frage im Chart unten steht beim Dollar immer noch im Raum.

Dabei ist der neue Zungenschlag auch wichtig, der mit Yellen wieder ins Finanzministerium kommt. Trump wollte den Dollar ja immer herunterreden, für Yellen gilt:

-> Yellen to Make Clear U.S. Doesn’t Seek Weak Dollar <-

Das Ausschlagen der Gegenbewegung

Mal ganz was anderes, das Thema Emanzipation. Da gibt es ja in der Gegenwart ein paar Entwicklungen, die man durchaus zu Recht als Übertreibung und identitären Geschlechterkampf betrachten kann, das Gegenteil davon dass die Geschlechter keine große Rolle mehr spielen, so wie es eigentlich bei echter Gleichberechtigung sein sollte.

Man darf aber auch nicht vergessen wo wir herkommen und dazu leistet die NZZ -> hier den positiven Dienst <- uns daran zu erinnern, wie die Welt noch vor 100 und sogar 50 Jahren ausgesehen hat, nicht nur in der Schweiz, auch wenn es da noch etwas extremer als im damals moderneren Deutschland war, insbesondere in Appenzell und Co.

Solche widerlich demagogischen und zutiefst frauenverachtenden Plakate wurden damals noch geklebt und es gab genügend, die dafür noch gestimmt haben. Heute unfassbar und wie von einem anderen Planeten.

Das dürfen wir nicht vergessen und sollten nachsichtig sein, wenn heute manchmal etwas ins andere Extrem überschossen wird, so wie das bei Gegenbewegungen oft der Fall ist. Von solchen Plakaten über Männer sind wir aber noch weit entfernt, auch wenn die Gedankenstrukturen mancher Extremistinnen nicht weit weg sind im Sinne "Männer sind Schweine". Aber das ist ja was die Extreme immer auszeichnet, ich bin ein Fan der Hufeisentheorie, je extremer sich Links und Rechts entfernen wollen, desto ähnlicher werden sie sich wieder in ihrer Intoleranz und ihren Methoden.

Solche Plakate erinnern uns daran, dass sich unsere Gesellschaft positiv weiterentwickelt hat und manchen peinlichen Machismo hinter sich gelassen hat. Und das ist gut so und sollte auch nicht wieder freudig importiert werden, mit dem Wort "divers" wird Steinzeitdenken nicht tolerierbarer. es bleibt verachtenswert und gehört nicht in unsere Gesellschaft.

Schön wäre, wenn wir nun einen Weg der Mitte und Normalität finden, in dem Gleichberechtigung so selbstverständlich ist, dass wir uns darauf konzentrieren können immer die Besten für eine Aufgabe auszuwählen, egal welches Geschlecht oder Hautfarbe diese haben.

Aber davon sind wir leider in manchen Köpfen immer noch entfernt. Ich bin davon überzeugt, dass Quoten auf allen Ebenen das genaue Gegenteil bewirken und die Identitäten und ihre Abgrenzung nur wieder vertiefen. Das Ergebnis ist dann der "Ständestaat", oder noch besser der "Kastenstaat", in dem die Zugehörigkeit zur richtigen "Kaste" massgeblich am eigenen Fortkommen beteiligt ist. Ich will den definitiv nicht, er ist ein Rückschritt und kein Fortschritt.

Heutige Quartalszahlen / Logitech / ZH3

Was die heutigen Quartalszahlen angeht, gibt es zu BAC, GS und SCHW nicht viel zu berichten, schauen sie selber auf die Charts.

Aber Logitech (LOGN) -> hat den Vogel abgeschossen <- und die hohen Erwartungen locker übertroffen.

Man sieht daran, wie massiv Covid die Welt verändert, ohne "Stay at Home" und den Boom des Homeoffice, hätte es diesen Boom an Webcams, Mäusen und Tastaturen so wohl kaum gegeben.

Extrem spannend ist aber auch was der Markt daraus macht, er zeigt eine massive "Sell-the-News" Reaktion, die sich gewaschen hat. Die Marktteilnehmer haben offensichtlich diese Zahlen als "Peak" als "besser wirds nicht mehr" betrachtet.

Eine derartige Reaktion macht noch keine generelle Wende des Marktes, aber wenn wir das in der kommenden Quartalssaison bei vielen Momentum-Aktien so sehen sollten, wäre das wie eine Warnlampe und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende dann noch weiter:

Ruhige Oberfläche ZH1

Der SPY scheint intraday sehr ruhig, kaschiert damit aber wie eine ruhige Wasseroberfläche die massiven Bewegungen in den Tiefen des Marktes. Wenn im Ozean ein Pottwal in 500 Meter Tiefe eine Riesenkrake verspeist, kräuselt sich die Oberfläche deswegen auch nicht, ein Kampf der Titanen ist es trotzdem.

Wir haben unter der ruhigen Oberfläche weiter starke Bewegungen, es ist weiter ein Stockpicker-Markt und kein Index-Market - ich habe nichts dagegen und begrüsse das sogar. Wegen mir kann das noch lange so weitergehen, es erlaubt mir "Alpha" zu den Indizes aufzubauen.

Ich schliesse damit, morgen früh kommt ein Artikel in dem ich ein wenig in die Zukunft schaue und am Nachmittag der Stream. Dazwischen bin ich unterwegs, das sollte aber den Anfang des Streams nicht gefährden.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 06.01.21

From Donald with Love ZH2

Die Demokraten scheinen beide Senats-Sitze in Georgia zu erobern, James DePorre sieht -> hier <- die Schuld dafür bei Trump und ich teile diese Sicht, denn diese beiden Senats-Sitze sind eigentlich strukturell Republikanisch:

Trump certainly deserves the blame for a GA loss given the stupid way he has acted since Nov. Too bad he squander the many good things he did with this idiotic approach to dealing with election fraud. Never even hired any real lawyers.

Die Republikanische Partei bekommt nun die Quittung für die Hasenfüssigkeit, die gegenüber Trumps Wahlbetrugs-Phantasien an den Tag gelegt wurde, weil man Sorge hatte ohne die Stimmen seiner MAGA-Truppen die Senats-Wahl in Georgia nicht gewinnen zu können. So hat man die Wahl und damit den Senat trotzdem verloren, weil Trump so sehr gegen Teile der Partei und gegen die Glaubwürdigkeit der Wahl geschossen hat, dass viele einfach zu Hause geblieben sind.

