Hari Live Stream 19.12.19



13:45 MEZ

Der Stream beginnt sehr früh und endet heute noch etwas früher, Schluß ist schon gegen 16:00 MEZ. Dafür gibt es dann aber am heutigen späten Abend gegen 22 Uhr noch einen Bericht nach dem Kino, ganz ohne Spoiler selbstverständlich. 😉

Ich bin aber auch richtig fertig und dringend reif für die Ferien. Ich weiss nicht warum, aber vor Weihnachten kommt immer alles zusammen und man weiss nicht mehr, was Henne und Ei ist.

Neue Probleme, alte Probleme, viel zu tun, Ärger und gesundheitliche Probleme bilden eine ätzende Melange. Wie fertig ich bin, sehe ich an so Ausfällen, die typisch dafür sind, wenn man keine Zeit und Ruhe mehr hat, sich Dinge mal in Ruhe anzuschauen.

Da bekomme ich doch vor einer Woche eine neue EC-Karte. Neue Karte freigeschaltet und am Automaten genutzt. Funktioniert also. Alte Karte zerschnitten und weggeschmissen.

Heute will ich notwendige Überweisungen für die Firma machen und die generierten PINs funktionieren nicht und ich werde ausgesperrt. Hä??

Ein Anruf bei der Bank lässt mich "Scheiße" rufen. Ich habe eine private und betriebliche EC-Karte und ich habe übersehen, dass die neue Karte für das andere Konto war!

Nun habe ich also 2 Karten für das eine Konto und keine für das andere. Und da die Zugangsauthorisierung über einen TAN-Generator aber nur auf einer Karte liegt und ich *genau die* weggeschmissen habe, kann ich nun keine Überweisung mehr machen.

Catch22 und das kurz vor Weihnachten, Ersatzkarte ist dann so in 2 Wochen da. Ufff....

So Dinge passieren mir nur, wenn ich fertig bin und mal Ruhe brauche, ein untrügliches Signal.

13:55 MEZ - ZH2

Glücklicherweise macht der Markt nicht auch noch Ärger, aus dessen Perspektive kann ich mir den Stream heute fast sparen.

Schauen Sie mal wie bewegungslos der SPX seitwärts läuft, das ist schon fast unwirklich. Erinnern Sie sich an den gnadenlosen Abverkauf vor einem Jahr um die Zeit? Ein Markt der Extreme:

14:25 MEZ

Die Bank of England (BOE) lässt den Leitzins unverändert, -> nimmt aber auch Zinssenkungen bei weiterer Wirtschaftsschwäche in den Blick <-

Vielleicht ist auch das ja eine Ursache dieses markante Reversals des Pfunds nach der Wahl, dass alleine mit Johnsons Plan die Übergangsfrist zu begrenzen, langsam nicht mehr erklärt werden kann.

Aber wie heisst es so schön, die Wege des Devisenmarktes sind unergründlich:

14:40 MEZ - ZH3

Micron (MU) hat gestern einen guten Ausblick geliefert und vor allem hat der CEO gestern gesagt, dass -> der Boden drin ist <-.

Das wird dem ganzen Sektor heute erneut helfen und katapultiert MU vorbörslich erneut 4% nach oben, an den oberen Rand dieses Trendkanals:

14:55 MEZ

Lesen Sie mal, Notenbanken Augenverdreh. Mal wieder typisch kausales Denken von Ökonomen in den großen volkswirtschaftlichen Abteilungen der Notenbanken:

-> EZB zieht ernüchterte Bilanz ihrer Inflationsprognosen <-

WIrklich gelernt hat man aus dem Dauerdesaster aber nichts. Man stellt nicht entweder diese ganze Prognosiritis in Frage - dann müsste man sich ja selber in Frage stellen - sondern es muss dann ja einen "Fehler" geben, weswegen die "richtigen" Modelle die "falschen" Daten liefern.

Das ist so wie bei Flat-Earthern, bei denen Daten eine kugelförmige Erde indizieren. Dann muss ein Einfluss die Daten verschoben haben, am ganzen Ansatz kanns ja nicht liegen.

Die wirkliche Antwort besteht neben Mängeln der klassischen Ökonomiemodelle vor allem aus der Reflexivität. Eine Notenbank kann gar keine öffentlichen Inflationsprognosen abgeben, ohne diese gleich wieder unwirksam zu machen. Weil eben die Marktteilnehmer *alle* darauf starren und ihr Verhalten schon durch die Prognose adaptieren.

Dieses naive Verständnis von Wirtschaft in der Mainstream-Ökonomie, dass die sozialen Rückkoppelungseffekte weitgehend ignoriert, obwohl diese den Markt dominieren, ist einfach traurig. Wirtschaft besteht bekannterweise zu mindestens 50% aus Psychologie.

Und zunehmend wird die Psychologie ja nun durch automatisierte Algos ersetzt, die die EZB Prognosen sehen und ihre Modelle anpassen und reagieren und damit das Adaptionsverhalten sogar noch beschleunigen. Und schon ist die "Wirklichkeit" eine andere, weil die EZB eine Prognose abgeliefert hat. Wie ich in meinem Artikel zur Reflexivität ausgeführt habe, ist das das "Beobachterproblem".

Ökonomie ist eine Sozialwissenschaft mit Schwerpunkt selbstreferentielles Verhalten komplexer Systeme. Nachrichtentheorie, Systemtheorie, all das ist wichtig. Kausale Beziehungen und mathematische Präzision führen dagegen in die Irre.

Schafft diese ganzen teuren Abteilungen mit ihren Prognosen einfach ab. Keiner wird was merken und die Politik der Notenbank wird nicht schlechter.

15:25 MEZ - ZH3

Centene (CNC) hatte ich hier seit -> dem Stream vom 23.10.19 um 18:55 MEZ <- immer wieder mit Bruch des Abwärtstrends und Volumenschub.

Nun schauen Sie, was das Baby heute macht, klassisch nach Konsolidierung und Fakeout zum Abwerfen der schwachen Hände. Das Baby ist noch nicht fertig:

15:55 MEZ - ZH3

Siltronic (WAF) schiebt schön rhythmisch weiter:

Und Tesla (TSLA) erreicht heute 400 USD:

Schöne Sache, da kann ich mich jetzt gekräftigt und gelassen der dunklen Seite der Macht aussetzen.

16:00 MEZ

So, das wars, ich weile nun in einer weit, weit entfernten Galaxis.

Heute am späten Abend so gegen 22 Uhr melde ich mich per Artikel mit meiner Sicht auf die Dinge, ganz ohne Spoiler - versprochen.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Bitcoin, Ethereum, die Tulpen, Panini-Bilder und Geld

Im internen Bereich war der Wunsch vorhanden, mal darzustellen warum ich mich von den Kryptowährungen noch weitgehend fern halte und diese (noch) *nicht* für ernst zu nehmendes Geld halte.

Das Interesse daran dürfte auch im freien Bereich deutlich vorhanden sein, weswegen ich Ihnen diesen Artikel nun auch hier zur Verfügung stelle, leicht angepasst, weil um interne Referenzen bereinigt und um einen Gedanken erweitert.

Viel Spass und gute Erkenntnisse wünscht Ihr Hari

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Ein Thema das immer wieder angefordert wurde, war der ganze Komplex rund um Bitcoin und Ethereum. Nun, da das Interesse so gross zu sein scheint - war es bei Tulpen übrigens auch mal 😉 - will ich mich aufraffen dazu etwas zu schreiben.

