Auf in die Hamptons!

Als ich das letzte Mal hier im freien Bereich das ganz große Bild des Marktes betrachtet habe, war das im Artikel -> Sommer-Tango <- am 01.07. - also vor genau einem Monat.

Meine Worte waren da:

Nun richten sich die Augen des Marktes auf die FED Ende Juli, von einer Zinssenkung um einen Viertelpunkt kann aus Sicht des heutigen Wissensstands ausgegangen werden. Die EZB kommt eine Woche vorher und wird wohl auch Maßnahmen ankündigen, um im "Race to the Bottom" der Währungen nicht den Kürzeren zu spielen.

Man kann das finden wie man will und man kann berechtigterweise der Ansicht sein, dass diese Notenbankpolitik Wahnsinn ist, es ändert aber nichts daran, dass damit bis auf weiteres die Marktsignale auf Grün bleiben und man zum Jahresende 2019 weiter latent optimistisch sein kann.

Unvorsichtig sollte man nicht werden, das ist aber eine Platitüde, weil das darf man nie, niemand kennt die Zukunft und Überraschungen sind immer möglich.

Wenn man sich nun aber Marker unter den heutigen Kursen zurechtlegt, die dann im Falle des Falles ein Signal setzen, dann kann man solange diese Marker nicht in Gefahr geraten, als Anleger weiter den Sommer-Tango tanzen!

Und wissen Sie was? Viel geändert hat sich nicht, wir können noch immer den Sommer-Tango tanzen, sollten aber nun durchaus mit einer kleinen Schwächephase rechnen, die vielleicht 5% Minus ausmachen könnte, können danach zum Jahresende aber weiter optimistisch sein.

Es wäre also kein Wunder, wenn sich der S&P500 diesen August irgendwie im Bereich dieser Box bewegen würde. Würde der S&P500 den unteren Rand ereichen, wären das rechnerisch 4,3% Minus von heute. Im September sehen wir dann weiter:

Die EZB hat zwar letzte Woche vordergründig noch nichts getan, einen weiteren Schub in die Negativzinsen oder sogar eine Neuaufnahme des Asset-Aufkaufprogrammes, für den Herbst aber sprachlich vorbereitet.

Und die FED hat gestern die allseits erwartete erste Zinssenkung mit einem Viertelpunkt in Gang gesetzt und damit einen ausgewogenen Spagat zwischen dem Druck Trumps und der eigentlich immer noch gut laufenden Konjunktur versucht.

So ein Spagat geht aber fast immer schief, Trump dürfte unzufrieden sein und der Markt, der zumindest teilweise noch still und heimlich auf einen halben Punkt gehofft hatte, dürfte auch nicht ganz happy sein.

Das ist auch ein psychologisches Problem, denn der Markt hoffte auf den Einstieg in eine längere Zinssenkungsphase, weiss aber auch, dass die FED solche Phasen fast immer kraftvoll mit einem halben Punkt Erstsenkung eingeleitet hat. Und auch in der Pressekonferenz hat Jerome Powell mal wieder Erwartungen enttäuscht, davon kann man bei ihm fast zuverlässig ausgehen - die Eloquenz ist ihm offensichtlich nicht in die Wiege gelegt.

Insofern ist das Gestern, gemessen an den Erwartungen, wohl für alle Seiten zu wenig gewesen. Die Einen halten diese Senkung schon für übertrieben, weil es keinen klar sichtbaren Anlaß dafür gibt, die Anderen halten die Senkung für zu wenig. Die Chance, dass nach diesem FED-Entscheid die oben genannte Sommer-Korrektur als klassische "Sell-the-News" Reaktion in Gang kommt, ist also nun vorhanden!

Aber wie auch immer, das sind einfach die typischen Anpassungen der Erwartungen nach der FED und die sollte man gelassen betrachten, wichtig ist, dass der "Race to the Bottom" einfach in die nächste Runde geht. Die Anpassung der Kurse wird sich wohl heute und am morgigen Freitag noch ausschaukeln, dann wird auch hier mehr Ruhe einkehren und der echte Sommerhandel beginnen. Eine kleine Korrektur wäre aber nun nicht nur fällig, sondern auch äusserst gesund und sollte von allen begrüsst werden, die nach dem Urlaub zum Jahresende Chancen suchen wollen.

