Die Chance im Kleinen



Eine zu erwartende, leichte Vorsicht, scheint nun in den Markt zu kriechen, so wie ich das schon letzte Woche vermutet habe. Das Referendum Italiens auf der einen Seite, aber auch -> Fragezeichen zur wichtigen OPEC-Sitzung von Mittwoch <- auf der anderen Seite, sind alle nicht dazu geneigt, sich gerade jetzt besonders zu exponieren.

Warum sollte man auch, nach der mehr als 2-wöchigen Trump-Rally, ist sowieso mal Durchschnaufen angesagt, ein sehr starker Markt wird nun also seitwärts mäandieren, ein schwacher Markt nun deutlich korrigieren.

Ich gehe eher von einem starken Markt und einer verhaltenen Konsolidierung aus, die gar nicht so viel Boden preisgibt. Dass der DAX schon diese Woche den massiven Deckel bei 10.800 durchstossen kann, erscheint mir aber eher unwahrscheinlich, denn woher sollte der Katalysator kommen?

dax-28-11-16

Sollte das Referendum in Italien aber wider Erwarten erfolgreich sein, sind die Chancen für den Ausbruch im DAX gut, denn natürlich lastet das ein wenig auf dem Sentiment, auch wenn es so oder so wohl nicht die massiven Auswirkungen am Markt haben wird, die vielfach herbei prognostiziert wurden.

Dass die Unsicherheit nun wächst, erkennt man auch am Hin- und Her in EURUSD, das Währungspaar hat seine Gewinne von heute früh sofort wieder abgegeben und auch die Volatilität steigt wieder, wenn auch noch leicht.

Dass dabei der Euro besondere Schwäche zeigt, die wohl mit dem Referendum und grundsätzlichen Zweifeln an der Währung zusammen hängt, kann man schön sehen, wenn man dem Chart von EURUSD das von JPYUSD, also vom Yen zum Dollar gegenüber stellt:

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Wir sehen, wie die bis dahin zum Dollar ähnlich laufenden Euro und Yen, mit dem Brexit auseinander getrieben wurde. Von diesem Schlag, hat sich der Euro nie wieder erholt, weil nun grundsätzliche Sorgen um den Bestand der Währung höher gewichtet werden, seit sich die zweitgrösste Volkswirtschaft der EU verabschiedet hat.

Wir sehen aber auch, dass seit dem die Schere weiter aufgegangen ist, auch heute ist der Yen zum Dollar noch deutlich im Plus, der Euro hat sein aus der Schwäche des Dollars resultierendes Plus, schon wieder abgegeben.

Von allen drei Währungen, ist der Euro also die Schwächste und das hat Gründe, einer davon dürfte das mit dem Fragezeichen des Euros verbundene Referendum sein. Auch wenn der Markt noch recht gelassen keine kurzfristige Gefährdung der Währung einpreist - wäre das so, wäre die Volatilität viel höher - so trägt er doch den zweifelhaften Zukunftsaussichten des Euros seit dem Brexit vermehrt Rechnung, die Charts sprechen eine klare Sprache.

Alles in allem spricht viel dafür, dass meine Erwartung einer konsolidieren, brösenden Woche, in der mal wieder etwas Sorge in den Markt kriecht, auch Realität werden wird.

Schauen wir auf einzelne Situationen, kann ein Überblick über die grössten Gewinner der letzten Wochen nicht schaden. Denn dass diese vor allem aus dem SmallCap-Bereich kommen, habe ich ja anhand des Russell2000 Index schon thematisiert: -> Small Caps biggest winners <-

Ich weiss, dass der Reflex unerfahrener Anleger in so Situationen ja eher ist, solche Aktien die schon gut laufen sind, dann zu meiden. Statt dessen, legt sich man sich dann lieber Gurken wie die ach so solide RWE ins Depot und hofft auf die Wende, weil die ist ja "billig". 😉

Treue Mitglieder hier wissen aber, dass diese Denkstruktur unseres Affenhirns genau 180 Grad falsch ist, denn richtig ist, dass Momentum wieder Momentum gebiert und Stärke zu Stärke führt.

Aussichtsreich ist also eher, diese Liste der best gelaufenen Aktien mal durchzuarbeiten und sich eine Handvoll zurecht zu legen, die immer noch aussichtsreich aussehen. Und falls dann der von mir avisierte Dip kommen sollte, kann man diese einsammeln und auf eine Fortsetzung der Bewegung setzen.

Sagen Sie mir doch mal im Forum, welche dieser Aktien Sie weiter aussichtsreich finden. Klar, da ist viel Biotech dabei, aber eben nicht nur. Machen Sie sich doch mal die Mühe!

Um Sie dazu zu motivieren - oder frustrieren, je nachdem was Ihre Haltung dazu ist - will ich an vier Erfolge diesen Jahres bei kleineren einzelnen Werten erinnern, die den meisten Mitgliedern nicht bewusst sein werden, weil ich diese eher kleinen Aktien, nur selten erwähnt habe.

Es handelt sich um 4 mittlere und kleine Aktien aus dem Aerospace & Defense Umfeld, die durch die "World of Donald" nun besonders profitieren. Alle 4 habe ich im Sommer am 22.07. in -> politisches Wort zum Sonntag <- Ihrer Aufmerksamkeit empfohlen.

Erinnert, habe ich da im Juli zunächst an die schon bekannten und schon im Januar in -> to bounce or not to bounce <- thematisierten FLIR Systems (FLIR) und Harris Corp (HRS), die seit Jahresanfang bei mir im Depot liegen.

Was die "World of Donald" mit denen gemacht hat, ist eindrucksvoll:

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Aber am 22.07. diesen Sommer kamen dann noch Aerojet Rocketdyne (AJRD) und Heico Corp (HEI) dazu. Nun schauen Sie mal, was die gemacht haben:

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Ich weiss, das ist jetzt fies, zumal ja auch das "Glück" von Trumps Sieg hier eine Rolle gespielt hat.

Es ist aber nötig, denn es zeigt, dass erstens in diesem Jahr bei Aktien der zweiten Reihe eine Menge zu verdienen war und ist. Und es zeigt zweitens, dass man dafür nicht im Trüben fischen muss, sondern sich auf die Sektoren wie Aerospace & Defense konzentrieren kann, die so oder so einfach einen Lauf haben. Man muss es nur tun, die Chancen waren vor unserer Nase und immer wieder Thema hier.

Im Übrigen, ich widerspreche, dass der Anstieg dieser Aktien nur mit Trump zu tun hat und reines Glück war. Ich behaupte, es wäre auch bei einem Sieg Clintons passiert, nur nicht so schnell und brutal. Denn das sind einfach die Auswirkungen der absehbaren Geschäftsaussichten des Sektors, die ja hier oft genug Thema waren.

Es lohnt sich also, einen Blick auf starke Sektoren zu haben und dann dort Opportunitäten konsequent zu nutzen. Das ist das ganze Geheimnis, das eigentlich keines ist. Diese einfache Logik, sich auf Stärke zu konzentrieren und dort auf Opportunitäten zu lauern, habe ich aber schon seit Jahren immer wieder thematisiert.

Und ja, natürlich ist der Sektor nach *dieser* Rally nun korrekturreif, das sieht selbst meine Oma selig. Aber danach kann es durchaus weiter hoch gehen, die fundamentalen Treiber dahinter, werden uns noch lange, lange begleiten.

Übrigens, die Wasser-Utilities WTR und AWK, die hier auch mehrfach besprochen wurden - zuletzt vor 6 Tagen in -> der Sieg der Guten <- - haben nun eine wunderbare Retest-Sequenz hingelegt.

Sie sehen in beiden Charts den Test am Donnerstag, der schon am Freitag abgewiesen und heute nach oben aufgelöst wird. Sieht gut aus die Chartstruktur:

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wtr-28-11-16

Nun aber genug des erhobenen Zeigefingers und des Quälens mit Chancen, die man vielleicht verpasst hat. Ich tue das auch nur, damit es beim nächsten Mal besser läuft. Stärke gebiert Stärke und Chancen sind da, um ergriffen zu werden. Nur ein geübtes und verlässliches Risikomanagement, das braucht man zwingend, denn ein einzelner Trade kann immer gegen einen laufen.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf den -> aktuellen Blog-Eintrag von Brett Steenbarger mi Buchempfehlung <-.

