Sinnvolle Basis-ETFs

Ich knüpfe heute an den Artikel von letztem Frühjahr an, in dem ich -> interessante Themen ETFs <- betrachtet hatte.

Eine solide Basis gehört in jedes Depot, das habe ich schon oft wie eine Gebetsmühle wiederholt. Und eine solide Basis besteht kompromisslos aus *Qualität*, also Aktien mit hoher Gewinn- und Wachstums-Stabilität, Firmen mit Geschäftsmodellen die bei "Wind und Wetter" einfach vor sich hinlaufen.

Eine zu niedrige Bewertung ist da eher Kontraindikator, weil Unternehmen mit einem KGV von 7 oder 8 offensichtlich keinerlei Zukunft mehr haben, zumindest kann der Markt keine mehr sehen und der ist klüger als wir. Ob Unternehmen Dividende zahlen oder nicht ist dabei auch sekundär, wenn Unternehmen wie DHR und TMO ihre Gewinne sinnvoll reinvestieren, ist das für Anleger sogar (steuerlich) vorteilhafter als eine Ausschüttung.

Sie kennen diese meine grundlegende Haltung, die sich in all den Jahren auch immer wieder bewährt hat. Es waren die TMOs, DHRs und MSFTs mit denen man im Depot Spaß hatte und nicht die Riesenkolosse mit Riesendividende ala AT&T.

Aktien dieser Qualität sind aber von der Bewertung her nie "billig", weil der Markt die Qualität auch kennt und daher einpreist. Warum der Markt bei beständig wachsenden Aktien trotzdem langfristig zu vorsichtig ist, habe ich 2018 im folgenden Artikel erklärt:
-> Warum "Solid Growth" als Investment alles schlägt <-

Nun haben wir in 2022 vielleicht eine Situation, in der das was ich -> Quality Value <- nenne, eine Nachholbewegung startet. Das sind nicht die perfekt bepreisten TMOs und MSFTs, die haben keinen Nachholbedarf. Es sind aber auch nicht die tief gefallenen "Gurken", es sind wie im obigen Artikel gezeigt Qualitätsunternehmen, die aus unterschiedlichsten Gründen in einer Delle sitzen und potentiell noch Nachholbedarf haben.

Selbstverständlich kann man das mit den Einzelaktien im Depot spielen und wenn man das gut macht, ist es der profitabelste Weg, weil man wirklich nur im Depot hat was man haben will. Ich selber beschreite diesen Weg.

Aber auch der Weg über ETFs ist absolut in Ordnung, das ist dann zwar ein wenig mehr "Schrotflinte", aber besser als gar keine derartige Grundierung im Depot zu haben ist es allemal!

Sie wissen dass ich ETFs nicht ablehne, aber gewissen Auswüchsen auch skeptisch gegenüber stehe. Besonders ETFs die "von jedem Dorf einen Hund" haben halte ich für wenig sinnvoll, weil sie das Depot zu einer "grauen Matsche" verschmieren. Und wenn man eine Handvoll solcher ETFs im Depot hat, zahlt man zwar Gebühren an den Anbieter, hat aber am Ende auch nur die Performance des MSCI World, weil jegliche bewusste Selektion verschmiert wurde. Dann kann man die Selektion auch gleich sein lassen!

Viele ETFs haben das Problem. Man bekommt jede Menge Aktien mit dazu, die man bei einer fokussierten Auswahl gar nicht sehen will, ideal wären ETFs mit nur 20-30 punktgenau selektierten Werten, das gibt es aber selten.

Und damit sind wir beim Thema dieses Beitrags. Ich habe "weder Kosten noch Mühen" gescheut, um im Wust der ETF-Angebote mal ein positives Beispiel herauszuziehen, das meinem obigen Anspruch noch am Nächsten kommen und als Grundierung eines Depots in Frage kommen könnte.

Bevor ich das tue, will ich ihnen aber das Problem der "von jedem Dorf ein Hund" ETFs visualisieren, mein Eindruck ist nämlich das Einige das noch nicht so richtig sehen, weil die schönen Sprüche der ETF-Industrie ja zu verlockend sind.

Wählen wir doch also mal dem Namen nach einen "Qualitätsansatz" und gehen zum Marktführer iShares (Blackrock), dann fallen wir ziemlich schnell über diesen ETF - mit 2,7 Milliarden $ darin angelegten Kapitals keine kleine Nummer und offensichtlich erfolgreich:

-> iShares Edge MSCI World Quality Factor ETF (IS3Q) <-.

Hört sich ja auf den ersten Blick auch sinnvoll an, starke und stabile Gewinne werden in den Vordergrund gestellt, der ETF enthält das Whos-Who der Aktienwelt, hier sind die ersten 14 Positionen, was soll da schon schiefgehen?

Der ETF beinhaltet 300 Aktien, die ganze Breite der weltweiten Qualitätswerte also, wenn man glaubt dass Diversifizierung perse gut sei, dann kann es doch kaum einen besseren ETF geben. Hier das wunderbare Chart seit 2015:

Alles perfekt also. Und dann komme ich als Spielverderber daher, rede von "totdiversifizieren", dass hier "von jedem Dorf ein Hund" dabei sei und man dann gleich den MSCI World kaufen könnte.

Also machen wir das doch mal und schauen auf den MSCI World ohne jede Selektion und ohne jeden Qualitätsanspruch - einfach nur alles in einen Topf verquirlt. Auch da werden wir bei iShares fündig, hier sind über 1.500 Aktien des MSCI World in einem ETF:

-> iShares Core MSCI World ETF (EUNL) <-

Und jetzt schauen wir doch mal, ob die "Qualität" hier einen Vorteil verschafft. Hier ist der Vergleich:

Au Weia! Praktisch kein Unterschied und glauben sie mir, ich bin kein bischen überrascht. Denn das ist genau was ich sage, die 300 Topaktien sind viel zu breit und der Hund beisst sich hier in den Schwanz.

Weil es zweifelsfrei die Topaktien sind, haben diese auch eine sehr hohe Marktkapitalisierung und dominieren die Indizes, wäre es anders wären sie ja nicht so wertvoll. Und wenn man die 300 besten (und damit Schwergewichte) der Aktienmärkte in einen Korb packt, dann entspricht das halt zu mehr als 90% dem Gesamtmarkt. Punkt!

Wir halten also fest: Bei ETFs die "von jedem Dorf einen Hund haben", werden die verschiedenen Selektionsansätze Ad Absurdum geführt!

Und Diversifizierung bzw "breite Streuung" ist kein Wert an sich, weil zu viel davon zu einer "grauen Matsche" führt, in der kein Mehrwert mehr steckt. Gute Diversifizierung braucht also auch Intelligenz, man will Klumpenrisiken ausgleichen, gleichzeitig aber trotzdem eine Überrendite erzielen. Reine "Aktien-Bullemie" ist kein Qualitätskriterium bei der Geldanlage.

Das macht die ETFs ja nicht schlecht, es sind ja wirklich Topaktien von Apple bis Visa, aber man bekommt damit eben faktisch nur den MSCI-World-Index und das kann man auch noch einfacher haben.

Das Ganze ist also vor allem eine schöne Marketingmasche der ETF-Industrie, die Kunden glauben nun Qualität "beigemischt" zu haben und ich verspreche ihnen, sie werden bei Anlegern Depots mit mehreren solcher Monster-ETFs finden, die letztlich alle das Gleiche abbilden.

Das ist nicht wofür ETFs sinnvoll sind, dann kann man wirklich den MSCI World kaufen und alles andere vergessen.

Aber es geht besser und dabei gefällt mir VanEck sehr gut, die sich nun langsam auch in Europa breit machen und sehr oft pointierte ETFs herausgeben, die echte Selektion beinhalten und damit einen Mehrwert schaffen. Ein so ein Fall ist der

-> VanEck Vectors Morningstar US Sustainable Wide Moat ETF (GMVM/MOAT/A12CCN) <-

Der ETF beinhaltet selektierte Qualitätsaktien der etwas defensiveren Sorte, die man in der Mehrzahl ohne zu Zögern in ein Investmentdepot packen könnte. Und es sind nur 58 Positionen, eine echte Selektion.

Und jetzt fügen wir den ETF mal unserem Vergleich hinzu, schauen uns die letzten 5 Jahre an und Voila:

*Das* wollen wir sehen, eine echte Überperformance, ein echter Mehrwert!

Das ist scheinbar ein ETF, dessen Konzept einen Sinn hat, hier ist nicht jeder Hund jedes umgebenden Dorfes enthalten und damit das Gesamtergebnis zuverlässig graues Einerlei, hier wird positives Alpha generiert.

Und noch besser, seit 2020 gibt es eine Erweiterung dieses Konzeptes um Aktien außerhalb der US. Das ist der

-> VanEck Vectors Morningstar Global Wide Moat (VVGM/GOAT/A2P6EP) <-

Auch der kann nicht perfekt sein, irgendwo hakt es immer und eine pointierte Auswahl dessen was ich "Quality Value" nenne ist nie möglich, entweder hat man einiges an Top-Qualität dabei, oder eben auch die AT&Ts dieser Welt.

Hier im GOAT sind leider auch die Microsoft, Google und Amazon wieder dabei, die man eigentlich nicht schon wieder braucht und in fast jedem ETF stecken. Aber es sind trotzdem nur 70 Aktien von durchweg hoher Qualität und auch die von mir als "Quality Value" genannten Intel, Novartis und BAE Systems finden sich dabei und noch viel mehr.

Sehen sie selber -> hier <- die im GOAT enthaltenen Aktien:

Eine sinnvolle Zusammenstellung von aktuell nur 70 Positionen, die durchweg von recht hoher Qualität sind, eine sinnvolle Grundierung eines Depots!

Weil es den ETF erst seit 2020 gibt, macht ein Chartvergleich keinen Sinn, da er aber nur eine Erweiterung des "MOAT" darstellt, ist er im Verlauf näherungsweise identisch und das obige Vergleichs-Chart kann auch angewendet werden.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass der MOAT/GOAT von VanEck die einzige derartige Option im ETF-Universum ist, ich habe nicht alle Varianten und Emittenten überprüft. Und ich mache hier keine Aussage im Sinne "der Beste" oder "meine Empfehlung" und derartigen Quatsch für Minderbemittelte.

Ich wollte ihnen aber zeigen, was ich als Depotgrundierung via ETF für sinnvoll konstruiert halte und was letztlich nur Marketing und alter Wein in neuen Schläuchen ist.

Wenn sie ETFs einsetzen, machen sie also nicht den Fehler des "Totdiversifizierens" und machen sie einen Bogen um die Mega-ETFs mit hunderten Werten und schönen, verkaufsfördernden Themen-Namen. Die generieren keinen Mehrwert, letztlich kaufen sie damit kostenpflichtig nur den MSCI World.

