Die Kräfte des Guten


Unsere Gesellschaft ist teilweise toxisch geworden.

Man verachtet Andersdenkende, ja spricht ihnen mit Worten wie "verrecke" die Lebensberechtigung ab.

Man ordnet sich Minderheiten zu und bezieht seine Identität daraus "anders" oder noch schlimmer "besser" als die Mehrheit zu sein - ein zivilisatorischer Rückfall in das gedankliche Stammeswesen.

Man unterstellt sich reihenweise unlautere Motive und "framed" den Mitbürger mit Worten, deren einziger Zweck in der sprachliche Gewaltausübung und der Ausgrenzung aus dem Diskurs besteht.

Man urteilt nach Äußerlichkeiten und hasst das Andere, die sprachlich vorgeschobene Toleranz endet schnell an den Brettern des eigenen Gedankenkäfigs.

Man zwingt Kinder zum funktionieren, steckt sie in ein enges, verrottetes Korsett voller "muss" und impft ihnen schon früh Versagensängste ein, statt Freude und Neugier an der Welt zu fördern.

Man lebt im Gefühl von beständiger Bedrohung, die von den Menschen ausgeht, die man früher mal als Mitbürger bezeichnet hat. Und auf Angst folgt dann irgendwann auch Hass.

Man selbstermächtigt sich selber zu Nötigung und Gewalt und rechtfertigt das mit dem guten Zweck, nicht sehend, dass man damit schon längst selber zum Bösen geworden ist.

Man ist von Zukunfts-Angst erfüllt, die Büßerbewegungen in neuem Gewande Popularität verschafft und sucht sein Heil in romantisch-naiven Idealen einer statischen, vorzivilisatorischen Welt, die es so nie gegeben hat.

Ich könnte weitermachen. All das ist eine unerfreuliche Entwicklung der Gesellschaft, die ihre Gründe hat und an der gesellschaftliche und technologische Entwicklungen, ebenso wie einzelne namhafte Personen aktiv mitgewirkt haben.

Ich kann dazu immer wieder nur "Yoda" zitieren, der dazu alles sagt, was man wissen muss:

Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.

Aber das soll alles hier nicht Thema sein, denn es verkennt die Kräfte des Guten, die sich alleine deshalb immer wieder durchsetzen, weil nur sie die Welt wirklich weiter bringen.

Und gerade Krisen - auch eine Krise wie jetzt rund um das Virus - schaffen durchaus Chancen, dass die Menschen sich wieder auf das Wesentliche besinnen, Orchideen-Themen wieder als das erkennen was sie sind und die Kraft des Guten wieder erlebbar wird.

Mal ernsthaft:

Glauben Sie nicht, dass Ihr Kind viel engagierter und motivierter zur Sache geht, wenn es Lob und Zuspruch erfährt und zweifelsfrei notwendiger Tadel immer mit dem Vorschlag verbunden ist, wie man den Fehler wieder ausmerzen könnte?

Glauben Sie nicht, dass ein Schiff im Sinne Antoine de Saint-Exupéry schneller und besser gebaut wird, wenn die Männer die positive Sehnsucht nach dem großen weiten Meer in sich tragen?

Glauben Sie nicht, dass Sie beruflich erfolgreicher werden, wenn Sie ihre Kollegen und Mitarbeiter anspornen, bestätigen und unterstützen, statt diese misanthropisch anzugranteln?

Glauben Sie nicht, dass Sie viel mehr Freunde und bessere Beziehungen haben werden, wenn Sie ihren Mitmenschen zugewandt, interessiert und freundlich begegnen?

Glauben Sie nicht, dass Ihr Mitmensch mit der völlig anderen politischen Überzeugung, nicht auch vielleicht einfach nur ein Mensch ist, der im Rahmen seiner Sozialisierung nach einer besseren Zukunft für sich und seine Lieben strebt?

Wenn Sie das alles glauben und wenn Sie so denken und handeln, dann haben Sie die Kräfte des Guten verinnerlicht. Man könnte auch sagen, es ist die Kunde von Lob, Freundlichkeit und der Schaffenskraft des Optimismus, der die Welt wirklich voran bringt und besser macht.