Wer mich seit Jahren verfolgt weiss, dass gerade die Muster- und Zusammenhangserkennung über die Weltmärkte hinweg, eines meiner Markenzeichen und meiner Stärken ist. Ich bin nicht so fokussiert auf einen engen Markt, wie es viele Trader sind, die bewusst alles ausserhalb als "Noise" ausschliessen.

Damit sage ich nicht, dass meine Methode besser ist, kein bischen. Es ist einfach meine Art und vor einigen Jahren, habe ich ja in -> der Trader das unbekannte Wesen <- ausführlich dargestellt, warum und wieso ich diesen Stil entwickelt habe.

Wir lernen daraus, dass es nicht *den* Weg zum Erfolg gibt und selbst mit meiner Breite, die für viele andere Trader eher ein Problem wäre und zur Verzettelung führen würde, kann man erfolgreich sein, wenn die individuellen Fähigkeiten dazu passen. Klar ist, dass ich mit diesem Stil aber eher die Ausnahme bin, die Mehrzahl der Trader hat sich spezialisiert und versucht in der Tiefe zu bohren. Und das ist auch richtig so, wie alles richtig ist, was individuell funktioniert, denn nur das zählt.

Ich dagegen, versuche den leicht zu erreichenden "Rahm" der Märkte mit geringem Aufwand abzuschöpfen, in dem ich alles im Blick habe. Dieser Ansatz, erfordert aber ein hohes Mass an Verständnis und Erfahrung, wie die verschiedenen Kräfte der Märkte zusammen wirken.

Der Weg zum Erfolg am Markt ist also immer individuell. Ich habe das schon oft gesagt, muss es aber immer wieder und wieder wiederholen. Denn ich bin sicher, da sind noch genug unter Ihnen, die einfach "dem Hari nachmachen" wollen.

Ich sage Ihnen aber heute wieder: es wird so in der Regel nicht funktionieren. Sie brauchen *ihren* Weg, der zu Ihren Stärken passt.

Ich bin hier um Ihnen dabei zu helfen, ich bin aber nicht hier, um den permanenten Vorturner zu geben - das bringt am Ende sowieso nichts.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Ohne Disruptor



Guten Morgen!

Der DAX zeigt heute früh wieder leichte Stärke. Gestern hat er, wenn man so will, den Retest des Ausbruchs über 10.200 vollzogen und hätte damit gute Chancen, sind nun Richtung 10.500 in Bewegung zu setzen.

Ob das aber schon vor der FED und unter dem Druck des schwächelnden US Marktes passieren wird, ist sehr fraglich.

Vom S&P500, würde ich dagegen im Vorfeld der FED, wenig bis nichts erwarten.

Etwas Kopfzerbrechen, macht heute der sehr starke Yen, der durch Enttäuschung über möglichen Stimulus stark zu steigen beginnt und damit Korrekturgefahr impliziert.

Schauen wir auf das Chart, sehen wir aber, dass es wenig überraschend ist, dass der Yen hier wieder dreht:

JPYUSD 26.07.16

So haben wir hier wieder die klassische, unentscheidbare Henne und Ei Frage: Steigt der Yen wegen der Erklärung oder wird die Erklärung zum sowieso fälligen Anstieg nachgeliefert? Sie wissen, worauf ich eher tippe. 😉

Kommen wir sofort zur heiss laufenden Quartalssaison.

Gestern Abend:

Gilead Sciences (GILD) -> enttäuscht bei den Zahlen <- und wird nachbörslich um knapp 4% abverkauft.

Das Problem ist der Ausblick, in dem immer noch nicht genügend wirkliche Alternative zu den "alternden" Blockbustern Harvoni und Sovaldi zu sehen ist.

Für die Aktie, wie auch den ETF IBB, die beide gestern Abend gut aussahen, bedeutet das wohl heute einen Rückschlag, denn GILD ist ein Schwergewicht:

GILD 25.07.16

IBB 25.07.16

Express Scripts (ESRX), der Biotech und Pharma-Antagonist, der für Versicherungen die Preise mit den forschenden Unternehmen verhandelt und insofern Nachfragemacht ausübt, liefert -> ein durchwachsenes Zahlenbild <- und bleibt nachbörslich nahezu unverändert.

Das Chart ist auch etwas indifferent und lädt mich nicht unbedingt zum Einstieg ein:

ESRX 25.07.16

Im langfristigen Bild ist unklar, ob das weiter hoch geht, oder doch nicht eher eine Topformation wird:

ESRX 25.07.16 2

Im Chipsektor dagegen, überzeugt Texas Instruments (TXN) -> auf der ganzen Linie <-. Zahlen, Forecast und Chart, alles passt weiter:

TXN 25.07.16

Die Aktie gehört aber seit 2009 auch zu den grossen Gewinner und von hier werden die Bäume erst einmal nicht mehr in den Himmel wachsen.

TXN 25.07.16 2

Achja und die schon erwähnte Cryolife (CRY). Nach -> sehr guten Zahlen <- nachbörslich 8% im Plus!

Könnte heute das als Dreieck nach oben auflösen:

CRY 26.07.16

Heute früh:

MTU Aero Engines -> liefert starke Zahlen <-. Im Chart könnte das jetzt der Trigger für einen Ausbruch aus dieser grossen Konsolidierung sein:

MTU 26.07.16

Der Ölkonzern BP, -> verringert seine Verluste <- und hat ja nun auch Klarheit, was die Kosten der Deepwater Horizon Katastrophe angeht. Der Markt wusste das aber schon alles, weswegen die erste Reaktion nach einem Minus aussieht.

Nach dieser immensen Rally nach dem Brexit, wäre ein weiterer Rückgang bis 425 Pence auch alles andere als überraschend und völlig normal:

BP 26.07.16

Heute Mittag vor US Handelsstart, kommen dann noch die Bluechips DuPont (DD), Eli Lilly (LLY), United Technologies (UTX), 3M (MMM), Caterpillar (CAT) und McDonalds (MCD). Des weiteren AK Steel (AKS), CheckPointSoftware (CHKP), Freeport McMoran (FCX), Mobileye (MBLY) und Valero Energy (VLO).

Höhepunkt des heutigen Abends, werden natürlich die Zahlen von Apple (AAPL) sein.

Das Sentiment zur Aktie ist dabei ziemlich gruselig, das Manager Magazin hat mit -> Willkommen zu Apples Horror Show <- dafür den richtigen Titel gewählt. 😉

Wir wissen natürlich, dass wenn die Nachrichten so negativ sind, das Downside eigentlich begrenzt sein dürfte. Eher entsteht so ein kleiner Edge nach oben, den nun reicht die kleinste positive Überraschung, um den Kurs in Bewegung zu setzen.

Allerdings drängt sich auch mir der Eindruck auf, dass Apple ohne den "Diktator" und Disruptor Jobs, nun zu einem der normalen bürokratischen Konzern-Kolosse verkommen ist, die nichts mehr richtig auf die Reihe bekommen, weil sie mit sich selber beschäftigt sind.

Damit wäre Apple dann nicht schlechter als andere, denn die sind es auch, aber eben auch nichts Besonderes mehr und vor allem ohne Innovationskraft. Was man da im Stillen vom "Werkeln" am Apple-Car hört, sieht für mich auf jeden Fall nicht nach einem Projekt mit klarem Zug aus. Und was um die Apple-Watch passiert - oder genauer gesagt nicht passiert - ist auch keine aggressive Strategie um den Markt der Wearables zu besetzen, sondern eher ein "me too".

Das sehr negative Sentiment des Marktes, hat also seinen berechtigten Grund. Trotzdem ist eine Überraschung möglich und dann wird Apples Kurs einiges nachzuholen haben.