Was völlig in Ordnung wäre, wenn das ihr Ziel ist, es kann auch Sinn machen sich einfach den S&P500 ins Depot zu legen. Dann wählen sie aber einfach den liquidesten und billigsten ETF für SPX oder MSCI World und gut ist es! Andere (teurere) Konstruktionen brauchen sie nur, wenn die einen Mehrwert liefern.

Ihr Hari

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Quartalszahlen Review KW03 2022



Die Quartalssaison geht wieder langsam los, allerdings ist die Anzahl der berichtenden Unternehmen in der KW03 noch so begrenzt, dass ich diesen Review zum Start mit einigen ETFs ergänze, um erneut einen Gesamteindruck des Marktgeschehens zu vermitteln. In der KW04 wird es dann richtig "hereinrollen", was die Quartalszahlen angeht.

Ich bespreche im Schnelldurchgang von 19 Minuten in bewährter Manier 15 ETFs und 19 Unternehmen in folgender Reihenfolge:

ESPO, 2B79, ARKK, IWO, XLV, IHI, IBB, HEAL, ICLN, IQQQ, XLU, XLB, XLE, WOOD, ASML, NFLX, UNH, ISRG, BAC, GS, MS, SCHW, IBKR, TRV, UNP, CSX, AAL, ALO, PG, CFR, KMI, AA, SLB

Viel Spaß!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW03 2022

Zur Erinnerung, der morgige Montag ist in den US der Börsenfeiertag "Martin Luther King Day". Mangels Wallstreet gibt es keinen Stream, dafür aber ein Quartalszahlenreview-Video und einen Zusatzartikel.

Diffuse Woche

Letzte Woche habe ich die Ausgangslage wie folgt beschrieben:

Vor uns liegt die erwartet diffuse Ausgangslage mit sichtbar erhöhten Abwärtsrisiken speziell im Tech-Sektor.

Der Markt spielt derzeit zwei sich überlagernde Wenden, einerseits die Zinswende, andererseits das erhoffte Ende der Pandemie. Beides überlagert sich und führt zu erheblichen Verschiebungen zwischen Sektoren.

Das ist definitiv *keine* Ausgangslage um ins Blinde hinein den Helden zu spielen. Lassen wir uns vom Markt überzeugen, wann immer seine Stimmung besser wird. Solange dieser Beweis nicht kommt, bleiben wir skeptisch.

Das war eine gute Grundhaltung, denn was wir bekommen haben war einen starken Einbruch am Montag, dann einen Rebound, der sich aber nicht durchsetzen konnte, einen zweiten Einbruch am Donnerstag und einen halbwegs versöhnlichen Ausklang am Freitag:

Auch im NASDAQ100 war das nicht viel anders, der Bounce war aber noch schwächer und überhaupt nicht überzeugend:

Spannend sind in dem Zusammenhang auch wieder die Sektoren und die sprechen eine klare Sprache. Klar positiv war nur Energie und Rohstoffe, alles andere war so diffus wie erwartet:

Keine generelle Baisse, eine Normalisierung

Wichtig ist natürlich die Frage zu beantworten, ob das was wir erleben nun der Beginn einer großen Baisse ist, eines generellen Bärenmarktes. Die Antwort die die Daten geben lautet anders, es handelt sich mehr um eine gesunde Normalisierung, in der zu weit gelaufene Sektoren und Aktien wieder auf ein Normalmaß gestutzt werden und Nachzügler eine Aufholbewegung starten.

Man kann diese Interpretation auf vielen Ebenen zeigen, so zum Beispiel auf Ebene von Einzelaktien wenn man sieht, wie zu weit enteilte Topaktien wie Halma (HLMA) nun zum Jahresanfang endlich auch mal zurechtgestutzt werden:

Im Gegenzug finden "Gurken" wie AT&T endlich mal einen Bid, der ihnen im alten Jahr zuverlässig verweigert wurde:

Man kann sich wie oben die Sektorenperformance anschauen, dieses Mal für das komplette neue Jahr und bekommt auch das Bild einer Rotation, keiner generellen Baisse:

Oder, noch wichtiger, man kann sich wie -> hier Bespoke <- mal die Performance von Länderindizes seit Jahresanfang anschauen. Und dann sieht man, dass die US die in 2021 allen anderen Ländern weit vorausgelaufen ist, sich nun zum Jahrestart 2022 im unteren Drittel befindet.

Und zu guter letzt kann man mal auf das Sentiment via -> Fear & Greed <- schauen, denn wenn das eine generelle Baisse wäre, müsste man das sehen.

Aber nein, das befindet sich im neutralen Bereich, was auch zeigt, dass die Sicht auf den Markt davon abhängt was man im Depot hat. Ein Bärenmarkt ist das für die, die US-Tech im Depot haben, wer dagegen weltweite Zykliker und Industriewerte im Depot hat, hat eher keinen Grund zur Klage:

Fazit:

Wir erleben an den Weltmärkten Umschichtungen und damit verbunden eine gesunde Normalisierung von Bewertungen. Übertreibungen der einseitigen Bewegungen seit dem Covid-Tief werden bereinigt, die Zinswende sorgt für eine grundlegend andere Sicht der Marktteilnehmer auf den Markt.

Es spricht viel dafür dass diese Phase länger andauert, potentiell das ganze 1. Quartal. Aber wir haben hier keine generelle Baisse vor uns, die Kunst ist, in den "richtigen" Assets zu sein, die von der Rotation profitieren.

Es gilt für uns also weiter: "Caution until proven otherwise", soweit wir inbesondere in US Tech engagiert sind. In anderen Ländern und Sektoren kann man aber durchaus auch mal optmistisch einen Rebound nach Covid spielen, der mit dem Durchlaufen von Omicron nun vor der Tür stehen könnte.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Anleger deren Fokus vor allem auf den kleineren US-Techaktien liegt, warten natürlich nun sehnsüchtig mal auf eine Wende. Genau genommen befinden sich diese Aktien ja schon seit Februar letzten Jahres im Bärenmarkt, da darf man ja mal Hoffnung auf ein Ende haben.

So ist es auch erklärlich, dass die kleine Stärke von Freitag gleich zu Hoffnungen Anlaß gibt, dass wir hier einen Dopppelboden im NASDAQ100 bekommen.

Und ja, Hoffnung darf man haben, der Gedanke ist nicht völlig grundlos, die Volumensignatur im Future ist positiv:

Aber schon beim Betrachten des ARKK ETFs, der gehypte Zukunftsaktien ja besonders pointiert an einem Platz versammelt, wird klar dass das derzeit mehr Hoffnung denn Realität ist, da ist von einer Wendechance bisher rein gar nichts zu sehen:

Ich kann also nur dringend: "Geduld junger Padawan" rufen.

Ja, sobald dieser nun fast 1 Jahr andauernde Bärenmarkt endet, entstehen daraus immense Chancen, denn eine ganze Reihe der betroffenen Unternehmen tragen tatsächlich weiter Zukunft und Wachstum in sich.

Aber das muss man unbedingt abwarten und nicht aus reinem *Hopium* permanent die Wende herbeifabulieren.

Und auch was den NASDAQ100 der großen Bluechips angeht, gibt das Chart zwar durchaus einen Doppelboden her, der zu einem Rebound in der KW03 führen könnte. Aber auch hier gilt, dass Microsoft und Co. immer noch weit vorausgelaufen sind und durchaus noch monatelang relative Schwäche zu den Nachzüglern zeigen könnten.

Schauen sie beispielsweise mal, was wäre an einem weiteren Rückgang auf diese Steigungslinie und gleichzeitig 50-Tage-Linie ungesund?

Ich sage es ihnen: Nichts! 😉

Prüfen wir uns also ganz genau bei unserer Markteinschätzung, ob diese nicht von Hoffnungen oder Ängsten getrieben wird. Objektiv haben wir seit dem Jahreswechsel nun gute 2 Wochen Rotation im Lichte einer Zinswende, warum kann das nicht noch ein paar Wochen so weitergehen? Eben. 😀

Das Ende der Pandemie

Was aber immer wahrscheinlicher wird ist, dass mit Omicron nun das Ende von Covid als Pandemie herbeigeführt wird. Siehe auch Drosten und -> Omicron ist eine Chance <- - wenn sich Drosten im Bereich seiner fachlichen Kompetenz bewegt, ist er immer lesenswert.

Das Virus wird endemisch und damit endlich die "neue Grippe", die es am Anfang eben nicht war, als die Lungen zerstört wurden und das Virus auf eine weitgehend ungeschützte Bevölkerung traf. Omicron scheint nun durch die Bevölkerung "durchzurauschen", ohne noch besonders schwere Folgen zu verursachen, ein Umstand den selbst Söder mit seinem Gespür nun -> wahrgenommen <- hat und seinen Ansatz ändert.

Die Daten weisen auf jeden Fall weltweit in die gleiche Richtung, aus Südafrika oder Israel kennen wir das schon, aber nun auch -> aus New York <- mit einer deutlich sichtbaren Topbildung:

Oder auch -> hier aus UK <-:

Für die Börsen ist die Pandemie damit in der Schlußrunde, das große Risiko geht nun von Asien und insbesondere China aus, wo drakonisch bei dem kleinsten Ausbruch eingegriffen wird und damit ganz Städte lahmgelegt, was natürlich auch die Lieferketten weiter unter Druck setzt.

Aber es scheint jetzt endlich der Zeitpunkt gekommen, zu dem man mit gutem Gewissen auf die besonders von der Pandemie betroffenen Sektoren wie Luftfahrt oder Touristik schauen kann und eine seriöse Wette auf einen Rebound mit Normalisierung eingehen kann.

Selbst im Aerospace&Defense ETF ITA, der sich durch den Rüstungsanteil schon wieder nahe der Hochs befindet, kann man noch Potential nach oben sehen, wenn man eine Art Steigungslinie nach oben anlegt:

In den zivilen Sektoren ist dieses Potential aber noch deutlich höher, wie ich ihnen schon oft beispielhaft anhand des Boeing-Zulieferers Spirit Aerosystems (SPR) gezeigt habe:

Also, ich denke die Zeit das Ende der Pandemie zu spielen ist gekommen! Auch das sind aber keine Trades auf Docusign (DOCU) oder Teladoc (TDOC), weswegen diese Art ARKK-Aktien durchaus weiter fallen können und Sektoren wie Luftfahrt und Touristik in den kommenden Wochen trotzdem steigen!

Das ist toppy!

Nachdem ich oben nun beispielhaft gezeigt habe, wo aktuell durchaus Chancen liegen, ebenso bei Zyklikern, Industrie, Quality Value etc, will ich aber erneut auf den Absatz davor "Die Hoffnung stirbt zuletzt" zurückkommen und mit ein paar Charts erneut objektiv aufzeigen, wo wir im Techsegment derzeit stehen und warum es Sinn macht, hier im Sinne "cautious until proven otherwise" weiter vorsichtig zu sein und nicht permanent auf eine Wende zu lauern.