Nicht verwechseln darf man das mit Naivität und Blindheit, nicht alles ist gut und nicht alles kann man weglächeln, es gibt 20-30% im Leben, da muss man klare Grenzen ziehen, muss sich wehren und auch mal autoritär werden, damit Dinge nicht ausufern.

Es geht aber um die Frage, was unsere Grundhaltung ist. Ob wir in den 70-80% des Lebens, in denen es wirklich Grund zu Optimismus, Freundlichkeit und Lob gibt, auch so denken oder uns lieber in unserer misanthropischen Wolke einnebeln wollen.

Man könnte es auch einfacher sagen: Es ist die Frage ob für uns das Glas halbvoll oder halbleer ist und ob wir unseren Mitmenschen ehrenwerte Absichten zubilligen, bis wir vom Gegenteil überzeugt werden oder gleich vom negativen Gegenteil ausgehen.

Sie glauben vielleicht, ich würde hier eine Predigt halten, die auch von der Kanzel kommen könnte?

Nein bestimmt nicht und es ist auch nicht immer die beste Lösung für die Welt, auch noch die andere Wange hinzuhalten. Das richtig Böse wird dadurch nur ermutigt sich noch mehr zu nehmen, es wittert Schwäche und wer glaubt pure Aggression alleine mit Luftballons besiegen zu können, ist höchst naiv.

Aber es geht um die Grundhaltung, mit der wir der Welt und unseren Mitmenschen begegnen, ob wir in der Lage sind, die Macht des Lobes zu erkennen und des Optimismus.

Und an der Stelle kommt auch der Übergang zur Börse, denn ich behaupte dass nur Menschen die des Optimismus fähig sind, ernsthaft am Aktienmarkt erfolgreich sein können.

Wer dagegen überwiegend pessimistisch denkt, wer nur das Negative sieht und jeden Tag etwas Neues fürchtet, wird von den Crash-Propheten viel mehr angezogen, die Ängste instrumentalisieren.

Es braucht Mut, um immer wieder optimistisch zu sein.

Denn natürlich endet alles mit unserem Tod, das wissen auch Optimisten, die Frage ist nur, was man vorher aus dem Leben gemacht hat und wie glücklich man war.

Lebensmut ist nicht jedem gegeben. Aber er ist die Essenz des Erfolges, die Essenz der Tatkraft und auch die Essenz der Fähigkeit, an der Börse schon heute die Amazons und Apples von morgen ins Depot zu legen und optimistisch zu sein, nicht blind, nicht euphorisch und nicht naiv, einfach optimistisch und chancenorientiert.

In diesem Sinne lassen Sie uns doch in unserem Umfeld die Kräfte des Guten wieder mehr pflegen, die Zuwendung, das Lob, die Ermunterung und die liebevolle Mahnung, die nicht belehren oder vernichten, sondern helfen will.

Ein kleines Bisschen werden wir damit auch die Gesellschaft verbessern, aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Der Punkt ist, dass das in der Regel positiv zu uns zurück kommt und unser Leben verbessert.

Und lassen Sie uns auch an der Börse Optimismus wagen, die steigt einfach statistisch 2/3 der Zeit und ich muss Ihnen jetzt nicht jedes Mal so ein Chart zeigen, oder?

Und ja ich weiss, man müsste das um die Geldentwertung normalisieren, gleichzeitig sind aber ausgeschüttete Dividenden hier nicht enthalten, womit sich das Pi-mal-Daumen wieder ausgleicht.

Wie kann man angesichts so eines Bildes von mehr als 100 Jahren Börse seine Zeit permanent mit Pessimismus verbringen? Ist das nicht idiotisch?

Oder nehmen Sie doch die Entwicklung der Welt, es ist erdgeschichtlich nur einen Wimpernschlag her, da hatten wir noch nicht einmal das Feuer entdeckt und waren einfach nur Tiere, allerdings mit dem von der Leistungsfähigkeit her größten Denkorgan gesegnet, dass dieser Planet bisher zu vergeben hatte.

Wir waren nicht die Schnellsten, nicht die Größten und nicht die Stärksten, aber mit diesem Denkorgan haben wir Werkzeuge erfunden, den Widrigkeiten der Natur getrotzt und uns letztlich den Planeten untertan gemacht. Noch immer kann uns die Natur mit einem Fingerschnippen vernichten, aber dafür braucht es jetzt schon ganz große "Geschütze", wie einen riesigen Asteroiden oder eben eine Seuche, die ebenso tödlich wie Ebola und ebenso ansteckend wie das aktuelle Corona-Virus ist. Aber gegen viele der kleineren Gefahren sind wir zunehmend immun geworden.