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Buy the Rumor



Guten Morgen!

Der DAX sieht so aus, als ob er sich heute vielleicht vom 10.200er Widerstand lösen könnte, was dann ein Kaufsignal für 300 Punkte bis knapp unter 10.500 generieren würde.

Ich erinnere an das Chart von Gestern:

DAX 20.07.16

Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die aktuelle Stärke, mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem "Buy the Rumor" Trade in die heutige EZB Sitzung hinein korreliert. Gleichzeitig fällt aber auch der Yen durch Spekulation auf ein grosses Konjunkturprogramm deutlich:

JPYUSD 21.07.16

In Summe sind es also mal wieder die Notenbanken, die dem Markt einen erneuten Stoss nach oben geben. Stellt sich die Frage, ob nach der EZB eine "Sell the News" Reaktion kommt?

Das ist nicht wirklich vorher zu sehen, weil es schlicht davon abhängt, welche Worte aus Draghis Mund kommen.

Wenn ich aber raten müsste, würde sagen Nein. Es gibt heute *keine* "Sell the News" Reaktion und der DAX setzt sich Richtung 10.500 nach oben in Bewegung.

Das denke ich, weil es erstens bisher keine grosse Rally in Europa gab, die abverkauft werden muss und zweitens, Draghi bestimmt alles vermeiden wird, was neben dem Brexit und der italienischen Bankenkrise neue Unsicherheit in Europa schafft. Aber erneut, das ist reines Raten, es kommt auf Draghis Lippen an.

Heute früh kam ABB mit -> sehr durchwachsenen Zahlen <-. Nach dem Kursanstieg der letzten Wochen, sollte man hier nicht mit viel Bewegung rechnen. Die Frage sind aber wie immer die Erwartungen und es kann sein, dass der Kurs trotzdem oder gerade deswegen steigt, denn die Stabilisierung auf der Kostenseite gibt Sicherheit.

Roche -> bekräftigt die Prognose <- und sollte heute im Plus eröffnen.

Daimler liefert -> starke Zahlen <-. Hier steht jetzt der Bruch des Abwärtstrends auf der Agenda, den ich vor einer Woche in -> Nun gilts! <- thematisiert hatte.

Hier sehe ich nun attraktive Chancen:

Daimler 21.07.16

Gestern Abend hatten wir schon:

Newmont Mining (NEM) lieferte -> gute Zahlen <-, die nachbörslich einen Teil der gestrigen Verluste von 5% wett gemacht haben. Ich gehe aber davon aus, dass die überfällige Korrektur im Edelmetall-Sektor noch einige Tage läuft und Gold auch noch unter 1.300 USD schaut.

Bei NEM wäre die 50-Tage-Linie bei ca. 36 USD ein sinnvolles Korrekturziel:

NEM 20.07.16 2

Intel (INTC) scheint auch -> auf dem richtigen Weg zu sein <-, die Erwartungen waren aber höher und die Aktie fällt nachbörslich um bis zu 3%.

Nach der vorherigen, massiven Rally der letzten Wochen, muss man dieses Minus aber nicht überbewerten, wir werden heute sehen, wie viel davon übrig bleibt.

INTC 20.07.16

Im grösseren Bild, hat Intel immer noch eine interessante Ausbruchstruktur:

INTC 20.07.16 2

Mean-Reversion-Depot-Mitglied Qualcomm (QCOM) macht dagegen das, weswegen die Aktie Teil dieses Depots wurde: -> QCOM dreht nach überzeugenden Zahlen mit Macht <-.

Nachbörslich 7% Plus sollten der Aktie einen Ausbruch aus dieser Struktur bescheren und sie bei knapp unter 60 USD eröffnen lassen:

QCOM 20.07.16 1

Im grösseren Bild, setzt sich der erhoffte/erwartete 2016er Rebound weiter fort:

QCOM 20.07.16 2

Auch eBay (EBAY) springt nach -> guten Zahlen <- um 6% nachbörslich nach oben.

Zu der Aktie, habe ich aber überhaupt keinen Zugang mehr und eigentlich nur die Frage, womit die nach Abgang von Paypal noch ihr Geld verdienen? Die klassische Handelsplattform, scheint mir die besten Zeiten hinter sich zu haben, aber das kann ein verfehlter Blick sein, weil ich nur die deutsche Sicht kenne.

Aber der Markt hat immer Recht und diese massive Rally mit nun noch einmal 6% zeigt klar, dass da etwas sein muss, was ich nicht weiss:

EBAY 20.07.16

Ich habe aber auch keine Lust zu forschen, was den Markt da so seit Ende Juni begeistert. eBay gehört nicht zu meinem Universum.

Kinder Morgan (KMI), bleibt -> im Rahmen der Erwartungen <-.

Das nachbörsliche Minus von gut 3 Prozent, dürfte wie bei Intel eher der vorherigen Rally geschuldet sein und kann man daher wohl noch als natürliches Retracement betrachten, wenn da heute nicht mehr nachkommt.

KMI 20.07.16

American Express (AXP) hat auch -> gute Zahlen indiziert <- und steigt nachbörslich leicht.

So recht viel anfangen, kann ich mit dem langfristigen Chart nicht, das könnte auch eine Art Flagge sein, bevor es weiter runter geht. Ich halte das auf jeden Fall nicht für überzeugend und bin auch bei den fundamentalen Geschäftsaussichten nicht so überzeugt, dass ich der Aktie näher treten will:

AXP 20.07.16

Summa Summarum haben die Quartalsberichte aber auch gestern und heute erneut gezeigt, dass wir es mit einer eher starken Quartalssaison zu tun haben. Und gegen diesen positiven Newsflow, sind die Bären erst einmal chancenlos, egal wie überkauft der Markt auch ist. Aber deren Chance wird kommen, da bin ich sicher!

Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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Nun gilts!



Guten Morgen!

Das Allzeithoch im S&P500 liegt hinter uns und nun gilt es für den Markt zu beweisen, dass er das auch halten und darauf aufbauen kann.

Gerade für Europa kommt von der politischen Seite Unterstützung. Die schnelle Entscheidung für -> Theresa May als neue Premierministerin <- ist sehr positiv zu sehen, weil sie erstens ein Stück Unsicherheit wegnimmmt und hoffen lässt, dass der Austrittsprozess nun doch schneller konkrete Formen annimmt. Und weil sie zweitens als Person sehr "straight" im positiven Sinne und auch sehr verbindlich zu sein scheint.

Und genau das ist das Profil, dass das Land und auch Europa nun braucht. Keine wetterwendischen Lautsprecher, die ihr Fähnchen nach dem Wind drehen, sondern jemand, der jetzt führt und eine klare Linie fährt, an der sich die Wirtschaft dann auch ausrichten kann und ihre Anpassungs-Entscheidungen in Gang setzen kann.

Sie erinnern sich, dass ich das politische Vakuum und die Frage, ob der Brexit überhaupt kommt, gerade für Europa für ein zentrales Problem gehalten habe. Mit Theresa May scheint dieses Problem nun kleiner zu werden. Sie will den Artikel 50 zwar auch erst zum Jahresende ziehen, aber erstens hat sie sich klar festgelegt, dass sie es tut und zweitens kann der Abstimmprozess damit jetzt beginnen und nicht erst im September. Und das sind gute Nachrichten, für Grossbritannien, wie für den Kontinent, der unter einer Hängepartie auch massiv gelitten hätte.

Insofern fehlt für die europäischen Aktien jetzt noch eine Lösung für das italienische Bankenproblem, dann kann man auch in Eurostoxx und DAX mal von einer ernst zu nehmenden Erholungsbewegung ausgehen.

Das Chart des DAX ist sehr zerfezzt, aber das grosse Brexit-Gap dominiert noch überdeutlich:

DAX 12.07.16

Das Schliessen des Gaps bei 10.200 ist dem DAX aber durchaus zuzutrauen, zumal er nun ein - wenn auch kleines - Island Reversal gebildet hat. Sehr viel hängt davon ab, ob die Wallstreet heute Nachmittag auf den "Turnaround Tuesday" Modus wechselt und die Allzeithochs erst einmal wieder verkauft.