Ich bin gespannt ob der Partei nun langsam dämmert, wer ihnen das eingebrockt hat. Trump hätte weder die Präsidentenwahl gegen einen schwachen Biden, noch die Republikaner diese Senats-Wahl verlieren müssen, er hat aber seit dem Sommer einen strategischen Fehler nach dem anderen gemacht und sich so selber aus dem Rennen geschossen. Der größte Loser heisst Donald und das nur, weil ihm die Selbstbefriedigung seines narzistischen Egos immer wichtiger war, als strategische Erwägungen.

Erste Stimmen künden davon, dass es nun langsam dämmert, es wäre der GOP zu wünschen, dass sie sich von Trump wieder lösen kann, der sie wie ein Parasit von inner her aufzufressen droht:
-> Republicans turn on Trump after Georgia loss <-

With control of the Senate at stake in the state’s two races, the president chose to spend weeks peddling baseless claims that Georgia’s electoral system was rigged, fueling an online movement to boycott Tuesday’s election. He demonized the state’s Republican leaders and fractured the local GOP. He ignored calls from his allies to rally in the state sooner. His support for Sens. Kelly Loeffler and David Perdue mainly came in the form of the occasional tweet and two rallies, including one on Monday. He blasted Senate Majority Leader Mitch McConnell for not heeding his calls for boosted stimulus checks.

Für Biden ist dieses Ergebnis eine große Chance. Es stabilisiert seine schwierige Präsidentschaft, ohne ihn zu sehr den Wünschen des linken Flügels der demokratischen Partei auszusetzen, denn ein Patt ist keine stabile Mehrheit.

Der Markt hat nicht so richtig damit gerechnet, sonst gäbe es nicht die starke Rotation, die wir heute vorbörslich sehen. Die wahre Geschichte wird heute nicht vom S&P500 erzählt, sondern vom Unterschied zwischen NASDAQ und Russell2000:

Der NASDAQ Future liegt aktuell 1,7% im Minus, der Russell2000 Future 1,9% im Plus und diese Schere ist außergewöhnlich.

Im NASDAQ ist es vor allem BigTech das abverkauft wird und das hat Sinn, denn mit einem von den Demokraten beherrschten Senat kommen für Facebook, Amazon und Co. wieder die diversen Zerschlagungs-, Regulierungs- und Steuer-Themen auf den Tisch und das könnten durchaus auch Felder seien, in denen Biden dem linken Parteiflügel Raum gewährt, denn irgendwo muss der sich ja abarbeiten können.

Umgedreht steigt mit dem Sieg der Demokraten aber die Chance für hohen Stimulus, der dann auch schneller kommen kann. Das hilft vor allem der durch Covid geschädigten Realwirtschaft und die findet sich vor allem im Russell2000.

Mittelfristig steigt damit auch das Risiko von Steuererhöhungen für die Wirtschaft, das Patt im Senat - mit der Vize-Präsidentin als Zünglein - ist aber nicht stabil genug, dass man da schlimme Änderungen erwarten muss. Und auch die neue Finanzministerin Yellen wird eher die Druckerpresse bevorzugen, als Steuererhöhungen. Insofern kann man da recht gelassen sein.

Summa Summarum ist das Ergebnis für den Markt differenziert zu sehen, ich gehe aber davon aus, das die Belastungen bei BigTech keine Eintagesfliege sind, mit dem demokratisch kontrollierten Senat hat es eine grundlegende Zeitenwende gegeben.

Insofern besteht jetzt immer noch die Chance auf neue Gewinner zu satteln, die Effekte dieser Wahl dürften länger zu spüren sein.

Helicopter Money ZH4

Mit einem demokratisch kontrollierten Senat kommen noch mehr Ausgabenprogramme, die Yellen als Finanzministerin und Powell als FED-Chef als "dynamisches Duo" sicher mit der Druckerpresse stützen werden - auch "Helicopter Money" genannt. Die diskutierten 2.000USD pro Bürger sind schon genau das und es wird mehr von dieser Art kommen.

Insofern ist ein weiterer Anstieg von EURUSD nicht weniger wahrscheinlich geworden:

Allerdings kann man das nicht zuverlässig fortschreiben, weil wir es hier mit einem "Race to the Bottom" zu tun haben.

Die Frage ist nicht alleine ob der Dollar entwertet - was man als sicher betrachten kann - die Frage ist auch ob der Euro nicht noch schneller entwertet und das ist keineswegs auszuschliessen und würde EURUSD wieder fallen lassen.

Aber für Gold und Bitcoin - letzteres funktioniert neben rein spekulativen Schornstein-Effekten ja auch als "Gegen-Geld" - ist damit mittelfristig eine bullische Grundierung gelegt.

Green Dem-Salad with red Trump-Tomatoes ZH1

Hier sehen wir den Effekt optisch schön, die großen Verlierer der Rotation sind Big Tech, die Gewinner die "old Economy", die besonders von Covid getroffen wurden, sowie Clean Energy.

Interessant ist zu sehen, dass auch Healthcare und Biotech getroffen wird, auch hier steigen mit einem demokratisch kontrollierten Senat die Sorgen vor Medikamenten-Preis-Regulierung wieder:

Deutsche Industrie im Stimulus Sog / BASF / Bayer / Heidelberg Cement / ZH3 ZH4

Nicht nur in den US legen die "alten Sektoren" eine Rally hin, auch in Deutschland erwachen die Industrieaktien markant zum Leben.

Wir sehen das im Weekly an BASF (BAS), die ich ihnen schon -> hier am 08.12.20 <- als Chance nahegebracht habe:

Wir sehen es an Heidelberg Cement (HEI) im Daily:

Und wir sehen es sogar an der "Gurke" Bayer (BAYN) im Daily, die nun tatsächlich nach oben schiebt und damit die erste Voraussetzung schafft, mal wieder ernsthaft auf den Radar genommen zu werden:

Aktien des Tages ZH3

Wenig überraschend kommen die Aktien des Tages aus den oben thematisierten Sektoren.

Insofern selektiere ich die heutigen Aktien gleichzeitig auch als Stellvertreter und Übersicht der besonders profitierenden Sektoren:

Bank of America (BAC)

BAC als Beispiel für den Bankensektor, der billige, aus dem Feuerwehrschlauch der FED strömende Liquidität besonders mag:

Canopy Growth Corp (CGC)

CGC als Beispiel für den Marihuana-Sektor, der nun von Hoffnungen auf weitere Legalisierung beflügelt wird:

Enphase Energy (ENPH)

ENPH, erst gestern als Aktie des Tages gezeigt, heute 10% höher als Beispiel für den Clean-Energy-Sektor, der massiv von der Phantasie profitiert, dass von Biden nun "durchregiert" werden kann:

US Steel (X)

X als Beispiel für die "Old Economy" und die Grundstoffe, die nun mit Hoffnungen auf Stimulus zu Fliegen beginnen:

Caterpillar (CAT)

CAT als Beispiel für den Bau- und Konstruktions-Sektor. der nun neue Phantasie auf große Infrastruktur-Programme entwickeln kann;

Bullische Potenz ZH1

Wir sehen Intraday die massive, bullische Macht die im Markt steckt. Das Minus im NASDAQ ist schon aufgeholt, die Zerschlagungs-Sorgen lasten zwar weiter auf BigTech, aber es sind eben nur abstrakte Sorgen nach dem Motto "sell first ask later" und ob es in einem Senat mit Patt dazu überhaupt kommen wird, steht in den Sternen.