Aufraffen muss ich mich dazu, weil mich das Thema Anlage- und Tradingtechnisch noch gar nicht interessiert. Null. Nada. Ich werde Ihnen also nur erklären, warum es mich (noch) nicht interessiert, für eine Diskussion um die einzelnen, aktuellen Entwicklungen brauchen Sie einen anderen Gesprächspartner.

Und nein, natürlich ist der Bitcoin Ansatz etwas anderes als die Tulpen der -> Tulpen-Manie <-, das war nur eine Spitze, weil es Ähnlichkeiten bei der Markttechnik gibt, die mit einem zu engen Markt und ganz viel Hype zu tun haben. Die Folge ist eben eine Fahnenstange.

Aber von Anfang an.

Ich bin Informatiker und Techie. Ich verstehe den Ansatz der Crypto-"Währungen" also voll und ganz, auch technisch. Nicht in dem Sinne, dass ich mich für die Details der Algorithmen interessiere, aber das Prinzip der Blockchain und die damit verbundene Begrenztheit und nicht beliebige Vermehrbarkeit, ist mir völlig klar.

Mein erster Satz wird sie vielleicht erstaunen, weil er zum klaren "Interessiert mich (noch) nicht" scheinbar nicht passt:

Das ganze Konzept ist intelligent, zukunftsträchtig und könnte tatsächlich die Grundlage eines zukünftigen Geldes sein.

Wow, der Hari ist ein Bitcoin Fan? Nein, ich bin ein Fan des Konzeptes. Aber das ist (noch) kein Geld, weil hier einige Irrtümer in den Köpfen interessieren.

Denn es geht ganz grundsätzlich um das was *Geld* auszeichnet und das ist primär Vertrauen. Dann wieder Vertrauen, erneut Vertrauen und dann lange nichts. Und dann erst die Vermehrbarkeit, Lagerbarkeit und viele andere Themen.

Alle Fiat-Währungen wie der Dollar sind auch beliebig vermehrbar und die Menschen trauen denen trotzdem, zumindest noch. Es gibt viele andere Dinge, die nicht beliebig vermehrbar und trotzdem kein stabiles Geld sind. Tulpen waren damals gerade eben auch nicht beliebig vermehrbar, sondern die Zwiebeln damals sehr selten und wertvoll.

Die Frage ist, was zeichnet Geld aus, damit es allseits akzeptiert wird und dauerhaft als Wertspeicher funktioniert? Was unterscheidet Geld von Tulpen? Und das hat in einer heterogenen Zivilisation immer auch mit Institutionen zu tun, an denen sich das Vertrauen festmacht. Oder wie bei Gold an vielen tausend Jahre zivilisatorischer Erfahrung und damit einem verdienten Grundvertrauen.

Die begrenzte Vermehrbarkeit ist also eher nebensächlich.

Der derzeitige Killer, der verhindert, dass Bitcoin und Co. "Geld" sein können, ist die fehlende Institution, die das Geld garantiert.

Denn es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Gold und Bitcoin. Gold ist Gold. Es gibt noch ein paar andere Edelmetalle, aber es gibt keine unbegrenzten Alternativen an physischen Gütern, die endlich, begrenzt und leicht lagerbar sind. Es gibt also im Bereich der lagerbaren Metalle keine sinnvolle Alternative zu den Edelmetallen.

Bitcoin aber, ist zwar in seinem System nicht beliebig vermehrbar, man kann und wird aber jederzeit beliebige "Bitcoins" daneben setzen. Ethereum ist der erste Fall. Sobald auch Ethereum hoch gestiegen ist, werden weitere folgen. Der Erfolg erzeugt weitere Alternativen - Konkurrenz belebt eben das Geschäft, drückt aber auch die Preise. 😉

Und weil zwar nicht Bitcoin selber, aber Alternativen zu Bitcoin beliebig vermehrbar sind, hält die Technik keinerlei Vergleich zu Gold und Co. stand.

Wenn man die Crypto-"Währungen" als Ganzes nimmt, sind sie eben doch beliebig vermehrbar. Die Edelmetalle sind es nicht.

Bitcoin und Co. beinhalten also durchaus die Technik und das Konzept, um daraus echtes elektronisches Geld werden zu lassen, sie sind im Moment aber eher sehr gehypte "Rabattmarken" die irgend ein Unternehmen heraus geben kann.

Auch Rabattmarken können begrenzt sein, wenn es das Unternehmen so will. Und wenn um das Unternehmen ein Hype entsteht, können auch dessen Rabattmarken stark im Preis steigen, wie auch Panini-Bilder auf dem Schulhof. Da aber jederzeit eine andere Firma eigene Rabattmarken heraus geben kann, haben sie einen rein spekulativen Wert und können durch den Hype auf dem Nebenhof jederzeit entwertet werden. Und sind als Geld ungeeignet.

Wir müssen uns immer klar machen, was Geld ist. Geld basiert auf Vertrauen. Dieses Vertrauen in den Werterhalt und die Handelbarkeit ist bei Gold in tausenden Jahren gewachsen. Bei den Fiat-Währungen wie Dollar und Euro wird dieses Vertrauen durch eine halbstaatliche Organisation erzeugt - die Notenbank - und durch den Staat gefördert, der es zum Zahlungsmittel erklärt und darauf zum Beispiel Anleihen begibt.

Dieses Vertrauen ist bei Bitcoin und Co. nicht nur noch nicht da, es ist auch (noch) ungerechtfertigt. Auf der einen Seite wird es technische "Glitches" geben, die eine Manipulation ermöglichen. Nicht im Basiskonzept selber, das erscheint mir geschlossen, sondern an den Schnittstellen, dort wo das elektronische Konstrukt in die reale Welt eintritt, wie zum Beispiel an den Handelsplätzen.

Auf der anderen Seite fehlt die glaubwürdige Institution, ich halte es für eher irreal und eine Verkennung dessen was Geld ausmacht zu glauben, dass das eine nicht-staatliche Stelle sein könnte. Das Vertrauen das mit der "Herausgabe" von Geld verbunden ist, muss immer institutionell untermauert sein - es geht einfach um zu viel. Da ist Bitcoin und Co. noch lange nicht.

Was sind die Crypto-"Währungen" also?

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Bitcoin, Ethereum, die Tulpen, Panini-Bilder und Geld



Der Thread ->Sonderthemen-Wünsche <- könnte übrigens noch mehr Input gebrauchen.

Ein Thema das immer wieder angefordert wurde, war aber der ganze Komplex rund um Bitcoin und Ethereum.

Mich würde ein Artikel zu Bitcoin brennend interessieren 🙂

mich interessiert das Thema Blockchain, Bitcoin, Ethereum und die disruptiven Kräfte, die sie auf Banken, Börsen und das Vermittlungsgeschäft an sich haben. Ich lese zZ viel darüber, versuche mir ein klares Bild zu machen und zu ergründen wie ich von der Technologie profitieren kann und welche Auswirkungen es auf Wertanlage im Allgemeinen nehmen könnte. Während deines Urlaubs hattest du es im Forum einmal kurz angerissen. Vielleicht findest du nun Zeit für ein ausführlichen Bericht. Was ist deine Meinung?

Auch unser Mitglied Jonkers hatte das Thema ja schon in diesem Thread zu -> Gold <- in Post 330 aufgeworfen. Und ich habe mich dazu kurz geäussert.

Nun, da das Interesse so gross zu sein scheint - war es bei Tulpen übrigens auch mal 😉 - will ich mich aufraffen dazu etwas zu schreiben.

Aufraffen muss ich mich dazu, weil mich das Thema Anlage- und Tradingtechnisch noch gar nicht interessiert. Null. Nada. Ich werde Ihnen also nur erklären, warum es mich (noch) nicht interessiert, für eine Diskussion um die einzelnen, aktuellen Entwicklungen brauchen Sie einen anderen Gesprächspartner.