Ich kann das derzeit nicht zuverlässig antizipieren, von Seiten der gestrigen Moneyflows gab es aber keine Anzeichen für ein sofortiges Reversal und eine Fortsetzung nach oben wäre heute auch meine ganz leichte Präferenz, so wie sich der Markt am frühen Morgen anfühlt.

Aber auch von anderer Seite kam heute Nacht "Rettung" und das Ganze hat etwas Absurdes. Man kann daran sehen, wie fixiert der Markt auf die Notenbanken ist. Lesen Sie aus einem Marktreport:

Gedrückt wurde der Yen auch von Spekulationen über eine Abwertung durch die Bank of Japan, nachdem Berichte die Runde gemacht hatten, der frühere Fed-Präsident Ben Bernanke habe der japanischen Notenbank seine Aufwartung gemacht. Der Dollar verbuchte damit den höchsten Tagesaufschlag seit Januar.

"Helikopter Ben", der grosse Superheld mit den "Wunder-Händen", die Geld aus dem Nichts kreieren können, macht der Bank of Japan seine Aufwartung und Milliarden setzen sich weltweit in Bewegung. Ist das nicht lustig und absurd gleichzeitig? Wie besser könnte man zeigen, wie absurd der Markt an jeder Zuckung von Notenbanken hängt?

Mit Alcoa hat gestern auch die Quartalssaison begonnen und das Unternehmen hat für -> einen guten Aufschlag <- gesorgt.

Die Rolle als zuverlässiger Indikator für die Konjunktur, hat das Unternehmen aber verloren, zu spezialisiert ist nun das Kundenprofil, vor allem im Bereich Luftfahrt.

Trotzdem werden die guten Zahlen heute Auswirkungen auf alles haben, was im weitesten Sinne mit Metallen zu tun hat, selbst eine ThyssenKrupp sollte profitieren, obwohl zwischen den Problemen von ThyssenKrupp und der Lage bei Alcoa nur geringe Schnittmengen sind.

Das hat auch wieder mit der zunehmenden Dominanz von ETFs zu tun und dem Mechanimus, dass Anleger die hören, dass Alcoa gute Zahlen liefert, statt der Aktie einen ETF kaufen, der diese enthält. Und damit steigen dann auch alle anderen Werte, die im ETF sind.

Diese Korrelationen sind immer deutlicher sichtbar und erhöhen aber auch die Risiken, falls wir mal in einem echten Bärenmarkt sind. Denn dann geht es in die Gegenrichtung und die Schwäche der einzelnen Aktie zieht dann gleich alles herunter, statt wie heute alles ein wenig zu treiben.

Starke (vorläufige) Zahlen gab es auch von Daimler. Nun darf man sich mit Fug und Recht die Frage stellen, ob man in der derzeitigen Umbruchlage langfristig in die Autowerte investieren sollte, die vor grossen Investitionen und Risiken stehen. Aber aus der Sicht einen "Swing-Trade" für ein paar Wochen, muss das nicht interessieren.

Und da steckt Daimler immer noch in einem klaren Abwärtstrend, der hier durch zwei Trendlinien markiert wird:

Daimler 12.07.16

Wenn der nun aber durch bessere Erwartungen gebrochen werden sollte, entstehen hier auf der Handelsseite interessante Chancen. Da kann man nun also mal hinschauen.

So weit für heute früh vor Handelsstart in Frankfurt. Das Risiko eines Turnaround Tuesdays ist da, im Moment kann ich davon aber nichts riechen und insofern darf sich unser Blick zunächst nach oben richten.

Ob der S&P500 nach dem Hoch nun weiter steigen kann, ist wichtiges Signal für die Nachhaltigkeit dieser neuen Allzeithochs. Je weiter er sich nun wegbewegt, desto wahrscheinlicher wird, dass das nahezu unvermeidliche Retracement nur einen Retest des Ausbruches darstellt.

Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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Währungsdiversifizierung


Ich mache heute bei der Beantwortung der -> Themen, die Sie interessieren <- weiter und nehme mir eine Frage vor, die da lautet:

Mich würde interessieren, wie man sinnvollerweise sein Geld auf verschiedene Währungen verteilt, ob man viel rebalancing betreiben soll und wie man dann eine neutrale gesamt Vermögenswertberechnung anstellt von Jahr zu Jahr.

Auch hier muss ich erneut darauf hinweisen - auch wenn es vielleicht nervt - dass das Wort "man" erneut nach einer Allgemeinheit fragt, die es so nicht gibt. Denn auch bei Währungsdifferenzierung, gibt es ja unterschiedlichste Motivationen das zu tun und auch unterschiedlichste Komplexität, um es anzugehen.

Sie müssen sich immer klar machen, dass Ihre Anlagebedürfnisse weder die des Nachbarn, noch des anderen Mr-Market Mitglieds sind. Auf die Frage was "man" sollte, kann es also keine allgemeine Antwort geben, weil das Wort "man" undefiniert ist.

Eine präzise Frage an mich, definiert den Herrn "Mr. Man" also immer, dann kann ich konkretere und hilfreichere Antworten geben. Dieses Grundproblem, finde ich nicht nur hier bei dieser Frage, sondern auch bei anderen, die in der Rubrik "Themen die Sie interessieren" gestellt wurden.

Um die Antwort nun klar und konkret geben zu können, muss "man" (hier stimmt es wieder 😉 ) also ein paar konkrete Annahmen machen.

(a) Wir nehmen an, der Grund für die Differenzierung wäre das Sicherheitsbedürfnis eines mittleren Depots, das nicht alle "Eier in einem Währungskorb" haben will. Denn wenn sich eine Währung mal via Währungsreform zerlegt, will man nicht zu 100% dabei sein. Und wenn eine Währung mal massiv abwertet, will man auch nicht nur auf der Verliererseite sein.

(b) Dieser Anleger will mit den Währungen also nicht aktiv handeln. Er will einfach sicher sein, dass immer ein bestimmter Teil seines Depots immer in bestimmten Währungen liegt.

(c) Weiter nehmen wir an, das wäre ein Anleger, der im Euro-Raum wohnt und lebt und daher - was unsere Mitglieder angeht - aus Österreich oder Deutschland kommt.

(d) Und letzlich ist es ein Anleger, der keine Millionen, sondern ein paar hunderttausend Euro sinnvoll an den Märkten anlegen will und Währungsdiversifizierung betreiben will. Also ein wenig komplexer Fall, wo man nicht über exotische Währungen und über Asien nachdenkt.

Unter diesen Annahmen, könnte man das beispielhaft wie folgt angehen. Das ist ein konkretes Beispiel, ohne Anspruch dass das zwingend so sein "muss". Es soll nur die Herangehensweise konkret statt abstrakt verdeutlichen.