Aber selbst wenn, ist unklar ob das so negativ wäre. Eine schnelle, saubere Trennung von Geschäftsteilen eher nicht, wenn zB Amazon sein AWS-Geschäft separieren würde, würde die Marktkapitalisierung des Ganzen eher steigen.

Schlecht wäre dagegen langes regulatorisches Gewürge, wie es Microsoft in den 00er Jahren passiert ist und das Unternehmen damals schon erheblich belastet hat.

Aber wie auch immer, die Wirkung des "frischen Schnees", der absehbaren Stimulus-Milliarden, überstrahlt nun alles und lässt den SPX Intraday markant nach oben schieben:

In den Depots ist es ein Freudentag für alle, die mit dem bekannten und von mir intensiv thematisierten 09.11.20 - dem Tag der Erfolgsmeldung der Impfung von BioNTech - ihr Depot mehr hin zu den zurück gebliebenen Sektoren verschoben haben.

Denn es sind diese Sektoren, die heute ein echtes Freudenfest abfeiern und solche Depots massiv nach oben schieben. Ich hoffe sie sind dabei.

Ich gehe wie schon am 09.11. hier eindeutig *nicht* davon aus, dass wir eine Eintagesfliege sehen. Die Nachholeffekte werden eher anhalten, die Eroberung des Senats durch die Demokraten hat Folgen über den Tag hinaus.

Wolf of Wall Street ZH1 ZH3

Das GIF zum heutigen Marktgeschehen und unseren Depots:

Oder doch besser das? 😛

Europäische Sektoren-ETFs ZH3

Auch in den europäischen Sektoren und ihren ETFs sehen wir das spiegelbildliche Szenario:

Technologie: leicht schwach:

Healthcare: leicht schwach:

Banken: Party wie bei diCaprio:

Construction & Materials: Party!

Der Geist aus der Flasche ZH3

So liebe Mitglieder, ich denke ich habe ihnen hinreichend gezeigt, was und warum da heute an den Märkten läuft.

Ich wiederhole auch ausdrücklich meine Sicht, dass ich diese Effekte die nun sichtbar sind nicht für eine Eintagesfliege halten, diese Bewegungen haben noch Einiges an Luft im Januar.

Im Daily sieht der SPY auf jeden Fall so aus, als ob er bald nach oben durchbrechen wird:

Alles also weiter auf Grün, bullish until proven otherwise.

Bevor ich schliesse, möchte ich noch auf diesen interessanten Artikel auf Politico hinweisen:
-> GOP fears Electoral College challenge will ‘come back to haunt’ it <-

Und das hat mit dem US Wahlsystem zu tun, in dem die Repiblikaner vom Wahlmänner-System und dem Zuschnitt der Staaten stark profitieren, denn die absolute Mehrheit an Stimmen haben die Republikaner nur sehr selten gewonnen - zuletzt 2004 - und oft nur die Mehrheit der Wahlmänner, wie auch Trump vor 4 Jahren.

In dem Trump als Abrißbirne dieses System diskreditiert, öffnet er gleichzeitig "Pandoras Büchse" und Diskussionen, dass dieses System - das sich geschichtlich überholt hat - grundlegend umgestaltet wird.

Eine solche Überholung des Systems, könnte die Republikaner aber ihre strukturelle Mehrheitfähigkeit kosten.

Man sieht wieder sehr schön, dass gute oder böse Absichten manchmal genau das Gegenteil erschaffen. Um es mit "Goethes Faust" zu sagen:

[Ich bin] ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ...

😛

Auf jeden Fall wünsche ich der GOP für 2021, dass sie die Kraft findet, sich aus der Umklammerung dieses Narzisten zu befreien und Raum für moderne Konservative in den 40ern und 50ern zu schaffen, die neue Wählerschichten erschliessen können.

Denn gerade weil die US nur ein 2-Parteien-System haben, ist es für die Stabilität der Gesellschaft von zentraler Bedeutung, dass die Oppositionspartei auch Kraft und echte Sieg-Chancen hat. Ich würde den Demokraten umgedreht genau das Gleiche wünschen wenn nötig.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen einen schönen Abend, was wir nun zu Hause machen wissen sie. This is the way! 😉

Sohnemann ist erschöpft und glücklich, heute ist viel Schnee gefallen und der bleibt nun auch mindestens eine Woche liegen. Wir haben 200 Meter hinter dem Haus einen Rodelhügel, was will ein Junge mehr! 😉

Im 7. Stock eines Hochhauses in einer Großstadt, den man nur durch den Lift sinnvoll erreichen kann, würde ich in diesen Corona-Tagen auf jeden Fall nicht wohnen wollen, da würde man einen Koller kriegen.

Hier auf dem Rodel im Oberland, die Berge im Blick, lässt es sich dagegen aushalten. Das Lob des Landlebens! 😛

Ihr Hari

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Wochenausblick KW5


Thema der Woche

Ein spezielles Thema der Woche sehe ich nicht, aber vier Schwerpunkte der Aufmerksamkeit:

  1. Diverse US Wirtschaftsdaten, so auch den ISM am Donnerstag und die Arbeitsmarktdaten am Freitag.
  2. Die FED Sitzung am Mittwoch, die die letzte Sitzung unter Führung von Janet Yellen sein wird. Eine Pressekonferenz ist nicht geplant und eine Zinserhöhung wird nicht erwartet.
  3. Die Frage, ob sich nun doch ein Handelskrieg der US mit China entwickelt, die Tonlage wird schärfer und im Bereich Solar und Kühlschränke gibt es ja auch die ersten Einfuhrzölle.
  4. Die Frage, ob Deutschland eine neue Groko bekommt oder doch etwas schiefgeht, worauf Merkel wohl auf eine Grün-Schwarze Minderheitsregierung schielen wird. Merkel könnte ebensogut Parteichefin der Grünen sein, politisch wäre das kein Problem. Nur ihre mangelnden sprachlichen Fähigkeiten würden verhindern, dass Sie es auf einem grünen Parteitag je werden könnte.