Und nein, natürlich ist der Bitcoin Ansatz etwas anderes als die Tulpen der Tulpen-Manie, das war nur eine Spitze, weil es Ähnlichkeiten bei der Markttechnik gibt, die mit einem zu engen Markt und ganz viel Hype zu tun haben. Die Folge ist eben eine Fahnenstange.

Aber von Anfang an. Auch wenn ich nur länger ausführe, was ich in Post 331 im Kern schon gesagt habe.

Ich bin Informatiker und Nerd. Ich verstehe den Ansatz der Crypto-"Währungen" voll und ganz, auch technisch. Nicht in dem Sinne, dass ich mich für die Details der Algorithmen interessiere, aber das Prinzip der Blockchain und die damit verbundene Begrenztheit und nicht beliebige Vermehrbarkeit, ist mir völlig klar.

Mein erster Satz wird sie vielleicht erstaunen, weil er zum klaren "Interessiert mich (noch) nicht" scheinbar nicht passt:

Das ganze Konzept ist intelligent, zukunftsträchtig und könnte tatsächlich die Grundlage eines zukünftigen Geldes sein.

Wow, der Hari ist ein Bitcoin Fan? Nein, ich bin ein Fan des Konzeptes. Aber das ist (noch) kein Geld, weil hier einige Irrtümer in den Köpfen interessieren.

Ich zitiere erneut aus meinem Post 331:

Nur so viel als Teaser, das mit der "nicht beliebigigen Vermehrbarkeit" ist ein Nebenthema und wird überschätzt. Es geht eher ganz grundsätzlich um das was *Geld* auszeichnet und das ist primär Vertrauen. Dann wieder Vertrauen, erneut Vertrauen und dann lange nichts. Und dann erst die Vermehrbarkeit, Lagerbarkeit und viele andere Themen.

Alle Fiat-Währungen wie der Dollar sind auch beliebig vermehrbar und die Menschen trauen denen trotzdem, zumindest noch. Es gibt viele andere Dinge, die nicht beliebig vermehrbar und trotzdem kein stabiles Geld sind. Tulpen waren damals gerade eben auch nicht beliebig vermehrbar, sondern die Zwiebeln damals sehr selten und wertvoll.

Die Frage ist, was zeichnet Geld aus, damit es allseits akzeptiert wird und dauerhaft als Wertspeicher funktioniert? Was unterscheidet Geld von Tulpen? Und das hat in einer heterogenen Zivilisation immer auch mit Institutionen zu tun, an denen sich das Vertrauen festmacht. Oder wie bei Gold an vielen tausend Jahre zivilisatorischer Erfahrung und damit einem verdienten Grundvertrauen.

Die Geschichte der Menschheit hat schon viele Versuche mit Geld hinter sich, Bitcoin ist eine neue Technik, unterliegt aber den gleichen Fragen und Problemen. Ein Blick in die Geschichte hilft.

Die begrenzte Vermehrbarkeit ist also absolut nebensächlich.

Der derzeitige Killer, der verhindert, dass Bitcoin und Co. "Geld" sein können, ist die fehlende Institution, die das Geld garantiert.

Denn es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Gold und Bitcoin. Gold ist Gold. Es gibt noch ein paar andere Edelmetalle, aber es gibt keine unbegrenzten Alternativen an physischen Gütern, die endlich, begrenzt und leicht lagerbar sind. Es gibt also im Bereich der lagerbaren Metalle keine sinnvolle Alternative zu den Edelmetallen.

Bitcoin aber, ist zwar in seinem System nicht beliebig vermehrbar, man kann und wird aber jederzeit beliebige "Bitcoins" daneben setzen. Ethereum ist der erste Fall. Sobald auch Ethereum hoch gestiegen ist, werden weitere folgen. Der Erfolg erzeugt weitere Alternativen - Konkurrenz belebt eben das Geschäft, drückt aber auch die Preise. 😉

Und weil zwar nicht Bitcoin selber, aber Alternativen zu Bitcoin beliebig vermehrbar sind, hält die Technik keinerlei Vergleich zu Gold und Co. stand.

Wenn man die Crypto-"Währungen" als Ganzes nimmt, sind sie eben doch beliebig vermehrbar. Die Edelmetalle sind es nicht.

Bitcoin und Co. beinhalten also durchaus die Technik und das Konzept, um daraus echtes elektronisches Geld werden zu lassen, sie sind im Moment aber eher sehr gehypte "Rabattmarken" die irgend ein Unternehmen heraus geben kann.

Auch Rabattmarken können begrenzt sein, wenn es das Unternehmen so will. Und wenn um das Unternehmen ein Hype entsteht, können auch dessen Rabattmarken stark im Preis steigen, wie auch Panini-Bilder auf dem Schulhof. Da aber jederzeit eine andere Firma eigene Rabattmarken heraus geben kann, haben sie einen rein spekulativen Wert und können durch den Hype auf dem Nebenhof jederzeit entwertet werden. Und sind als Geld ungeeignet.

Wir müssen uns immer klar machen, was Geld ist. Geld basiert auf Vertrauen. Dieses Vertrauen in den Werterhalt und die Handelbarkeit ist bei Gold in tausenden Jahren gewachsen. Bei den Fiat-Währungen wie Dollar und Euro wird dieses Vertrauen durch eine halbstaatliche Organisation erzeugt - die Notenbank - und durch den Staat gefördert, der es zum Zahlungsmittel erklärt und darauf zum Beispiel Anleihen begibt.

Dieses Vertrauen ist bei Bitcoin und Co. nicht nur noch nicht da, es ist auch (noch) ungerechtfertigt. Auf der einen Seite wird es technische "Glitches" geben, die eine Manipulation ermöglichen. Nicht im Basiskonzept selber, das erscheint mir geschlossen, sondern an den Schnittstellen, dort wo das elektronische Konstrukt in die reale Welt eintritt, wie zum Beispiel an den Handelsplätzen.

Auf der anderen Seite fehlt die glaubwürdige Institution, ich halte es für eher irreal und eine Verkennung dessen was Geld ausmacht zu glauben, dass das eine nicht-staatliche Stelle sein könnte. Das Vertrauen das mit der "Herausgabe" von Geld verbunden ist, muss immer institutionell untermauert sein - es geht einfach um zu viel. Da ist Bitcoin und Co. noch lange nicht.

Was sind die Crypto-"Währungen" also?

Eine tolle Technologie, die die Grundlage für ein modernes Geld sein könnte. Aber nur, wenn das institutionalisiert und damit "garantiert" wird. Nur so kann man dann das "Kryptowährungsgeld" von beliebigen anderen Algorithmen unterscheiden, die zwar ähnlich funktionieren aber kein Geld sind, weil die institutionelle Grundlage fehlt.

Ich glaube übrigens, dass es noch lange dauern wird, bis es echtes, institutionalisiertes Geld auf Basis von Blockchain und Co. geben wird, weil die Notenbank und Staaten Null Interesse an einem "Anti-Fiat-Money" System haben. Es braucht dazu wohl erst die nächste Finanzkrise, bei der den Notenbanken ihre Politik des Gelddruckes um die Ohren fliegt. Dann könnte die Zeit von diesen Techniken kommen und daraus Geld werden.

Aktuell sind die Cryptowährung aber Tulpen, Panini-Bilder und Rabatt-Marken - eine beliebige Form von Wertgutschein, der halt gerade gehyped wird und deswegen im Schornstein steigt.