Schauen sie mal, die Charts sind selbsterklärend "toppy":

Zunächst der iShares Digitalisation ETF (2B79) in Euro, darin sind die großen Covid-Gewinner wie DOCU:

Dann ebenso in Euro der iShares Healthcare Innovation ETF (HEAL) in dem auch viele Covid-Gewinner sind:

Und zu guter letzt dieses Mal aus den US in Dollar der iShares Russell2000 Growth ETF (IWO), der die kleineren Wachstumsaktien beinhaltet:

Alle drei ETFs sehen "toppy" aus, alle drei ETFs haben *keinerlei* sichtbare Wendeformation, weswegen es sich bei aller Ungeduld verbietet, hier mit reinem Hopium hineinzugreifen.

Also noch einmal: "Geduld junger Padawan"! Für diese Aktien ist das ein Bärenmarkt und der ist noch nicht zu Ende!

Aber es gibt doch viele Sektoren die nun gut laufen, richten wir unser Augenmerk darauf.

Normale Daten-Woche

Letzte Woche waren alle Augen auf die Inflationsdaten gerichtet, die kamen aber im Rahmen der Erwartungen herein und haben daher nicht zu einer Neubewertung geführt.

Die -> kommende KW03 <- ist an Wirtschaftsdaten eine normale Woche.

Die Augen richten sich zum Wochenanfang vor allem nach China, am Dienstag auf die Bank of Japan und am Donnerstag auf europäische Inflationsdaten und auf den Philly Fed Index:

Beginn der Quartalssaison

Dafür beginnt nun aber langsam die neue Quartalssaison, bei der es besonders wichtig sein wird zu sehen, ob die Firmen aufgrund von Omicron mit Problemen in ihren Lieferketten rechnen. Vor allem Asien und speziell China erscheint da gefährdet, eine drastische Lockdown-Politik stellt ein Risiko dar.

Zahlen der Banken von letztem Freitag waren bis auf Wells Fargo (WFC) wenig erfreulich und habe diese Saison mit einem negativen Ton eröffnet.

In der KW03 berichten an großen Unternehmen laut -> Quartr <-:

Ich werde am morgigen Montag einen Quartalszahlenreview für die berichtenden Unternehmen Online stellen, den ich mit einigen ETFs zur Marktlage ergänze.

Summa Summarum

Wir befinden uns weiter in einer diffusen Marktlage, die an den Weltmärkten von Umschichtungen und einer gesunden Normalisierung von Bewertungen geprägt ist. Während die Indizes diffus wirken, gilt das aber nicht für einzelne Sektoren, die teilweise klar bullische oder bärische Signale senden. Das diffuse Gesamtbild entsteht aus der Überlagerung gegensätzlicher Entwicklungen.

Der Markt spielt weiter primär zwei sich überlagernde Wenden, einerseits die Zinswende, andererseits das sich mehr und mehr realisierende Ende der Pandemie. Beides überlagert sich und führt zu erheblichen Verschiebungen zwischen Sektoren.

Übertreibungen durch einseitige Bewegungen seit dem Covid-Tief werden bereinigt, die Zinswende sorgt für eine grundlegend andere Sicht der Marktteilnehmer auf den Markt - es findet eine Art Neuaufstellung der Marktteilnehmer statt.

Es spricht viel dafür, dass diese Phase länger andauert, potentiell das ganze 1. Quartal. Aber wir haben hier keine generelle Baisse vor uns, die Kunst ist, in den "richtigen" Assets zu sein, die von der Rotation profitieren.

Es gilt für uns also weiter: "Caution until proven otherwise", soweit wir inbesondere in US Tech engagiert sind. In anderen Ländern und Sektoren kann man aber durchaus auch mal optimistisch einen Rebound nach Covid spielen, der mit dem Durchlaufen von Omicron nun vor der Tür stehen könnte.

Ich wünsche viel Erfolg in der KW03 2022!

Ihr Hari

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Sicherheit als Lebenskorsett

Wer ernsthaft und dauerhaft an den Märkten erfolgreich sein will und nicht nur ein paar Glückstreffer landen will, braucht dafür auch die richtigen Denkstrukturen, neudeutsch den "Mindset" genannt.

Gerade auch die damit zusammenhängenden Fragen und Probleme sind immer wieder Thema bei uns auf Mr-Market, lesen sie mal was ich den Mitgliedern zum Beispiel letzten Sommer geschrieben habe:

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Es gibt gebildete und durchaus intelligente Menschen, die aus ihren Fähigkeiten im Leben nicht das machen können, was leicht möglich gewesen wäre. Und dabei steht ihnen manchmal eine nahezu panische Angst vor Fehlern, ein Zwang immer "alles richtig zu machen", deutlich im Weg. Damit verbunden ist dann auch eine massive Risiko-Aversion, weil alles was neu oder unbekannt ist, ja auch ein Risiko gegenüber dem Gewohnten darstellt.

Diese Aversion gegen Wandel und selbst kleinste Risiken lässt die extremsten Varianten dieses Typus alles früh ablehnen was mit Veränderung zu tun hat, so dass diese Menschen schon im mittleren Alter den Anschluss an die moderne Welt zu verlieren drohen. Eine Mikrowelle - "das brauchen wir nicht". Einen Geschirrspüler - "das brauchen wir nicht". Ein Fax - "das brauchen wir nicht". Und ein Computer oder ein Handy schon gar nicht - "den Mist brauchen wir nicht".

Die Angst Fehler zu machen und die Sorge davor, dass etwas außerhalb des täglichen Trotts "schief" gehen könnte, lässt solche Menschen permanent in innerer Unruhe vor dem Morgen leben und nie im Hier und Jetzt das Leben geniessen.

Das Idealbild dieser Menschen ist die Welt in Bernstein, im immerwährenden Schrebergarten wo jeder Tag wie der nächste ist - bloß keine Veränderung!

Loriot hat diesen Typus mal in "Ödipussi" aufs Korn genommen, das darin dargestellte Ehepaar ist nicht von Grau als Farbe im Leben wegzubekommen - "wir hätten gerne das Aschgrau". 😛

Am Morgen sorgt man sich, dass der Laden für den Mittagseinkauf geschlossen haben könnte. Im Laden sorgt man sich, pünktlich nach Hause zu kommen, damit das Mittagessen auf die Minute auf dem Tisch steht - ein "Drama" wenn nicht. Dann sorgt man sich darum eine "wichtige" Sendung im TV zu verpassen usw und sorgt sich um dies und das und so weiter und so fort.

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Sinnvolle Basis-ETFs (Premium)
https://www.mr-market.de/sinnvolle-basis-etfs/

Quartalszahlen Review KW03 2022 (Premium)
https://www.mr-market.de/quartalszahlen-review-kw03-2022/

Wochenausblick KW03 2022 (Premium)
https://www.mr-market.de/wochenausblick-kw03-2022/

Kolumne: Flacker-Freitag
https://www.mr-market.de/flacker-freitag/

Neuer freier Artikel: Sicherheit als Lebenskorsett
https://www.mr-market.de/sicherheit-als-lebenskorsett-2/

Chart des Tages 13.01.22,

Land unter bei Cathie Woods ARKK ETF.
Tiefer geht immer.

Seit Covid wurden nun 2/3 abgegeben, Hype ist selten ein guter Ratgeber und alle kochen nur mit Wasser.

Bärenmärkte lassen HODLer nackt und bloß zurück. Das ist so einer. (1/2)

Kolumne: 10 Jahre Weltreise - Los geht´s!
https://www.mr-market.de/10-jahre-weltreise/

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Hari Live Stream 13.01.22

Nochmal Inflation ZH2

Heute um 14:30 MEZ kamen noch einmal wichtige Inflationsdaten, dieses Mal die Erzeugerpreise aus Unternehmenssicht. Diese sind mit 0,2% im Dezember deutlich schwächer ausgefallen als erwartet, das stützt die Hoffnung, dass der Inflationsschub sich bald zurückbilden könnte.

Gleichzeitig kamen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe herein, die waren etwas höher als erwartet und widersprechen daher einer Überhitzung. -> Hier <- ein Ausschnitt von Investing.com:

Beide Daten erhöhen nicht den Druck auf die Zinsspekulation, weswegen die Marktreaktion auch eher wohlwollend ist:

Mehr als eine Seitwärtsbewegung nach dem "V"-Schub von Montag und Dienstag ist das aber nicht, zumal morgen die Quartalssaison losgeht und die deutliche Gefahr besteht, dass die in Asien unter anderem von Omicron-Lockdowns verstärkten Probleme in den Lieferketten, sich doch noch negativ in den Unternehmensausblicken niederschlagen.

Bleiben wir also wachsam, noch ist alles möglich, auch nach unten.

Neue Kolumne GlobaLex

Heute freue ich mich besonders, eine neue Kolumne zum Thema "Weltreise" ankündigen zu können. Nachdem uns "Tibesti" einige Zeit mit spannenden Reiseberichten erfreut hat, ist es nun an "AV_1899", den sie schon aus 2 Gastartikeln kennen, zuletzt -> hier <-.

Seine erste Kolumne wird heute nach 18 Uhr Online gehen, sie können aber schon jetzt -> hier bei den Kolumnisten <- einen ersten Blick auf ihn werfen.

Ich kopiere die Kurzvorstellung mal auch hier herein. Davor will ich mich aber bei AV_1899 für sein Engagement bedanken und auch andere motivieren, diesen Schritt zu gehen. Auch einzelne Gastartikel sind immer willkommen und es gibt noch viele Themen - auch abseits der Börsen - die einer "Beackerung" harren und von denen die Community profitieren würde.

Kolumne: Der GlobaLex

Alejandro Vallejo, Jahrgang 1993, ist ausgebildeter Industriekaufmann und hat einen Bachelor in Wirtschaft.

Den Bachelor hat er Abends während seines Jobs in der Holzindustrie nachgeholt, in dem er zwar stellv. Einkaufsleiter wurde, darin aber nie seine Leidenschaft fand. Nach 7 Jahren Sparen und Vorbereitung, hat er 2020 mit seiner Frau alles in Deutschland aufgegeben und reist seitdem in einem Wohnmobil durch Europa und später die Welt.

In seiner Kolumne „GlobaLex“ liefert er uns als "AV_1899" spannende Reisegeschichten, faszinierende Orte und auch Rückschläge sowie Herausforderungen der Weltreise. Er teilt zwischen Orten und Erlebnissen auch immer wieder Börsen-Erkenntnisse, wenn er auf Reisen Berührungspunkte mit der Börse hat oder gerade unter einer Palme sein Depot managt.

GlobaLex möchte bei uns Reisesehnsucht entfachen und zeigen, wie man heutzutage als junger Mensch um die Welt reisen und gleichzeitig selbständig und an der Börse investiert sein kann.

