Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing

Der folgende Artikel entstand aus der Kombination eines am 29.01.14 in Hari Live erschienenen Artikels, sowie eines Forenkommentar zum Thema "Value Investing" vom 13.04.14.

Womit beginnt man denn eigentlich den langfristigen Vermögensaufbau ?

Dazu kann man Bücher schreiben, ich will deshalb nur einen kleinen Teilaspekt heraus greifen. Wer hier im Blog ist, hat dann bestimmt auch erkannt, dass zu einem langfristigen Vermögensaufbau die Beteiligung an Produktivkapital gehört und der nicht nur mit Tagesgeld erreicht werden kann. Denn sonst wären Sie wohl nicht hier. 😉

Ich betone auch ausdrücklich, es macht für jeden Anleger jede Menge Sinn, ein Basisdepot zu haben, dass er unter langfristigen Aspekten verwaltet und damit bei geringen Risiken einen langfristigen Aufbau erzielen kann. Wenn man dieses Depot hat, dann kann man sich auch mal mit einem kleineren Teil an eigene Anlagen wagen und dabei auch mal höhere Risiken eingehen.

Aber diese ruhige, stabile Basis ist für jeden privaten Anleger ganz wichtig, davon bin ich überzeugt. Wer als junger Mensch versucht, diesen Schritt zu überspringen und sozusagen mit den ersten 10.000€ im Sparstrumpf versucht, gleich durch Trading "reich" zu werden, wird zu 99,99% scheitern. Und die 0,01% sind dann halt echte Genies. Die soll es geben. 😉

Auch ich lebe diese Zweiteilung. Ich besitze ein ruhiges, langfristig orientiertes Investmentdepot und ein weit aggressiver verwaltetes Trading-Depot, mit dem ich eine Überrendite erziele.

Beginnen Sie also - gerade als junger Mensch - mit einer guten, langfristigen Basis in Ihrem Depot. Und dann, wenn Sie diese haben, beginnen Sie selber mehr zu wagen und Ihre Fähigkeiten zu testen. Und dazu will ich Ihnen heute einen vielleicht überraschenden Rat geben.

Denn wenn wir über diese Basis reden, stellt sich ja gleich die Frage: welche Aktien sollten Sie für so ein Basis-Depot wählen ?

Die Antwort ist offensichtlich und dazu gibt es unzählige sinnvolle Darstellungen. Es sind natürlich die grossen Bluechips mit positivem Cashflow, die auch Generationen überdauern, weil sie ein Geschäftsmodell haben, das immer trägt. Es sind Namen wie Nestle, Unilever, Roche, Novartis, General Electric, Siemens und so weiter und so fort.

Sie können jetzt längliche Diskussionen darüber führen, ob als Industrietitel im Moment ABB, Siemens oder GE die bessere Wahl wäre. Oder als Pharmatitel Roche, Novartis oder doch Sanofi. Sie werden dazu viele Meinungen lesen und wenn Sie zu viel Zeit haben, können Sie auch anfangen, die gigantischen Geschäftsberichte dieser Unternehmen zu lesen, im Irrglauben, daraus einen Vorteil für Ihre Anlage ziehen zu können.

Für den Trader sind diese Unterschiede auch sehr wichtig, weil der richtige Moment und die richtige Aktie mit der richtigen Markttechnik macht auf der mittleren Zeitebene schnell mal 10% Gewinn aus, die die andere Aktie dann nicht hat.

Für Sie, der Sie mit diesen Aktien einen langfristigen Vermögensaufbau betreiben wollen, sind diese Unterschiede aber nicht ganz so wichtig. In 2 Jahren hat vielleicht das Management gewechselt und dann ist sowieso alles anders. Als Lesestoff sind diese Geschäftsberichte ja interessant und es schadet nicht, wenn ein Aktionär weiss, was in seinem Unternehmen los ist. Als Entscheidungsgrundlage für die langfristige Auswahl können Sie das aber eher vergessen. Zumal die Qualität der Bilanzzahlen in den Zeiten des IFRS sowieso teilweise fragwürdig ist.