  • Da dieser Anleger über Haus/Wohnung, Job und privates Umfeld sowieso im Euroraum ein "Klumpen- und Lebensrisiko" hat, darf bei der Aufteilung der Währungen der Finanzanlagen, der Euro eher keine Dominanz haben.
  • Man braucht in dem Beispiel auch keine 10 Währungen, 3 oder 4 reichen und sind überschaubar. Ich rate dann auch von Versuchen im Renminbi und Yen ab, das ist für den Typus Anleger zu fremd und wenig überschaubar, dazu würde ich erst bei Millionenvermögen raten.
  • Eine sinnvolle Aufteilung könnte sein: US Dollar 50%, Euro 30%, Britisches Pfund 10% und eine Rohstoffwährung der westlichen Welt wie Australischer Dollar oder Norwegische Krone als nochmal 10%.
  • Die Dominanz des US Dollars, ist eben der Kontrapunkt zum Klumpenrisiko Euro im sonstigen Leben. Den Schweizer Franken habe ich bewusst nicht dabei, weil er mir persönlich zu stark vom Euro dominiert wird. Als alternativer Rechtsraum, ist die Schweiz für mich interessant, als Währungsraum weniger, das war früher mal anders. Aber jeder kann das alles völlig anders sehen, die 4 Währungen sind ein Beispiel, nicht mehr.
  • Wenn Ihre Geldanlagen Cash, Anleihen oder sonstige Schuldverschreibungen sind, "diversifiziert" man in diese Währungen typischerweise über ein Konto in Landeswährung, also dann in USD, GBP beispielsweise. In diesem Konto, liegen dann zum Beispiel Anleihen in dieser Währung oder eben sonstige Zinspapiere.
  • Bei Aktien ist ein Konto in Fremdwährung aus Währungs-Diversifizierungs-Gründen *nicht* nötig. Es kann aus Handels-Gründen Sinn machen, weil man die unnötigen Kosten der Konversion in Heimatwährung sparen will und es kann aus Rechtsraum-Gründen Sinn machen, weil man damit mit dem Geld eben in einem anderen Rechtssystem ist. Aber aus Währungs-Gründen, ist es nicht nötig, Aktien können aus der Sicht auch alle bei der Hausbank liegen.
  • Grund dafür ist, dass die Währung in der Ihr Depot angezeigt wird, auf das Geschäft und den Kurs der Aktie ja keinen Einfluss hat. Oder in anderen Worten, wenn Sie ein Konto in mongolischen Kukrit haben, ist Apple immer noch Apple und hängt von Umsätzen und Kosten in US Dollar, Euro, Renminbi und vielen anderen Währungen ab. Aber eben nicht vom Kukrit, auch wenn Ihr Depot darin am Ende des Jahres abgerechnet wird.
  • Eine Apple, ist also keine reine "Dollar-Aktie" und auch keine reine "Euro-Aktie". Sie notiert zwar in Ihrem Depot vielleicht in Euro und muss die Bilanzen in USD nach amerikanischem US-GAP erstellen. Aber da die Aktie ihre Umsätze in allen Währungen der Welt macht, ist es aus Währungssicht eine total diversifizierte Weltaktie ohne grosse Währungsabhängigkeiten.
  • Eine fast reine USD Aktie, wäre aber zum Beispiel eine Rohstoffaktie wie Hecla Mining, die vor allem im USD-Raum produziert und in USD ihre Produkte (Silber, Gold) verkauft.

Wichtig ist also zu verstehen:

Welche "Währung" man sich mit einer Aktie ins Depot holt, definiert nicht die Währung des eigenen Depots, nicht das Land des Brokers und auch nicht die Währung, in der das Unternehmen seine Bilanzen erstellt. Das Risiko bzw die Chance wird primär durch die Währung definiert, in der die Firma die Mehrheit ihre Geschäfte macht. In *diese* Währung, diversifiziert man mit dem Kauf der konkreten Aktie.

Ein 50% USD-Aktien-Depot ist also eines, in dem pi-mal-Daumen die Hälfte der Umsätze und Gewinne der beteiligten Unternehmen im USD-Raum gemacht werden bzw davon abhängen! Und wenn dann der Euro abkippt, werden diese Umsätze und Gewinne in Euro dargestellt mehr wert sein und damit die Aktie und das ist ja genau der Sinn der Diversifizierung!

Welchen "Rechtsraum" man sich ins Depot holt, definiert aber die Bank bzw der Broker und die Frage, welche Regulierungsbehörde hier zuständig ist.

Und um zum Abschluss noch die Frage zu beantworten, wie man dann eine neutrale Gesamtwertberechnung macht? Das ist unter den eher einfachen Annahmen oben, auch eher einfach. Es gibt zwei Ansätze:

Im einen Ansatz, will man den "Wert" in seiner Heimatwährung (hier Euro) anzeigen. Im anderen Ansatz, will man so tun, als wäre man ein "Weltbürger". In letzterem Fall, rechnet man gar nicht um, sondern Performance ist dort Performance. 20% Plus im Dollar und 0% Plus im Euro, sind dann halt 10% im Saldo, eine Umrechnung existiert nicht, weil man gedanklich sein Geld "auf ewig" in den Währungen hält und ja nie tauschen will.

Wer viel Spass am Rechnen hat, kann ja in die einzige echte Weltwährung umrechnen, die -> Sonderziehungsrechte des IMF <-. Oder man kann sein Vermögen in die älteste unabhängige "Währung" der Welt umrechnen, die seit tausenden von Jahren Bestand hat: in Gold. 😀

Will man aber alles in die Heimatwährung umrechnen, um den Vermögenswert zum Beispiel in Euro zu kennen, ist es auch ganz einfach. Bei den Aktien im Depot, macht das die Euro-Bank automatisch. Egal ob es eine USD-Aktie wie Hecla ist, der "Wert" wird in Euro ausgewiesen. Und für Konten in anderer Währung, berechnet man die Performance in Landeswährung und rechnet den Saldo dann über den Jahresabschlusskurs der Bundesbank in Euro um. Einfach, praktisch, fertig.

Achja und Rebalancing gibt es bei obigen Annahmen auch nur einmal zum Jahreswechsel, damit man pi-mal-Daumen wieder auf dem alten Prozentniveau von hier im Beispiel 50-30-10-10 ist. Das reicht bei den Anforderungen des Beispiel-Anlegers völlig aus.

Also - unter den Annahmen des Beispiels - ist Währungsdiversifizierung eigentlich ganz einfach und kein grosser Aufwand. Und einige machen es heute schon mit US Aktien, ohne es zu ahnen, weil sie sich davon verwirren lassen, dass ihre Depotwerte in Euro gezeigt werden. Das ist aber nur eine optische Darstellung, die Aktien könnten auch in Kukrit dargestellt werden und es wären immer noch die selben Apples und Birnen. 😉

Erneut, wie oben schon erwähnt, ist die Diversifizierung der Währungen ja nur *ein* Aspekt. Auch die Diversifizierung des Rechtsraums, macht spätestens bei grösseren Vermögen (ab Millionen) Sinn, sprich es sollten nicht alle Anlagen bei Instituten nach zum Beispiel deutschem Recht liegen, sondern eben auch zum Beispiel Britisches Recht oder Schweizer Recht oder vielleicht sogar noch andere Länder zum Zuge kommen.

Aber darum geht es ja in dem Artikel hier nicht, es hat aber Schnittmengen dazu. Denn wenn man sein Konto in GBP gleich bei einer britischen Bank führt, dann hat man beides gleichzeitig, die Währung *und* den Rechtsraum diversifiziert, man ist dann eben nicht mehr nur vom Geschehen in einem Land abhängig. Oder etwas flapsig, wenn hier der Staat mal seine Währungsreform macht, fehlt nur noch der britische Pass, um auf die Insel zu flüchten und da ein unbetroffenes Depot nach britischen Recht vorzufinden, das in Pfund abgerechnet wird. Es gibt dann sicher schlechtere Entscheidungen, zum Beispiel alle Eier im Korb von "Mutti" zu haben. 😉

So weit ein Beispiel, um Ihnen ein Gefühl zu vermitteln, worum es geht. Einen "Mr. Man" gibt es hier aber nicht, wie eigentlich nie bei der Geldanlage. Es gibt immer wieder nur Ihre persönlichen Anlagebedürfnisse, die nicht die Ihres Nachbarn sind. Jemand der Währungen aktiv handelt, hat andere Bedürfnisse als jemand, der nur die Eier in verschiedene Körbe verteilen will. Und ein 10 Millionen € Depot, hat andere Bedürfnisse, als ein 100.000 € Depot.

Die Antwort ist also wie immer: "It depends". Und genau dafür übrigens, ist das -> Mentoring <- da.

Vielleicht hat es ja aber trotzdem ein wenig geholfen.

Ihr Hari

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Kein Arsch in der Hose



Ja ich weiss, diese Überschrift ist etwas *derb*, aber es sind die Gedanken die mir durch den Kopf gehen, wenn ich das Einknicken des Bundesverfassungsgerichts sehe.