Freitag geht die Quartalssaison los ZH3

Die Quartalssaison nimmt bedingt durch den Jahreswechsel einen etwas ungewöhnlichen Start. Normalerweise finden sich die Berichte der Finanzindustrie konsistent in einer Woche, dieses Mal geht es aber schon am morgigen Freitag los und in der kommenden Woche rollen dann mehr und mehr Bluechips an, weswegen ich am Montag auch einen vollen Quartalszahlen-Review als Video machen werde.

Der kommende Montag ist übrigens US Börsenfeiertag (Martin Luther King Day), weswegen es mangels Wallstreet keinen Stream geben wird. Das ist dann Zeit für einen Quartalszahlen-Review und einen Sonderartikel.

Am morgigen Freitag berichten Citigroup (C), Wells Fargo (WFC), JP Morgan (JPM) und Blackrock (BLK). Hier sind die ZH4-Charts dieser vier Finanzriesen, die durch die Bank recht gut aussehen.

Das ist auch kein Wunder, die Finanzindustrie gehört zu den Profiteuren einer Zinswende, weil die Zinsmargen wieder auskömmlicher werden. Und das gilt natürlich ganz besonders für Geschäftsbanken wie WFC und C, die zu einem guten Teil davon leben, während es für JPM und BLK weniger bedeutend ist, die den Hauptteil ihrer Erträge mit dem Kapitalmarkt erzielen:

Höhere Zinsen und Aktienmarkt

Dass höhere Zinsen nicht pauschal schlecht für den Aktienmarkt sind, habe ich schon oft thematisiert. "It depends" wie so oft, ein Aspekt ist dabei wie hoch das Zinsniveau überhaupt ist.

Denn wenn an den Anleihenmärkten dramatisch bessere Renditen erzielt werden können, dann ist das schon eine breite Belastung des Aktienmarktes, das Kapital wandert halt dahin, wo die höchste Rendite bei geringstem Risiko zu erzielen ist.

Von so einem Szenario sind wir aber Lichtjahre entfernt und es ist unklar, ob wir das vor einem finanzpolitischen *Reset* jemals wieder erreichen werden, weil die Schuldenlast der Staaten einfach zu hoch ist, um Renditen von 4 oder 5% bei 10-jährigen Staatsanleihen noch zu vertragen.

Weswegen derzeit auch die negativen Auswirkugen auf die Marktsektoren begrenzt sind, die besonders weit in der Zukunft liegenden Gewinne in ihren Bewertungen haben und damit von einer höheren Diskontierung auch getroffen werden - die kleinen Wachstumsaktien eben.

Auf Ebene der breiten Indizes wird das aber von den "Value"-Aktien kompensiert, die kein Problem mit leicht höheren Zinsen haben und so entstehen dann solche Statistiken wie -> hier von LPL Research <-:

Und eine erste Zinserhöhung kann sehr wohl für kurzfristige Unruhe sorgen, ist aber langfristig keine wirkliche Störung der generellen Aufwärtstendenz:

Keine pauschale Angst also vor Zinserhöhungen der Notenbanken, "it depends"!

Aktien des Tages ZH3

Taiwan Semiconductor (TSM) ZH4

Ein paar erste Zahlen sind schon da und der Semiconductor-Sektor bleibt einfach *hot*.

Denn was der weltgrößte Chipfertiger TSM -> hier abliefert <- nennt man "feuern aus allen Rohren" und ist schlicht und einfach beeindruckend.

Ich muss ihnen das im Weekly zeigen, damit man die ganze Schönheit dieser Struktur aufnehmen kann. Diese sich entwickelnde Basis hatte ich ihnen schon -> hier am 18.11.21 <- gezeigt, jetzt ist sie vollendet:

Delta Airlines (DAL)

Die große US Fluggesellschaft Delta hat heute Zahlen geliefert und -> erwarteter Omicron-Folgen <- bleibt der Markt optimistisch, auch weil das Management schon durch das Omicron-Loch hindurch schaut:

"Despite expectations for a loss in the March quarter, we remain positioned to generate a healthy profit in the June, September and December quarters, resulting in a meaningful profit in 2022," Dan Janki, Delta's chief financial officer, said in a statement.

Delta said the Omicron variant will likely delay the recovery in travel demand by 60 days, but it expects the recovery to resume around the Presidents Day holiday in February.

In an interview, Chief Executive Ed Bastian said bookings for international travel were down but he sounded confident that the transatlantic market would have a "very strong" spring and summer travel period once Omicron-driven border restrictions are lifted.

"There's an enormous amount of pent up demand," Bastian told Reuters. "It's going to be very active."

Ich denke das kann man als Proxy für den ganzen Reisesektor nehmen, der beginnt durch Omicron hindurch zu schauen.

Eine Aktie, die nach einem angekündigten schwachen Quartal trotzdem steigt, hat also sicher noch einiges Potential in sich:

Lam Research (LRCX)

Auch passend zum Thema Semiconductor. Ein solches "V" macht dann Sinn, wenn der Markt einen Fehler gemacht und die Aktien zu Unrecht mit abverkauft hat. Einen Fehler, den er nun erkennt :

Ford (F)

So sieht Stärke aus. Eine enge Konsolidierung in der kaum Abgaben enstehen, weil jeder kleinste Dip sofort gekauft wird. Und dann folgerichtig die Fortsetzung nach oben:

Deutsche Börse (DB1)

Bei der deutschen Börse hellen sich die Aussichten auf und die Analysten-Kommentare werden positiver. Diese hängt nämlich keineswegs mehr nur am deutschen Aktienmarkt, das Geschäft wurde verbreitert, dazu gehört nun zum Beispiel auch die Leipziger Strombörse oder der übernommene US-Stimmrechtsberater ISS.

Das Weekly zeigt diese Entwicklung deutlich, die Bewertung ist solide. Die Aktie kann man jetzt also durchaus mal wieder auf den Radar nehmen:

Das fehlende Geschäftsmodell und die Raumfahrt ZH3

So wie bei Virgin Galactic (SPCE) sieht das aus, wenn man kein funktionierendes Geschäftsmodell hat und ein einmaliger Flug mehr ein PR-Stunt war:

Sie wissen wie skeptisch ich bei aller Begeisterung für Raumfahrt immer genau dieser Aktie gegenüber war, weil ich da keine Substanz gesehen habe, auch keine technologische.

Der Markt ist durchaus bereit eine zeitlang zu glauben was das Management erzählt, aber früher oder später trennt sich dann die Spreu vom Weizen.

Apropos Substanz, der ganze Weltraum-Sektor durchläuft nach dem ersten Hype vor einem Jahr gerade sein "Tal der Enttäuschungen", insofern ist ein Teil des Charts von SPCE auch dem schlechten Environment geschuldet, das ja ganz generell seit Februar 2021 toxisch für kleine Wachstumsaktien ist.

Auch eine RocketLab (RKLB) sieht also wenig berauschend aus, trotzdem ist hier mehr technologische Substanz dahinter, das könnte was werden und der Markt urteilt hier auch milder als bei SPCE:

Da Problem bei RKLB ist eher, dass zu viele Konkurrenten nun in den Markt der Kleinraketen drängen, der Platz ist dafür gar nicht da und es werden sich am Ende wohl nur maximal 2 dieser Unternehmen durchsetzen können, wenn überhaupt neben dem Platzhirsch SpaceX.

Von Astra (ASTR) und RocketLab (RKLB) wird also recht wahrscheinlich mindestens eine Aktie auf Null fallen und die Firma ihr Geschäft einstellen, dass es beide schaffen, kann ich mir nur schwer vorstellen.

Das ist nichts Neues, das muss man aber wissen, die Frage ist wo das Geschäftsmodell ist. Was in der Raumfahrt-Touristik immer noch ein Fragezeichen hat, ist im Launch-Business ganz sicher vorhanden und das Segment wird zweifelsfrei stark wachsen. Ob da aber Platz für 5 Unternehmen alleine in den US ist, wage ich zu bezweifeln, denn die "alten Hasen" wie die "United Launch Alliance (ULA)" mit Boeing (BA) und Lockheed Martin (LMT) sind ja auch noch da.

Ganz traurig ist das Chart immer noch bei -> Redwire (RDW) <-. Die Geschäftslage sieht weiter attraktiv aus und gerade so ein breit aufgestellter Zulieferer hat eigentlich ein funktionierendes Geschäftsmodell.

Was hier aber zunehmend verstört sind nicht die Probleme im Rechnungswesen, das ist nicht so selten bei jungen Firmen und nach einem SPAC-Merger erst recht. Was verstört ist, dass diese Probleme immer noch nicht gelöst sind und vom Management nichts Sinnvolles dazu kommt.

Das ist äußerst dubios und wirft ein schlechtes Licht auf das Management. Das Letzte was man dazu lesen konnte war Anfang Dezember -> hier <-, das reicht einfach nicht.

Natürlich kann sich das immer noch auflösen, die Zweifel wachsen aber, ob hier nicht ganz grundlegend etwas im Argen liegt und entsprechend bröselt der Kurs auch weg. Das sind halt die Risiken bei so Werten, ich habe meine Fun-Position Anfang Dezember halbiert, weil mir dieser Kommentar des Managements nicht gereicht hat, den kleinen Rest halte ich einfach, mal sehen was jetzt passiert. Nachlegen kann man immer, je nachdem was nun passiert.

Wenn sich das alles in Wohlgefallen auflöst, liegen hier immense Chancen, aber die Zweifel wachsen, dass das Problem wirklich nur eine buchhalterische Kleinigkeit ist. Hier wurde auf jeden Fall Vertrauen zerstört, das wird selbst im positiven Fall noch nachhallen.

Das Fragezeichen über dem NASDAQ100 ZH3

Damit schliesse ich die erste Schreibwoche im neuen Jahr, am morgigen Tag kommen neben den oben genannten Quartalszahlen um 14:30 MEZ diverse Einkaufsmanagerindizes als Konjunkturindikator und wohl auch ein Statement von EZB-Chefin Lagarde. Letztes könnte marktbewegend sein, die EZB scheint an der Wegscheide zu einer Zinswende zu stehen, zumindest die Negativzinsen sollten nun mal verschwinden.

Beat Balzli von der WiWo hat hier einen guten Kommentar dazu: -> Wer ist die EZB? Und wenn ja, wie viele? <-

Im Gegensatz zu den Kollegen bei der US-Notenbank Fed vergessen die Frankfurter offenbar, dass Erwartungsmanagement zur obersten Verantwortung der Notenbanker gehört. Eine konfuse Multikanalkommunikation wirkt toxisch. Konsumenten und Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Die Zukunft der Zinsen beeinflusst ihr Investitionsverhalten. Die EZB sollte sich entscheiden, wer sie ist – und nicht wie viele.

Die Schnabel kann ich wie viele ihrer Kollegen sowieso nicht ernst nehmen, es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, warum diese unzählige Male an der Wirklichkeit gescheiterten, längst falsifizierten volkswirtschaftlichen Modelle, immer noch unter der Überschrift "Wissenschaft" vertreten werden. Aber gut anderes Thema, sie kennen meine Meinung dazu und ich muss das nicht wiederholen. Schafft diese ganzen "Wirtschaftsweisen" einfach ab und niemand wird etwas merken und niemandem wird etwas fehlen.