Und an dieser Stelle greift deshalb auch mein Rat. Ich kann nicht sehen, dass Sie für Ihr langfristiges Depot einen grossen Vorteil damit erzielen, dass Sie sich nun um die Aktienselektion dieser Bluechips für Ihren langfristigen Vermögensaufbau intensiv bemühen. Wie gesagt, es schadet auch nicht, aber es wird bei der Performance keinen grossen Unterschied machen.

Warum ? Ganz einfach, weil hunderte, ja tausende - in der Regel besser als Sie qualifizierte Vermögensberater und Fondmanager - sich genau diese Gedanken für ihre Fonds machen. Denn diese Titel sind in hunderten und tausenden Fonds und ETFs enthalten. Glauben Sie wirklich, dass Sie diese Selektion besser als diese Profis vornehmen können ? Was bringt es Ihnen, den Geschäftsbericht auch noch zu lesen, wenn die Profis es alle schon getan haben und deren Reaktion darauf, schon im Kursverlauf verarbeitet ist ?

Ich kann das Dilemma perfekt am Grossmeister der Geldanlage Warren Buffett festmachen. Den kennen Sie ja bestimmt und bewundern oder schätzen ihn. Nun wäre es für Sie ja ein Leichtes, Ihr kleines Vermögen von "Warren himself" verwalten zu lassen. Sie müssen dafür nur seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YjQ2) an der Börse kaufen. Und schon wird Ihr Geld vom grossen Warren verwaltet und Sie haben indirekt Wells Fargo, Coca Cola und Co. im Depot.

Warum also glauben Sie, bei der Auswahl von Aktien im Bereich dieser Bluechips auch noch Warren Buffett schlagen zu können ? Klar ich weiss, man ist als privater Anleger agiler, Buffett wird ja durch die Grösse des Riesentankers Berkshire sehr eingeschränkt und da ist ja auch noch das Fragezeichen, wie es mit Berkshire weiter geht, wenn er mal nicht mehr ist.

Ich will mit Berkshire ja auch nur einen Punkt machen. Es gibt auch in Deutschland richtig gute Fonds und Vermögensverwalter, die wissen was sie tun. Und denen Sie ihr Geld anvertrauen können und wissen, dass es dort professionell verwaltet wird. Und sich in Ihrem Depot genau die Art von Aktien finden, die ich oben beispielhaft erwähnt habe. Und Sie haben auch als Kleinanleger Zugang zu diesen Vermögensverwaltern, weil die in der Regel an der Börse notierte Fonds haben. Ich will hier keine konkrete Werbung machen, aber einige der guten Adressen wurden hier im Forum schon besprochen. Oder eben Sie gehen zu dem grossen Buffett selber, um Ihr Geld verwalten zu lassen.

Mein Punkt und Rat ist:

Geben Sie den langfristigen Vermögensaufbau in gute Hände. Wählen Sie eine Handvoll guter Fonds von seriösen Top-Leuten aus, die genau in die Aktien investieren, die für einen langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind.

Oder - wenn Sie in Ihrer Börsen-Erfahrung etwas weiter sind - wählen Sie selber gezielt grosse ETFs aus, die voll replizierend die oben genannten Aktien kaufen. Und mischen Sie vielleicht noch Warren Buffet direkt bei. 😉 Und dann sparen Sie da an und lassen diese Positionen langsam akkumulieren.

Das ist dann Ihre ruhige Basis im Depot und die brauchen Sie, wenn Sie einen langfristigen Vermögensaufbau erreichen wollen. Und investieren Sie darüber hinaus in Ihr Wissen und Können rund um die Märkte. Und genau dafür, hat diese Community für Sie ein attraktives Angebot.