In diesem Sommerhandel haben sich die "A-Teams" der Wallstreet nun bald in ihre diversen Villen und Resorts verabschiedet, wie zum Beispiel die berühmten -> Hamptons <- auf Long Island, nicht so weit von New York entfernt und mit dem Hubschrauber vom Südende Manhattans schnell erreichbar. 😉

An den Handelstischen sitzen im August nur die "B-Teams", das sind die gegeelten Jünglinge, die gerne einen Hubschrauber hätten. 😛 Und das Volumen ist deutlich geringer als sonst.

Dieser Sommerhandel kennt selten eine echte Richtung, kann durch das geringere Volumen aber sehr volatil werden, ich erinnere nur an den berühmten ETF-Flash-Crash vom 24.08.15.

Auch ich verabschiede mich nun in den Sommerurlaub, da ich keinen Hubschrauber habe, ganz normal in die Ferien, wie das bürgerliche Mitteleuropäer halt so tun. 🙂

Der Blog läuft weiter, es gibt auch neue Beiträge, aber im August nur spärlicher als normal. Ab Anfang September geht es dann wieder mit Vollgas in Richtung 2020.

Nun wünsche ich allen, die wie ich jetzt erst in die Ferien starten, schöne Sommerferien! Und allen anderen wünsche ich bald einen beschwingten Start hinein in den Wettlauf bis Weihnachten. Die Schokoladen-Weihnachtsmänner sind schon längst produziert, wenigstens das bleibt, wie es schon immer war. 😛

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Ben Bernanke – der vermeintliche Nabel der Welt

Update 20:10 Uhr: -> FED Statement <-

Keine Änderung, kein aktuelles "Tapering", alles wie gehabt. Aufregung umsonst. Leser dieses Blogs dürften nicht überrascht sein, siehe unten. 😉

Spannend ist nun, was der Markt daraus macht, gerade während und nach der Pressekonferenz um 20.30 Uhr.

Wer die Live sehen will, bemüht bitte den FED Link in meinen hilfreichen Links. Dort ist auch eine Präsentation der FED, aus der hervor geht, dass es selbst für 2014 keine absehbare Mehrheit für ein Ende der "Nahe Null" Zinspolitik gibt.

Update 20:39 Uhr Pressekonferenz: Tapering (Reduktion der Asset Käufe von derzeit 85 Milliarden USD pro Monat) unter der Voraussetzung positiver ökonomischen Bedingungen vielleicht ab Ende 2013 bis Mitte 2014. Auch das war erwartet. Der Markt wird es trotzdem nicht so recht mögen. Entzug ist immer schwierig, auch nur angedeuteter möglicher Entzug.

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Guten Morgen. An diesem letzten grossen "FED-Tag" vor der Sommerpause, möchte ich mich kurz aus dem Urlaub zur Lage an den Märkten melden.

Vielleicht liegt es daran, dass ich im Urlaub etwas Abstand habe, aber ich beobachte mit Faszination und leichtem Schmunzeln, wie die Medien den grossen Spannungsbogen vor der FED Entscheidung heute Abend um 20 Uhr und der Bernanke Pressekonferenz kurz danach, herbei zu reden versuchen. Da wird getitelt, dass Bernanke "die Märkte in Atem halte" und ähnliches.

Diese mediale Welle generiert für das "Hot Money" grossartige Gelegenheiten, mal schnell ein paar Milliarden in ihre Taschen zu lenken. Wunderbar zu beobachten am Montag, als ein Autor der FT mit einer rein spekulativen Sicht auf den heutigen Tag den Markt mal eben mächtig drückte, nur um ihn dann zurück schnappen zu lassen, als bekannt wurde, dass hinter der Spekulation keinerlei konkrete Kontakte zu FED Offiziellen stehen. Alles nur Schall und Rauch sozusagen. "Well done", kann ich da nur sagen. 😉

Ich persönlich halte das, was Bernanke heute sagt, für wenig spannend. Es ist relativ wahrscheinlich, dass das inoffizielle FED Sprachrohr Hilsenrath uns den Inhalt schon angekündigt hat und es wird wohl wieder auf ein Statement ala "wir reduzieren den Stimulus, wenn es die ökonomischen Bedingungen zulassen, der Tag ist aber nicht heute" hinaus laufen.

Dieses Statement deckt sich mit der bisherigen Linie der FED, es deckt sich mit dem was Hilsenrath vorab verlauten lässt und es passt auch logisch zur wirtschaftlichen Lage. Hinzu kommt, dass nun Obama höchst offiziell bekannt gegeben hat, dass Bernanke wohl keine weitere Amtszeit an der Spitze der FED verbleiben wird. Und Bernanke wird den Teufel tun, und auf seine letzten Monate im Amt seine bisherige jahrelange Politik mal eben auf den Kopf zu stellen.