Die Lage im Markt ist weiter unentschieden, besonders deutlich sieht man das am NASDAQ100, dem schwächsten Index, der durchaus auch den Gedanken an einen Absturz nach unten weiter am Köcheln hält.

Schauen sie wie wenig überzeugend das bisher ist, hier ist weiter *alles* möglich und wir tun gut daran weiter eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen:

Für mich ist morgen mein freier Tag, mein vorgezogenes Wochenende sozusagen, am Sonntag kommt dann wie immer der ausführliche Wochenausblick und am Montag ein Quartalszahlen-Review-Video und ein Sonderartikel, aber mangels Wallstreet kein Stream.

Halten sie die Ohren steif und schauen sie gleich mal bei der neuen GlobaLex-Kolumne vorbei, die geht bald Online.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 12.01.22

Inflation on Target ZH2

Die Inflationsdaten kamen wie erwartet herein, die hohen Werte mit einer Jahresteuerung von 7% im Dezember waren schon eingepreist und bekannt.

Der Markt lässt sich dadurch auch nicht von seinem Rebound abhalten, was schon bekannt ist, kann die Kurse nicht mehr bewegen.

Faszinierend ist trotzdem zu sehen, wie da gestern wieder ein Hebel umgelegt wurde und die Kurse nach oben zu kriechen begannen.

Es war zuletzt auch hier im Forum Thema und ja, auch wenn wir es nie "beweisen" können, liegt die Vermutung mehr als nahe, dass hier algorithmisches Trading am Werke ist.

Wir müssen doch nur unsere eigene Emotion prüfen, dann wissen wir, dass unsere menschlichen Seelen viel flatterhafter sind und nie und nimmer ein derart gleichmässiges Kriechen zustandebringen würden, schon gar nicht nach so einem Einbruch wie am Montag.

Ich habe schon oft erwähnt, dass es diese "V"-Reversals nach Einbrüchen früher (vor 10 Jahren und davor) so nicht gegeben hat und wenn dann nur viel seltener. Auch das ist nicht "beweisbar" und doch höchst wahrscheinlich auch die Folge der emotionslosen Maschinen, die einfach in eine Richtung drücken wenn der Hebel umgelegt ist, nach oben wie nach unten.

Es nützt auch nichts sich darüber zu grämen, das "V" ist einfach zum "New Normal" geworden, mit dem man jederzeit rechnen muss und das besonders gerne direkt nach Bruch wichtiger Unterstützungen in Gang kommt. Viele Weisheiten der Vergangenheit haben in diesem Wandel ihre Bedeutung verloren, auch das immer wieder empirisch zu beobachten und auch das ist normal. Der Markt ist eben immer in einem beständigen Wandel und auch mit den Methoden von Benjamin Graham ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen, auch wenn das manche Träumer immer noch glauben.

Aber wie auch immer, der Einbruch ist wettgemacht und der Markt zum Jahresanfang damit wieder in völlig neutralem Territorium. Der wahrscheinlichste Verlauf ist von hier die Fortdauer des Seitwärtsschaukelns, das Mitte November des Vorjahres begann.

Das ist nicht meine präferierte Variante, eine echte Bereinigung zum Jahresanfang hätte mir besser gefallen, aber es ist wohl die Variante mit der wir uns nun arrangieren müssen.

Yields und Euro-Zinswende ZH3

Die Renditen der US Staatsleihen kommen auch heute leicht zurück, deutlicher Beleg dafür, dass die heutigen Inflationsdaten schon erwartet wurden und daher nicht mehr kursbewegend sind:

Interessant und etwas überraschend ist dagegen, dass der Euro zum Dollar nun doch nach oben in Bewegung kommt:

Ich denke zwei Faktoren sind hier am Werk.

Einerseits bremst Powell sprachlich ein wenig und vermittelt dem Markt den Eindruck, dass die FED keineswegs besonders aggressiv sein wird. Andererseits sendet die EZB erste Signale dass sie die Inflation ernst nimmt und damit vielleicht auch mal von den Negativzinsen wegkommt. Die Renditen im Euroraum steigen ja schon, wie ich ihnen gestern anhand der BUNDs gezeigt habe.

Das alles stärkt derzeit den Euro zum Dollar und hat damit eine sofortige Reise hinab Richtung 1,10 bei EURUSD verhindert. Wie lange diese Stärke andauert ist "everybodies guess", ich weiss es nicht.

Was gespielt wird reloaded

Ich habe zuletzt mehrfach, so auch -> gestern hier <- kommuniziert, was derzeit am Markt gespielt wird.

Bespoke hat nun -> hier <- eine besonders eindrucksvolle Auswertung, die die bisherige 2022er Performance der Russell3000 Aktien nach Dividendenrendite aufschlüsselt.

Das Ergebnis ist ebenso eindrucksvoll wie eindeutig, genau das passt zu einem Environment steigender Renditen wie wir es haben:

Und die Sektoren mit den höchsten Yields sind auch keine Überraschung und genau diese zeigen derzeit relative Stärke:

In der Wissenschaft wär diese Interpretation damit endgültig von der Hypothese zur etablierten Theorie geworden. Wir können also bis auf weiteres mit der Annahme operieren, dass dem klassischen "Value" derzeit der Wind der Gezeiten von hinten in die Segel bläst. Wobei ich persönlich dabei trotzdem das bevorzugen würde, was ich "Quality Value" nenne und nicht die Aktien, die außer Dividenden nichts zu bieten haben.

Advisor Perspectives

Sie kennen diese Seite schon, weil ich schon öfter davon Grafiken gezeigt habe, natürlich immer mit Referenz per Link.

Trotzdem will ich nach meiner Promotion des -> JP Morgan Guide to the Markets <-, zum Jahresanfang auch mal für -> Advisorperspectives <- ein wenig "Promotion" machen und zwar speziell für die "DShort-Rubrik", denn wenn sie nach guter graphischer Darstellung fundamentaler Entwicklungen suchen, werden sie da oft fündig.

Ich zeige ihnen mal ein paar Beispiele.

Aus dem -> wöchentlichen Snapshot <- kennen sie zum Beispiel diese Grafik und ja, 2021 ist genau das korrekturlose Jahr geworden, mit dem ich schon seit dem Frühjahr gerechnet und mehrfach darüber geschrieben hatte:

Oder -> hier <- ein wunderbarer Perfomancevergleich der Weltindizes, auch da sagt ein Bild mehr als schnöde Zahlen:

Oder -> hier <- eine schöne Langfristübersicht der US-Inflationsraten:

Das sollte einen Eindruck verschaffen. Schauen sie also auf dieser Seite vorbei, wenn sie nach Grafiken und Übersichten zu fundamentalen Themen suchen.

Aktien des Tages ZH3

Freeport McMoran (FCX)

Im Rohstoff-Bereich ist es derzeit oft die gleiche Story. Knappheiten führen zu höheren Preisen, die zu höheren Gewinnen und die zu höheren Kursen:

Applied Materials (AMAT)

Unser Dauerbrenner AMAT mit erstaunlicher Resilienz und relativer Stärke zu den Peers wie LRCX, ASML, ICHR oder KLAC:

Nutrien (NTR) ZH4

Alte Hasen erinnern sich noch an die Aktien Potash und Agrium, Nutrien ist das Ergebnis einer Fusion der beiden Unternehmen, die 2018 stattfand.

Es handelt sich jetzt um den weltweit größten Produzenten von Kalidünger und den zweitgrößten von Stickstoffdünger. Also die ideale Aktie, wenn man jetzt mit den Knappheiten im Düngemittelmarkt mitschwimmen, dafür aber die Gurke K+S nicht anfassen will.

Wir sehen einen beständigen Aufwärtstrend seit dem Covid-Tief, der sich fortzusetzen scheint:

RWE (RWE) ZH4

Der selbstgewählte Druck der politisch nun auf der Energiewende liegt, an dem letztlich auch die Existenz der Grünen hängt, auch wenn sie das noch nicht wissen, ist so immens, dass die großen Versorger wie RWE davon nur profitieren können.

Denn den Kopf aus der Schlinge der selbst angeheizten Erwartungen kann man nur im Konsens mit der Großenergie erreichen und nicht im permanenten Streit. Irgendjemand muss ja die ganzen Gaskraftwerke bauen und betreiben, die Kohlekraftwerke abschalten und die gigantischen Windräder aufbauen, wofür es übrigens auch Unmengen an Beton und Stahl braucht - ob da mal jemand eine wirkliche Klimabilanz gemacht hat, weiss ich nicht.

Wie auch immer man es dreht und wendet, Unternehmen wie RWE werden wohl mit Steuergeldern zum Jagen getragen werden. Denn ein Scheitern können sich die Grünen nicht leisten, es würde die Partei einerseits ins Einstellige fallen lassen und andererseits wohl zu einer Abspaltung eines radikaleren Flügels führen.

Aber wie auch immer, für eine RWE sind das keine schlechten Ausgangsvoraussetzungen, die wird gebraucht. Und vom Chart her gibt es nun eine saubere Unterstützung nach unten, die bisher immer gehalten hat:

SQM (SQM)

Gestern hatte ich hier LAC zum Thema Lithium, aber auch bei der chilenischen SQM geraten die Kurse nach oben wieder in Bewegung:

Holzmangel ZH4

Es sind nicht nur die klassischen Industriegüter, die unter Knappheiten und steigenden Preisen leiden, es ist zunehmend auch Holz.

Auf dem Bau merkt man das schon lange, auch wenn die Preise in Deutschland zuletzt wieder etwas nachgegeben haben. Aber wenn jetzt "gegen" den Klimawandel auch viele Pelletöfen als Ersatz für Ölheizungen neu entstehen, wird es das Problem nicht verringern.

Ich habe gestern -> hier <- schon darüber geschrieben und ja, ich weiss auch, dass Pellets theoretisch nur aus Holzabfall gepresst werden und insofern nicht auf Kosten gefällter Wälder gehen sollten - Bauholz und Brennholz ist ein Unterschied.

Theoretisch, die praktische Realität sieht oft anders aus, ich hatte dazu gestern auch einen Link der TAZ und wer will findet schnell viel mehr. Und völlig klar ist auch, dass bei steigendem Bedarf das Problem fehlender Kapazität eher virulenter wird und damit auch die unerwünschten Ausweichversuche. Wer merkt denn auch schon, wenn irgendwo in Sibirien Waldgebiete abgeholzt werden, damit es hier mit "gutem moralischem Gefühl" verfeuert werden kann?

Auch klar, der politische Effekt aus Deutschland ist für die Weltmarktpreise von Holz relativ unbedeutend, so wie auch unsere Anstrengungen zum Klimaschutz - wir repräsentieren vielleicht 1-2% des Weltmarktes.