Konzentrieren Sie aber Ihre eigene Energie nicht darauf, besser als Warren Buffett sein zu wollen. Lassen Sie sich nicht von einem trivialisierten Zerrbild des "Value-Investing" blenden, das gerade in Deutschland allenthalben herum gereicht wird, weil es sich für die Anleger so gut anfühlt. Die Unmöglichkeit für Sie, mit Buffett zu konkurrieren, liegt gar nicht mal daran, dass Buffett so "einmalig" ist. Das man ihn heute nicht mehr 1zu1 kopieren kann, liegt auch daran, dass er seine grossen Erfolge in einer ganz anderen Zeit mit anderen Voraussetzungen hatte. Er würde heute selber grösste Probleme haben, sich selbst zu kopieren, weil viele seiner Aktionen damals (wie die Übernahme der Textilfabrik Berkshire) heute viel stärker beobachtet würden. Damals lief er damit noch weitgehend unter dem Radar, von der Lokalpresse mal abgesehen.

Und über Benjamin Grahams Ansatz ist sowieso die Zeit hinweg gegangen, weil viele Daten mit deren Ermittlung er sich noch einen Edge erarbeiten konnte, heute in der Welt des Internets als "Common Sense" mit einem Klick ablesbar sind. Von der Verbiegung ehedem verlässlicher Bilanzkennzahlen durch das IFRS mal ganz abgesehen. Die Welt ist halt anders geworden. Grahams Grundideen vom "Intelligent Investor" sind zeitlos und immer noch gültig. Und es ist deshalb immer noch eines der wichtigsten Bücher zum Investieren überhaupt. Aber so wie er damals, kann man das heute einfach nicht mehr 1zu1 umsetzen. Und Graham wäre mit seiner Intelligenz der Erste, der das begreifen würde.

Aber es gibt auch heute - unter anderen Rahmenbedingungen - richtig gute Value-Investoren, die durchaus in einer Liga mit dem früheren Buffett spielen, nur halt mit etwas anderer Methodik. Und insofern ist Buffett so einmalig nicht.

Mein Punkt dreht sich also nicht um Value-Investing an sich, das funktioniert durchaus, sondern um die Illusion vieler Privatanleger, es mit geringem Aufwand selbst tun zu können. Denn dieser Investmentansatz ist von allen, der mit den höchsten Anforderungen an fachliche Fähigkeiten, zeitlichen Einsatz und Kapitalkraft.

Nehmen wir mich selber als Rohmodell. Ich war Vorstandschef einer AG und auch im M&A Bereich tätig. Und war im M&A Umfeld mittendrin, wo börsennotierte Unternehmen zerlegt und veräussert wurden. Ich verstehe also, wie Investoren eine Firmenbewertung vornehmen und bin dazu selber in der Lage. Ich habe also die fachlichen und erfahrungstechnischen Voraussetzungen, um eine Safety Margin überhaupt kompetent identifizieren zu können.

Weiterhin arbeite ich Fulltime an den Märkten, habe also auch theoretisch die Zeit dazu, diese anspruchsvollen Bewertungsfragen vorzunehmen und mich inhaltlich mit den Geschäftsmodellen auseinander zu setzen. Ich habe also wahrscheinlich eher als 99,9% der privaten Anleger, die fachlichen und zeitlichen Voraussetzungen dafür, Value-Investing zu betreiben.

Und trotzdem versuche ich es nicht, weil mir bewusst ist, dass mir ein entscheidender Baustein fehlt, um es erfolgreich umsetzen zu können. Mir fehlt die Kapitalkraft hinter mir, damit ich direkten Zugang zu den Unternehmen und zum Management bekomme.