Mich interessiert das Null, auch weil ich da keinen Handelsedge sehen kann. Sobald die Technik für echtes, institutionell garantiertes Geld benutzt wird, werde ich sofort aufmerksam - dann wird es spannend. Um mich aber an einer anderen Form von Tulpen-Manie zu beteiligen, ist mein Leben zu kurz und Anfälle von Gier wenn irgendwo die Kurse steil klettern, habe ich mir schon lange abgewöhnt, dafür bin ich zu "abgezockt".

So weit meine persönliche Sicht der Dinge. Es ist also für mich ganz einfach. Alles toll mit Bitcoin, spannende Sache. Aber kein Geld und absehbar kein Geld. Denn Cryptowährungen sind eben doch beliebig vermehrbar. Nicht in der Währung, sondern durch Abarten des Konzepts.

Es braucht also die glaubwürdige, institutionelle Garantie. Erst dann sind wir im Geschäft aber das dauert noch.

Ihr Hari

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Independence Day Wochenende



Guten Morgen!

Heute wird wohl ein vom Volumen dünner Tag werden, der aber durchaus das Potential für Volatilität hat, den Positionierungen vor dem Quartalsende und langen Wochenende in den US werden auch noch stattfinden.

Dazu muss man wissen, dass die US nächste Woche faktisch nur eine 3,5 Tage Handelswoche haben. Denn am Dienstag ist Independence Day und damit Börsenfeiertag. Und Montag ist nur verkürzter Handel, in MEZ nur bis 19:00 Uhr.

Vor so einem langen Wochenende sind die Bewegungen normalerweise sehr gering, neben dem Quartalsende führt aber auch das vom Markt generierte grosse Fragezeichen dazu, dass heute mehr los sein wird.

Denn mit seinen wilden Swings hin und her zwischen Montag und Donnerstag hat der Markt das grosse Fragezeichen aufgeworfen, ob das nicht Vorbote einer grösseren Korrektur Anfang Juli ist. Ich habe schon gestern geschrieben, dass man das nach alter Logik recht eindeutig so interpretieren würde, ein bockendes Rennpferd eben, bevor es losläuft. Aber gilt diese Logik auch im neuen Markt-Environment?

Mit diesem Fragezeichen werden sich heute viele quälen, denn *eigentlich* ist der Markt nun wieder für einen Rebound reif, da der SP500 es gestern gerade so wieder zurück über die Unterstützung von 1.420 geschafft hat:

Wir sehen den Rebound in der gestrigen Kerze, wir sehen aber auch, wie das OBV im SPY schon seit Mitte Juni ein Warnsignal sendet. Einer der vielen Gründe, warum ich seit meiner Rückkehr aus dem Urlaub so vorsichtig bin.

Auch der DAX hat eine wichtige Zone erreicht, es ist im grossen Bild nämlich der Retest des 2015er Ausbruchs:

Und deshalb sind heute die Chancen für einen Rebound im DAX von der 12.400er Zone weg durchaus da:

Nur, gerade *weil* das Fragezeichen vor dem langen Wochenende so gross ist, ob das nicht der Beginn einer grossen Korrektur ist, rechne ich heute eher mit einem müden "wegschlabbern" wie ich das oben in Lila eingezeichnet habe.

Auf gut Deutsch:

Wir tun gut daran davon auszugehen, dass das heute nicht aufgelöst wird, sondern wir mehr oder weniger auf dem jetzigen Wissenstand mit dicken Fragezeichen ins Wochenende geschickt werden.

Ärgerlich und Sorgen machend ist das aber nur für die, die jetzt noch voll investiert an den Nägeln kauen müssen, weil sie nicht wissen ob es Zeit ist abzuspringen. Wer aber - wie wir - schon viel Cash hat, kann das ganz gelassen betrachten und auch die Chance die darin liegen schon in Augenschein nehmen.

Meine Strategie der Vorsicht, die sich lieber auf der sicheren Seite irrt, hat fraglos ihre Nachteile in einem extremen Bullenmarkt, weil man die Marktperformance dann nicht mehr voll mitnehmen kann. Sie hat aber riesige Vorteile dann, wenn es wirklich ernst wird und man grosse Fehler machen kann. Und insbesondere kann man mit so einer Aufstellung auch das kommende Wochenende gut schlafen!

Einen Faktor gibt es übrigens der dafür spricht, dass Anfang Juli sich die Lage wieder ändert und das sind Euro und Dollar.

Denn EURUSD ist nun fast an dem massiven Widerstand bei ca. 1,47 angekommen, der die Bewegung seit Mitte 2015 deckelt:

Dieser von mir vielfach erwähnte "1,15er Trade" bei EURUSD hat also perfekt funktioniert, nur halte ich es nach der abgelaufenden Bewegung für *fast ausgeschlossen*, dass EURUSD sofort ohne Pause über 1,15 hinweg zieht.

Unmöglich ist nichts am Markt, stärker als "fast ausgeschlossen" gibt es also kaum. 😉 Mal kurz durchschauen und dann zurück fallen kann ich mir vorstellen, einen direkten Marsch des Euros weiter nach oben nicht.

Dieser stark steigende Euro war aber natürlich ein Faktor beim aktuellen Geschehen, insbesondere bei der Korrektur im DAX. Das ist also ein weiteres Indiz dafür, dass der DAX die Chance auf einen Rebound weg von der 12.400er Zone hat. Und ein Indiz dafür, dass es Anfang Juli an den Märkten nicht einfach so weiter gehen wird wie diese Woche.

So weit zur heutigen Einordnung. Noch ein kurzer, erneuter Hinweis auf China.

Denn laut dem heute Nacht gemeldeten Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, hat die Industrie in China im Juni entgegen den Erwartungen zugelegt. Damit liegt der Geschäftsklima-Index seit elf Monaten in Folge über der Expansionsschwelle von 50 Punkten, die ein Wirtschaftswachstum signalisiert. "Die Expansion des verarbeitenden Gewerbes habe sich beschleunigt" wurde dazu von offizieller Seite gesagt.

Überrascht uns das im Angesicht des kommenden Parteitages im Herbst? Nein, deshalb ist China nun einen Blick wert, das grosse Risiko ist eine Eskalation in Nordkorea und Protektionismus seitens Trump, aber diese Risiken sind ja nicht neu, mit denen muss man leben.

Ganz grundsätzlich, sehe ich das Risiko einer Trendwende und Topbildung an den Märkten im diesem Sommer/Herbst nur dann, wenn sich die Meinung verfestigen sollte, dass die Notenbanken nun alle auf den "Kriegspfad" gehen und ihre Bilanzen verkürzen und zu "tapern" beginnen. Oder wenn zum Beispiel die FED überschiessen würde und zu aggressiv wird. Das wäre dann tatsächlich das Ende des billigen Geldes und damit wahrscheinlich auch Vorbote einer Topbildung, denn diese Rally die wir erleben ist eindeutig und primär liquiditätsgetrieben, sprich die Notenbanken pumpen die Märkte indirekt auf, hier findet die "Inflation" statt, die woanders noch fehlt.

Den Eindruck vom "Kriegspfad" könnte man gewinnen wenn man schaut, was FED, BoE, BoJ und EZB zuletzt so von sich gegeben haben und es ist auch dieser Eindruck, der die Märkte nun wackeln lässt.

Ich persönlich halte die Wahrscheinlichkeit einer breiten Notenbankwende aber für vernachlässigbar, die Notenbanken sind in ihrer Politik des billigen Geldes gefangen. Nicht nur Draghi wird Italien nicht den Wölfen vorwerfen können und die Zinsen zügig erhöhen, auch die scheue Janet Yellen wird sich nicht wenige Monate nach ihrem "mutigen" (ich würde eher sagen "idiotischen") Statement, dass die nächste Finanzkrise nicht mehr "in our Lifetime" auftritt, schon als Ahnungslose outen lassen wollen.