Aber das dahinter stehende Grundsatzproblem existiert doch generell. Holz ist *keine* beliebig skalierbare Resource, die Anzahl der weltweiten Wälder ist begrenzt und damit auch der Abbau, solange es kein Raubbau werden soll. Und das muss bei einer steigenden Nachfrage zwangsläufig die Preise treiben, was den Unternehmen die Wald besitzen oder im Holz- und Papiergeschäft sind eher gut tun sollte.

Es gibt einfach einen massiven Zielkonflikt zwischen dem von mir stark unterstützten Willen zur Aufforstung, zur Erhöhung des Waldbestandes der Erde und dem Verfeuern genau der gleichen Resource, welches ich kritisiere, weil wir nicht mehr im Mittelalter sind. Diese Resource einfach zu verbrennen erscheint mir gegenüber der Anforderung die Waldflächen zu erhöhen als Doppelmoral, vermeintliche Nachhaltigkeitsrechnungen hin oder her, Papier ist geduldig.

Und für die Luftqualität (Feinstaub) würde es bei uns auch eine Menge Positives bewirken, es stinkt bei uns im Winter oft unerträglich wenn die Öfen an sind und jeden Winter ist ein neuer schwarzer Film im Außenbereich, der mit dem Regen aus der Luft gewaschen wird. Und ja, das kommt ua von schlecht eingestellten Öfen, aber auch das ist ein Theorieargument, weil es wird immer schlecht eingestellte Öfen geben und immer verbranntes Gut, das besser nicht verbrannt werden sollte.

Aber wie auch immer, für die Firmen im Holzgeschäft ist die hohe weltweite Nachfrage eher ein Segen und der ETF WOOD hat dementsprechend nun auch eine wunderbare Fortsetzungsbasis gebildet:

Die wohl bekannteste Einzelaktie um das Thema zu spielen ist Weyerhaeuser (WY) mit seinen riesigen Ländereien. Auch das sieht nicht so schlecht aus:

Chance der Bären ZH3

Der Markt zögert heute etwas und der Russell2000 der kleinen Aktien ist schon abgekippt.

Aber auch im NASDAQ100 sieht man nun die Chance der Bären, denn wenn das ein "failed Bounce" werden soll und die Korrektur jetzt erst richtig losgehen, dann ist *jetzt*, genau jetzt unter dem 20er und 50er SMA der Moment, an dem die Bären aufstehen und den Bounce abwürgen sollten:

Ob das passiert kann ich ihnen nicht sagen, wie gesagt traue ich dem Markt nicht mehr richtig und zwischen fortgesetzter Schaukelbewegung und tieferer Korrektur kann ich mir vieles vorstellen.

Nur ein Antritt zu einer bullischen Ausbruchsbewegung ist derzeit außerhalb meines Vorstellungsvermögens, in Anbetracht des aktuellen Environments mit Zinswende, Omikron-Risiken der Lieferketten und Inflation tue ich mich schwer mir vorzustellen, woher die Kraft für so einen Schub kommen sollte.

Ich bin da nun ganz agnostisch, wir werden sehen!

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 11.01.22

Powell ante Portas ZH2

Gleich um 16 Uhr tritt Powell auf, seine Rede ist schon bekannt und inhaltsleer wie oft bei so Anhörungen, interessant werden eher die folgenden Antworten auf Fragen sein.

Der Bounce den wir gestern gesehen haben, war nach 5 Tagen Abwärtsdruck in seiner Existenz nicht wirklich überraschend, dass es der NASDAQ zurück ins Plus geschafft hat, aber dagegen schon sehr bemerkenswert und das beste Reversal seit langer Zeit.

Trotzdem neige ich noch nicht dazu zu viel hineinzuinterpretieren, einen neuen Bullenmarkt kann ich mir von hier nur schwer vorstellen.

Genau genommen wäre es wünschenswert, wenn eine Bereinigung durch Korrektur jetzt tiefer gehen würde, es kann aber gut sein dass uns das erneut nicht vergönnt ist und wir daher so weitereiern, wie wir das schon seit Mitte November tun.

Erst im März wird die FED wohl die Spekulationsphase mit einer Zinserhöhung beenden und in den kommenden Wochen kommen die Quartalszahlen herein, bei denen das große Risiko besteht, dass es im Ausblick Probleme mit den Lieferketten gibt.

In Summe weiter eine diffuse Lage, die kein eindeutiger Bärenmarkt, aber auch kein richtiger Bullenmarkt mehr ist.

Statt auf die Indizes sollten wir auf die Sektoren schauen die funktionieren und das ist derzeit "Value", dazu später unten mehr.

Jetzt schauen wir mal, was der Markt nach 16 Uhr machen will, noch ist alles drin und der Bounce gestern nicht mehr als ein kurzes Intermezzo:

Was gespielt wird ZH3

Wenn man Einzelaktien betrachtet, können markante Kursbewegungen auch immer mit lokalen, in der Aktie begründeten Entwicklungen zu tun haben. Insofern beweisen Kursbewegungen bei Einzelaktien nicht so viel, wenn diese aber in einer ganzen Anlageklasse unisono passieren, dass ist darin eine Botschaft enthalten.

Diese Botschaft ist derzeit recht deutlich, es findet derzeit eine Rotation hinein in "Value" und "Dividendenwerte" statt, nicht nur in "Quality Value", auch in Aktien ala AT&T.

Sehr schön zeigen kann ich ihnen das mit dem ETF -> VanEck Vectors Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF (TDIV) <-, den ich iShares ETFs vorziehe, weil er mit nur 55 Aktien sehr pointiert ist und nicht zu den von mir wenig geschätzten "von jedem Dorf ein Hund" ETFs gehört.

Darin enthalten sind Dividenden-Schwergewichte wie AT&T, Verizon, Exxon, Chevron, AbbVie, Novartis, Philip Morris, Total, Rio Tinto, Altria und andere.

Und nun schauen sie mal, was da seit ca. Mitte Dezember im Chart passiert, die Botschaft ist ebenso eindeutig wie eindrucksvoll:

Und da sich diese Botschaft im neuen Jahr fortsetzt, macht es Sinn davon auszugehen, dass wir hier einen prinzipiellen Trend vor uns haben, der uns in 2022 immer wieder begleiten wird. Nach einer "Einmonatsfliege" sieht diese Bewegung eher nicht aus.

Seit Jahren ist BigTech vorausgelaufen, die Diskrepanz zwischen Growth und Value habe ich ihnen gezeigt. 2022 könnte das Jahr werden, in dem sich diese Schere wieder etwas schliesst.

Geänderte EZB Kommunikation ZH4

Die EZB ändert ihre Tonlage, seit Tagen kann man Stimmen aus der EZB in -> diesem Tenor <- lesen, etwas was es im alten Jahr so geballt nicht gegeben hat.

"Wir verstehen, dass steigende Preise für viele Menschen ein Grund zur Sorge sind, und wir nehmen diese Sorge nicht auf die leichte Schulter, sondern sehr ernst", sagte Lagarde bei der Feierstunde zur Verabschiedung des ehemaligen Bundesbankpräsidenten und EZB-Ratsmitglieds Jens Weidmann. Die Menschen könnten darauf vertrauen, dass sich die EZB unbeirrt für Preisstabilität einsetzen werde...

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass damit auch in Europa eine klitzekleine Zinswende vorbereitet wird, vielleicht werden wir ja wenigstens die Negativzinsen mal wieder los, mehr würde ich gar nicht erwarten.

Die Rentenmärkte reagieren schon deutlich, seit Ende Dezember steigt die Rendite der 10-jährigen BUNDs markant, die sich nun von unten wieder der Nulllinie annähern:

Insofern sollten wir auch für Europas Aktien nun davon ausgehen, dass auch hier lange zurückgebliebene "Dividenden-Aktien" eine neue Blüte erleben.

Und auch für Europas Banken ist es ein Segen, ein Ende der Negativzinsen würde viel Druck wegnehmen und die Zinsmarge wieder auskömmlicher machen.

Auch der Banken-ETF EXV1 zeigt eine Wendeformation, die nach weiterem Upside aussieht. Hier sind derzeit eher Trades zu finden, als im Techsektor:

Aktien des Tages ZH3

Illumina (ILMN)

Gestern -> gute Nachrichten <-, heute die Fortsetzung:

British American Tobacco (BTI)

Hier ausnahmsweise in Dollar. Seit Dezember laufen die Raucher-Aktien wieder und das richtig gut. Auch das passt durchaus zur Rotation hin zu "Value".

Was hier im Daily bei BTI schon nach "weit gelaufen" aussieht,

ist in Wirklichkeit vielleicht nur der Anfang:

Lithium Americas (LAC)

Lithium hat nach der massiven Herbstrally seit Dezember schön korrigiert:

Die heutige Bewegung könnte der Beginn einer Bodenbildungsphase ungefähr nach dem Muster sein:

Splunk (SPLK)

SPLK habe ich gestern schon im Stream gezeigt, heute kommt weitere Stärke. Eine der alten "Momentum-Aktien", die schon eine deutlich sichtbare Wendeformation zeigen und insofern als Trade wieder interessant werden:

Holcim (HOLN)

Passend zum Thema "Value", aber auch zu den Knappheiten in der Bauindustrie, die auch Beton immer teurer machen, hat Holcim einen Doppelboden gebildet:

Zweifel an Habeck ZH3

Der Spargel kommt den Häusern näher, ich zitiere -> hier <-:

Gehe es etwa bei Windkraft-Projekten um Beeinträchtigungen der Anwohner durch Emissionen, Sichtbeschränkungen oder Geräuschen, würden diese Schutzgüter künftig „nachrangig behandelt“, sagte Habeck. „Dann kann auch zügiger genehmigt werden.“

Die bestehenden Abstandsregelungen zwischen Wohnbebauung und Windrädern will Habeck in Absprachen mit den Bundesländern verringern oder abschaffen.

Usw usw, auch Absurdes ist darin, wie:

Dazu gehört auch die Vorgabe, dass schon ab 2025 „jede neu eingebaute Heizung auf Basis von 65 Prozent erneuerbaren Energie betrieben wird“ – eine Anforderung, die nur von Wärmepumpen und Holzpellet-Kesseln zu erfüllen sein dürfte.

Selbst wenn wir die Feinstaub-Thematik mal beiseite lassen, ist es für Pellet-Heizungen trotzdem eine Lüge. Klar, wenn man wirklich nur das Holz verfeuert, das langsam im eigenen Wäldchen um die Ecke wächst, dann passt es mit der Nachhaltigkeit.

Das ist aber bei breitem Einsatz in Massen an neuen Heizungen fernab der Realität, die Menge machts halt, sieht unter anderem -> hier <-.

