Wie sie Low Risk Trading Setups erkennen und nutzen

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IFAutor

So ein Blogger ist Ingmar Folk, der seit mehreren Jahren aktiv an der Eurex handelt.

Er hat sich auf den Intradayhandel des Bund- und Euro Stoxx 50 Futures spezialisiert, sein Tradingansatz stellt dabei die Risikokontrolle in den Vordergrund.

Außerdem bloggt Ingmar Folk unter -> www.coin-flip-trading.com <- und nutzt die Seite immer wieder für Tests zum Thema Zufallseinstieg beim Trading.

Hier nun, was er Ihnen heute auf Mr-Market zu sagen hat.

Ihr Hari

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Wie sie Low Risk Trading Setups erkennen und nutzen

Gerade als Day Trader ist es sehr wichtig, sogenannte Low Risk Trading Ideen konsequent umzusetzen. Warum?

Weil sie als Day Trader nur eine begrenzte Zeit im Markt sind. Ihnen muss klar sein, als Day Trader können sie ihre Gewinne nicht ewig laufen lassen. Spätestens um 22 Uhr ist „Schicht im Schacht“. Effizienz bei der Setup Auswahl ist damit ein Muss, um für ihr eingegangenes Risiko angemessen ausbezahlt zu werden.

Diese Art von Setup ist übrigens nicht zwangsläufig ein Einstiegssetup mit hoher Trefferquote. Es ist auch kein spezifisches Setup, nur für einen einzigen Markt oder das Day Trading. Vielmehr steht der Begriff Low Risk Trading Setup für ganz bestimmte, und in allen Märkten auftretende Kurskonstellationen, welche sehr gute Chance- Risiko Verhältnisse für sie als Trader bieten.

In diesem Artikel zeige ich ihnen, wie sie ein Low Risk Trading Setup im Preischart erkennen können.

Es gibt drei Grundtypen eines Trading Setup

Fragen sie einen Traderkollegen, welche Arten von Trading Setup er oder sie kennt. Sie werden über die Vielfalt von Antworten erstaunt sein, die sie bekommen. Doch Vorsicht! Die Preise an der Börse bewegen sich prinzipiell immer in drei Grundmustern. Kennen sie diese?

Falls nicht, sollten sie sich dieses Wissen dringend aneignen. Ich gebe ihnen mal ein paar Begriffe dazu: Trend, Gegentrend, kein Trend. Aus diesen drei verschiedenen Arten von Bewegung besteht letzten Endes der gesamte Kurschart auf ihrem Monitor.

Und genau aus diesen drei Grundtypen der Kursbewegung heraus, müssen sie auch die Einteilung ihrer Trading Setups vornehmen. Und zwar teilen sie diese ein in Trendsetups, Gegentrendsetups und Range Bound Setups (Seitwärtsmarkt).

Natürlich können sie ihre einzelnen Trading Setup benennen wie sie möchten, gerade wenn es Unterschiede bei den genauen Kriterien für ihren Einstieg gibt. Nur müssen sie unbedingt wissen, welchen Grundtyp von Trading Setup sie tatsächlich vor sich haben.

Sie fragen sich, wieso das so wichtig ist? Dafür gibt es eine einfache Erklärung.

Die besten Low Risk Ideen mit viel Kurspotential zwingen sie immer mit der Richtung eines Trends einzusteigen und nicht dagegen. Daher sollten sie die Grundvarianten der Trading Setups erkennen können.

Die Effizienz ist der Pluspunkt der Trendsetups. Ihre Gewinne werden im Verhältnis zu den Kosten höher ausfallen, weil sich Börsenkurse in Haupttrendrichtung tendenziell weiter bewegen, als gegen einen wichtigen Trend.

Die drei Kennzeichen eines Low Risk Trading Setup

Als Faustregel für ein Low Risk Setup gilt: Eröffnen sie nie eine Position gegen den Trend in ihrem Zeitrahmen und starten sie ihren Trade so früh wie irgend möglich.

Mit mehr Markterfahrung und Hintergrundwissen über das Zusammenspiel der Zeitebenen beim Trading, werden sie jedoch auch Low Risk Tradingchancen in ausgeprägten Seitwärtsmärkten, oder sogar gegen Haupttrends ausfindig machen können.

Hier nun die drei Kriterien, welche ein Low Risk Trading Setup generell auszeichnen:

  1. Ein kleiner sinnvoller Initial Stop kann gesetzt werden.
  2. Ein frühzeitiger Einstieg in eine sich aufbauende neue Bewegung ist möglich.
  3. Der Einstieg erfolgt idealerweise mit einem klar ausgeprägten Trend (hier ist das übergeordnete Umfeld einzubeziehen).

Im Folgenden gehe ich noch einmal näher auf die drei soeben aufgezählten Punkte ein.