Auch die FED wird also ganz schnell den Hebel wieder umlegen, wenn der Markt nur hustet und die EZB doppelt und dreifach. Es ist diese Erwartung, die man auch den "Yellen-Draghi Put" nennt, die die Märkte permanent steigen lässt, weil das wie ein Sicherheitsnetz wirkt. Nun stellen Sie sich mal vor, die Notenbanken ziehen dieses Netz weg - dann dürfte es schnell übel werden und die "Schuldigen" werden klar sein und sich alle Finger der Politik auf sie richten - gerade auch in Draghis Heimatland. 😉

Glauben Sie dass das passieren wird? Ich eher nicht und deshalb spricht viel dafür, dass es diesen Sommer furchtsam hin und her geht und diese Korrektur sich auch noch auf 5-10% ausdehnen kann, sie wird aber wohl trotzdem eine Kaufgelegenheit zum Jahresende sein.

Nur über Eines muss sich jeder im Klaren sein, der dieses Spiel mit seinem Vermögen spielt: Es ist eine Wette auf die Berechenbarkeit und Taubenhaftigkeit der Notenbanken. Wenn da plötzlich ein Paul Volcker auftritt und gnadenlos durchzieht, sind wir in einem ganz anderen Spiel und in den Kursen viel tiefer!

Wie man im Angesicht dieser Abhängigkeit einfach blind "buy and hold" machen will, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Selbst der langfristigste Anleger braucht eine Strategie, wie er mit so einer "Volcker-Situation" umgehen würde.

So weit heute früh, bis heute Nachmittag.

Ihr Hari

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Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?

Ich weiss nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass im Rahmen der Sektor-Umschichtungen nach der Wahl Trumps, kleine Nebenwerte, die im Russell 2000 Index zusammen gefasst sind, massiv haussiert haben - wie hier zum Beispiel im ETF IWM zu sehen, der den Russell 2000 abbildet:
(All Charts from -> Finviz.com <-)

iwm-21-11-16

Gleichzeitig haben aber einige klassische Dividendentitel und grosse Bluechips, teilweise deutlich korrigiert - ausser sie gehörten zu Sektoren wie dem Industrie-Sektor, die von Trumps absehbarem Infrastruktur-Programm profitieren werden.

Diese Bewegung, hat übrigens schon vor Trumps Wahl begonnen, sie wurde durch seine Wahl nur beschleunigt bzw wieder neu in Gang gesetzt. Hier sind zwei Beispiele solcher Korrekturen von gross kapitalisierten Dividenden-Bluechips:

Procter & Gamble (PG):

pg-21-11-16

Johnson & Johnson (JNJ):

jnj-21-11-16

Damit stellt sich die Frage, was sich hinter dieser Schwäche verbirgt und die Antwort ist recht einfach:

Weiterlesen ...

Scheinrealität



So liebe Mitglieder, das Wochenende der "Woche nach der Wahl" naht, die - das kann man jetzt am Nachmittag schon sagen - im grossen und Ganzen die Seitwärtsbewegung gebracht hat, die ich nach dem initialen Trump-Schub erwartet hatte.

Vor uns liegt die Woche mit dem Thanksgiving-Feiertag und dem Black Friday in den US, die traditionell eher freundliche Börsen generiert. Sie sehen selber, dass der Markt diese Woche alle echten Korrekturversuche abgeschüttelt hat und das obwohl es im Sinne "Chaos bei Trump" ja den Versuch gab, die Stimmung zu Fall zu bringen.

Wie ich nun schon oft geschrieben habe denke ich, dass der Markt - vorbehaltlich massiver, völlig neuer Entwicklungen - diese Stimmung auch gerne behalten möchte und deshalb die Chancen für eine Jahresendrally dann gut sind.

Auch ein direkter Einbruch zum Jahreswechsel scheint - aus jetziger, noch etwas verfrühter Sicht - eher unwahrscheinlich, zweimal direkt hintereinander, passiert das eher nicht.

Eher gibt es den typischen Verlauf eines neuen Jahres, in dem der Markt bis Mitte Januar recht stark ist und es dann aber in den März hinein, zu einer scharfen Korrektur kommt. Mit Trumps Amtseinführung und den ersten echten Schwierigkeiten zwischen Theorie und Praxis, würde das hervorragend zusammen passen. Mit aufsteigenden Ängsten zur Wahl in Frankreich am 07.05., würde das auch zusammen passen.

Ich würde also gerne nun noch etwas Party feiern und dann langsam im neuen Jahr, alle Risiken heraus nehmen und den Markt erst einmal sich selber überlassen. Wir werden sehen, ob der Markt beliebt, sich genau an diesen meinen Gameplan zu halten, es passiert eher selten so gut wie zum letzten Jahreswechsel, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

Die kommende Woche, ist durch die US Feiertage an Wirtschaftsdaten eher arm, Notenbanken stehen meines Wissens auch nicht auf der Agenda. In der Woche darauf, wird sich der Blick dann zunehmend auf Italien am 04.12., die EZB am 08.12. und die FED dann am 14.12. richten. Und dann ist schon Weihnachten und 2016 bald herum, absolut irre, wie die Zeit vergeht.

Heute leiste ich mir mit Ihnen noch einen lockeren Ritt durch allerlei Themen und Charts, die ich nur kurz anschneide:

Die grosse Zinswende ist wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden, die FuW beschreibt -> das Ende der Negativzinsen <-. Rein aus Sicht des Marktes könnte das wirklich die "grosse Wende" sein. Ein fundamentaler Blick erinnert aber daran, dass die Staaten mit ihren immensen Schulden, sich eine echte Zinswende gar nicht leisten können und die Notenbanken, bei all ihrer viel beschworenen Unabhängigkeit, das am Ende auch nicht wollen können.

Das ist auch das grosse Fragezeichen und Dilemma um Trumps potentielle Politik und damit auch um den Dollar herum. Eigentlich stärkt ein massives Konjunkturprogramm die Wirtschaft und den Dollar, zumal dann auch die Inflation ans Laufen kommen sollte. Das ist das Szenario, das der Markt aktuell exklusiv spielt.

Wenn aber das Geld für das Programm, aus einer massiven Erhöhung des sowieso schon zu hohen Staatsdefizites kommt, dann läuft der Staat bei steigenden Zinsen noch schneller und härter gegen die Wand.

Eine Seite wird also "nachgeben" müssen und ich befürchte, es werden am Ende wieder die von den Notenbanken gesteuerten Zinsen sein, weil das System - dessen intergraler Teil die Notenbanken sind - einen massiven Selbesterhaltungstrieb hat. Ob wir hier mit den steigenden Renditen, also vielleicht nur ein kurzes Intermezzo einer Scheinrealität erleben, oder doch die nachhaltige Zinswende im Gange ist, das ist die grosse 100 Milliarden Frage, die ich gerne beantwortet hätte.

Tom McClellan erwartet übrigens, dass Kupfer wieder nach unten dreht, was sich übrigens mit eher verhaltenen Aussagen deckt, die zuletzt vom Freeport McMorran (FCX) Management kamen:
-> Copper Spike <-

Das mittelfristige Chart sage aber eher "kaufen", wobei das langfristige Chart schon zeigt, an welch wichtiger Stelle wir nun sind und dass der Kurs hier eigentlich ein grosses Risiko hat, wieder zurück zu kommen:

fcx-18-11-16

fcx-18-11-16-2

Erinnern möchte ich an Lafarge Holcim, die "World of Donald" Idee aus Europa, die ich vor einer guten Woche in -> Ruhe kehrt ein <- hier eingeführt habe.