Es ist doch ganz einfach, da die Menge der Wälder mehr oder weniger stabil ist und deren Wachstum auch, gibt es eine Art "Decke" an Holz, die man noch nachhaltig schlagen, verarbeiten und verbrennen kann - sozusagen das was im Land natürlich nachwächst. Darüber wird es Raubbau. Weswegen Pellet-Heizungen in keinem Fall eine skalierbare Lösung für die Energiewende sein können, sie müssen eine Nebenlösung für eine beschränkte Menge an Menschen bleiben. Und für Wärmepumpen fehlt in der Fläche der Strom, wobei die billigen Luft-Wärmepumpen sowieso fragwürdig sind.

Aber egal, über die Widersprüche der "Energiewende" wollte ich gar nicht schreiben, sondern darüber, dass diese Pläne doch eigentlich ein "Goldenes Zeitalter" für in Deutschland agierende Firmen im Sektor einleiten sollten. Gerade bei der Windkraft, die ja nun überall einen Freifahrtschein bekommen soll. Woraus auch Chancen am Aktienmarkt entstehen sollten.

Nur wenn ich mir die Charts anschaue, ist davon noch nicht viel zu sehen, obwohl der Markt Habecks Pläne doch auch kennt.

Sind da etwa Zweifel ob der Durchsetzbarkeit? Was ist da los? Was sieht der Markt das Habeck nicht sieht?

Powell hilft ZH2 ZH3

Powell redet den Markt hoch, in dem er einen taubenhaften Ton an den Tag legt und alle Fettnäpfchen vermeidet. Der Mann ist seit 2018 kommunikativ erheblich gereift, da kommen kaum mehr Fehler.

Das sieht jetzt im SPX Future gut aus:

Und fast noch wichtiger, der NASDAQ100 bestätigt den gestrigen Hammer und ist wieder zurück in der alten Schaukelrange, die seit November besteht:

Damit wird mein Wunsch nach einer ausgedehnteren Bereinigung wohl (Überraschung 😛 ) mal wieder *nicht* erfüllt, gleichzeitig sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Ausbruchsbewegung wohl weiter nicht gegeben. In der Zinserwartung, wie auch im Ausblick der Unternehmen in der kommenden Quartalssaison, lauern im 1. Quartal nach wie vor viele Fallstricke.

Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass wir nun absehbar die richtungslose Phase fortsetzen, die Mitte November begonnen hat. Unter der Decke könnte die beschriebene Rotation hin zu "Value" durchaus weitergehen, auf Ebene der Indizes ist das dann ein Geschaukel.

Mir wäre eine echte Bereinigung lieber gewesen, die Chance war nach dem gestrigen Aufschlag in die KW02 wirklich da. Aber Wünsche werden vom Markt selten erfüllt, richten wir uns nun also gedanklich auf eine fortgesetzte Schaukelphase ein.

Vor dem Jahreswechsel war ich bei ca. 40% Exposure im Investmentdepot, jetzt bin ich wieder bei knapp 60%. Für mehr sehe ich weiter keinen Anlaß und fühle mich mit dieser verhaltenen Aufstellung wohl, die gut zu meinem Eindruck des Marktgeschehens passt: weder klar bullisch noch klar bärisch, eher diffus und unter der Decke rotierend.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 10.01.22

Schwäche wie erwartet ZH2

Der erste Handelstag der KW02 2022 bringt die erwartete Schwäche, insbesondere im NASDAQ, der den schwächsten Index darstellt.

Hier ist zunächst einmal der SPX:

Das ist insofern bemerkenswert, als es *exakt* der schon vor drei Wochen ausgelegten -> 2016er Analogie <- entspricht und insofern hier niemanden überraschen sollte. Auch im Wochenausblick habe ich das ausführlich thematisiert.

Insofern ist das jetzt auch für sie eine spannende Selbstprüfung, um zu schauen, ob ihre Strategie gut genug ist mit so etwas umzugehen.

Denn um es deutlích zu sagen, besser als so wie hier den Ablauf auf dem Präsentierteller werden sie nie bekommen, die Zeichen waren an der Wand und wurden deutlich kommuniziert, der Verlauf der KW01 hat das dann noch bestätigt.

Entweder sitzen sie jetzt also entspannt, weil sie vorbereitet sind. Oder nicht, dann müssen sie sich aber ernsthaft fragen, was fehlt und warum sie selbst jetzt nicht vorbereitet sind, denn nicht immer macht der Markt so zuverlässig, was man schon Wochen vorher erahnen konnte.

Ich hoffe dass möglichst viele von ihnen nun entspannt sind und mit mir einen entspannten ersten Stream erleben können. Lassen wir die Schwäche doch jetzt einfach mal machen und es wäre wünschenswert, wenn sie sich ausdehnen würde.

Denn jede Schwäche heute ist eine Chance morgen, eine Bereinigung der überdehnten Lage bei BigTech ist letztlich zu unserem Vorteil, auch wenn es kurzfristig schmerzen mag.

Hauptproblem NASDAQ100 ZH3

Wie erwartet stellt der NASDAQ100 der großen Tech-Bluechips das Hauptproblem dar, wir haben im Daily einen sauberen Bruch unter die Unterstützung:

Auch in der MarketMap ist das Bild eindeutig, es sieht heute zwar nirgendwo besonders gut aus, aber während andere Sektoren eher durchwachsen sind, ist BigTech tiefrot:

Ich wiederhole dazu zwei Aussagen. Erstens ist das eine begrüßenswerte Entwicklung, weil es eine Übertreibung bereinigt. Zweitens sollten wir aber davon ausgehen, dass das nicht mit wenigen Tagen erledigt ist. Wenn ein Markt zum Jahresanfang sofort abkippt, sollte das eher für eine mehrwöchige Bewegung gut sein.

Ich kopiere hier noch einmal das Jahr 2016 als Proxy herein, einfach als Anschauungsmaterial für eine Korrektur zum Jahresanfang. Es gab da einen Doppelboden und Mitte März waren dann die Niveaus vom Jahresanfang wieder erreicht.

Mitte März ist dieses Jahr die FED, die wohl das Thema Zinserhöhung endlich konkretisieren wird. Das könnte ein Katalysator im Sinne "vollendete Tatsache" sein.

Schlechte Omicron-Nachrichten

Wir haben aber nicht nur eine zu bereinigende Überdehnung bei BigTech, nicht nur Inflation und nicht nur Zinserhöhungssorgen, wir haben leider auch schlechte Nachrichten von Omicron.

Zwar nicht zur Lethalität, aber die reine Ansteckungswahrscheinlichkeit verbunden mit staatlichen Einschränkungen, drohen die Infrastruktur und Logistikketten lahmzulegen.

Lesen sie hier nur die Überschrift und den ersten Absatz, es ist egal dass der Artikel hinter der Paywall ist, der Anfang sagt alles Notwendige:

-> Omikron zerlegt die Lieferketten <-

Das Problem sind dabei gar nicht die westlichen Detailregeln, auch nicht die in Deutschland, die im Vergleich gar nicht so strikt sind, sondern eher unter Überkomplexität leiden.

Das Problem ist das -> bisher brutale Vorgehen Chinas <- und manch anderer Länder in Asien. Wenn man so bei Omicron-Erkrankungen reagiert, kommt eine erhebliche Lieferknappheit auf uns zu, die wir dann auch im Ausblick der Unternehmen bei den Quartalszahlen sehen werden.

Das ist dann keine kurze Entladung, das ist dann ein mehrmonatiges Leiden, das nicht an den Kursen vorbeigehen dürfte.

Fazit: Es spricht viel dafür, die nun beginnende Korrekturbewegung ernst zu nehmen und als *Beginn* und nicht Ende einer solchen zu betrachten. Gerne kann uns der Markt vom Gegenteil überzeugen, das muss er dann aber erst einmal tun, es gilt bis auf Weiteres:

Caution until proven otherwise

In dem Zusammenhang sei erwähnt, dass der ETF SOXX der von Asien stark abhängigen Chipaktien nun auch unter dem Risiko eines markanten Einbruchs liegt:

Charts des Tages ZH3

Bristol Myers Squibb (BMY)

Ja, es gibt auch heute starke Aktien. Unter der Decke ist das Geschehen immer noch eher Rotation, denn allgemeiner Abverkauf:

Anheuser-Busch (BUD)

Etwas sarkastisch gesagt, kann man das Geschehen langsam wirklich nur noch mit Bier ertragen.... 😛

The Kroger (KRO)

Das nennt man Stärke:

NVidia (NVDA)

So sehen nun viele der Techgiganten aus, bei NVDA war es auch überfällig. Noch kann man das aber auch als geordneten Abwärtstrendkanal werten, wenn die Abwärtsbewegung von hier Fahrt aufnehmen sollte, dann aber nicht mehr:

Und warum das nötig war? Na deshalb. Und keine Sorge, selbst logarithmisch ist das immer noch eine Art Fahnenstange:

Bei allen tollen Aussichten die NVDA fraglos langfristig hat, das war ein wenig argviel "Zukunft" im Kurs und das war auch schon zu sehen. Das alte Jahr hat das noch zusammengehalten, ein Klassiker.

Paypal (PYPL) ZH4

Wenn eine Aktie nach so einem Absturz wie im alten Jahr nicht mal einen klitzekleinen Bounce zusammenbekommt, dann heisst das in der Regel nichts Gutes!

Twilio (TWLO) ZH5

Nur als Beispiel für einige derartige Aktien: Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluß!

Wer sieht hier eine Bodenbildung? Ich nicht.

Quality Value Update ZH3

Da ich gestern ja -> hier <- die Aktien Intel (INTC), Novartis (NOVN) und BAE Systems (BA.) als Kandidaten für "Quality Value" erwähnt hatte, sei heute darauf verwiesen, was diese Aktien an diesem tiefroten Tag machen. Alle drei im Plus.

Das soll jetzt kein "Siehste" sein im Sinne, dass diese Aktien nun besonders toll wären. Nein das sind sie nicht, es waren nur Beispiele für ein Prinzip, wie ich mehrfach geschrieben habe.

Es soll aber ein "Siehste" sein im Sinne, dass an dem Konzept offensichtlich etwas dran ist. Der Markt spielt nicht einfach Abverkauf, er spielt auch Rotation von hoch bewerteten zu weniger hoch bewerteten Aktien, "Quality Value" eben.

Zwei deutsche Gurken ZH3

Dass hier weniger ein genereller Ausverkauf, sondern mehr die Rotation hinein in "Value" unter der Decke abläuft, kann man auch an zwei deutschen "Gurken" schön erkennen, Bayer (BAYN) und Fresenius (FRE).

Bei beiden gibt es auch Nachrichten für die heutige Stärke, die sind aber nicht so bedeutend und geben wir uns keiner Illusion hin, wenn der Markt hier von Fallhöhe ausgehen würde wie bei BigTech, würde die Nachrichten auch nicht helfen.

So helfen sie aber und sorgen für ein Plus bei beiden Aktien. Was die Aktien selber angeht, zucke ich dazu die Schultern, die Bewegung lockt mich nicht hinter dem Ofen hervor.