Etwas Anderes als sinngemäß der oben genannte Satz, wäre seitens Bernanke heute Abend also eine riesige, faustdicke Überraschung. Eine derart riesige Überraschung, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sehr klein ist und man nicht sinnvoll darauf wetten kann.

Spannend ist imho etwas anderes. Spannend ist, wie der Markt auf diese absehbaren Aussagen reagiert. Und auch hier ist es wieder klar, dass kurzfristig für den Rest der Woche die Algos den Trend vorgeben werden, dem man einfach folgen sollte. Hier fundamentale Logik anzuwenden ist verfehlt, wir haben keine Wahl als dem demütig zu folgen, was "Big Money" uns vorgibt.

Insofern ist eine "Sell the News" Reaktion ebenso möglich, wie eine starke Rally Richtung 1700 im S&P500. Es macht in meinen Augen wenig Sinn, diese Richtung antizipieren zu wollen. Richtig ist aber, dass je stärker der Markt vor der FED schon ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer "Sell the News" Reaktion wird.

Schaut man über diese Woche hinaus, ist aber klar, dass damit die Sommerphase beginnt, in der die "Pros" eher in den "Hamptons" weilen und an der Wallstreet die 2. und 3. Reihe die Stellung hält.

In dieser Phase wird wohl nicht all zu viel passieren (exogene "graue und schwarze Schwäne" natürlich vorbehalten) und die Sicht auf eine Tradingrange von ca. 1600-1700 im S&P500, bzw ca. 8000-8500 im DAX respektive hat eine gute Wahrscheinlichkeit. So eine Range kann man entweder ignorieren und mal Pause machen, oder man kann sie stoisch und ohne grosses emotionales Engagement spielen und die Swings des Sommers mitnehmen, in dem man an der oberen Grenze verkauft und an der unteren Grenze kauft.

Insofern meine Sicht aus dem Urlaub: Wir sollten heute Abend und Morgen so wenig wie möglich auf die Schlagzeilen rund um die FED hören. Die treiben uns als Teil der Herde nur in eine Ecke, wie zuletzt am Montag zu beobachten. Folgen wir statt dessen lieber dem Markt und schauen genau, was er wirklich tut. Denn reden kann man viel, wenn sich "Big Money" aber wirklich positionieren will, muss es Geld in Bewegung setzen und das kann man dann in den Kursen und den bekannten Indikatoren zumindest erahnen. Oder betrachten wir das Spektakel heute Abend einfach von der Seitenlinie. Die Wahrheit liegt in jedem Fall auf dem Platz und nicht in dem, was medial dazu geschrieben wird !

Ich persönlich würde mir auch eine andere Börsenwelt wünschen, in der Wirtschaftsdaten wieder Relevanz haben und nicht alles von den Worten einer kleinen Gruppe von Politikern und Notenbankern abhängt, die irgendwo, irgendwas auskungeln. Aber darüber zu lamentieren ist nicht nur unprofessionell, sondern auch unproduktiv. Denn wir haben den Markt den wir haben. Und wenn wir darin Geld verdienen wollen, müssen wir uns anpassen oder aus dem Markt gehen. Im Markt zu sein und sich gegen die Wirklichkeit der massiv manipulierten und verzerrten Märkte zu stellen, ist aber das Dümmste was man machen kann.

Ihr Hari

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Marktupdate – 17.08.12 – DAX & Co. – Ausbruch zu neuen Höchstständen ?

11:30 Uhr

Heute riecht es nach dem von mir hier mehrfach thematisierten Ausbruch, die seit fast zwei Wochen andauernde Seitwärtsbewegung könnte nun Geschichte sein Der DAX steht über 7000 und es ist bedeutend zu beobachten, dass nun die 7000er Marke Intraday Unterstützung darstellt und sich der Markt oberhalb dieser Marke hält.

Nun gilt es abzuwarten was die Wallstreet macht, die gestern mit 1417 im S&P500 nicht mehr weit von den Jahreshöchstständen entfernt war. Ein Test dieser Jahreshöchststände ist nun sehr wahrscheinlich und ich persönlich rechne durchaus damit, das es noch weiter hoch geht. Denken Sie in diesem Zusammenhang an das Kursziel aus dem zulaufenden Dreieck, das ich am 13.08. thematisierte und den S&P500 bis 1540 bringen würde. Das dürfte im DAX dann wohl 7500 bedeuten !