Und ohne diesen Zugang geht es nicht. Eine seriöse Firmenbewertung ohne Kenntnis des Managements vorzunehmen, ist fast unmöglich. Buffet hat es meines Wissens nie in seinem Leben ohne diesen Zugang getan. Und kein einziger Finanzinvestor der Welt, wird einen Cent in ein Unternehmen stecken, wenn er nicht vorher einen Eindruck vom Management hat. Nur einem direkten Mitbewerber kann das egal sein, weil die wirft er einfach raus. Aber selbst in dem Fall, ist das hoch riskant und wird von den übernehmenden Unternehmen vermieden.

Ich könnte also trotz meiner fachlichen Qualifikation nur dann einen Value-Investing Ansatz verfolgen, wenn ich zumindest Fonds-Manager wäre oder einem grossen Family-Office vorstehe, so dass mich die Firmen als Gesprächspartner empfangen und ernst nehmen. Ich habe diese Voraussetzung nicht. Und "Max Müller" auf der Strasse schon gar nicht. Value-Investing alleine vom Bürostuhl aus mit dem passiven Studieren von Bilanzkennziffern auszuüben, ist ein Zerrbild - Buffett ist so definitiv nicht reich geworden.

Wenn man sich das klar macht, wie jemand mit meinem Background das Thema sieht, kann man wirklich nur schmunzeln, wenn private Anleger mit normalem Beruf, am Feierabend dann ihre in der Grundschule erworbene Fähigkeit des Lesens von Zahlen einsetzen, um Werte wie KBV abzulesen, nach dem Motto "kleiner 1 ist gut" einzuordnen und sich dann als Value-Investor zu fühlen. Das ist schlicht absurd. Statt dieser Illusion aufzusitzen, wären sie besser beraten, ihr Kapital in einen Fonds eines echten Value-Investors zu stecken. Oder eben das Vermögen auf passive, voll replizierende ETFs zu verteilen. Man muss halt erst einmal von einer Sache etwas verstehen, um dann überhaupt zu wissen, was man nicht weiss. 😉

Value-Investing funktioniert also. Aber nur für Profis mit Kapital im Rücken, Fleiss, Zeit und fachlichen Fähigkeiten bei der Firmenbewertung. Die übergrosse Mehrheit der Anleger hat diese Voraussetzungen nicht.

Und deshalb sollten Sie sich - wenn Sie über Ihre Basisanlagen hinaus einen eigenen Mehrwert erzielen wollen - auf die Stellen konzentrieren, an denen Sie als Privatanleger tatsächlich in der Lage sind, sich mit vertretbarem Zeitaufwand und Wissen einen kleinen Edge zu erarbeiten.

Und das sind die Techniken der Markttechnik und insbesondere Trendfolge, die wir hier im Blog immer wieder thematisieren.

Durchaus auch bei den gleichen Titeln wie oben, aber eben aus einem ganz anderen Blickwinkel, dem Markttiming mit den Mitteln der Markttechnik. Und dabei das zu lernen, will Ihnen dieser Blog und seine Community helfen.

Schaffen Sie sich also eine Basis in Ihrem Vermögen, über die Sie sich keine Gedanken machen brauchen, weil das Vermögen in guten Händen ist. Und konzentrieren Sie sich dann als Ergänzung mit Ihrer Energie auf die Bereiche, in denen Sie eine realistische Chance haben, überdurchschnittliche Erfolge zu erzielen. Als 2 millionster Leser des Geschäftsberichts von Nestle ist das eher unwahrscheinlich. Lassen Sie den Geschäftsbericht von Ihren Fondsmanagern lesen. 😉

Ihr Hari

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7 Gedanken zu “Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing

  1. Ich habe zu einigen Punkten eine andere Sicht:
    1) Lernt man einen Menschen und dessen Werte wirklich gut kennen, wenn man als Fondmanager mit dickem Kapital in der Hinterhand mit diesem ein Gespräch über sein Geschäft führt? Es gibt Investoren, die ganz bewusst auf solche Gespräche verzichten, weil sie der Meinung sind, dass die faktenbasierten Chancen eines Investments von den persönlichen Gefühlen und Sympathie für das Management überlagert werden, wenn man sich auf solche Gespräche einlässt. Bei manchen Firmen hatte ich diesen Eindruck auch schon selbst: Ich hatte in einen Analystencall oder eine Bilanzpressekonferenz reingehört und hatte den Eindruck, dass man sich “gut versteht”. In den Tagen danach konnte man die positiven Einschätzungen lesen. Über Risiken (die sich dann später als solche rausgestellt haben) war man in dem Call schnell weggegangen, obwohl ein Außenstehender mit etwas Abstand hier kritischer gewesen wäre.
    Zu der Bemerkung über Warren Buffett in diesem Zusammenhang: Nach meinem Verständnis ist es für Warren Buffett in der Tat sehr wichtig, dass das Management einer Firma integer, fähig und aktionärsorientiert ist. Aus meiner Sicht kann man sich zu diesen Kriterien ein Bild machen und zwar a) an den Taten des Management und b) an der Historie der Personen. Beide Informationen sollten im Zeitalter des Internet zugänglich sein.
    Entsprechend bin ich wohl der Meinung, dass man sich als Anleger gerade für Werte im Langfristdepot ein eigenes Bild machen sollte. Nicht notwendigerweise über die kleinsten Details im Geschäftsbericht, sondern über die wesentlichen Kenngrößen, das Marktumfeld, gesellschaftliche Trends und ob diese “Gegenwind” oder “Rückenwind” bedeuten. Auf diese Weise entwickelt man ein Bild auf das Unternehmen und ist psychologisch weniger von den Launen des Marktes abhängig. Gerade für Langfristinvestments erscheint mir diese Unabhängigkeit als sehr wichtig.
    2) Fondsmanager von aktiv gemanagten Fonds haben es nicht leicht. Ich stelle nicht die Fähigkeiten in Frage, aber nur eine Minderheit erzielt eine Überrendite zum Benchmark, das ist Fakt. Ein wesentlicher Grund sind die immer wiederkehrenden Mangementgebühren. Andererseits müssen sich die Manager am Benchmark orientieren und stehen unter dem Druck, nicht lange den Benchmark underperformen zu können, weil sonst Gelder abgezogen werden könnten. Gerade bei einem langfristigen Anlagehorizont sollte man sich als interessierter Anleger deshalb aus meiner Sicht direkt in stabile, langfristig erfolgreiche diversifizierte Einzelinvestments einkaufen. Wer keine Zeit hat, sollte den breiten Markt in seiner Wirtschaftszone per ETFs abbilden. Das ist übrigens auch erklärte Meinung von Mr.Buffett.

    Entsprechend meiner obigen Einschätzung hielte ich es für sehr wertvoll, wenn hier auf Mr.Market Investmentkandidaten für ein Langfristdepot ab und an vorgestellt würden. Gerade in Zusammenhang mit der Charttechnik wäre dies interessant. Als Beispiel fällt mir die kürzlich vorgestellte McDonalds ein – hier war der Einstiegszeitpunkt aus meiner Sicht gut gewählt.

    Und zum Schluss: Vielen Dank für die gute Arbeit! Seit einigen Monaten lese ich hier mit großem Interesse mit.

  2. @kdec,

    Danke für Deine Meinung !

    Um das “Mögen” geht es in so Gesprächen aber nicht. Wenn ich als (potentieller) Investor mit dem Management rede, wird dem bei den kritischen Themen “auf den Zahn” gefühlt. Freundlich im Ton, aufmerksam in der Sache. Und wenn man Zugang zu einem Unternehmen hat, redet man auch nicht nur mit dem Mgmt, sondern auch dem Umfeld. Das ermöglicht schon einen kompetenten Eindruck von dem zu bekommen, was “im Laden wirklich los ist”. Das politisch korrekte “Blabla” der öffentlichen Aussagen, hilft da nicht wirklich weiter. Dieser persönliche Kontakt ist nicht zu ersetzen und wie gesagt, gerade Buffet lag und legt genau darauf zurecht grossen Wert. Eine grössere Übernahme oder grössere Investition wird nie ohne diesen Kontakt ablaufen, das ist eine Illusion. Mit den Analystencalls hat das wenig zu tun, die sind auch oft nur Marketing – ich rede hier von etwas Anderem, das ich schon selber als Investor/Käufer getan habe, bzw mir selber als CEO solche Investoren gegenüber sassen und mich freundlich aber kritisch “gegrillt” haben. Analysten und grosse Investoren sind zwei verschiedene Ligen für die Unternehmen.