Noch vor wenigen tausend Jahren, haben wir an Naturgötter geglaubt und noch vor wenigen hundert Jahren, war von all der Technologie die uns nun umgibt, nichts zu sehen. Würden diese Menschen uns heute sehen, wie wir durch die Luft fliegen, Worte und Bilder über große Entfernungen "teleportieren" und Krankheiten heilen, die ein sicheres Todesurteil waren, hätten diese Menschen damals nur ein Wort für uns gehabt: Götter.

Der bekannte Science Fiction Autor Arthur C. Clarke, vom dem auch Odyssee 2001 stammt, hat den treffenden Satz geprägt:

„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Wie kann man angesichts dieser Entwicklung der Menschheit, die letztlich auch nicht anders als das Chart oben aussieht, denn pessimistisch sein? Ist das nicht idiotisch? Die Welt wird besser, nicht gleichmässig, mit Rückschlägen, aber sie wird besser, nicht schlechter!

Und genau so wie ein freundlicher Mensch auch manchmal anderen deutliche Grenzen aufzeigen muss, muss auch ein optimistischer Anleger manchmal bärisch werden und sein Augenmerk alleine auf die Defensive legen. Sonst wäre er nur ein naiver Idiot.

Die entscheidende Frage ist aber, was der Normalzustand ist, in den wir sofort nach Ende der Krise zurückkehren. Und da gibt es nur eine Antwort, schon alleine weil unser Leben endlich ist und jeder Moment endgültig vorbei.

Und diese Antwort sind die Kräfte des Guten, denn Pessimisten leben in unserer modernen Welt, in der die Lebensgefahren doch deutlich reduziert wurden, keineswegs länger als Optimisten - im Gegenteil. In der Savanne war das noch anders und Pessimismus zum Überleben sinnvoller.

Man könnte auch etwas spitz für die modernen Zeiten sagen:

Die Pessimisten haben Recht, den Optimisten gehört die Welt. In die Kiste steigen sie beide gleichzeitig.

Und nun frage ich Sie: Welches Leben wählen Sie lieber? Meine persönliche Antwort kennen Sie.

Ihr Hari

PS:

Dieser Artikel ist sozusagen "mein Wort zu Ostern". Ich trete nun bis Ostermontag im Blog kürzer und mache Ferien, nach Ostern bin ich aber für die Mitglieder wieder da. Der nächste Artikel im freien Bereich kommt in ca. 2 Wochen.

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Ein richtiger Artikel zu einer Entwicklung, die aber keine Überraschung sein sollte und beweist, dass kein Weg zum Anlageerfolg im Schlafwagen existiert.

http://www.intelligent-investieren.net/2020/04/value-trap-dividendenrendite-ver-fuhrt.html

2013 habe ich mal ausführlich zum Thema Dividenden das geschrieben:

https://www.mr-market.de/die-dividende-ueberschaetzt-overhyped-missverstanden-und-trotzdem-wichtig/

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Lesenswerte Idee und gute Darstellung des Irrsinns um Corona-Bonds.

Italiens Bürger sind reicher als wir, der Unterschied ist, dass dort der Staat knapp gehalten wird.

https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/coronavirus-wie-deutschland-italien-helfen-kann-a-1305981.html

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American Airlines (AAL), da passt mal wieder mein Spruch:
"Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss".

Übrigens auch ein schönes Beispiel, warum Aktien die beständig abwärts bröseln *kein* Kauf sind.

"The trend is your friend" und das gilt in beide Richtungen.

Aber keine Sorge, wenn sie die Richtung des Marktes nicht kennen. Der Wissenschaft ergeht es ähnlich.

Wir haben zB das - sehr positiv:
https://www.bmj.com/content/369/bmj.m1375

Und wir haben das - sehr negativ:
https://www.nap.edu/read/25769/chapter/1

Ihr Bias darf entscheiden, ob das gut oder schlecht ist. 😉

Wow was ein beeindruckendes Foto!