Risiko der Woche

Vor drei Wochen hatte ich schon angekündigt:

Und deshalb ist das Risiko der Woche, dass die Indizes diese Steigung wie oben beim SP500 gezeigt nicht durchhalten können und korrigieren. Und wenn das diese Woche nicht passiert, wird es das Risiko der folgenden Woche sein. 😉

Letzte Woche ging es erneut weiter hoch, auch wilde Währungsbewegungen konnten den Anstieg nicht wirklich stoppen.

Und damit kennen Sie auch das Risiko dieser Woche. Und es ist sicher nicht kleiner geworden. Ein Rücksetzer kann nun jederzeit kommen, er ist nach dem Daueranstieg seit Jahresbeginn in den US Indizes erst recht "fällig".

So kann ich nur wiederholen, was ich schon mehrfach sagte:

Bei taktischen Positionen - typischerweise Trades - bei denen man nicht bereit ist, diese durch eine 3-5% Korrektur zu halten, werden die Stops nun ganz eng heran gezogen und man lässt sich heraus kegeln, wann immer der Markt das beschließt.

Verwechseln Sie die Antizipation dieses Rücksetzers aber erneut nicht mit einer bärischen Haltung! Der Markt ist übergeordnet bullisch und dürfte es weiter bleiben, erst recht wenn nun ein "erfrischender" und bereinigender Rücksetzer kommt!

Hinweis der Woche

Der Hinweis der Woche, ist eigentlich nur eine Ergänzung zum "Risiko der Woche".

Urban Carmel hat mal wieder eine -> sehr lesenswerte Weekly Market Summary <- produziert, die Sie sich als Ergänzung zu diesem Wochenausblick zu Gemüte führen sollten.

Darin thematisiert er auch die Frage, ob diese Bewegung im SP500 dauerhaft durchgehalten werden kann. Die Antwort, untermauert mit Charts, ist ähnlich wie meine oben:

Unsustainable? No. Mr. Lee compares the current phase to 8 similar instances. It's a small sample, but SPX ended higher after the next 12 months in 6 of these 8. Importantly, none of these parabolic phases marked the top. That said, in the short run, in all except one, SPX either consolidated existing gains or, if it moved higher, gave those gains up (blue circles). In other words, expecting the current torrid pace to continue unabated is low odds, but the gains so far in in 2018 are unlikely to mark a significant top.

Lange Rede, kurzer Sinn. Der extrem starke Aufschlag ins Jahr, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bald (im Zeitraum Februar/März) in ein Retracement laufen. Aber, die Aussichten im Jahr danach noch höhere Hochs zu generieren, sind extrem gut!

Chart der Woche

Das Chart der Woche ist Apple (AAPL). Diesen Donnerstag kommen Zahlen. Und das was mit Tageskerzen wie ein bald auslaufender Ausverkauf aussieht ...

... könnte im großen Bild ein erneutes zyklisches Top sein:

Wir werden sehen, die Zahlen werden spannend.

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche, genauer gesagt die Ereignisse, ist die Hochphase der Quartalssaison mit einer extrem langen Liste bekannter Unternehmen. Hier sind die bei uns besprochenen Namen der kommenden Woche:

Montag: Adient (ADNT), Dominion Resources (D), Lockheed Martin (LMT), Seagate (STX)

Dienstag: AK Steel (AKS), AMD (AMD), Corning (GLW), Danaher (DHR), Electronic Arts (EA), Harris (HRS), Illumina (ILMN), Juniper (JNPR), Komatsu, Konica Minolta, Kyocera, McDonalds (MCD), Nintendo, Nucor (NUE), Pentair (ONR), Pfizer (PFE), Pulte Group (PHM), Ricoh, SAP

Mittwoch: AB Electrolux, AT&T (T), Arcelor Mittal, Boeing (BA), Check Point Software (CHKP), Citrix Systems (CTXS), DR Horton (DHI), eBay (EBAY), Eli Lilly (LLY), Facebook (FB), Hitachi, ING, Infineon, Johnson Controls (JCI), Julius Bär, LM Ericsson, Microsoft (MSFT), Mondelez (MDLZ), Murphy Oil (MUR), Open Text (OTEX), Paypal (PYPL), Qiagen, Qualcomm (QCOM), Santander, Sartorius, Service Now (NOW), Siemens, Symantec (SYMC), Textron (TXT), Thermo Fisher Scientific (TMO), US Steel (X), Vertex Pharmaceuticals (VRTX), Volvo, Xerox (XRX)

Donnerstag: Alibaba (BABA), Alphabet (GOOGL), Altria (MO), Amazon (AMZN), Amgen (AMGN), Apple (AAPL), Baxter (BAX), Brooks Automation (BRKS), Conoco Philips (COP), Cypress (CY), Daimler, Dassault Systems, DuPont (DWDP), Eaton (ETN), Edwards Lifesciences (EW), Ferrari (RACE), GoPro (GPRO), International Paper (IP), Lazard, Marathon Petroleum (MPC), Mastercard (MA), Motorola (MSI), Mueller Water Products (MWA), NewYork Times (NYT), Nokia, Nomura, Novo Nordisk, Pacific Biosciences (PACB), Parker-Hannifin (PH), Roche, Shell, The Blackstone (BX), Time Warner (TWX), Unilever, UPS (UPS), Valero Energy (VLO), Visa (V), Xylem (XYL)

Freitag: AstraZeneca (AZN), BT Group (BT), Chevron (CVX), Estee Lauder (EL), Exxon Mobil (XOM), Honda Motor, Manpower, Merck&Co (MRK), Philips 66 (PSX), Sharp, Sony, Weatherford (WFT), Weyerhaeuser (WY), Wisdom Tree (WETF)

Auch in der Folgewoche, bleibt die Quartalssaison auf dem Höhepunkt, danach flaut es langsam wieder ab.

Index der Woche

Der Index der Woche ist dieses Mal der britische FTSE100. Der hat im Gegensatz zum SP500 schon seinen starken Anstieg seit Anfang Dezember korrigiert und ein Retracement gebildet, das durchaus auch für den SP500 eine Vorlage des Kommenden sein könnte:

Wir sehen aber auch, dass dieser nun bald auf der Ausbruchszone aufsetzt und in der Wochenkerze schon einen langen Docht gebildet hat.

Interessant ist auch, wie der britische Markt aus Sicht der US Investoren in Dollar aussieht, weiter ein Aufwärtstrend.

Der FTSE 100 hat also nach seinem Retracement wieder Aufwärtspotential.