Dort konsolidiert der initiale Schub in einer geordneten Art und Weise und heute war Investorentag, der eher verhalten aufgenommen wurde. Lesen Sie über -> Dividenden Phantasie <- und die Tatsache, dass der Konzern in den US mit einem Marktanteil von 20% die Nummer 1 ist.

Richtig gut sieht weiter Murphy Oil (MUR) aus, mit zwei anderen auch nach wie vor interessanten Werten in -> Ölaktien <- eingeführt.

mur-18-11-16

mur-18-11-16-2

Öl selber riecht nun zunehmend nach Seitwärtsbewegung, die grosse iSKS ist langsam keine mehr. Nun muss die OPEC liefern, wobei unklar ist, ob das reicht, selbst wenn sie liefert. Obama hätte die Fracking-Industrie wohl im Zweifel Pleite gehen lassen und dabei bei der Marktbereinigung geholfen, Trump wird das wohl eindeutig nicht tun.

Aber mit einem KBV von 1, mässiger Verschuldung und einer Dividendenrendite von über 3%, ist MUR wohl auch für den aktuellen Ölpreis kein schlechter Kauf.

Gold dagegen, kommt nun an die letzte Verteidigungslinie. 50% des Anstieges des letzten Jahres wieder verloren und direkt auf einer sehr wichtigen Unterstützung. Wenn Gold von hier weiter fällt, sind wohl "All Bets off" und der übergeordnete Abwärtstrend hat Bestand:

gold-18-11-16

Klar ist, dass steigende Zinsen und ein weiter steigender Dollar, absolut Gift für das Edelmetall sind. In Euro sieht die Rechnung dann gar nicht so gruselig aus, aber positiv ist sie auch nicht.

Das Edelmetall braucht entweder einen fallenden Dollar oder anziehende Inflation, dann kann es sich stabiliseren. Systemische Krisen, wäre auch nicht schädlich für Gold. An dieser Argumentation sehen Sie aber schon, dass echtes Eigenleben fehlt, wirklicher Kaufdruck ist nur bei den deutschen Münz- und Barrenhändlern, nicht aber an der Comex zu spüren. Und bei dem berechtigt gruseligen Ruf, den deutsche Anleger in Sachen Timing an den Märkten haben, stellt sich die logische Frage, warum sie dann gerade hier bei Gold richtig liegen sollen?

Trotzdem, Gold zum Hauptthema des Depots zu machen, war hier ja auch nie Thema und wäre irrational. Aber seine Funktion als "Hedge" gegen Unsicherheit, systemische Krisen und Inflation hat es weiter und insofern ist es weiter eine gute Beimischung zum diversifizierten Depot.

Taktisch gesehen, sind die Chancen auf eine Gegenbewegung nun nicht so schlecht, aber das haben wir ja beim Dollar auch ganz berechtigt gedacht und dann hat Yellen gestern wieder mit dem Zinshammer auf dieses Pflänzchen drauf gehauen.

Orbital ATK (OA) hat übrigens meinem vor 10 Tagen in -> Vorbereitungen <- gegebenem Vertrauensvorschuss alle Ehre gemacht. Schauen Sie auf das Chart vom Wahltag 08.10., das gerade mal aus der Seitwärtsrange heraus lugt, nun ist das grosse Accounting-Gap geschlossen:

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Von hier würde ich aber erst mal nicht so viel erwarten, bis das Accounting-Problem überzeugend gelöst ist. Falls das gelingt, ist OA aber im Vergleich zu den Peers immer noch vergleichsweise attraktiv bewertet und eben integraler Bestandteil des Sektors, der ziemlich sicher keinerlei Probleme mit Trump haben wird: Aerospace & Defense.

Hier noch einmal der überzeugende Sektor-ETF ITA:

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Was wir da mit fallendem Volumen sehen, ist eher eine bullische Konsolidierung. Wenn das Volumen abwärts anschwellen würde, das wäre negativ. Nicht aber das Austrocknen, das wir hier beobachten. Noch hat die Konsolidierung aber wohl etwas zu laufen, bevor wieder genügend Kraft nach oben vorhanden ist.

So weit für heute und damit schliesse ich diese Woche ab.

Ich wünsche Ihnen gute Erholung und ein schönes Wochenende, wir lesen uns hier am Montag und ansonsten im Forum.

Ihr Hari

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Nachglühen und Vorschau



Guten Morgen!

Die Notenbanken liegen hinter uns. Endlich - Heureka!

Die FED hat sich wie erwartet verhalten und erneut gezögert. Hier die Zusammenfassung der FuW:

-> FED lässt Leitzins unverändert <-

Alle von mir gestern bis 21 Uhr geschriebenen Statements gelten fort. Insbesondere die Aussage, dass die Zinserhöhung im Dezember mir als eine Lachnummer erscheint.

Ich rechne damit, dass Trump gewinnt und dann ist alles anders. Alles. Die Börsen werden dann in grosser Unsicherheit hin und herschwingen und Yellen wird sich nicht trauen, genau dann die Zinsen zu erhöhen.

Eine Zinserhöhung der FED im Dezember erscheint mir nur dann überhaupt denkbar, wenn Clinton gewinnt. Ob das passiert, steht in den Sternen. Mein Instinkt sagt mir, Trump wird es. Denn es reicht ein markanter, publikumswirksamer Anschlag in der Woche vor der Wahl, um ihn nach vorne zu spülen. Und so einen Anschlag kann jeder Geheimdienst der Welt administrieren, wenn er nur will.

Aber auch ohne solche externe "Wahlhilfe", ist Clinton so schwach und eigentlich unwählbar im Sinne, dass kaum jemand in den US sie ernsthaft als Präsidentin will, wenn man denn die Wahl unter attraktiven Kandidat(inn)en hätte. Ihre Chance besteht scheinbar nur daraus, dass sie vielleicht das kleinere Übel ist. Ob das reicht? Wir werden sehen.

Aber wie auch immer. Schauen wir, was das Geschehen für die kommenden Woche bis Mitte Oktober bedeutet. Mein Fazit habe ich schon gestern gezogen:

Die Chance, dass es nach oben weiter geht, ist sehr hoch!

Was auch bedeutet, wir haben mit dem Einbruch vom 09.09. ein sehr sinnvolles Stopniveau, mit dem wir arbeiten können. Von dieser Absicherung aus, können wir auch mal was riskieren.

Heisst im übertragenen Sinne auch, wenn der Wetterbericht keinen Wochenrhythmus am Wochenende hätte, hätte ich gestern Abend das Long-Exposure erhöht.

Gerade der DAX bietet scheinbar schöne Chancen oberhalb 10.500. Und selbst wenn man das denkbare Szenario im Kopf hat, dass es noch einmal zu einem Abpraller kommt, erwarte ich doch in den kommenden Wochen eine Bewegung hoch Richtung 11.000:

dax-22-09-16

Beim S&P500 könnte die Aufwärtsbewegung immer noch scheitern, der Index ist immer noch in einem Band, in dem das denkbar ist. Ich rechne mit Präferenz aber mit dem grünen Pfad nach oben.

sp500-22-09-16

Ich halte also marginale neue Hochs für denkbar, bevor der Markt ab Mitte Oktober in die Vorwahl-Unruhe übergeht. Was dann nach der Wahl passiert, hängt von dieser ab und ist derzeit noch Science Fantasy, ebenso wie die Aussagen der FED zum Dezember, die damit eine Planbarkeit vorgaukeln, die gar nicht gegeben ist.