Sie ist aber erneutes Indiz für das was im Markt passiert. Derzeit sind Aktien mit geringem Multiple im Vorteil, weil sie eben kaum einen Diskontierungseffekt durch Zinserhöhungen haben und weil bei ihnen in den Depots der Anleger auch keine großen Gewinne gibt, die man nun sichern müsste. Und irgendwo muss das Kapital ja hin, das bei AAPL und Co. abgezogen wird.

Das ist eine temporäre Blüte, am Ende wird sich wieder Qualität und Wachstum durchsetzen. So eine Phase kann aber durchaus Monate anhalten.

Hohes Risiko ZH3

Vom SPX gibt es nichts Neues zu berichten, wir haben eine kleine Pause im Abwärtsdruck gehabt, aber keinen Bounce der den Namen verdient.

Wenn wir im SPY auf das Daily schauen sehen wir, dass jetzt nach Durchschlagen der 50-Tage-Linie schnell ein Rebound kommen *müsste*, wenn der Aufwärtstrend Bestand haben soll.

Ich betrachte das Risiko nun aber für hoch, dass das jetzt *nicht* passiert und wir bald den ersten echten Trendbruch seit März 2020 erleben werden. Ein Rücksetzer auf die Tiefs von Oktober wäre hier nicht überraschend:

Hier noch der NASDAQ100, der noch mehr gefährdet aussieht:

Also weiter Vorsicht und insofern gibt es derzeit nicht viel zu tun. Ein Intraday-Rebound von hier ist weiter wahrscheinlich, auch wenn er bisher nicht kam. Wie hoch er geht ist aber die Frage und da sollten wir uns auf der sicheren Seite irren und skeptisch bleiben, bis wir vom Gegenteil überzeugt werden.

Bis Morgen!

Ihr Hari
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Quality Value

Ja, am heutigen Sonntag gibt es eine "volle Dosis" und gleich hier den 3. Artikel. 😉

Hintergrund ist, dass natürlich erklärt werden muss was ich mit "Quality Value" meine und deswegen kommt die Erklärung auch schon am Sonntag, womit ich alle Sonderartikel der KW02 schon jetzt zur Verfügung stelle, aber warum nicht?

In der Woche kommen dann ja noch die ausführlichen Streams, auf die ich mich dann voll konzentrieren kann. Dieser vorgezogene Ablauf für Video und Sonderartikel bleibt aber eine Ausnahme zum Jahresstart, in Zukunft kommen die Sonderartikel wie immer irgendwann im Verlauf der Woche und nicht schon am Sonntag.

Nun aber zum Thema "Quality Value".

Beginnend mit -> diesem Teil des Jahreswechsel-Ausblicks <- habe ich von "Quality Value" gesprochen, dem Segment des Aktienmarktes, das in 2022 potentiell eine relative Überperformance zeigen könnte.

Als weitere Belege habe ich -> so Auswertungen <- gezeigt, die aufzeigen dass "Value" Nachholbedarf und "Growth" Korrekturbedarf hat.

Was meine ich also mit "Quality Value", warum stelle ich das Wort "Quality" nach vorne und wogegen will ich das abgrenzen?

Nun, wenn man das Wort "Value" in den Mund nimmt, dann hat man es sofort mit den "Kennzahlen-Fetischisten" zu tun, die ernsthaft glauben aus einem niedrigen KGV irgendeine sinnvolle Kaufentscheidung ableiten zu können. Diese Denkstruktur ist aber sehr populär und mit ihr rennen Abertausende einem Zerrbild von "Buffett-Investing" hinterher, das eher lächerlich, denn profitabel ist.

Lächerlich, weil wenn diese Leute dann ihre Kennzahlen anwenden, bei ihnen zuverlässig "Gurken" im Depot landen, die ein Buffett oder Munger nie anfassen würde, deren Ansatz von "Value" nämlich keineswegs so unterkomplex ist. Ich habe das Thema vielfältig behandelt, so zB hier in -> Der Bewertungs-Unsinn <-.

Das was ich mit "Quality Value" meine, will ich also bewusst gegen diese sinnlosen Rechnereien abgrenzen und der "Intrinsic Value" hilft uns auch nicht weiter bei der Frage, welche Aktien in 2022 vielleicht eine Überperformance zeigen werden.

Was ich dagegen meine sind *starke* Aktien mit *starken* Geschäftsmodellen, die sehr wohl beständig wachsen, aber aus verschiedensten Gründen derzeit nicht die überschiessenden Erwartungen in den Kursen haben. Aktien also, die hohe Cashflows und hohe Stabilität besitzen, bei denen der Markt aber nicht schon die Zukunft der nächsten 5 Jahren in die Kurse gepackt hat.

Solche Aktien haben die Chance in einem Zinssteigerungs-Environment eine *relative Überperformance* an den Tag zu legen, weil sie weit weniger vom Diskontierungseffekt betroffen sind. Solche Aktien bieten Chancen, ohne gleich massive Risiken mitzuliefern. Das nenne ich für mich mal "Quality Value".

Mit 5 Beispielen will ich ihnen im Folgenden zeigen was ich damit meine und was nicht. Diese 5 Aktien sind keine "Empfehlungen" und keine "besten" oder "schlechtesten", weder so noch so, sie dienen ausschließlich dazu das Prinzip zu vermitteln.
Die KGV Angaben habe ich dabei Yahoo Finance als "Forward P/E" entnommen, das KGV ist schwer vergleichbar wenn man nicht exakt den gleichen Zeitraum verwendet. Hier ist -> ein Beispiel <- für die Datenquelle.

AT&T (T)

AT&T ist ein Beispiel was ich *nicht* meine. Das ist so eine Aktie, bei der seit Jahren die oben genannten "Kennzahlen-Fetischisten" feuchte Träume bekommen und was hat es ihnen gebracht?

Nichts, nicht einmal die Dividende konnte das Debakel ausgleichen. Ein Forward P/E von 7 ist eben eine Problembeschreibung und kein Pluspunkt. AT&T war und ist "Dead Money" für Anleger, Phasen des Gegenanstiegs ändern daran wahrscheinlich wenig.

AT&T fehlt es an stabilem Wachstum, dafür hat das Management versucht mit Riesendeals (Warner) mal wieder die "Hochzeit im Himmel" zu formen, was zuverlässig krachend gescheitert ist. Der jetzige Kursverlauf ist immer noch eine Abwicklung dieses Desasters und die vermeintlich hohe Dividende wird wohl bald deutlich gekürzt werden, die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern.

Als Trade kann AT&T in 2022 sehr wohl eine gute Performance haben, es spricht einiges dafür dass wir da nun einen Tiefpunkt hinter uns haben. Ich wäre also nicht überrascht wenn T in 2022 gut performed, es ist aber keine Aktie von der Qualität, die ich mit "Quality Value" meine.

Royal Dutch Shell (RDS-A)

Auch RDS meine ich nicht, auch das ein Traum für "Kennzahlen-Fetischisten" und auch das eine Aktie, die potentiell in 2022 eine gute Performance hinlegen könnte, weil sich am Ölmarkt eben eine Angebotskontraktion abspielt und die Preise treibt.

Aber daran ist nichts Nachhaltiges, Shell wächst nicht mehr und hat sein Forward P/E von 7 als Problembeschreibung völlig zu Recht. RDS ist wie alle Ölwerte derzeit ein toller Trade und ist es vielleicht auch bis weit in 2022 hinein, das war es dann aber, dauerhafte Investment-Qualität sehe ich hier nicht mehr, eher "Dead Money" wie bei AT&T.

Intel (INTC)

Was ich aber meine sind Aktien wie Intel. Intel wächst beständig, Intel ist ein Koloss von strategischer Bedeutung, Intel hat einen hohen Cashflow und Intel ist trotz seiner strategischen Probleme immer noch in einem langfristigen Aufwärtstrend:

Pat Gelsinger ist aber scheinbar auf dem richtigen Weg den Koloss wieder in den Wind zu drehen und in die Zukunft zu steuern, wir bekommen diese Chance derzeit für ein Forward P/E von 14, was ungefähr die Niveaus sind, die auch Apple und Microsoft vor 5 Jahren im Sommer 2016 hatten, als ich diese Techriesen prophetisch als die -> neuen Nestles <- beschrieben habe. Dieser unscheinbare Artikel war wahrscheinlich für Anleger einer der profitabelsten in der Geschichte von Mr. Market, wenn man das dort Gesagte ernst genommen hat.

Novartis (NVS)

Eine weitere Aktie die ich mit "Quality Value" bezeichnen würde ist Novartis, ich betone auch dass im Schweizer Markt (SMI) eine ganze Reihe von Aktien sind, die unter dieses Label fallen könnten.

Bei NVS ist in den letzten Jahren nichts Besonderes passiert, man läuft ein wenig unter dem Radar und eher schlechter als der Konkurrent Roche, große Erfolge wollen nicht mehr so richtig kommen.

Ich argumentiere hier auch nicht dass Novartis nun eine besonders gute Healthcare-Aktie ist, wie oben gesagt sind das keine Beispiele im Sinne "die Besten".

Ich will ihnen aber zeigen, dass NVS *trotzdem* beständig steigt, mit einem Forward P/E von 12 sehr erdverbunden bewertet ist und einem Zinsanstieg wohl überdurchschnittlich gelassen entgehen sehen kann. Auch das ist wohl "Quality Value":

BAE Systems (BA.)

Und zum Schluß noch ein Beispiel aus UK, dessen FTSE100 auch gut mit Weltkonzernen gefüllt ist, die erdverbundene Bewertung mit Stabilität und Wachstum verbinden.

Den Luftfahrt und Rüstungskonzern BAE Systems bekommen wir derzeit für ein Forward P/E von 11 und dafür ein Wachstumsgeschäft, das sich auch um Zinserhöhungen wenig kümmern muss.

So.... das waren die Beispiele was ich meine und was ich nicht meine. Ich betone erneut, dass es keine konkreten "Empfehlungen" sind und dass auch Intel, Novartis und BAE wie jede Aktie eine falsche Abzweigung nehmen und abschmieren können. Ich wollte hier nur einen Punkt machen, was "Qualität" von niedrigen Kennziffern ohne echtes Zukunftspotential unterscheidet.

Starke Unternehmen mit erdverbundener Bewertung, dauerhaftem Wachstum und guten Zukunftsaussichten sind "Quality Value" für mich und sollten in einer Phase eine Überperformance zeigen, in der die großen Techkonzerne mit ihren hohen Erwartungen vielleicht mal Luft ablassen müssen.

Gerade im SMI und FTSE100, dem schweizer und britischen Index, sind einige Aktien dieser Kategorie enthalten, weswegen ich diese Indizes nun der besonderen Aufmerksamkeit empfehle. Aber natürlich finden sich solche Werte auch im SPX oder im DAX.

Ihr Hari

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