So würde der Markt aussehen, wenn am WE die Nachricht eines alten, leicht produzierbaren, billigen Medikamentes käme, das die schweren Verläufe verhindert.

Extrem unwahrscheinlich, aber wenn: The sky is the limit 😎

Wow was ein beeindruckendes Foto!

So würde der Markt aussehen, wenn am WE die Nachricht eines alten, leicht produzierbaren, billigen Medikamentes käme, das die schweren Verläufe verhindert.

Extrem unwahrscheinlich, aber wenn: The sky is the limit 😎
World and Science@WorldAndScience

Stunning Starlink Mission shot

Credit: Official SpaceX Photos

Erfolg am Markt hat auch wenig bis nichts damit zu tun, mit Glaskugel die Zukunft erraten zu wollen.

Es hat vor allem damit zu tun, sich im Hier und Jetzt optimal an die Lage und das Umfeld anzupassen.

Ein Fussballspiel gewinnt man auch nicht beim Grübeln über die 90. Minute.

Larry Tentarelli@LMT978

The reason that I stopped making market calls, years ago, is that most traders develop some type of directional bias, up or down, & then only see things from that bias, everything looks bad/good

Once that happens, they stop seeing price action objectively & they trade their bias

Am Ende der Woche können Bullen und Bären ihrem Bias frönen.

Die einen sehen ein sich entwickelndes höheres Tief, die anderen den Anfang vom Retest der Tiefs.

Kluge Anleger erkennen was es ist - ein undefinierter Zustand, der sich wohl erst nach Ostern aufklaren wird.
(1/2)

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Hari Live Stream 03.04.20
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Von Maß und Mitte

Heute will ich mal abseits von konkreten Kursen ein grundsätzliches Problem beleuchten, das wir uns gerade mit den diversen Notmaßnahmen, insbesondere der Notenbanken und Staaten einhandeln.

Frau Merkel hat ja im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Krise von "Maß und Mitte" gesprochen, die wir in der Krise finden sollten. Eine Aussage die konkret für die epidemiologischen Fragen eher deplatziert erscheint, denn wenn man eine Pandemie eindämmen will, ist "Maß und Mitte" am Thema vorbei, dann geht es eher um "be fast and have no regrets" wie es WHO Director Michael Ryan -> hier <- beschrieben hat.

Wenn es aber um staatliche Rettungs-Billionen geht, ist "Maß und Mitte" wirklich eine sinnvolle Grundhaltung, leider läuft es weltweit nun eher umgedreht.

Bei den epidemiologischen Maßnahmen wurde eher zu lange gezögert und nun gibt es - nach nicht mal einer Woche Lockdown - schon wieder wildes mediales Geschnatter vom Ende des Lockdowns, das derzeit verfrüht und deplatziert ist, da alle gemeldeten Neuinfektionen heute, sich in der Regel noch *vor* dem Lockdown angesteckt haben.

Bei den fiskalischen Maßnahmen aber, schmeisst man derzeit mit "Rettungsbillionen" um sich und wirft jegliche Form von fiskalischer Disziplin über den Haufen, weil die Krise die Gegner in der Argumentation schwächt. Eine Lage frischen Schnees an "Rettungsmaßnahmen" legt sich über die Länder und die Frage ist berechtigt, ob diese tatsächlich notwendig sind.

Es scheint dabei jedes Gefühl für "Maß und Mitte" abhanden gekommen zu sein und an vielen Stellen scheint die Notlage einfach nur als Einfallstor und Hebel zu dienen, um alte poltische Wunschvorstellungen nun durchzudrücken, so zum Beispiel bei der Transferunion und den Eurobonds.

Versuchen wir uns der Sache doch mal rational und nicht ideologisch zu nähern und betrachten die Frage, ob diese massiven Maßnahmen nun wirklich notwendig sind.

Wenn wir davon ausgehen, dass wir nun noch monatelang in einer Art Lockdown leben müssen, dann würde ich diese Maßnahmen im Kern auch unterstützen, auch wenn wir selbst dann viele unsinnige Mitnahme- und Kollateraleffekte erleben werden. Aber es macht Sinn, dann den totalen Zusammenbruch der vernetzten Wirtschaft zu verhindern und es macht keinen Sinn, gesunde Unternehmen nur wegen kurzfristiger Liquiditäts-Engpässe Pleite gehen zu lassen. Grunsätzlich hat dieser Ansatz also durchaus meine Unterstützung, solange eben "Maß und Mitte" gewahrt bleiben und die Gesellschaftsordnung nicht gleich mit der "Rettung" mit ausgekehrt wird.