Auf jeden Fall sind die Tiefs vom 12.09. - im Nachgang des grossen Einbruches am 09.09. - nun klare Begrenzung nach unten. Und das nicht nur für den Index, sondern auch für viele Aktien und ETFs. Insofern haben wir hier ein taktisch sehr sauberes und klares Long-Setup für die kommenden Tage und Wochen.

Im Bereich der Edelmetalle, habe ich mich schon gestern aus dem Fenster gelehnt: das sieht nach einem recht klaren Long-Setup aus. Auch hier existiert mit den Tiefs von letzten Freitag und gestern eine klare Begrenzung nach unten, die nach oben gelassen agieren lässt.

Auch der GDX macht die Struktur mit erstem höheren Tief deutlich:

gdx-22-09-16

Ein heute nur marginales Retracement im Edelmetall-Sektor nach dem gestrigen, markanten Schub, würde das Bild bestätigen.

So und jetzt machen wir was aus den Chancen. Die Notenbanken liegen hinter uns. Atmen wir tief durch und schreiten voran.

Und denken wir daran, klarer als aktuell wird es nie am Markt. Auch jetzt, hat das Long-Szenario vielleicht eine 60-40, maximal 70-30 Präferenz. Aber auch 30% treten in jedem dritten Fall ein.

So ist der Markt eben, er ist immer unsicher. Deshalb haben wir Risikomanagement und die Kunst ist, in Unsicherheit klare Schritte zu vollziehen, ohne dabei die Kontrolle über das Gesamtrisiko zu verlieren.

Ihr Hari

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Hari´s Börsenwetter KW 35


Hier ist das Börsenwetter zur KW 35 2016:

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Erklärung:

Vor vier Wochen erschien das letzte Börsenwetter vor der Ferienphase. Heute erscheint es wieder, ausnahmsweise mal am Sonntag Abend.

Die kommende Woche ist meine letzte Woche im Ferienmodus, es wird weiter nicht mehr als einen Artikel pro Tag geben. Allerdings nehme ich gegen Ende der Woche langsam etwas mehr "Fahrt" auf und werde mich wieder dem Markt nähern und wieder regelmässig meine Informationsroutinen durcharbeiten, damit ich dann in der ersten vollen Septemberwoche wieder voll da bin.

Das nächste lange Wochenende mit dem "Labor Day" am Montag 05.09. markiert an der Wallstreet auch traditionell den Übergang vom Ferienmodus in den heissen Herbst. "All hands to Battlestations" sozusagen, die A-Teams der Handelsräume, kommen aus den -> Hamptons <- wieder zurück in die Handelsräume.

Wie angekündigt, gibt es für die kommende KW 35 daher auch wieder ein erstes "Börsenwetter". Und das ist insofern erstaunlich, als man den August weitgehend abschreiben konnte. Selten habe ich so eine starre und bewegungsarme Marktphase erlebt wie dieses Jahr.

Aber das ist doch auch mal gut, so haben wir alle geruhsame Ferien haben können - den 24.08.15 mit seinem ETF-Flash-Crash braucht man wirklich nicht jedes Jahr. 😉

"Den August abschreiben" heisst, da ist schlicht gar nichts passiert und insofern kann das Börsenwetter auch weitgehend unverändert fortgeschrieben werden.

Die Aufstellung vor vier Wochen, war ja von der Erwartung "ruppigen" Fahrwassers im August geprägt. Das hat nicht stattgefunden, da der Markt aber auch nicht nach oben weggelaufen ist, war die defensive Aufstellung völlig in Ordnung und kein Nachteil.

Nun habe ich erneut die Erwartung "ruppigen" Fahrwassers im September, mit seinen diversen Notenbank-Events. Und diese Erwartung erfordert erneut eine vorsichtige, eher defensive Haltung. In Europa und im DAX, sehen die Chancen nun aber etwas besser aus, weswegen eine marginale Erhöhung des Long-Exposures um 10 Punkte mit Fokus Europa zu rechtfertigen ist. In Summe ist das dann aber immer noch eine vorsichtige und eher "tastende" Aufstellung.

Erst wenn eine Korrektur mal endlich durchgelaufen ist, kann man in Erwartung von Stärke zum Jahresende, wieder wirklich beherzt zugreifen. Sollte der Markt ohne diese Korrektur weiter zu steigen beginnen, wird es für alle wohl schwierig, sich sinnvoll zu positionieren.

Gerade weil das so ist, sollte man aber damit rechnen, dass der Markt einfach steigt - wir kennen ja alle den "Weg des maximalen Schmerzes". Und auch wenn man es nicht mehr hören kann: dass der Markt den starken Anstieg nach dem Brexit einfach seitwärts konsolidiert hat, ohne nennenswert abzugeben, ist Zeichen von Stärke, nicht Schwäche!

In Summe ergibt sich für die KW 35 damit die folgende Aufstellung:

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Börsenwetter:

Wetterlage: Die Börsensonne steht wie "festgetackert" immer noch am Hochsommer-Himmel. Zu lange dauert das Hoch nun aber, als dass man das unvorsichtig fortschreiben dürfte. Der September und Oktober, hat an der Börse auch keinen besonders guten Ruf und eine steigende Volatilität ist hoch wahrscheinlich.

Aufstellung:

40% Long (+ 10 Punkte) -

10% Short (unverändert) -

10% Ertrag (unverändert) -

40% Cash (- 10 Punkte) -
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Kleingedrucktes

Der Inhalt von Hari´s Börsenwetter erscheint nur einmal die Woche und ist sehr kurz und knapp und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Das Börsenwetter enthält - ohne grosse Herleitungen und Analysen - einfach nur die summarische Essenz meiner Chance/Risiko Betrachtung des Marktes aus einer langfristigen Sicht. Wenn dafür Charts benutzt werden, was nicht immer der Fall sein wird, werden das typischerweise Charts mit Wochenkerzen sein.

Da jede Woche ein Update kommt, kann sich die "ruhige Hand" des Börsenwetters auch wöchentlich verändern, trotzdem versuche ich in meinen Aussagen, einen Radar von einem Monat im Blick zu haben und wilde wöchentliche Änderungen zu vermeiden, solange mich überraschende Geschehnisse am Markt nicht dazu zwingen.

Das ist kein "Musterdepot" mit konkreten Werten, sondern stellt abstrakt die Wetterlage dar. Ich benutze daher ein abstrahierte Prozentsicht, wie viel 100% dann real bedeuten, müssen Sie individuell für sich nach Ihrer Depotgrösse und Ihrer Anlagestrategie entscheiden.

Im "Börsenwetter" gibt es ganz simpel nur 4 Anlageklassen:

(1) Long - Das sind alle Aktien, ETFs, Fonds, mit denen man weniger auf Ausschüttungen, sondern mehr auf Kursgewinne im Laufe des Jahres aus ist.

(2) Short - Das sind alle Anlageformen, mit denen man auf fallende Kurse in obigen "Long-Assets" wettet, sei es gegen Indizes oder einzelne Aktien.

(3) Erträge - Das sind alle Anlageformen, bei denen man auf langfristige Erträge aus ist, die nicht direkt mit dem Aktienmarkt korrelieren. Typischerweise sind das also Anleihen und ähnliche Konstrukte. Ein Kurs- oder Währungsrisiko besteht hier natürlich auch, aber der Ertrag steht trotzdem im Vordergrund.

(4) Cash - Freie Barmittel, die man taktisch verwenden kann.

Thats it!

Was sich dann hinter "Long" oder "Erträge" verbirgt, entscheiden Sie selber. Ich gebe dazu im Rahmen des Blogs immer wieder Hinweise, wo man hinschauen kann.