Low Risk Trading: Der kleine Initial Stop ist die Basis ihrer Trading-Idee

Einen charttechnisch sinnvollen Initial Stop Loss zu erkennen, ist kein Hexenwerk.

Relative Hochs/Tiefs oder wichtige Tageskurse wie Tages(Vortages)hoch/tief, Eröffnung, Schlusskurs sind hierbei die entscheidenden Chartpunkte für sie als Trader. Teilweise können auch mehrtägige stark umkämpfte Kurszonen als Linien im Sand dienen. Wenn es sehr offensichtlich ist, sind auch Begrenzungen von Trendkanälen verwendbar.

Sobald, bzw. solange sich die Kurse in Schlagdistanz zu diesen charttechnisch wichtigen Marken aufhalten und gleichzeitig ihre Voraussetzungen für einen konkreten Markteinstieg vorhanden sind, besteht aus Sicht ihres finanziellen Risikos für einen Trade, eine Low Risk Ausgangssituation.

Denn: Kleiner Abstand vom Einstiegskurs zum sinnvollen Stop-Punkt im Chart, bedeutet, sie können ihren Trade mit wenig Anfangsrisiko starten (kleiner Initial Stop).

Achtung! Ich rate ihnen davon ab, ihren Initial Stop einfach in einem möglichst kleinen vordefinierten Abstand zum Einstiegspunkt, mehr oder weniger planlos in den Markt zu legen. Diese Vorgehensweise praktizieren nicht wenige Trader, um ihr Chance-Risiko Verhältnis für einen Trade zu verbessern. Hier liegt jedoch ein Trugschluß vor.

Durch einen unangemessen engen – ins sogenannte ‚Marktrauschen’ – platzierten Stop, der die aktuelle Volatilität und wichtige Kurslevels ignoriert, wird das CRV zwar auf dem Papier erhöht, allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit für ein tatsächlichses Erreichen des anvisierten Kursziels deutlich. Es tritt dann der Fall eines künstlich geschönten CRV’s ein. Wenn sie durch die Verwendung eines extrem engen Stop ‚unnötig’ oft aus dem Markt fliegen, hat das nichts mit einem Low Risk Ansatz zu tun, denn die vielen kleinen Verluste werden sich nach einer Weile zu einem Berg anhäufen.

Es ist daher ihre Pflicht als Trader Geduld beim Einstieg aufzubringen, und warten zu können, bis sich der aktuelle Kurs in Reichweite zu einem wichtigen Preislevel für die Absicherung ihrer Position befindet.

Low Risk Trading: Frühzeitiger Einstieg in Trends ist ein Muss

Das zweite Kriterium für ein Low Risk Trading Setup ist subjektiver. Wie sehen sie ob eine Trendbewegung schon fortgeschritten oder gerade erst im Begriff des Entstehens ist? Zugegeben, eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Machen sie es sich so einfach wie möglich, gerade als Anfänger.

Sie sollten dafür als Day Trader die Eröffnungsphase eines Marktes nutzen. Hier liegt das größte Kurspotential für einen Trade. Und das jeden Tag. Wieso das?

Die Kurse können in den ersten zwei Stunden des Handelstages, aufgrund der zeitlichen Beschränkung, ihre Hauptbewegung meistens noch nicht vollführen. Somit ist das Kurspotential auf ihrer Seite, wenn sie es schaffen, sich während dieser Zeit clever im Markt zu positionieren.

LowRisk_Setup_Open_Trade_EuroStoxx50_Future_long

Genau aus diesem Grund ist der Handel aus der Eröffnungsphase heraus, eine sehr sichere Variante eines Low Risk Trading Setup. Dies gilt in erster Linie für Finanzmärkte respektive Tradinginstrumente, die nicht 24 Stunden gehandelt werden. Die Eurex Futures-Märkte, wie der Bund- oder der Euro Stoxx 50, eignen sich hierfür hervorragend. Diese beiden Märkte weisen noch ein weiteres interessantes Merkmal auf: Die Volatilität ist hier, über das Handelsjahr gesehen, relativ gleichbleibend. Das erlaubt es ihnen als Trader, an sehr vielen Tagen im Jahr, mit angemessen kleinem Initial Stop in große Kursbewegungen zu kommen.

Allerdings müssen sie den Trend in ihrem Zeitrahmen im Auge behalten, wenn sie aus der Eröffnung heraus aktiv werden.

Laufen die Kurse bereits seit einigen Tagen kontinuierlich in eine Richtung, nimmt die Wahrscheinlichkeit deutlich ab, dass sie an diesem Tag aus der Eröffnung heraus weiter erfolgreich auf eine Trendfortsetzung wetten können.