Ich hatte das ja erwartet, warum steht in einem alten Artikel von 2012, den Sie wirklich noch einmal lesen sollten, weil er so aktuell ist:
-> Ja aber, oder wie man sich selber abschafft <-

Und was auch aus meiner Sicht von dem Urteil zu halten ist, lesen Sie -> hier <-.

Warum eigentlich, fühlt sich das dem Grundgesetz verpflichtete Verfassungsgericht, zwingend an die Rechtsprechung eines europäischen Gerichts gebunden? Es darf sie ja berücksichtigen, aber daran gebunden? Ist es die Aufgabe des Verfassungsgerichts, staatspolitische Erwägungen zu treffen und die Europa-Politik der Regierung als verlängerte Regierungsinstitution abzusichern, oder ist es nicht einfach nur seine Aufgabe, die eigene Verfassung zu interpretieren?

Haben die Bürger Deutschlands, von denen laut Verfassung alle Gewalt ausgehen soll, jemals dieser Übertragung von Kompetenzen und Nivellierung der eigenen Verfassung auf europäische Ebene zugestimmt? Gibt es eigentlich irgendwo ein Verfassungsgericht, vor das ich die Mitglieder dieses "Verfassungsgerichts" wegen Pflichtverletzung stellen kann?

Mehr will ich dazu lieber nicht sagen. Ich hatte es ja erwartet und bin Null überrascht. Ich zitiere wieder, was ich 2012 zum ESM-Urteil sagte:

Ich wünsche uns allen viel Glück in diesem neuen Staat der sich nun entwickelt, wie immer er ausgestaltet sein wird. Bundesbank und Bundesverfassungsgericht - und damit die Bundesrepublik Deutschland - haben aber mit dem heutigen Tag den Rubicon überschritten. Was danach kommt, wird Teil der Geschichtsbücher sein.

Kommen wir zum Markt.

Der hat die Rabulistik des BVG natürlich gemocht und sich um die Spitzfindkeiten des "Einhegens" auch nicht geschert und die Sache auf den Kern reduziert. Was den DAX angeht heisst das Freude, denn damit wurde ein weiteres Stück Unsicherheit aufgelöst. Der DAX steht über 10.000 und aus London kommt mal nichts Neues. Das "Remain" Upside ist damit vielleicht noch ein paar wenige hundert Punkte im DAX hoch, danach geht der Markt aber schon wieder in die Normalität über. Kommt nun doch ein "Brexit", sind dagegen eher schnelle 600-1.000 Punkte nach unten drin, was einem "Crash-Tag" im DAX entspricht.

Gold hat die gestern gezeigte Linie nun doch nach unten gebrochen und damit Raum für eine Abwärtsbewegung bis 1.250 USD geschaffen:

Gold 21.06.16

Trotzdem rate ich davon ab diese Struktur zu handeln und wenn sie noch so überzeugend aussieht. Denn letztlich hängt auch Gold nun von den Umfragen und dem Referendum ab und wenn das Edelmetall deswegen ausschlägt, wird es sich um diese Struktur nicht scheren, zu gross ist dann die Gewalt.

Achja, wo wir schon bei sich selbst ermächtigenden Institutionen sind. Mich hat die letzten Tage irritiert, dass der Yen die "Risk Off" Rally seit Donnerstag Abend nicht mitgemacht hat und sich damit von den Weltmärkten entkoppelt hat. Denn eigentlich hätte der Yen fallen müssen und nicht bis zum wichtigen Widerstand steigen:

JPYUSD 21.06.16

Ich meine technisch ist die Struktur ja ein Traum, hätte man da nicht schön Geld verdienen können, zumal wir diese Struktur immer wieder vor Augen hatten?

Aber mir geht es hier um die Frage, ob die Bank of Japan vielleicht die erste Notenbank ist, die die Kontrolle über ihre Währung verloren hat? Auf jeden Fall kann das dem BoJ Chef Kuroda nicht gefallen, der gestern als erster Notenbanker das Scheitern der Politik die Inflation zu erhöhen eingestanden hat. Und der IWF ist auch -> alles andere als positiv <-:

Under current policies, the high nominal growth goal, the inflation target, and the primary budget surplus objective all remain out of reach within the timeframe set by the authorities.

Ouch. Ist das der erste dicke Ziegelstein, der aus der Mauer der Notenbanken heraus bricht? Japan war ja immer der heisseste Kandidat für eine veritable Währungskrise und was bleibt Kuroda nun? Der erste echte Einsatz von "Helikopter Money"? Ich bin sicher, bevor Armageddon kommt, wird auch das noch probiert werden. Und erst wenn das auch scheitert, heisst es anschnallen und Rübensamen kaufen. 😉

Der Biotech Sektor hat bald mal wieder sein "Do or Die". Wir wissen ja schon lange, dass er durchaus bis zu Präsidentenwahl noch eine "Stufe" nach unten kippen kann, bevor das dann wohl der Boden sein dürfte.

IBB 21.06.16

Es lohnt sich aber nicht, da jetzt darüber zu spekulieren, weil wir wissen es nicht. Und dass der Sektor nun ein paar Tage schwach war sagt gar nichts, weil er kann dieses Mal genau so wieder unten drehen, wie mehrfach vorher. Oder eben nicht und das muss man schlicht abwarten.

Das am Freitag in -> Luft schnappen <- gezeigte Handelssetup bei Micron läuft übrigens. Wir sind 5% höher und kommen zum letzten Test vor dem endgültigen Ausbruch:

MU 21.06.16

Ansonsten werde ich bis Donnerstag immer das Gleiche sagen müssen. Einzelne, markttechnisch getriebene Trades, stehen unter dem Brexit-Vorbehalt und es bestehen Zweifel an der Sinnhaftigkeit. Denn wenn der grosse Scheibenwischer der Volatilität wieder kommen sollte, verschmiert er jede Struktur.

Apropos Volatilität. Nach dem der VIX seit Donnerstag gut die Hälfte des Anstiegs wieder abgegeben hat, werden wir am Freitag wissen, ob das nur das Luft holen vor dem Sprung oder tatsächlich schon ein Doppeltop war:

VIX 21.06.16

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Last man standing



Guten Morgen!

In Tokio ging es heute Nacht den vierten Tag hintereinander deutlich nach unten. Was der DAX macht, haben wir erlebt. Nur ein Markt steht (bisher) fest wie eine Burg und das ist der US Markt, angeführt vom S&P500.

Aber auch der hat gestern - nach einem schon schwachen Freitag - begonnen wackelig zu werden. Zwischen Allzeithochs und Trendlinie, muss sich der Index nun entscheiden:

S&P500 14.06.16

Entscheiden an einem (Turnaround-)Tuesday und kurz vor FED und BoJ sowie grosser Options Expiration am Freitag. Es wäre vermessen, sich hier festzulegen.

Klar ist aber auch, dass die aktuelle Schwäche eine taktische Chance generiert, es fehlt dafür nun nur noch der "Zündfunken".

Der US Volatilitäts-Index "VIX" ist auf jeden Fall schon stark angesprungen und wenn der uns den "Gefallen" tun würde, im Laufe der nächsten Tage auf 30 und damit auf die Niveaus der letzten grossen Korrekturen zu springen, dann erwachsen auch daraus konträre Chancen im Sinne des "Free Lunch" aber auch eines Long-Trades an diversen Märkten.

VIX 14.06.16

Risikofrei ist so etwas natürlich auch nicht, denn wenn das hier der Beginn des "Armageddon" und einer 2008er Replik ist, steigt der VIX noch viel, viel höher. Nur wer glaubt, dass der "Brexit" das Potential hat den Kartentisch umzuwerfen? "Impossible is nothing", aber ich eher nicht.

Übrigens laufen zu der Frage, "warum" der Markt nun korrigiert, ja gerade Erklärungsversuche herum, die teilweise nachgerade peinlich und grober "Dummfug" sind. Ich verlinke hier bewusst nichts, weil ich nicht über Kollegen herziehen will, aber glauben Sie bitte nicht all den Quatsch der Ihnen da verkauft wird, um sich wichtig zu machen.