    Nein Fondmanager haben es nicht leicht und sie schaffen in der Regel gerade mit Hängen und Würgen mit dem Markt mitzukommen. Das Dumme ist nur die weit überwiegende Mehrheit der privaten Anleger – die sich naiv für klüger halten – schaffen nicht einmal das und hinken der Marktperformance hinterher. Und für die ist es ein guter Rat, das Geld in kompetente Hände zu geben.

    Was die Investmentkandidaten für das Langfristdepot angeht, besprechen wir auch davon regelmässig diverse Aktien und ETFs. Das aber im Premium Bereich. Der freie Bereich ist nur ein “Teaser”, das echte Leben des Blogs findet im Premium-Bereich statt. Aber solange dieser “Teaser” alleine mit diesen wenigen Inhalten mit anderen freien Blogs mithalten kann, ist ja alles in bester Ordnung. 😉

    Nochmals Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich weiss das zu schätzen !

    Gruss, Hari

  3. Hallo zusammen,

    mir gefällt diese Zusammenstellung und das gesamte Forum inkl. Premium Bereich wirklich sehr gut. Seit einigen Wochen lese ich nun fleissig mit und versuche die gewonnenen Erkenntnisse zu verstehen. An der Börse bin ich zwar kein Neuling jedoch, bisher war ich leider überwiegend sehr erfolgreich darin Geld zu verbrennen;-(

    Nun, dank vieler Artikel im Forum baue ich mir eine neue Investmentstrategie auf und werden für die Zukunft auch ein 2 geteiltes Depot benutzen. Den Bereich “Investmentdepot” würde ich aber wiederum gerne 2-Teilen und mir für eine Hälfte einen kompetenten Fondmanager suchen wollen – hier wäre ich für einige Empfehlungen und Lesestoff wirklich dankbar.
    Die 2te Hälfte würde ich mit eben den klassischen Investmentaktien bestücken.
    Die für mich grösste Umstellung ist nun aber die des Trading-Depots. Hier werde ich anders als bisher nur einen wirklich kleinen Teil meines Kapitals investieren und viel aktiver als bisher verwalten. Ich stelle mir hier momentan maximal 3 Aktien vor die ich intensiv beobachten kann.

    Daher an dieser Stelle schon mal vielen Dank für die tolle Arbeit sowie die interessanten Forenbeiträge. Ich freue mich von allen Mitgliedern weitere Artikel zu lesen.

    PS. eine kleine Frage hätte ich noch. Ich lebe in der Schweiz und suche hier einen Broker der mit vernünftigen Gebühren diese beiden Depots. Bin für Empfehlungen sehr Dankbar und werde auch gerne geworben.

  4. Hallo Duda,

    der richtige Ort für die Frage wäre im Forum im geschlossenen Premium-Bereich. Hier im freien Bereich wird es darauf keine Antwort geben. Bitte stelle die Frage daher noch einmal im Mitglieder-Forum und vergiss bitte vorher die persönliche Vorstellung nicht. Die Eckpunkte der Vorstellung findest Du in Deiner Begrüssungs-Mail zum Beginn der Mitgliedschaft.

    Zu all Deinen Fragen gab und gibt es schon ausführliche Antworten, Artikel und Threads im Premium-Bereich, auf die Dich die Mitglieder sicher gerne stossen werden.

    Gruss, Hari

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