Sektor der Woche

Sektor der Woche ist für mich mal wieder Biotech, der Sektor hat in der letzten Woche einen markanten Schub erfahren, der uns wenig überrascht:

Wir sehen leicht, dass kommende Woche ein Retracement keine Überraschung wäre. Wir sehen aber auch, dass der Sektor gerade erst über die Hochs von 2015 ausbricht.

Im ganz großen Bild ist das eine riesige Konsolidierung, in der der Sektor jede Menge Kraft gesammlt haben dürfte. Schauen Sie mal, es gehört nicht viel Phantasie dazu, den Trend erheblich weiter fortzuschreiben. Kurz, ich bin weiter optimistisch für den Sektor in 2018!

Aktie der Woche

Die Aktie der Woche ist dieses Mal ungewöhnlich und zwar die Kasino-Aktie WYNN Resorts (WYNN). Es ist die spannende Frage, ob Vorwürfe wegen sexueller Belästigung eine extrem gut laufende Aktie zum Einbruch bringen können.

Kurzfristig ja, sehen Sie selber:

Kasino und Glücksspiel-Aktien laufen zuletzt extrem gut, schauen Sie hier der Mitbewerber Las Vegas Sands (LVS), der aber im Zeitalter der ETFs natürlich auch von WYNN in Mitleidenschaft gezogen wurde, obwohl gar nicht betroffen. Und die Spieler wird es auch wohl kaum interessieren, die deswegen sicher nicht weniger Geld ausgeben:

Hintergrund sind -> konkrete Vorwürfe sexueller Art gegen den Inhaber Stephen Wynn <-, der gleichzeitig einer der größten Geldgeber der GOP, der republikanischen Partei ist.

Macht das aber auch langfristig etwas aus? Denn eigentlich waren diese Aktien gerade mitten im Ausbruch? Auf der anderen Seite steht WYNN im Namen der Company und Kasinos sind stark reguliert, sprich von politischem Wohlwollen abhängig. Ich habe da derzeit (noch) keine Position, finde das aber spannend und lehrreich mir anzuschauen, wie der Markt damit umgeht.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Double-Whopper



Guten Morgen!

Vor uns liegt der "Double-Whopper" von FED und EZB hintereinander, die einen heute um 20 Uhr MEZ, die anderen Morgen ab 13:45 Uhr MEZ. Da sollte man ja eigentlich meinen, dass man nun aufgeregt Gewehr bei Fuss stehen würde, aber beide Termine hinterlassen bei mir nur ein grosses Gähnen und ich erwarte auch keine massiven Marktbewegungen rein aus den Terminen folgend.

Was die FED heute angeht, ist eine weitere Zinserhöhung praktisch sicher und in den Kursen eingebacken. Sehr überraschend wäre nur, wenn diese nicht käme. Alles worum es heute geht, ist der Ausblick auf 2018, also wie aggressiv will die FED da im Lichte der US Steuerreform weiter machen.

Dieser Ausblick ist aber auch noch vom Stabwechsel an der Spitze belastet und es wird sich vor allem das Augenmerk darauf richten, wie sich Jerome Powell positioniert. Yellen aber wird als bekannt Übervorsichtige in der Pressekonferenz wohl alles vermeiden, was ihren Nachfolger ungeziemlich belastet oder bindet, weswegen ich auch da von wenig Futter und wenig Neuem ausgehe.

Eine deutliche Bewegung hinlegen kann der Markt natürlich trotzdem, wir kennen alle zum Beispiel den "Sell the News" Effekt, aber diese Bewegung basiert dann nicht auf Neuigkeiten, sondern dann benutzt der Markt den Termin um zu tun, was er sowieso schon tun wollte.

Oft bei wichtigen FED-Sitzungen machen ich ja Abends ab 20 Uhr eine Art Live-Bericht, alte Hasen kennen das. Heute erspare ich mir das, der Ablauf heute ist ganz normal. Sollte wider Erwarten doch eine grosse Überraschung kommen, kann ich mich ja immer noch melden.

Ähnlich sehe ich die morgige EZB Sitzung, da wird wohl auch nichts passieren, der Markt wurde auf jeden Fall auf nichts vorbereitet und insofern wäre alles andere eine grosse Überraschung. Die Pressekonferenz wird auch wie immer laufen, Draghi wird seine Position sowieso nicht mehr ändern und das ganze Setup ist ja darauf angelegt, dass es gar keine ernsthafte Fragesession geben kann, sondern die Journalisten eher als Stichwortgeber dienen, damit Draghi sagen kann, was er sowieso sagen wollte. Da eine Replik nicht möglich ist, hat man dann den unermesslichen Ratschluss von Mario Draghi so hinzunehmen.

Ich werde Morgen während Draghis Pressekonferenz so gegen 15:30 Uhr mit einem kurzen Bericht kommen und das war es dann für mich, denn dann verabschiede ich mich für den Rest des Tages zu etwas Wichtigerem, die Macht ruft nach meinem Sohn und mir. 😉

Wenn wir heute auf den DAX schauen, sehen wir den wie erwartet weiter in der Range unter 13.200:

Da ist also gar nichts passiert, aber ich erinnere an das schon Gesagte - wenn sich der DAX durch einen Katalysator von hier nach oben in Bewegung setzt, wird das sehr aggressiv ablaufen, weil auch die OpEx am Freitag dann wie ein Brandbeschleuniger funktioniert. Grosse Marktteilnehmer die sich schon eingerichtet haben, müssen auf den letzten Drücker dann noch Anpassungen vornehmen und das wird den Ausbruch zunächst im Sinne eines Magneten verhindern, wenn dieser Widerstand aber durchbrochen ist dann die Bewegung beschleunigen.

Der DAX hat also durchaus Potential, massiv in Bewegung zu geraten. Ob es passiert ist eine andere Frage.

Interessant ist dann natürlich auch der Blick auf den MDAX, denn Steinhoff steigt ja wieder etwas, gestern zweistellig. Das Chart zeigt aber immer noch einen extrem angeschlagenen Index, würden Sie diese kleine Gegenbewegung im blauen Kreis kaufen?

Eher nicht oder? Das Chart sieht weiter sehr gefährlich aus und lädt nicht zu Engagements ein.

Gut passend zum MDAX will ich Ihnen daher auch noch einmal Dürr als Lehrbeispiel zeigen, den plötzlichen Einbruch nach Quartalszahlen habe ich schon vor einem Monat in -> Tradingview! <- thematisiert:

Was wir sehen ist wenig erbaulich, insbesondere das markante Einknicken nach dem ersten Ausverkauf zeigt, dass ein Boden noch nicht gefunden ist und man hier noch sehr vorsichtig sein muss.

Wir sehen daran wieder, dass wir plötzliche Einbrüche ebenso respektieren müssen wie plötzliche Ausbrüche, in beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung höher als das Gegenteil.