Und es gibt sowieso viele kleine Unternehmer, Selbstständige, Künstler und so weiter, die bei längerem Lockdown ohne Verschulden in ein Liquiditätsloch fallen werden und dass man diesen ermöglicht unbürokratische Notkredite aufzunehmen, ist nicht zu kritisieren und völlig richtig. Ein Notkredit ist ja auch kein Geschenk, er hilft einfach über eine unverschuldete Krisenphase hinweg. Bis hierhin unterstütze ich den Rettungsansatz im Notfall ausdrücklich!

Nur beginnt die Politik ja aber schon ziemlich eindeutig von einer Teil-Auflösung des Lockdowns nach Ostern zu sprechen, insbesondere für die Jüngeren, weil "das Land das nicht aushalte".

Da ist durchaus etwas dran, ich kann die Logik nachvollziehen, weil irgendwann tatsächlich die negativen Folgen des Lockdowns größer sind, als die Folgen des Virus selber. Für eine Zeit von 3 Wochen wäre das falsch, diese Zeit kann eine gesunde Volkswirtschaft im Lockdown definitiv durchstehen, bei 3 Monaten hätte ich aber auch meine Zweifel.

Das Dumme und Ärgerliche ist aber, dass wenn man wirklich nach 3 Wochen wieder "aufmacht", viele der fiskalischen Nothilfen *nicht nötig sind* und sogar *kontraproduktiv* sind!

Denn sagen wir es mal deutlich, zeitlich begrenzte Krisen gehören zur Wirtschaft und sind gesund, weil sie wie eine Gesundheitspolizei die schwächsten Unternehmen aussortieren und daher danach wieder mehr Freiraum für die Gesunden schaffen. Die wirtschaftlichen "Zombies" werden dahin überführt, wo sie hingehören - in die Holzkiste, auch Insolvenz genannt und das ist volkswirtschaftlich genau richtig so!

Ein Unternehmen aber, das derzeit so schwach auf der Brust ist, dass es nicht einmal 3 Wochen aus den eigenen Reserven und Banklinien überleben kann, hat meiner Meinung nach *eine Rettung nicht verdient*.

Diese Aussage gilt auch ausdrücklich für die Gesellschafter und Manager, die zu dieser Schwäche des Unternehmens potentiell beigetragen haben, in dem Gewinne zu schnell privatisiert wurden und nicht als Notreserve im Unternehmen belassen wurden, weswegen eine Sozialisierung der Pleite auch nun höchst unfair für den Rest der Gesellschaft wäre.

Insofern habe ich nun doch ein Problem mit den Rettungsbillionen, die so freizügig gestreut werden. Entweder fahren wir nun einen konsequenten Lockdown, der sich primär nach epidemiologischen Vorgaben richtet und durchaus lange dauern kann, dann bin ich prinzipiell *für* einen selektiven Rettungsansatz. Oder wir stellen die Wirtschaft in den Vordergrund, gehen schon nach 3 Wochen wieder in Richtung Normalmodus und dann sehe ich keinen Grund Steuergelder für Firmen zu verbrauchen, die ein Überleben nicht verdient haben.

Ich habe ehrlich großen Zweifel, ob wir die Interventionisten und "Retter" wieder loswerden, die die Krise nun auf den Plan gerufen hat. Dass zu einer gesunden Wirtschaft auch ein gesunder Ausleseprozeß gehört, hat keine Lobby in Politik und Bevölkerung, der Reflex ist immer, schon längst überflüssig gewordene "Zombies" mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung noch durchzuschleppen, nicht verstehend, dass man damit viel mehr neue Arbeitsplätze an anderen Stellen torpediert und die Zombies am Ende doch Pleite gehen, nachdem man Steuermilliarden da versenkt hat.