Es ist doch ganz einfach, man muss nur mal die Augen aufmachen und schauen was in der weiten Börsen-Welt passiert und nicht nur im engen kleinen Ruderboot des deutschen Marktes. Wir haben den steigenden Yen, den fallenden Nikkei, die steigenden Volatilität und düstere Prognosen ala Soros-Diskussion. Wir haben diverse Notenbanken mit Entscheidungen vor uns, eine grosse Options-Expiration und mit dem "Brexit" eine für "The City", Europa und die Eurozone schon sehr wichtige Entscheidung, die einen Vorgeschmack auf die noch viel wichtigere Entscheidung der US Präsidentschaftswahl gibt.

All das quirlen wir fröhlich durcheinander und es verursacht eine "Pampe der Unsicherheit", die auf die Kurse drückt. Und es drückt besonders in Europa, weil warum soll sich ein institutionaler US Anleger besonders in Europa vor einer derartigen Entscheidung exponieren, die im schlimmsten Fall die Zukunft der EU in Frage stellen könnte? Wer einen "Grund" sucht, warum DAX und Co. im Vergleich zu den US Indizes in den letzten Wochen so schwach waren, findet hier eine zweifelsfreie "Antwort", alleine wie gross der Anteil dieser "Antwort" an der Wirklichkeit ist, darüber kann man sich noch (sinnlos) streiten.

Verwunderlich und Zeichen der Stärke des Marktes war eher, dass es so lange gebraucht hat, bis der Markt auch mal Sorge und Nervosität entwickelt. Nun ist es passiert, auch weil die Umfragen plötzlich einen Brexit zur realen Gefahr machen, den die meisten Profis, wie ich bisher für wenig wahrscheinlich gehalten haben. Die "Gründe" für Nervosität sind also offensichtlich und vielfältig und brauchen keine wichtigtuerischen Erklärungsversuche - wie gesagt, das Ganze ist eine "Pampe der Unsicherheit" und wer den Markt kennt weiss, dass in solchen Stimmungen auch immer Chancen begründet sind, denn Stimmungen sind temporär.

Ich denke, wir können davon ausgehen, dass die FED morgen alles vermeiden wird, was weitere Unsicherheit schafft. Wir werden nette Worte hören, eine Indikation auf eine Erhöhung im Juli oder September und ansonsten die Betonung jederzeit "bereit" zu sein. Insofern wird das objektiv ein "Non-Event", in der aufgeladenen Stimmung können aber schon kleine Worte grosse Wirkung entfalten.

Bis nächsten Donnerstag, wird die Nervosität aber kaum abflauen. Grund dafür ist auch, dass das ein "digitaler" Event ist, für den man sich daher im Vorfeld schlecht positionieren kann.

Bei einem "analogen Event", wie zum Beispiel bestimmten Wirtschaftsdaten, kann man sich einen mittleren Wert suchen - sozusagen den Hochpunkt der Wahrscheinlichkeitsverteilung - und sich genau da ausgewogen positionieren.

Hier ist es aber so, dass 49,9% das Eine und 50,1% das Andere bedeuten. Und dieser "Flip" ist nicht zu antizipieren, hat aber massive Konsequenzen. Genau das macht eine Positionierung für die Institutionellen so schwierig und das macht es wahrscheinlich, dass diese auf die sichere Seite gehen und ihr Exposure in Europe deutlich zurück gefahren haben, womit wir wieder bei der relativen Schwäche von DAX und Co. sind, aus der dann eine grosse Chance werden wird, wenn diese Unsicherheit schwindet.

Und wie oft zuletzt, denkt und schreibt Josh Brown mal wieder das Gleiche wie ich. Und ob Sie es glauben oder nicht, den Artikel habe ich gerade erst gesehen, *nachdem* ich meine Worte oben geschrieben hatte und dann meine Standard-Quellen durchgescannte, um unter anderem zu schauen, was "der Josh so schreibt". Wieder zwei Seelen ein Gedanke. 😉

Lesen Sie: -> Brexit remain vote as market catalyst <-

An einer Stelle, sieht er die Welt aber anders als ich bisher und das ist eine wichtige Stelle. Nämlich der Frage, was der Markt eingepreist hat und damit der Frage, ob das Upside bei "remain" grösser ist, als das Downside bei "leave".

Er sagt, der Markt (genauer gesagt die Profis) rechnet immer noch eher mit einem "Remain" und taxiert das "Leave" nur auf 25-40%. Das stimmt, das sehe ich genau auch so. Die Profis rechnen in Mehrheit weiter mit "Remain", ich auch.

Er leitet daraus dann ab, dass das Upside geringer sei, als das Downside.

Das teile ich nicht so, weil ich denke, dass vor so einem binären Risiko das Verhalten der institutionellen Anleger eher auf der sicheren Seite, also beim Ausstieg ist.

Heisst konkret, das Geld ist nicht da, wo der Mund ist. Es rechnen zwar nur 25-40% mit dem Brexit, es haben aber trotzdem zur Sicherheit weit über 50% ihr Kapital in Sicherheit gebracht. Das ist das, was man bei den Fund Outflows sieht und deswegen halte ich persönlich das Upside bei "Remain" für grösser als das Downside bei "Leave".

Aber wir werden sehen, auf jeden Fall eine spannende und wichtige Frage. Denn wir können das Ergebnis des Referendums nicht vorher sehen. Wir können aber die eingepreisten Erwartungen des Marktes im Vorfeld identifizieren, denn daraus lässt sich ein potentieller Edge in die Entscheidung hinein ableiten.

So weit zu dieser Diskussion. Der Handelstag wird wieder schwach eröffnen, eine gewisse Reversal-Chance ist heute aber da. Nachhaltiges wird heute aber kaum passieren.

Halten wir also weitgehend die Füsse still, die Zeit für aggressive Wetten ist heute eher nicht.

Ihr Hari

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Murphys Beobachtungen



In Anbetracht des bei mir chaotischen Tages, heute einfach ein paar kurze Marktbeobachtungen, ohne viele Worte.

S&P500 und DAX, wollen weder fallen, noch steigen. Mehr gibt es dazu im Moment nicht zu sagen. In Anbetracht der Vorwoche und des Fall-Potentials, ist das aber eher eine latent positive Nachricht. Ich gehe davon aus, dass der Markt auf die morgigen US Arbeitsmarktdaten wartet, die das Potential haben Dollar und Märkte kräftiger in Bewegung zu setzen.

Der Yen steigt wieder. Und zwar genau von dort, wo er wieder steigen musste, um den Aufwärtstrend zu erhalten:

JPYUSD 02.06.16

Dass das für die Märkte nicht unbedingt die beste aller Nachrichten ist, sollten bei dem hier ersichtlichen Aufwärtspotential deutlich werden:

JPYUSD 02.06.16 2

Chile Chemical & Mining Co (SQM)

Lithium-Wert SQM, scheint beständig anhand des 20er und 50er Moving Averages hoch schieben zu wollen:

SQM 02.06.16

Agenus

Aus dem Biotech-Universum, drückt es die hier schon besprochene Agenus (AGEN) nach oben. Warum das nun ein spannendes Chart ist, ist leicht zu erkennen:

AGEN 02.06.16

Leoni

Leoni könnte - ganz dicker Konjunktiv - hier an einer Bodenbildung arbeiten. Es ist wohl zu früh, sich da schon festzulegen und Geld in Bewegung zu setzen, aber auf die Beobachtungsliste kommt die Aktie jetzt schon.

Leoni 02.06.16

So weit so kurz, an diesem verrückten und ärgerlichen Tag. Jetzt klingeln gleich die Handwerker, um nach dem Eintritt der Feuchtigkeit zu forschen. Ich vermute aber, ich weiss es schon. Nur eine Fliese, aber trotzdem ärgerlich.

Ihr Hari

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Jetzt auch der noch!