Den Eindruck, dass hier nun Dinge mit Macht in Bewegung geraten, bestätigt auch der Blick auf eine Reihe einzelner Aktien. So kommt in eine der "Gurken-Aktien" der letzten Monate, den Stahlhändler Klöckner (KC0100) nun richtig Leben. Kurzfristig hat sich seit dem 02. August nun ein klarer Aufwärtstrend etabliert, der heute eine neues Verlaufshoch generierte. Entscheidend dürfte für die Aktie mittelfristig sein, ob sie das Hoch vom 21. Juni bei 8,519 nachhaltig hinter sich lassen kann. Das würde dann Raum für eine Bewegung bis über 10€ geben. So weit ist es noch nicht, aber technisch sieht Klöckner für mich nun nach Monaten des Leids wieder interessant aus.

In diesem Stil kann man nun eine Reihe lange verprügelter Aktien identifizieren, die endlich Lebenszeichen senden. All das ist für mich eher Signal einer beginnenden Bewegung mit mehr Potential, als Ausdruck einer Topbildung. Ich habe aktuell in einem US Blog einen Artikel gelesen, der darauf abhebt, dass der Ausbruch aus solchen Konsolidierungen oft zunächst ein Fakeout ist, bevor der Markt dann die wahre Richtung einschlägt - hier nach unten. Das stimmt statistisch durchaus, nur glaube ich derzeit eher nicht daran.

Denn es gibt mir zu viele derartige Logiken nach dem Motto (früher oder später muss der Markt kippen) im Markt. Das ist doch "Common-Sense" diese Sicht und die Mehrheitsmeinung trifft aus guten Gründen an der Börsen selten ein. Auch die Kapitulation der Bären, die ich Ihnen in den Tips mit einem Link nahe gebracht habe, hat gerade erst begonnen und die kann durchaus noch Wochen andauern, bevor es richtig gefährlich wird, wenn die Bären dann ausgestorben sind. Ich sehe die Menge derartiger Kommentare weiter eher als Indiz, dass die Skepsis noch nicht gewichen ist und die Rally daher durchaus noch Luft nach oben hat.

In diesem Zusammenhang kann ich erneut nur wärmstens empfehlen, die aktuelle Analyse von Cognitrend zum Marktsentiment -> hier <- genau zu lesen. Machen Sie sich also klar, wer hier derzeit sehr skeptisch ist und nicht an die Rally glaubt ist Teil der Herde ! Und an der Börse ist es nun einmal so, dass die Herde in der Regel gefressen wird.

Auch das Ende der Urlaubssaison spielt eher ins Feld der Bullen. Denn wenn die Pros der Wallstreet Anfang September an ihre Desks zurück kehren, finden sie einen Markt vor, der weit höher steht als an dem Tag, an dem sie Richtung "Hamptons" verschunden sind. Das führt fast immer zu "Chasing". Es gibt klare statistische Strukturen, dass die Bewegung eines Sommers im September zunächst weiterläuft, weil die "zu spät" auf die Party gekommenen noch einmal nachlegen. Kritisch wird in so einem Szenario dann nach statistischen Daten der Oktober.

Und ein letzter Hinweis was die Dauer solcher Bewegungen angeht. Diese Sommerrally läuft nun einen guten Monat. Denken Sie an das erste Quartal, dann wissen Sie wie lange eine Rally laufen kann ohne zurück zu schauen.

Sie merken, dass ich eine klare Tendenz nach oben in meiner Marktbewertung haben. Lassen Sie sich aber davon nicht täuschen, ich bin mir der Möglichkeit böser Überraschungen wohl bewusst und weiss, dass meine Sicht nur mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat, auch wenn sich meine Sicht in den letzten Wochen immer wieder perfekt bestätigt hat. Denn wer mir seit Mitte Juli in der positiven Sicht auf den Markt gefolgt ist, dürfte nun mit Freude auf viel Grün in seinem Depot schauen. Trotzdem oder gerade deswegen, bin ich nach unten gut abgesichert. Die fast zweiwöchige Tradingrange erlaubt mir nun meine Stops unter das Tief vom 06. August bei 6846 im DAX und 1388 im S&P500 nachzuziehen. Damit habe ich sauber definierte Stops "nah dran", die mir helfen, frühzeitig meine Gewinne vom Tisch zu nehmen, wenn der Markt sich doch dafür entscheidet zusammen zu klappen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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