Wie es dagegen aussieht, wenn nach einem initialen Einbruch die Chance auf eine Bodenbildung existiert, zeigt uns Drägerwerk:

Das ist auch immer noch keine vollendete Bodenbildung, aber es ist wenigstens die Chance auf eine, Dürr ist noch nicht einmal bei der Chance angekommen.

Wir sollten uns also unbedingt dick und fett in unser Affenhirn schreiben:

Erstens, wenn plötzliche Einbrüche auftreten, werden wir vorsichtig und glauben nicht diese aussitzen zu können!

Zweitens, bevor sich nach einem markanten Einbruch nicht eine Bodenbildung zumindest abzeichnet, sind Abwärtsbewegungen fallende Messer aus denen wir gefälligst unsere unegalen Affengriffel lassen!

Bis später.

Ihr Hari

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Das Jahr ist „rum“



Guten Morgen!

zwei Wochen sind es noch bis Weihnachten, drei Wochen bis zum Jahreswechsel. Die Überschrift sagt schon was ich denke, ich denke das Jahr ist börsentechnisch weitgehend "rum", da kommt nicht mehr viel.

Einerseits können wir mit einem positiven Jahresabschluss rechnen, es gibt eigentlich nur zwei derzeit schon sichtbare, potentielle Aufreger, die den noch ins Wackeln bringen könnten. Der Eine ist, falls die US-Steuerreform doch noch zwischen Senat und Repräsentantenhaus scheitert. Das ist nicht unbedingt wahrscheinlich aber möglich, weil die Mehrheit der Republikaner im Senat nur hauchdünn ist und von einzelnen Personen abhängt. Der andere Aufreger ist weiter Nordkorea, da kann jederzeit was passieren, wird es auch irgendwann, ob aber bis zum Jahresende, weiss nur der Wind.

Wenn wir von diesen Aufregern absehen ist der Pfad aber gezeichnet. Die Bären haben letzte Woche ihre grosse Chance erneut vergeigt, wie bisher immer in 2017. Von FED wie EZB erwarte ich nicht viel. Eine Zinserhöhung der FED ist eingebucht, es geht nur noch darum, wie falkenhaft die FED kommunikativ ins Jahr 2018 geht. Da das aber die letzte Pressekonferenz von Yellen sein wird - vielleicht werden die mit Powell im nächsten Jahr ja weniger zäh - erwarte ich auch hier wenig Sensationelles, alles was Yellen sagt wird sowieso unter dem Fragezeichen stehen, ob Powell den selben Ton anschlägt.

Ja und von Mario Draghi erwarte ich sowieso nichts mehr. Der wird seine Politik bis zu seinem Abgang 2019 nicht mehr ändern und immer Gründe finden, warum die Eurozone seinen Stimulus noch braucht und die Zinsen nicht steigen können. Er hat ja auch Recht, aus Sicht von Italien und Co, das dann aber bis in alle Ewigkeit. Die undankbare und eigentlich unlösbare Aufgabe diese Verzerrung aufzuräumen, wird dann sein Nachfolger haben, während Draghi seine Biographie darüber schreiben wird, wie er den Euro "gerettet" hat. Das Schöne an derartig biographoschem Selbstlob ist ja, dass den Gegenbeweis "was wäre wenn" keiner führen kann, weil wir kein Paralleluniversum haben.

Am Ende der Woche ist dann auch noch die OpEx, die wie mehrfach erklärt den Effekt einer schwachen magnetischen Anziehung hat. Heisst solange kein besonderer Katalysator kommt der den Markt richtig in Bewegung setzt, "tackert" das die Kurse eher fest und stabilisiert diese, weil sich jeder dann im erwarteten Ausgang eingerichtet hat. Kommt aber ein Katalysator, beschleunigen die dann kurzfristig notwendigen Anpassungen der Stillhalter die Bewegung typischerweise.

Summa Summarum also gute Gründe warum der Markt langsam weiter hochschiebt, ohne dabei aber noch viel Fahrt aufzunehmen, zu weit ist er halt schon gelaufen und dass die Bullen langsam auch müde werden, haben wir letzte Woche gesehen, als es doch dauerte bis der unvermeidliche BTFD-Reflex sich durchsetzte. Was wir aber bestimmt noch sehen werden ist weitere Rotation unterhalb der Indizes, denn die Verhandlungen um die Steuerreform werden den einen Sektor noch schädigen und dem anderen noch helfen. Und die Neupositionierung der Institutionellen für 2018 steht dann auch bald auf der Agenda.

Wie es dann im neuen Jahr wird, ist noch völlig offen, ein Gefühl dafür kann ich wohl erst entwickeln wenn ich sehe wie sich die ersten Tage im neuen Jahr darstellen. Die Sorge vor einem sofortigen Abrutschen ab Anfang 2018 - wie weiland 2016 - habe ich aber derzeit nicht, dafür gibt es bisher keine Signale.

Im Saldo kann ich mir im SP500 also so einen Verlauf gut vorstellen:

Sie sehen, dass die steile blaue Trendlinie der "Steuerreform-Rally" seit Mitte November noch lange hält, glaube ich nicht. Eher sehe ich so eine schaukelnde, leicht positiv steigende Bewegung ins neue Jahr hinein.

Beim DAX gilt unverändert, was ich schon letzte Woche skizziert habe und das passt auch zur "schwachen magnetischen Anziehung" der OpEx. Der DAX könnte durchaus noch die ganze Woche in dieser Range um 13.000 verbleiben. Falls er aber doch durch einen Katalysator wie die EZB da heraus katapultiert wird, bekommen wir wohl eine sehr scharfe, schnelle Ausbruchsbewegung, weil sich die Marktteilnehmer neu positionieren müssen:

Ja und dann noch Gold. Wenn Sie nicht wüssten dass es Gold ist und vielleicht einen positiven Bias hätten, was würde Ihnen dieses Chart dann sagen?

Ich denke eher das negative Bild, das ich eingezeichnet habe. Denn wie ich schon geschrieben habe, ist ein gewisser Zusammenhang zur Bitcoin-Blase denkbar und gar nicht mal unwahrscheinlich. Denn es gibt ja ein gewisses Maß an spekulativem Interesse in Gold, dessen Aufmerksamkeit nun von den Cryptos abgezogen wird.

Wir hier, mit unserem Fokus auf Produktivkapital, haben dagegen ein unemotionales Verhältnis zu Gold. Das ist in physischer Form eine sinnvolle Beimischung zu einem grösseren, diversifizierten Depot und als "Notgeld" in Maßen in jedem Haushalt sinnvoll. Ansonsten ist es aber eine Commodity wie andere auch, die handelt man wenn sie markttechnisch gut aussieht und sonst nicht und die wird weder geliebt, noch gehasst.