Wie schnell solch unsinniger Mißbrauch aufkommt, können wir zum Beispiel bewundern, wenn beispielsweise ein hoch liquider Weltkonzern wie Adidas - ermöglicht durch das -> neue Covid-19-Abmilderungs-Gesetz <- - nun -> einfach für geschlossene Läden keine Miete mehr zahlt! <-

Adidas, die vergleichsweise in Liquidität schwimmen, bekommen also einen Hebel sich einen Vorteil zu ergattern und nutzen ihn sofort. Andere werden folgen, die es auch nicht nötig haben und sich unsolidarisch einfach einen Vorteil ergattern. Der Vermieter aber, der vielleicht wirtschaftlich viel schwächer als Adidas dasteht, hat dagegen den schwarzen Peter gezogen.

Adidas ist ein schönes Beispiel für die Negativeffekte von mit heisser Nadel gestrikten "Notfall-Gesetzen". Das kann keiner gut finden und zeigt, dass die Rettungsarie schon Schlagseite hat.

Abgesehen davon sollten wir uns keiner Illusion hingeben, jemand wird die Rechnung für diese "Rettungen" nach der Krise präsentiert bekommen und ich kann Ihnen auch heute schon sagen wer das ist: nicht Adidas, der Profiteur, sondern die sogenannten "Reichen", womit präzise gesagt über 80% der Leser dieses Blogs gemeint sein dürften, weil der absurde, vom Bild einer wohlig-warm-miefig-gleichgerichteten "Volksgemeinsschaft" geprägte Reichenbegriff bei uns ja jeden umfasst, der sich erdreistet schon ein überdurchschnittliches Gehalt zu beziehen oder - Gott bewahre - unternehmerisch erfolgreich zu sein. Die vielen kleinen Leistungsträger der Gesellschaft werden also dafür blechen, Weltkonzerne die sich einen schlanken Fuß machen dagegen garantiert nicht!

Wer also gut gewirtschaftet hat und als Unternehmen Reserven gebildet hat, wird durch die "Rettungen" doppelt gestraft. In der Krise wird ihm der Vorteil gegenüber den verantwortungslosen Gesellen genommen, weil diese dank Hilfe trotzdem überleben können und der Markt nicht bereinigt wird. Nach der Krise wird es höhere Sondersteuern auch für die geben die keine Hilfe brauchten, weil man ja vermeintlich so von der "Rettung" profitiert hat.

Dass am Ende genau dieser Mechanismus einer Volkswirtschaft schadet, weil er Moral Hazards generiert und Fehlverhalten fördert, ist völlig klar, wird aber weder verstanden noch will es jemand hören.

Erneut, damit es da keine Missverständnisse gibt, ich bin ja nicht gegen liquiditätssichernde Notmaßnahmen, man darf aber in der "Rettungswut" auch nicht über das Ziel hinaus schiessen.

Aber auch im Grösseren sehen wir diese Mechanismen, wenn wir -> von der Aggressivität des italienischen Premiers <- lesen, der nun vermutlich die große Chance sieht, eine Vergemeinschaftung der Schulden via Eurobonds durchzusetzen.

Die Krise ist dabei nach meiner Einschätzung nur ein Mittel, das mit großer moralischer Inbrunst für den eigenen Vorteil genutzt werden soll, denn Italien hat ja derzeit gar kein Problem Schulden für die Krise aufzunehmen, die EZB und die EU haben schon längst alle Schleusen und Begrenzungen geöffnet. Aber mit den Folgen höherer Zinsen sollte man dann auch leben, so wie es sich gehört, zumal diese durch die Aufkaufprogramme der EZB doch sowieso schon weit unter den realen Marktzins gedrückt werden.

Was hier versucht wird ist für mich verwerflich und hat mit der Krise nichts zu tun. Auch hier haben wir die Parallelität zum obigen Thema des Moral Hazards, wer als Staat bisher solide gewirtschaftet hat, hat am Ende den Nachteil davon und soll dem Schuldensünder sein bisheriges Verhalten finanzieren, weil der "gerettet" werden muss. In dem Zusammenhang erinnere ich wieder daran, dass das statistische Vermögen von Italienern höher als von Deutschen liegt, ein Umstand der gerne verschwiegen wird und auch der Umverteilung im Euro geschuldet ist - ich habe darüber in der Vergangenheit schon öfter geschrieben.

Jetzt höre ich gleich die Stimmen, die an die "Solidarität mit Italien" appellieren, was aber beim Thema Eurobonds völlig am Thema vorbei ist.