Wichtig ist nun noch zu verstehen, dass ich die Aussagen zum Börsenwetter so mache, als ob diese 100% Ihr ganzes aktives Vermögen wären. Deshalb wird die Cashquote auch immer hoch sein, weil man immer taktischen Spielraum braucht.

In besonders klaren Bullenphasen, sinkt die Cashquote vielleicht mal auf 10% oder sogar 0%, in der Regel wird sie aber höher liegen. Und in einem 2008er Szenario, besteht ein "Börsenwetter" dann vielleicht aus 60% Cash, 20% Erträge und 20% Short. Das nur als Beispiel.

Völlig klar ist, dass Sie diese Aussagen wie einen Wetterbericht auf Ihre Anlagesituation übersetzen müssen. Nehmen wir mal an, Sie wären ein wohlhabender Bürger, der 1 Million € in einer abgezahlten Immobilie hat, noch einmal 1 Million als abgezinster Geldwert diverser Rentenzusagen, 400.000€ Cash auf einem Tagesgeldkonto hat und dann noch diverse ausserbörsliche Beteiligungen. Und ach ja, dann auch ein Marktdepot im Wert von 500.000€, wegen dem Sie hier Mitglied sind.

Es dürfte klar sein, dass in diesem Fall die Cashquoten des "Börsenwetters" nicht übertragen werden können, weil Sie haben ja ihre freien Mittel ausserhalb des Depots. In diesem Fall, macht eigentlich eine permanente 100% Investitionsquote eher Sinn, die Frage ist dann eher in was man investiert, Long oder Erträge.

Merken Sie sich also bitte, dass die Aussagen des Börsenwetters nicht absolut sind und auch nicht absolut auf Sie zu übertragen sind, sondern wie bei einem Wetterbericht einfach sagen: hier ist ein Hoch/Tief mit so und so viel Hektopascal. Ob Sie aus dem Wetterbericht dann die Schlussfolgerung ziehen ihren Schirm heraus zu holen oder das gar nicht müssen, weil sie sowieso nicht draussen unterwegs sind, ist eine Entscheidung, die das "Börsenwetter" Ihnen eben so wenig abnimmt, wie der Wetterbericht.

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Diamantenfieber



Sie wissen, dass ich oft lange Texte schreibe, auch weil die differenzierte Wirklichkeit nur um den Preis grober Vereinfachungen in kurze Statements gepresst werden kann.

Aber manchmal macht es Sinn, sich zurück zu lehnen und die (Anlage-)Welt "ganz einfach" aus der ganz groben Brille zu betrachten.

Das ist besonders in Phasen wie aktuell hilfreich, wo jeden Tag so viel auf uns einstürzt und uns auch emotional hin und her wirft, das man manchmal nicht mehr weiss, wo einem der Kopf steht.

Ich betrachte es auch als meine Aufgabe, hier immer wieder das grosse Bild und die dazu gehörende Gelassenheit, in unseren Blickwinkel zu rücken.

Und da haben wir ja auch definitiv dieses Risiko des -> Armageddon <-, denn Sie wissen aus meinen mehr als deutlichen Texten ja, dass ich der Letzte bin, der nicht die Risiken sieht, die aus der gruseligen Niedrigzinsblase erwachsen.

Erinnern sollten wir uns aber auch daran, dass das für dieses Jahr bestenfalls eine einstellige Wahrscheinlichkeit von vielleicht 5% ist. Bei allem Bewusstsein für Risiken, dürfen wir unser Handeln also nicht alleine davon abhängig machen.

Auch nicht vom potentiellen "Brexit", der nun sowieso zu emotional aufgeladen ist und auch nicht von der Frage Trump vs Clinton, denn am Ende wird keiner die Wirtschaft völlig ruinieren wollen. Und selbst die Kreditbombe in China, kann durchaus noch Jahre vor sich hin schwären, bevor sie sich dann im allgemeinen "Armageddon" in die diversen Explosionen einreiht.

Machen wir also mal ein Gedankenspiel, lehnen uns zurück und schieben diese "Tail Risks" mal gedanklich beiseite. Beschäftigen wir uns also mit den 90% vor unserer Nase und nicht mit den grauen und schwarzen Schwänen.

Was sehen wir dann?

  1. Dass die Markt-Stimmung eher sorgenvoll ist, die Mehrheit hat obige Horrorszenarien im Blick und kann sich die grosse Rally kaum vorstellen.
  2. Dass die Institutionellen (auch Fonds-Manager) hohe Cash-Bestände und hohe Anleihenbestände haben und Aktien eher vorsichtig/skeptisch gegenüber stehen.
  3. Dass in Europa die Kurse erheblich korrigiert haben und in den US die Indizes grosse Stärke zeigen und immer noch nach Ausbruch zu Allzeithochs riechen.
  4. Dass die Notenbanken an die Grenzen ihrer Niedrigzinspolitik stossen und auch nur leichte Renditensteigerungen bei Anleihen, zu massiven Umschichtungen zurück in Aktien führen sollten.
  5. Dass der Aktienmarkt auf Zinserhöhungs-Gedanken der FED positiv zu reagieren begonnen hat und der aktuelle Rückfall in die Angststarre der FED, nun eher negativ gewertet wurde.
  6. Dass mit dem Brexit gerade ein emotionales Thema gespielt wird, das objektiv nun eher "overhyped" ist.
  7. Dass die US Firmen das Tief ihrer Gewinnrevisionen vielleicht hinter sich haben und eine Trendwende bei den Gewinnen in den kommenden Quartalen denkbar ist.

Das ist eine Menge und das deutet in die gleiche Richtung:

Eine erhebliche Rally in der zweiten Jahreshälfte ist keinewegs unwahrscheinlich.

Im Gegenteil, sie scheint sogar recht gute Chancen zu haben.

Nun wissen wir alle, dass Chancen keine Sicherheit sind und auch 5% eintreffen können. Und es gibt auch wie immer negative Argumente, die ich oben bewusst weggelassen habe, um den Punkt besonders prägnant zu machen.

Der Punkt ist aber:

Lassen wir uns von den aktuellen Aufgeregtheiten nicht verrückt machen und werden wir nicht zu negativ! Denn eine objektive Betrachtung der aktuellen, allgemeinen Marktlage, lässt eine eindrucksvolle Rally im zweiten Halbjahr zumindest realistisch erscheinen.

Etwas mehr optimistisches "Diamantenfieber" statt pessimistischem Nostradamus-Blues, hat also gute Chancen, unseren Depots in diesem Jahr gut zu tun. Und zwischen blindem, naivem Optimismus und der Fähigkeit kontrolliert und der Zukunft zugewandt Chancen zu ergreifen, ist ein grosser Unterschied!

Ihr Hari

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FED und EZB haben fertig!

Oder wäre im Sinne von Trapattonis berühmter Wutrede, vielleicht "Was erlauben Mario?" der bessere Titel gewesen? 😉

Ernsthaft, wenn man es vom medialen Standpunkt der Wiederholung und Neuigkeit betrachtet, ist das "Notenbank-Bashing" ja eigentlich langweilig, weil es wurde fast alles schon so oft gesagt.

Wir leben ja aber nicht nur in einer medialen, virtuellen Welt, sondern auch in einer ganz realen, in der es um unseren Wohlstand, unser Land, unsere Kultur, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder geht.

Und dafür lohnt es sich zu kämpfen und deshalb müssen wir in dieser realen Welt, so lange penetrant auf etwas herum reiten, bis es sich unter der Last der tausend Nadelstiche und des öffentlichen Drucks, dann doch ändert.

Und deswegen schreibe ich schon wieder zu den Notenbanken, denn die haben mir in den letzten beiden Tagen bewiesen, dass sie "fertig haben" und am Ende ihrer "Alchemie" angekommen sind.

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