Generell gilt: Für eine optimale Low Risk Ausgangssituation muss sich ein Trend in ihrem Hauptzeitrahmen gerade anfangen auszubilden. Dafür ist es notwendig, dass in erster Instanz kein Trend mehr in die Gegenrichtung ihres antizipierten Trades vorliegt.

LowRisk_Setup_Bund_Future_long_Trend

Konkret: Planen sie long einzusteigen, muss im Vorfeld das letzte wichtige Zwischenhoch (relative Hoch) aus dem vorhergehenden Abwärtstrend klar nach oben durchhandelt worden sein. Ist das der Fall, sollten sie so früh wie möglich kaufen. Wie aggressiv sie hier zu Werke gehen, sollten sie vom übergeordneten Trendumfeld abhängig machen. Je mehr wichtige Trends ihre Tradingidee unterstützen, desto weniger sollten sie den Einstieg hinauszögern.

Behalten sie dabei die Größe ihres Initial Stop im Auge. Riskieren sie nicht unnötig viel. Wäre der Initial Stop bei einem direkten Break Out Einstieg über neue Hochs für ihr Empfinden zu groß, müssen sie abwarten bis die Kurse wieder etwas zurücksetzen.

Natürlich kann es ihnen passieren ein Setup zu verpassen, sollten sie auf einen Rücksetzer spekulieren. Diesen Nachteil müssen sie akzeptieren, wenn es Ihr Ziel ist, langfristig mit möglichst niedrigem Risiko an den Märkten zu agieren. Gerade im Day Trading wird die nächste gute Tradingchance aber schneller kommen als sie denken.

Wie sie letztlich ihren genauen Einstieg vornehmen ist Ermessenssache, und ihnen stehen hier alle Möglichkeiten offen. Erfahrung ist Trumpf. Deshalb traden sie nicht sofort mit großem Hebel.

Merken sie sich: Wenn sie für ihr eingegangenes Risiko in einem Trade ausreichend viel Gewinn ausbezahlt haben möchten, dürfen sie sich auf der Suche nach guten Tradinggelegenheiten in ihrem Preischart nicht mit angezogenen Scheuklappen von einer abgelaufenen Zeiteinheit (z.B. 5 Minuten Kerze) zur nächsten "hangeln", oder das Umfeld der wichtigen Trends in ihrem gehandelten Markt ignorieren.

Low Risk Trading: Das Trendumfeld als Turbo nutzen

Demnach ist das dritte Kriterium für ein hochpotentes Low Risk Trading Setup die Berücksichtigung des Trendumfelds. Nur Trends erlauben es ihnen als Trader ihre Gewinne so hoch zu schrauben, dass sie ihre Kosten decken- und am Ende noch einen satten Bonus für ihr Tradingkonto einstreichen können.

Wenn die Trends in den übergeordneten Zeitebenen ebenfalls in ihre anvisierte Traderichtung laufen, ist das ein echter Vorteil. Weshalb? Das Kurspotential der Tradingidee steigt damit deutlich. Der Grund dafür ist schnell erklärt.

Je höher die Zeiteinheit, desto größer die Marktteilnehmer, welche sich an dieser Zeitebene orientieren. Und Trader mit größeren Konten bewegen die Kurse stärker in eine Richtung als kleine Trader. Umso ausgeprägter in einem klaren Trendumfeld.

Dieses Verhalten der ‚großen Jungs’ können sie als kleiner privater Trader zu ihren Gunsten nutzen, denn mit kleinem Konto können sie sich sehr flexibel und frühzeitig in Trends einkaufen und dann auf die Kaufkraft der Big Player setzen, um ihre eingegangene Position durch die Aktionen dieser Marktakteure weiter ins Plus treiben zu lassen. Als kleiner Trader können sie andererseits auch schnell reagieren und Risiko von der Position nehmen, sollte sich ihre Tradingidee schlecht entwickeln. Bingo! Nicht nur die Großen haben Vorteile.

Schlussglocke

Als privater Retailtrader, mit verhältnismäßig hohen Handelskosten und kleinem Konto, müssen sie ihr Trading sehr effizient angehen. Es gilt für sie so wenig Risiko wie möglich einzugehen. Wenn sie es dann tatsächlich eingehen, muss es ihr Anspruch sein, dafür auch ausreichend belohnt zu werden. Diesen Anspruch stellen sie mit einer harten Auswahl ihrer Tradingchancen sicher. Selbstverständlich bedarf es dafür einer guten Portion Geduld. Diese Eigenschaft ist eine essenzielle Fähigkeit erfolgreicher Trader. Leider fehlt es vielen Tradern oft an Geduld. Dadurch neigen sie zur Aktion und lieben es, schnell rein und raus zu traden und dabei nur wenig Gewinn pro Trade zu realisieren. Durch dieses ineffiziente Verhalten machen sie sich ihr Traderleben unnötig schwer.

Ingmar Folk

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