Die Kombination von starker Konjunktur und dem Fokus auf die Cryptos, lässt Gold derzeit desinteressiert zurück. Es wird spannend zu sehen sein was mit Gold passiert, wenn die Spekulationsblase bei den Cryptos mal ernsthaft Luft ablässt. Das wird uns dann zeigen, ob wirklich ein Zusammenhang da ist oder nicht.

Aber wie auch immer, aus Sicht der Markttechnik sollten wir unsere Zeit derzeit nicht mit Gold vergeuden, das ist kein Chart das unsere Aufmerksamkeit braucht und unser physisches Notgeld interessiert sich für so Charts nicht, im Falle des Falles ist sowieso alles anders. Aus Sicht der -> COT Daten <- kann man das Geschehen im Sektor auch als Teil-Kapitulation werten. Kann sein, möchte ich aber erst in Form von verbesserter Price-Action sehen, bevor ich das ernst nehme.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal an den britischen Markt und an den -> Britenrabatt <- erinnern und Ihnen noch einmal anhand des ETFs EWU zeigen, wie der britische FTSE100 aus Sicht von US Anlegern in Dollar aussieht:

Das sieht doch ganz spannend aus, oder? Nun bedenken Sie noch, dass wie bekannt die Institutionellen derzeit in UK eher unterinvestiert sind, dann sieht das nach Chance aus. Wobei ich mir bis zum Jahresende einen Bruch der Trendlinie temporär noch durchaus vorstellen kann, aber im neuen Jahr könnte dann eine Rotation einsetzen.

So ... ich bereite nun die Abstimmung zum Mean Reversion Depot 2018 vor, die morgen dann Online geht und bis Sonntag Abend läuft.

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Bilanzabbau und Quantitative Easing erklärt



Doch, Sie hat es getan. Die FED hat wie erwartet den Einstieg in den Abbau ihrer überdehnten Bilanz verkündet und zwar 10 Milliarden USD pro Monat. -> FED gibt Startschuss <-

Für die Mitglieder, die mit dem Wort "Bilanzabbau" nicht viel anfangen können, will ich es kurz - und natürlich stark vereinfacht - erklären. Am Ende geht es nämlich nicht um die Bilanz der FED, sondern um die Liquidität im Markt.

Im Rahmen ihrer diversen Quantitative Easing (QE) Massnahmen nach der Finanzkrise, hat die FED typischerweise Anleihen aufgekauft und in ihre Bilanz genommen.

Wir stellen uns beispielhaft vor, eine Bank gibt eine Anleihe heraus, was bedeutet, die Bank bekommt Geld und zahlt dafür einen Zins an den Gläubiger, zum Beispiel Sie als Privatperson. Am Ende der Laufzeit der Anleihe, zum Beispiel nach 10 Jahren, kauft die Bank die Anleihe zurück, sprich der Gläubiger (Sie) bekommt sein Geld zurück und hat am Ende Geld wieder und Zinsen vorher kassiert. Zumindest ist das der Plan, wenn die Bank aus Griechenland oder Italien wäre, würde ich auf die Rückzahlung nicht wetten. 😉

Nun haben aber die Banken einen schlechten Ruf und müssen daher hohe Zinsen zahlen, damit jemand ihrem Rückzahlungsversprechen glaubt. Diese hohen Zinsen belasten aber ihre Ertragslage und es ist in diesem Umfeld schwierig, genügend Kapital aufzunehmen.

An dieser Stelle kommt die Notenbank ins Spiel. Die drückt nämlich an einem Ihrer Computer bildlich gesprochen auf einen Knopf, "schöpft" ein paar Milliarden Zentralbankgeld und kauft der Bank diese Anleihen ab. Die Bilanz der Notenbank wächst damit, den nun hat sie für mehrere Milliarden Anleihen (Forderungen gegen die Bank) in der Bilanz, deren Rückzahlungswahrscheinlichkeit jedes Jahr bilanziert werden will.

Nun passiert aber etwas Wundersames, die neue Alchemie der modernen Geldpolitik. Weil die Notenbank als Käufer im Markt ist, kann die Bank die Anleihen leicht absetzen, die vorher wie Sauerbier lagen. Die Zinsen sinken also, die für eine neue Anleihe angeboten werden müssen, bzw die Preise alter Anleihen steigen, die schon emittiert wurden.

Und die Notenbank druckt und druckt weiter und kauft und kauft und die Anleihenzinsen sinken und sinken. Genau das ist passiert, genau das ist Quantitative Easing, genau deshalb haben wir aktuell Nullzinsen im Markt.

Wenn man so will, ist es eine massive Unterstützung derer die Schulden haben, auf dem Rücken derer, die Geld zu verleihen haben. Und das mit Mitteln aus der elektronischen Geldschöpfung. Man darf das ruhig "Marktmanipulation" nennen, genau das ist es wohl.

Die Schuldner (Banken und Staaten) profitieren also, der Bürger der Geld anzulegen hat und die Anleihen kaufen würde, verliert. Man kann es auch Umverteilung nennen, vielleicht finden genau deshalb die "Linken" das so gut, weil sie Umverteilung immer so sehr mögen. 😉 Sie kapieren halt nur nicht, dass hier genau anders herum umverteilt wird, vom Kleinsparer zu den Assetmärkten, aber wer will solche Petitessen beachten, wenn man per Definitionem auf der guten Seite der Geschichte steht? 😉

Nun gibt es aber einen weiteren interessanten Effekt. Und das ist der, der für die Aktienmärkte so wichtig ist: Liquidität!

Denn die Bank kann nun leicht Schulden aufnehmen und zahlt kaum was dafür. Also tut sie es in Masse und lässt das billige Geld "arbeiten". Zum Beispiel am Aktienmarkt oder mit einem Carry Trade und anderen Spekulationen. Denn faktisch ist das Darlehen, das die Bank nun gegen einen Wisch Papier von der Zentralbank aufnehmen kann, ja eine Liquiditätszufuhr. Wenn die FED also monatlich im QE für 20 Milliarden USD Wertschriften kauft, wird dem Markt faktisch 20 Milliarden Liquidität zugeführt.

Tja und Liquidität ist genau das, was den Markt mehr als alles andere treibt - Wirtschaftsdaten sind da vergleichsweise irrelevant. Wenn viel Geld nach Anlagen sucht, steigen die Preise, egal was die Wirtschaftsdaten sagen. Ein Markt wird primär von Angebot und Nachfrage bewegt und viel Liquidität schafft eben viel Nachfrage.