Mangelnde Solidarität haben wir in Europa tatsächlich und ich empfinde es als eine Schande. Das ist aber die konkrete Solidarität bei Masken, bei Schutzanzügen, bei Atemgeräten, bei übernommenen Patienten und auch bei Hilfsgeldern die direkt ins Gesundheitssystem gehen.

Hier fehlte es zuletzt deutlich an Solidarität, wo sind denn die Lastwagen-Kolonnen gewesen, die nach Norditalien Hilfsmaterial aus Österreich, Deutschland, Dänemark, Polen etc transportiert haben? Ich habe keine gesehen und das ist etwas, worüber der italienische Premier tatsächlich wütend sein darf, das wäre echte Solidarität gewesen. In der Krise ist sich scheinbar jeder selber der Nächste und kein Mensch braucht so ein Europa, das sobald es eng wird, gleich wieder nur an sich selber denkt.

Das darf man kritisieren, das muss man kritisieren, mit dem Wunsch individuell gemachte Schulden zu vergemeinschaften, hat das alles aber rein gar nichts zu tun und macht auch keinen Patienten gesund, der nun in der Intensivmedizin um jeden Atemzug ringt.

Das Virus nun als Hebel zu benutzen um Widerstände zu beseitigen, ist politisch geschickt, aber ebenso zerstörerisch für die europäische Solidarität, wie absurde Auslieferungsstops für Masken in befreundete Nachbarländer.

Machen wir es doch mal konkret und wischen diese ganzen Girlanden weg, die gerne zur Vernebelung des Kerns benutzt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie haben in Ihrem Wohnhaus in der Krise einen Nachbarn, mit dem Sie solidarisch sein wollen. Der Nachbar ist selbstständig, hat weniger Geld als Sie und wird durch die Krise so schwer getroffen, dass er Probleme hat sich nun notwendige Medikamente, Desinfektionsmittel und so weiter zu kaufen.

Wenn Sie dem nun die Tür zuknallen, sind Sie ein unsolidarischer Holzklotz und sollten sich schämen! Die Solidarität gebietet es, dass Sie dem etwas von ihren gebunkerten Desinfektionsmittel abgeben und ihm auch an anderer Stelle unter die Arme greifen. Daran gibt es keinen Zweifel, wer das nicht tut, handelt egoistisch und unsozial.

Nun machen Sie das aber, der Nachbar erdreistet sich aber trotzdem an Ihre Tür zu bollern und Sie mit moralischem Unterton laut aufzufordern, nun mitzukommen und bei seiner Bank für seine Schulden zu bürgen, weil wir ja in der Krise alle im gleichen Boot sitzen würden. Hallo?

Was würden Sie tun? Ihm die Tür zuknallen und vielleicht die Polizei rufen und richtig so!

Wer Schulden für Ausgabenprogramme und Versprechungen an Wähler macht, muss auch später für die Konsequenzen gerade stehen und kann diese nicht an Dritte abladen. Es muss immer eine Einheit der Verantwortung geben.

Wer dieses Grundprinzip schleifen will, zerstört langfristig unser Wirtschaftssystem und unseren Wohlstand und ersetzt es durch eine Kleptokratie, in der der Stärkste, Lauteste und Skrupeloseste die Macht hat. Auch eine Pandemie kann dafür keine Ausrede sein!

Man kann also sehr wohl Eurobonds einführen, aber genau dann wenn man das italienische Staatswesen auflöst und einer Euro-Zentralregierung überantwortet. Dort ist dann die Entscheidung und die Verantwortung für die Folgen wieder in einer Hand, so wie es richtig ist. Dass aber italienische Politiker an Ihre Wahl-Klientel Versprechungen machen, deren Folgen deutsche Wähler dann mitzufinanzieren haben oder natürlich auch umgedreht, ist in jeder Hinsicht indiskutabel und verwerflich und hat mit der Corona-Krise absolut nichts zu tun!

Sie sehen, unerkannt von der Öffentlichkeit, die auf das Virus starrt, fehlt es der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Diskussion nun in meinen Augen zunehmend an "Maß und Mitte".

Davor bekomme ich zunehmend Sorge, die Geister die man rief, wird man dann nicht mehr los.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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