Jetzt fängt der S&P500 auch noch mit der Indifferenz an! Auf den Nenner, kann ich für mich den gestrigen Tag bringen. Schauen Sie mal auf die Kerze, die den Vortag fast völlig negiert hat:

S&P500 12.05.16

James DePorre bringt es mit dem -> "Railroad-Track" Pattern <- mal wieder auf den Punkt und zeigt auf, dass es sich um ein eher ungewöhnliches Marktverhalten handelt. Was soll ich dann dazu noch gross sagen?

Und unser "Munstermac" weist -> hier im Forum <- zurecht darauf hin, dass wir im S&P500 nun zwei widerstreitende SKS im Aufbau haben.

Selten, wirklich selten, war die mittelfristige Lage so indifferent, unklar und im Nebel, wie aktuell!

Was heisst das für uns? Nichts Neues, eigentlich nur eine noch stärkere Bestätigung der "Frühsommerstarre", als selbst ich erwartet hatte.

Nach oben scheint nichts mehr zu gehen und nach unten kann der Markt nicht. Wir wissen, dass sich das mit einem *Knacks* jederzeit ändern kann, aber wir wissen nicht ob und wann.

Deshalb gibt es nur eine Lösung, die ich schon so oft gesagt und nur wiederholen kann:

Abstand! Kleine Positionen, weniger Risiko, viel Cash. Abstand! Das ist definitiv nicht der richtige Zeitpunkt, um den Helden zu spielen!

Eigentlich kann man nur hoffen, dass hier möglichst schnell mal ein Ausverkauf nach unten kommt, der die Luft wieder bereinigt.

Was gibt es sonst?

Unsere Rheinmetall -> steigert den Gewinn zweistellig <-, was aber schon im Kurs ist und weswegen Gewinnmitnahmnen denkbar sind. Die Aktie bleibt bei Kursen um 65€ zwar ein solides Investment, Zukäufe erscheinen mir aber erst nach einem Dip sinnvoll. Auch hier, ist die Luft nach oben nun dünn.

Diverse Unternehmen liefern heute Zahlen wie LafargeHolcim, Ströer, DIC Asset, Manz, SGL Carbon, LPKF und Baywa. Und HVs gibt es auch eine Menge, wie bei SAP, BMW und Adidas.

In Summe ist das nun aber zunehmend nicht nur ein indifferenter, sondern auch ein gefährlicher Markt. Denn insbesondere der DAX, hatte nun diese Woche wirklich einen "Elfmeter" vor sich liegen, um zu steigen. Und so hat er ja auch die ersten beiden Tage losgelegt.

Dann aber, wurde das wieder abgewürgt und mit jedem Tag der vergeht, in dem der DAX nach oben scheitert, steigt das Risiko, dass es plötzlich nach unten geht.

Also erneut liebe Mitglieder. Heute ist nicht der Tag der vielen Worte. Heute gilt: Abstand und Abwarten. Das Börsen-Wetter ist nicht geeignet, grosse Touren im Freien zu planen.

Und der Yen hat nach -> Aussagen der Bank of Japan in der Nacht <- eine Struktur, die bald die nächste Stufe nach oben auslösen könnte:

JPYUSD 12.05.16

Was das für die Märkte tendentiell bedeuten würde, falls der Yen wieder nach oben zieht, dürfte klar sein: Korrektur, auf jeden Fall nicht Rally.

Ihr Hari

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Bewegte Richtungssuche



Tagelang war der Markt träge, nun ist er nach meinem Eindruck in Bewegung geraten. "Hier tut sich was", fasst meine Marktwahrnehmung gut zusammen.

Das Problem ist, der Markt weiss selber noch nicht, was er will. Es gibt widerstreitende Signale und alles in allem ein grosses Chaos.

Erwarten Sie bitte nicht von mir, dass ich Ihnen nun sagen kann, wie das ausgeht. Die Lage ist wackelig und mir stellen sich gerade ein wenig die Nackenhaare auf.

Besonders irritiert mich dabei der Yen, der nun tatsächlich aus der Fortsetzungsformation nach oben abfliegt, nur warum stört das die Aktienmärke nur vergleichsweise wenig?

JPYUSD 07.04.16

Ein Markt, der Dinge macht die ich nicht zuordnen kann und volatiler wird, wirkt auf mich gefährlich. Da kann in alle Richtungen nun etwas passieren, wobei ich immer noch die Richtung nicht weg wischen würde, denn ein Markt der trotz dieses Yen nicht abgibt, ist eben eher ein Starker.

Auch Gold scheint seinen Schub zunächst halten zu wollen und das obwohl der Dollar wieder leicht steigt. Ein Zusammenhang zum Yen ist sicher da, aber so ganz eindeutig kann ich das auch nicht verorten.

Und der TLT der langfristigen 20+ jährigen US Treasury Bonds schiebt um 1% Prozent weiter nach oben. Nicht gerade das Zeichen von "Risk On".

Ja und der DAX? Der ist weiter ein Trauerspiel und eiert oberhalb 9.500 herum und das eben obwohl der Euro wieder leicht fällt. Eigentlich deutet diese Schwäche weiter nach unten und auf einen Bruch des "Draghi-Tiefs" vom 10.03. bei 9.498.

DAX 07.04.16

Aber irgendwie habe ich kein gutes Gefühl dabei, hier Short zu gehen. Ich halte lieber die Füsse still, denn ich habe schon oft erlebt, wie ein Markt der so zu zappeln beginnt, am Ende dann einen plötzlichen Schnapper nach oben macht.

Summa Summarum ein Tag, an dem ich erkenne, dass ich eher ratlos auf die Kursbewegungen schaue. Das gibt es und es ist Zeichen dafür, dass der Markt mit sich kämpft und um eine Richtung ringt. Denn wenn es eine klare Struktur gäbe, würde ich sie in der Regel sehen.

Wenn der Markt aber mit sich ringt, findet er irgendwann dann seine Richtung und das macht ihn gefährlich, denn wenn diese sich etabliert, kommt in der Regel etwas stark Trendendes und Direktionales dabei heraus.

Also: halten wir die Füsse still, "overtraden" wir nicht, seien wir aber wachsam und erwarten das Unerwartete!

An Einzelwerten will ich mal wieder kurz auf Alcoa (AA) schauen und stelle fest, dass die Aktie eine eher bullisch aussehende Seitwärtskonsolidierung hingelegt hat, die eher nach Auflösung nach oben riecht:

AA 07.04.16

Chipotle Mexican Grill (CMG) scheint endgültig das Dreieck zu verlieren und als I-Tüpfelchen, kann man das nun auch als sich bildende SKS interpretieren:

CMG 07.04.16

Und eine Reihe der Gold- und Silberminen haben Chartbilder, die entweder kurz vor einem massiven Einbruch stehen oder extremst! bullisch sind. Schauen Sie mal beispielsweise auf Hecla:

HL 07.04.16

Die Aktie "schmilzt" sozusagen seit Wochen hoch, da wo sie eigentlich korrigieren sollte. An der Seitenlinie auf einen Rücksetzer Lauernde, bekommen einfach keine Chance.

Das ist das Charakteristikum eines sehr stark Bullen. Um das mal mit Pi-mal-Daumen Zahlen zu beschreiben, schmilzt so eine Struktur zu vielleicht 2/3 weiter hoch und bricht am Ende mit Karacho nach oben aus und legt noch einmal den gleichen Anstieg wie in der ersten Phase hin. Mit 1/3 kommt aber irgend etwas um die Ecke, was man heute noch nicht ahnt und lässt die Struktur massiv einbrechen.

Keine leichte Ausgangslage. Wie gehe ich persönlich mit so etwas um? Eher keine Stops, zu riskant. Statt dessen eine Positionsgrösse, mit der ich das negative Drittel aushalten kann, bis ich dann selber bewusst auf den Exitknopf drücke. Dafür habe ich aber die Ruhe, der Chance einfach Raum zu geben.

So weit für heute. Bleiben wir auf den Zehenspitzen, der Markt wird gerade "nickelig" und erwacht zum Leben. Ja, da kommt wohl was in Bewegung.

Nur was? ......

Ihr Hari

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