Deshalb hat das QE der Notenbanken die Asset-Märkte hochgepumpt und gleichzeitig den Kleinsparer geschädigt.

Und nun geht die FED her und will für 10 Milliarden USD pro Monat die Gegenrichtung einschlagen. Bei einem Portfolio im Umfang von 4.200 Milliarden USD ist das ein Nasenwasser, aber es ist auch ein Anfang und einen Liquiditätsentzug ist der Markt nicht mehr gewohnt.

Wie will die FED das machen? Nun sie will ihre Anleihen im Bestand nicht direkt verkaufen. Aber wenn sie auslaufen, wenn das Geld also im Beispiel oben von der Bank zurück fliesst, wird die FED damit nicht mehr neue Anleihen kaufen wie bisher!

Im Saldo ist das ein Liquiditätsentzug von 10 Milliarden pro Monat.

Wie der Markt darauf reagiert ist ungewiss, wir sind in völlig unerforschten Gewässern, weil die Notenbanken uns ohne demokratische Legitimierung in das grösste geldpolitische Experiment der Menschheitsgeschichte gezwungen haben. Ausgang dieses Experiments ungewiss, jeder der anderes behauptet, ist ein Schwätzer - selbstgewisse Draghis ausdrücklich eingeschlossen.

Das ist der Punkt wo wir nun stehen, ich hoffe die Erklärung war hilfreich.

Die initiale Reaktion des Marktes auf den Entscheid war verhalten negativ, Yellen hat ihn nun aber schon wieder hochgeredet.

Das ist aber alles nur Geplänkel, die wirklichen Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet, wenn der Liquiditätsabzug tatsächlich passiert.

Ein bischen Unsicherheit und Nervosität ist also angemessen, in unerforschten Gewässern sowieso und die FED hat diese Unsicherheit auch. Zu Panik gibt es aber keinen Anlass, denn die ängstliche FED wird sofort wieder die Richtung ändern, wenn sie merkt, dass sie überzieht. Die Frage ist nur, wie lange sie braucht um es zu merken?

EURUSD und Gold fallen übrigens stark, weil die FED mit der avisierten Zinserhöhung im Dezember etwas falkenhafter war als erwartet. Die hier beschriebenen Tests sind nun also im vollen Gange. Schauen Sie auf die Charts, denn sehen Sie schon. 😉

So weit heute Abend. Wie besprochen kommt Morgen nur ein Marktbericht gegen Mittag.

Ihr Hari

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Kurzer Zwischenruf



Ein kurzer Zwischenruf vor der FED. Zunächst ein paar organisatorische Dinge.

Erstens, ich melde mich heute zwischen 20:30 Uhr und 21:00 Uhr mit einem Kurzbericht zur FED.

Ich erwarte keine allzu grossen Bewegungen, im Statement um 20 Uhr wird kaum Bewegendes sein. Interessanter wird dann aber Janet Yellens Pressekonferenz ab 20:30 Uhr, auch wenn es in Realität eine Pein ist, ihr zuzuhören.

Interessant ist auch weniger ihr sprachliches Geschwurbel, nicht unähnlich dem Merkels, sondern was der Markt dann daraus macht. Denn da gibt es einige Zwischentöne zum Ablauf der Bilanzreduktion und der nächsten Zinserhöhung, die zu Bewegungen führen können.

Es ist aber unwahrscheinlich, dass sich das schon vor 21 Uhr ausgeschüttelt hat, die direktionale Marktreaktion kommt - wenn überhaupt - erst später. Ich habe aber ab 21 Uhr keine Zeit mehr zu schreiben, schauen Sie dann also selber genau hin.

Das FOMC Statement wird wie immer um exakt 20 Uhr MEZ plus ein paar Sekunden Serverlaufzeit über den Atlantik -> genau hier <- auftauchen. Die Website dazu ist Teil der "Hilfreichen Links" auf der linken Seite im Blog hier: -> FED Calendar <-

Janet Yellens marktbewegendes Geschwurbel können Sie dann Live -> hier im LiveStream <- verfolgen:

Zweitens klärt sich der Ablauf Morgen. Ich sagte ja schon, dass es Donnerstag und Freitag etwas "rumpelig" wird mit meiner Präsenz. Der Morgenbericht fällt am Donnerstag aus, falls kein Wunder geschieht. Dafür kommt ein ausführlicher Mittagsbericht, dabei bleibt es dann aber auch, auch der normale Nachmittagsbericht fällt aus. Das nur zur Info.

So damit zum Markt, der das Erwartete getan hat: Wenig. Trotzdem kann ich ein paar Beobachtungen teilen.

Öl scheint Abwärtstrend und die 50USD endlich klar hinter sich lassen zu wollen, nächstes Ziel 55USD:

Der Enery Sector bestätigt in Folge seinen Trendbruch und zieht weiter nach oben. Mit den Hochs von Juli liegt nun aber ein wichtiger Widerstand vor dem XLE, den zu überwinden den Unterschied zwischen einem bestätigten Trendwechsel und einer fragwürdigen Seitwärtsbewegung macht:

Ebenso wie Gold mit einer Wende knapp unter 1.300USD, haben die Minen in Form des ETFs GDX nun die grosse Chance den Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal zu bestätigen:

Ich sehe eine Price-Action mit relativer Stärke und würde eher auf die bullische Bestätigung, als auf den erneuten Einbruch setzen. Die FED hat heute Abend dabei aber sicher einiges mitzureden.

Die im Artikel und im Forum als -> "Irma Chancen Research" <- zusammen getragenen Aktien entwickeln sich gut. Der Trade scheint zu laufen, schauen Sie da noch einmal hin.

Hier ein paar Charts dazu:

Verlieren Sie diese Opportunitäten nicht aus dem Blick, da scheint wie erwartet etwas zu gehen!

So weit so kurz vor der FED. Zum Schluss noch ein Kommentar zur grössten Aktie der Welt: Apple (AAPL).

Vor dem Apple-Event rund um das iPhone, hatte ich am 11.09. Ihnen in -> die dümmsten Bauern <- zwei Szenarien gezeigt, die ein Retracement auf 155 als wahrscheinlich und eine grosse, zyklische Trendwende als gut möglich dargestellt haben.

Das waren am 11. die beiden Charts dazu:

Nun ist der erste Teil mit den 155 schon eingetreten. Hier ist das aktuelle Chart das nach Topbildung riecht.

Kommt jetzt auch die grosse zyklische Wende? Gut möglich, ich würde nicht dagegen wetten und Apple ist derzeit keine Aktie für mich, bei der ich Positionen vergrössere. Ich schaue hier erst einmal eher nach unten.

Bis später!

Ihr Hari

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